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Tagebuch des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg: November 1652


Überlieferung: LASA Dessau-Roßlau, Z 18 Abt. Bernburg, A 9b Nr. 14 Bd. XXIIIa, fol. 99r-190r (vgl. Quellenbeschreibung).

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[Inhaltsverzeichnis]
01. November 1652
Dessau
  • Schlechte Vorahnungen über den Monat November
  • Eintreffen einer Bittschrift wegen der Gegenreformation in Österreich
  • Korrespondenz
  • Kriegsnachrichten und andere Neuigkeiten
  • Jagd des Landgrafen Friedrich von Hessen-Kassel mit dem jüngeren Sohn Karl Ursinus und dem Neffen Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen
  • Beratungen des Landtages
  • Mittagessen mit dem Onkel August von Anhalt-Plötzkau, den Vettern Johann Kasimir von Anhalt-Dessau und Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst, Karl Ursinus und Wilhelm Ludwig sowie dem Tecklenburgischen Gesandten Gottfried Travelmann und Räten
02. November 1652
Dessau
  • Anhörung einer Predigt
  • Regenbogen
  • Abschied des Landgrafen Friedrich von Hessen-Eschwege
  • Korrespondenz
  • Nachrichten
  • Betrübnis Augusts über abgebrannte Häuser in Plötzkau
  • Besuche bei Johann Kasimir und Johann VI.
  • Geigenvortrag des Vettern Johann Georg II. von Anhalt-Dessau
  • Abendessen mit dem Amtshauptmann Heinrich von Keudell und anderen
03. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtages
  • Nachrichten
04. November 1652
Dessau
  • Anhörung einer Predigt
  • Besuche bei Johann Kasimir sowie der Schwester Sophia Margaretha von Anhalt-Dessau
  • Beratungen des Landtages
  • Administratives
  • Abreise der erkrankten Fürstin Sibylla von Anhalt-Plötzkau
  • Besuch bei August
05. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtages
06. November 1652
Dessau
  • Abreise des Sekretärs Christoph Bährenreutter nach Goslar
  • Beratungen des Landtages
  • Geburtstag von Johann Georg
  • Besuch bei Johann Kasimir
  • Korrespondenz
  • Neuigkeiten
  • Bevorstehende Ankunft der Gemahlin Eleonora Sophia in Bernburg
07. November 1652
Dessau
  • Rückblick auf die Beratungen des Landtags am Vortag
  • Anhörung zweier Predigten
  • Besuche bei Johann Kasimir
  • Erkrankung Augusts am Gallenstein
  • Praxis des Kommunionganges in Dessau
08. November 1652
Dessau
  • Kriegsnachrichten und andere Neuigkeiten
  • Abhilfe bei Verzauberung
  • Besuch bei Johann Kasimir und Sophia Margaretha
  • Korrespondenz
  • Hochzeit des Dessauer Amtsschreibers Kettwig
  • Gespräch mit August und Sibylla
  • Trauer und Betrübnis Christians
09. November 1652
Dessau
  • Anhörung einer Predigt
  • Besuch mit August bei Johann Kasimir
  • Erkrankungen von Sophia Margaretha und Juliana von Anhalt-Dessau
  • Beratungen des Landtags
  • Besuch durch August und Johann
  • Übergehung des Abendessens, um zu schreiben
  • Korrespondenz
10. November 1652
Dessau
  • Besuche durch August, Johann VI. und Johann Georg
  • Beratungen des Landtages
  • Empfang eines kaiserlichen Geleitbriefes durch Eleonora Sophia
  • Besuch bei Johann Kasimir
11. November 1652
  • Abreise Johanns VI. nach Zerbst
  • Anhörung einer Predigt
  • Besuche bei Johann Kasimir mit August und dessen Sohn Lebrecht von Anhalt-Plötzkau sowie bei Sophia Margaretha
  • Erkrankungen von Sophia Margaretha, Juliana und August
  • Beratungen des Landtages
  • Korrespondenz
  • Neuigkeiten
12. November 1652
Dessau
  • Gespräch mit dem Justiz- und Hofrat Paul Ludwig
  • Besuch bei Johann Kasimir
  • Beratungen des Landtages
  • Neuigkeiten
  • Ausritt von Karl Ursinus
13. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtages
  • Zureiten von Pferden durch Paris und Gebhard Paris von dem Werder
14. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtages
  • Ausfall des Kirchganges wegen Jahrmarktes in Dessau
  • Lachsfischerei
  • Rückkehr des Bediensteten Philipp May aus Holland mit Briefen
  • Korrespondenz
  • Besuche bei Johann Kasimir sowie bei Sophia Margaretha
  • Rückkehr Johanns aus Zerbst
  • Neuerliches Besuchsangebot an und Ablehnung durch Juliana
  • Gespräche mit dem Landrat und Kriegskommissar Cuno Ordemar von Bodenhausen und dem Hofjunker Christoph Wilhelm von Schlegel
15. November 1652
Dessau
  • Korrespondenz
  • Wildschwein- und Dachsjagd
  • Beratungen des Landtages
16. November 1652
Dessau
  • Anhörung einer Predigt
  • Jagd mit Johann Georg, Karl Ursinus, Johann VI. und Lebrecht
  • Besuch bei Johann Kasimir
  • Korrespondenz
  • Kriegsnachrichten und andere Neuigkeiten
17. November 1652
Dessau
  • Korrespondenz
  • Absendung eines geschenkten Rehs nach Bernburg
  • Beratungen des Landtages
18. November 1652
  • Beratungen des Landtages
  • Anhörung einer Predigt
  • Besuch bei Johann Kasimir
  • Abreise des Kammerdieners Ludwig Röber nach Bernburg
  • Nachrichten
  • Korrespondenz
19. November 1652
Dessau
  • Korrespondenz
  • Beratungen des Landtages
  • Namenstag der Cousine Elisabeth von Anhalt-Plötzkau
  • Zahnweh Sophia Margarethas
  • Krankheit Julianas
20. November 1652
Dessau
  • Nebel
  • Beratungen des Landtages
  • Rückehr Röbers aus Bernburg
  • Korrespondenz
  • Nachrichten
21. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtages
  • Anhörung zweier Predigten
  • Kriegsnachrichten und andere Neuigkeiten
22. November 1652
Dessau
  • Beratungen des Landtags
  • Korrespondenz
23. November 1652
Dessau
  • Anhörung einer Predigt
  • Besuche bei Johann Kasimir, Sophia Margaretha und Juliana
  • Beratungen des Landtages
  • Korrespondenz
  • Rückkehr Wilhelm Ludwigs aus Köthen
24. November 1652
Dessau
  • Regen
  • Beratungen des Landtages
  • Jagd durch Johann, Johann Georg und Lebrecht
  • Besuch bei Johann Kasimir
  • Beginnende Erkrankung der Räte Christians
  • Gepräche mit August und Travelmann
25. November 1652
  • Anhörung einer Predigt
  • Jagd durch Johann, Lebrecht und Johann Georg
  • Beratungen des Landtages
  • Besuche bei Johann Kasimir
  • Gespräch mit dem Dessauer Superintendenten Georg Raumer
  • Ankunft von Viktor Amadeus aus Dessau
26. November 1652
Dessau
  • Abhilfe bei Krankheit
  • Beratungen des Landtages
  • Korrespondenz
  • Abendessen mit August und anderen
27. November 1652
Dessau
  • Frost
  • Gespräch mit dem Kammerrat Bernhard Gese und dem Hofrat Heinrich von Hake
  • Beratungen des Landtages
  • Nachrichten
28. November 1652
Dessau
  • Dichter Nebel
  • Beratungen des Landtages
  • Kirchenbesuch
  • Besuche bei Johann Kasimir
  • Nachrichten
  • Absendung von Wildpret nach Bernburg
29. November 1652
Dessau
  • Abhilfe bei Augenröte
  • Kriegsnachrichten und andere Neuigkeiten
  • Gespräch mit dem Waldauer Pfarrer Daniel Marggraf
  • Erkrankungen Augusts und Julianas
  • Beratungen des Landtages
  • Besuch durch den Schriftsteller Philipp von Zesen
  • Korrespondenz
  • Besuche bei Sophia Margaretha und Johann Kasimir sowie bei August
  • Ratschläge für die Jagd
30. November 1652
Dessau
  • Tod Julianas
  • Beratungen des Landtages
  • Besuch bei Johann Kasimir
|| [[Handschrift: 99r]]

Montag den 1. November 1652.


Nota Bene Nota Bene Nota Bene Gardèz Vous dü mois de Novembre, Prennèz
bien garde, au mois de Novembre, &cetera[.] Ces admonitions,
ne me scauroyent faillir, & ne sont donnèz, en Vain,
l'ayant desja èsprouvè assèz souventes fois. Dieu m'as-
siste! & nous soit en ayde! nous secourant, pour vaincre. perge


Supplication auß Oesterreich, ist ankommen, von 42 ge-
schlechtern, undt 154 personen, im Graven, undt herrenStande,
undt von 29 Geschlechtern, undt 78 personen, im Ritterstande,
welche sich über die allzuscharfe Reformation1 beklagen,
undt umb remediirung, undt intercession an die Kayserliche Mayestät bitten.

|| [[Handschrift: 99v]]


Schreiben, von Croßen, Prag, Paris, Breßlaw, entpfangen,
con qualche speme incerta, e mal sicura!


Die Kayserliche Mayestät erwarten ChurSachßens, undt deßen Chur-
Printzens, zu Prag, darnach wolen Sie auf Regenspurgk
zu, gehen. ChurPfaltz, ist hinweg, und wol tractirt worden.


Jn Engellandt, ist etwaß zur See vorgegangen,
undt Christenbluht vergoßen worden, zwischen beyden
ha Armaden, aber nichts haüptsächliches.


Jn Schottlandt, submittiret sich, der Conte d'Argille,
dem Parlament. Die predicanten, undt ihre zuhörer,
sollen noch aldar wiedereinander sein.


Jn Franckreich weiset Düc d'Orleans, eine Neigung,
zur accommodation. Prince de Condè hingegen,
mit hülfe der Spannischen, continuiret die exstrema.
Catalonien, sol wieder Spannisch worden sein,
wie auch Casal di Montferrato, welches, diese,
dem Duca dj Mantoua, eingereümet.


König in Dennemargk, hat ein manifest, wieder
den Reichßhofmeister Corfitz von Uhlefeldt, laßen
außgehen, Sich von den imputationen, zu liberiren.


Königinn in Schweden, (deren Fraw Mutter krangk)
gedengkt auff eine beschickung des ReichßTages, nach Regenspurg[.]

|| [[Handschrift: 100r]]


König in Polen, rüstet sich de novo, wieder die Tartarn, und Cosagken,
so die Moldaw überziehen wollen.


Venezianer tractiren zwahr mit dem Türcken, iedoch,
stärgken Sie sich auch, zu waßer, undt zu lande.


Chur Brandenburgs rayse nach Regenspurg ist noch ungewiß.
Wirdt vielleicht hinein in Preüßen gehen.


Diesen Morgen, seindt Landgraf Friederich, undt die iüngern
herren, hinauß wiederumb auf die Jagt.


Wir regierende herren, haben raht gehalten.
Darnach Tafel gehalten, zue Mittage, darzu auch
mein Carolus Ursinus, undt vetter Wilhelm, beruffen
worden, nebenst Travelmann, undt etzlichen Rähten.


Über der erklährung derer von der Landtschafft, ist
deliberiret, undt raht gehalten worden. Der
Adel, undt die Städte, seindt etwaß discrepant.
Werden zu concilijren sein.


Jn pleno hat man vormittags, die erkläh-
rungen, so wol des Adels, alß der Städte,
belesen. Darnach aber, hat ieglicher herr absonderlich,
mit Seinen Rähten, darauß conferiret, undt
die angelegenheitten, so wol in den erklährungen, als
in den Gravaminibus erwogen. Gott helfe zu glügklichen succeß!

|| [[Handschrift: 100v]]

Dienstag den 2. November 1652.


Jn die kirche, da Er Albinus vom Amptt der Obrigkeitt,
fein geprediget. Kurtz zuvor, erschien ein schöner Regenbogen.


Darnach, in Fürst Johann Casimirs gemach, aldar Landtgraf Fritz
abschiedt genommen, mit dem ich in den Schloßsplatz, gekommen.
undt er nahm Treẅhertzig a Dieu. <(Nota Bene: le Prince Johann Casimir disoit dès conseils, de Machiavell, a cause dès assembleès.)>


Geschrieben, nacher Croßen, undt Brigk. et cetera


On a beü a disner, & on a eü d'èstrangers, nos Conseillers
item: Travelmann, jtem: le Lieutenant Colonel Stammer, & cetera & cetera[.]


Avis: daß Fürst hanß, Alle seine Desideria, wieder
die Stadt Zerbst, am kayserlichen hofe, erhalten. Jtem: daß
der Graf von Oldenburg in der WeserZollSache,
sein begehren, erhalten habe, hingegen, seye die Stadt
Brehmen, in die Acht, undt hohe pöen, condemniret. et cetera


On tasche, a me prejüdicier, en ceste Diete Provincialle!
Je vouldrois, n'y estre point comparü! Ô Dieu! aydes moy!


Avis von Plötzkaw, daß am Sontage daselbst, wehren
6 haüser abgebrandt, durch verwahrlosung eines
Schneiders kinder2. Alß es nun, an des Secretarij
Urbanj3 Scheüne gerahten, wehre dieselbe gelöscht
worden. Monseigneur mon Oncle, s'en contriste!


Aufm abendt, hat man gespeiset, (wie sonsten)
in der Tafelstube, undt wegen morgender assemblèe,
sich verglichen. Vor abends, besuchte ich wiederumb, den || [[Handschrift: 101r]]
vetter, undt Schwager, Vetter Hanß Geörge, ließ sich,
mit der Geige, hören, darauf er sehr wol spielet.


Keüdel, hat der abendtmahlzeitt, beygewohnet, undter
andern extraordinarien.


Vorm abendteßen, habe ich auch Fürst Johannsen, in seinem losament,
besucht. On n'a fait, que perdre le temps cejourd'huy!

Mittwoch den 3ten: November 1652.


Man ist diesen vormittag, zu rahte gegangen, wichtige
landeßsachen, zu deliberiren. Gott gebe zu glügk!


Man hat abermalß, von den Propositionspuncten, geredet.
Cantzler Milagius Desideria & gravamina des Adels, undt Städte.
Gutachten in puncto des Schuldenwergks4, undt der Propositionspuncten.
Auf dreyerley zu sehen. 1. des Adelß schreiben. 2. præliminaria im
bedengken. 3. Realia. daß 1. gerne beym alten modo tractandj & consul-
tandj der Adel bleiben will. Civitates nicht. Absonderung in gewiße colle-
gia, helt sie sachen auff. 2. bey der resolution es bewenden zu laßen.
3. Realia betreffend die Eintheilung der schulden, per maiora, et cetera[.]
Fürst Augusts undt Fürst Johann Casimirs meynungen. Adel ist einig mit unß, in deme, auch
ratione casuum reservatorum. Jedoch, generalCautelen zu bedingen.
Vinculum nach, wie vor, bleibe 1. keine separation. Principes[,] Nobiles,
urbes, subditj einander die handt biehten. 2. haftung, weder per directum,
noch indirectum, einzuführen. 3. dieser Modus solvendj den Fürsten so patrimo-
nialia debita haben, undt ihren undterhalt darvon nehmen, sol un-
præjudicirlich sein, deren jura wol zu verwahren. Unitas Nobilium
& civitatum, würde dem ersten propositionspunct helfen. Jncommodum,
daß die subditj in aliquibus locis, nichts haben, nichts behalten. Nota Bene der
überschuß der Steuern den depauperirten zu erlaßen, oder den armen, einzutheilen.

|| [[Handschrift: 101v]]


Die Städte dissentiren. Wollen der depauperirten, nicht über sich nehmen,
noch in die Eintheilung, simpliciter willigen. Werden zu admoniren sein,
zum gehorsam. haftung. præterita, nicht, futura aber, von den Einlö-
sern, zu zahlen. handlung, mit den creditorn, ob sie ½ zinß, wollen
nehmen? undt viel fallen laßen? Compensatio, volles quid, wann
sie es völlig, auf sich nehmen? Noblesse will dieser Schuldt,
gäntzlich loß sein. Bene: wann aber Neẅer Krieg,
oder depauperationes, et casus prorsus extraordinarios vorgiengen,
undt man noch in Vinculo, bestünde, wie man sich, zu Comportiren?
Damit nicht extraordinarius schade endtstehe. Materia casuum
fortuitorum, ist im landtTagsSchluß, 1611 wol endthalten.
Muß manuteniret werden, undt Niemandt prægravirt.
¼ landtSteẅer, oder aber ½ zu desto beßerer aufbringung
der Capitalien, über sich zu nehmen, ist nicht unbillich, Allein,
die impositio collectarum, in unseren handen, zu laßen,
die subditos, nicht allzu rigide zu tractiren. Die casus
reservatos, auf ¼fache, oder höher Debita feudalia. Städte,
1. wollen in communj obligatione bleiben. Non potest fierj. 2. Compensatio
in TrangkSteuer non si può. 3. moderatio der TrangkSteuer non si può. Solten
eher erhöhet werden.


2. Jm Propositionspunct, die EheSteẅren. Jndignitas. Die
Noblesse schlägt die TrangkSteẅren 7000 ohngefehr, vor,
davon iährlich 5000 zun FräuleinSteẅren, ratione præteritorum. Die
übrigen 2000 ThalerThlr: ad alios usus. Parat Mittel. Jnspectio
diligens. 83000 ThalerThlr: ist das quantum, præteritorum der FräuleinSteẅer.
Ergo ein ander nebenMittel, welches ergiebig, zu proponiren, als: || [[Handschrift: 102r]]
vom Aufsatz, auf die landtSteẅer. Doch also, daß man die subditos
nicht vertreibe. Städte, non habent fundatam jntentionem.
Sie förchten perpetuam obligationem. Sollen sich accommodiren.


3. KriegsSchulden. Landtschaft bittet umb richtige liquidation,
undt justification. Alßdann wollen Sie modum solutionis,
vorschlagen. Milagius suadet, ihnen zu gratificiren!


Ratione futurorum, die FräuleinSteẅer, undt casus reservatos.
Solche in posterum, nicht zu vermengen, mit andern Oneribus.
Neben anlage zu verordnen. Erhöhung der Steuer der Adel muß
sich nicht eximiren. Jst verobligirt, de anno: 1611 undt lengst
vorher, auch wegen der Erbhuldigung, lehenßpflicht, alß
redliche leütte, vor andern, gut und blut aufzusetzen.


5. ReichßTagsspesen. Da ist die Quaestio An? richtig. Satisfaction-
gelder, 1158 ThalerThlr: in residuo, weil die CronSchweden, sich
geirret, undt über allen rest quittiret. Landtrentmeister
muß sagen, wohin es verwendet, (alß auch baldt gewiesen!)
Solten die Svecj, den errorem finden, wehre es zu ersetzen.
Vechtische garnison, undterhalt, der landtschaft, auch vorzustellen.
25 Monat, RömerZugk, ist vom Kayser, undt von Chur
Saxen, (mit verwunderung) noch an unß nicht gesucht
worden, wiewol es von andern Fürsten und Stenden, geforderet.
Dieselben, haben sich auch erklähret. ¼fach, wirdt es
schwehrlich außtragen. Zeitt, zu determiniren, wann der
Schluß, ratione effectus, anzufangen.


6. per Deputatos, köndte es sein, Jedoch wehre es beßer, an itzo es || [[Handschrift: 102v]]
zu verfaßen, undt baldt nachm landtTag, zu publiciren. Votum,
zu glügk! undt concordia, auch aufnehmen, des gantzen Landeß!


ObristLeütnant Knoche. Wuntzsch, eher ein zuhörer, alß Rahtgeber
zu sein, in einer solchen wichtigen deliberation, darauf des
gantzen landeß, aufnehmen, oder undtergang, der herrschaft
nutzen, oder schaden, beruhet, zumahl: da er zweene
Stellen vertretten müßte, eines gesampten Rahts,
wie auch eines absoderlichen Rahts, undt Directoris zu Cöhten.


Communicirt Schuemachers bedengken, welcher wegen Peter
Knautts, des Cammermeisters, absterben, verraysen müßen.
Ziehet die Cöhtnische ruin ahn, undt Fürst Ludwigs Sehl-
Votum; daß der Fürsten credit zu maintenieren, wann uns
gleich schaden darauß, endtstehen sollte, die Schulden kähmen
von der Fürstlichen herrschaft her, vornehmlich, ergo: müßten Sie
auch, solche last gerne tragen, undt die Steẅren, nicht hemmen,
vor unsere undterthanen. Jnclination meines herrnvaters
Sehliger wehre auch dieses gewesen, nebst der haftung vor die
undterthanen. Ein Sequester sonst zu beförchten. Wir,
hetten auch wol zweymahl, das alterum tantum an zinsen,
schon bekommen, undt man köndte unß das übrige disputiren.
Der herrschaft beßerung, bestünde auf beßerung, der undterthanen.
Man müßte das landtschaftwergk5, faßen. Eintheilung,
der schulden aber, weil Sie numehr beliebet, undt von mir,
undt von Fürst Johann vor diesem vorgeschlagen, auch numehr || [[Handschrift: 103r]]
approbiret worden, von der landtschaft selber, kan endlich bewilliget
werden, iedoch, 1. in einigkeitt, des adels, undt der Städte. 2. das
die haftung, falle, undt die verdorbenen Communen, relevirt werden.
3. die Patrimonialgelder, der Fürstlichen herrschaft, verwahrt werden.
4. das Steẅerwesen, den Rähten, undt Regierungen, anvertrawet,
auch ein eigener treẅer Mann, darüber, gesetzet.
5. Præterita der retardaten, der hohen Obrigkeitt, anheim zu geben,
zur sublevation der Fürsten undterthanen, ieglichen Antheilß.
6. übermaße in der SteuerRolle, der Fürstlichen herrschaft undterthanen,
zur sublevation. 7. casus fortuitj, recht zu definiren,
wann gantze communen, zu bodem gehen, zur manutenentz.
8. zeitt, a quo dato? von Johannis ahn, weil itzt viel ahsig-
nationes schon angewiesen. 9. Modus executionis, wieder
die Seümigen, undt eingriffe, als anno: 1589 geschehen.
Conformat sese, in realibus sonst, cum Cancellario.


2. FreẅleinSteẅern, mit 5000 daß bereitete.
Jndignitas. Jst zu wenig. Viel mehr, eine erhöhung in trangk-
Steẅren, einen halben heller, auf ein Maß, macht zu Cöhten,
5 ReichsthalerRthlr: oder mehr. Fleißige inspection, per Principes.
Unfleiß der Städte. Compensationes ungültig, auf die bierSteẅren,
außer, waß bene meritis, verschrieben. Den Aufsatz müßen
Sie willigen, ¼ oder ½fach, trangkSteuer[.]


3. Contribution oder kriegesSchulden, zu examiniren. Nebenanlage<Postea vorschläge.>


4. Adel muß sich nicht eximiren. Nebenanlage. Jst obligirt, 1611
Erbhuldigung[,] lehenspflicht, guht, undt bluht, aufzusetzen, vor andern.

|| [[Handschrift: 103v]]


5. ReichsTagsspesen. Der Landtschaft declaration zu erwartten.
Satisfactiongelder. Vechtische garnison. Landttagsspesen.
25facher Röhmerzugk, thut unß 3750 ThalerThlr: ¼fache
anlage. Zu pappier zu bringen. Vicinj, werden durius
tractiret, undt die præterita pericula zu ponderiren.


6. Gesindeordnung. Schlegel, mit einem auß ieglichem
Antheil. Tax. Landeßordnung. handtwergker, haben
zu viel äcker, undt brawhaüser. Votum, gratulatio,
zum wolstande, Concordantz, undt fælicj eventu, dieses landtages.


Freybergk. Conformat sese. haftung. Privatabsehen.
Keine Neẅerung. Abführung, in den 30 20 15 iahren,
die 83000 ThalerThlr: die ½ heller anlage. Keine instruction.
Accisen. Dubitat. Wegen der artificum, denen zu benehmen,
otium, agriculturam, et coctionem Cerevisiæ.


Gehse. Klaget, über die ruin Sandersßleben, undt Freckleben.
Dann Deßaw, undt Wörlitz, kan noch aliquid. Knoche hatte
auch, eben so sehr, über Niemburgk, undt Warmstorf, geklaget,
wie ich über Bernburgk. Accisen. conditiones.


Doctor Mechovius. Abgang an LandtSteẅren, in Bernburg[.] Leges socie-
tatis TranckSteẅer zu Bernburg mir zu laßen, undt von dem
residuo der 2800 ThalerThlr: die helfte, der Stadt, undt Amptt, inne
zu laßen, ohne difficultet, zue recolligiren. PatrimonialSchulden.
Da mir Landt, undt TranckSteuern verschrieben. Revers, da weittere
verheerung vorgienge, und ich nicht daß meinige exigiren köndte,
meine iura, mir zu reserviren, vermöge in handen habender obligation, || [[Handschrift: 104r]]
vor, wie nach. Völlige zinßen, der Fürstlichen patrimonialeviction, zu exprimiren,
in des Adelß bedengken.


Caspar Pfaw. Fürst Friedrichs meynung, undt jnteresse, in gesamptt. Tertia pars
den verarmten vom residuo, Landt: undt trangkSteuern ahnzugreiffen.
Die trangkSteuer der herrschaft zu laßen. Nach tilgung der Schulden,
eine neẅe verfaßung.


Doctor Schrigkel. Exemptio Buraw, quod faciendum? Bürgliche
Schulden. Künftige subdivisiones vermeyden, auch in Freẅlein-
Steẅren moderation zu treffen. Conformat sese, in reliquis.
Will, man soll das quid der EheSteuer determiniren, in posterum.
Dissuadirt den avantage, dem Bernburger Antheil; postea leßet
er nach, der Stadt Bernburger BierSteuer weder ziel, noch maß.


Hacke. Privilegiata debita, zu separiren. Eintheilung
Fürst Augusti patrimonialschulden. Considerable. Difficultirt, die
Conditiones. Jura Collectandj unß zu reserviren. Feüda mascu-
lina, wegen der Steuern nicht erblich zu machen. ¼ trangkSteẅer.


Licentiat Keppe. Conformat sese, 1. Fürstliche Schulden, auf die Stedte
2. der überschuß der Fürstlichen herrschaft zu guhte, 3. die resta der Fürstlichen herrschaft
gleichßfalß zu guhte. 4. Jeden orts, Fürstlicher herrschaft, eine Neẅe
ahnlage, gleichmeßig dem Contingent der Steẅern, dann manche
seindt geringe beleget. Wehre in effectu, eine Revision.
5. Casus fortuitos, zu verwahren, wenn eine Commune zu grunde
gienge. Gymnasium zu Zerbst, hat in die 10000 ThalerThlr: zu fordern.
Die Communitet, in die 1000 ThalerThlr: obs nicht in die BierSteuer zu nehmen?
Brambach wehre zu hoch beleget, moderatio gesucht. Stadt und Ampt
Bernburgk, wehre in consideration zu nehmen, wegen der ruin, undt Patrj-
monialSchulden, in erlaßung, der tranckSteẅren. Onera haften auff
den gühtern, Communis obligatio. Keine Moderatio der bierSteuer zu admittiren. || [[Handschrift: 104v]]
2. EheSteẅer, die præterita betreffend machen 83 mille ThalerThlr: das quantum
der 5000 ReichsthalerRthlr: zu erhöhen. Accise aufs bier, zu schlagen, trift die
Städte alleine. Das Onus müste durchgehen, auf krähmer, Fleischer. et cetera
nicht aufs bier alleine, undt sie zu befreyen darvon, wann 83 mille abgeführt[.]
3. jnformation darvon, den Ständen einzubringen.
4. Nobilitas nicht exempta. Verbindung durch den landtTag, de
anno: 1611 insonderheitt zu den casibus reservatis.
5. Conformat sese. 6. Jdentidem. Terminus anni Venturi,
sit Terminus Johannis, (Deo dante) Modus executionis, wie proponiret.


Paulus Ludwig. Das Bernburger Antheil hette sollen nur 107000
ThalerThlr: capital, zur Eintheilung, haben, nun bekömpt es 12600 ThalerThlr:
welches die laßt, sehr erhöhet. Überschuß der 28000 ThalerThlr: halb
zu begehren, unsere TrangkSteẅren aber gantz. Also wehren
1400 ThalerThlr: vom überschuß, abzuschreiben, dem Amptt und Stadt Bernburgk
waß sol die Ritterschaft vor Capitalia auf sich nehmen, ohne
abbruch der Patrimonialgelder, wehre zu fragen. Resta
der Steẅren, gegen die zinßen, zu halten, undt gleich aufgehen zu laßen.
Erhöhung der bierSteẅern, schregket die Außwärttigen, dörfte
nicht practizirlich sein. Nach dem Steẅerquid ein ¼ quid anzulegen,
oder der herrschaft, anheim zu stellen. Votum zu aller wolfahrt!


Fürst Hanß. Verweiß den Städten <zu> gegeben, daß Sie sich von dem
Adel, getrennet. Reversallen zu Bernburg wehren unnöhtig,
sondern unicuique zu versprechen. Vfsatz den Städten, zu dictjren.
¼ dem LandtAdel. ¼fach, nach der rolle. Jndictio Collectarum
gebühret unß, undt wie die Antheil gegen einander,
gestanden, auch noch stehen? Wüste orth, zu consideriren.
Bernburg elendt. 1000 ThalerThlr: BierSteẅer, auf gewiße zeitt
ihnen zu gönnen. Patrimonialposten, in die Städte, zu || [[Handschrift: 105r]]
nehmen. BierSteẅer, trift exteros mitt. Straft den Landtmann
mitt. Taxordnung, bey der Landeßordnung, zu erinnern.


Fürst Christian. Conformirt sich mehrentheils, mit seinen consiliarijs,
iedoch führet er alle puncta wol auß, undt sagt seine opinion!
Suadirt daß nützlichste, beobachtet darbey, sein, undt seines bruders
Fürst Friedrich jnteresse, undt daß man noch eine umbfrage halten möge,
cum devota gratulatione, zu endigung dieser consultation,
undt LandtTage.


Fürst Augustus, ist Devot. Wüntzschet gute vertraẅligkeitt, undt den
EigenNutz, zu meyden. Percurrirt unsere Meynungen. Approbiret
die umbfrage, so nach dem eßen, zu halten.


Darauf hat man zue Mittage, gegeßen, undt zeittung
gehabt, wie hertzogk Wilhelm zu Weymar, in gefahr, gewesen,
in dem ein toller Student6, von Jehna, vor seine Stube zu
Weymar, mit geladenem pistol, undt mit aufgestrichenem
hehnen, geritten, undt kurtzumb hinein gewoltt, die pistole
in der handt, haltende, undt einen trabanten niederschla-
gende, welcher ihn hinein zu kommen, abgehalten, darüber
zweene pagen, den kerll noch übermeistert, undt
mit Mühe, hinweg gebracht. Er hat darauf gedrungen,
Man sollte ihn hinein, in die tafelstube laßen, (da eben
hertzogk Wilhelm, mahlzeitt gehalten) dann er hette ihm
etwaß sonderlichs anzuzeigen, die pistol also fertig, in der faust haltende!
Aber man hat nicht trawen können. Gott lob! der ihn
vor solchem abentheẅer, behütet.


Avis: daß der Pfaltzgrave von Neẅburgk, unerachtet
des neẅlichsten krieges, undt Landeßverwüstung,
von seinen Jülichischen Landen, 100000 ReichsthalerRthlr: zur Rayse,
nach Regenspurgk begehret. perge

|| [[Handschrift: 105v]]


A Meridie. Cantzler Milagius. Ad 1. die Sachen genungsam
zu verwahren, wegen der haftung, casuum fortuitorum, undt Patri-
monialgelder. 2. Eintheilung acceptirt, darzu daß collegium der
Städte, noch zu disponiren. 3. der Ritterschaft, undt Städten,
zu bewilligen, soweitt es in der herrschaft mächten, stehet, dann
Man keinem Creditorj, wieder willen, sein ius quæsitum
nehmen kan. ObristLeutnant Knochens erinnerungen, darbey, zu at-
tendiren. 4. Wegen Freẅlein, undt casuum reser-
vatorum, die ¼fache, undt ½fache, nach gelegenheitt.
hierinnen allen mitteinander, ist man fast einig.
Man discrepiret aber, in Nachfolgenden: 1. wie man sich,
gegen die eximirenden, zu bezaigen? als Buro, Brambach,
2. verzinßung, in milden Sachen, kirchen, Schuelen, Gymna-
sij prætensionen, stipendia & cetera betreffend[.] 3. Wie zum abtrag
der Capitalien, in gewißer zeitt, zu gelangen?
4. Wie es mit der sublevation der Stadt Bernburgk,
wegen ihrer großen ruin, zu halten? 5. Auffsatz bey
der noblesse undtersaßen, recht einzurichten.
6. Überschuß an den LandtSteẅren, 2800 ThalerThlr: ein-
zutheilen.


Ad 2. et 4. Ob? undt waß? auch wie? undt wann?
den Städten, ein aufsatz anzumuhten, in ansehung, die
tranckSteẅren, mit den Schulden, nicht graviret werden.
2. wie dei Fürstliche Herrschafft, sich auf den punct, welcher wegen
der subDivisionum, gereget ist, zu erklähren, undt undter
sich selbst, zu faßen? 3. Ob? undt wie? die neẅe anlage, wegen || [[Handschrift: 106r]]
des aufsatzes, ratione der abgehenden, undt Unvermögenden,
jtem: der casuum reservatorum, undter den Amptßundterthanen,
zu machen?


Ad 3. 1. wie die liquidationen der Landtschafft, außzustellen?
undt die Sache zur Commission, zu verahnlaßen? 2. was vor ein
Modus solutionis, darbey, zu halten?


Ad 6. wie es mit dem Tax, der handtwergkßleütte zu halten,
undt mit der Landeß: undt Polizeyordnung, ahnzustellen?


Diese Discrepantzen nun zu conciliiren, Votiret Milagius:
1. die Eintheilung, auf Buro zu machen. Succumbirt man im proceß, hats
die Landtschaft billich zu gelten, wie auch, über Brambach, die Landschaft
zu hören. 2. die Causæ piæ, recht zu verwahren, undt völlige
zinßen geben. 3. Man widme die Steẅren darauf, daß man in 10
iahren, den dritten theil, der capitalien, mit ½fach, oder ¼fach
ablege, undt abstatte. 4. Bernburgk_amt, nicht außer Commiseration
undt Consideration zu laßen. Die landschaft, mag in genere
auf zulangende media, gedengken, wo nichts zu erfinden,
können wir ihnen, media suppeditiren. 5. Aufsatz, so
der Adel, seinen undtersaßen thun [w]ill, muß nicht lucrj
causa, geschehen, Sondern, auf das Capital der subditorum
nur, eingerichtet werden, cum consensu Principum,
undt mit derer inspection, undt Direction, weil ihnen,
die jura supioritatis eigentlich competiren. 6. die
2800 ThalerThlr: begehret zwahr Bernburg halb. Man wirdt aber
auch, daß abgebrandte Roßlaw, item: Sanderßleben, Fregk-
leben, Niemburgk, Warmstorf, als ruinirte Empter,
gleichßfalß consideriren müßen, undt aufhelffen.
Jn genere es an die Landtschafft, zu bringen. Jn specie aber
die eintheilung, undter und Fürstlicher Herrschafft, zu reserviren.

|| [[Handschrift: 106v]]


Bey dem 2. und 4. leise zu gehen 1. weil man die Städte gewinnen,
undt nicht terriren muß. 2. nobiles nichts darvon melden. 3. weil
im kriege, die größeste laßt, über die Städte, gegangen.
Conformat mit Fürst Hans. 2. die subdivisionen anlangende, ihnen
kurtz zu antwortten, wir wolten ihn schon wißen reiflich
zu bedengken undter unß, Sie mögen, die ihnen undtergebene
Sachen, vornehmen. Acta, de anno 1647 aufzusuchen, da man
sich zimlich weitt heraußer gelaßen, dieser wegen.
Suadet: wir möchten ahn itzo, diesen punct undter unß faßen.
3. der Neẅe Aufsatz, wirdt in genere unß reservirt,
die billigkeitt zu observiren, die Communen darüber, zu
hören, undt übers contingent, nicht zu schreitten.


Ad 3. die liquidationen abzucopiiren, undt zu über-
geben. Findet sich mehr, es nachzugeben. Modum
solutionis, sol die landschaft berahten, iedoch, zu unserer
Determination, stellen.


Ad 6. der arme LandtMann, wirdt gedrückt.
Jn genere, der landtschaft, zu recommendiren, undt auf
eine Deputation, zu stellen, damit die Landschaft
spesen, wegen verweilung, nicht allzugroß.
Schriftlicher aufsatz, wirdt in allem, mehr licht geben.


ObristLeutnant Knoche. Protestiret wegen Cöhten, leßet seine
Protestation, ad acta legen. Jn uniformibus nichts zu repetjren[.]
Discrepantzen, zu deduciren. Buraw ist anno 1589 nicht in der Steẅer
rolle, gewesen. Wegen Brambach, muß Fürst Hans mit Fürst Johann Casimir sich vergleichen.
33000 ThalerThlr: piæ causæ, 3. ½fach klaget Niemburg[,] Güsten. Conformant
Freybergk, Gehse. Doctor Mechovius. Caspar Pfaw. Doctor Schrigkel. Hacke. Keppe.
Paulus Ludwig. Fürst Hans. Fürst Christian. Fürst Augustus concludit interim.

|| [[Handschrift: 107r]]

Donnerstag den 4ten: November 1652.


Jn die kirche, cum mit Fürst Johannsen, undt Fürst Lebrecht, auch mitt
Carolo Ursino, eine gute predigtt, des Raumerj, Superintendenten
allhier zu Deßaw, von der Erwehlung, ahnzuhören. Gott wolle die
Jrrenden, bekehren! undt auf beßere wege, leitten, undt führen!


Postea: habe ich, Meinen vetter, Fürst Johann Casimir, besuchtt,
undt Jhre Liebden nach gelegenheitt dero itzigen zustandeß, zimlich dis-
ponirt befunden. Gott helfe ferrner, zu Segen! undt gedeyen!


Die landtschaft, hat gestern, gegen abendt, Mich, undt Meinen
vetter, Fürst Johannsen Liebden bitten, undt ersuchen laßen, undterthenig,
wir möchten unß doch noch, eine kleine zeitt, gedulden, undt nicht
so sehr von hinnen, weg eilen, biß etwas die schwehren obliegen
beßer elaboriret, gebracht werden möchten, dann Sie hatten
gehöret, daß wir verraysen wollten. So bittet auch herrvetter
Fürst Augustus, gar sehr, umb unsere assistentz, undt gegenwart,
es dörften sonst mehr andere, von hinnen weg eilen. perge


Jn der Processache, mit Kohlmann, habe ich müßen
einen Ahnwaldt, im Cammergericht zu Speyer, bestellen,
nemlich: Doctor Jonam Eucharium Erhardt. Gott gebe!
das ich dieser losen händel, entlediget werde, undt
solches proceßes endthaben, der lose wiedersacher
aber, undten liegen müße!


Justus es Domine; et justa sunt judicia tua!7 perge
Domine, in Viis tuis, fac, ut vivam! perge

|| [[Handschrift: 107v]]


Postea: mane, raht gehalten. Der Ritterschaft erklährung, ist ab-
gelesen worden, darinnen Sie unß dangken, vor unsere vorsorge,
erklähren sich zimlich, von wegen der ReichßTagsspeßen, undt
begehren aber zuvorn, die außarbeittung, des ersten proposition-
puncts, darauß die Media, zu den Nebencollecten, zu nehmen.
Städte erklährung, wahr etwaß kaltsinniger.
Sie wollen nichts bewilligen, noch schuldig sein. Steẅer
Retardaten. Simulachra voriger kriegsContributionen.
Keinen Neẅen aufsatz leiden. Begehren, vorhero, ehe sie Sich,
im geringsten, erklähren, die erledigung ihrer Gravaminum.


Cantzler Milagius. Resolution, auf die einkommene bedengken
schriftlich zu geben. Verweiß den Städten, wegen ihrer disunion.
Erbiehten der capitalien, des Adelß, wirdt mit dangk acceptirt.
Die vier hauptStädte, werden ermahnet, zu abtrag der
Capitalien. Jn den Aemptern gleichßfalß, dahin zu ver-
wenden. <mit cautelen, alß:> 1. Unio. 2. Patrimonialschulden, ohne verrügkung
der obligation, ihr ferrneres guhtachten zu vernehmen.
3. Vinculum cessirt, nach total ablegung, iedoch, mit bedingung
casuum reservatorum. 4. Bernburgk kriegsschäden, undt
ruin, in consideration, zu nehmen. 5. Bürow, auch exteros, so
sich von den Steẅren, eximiren wollen. 6. Creditores, zinße
undt lose halben, auf billiche weise, so viel wir können,
iedoch, in piis causis, das gantze vollkommene zu verzinßen.
7. Compensationes, der Städte, so wol alß des Adels, 8. Retardata
in LandtSteuern dem publico, zu guhte. 9. auf die LandtSteuern zur über-
tragung, undt sublevation, ein ¼fach, undter unserer in-
spection. 10. Tributa, ein onus auff den gühtern. 11. Mit auff- || [[Handschrift: 108r]]
geschwollenen zinßen, die SteẅerRetardata zu vergleichen.
12. zu bedengken, wann die Creditores, nicht zufriedena, wie die
sachen, alßdann ahnzugreiffen? 13. den Steuern der vorzugk vor
allen anderen jntraden, zu gönnen, undter unserer jnspection.
14. das Tempus, a quo, zu definieren?


Ad 2. TranckSteuer herzugeben, ohne difficultet, weil so
nicht perpetuirlich, daß præteritum quantum ist 83000
ThalerThlr: noch eine zulage zu bedengken.


Ad 3. ist eingerügkt, wie gestern, geschloßen.


Ad 4. erhöhung, durchgehends, in casibus reservatis,
darzu der erste ¼fache, aufsatz, nicht zureichet.
Darnach, nach ablauff der 83000 die Trancksteẅer,
zu nehmen. Sollen sich beßer besinnen. Waß sie subdi-
visiones ahnlanget, darauf werden wir Fürsten, unß
bedengken können, ohne ihre ziel, undt Maßgebung.


Ad 5. ReichsTagßspesen, anlangend ist dem Adel zu dangken,
daß sich derselbe noch in etwaß erklähret. Die Städte
hingegen, zu censuriren, das Sie sich, nicht beßer ahn-
greiffen. Die übrigen membra, wie herj, geschloßen.
Neẅer Aufsatz.


Ad 6. Deputation, wegen der Landß: undt handtwerckerord-
nungen, zu machen. Schluß, zu befördern.


Obristleutnant Knoche. piæ causæ zu specificiren. Bey Bernburgk, abtragung
Güsten, undt Niemburgk, iedoch nicht viel kosten. 100 ThalerThlr: iährlich.
jnspectio der Fürstlichen herrschaft, undt genawere aufsichtt, über die tranckSteuer
bürgliche Schulden. Modus executionis auch der landschaft zu proponiren,
contra opinionem relinquorum. Dringlichste solvenda auff 30 mille thaler.
Freybergk, allegirt Sandersleben. Freckleben, conformat sese in reliquis.

|| [[Handschrift: 108v]]


Doctor Mechovius. Pfaw. Doctor Schrigkel. Hacke. Licentiat Keppe.
Paulus Ludwig. Reden alle ihr bestes, undt es wirdt auch
Roßlaw, wegen des brandts, in consideration genommen.
Darauf hebt sich eine starcke contestation
zwischen etzlichen ahn, Jnsonderheitt, zwischen mir,
undt Obristleutnant Knochen, welcher der Bernburger ruin, die
iehnige so zu Güsten, undt Niemburg vorgegangen,
compariren darf, undt mit vehementz, daß Cöhtnische
vorgegangene, defendirt. Jch habe ihm aber auch, oppo-
niret, waß ihm, zu opponiren, nöhrig gewesen, undt
den großen undterscheidt, (den er nicht attendiren wollen)
gezeiget. Endtlich, ist geschloßen worden, (auf mein
erinnern), daß man, in deme man, mit der Landtschaft an-
noch zu tractiren, auß ieglichem Antheil, ein 300 ThalerThlr:
aufbringen sollte, zwischen dato, undt dem ReichßTage<mittwoche>
zu unabwendtlicher forthsendung, unserer Gesandten,
auf den ReichßTag, welche Summa alsobaldt von der ver-
willigung, wieder zu nehmen!


(Nota Bene Nota Bene Ein ieder herr, ist billich, in seinem eigenen Antheil,
so absolut, alß ein Reichfürst sein kan, undt behelt billich,
seine jura superioritatis in dem Seinigen, wie auch in sonder-
heitt, die jura collectandj. Alhier aber, da wir gleichsam
in jure societatis sein, undt keiner über den andern, viel
weniger, über seine subditos nobiles & ignobiles, zu herr-
schen vermag, muß man tractiren, und gelinde verfahren. perge)

|| [[Handschrift: 109r]]


Gegen abendt, habe ich wiederumb, meinen vetter, undt Schwager,
Fürst Johann Casimir besuchtt, undt Jhre Liebden zimlich disponirt befunden. Gott helfe ferner!


Vorm Abendteßen, hat mich, Fürst Augustus, in meinem logis, besucht.
Postea: habe ich zu Abendts, die Beampten8, mit Steẅerbefehlichen,
abgefertiget, so wol, die Andreæ Steẅer, zur tilgung der
Landeßnoht, alß die heüttige <destinirte> Summa, zur legation, nacher Regenspurg
zu anticipiren, undt mich, zu liberiren.


Meine Schwester, die Fürstinn, alhier zu Deßaw, habe
ich auch besucht, undt vertrawliche Communication, mit
Jhrer Liebden gepflogen. La Duchesse de Curlande9 luy a confiè, üne chose cachèe!
a quoy Dieu vueille ottroyer sa sainte benediction, & tout bonheür.


La Princesse de Plötzkaw, s'en va demain, avec ses filles10,
estant indisposte, d'üne toulx. Dieu la Vueille recontuire,
hereüsement!

Freitag den 5ten: November 1652.


Nota Bene Nota Bene Societas Leonina. Hier, come ie contestay, avec le LieutnantColonel
Knoche, vehement, le Prince Auguste avec douceür, me contraria neantmoins,
au lieu de m'assister. On ne veüt nüllement considerer, mès souffran-
ces, et comme i'ay estè deux fois, en ma residence mesme, pjllè, saccagè
ruinè, destituè, de tous moyens? mes mestairies brüslèes, moulin
gastè, villages ravagèz, et toutes fois onerè de contribütions.
On accompare de meschans bourgs, a ma Ville Capitale, comme, si les
piéds d'ün autre, estoyent aussy bons, que ma Teste? Je scay
bien que le Prince Auguste et d'autres, ont eü des bonnes recompences, de
l'Empereur[,] de Gallaas, de la Ville de Quedlinburg[,] de Wittembergk[,]
partie, en argent comptant, partie en blèds, & ie n'ay rien eü.
Le Prince Prince Auguste a aussy receü, de Gohta, & de Lignitz bonnes sommes.
Cependant, il m'osa objecter, ich köndte mich nicht schigken in die Sachen, item:
la pünition de Dieu, au lieu de consolation, et l'opülence de Ballenstedt miserable. || [[Handschrift: 109v]]
et ruinè en ses villages, par la guerre, aussy bien.
Jl m'osa aussy objecter, in pleno parmy tant de Monde,
& mesme parmy dès Conseillers <asséz> estrangers: Que feü Son Altesse
Monsigneur mon Pere, de bonne mémoire auroit participè aux invasions dès Tri-
büts, aussy bien, que les autres Princes, sès freres, et
qu'il m'avoit fait voyager, de cest'argent. Je replicquay:
Que Son Altesse avoit estè trop sincere, & point addonnè a son
gain, ayant l'ame trop heroique. Quant a mès Voyages,
Son Altesse avoit reçeu, tant dès tonnes d'or, de France, (meri-
tèz par le trenchant de son èspèe, & par son sang) qu'il
n'avoit eü que faire, de se soucier, de ce chetif argent,
dü pays, quoy qu'a luj, aussy raysonnable, qu'a d'autres.


Je trouvay fort èstrange, que le Prince Auguste commença a
titüber, en ün Discours, á part, m'osant dire: Qu'il
estoit fort en peine, d'avoir changè la Religion[,] qu'il voyoit,
que nostre estat, periclitoit par là, & qu'il falloit
prendre garde, a ce qu'on auroit a faire, monstrant
non seülement üne grande dèsfiance, mais aussy,
ün repentir, de s'estre changè, & quelque volontè
a retomber dans la boue. Dieu l'en preserve, & le
conforte! Ces irresolütions, me font herisser les
cheveüx! Dieu nous Vueille assister puissament!


Diesen Morgen, ist der Landtschafft abermal eine Schrift
eingegeben worden, sich darauf zu erklähren.


Les luthériens brassent dès menèes, pour obtenir dès
Eglises, en toutes le villes, et mesmes aux bien dès
Nobles, mais il se fauldra opposer a cés machinations. || [[Handschrift: 110r]]
Le Prince Auguste cerche, a avoir Gernrode, en hereditè, quittant
pour cela, üne quantitè de deniers Matrimoniaulx, si on veüt?
mais ie n'ay pas encores acconsenty, en ce prejüdice!


Le Lieutenant Colonel Knoche, a incontinent apres la contestation
hesterne, senty dès douleürs, de la gravelle, et s'est retirè.
Mais ce matti<ces gens> continüent en leurs opinions, nonobstant
qu'ils voyent les fleaux de Dieu.


Vormittags, wirdt der punctus, desideriorum sive Gravaminum
vorgenommen. Cantzler Milagius. Ex actis, ex observantia, ex publicis
comitiis, allenthalben herkommens, bey neẅen impositionen, auch Gra-
vamina, vorzubringen, denen abzuhelffen. Solches, solte Man
nicht frembder finden. Gravamina wehren publica, & Privata.
Die Publica seindt in den eingekommenen Schriften, begriffen.
Die Privata, in privatschreiben, endthalten. Die Publica
erstlich vorzunehmen, sich nicht zu obruiren. Publica beruhen:
1. in Ecclesiasticis. 2. in Politicis. 3. in Oeconomicis. Ad 1. bittet
die landschaft, einen freundlich gühtlichen vergleich, zum freyen exercitio
Religionis. Die Städte wollen in Ecclesiasticis undt Religiosis, bey
dem hehrkommen, geschützet werden. Er Milagius æstimirt der landschaft
bitten, helt es rühmlich, nöhtig, undt nützlich, darumb, weil
Sie den gühtlichen vergleich, vor ein dienlich Mittel achten, undt
aller weitterung, vorziehen, keine spaltung, suchen, sondern friedlich
leben wollen. Nützlich und nöhtig ists wann eine Edle sache, als die
religion ist, undt so eine theẅre sache, conservirt, vergebliche
disputationes, auß dem wege, geraümet, liebe, und vertrawen,
zwischen herren, undt undterthanen, stabiliret wirdt. Räht, undt
bittet, umb so beschaffenen gütlichen vergleich, zum wolstande
der herrschafft, undt undterthanen. Diese Materia ist important,
undt nachdencklich. Die landschaft in genere, zu vertrösten, wir wollen || [[Handschrift: 110v]]
uns, diese Sache, recommendirt sein laßen, undt inß künftige,
den vergleich befördern. Das andere membrum dieses puncts
ist das man Sie schütze, bey deme, waß herkommens, wie es
bey andern vicinis, auch nicht ungebraüchlich.


Appendix, einer eingelangten Schrift, der Superintendenten
undt inspectorn11, dißeit der Elbe, einer nöhtigen Sache,
welche zugleich, zu deliberiren, undt zu resolviren.
Klagen, über die endtheiligung des Sabbaths, des Epi-
curischen lebens, undt haltung der iahrmärckte
an Sonn: undt FeyerTägen.


Cantzler Milagius. Gott die ehre zu geben. Ein durchgehendes,
zu beschließen. Gottes Segen, zu behalten. Mißbrauch des Sab-
bahts, kömpt von beyden, undt von Unchristen, her.


ObristLeutnant Knoche. Desideria seü gravamina Ecclesiastica[.] Räht zum gütlichen
vergleich, in negocio religionis Schützung bey dem herkommen.
Appendix. Dem Scandalo, des Sabbaths, zu wehren.
Cassatio der iahrmärckte an ☉tägen. Fürst Johann Casimir zu hören.


Doctor Müller. Räht zur einführung der gleichheitt. Freybergk,
Doctor Mechovius, Pfaw, Doctor Schrigkel, Hacke, Licentiat Keppe, Paulus Ludwig,
confirmiren sich mehrentheilß, außer was Schrigkel,
von der religion anzeücht, undt vom iure superioritatis,
undt von den landtagßabschieden, undt liberteten.
Die Päbstler, hielten keine Pacta, wie Pfaltz Neẅburg undt andere
erwiesen, wann gleich Cæsar, die pacta confirmirte. Man
hette sich, in vorigen LandtTagsreceßen, vorbehalten, die hoheitten,
undt unß die hände, in unserm Ampt, nicht binden zu laßen.


Stadt Zerbst, wolte Fürst Johann Casimir ziel, undt maße setzen. Religion
wehre eine kitzliche sache. Köndte auch, die Lutheraner zu Zerbst,
in dero Gewißen, nicht übereilen laßen, die regalia nicht || [[Handschrift: 111r]]
vergeben. Wegen der iahrmärckte, hette sein herr, schon anordnung
gemacht, alleine, man köndte die Privilegia Cæsaris darüber gege-
ben, nicht verwenden, noch umbstoßen. Zerbst darüber zu hören.
Aufm ReichßTag, dörfte es auch vorkommen.


Licentiat Keppe, conformat sese. Jn religionssachen, zu rahten,
eximirt ihn, seine bestallung, bey Fürst hanßen.


Jahrmärgkte anlangend[:] en cela il est entredeüx, pour la
diversitè des lieux, blasmant l'abüs neantmoins.


Fürst Augustus interrumpirt, vom verstandt, der LandtTäge.


Fürst Hanß. Vergleich in Religiosis undt vom Pabsthumb, zu terriren,
durch loßzahlung, jhrer jurament, undt privirung
der lehen. Suchet gleiches exercitium, auf erinnerung
Hertzogk Ernsts. hielte die Religion, nicht vor ein gesamp-
tes wergk. Jn spetie, herauß zu gehen, waß ein ieder
desideriret, alßdann des modj halber, einzurahten.
Friedtliebenheit. Quaestio An? ohne Difficultet, bey ihm, Fürst Hans
Geistliche Conscientzrähte anlangende, approbirter dero
erinnerungen. Alle <½> iahr würde bey ihm, abgelesen, wie
an den ☉tägen, alle Prophanation zu Zerbst, einzustellen,
bey Strafe. Atheismus würde dadurch veruhrsacht.
Jahrmärckte anlangend will es versuchen, nach gelegenheit
der zeitt, undt die predigten, nicht einzustellen, wenn
es den ☉tag nicht zu endern?


Fürst Augustus. Regula certa. Nota Bene Privata werden endlich
zu Publicis gravaminibus, wenn man nicht hören, noch
iustitz thun will? Quaestio An? richtig, wegen des vergleichs
in der Religion contra Discordes. Eine kirche zu Zerbst, wehre Fürst
Hanß, gelaßen worden, iedoch, mit reservat. Bittet umb freundliche || [[Handschrift: 111v]]
Concession, zur einigkeit animorum, undt zum exempel
der nachfolge subditis. Man hette ihm Fürst Hans die Schloßkirche
zugelaßen, umb Concordiæ willen.


Von der landschaft zu vernehmen, waß vor ein Medium
zum vergleich, endtliche desparation, zu vermeiden,
sampt anderen confusiones. Difficulteten, bey der Geistlichen
erinnerung. Quod omnes tangit; ab omnibus debet
approbarj! Noch eine Umbfrage:


Cantzler Milagius. Gravamina werden bey allen
conventen, vorgebracht. Publica resolviret. Die
übrigen, an iede Fürstliche herrschaft verwiesen, Sintemahl
endtlich ex publicis, wol privata werden können.
(Nota Bene mais quj est nostre jüge, ou süperieur? Par in
parem, non habet Jmperium!) Quaestio An? seye richtig.
Der orth alhier, undt die zeitt, ist zu enge zur decision.
Über dem modo, müste man, die landschaft hören, nach den
receßen. Jn hac Quaestio auch zu sehen, was zu Münster, undt
Oßnabrügk, abgehandelt? in einem eigenen § in puncto der
Geistlichen gühter, undt religion, unvorgreiflich. Die
Regula de anno: 1624 ahn, sol nur die Päbstlichen undt
Evangelischen controvertenten binden. Der Schluß wirdt
uns wol vor dem Pabsthumb verwahren, zusammen haltende.
Die geschwinden proceß, des vorigen Seculj, sein gemildert.
Principum successores, seindt die Religion undt pacta Paterna
zu halten, schuldig. Tägliche erfahrung, weiset, das die || [[Handschrift: 112r]]
Religion verenderung, daß mit den Fürstlichen successoren, auch die Subditj
endern müßen, mit sich bringet. Solche schädliche regul wol
zu temperiren, seye rühmlich, nützlich, et cetera Daß andere
Membrum anlangend die Städte selber zu vernehmen, wie sie in religione
die clausulam verstehen, de anno: 1611? Die Anima solches
verstandeß, ist: weil die Ritterschaft viel gesteẅert, undt
sich so baldt inß brodtbrechen, nicht schigken können, darzu
die Städte doch daß meiste contribuiret, welche reformirt
gewesen, alß hat man etwa in jure episcopalj, conniviret.


Jahrmärgkte betreffend ist undterscheidt der örther, nach gelegen-
heit zu dirigiren, undt den Mißbrauch, nach erinnerung Eccle-
siasticorum abzuschaffen. Mit der Landschaft darauß zu commu-
niciren, wehre unnöhtig. Jst in keine proposition, kommen.
Stehet bey der Fürstlichen herrschaft, ahnordnung. Kan a part,
vorgenommen werden.


Doctor Schrigkel. Dissentiret, in Religionssachen. Saget: die andere religion
wehre nicht observirt, anno: 1611. Reliqui conformant sese
in reliquis. contradicunt autem, in diesem.


Fürst Hanß. Streẅet crabrones ein, accommodirt sich doch,
cum sanioribus, in aliquibus.


Fürst Augustus, will, man solle die Stände stärgken, darinnen,
das Sie ihre Gravamina, eingegeben. Jst froh, das man einig
ist, in haüptSachen. Pontificij wollen: wer changirt, sol an E-
vangelischer seitten, die subditos laßen, an Päbstlicher seitte aber,
wollen Sie daß contrarium, undt Sie Päbstisch haben.
Den vergleich, der landschaft zwahr vorzutragen, doch inß
künfftige, undter unß, von den ingredientzien, zu reden.
JahrmarcktSache, köndte auch, a part, vorgenommen werden.

|| [[Handschrift: 112v]]


A Meridie, nach der malzeitt ein stündlein pausiret.


Postea raht gehalten. Da seindt die von der Landschaft
übergebene gravamina, in Politicis, seü Regimine se-
cularj, undt in Oeconomicis, auf die bahne, gekommen.
1. Bitten sie umb gute vertraẅligkeit, undt Einig-
keitt, inter nos ipsos, thun gute wüntzsche darzu!
2. Bitten Sie umb erlaübnüß, umb des bonj Publicj
willen, wann Sie wollen? conventus zu hallten.
3. Landeß: undt Gerichtsordnung, zu reassumiren,
zu verbeßern, undt auf gewißen fueß, zu setzen.
4. Die gebühren in Proceß:Sachen, taxiren, moderiren,
undt exceß abzustellen. 5. Cantzeley: lehenwahren,
undt dergleichen, zu restringiren. 6. denen, so
gerichte haben, die Prima instantia, undt auch
in evocationibus der zeügen, oder sonsten, zu laßen.


Cantzler Milagius. 1. daß votum seye christlich, undt gut
gemeinet. Addiret, daß seinige guthertzig, undterthenig.
2. Ein zimliches moderamen, darinnen zu gebrauchen.
Der Engere, undt größere Außschluß, hat seine gewiße
verfaßung, im gemeinen Schuldtewesen, undter der
Aufsicht, undt mit vorbewußt, des Oberdirectoris
Unnöhtige, undt zur weitterung dienliche Conventicula
einzustellen. Die offentliche convent, auf LandtTägen,
stehen bey den Fürsten. 3. Revision, verbeßerung, in den
Cantzeleyen, hochnöhtig, Sonderlich: wegen einer neẅen || [[Handschrift: 113r]]
publicirenden landeßordnung. Weil aber darvon, auf dem
ReichsTage, deliberiret wirdt, kan man den Reichstagsschluß er-
wartten, undt waß practizirlich, hieher appliciren.
4. Mangelt die specification, wo solches geschicht, alßdann
(nach befinden) zu remediiren. Die heiligkeitt der justitz, daß hohe
Amptt, der Regenten, die wolfahrt der Undterthanen, dependirt
darvon, damitt die justitz, nicht verkauft werde. 5. Jn
disem punct, müßte beßere erleütterung sein. Waß aber
die lehenwahren betrifft, das man keine renovation suche,
wann einer vom Adel, schon einmahl beliehen, bey fällen.
Jst den Rechten ungemäß, Stehet noch zu erwegen, undt
zu erleüttern. 6. Bey der prima jnstantia beßere Decla-
ration. Nirgends præjudicjrt, den Regierungen, will zweifel-
haftig gemacht werden, ob man nicht Testes, zu evociren?
Die Delinquenten, zu citiren, unnöhtige, undienliche extensi-
on, hat keinen grundt.


Jn Oeconomicis; Gravamina. 1. Die Jagttgerechtigkeitten,
welche etzlichen von Adels, im Desawer undt Zerbster Antheil,
wollen genommen werden. 2. Erhöhung, der zölle, undt Fehrgelder.
3. Wegen des biers, undt anderer händel, alß: Freybrawen,
gnadenbier, herrenbrawen, Accisen, neẅe brüehanbrawen,
neẅe auflagen, auf das getreydig, Mühl: undt andere
bawFuhren, verhinderung der wochenmärgktte,
geschwinde proceß, in SchuldtSachen, Jtem: das auch
der Adel bier schencken leßet. Suchen auch an, so wol
die Ritterschafft, undt<als> Städte, umb abstellung solcher
Gravaminum. Cantzler Milag meinet: Sie sollen specificiren

|| [[Handschrift: 113v]]


wo? undt welcher maßen? solches geschicht, So köndte man
sich beßer darauf, erklähren. Natura; et conditio
locj, wirdt alles weysen. Wer auf die iustitz geschwohren
hat, kan schwehrlich enderung vornehmen laßen.


Doctor Müller: <1.> Concordia, nach dem exempel der Staaden.
2. citra periculum conventiculorum, secundum leges
antiquas, bonj publicj causa, cum consensu Principum[.]
3. Landeß undt gerichtsordnung, more antiquo, doch
zu verbeßern, undt zu revidiren. Referiret auß-
führlich, waß vor einen modum Regiminis, alhier
in der Cantzeley zu Desaw, man gehalten?
Partheyen, schicken auf SchöppenStühle, undt facul-
teten, zugleich, so ofte wiedereinander sprechen.
Wollen sich nicht an gleich, undt recht begnügen
laßen. hengen sich an Advocaten, welche die lites,
gleichsam jmmortales machen, 6.7. iahr, eine sache
aufhalten. Eine einige Cantzley, oder hofgericht
ist vorgewesen, zu Fürst Hans Georgs zeitten, aber nicht vor sich,
gegangen. 4. Canzleygebühr, in proceß: undt Consenß
sachen, nicht zu übernehmen. Taxordnung nicht erhöhen.
Sportula seindt so groß nicht, als<hic>, als zu halle[,]
Magdeburg[,] halberstadt et cetera[.] Ubi peccatum specificatio
zu begehren. 5. Lehenwahren, Schreibegebühr, übernommen,
excusat Dessavienses. Examinatio des Lehenrechts,
wann einer in gesampt beliehen, de novo, schwehren soll. || [[Handschrift: 114r]]
Dubitat, et allegat observantiam in contrarium!
6. Jnstantiæ primæ nobilium, so privative, nicht cumulative
beliehen, Dominus Territorij, hat wol macht, absque subsidio, die
Nobiles, undt ihre subditos zu evociren, testes abzuhören,
Citationes vorgehen zu laßen, undt Territorialactus, zu exercj-
ren, vor sich, oder durch ihre Regierungen. Die Beampten aber
müßen sich deßen, gegen die Schrifftsaßen, endthalten,
iedoch die execution, wann sie anbefohlen, verrichten.


Jn Oeconomicis. 1. Jus Venationis, wirdt denen genommen
so mit hohen Jagten, nicht beliehen, sie müßten dann beweisen,
daß Sie es von undengklichen iahren, erhalten, welches alhier
nicht geschenen können. Oder, Man möchte Sie, vor dem kayserlichen
hofe, oder Cammergerichtt, vornehmen. Folge gebühret ihnen
auch nicht. 2. Erhöhung Fehrgelder, gehet auf Agken, undt
Barby. Bey diesen exteris, vor den Adel, zu jntercediren.
3. herrenbrawen, ordinaire undt extraordinaire zu specificiren, ubj defectus?


Freybergk. Repetit priora. Doctor Mechovius. Jn foro competentj.
Caspar Pfaw. conformat dringet auf specificationes. Doctor Schrickel.
Disserirt contra Conventicula, vernünftig. Licentiat Keppe.
Deducirt alles, wol, undt addirt: Man solle nicht alles zum
Gravamine, machen. F Reliqui posteriores conformant sese.
Fürst Hanß. Excusirt die Seinigen. Erinnert den Tax zu drügken.
Fürst Christian will keine Leoninam societatem su prætextu
Concordiæ, introduciret wißen. Tadelt die vielen conven-
ticula more Politicorum. Protestirt, wieder die immediat
evocation seiner undtersaßen. Stellet die revision,
undt Correction der Landesordnung, auff den ReichßTagsSchluß. || [[Handschrift: 114v]]
Excusirt <viel imputationes, undt> seine leütte, wegen der Taxübernehmung,
in gebühren, Sportulis et cetera will man solle in foro com-
petentj solche Sachen suchen, undt erörtern, bleibet
bey der ordnung seines herrnvatters, Gnädig[,] will sich
keine formam oder normam Regiminis vorschrei-
ben laßen, von denen welche keine iudices über ihn
sein sollen, noch können. Conformirt sich mit Doctor Mechovio,
undt in vielen dingen, mit den Cancellarijs. Will
nicht, das man alles alhier aufm LandTage zum
Gravamine, mache, noch, viel weniger das man
durch begehrung macherley unnöhtiger specifica-
tionen, zu anderen neẅerungen, die Landtschaft, (so
gleichwol selber, in terminis generalibus verblieben)
irritiren, undt verleitten solle. Sie bleiben
nur, in foro competentj, dahin Sie zu verweisen,
undt wir müßen selbst, die Gravamina, nicht
<erweittern, noch> größer machen, als sie angezogen worden.


Fürst Augustus. Excusirt die Seinigen. Begehrt, man solle
Exempla produciren. 1. Rähmet undt wüntzschet, die
bestehtigung der Concordiæ. Excusirt seine inten-
tion, daß er über unß keinen Dominat, oder hoheitt
suche, außer, waß sejn hohes alter, undt Seniorat
möchte mit sich, bringen. 2. Convent sollen billich nach
den receßen, gehalten werden. Es bedarff, (saget er) || [[Handschrift: 115r]]
an itzo mehrere vfsicht, wegen der exorbitantzien, weil sich die
laßt der Schulden, undt des Steẅerwesens, ergrößert.
3. Landt: undt Polizeyordnung. Es solte in einer Regierung zu-
gehen, wie in der anderen. Cantzley:ordnung. Taxordnung, Richtig
zu halten. ReichßTag, wirdt unß mehr licht geben. 4. und 5.
Moderation der Cantzley:gebühr, lehenwahren, Schreibge-
bühr. Uniformitas. 6. Die instantzen. Große differentz,
undter der Fürstlichen herrschafft, undt ihren Beampten.
Man solte keine Schriftsaßen, Sondern leutter
Amptssaßen, haben, undt gelten laßen. Oeconomica,
anlangende 1. Da gienge die klage des abgenommenen
iägerrechts, eigentlich, wieder Deßaw, Zerbst, undt
Cöhten. 2. Fehrgelder, betreffe eigentlich, Agken,
undt Barby (Nota Bene alhier habe ich auch assistentz
selber gesuchtt) umb intercessionalln. 3. Bier, undt
andere Sachen, wehren zu examiniren, undt zu re-
mittiren. Concludit, durch Milagij remonstration,
man solle nicht so genaw, ad specialia gehen, Son-
dern in genere percurriren, durch die gravamina,
undt der landtschaft müglichste satisfaction, promittiren.


hiermitt, wird die consultation heütte
beschloßen. Gott vereinige die gemühter, zu
allem gutem! undt steẅre allen irrigen gedancken,
neidt, haß, mißvernehmen, mißtrawen, zeit-
verspilderung, undt andern unnützen dingen! damit
wir Gott dem herren! unß! und unserm nechsten, recht dienen mögen!

|| [[Handschrift: 115v]]

Samstag den 6ten: November 1652.


Secretarium Christoph Bährenreütt, habe ich diesen morgen,
nacher Goßlar, in seinen Privatis, dimittiren müßen.


Erklährung, in unserm nahmen, so der landtschaft zu geben, undt
gestern resolvirt worden, auf ihre Gravamina, wirdt abgelesen.
Cantzler Milagius lieset es, nach dem er es abgefaßet. Gütlicher
vergleich, (ratione der gesuchten gewißenßfreyheitt, undt religions-
übung, durch unsere præsentz, oder durch abordnung, ein andter mahl.
Jn Politicis: 1. concordia wirdt deducirt. 2. convocatio der
Außschöße, undt ihre conventus in publicis, zu erläuben.
3. Cantzeleyordnung. Landeßordnung. Taxen einander zu communiciren.
Auß den Rechten, zu deduciren, die gesampte lehenspflichtt,
ob sie, wann sie abgeleget, zu reiteriren.
6. prima Jnstantia nobilium. Wollen unß, so stricte nicht binden,
ahn die Chur:Säxische ordnungen.


Jn Oeconomicis. 1. Jus Venationis. 2. 3: Fehrgelder. Zölle.
Geleidte. Monopolis. brawen. herrenbrawen, Accisen, et cetera[.]
Barbysche undt Aecknische Fehre. Verhinderung der wochen-
märcktte, Mühlfuhren, geschwinde proceße, brawen, bey dem
Adel, brüehahnschanck. Alle Mißbräuche, undt unord-
nungen, zu cassiren. Waß wieder recht, undt hehr-
kommen, werden sie nicht begehren, noch unß eintrag thun.


Es conformiren sich, nachfolgende Rähte: ObristLeutnant Knoche.
Freybergk. Doctor Mechovius. Caspar Pfaw. Doctor Schrigkel aber bittet,
das wortt Allgemein, zu milteren. Hagke. Schuemacher.
Redet etwas von den lehnwahren, undt Cantzeleygebühren. || [[Handschrift: 116r]]
Fürst Hanß. Klaget, das man nicht zeitt, zum Nachdengken hatt.
Fürst Christian. Protestirt, wieder den gühtlichen vergleich, wann er
nicht, salva veritate; et illæsa conscientia, geschehen kan.
(dequoy le Lieutenant Colonel Knoche s'èsbahit, comme si on ne pouvoit rien faire
contre sa conscience?) Jtem: Protestire ich, wieder die immediat
evocation, oder convocation derer vom Außschuß, undt begehre,
daßelbe solle vom OberDirectorio, geschehen, durch die Fürsten,
undter denen die AußschlußStände geseßen. Es will damit,
durch Cantzler Milagium und ObristLeutnant Knochen, erleüttert werden,
das es nicht vom OberDirectore, sondern, undter ihnen selbst,
in Steẅer: undt landesschuldensachen, zugelaßen, zusammen
zu kommen, vermöge landtagsabschiedt, de anno 1611. Wann
aber der Oberdirector einen convent außschreibt, wie die-
ser landtTag, undt andere zusammenkunften sein, geschicht
solches allerzeitt, durch unß, undt wirdt unß notificiret.
Jn contributionssachen, ist es auch allzeit, durch unß, geschehen,
undt dem Ober:Directorio, nie gestattet worden.


Mais ceste declaration, n'est pas süffisante. On
persevere, a dire: Errare humanum est; combien
que J'avois remonstrè, au Prince Augüste, que luy mesme
avoit dèsapprouvè, ceste evocation immediate. Et pour
me rendre deshonnorè, le P Lieutenant Colonel Knoche osa adjouster a
la douce remonstrance dü Prince Auguste (contre des erreürs
imaginaires,) perseverare <verò>, et cetera[.] hesitant, aultrement ie l'eüsse
rabbrouè gr asprement. Cès picquanteries, me sont si
sensibles, qu'elles me percent le coeur, & me confondent.
Vota non sunt libera. On me veüt reduire sous l'esclavage! || [[Handschrift: 116v]]
<Le Prince Jean est desia intimidè, ayant autres fois contredit, avec vehemence, a ceste convocation immediate.>


heütte, ist vetter Hanß Geörgen, geburtsTagk, an deme
Jhre Liebden 25 iahr schon außgebracht, undt in daß
26. tretten. Gott gesegne Jhre Liebden undt laße Sie
ferner, wol gedeyen!


Vor der mahlzeit besuchte ich abermalß, meines
Schwagers, Fürst Johann Casimirs Liebden und fande Sie
paßlich. Gott helfe ihr ferner, mit gnaden!


Unsere erklährung, in puncto gravaminum, haben wir der
landtschaft, schrifftlich, eingeschicktt, darauf sjch baldt,
zu bequehmen. Gott gebe es! undt daß Sie nicht wiedersinnig sein.


Schreiben, von Wolfenbüttel, von meinem Sohn, Viktor Amadeus
daß Beylager, des hertzogß von Wirtembergk, ist in
der stille vollnzogen worden, ohne sonderliche solenniteten.
Jls ont eü, quinze trompettes. Aufn Montag, (wilß Gott!)
wirdt erst meine herzlieb(st)e Gemahlin, zu Bernburg anlangen. Dieu
vueille garder, mon fils Victor, de maladie, car ils ont
estè contrains de boire a Wolfenbüttel. Ô Dieu, garde le!

Sonntag den 7ten: November 1652.


La Noblesse & lés Villes, ont estè hier fort troublèz,
voulans dès faire, ce, qu'ils avoyent fait, s'en allans üne
partie, a leurs maysons & biens, les aultres, yorognans &
iouans aux cartes, & mürmürans contre le nombre des
impositions, & aulcüns ne scachans, ce, qu'on demande, || [[Handschrift: 117r]]
voyla le proffit de ce, quand on donne le cousteau en main,
aux süjets, pour se< >coupper la gorge, á soy mesme! Mais l'a-
veüglement est si grand, parmy de remede, si Dieü n'y met la majn?
Quant ie dis quelque chose, a ceux, (quorum interest) qui le
devroyent prendre á coeur, ils s'en mocquent, & rejettent
més conseils encores avec dèsdaing, et avec reproches! Jl <(Nota Bene>
semble, que le Directoire Süperieür, vueille bastir, avec l'ayde
dès Conseilleurs (gesampträhte) süperieurs<commüns>, ou principaulx, & avec
l'ayde dü corps de Estats, (landtschaft) ün estat, dans
nostre estat, & envahir, sous pretexte dü fragile & ridi-
cülle fondement dès Debtes, (qu'ils ont prinses sür soy,
il y a long temps, & qu'ils sont obligèz a payer, sans
vendre pour cela nos Droicts de Regalle, & de Süperio-
ritè, a sj bon marchè!) le coeur, & la mouelle de nos revenüs,
& dü bien de nos süjets, affin d'y bastir <par ce müstere d'iniquitè> au mitan de ceste
Principautè, üne forme de Repüblique, nos moyens, & nostre
Authoritè, se mèslans, en toutes choses, en la forme,
& matiere de nostre Regime <blasmans la moindre chose>, & pretendans a tous momens,
que nous errons, & pechons, en empeschans, par cy,
par là, l'entreè dés impositions, & tribüts, & en exa-
minans par le menü & par éspionneries secrettes, & ouver-
tes, <les causes de cela, & la maniere de> nostre gouvernement, affin de nous pouvoir ietter la
corde au col, & a nos Conseillers, & officiers, & nous Commender
a playsir, au lieu de nous obbeir, sj nous souffrons ces indignitèz?

|| [[Handschrift: 117v]]


Vormittags, in die predigt des Superintendenten Raumerj
conjunctim gegangen. Gott erhalte ihm, seine schöne gaben!


Nachmittags, wieder in die kirche conjunctim, wie
vormittags da dann Fürst Augustus, Jch, Fürst hanß, Fürst Lebrecht,
Fürst hanß Geörge, undt die kleinen, als Carolus Ursinus,
undt Wilhelm, alle mitgegangen, (Sintemahl die
kleinen vormittags, in der Stube des vetters, undt
Schwagers, Fürst Johann Casimirs, und seiner anwesenden
Gemahl[!], undt Freẅlein, predigt gehöret) undt dem
Albino, zugehöret. Gott der herr, wolle dem
donner seines wortes, kraft geben, undt die Jrrenden,
bekehren, undt auf beßere wege, leitten!


Den vetter, undt Schwager, habe ich heütte
zweymal, alß, vor: undt nachmittags, besucht.


Fürst Augustus hat sich etwas unpaß befunden. Gott
wolle es, mit Jhrer Gnaden zur bäldisten beßerung, fügen.


Sie haben beschwehrung, vom Stein. Gott miltere es
gnediglich, undt helfe doch baldt, zum erwüntzschten Schluß,
diesem landtTage! Es ist wol verdrießlich, so lange,
auf die erklährungen, undt Resolutiones, zu wartten.


Le Prince Jean, a tenü des bons Discours, de la Religion.
avec le Prince Auguste[.] Le bon Dieu, le vueille conforter, & guider!


Der Cantzler Milagius, hat heütte vormittage,
communiciret, in der kirche, als wir, noch darinnen stunden,
inmaßen alle Sontage, allhier zu Deßaw, communion ge-
halten wirdt, vormittags, nach absolvirter predigtt.

|| [[Handschrift: 118r]]

Montag den 8ten: November 1652.


Die ordinarij avisen, bringen: daß die Jnnwohner in Candia
des Türgken herrschung, müde sein, undt der Venezianer regie-
rung, wieder verlangen. Der Bassa von Alepo, continuiret,
in seiner Rebellion, Jn Dalmatia rüsten sich die Türcken,
zur belägerung Sebenico.


Jn Polen, ist großer troubel, wegen der graßirenden pest,
undt daß der Crone OberFendrich Koniecpolsky, rebelliret
weil man ihn dißgustiret, in deme, das er ein beneficium,
der Warschauwischen Starostey, undter des Königes handt,
undt der krone Jnnsiegel hiebe vor erhalten,
hernachmals aber, daßelbe, einem andern, conferiret worden.


Also hat sich, auf sein antrieb, der Crone soldatesca
confæderiret, undt seindt vor die Stadt Lublin, gerugkt,
haben die vorstädte, undt alles daherumb, verheeret,
undt verwüstet. Man hat den OberCantzler12, an sie geschickt,
ihnen, ihren unfug verwiesen, undt satisfaction mit der
zahlung, undt anderm, zu geben, vertröstet. Die Cosagken,
(undter denen die pest übel hausen soll) hofft man zu stillen.


Zu Prag, ist der Churfürst von Saxen, mit großer
pomp, solenniter, vom Kayser, undt Könige, eingeholet
worden. Wirdt magnificq tractiret. Chur Meintz,
undt Chur Trier, haben ihm, als dem Elltisten Churfür-
sten, den Collegialeydt, schwehren müßen. Chur
Brandenburg wirdt auch mit verlangen erwartett,
darnach sol die rayse des Kaysers, nach Regenspurg forthgehen.

|| [[Handschrift: 118v]]


Barcellona sol, mit accord, übergangen sein, wie auch
Casal dj Monferrato, woselbst der hertzog von Mantua,
splendidè eingezogen, also haben die Frantzosen, durch
ihre bella civilia vornehme plätze, alß Grävelingen,
Duynkirchen, Casal, Barcellona, baldt nacheinander,
undt ihre Schifarmada (welche Dunkirchen hette
endtsetzen sollen) verlohren, ohne den schaden, welchen
sie vor<in> Franckreich undter sich selbst erlitten.


Der König in Frangkreich sol einen stadtlichen
einzugk in Paris gethan haben, undt mit großen
acclamationen, vom volck gewillkommet worden
sein. Die Parlamenter, von Paris, undt von Pontoyse
seindt vereiniget. Jhnen ist die Macht genommen,
in Cammer, undt FinantzSachen, sich zu mengen.
Sollen bey Justitzensachen, nur verbleiben.
Dem Düc d'Orleans, ist die Stadt verbotten, weil
er zu Könige, auf erfordern, dennoch, vor publi-
cirter Amnistia, nicht kommen wollen. Man
hat ihm zwahr nachgeschickt, mit ihm zu tractiren.
Sonst meynet man, der Printz von Condè (welcher
auf Bouillon, gegangen, undt den Cardinal Mazza-
rinj aldar zu ertappen, vermeinet, aber nicht
angetroffen, weil er schon forth, nach Sedan, gewesen)
werde vom frieden, außgeschloßen werden, undt der Car-
dinal dörffte wieder, nach Paris, zum Könige, kommen.

|| [[Handschrift: 119r]]


Die Engelländer sollen noch immer Schiffe den holländern abnehmen,
Jnnmaßen von 12 Schiffen, geschrieben wirdt, so neẅlichst wieder
aufbrachtt. hingegen rüstet der AdmiralLeütenampt Tromp,
stargk dargegen. Bey Schagen, in Jütlandt, sollen von 18
Engelländischen Schiffen, 4 gestrandet haben, undt undtergangen sein.


Frangkreich, confæderirt sich, mit dem Könige in Engellandt.
Dem Conte d'Argille in Schottlandt, trawen die Parla-
mentischen, nicht recht, welche auch dissidia in Schottlandt, zu
disseminiren, undt die Jrren, (welche wor iahren, daß massa-
cre, an den Protestanten, verübet,) zu bestrafen, bemühet sein.
Mit dem Könige in Portugall, stehen die Parlamentischen noch,
in vollen Tractaten, ohne zweifel, wegen der Commercien. perge


Chur Saxen, sol höflicher, undt stattlicher vom Kayser, sein
angenommen, undt tractiret worden, als sein einiger anderer
Churfürst. Chur Brandenburg sol mit 276 pferden, zu
Dreßden erwartet<ankommen> sein, undt zu Prag, den 4ten: diß, stylo novo
erwartett worden sein. Kayserliche Mayestätt haben auch
nochmalß Chur Pfaltz, ersucht, wiederzukommen, undt
erwartten Chur Cölln, undt Chur Beyern, persöhn-
licher erscheinung. Also wehre dann das churfürstliche
collegium beysammen, darvon die sagaciores aller-
ley urtheil fellen.


Jm NiederSäxischen Creiß, ist man gewillet: 8000 Mann
zu werben, zur landeßdefension, wegen der holländer undt Engelländer,
undt Pollnischen wesens. Die Römerzüge, hat man im willens, dem Kaiser
zu recusiren, auff selbigem Crayßtage, zu Lüneburgk.

|| [[Handschrift: 119v]]


Le Prince Augüste m'a apprins: Si tü crois, estre enforcellè,
prends (sauf respect!) de ta merde, mets là, dans ün linge, <24 heüres dürant, ou bien nüd sür tapeau,>
sür le bras ou iambe ou autre de tes membres, blèssèz,
Celu &<puis> la pends en üne fümèe èspaisse, comme de la chair
fümèe, (gereüchert fleisch) Cela picquera dans les yeulx,
dü sorcier, ou de la sorciere, et la saveür de ta Merde,
luy goustera dans la bouche, ainsy: qu'il sera forcè de
ne te faire plüs de mal, ou dommage, quelconque!


Jl dit aussy avoir ouy dire, dü Medecin, Docteur Justus,
(de ma cohnoissance, quj avoit voyagè aux Jndes Occidentales,
avec les Espagnols, servant puis apres, feü Monseignieur mon Oncle,
le prince Jean Ernest, en Hongrie, & depuis Monseignieur mon Pere, de bonne
mèmoire en Boheme, finallement Monseignieur mon Oncle, le prince Louys, de bonne mèmoire
qu'en Peru, auprés de la Ville de Lima, les minieres
d'argent, n'estoyent qu'üne terre blanchastre, sür
laquelle on versoit deuxfois par an, de l'ürine,
& tout plein d'autre eausale. Cela endürcissoit
ceste terre, & en faysoit üne masse, dont on
retiroit l'argent, avec mixtion dü vif argent.
Mais cest argent, est plüs dür, & inflexible, que
l'argent d'Allemaigne.


Jl dit aussy le Prince Auguste Que chasque matiere d'or
ou d'argent; Ertz, estoit plüs facille a resouldre, &
a reduire, que celle qui est desia massive, comme ün
enfant, est plüs aysè a fleschir, qu'ün homme fait. perge

|| [[Handschrift: 120r]]


Diesen Morgen, habe ich, meinen vetter, undt Schwager, besuchtt,
wie auch, meiner Schwester Liebden zugesprochen, undt einen brief von
Brigk, von der Fraw Schwester Liebden auß Meckelnburg entpfangen.


Der Amptschreiber Kettwig, hat diesen nachmittag
hochzeit gehalten, mit einem hofmägdlein. Gott gebe ihnen
seinen Segen! Man hat sie zu hofe kostfrey gehalten.
Wir seindt alle darzu gebehten worden, also hat
man gegen abendt, abordnung gethan, undt Börstel ist
Fürst Augusti gesandter, (weil der Stallmeister Pröegke,
umb seiner verstorbenen Frawen willen, heütte,
undt alle Montage, fastet, undt sich retirat helt) Caspar Pfaw,
aber der meynige gewesen <undt Doctor Schrigkel, Fürst Johannsen sein gesandter gewesen>, brautt, undt Braüttigam,
in die kirche, zu begleitten, undt zu gratuliren. Bey der
Abendtmahlzeitt, hat man geldt, in ein begken, geworfen,
undt also geschencktt, 3 Ducaten, undt Carl Ursinus einen ReichsthalerRthlr:[.]


Mit Caspar Pfaw, habe ich vorhero, de feriis, conversiret.
Nach der Abendtmahlzeitt, hat die Jugendt, getantzt, auf
dem Sahl, undt separirt durch einen vorhang, die Adelichen,
von den plebeijs, (combien qu'en üne telle Occasion, cela n'a
pas estè autres fois.)


Fürst Augustus, undt dero Gemahlin, haben interim, mit Mir,
conversiret, darnach seindt wir schlafen gegangen. Jch
habe interi<bedengken> gehabt, zu tantzen, wegen doppelter trawer,
undt weil ich, ohne daß, eine zeitlang hero, mehr
uhrsach, mich zu betrüben, als zu erfreẅen, gehabt,
dem November, nicht viel guts, zutrawe, & que ie ne vay
pas volontiers, aux lieux de désbausche, & de dissolütion. perge

|| [[Handschrift: 120v]]

Dienstag den 9ten: November 1652.


Jn die predigtt, da Georgius Encke geprediget, von dem
Ritterlichen kampf, den wir kempfen sollen, wieder die Sünde
undt andere wiederwerttigkeitten.


Postea: neben Fürst Augusto, zu meinem Schwager, Fürst Johann Casimir
ihn zu besuchen, undt zu zusprechen. Die Jungen herren,
kahmen nicht in die kirche, weil Sie, biß umb
1 uhr, nach mitternacht getantzt hatten, mit Fürstlichem,
undt Adelichem Frawenzimmer.


Meine Schwester, die Fürstin allhier, hat große be-
schwehrung, von der rose, am Schenckel. Gott beßere es!


Freẅlein Juliana, ist auch sehr krangk, an der Engbrüstigkeitt.
Gott wolle das gute freẅlein, trösten! stärgken! undt erquicken.


Nach der predigt raht gehalten. Die 4 vorgehabte deliberanda
werden sußpendiret, weil der Ritterschaft erklährung, einkommen.
Bitten durch unsere Authoritet, undt præsentz, den Sachen abzu-
helfen, undt die spesen, nicht vergebens sein zu laßen. Jedoch, einen
engern Modum, nemlich durch gewiße conferentzen, unß belie-
ben zu laßen, wehre beßer, als Schriftwechselungen.


Weil die Städte, nicht forth wollen, declarirt sich, die Ritter-
schaft, in zweyen puncten, zu facilitirung, des wergks.
1. Sie ist stutzig gemacht, durch die Contributionsresta. Sie wollen
die Privilegiirte große schulden, theilß auf sich nehmen,
theilß nicht agnosciren, Sondern aufheben laßen. Casus reser-
vatj, meinen Sie, wehren Sie nicht schuldig, auf sich zu nehmen, || [[Handschrift: 121r]]
Sondern, daßelbe wehre ein freywilliges wergk. Ja Sie wollen
sich nicht rechnen mehr undter die landtschaft, noch zu einiger neẅen
Anlage, sich verbinden laßen. Suchen also, die aufhebung der con-
tributionen, undt die befestigung (oder vielmehr erweitterung,
bey dieser Occasion) ihrer exemptionen, undt immuniteten.


Cantzler Milagius. 1. betreffend den 3. punkt der contributionsschulden. 2. Deduction
worumb die Ritterschaft, mit dem ¼theil, in casibus reservatis
oder mit anderer ahnlage, nicht zu belegen? Ad 1. der vorschlag,
wegen der 5300 ThalerThlr: so verobligirt, nicht unpractizirlich,
Jm andern membro, die landtStende, auf eine Amnistiam derer in
die Steẅren, eingezogenen, undt verzinseten, durchzugßkosten.
Sonst gehets in infinitum. Man möchte eine Compensation anstellen.
Fürst Johannis liquidation, betreffend, eine conferentz mit seinen Rähten
zu halten. Es mangelt an sufficienter jnformation. Jm 3.
membro, liquidation wegen des damahligen stargken einlagers
der ChurSäxischen undt Schwedischen armèe, umb beßerer bescheinigung willen,
vorm Kayser, vor ChurMeintz, vor ChurSaxen, die 120 damalß
geforderte Römerzüge, desto baß, zu divertiren, undt etzliche
100000 ReichsthalerRthlr: schaden, zu zeigen, wehre angesehen gewesen,
nicht aber, in einige consideration, der bezahlung, zu ziehen.


Ad 2. Non omnes nobiles, werden solche ungereümbte
seltzahme meynung, führen. Die Ritterschaft, kan sich nicht
eximiren, von den casibus reservatis, noch von der landschaft.
Sie wirdt über ihr Quid, nicht beschwehret. Geben wenig.
Der undterschidt bleibet, undter den Edlen, undt Bürgern,
unerachtet sie in der landschafft coniungiret. Reichsobservantz,
landttagsabschiedt de anno, 1611, nebst ihrer pflicht, vinculiret Sie.

|| [[Handschrift: 121v]]


Die verfaßung, die vernunft, die Erbhuldigung, daß herkommen,
verbindet sie überflüßig genung. Die Städte, werden noch
mehr turbiret, bey ihrem abfall, oder separation.
Landtagsabschiede, wol anzusehen. Jhrem arbitris, den
modum, wie es aufzubringen? anheim zu geben.


ObristLeutnant Knoche. Erinnert auch die alhiesige mansion, biß
zu außführung der sachen. Dann wann wir weg ziehen,
werden die unwilligen, noch viel weniger bleiben, wie wol
ihrer viel, so wol von der Ritterschaft, alß von den Städten,
albereit mit unmuht, hinweg gerayset, undt wer weiß?
ob? undt wann Sie wiederkommen? Bittet umb kleine
patientz, alhier zu verharren.


1. Man müßte mehr auf die erleichterung, alß erschreckung,
mehr auf die Possibilitet, als desperation, unsere consilia
schlagen. Conformat sese in primo. Debitores, undt Creditores
wehren so arg, einer als der ander, id est: arm, undt zu bettlern,
gemacht. Ergo: die außgestellete assignationes, Fürst Augusto
wieder einzuhändigen. Erstattung, unnöhtig, unerträglich, zu cassiren.
Doch mit diesen conditionibus, 1. Alle Steẅerresta der landschaft
zu cassiren, undt der Fürstlichen herrschaft anheim zu geben. 2. darvon
die Gastwirthe, so dem publico vorgeschoßen, zu contentiren.
3. prætension, an die herrschaft, wegen ihrer Promesse
de anno: 1628 von iährlichen 200 ReichsthalerRthlr: contributione, darauß
20000 ThalerThlr: sollen worden sein, müste, wie schon lengst ge-
schehen, gantz fallen. 4. Waß auß den Steẅren, in die Contributionen
verschossen, gleichsfalß, zu annulliren, doch mit resevat || [[Handschrift: 122r]]
Fürst Johannsen prætension, welche auf eine mündtliche Conferentz
gestellet wirdt.


2. Zum andern haüptpunct, wehre er zwahr, undter der Ritterschaft
mitt interessirt, hette sein votum wol zu sußpendiren. Es stünde aber
in unsern mächten, eben alleine nicht, Sondern, die Städte, müßten
auch, das ihrige, darzu sagen, wegen solcher separation. Wir
müßten Sie, in ihren vermeinten Privilegien, oder Freyheitten,
zwahr nicht turbiren, noch beeinträchtigen, gleichwol
köndte sich der Adel, auch nicht gantz eximiren, noch von den
casibus reservatis, (darzu sie durch landttagsabschiede,
herkommen, im Reich, so wol im lande, durch undterschiedliche
vincula verbunden) sich außschließen. Der Modus der
nebenanlage, wehre noch zu ponderiren. Das wergk
müßte die Fürstliche herrschaft, vor sich, nicht verzögern, endtweder
in præsentia, oder durch deputation, zum schluß, befördern.


Freybergk. Conformat sese. Liquidationes bittet er zu erwegen,
man gibt ahn 26405 ReichsthalerRthlr:


Doctor Mechovius. Conformat sese in primo, cum legato<Tribuno> miltare Knoche.
Jn secundo wol zu remonstriren den nobilibus, den landttagsreceß,
lehenspflichte, Erbhuldigung, observantz im Reich, herkommen, im lande.
Wundert sich, daß der Adel, auf solche seltzame gedangken, gefallen.


Caspar Pfaw. Jst bey allen abrechnungen gewesen, undt bey außfer-
tigung der obligationes. Redet specifice, von einen, undt anderm,
undt conformiret sich.


Doctor Schrigkel. Excusat sese, de ignotis. Doch conformirt er sich,
in primo. Vom secundo redet er auch gar vernünftig. Sie köndten sich,
nicht eximiren, weder tanquam Nobiles, noch tanquam subditj.


Hacke. Ob auch die, so obligationes, in handen haben, mitt || [[Handschrift: 122v]]
zufrieden, sein möchten? Nicht expressè der Ritterschaft, an handt zu geben[,]
waß etwan wegen der Cammercontribution der 200 ThalerThlr: erinnert worden,
(weil solches nicht ex debito, sondern gutwillig, nur die subditos
zu animiren, undt freẅdiger zur contribution zu machen, geschehen)
Casus reservatos, müßte man keines weges, disputiren laßen.


Licentiat Keppe. Jura weisen die Compensation.
Mit einschiebung der capitalien, nicht zu erhöhen. Deputa-
tion hochnöhtig. Die Noblesse möchte ihre erklährung thun.
Wehren zwahr regulariter befreyet von den Steẅren,
iedoch cum exceptione. Sie geben auch wenig, kaum den 6. theil.


Schuemacher. Redet wegen des Cöthnischen Antheilß,
außführlich. Protestirt, im andern membro, undt
referiret sich, auf sein votum, so er Fürst Augusto schriftlich eingegeben.


Paulus Ludwig. Man solle die capitalien der 5300
ReichsthalerRthlr: examiniren, ehe man sie in die Steẅern, einrügket.
Compensationen, werden hinc inde, sicher finden.
Particularen zu zahlen, weil sie selber viel schuldig.
Fürst Johann suchen, wirdt die conferentz weysen.


Ad 2. geben wenig. Jhnen die unbefugnüß, zu
remonstriren, weil Sie sich nicht eximiren können.


Fürst Hanß. Repetit priora. Beobachtet sein interesse.
Will auch nicht, daß man die casus reservatos disputirlich mache.
Nobiles geben ohne das, das wenigste darzu.


Concluditur. Schriftlich diese unsere resolution zu ver-
faßen, undt einzuschigken, undter unserer handt, auch die will-
fährige erklährung, der Noblesse, zu urgiren, Einen theil zu || [[Handschrift: 123r]]
gewinnen, damit der andere auch, herbey zu ziehen. Die allzuge-
schwinde voneinanderziehung, einzustellen. Fürst Augustus sagt auch,
es wehre die Contribution der 200 ThalerThlr: auß den Fürstlichen cammern, nur
auf ein Jahr lang, gewilliget worden, die andern desto baß
zu persuadiren. hernachmalß hette man es noch, ein par
iahr lang, gutwillig continuiret, endtlich wehre daß wergk
gar gefallen. perge


Nach dem eßen, hat man ein monitorium an die landschaft,
ergehen laßen, zu beförderung, ihrer erklährung. Darnach
hat man, waß itztgedachte resolution in unserm consilio,
mit sich, gebrachtt, zusammen gefaßt, undt ihnen subscribirt
einzu antwortten, befohlen.


Fürst Augustus undt Fürst hanß, haben mich nachmittage in
meinem losament, besuchtt, undt den aufsatz, in praesentz
unserer, undt etzlicher rähte13, lesen laßen, und conversirt.


Diesen abendt, habe ich mich, so wol, alß Fürst Augustus der
mahlzeitt, endthalten, undt geschrieben.


Briefe entpfangen, von Meiner herzlieb(st)en gemahlin, von Meinem Sohn,
Viktor Amadeus, von Hans Bernds von Breßlaw, vom Jeanmoutarde[,] von Prag[.]
Jtem: von Wien. Ô Dieu! ayes pitiè, de moy!


Schreiben von Hempo von Knesebegk, wegen seiner praetensionen.
J'ay èscrit dès lettres, a madame, a mon fils, Viktor Amadeus[,] a Tobias Steffeck
a Maximilian Wogau[,] a Jean Moutarde[,] au Düc d'Aldenburg[.] J'ay aussy
fait èscrire, en Silesie, a Jean Bernds[.]


<An Fürst Hans, ist eine intercession, in unserm gesampten nahmen, abgegangen, wegen der Stadt Zerbst Gott helffe, daß es viel Frucht bringe, undt nutzen schaffe!>

|| [[Handschrift: 123v]]

Mittwoch den 10ten: November 1652.

<8 Groscheng: Michael Ringk[.] 2 ThalerThlr: noch Heinrich Friedrich von Einsiedel[.]>


Le Prince Auguste disoit hier, en mon logis, en presence dü Prince Jean,
qu'avec bonne conscience, on ne pouvoit pas demander
a la Noblesse, & aux estats, dü Pays, les derniers,
matrimoniaulx, qu'on les devoit prendre, de sès pro-
pres biens. C'est üne nouvelle Theologie! quand
on taxe en autruy, ce qui est raysonnable de
tout temps, & que l'on prend plüs haut, quand
il arrive a son propre interest. Car le Prince Auguste
veüt plüs prendre pour ses filles, que laiser aux
miennes, de la Casse dés Estats.


Jl veut aussy: Qu'on donne cent mois Römer-
zugk par an a l'Empereur pour mieulx entretenir
le conseil Aulique, Reichßhofrath, & les empescher
de corrüption. Mais d'autres iügent, que ce far-
deau seroit inique, aux Estats, & Princes de l'Em-
pire, a porter annüellement. Que les jnteressèz
prendroyent ces pensions, & ne lairroyent
pas, de faire cependant, ce, qu'ils vouldroyent,
a prendre dès presens, & vendre la iüstice,
& que le Prince Auguste se monstre si bon Jmperial,
a fin d'obtenir, üne belle assignation, de Sa Majestè
pour ses dèsdommagemens. Ainsy, l'üne main, lave l'autre! perge

|| [[Handschrift: 124r]]


Die andern herren, haben an Mich, geschrieben, undt intercedi-
ret, vor Carll Diemen, (welcher Elstermanns, brawgerechtig-
keitt, prætendiret, so meine herzlieb(st)e gemahlin, an sich erkauft
hat, in währender kriegßunruhe) zur restitution
derselbige prætendiret, man habe ihn abgedrungen,
item: es seye zu Bernburgk von der Cantzel abgekün-
diget worden, wer etwas wieder seinen herren, zu
suchen hette, solte nur nach Deßaw, lauffen,
alßdann, würde ihm schon, zu seinem recht verholfen
werden, quod nihil est. Die gebeth auf der Cantzel
seindt ia gantz anders, eingerichtet, undt inß
gemein, beliebet worden. So intercediren sie
auch, vor die Hoymer, (welche auch alhier, eine bitt-
schrift eingegeben, undt sich beschwehret, das man
ihnen, ihr brawhauß, entzogen, das ichs doch, wegen
14iähriger verseümter nachleßiger lehenßmuhtung,
confiscirt, undt meiner herzlieb(st)en gemahlin, titulo oneroso
überlaßen, gleich wie es Fürst Wolfgang, piae memoriae olim gehabt,
Sie hernachmalß bestraft, weil sie auf den faculte-
ten, undt Schöppenstülen, mich herumb getragen,
undt übel, von ihrem landeßFürsten, geredet, undt
geschrieben) undt wollen also, ich solle Sie restituiren,
in integrum. Dieser Modus ist gefährlich, undt proclivis ad rebelliones[,]
seditiones, & turbas excitandas! Ergo: Principiis obsta!

|| [[Handschrift: 124v]]


Auch Fürst Johann Casimir, hat heütte seinen Raht, undt hofmeister
Freybergk, zu mir, geschicktt, undt mich ersuchen laßen,
seine gestrige prætension, weßgen gethanen vorschußes, in
turbis bellicis, zu Sanderßleben, als der Churfürst von Saxen,
aldar gelegen, in reiffere consideration zu nehmen, undt
weil es nur 400 undt ezliche 60 ThalerThlr: antreffe, der
landschaft mitt, zur abfindung, vortragen zu laßen,
undt in die compensation nicht einzumischen. Approbavj.
Wiewol allerley dargegen einzuwenden. perge <sonderlich der gestrige Schluß.>


Meine Rähte postea convociret, welche auch, mit obigem,
einig, dieweil Fürst Augustus undt Fürst Hanß, heütte darein gewilliget. perge


Ma femme a obtenüe de l'Empereur par Wallwitz, ün passe-
port, sür 10000 Strich, (dont l'ün vaut 5 Dalers) de blèd,
dont on s'èsmerveille, mais ie ne scay point, si tout
passera franc, ou non? On parte d'ün peage, permis
seülement, iüsqu'a 2000 florins (Gulden)f:[.]


Vor der mahlzeitt, bin ich, zu Meinem vetter, undt Schwager,
Fürst Johann Casimir Liebden gegangen, undt habe ihn zimlich disponirt
befunden, allein, man hat heütte morgen, nicht raht gehalten,
außer daß an die Ritterschaft, unsere erklährung, kommen.


Endtlich, nach der mahlzeitt, alß wir voneinander gegangen,
haben mir alle drey vettern, ein interposition: undt jnter-
cessionschreiben, zugeschigkt, darinnen sie mich urgiren,
1. Schuelenburgk, zu contentiren, wegen der wiederkäuflichen zinßen,
2. wegen des brawhaußes zu hoym, die gemeine zu befrie-
digen, weil Sie schon 300 ThalerThlr: Strafe geben müßen.
3. Carll Diemen, & socijs, Elstermanns brawgerechtigkeit, wieder
einzuraümen. & cetera Machen es glimpflich zwahr, iedoch imperiose!

|| [[Handschrift: 125r]]


Hic modus, iustitiam, administrandj, mihj displicet. Nam,
par in parem; non habet Jmperium. Faciam, quod possum,
et quod justum est! Sie, die herzlieb(st)en vettern, setzen wol, ich möchte
dergleichen thun, wen ich an ihnen, so etwaß, wüßte?
aber, alß gestern, wegen Hanß von Bergen, etwas vorkahm,
das wir auch erinnern sollten, wegen eines Freyguhts, so
man ihm, zu Güsten, einraümen sollen, wurde von Fürst Augusto
zu mir, gesagt, man hette sich derentwegen, nicht zu beküm-
mern, man wollte schon in der Cantzeley zu Cöhten, der
Sachen, ihre abhülfliche maße, geben. Mais quand c'est
contre moy, on est bien ayse, d'empoigner, la moindre Occasion!


Der Schuelenburgk, ist Naseweyse, undt an itzo gleichsam
der landt: oder Adelschaft wortthalter. Er hat sich vor die-
sem, sehr höflich erbotten, gegen mir, undt meine Rähte.
An itzo, aber, hat er sich, vfwiegeln laßen. Will nicht
gühtliche Tractaten, mit mir zulegen, Sondern gehet
hin, undt hänget sich, (durch Bodenhausens <undt anderer> anstiftung)
an die gesampte herrschaft, undt landtschaft, undter
dem prætext, Sein capital, wehre auf Cöhten, verwiesen,
derentwegen dann, die andern herren, sonderlich Cöhten, pe-
riclitirten, gleichwol aber, hat er noch nie keine obligation,
produciret, wie sichs geziehmet, undt daß Capital, mag etwan,
auf ein par tausendt thaler, sich belauffen. Daß brauhauß
zu hoym, ist verseßen, undt meiner herzlieb(st)en gemahlin, titulo oneroso
eingereümet. Es hat es ia Fürst Wolfgang, also beseßen.
Worumb haben sie hoymer, mir übel nachgeredet?
Carll Diemen brawhauß, hat meine herzlieb(st)e gemahlin, auch
vor geldt, an sich gebracht. Die herrnvettern, haben sichs nicht anzunehmen.

|| [[Handschrift: 125v]]


Nachmittage hat man wieder raht gehalten, wegen der abordnung,
in Düringhen, undt der Possessionsergreiffung, Künitz, undt Blancken-
burgk, undt hertzogk Ernsts, von Saxen Gohta, erklährung.


Cantzler Milagius. Vormundtschaft w<zu> Rudelstadt, ist wiederig. Datam
fidem difficillime servant. Disputata machen sie, Jn der Possession handelt
sichs beßer, als außer derselbigen. Quaestio An? hertzog Ernsts raht zu folgen?
Quaestio Quomodo? Ad 1. Affirmat omnino! Ad 2. Quomodo? Endtweder durch
die abgeordneten, nacher Regenspurg oder absonderliche schickung. Die legatj
Ratisbonae haben zu eilen. Können sich nicht aufhalten, noch umbziehen.
Wann die Rudelstädter sehen, daß die noht an den Mann gehet, werden Sie
beßer mit sich handeln laßen. Durch eine eigene legation, würde
man die sachen, in beßere richtigkeitt bringen, undt nicht viel verzehren
dörfen. Die personen hetten wir zu benennen. Die instruction, undt
creditif abfaßen zu laßen, nebenst anderer zugehör. hofraht Keppen,
wirdt vorgeschlagen, undt einen mittzuschicken, so ein Oeconomus
undt die possession apprehendire, auch aldorth verbleibe.
Nicht auf rechnung selbiger Aempter, sich weysen zu laßen, Sondern
auf die verschriebene Ehepacten.


2. Nähere, undt engere handlung, mit der landtschafft
zu resolviren, wer zur conferentz, zu gebrauchen? Man würde
in einem tage, mehr außrichten, alß sonst in 30 mit libelliren.


Leßet unß die wahl der personen. Schläget unmaßgebig vor:
den ObristLeütnant Knochen, Freybergk, Caspar Pfawen, undt Keppen.
Die erklährung der Ritter: oder gesampten landtschaft zu urgiren
undt nach der uhrsach, der verzögerung, zu fragen. Die Stadt Zerbst
tumultiret. Darnach, zu fragen, woran es mangelt? Die
andern particularsachen, postea zu expediren, alß:

|| [[Handschrift: 126r]]


3. hanß von Bergens, gühtlein zu Güsten halber, so Großherrvatter
Sehlig, frey gemacht haben mag!


4. Der JahrMärgkte halber, einen vfsatz gemacht, dem neẅlichsten
Concluso, gemäß.


5. Jnstruction, undt beylagen, seindt aufgesetzt, welche den
legatis, nacher Regenspurg mittzugeben. Ein ieder herr, kan sie â part, belesen.


ObristLeütnant Knoche. Doctor Frantzke, oder hanß Ernst Freybergk, wehre
Licentiat Keppen, zu adjungiren.


Wilhelm Freybergk. Es köndte der Cantzler Milagius auch undter
denen, sein, welche zur Ritterschaft zu ablegiren.


Doctor Mechovius, Caspar Pfaw, Doctor Schrigkel, Keppe, Schuemacher, Paulus Ludwig
conformiren sich, iedoch reden die Zerbsten rähte, ihre notturfft.


Fürst hanß. Conformiret sich, iedoch, will er <un>gerne, Keppen erlaüben,
weil er seiner in justitzien: undt Oeconomysachen bedarff.


Concluditum in primo, auf eine sonderbahre legation in Dühringen,
in secundo, auf die Conferentz, iedoch, daß Cantzler Milagius, auch darbey seye
undt heütte Caspar Pfaw, zur Ritterschaft <gehe>, Cantzler Milagius aber
Doctor Krahmer, den Bürgermeister, zu sich kommen laße, undt fragen
worahn der mangel ihrer erklährung, undt unsers langen auffendt-
halts seye? Die Ritterschaft endtschuldiget sich, machen compliment,
legen die Schuldt auf der Städte sonderung, undt das Sie unsere
meinung, wegen des contributionsvflagepuncts, nicht recht assequiret.
Doctor Krahmer Bürgermeister von Zerbst, excusiret sich, daß er allein nichts thun
könne, hette keine vollmacht, die hundert mannen undt Bürger in
der Stadt Zerbst, tumultuirten, wollten <von> keiner neẅen Anlage,
oder aufsatz mehr hören. Bittet, den Syndicum anhero, mit mehr voll-
macht, kommen zu laßen, Sie in ihrem religionsexercitio, nicht zu betrüben,
undt mit neẅen ahnlagen, nicht zu graviren.


Fürst Hans, hat mich abermals besucht, vor Abendts, wie auch, Fürst Hanß Geörge || [[Handschrift: 126v]]
in meinem losament. Fürst Augustus hat auch undterschiedliche Rähte,
zu mir geschickt, undt mir eines, undt daß andere, referiren laßen,
alß: beyde Cantzler, Milagium undt Schrigkel, mitteinander, Jtem:
Caspar Pfawen. perge Daß wichtigste, beruhet numehr, auf Morgender
conferentz, mit der landtschaft, es seye nur der Adel,
a part, oder, der Adel, undt Städte mitteinander. perge
Gott gebe doch, vereinigung der dissentirenden gemühter.


Jch habe mich auch, auf den Abendt, (da ich abermalß
gefastet, undt nicht zeitt zu eßen, gehabtt) mit meinen
Rähten, zusammen gesetzet, theilß auch allein gelesen,
waß zu der instruction, undt Memorialln nacher Regenspurgk
gehörig, undt viel wichtige Sachen, darinnen gefunden.
Gott gebe zu glücklichen succeß!


Daß geldt, des vorschußes, zum ReichsTage, ist von
Bernburgk ahnkommen. Gott helfe, das es wol ange-
wandt, auch gebührlich, von unserer landtschaft refundiret werde!


Nota Bene Die von der landtschaft, haben unß gestern auch sagen laßen,
man sollte Sie tractiren, wie die benachtbarten vom
Adel, von ihren Ritterpferden, undt nicht wie die pawren
alle gleich. Sie haben aber darbey vergeßen zu sagen,
waß herkommens iedes ortts ist? worzu Sie sich verpflichtet?
waß ihre Schuldigkeitt, erfordert, undt wie die be-
nachbarten, in der ChurSaxen, in den Stiftern, undt in
dem hertzogthumb Braunschweig, zu solenniteten, zu raysen, zu
einlösung gantzer Empter, und dergleichen, weydlich contribuiren müßen.

|| [[Handschrift: 127r]]

Donnerstag den 11ten: November 1652.

<Martinj dies.>


Nach deme Fürst Johannes, gestern abendt, die märtinßganß, genoßen,
ist er heütte frühe, nacher Zerbst, verrayset. Gott geleitte, Jhre Liebden!


herrvatter Fürst Augustus, undt ich, neben Fürst Lebrechtt, seindt in die
kirche, gegangen, des h. Raumerj, predigt ahnzuhören, ex capitulum
3 Ecclesiastici[.] Ein iegliches fürnehmen hat seine zeitt, undt
alles undter dem himmel, hat seine Stunde. perge <Des Sancti Martinj, ist auch gedacht worden. perge>


Postea: haben wir den vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casi-
mirs Liebden besucht, undt ihn verbinden sollen, ist kranck worden,
undt bildet sich ein, er seye bezaubert, weil es sich in seinem
Schengkel, reget, alß ob es lebendig wehre? Meine
Schwester, die Fürstin allhier, hat noch die rose am Schengkel.
Gott wolle es zur beßerung, schigken, wie auch, mit der
krangken, Freẅlein Juliana.


Schuelemburgk, hat sich auch præsentiret, welcher gleich-
sam der wortthalter der landtschafft ist, undt
etzliche so wol auß der Ritterschaft, alß Städten <haben>, lose mugken,
undt wollen sich fast gar exempt achten. Gott vereinige
die dißentirende gemühter, wie vor allters geschehen. perge


Paulo post, ist eine gar kaltsinnige erklährung,
von der Ritterschafft, Schriftlich einkommen, auf unser
gnediges gestriges ahnsinnen, darinnen Sie sich, gar frigide
bezeigen, undt vorgeben, Sie hetten noch von unß, keine richtige
declaration, wegen ihrer immuniteten, undt Contributionsabgebung,
wie auch wegen der casuum reservatorum, von welchen Sie sich exempt achten wollen.
Ergo: erwartten Sie beßere erleütterung, undt der Städte nähere coniunction. et cetera

|| [[Handschrift: 127v]]


Die Städte haben sich auch schriftlich endtschuldiget, das Sie
sich nicht resolviren köndten, biß ihre Collegæ, von Zerbst,
alß der vornehmsten Stadt, sich wieder einstellen möchten.


Beyderseits, haben es dahin gestellet, ob sie morgen zu mittage
wilß Gott, ihre undterthänige erklährung, einschicken
köndten? sich zu bemühen, mit bitte, unß eine kleine Frist, zu gedulden.


ObristLeütnant Knoche, hat referiret, gar favorabiliter,
auf der Ritterschaft seitte, waß sie sich erklähret, 1. wegen
der Schulden auf sich, zu nehmen. 2. ratione casuum reservatorum,
worinnen sie sich nicht excludiren, Sondern nur bitten wollen,
daß man sie nicht ihrer freyheitten berauben, ihnen, freye handt
laßen, undt waß sie auß gutem willen, precario thun möchten,
acceptiren wollte, auch wol ein mehreres, Sintemahl sie nicht,
in societate, mit den Städten, wehren, wje dieselbe auß dem
landtTagßabschiedt, de anno 1611 erzwingen wollten. Wollen,
wie die benachtbahrten, wegen ihrer Ritterpferde, tractiret sein.
Ziehen ihre Adeliche Freyheitten, undt jmmuniteten, gar hoch ahn. perge
undt wollen in Summa, gerne sich von der subjection, loßreißen. perge


Pfaw, ist darnach zu mir geschickt worden, dieweil ObristLeütnant Knoche
vorgegeben, ich hette alles gewilliget. Jch habe mich aber erklähret,
ich hette gesaget, es wehre eine sache, von großer jmportantz,
man müßte derselben, reiflich nachsinnen, undt sich keine praeiudicia
aufbürden laßen. Sie wehren keine freye Frängkische immediat
Ritterschaft, wehren verobligiret, durch den landtTagsAbschiedt,
de anno 1611 müßten ihre lehen verdiehnen, undt gut undt blut,
bey der herrschafft, nicht allein, in wortten, sondern auch in der that, mitt || [[Handschrift: 128r]]
auffsetzen. Jch gedachte auch, man solte nur die conferentz
continuiren, undt sehen, wie der Adel, undt die Städte, zu concilij-
ren, der jmmuniteten aber, nicht gedengken, biß Fürst hanß
wieder kähme, dieweil derselbe auch, bey solcher consultation
sein müßte. ObristLeütnant Knoche, meynte auch, in seinem discurß,
es wehre viel, das der Adel, noch den Schuldenlast, auf sich nehme,
quasj vero, sie es nicht zugesagt, undt in mutua obligatione
wehren, durch den landtTagßabschiedt, de anno 1611. Sie haben
sich immerforth, auf denselbigen Receß, beruffen, ahn itzo
wollen sie ihn selber umbstoßen. Wie die vicinj
tractirt werden, habe ich heütte schon aufgezeichnet,
undt es wehre zu wüntzschen, das Sie auch vergleichen theten!
Noch nähmen sie sich nicht, sich auf dieselben, zu beruffen. perge


Vor abendts, habe ich noch, die Fürstin allhier, meine Schwester be-
suchtt, undt Jhrer Liebden zugesprochen. Sie jst, in paßlichem zustande.
Freẅlein Juliana, (welche ich diesen tag, undt in vorigen tagen,
gerne besucht hette) sol zimlich schwach sein, undt etwaß deliriren. Gott
erbarme sich, ihrer, undt unser aller! in gnaden!


Fürst Augustus, ist zimlich unpaß diesen abendt worden, Gott beßere es!
J'ay sceü, que le Docüment dü Lieutenant Colonel Knoche, qu'il nous a mon-
stre auiourd'huy, dèz l'an 1616 pour Tèsmoigner, que
la Noblesse n'estoit obbligèe, aux contribütions, que
precario, n'est qu'üne minüte d'üne lettre, adressèe
aux aultres Princes, mon Pere, & Oncles, par le Prince Jean
George, en ce temps là, qu'on alloit doucement, pour obtenir, pour
l'ünion, üne assistance extraordinaire sans alterer le sübside ordinaire, || [[Handschrift: 128v]]
qui a ses reigles, & normes, iüstes, par l'accord dü landtTag
de l'an 1611 & ceste lettre dü feü Prince Jean George, stylisèe,
par le chancellier, Docteur Müller, encores vivant, a estè corrigèe
par les Conseillers Nobles, Chistofle de Krosigk, Tobie ,
Ernest Ketzschaw, et cetera & transcrite, comme ils ont voulü,
si que le dit chancellier, ne l'a sceü voir. Mais on n'a
rien resolü la dessüs. Ce n'a estè, qu'ün conseil, point
applicable au cours ordinaire, dès collectes, a quoy
ils sont obbligéz, et tenüs. Car feü Son Altesse Monsigneur mon Pere,
et mes Oncles lés Princes, Augüste, Rudolphe, et louys,
pensoyent alors de collecter, selon lés moyens d'ün
chascün, les riches, aussy bien, que lés pauvres, les
nobles, comme les ignobles, mais a cause que l'ünion,
estoit üne chose odieüse au voysinage, sür tout, en
l'Electorat de Saxen, il falloit aller doucement, pour
ne donner ombrage a personne, & pour attirer les Principaulx.
Le Lieutenant Colonel Knoche, a donc grand tort, de faire üne loy, de
telles copies demissives. Mundus vult decipj!14


Diesen Abendt, habe ich schreiben, von <wegen> meiner herzlieb(st)en gemah-
lin bekommen, von Bernburgk, item: von meinem Sohn, Viktor Amadeus[,]
von Tobias Steffeck von Kolodey[,] von Maximilian Wogau die ersten, durchn Oberlender,
die andern, durch Michael Ringk[.]


Le Prince Auguste disoit aujourd'huy a moy, d'avoir avis, de Rome, que
l'on preparoit dès pouldres, & dü venin, affin de s'en servir,
a la Diete de Ratisbonne, pour ammoindrir le nombre dés Evangeliques.

|| [[Handschrift: 129r]]


Jtem: Que nostre Noblesse obtiendroit aysement, a Ratisbonne
ou a la Cour Jmperialle, le Privilege, pour s'affranchir totalement
comme la Noblesse de Franconnie, de Swabe, & dü Rhyn,
si elle vouloit? & si nous la pressions trop? Que veut dire
cela? Veüt on secouer le joug, de toute sübjection? & enjam-
ber sür l'Authoritè & Puissance dès Princes? veüt on violer
les sermens de fidelitè, d'hommage, & vassallage, solennellement
jürèz? Hola! Tout beau! Non est, de lana Caprina!
quod disputatur, seü disputarj vult, nempe de jure supe-
rioritatis Principum Jmperij. Je crains qu'aulcüns, quj
le devroyent moins faire, aydent a ces Concüssions, & Revolütions!
pour üne miserable & chetifue piece d'argent, en prejüdice
d'eulx mesmes, & de toute leür Posteritè!


J'ay sceü, que Schuelemburgk, m'a accüsè icy, (non in foro
Competentj) qu'il ne pouvoit estre payè de moy, touchant sés
debtes. Ce sont environ 2000 Dalers capital, & il demande les
jnterests. Et ie l'ay payè assèz bien, mais en ces temps
de guerre, il luy a fallü avoir, üne peü de Pacience. Et il
s'estoit fort bien declarè n'agueres a Bernbourg, a moy,
& envers mes Conseillers touchant quelque remission. Main-
tenant, il a oubliè, toute ceste courtoysie, a l'instiga-
tion de Bodenhausen, comme l'on croyt, faysant d'üne mousche
ün Elefant, & faysant iüges sür moy, ceux, quj ne le sont pas.


Cependant ün honneste homme plenipotentiare de Knesebegk
qui est icy, a estè rabbouè par Bodenhausen, on luy doibt, a la landschafft,
mille Dalers, & les interests, depuis l'an 1626 tous lesquels Bodenhausen luy a osè nier,
si on luy devoit payer la moindre chose? Jls font, ce, que bon leur semble.

Freitag den 12ten: November 1652.


Paul Ludwig bey mir gehabt frühe, undt mit befrembdung,
vermommen, daß die Nobiles ahn itzo anfangen, die casus
reservatos, vor plebejos casus, zu schelten, oder zu intituliren,
Sie sollten sich davor, inß hertz hineyn schähmen!


Darnach, habe ich, meinen vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimir besuchtt,
undt in paßlichem zustande, befunden. Mais avec admiration,
i'ay apperçeü, qu'il ne se soucie gueres, si la Noblesse (eü
èsgard, qu'elle donne peü) sera exempte de tous les cas reservèz!


Chose de trop grande consequence, et de preiüdice excessif, pour
nous, & toute nostre famille, et Posteritè! Jl semble, que nostre
trop grande facilitè, donne coeur, a nos Estats dü Pays, (qui
perdent ce nom d'Estats, s'ils ne veülent rien contribüer,
aux charges dü pays necessaires) a demander dès immünitéz
exorbitantes, & nostre püsillanimitè, a ne vouloir souffrir
quelque contradiction, & a ne se vouloir opposer, a telles grandes
consequences, & Prejüdices, les anime, a poursuivre a bon escients
leurs jnterests, quoy que trop illicites, & dèsraysonnables!


Bey der Union, haben sie gewilliget, anno 1620 auf Sechß
iahr lang, alle iahr, 34000 gülden. Es ist aber, über ein, oder
zwey iahr nicht forthgegangen, weil die Sachen, in einen gar an-
dern zustandt, leider! geriehten. Anno: 1623 wurde die trippel-
hülfe bewilliget, darzu gaben Sie gerne daß ihrige, undt es
wurden, in die 32000 ReichsthalerRthlr: damalß gegeben, undt ein vfsatz
gemacht, auf einen ReichsthalerRthlr: meines behalts, 1 OrttsThalerThlr: Solche praeiudicia
haben wir, vor unß. Ergo: insistendum, vestigiis, antecessorum!

|| [[Handschrift: 130r]]


Jch kan auch, meinem abwesenden Bruder, Fürst Friedrich nicht præjudiciren.
Werde derowegen, auf den Schluß dringen, (weil man die vorgeschlage-
ne revision, undt peræquation, von mir, nicht a<h>ngenommen, noch attendi-
ren hat wollen, so wenig alß andere Rationes, welche ich wieder
den landtTag, ahngezogen, undt deßen vfschub, biß nach dem ReichßTagk
begehret) oder mich resolviren, montags, oder dienstags, hinweg zu raysen perge
undt das meynige, nicht länger, zu verseümen.


Les Princes Augüste, & Jean Casimir, vieils, dont les
filles, sont mal faites, ne se soucient pas beaucoup, dès
tribüts, qu'on donne aux filles: Mais, c'est a moy, qui< >en
ay Dieumercy, six, bien faites, graces a Dieu, de vigiler<veiller>
affin qu'on ne les abbandonne, & mon frere en a üne,
se pouvant encores marier une autre fois. Le Prince Jean,
est en la fleür de son aage, avec Madame sa femme,
et pourra avoir encores, plüsieurs filles, quoy qu'il
n'en ait pas encores. Et que pourra faire nostre
posteritè, a la manütention de laquelle, nous sommes
obbligèz, d'employer nos soings, & nos travaulx!
aussy bien que pour nous mesmes, pour ne leur faire preiüdice.


Le Prince Jean Casimir m'a dit aussy: Qu'il avoit bonne information,
que le Düc Christian de Braunschweig et Lüneburg a Zelle, auroit estè resolü,
a èspouser ma fille Eleonora hedwig s'il n'eüst craint, la mauvayse
teste, de Mala Herba, & que la fille pourroit heriter, la colere
& obstination de la Mere. Voyla a quoy nos vices nous por-
tent, & donnent occasion, a nous empescher nous mesmes,
en nostre felicitè, pütative.

|| [[Handschrift: 130v]]


Die Städte, haben sich heütte, gar schlecht erklähret, in
der conferentz. Alle Sachen, werden unß, sawer, undt schwehr gemacht.


Jn Summa: es scheinet, man will, ex Jmperio mero, ein Mixtum machen,
undt die Freyheitt, der ReichßFürsten, gewaltig beschneiden! At
Dominus providebit!


Eine supplication von der Stadt Zerbst, ist an unß reformirte
Fürsten, ahnkommen, im nahmen wol 300 personen. Bitten, umb
manutenentz ihrer kirche, undt freyen exercitij religionis
Reformatæ, wie auch, umb confirmation der reformierten prediger,
daß wird durch unsere intercession, wollten bey Fürst hansen,
zu wege bringen. Ce poinct est èspineux, en ceste assemblèe,
& sujet a reciprocation. Ainsy nous allons doucement,
& avons jntercedè neantmoins, envers le Prince Jean,
düquel nous attendons, üne desirable rèsponce.


C<ar>l U<rs>inus habe ich hinauß reitten laßen. Jst numehr, daß
ander mahl, weil wir alhier sein, zu Deßaw.


Diesen Abendt, habe ich herrnvetter Fürst Johann Casimir besucht,
undt herrnvetter Fürst Augustus, ist auch darzu kommen. Wir
seindt lange beysammen gewesen, undt Freybergk
hat etwaß relation, von der Zerbster erweysung gethan.
Man ist annoch dißcrepant. Gott vereinige, die Gemühter[!]


Je ne scay, comme on me tourmente? On persecüte secrettement
ma personne, & mon Regime. On üse des inquisitions exactes,
contre mes serviteürs, officiers, & süjets. Si un seül, a ün
petit morceau de pain, on le luy envie, sür tout, quand ils
recommencent, a bastir, & cependant, on veüt, qu'on se releve[.]

|| [[Handschrift: 131r]]


Si ie me plains, cela les offence[s], les autres Princes, quelques
Conseillers, et la landtschaft, en partie. On veüt m'imposer assèz
de fardeaux, mais on m'envie, mes allegemens. Je ne scay,
quel mauvais Genie, predomine, en ce malheüreüx pays, et
pourquoy l'on m'enveut aultant? Ô Dieü, assistes moy!
L'on desireroit, que trois ou quattre Bourgeois, qui ont un
peü dans Bernbourg, plüs de pain, que les aultres, sürporte-
royent toute la ville, dans laquelle, il n'y a, que dès masüres.
Mais cela seroit entierement inique, & dèsraysonnable. perge
Et de ces 3 ou 4 miserables citoyens, on fait plüs de
bruit, et dü tintamarre, que de toute la moitiè de la Noblesse!


Avis: que la mayson de Medici a fait donner dü poison au Pape
moderne, Jnnocent dixième il y a que lequels mois, en esperance, qu'il
devroit mourir, le nouvel an passè, pour introduire puis
apres, au siege Pontifical, le Cardinal de' Medicjs. Mais ce
Pape, a si bien üsè des Antidotes, qu'il vid encores, apres
avoir soustenü, en son aage avancè, üne griefue maladie,
si bien, qu'il paroist clairement, qu'il n'est pas <tousjours> en la volontè
et arbitrage des hommes, a pouvoir tousi<selon leur playsir> effectüer leurs desirs.


Le Prince Jean Casimir m'a dit, avoir nouvelle, que ma femme a ob-
tenüe, ün Passeport de l'Empereur par Walwitz, sü 1000
Wispel (Raum- und Getreidemaß)w de blèd, pour l'achepter, & passer aux peages libre,
& franchement, mais, que cela, ne l'enrichiroit point,
& preiüdicieroit aux Electeurs[,] Princes, & villes, qui ont dès
peages, sür l'Elbe. Elle s'endebteroit miserablement;
s'estonnant, comme ie pouvois permettre, tels preiüdices?

|| [[Handschrift: 131v]]


Je cory par quelques jndices, que nostre Noblesse
corresponde, avec quelques autres Noblesses, d'autres
Provinces en Allemaigne, pour tascher, a se joindre,
& a se rendre frances, & libbres, comme le Parlement
d'Angleterre, ce qui est ün Pernicieux conseil.
Jls veülent bien, que nous dictions aux villes,
ce qu'elles auront á faire, & croyent que nous
ayons la Puissance, de ceste Dictatüre, Mais ils
veülent estre francs aux contribütions, & tribüts,
& s'eximer, de tout devoir, rien faire, que gratis. perge
Preiüdice jnsüpportable, sür tout, s'il est fomentè
par dès Princes mesmes, qui n'ont pas le coeur, de
leür commender. perge

Samstag den 13den: November 1652.


Abermalß, seindt deliberanda mir eingeschickt, dadurch
man, vorige geschloßene dinge, in zweiffel zeüchtt, undt
neẅe händel, auf die bahne, bringet, so nicht viel taugen.


Ich habe pferde auf der bahne, auß meinem fenster
reitten sehen, welche Paris, undt Gebhardt Paris
beyde Werder, getummelt.


Wegen der Conferentz, mit der Ritterschaft, geschicht relation.
Jst zimlich abgegangen. Cantzler Milagius. Deliberanda. 1. Erkläh-
rung in dem landtTagsreceß ratione casuum reservatorum, einzu-
rücken, wie Sie zu bescheiden? undt ein expediren, zu ergreiffen? || [[Handschrift: 132r]]
Milag: opinirt, solches wehre, durch verahnlaßung der Städte, ge-
schehen, welche, wieder die Universalem Germaniæ Consuetudinem,
undt Receße, auch hergebrachte gewohnheitt, die Nobiles, den Schneidern,
undt Schuestern gleich, tractiren wollen. Der Adel, hette sich,
wol erklähret, 1. ratione Compassionis, mit unß, undt unsern subditis.
2. Ratione der agnoscirung der Schulden. 3. Jn nachlaße der über-
maße, undt SteẅerRetardaten. 4. Jn dem sie den so lange
gestrittenen punct, der haftung, fallen laßen. Man
sollte doch, dem Adel, satißfaction geben, undt den
vfsatz, wie er approbirt, undt corrigirt, bleiben laßen.
Nota Bene diesen aufsatz, hat man mir, kurtz vor der Consultation
geschicktt, undt ich habe ihn etwas ändern, undt corrigiren
laßen, damit wir, nicht zu viel nachgeben. Nota Bene der Ritterschaft,
wie Sie sich nennen, undt freye Frangken, fast sein wollen.


2. wie die Städte, ferrner zu bescheiden? da sagt Milag:
mit denen, wehre man gestern, in der conferentz, ad absurda
gegangen, Seindt sehr obstinat. Wollen wenig geben,
zu den casibus reservatis, undt begehren impossibilia,
alß: die übermaße von Steẅern, die Steuerratardaten,
undt darvon, wollen sie die FräuleinSteuer geben, undt der herrschaft
ihre liquidationes bezahlen, da es doch heißt: Non entis, nullæ
sunt qualitates. Verzögern die Sache. Dißiungiren sich,
von dem Adel. Begehren impossibilia. Reitzen andere.
Zerbst, will von den 84000 ThalernThlrn: nur 21000 auf sich nehmen.
Waß wehre das, vor eine geleichheitt? Vor eine Proportion?
Man würde ihnen, mit Schriftlicher Dictatur, einkommen müßen! || [[Handschrift: 132v]]
mit ieglicher Stadt absonderlich tractiren, undt Sie separiren,
in dem man ihnen weiset, daß die Stadt Zerbst, Sie zu über-
fortheilen, gedengkt, undt daß Sie sich selber, im lichten, stehen.
Den Schluß zu maturiren, undt der Stadt Zerbst, ihren
unfug, zu verweysen. <Dictatorie zu verfahren, wo <Sie> keine rationes gelten laßen, noch admittiren wollen. perge>


3. Eintheilung der capitalien. Solche
per Deputatos, zu elaboriren.


4. Reichßspesen, betreffend[.] Solche noch einmahl zu urgiren.
hofte, 3 biß 4000 ThalerThlr: würden sie geben.


5. Conferentz mit Cantzler Fromholdt, wann? undt wie?
solche vorzunehmen? Stellte es dahin, obs nöhtig, weil
ChurBrandenburg schon hinweg, nach Prag ist.


ObristLeutnant Knoche. 1. il faut gaigner la noblesse. Vfsatz
approbirt. Wenige erst zu erbawen. 2. EigenNutz.
impossibilia, werden getadelt. Die Fürstliche herrschaft, solte sich
mit dem Adel, conjungiren, die Städte trennen, So
würde sichs wol geben, ob dero erwiesene böse affection
dörfte bestandt haben? 3. Eintheilung der capitalien, in rollen
zu bringen. Auf einen gewißen Fuß zu setzen. Adel, undt
ihre subditj, zu registriren. Gewißheit der übermaße.
ObristLeutnant Knochen, Pfawen, undt Paul Ludwig zu committiren. 4. Bey der
Noblesse, mündtliche erinnerung, bey den Städten aber,
Schriftliche zu thun. 5. Fromholdt gehet nicht, nachm Berlin.
Ergo: sol dieselbe Conferentz, eingestellet sein, weil
man numehr, wegen Frosa, Nachterstedt, und dem Ascanischen Tittul nicht || [[Handschrift: 133r]]
tractiren kan, in so weitter endtfernung des churfürsten.


Freybergk. Sein herr, conformiret sich, undt er, mit den Votis,
die er kürtzlich repetiret. Suadet, die Städte, nachmittags, vorzu-
fordern, undt den Modum, der eintheilung der liquidationen, zu bedengken.


Doctor Mechovius. 1. Es seye eine differentz, in persona nobilium.
Jedoch, haften auf ihnen lehen, auch die onera, bevorab in casi-
bus reservatis, undt Sie wehren obligirt, anno 1611 in mutua
obligatione. Man köndte alles, nach meinem vfsatz,
(wie ich ihn corrigiret) temperiren. 2. Bernbürger, wolten
wie wol disponiren, undt von den anderen separiren. Jedoch,
müßte man auch, vor sie sorgen, undt ihnen aufhelffen.
Darnach, ein decisum, in der sache machen. 3. Knoche,
Pfaw, undt Paul Ludwig zu commissarien, zu gebrauchen. Die rollen
richtig revidiren, undt verfertigen. 4. Reichßspeßen
schriftlich bey den Städten, mündtlich, bey dem Adel, zu
urgiren. 5. Conferentz, mit Fromholdt, wehre unnöhtig.


Caspar Pfaw. 1. Beliebet den vfsatz. 2. Tadelt sie civitates.
Suadet ihre trennung. Räht zur maturation des conclusj.
3. Erinnert der Bernbürger noht, undt ruin. 4. 5. conformirt[.]


Doctor Schrigkel. 1. 2. Solche conferentzen, ad Acta zu
bringen, in einer relation. Den Aufsatz zu lesen,
so er noch nicht gesehen. Communen aufzuhelfen, darzu sie
Retardaten, nicht klegken, wehre auch, zu bedengken.
3. Proiect der Eintheilung, der Fürstlichen herrschaft, vorzuzeigen.
4. undt 5. Conformirt sich, mit den vorsitzenden.


Hagke. conformat sese; undt daß man keine Neẅerung, einzuführen.

|| [[Handschrift: 133v]]


Licentiat Keppe. Eintheilung der Steẅren, in casibus reservatis,
grosso Modo, zu machen, wegen Zerbst, sonst würde es
eine große ungleichheitt, undt dißproportion geben
zwischen der Stadt, undt denen Amptßundterthanen[.]
Die Distribution der herrschaft, in handen zu laßen[,]
damit sich ein solches, der Raht, nicht anmaße.
Der Adel hat sich erklähret zu haften, vor sich, undt
seine undtersaßen, das wehre hoch zu halten!


Schuemacher. Will specialius, nicht votieren, wegen
des Cöhtnischen Antheilß, in theilung der Schulden, weil
es wieder seine pflichtt, undt sein gewißen lieffe.
Conformat se, cum reliquis, im übrigen.


Paulus Ludwig. Erinnert der Bernburger
Stadt, undt Amptt, jnterresse. Conformat sese, in reliquis.


Fürst Christian. Discourirt, von den landtStenden,
oder landtschaft, welche in Adelichen, bürgerlichen,
undt Gemeinen, undterthanen bestehen. Die onera
haften auch auf ihnen, sonderlich in casibus reseva-
tis, darvon Sie sich nicht, eximiren können,
wie darvon vor ein par tagen nur, so wol die
Adeliche, als gelehrte Rähte, vernünftig votiret
haben. Æstimiret doch, man solle die Adelichen, mitius
tractiren, wiewol Sie bey andern Chur: undt Fürsten || [[Handschrift: 134r]]
bißweilen die helfte, bißweilen den dritten theil der
Schatzungen, geben müßen, wenn man fleißig würde
nachfragen? undt ihren schuldigen gehorsam, müßten
sie nicht gar, auß den augen, setzen. Die obligation
de anno 1611 wehre einmahl dar, der vfsatz würde,
wie ichs corrigiret, zu temperiren sein, undt da behielten
sie doch noch, große prærogativen. 2. Die Städte
müßte man separiren, ihnen ihren unfug verweisen,
undt ein Decisum machen. Die Bernburger, wolte
ich verhoffentlich, wol disponiren. Der Zerbster Rähte,
erinnerungen, wehren auch zu attendiren. 3. dazu
köndte: Knoche, Pfaw, undt Paulus Ludwig, ge-
brauchtt werden. Jch bähte aber, man wollte
meine nähermahlige erinnerungen, wegen des
Bernburger Antheilß, undt erlittener großen ruin,
behertzigen, undt mir satisfaction thun. 4.
die Reichßspesen, schriftlich bey den Städten,
bey dem Adel aber, mündtlich urgiren. Der
vfsatz der ¼fachen anlage, oder ein mehreres,
würde wol nöhtig sein. 5. Conferentz, mit
Fromholdt, hieldte ich an itzo, vor unnöhtig,
weil sie von schlechten effect, sein würde, undt der
ChurFürst von Brandenburg so weitt hinweg. Fürst Johann Casimir und Fürst Hanß,
müsten auch darüber, gehöret werden. Fürst Friedrich undt den
unmündigen, köndte man nicht præiudiciren. Fürst August concludit! || [[Handschrift: 134v]]
Undt es wirdt abgelesen, noch zum überfluß, der vfsatz,
damit ihn die Zerbsten rähte auch anhören. Nota Bene
<Nota Bene> Jn der umbfrage, seindt alle Rähte, mitt einig,
außgenommen Licentiat Keppe, welcher in meiner correction
daß wortt: ihre schuldigkeitt erkandt,
(naseweiser maßen,) außgelescht haben will.
Nota Bene die andern alle schweigen, undt sagen:
Sie haben nichts darbey zu erinnern.


Unahngesehen, dieses placitirten Schlußes,
undt als nachmittags, die Conferentz, mit
dem Adel, sol vor sich, gehen, noch deme man
wenig gesundtheitten, über der tafel, (durch
verahnlaßung Fürst Augusti) getrungken, undt
ich baldt nach der mahlzeitt, meinen CammerRaht
Doctor Mechovium, geschicktt zum ObristLeutnant Knoche, ihn
gnedig ersuchende, daß es doch, bey dem corrigir-
ten vfsatz, verbleiben möchte, undt nichts
geendert werden möchte, da hat er herauß
gefahren, undt gesagt: Es köndte nicht anderst
sein, das wortt: Schuldigkeit erkandt,
müßte außgelaßen, werden, anderst würde
sich die Ritterschafft, zu nichts verstehen, || [[Handschrift: 134r]]
undt man müßte ihnen, gute wortt geben, undt Sie
doucement tractiren, wollte man anderst etwaß von
ihnen haben. Alß nun, Doctor Mechovius regeriret, es wehre
ia nur ein compliment, undt stünde mit eben solchen
wortten, in dem landtTagßabschiede, de anno: 1611
da hat, weder Knoche, noch Cantzler Milagius,
daßelbige vor ein Compliment achten wollen,
Sondern gesagt, der Adel würde sich, darwider
setzen, undt es nicht eingehen. Waß etwa
im vorigen landtTagsabschiedt, zu ersehen,
wehre nicht auf den freyen Adel, Sondern
auf die Bürger, undt pawren zu restringiren.
Knoche, ist darüber, zornig, undt voller
unmuhts, hinweg gegangen, undt hat geschworen,
Er wollte kein ehrlicher Mann sein, wo ferne
er heütte zur Ritterschaft, gehen, undt mit
ihnen, Conferiren wollte, wo ferne man
solche händel nicht fahren, undt fallen ließe?


Seindt das nicht concussiones, Paradoxa,
undt das man will sich von allem gehorsam,
von aller Schuldigkeitt, eximiren, undt keine
iura Superioritatis, mehr gelten laßen, noch ad-
mittiren, Sondern, allen Respect, vorliehren.

|| [[Handschrift: 134v]]


Carl Ursinus hat lächse sehen fangen, Nachmittags.
Gestern, hat man vfm iagen, 6 Rehe, gefangen.


Fürst Lebrechtt, hat heütte abermals, einen schönen Rehe-
bogk geschoßen, deren er schon in die 20 etzliche tage hero,
gefället.


Bodenhausen undt die von der landtschaft, haben sich
heütte eines theilß, gar wiedrig angestellet, alß
man ihnen, <Caspar Pfaw> meinen corrigirten vfsatz, vorgelesen.
Sie haben alsobaldt gesagt, dareyn köndten sie
nicht willigen, Sintemahl, man ihnen hindten
wieder nehme, waß man ihnen, vorn gebe, da
man ihnen doch, nur allzuviel freyheitten gibet.


Jch höre auch, Sie sollen sich zusammen verbunden haben,
das keiner ohne den andern, etwaß einzuwilligen
gesinnet ist. Es sol auch keiner nichts lesen, es
seye dann, die gantze Ritterschaft, darüber
gehöret, undt darmitt zufriedenb.


Dieses alles, siehet einer meüterey, formir-
ten Parlament, independentz, undt ab-
schüttelung des Jochs, der Schuldigen undterthe-
nigkeitt, über die maßen, ähnlich. perge Pacience!
Jl faut veiller! & sonder a autre remede!

|| [[Handschrift: 135r]]

Sonntag den 14den: November 1652.


J'ay pensè ün peü, aux occürrences d'hier, m'èsbahissant,
de ce, que le Lieutenant Colonel Knoche, m'osa dire, que la Noblesse ne
donnoit par an, que 3000 Dalers, lors que le reste dü
Pays donnoit 30000 de tribüts, ainsy ce seroit la dixièsme
partie seülement. (Mès gens, ne scavent pas les rolles exactes[.])


Toutes fois devant trois jours, Keppe osa dire, que les Nobles
dennoyent, la sixiesme partie, ou le sixième denier et cetera. Cela
est discrepant. On les a traittè doucement a cause de leür quali-
, (qu'ils peüvent bien mettre en avant, sür tout, ceüx quj
ont voyagè en France!) & a cause dès principaulx dentr'eux,
lesquels ont estè Conseillers, ou Officiers, aux cours dès Princes.
Mais ils se font dès prerogatives, franchises, & immunitèz
eulx mesmes, n'ayans pas les Privileges, de la Noblesse
franche & immediate, de Franconnie, de Svaube, & dü Rhijn,
& veülent secoüer le joug de sübjects, & l'obbeissance deüe!


Ceste gangrene, d'estre traittè en Seigneürs, comme èsgaulx
aux Princes, va serpant tout a l'entour d'Allemaigne,
& donne bien de la peine & fascherie, aux Princes libbres,
qu'ils reduysent en fin, eulx mesmes, en servitüde,
comme l'indülgence dès Roys d'Angleterre & de Poulogne,
les a enfin reduicts, de Roys absolüs, qu'ils estoyent, en
l'estat, ou nous les voyons reduits! Jl est vray, qu'il faut
recercher, ceux, qui ne sont pas sous nostre commendement, et
en societè, mais il fauldroit donc distinguer, ce, qu'on commande
conioinctement, et ce, qu'on desire à part en sa Tetrarchie, chascün.

|| [[Handschrift: 135v]]


Jls ne veülent plüs èscouter, en commün, ce mot de desirer
begehren, moins le mot de commander, ains, ils veülent estre
recerchèz, ersucht, & faire, gratis & precariò, ce, qu'ils font.


Jls se referent sür les Voysins. Qu'on s'enqueste, si
les voysins, a Weymar, a Berlin, a Dresen[!], a Halle,
n'assistent genereüsement, leurs Princes, quoy qu'en
partie, ils ne soyent leurs Seigneürs heredjtaires, & s'ils
font tant de difficültèz, comme font ces miserables
gueüx conioincts, en ceste malheüreüse Princjpautè?
Je scay, qu'en la Marche, on a osè demander, la moytiè
dès contribütions, a la Noblesse, puis le tiers, & aux
ville, deux tiers. En Misnie, les nobles ne sont nüllement
exempts, ains süjets a contribüer, qu'on nomme ce mot,
avec tel tiltre, qu'on vouldra, soit de leurs champs, soit
de leurs chevaulx feudals. En la Düchè de Brunswigk
& de Lünenbourg, ils ne sont nüllement exempts les
nobles, & cependant ils sont si effrontèz d'oser alleguer, tels prejüdices.


Jls font ce, qu'ils veülent. Car les Princes mesmes, Fürst August et Fürst Johann Casimir
les favorisent, prenans peüt estre, secrettement des sübsides, d'eulx,
leurs Conseillers Milagius, & Knoche, parlent, pour la Noblesse,
le Prince Jean, (quj a tout autre desseing, en la Religion, & en
l'entiere separation d'avec nostre societè Leonine) ne s'en
soucie gueres, les laisse faire, parlant pour eux, & cuidant,
de les attrapper, a son temps, n'ayant encores point de filles;
il n'y a que moy, qui se rend odieux avec oppositions necessaires, || [[Handschrift: 136r]]
& estant indigent, ruinè, & necessiteüx, ils croyent, me pouvoir
gourmander à playsir, se tenans fermes, en leurs demandes
exorbitantes, & se mocquans dès Princes infirmes, & dèsjoincts.


L'argent fait tout, dit le Proverbe. Ainsy, estans ünis,
ils peüvent faire parler a leur fantasie, ceux, quj
se laissent facillement corrompre! Dieu nous ayde!
Dominandj libido, nullum novit, aut admittit
modum; inprimis afflante Fortuna!


Jls scavent bien, que jadis, on a üsè ces mots, qu'ils nous
dispütent maintenant, voulans achepter de nous, a vilprix
encore, les droicts, de Süperioritè, & puis apres nous
contenter de vaines, ou longues esperances.


Der Cantzler Milagius, hat gewaltig heraußstreichen
können, mit wortten, waß daß vor eine gewaltige
Sache, undt großer gewinst wehre, daß unß die Edelleütte
die Steẅerresta gleichsam schengken, undt anheim geben
wollten? undt er selber, hat heütte, in pleno gesagt,
(alß er von den Städten, redete, das dieselbigen irre
giengen, undt unsere FreẅleinSteẅer, an solche
retardaten, weisen wollten,) daß wehre eine seltzahme
Sache, sintemahl es hieße: Non entis nullæ sunt qualj-
tates. Wenn etwas auß den Steuerretardaten, zu erlangen
wehre, würden Sie uns darahn, nicht zu weisen, begehren.
Ergo: ists unrecht, wenn es die Städte thun, So kan es auch nicht
recht sein, noch grossen nutzen bringen, wenn es der Adel thut?

|| [[Handschrift: 137v]]


Jst es nicht, eine enormis læsio, ultra dimidium, daß der
Adel darf nur den zehenden theil geben, ad causus reservatos,
undt darzu, dieses noch, zum behelf, undt fortheil anziehen,
weil es wenig, so wollten Sie gerne, gantz verschonet bleiben,
undt sich eximiren. Jst daß nicht perfide & dolose gehan-
delt, laüft es nicht, wieder un<ihre> Erbhuldig: undt lehens-
pflichtte, unsern schaden zu warnen, frommen, undt bestes,
zu suchen, unß bey unsern landen, undt leütten,
würden, undt gerechtigkeitten, erhalten zu helfen.
Waß wieder solche geleistete pflichte laüfft, kan
in den rechten, keines weges, bestehen, noch gültig sein.
Es laüft auch, wieder unsere iura superioritatis,
nicht alleine, Sondern auch wieder den schwehren Fürsten-
eydt, welchen wir dem Kayser, undt dem Reich, geschwo-
ren, undt wieder die wolfahrt, unserer posteritet.


Gleichwol, achtet man solches alles nicht, bey so
beschaffenen sachen. Man schreyet, undt schreibet
wieder mich, undt den Bernburger Antheil. Derselbe
hat alles gethan, undt verhindert, wenn man
nicht baldt zu allem, (es seye, so ungereümbt, alß
es wolle!) ia saget. Man will uns die Creditores,
übern halß, setzen. Man will nichts willigen,
keine beyhülfe, keinen zuschuß, man decliniret, alle
invidiam, auff mich. Jch muß das kalb ins auge gestochen
haben, wenn ich nur etwas contradicire; undt was rechtens beobachte.

|| [[Handschrift: 138r]]


Dieweil heütte Jahrmargktt, alhier zu Deßaw, ist, seindt
wir nicht in die kirche, Sondern zur lachßfischerey, gegangen.
<ein dachs, ist heütte, auf der Rennbahne gehetzt worden.>


Philipp May; ist auß Hollandt, wiederkommen, mit schreiben
vom Wyckfort undt vom Valckenier. Gott lob! der ihn bewah-
ret hat, wiewol alles, in confusion, noch stehet im Niederlande.
Le Marchard a Leiden s'appelle: Christoval Rottinghen15, pour les Collectes[.]


Schreiben von Viktor Amadeus Fürst zu anhalt[.] Item: vom Tobias Steffeck von Kolodey[.]


Meinen Schwager, zweymahl besuchtt, die Schwester, einmahl.
Fürst hanß, ist wiederkommen, von Zerbst, zu abends.
Freẅlein Juliana habe ich zum vierdten mal numehr,
eine visite, angebotten. Sie hat sich aber allemahl wegen
ihrer großen unpaßligkeitt, excusirt. perge
<Bodenhausen, undt dem alten Schlegel habe ich heütte auch zugesprochen.>


ObristLeutnant Knoche, hat heütte vormittage, (kurtz vor dem eßen)
gegen Fürst Augusto undt mir, lautte sich endtschuldiget, er
köndte nicht mehr, den consilijs, wieder die Ritterschaft,
(alß selbst jnteressirter,) beywohnen, bähte ihn damitt
zu verschonen. Er hette auch derentwegen, der gestrigen
anbefohlenen conferentz, beyzuwohnen, bedengken
getragen. Köndte leichtlich, ungnade bey unß,
undt undangk bey dem Adel, verdiehnen, vermöchte
auch die lose wortt, undt Stichelreden, von einem
undt andern, undter ihnen, nicht zu leyden, noch zu vertragen.
Daß concept, wehre erstlich wol aufgesetzt gewesen,
wann es nur darbey, geblieben wehre. Als man es
aber corrigiret, hette er nichts wejtters, darbey
thun können.

|| [[Handschrift: 138v]]

Montag den 15den: November 1652.


Nacher Bernburg geschrieben, a Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt[.]


Nachmittagß, ein groß Schwein, auf der Rennbahne
vor den hunden gefangen, neben Fürst hansen. <Postea: einen dachs prellen helffen.>


Postea: in den Rhat gegangen, wichtige Sachen,
zu deliberiren, da ObristLeutnant Knoche, sagte: Es gebe keiner
vom Adel, weder in der ChurSaxen, noch in der Nachtbarschaft,
ichtwaß, zu den casibus reservationis, in spetie zun Freẅlein-
Steẅren. Mà! non lo credo!


Der landtschaft guhtachten, über alle puncta so ihnen proponi-
ret, wirdt verlesen, ihre concordantzen, undt dißcre-
pantzen, nemlich: des Adelß, mit den Städten,
undt darauf, von punct zu punct, votiret.


1. übernehmung der capitalien, auf des Adels gühter,
vor sich, undt ihre undtersaßen, so weitt ihre
Steẅren, sich erstregken, alß wir auch thun wollen.


Excüse, daß es nicht eher beschehen können. Alles zu thun,
unbeschadet des Receßes, de anno 1611 zu agnosciren,
nach der Rolle, de anno 1589. Nach erlegung der capitalien,
Sie von allen Schulden, zu befreyen. Die Fürstliche herrschaft sol sich,
eben so wol verobligiren, damit der Adel, nicht ferner ange-
sprochen. Städte begehren confirmation ihrer prediger.
Jtem: das ius compensandj auf die TrangkSteẅren.
Der punct der haftung sol reciproce fallen. et cetera et cetera

|| [[Handschrift: 139r]]


Cantzler Milagius. Weil der Adel, undt die Städte, alle Capitalia nun-
mehr auf sich nehmen wollen, conceditum, undt wirdt acceptiret, mit dangk.
Die conditiones aber, zu suspendiren, biß unser gegen conditiones
recht examiniret seyen. Compensationes wehren zwahr zu admittiren,
aber nicht auf die trackSteẅern, sondern auf die Steuerretardaten.
Können sie 6 pro cento, kriegen, andere aber, mit 3 pro cento,
abweisen, schadet, nichts. Wir können solches wol geschenen laßen.
Punctus der haftung, müßte reciprocus sein, doch bey den un-
dterthanen, nicht bey der Fürstlichen herrschaft, welche nicht
fidejussorie zu belangen.


ObristLeutnant Knoche. Befleißiget sich der kürtze, weil Fürst Augustus
gesaget, man solle nichts tædiose wiederholen, sondern es
kurtz machen, wer nicht neẅe erinnerungen zu thun hette?


Freybergk. Casus insolitos, zu excipiren.


Doctor Mechovius. Stadt Bernburgk, nach dem moderirten quanto,
zu consideriren, anders ist es, eine jmpossibilitet.


Caspar Pfaw. Redet auch von der haftung.


Doctor Schrigkel. Wann eine commune, verderbet würde?


Hagke. <Conformat>. Keppe. <Conformat>. Schuemacher. Bedinget, wegen des Cöhtnischen
Antheilß, So ferne die theilung der Schulden, seinem Printzen,
unschädelich. Paulus Ludwig. Bedinget, mein ius quæsitum,
an denen, mir verschriebenen, landt: undt trangkSteẅren.


Fürst Hans. Endtschuldiget sich. Jst nicht genung informirt,
in den Bernburger Sachen. Fürst Christian. helt sich, an den landtags-
abschiedt, de anno 1611 reycirt die præiudicirliche haftung, welche
billich, nur auf die execution, verstanden muß werden. || [[Handschrift: 139v]]
Bedinget, sein ius quæsitum, undt verschriebene landt:
undt trangkSteẅren, wie auch, der Stadt, undt Amptt
Bernburgk, sublevation. Fürst Augustus concludit in termi-
nis generalibus, undt daß man ia die sachen, nicht weittläuf-
tiger mache, en quoy il me touche.


Conditiones, werden abgelesen. 1. die Eintheilung der Schulden,
seye zu verstehen, de anno 1611 nach selbigem landtTagsabschiedt.
<Canzler> Coniunctio darinnen, der herrschaft, undt landtschaft, approbatum!
2. den bewußten Patrimonialschulden, recht zu appliciren.
Der herrvetter Fürst Augustus sol es auf seine Aempter, nehmen,
die andern herren auch, auff die Jhrigen. Die verschrei-
bungen, sollen nach, wie vor, in ihrem allten vigore,
verbleiben. Fürst Christian, hette genungsahme versicherung,
undt würgkliche perception, zu hoffen, undt in handen.
Daß ius quæsitum bliebe ungekrengktt. Fürst hanß
hette wenig schulden, undt genung Steuern davor, in seinen
Aemptern. Fürst Augusto köndten angewiesen werden,
seine Aempter, Plötzkaw, Wulfen, So dann, die
Steẅren, in den SenioratEmptern, undt der überrest,
in den dreyen Antheilen, Zerbst, Deßaw, undt Cöhten.
Die Städte zwahr wollen sichs alleine, nicht laßen
zutheilen, aber man hette solches nicht zu attendiren.
Solcher gestaltt, würden wir, an unsern Patrimonial
gühtern, nicht gekrängket. ObristLeutnant Knoche. Freybergk. || [[Handschrift: 140r]]
Doctor Mechovius. Conformant sese. Caspar Pfaw. Wol sich vorzusehen, da-
mitt auch Fürst Friederich, sein herr, nicht gefehret werde, welches
er bedinget, undt umb versicherung, insistiret. Doctor
Schrigkel. Hagke. Keppe. Compensation in Fürst hanß, schulden.
Schuemacher. Referiret sich, auf sein voriges votum, und exception.
Paulus Ludwig. Bedinget meine verschreibung, und obligation,
in jntegro, zu verbleiben, an verschriebenen landt: undt trangkSteẅern.


Fürst Hanß. Gönnet mit daß meynige gern. Nimbt daß Seinige
an sich, wiewol er befahret, daß er nicht alles werde heben können.


Fürst Christian. <hette gerne spatium deliberandi>[.] Bedinget sein ius quæsitum, obligation, undt
realassecuration, protestiret, im fall es im verderbten
ruinirten Antheil, nicht zu erheben? daß er anderstwoher zu befrie-
digen, undt seine assecuration, in salvo verbleiben,
auch von der übrigen herrschaft, kraft der Erbverträge,
zu evinciren, weil es auß der Erbtheilung herrühret.


Fürst Augustus interloquirt, undt zeücht daß Seinige ahn. Concludit.
3. Beneficium Divisionis. Casus fortuitj (will der Adel)
sollen nur subsidia charitativa sein, undt also im landt-
Tagsabschiede, de anno 1611 zu erklähren. Cantzler Milagius.
Den punct, müßte man beßer elaboriren. Ratione der
bürgerlichen, der eingreiffenden, der Patrimonialien, diesen
punct wol zu faßen. ObristLeutnant Knoche. Freybergk. Doctor Mechovius.
Conformant sese, undt Knoche dringet darauf, daß es der Adel, nicht
schuldig. Doctor Schrigkel. Hagke. Keppe. Nennen es zwahr, subsidia
Charitativa, iedoch mit reserve. Schuemacher. Wüntzschet: man wehre
in commune, geblieben. Paul Ludwig[.] LandtTagsabschiedt, de anno 1611 bleibe. Fürst Hanß.

|| [[Handschrift: 140v]]


4. Stadt Bernburgk, in der that, zu subleviren. Jst sußpendiret,
biß man mit dem Adel, geredet. Die Städte wollen etwaß,
auß der übermaße, hergeben, daß übrige, zur cassa haben.


Cantzler Affirmation einig. Ein par Deputirte, sollen
diesen punct vorbringen, worauß die hülfe geschehen kan?
auß der übermaße, Steẅer retardaten, undt anderm.
Ferrnere undterredung, undt elaboration. Reliquj
conformant sese. Fürst Hanß. Die Ritterschafft, wolte gegen
die herrschafft, verbunden bleiben, nicht aber, gegen die
Städte. Neben reverß, oder undterschrift der Prothocollen,
von ihnen, zu begehren. Die übermaße zu erhalten,
wie auch, den landtTagßabschiedt, de anno: 1611.


Fürst Christian. Conformirt sich hiermitt.
Fürst Augustus. Will gar nicht, den Adel vinculiren.
Morgen sol man deliberiren, den Modum, der Aufhelfung.


5. Buraw, undt Brambach, undt wegen der frembden
Jnngeseßenen. Cantzler Milagius. Buraw, auß der division,
zu laßen, weil selbige Compterey, nicht in der rolle ist.
Brambach anlangende, durch die Rähte, selbige Sache, zu
vergleichen. Außwärtige betreffend Wer gühter im lande hatt,
kan compelliret werden. Anders, schickt sichs nicht. Dieser
punct, wehre beßer zu elaboriren. Sonderliche zu den
casibus reservatis, zu steẅren. ObristLeutnant Knoche. Freybergk.
Doctor Mechovius. Caspar Pfaw. Conformant sese. Doctor Schrigkel, hacke,
Keppe, conformiren sich, wiewol der Schrigkel, undt Keppe, die sachen || [[Handschrift: 141r]]
von Buraw, undt Brambach, etwaß außführen. Schuemacher.
Conformirt sich, wie auch Paulus. Fürst hanß. erinnert seine Sachen.
Fürst Christian conformirt sich, undt das Fürst Augustus zwischen, Fürst Johann Casimir
undt Fürst Hans wegen Brambach, sich interponiren möge. Fürst Augustus.
Concludit, auch die exteros zu collectiren, wo es in observantz kommen.


6. Privatj creditores, der zinßen halben, zu begühtigen. Jn piis
causis, vor voll. Der Adel siehet noch wenig media. Stehet
auf nachdengken, ferrneren versuch, undt außarbeittung.


7. compensationes. Der Adel ist zufriedenc. Jedoch, daß die
trangkSteẅren, nicht dahin kommen, wie es die Städte begehren.


8. SteẅerRetardaten. Der Adel ist damitt zufriedend, das
wir sie behallten, wie auch, des superfluj halben. Die
Städte nicht. Ergo: sol man den Adel gewinnen, undt conten-
tiren. Keine allte zinßen, den Städten weitter zuzuweysen,
alß ihre Steẅrenretardaten, sich erstregken.
Concludit Fürst Augustus, (nach dem ich protestirt, ad Jmpossibilia
nicht gedrungen, noch darzu adigiret zu werden können,
welches mir dann, mißgedeüttet worden) alles in favo-
rem nobilitatis, gleich als ob er von ihnen, beschengkt worden.


9. Ein¼theil vfsatz vf der landtSteẅer, zu beßerer ab-
legung der capitalien, undt zinßen. Darzu können sich, die
Städte, nicht verstehen. Müßen aber wol sich dictiren laßen.


10. Die SteẅerSchuldt, ist ein Onus inhærens den gühtern.
Keine consenßgelder, darvon zu geben, weil die Steuern keine lehen.


11. Kein capital, mit zinßen, zu beschwehren, wo keine retar-
daten vorhanden.

|| [[Handschrift: 141v]]


12. handlung, mit den Creditorn, Sonderlich den Bürglichen,
denen man es nicht aufdringen kan. Noblesse will es
auß den Steẅerretardaten nehmen. Jst impertinent!
Man wirdt uns ia nicht, mit einer handt wieder
nehmen, waß man unß, mit der andern zur aufhelfung,
gegeben, undt angewiesen. Ergo: weil unß solche
retardaten, schon erlaßen, vermeinet der Cantzler,
sol es auß einer neẅen imposition herfließen.


13. Steẅern, den vorzug, vor allen andern, zu laßen.
Nobiles wollen, man solle genawe jnspectores in allen
Antheilen haben. Bey der Commission, solche inspection
zu elaboriren. Die Städte dissuadiren die inspection.


14. Von welcher zeitt, diese verfaßung, ihren ahnfang
nehmen solle? Noblesse vermeynen, es könne vor Johannis,
nicht geschenen. Eintheilung, accurat zu machen.


2. Præterita, der 83 mille ThalerThlr: FreẅleinSteẅren.
trangkSteẅer, undt ¼ vfsatz, rahten die nobiles.
Civitates dissuadent. Catzler Milagius. Ferrnere
instantz zu machen. trangkSteuer kan nicht cessiren.
Städte haben unß nicht vorzuschreiben.


ContributionSchulden. Stehet auf gütlichem vergleich.
Landtschafft, will unß 20000 ThalerThlr: Cammergelder, (nemlich:
200 ThalerThlr: iährlich bewilligte contribution, wie Sie sagen)
remittiren, auch Fürst Hans, undt Fürst Johann Casimir durch eine Conferentz, contentiren.

|| [[Handschrift: 142r]]


4. Casus reservatos anlangend will der Adel damitt verschonet
bleiben, schlägt die trangkSteẅren vor, undt das man die
ferrnere Subdivisiones, einstelle. Cantzler Milagius. Noch-
mahlige instantz, zu thun, weil Sie, de jure, ad casus
reservatos ie verbunden! Die subdivisiones anraichende,
wehre es, bey dem Adel, eine vergebliche Sorge. Wir werden
vor unß selbsten, schon diesem punct, nachdengken, undt
Sie über die gebühr, nicht beschwehren. An itzo, wehren
weniger Freẅlein, alß vormalß, Jn 35 iahren,
kan diese Schuldt, nicht getilget werden, wann schon
iährlich: 30000 landt, undt 16000 trangkSteẅern, einkähmen?


Zu den ReichßTagsspeßen, nemlich: zur Abschickung,
williget der Adel 3000 ThalerThlr: wollen sie auß der
Quarta geben, nichts mehr aber darzu. Die 25 -
mer Monat, auß dem vfsatz der Quartæ, wie auch
den undterhalt der vechtischen garnison, undt die
satisfactiongelder, wann Sie noch einmah von der
Crone von Schweden, sollten gefordert werden.


6. Die GesindeOrdnung, undt landeßordnung,
stellet die landtschaft, der herrschaft, undterthenig anheim.


Cantzler Milagius bittet, ihn morgen (gebe gott)
zu verschonen, weil viel zu thun, undt zu concipiren.


Jtem: ob man replicire? oder in form eines receßes in
continentj alles bringe? ultimum approbatum conceptsweise.

|| [[Handschrift: 142v]]


Kurtz vor der abendtmahlzeitt, sagt mir, Fürst hanß, er wolte
das der landtTag sich zerschlüge, oder vorhero, nach so stargken
Oppositionen, seiner, undt meiner, zu rücke gegangen
wehre, er wolte nichts darnach gefraget haben,
wann wirs nicht solten gebeßert sein, oder nur
præiudicia machen, mit vorwurf der posteritet. perge

Dienstag den 16den: November 1652.

<1 Rehe nach Bernburg[.]>


Frühe in die predigt, Ern Albinj, da er von Allter,
einen feinen Sermon gethan.


Darnach, hinauß auf die Jagtt, mit vetter
Hanß Geörgen, undt Carolo Ursino, darzu
dann auch die vettern Fürst Hanß, undt Fürst Lebrechtt,
gleichßfalß kommen sein, undt etzliche Jungkern.16
Wir haben drey Sawen <einen Fuchß>, undt ein Rehe einbrachtt.


Jch hatte das glügk, das ich auch eine zimbliche
bache, durch einen hinderLauf, geschoßen, undt sie
also verlähmet, desto leichter, fangen laßen können.
Es ist in dem holtze, (die Fischerey genandt) bey
Scholitz, gewesen, eben an dem orthe, da der
vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimir, (gestern
Sechß wochen,) den hieb bekommen, undt Jhre Liebden Sohn, Fürst
Hanß Geörge, hat mir die Wahlstatt, gewiesen,
wo sein herrvatter, undt auch er selber, mit dem
Schwein, angefochten gewesen? Gott lob! daß es noch also || [[Handschrift: 143r]]
abgegangen, undt nicht ärger gewesen! Gottes Regierung, undt
gnadenhandt, ist darbey überflüßig, zu verspühren, gewesen,
der wolle ferner, über unß, schalten, undt wallten!


Den Schwager, habe ich, nach unserer glügklichen wieder-
kunfft, besucht, undt es wahren eben briefe, durch unsern
abgefertigten bohten17, von Prag, ankommen, vom Agenten
Schrimpf, wegen unserer gesandten accommodation, undt
rayse des Kaysers, nacher Regenspurgk, auch anwesenheitt der
ChurFürsten, zu Prag, undt ihren Tractamenten, mit
übersendung, des Chur: Säxischen undt Brandenburgischen Furrier-
zettelß, Jtem: der Gernrödischen lehensSache, welche
soll zu Regenspurg (ob Gott will) zu ihrer perfection, gebracht
werden.


Schreiben, von Paris, Wien, Prage, halle, Ballenstedt, et cetera
entpfangen.


Die Ordinarij avisen, geben: das Barcellona, undt Casal
beyde plätze, von großer wichtigkeitt, gewiß wieder in Span-
nische hände, gerahten, wie dann auch, der Prince von Condè
mit hülfe der Spannischen, die Stadt Rethel, sol eingenommen
haben, undt Metz zusetzen. Der Düc d'Orleans, hat sich
mit dem Könige, verglichen, undt es dörfte der Cardinal
Mazzarinj, wieder geruffen werden.


Die Engelländer, haben ein auge, auf hollandt, undt die
hölländer, auf Engellandt. Admiral Tromp, sol sich sehr
stärgken, undt auf den Black baldt loß gehen, auch die
zaghaften Schiffcapitains18 zu bestraffen, beordert sein. Es stehet
noch darauff, das der Printz von Uranien, sol aller Provintzien, General undt

|| [[Handschrift: 143v]]


Admiral werden. Die alliance, zwischen den Staaden,
undt der Crohn Frangkreich, helt man vor sicher.


Jn Schweden, ist auch ein ReichßTag, betrift neẅe
subsidia, undt sublevationes, in ihrem Estat.
Die Alte Königinn, Graf Magnus, undt andere
Staatspersonen19, krongken noch sehr.


Jn Polen, förchtet man sich wiederumb, vor den
Tartarn, undt Cosagken, undt suchet sie zu trennen.
Der König, hat die Tartarische gefangene20, frey
loß gegeben. Der Chmielinsky, sol mit hülfe
des hospodars, auß der Wallachey, suchen
die Moldaw auch zu occupiren, undt sich dadurch,
noch formidabler zu machen. Des Türgken überzug,
wirdt auch geförchtet, so wol in Ungarn, alß in Pohlen.


Die Venezianer, tractiren zwahr, an der Ottomannischen
Porten, iedoch sub clypeo, undt stärgken sich sehr.
Jnnmaßen dann den Bassa von Alepo, abfall ihnen
zuträglich. hingegen, die Türgken auch nicht faul sein.


Es soll in Candia, in Rhodiß, im Archipelago,
undt selbiger enden, die pest greẅlich graßiren,
wie auch undter den Cosagken, undt in gantz Polen,
also das selbiges Königreich, fast einer wüsteney, ähnlich siehet[.]


Der Natalin Furlan, ein Renegat, ist im Türckischen
glauben, zu Venedig, (da er gefangen gelegen) gestorben, undt man hat || [[Handschrift: 144r]]
ihn, auf der Jüden Gottesacker, begraben. Ein hertzogk
von Wirtembergk, sol starck vor Venedig, werben.


Der Duca di Mantoua, bemüht sich, umb die Gonzaga
zu accommodiren. Den macht er, zum Gouverneür, in
Casal, den andern, zum Stadthalter, über gantz Montferrat,
undt Don Camillo Gonzaga, welche beyde ich, am kayserlichen
hofe, wol gekandt.


<Jm Elsaß, ist auch noch alarm, undter den Gallis, undt der Bischof von Wormß, ist gestorben.>

Mittwoch den 17den: November 1652.


Jch habe wieder geschrieben, nach Bernburgk, undt
ein Rehe, so man mir alhier verehrt, dorthin geschicktt.


Zum frühestück, habe ich erfahren, daß die Ritterschaft
oder, der landtadel, gestern greẅlich tumultuiret, undt
schwierig gewesen, undt einer hie, der andere da hinauß,
undt darvon reitten wollen, wann man nicht thun
will, alsobaldt, waß ihnen gefällig, undt gleichsam, ex
præscripto sich alles will aufbürden, undt vorschreiben laßen.


Sie gehen darmit umb, daß die Fürstliche herrschaft, auch nur sol
die helfte ihrer PatrimonialZinßen, allen anderen cre-
ditoribus gleich, (wieder alle rechtt, undt billigkeit) nehmen.


Sie wollen sich von den casibus reservatis, eximiren, undt
so ferne geben, alß nach proportion der Reichßmatricul Chur
Saxen, undt anderer vicinorum Freẅlein, gesteüret wirdt,
undt wollen das quantum, auff diesem landtTage, deter-
miniretwißen, auch umb ein großes, vermindern.

|| [[Handschrift: 144v]]


Sie wollen nicht mehr, in societate mit den Städten,
bleiben, sondern die Ritterschaft, (wie sie sich nennet) will
ein Corpus, a part, formiren, undt sein. Dennoch immer
forth, in die affaires, sich einmischen, undt waß zu
sagen, ihnen attribuiren. Sie wolten auch gerne
inspectores, in die Antheil ordnen, undt mitt sein,
wegen richtiger distribution der Steẅren, undt solcher
gestaltt, unß selbsten præiudiciren, undt gleichsam
an stadt eines sequesters, unß beschwehren.


Sie haben fleißig inquiriret, wie wir doch, mit
den wiederkaüflichen zinßen, gebahret, undt mit den
leütten, contrahiret, auch solches meinen Rähten
gestern aufgerügkt, da ihnen hingegen diese
replicirt, undt obijcirt, ob sie auch wüßten?
waß natura creditj ordinarij, undt hingegen,
ein contractus mutuæ venditionis, et emptionis
wehre, wie diese wiederkaüflichen zinßen sein?
Es ist darzu eine kammerschuldt. Man kan sie
nicht aufkündigen, wie andere debita, undt
weil es eine venditio, undt emptio der intraden
gewesen, muß der emptor, <undt creditor> so wol der ruin derer
intraden, pro rata, mitt endtgelten, alß der Debitor,
undt sich solches abziehen laßen. Man weiß aber
wol, wie die vom Außschuß zu contrahiren pflegen, iniquissime.

|| [[Handschrift: 145r]]


Sie möchten nur, umb sich selbst sich bekümmern, ihre unbilligkeitt
abstellen, undt mir dasmeynige laßen, waß ich doch mit Gott
undt ehren, habe, undt mirs wol zu verantwortten, getrawe.


Krahe, (welcher sich sonst wol anstellen, undt dissimuliren,
undt meiner herzlieb(st)en Gemahlin Liebden viel promittiren kan) hat auch daß seinige
müßen darzu reden, wie das große landt zu hollstein,
ihren Freẅlein, nur 20000 ReichsthalerRthlr: gebe, welches keine
proportion, gegen daß Fürstenthumb Anhaltt, hette.


Man weiß aber wol, daß der hollsteinische Adel, frey ist, undt
Erbgühter hatt, undt auch nicht allezeit thun, waß
man haben will. Darzu dem Könige in Dennemargk;
undt nicht allein, dem Hertzogk von Hollstein, viel contribujren
muß. Der Oberste Werder, Bodenhausen, undt der
landtSyndicus, haben sonst das meiste wortt, in gestriger
conferentz, mit unsern Deputirten rähten, geführet.
(A part le Colonel Werder, s'est bien declarè, envers Doctor Mechovius)
Bodenhausen est un peü nèz blanc! Sie haben aber nichts schießen
können, denn wenn sie conferentz gehalten, hat der umb-
stehende Adel, daß seinige, darzu geredet, undt sich baldt
beschwehret, undt wiedersprochen. Die aufhelfung der Stadt
Bernburgk, wirdt auch sehr difficultiret, undt contradiciret.


Anstadt der gehoften 1400 ThalerThlr: auß der übermaße, des
Steẅerquids, werden nur 700 biß in 800 ThalerThlr: gebotten, die noblesse
bewilliget es, aber die Städte, seindt noch nicht einig. Die er-
laßung der trangkSteẅren dem Bernburger Antheil, (wie Sie mir
ohne das verschrieben, undt ich ihnen, kein gut wortt, darumb zu geben
habe) will der Adel auch difficultiren, wie auch Fürst hansen, seine debita.
Noch vermeinen etzliche, der Adel habe sich treflich wol erklähret. O Cæcitas!

|| [[Handschrift: 145v]]


Meine Rähte, hofmeister Einsidel, a part, (weil er mitt
<undter: undt> bey der landtschaft, sein muß) undt dann Doctor Mechovium, bey
mir gehabt, undt sie vernommen.


Fürst Augustus, hat seinen hofraht, zu mir geschickt,
mich, wie gestern abendt, mutatis mutandis complimentjren
laßen, undt nach mir fragen, auch die Deliberanda, so
im consessu, zu proponiren, mir zugesandt, alß:
1. Die Relation, wegen der gestrigen mit der
Ritterschaft gepflogenen conferentz, zu erstatten.
2. Wegen der von Prag, eingekommenen antworth.
3. Die alhier eingebrachte Gravamina.
4. Den vom Cantzler Milagio, verfertigten receß,
zu belesen.


Ad 1. die relation der conferentz, mit dem Adel, wirdt er-
stattet, vom hofraht Pfawen.


1. Wie der Stadt Bernburgk, in specie, zu helfen? Jtem: remission
der trangkSteẅren 964 ThalerThlr: würde das quid sein, wann ihnen
800 oder 1000 von der übermaße, gelaßen. Das 19 quæsitum,
wollten sie nicht dißputiren. Jedoch, köndten sie mir die trangk-
Steẅren, so ich auf 20 iahr, begehret, nicht in handen laßen.
Endtlich, wolten Sie mir 6 iahr lang, die tranckSteuer vorm
berge, undt in der Stadt, laßen. Den kleinen Städtlein
aber nicht, Sonsten, müßte alles, von den FreẅleinSteẅern,
defalciret werden. 2. Außwärtige Creditoren, nicht
wol zu zwingen. Darumb müßten, die PatrimonialZinßen,
in die Antheil, gleich getheilet werden, undt 2 pro cento,
durch gehends. Man solte, durch einen nebenrevers, die Fürstliche Herrschaft || [[Handschrift: 146r]]
verSichern. 3. Buro. Brambach, ihnen nicht vorkommen. Stünde
auf ferrnerem vergleich. 4. Extranij, zu zwingen. Auß den Steuer
retardaten, will der Adel, solches ersetzet haben, wie auch auß der
übermaße. Stellen es endtlich, (post contradictiones) unß zu deci-
diren, anheim. Posten, ad pias causas destiniret, bitten sie, deren
Eintheilung, ihnen zu communiciren. 5. Stadt Deßaw, einen beytrag,
zur bezahlung der Gastwirthe, weil die Schuldt größer, alß die
Steẅern. Wer des OberDirectoris handt hette, müßte dann auch
bezahlet werden. 6. Wie die Steẅern, anzuordnen, in den Antheilen?
Jnspectores zu verordnen, einen Raht, einen auß dem Adel, einen
auß den Städten, in iedem Antheil zu gebrauchen, wehre ihre meynung.
7. Vorstellung der creditorum activorum, & passivorum,
vor Johannis Genawe Aufsichtt, wegen der retardaten,
müßte angestellet werden. 8. Jhr beytrag, zu den casibus
reservatis, sonderlich: der FreẅleinSteẅer, undt die Subdivi-
siones, einzustellen. Jhres beytragß, undt gesuchter immunitet
halben, schriftliche erklährung, zu haben. Auß den trangkSteẅren,
die FreẅleinSteuer zu nehmen. Das quantum zu moderiren,
proportionabiliter, nach der Reichßmatrickel. Chur
Saxen, geben seinen Freẅlein, nur 30000 ReichsthalerRthlr:[,] ChurBran-
denburg 12000[,] heßen 13000[,] hollstein 20000[,] <Meckelburg 8000ThalerThlr:> undt wehren viel
größere länder, alß Anhaltt, hette keine proprotion.
Sie bitten auch, umb den rügkfall, solcher gelder.
9. Zun Reichßtagsspesen, wollen sie ein mehreres, nicht
willigen, alß: zusampt den Städten, 3000 ReichsthalerRthlr:[.]
10. Übermaße, sollte alle contributionSchulden, absorbiren. Ergo:
sollte Fürst Hanß zufrieden sein, mit 2000 ThalerThlr: loco 27000
undt etwas an Coßwigkischen Steẅern haben. Wollen es noch bedengken. || [[Handschrift: 146v]]
11. Fürst Johann Casimirs contentirung, wegen der 464 Thaler, so undter
die spesen dieses landtTags, zugleich mitt gesetzt werden köndten.
12. NebenAnlagen, zu vergleichen, in den vier Antheilen.


1. Zerbst, gegen den Aemptern, zu peraquiren. Steẅern, de anno 1589
nach selbiger Rolle, ahnzusetzen. Jst sehr gezanckt, undt debattj-
ret worden. Das Fixum, vff 30000 Thaler, zu richten, undt
Bernburgk zu consideriren. Jede Commun zu collectiren
nach ihrem SteẅerQuid, oder auf unsern sämptlichen vergleich
es zu stellen. 13. Ob die trangkSteẅern, bey vergleichen
Anlagen, zu erhöhen? Stellen es, zu unserm gutbefinden.
Die Städte darüber zu hören. Prögken 1300 ThalerThlr: biß in
anno 1638 wehren sie ihme schuldig. 5000 ThalerThlr: Meckelburger schuldt,
den Stipendiaten, zu guhte, geordnet, das laßen sie auch
zu erwegen, dahin gestellet sein.


Cantzler Milagius. Excusat sese, das er in principio nicht
dabey gewesen, undt es mitt angehöret. Ergo: interrogatur
ObristLeütnant Knoche. Derselbe saget: 1. der beytrag der Stadt
Bernburgk, müßte nicht, zu überflüßig sein, undt extenuirt
gewaltig, dieser armen Stadt ruin. Macht eine große
Stadt, darauß, undt vergleichet andere, in der ruin. Das
quid, der Stadt Bernburg wehre 1964 ThalerThlr: an stadt deren,
solte daß quantum sein, 964 ThalerThlr: trüge zum capital ein-
zulösen, 16000 Thaler. Sanderßleben, lege eben so hoch.
Retardaten, würden vf 20000 remittiret. Die remissio
vf 35 iahr, frey. Parla alto, wegen des unmündigen Printzen.
2. Gegen die extraneos, möchte man sich eben des rechtens
gebrauchen, als Sie gegen unß. Durch nebenreceße, die Patri-
monialzinßen, wol zu verwahren.

|| [[Handschrift: 147r]]


3. Burow, undt Brambach, wehre wol zu vergleichen, wie nudius
tertius, schon abgeredet, undt zu versuchen.


4. Der punct der Außwärtigen, anlangende! Köndte es darzu ge-
bracht werden, daß Sie ad casus reservatos, contribuirten, wol
guht, wo nicht? Köndte man den Defect, den Emptern, nicht auf-
dringen, Sondern man müste auf andere mittel bedacht sein.


5. Project des Schuldenwergks21, in eine kleine Deputation
zu bringen, undt wol zu examiniren, undt außzuarbeitten.


6. Stadt Deßaw, gastwirthe, durch einen andern modum,
alß durch das publicum zu contentiren.


7. Jnspection des landtSchuldenwergks, wehre nöhtig.


8. Debita activa et passiva. Wehren beßer zu ponderiren,
alß geschehen, undt guter raht mittzutheilen.


9. FreẅleinSteẅren betreffend[:] solches müßte, bey mehrerer
müßiger zeitt, deliberirt, undt elaboriret werden.
Jn generalibus terminis, zu verbleiben. Subdivisiones,
undt den punct, des rückfalß, zu übergehen.


10. Reichßtagsspesen, nicht zu erhöhen über 3000 ThalerThlr: wehre
genung. 11. Fürst hanß möchte mit 2000 ThalerThlr: vorlieb
nehmen, undt noch etwaß nach Coßwigk, sich anweisen laßen.
12. Vor Fürst Johann Casimir, undt andere Spesen, nehmen
auß einem neben beytrag.


13. Daß quantum müßte sein 30000 ThalerThlr: darnach
dem ansatz zu reguliren. Mit dem Stadtraht zu Zerbst,
reden zu laßen, sich in der gühte, zu bequehmen. Wo nicht?
einen beßeren modum zu suchen, undt zu ersinnen.
14. Jn den casibus reservatis, wehren die trangkSteuern
zu erhöhen, Pröeck, undt die Meckelburger piæ causæ, zu contentjren.

|| [[Handschrift: 147v]]


Cantzler Milagius. Conformat sese, fere in omnibus. Nur ad 2. die
PatrimonialZinßen, undt piæ causæ, in einem nebenreceß, zu ver-
wahren, die exteros aber nicht, solche müßte man in den
landtTagßabschiedt, setzen.


Freybergk. Wegen der 5000 ThalerThlr: würden nicht zuraichen.
Redet vor seines herren, Antheil.


Doctor Mechovius. 1000 ThalerThlr: von der Stadt Bernburg abzunehmen,
6 iahr, die trangkSteuer inne zu laßen, würde der Stadt
Bernburg zwahr helfen. Nach ablauf aber, der 6 iahre
es länger zu versuchen. Jus quaesitum. Patrimonialdebita
beobachten. Erhöhung der bierSteẅern, würde der brawer
nahrung, mehr hidern, alß befördern. Deputatj in unser
absetz etzliche puncten vornehmen. Patrimonialsachen,
piæ causæ zu beobachten. Conformat se in reliquis.


Caspar Pfaw, conformat sese. Spricht vor den Bernburger
Antheil, undt seines herren, so wohl alß mein ius quæsitum.
Doctor Schrigkel. Conformat se. außer Fürst Johann Liebden praetensionen,
Zerbst zu peræquiren. hacke. Keppe. Landtschaft sol subscribjren.
Schuemacher. Salva reservatione, welche er allezeit bedinget,
conformiert er sich. Beschwehret sich, daß man Güsten, undt Niemburgk
nicht dergleichen leßett. Paulus. Nachdem moderirten, quanto.


Fürst hanß. Consentiret Bernburgk. Neben revers in Patrimo-
nialibus, & piis causis, andere im landtagsabschiedt. Erinnert Burow
Brambach. Conformirt sich in reliquis. ad 6. auß den contributionretardaten.
7. Jnspectio seye billich. 8. Guht. 9. Zu dempfen des Adelß unge-
reümte desideria. 10. Die nohtwendigkeit eines mehreren || [[Handschrift: 148r]]
zu repräsentieren. 11. Suchet 3000 ThalerThlr: undt 2 mille in die <andern> Antheil zu weisen.
12. Deßaw zu contentiren. 13. Fueß der 30000 Landt undt
TrangkSteuer williget nicht, in die erhöhung der TranckSteuer will
man solle Städte undt Empter peræquiren.


Fürst Augustus Suchet conformia und maturation der sachen.
Der landschaft weitter vortrag zu thun, in klahren sachen.
Jn dubiis mehr nachdengken, undt an seinem orth,
vorzunehmen. Die exteros, wie in der Chur Brandeburg zu
tractiren, obs gleich nicht recht ist? Jnspection. Jnquisition.
Undterschlaif, privatnutz. Conformat, concludit!


A Meridie. Cantzler Milagius. Etzliche puncta noch zu gewartten.
Etzliche, durch eine engere conferentz, in richtigkeit, zu bringen, undt
in form, eines receßes, es ihnen zu communiciren. Der vfsatz wirdt belesen,
welches er gemacht. Undt wirdt auch, die ersetzung des außschußes,
vom ObristLeutnant fleißig erinnert. 1. Gedengkt der cantzler im aufsatz des
Schuldenlasts. Onus contributionis, köndten sie nicht mehr ertragen.
Aller Adel, will über sich nehmen, ihre capitalien, so wol Schrift:
alß Amptssaßen. Wollen ihre, undt ihrer undterthanen, capitalien,
über sich nehmen, wie auch, die Städte, vor ihre Communen. Man nimbt
es zu dangk ahn, die übernehmung etzlicher tonnen goldeß. Wir
wollen vorsorge anwenden, damit vor unß, undt unsere underthanen,
die übernommene Schuldt, in richtigkeit, gebracht. Erleichterungß-
Mittel, vor Bernburgk; werden auch bedacht. Jtem: die conditiones
darbey, sein: 1. Keine trennung, in der gesamptung, zu permittiren.
2. Fürst Augusti undt Fürst Christians, patrimonialzinsen, zu beobachten.
Damit sie ungekränckt bleiben, undt capitalia einzulösen.
3. Gantz verderbten communen, wieder auffzuhelffen. 4. Der Stadt || [[Handschrift: 148v]]
Bernburgk, auf 40 iahr, auß dem überschuße, 600 ThalerThlr: auß den
Emptern aber, 400 ThalerThlr: zu geben, undt 6 iahr, die trangkSteuer
ihnen in handen zu laßen. 5. Ansatz zu Burow, zu versuchen.
Brambachische sache, zu vergleichen. Landtstände der außwärtigen zu
tentiren, ad casus reservatos, oder andere mittel, vor die handt,
nehmen. 6. Wegen der capitalien, stundung et cetera handeln, so genaw,
alß man immer kan, auch mit den creditorn, biß auf 2 pro cento.
7. Vor volle compensationes (außer der patrimonialschulden,)
keinem in trangkSteẅren, zu vergönnnen. 8. Der
Städte, undt Aemptter, retardaten, zur sublevation der
bürger, ahnzuwenden. 9. Bewilliget, der ¼ theil, in Ca-
sibus reservatis, nebst den retardaten. Jnspectoren, in iedem
Antheil, zu ordnen, iedoch, ohne eingriff, in unsere jurisdiction.
10. Die landterben, nicht zu beschwehren, mit den Steẅern.
11. Bey der übernehmung, sol keiner, über die Capitalia,
beschwehret werden, 12. Bey den creditoren, so exterj sein,
eüßerster Fleiß, anzuwenden. 13. Den Steẅren, den vorzug,
vor allem andern, zu laßen, undt inspection (deren ofte
gedacht wirdt) auch die hülfe, auf begehren der inspectorn
zu ertheilen. 14. Von Johannis 1653 sol es angehen, iedoch
baldt zum effect, kommen. Stadt Zerbst bedinget, die
gewißensFreyheitt, undt andere Privilegia, nebst der
confirmation, ihrer pfarrer.


2. Landt: undt trangkSteẅern, haben ihre anweisungen,
iedoch, weil die landtSteuer nicht sufficient, zu abrichtung der
vorigen FreẅleinSteẅren, muß darzu die trangkSteẅer || [[Handschrift: 149r]]
undt dann zu hülfe der Stadt Bernburgk, angewendet werden. Jn
40 iahren, die trangkSteuern zu tilgen, wie auch die andern Steuern wann die
debita cessiren. Alßdann sol ein ander Modus ersonnen werden,
zu den casibus reservatis. Eine iede Fürstliche Dame, so verheyrathet
ist, sol baldt 1500 ThalerThlr: bekommen.


Debita vom kriege. Assignationes sollen getilget,
undt annulliret werden, wann sie gleich, von Fürst Augusto
undterschrieben! Nota Bene undt versiegelt.


4. Wegen künftiger Außstattung der Freẅlein, undt
zu den casibus reservatis, sol der ¼ theil, der Noblesse
aufsatz neben den trangkSteuern auch wol ein mehreres verwendet
werden. Zwey iahr frist, die Freẅlein, oder Fürstlichen braütte
zu gönnen haben werden, ehe die Steẅer getilget. Jn
denen subdivisionibus, werden wir unß verwahren,
wie es unsers hauses bestes, erfordert, auch unerinnert.


5. ReichßTagsspesen, 3000 ThalerThlr: doch in hofnung eines
nachschußes <von tausendt ThalerThlr:> wann man deßen bedarff? Item: 1158 ThalerThlr:
Satißfactiongelder. Die vechtische garnisonsKosten,
900 ThalerThlr: die 25 monat, Römerzüge, 3700 ThalerThlr:
auß dem aufsatz, der vorgeschlagenen Quartæ.


6. Gesindeordnung, landeßordnung, zu erwegen,
zu publiciren, weil Sie es unß, (wie billich) undterthenig
anheim gestellet. Concluditum: de novo, alles zu bedengken,
undt waß dem Cantzler Milagio abermals beyfellet, zu
verbeßern, undt zu inseriren.


(Discurs weise, sagte ObristLeutnant Knoche in pleno, die inspectores müsten
dem OberDirectorio, pflichtbahr gemacht werden!) || [[Handschrift: 149v]]
Niemandt, hat ein wortt, auf ObristLeutnant Knochen discurs geantwortett.
Daß andere Deliberandum, nemlich: Schrimpfens be-
richtschreiben von Prag, wirdt verlesen, wegen der Abge-
sandten vorhabenden rayse, nacher Regenspurgk; aber
nichts wirdt darvon consultiret.


Das dritte membrum<Deliberandum> seindt ein hauffen
eingekommene verdrießliche Gravamina, in
alle Antheile. Anfangs werden geringe nichtswer-
dige sachen, belesen. Postea: außführlicher.
1. Jn religionssachen, sonderlich zu Zerbst, bittet
die landtschaft, umb das freye exercitium religionis
undt zugleich, umb beförderung, des vergleichs, in der religion.
2. Ohne denunciation, conventus zu halten.
3. Urgiret sie, die Polizey: undt landeßordnung.
4. Cassation der allzuhohen Tax, in den Cantzeleyen,
schreib: undt urtheilßgebühr, & talia.
5. Daß man ihnen, keinen eintrag, in ihrer, des Adelß,
jurisdiction thue, sonderlich, wo sie primam
instantiam haben. 6. 7. 8. 9. Accisen, freybrawen,
Fehrgeldterhöhung, einzustellen, knechtelohn, et cetera biß
10. 11. 12. Jch habe die lappereyen, undt zusammen
gesuchte beschwehrungen, nicht alle prothocolliren
können, so baldt im hören lesen, undt Sie seindt auch || [[Handschrift: 150r]]
tædios, undt haben ein Nisj, auf sich. Es wurden noch andere
Gravamina abgelesen, alß: Graf Moritz zu Bentheim, gesuchte
zinßen, undt anders. henning Stammer, klaget, daß man ihme
Jagtten entzogen, im Cöhtnischen. Aribert Krosigk, klaget auch,
über eingriffe, wieder die Cothonienses. Hans Geörge von
Bendeleben, suchet arrest, in Schuldtsachen, contra Schuelenburg.
Abraham heldt, chirurgus zu Deßaw, hat auch, seine prätension.
Schammer in gleichem in Schuldensachen. Sebastianus Walstorp
bittet die landschaft, zum wiederanbaw, umb eine Collecte.
Stehet auch, undter den gravaminibus. Trota von Gensefurth,
klaget undt bittet. 1. Die bona caduta, auß den Steẅern,
zu laßen. <2.> Accisen, ihren Schengken, nicht mehr abzufordern.
3. Jhrer religion pfarrer zu hecklingen, zu concediren.
4. Ungebührliche Executiones, einzustellen. Werder
von Gröptzigk, will wißen, wie er in bürgschaft zu
haften, undt will versichert sein, nebst Krosigk
von hohnsdorf, Freybergk von Elßdorf, undt denen,
so vor unß Fürsten, sich in bürgschafft eingelaßen.
Raht, undt gemeine zu hoym, klagen, wegen
ihres abgenommenen brawhauses. Suchen
restitution. Viel andere Gravamina nechst diesem
werden abgelesen, wieder alle undt iede Antheil. Die
Cöhtener, lachen darüber, erweisen sich getrost, undt wolgemuht.
Noch mehr gravamina[:] landgraff Herman, sucht seine ehegelder,
cum comminatione, an höhere örther, es zu bringen. || [[Handschrift: 150v]]
Christian, hertzogk zum Brigk, sucht auch seinen Brauttschatz.
Etzliche vom Adel, suchen Schriftsaßen, zu sein, die doch
Amptssaßen sein. Manche privatj, bürger, undt
gemeine leütte, suchen, der landtschaft vermit-
telung, umb geringer sächelchen willen.
Die Stadt Bernburgk, klaget sehr, (nicht
ohne uhrsach) wieder Plötzkaw, undt Güßten,
wegen des unzuläßigen brawens, welches
ihrer Stadt, einen abgang, in der nahrung, undt
hinderung der abfuhre, bringet. Es wirdt auch
wieder etzliche vom Adel, geklaget, so da brawen,
wie auch Deßaw, undt Cöhten, die Städte, wieder
etzliche Edelleütte, klagen. Viel leütte klagen,
(nicht unbillich) über ihre verschöße, so Sie der
Contributioncassa gethan, bitten umb hülfe,
undt restitution. Sed surdo, narratur Fabula!22

Donnerstag den 18den: November 1652.


Hier le Prince Jean dist: Qu'il consentiroit bien dans
la recadence, a la landtschaft des deniers Matrimoniaulx,
s'ils le laissoyent, an la quantitè, pristine, c'est a dire de 15000 ThalerThlr:
(chose inouie! & tresprejüdiciable a la Posteritè, d'avoir, tels
heritiers!) item: qu'il estoit content, de L'inspection proposèe en
chasque Tetrarchie, & avec telle inquisition. Oh ime!

|| [[Handschrift: 151r]]


Jch vergaß gestern einzuschreiben, daß man auch von dem
hause Meckelburg sagen dorfte und asseverirte Fürst Augustus es
gebe nur, 8000 ThalerThlr: FreẅleinSteẅer.


Jtem: vergaß ich mein votum, zu prothocolliren, daßelbe
gienge dahin, daß ich mir reservirte mein ius quæsitum
undt realassecuration, undt daß die obligation undt
verschreibung, der patrimonialgelder, ungekrängkt bliebe,
wie auch der landtTagsabschiedt de anno 1611 in allen
nöhtigen substantialpuncten, undt darüber nicht
geschritten würde. Undt wiewol ich ein mehreres gehoft,
vor die Stadt Bernburgk, undt meine verdorbene Empter,
So wil ich doch endlich mit den bewilligten 1000 ThalerThlr:
zufriedene sein, aufn versuch, wie auch die innerlaßung
der 6 iahr <trangkSteuer> versuchen, iedoch längere frist hoffen.
Patrimonialsachen, undt piæ causæ, wehren billich, vor andern
in consideration zu nehmen, undt die Patrimonialia wegen
der Erbtheilung, zu evinciren, auch durch einen neben-
revers zu versichern, da man doch die andern creditores
pure in den neẅen landtTagsabschiedt hinein zu setzen,
undt die moderation der zinßen, biß auf 2 pro cento,
zu versuchen. fWegen Bernburg hatte ich auch gemeldet, ich
wehre nicht hehrkommen viel zu disputiren, oder einen
Advocaten, pro & contra zu agiren, gleichwol hette ich
voriger tage genungsam, wegen Bernburg Stadt, undt Amptt
keine desideria, undt ihr anliegen repräsentiret, ließe es darbey || [[Handschrift: 151v]]
bewenden, undt den augenschein, vor andern, reden,
hofte auch nicht allein in wortten, sondern auch in der
that, den vertrösteten beytrag und sublevation,
auch Compassion zu erfahren. Jm übrigen confor-
mire ich mich, wegen Buro, Brambach, et cetera Fürst Johannsen,
satisfaction zu geben. Die exteros, pro posse, herbey zu ziehen,
ad casus reservatos, und nicht den defect auß den Emptern,
zu ersetzen. Williget in die Deputation, wegen der
schulden examination, undt daß die Deßawer gastwirthe,
durch einen andern modum, alß durch die Steuer zu zahlen.
Jnspection also zu reguliren, daß es ohne eingrif
iedes herren jurisdiction, undt gerechtigkeitt
geschehe, auch kein sequester darauß werde.
Debita activa et passiva beßer zu ponderiren.
Solche undt dergleichen Sachen, ließen sich nicht
außm Ermel schütteln, inmaßen viel undter
diesen deliberandis, spatium sich zu bedengken,
wol erfordert hetten. Es hieße: Festina lente!23
Unde præcipitantia est comes Pænitentiæ!
bißweilen. FräuleinSteẅer würde absurdissime
von der landtschaft interpretirt, wehre unerhört
also im Römischen Reich, vom rügkfall. Dieser punkt wehre
wol, daß er determinirt, undt das quantum versichert
würde, alleine er möchte auch crabrones irritiren. || [[Handschrift: 152r]]
Köndte nur in genere, beantwortett werden, undt daß wir,
wegen der subdivisionum, deren noch zur zeitt wenig, (außer
im Bernburger antheil), existiret, unß schon <zu> vergleichen wißen
würden, dann es gienge eigentlich, unsern mannsStamm
ahn, undt wehren wenig freẅlein, in Bernburg noch auß-
gestattet, undt sie die landschaft, darmitt beschwehret,
worden et cetera ReichsTagsspesen hülfe ahnzunehmen,
iedoch eines bedörfenden nachschußes, noch auf al-
len fall, zu gewartten. Fürst Johannsen, undt Fürst
Johann Casimirn, auch zu contentiren, in ihren prätensionen,
weil es ohne sonderliche beschwehrung geschehen kan.
Jch vor meine person, hette viel größere
liquidationes undt prätensiones darvon ich an itzo
stille schwiege, Stellte aber alles, an seinen orth
undt rechte zeitt. Jch hette wol mehr alß
100000 ThalerThlr: zu fordern, ex fundamento meiner
ruin, welches in die casus reservatos incurrirte.
Mit dem 13. punct, wehre ich auch zufrieden. Jn dem
14. sähe ich, daß die meisten vota zielten, daß
man die trangkSteuer nicht erhöhen solte. Stelte
es also dahin, ob derselbe, oder ein beßerer modus zu er-
greiffen? und zu ersinnen? Jch recommendirte hoch die Mec-
kelburger piam causam, und was die Frau Schwester gethan? item Pröegken.

|| [[Handschrift: 152v]]


Jn <den> übrigen dingen, habe ich nichts sonderlichs votiret,
weil keine rechte ordentliche umbfrage, Sondern nur
mehrentheilß ablesungen, vorgegangen. Gott gebe das
ende, dieses beschwehrlichen, verdrießlichen landtTages!


Diesen morgen, seindt wir Fürsten, allerseitß, in
die predigtt, des Superintendenten Raumerj gegangen.


Postea: Fürst Johann Casimirn, besuchtt, undt lange mit
ihme conversiret.


Den Cammerdiehner, Ludwig Rober, nach Bernburgk,
geschicktt. Gott gebe, zu glügklichem succeß!


Heütte, hat abermalß die landtschafft, faule Fische
in dem Sie, in casibus reservatis, nur den Regierenden
herren, nicht aber den iungen Fürsten, die rantzion,
geben wollen, (wenn ein Fürst, vor das vaterlandt,
gefangen würde, undt mit ihrem Raht, undt vorbe-
wußt, solche expedition vornehme) da es doch absolute
stehet, in vorigen Receßen, undt ieder mann weiß, daß
nicht leichtlich, ein Regierender herr, in den krieg ziehen,
oder sich begeben wirdt, der weib, undt kindt, lande,
undt leütte, zu guberniren hatt. Sie wollen auch,
mit einer handt, die Steẅerretardaten, unß schengken,
in den Antheilen, mit der andern aber, viel Schulden
darauf, unß ahnweysen. Fürst Augustus improbiret es, gleichwol
imputiret er, meinem herrnvatter Selig die veruhrsachung
dieses nachdengklichen puncts, wegen derselben kriegßexpeditionen.

|| [[Handschrift: 153r]]


Nachmittags, habe ich mit meinen Rähten, eine conferentz
gehalten, wegen des bevorstehenden landtTagßSchlußes,
undt unsere erinnerungen, bey dem Aufsatz, zusammen getragen.
Gott geben einen gesegneten, gedeylichen landtTagßschluß!
undt das keiner sich undterstehen möge, unß zu præjudiciren!


Avis: daß der neẅlichste landtTag, zu halle, wol
Acht wochen lang, gewähret, undt der zu Berlin 14
wochen, undt es seye noch zu keinem concluso zum Berlin, kommen.
Wehre gar ein schlechter trost! vor unß allhier, wenn es
unsere herrschaft, undt landtschafft, auch also machen wollte?
Gott helfe doch emergiren!


Abermahlige briefe, vom Tobias Steffeck von Kolodey avec ün petit peü
d'argent, c'est a dire onze Dalers. Jtem: vom Wolfgang Sutorius wegen der Oeconomiæ[.]
Jtem: vom Maximilian Wogau von halle. Petite, et maigre consolation!

Freitag den 19den: November 1652.


Abgefertiget, wieder nach Bernburgk, an Madame, undt Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Gott gebe zu glügk! und succeß!


Hier le Prince Auguste me disoit en riant, en la presence dès Princes
Jean Casimir, et Jean, Prince d'Anhalt: Vous estes trop cordial, Euer Liebden
seindt gar zu guthertzig, Sie laßen sich fluchß einnehmen, undt
abwendig machen, wenn man ihr, gute worth gibet. Cela se di-
soit, comme ie me plaignois, de ce que ie ne pouvois pas estre payè dès
Estats de Boheme, de la debte ancienne, (refüsèe & interdite par Sa
Majestè Jmperialle, comme employèe, inflagrantj rebellione, non obstant le parfait
pardon, obtenü pour feü Son Altesse Monseigneur mon Pere de bonne mèmoire sür sa personne, &
sür tous ses biens, mes freres & seürs coheritiers, de ces deniers Patrimoniaulx[,]
estans encores en tas aage de minorennitè) & de ce: Que l'Electeur Palatin || [[Handschrift: 153v]]
d'auiourd'huy, ne vouloit pas recognoistre l'an passè,
la debte, (aussy d'argent prestè) de feü son Pere, nonob-
stant, mes instances, & sollicitations. Le Prince Auguste
dit aussy, ce que dit est, & adiousta: vous vous laissèz
trop aysement divertir. Ceste louange, (rare autre-
ment de ce costè la, la ou on me blasme a l'ordjnaire,
& desapprouve mes actions,) n'est pourtant, sans
picque, & reproche, & ie scay, que l'on s'en est servy
autrefois, lors que ie devois solliciter la restitütion
de la Contè d'Ascanie (sans moyens, sans ayde & as-
sistance, voire avec interject d'empeschemens)
& faire dès choses impossibles, contrayres, & fay par
fois de la dèspence jnütille, afin d'obtenir quelque
chose, ou m'amüser sans proffit, mais si la fortüne
m'est ünefois favorable, parmy tant de travaulx
infrüctueüx, & ennuyeux, c'est alors, que l'on s'oppose
a moy, de toutes ses forces, & interrompt tant qu'on
peüt, par jalousie, envie, ou hayne, le beau cours, de ma
bonne Fortüne, comme on fit devant sept ans, en mon
penible voyage, m<en> Hollande, me dispütant, tout ce,
que J'avois bien acheminè, & obtenü, (avec honneür, & bonne
conscience), par dès difficültèz inouies, & entrejettèes, || [[Handschrift: 154r]]
a mon dommage, & dèshonneür, dont neantmoins, a la fin, la
bontè de Dieu, me delivra heureüsement, avec ma grande
perte d'argent obtenü, & avec perte de temps, peine, & fascherie!
dequoy neantmoins, sa divine assistance, & misericorde, soit louèe
sempiternellement! Les Princes Augüste, & Jean Casimir, me
dirent aussy hier, lors que ie me plaignois, de tant de temps
perdü icy, a ceste journèe Provincialle, & que tous les jours ve-
noyent dès nouveaulx Gravames, ou griefs, de la landschaft,
qui ne finiroyent jamais, si on n'obvioit a tels jnconveniens?
Jls dirent chascün donc: Je voulorois, que la landschaft, et
les particülieres personnes, en apportoyent encores, da-
vantage, de cés gravamina, car nous sommes icy assem-
blèz pour cela, affin de remedier, pour ün long temps, a
tous desordres, au pays. Mais ie dis: A quoy servent donc
nos Chancelleries, et le regime de chasque Prince, à part?
C'est enjamber sür nostre Authoritè, l'ün sür l'autre.
Jls dirent: Mais icy, on remediera tout a la fois!
Ouy da! replicquay ie, de ceste façon, nous demeürerons
bien, ün demy an icy, ensemble & aurons tous les iours
dès nouveaulx griefs, & dès nouvelles besognes, dont on ne
verra jamais, la fin! Mon cousin, & Beufrere repartit:
Demeurèz icy, tant que vous vouldrèz, ie ne me sou-
cieray, de nülle incommoditè, & vous ne m'enferèz point.
Demeürèz encores icy, la semaine suivante, peüt estre qu'on
viendra a la conclusion! Ce Discours, m'estoit ennuyeüx, car on
mesle le droict, parmy le tort, & bouleversera nostre estat, au lieu, de
le secourir! Pacience! a l'ayde! a l'ayde!

|| [[Handschrift: 154v]]


Meine Rähte, habe ich diesen morgen, bey mir gehabtt, undt
consultirt. Postea: hat Fürst Johann Casimir den Freybergk hofmeister,
herauf zu mir, geschigktt, undt einen proiect herauff
geschigktt<sandt>, so ratione casuum reservatorum, von dem Adel
eingegeben, welchen ich sehr præiudicirlich, in etzlichen dingen,
befunden, auch darüber, mit den Zerbster rähten conferentz
halten laßen, gleich wie diesen morgen albereitt in andern
dingen, sonderlich, wegen des bevorstehenden landtTagsschlußes,
geschehen. Gott wolle die gemühter vereinbahren!
undt alle hochnachtheilige præiudicia, von unß, undt unserer
Posteritet, gnediglich, undt väterlich abwenden!


Freitag den 19den: November a meridie. Fürst Augustus proponirt die be-
förderung, des landtTagsschlußes, undt unserer erinnerungen.


Freybergk. Erinnert, im nahmen seines herren, Fürst Johann Casimir man solle
die compensationes in casibus reservatis einstellen.


Meine Rähte erinnern, neben mir. 1. Daß daß wortt, an die Steẅren
des Bernburger antheilß außgelaßen, gesetzt aber werden solle
An die verschriebene landt: undt trangkSteẅren. 2. Daß
in casibus reservatis, nach dem moderirten quanto, die
Stadt Bernburgk, gesetzet werden möge. 3. Nicht auf 6 iahr,
sondern auf 10 iahr lang, die trangkSteuer inne zu behalten.
4. Doch salvo & integro iure quæsito, der obligation gemeß,
undt mit vorbehalt derselbigen, wie auch, des landtTagß-
abschiedes, de anno 165<1611> dann das quantum der Stadt Bernburg
wehre numehr 964 ThalerThlr: hierüber, als es Paulus ablieset, || [[Handschrift: 155r]]
tumultuiret, undt jnterrumpiret, der ObristLeutnant Knoche, Schilt es <offentlich> vor einen
teüfelischen eigenNutz, undt Fürst Augustus continuiret, undt secundiret
seine grobheitt, in diesem verweiß, mit dem eigenNutz, doch höflicher.
Alß ich nun auch böse worden, hat Knoche daß wortt teüfelisch negiret.


Jnspection. Ohne eingriff der jurisdiction. Diese wortt außzu-
laßen, weil keiner, son in meinem Antheil, von mir verordnett,
mir wirdt eingreiffen können, noch wollen.


Doctor Schrigkel. Buro, außen zu laßen, nicht dubioß zu machen.
Jnspection. leßet es darbey. Ablauf der Schulden, in den
40 iahren, nicht absolute zu setzen. Keppe. Wegen der ¼ an-
lage, ist schon grosso modo, verglichen. Communication der ordnung.
(Man will terriren meine Rähte. Man nimpt liederlich, ein
ding, von mir übel auf. Man tractiret andere Antheil, mitius
undt höflicher, als mich.) Cassa vor die trangkSteuer (Conclusiones)[.]
<Man terriret Paul Ludwig undt despectiert ihn, das jhme fast bedengklich ist, etwas zu concipiren, undt seine handt, sehen zu laßen.>


Fürst Augusts erinnerungen. Compensationes. Lieferung, zur Fürstlichen Cammer.


Cöhtner erinnerungen. LandtSteuer ein onus feudo inhærens, auf
die capitalia, zu restringiren. Schreibgebühl, nach ermeßigung
iedes orths rähte. Bey den casibus reservatis alles im Stande zu
laßen, wie im landtTagsabschiede, de anno 1611 verglichen.
Enormis læsio. Fürst Christian gehet hinweg, Schicket seine Rähte.
Approbirt. 1. Verschriebene landt: undt trangkSteuer[.] 2. Wo Deßaw
800 gibt, in casibus reservatis willer auß Bernburg 1200 geben
laßen, im aufsatz der quartæ. 3. Auf 10 iahr, die tranckSteuer
zu behalten, erinnert er. 4. Sein ius quæsitum <durch neben recesse> salvum, & integrum
zu reserviren, der obligation gemeß. Pfaw, wirdt 2mal ad me gesandt[.]
2. wirdt bewilliget auff 300 daß 3. auf 6 iahr.

|| [[Handschrift: 155v]]


Concluditum: Jch solle zwahr, ihre< >gute affection, zu verspühren
haben, iedoch, stünde es, in jhren Mächten, alleine nichtt.
Sie wollten die landschaft, (so darein willigen, undt
von dem ihrigen darzu geben müßte) darüber hören,
undt ihnen, die Sache recommendiren, damit ich satis-
faction, erlangen könne! Pauvre chose! qu'on ne se
peut, nj veut resouldre, & que l'on donne le sceptre
en main, pour commender, a ceux, quj doyvent obeir!
Nos ancestres n'estoyent pas, de telle èstoffe.
Nach vielem bitten, hin: undt wieder schigken, bin
ich endtlich wieder zu ihren consilijs, kommen. Der
ObristLeutnant Knoche, hat am calculo, baldt nach seinen vehe-
mentzen, undt unnützen commotionen, laboriret.
Eine schande wahr es in pleno, daß er also herauß
fuhre, undt vermeinte Paulum Ludwigen, anzustechen,
welcher doch in meinem nahmen, die erinnerungen
ablase, undt er der Knoche, also den Knüttel un-
vorsichtig <unbedachtsam> warf, undt nicht wußte, wen er traffe.


Nach dem abendeßen, hats auch stengkerey ge
geben, zwischen hofraht Schuemacher, undt Capitain Krosigk.


Man hat etzliche gesundtheitten, diesen abendt,
getrungken, dieweil Freẅlein Elisabeth, von Plötzkaw,
nahmensTag gewesen, undt Cæsius ihrer Liebden eine Musicam gebrachtt[.]
Gott gebe ihr glügk! Segen! undt gedeyen!

|| [[Handschrift: 156r]]


Meine Schwester, die Fürstin allhier, ist sehr krangk am
zahnwehe gestern, undt heütte gewesen, also das Jhre Liebden auch dar-
von heütte seindt <einmahl> ohnmächtig worden. Gott wolle die schmer-
tzen lindern! und beßerung verleyhen! in gnaden, Amen!


Freẅlein Juliana, wirdt auch, ie länger, ie mätter,
undt schwächer, delirirt bißweilen, undt kan übel athemen.
Gott erbarme sich, des armen Freẅleins, undt schicke es mit
ihr, nach seinem gnedigen willen, zur gesegneten linderung
ihrer schmertzen, undt zur beßerung! umb Christj willen, Amen!

Samstag den 20ten: November 1652.

<Nebel, wie gestern abendt, also auch, diesen morgen.>


Hier, visitant avant soupper, le Prince Jean Casimir, il m'osa
dire, entr'aultres: Qu'il estoit raysonnable, qu'ün Prince
d'Anhalt, quand il alloit a la guerre, pour la Patrie, &
devoit estre rançonnè des Estats, dü Pays, le devoit
faire avec l'aveü et consentement d'iceux, avant
que se mettre en estat, d'üne telle expedition.
Je repliquay, que ce seroit trop astreindre & gar-
rotter ün Prince, qui pouvoit souvent avoir üne promp-
te & secrette condition, sans l'oser püblier, pour aller
a üne bonne guerre, qu'il manifesteroit pas, a ün chascün
& que l'obligation de rançonner ün Prince, estoit a
eulx absolüe, comme en toutes les Principautèz, mais
point a nous, de leur demander congè, comme a nos süperieurs.
Sed laboramus, eheü! contra propria commoda!
Le Prince Jean, estoit avec moy, lors que le Prince Jean Casimir disoit cela. perge

|| [[Handschrift: 156v]]


Diesen morgen, habe ich meine Rähte wieder bey mir ge-
habt, undterbawung thun zu laßen, wegen gestriger vertröste-
ter recommendation, welche vielleicht, nicht zum besten
sein wirdt! Alß gestern Knoche, vom eigenNutz, so
impudenter, undt ohne respect, redete, sagte ich,
undter andern auch, dieses, man sollte nur, daß
landt peræquiren, wenn man dem augenschein, nicht
glaüben, undt waß weltt kündig, ansehen wollte?
Knoche replicirte: da würden wir wol zu kurtz kommen,
undt er köndte es<der Bernburger Postulatum> wegen der schwehren verantworttung,
(in deme sie einen unmündigen Printzen, noch hetten?)
nicht willigen, in respect des Cöthnischen antheilß. perge


Expedienda, werden diesen vormittag, von Fürst Augusto proponiret.
1. Daß residuum, an dem Receß, abzuleßen.
2. Der landtStände bedengken, über der Städte, condition
zu erfordern, und solche erforderung, schriftlich zu volln-
ziehen, undt außzustellen.
3. Die Communication ahn die landtStände, wegen des
landtTagesabschiedes, zu vergleichen.
4. Der nebenreceß, zu verlesen, undt zu vergleichen.
5. Der hauptreceß, noch einmahl, abzulesen,
undt zu überbringen.


Also wir unß versamlet, undt Fürst hanß, noch nicht arriviret,
hat man Fürst hanß Religionssache, vorgenommen, nicht der Ritterschafft vor-
zutragen, wirdt begehret von Fürst Johann welcher in præsentia, nicht mit unß, || [[Handschrift: 157r]]
disputiren will. Wir würden sich, vor unß, resolviren müßen,
(weil kein Fürst, dem andern, per maiora præiudiciren kan, sagt der
Cantzler Milagius!) im übrigen, die vota begehren. Jnterim arriviret
Fürst hanß, alß werden wir jnterrumpirt. perge


Die verzeichnete expedienda, werden vorgenommen.
1. Das residuum, am Receß, wirdt abgelesen. haftung der
Cessionarien reinnert. Außantworttung, der obligationen, undt
quittungen. Übergehung etzlicher Creditoren. Die verfaßung, sol
anno 1653 auf Johannis (gebe gott) ihren anfang nehmen. Jnterim
sol der landtrendtmeister, in 2 Monaten, die Rechnung schließen.
Alle iahr, seine Rechnung, ablegen. Daß Ober: undt UndterDirecto-
rium solte erhalten werden. Jährliche conventus undt zusammen-
kunften. Den landtTagßabschiedt, de anno 1611 in vigore, zu er-
halten, waß nicht sonderlich verabschiedet. Cöhtnischer rähte
undt vormundtschaft verwahrung, wegen des pupillen. Die
eingeschickten Gravamina, werden zu dangk, acceptirt, undt
bescheidt darauf, gegeben, auch offeriret, recht undt ge-
rechtigkeitt, in allem, zu administriren. Dieser landTagßre-
ceß, sol von den Fürsten, undt von denen AußschußStenden, subscri-
biret werden. perge Cantzler Milagius, so es belesen, Stellet unß frey;
obs ein ieder herr, absonderlich deliberiren will? oder in pleno.


ObristLeutnant Knoche. Außlaßung der Obligationen, weil mancher bezahlt ist, so
obligationes hat. haftung der Ceßionarien, biß solche verschreibung einge-
schafft. Referirt, undterschiedliche exempla, undt præiudicia, unge-
reümbter anmahnungen. Jn den nebenReceß beßer zu bringen, als in
den landtTagsabschiedt, wann Sie dociren können, daß Sie nicht schon bezahlet!

|| [[Handschrift: 157v]]


Freybergk. Zu describiren, und beßer darinnen, sich zu ersehen.
Doctor Mechovius. undt Caspar Pfaw. Conformant sese, mit ablesung des landt-
Tagsreceßes, dieweil er den vorigen Votis, undt Conclusis, gemeß.
Bey allen rechnungen, solte man die neẅen Cessionarios, benennen.
Cantzler Doctor Schrigkel. Receß, zu communiciren, zu beßerer erwegung.
Lobet ObristLeütnant Knochens erinnerungen, wegen der Ceßionarien.
Suadet, die convent, in 2 oder 3 iahren zu halten, nicht
alle iahr, zu erspahrung kostens. Es würde auch nicht alle iahr
vonnöhten sein. Cöhtnische verwahrung, möchte disputat
erwegken. Man möchte sie endtlich, in einen nebenreceß
eintragen. Zu dem wortt daß wir Sie, bey ihren Privilegien
schützen, undt manuteniren wollten, zu addiren: Unstreittig
privilegien, damit es der Raht zu Zerbst, nicht abutire,
wie biß dato, geschehen sein solle. Undt daß zu letzt annec-
tiret würde: Alle diese versprechen, unbeschadet Fürstlicher
hoheitt, undt der Erbtheilung, de anno 1603. Hagke.
Residuum zu ponderiren. Keppe. Landtschaft bedienten gage
allerdings zu laßen, wie anno 1611 biß man sich, inß künftige
anderweitts, zu vergleichen, oder die besoldungen, zu moderiren.
Schuemacher. Begehrt auch abschrift, zu beßerem nachdengken,
undt erwegung, undt bittet, daß man ia die Cöhtnische
verwahrung, mit einrügke, in den landtTagsabschiedt, oder
in den nebenabschiedt. Paulus Ludwig. Conformat sese.


Fürst Hanß. Erinnert, was die Seinigen ahngezogen. Jedoch in den
paß, da man nur, auf 2 oder 3 iahr, solle conventus halten, meinet
er, man könne solches resolvieren, bey dem ersten convent.

|| [[Handschrift: 158r]]


Fürst Christian. Weiß nicht, ob er etwas zu den Sachen, sagen soll? Leßet
sich der Zerbster Rähte gedangken, undt Fürst Johannsen Votum, wol-
gefallen. Recapitulirt daßelbige, undt suadirt, man
solle etzliche unnütze diehner, der landtschaft, bevorab: den
landtSyndicum Gehsen, abschaffen, undt alle unnöhtige be-
soldungen, undt landeßbeschwehrungen, einziehen.


Fürst Augustus. Conformat sese, mit Cantzler Milagio, mit
ObristLeütnant Knochens, undt denen gleichenden Votis. Will
man müße iährliche conventus halten. Privilegia müsten
nicht unstreittige, (so zu abutiren) sondern: wolhergebrachte,
wie in der proposition, heißen.


2. Da wirdt, der 5te punct, nemlich: der hauptreceß, noch
einmahl abgelesen. Jedoch, weil er etwas lang, wirdt (in-
terruptionsweyse) die addreße an die landtschaft. 3.
Abgelesen, Sonderlich auch, wegen des Bernburger beytrags, oder er-
laßung, recommendirt, undt daß die nicht weitter scrupuliren,
Sondern, das wergk maturiren möchten. Postea: wirdt
der hauptreceß, ferner vom Cantzler Milagio, forthgelesen.
(ius quæsitum Patrimonialzinsen Nota Bene anweisung in die retardaten
betreffend sich vorzusehen. Nota Bene Jnspectio non stipulanda, wann Sie dem
OberDirectorio verpflichtet? Nebenreceß, verschwiegen, wol zu verwahren.)


Fürst Johann Religionssache wirdt recapitulirt, und mitt eingerügkt, in pleno
unß mitteinander darüber (weil unser getreẅen landschaft destwegen albereits
eröfnung geschenen) ferner freundlich zu vernehmen, wegen der übrigen puncten aber, ist un-
ser gesampten Ritterschafft, undterthänig rahtsames bedengken, eingeholt, und darauff
vor uns, undt wegen Johanns Liebden die erklährung, dahin in gnaden ertheilet. et cetera || [[Handschrift: 158v]]
et cetera A meridie; Samstag den 20ten: November 1652. NebenReceß, wirdt verlesen.
Sol geheim, undt verbindtlich sein. 1. Patrimonialgelder, ungekränckt
sein, undt bleiben, völlige zinßen davon. 2. Ein creditor, so nicht mit den deter-
minirten, zinßen, 2 oder 3 pro cento, zufriedeng, dem muß sonsten, ex
communj, geholfen werden, damit er nicht an den Kayser, falle, undt
proceß, verdrießlich außwürcke. 3. Jn piis causis, auch vollen
zinß, zu geben. 4. Aufgeschwollene zinßen, zu præteriren, außer
der patrimonialgelder, darvon wir unsern undterhalt nehmen
müßen, welche doch christlich, und billichmeßig, zu fordern.
5. Nicht mehr zinßen, alß Retardaten. Übermaße, satisfaction
geben. 6. Reichsschluß zu erwartten, undt den leidenden, ex com-
munj, zu helfen. 7. Fürst Hanß wegen Burow, wo nichts zu erhalten,
selbigen Compter, nicht zu binden, weil kein capital auf sein quid gesetzet.
8. Fuß der 30000 ReichsthalerRthlr: Stadt Bernburgk, wirdt gratificirt, auf 6
iahr lang, mit erlaßung der trangkSteuer undt der quartæ, so
ferne daß Sie inndeßen 75 ThalerThlr: gibt, zu ieglicher quarta. Man
hette noch mitt einzurügken, wie heütte morgen, erinnert worden.
9. Den punct der cessionarien. 10. Die Cöhtnische verwahrung.
Cantzler Milagius. ObristLeütnant Knoche. Conformant sese. Freybergk.
jn similj. Doctor Mechovius. Allegiret, meine erinnerungen. Caspar Pfaw.
Jnngleichem. Darauf belieset Sie, Paulus Ludwig, undt es scheinet,
auß Fürst Augusti interruptionen, man wolle es gerne, mir, undt
meinem bruder Fürst Friedrich das ius quaesitum disputiren, undt schwehr machen,
aber der Cantzler Milagius nebst meinen Rähten, hilft mir, Fürst August
wiederumb zu rechte bringen, undt erweiset, das alles vorigen
Votis, prothocollis, undt contestationen, nicht ungemeß ist. || [[Handschrift: 159r]]
Doctor Schrigkel. Den punct der haftung, also zu machen, damit er nicht der-
maleines, abutiret werde. Hagke. Auß den Steẅerretardaten der
andern drey Antheile, sol Fürst Augustus, wegen seiner zinßversicherung, tractjren,
auch wegen aufkündigung des Capitals, etwas berühren laßen. Jtem: sol es
heißen: vor unß, undt unsere Erben. hofraht Gerholdt, anstadt
Licentiat Keppen, welcher nach Zerbst, verschickt worden. Wüntzschet
beßere nachricht, undt vorhergehende communication, quia hominum
memoria, est labilis! Schuemacher. Stellet es auch, auf handlung
Fürst Augusti undt bedinget abermalß, die verwahrung, des Cöhtnischen An-
theilß, undt den punctum executionis. Fürst Augustus nimbt diese vielfälti-
ge bedingung übel auf, alß welche der vormünder fidelitet in
zweifel zeüchtt. Wirdt aber mit demuth, undt bescheidenheitt,
wie auch mitt anziehung des Printzen Minderiährigkeit, undt
bevorhabende restitutione in integrum, gebehten, es nicht in un-
gnaden zu vermergken, das Rähte undt diehner, sich wol vorsehen,
verwahren, undt verantworttlich handeln. Knoche interloquirt,
er wolle 2000 ThalerThlr: darumb geben, das sein Printz, mündig wehre!
Concluditum, dem obigen mehrentheilß conform. Andere expedienda werden
pro forma auch verlesen, welche doch schon ihre geweiste wege haben.


<Nota Bene> Undter andern, wirdt auch, der Gravaminum, gedacht, daß ihrer so
viel wehren, man würde nur ein iegliches, in das Antheil, wohin es
gehörig, geben, undt verweisen müßen.


Nota Bene Nota Bene Nota Bene Comme ie pensois avoir beaucoup fait, ce mattin, et le
tout bien pesè, & rüminè, sür tout: in casibus reservatis,
voicy que, par sübtilles cavillations, la Noblesse nous oste
gentiment hors dès mains, le principal cas reservè: wißent-
lichelandeßnoht, heer, krieg, durchzüge, brandt, hagelschaden et cetera
& nonobstant mes oppositions, in pleno, et in particularj, m'arrachent || [[Handschrift: 159v]]
ce precieux ioyaulx, Nota Bene avec aveü, consentement
et assistence dès Princes mesmes: Augüste, Jean Ca-
simir, et Jean, trois Princes regnans d'Anhalt,
et assèz sages, et aviséz, quj me contre quarrent
moy seül, avec leurs conseillers, me persuadans,
que ce seroit ün cas, mal declarè, et trop general,
quj iroit, in infinitum, & n'auroit jamais fin.
Qu'il estoit compris, dessous le landtagsabschiedt,
de anno: 1611 voyrement, mais qu'il le falloit definir,
& qu'on le pouvoit comprendre, sous le tiltre, de Römer-
züge, & de Krayßhülfen, ou de Reichßanlagen. Nonob-
stant mes contestations, le chancelier Milagius dist, par l'in-
stinct, de ses maistres: Que l'on mettroit au desespoir
la landtschaft. Qu'il la falloit amadouer, & doucement
traitter, maintenant. Qu'ils faysoyent beaucoup,
pour nous. Que le dit cas fo reservè estoit desjy com-
prins tacitement, sous leur serment, de fidelitè,
& d'hommage, unß mit darsetzung guts undt bluts
zu assistiren, auch zu landen undt leütten, <nach ihrem eüssersten vermögen> wiederumb
zu verhelfen, wenn wir darvon solten gedrungen
werden, in der Erbhuldigung, undt lehenspflichtt.
Man müste die landtschafft, an itzo nicht stutzig machen.


Comme ie disois cés mots Allemans aux trois lignes dessüs daß,
le Lieutenant Colonel Knoche les approuva, disant avec passion. Das || [[Handschrift: 160r]]
ist auch ein ieglicher redlicher Mann zu thun schuldig, undt
verpflichtet. (Mais les parolles sont femmes, & les effects
sont fem hommes. Palabras son hembras; y las obras machos!)
Le Prince Jean adiousta: Que les biens feodaulx, retombent
au Prince, & ont d'autres charges sür soy, que les biens
d allodiaulx, partant de meilleüre condition, & point si -
jets. Le Prince Casimir se mocqua hier, de ce poinct: wißent-
liche landeßnoht, en desirant l'explication, & intelligence
reelle d'iceluy, comme si nos Peres, n'avoyent pas mieux
entendü, l'interpretation d'ün tel poinct necessaire?
& comme s'ils l'avoyent fait mettre en vain sür le pappier?
Je croy, qu'üne partie de nos Princes, & de leürs
Conseilleurs se sont laissè corrompre, a vendre ce precieux
poinct; avec nos droicts de Süperioritè, en bonne partie!
Dieu me le pardonne; si ie leur fay tort? Milagius,
& Knoche dirent aussy; Nous ne ferons rien, nous
gasterons toutes nos affaires; si nous ne rayons
ce poinct? & ainsy plüs par contrainte, & crierie,
que de bongrè, me forcerent, a ne plüs rien dire,
estant seül trop foible a lés contrequarrer, &
avec reserve toutes fois, de mes pensèes, non -
iettes a payer peage. Dieu nous vueille re-
mettre, en l'estat, & en la Dignitè pristine, de nos Ancestres!
& pünir ceux, quj prennent playsir, a charger leürs Consciences.

|| [[Handschrift: 160v]]


Ludwig Rober, ist wiederkommen von Bernburgk, mit briefen, von
meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, von meinem Sohn, undt vom Tobias Steffeck von Kolodey[.] et cetera


Avis: daß die gute Altfraw, Maria Kindinn <gestern umb 3 uhr>, in Niem-
burgk, gar christlich, undt Selig verschieden. Gott genade ihr!
undt helfe allen Christen, sehlig nachfahren! undt überwinden. perge
undt gebe unß viel treẅe diehner! undt dienerinnen,
wie Sie gewesen! perge

Sonntag den 21ten: November 1652.


Le LieutenantColonel Knoche, disoit aussy hier; in pleno:
Qu'il mourroit Volontiers, s'il pouvoit voir le pays
affranchy, en 4 ou 5 ans. Wenn er köndte daß
landt frey gemacht sehen, in 4 oder 5 iahren, So
wollte er alßdann gerne, undt mit freẅden, sterben.


Cela est bien dit, & prins en bon sens, touchant
la dèscharge dès debtes, de la Principautè, peüt
passer. Mais; qui considerera exactement lès
Conseils de nostre Noblesse insolente, (encline a
s'affranchir de toute sübjection) & le peü d'ar-
gent, qu'ils contribüent, a la dèscharge de nos
debtes, s'eximans de plüs en plüs, de toute contri-
bütion, & assistance reelle, qu'ils doyvent a
leurs legitimes Princes, & ne voulans plüs demeürer
en la societè dès Villes, il paroist bien, ce, qu'ils veülent dire!

|| [[Handschrift: 161r]]


Sed surdo, narratur Fabula!24 L'aveüglement est
trop exorbitant, ou bien üne corrüption secrette, et
excessive, parmy nos Princes, et leurs Conseillers.
Dieu les vueille reduire, a la rayson! & fleschir
les coeurs endürcis, a nuire, et contredire!


Je croy; qu'on a inprimè a nos Princes, & a la Noblesse,
Que s'ils laissent ce poinct, en son entier, inter casus
reservatos, wißendtliche landeßnoht, et cetera ie deman-
deray restitution de mes pertes, & deux saccagemens
notoires, (qu'on ne veut nüllement considerer,
par üne stüpiditè volontaire, & par üne düretè
inouie!) & qu'il faudra, qu'iceux, contribüent tous,
a cela, a quoy ils sont trop inflexibles, & chiches.
Mais que donnent a cela les Nobles? Senatus Populus Que Romanus
si peu; que rien! & de nülle valeür. Jls peuvent
bien iouer leur argent, se vestir somptueüsement,
boire, & s'enyvrer, mais a leurs Süperieurs, ils lais-
sent peü de respect, peu de secours, peü d'obbeissance!
Et veülent en oultre, que nous Princes mesmes,
leur aydions, & aux Commünes, lors qu'ils, ou elles
viennent, à souffrir. Tout cela sent, ses passions.
Leur secours, & consolation, en mon endroict, est en-
cores, peü charitable, de peü d'efficace, ou de consideration!

|| [[Handschrift: 161v]]


Le Prince Augüste, & le Prince Louys, ont bien prins dès bonnes sommes
autrefois dès tribüts dü Pays, a 20 ou 30000 a la fois, &
on n'en a pas fait tant de tintamarre. Le Prince Louys a
dèspencè en ün voyage, en Angleterre, & a la cour Jmperialle,
30000 Dalers. La landschaft, luy a basty son chasteau
de Cöhten. A moy, on ne donne rien, en mes rujnes notojres.


Vor: undt nachmittagß, seindt wir in die kirche
alhier zu Deßaw, gegangen, am heüttigen letzten
Sontage, nach Trinitatis, in diesem kircheniahr.


Vormittags predigte, Er Raumerus, nachmittags Albinus. perge
Mein vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimir, hat sich
heütte angethan, undt ist ein wenig gegangen. Jst
auch zweymal von mir, besucht worden. Jch habe
seine wunde besehen, die tiefe schahrte, welche ihm, in
rügken, vom wilden Schwein, geschlagen ist worden.
Der Schengkel, incommodirt ihn, noch sehr. Gott helfe
alles unheyl, gnediglich überwinden!


Vor Freẅlein Juliana, ist heütte, auf der Cantzel, gebehten worden,
Gott wolle ihres hertzensangst, erleichtern! undt ihre schmertzen,
lindern! undt miltern!


Le Prince Casimir, me confia, Que les estats dü pays, estoyent
estonnèz, pour les deniers matrinoniaulx, a cause, que<dés> sübdivisions,
qu'ils apprehendoyent, sür tout, á Plötzkaw, et in infinitum,
autrement, ils condescendroyent, a nos Volontèz. & cetera & cetera

|| [[Handschrift: 162r]]


Gestern, undt voriger tage, hat es crakeel gegeben, zwischen
dem capitain Aribert von Krosigk, undt Gebhardt Paris von Werder,
Jtem: zwischen einem Walwitz, undt einem Davier. Die auß-
forderungen, seindt zwahr verbotten. Es sol aber doch, drauf stehen. perge


Die avisen von Leiptzigk geben:
Das Barcellona, auß mangel endtsatzes, sich gewiß dem Don
Juan d'Austria, ergeben, undt der Marechal de la Motte Hauden-
court auß, undt abgezogen seye, wie inngleichem Casal
di Monferrato, dem Marchese di Carazena sich auf gute
conditiones, ergeben, undt der , außgezogen,
undt biß nacher Turino, convoyiret worden, in 4 nachtlagern.


Prince de Condè, hette mit hülfe der Spannischen undt Lottringher,
Rhetel undt Saint Menehoud eingenommen, auch den Cardinal
Mazzarinj, unferne von Sedan, geschlagen, undt ihn bey nahe
ertapt, wenn er nicht bey zeitten, durchgegangen! Der Düc
d'Orleans, hat sich nacher Bloys, undt von allen affaires, retiriret.
Die Mademoyselle, seine tochter, ist darmitt, übel zufrieden.
Es mangelt bey dem könige, so wol alß bey den printzen, an gelde!


Admiral Tromp, hat eine große flotte, in die 150 Schiffe
beysammen, wieder die Engelländer, welche aber den Streitt, aufziehen,
undt über 300 Schiffe, nach undt nach, den Provintzien, schon abgenommen.
Dennemargk will auch den holländern, vermöge der alliance
assistiren, wie auch, Schweden.


Jn Schweden wirdt ein ReichßTag gehalten, undt viel bewilliget,
doppelte Schatzung. Hanß Wachmeister, graf Jacobus de la Garde,
undt der gewesene Legat, Salvius, sollen stattlich begraben werden.

|| [[Handschrift: 162v]]


Man macht auch wiederumb kriegespræparatoria!
So continuiret der Cosagken tumult, in Polen, undt die pest,
der hospodar in der Moldaw, wirdt überzogen, oder gebrandt-
schatzet. Die Tartarn conjungiren sich, auch wieder, mit
den Cosagken. hingegen hoft Polen, assistentz von Moßkaw.
Auch wirbt der hetzogk von Curlandt.


Eine große flotte, mit Silber, Goldt, undt Diamanten
ist mitten durch die Engelländer, im canal, mit gutem
winde, durchgesaigelt, und in salvo, in hollandt, arriviret.


Zu heidelbergk, ist die Academia solenniter
restauriret worden, in gegenwartt, des Churfürsten.


Die noch restirende vier Churfürsten zu Prag, alß Saxen,
Brandenburg[,] Meintz, undt Trier, werden herrlich gehalten,
undt wol tractiret, von Kayserlichen Mayesteten, vom
Könige, vom Spannischen Ambassodor, undt andern großen.
Jm halben November wollen die Kayserlichen Mayestäten noch forth,
nacher Regenspurg auf den ReichßTagk.


Die Türgken tractiren zwahr, mit den Venezianern,
thun aber doch einander abbruch, wo sie können, und mögen.
Die Maltheser, haben die Gallera Capitana von Cipro,
mit großen schätzen, erobert.


Avis: daß die pogken, undt kindeßblattern, allhier, undt auf
den dörffern, Sonderlich auch, gegen Wörlitz zu, zimlicher
maßen, regieren. Gott dempffe, alle landtplagen!

|| [[Handschrift: 163r]]

Montag den 22den: November 1652.


Die heüttigen vormittags deliberanda sollen sein.
1. Endtliche Resolution, undt nachsendung des Anfangß, so
zum landtTagßabschiede gehöret.
2. Vergleichung, wegen des nebenreceßes.
3. Deliberation, über der anderweitten bitte, wegen
der Gravaminum.


Der hofraht von Plötzkaw, Hake, hat mir einen guten
morgen, von Fürst Augusto gebracht, undt mir die halb neündte stunde
vor mittagsß, ernennet, da wir möchten, in Raht, zusammen kommen.


Devisant hier, avec le Prince Jean Casimir, de nos jeünes
Princes, de Plötzkaw, & de Bernbourg, & de la cour de Brandenburg
il dit: Dieumercy; que ie n'ay pas besoing, a demander,
ün ausmosne, de l'Electeur de Brandenbourg. Ce discours,
m'a rendü pensif depuis, si quelque faulx rapporteür, a dit
quelque calomnie? Car ie n'ay demandè de l'Electeur que
mon raysonnable payement! meritè de feü mon Pere, par sa vertü
a la guerre de Juilliers; au peril de sa vie! & i'ay obtenü
si peü que rien, de cest Electeür, luy donnant encores, ün che-
val de 500 Dalers, & il me fit dès promesses, pour mes enfans,
pour obtenir dès Commenderies, mais rien a estè tennü,
ni l'assistance stipülèe, pour les faire voyager perge
ni les chevaulx de Prüsse, qu'il me vouloit envoyer. Tout
cela, est e allè en fümèe. Promissis Dives; quilibet esse potest!25
C'est ün grand cas, que ceux de la religion, nous abbandonnent!

|| [[Handschrift: 163v]]


Mane, in consilio, der Anfang wirdt belesen, zum landtTags-
abschiedt, wie neẅlich, die consultation mittgebracht. Cantzler.
1. Deficit, der punct der haftung, undt punctus executionis, so ein-
zurücken. 2. Zuwerkrichtung, unsers Schlußes. Morosj cre-
ditores, werden veruhrsachen, daß man kayserliche Confirmation darüber
einbringen muß, durch unsere legatos, nacher Regenspurg. Das
landt, wirdt gerne darzu, die spesen hergeben.


Freybergk. (Weil ObristLeutnant Knoche absens, undt krangk)
2 oder 3 iahr, wehre zu lang, zun ablegungen der rechnungen.
Alle iahr, köndte der landtrentmeister herümber ziehen, dem Ober-
Directorj anzeigen, ob der convent nöhtig oder nicht? Ein Antheil,
sol nicht vor den andern haften, es seye dann, ein causus insolitus,
alßdann, sol man deliberiren, wie man einander aufhelffe?
kayserliche Confirmation, ist nicht gebraüchlich gewesen. Jedoch,
wann Sie nöhtig, möchte es geschehen.


Doctor Mechovius. Ein causus insolitus zu beobachten, bey der haftung.
Punctus executionis, zu verwahren. Punctum der creditorum, extracts-
weyse, zu confirmiren laßen, penes Cæsarem. Nicht aber,
den gantzen statum unsers landes, zu prostituiren,
undt kundt zu machen. Spesen darzu, incumbirt, der landschaft.


Caspar Pfaw. haftung wehre unnöhtig, im Bernburger Antheil,
wegen der patrimonialZinßen. Extractsweyse, im fall gar
die kayserliche Confirmation nöhtig? Moratorium außzubringen
beym Kayser, contra morosos creditores, zu extrahiren.


Doctor Schrigkel. Wolhergebrachte Privilegia der Stadt Zerbst, || [[Handschrift: 164r]]
wehre das wortt zu wenig, müßte von Fürst Johannsen, mit
vorbehaltt, undterschrieben werden, im fall man die erinnerung,
(so nähermalß geschenen) wegen des wortts unstrittig, nicht at-
tendiren wollte! So müßte auch, addiret werden: Jedoch
unß an unserer Fürstlichen hoheitt, Regalien, ErbTheilungsre-
ceßen, unschädelich, ob abusum in posterum. Die haftung,
betrift die herrschaft, nicht, d sondern die nobiles, & subditos.
Den punct der confirmation, köndte man extractswey-
se apud Cæsarem suchen, maxime umb des unmündigen Printzen
zu Cöhten, willen, <undt, wegen der creditoren.> Exterj, werden schwehrlich zu zwingen sein.
Werden lieber der decision des ReichsTagsschluß erwarten.


Hagke. Man solle auch, den landtTagsabschiedt, de
anno: 1611 mitt reserviren, undt vorbehallten. Der
herrvetter Fürst Augustus alß vormundt, würde verantworttung
haben, wann es der Kayser, nicht confirmirte?


Geroldt. Deducirt, die privilegienSache, der Zerbster,
wieder den Raht aldar. Erinnert, die hoheitt, Rega-
lien, d zu reserviren. Die haftung gienge die herren
nicht ahn, sondern die undterthanen. Den extract,
und nicht den Totallandtagsabschiedt, dem Kayser zuzu-
schicken, undt confirmiren zu laßen. Schuemacher.
haftung oder handthabe gegen die Seümigen, zu faßen. Jn spetie:
Beneficium excussionis, damit nicht der innocens leyden, undt
ein absprung geschehe. Punctus executionis, sine Cæsare, zu resolviren. || [[Handschrift: 164v]]
Abundans cautela, non nocet, wann es, inßgemein beliebet
wirdt. Die hoheitt, undt theilungßreceße, zu reserviren.
Wolhergebrachte privilegia, so aufzuweisen, sufficit.
kayserliche Confirmatio, ist vornehmlich, auf die Creditorn,
ahngesehen, undt ein vorgriff der Kayserlichen Mayestät, welcher
ein decisum, allerrest auf dem Reichßtage, machen wirdt.


Unsere legatj, werden es undterbawen, undt sehen, wie
es sich schickete? obs anzubringen, oder nicht? Die Cöhtnische
verwahrung, mitt anzuhengen, an den Extract, so der Kayser
zu confirmiren.


Paulus Ludwig. haftung betreffend gienge auf ieden Antheil,
wann alles abgetragen, undt evidens ruina vorgienge,
würde die andern Antheile, (welche sich erholet)
freylich haften, undt evinciren helfen müßen.
Punctus der confirmation, apud Cæsarem, extractsweise,
per legatos, zu suchen.


Fürst hanß. Approbat die kayserliche Confirmation, iedoch, das
man nachdengke, ob das totum, zu manifestiren?
Cöhtnische verwahrung, seye eine halbe Protestation. Duo
contraria, wollen sich nicht fügen, bey der kayserliche confirmation.
Punctus executionis zu faßen. Moratorium aufs capitale,
nicht auff die zinßen, zu erhalten. Zu dem wortt, wolher-
gebracht: wolerweißlich, zu setzen. Der Erbtheilung, auch
in dem vorbehaltt, zu gedengken.

|| [[Handschrift: 165r]]


Fürst Christian. Lobet die saniora. Explicirt die haftung,
welche nicht auf die Fürstliche herrschaft, zu verstehen. Saget man solle< >den
punctum executionis, wol verwahren, undt den Modum bedengken,
dieweil kein raht, daß quomodo noch zur zeitt, interpretiret.
Nicht den gantzen receß, noch die arcana status, vom landTage,
zu divulgiren, Sondern nur, den punct der creditoren, extracts-
weise, der Kayserlichen Mayestät zu communiciren, zur confirmation,
wo ferne es eben nöhtig, welches unsere gesandten, nacher Regenspurg
ergründen, undt sondiren köndten? Die speßen müste, das
landt tragen. Das Moratorium zu extrahiren, stellete ich dahin,
weil die Städte Braunschweig, Magdeburgk, Goßlar,
dergleichen erhalten, iedoch wehre es oft eine frist, so hernacher
doppelte, ia vier fünffache beschwehrung machte,
undt nichts helfen köndte. Des Doctor Schrigkels erinnerungen,
wegen privilegien der Stadt Zerbst, approbirte ich, wie auch, das reser-
vat unserer hoheitt, undt landeßerbtheilungen. Jch erinnerte
auch die schuldige eviction, welche ein herr dem andern, zu gewehren.
Cöhtnische verwahrung, wehre schon in der kayserlichen confirmation endthalten.


Fürst Augustus thut noch eine umbfrage, undt concludirt gar fein.


Cantzler Milagius. Es wehren Fürst Johann Casimirs erinnerungen, wegen 1[,] 2 oder
3 iahren, conventuum zu halten, zu attendiren. Punkt der haftung, zu
faßen. Jedoch, daß diese verfaßung, unß, undt unsern Fürstlichen ,
an unserer Fürstlichen hoheitt, undt ErbTheilungßreceßen, unschädelich
sein solle, zu annectiren. kayserliche confirmation wehre guht, am allermeisten
aber, wegen der Außwärttigen creditorn. kayserliche authoritet ihnen zu opponiren.
Dieser punct, dörffte wol der letzte bleiben, (der zinsen decision halben) auff dem ReichsTage. || [[Handschrift: 165v]]
Keine spesen, würden hierundter, das landt graviren, alß nur bloß,
die gebühr, vor die Confirmation. Seine meinung, wehre nicht
gewesen, das man den gantzen receß dieses landtTags, dem
Kayser solte vortragen, unseren Staat, publiciren,
undt weittlaüftigkeit machen, Sondern nur, beyder puncten
halber, den extract dahin schigken, ne<zur> confirmation:
Nemlich, wegen der importunen creditoren, undt dann
wegen des unmündigen Printzen zu Cöhten, welche Cöthnische verwah-
rung zwahr, albereitt stünde, undt bestünde, in der Kayserlichen
Mayestät alß obervormundts, confirmation. Es wehre
auch gar gebraüchlich, und nichts neẅes, am kayserlichen hofe,
daß man extracta dahin schickte, undt confirmiren
ließe, darvon er exempla allegirte. Er reycirte
das moratorium, alß unschädelich. Sonst sagte er: Fürst hanß
würde den Streitt, mit der Stadt Zerbst, dadurch nicht
aufgeben, wann er das wortt, erweißliche privilegia,
würde hinzusetzen. Die casus fortuitj anlangende,
dieselbigen stünden schon in dem receß. Der Modus execu-
tionis, würde zu resolviren, undt nachzuschigken sein. et cetera
Er sagte auch, alß ich wolte, daß bey dem wortt der
reservirten hoheitt, auch stehen sollte, Regalien, rechtt
undt gerechtigkeitt, es wehre genung hoheitt, das übrige
wehre alles eines, undt darundter begriffen, darneben
stunde, die erbtheilungen, in Pluralj; nicht in singularj. et cetera || [[Handschrift: 166r]]
et cetera Postea: wirdt, der nebenReceß, welcher geheim, undt verbindt-
lich sein soll, abgelesen. 1. Der Patrimonialgelder halben, so auß der Erbtheilung
herrühren, darvon wir unsern undterhalt guten theilß, nehman müßen,
so nicht zu vereintzeln, Sondern völlig zu verzinßen. Künftige
kayserliche zinßverordnung, bindet unß nicht. Die lose, undt aufkün-
digung, auf ein Jahr, zu setzen. Wir, Fürst Christian, haben etwas von
unserer befugnüß, remittirt, bedingen doch, unseren anspruch et cetera
undt iura quæsita. 2. Creditores, zu befriedigen, undt verweisen.
3. piæ causæ. Vollen zinß. 4. aufgeschwollene zinßen, remission,
gehen nicht die patrimonialgelder ahn, iedoch, wollen wir unß
christlich bezejgen, inmaßen Fürst Augustus schon viel remittirt.
5. Wann ungleiche retardaten, undt compensationes,
sein, sol die landtschaft dieselbigen, auf sich nehmen, undt es communj
ersetzen, id est: wann die schuldt größer ist, alß das medium darzu.
6. Rigidos creditores, ex communj, zu weysen, zu contentjren,
oder ihre furia zu brechen. 7. Burow, will Fürst hanß, ex publico,
guht gethan wißen, wann der landcompter, nichts herbey träget,
oder kayserlicher proceß außwircket. 8. in casibus reservatis sol der
fueß sein, 30000 ReichsthalerRthlr: Bernburgk quartam moderiren,
also: das an statt der 150 auf 600 in 6 iahren, erlaßung,
nur 75 ThalerThlr: einzubringen, sich desto beßer, zu recolligiren.
Nach ablauf aber der, 6 iahre, sol wieder 150 völlig gegeben werden.
9. wehre ein creditor, etwan vergeßen, oder übergangen, sol man
ihn postea befriedigen, undt allen irrungen, mit gesampten
Schluß, der herrschafft, undt landschafft, abhelffen. || [[Handschrift: 166v]]
10. die Cöhtnische verwahrung, kan nicht verwerffen, waß geschloßen,
iedoch köndte man sie allhier inseriren.


Cantzler Milagius. Fürst Augustus möchte seine assecuration
befestigen, in die drey Fürstlichen Antheile: Deßaw, Zerbst,
undt Cöhten. perge


Freybergk. Conformirt sich, will es seinem herren vortragen.
Doctor Mechovius. Jm fall, die Kayserliche confirmation erfolgte,
sollte Sie diesem nebenreceß, nicht derogiren, köndte
mit ein par wortten, inseriret werden.
Caspar Pfaw. Conformirt sich hiermitt, undt mit Fürst Augusti
assecuration. Doctor Schrigkel. Jdentidem. Hacke. Jnsimilj,
wegen der handthabe, undt execution. Begehrt auch die
Retardaten, in seinen Fürst Augusti Emptern. Es möchten
dieserwegen, die Rähte sich zusammen setzen, undt eine
abrede nehmen.h Geroldt. Die Derogation
der kayserlichen confirmation wehre nicht zu befahren.
Dann durch den nebenreceß, köndte man sie doch nicht
umbstoßen. Schuemacher. Repetit, & approbat priora,
iedoch: es könne nicht schaden, mitt ein par wortten,
die kayserliche confirmation, undt daß der nebenreceß derselben
nicht derogiren solle, zu gedengken. Jtem: das man
die lose, undt auffkündigung, des großen Capitals,
der Patrimonialzinsen, nicht zu ungelegener zeitt, thue, || [[Handschrift: 167r]]
undt die armen Undterthanen, dadurch, auf einmal übern
hauffen, werffe. Bittet nochmalß, es nicht ungnedig
aufzunehmen, das er, alß ein verpflichteter diehner,
so oft der Cöhtnischen verwahrung gedengket, und auch
an itzo, undterthenig bittet, man wolle dieselbe, in den
nebenreceß, mittbringen, weil es im landtTagß-
abschiedt, undt haüptreceß, nicht geschehen sollen.
Paulus Ludwig. Conformat sese, cum sanioribus.
Fürst Hanß. Erwartett die abhandlung, Fürst Augusti asse-
curation. Offerirt sich, gar höflich, an seinem w orth.
Suadet, mit ein par wortten, beyzurügken, die
kayserliche confirmation. helt die Cöhtnische verwahrung
im nebenreceß, paßirlich.


Fürst Christian. Dringet, auf die insertion der kayserlichen
confirmation, so dem nebenreceß, nicht zu derogiren.
Deducirt, Fürst Augusti assecuration, in den andern< >antheilen,
gönnet ihme hertzlich gerne diese richtigmachung,
will ihm, in solcher abhandlung, weder ziel, maß,
noch ordnung, (in den übrigen Antheilen) geben.
Stellet es dahin, wegen der begehrten Retardaten in seinen Emptern.
Wie auch, daß man sich christlich bezeige, in aufkündigung der capitalien,
und Patrimonialgelder. Conformat sese, cum sanioribus. Fürst August concludit.

|| [[Handschrift: 167v]]


Replica des Adelß, wieder der Städte Desideria.
1. Religion und gewißensFreyheit stehet, vf unserm
vertröstetem vergleich. 2. Contingent der Freyheitt
zu Zerbst, will der Stadt, prægravirlich sein, in com-
pensatione, von 5079 landtSteẅren. 4.<3> Delegatio
nicht kommen, daß die Städte, die trangkSteẅren, in
Compensatione, nicht geben wollen. Adel dissua-
dirt es. 4. Die besoldung der Steẅerbedienten
negiren die Zerbsten, außer des undterDirectoris. perge
Da widerleget sich der Adel, weil Sie nicht von
der Stadt Zerbst, Sondern von der gesampten Fürstlichen herr-
schaft, bestellet. Der außschuß wüntzschet,
undt begehret, seine dimißion. 5.
Zerbsten begehren Freye handt, in landtSteẅren.
Adel suadet, ihnen, in den bierSteẅren,
keine freye handt zu laßen, weil es ihnen
nicht competirte. 6. Contingent der compensationen. perge


(Fürst Augustus saget, er habe an 34000 ThalerThlr: resten
so er zu fordern, dem lande 20000 ThalerThlr: geschengkt,
undt nachgelaßen.


<Fürst Hanß pagen einer, hat die tage, allhier die kinderpocken an sich, vermergkt. Jst derowegen in continentj weggeschickt worden.>

|| [[Handschrift: 168r]]


Man poculirt ein wenig, zue mittage, durch
Travelmanns verahnlaßung.


Nachmittags setzen sich die Rähte zusammen, wegen
etzlicher unexpedirter puncten, zur maturation.


Le Colonel Werder, disoit hier: Que c'estoit üne
honte, que les coustüriers, & les cordonniers, vouloyent
donner plenipotence, a leurs Bourgmaistres, de ce,
qu'ils devoyent dire, ou faire. Que c'estoyent
des gens ignorans, et simples, seülement addonnèz
a leür gain. Qu'il ne falloit pas laisser in-
troduire, ceste mauvayse Coustüme, ains les
commander. Que si on les laissoit faire, & re-
mettoit tout, a leur bon playsir, ils ne consenti-
royent, nj contribüeroyent, rien dü tout. Sie
würden wol endlich gar nichts willigen.
Et vous Messieurs les nobles, que contribüez vous bien?


Fürst Lebrechtt, ist auf die Jagtt, hindter Wörlitz
(aldar undt auf den dörfern, es sehr, an den pocken,
stirbtt) hinauß. Die andern herren, seindt allhier
geblieben.i Gebhardt Pariß, vom Werder, ist eilends,
nacher Gröptzigk, gezogen, dieweil sein kindt, undt seine
mutter todtkrangk sein. Mit Freẅlein juliana lindert sichs etwas.

|| [[Handschrift: 168v]]


Schreiben, von Croßen, Breßlaw, undt Bernburgk,
auch von halle.


Nachmittage, seindt die Rähte allerseitß versamlet
gewesen, undt seindt ratione der gravaminum weydlich
getrillet worden. Gott steẅre aller confusion!
<undt helffe, das überall die ordentliche Obrigkeitt, seye! undt bleibe!>

Dienstag den 23ten: November 1652.


Jn die kirche, frühe, da dann der Salmuth geprediget,
undt mich wol contentiret.


Darnach, zum Schwager, Fürst Johann Casimir, ihn visitirt.
Postea: zur Fürstinn alhier, meiner Schwester, undt
Freẅlein Juliana (mit welcher es, ein wenig, sich lindert,
Gott lob!) besucht. Daselbst wahr auh, Er Raumerus,
der Superintendens, mit dem ich (incidenter) einen guten
dißcurß gehalten. <Postea mit Paris Werdern, conversirt.>


Fürst hanßen, haben wir Fürsten der reformierten religion,
ersuchen laßen, unsere intercession gelten zu laßen,
undt der Stadt Zerbst, in ihren desiderijs, wegen der ge-
wißensfreyheitt, undt der übung der religion, zu gratificjren.
Jhre Liebden haben sich höflich, iedoch etwa dilatorisch, undt am-
bigue, gegen unsere deputirte Rähte, den Cantzler Mila-
gium, undt Doctor Mechovium, erklähret. Son chancellier
est estimè ün grossier lütherien! Dieü l'amende!


Der hofraht, Caspar Pfaw, suchet seine Dimission, weil er meinem
bruder, Fürst Friedrich gelder zu übermachen, hatt. Jch habe ihn aber noch,
eine kleine zeitt, zu verharren, disponiret.

|| [[Handschrift: 169r]]


Nota Bene Die viertelfache Anlage, träget auß, nach dem Fueß der
30000 ReichsthalerRthlr:: 7500 ThalerThlr: darvon wirdt bezahlet,
undt ahngewendet:
ThalerThlr:
undt ahngewendet: 4000 landtTagsspesen.
2200 Regenspurger speesen.
600 garnison der Vechte.
300 Pröegken.
138 Biedersehen.
176 hanßen, von Schönfeldt.

  Summa

7414

ThalerThlr: darvon gehen ab, 75
ThalerThlr: wegen der Stadt Bernburg. perge


Que gaignons nous donc, en ceste Diete?


1. Nous mettons en Ordre, l'affaire dès debtes!
les divisans, aux Tetrarchies, & evitans, tant dès
envies, jalousies, dispütes, & mesme le concours,
tant apprehendè dès Creanciers!


2. Nostre portion dü Pays, ou Tetrarchie, en la Princj-
pautè, gaigne 75000 Dalers, de reste, dès vieilles
Steẅerretardaten. Mon frere, ne prendra que les
siennes, c'est a dire 8000 Dalers au Baillage, de Hartzguerode,
et la moitiè de ces Retardats, au baillage de Ballen-
stedt, outre les entieres de Radißleben. Et quoy que
ces retardats, soyent comme inexigibles, si est ce
qu'on en retirera toutes fois, quelque chose, & on a-
nimera lés Possedans dès biens, a rebastir, & redresser
quelque chose au mèsnage, si on leur donne quelque remis-
sion, de tels restes, & leür en fait present?

|| [[Handschrift: 169v]]


3. Nous nous fortifions, en l'asseürance, dès biens<deniers>
Patrimoniaulx, & d'jcelles assignations.


4. Les deniers, qu'on doibt aux Princesses, sont
plüs asseurêment assignèz, que par le passè,
puis qu'on les paye, dès Tribüts de la Biere,
de tout le pays.


5. Nous reduysons, a nostre assistance & conformitè,
toutes les quattre portions, de la Principautè,
ou Tetrarchie, la ou, aulcüns< >visoyent a üne
separation.


6. Nous nous delivrons dès creanciers, qui fay-
soyent dés pretensions de la guerre!


7. Nous nous coioignons, en l'Ambassade, de
Ratisbonne, & obtenons le fraix d'jcelle, quj
trouvoyent aultrement, leür difficültè.


8. Nous reduysons le Prince Jean, ad mitiora
Consilia, touchant l'exercice de la religion, á Zerbst.


9. Nous faysons, dés bons ordres, au Pays.


10. Nous divertissons, les Calomnies, comme sj Bernbourg
estoit plüs moderêment traittè aux tribüts, que les
aultres Tetrarchies, veü que, nous prennons, sür nous,
4000 Dalers, de debtes èstrangeres, seülement, puis
que les deniers Patrimoniaulx, & les cranciers Compen-
sans en la Tetrarchie, absorbent le reste.

|| [[Handschrift: 170r]]


Telles, & semblables <causes &> raysonnemens, me font
gouster le miel, qui se trouve, parmy l'amertüme,
de ceste Diete fascheüse, longue, & ennuyeuse!


Man hat heütte mit verfertigung des neben-
Receßes, zu thun gehabt, Jtem: mitt einrückung
der clausul wegen der religion, wie auch, mitt
nebengravaminibus.


Abermalß nacher Bernburgk; geschrieben.
Der Printz von Cöhten, vetter Wilhelm Ludwig, ist
diesen abendt, wieder anhero kommen.

Mittwoch den 24ten: November 1652.

<Nota Bene 30 ThalerThlr: Ludwig Rober[.] 2 ThalerThlr: Hans Friedrich Eckardt[.] Regen.>


Gestern kahm auch, eine jntercession ein, von der Ritterschaft
vor den flegken hoym, wegen ihres brawhauses, darinnen
Sie denselbigen, ihr mittgliedt nennen.


Jn den Raht mane. Da wirdt belesen, die antworth auf die Gra-
vamina, welche in genere, zu delineiren, in spetie, in die Antheil zu geben.


Cantzler Milagius. hette es abgefaßet, wüste nichts darbey zu erinnern.
ObristLeütnant Knoche. Excusirt sich, wegen des Steins, das er bey den Delibe-
rationen, vorgestern, nicht sein können. Approbat den aufsatz. Doctor Mecho-
vius. hat nichts zu erinnern. Die conventus würden nicht inhibiret
werden, wann die notification des OberDirectoris, ieglicher Fürstlichen herr-
schafft, geschehe, undt die sache nöhtig wehre? Caspar Pfaw. Doctor Schrigkel.
Hagke. Conformant sese. Geroldt. Die herrenbrawen, wehren noch,
in der litispendentz, mit der Stadt Zerbst. Schuemacher. Paul Ludwig. Conformant || [[Handschrift: 170v]]
sese. Fürst hanß. allegiret seine Sachen, zu Zerbst, in herren, undt
gnaden bieren, Sonderlich auch, daviers.


Fürst Christian. Scrupuliret ungerne. Jedoch, waß die Conventus
anbelanget, wehren solche, citra periculum conventiculorum
zu concediren, referirt sich derentwegen, auf vorige vota,
undt das große wichtige convent, ihre norm haben
müßten, undt rechnungssachen, dem publico zum besten, beträffe,
Solches würde man gerne geschenen laßen, zumahl,
wann es notificiret, undt mit einwilligung, geschähe?
Die andern sachen betreffend alß: herrenbier, Freybrawen,
gnadenbrawen, undt dergleichen zu ertheilen, ver-
stünde ichs dahin, das alle neẅerungen, undt no-
vationes, abzustellen, waß aber seinen grundt
hat, in den bestettigten privilegien, innungßbriefen,
observantz, undt dergleichen, wie auch, die bona
caduta an sich, zu nehmen, undt nützliche Freybrawen
undt Freyheitten, zu ertheilen, zu erhebung der gebeẅde,
undt beßerung der Stadt, undt gemeine, darinnen,
würde ich mir, nichts vorschreiben, noch die hände
binden laßen, privilegia, zu ertheilen. Ohne wehre
es nicht, ich hette ia wol eher, in meiner eüßerßten
großen ruin und noht, herrenbrawen zu Zerbst,
auch ertheilet, undt nicht allemahl, die gerste || [[Handschrift: 171r]]
liefern können, in meinung, weil ein Fürst macht hette
iährlich, 12 herrenbrawen außzuthun, ich hette es
gleichsfalß macht, zumahl, da ich in manchem iahr, nicht
drey herrenbrawen, außgethan, da hette ich biß-
weilen, vor eines, ein Faß, oder ein par faß, genommen,
darvor haltende, ich wehre es befugt, undt
daßelbe würde so ein großer abusus nicht sein.
Wollte man mirs aber nicht gönnen, undt alle
bißen, in den mundt zehlen, müßte ichs gar ein-
stellen, undt das bier, (so bishero nicht beym besten
etzliche iahr gewesen) zu Zerbst, quittiren, und anders dring<ck>en.
<Jch riehte, man möchte die conclusa also befördern, damit Sie zu observiren, müglich!>


Fürst Augustus. Concludit. Will die rationes annotiren,
undt attendiren. Meinet, wir seindt nicht weitt voneinander.


Cantzler Milagius. Saget, es wehre alles guht, waß wir
erinnert, hette eben den verstandt, wie ich, undt
Fürst hanß, gesaget. Es gienge vornehmlich die klage,
wieder die diehner, (so man hiermitt, in spetie, zu gra-
vieren, angestanden) welche man nicht gern nennen will.
Die Novationes, köndte man wol einstellen, undt
die allten erweißlichen befugnüß erhalten.


Beylage, wegen der Commission, zur Eintheilung
der Creditoren, von unsern Rähten, undt auß
dem Außschuß zu wehlen, wirdt belesen. Cantzler Milagius.
Schläget zu commissarien, vor: Knoche, Schlegeln, Paulum
mit zuziehung, des landtrentmeisters. || [[Handschrift: 171v]]
ObristLeutnant Knoche. Proponirt, 14 tage, nach diesem landtTage,
zu Cöhten die eintheilungscommission, ahnzustellen.
Es köndte darbey sein, ein Rhat, undt einer vom
Außschuß. Die generaleintheilung, köndte allhier
gemacht werden. Die Specialeintheilung, in den Antheilen.


Notul wirdt gleichßfalß abgelesen, wie die
anhaltenden Creditores, zu bescheiden? Nach Jo-
hannis, de anno 1653, der landtrentmeister, sol diesen
bescheidt, geben den creditorn, damit daß Oberdirectorium
nicht so viel anlaufs habe. Die aber Freẅlein
Steẅren begehren, müßte man schriftlich, auch
also bescheiden, daß Sie nemlich, nach Johannis-
termin, zu befriedigen.


Littera B wirdt abgelesen, wegen Eintheilung der
übermaße, undt der bürglichen posten, thun: 51725
ThalerThlr:[.] Littera C: Fürst Augusti 50000 eintheilung, in die
andern Antheil. D. jnstruction vor die jnspectoren,
welche der Adel, nicht leiden will, Sondern zu an-
nulliren, numehr bittet. E. Dringliche Schulden,
seindt: 27789 ReichsthalerRthlr: 20 Groscheng: Eintheilung der zahlung,
auß gesamptt den landt: undt tranckSteẅren, undt
der Quarta vfsatz, wirdt alles belesen.
F. ContributionSchulden, im Schuldtbuch, 4916 ReichsthalerRthlr: || [[Handschrift: 172r]]
G. Specification der kleinen Schulden, 438 ThalerThlr: Pröegk, undt Bidersehe.
H. Fürst Johannßen specification. J. Kriegsschulden, undter
Fürst Augustj, alß Oberdirectoris handt, so zu cassiren, nemlich:
26405 ThalerThlr: 8 Groscheng: 7 deniers (Pfennige)d:[.] K. 484679 ThalerThlr: 19 Groscheng:deniers (Pfennige)d:
moderirte contributionschulden, z also hats alles, der ObristLeutnant
Knoche, fleißig außgerechnet.


Concluditum: Man solle alles, ad Dictaturam, bringen.
Weitter, wirdt deliberiret, von der Stadt Zerbst, das
Sie die 85000 ThalerThlr: præteritorum Ehegelder, (es seindt
aber nur 83000!) will anders eingetheilet wißen, die
TrangkSteẅren, in handen, behallten, undt haben,
daß der Adel, darzu contribuire, wie vormalß.


Cantzler Milagius. Man solle Sie induciren, damit
Sie dem landtTagßschluß, sich nicht mehr wiedersetzen.
Obgleich der Adel mitius tractiret wirdt, gehet doch ihnen
darahn, gar nichts ab, dann der Adel, thete frey-
willig, waß er thete, undt wehre es nicht schuldig zu thun.
(en quoy ie ne suis nüllement de son opinion, & avis!)
Der Adel gebe eben daß, waß er, auf dem landtTage,
anno: 1611 gewilliget. TrangkSteẅren, köndten
nicht, in die landtSteẅren, gezogen, noch der Stadt Zerbst,
inne gelaßen werden. Man köndte ihnen diese anzeigen,
undt in gesampt sie bescheiden. Concluditum: wegen des vielen scru-
pulirens, undt contradicirens, den Cantzler Milagium, undt Caspar Pfawen,
zu deputiren, undt mit den Ständen reden, undt dieselben von punct
zu punct, recht informiren, zu lassen. et cetera

|| [[Handschrift: 172v]]


Nachmittags, hat man ein Schwein herein, in einem kasten,
auf die Rennbahne gebracht, welches außgelaßen, undt
mit Strohegabeln, durch drey diehner, angelauffen worden,
da es dann, kurtzweile gemachtt, undt etzliche übern
hauffen, geloffen, insonderheit, den hanß Baltzer Oberlender,
zweymahl. Endtlich, hat es, der vetter, Fürst Hanß,
(mit hülfe des vettern Fürst Johann Hanß Geörgen Liebden,
undt deßen zuthun!) gefangen, mit scharfen Spießen!


Fürst Lebrechtt, hat auch guht glück gehabt, in den Wäldern
nach Wörlitz zu, gestern, undt heütte, zu iagen, roht,
undt Schwartz wildpreth, einzubringen.


Vor Abends, habe ich, meinen Schwager, besuchtt, undt
ihn, modo solito, in paßlichem hinkommen, gefunden.
Gott helfe ferner, mit gnaden!


Mes conseillers, commencent, a se trouver mal,
& a se plaindre, de la Teste, dès membres, & de la
crainte, d'üne atteinte, de la fievre. Dieu les en
garde! & les preserve; de tout mal, & jnconveniens!
Jl semble, que l'ennuy, de ce seiour, retardè,
en soit la vraye cause, dont i'ay aussy moy
mesme quelque apprehension.


Nota Bene[:] Estranges discours, (seül a seül), dü Prince Augüste,
de l'introdüction des oublies rondes, qu'on pourroit
faire rompre, par nos predicateürs, affin d'allescher, a ce
Festin spiritüel mesme les lütheriens, ainsy qu'on || [[Handschrift: 173r]]
doibt faire, (selon son Opinion) a Berne, Basle, Geneve,
mais il se trompe, car on a introduit, en ces lieux lá,
le vray pain, que Jésus Christ, nous a ordonnè, au lieu des
hosties, èscümes de pain, et non Vrayement nourrissantes.


N'agueres, il me tèsmigna, (aussy seül a seül) quelque
doute, d en ce, qu'on avoit jntroduit la Reformation,
& qu'il craignoit, qu'on ne gaigneroit rien avecq, & que
l'on s'en trouveroit mal, sür tout, la posteritè, &
que l'on ne pourroit pas maintenir, des èstranges pensèes!
Car il ne faut point, que la crainte dès Hommes soit
plüs grande; que la crainte de Dieu, & que<sürpasse> le devoir,
quj nous obblige, a son amour, & Reverence, et a la
püretè, & veritè de sa Parolle, comprinse en l'Evangile!


Ô Dieu! donnes nous; le Don; de la vraye Perseverance!
fortifies nous <en> la foy, & fay nous cheminer, en tes voyes,
sans peür, & sans apprehension, dès Hommes! Envoyes
nous, les legions, de tés Saincts Anges, nos Gardiens,
pour nous conduire, en tes droicts sentiers, a ce, que
nous ne fleschissions, ni a droicte, ni a gauche, & ayons
nostre mire, & nostre visèe, a toy Seigneür, Pere Eternel,
Tout bon, et Misericorieüx, Fay nous la grace, de perse-
verer, en ce, qui est bien commencè, & d'estre Fidelles,
jüsqu'a la Mort, afin d'acquerir la Couronne de vie, de toy
Seigneür, qui es la Fontaine de vie, glorifiè eternellement!

|| [[Handschrift: 173v]]


Der Tecklenburgische gesandte, Travelmann, hat sich, diesen abendt,
bey mir, wiederumb angemeldet, undt præsentiret, undt
innstendig angehalten, damit er doch wol abgefertiget
werden, möchte, undt baldt. Jch habe mich, zu allem guten,
erbotten, wiewol ich nicht alles allein, zu thun vermag,
viel weniger andern, welche nicht undter meiner juris-
diction sein, zu commandiren habe.

Donnerstag den 25ten: November 1652.


Jn die kirche, mit Fürst Augusto, undt vetter Wilhelm
Ludwig, meinem Sohn, Carolo Ursino, undt vetter Wilmchen,
da der Superintendens Raumerus, eine feine dangkpre-
digt, auß dem 106. psalm26, am heüttigen BehtTage,
gethan. Die vettern, Fürst Hanß, Fürst Lebrecht, undt
Fürst Hanß Geörge, seindt hinauß frühe auf die
Jagtt, gezogen, hindter Wörlitz.


Nach der predigtt, bin ich, mit herrnvetter Fürst Augusto,
undt allerseitß rähten, in Raht gegangen. Da dann
Catzler Milagius referiret, wie seine gestrige deputation,
mit Pfawen, an die landtschaft, abgegangen? Jmpedimenta
so daß wergk aufhalten, scheinen zwahr weittlaüftig,
beruhen aber, auf 2 oder 3 generalpuncten.
1. eine richtige eintheilung, was iedem individuo, an
Schulden, zukömbt. Der Fueß, wehre auff 30000 ThalerThlr: zinß,
iährlich, zu setzen. 2. Etzliche sachen, so nicht dispositive sondern || [[Handschrift: 174r]]
narrative im dem concepte des landtTagßabschiedts angezogen,
seindt zu übergehen. 3. Seindt sie von ihrer vorigen meynung, abgewichen,
das ieder subditus capitalia, an sich lösen, undt der renterey, die
obligation, einzulifern. Nun wollen Sie die Einlösung <haben>, halten aber
vor unnöhtig, eher, alß in 20 iahren, die außlieferung der obli-
gationen, weil die Capitalia, nicht eher eingelöset werden können.
4. ihrer voriger meynung, zuwiederj, erachten Sie unnöh-
tig, eine absonderliche inspection. 5. Daß keiner vor den andern
mehr haften solle, wann er seinen Strang, auf sich genommen,
so wol in Privatis creditis, alß in den Patrimonial-
posten. Solche generalia, wehren zu resolviren, da-
mitt die andern desideria, desto leichter, zu beantwortten.


Cantzler Milagius votiret. 1. alß ein Fixum, die 30000
ThalerThlr: zu setzen, auf 20 iahr lang. 2. Jn dem andern, zu
gratificiren. 3. gehet weder ab, noch zu, dann keine
media vorhanden, zur einlösung, der capitalien. 4. in ihren
favorem, gemeinet gewesen, ergo: weil Sie selber,
dem Beneficio, renuncyren, fiat! 5. Der punct
der haftung, queitt zu sein, müste klährer gesetzt
werden, nicht das einer vor den andern zu haften, schuldig.


Fürst Christian Contradictiones zu vermeiden, in den capital
undt zinßhaftungen, vor welche beyde, die belegte
örther, als iede Stadt, Amptt, undt Commune haften.


Fürst Augustus will dreymal 7 als 21 iahr haben.

|| [[Handschrift: 174v]]


Particularerinnerungen, werden alle belesen, wie es
die landtschaft corrigiret, so zum theil, von unß
ahngenommen, zum theil reycirt, zum theil suspendiret
wirdt.


Fürst Johann Casimir besuchtt, zweymahl. perge


Den Superintendenten Raumerum, zu mir kommen
laßen, undt gute Admonitiones, von ihm angenommen.
Mein Sohn Victor Amadis, ist anhero kommen,
mit 6 kutzschpferden, undt 6 raysigen, von Bernburgk.


Ein Bürgermeister27, nach dem er 14 tage, nach der proposi-
tion, allhier gewesen, undt man ihn gefraget, ob der landtag
baldt zum ende, undt zum Schluß kommen würde? hat
er einfältig geantwortett: Er wüste es gewiß
nicht, dann er wüßte auch nicht, worümb man
alhier beysammen wehre! undt waß die rechten
uhrsachen dieses landtTags wehren? Nun hat er
gleichwol nicht allein die Proposition, (so lautt
geschehen) mitt angehöret, undt alles vernehmlich
hören können, Sondern, er ist auch fast täglich,
in die versamlung der Städte kommen, von den
Propositionspuncten, zu deliberiren.


Sonsten haben etzliche auß der Städte Raht, der
Ritterschaft vorgeworffen, waß Sie doch alle vor Ritterliche
thaten, theten? oder gethan hetten, daß Sie sich so groß machen wollten!

|| [[Handschrift: 175r]]

Freitag den 26. November 1652.


Eine kunst vor die Schwinde. Nim ein meßinges
begken, stecke ein stügk weißen parchent ahn,
verbrenne es darinnen, laße es über nacht,
stehen, So wirdt ein öele darauß, damit
schmiere die Schwinde, so die undter dem
Antlitz, oder auf der handt außgefahren,
So wirdt es baldt vergehen. Â Principe Casimiro.


Diesen morgen, habe ich meine Rähte, bey mir gehabt, undt consultirt.


Gleich wie man gestern, mit dem Adel, also hat man
heütte mit den Städten, zu tractiren, zu disputiren undt zu
thun, gehabt, Gott gebe doch einmahl, den verlangten Schluß!
undt helfe mir, auß diesem verdrießlichen Stillager, undt exercitio
Patientiæ!


Abermahlige, Depesche, nacher Bernburgk, ange<be>stellet.


Der Cantzler allhier, Doctor Gottfridt Müller, (welcher nahebey
40 iahren, unserm Fürstlichen hauße, gediehnet) protestiret, wieder
den vorseyenden landtTagsSchluß, will sich die hände, nicht also
binden laßen, Sondern reserviret sich, sei ius quæsitum.


Deßgleichen, thut, die zaunschleiferische wittibe, welche schon
Mandata, am kayserlichen hofe, hat extrahiret, undt will sich also
nicht vinculiren laßen. Jch besorge, es werden viel creditores aufwachen[.]


Vormittagß abermals in Raht gegangen. Cantzler Milagius leget relation
ab, wegen der gestrigen abermahligen undterredung, nebst Caspar Pfawen,
mit dem Adel, undt Städten distinctè. Suadet, die Difficulteten abzulai-
nen, zum Schluß zu eilen. 1. Der Adel ist mit unserer gesterigen erinnerung || [[Handschrift: 175v]]
zufriedenk, biß auf die Clausul, so Sie zu erhören, bitten,
bey dem punct der Cassation der contributionschulden.
Mitt ahnzufügen, daß die Städte, wieder Sie, eine
Schrift eingegeben, so man auch möchte in die Amnistiam
kommen laßen. Jtem: inngleichem, waß auß den Steẅren,
in die kriegßcontribution verwendet worden. Bitten
umb gnädige, undt gewerige antworth, alßdann
wehre der Schluß richtig. 2. Mit den Städten,
erinnert man sich, voriger vorhaltung, undt gegebenen
bedengkzeitt, auch vergeblichen zeittverspilderung.
Sollen sich resolviren. Sie, die urbes schrieben die Schuldt,
auf die nobiles. Wollen sich, auf die eintheilung, nicht
einlaßen. Zerbst opponiret sich. Bernburgk bedangkt
sich. Deßaw williget auch nicht. Cöhten difficultiret.
Wollen schriftlich sich heütte nachmittagß erklähren.


Cantzler Milagius votiret ferner: den Receß doppelt
inß reine zu bringen, zu belesen, zu erwegen, mit
dem Adel, sollen wir unß coniungiren, umb desto
stärgker zu sein. Der Städte disputiren, undt difficultiren,
möchten wir unß ncht aufhalten laßen, Sondern die bey-
lagen mundiren. Zerbst bescheiden, in puncto der tranck-
Steẅren, dieweil Sie sie gerne vor sich, innebehalten
wollten. Die Städte, zu bescheiden. Einig zu bleiben. Ein par
monat ihnen bedengkzeitt zu geben. Würden sie alßdann || [[Handschrift: 176r]]
Sich nicht accommodiren, müßte man Dictatorie verfahren,
undt ihnen Steẅereinnehmer, undt Peræquatores, ex officio
zu ordnen. Man köndte sich, von ihnen, keine leges vorschreiben
laßen, noch vorigen landtTagßreceßen, zuwiederl handeln.


ObristLeutnant Knoche. Freybergk. Doctor Mechovius. Conformiren sich.
Caspar Pfaw. Will, man solle der schriftlichen erklährung, er-
wartten. Erinnert auch, etzliche contenta der Relation.


Cantzler, Doctor Schrigkel. Excusirt seinen herren, wegen
noch nicht abgelegter, gestrigen relation, undt
etzlicher cessionen der obligationen. Wegen der übermaße
(nach 21 iahren) würde man sich beßer müßen vergleichen.
Hacke. Schriftliche declaration der Städte, zu erwartten.
Licentiat Keppe. Unbeschadet der theilung, einzurügken.
Peræquation ahnzustellen, iniquitet zu vermeiden.
Bedengkzeitt 2 monat. Schriftliche declaration erwartten.


Schuemacher. Conformat sese. Paulus Ludwig. Jnngleichem.
Fürst Hanß. Jnspection in ieglichem Antheil, zu observiren.
Laus Nobilium, wegen deßen, was Sie bey dem kriege, gethan,
die satisfaction ihnen zu geben. Städte zu urgiren, undt
zu terriren, mit vorigen vorschlägen. Verwahrung, wegen
Seiner Liebden obligationen. Gegen den Stadtraht, wollen Jhre Liebden in
spetie macht haben, die Anlagen zu vertheilen, und distribujren.


Fürst Christian. Freẅet sich der einigkeitt. Suadet, mit dem Adel,
(weil er in guten terminis) sich zu conjungiren. Zum Schluß zu
eilen, weil man, mit gutem Gewissen, die subditos undt || [[Handschrift: 176v]]
die Seinigen, in Cantzley: regierungs, justitzien, undt
haußhaltungssachen, nicht wol länger deseriren
köndte, dem Adel satisfaction zu thun, mit denen
wenigen Sachen, welche sie in die Amnistiam zu setzen
begehrten. Der Städte separation, wehre schädlich,
von der Ritterschaft. Jedoch müßte man Sie, undter sich
selbst, trennen. Weil nun Bernburg sich bedangkt,
Deßaw stutzet, Cöhten hæsitet, So wehren sie
auch noch wol, zu gewinnen, durch iedes Antheilß
rähte. Jch conformire mich, mit des Cantzler
Milagij meynung, undt der par monat bedengk-
zeitt, wann sie nicht sich schigken, da sie dann
Peræquatores, oder SteẅerEinnehmer ex officio
sich zuordnen laßen müßen. Man würde sich
nicht von ihnen trennen, wann sie nicht sonderbahr ursach geben.
Sich von ihnen, keine leges vorschreiben [...] zu laßen. Pfaw
Mil<a>gius Die übermäße köndte nach 21 iahren, ablauf
veraccordiret werden. Fürst hanßen erinnerungen
wehren zu beobachten, wann Sie erstlich, von gestriger
consultation, nachricht gehabt haben würden, durch die
relation ihrer darbey gewesenen rähte. Die inspectio
in iedem Antheil, wehre richtig. Laus Nobilium, wehre guht || [[Handschrift: 177r]]
allein wehre gestern geredet, daß bürger, undt pawren, welche
hautt, undt haar im kriege, hergeben müßen, dergleichen lob
begehren würden, derowegen solches zu temperiren.
Den Städten müßte man also beykommen, daß man ihnen
eines theilß, in billichmeßigen desideriis, hülfe undt
sie nicht zur endtlichen desparation, bewegte,
anders theilß aber auch, das iehnige, was unrechtt,
ihnen remonstrirte, undt sie terrirte, damit Sie
beßere resolutiones faßeten, nicht refractarij wehren,
waß Ihre, Fürst hanß Liebden auch in spetie erinnert,
daßelbe müßte man annotiren, undt sehen,
wie weitt Jhrer Liebden satisfaction zu geben, oder
eines, undt daß andere, zu moderiren, sonderlich:
wann alles ad Dictaturam gekommen, undt deg-
liches orths, fürstliche herrschaft, zu belesen, undt
zu erwegen, vorgetragen worden. Jch stellete
alles, zu Fürst Augusti decision, undt verbeßerung.


Fürst Augustus concludit. Der Adel suchte ein attesta-
tum seines wolverhaltens, gegen die Posteritet.
Jedoch wehre viel übergangen, undt anders auf-
gesetzet, als es erst begehret worden. Man müste
die Städte hören, ihre Schriftliche erklährung
sehen, undt waß Sie vor unmüglich hielten, müglich
machen, auch unsere allerseits gethane erinnerungen observiren.

|| [[Handschrift: 177v]]


Postea: ist man voneinander, auß dem Raht,
gegangen, undt hat man, in meiner Schwester
gemach, (da doch, kein Fürstlich, noch ander
Frawenzimmer, gewesen) in gegenwarth,
aller Fürsten, raht<undt> dero rähte, wie auch,
etzlicher Geistlichen, undt des Obersten Werders,
auch vieler vom Adel, einer schönen lateinischen
oration, zugehöret, welche der iunge vetter
Wilhelm Ludwig, von Cöhten, mit guter
manier, eloquentz, sittsahmen, zierlichen
geberden, undt anstendigen resolution, de
officio Principis, mit männiglichens ver-
gnügung, gehalten. Gott wolle ihn stärgken,
undt seine gaben erhalten, undt vermehren!


A Table; on a un peü chopinè, mais pas trop.
Auf den abendt, habe ich mit Fürst <Jl a estè fort confident!> Augusto, undt dem
Fürstlichen Frawenzimmer, (darbey auch Adeliche gewesen),
mahlzeitt halten müßen.


Vors Feẅer, ist guht, feẅerwurtzel, im vorrath,
haben, undt hinein geworffen, das seindt, rohte Cicorien.


Ein gantzes einhorn, sol am berge, da an itzo Jehna stehet,
sein gefunden, (nemlich: ein gantzes Schkeledon) vor iahren,
undt eintzeln liederlich verkaufft worden.

|| [[Handschrift: 178r]]

Samstag den 27ten: November 1652.


<Froßt.>


Den CammerRaht Gehse, habe ich, bey mir, gehabtt, undt
mit ihm, von wildpreth, undt andern Cameralibus geredet.
Jl se monstre volontaire, & bien affectionnè!


Postea: seindt meine Rähte, zu mir kommen, mit denen
ich, von importantzen, dißcuriret, Sonderlich aber,
wie die Stadt Bernburgk, von bösen consiliis abzu-
bringen, undt die kette, der Städte, (in iniquis,) zu zerreißen?


hofraht Hagke, ist bey mir gewesen, wegen Fürst Augusti
(wie zum öfteren geschiehet) hat mir complimentiret, undt
die stunde angesaget, obs mir belieben wollte,
nach vorhergehender collationierung, in den Raht, umb
neüne zu kommen, cum consiliarijs meis. So sollte
Cantzler Milagius, wieder eine Declaration aufsetzen,
gegen der Städte, gesterige Schriftliche declaration. et cetera
undt also, dem consenssuj nicht beywohnen, vormittags,
Knoche, undt Pfawe <aber>, sollten, nach dem consilio, wieder
zur Ritterschaft, geschickt, undt ihnen, die receß,
ob noch etwaß ihnen darbey zu erinnern, einfiele?
abermalß communiciret werden. Jch werde mich
darnach richten, undt gerne einzustellen, wißen. perge


Receß, wirdt abermalß verlesen, ob etwas darbey zu erinnern?
Anfangs, wahren es, 46000 postea: Schwarzburgische ehegelder
darzu aufgenommen werden müßen, facit 500000 capital.
Lacunen mangeln, wegen der Summen, vff 21 Fu iahr, der Fuß || [[Handschrift: 178v]]
zu richten, wegen der 30000 ThalerThlr: Steẅren. Conditiones, undt
alles darbey, wirdt auch abgelesen. Alß ich interloquire;
wegen der haftung, der andern Antheile, undt eviction,
im fall ich das meynige nicht erlangen köndte? ex
Tetrarchia Bernburgensj, expliciren, mit vehementz
der ObristLeütnant Knoche, undt die andern rähte, nehmlich:
Keppe, Doctor Mechovius, Caspar Pfaw, allemitteinander,
das mir diese clausul, unpræiudicirlich seye,
Knoche interloquirt auch, das die lehengelder, wann sie nicht
vom Oberlehenherren, confirmiret, müßen periclitiren,
undt können (wann ein potentior gener vorhanden)
auf allen fall, pro: Erbe, wol angesprochen werden.
(creditores concurriren schon, in die 10 solche zu befriedigen)
Gewohnheitt penes vicinos. Das wortt: Freywillig,
instinctu nobilitatis, wirdt ofte repetiret.
Casusque reservatj. Gäntzliche außthuung aller Schulden,
auß dem Schuldtbuch. Poena Duplj, wieder die Saümigen,
so ihre Steẅern, nicht einbringen. Jedoch, (wirdt endtlich
angehangen) unß, undt unsern erben, an unserer hoheitt,
undt Erbtheilungßreceßen, unschädelich. Kayserliche confir-
mation, zu suchen.m ObristLeutnant Knoche. helt alles, dem
Concluso, gemäß. Mangelt an beylagen. Benennung
derer in Außschoße. Noch etzliche erinnerungen Privatorum || [[Handschrift: 179r]]
halben. Frembder ersetzung. Erneẅerung der rolle, welche ei-
gentlich zu machen, undt einzutheilen, in den Adel, und deßen
subditos, in die Städte, undt Amptßundterthanen. Patrimoni-
nialia. Piæ causæ. bürgliche creditores, undt exteri.
Befehliche, auf die dringende solvenda. Die Quarta
vor Weyhenachten. Daß übrige, gegen Johannis einzubringen.
Poena Duplj. Also: in allem, den Adel, zu contentjren.
Undter unß, das wergk mit Brambach, vergleichen.
Zerbsten bescheidt zu geben. Den Städten, in gesampt,
auch ihren bescheidt. Beantworttung der gravaminum.
Außstattung der Fürstlichen persohnen, zur gedultt,
zu weisen. Außlaßung, befehlichs, wegen der
dringlichen solvendorum. Verfertigung Schuldt-
buchs, undt der Rolle. Confirmatio Cæsaris.
Pfawen, zu deputiren, hinundter zur belesungs
communication.


Freybergk. Sein herr, will gewiße personen,
wegen der FreẅleinSteẅer, assignirt haben.
Doctor Mechovius. Caspar Pfaw. Bewilligung der Städte, wehre
ungewiß. Doctor Schrigkel. Peræquatio zu Zerbst. Jnspectio
gehöret in nebenReceß. Die Ehegelder auß Zerbst, nacher
Norburgk, zu lifern. Keppe. Confusion zu vermeiden,
müßte die inspection desto genawer, genommen werden.
Poena Duplj, nicht zweymahl einzurügken. Schuemacher. || [[Handschrift: 179v]]
Paulus. perge Fürst hanß. Peræquation erstritten. Jnspection
nütze, undt nöhtig, zu gedengken. Der noblesse, zu willfahren.


Fürst Christian. Conformirt sich, zu beförderung des Schlußes.
Vernünftige erinnerungen, des ObristLeutnant Knochens, undt der Rähte,
darbey nichts vergeßen. Jch verstünde, den Receß, in
sano intellectu, wegen des so oft erinnerten iuris
<Nota Bene> quæsitj, undt casuum reservatorum, wie ichs
<Nota Bene> allezeit mir vorbehalten, undt verstanden, auch
<Nota Bene> in allen meinen votis, diesen landtTag über angezeiget.
Solcher gestaltt würde ich damitt, eines sein, nichts
darwider protestiren, noch darbey zu bedingen haben.
Jhrer Fürst hanß Liebden undt dero Rähte erinnerungen,
nebst den andern guhtachten, auch zu attendiren,
alles ins reine zu bringen, undt zu maturiren.


Fürst Augustus concludit. Expedienda zu expediren,
undter der Fürstlichen herrschaft selber, undter dem Adel,
item andern ahnliegenden. Schluß zu maturiren. perge
Städte schreiben, wirdt belesen, Beschwehren sich, daß man
Currenten, undt retardaten, ineinander menge,
die retardaten wegschengke, unahngesehen ihrer
Contradiction, die remission der übermaße, wehre
uon unkräften. Creditorn, kähmen zu kurtz. Jura
pignoris, würden violiret. Der Adel, würde
leidlicher tractiret, als Sie. Auch Summus Princeps, || [[Handschrift: 180r]]
könne es nicht thun. Verlußt. Schade der Städte. 83366
ThalerThlr: capital, sollte Zerbst alleine tragen. Conscientz
würde ihnen gravirt. Posteritas, undt ihr Staadt
zu nichte gemacht, undt evertiret. Der Adel köndte
ihnen, mit seinem prævoto, nicht præiudiciren. Sie
geben 27000 ThalerThlr: landtSteẅer, undt 16000
ThalerThlr: trangkSteẅer, köndten sich also nicht über-
stimmen laßen. Köndten also: ein publicum Patrimonium
nicht hinweg geben. Der Adel, gebe nur, 5000 ThalerThlr:
darzu. Bitten umb dimission, weil Sie kein geldt
mehr zu verzehren, wir unß selber, lange aufgehalten,
Sie ofte hartt angelaßen würden, wenn Sie die
notturft redeten, undt man doch, zu keinem
rechten völligen Schluß, gelangen köndte? Wollen
sich gerne bedengkten, und sich nicht imputiren laßen,
alß hinderten sie, den Schluß, undt wiedersetzten sich,
ohne vernunft. Contestiren sonst, von ihrer undterthänigen
Devotion, gegen die Fürstliche herrschafft. Klagen über die
importunos creditores, alß: die Zaunschleiferinn,
(welche Kayserliche mandata extrahiret) über Keüdel
undt andere.


ObristLeutnant Knoche. Saget: wir geben, nebst dem Adel,
22000 ThalerThlr: iährliche Steẅer, Sie die Städte, ahn
itzo nur 8000 ThalerThlr:[.] Er accusirt Sie, in pleno, Mendacij. et cetera

|| [[Handschrift: 180v]]


Bescheidt, so darauf zu geben wirdt resolviret,
Bestehet in gutem verweiß, undt aufrückungen ihres
unverantworttlichen beginnens, undt daß Sie mit solchen
imputationen, undt bedroẅungen, aufgezogen zu kommen,
sich nicht schähmen. Man tadelt billich, ihr vornehmen, undt
man kan nicht glaüben, daß damitt, alle Städte eines sein,
inmaßen man ein anders, der Stadt Bernburgk, undt
andern, zutrawet, auch schon vergewißert ist. Die Ein-
theilung der Schulden wirdt gelobet, wie bey den vicinis,
undt ist zur sußpension der tilgung angesehen,
undt von der creditorn molestie sich zu liberiren.
Rechte uhrsachen werden ihnen remonstrirt, undt auf die
<alten> Receße, sich berufen. SteẅerRetardaten, können sie
nicht wegschengken, Sie hören ihnen nicht zu. Man wirdt
impossibilia, müglich machen, wann sie es nicht können.
ObristLeutnant Knoche interloquirt: Sie hetten leichtfertig gehandelt,
weil sie, vor 50 ThalerThlr: 1000 eingelöset, darnach wollen
sie die übermaße (weil Sie sich auß dem gereitesten
bezahlt gemacht) auß den Steuerretardaten, nehmen.
Vormundtschaft zu Cöhten, (deren Sie auch gedacht,
alß würde dem unmündigen Printzen, præiudiciret werden)
competirte ihnen nicht darvon zu urtheilen, besondern
Fürstliche herrschafft, so darzu geordnet, benebenst den vor-
mundtschaffträhten. Schädliche trennung, ihnen zu || [[Handschrift: 181r]]
verweysen, undt zu remonstriren. Die Dimission würde man
ihnen nicht, ihres gefallens, concediren. Sollen sich vereinigen,
mit dem Adel. E contra, sol ihnen, antung wiederfahren.
Alle, so sich vereiniget, sollen es subscribiren. Man
wüste wol, daß nicht alle darein gewilliget. Ver-
weiß ihres ungehorsams, zu geben, undt das sie die
spesen, zur Strafe, tragen sollen, (wo ferne sie sich
nicht baldt mit unß, undt dem Adel, coniungiren?)
so Sie, auß dem verzugk, des landtTagsschlußes, causiren.


ObristLeutnant Knoche. Freybergk. Doctor Mechovius. Caspar Pfaw.
<conformiren sich.> Doctor Schrigkel. Absonderlich Zerbst, zu bescheiden.
hagke. Keppe. Schuemacher. Paulus. Fürst Johannes.
Ego. & Fürst Augustus. Approbamus, omnia in omnibus. et cetera


A disner a table, les Passions, dü Prince Jean,
contre la ville de Zerbst, fürent grandes, comme desia
plüsieurs fois, ces jours passéz, & mesme contre moy,
quand ie ne veüx point blásmer la pauvre Citè, en tout?


Baldt nachmittage, hat Fürst Augustus von mit begeh-
ren laßen, die erlegung, der Gernröderischen erbzinßen,
die renovationes, selbiger lehen, et talia. mit<Zu>
meinem großem verdruß, in vermeinten verabschiedeten sachen.


Darnach ist<hat> man <sich> wieder versamlet, undt belesen
den Bescheidt, welcher den Zerbstern, in gesampten nahmen,
zu geben. Daß die imputationes ungereümbt, undt Falsch.
Die Freysprechung der Casuum reservatorum wehre nicht dem || [[Handschrift: 181v]]
Adel geschehen. Jn den 21 iahren, wirdt man pro posse
die creditores begühtigen, nicht absolute. Jst ein Miß-
verstandt, von ihnen, gewesen. TrangkSteẅer, ist nicht
höher, oder minder, alß zuvorn. FreẅleinSteuer zu consi-
deriren, worzu sie deputiret. Sie solten doch die ge-
dangken fallen laßen, alß wolte man ihnen, die
Onera aufwältzen, undt den Adel, gantz schonen.
Sie zur einigkeitt, disponiren.


Cantzler Milagius. Doctor Mechovius. Doctor Schrigkel. Hagke.
Keppe. Paulus Ludwig. Fürst Hanß, approbant.
Fürst Christian, undt Fürst Augustus. Jdentidem. perge


Gemeiner, verbindtlicher nebenReceß, wirdt
abgelesen, undt des Adelß erinnerungen vernommen.
Fürstliche Patrimonialia; <undt obligationes der Fürsten> ungekränckt zu bleiben, unerachtet
des puncts, der haftung, im hauptreceße. Bürglicher
Creditoren, verwahrung. Piæ causæ vervoll zu verzinsen,
(unangesehen, der kayserlichen confirmation wegen der creditoren)
Jmportunj creditores, zu satisfaciren. Burow richtig machen.
Vierdte pfennig im ansatz der casuum reservatum[.] Er-
laßung der trangkSteuer undt des quids in der landtSteuer auf 6
iahr, der Stadt Bernburgk. Von den Forensibus, pro posse
ihre Steẅren einzubringen. Cöhtnische verwahrung.


Cantzler Milagius, votiret. Fürst Augusti assecuration nach
müglichkeit, zu verwahren. Alle Advocaten, undt Procura- || [[Handschrift: 182r]]
tores, sollen sich, nach diesem receß, achten. Die Städte haben
der creditorum wortt, meisterlich geredet.


ObristLeutnant Knoche. Reservirt künftigen vergleich, mit den
Creditoren. Die Städte in den nebenreceß, zu bringen, welcher
nicht eher außzufertigen, biß Sie sich accommodirt.


Doctor Mechovius. Jnspection, undt peræquation, in den
nebenreceß. Doctor Schrigkel. Beßer, die Advocaten
in den Cantzeleyen, vorzunehmen, undt ihnen, solchen
vorhaltt zu thun, alß in den receß, es zu setzen.


Keppe. Es müßte noch ein dritter receß,
gemacht werden, dahinein zu setzen, die gehörige
inspection, undt peræquation. Wegen der acvocaten,
suadet, man solle es ihnen, in den Cantzeleyen vor-
halten, das sie nicht wieder diesen landttagß-
abschiedt, undt receße, tanquam pragmaticam
Sanctionem, des landes, diehnen, reden, oder schrei-
ben sollen, bey Strafe, et cetera undt soll es doch auch,
in einen Receß, zu mehrerer bekräftigung, setzen.


ObristLeutnant Knoche interloquirt, es wehre anno: 1616 ver-
sehen, das man ohne der andern herren einwilligung,
undt raht der außschöße, keine Steẅer erhöhen, noch
einige peræquation vornehmen dörfte. Macht
also einen zwang, auß der landträhte, rahten.)

|| [[Handschrift: 182v]]


Caspar Pfaw. Die landtschaft proponirt: hagen, undt des iungen
Hübner, in den Außschuß zu nehmen, undt werden mehr
dinge erinnert, der retardaten halber, der Admi-
nistration halber, des berichts, undt beßerer jnformation
halben, so den Bürgern, in den Städten, zu geben, weil Sie
von ihren undterobrigkeitten, übel informiret sein.


Paulus. Conformat sese, in omnibus. Fürst hanß. Bey der
peræquation, undt jnspection, die jura Superioritatis,
wol zu beobachten, undt nicht er allein, sondern wir alle
in gesamptt. Advocaten, undt Procuratorn, zu inhibiren.


Fürst Christian. Approbat, die jngredientia aller dreyer
Receßen. Begehret sie selber, nach müglichkeit, zu manu-
teniren, wie auch insonderheitt, die jura Superioritatis,
wegen der inspection, undt peræquation. Der Advo-
caten halber, hielte ich davor, man solte es in keinen
Receß bringen, umb der leütte nachrede, undt nach-
dengken willen, Sondern, es wehre genung, die vorhal-
tung, in den Cantzeleyen, ihnen zu thun. Anderst möchte
es mißgedeüttet, undt also interpretiret werden, alß
sollten die leütte keinen Fürsprecher annehmen dörfen,
undt indefensj bleiben müßen.


Fürst Augustus. Conformat sese. Jedoch, will er, das die
Peræquation in gesamptt, nach vorigen receßen, reguliret,
undt auch im Receß, so wol als vor den Cantzeleyen, der advocaten || [[Handschrift: 183r]]
mitt mehrerem, gedacht werde, ob er schon selbst anderer
meynung gewesen.


Endlich, wirdt auch der bescheidt, auf die Desideria
oder Gravamina der landtschaft abgelesen, undt man
bewirft sich, auf die particularbeylagen,
iegliches Antheilß. hiermitt, wirdt es nachtt,
undt die consultation beschloßen. Gott gebe
doch einmahl, den Sehnlich verlangten Schluß!


Avis: von Bernburgk; das gesterige nacht, ein
groß Stück mawerwergk, vom gartten, über die
3 Ruhten langk, nach der waßerkuest zu, hinundter,
undt über einen hauffen, gefallen, undt einen großen
schaden, mir veruhrsacht. Pacience! Pacience!

Sonntag den 28ten: November 1652. perge


<Digker nebel tota die.>


<10 ThalerThlr: 6 Groscheng: vor wildpreth, gegeben.>


Le Prince Auguste me confessa avanthier, Qu'il avoit
eü assignation de l'Empereur apres le dèsgast, de Gallaas,
sür 18000 Dalers, 2000 luy auroyent estè payèz comptans,
1000 enfarine de Wittembergk, & 15000 luy restoyent
encores, dont <les villes de Hambourg & de Lübegk>il n'auroit voulü accepter l'assignation,
disans: Qu'ils avoyent plüs payè dü Römerzug, que <leur> devoir.


Parlans au conseil de haften, & moy disant: Que ce
mot, n'estoit applicable aux Princes: Knoche me rèspon-
dit: Ouy da! tout de mesme, comme aux nobles, l'ün est,
en cela comme l'autre èsgallement.

|| [[Handschrift: 183v]]


Jn die kirche, conjunctim, cum Patruo, & Patruelibus,
vor: undt nachmittages, am heüttigen, ersten Advent.
Man hat auch Gott gedangkt, vor unsere einigkeitt,
undt daß er sich zum landtTagßschluß wol anläßet,
Gott bittende, umb beßerung deßen, so noch hindterstellig.


Den Schwager, habe ich zweymahl besucht. Er ist
eifrig, von wegen der FreẅleinSteẅern, sonderlich
auch, wegen meiner allhiesigen Schwester Seiner Liebden gemahlin,
undt wegen dero tochter Liebden der Fraw herzogin zur Lignitz.


Jhre Liebden mein Schwager, haben fast bedengken, den landt-
Tagßreceß, zu undterschreiben. Fürst hanß co hat auch
fast im willens, nicht zu subscribiren, dieweil man ihm
die peræquation disputiren will. Die Städte
tumultujren noch. Will ein seltzahmer landtTags-
Schluß werden. <Ma seur, se plaint aussy, wegen nicht eingebrachter ehegelder, undt übeler versorgung, auff allen fall!>


auß Westpfahlen, ist ein großes pacquet, in der
compromißsache, von <dem> <bischoff zu> Münster, an Fürst Augustum ankommen.


Abermahliger avis, von Bernburgk.


Die Ritterschaft, hat abermalß eine erinnerung ge-
than, wegen der compensanten, zu meinen erin-
nerten sachen, des iuris quæsitj, so meine Rähte
approbiret, undt mich gleichsfalß, darzu persuadirt.


Jch habe wildpreth, nach d Bernburgk geschicktt.

|| [[Handschrift: 184r]]

Montag den 29den: November 1652.


Fürst Augustus lernete uns gestern auch, daß es guht wehre
vor die röhte in den augen, wie Victor hatt,
daß man blut, auß seinem eigenen lincken
goldtfinger laßen, undt die rohte flegken in
augen, mitt streichen sollte, So sollte es vergehen.


Die Avisen von Leiptzigk, geben:


Daß die Churfürsten, welche zu Prag sejn, herrlich, tractiret,
undt magnifice vom Kayser, gehalten werden. Es gehe <eine visite> ein
Bancquet, über daß ander, darinnen sich auch die Kayse-
rinn, der König, der Spannische Ambassador, undt andere,
sehen laßen, so wol als die Churfürsten, undt als Kayserliche Mayestät
selber, wie auch, Graf Rantzow, königlich Dennemarkischer
Ambassadeur. Graf Oxenstiern, königlich Schwedischer
hat noch keine Audi beleihung wegen Pommern, erlangt.
Die rayse nach Regenspurg sol täglich forthgehen.


Venedig, ist jaloux, wegen der Spannischen progreßen,
stärgket die besatzungen, in Mantoua, undt Peschiera,
tractiret mit dem Türgken, undt rüstet sich auch gegen
dieselben, zu waßer, undt zu lande. Die alliance,
welche Spannien, mit den Jtaliänischen Printzen,
vor hatt, suchen Sie, zu hindtertreiben, undt solche ist
auch, dem Pabst, suspect, als praeiudicirlich publicæ libertatj.

|| [[Handschrift: 184v]]


Die Generalln, Morosinj, Duca in Candia, undt der
la Riva, haben sich gezweyet, über dem Commando,
undt seindt in einem Duell, ahneinander gerahten,
worüber iehner verwundet worden. Venezianer
befehlen dem General Foscolo, sie zu vertragen.


Jn Polen, sol die pest, heftig graßiret, undt
über 10000 menschen, an Jnnwohnern, innerhalb
dreyen monaten, nebst der helfte der armèen,
so wol der Cosagken, alß der Polen, gefreßen,
undt aufgeopfert haben. Gott verhüte mehreres,
undt unß näheres, unheil! undt verderben!


Spannien, hat ein mal Talent gegen die Staaden,
gefaßet, 1. weil 6 in 7 Seeländischer Schiffe, mit
Frantzösischen commissionen, täglich vor Ostende, undt
Duynkirchen, straiffen, undt alles, waß hinein,
oder herauß will, wegnehmen. 2. das Sie
vermeinen, die garnison zu Maestricht, colludire
mit den Frantzosen, beherberge derer partheyen,
undt causire dadurch, den königlich Spannischen undterthanen,
großen schaden. 3. der königlich hißpanische Ambassador,
so im haag ist, undt wieder alle diese dinge, pro-
testiret, klaget auch dieses, das die Freybeütter
Schiffe, nunmehr zweymal, seine pacquet brieffe || [[Handschrift: 185r]]
auß Engellandt, kommende, hinweg genommen. Will cathe-
gorische antworth, undt reparation haben, oder diese proce-
duren, vor eine Ruptur halten. Die Staaden wollen darauf
inquiriren, undt einen Ambassadeur nacher Regenspurg absenden.


Die holländische Silberflotta, reichlich beladen,
ist auß Spannien, mit frologken, im vaterlande, arriviret.


Jm Reich von Agken, oder Ach, item: an der Mosel,
ingleichem, in der Eiffel, undt herundter, biß an daß
Hertzogthumb Gülich, förchtet man sich sehr,
wegen der lottringhischen winterquartier.


Die unirten provintzien, machen factiones,
theilß, wollen wiederumb, einen printzen haben,
andere wollen nicht darvon hören.


Die Parlamentischen, in Engellandt, werden
muhtig, dieweil Sie Jrrlandt, meistentheilß,
zu ihrem gehorsam, gebracht.


Admiral Tromp, wartett noch auf guten
windt, mit seiner stargken flotte in Goerèe,
will erst, die kauffahrer, in salvo bringen,
darnach, im rügkwege allererst, mit
dem Engelländischen Admiral Blake, (wo er darzu
zu bewegen) sich schlagen, König in Dennemark krafft
der alliance, mit hollandt, verarrestiret in seinen See-
haven, die Engelländischen Schiffe. || [[Handschrift: 185v]]
Die Engelländer, greiffen zu, wo Sie können, auch
auf der SeeStädte, ihre Schiffe.


Brehmen, ist in die Acht, erklähret, wegen des
Wehserzolls, hat sich aber, noch vor insinuation
deß mandats, accommodiret, ihren undterthanen,
den zoll, zu erlegen, anbefohlen, undt die auf
der Weser, gehabte drey Schiffe, eilends abgefordert.


Jn Schweden, ist man bemühet, volgk, undt
geldt, aufzubringen. Die laßt des letzeren,
dörfte auf den Adel, fallen.


Zu Breßlaw, ist ein FürstenTag.


Jn Frangkreich, continuiren die motus.
Visconte de Turenne, occurrirt mir der armèe,
dem Cardinal Mazzarinj, will ihn, mit gewaltt,
wiederholen. Jnterim, nimbt Prince de Condè, einen
platz, nach dem andern, ein. Die Engelländer,
wollen auch, den Printzlichen, assistiren.


Zu Madrill, ist groß freẅdenFest, undt
dangksagung, geschehen, wegen eroberung der
großen Stadt, Barcellona, undt das sich, nach
anbiehtung des Generalpardons, die Städte Vich,
Cervera, Blanes, Arens, Monhat, undt andere,
in Catalogna, undter des Königs gehorsam, wieder || [[Handschrift: 186r]]
eingestellet. Der König, hat verordnet ein Allmosen, von
20000 Ducaten, undt 50000 Ducaten, vor die arme ver-
derbte Soldaten. Don Gioseph de Margarith, sol allein
vom Pardon, außgeschloßen sein, dieweil er, die rebel-
lion foviret, undt den vorigen viceRè, mit eigener
handt, umbgebracht.


Der Portughesen, sollen 3 squadronen Reütter,
vom königlich Spannischen General, von Francisco de
Tutta Villa, sein geschlagen worden, bey Olivençá,
undt verfolget, biß an Guardiana.


Der hertzogk von Medina Sidonia, ist, auß
seinem Gefängnüß, zu Vagliadolid, gebrochen, undt
zum Könige von Portugall, kommen. Will ihme,
im kriege, auf den frontieren, in Gallicia, assistiren.


Der viceRè von Napolj, præsentiret dem Könige
in Spannien, undt seinen ministris, über 10000 kronen,
damit er länger möge, in seinem Amptt verbleiben.
Es werden: 500 pferde, undt 4000 mann, zu Fuß,
im Königreich, Neapolj, geworben.


Churfürst von Cölln, ist schon zu Regenspurg ankommen.
ChurMeintz, undt ChurTrier, werden nebenst Kayserlicher
Mayestät den letzten diß, erwartett.


Pfaltzgraf Ruprechtt, wirdt mit holländischen Schiffen,
verstärckt, undt hat wieder: 10 reichbeladene Schiffe
erobert, undt hinweg genommen.

|| [[Handschrift: 186v]]


Der Gubernator in Leucate ist Condeisch worden,
undt hat 50 mille Livres tournois vom König in Spannien, entpfangen.


Der niederSächßische CreißTag, hat ein ende.


Die Grafschaft Roussillion, gehet auch ver-
lohren vor Frangkreich, also: daß der König,
seines herrnvaters conquestes, fast alle
wieder verlohren. <Vicisitudo; rerum humanarum!>


Diesen morgen, hat Er Marggravius; sich bey mir,
præsentiret, undt ahngemeldet, wegen seiner pfarre,
gebeẅde, undt wieder anrichtung, derselben.
Mais ie trouve, sa recherche; ün peü mal assaysonnèe!
Er hat ia schon von collecten, genung bekommen, die kirche
zu bawen, die pfarre, hat wol 1200 ThalerThlr: gekostet,
aufzurichten, darzu mein herrvatter Sehlig laßhuven
gegeben, undt verkaüffen laßen. Das es nun ruiniret,
wer kan dawider? undt wenn man es wieder
aufbawen sollte, möchte es baldt darnach, wieder
eingerißen werden, hat doch Marggravius, ein
feines wohnhauß, in der Stadt, köndte sich wol
behelfen, wenn er wollte? undt sich zu schicken wüßte?


Alß man diesen morgen, angefangen, raht zu
halten, ist der liebe allte herr, Fürst Augustus
dermaßen vom Stein geplaget worden, das er hat
hinweg gehen, undt sich retiriren müssen.

|| [[Handschrift: 187r]]


Jch habe indeßen, mit Pfawen, conferiret,
undt darnach, mit meinen Rähten,
undt etzliche verfertigte Beylagen, belesen,
welche in pleno, abgelesen werden sollen,
(aber nicht können,) zu beförderung des landt-
Tagsschlußes, undt bin darmitt, einig.


Es wahr der bescheidt, so der Stadt Zerbst, zu geben,
in puncto Gravaminum, undt daß Sie sich, so
sehr opponiren, dem landtTagßSchluße, undt
allerley dinge, so nicht de concedendis, desideriren,
hingegen aber, wegen der religionsfreyheitt, billich
versichert sein wollen. Jtem: wahren auch
noch andere paragraphi, zu den beylagen, verfer-
tiget, so mehrentheilß Cantzler Milagius, aufgesetzet,
dadurch der Adel versichert wirdt, das wir es
mit ihnen, halten, undt diese verfaßung, observiren wollen.


Mein Antheil bekömbt, 1300 ThalerThlr: übermaße
(Nota Bene die übermaße ist unrecht calculirt worden,
Sie macht nicht 2800 ThalerThlr: wie in pleno, oft ge-
dacht, undt darauf, das facit gemacht werden wollen)
Sondern Sie macht 3600 ThalerThlr:) über die 1300 ThalerThlr:
so der Bernburgische Antheil, bekömpt, (als 1000 die Stadt,
undt 300 die Aempter, darundter hartzgeroda 100 ThalerThlr:)
bekömbt, ieder herr, von den andern, regierenden: 700 ReichsthalerRthlr:

|| [[Handschrift: 187v]]


Fürst Augustus aber, in seine beyde Aempter, Plötzkaw,
undt Wulffen, 200 ThalerThlr: diß wehren also 3600.
Dann ob schon Bernburgk 1000 bekömbtt,
So kriegt es doch nur, 600 ThalerThlr: von der
übermaße, die 400 werden auß dem <Bernburgischen> An-
theil genommen, undt ihnen zugetheilet.


Es sollen aber noch 71 ThalerThlr: darzugeblieben
sein, zu der übermaße, umb solche bittet,
der Oberste Werder, das Sie ihme doch
möchten gelaßen, undt zugeleget werden,
dieweil er fleißig gewesen, undt sich bey
dem Adel sehr bemühet, auch der Stadt Bern-
burgk bestes befördern helfen, undt sich fast
sußpect gemacht, alß ob ers, mit der Fürstlichen
herrschaft, allzusehr hielte? Conceditur!
<je>doch, das man es den übrigen auß dem Adel
nicht sagen sollte, damit sie ihme nicht
wiedersetzig werden, undt adversiren,
auch ins künfftige etwan, in unsern angele-
genheitten, diffidentzen in ihn setzen möchten.


Man hat den landtSyndicum Gehsen, in verdacht,
als ob derselbe die creditores auffwiegle, undt || [[Handschrift: 188r]]
ob er schon dem Adel, diehnet, dennoch die Städte, wieder
die Ritterschaft verhetze, undt ihnen briefe mache,
so recta, wieder seinen Eidt, undt pflichtte lauffen.
Jtem: daß er sie instigire, mandata am Kayserlichen
hofe außzuwürgken, woselbst er wol bekandt ist.
Daß aber, wehren crimina falsi, dolj malj, fraudes,
undt unleidliche hochstrafbahre Circumventiones!


Es seindt noch mehr supplicationes einkommen,
theilß von<an die gesampte herrschaft, theils an Fürst Johannsen alleine> den Städten, welche auch bescheidt
darauf g erlangen, zu coniunction vermah-
net, werden, undt ihnen 2 monat, bedengk-
zeitt, gegönnet wirdt. Bernburgk aber,
bleibt gehorsam, undt hat sich, von den andern separiret.


Freẅlein Juliana, ist auch wieder gar unpaß. Gott
wolle sich ihrer erbarmen!


Philipp Cæsius von Fürstenaw, ist bey mir gewesen. hat peregri-
nirt. Jst ein poet undt historicus, ohngefehr: 22 iahr altt, eines pfarrers Sohn.


Schreiben, von Wien, von Croßen, von Leiptzigk, von Johann Senf bekommen.
Mit dem hofmeister Einsidel, conferiret, importantzen. <item: von Hans Bernds>


Avis: daß der Fürst Janusch Radzivil einer großen
gefahr endtgangen, in deme er, in der nacht, von einem
meüchelmörder28, (welcher ein groß meßer <in der handt> gehabt) gesucht worden.
Als aber der Fürst, zu seinem glügk, aufgestanden gewesen, hat ein
Englischer hundt, den mörder niedergerißen, also: daß ihm, daß meßer endtfallen.
Man darff nicht einmahl, auf ihn inquiriren, mag von grossen Hanßen sein.

|| [[Handschrift: 188v]]


Alß ich meine Schwester heütte besucht hatte, besuchte
ich auch, meinen Schwager, Fürst Johann Casimirs Liebden undt lernete
von ihm, nachfolgende Stügklein: wiltu hirsche versamlen,
undt zum Schuß anbringen, So schieße ein trächtiges
Stügk wildt, schneide die fruchtt auß (es muß
eber ein hirschlein sein, undt nicht ein Stügklein
wildt, anderst lauffen nicht die hirsche Sondern
die hinde dahin) vndt gute iäger, sollen es kennen
können) vergrabe es in einen thon, oder leimhauffen,
laße es ein iahr stehen, undt vermodern, grabe es
übers iahr, auß, lege es auf die hirschlecke,
mit beinlein, undt alllein, So kommen die hirsche dahin.


Willtu hasen<füchße> versamlen, so binde einen häring,
undter die Fußsohlen, gehe kreützweise durch
den pusch, auf die furtt, werden die Füchße
dir zulauffen, car cela sent, comme la
matrice d'ün renard.


Fürst Augustum, habe ich diesen Abendt, besuchtt.
Jhre Gnaden liegen zu bette. Stehen große dolores,
wegen des Steins, auß, undt haben doch den
Haüptreceß, des landtTagßabschiedes, Sieben
mahl, undterschrieben, inmaßen ich eben-
mäßig darzu, mich dißponiren laßen.
<Gott gebe doch! das wir mit diesem Schluß, weder unß,> || [[Handschrift: 189r]]
<noch unserer lieben, undt wehrten Posteritet, præjudiciren mögen!>

Dienstag den 30ten: November 1652.


Freẅlein Juliana, ist diese nacht, umb 1 uhr sehlig
verschieden. Gott genade Jhrer Liebden undt tröste alle
affligirten! Sie ist ein Gottsehlig from Freẅlein
gewesen, undt ist ihr der Sehlige wechßel, nicht zu mißgönnen.
Gott gebe zu rechter zeit, undt Stunde, sehlige
nachfahrt!


Caspar Pfaw, ist eilends zu mir kommen, undt ablegirt worden,
mit den nebenReceßen, als ich kaum den Schlaf
auß den augen gewischt, undt wenig geruhet,
auch mit catharren, hußten, undt zahnwehe
gevexieret, hat hastig, zu beförderung des
Schlußes, meine subscription, undt sigillation
gesuchet, damit es die andern herren, auch
undterschreiben möchten. Er hat darauf weg-
geeilet, seinen undterthänigen abschiedt genommen,
hinweg zu eilen, in meines bruders geschäften,
undt auch gesaget: Er hatte alles collationiret,
es stünde nichts præjudicirliches darinnen.
Gott gebe! daß nicht nachdengkliche wortte
hinein gefligkt seyen! darauff seindt wir in die
kirche, gegangen, (außer Fürst Augustus, welcher kragk
undt am ersten sigillirt, undt subscribiret, so mich auch be-
wogen, auf Caspar Pfawen bericht, noch vor der predigt, zu subscribiren) || [[Handschrift: 189v]]
undt der Superintendent Raumerus, hat eine stadt-
liche predigtt, undt vermahnung, zum frieden,
auß dem 133. psalm29 gehalten, undt
des friedensSchluß, friedenslob, undt Frie-
denswuntzsch, schön erklähret, herauß
gestrichen, undt auf gegenwärtigen Für-
stenTag, undt landtTagk, artig appliciret. perge


Darnach, seindt wir voneinander gegangen, etzliche
Receße, zu vollnziehen.


Postea: den Schwager besucht, undt condoliret,
wegen tödtlichen hintritts, dero Freẅlein tochter Liebden
undt etzliche dinge, zur maturation, des Schlußes,
pro posse; befördert. hernacher, habe ich der Fraw
Schwester Liebden undt Freẅlein Eva, wie auch Printz
Hanß Geörgen, condoliret, weil sie mehren-
theilß, beysammen gewesen. Fürst Augustus wahr
auch, bey Fürst Johann Casimir wiewol krangk, noch am
Stein, undt man hette gerne die publication befördert.


Die leiche, habe ich auch gesehen. Sie lieget da,
als ob sie schliefe? hatt vor 2 tagen, noch gesagt,
Sie wüste wol, Sie würde noch, ein par tage,
nur leben. Undt hat kurtz vor ihrem sehligen ende,
gar christlich geredet. Doctor Beckmannus der Medicus, iudiciret
es seye mehr eine convulsio, als Apoplexia gewesen, welche ihren || [[Handschrift: 190r]]
todt, acceleriret. Jhre Liebden haben numehr überwunden, undt
dem letzten Friede, dem grimmigen menschenwürger, dem
tode, herrlich obgesiget. Hodie mihi, cras tibj!
Mors servat legem! tollit cum paupere, Regem!


Meine Fraw Schwester, beklaget sie sehr,
undt saget, Sie habe sie niemalß, mit einem aufsehen
erzörnet, hette von einer leiblichen tochter,
keine größere observantz, respect, undt ge-
horsam, begehren, noch verlangen können,
alß sie von dieser StifTochter gehabtt. perge
Gott wirdt sie davon, im ewigen leben kröhnen!


Nach dem man, hin: undt wieder geschicktt,
ist endtlich, die abdangckung, der landtschaftt, im<in>
Sahl<der tafelstube>, geschehen, undt es seindt schöne orationes,
vom Cantzler Milagio, eines theilß, anders
theilß, vom Obersten Werder, undt gratu-
lationes, gehalten worden. Darnach hat
man gegeßen, poculiret, undt Oberst Werder,
undt Bodenhausen, et cetera mitt darbey gehabtt,
auch allerley conversationes geführet.


Diesen Abendt, ist nach vielem tergiversiren, endtlich
auff zusprechen der Rähte, die Stadt Bernburgk; undt
die Stadt Dessaw, zu subscribiren, undt sich, von den andern
zu sondern, bewogen worden, Gott gebe ferrnere Progreß!


Textapparat
a Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
b Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
c Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
d Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
e Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
f Davor hat Christian II. einen Asterisken gesetzt, ohne jedoch einen Verweisort zu kennzeichnen.
g Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
h Hier hat Christian II. eine Lücke gelassen.
i Hier hat Christian II. eine Lücke gelassen.
j Die Wortbestandteile "zu" und "wieder" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
k Die Wortbestandteile "zu" und "frieden" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
l Die Wortbestandteile "zu" und "wieder" sind im Original voneinander getrennt geschrieben.
m Hier hat Christian II. eine Lücke gelassen.

Kommentar
1 Hier: Gegenreformation.
2 Personen nicht ermittelt.
3 Person nicht ermittelt.
4 Gemeint ist die Tilgung der fürstlichen Schulden durch die anhaltischen Landstände; vgl. den Einführungstext "Territorialgeschichte".
5 Gemeint ist das "Schuldenwerk", d. h. die Tilgung der fürstlichen Schulden durch die anhaltischen Landstände; vgl. den Einführungstext "Territorialgeschichte".
6 Person nicht ermittelt.
7 Tb 3,2.
8 Personen nicht ermittelt.
9 Auflösung der Abkürzung unsicher.
10 Infrage kommen die Töchter Johanna, Sophia und Elisabeth.
11 Personen nicht ermittelt.
12 Person nicht ermittelt.
13 Personen nicht ermittelt.
14 Zitat aus Franck: Paradoxa, Nr. 238, S. 357.
15 Person nicht ermittelt.
16 Personen nicht ermittelt.
17 Person nicht ermittelt.
18 Person nicht ermittelt.
19 Personen nicht ermittelt.
20 Personen nicht ermittelt.
21 Gemeint ist die Tilgung der fürstlichen Schulden durch die anhaltischen Landstände; vgl. den Einführungstext "Territorialgeschichte".
22 Zitat nach Ter. Haut. 222 (ed. Rau 2012, S. 206f.).
23 Zitat aus Suet. Aug. 25,4 (ed. Martinet 32006, S. 182).
24 Zitat nach Ter. Haut. 222 (ed. Rau 2012, S. 206f.).
25 Sprichwort nach Ov. ars 1,144 (ed. Holzberg 2011, S. 68f.).
26 Ps 106.
27 Person nicht ermittelt.
28 Person nicht ermittelt.
29 Ps 133.
XML: http://diglib.hab.de/edoc/ed000228/1652_11.xml
XSLT: http://diglib.hab.de/edoc/ed000228/tei-transcript.xsl
ablegiren
jemanden entsenden, beordern
absolviren
vollenden, abschließen
absolviren
jemanden von etwas befreien, freisprechen, entbinden
abutiren
missbrauchen
acceleriren
fördern, vorantreiben
Accommodation
Anbequemung, Anpassung
Accommodation
Versorgung, Ausstattung
Accommodation
Vereinbarung, Vergleich, Abkommen
accommodiren
sich anpassen, sich fügen, sich (gütlich) vergleichen
accommodiren
einrichten, ausstatten
accommodiren
zufriedenstellen, versorgen
Accord
Vereinbarung, Vergleich
Accord
Vertrag zur kampflosen Übergabe eines Ortes
accusiren
jemanden beschuldigen, anklagen
adigiren
anhalten, nötigen
adjungiren
anfügen, anhängen
adjungiren
beigeben, zuordnen
admittiren
gestatten, zulassen
Affection
(positive oder negative) Einstellung jemandem gegenüber (meist Gewogenheit, Zuneigung)
affligiren
peinigen, plagen, quälen, ängstigen, bekümmern
agiren
schauspielern
agnosciren
anerkennen
Agnoscirung
Anerkennung
allegiren
anführen, sich berufen, sich beziehen
Amtssasse
Inhaber eines Guts, der einem Amt als unterster Verwaltungsinstanz untersteht
Andreastag
Gedenktag für den Heiligen Andreas (30. November)
Andung
Tadel, Rüge, Vergeltung
(sich) angreifen
seinem Geldbeutel etwas zumuten, Geld ausgeben, an seinen Vorrat/seine Ersparnisse greifen
anlangen
jemanden bitten, ersuchen
anlangen
betreffen
annectiren
anhängen
anziehen
anführen, erwähnen
Anziehung
Anführung, Erwähnung
appliciren
(sich zu etwas) eignen
apprehendiren
ergreifen
approbiren
billigen
Armada
Armee, Heer
Armada
Kriegsflotte
arriviren
ankommen, eintreffen
Assecuration
Zusicherung, Sicherheitserklärung
Assecuration
Absicherung, Sicherheit
assequiren
erlangen, erreichen
asseveriren
beteuern
assigniren
zuweisen
attendiren
Aufmerksamkeit auf etwas richten, beachten
Aufsatz
Aufschlag auf etwas, Erhöhung von etwas (z. B. des Preises)
Aufsatz
Absicht, Vorsatz, Plan, Vorhaben
Aufsatz
Bestimmung, Verordnung, Einsetzung, Einführung
aufsetzen
(einen Berittenen) ausrüsten, als Soldat zum Aufgebot geben
aufsetzen
auf das Spiel setzen, riskieren
aufstreichen
anlegen
aufstreichen
den Hahn einer Waffe spannen
Ausschußstand
Mitglied eines landständischen Ausschusses
Avis
Mitteilung, Nachricht, Zeitung
baß
besser
befahren
(be)fürchten
Behalt
Wissen, Erinnerung
Braugerechtigkeit
Braubefugnis
Brühanbrauen (Broyhanbrauen)
Herstellung einer un- oder schwachgehopfte obergärige Biersorte, die vor allem in nieder- und obersächsischen Gebieten im weiteren Harzumland (Hannover, Wolfenbüttel, Hildesheim, Halberstadt, Quedlinburg) gebraut wurde
Brühanschank (Broyhanschank)
Ausschank einer un- oder schwachgehopfte obergärige Biersorte, die vor allem in nieder- und obersächsischen Gebieten im weiteren Harzumland (Hannover, Wolfenbüttel, Hildesheim, Halberstadt, Quedlinburg) gebraut wurde
Capital(ien)
verzinsliches Bargeld
Cassation
Abschaffung, Abdankung, Auflösung
cassiren
jemanden aus einem Amt entlassen, abdanken
cassiren
aufheben
cassiren
abschaffen
causiren
verursachen
Cession
Überlassung, Abtretung
Cessionar
Derjenige, an den eine Forderung abgetreten wird (und der nun gegenüber dem Schuldner der Forderung als neuer Gläubiger auftritt)
cessiren
aufhören, wegfallen
collectiren
sammeln, zusammentragen
collectiren
versammeln
Commercien
Handelsgeschäfte
committiren
(jemanden) beauftragen
committiren
(etwas) auftragen
compariren
erscheinen
compariren
erwerben
compariren
vergleichen
Compassion
Mitleid(en)
compellieren
zu etwas zwingen
competiren
im Rangkonflikt stehen
competiren
konkurrieren
competiren
gebühren, zuständig sein
Compliment
höfliches Reden, höfliche Verbeugung, Ehrerbietung
complimentiren
höflich reden, Ehre erweisen
comportiren
sich verhalten, sich benehmen
Compter
Komtur, Kommendator
conciliiren
(verschiedene Meinungen) vereinigen, versöhnen
concludiren
beschließen
condemniren
verurteilen, verdammen
conferiren
jemandem etwas (z. B. ein Amt oder ein Lehen) übertragen
Confirmation
Bestätigung
confirmiren
bestätigen
conformiren
beistimmen, übereinstimmen, sich fügen
conformiren
anpassen
conformiren
abstimmen, vergleichen
Conjunction
Vereinigung, Zusammenführung
Conjunction
Verbindung
conjungiren
verbinden, verbünden, vereinigen, zusammenführen
conniviren
gewähren lassen, nachsehen
Conscienz
(religiöses) Gewissen, Gewissenhaftigkeit
Conscienzrat
Amtsträger für Religionsangelegenheiten
Consequenz
Gebühr für eine Bewilligung/rechtlich erforderliche Zustimmung
conserviren
in unverändertem Zustand erhalten
Consideration
Überlegung, (eingehende) Betrachtung, reifliche Erwägung
Consideration
Wichtigkeit
consideriren
(vor dem geistigen Auge) betrachten, erwägen, überlegen
consultiren
(gemeinsam über etwas) beraten, beratschlagen
contentiren
zufriedenstellen
Contentirung
Zufriedenstellung
Contestation
Anfechtung, Anzweifelung, Bestreitung (durch Zeugen)
contestiren
bezeugen
contestiren
eine Auseinandersetzung in Gang bringen
continuiren
(an)dauern
continuiren
fortfahren, fortsetzen
continuiren
weiter berichtet werden
contradiciren
widersprechen
contrahiren
einen Vertrag schließen, schriftlich übereinkommen
contribuiren
außerordentliche Steuern oder andere Zwangsabgaben entrichten
contribuiren
beitragen, beisteuern, einen Anteil leisten
contribuiren
bezahlen
Contributionsretardat
noch ausstehende Kontribution
Contributionsschulden
noch geschuldete Kontributionen
Controvertent
Gegner im Rechtsstreit
convociren
zusammenrufen
convoyiren
begleiten, geleiten
convoyiren
in einem Konvoi ziehen
Creditiv
Beglaubigungsschreiben
current
laufend
decidiren
bestimmen, entscheiden
Decision
Beschluss, Entscheidung
declariren
sich deutlich äußern, klar aussprechen, deutlich ausdrücken
decliniren
abweichen
decliniren
abnehmen, nachlassen
decliniren
abwenden, vermeiden
deduciren
abziehen, ableiten
deduciren
erklären, darlegen
Deduction
rechtliche Aus- oder Beweisführung
defalciren
abziehen
Defect
Mangel
defendiren
verteidigen
Deliberation
Beratschlagung, Erwägung, Überlegung
deliberiren
überlegen, beratschlagen
depauperiren
arm machen, verarmen
dependiren
abhängen, abhängig sein
deputiren
zuweisen, bestimmen
deputiren
absenden
deseriren
jemanden verlassen, etwas aufgeben
desideriren
verlangen, ersehnen, wünschen, begehren
desideriren
beanstanden, Wünschenswertes vermissen
despectiren
gering schätzen, verachten
despectiren
geringschätzig machen, beleidigen
Desperation
Verzweiflung
destiniren
bestimmen, beordern, festlegen
Determination
Bestimmung
dick
dicht
Difficultet
Schwierigkeit
difficultiren
erschweren
difficultiren
ablehnen, kritisieren
difficultiren
sich widersetzen
Dimission
Entlassung, Beurlaubung, Verabschiedung
dimittiren
entlassen, (förmlich) verabschieden, beurlauben, entsenden
discrepiren
(in der Meinung) voneinander abweichen
disgustiren
verärgern, vor den Kopf stoßen
disjungiren
trennen
disponiren
(jemanden zu etwas) bewegen
disponiren
anordnen, einrichten
disponiren
etwas verteilen, über etwas verfügen
Disputat
Streitigkeit, Uneinigkeit
disputirlich
anfechtbar, zweifelhaft, infrage gestellt
disseminiren
etwas verbreiten, ausstreuen, sähen
disseriren
sich auseinandersetzen, diskutieren
dissimuliren
sich verstellen, verheimlichen
dissuadiren
abraten, ausreden
divertiren
unterhalten, zerstreuen
divertiren
ablenken
divertiren
abwenden, entfernen
Division
Erbteilung
divulgiren
verbreiten
Dominat
absolute Herrschaft, Vorherrschaft
Ehegeld
Mitgift, Aussteuer, Morgengabe (Gabe des Mannes an die neue Ehefrau am Morgen nach der Hochzeit zum Zeichen, dass sie als Jungfrau in die Ehe gegangen sei)
Ehesteuer
Mitgift, Aussteuer, Vermögen, das eine Braut bei der Heirat in die Ehe einbringt
E(h)r
durch Höherstehende gebrauchter Titel für vornehme, besonders geistliche Personen
einraten
einen Rat geben, anraten
elaboriren
ausarbeiten
emergiren
emporkommen, herauskommen
Engbrüstigkeit
Atemnot
epicurisch
gottlos, ungläubig, frevelhaft, auf das leibliche Wohlergehen bedacht
Erbhuldigung
Treuegelöbnis, das der hierarchisch auf nächst niedrigerer Stufe einem hierarchisch Höhergestellten im Rahmen der Lehensverfassung leistet
Erlegung
Entrichtung, Begleichung, Bezahlung
evertiren
umstürzen
Eviction
Gewährleistung, Sicherstellung, Bürgschaft
evinciren
jemandem (auf juristischem Wege) Besitz entziehen
Examination
Prüfung, Untersuchung
Examination
Ausfragung
Examination
Verhör
examiniren
ausfragen
examiniren
verhören
examiniren
prüfen
Exception
Ausnahme
excipiren
ausnehmen
excludiren
ausschließen
Excuse
Entschuldigung
excusiren
entschuldigen
exerciren
(aus)üben
exigiren
fordern, verlangen, eintreiben
Exorbitanz
Überschreitung des Maßes, Übergriff
Expedition
Beförderung, Besorgung
Expedition
Abfertigung
Expedition
Verrichtung
Expedition
Ausfertigung eines Schriftstückes
Expedition
Feldzug
exprimiren
ausdrücken, mit Worten darstellen
extenuiren
verkleinern, abschwächen
extrahiren
erwirken
Facilitirung
Beförderung, Erleichterung
Fourierzettel
Quartier- oder Versorgungsliste
foviren
warm halten, begünstigen
Fräuleinsteuer
bei Vermählung einer Tochter des Herrscherhauses von den Untertanen zur Beschaffung der Aussteuer zu entrichtende Abgabe
Freibrauen
das Brauen, ohne eine Abgabe davon zu entrichten, wie auch die Erlaubnis dazu
Freigut
(teilweise) lastenfreies, abgabenfreies, irgendwie privilegiertes Gut
genungsam
genügend, hinreichend
Gerechtigkeit
obrigkeitliche Rechte, Jurisdiktion
Gerechtigkeit
Rechte verschiedener Gemeinschaften
Gnadenbier
steuerfreies, für den Hausgebrauch gebrautes Bier
gratificiren
sich gefällig erweisen, einem Wunsch entsprechen
graviren
(jemanden mit etwas) beschweren, belasten
graviren
sich beschweren, jemandem etwas zu Last legen
große Hansen
reiche, hochstehende Menschen
guberniren
verwalten, regieren
guberniren
sich verhalten
Hauptrezeß
wichtige Beschlussfassung, endgültige Entscheidung eines Rechtsstreites
Herrenbier
Bier, das für eine fürstliche Hofhaltung gegen Geld oder Gerstenlieferung gebraut wird
Herrenbrauen
Brauen für eine fürstliche Hofhaltung gegen Geld oder Gerstenlieferung
Hirschlecke
Teig aus Salz und Lehm, der in einem Trog für Hirsche in die Wälder gesetzt wird
ichtwas
(irgend)etwas
Immunitet
Befreiung von Diensten, Aufgaben oder Lasten zugunsten der öffentlichen Gewalt
important
bedeutend, wichtig
Importanz
Bedeutung, Wichtigkeit
Importanz
wichtige Angelegenheit, Sache von Bedeutung
Imposition
Auflage, Besteuerung
Impossibilitet
Unmöglichkeit
improbiren
missbilligen, tadeln
Imputation
Beschuldigung, Zurechnung
imputiren
zurechnen, zur Last legen
Inclination
Neigung, Vorliebe einer Person für etwas
incumbiren
obliegen
incurriren
einfließen, einlaufen
induciren
jemanden zu etwas bewegen
informiren
belehren, unterrichten
inhibiren
verbieten
inhibiren
verhindern, unterbinden
Iniquitet
Ungerechtigkeit, Unbilligkeit
inquiriren
ermitteln, prüfen, untersuchen
Inquisition
Untersuchung, Ermittlung, Verhör
inseriren
beifügen, beilegen
inseriren
schriftlich eintragen
inseriren
einfügen, einsetzen
instigiren
anregen, antreiben, bewegen
Intercession
Fürsprache, Vermittlung
Intercessional
Fürbittschreiben
Intercessionsschreiben
Fürbittschreiben
interponiren
vermitteln
interponiren
einlegen
interponiren
(sich) als Vermittler einschalten
Interpositionsschreiben
Vermittlungsschreiben
interrumpiren
unterbrechen
intituliren
betiteln, mit einem Titel versehen
Intraden
Einkünfte
Johannistag
Gedenktag für Sankt Johannes den Täufer (24. Juni)
Johannistermin
zum Gedenktag für Sankt Johannes den Täufer (24. Juni) gesetzte Fälligkeit einer Zahlungsfrist
Jurament
Eid, Schwur
Kammergeld
Einnahme einer Kammer
Kammersache
Angelegenheit eines mit einer spezifischen Funktion betrauten Kollegiums von Amtsträgern (z. B. Amtskammer, Hofkammer oder Kriegskammer)
Kammerschuld
Schuld, für die eine fürstliche Finanzkammer im Namen des Fürsten zu bezahlen hat
kitzlich
schwierig, misslich, bedenklich, mit Gefahr verbunden
kostfrei
frei von Kosten
Kreishilfe
Beitrag, der von den Kreisständen in Form von Geld oder durch Stellung von Soldaten oder Kriegsmaterial speziell im Kriegsfall zu leisten ist und auch von Kaiser oder Reich auferlegt werden kann
Landcompter
Landkomtur
Landesdefension
Landesverteidigung
Landrentmeister
oberster Finanzbeamter und Verwalter der Landesfinanzen
Landsteuer
allgemeine an den Landesherrn zu entrichtende Abgabe (zumeist auf Grundbesitz oder andere Vermögensgüter)
Landtagsabschied
schriftlich niedergelegtes Ergebnis der auf einem Landtag geführten Verhandlungen, das mit Unterschrift und Siegel beider Seiten durch die landesfürstliche Publizierung Rechtskraft erhält
Landtagsrezeß
schriftlich niedergelegtes Ergebnis der auf einem Landtag geführten Verhandlungen, das mit Unterschrift und Siegel beider Seiten durch die landesfürstliche Publizierung Rechtskraft erhält
Landtagsschluss
schriftlich niedergelegtes Ergebnis der auf einem Landtag geführten Verhandlungen, das mit Unterschrift und Siegel beider Seiten durch die landesfürstliche Publizierung Rechtskraft erhält
Lapperei
wertlose Sache(n)
Laßhufe
nicht erblich überlassene Hufe
Lehensmutung
förmliches Gesuch um Erneuerung oder Übertragung eines Lehens
Lehenspflicht
die aus der Eingehung eines Lehensverhältnisses entspringende besondere Treue- und Leistungspflicht eines Lehensmannes
Lehenwahr
bei der Belehnung zu entrichtende Gebühr
liberiren
befreien, freilassen
liberiren
erlösen, frei machen
Losament
Unterkunft, Wohnraum
lose
unwertig, untauglich
mainteniren
(sich) behaupten
mainteniren
in Stand und Ordnung halten
Mansion
Verbleib, Wohnen, Aufenthalt
Manutenenz
Handhabung, Schutz
manuteniren
bewahren, behaupten, erhalten, handhaben
Maturation
Beschleunigung
maturiren
beschleunigen
Memorial
Denkschrift und Information über noch zu erledigende Aufgaben, Bittschrift
Memorial
Erinnerungsschrift
Moderamen
Mittel zur Mäßigung
Moderation
Minderung, (mäßigende) Abänderung
Moderation
Mäßigung, Zurückhaltung
moderiren
mindern, herabsetzen, (mäßigend) abändern, modifizieren
moderiren
(sich) mäßigen, zähmen
Molestie
Belästigung, Beschwerung
Nebenabschied
schriftlich niedergelegte Zusätzen und Ausführungsbestimmungen zur Urkunde über die auf einem Landtag geführten Verhandlungen
Nebenrevers
Urkunde über ergänzende Beschlüsse eines Gremiums oder eines Teiles desselben
Nebenrezeß
Urkunde über ergänzende Beschlüsse eines Gremiums oder eines Teiles desselben
Notul
kurze Nachricht, kleine Notiz
Notul
förmliche Verpflichtung
obiiciren
Vorwürfe machen, vorwerfen, (tadelnd) vorhalten
obligiren
verpflichten
obruiren
überlasten
Observanz
Befolgung
Observanz
durch Übung (oder Ausübung mit Billigung der zur Rechtsetzung befugten Personen) zum Recht gewordenes Herkommen
Observanz
herkömmliche Gewohnheit
observiren
einhalten, beachten
opiniren
eine Meinung äußern
Partei
kleinere Truppenabteilung, die meist auf Kundschaft oder zum Einbringen von Geld, Lebensmitteln und Furage entsandt wurde
Partei
Kriegspartei (reguläre Truppenabteilung)
Partei
(sich gegenüberstehende) Seite
Particular
Privatperson
Paß
Fall, Vorgang
Patrimonialeviction
Mit einem (ererbten) Grundbesitz verbundene Bürgschaft
Patrimonialgeld
Einnahme aus dem väterlichen Grundbesitz
Patrimonialgut
grundherrlicher Besitz, Privatbesitz eines Amtsträgers (Landesherr, Geistlicher usw.)
Patrimonialposten
grundherrlichen Besitz betreffende Angelegenheit
Patrimonialsache
Angelegenheit im Rahmen einer Erb- oder Vermögensfrage
Patrimonialschulden
mit einem (ererbten) Grundbesitz verbundene Schulden
Patrimonialzins
auf einen (ererbten) Grundbesitz erhobener Zins
Peräquation
Ausgleichung (besonders von Schuldenlasten)
peräquiren
ausgleichen, gleich verteilen
Perception
Empfang
percurriren
durchdenken, durchsehen
peregriniren
reisen, sich auf Wanderschaft begeben
peregriniren
bewandert sein
periclitiren
in Gefahr geraten, gefährdet/bedroht sein, auf dem Spiel stehen
periclitiren
zugrunde gehen
perpetuirlich
dauerhaft, ständig, ununterbrochen
persuadiren
überreden, überzeugen
placitiren
genehmigen, bewilligen
poculiren
zechen
Pön
Strafe
Polizeiordnung
rechtliche Regelung, die auf die Herstellung und/oder Erhaltung des Zustandes guter Ordnung (des Gemeinwesens) gerichtet ist
ponderiren
bedenken, erwägen
practicirlich
hinterhältig, intrigant
practicirlich
brauchbar, praktisch
prägraviren
überbelasten, übermäßig beschweren
prägravirlich
übermäßig beschwerlich
präjudiciren
nachteilig sein, schaden
präjudiciren
eine künftige Entscheidung vorbestimmen
präjudicirlich
nachteilig, eine Vorentscheidung für künftige Rechtsfälle treffend
präsentiren
schenken, als Geschenk geben
präsentiren
beschenken
prätendiren
vorgeben, vortäuschen, heucheln
prätendiren
fordern, verlangen, beanspruchen
präteriren
übergehen
Prätext
Vorwand, Scheingrund
Privatabsehen
eigene Ziele, Eigenabsichten
Privirung
Wegnahme, Einziehung
promittiren
versprechen, zusagen
proponiren
vortragen
proponiren
vorstellen
proponiren
vorschlagen
proponiren
beantragen
prostituiren
handeln, wie es der eigenen Würde widerspricht
Pupille
minderjährige Person, die unter Vormundschaft steht
quittiren
verlassen
quittiren
überlassen
quittiren
aufgeben
quittiren
entlassen
Assecuration
in einer Sache bestehende Sicherheitsleistung
reassumiren
wiederaufnehmen, erneuern
recolligiren
sich erholen, sich wieder sammeln
recusiren
(jemandem etwas) versagen, verweigern
recusiren
ablehnen, nicht akzeptieren
referiren
sich beziehen
regeriren
aufs neue einwenden, erwidern, antworten
Reichsanlage
finanzielle, von den reichsständischen Untertanen aufzubringende Leistung der Reichstände für das Reich
Reichsmatrikel
Verzeichnis der Reichstände und/oder der von ihnen (z. B. für die Reichshilfe) aufzubringenden Truppenkontingente und Steuern
Reichstagsschluss
Zusammenfassung der Beschlüsse eines Reichstages, wobei verschiedene Einzelgesetze wiedergegeben oder zahlreiche Einzelnormen kompiliert werden
reiteriren
wiederholen
rejiciren
verwerfen, abweisen
rejiciren
abwerfen, wegstoßen, zurückdrängen
rejiciren
(auf jemanden) schieben, verweisen
rejiciren
ausstoßen
Relation
Bericht
releviren
erleichtern, Erleichterung verschaffen
remedi(i)ren
abhelfen
Remedi(i)rung
Abhilfe
Remission
Verzicht auf einen Anspruch, Nachlass auf eine Forderung
remittiren
zugestehen, bewilligen
remittiren
(an jemanden) verweisen, weiterleiten
remittiren
übersenden
remittiren
nachlassen, vermindern
remittiren
zurücksenden
remittiren
(auf jemanden) verweisen, sich berufen
Remonstration
(gerichtliche) Erwiderung, Gegenvorstellung, Einwand
remonstriren
Gegenvorstellungen machen, einwenden, entgegenhalten
Renovation
(erneute) Verzeichnung der für ein Gut oder in einem Gebiet geltenden Besitz- und Herrschaftsrechte
renunciiren
verzichten
repetiren
fordern, zurückfordern
Reservat
vorbehaltenes Recht, Sonderrecht
Reservat
Vorbehalt, Einschränkung, geltend gemachtes Bedenken
reserviren
vorbehalten, ausnehmen
reserviren
aufbewahren, aufheben
resolviren
entschließen, beschließen
resolviren
auflösen
restiren
schulden, schuldig sein
restiren
übrig sein, übrig bleiben
restituiren
(gesundheitlich) wiederherstellen
Restitution
Genesung, (gesundheitliche) Wiederherstellung
Retardat
ausstehende (Rest-)Schuld, Zahlungsrückstand
retirat
zurückgezogen
Reversal
schriftliche Zusage, Verpflichtung
Römerzug
von den Reichsständen zu entrichtender, in Matrikeln festgelegter finanzieller Beitrag, der ursprünglich zur Finanzierung des Begleitzuges der deutschen Könige zur Kaiserkrönung nach Rom, später zur Deckung der monatlichen Kosten für die Unterhaltung und Besoldung von Truppenkontingenten des Reichs und der Kreise diente
Ruptur
Bruch, Trennung
satisfaciren
zufriedenstellen
Satisfactionsgelder
auf die Stände bzw. die Steuerpflichtigen umgelegte Zahlungen zur Befriedigung von Ansprüchen eines anderen Staates, die in einem Friedensvertrag festgelegt sind
Schatzung
Erpressung von Geld als außerordentliche Kontribution
Schatzung
(häufig wegen einer Notlage erhobene) Abgabe, Steuer
Scheledon
Skelett
Schiffarmada
Kriegsflotte
Schriftsasse
Inhaber eines Guts, der dem Landesherren unmittelbar untersteht und von der Niedergerichtsbarkeit exempt ist
scrupuliren
bekümmern
scrupuliren
nachgrübeln, zweifeln
Senioratgut
Besitzung, die dem Ältesten bzw. Oberhaupt eines Adelshauses gehört
Sequester
Treuhänder bzw. gerichtlich eingesetzter Verwalter
Sigillation
Siegelung
Spesen
Speisen, Lebensmittel
stabiliren
fest machen, versichern, bestätigen
Steuerquid
Steueranteil, Steuersoll
Steuerretardat
noch ausstehende Steuerschuld
Steuerrolle
Verzeichnisse von Untertanen zur Steuererhebung
suadiren
raten, anraten, einen Rat geben
Subdivision
Unterteilung
Sublevation
Erleichterung, Unterstützung
subleviren
erleichtern, unterstützen
submittiren
unterwerfen
subscribiren
unterschreiben, unterzeichnen
Subscription
Unterschrift, Unterzeichnung
Succeß
Erfolg, glücklicher Ausgang
Successor
Nachfolger
succumbiren
unterliegen
suppeditiren
verschaffen
Supplication
Bittschrift
suspendiren
eine bestimmte Zeit aussetzen, auf längere Zeit verschieben, aufschieben, hinauszögern
Suspension
Aufschub, Verschiebung, Verzögerung
Tax
Steuer, Abgabe
Tax
(von Rechts wegen vorgenommene) Schätzung, Festsetzung von Kosten
Tax
Zahlung, Gebühr
Taxordnung
obrigkeitliche Verordnung zur Bestimmung von Preis oder Wert einer Sache bzw. Festsetzung einer Steuer
Taxübernehmung
Übernahme bzw. Erlass einer Steuer oder Gebühr
tentiren
versuchen
tentiren
in Versuchung führen
tergiversiren
zögern, sich weigern, Ausflüchte suchen
terriren
erschrecken, in Furcht versetzen
Tractament
Behandlung
Tractament
Bewirtung, Verpflegung
Tractat
Verhandlung
Tractat
Vertrag, Abkommen, Vereinbarung
tractiren
(ver)handeln
tractiren
bewirten
tractiren
misshandeln
tractiren
behandeln
Trinitatis
Fest der Heiligen Dreifaltigkeit (erster Sonntag nach Pfingsten)
Trippelhilfe
Beihilfe zur Aufstellung von Truppen
tummeln
(ein Pferd) in bestimmten Gangarten zur Übung reiten
tummeln
in heftige Bewegung versetzen
tummeln
sich in Unruhe/Aufruhr befinden
tumultuiren
Unruhe/Aufruhr stiften, lärmen
tumultuiren
sich empören, meutern, unruhig/aufrührerisch sein
tumultuiren
unruhig/lebhaft werden
turbiren
stören
Übermaß
Überschuss
unpracticirlich
unbrauchbar, unpraktisch
unpräjudicirlich
nicht nachteilig, keine Vorentscheidung für künftige Rechtsfälle treffend
Untersasse
nicht reichsunmittelbare, einem Landesherrn unterstehende, aber mit eigenständigen Herrschaftsrechten ausgestattete Person oder Körperschaft
Unterschleif
Aufnahme, Beherbergung, Unterschlupf
Unterschleif
Täuschung, Betrug, Unterschlagung
Unterschleif
Vorschubleistung
veraccordiren
einen Vertrag schließen
Verfassung
Bereitschaft (insbesondere zum Krieg)
verobligiren
verpflichten
verschießen
vorschießen, vorstrecken
verschießen
die Munition aufbrauchen, sodass keine mehr vorhanden ist
verschießen
schnell vorübergehen
verschreiben
schriftlich versichern
verschreiben
schriftlich empfehlen
verschreiben
schriftlich mitteilen
verschreiben
schriftlich vorladen
verschreiben
schriftlich zusichern
Verschreibung
schriftliche Versicherung
Verschreibung
schriftliche Mitteilung
Verspilderung
Vergeudung, Verschwendung
Verstand
Einverständnis, Einvernehmen
Verstand
Sinn, Auffassung, Auslegung
verweisen
vorwerfen, vorhalten, zum Vorwurf machen, tadeln
vinculiren
sich binden, verpflichten
violiren
verletzen
visitiren
besuchen
visitiren
untersuchen, begutachten
Volk
Truppen
wiederkäuflich
durch Rückzahlung ablösbar
Worthalter
Fürsprecher, Vertreter, Verteidiger
Zeitung
Nachricht
Zeitverspilderung
Zeitvergeudung, -verschwendung
Johan Adler Salvius

geb. 1590
gest. 1652
Anm.: Sohn des Strängnäser Stadtschreibers Peder Hansson (gest. vor 1609); Studium in Uppsala (1609), Rostock (1612/13), Helmstedt (1613/14), Staßburg (1615) und Marburg (1615); 1614 Magister; 1619 Promotion zum Dr. jur. utr. in Valence; ab 1621 Assessor am schwedischen Hofgericht; diplomatische Missionen für Schweden nach Kursachsen (1622), Dänemark (1623) und Norddeutschland (1624); seit 1624 Staatssekretär; 1631-1634 und 1636-1650 schwedischer Resident in Hamburg und im Niedersächsischen Reichskreis; ab 1634 Hofkanzler und Geheimer Rat; seit 1638 alleiniger Legat Schwedens in Deutschland; 1643-1648 schwedischer Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress; seit 1648 Reichsrat; 1629 Nobilitierung; 1651 Erhebung in den Freiherrenstand; vgl. Heiko Droste: Im Dienst der Krone. Schwedische Diplomaten im 17. Jahrhundert, Berlin/Münster 2006, S. 378.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Westfälische Geschichte
Justus (2) Albinus

geb. 1616
gest. 1667
Anm.: Sohn des Dessauer Pfarrers Justus (1) Albinus (1584-1635); 1646-1667 Archidiakon an St. Marien zu Dessau; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 201.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode

geb. 1613
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1630-1635 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1634/35 schwedischer Obrist; ab 1635 alleinregierender Fürst von Anhalt-Bernburg-Harzgerode; hessisch-kasselischer Generalmajor (1637-1641) und Obrist (1640/41); seit 1660 Senior des Hauses Anhalt; ab 1623 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Stetsgrünende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Wilhelm von Anhalt-Bernburg-Harzgerode

geb. 1643
gest. 1709
Anm.: Sohn des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670) und Neffe Christians II.; seit 1670 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg-Harzgerode.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Fürstin Angelika von Anhalt-Bernburg

geb. 1639
gest. 1688
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg

geb. 1568
gest. 1630
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Vater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1582 Reise nach Konstantinopel; 1591/92 Führer eines Expeditionskorps für König Heinrich von Navarra; 1592 Übertritt zum reformierten Glauben; 1592/93 Befehl über die protestantischen Truppen im Krieg um das Bistum Straßburg; 1595-1620 oberpfälzischer Statthalter in Amberg und zunehmend Leiter der pfälzischen Politik; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1610 Unionsgeneral im klevisch-jülischen Krieg; seit 1618 Senior des Hauses Anhalt; 1619/20 Kommandierender der pfälzisch-böhmischen Truppen gegen Kaiser Ferdinand II. (1578-1637); nach kaiserlicher Ächtung Flucht nach Schweden (1621) und Flensburg (1622-1624); 1624 Aufhebung der Reichsacht; ab 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sehnliche").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg

geb. 1599
gest. 1656
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); seit 1622 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Unveränderliche"); Kurzbiographie im Rahmen dieser Edition unter http://www.tagebuch-christian-ii-anhalt.de/index.php?article_id=15.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Eleonora Hedwig von Anhalt-Bernburg

geb. 1635
gest. 1685
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1673 Kanonissin und seit 1683 Dekanissin des reichsunmittelbaren Stifts Gandersheim.

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Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg
Geburtsname: Herzogin Eleonora Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg

geb. 1603
gest. 1675
Anm.: Tochter des Herzogs Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg (1545-1622); 1625-1656 Ehe mit ihrem Cousin Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg; seit 1628 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Künstliche").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Ernesta Augusta von Anhalt-Bernburg

geb. 1636
gest. 1659
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Ernst von Anhalt-Bernburg

geb. 1608
gest. 1632
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1626/27 Gesandtschaften nach Wien und Dresden; 1628-1631 kaiserlicher Obrist; ab 1630 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1631 kursächsischer Obrist, als welcher er in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet wurde; seit 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlbewahrte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Karl Ursinus von Anhalt-Bernburg

geb. 1642
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Maria von Anhalt-Bernburg

geb. 1645
gest. 1655
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg

geb. 1634
gest. 1718
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1656 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1652 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gerühmte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Eva Katharina von Anhalt-Dessau

geb. 1613
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau

geb. 1567
gest. 1618
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1603-1606 Regent des Fürstentums Anhalt (im Namen seiner vier Brüder); ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Dessau und Senior des Hauses Anhalt; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlriechende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau

geb. 1627
gest. 1693
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); schwedischer Obrist (1655-1658) und Generalmajor (1658); ab 1658 kurbrandenburgischer General und Statthalter der Kurmark sowie Obrist (1658-1660 und seit 1666); später auch Geheimer Staats- und Kriegsrat in Berlin sowie Feldmarschall (1670); ab 1660 regierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1670 Senior des Hauses Anhalt; ab 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gefüllte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau

geb. 1596
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1618-1643 gemeinsam mit seinem Bruder Georg Aribert (1606-1643) regierender, danach alleinregierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1653 zugleich Senior des Hauses Anhalt; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Durchdringende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Juliana von Anhalt-Dessau

geb. 1626
gest. 1652
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Bernburg

geb. 1615
gest. 1673
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.; 1651-1660 Ehe mit Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); ab 1631 Angehörige der Noble Académie des Loyales; seit 1643 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Wohltätige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1579
gest. 1650
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1600 Aufnahme in die Florentiner Accademia della Crusca ("L'Acceso"); seit 1606 regierender Fürst von Anhalt-Köthen; 1631-1635 schwedischer Statthalter des Erzstifts Magdeburg und des Hochstifts Halberstadt; 1617 Mitbegründer und bis zu seinem Tod erstes Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Nährende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1638
gest. 1665
Anm.: Sohn des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1650 regierender Fürst von Anhalt-Köthen, bis 1658 unter Vormundschaft der Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) bzw. Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); seit 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Erlangende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen
Fürst Wolfgang von Anhalt-Bernburg

geb. 1492
gest. 1566
Anm.: Sohn des Fürsten Waldemar VI. von Anhalt (1450-1508); alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen (1508-1562) und Anhalt-Bernburg (1544-1562) sowie 1508-1544 gemeinsame Regierung mit seinen Dessauer Vettern Johann IV. (1504-1551), Georg III. (1507-1553) und Joachim (1509-1561) in Anhalt-Bernburg und Anhalt-Zerbst; seit 1525 Förderer der Reformation in Anhalt; 1547-1552 Reichsacht wegen Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Fürst August von Anhalt-Plötzkau

geb. 1575
gest. 1653
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; Verzicht bei der Landesteilung von 1603/06 für eine finanzielle Abfindung von 300.000 Talern auf ein eigenens Teilfürstentum; ab 1611 Regent im Amt Plötzkau unter Bernburger Landeshoheit; seit 1630 Senior des Hauses Anhalt; 1621-1642 zugleich vormundschaftlicher Regent für seinen Neffen, Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst (1621-1667); 1650-1653 zugleich vormundschaftlicher Regent für seinen Neffen Fürst Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen (1638-1665); ab 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sieghafte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Dorothea von Anhalt-Plötzkau

geb. 1623
gest. 1637
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Elisabeth von Anhalt-Plötzkau

geb. 1630
gest. 1692
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg; Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Nüchterne").
Fürst Emanuel von Anhalt-Plötzkau
Fürst Emanuel von Anhalt-Köthen

geb. 1631
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Lebrecht (1622-1669) in Plötzkau; ab 1657 in schwedischen Kriegsdiensten; 1659/60 in dänischer Gefangenschaft; 1662 Teilnahme am venezianischen Feldzug gegen die Türken; 1665-1669 zusammen mit seinem Bruder Lebrecht herrschender und seit 1669 alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen; ab 1648 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Strebende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Ernst Gottlieb von Anhalt-Plötzkau

geb. 1620
gest. 1654
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1653 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Lebrecht (1622-1669) und Emanuel (1631-1670) in Plötzkau; seit 1634 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Starke").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Johanna von Anhalt-Plötzkau

geb. 1618
gest. 1676
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1660 Dekanissin des reichsunmittelbaren Stifts Quedlinburg; seit 1643 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Wissende").
Fürst Lebrecht von Anhalt-Plötzkau
Fürst Lebrecht von Anhalt-Köthen

geb. 1622
gest. 1669
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Emanuel (1631-1670) in Plötzkau; ab 1665 zusammen mit seinem Bruder Emanuel regierender Fürst von Anhalt-Köthen; seit 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Angenehme").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Sibylla von Anhalt-Plötzkau
Geburtsname: Gräfin Sibylla zu Solms-Laubach

geb. 1590
gest. 1659
Anm.: Tochter des Grafen Johann Georg zu Solms-Laubach (1547-1600); 1618-1653 Ehe mit Fürst August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); ab 1621 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Gläubige"); seit 1622 Angehörige der Noble Académie des Loyales.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Sophia von Anhalt-Plötzkau

geb. 1627
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg; nach 1638 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Mäßige").
Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst

geb. 1621
gest. 1667
Anm.: Sohn des Fürsten Rudolf von Anhalt-Zerbst (1576-1621) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1621-1642 unter Vormundschaft des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); trotzdem ab 1633 Erziehung in Oldenburg unter dem Einfluss seiner lutherischen Mutter Fürstin Magdalena (1585-1657); seit 1642 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst; danach schrittweiser Konfessionswechsel seines Landes zum Luthertum; ab 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlgestalte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Rudolf von Anhalt-Zerbst

geb. 1576
gest. 1621
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst; seit 1618 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Süße").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Sophia Augusta von Anhalt-Zerbst
Geburtsname: Herzogin Sophia Augusta von Schleswig-Holstein-Gottorf

geb. 1630
gest. 1680
Anm.: Tochter des Herzogs Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1597-1659); 1649-1667 Ehe mit Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst (1621-1667).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Anhalt, Haus
Fürsten von Anhalt

Anm.: Reichsfürstengeschlecht aus der Dynastie der Askanier.Weiterführende Informationen in der NDB
Fürst Joachim Ernst von Anhalt

geb. 1536
gest. 1586
Anm.: Sohn des Fürsten Johann IV. von Anhalt-Zerbst (1504-1551) und Großvater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1562-1570 gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard (1540-1570) regierender, seit 1570 alleinregierender Fürst von Anhalt.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürst Johann Ernst von Anhalt

geb. 1578
gest. 1601
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1601 kaiserlicher Obrist im Langen Türkenkrieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Don Juan José de Austria

geb. 1629
gest. 1679
Anm.: Unehelicher Sohn des Königs Philipp IV. von Spanien (1605-1665); spanischer General; Vizekönig von Sizilien (1648-1651) und Katalonien (1653-1656); 1656-1659 Statthalter der Spanischen Niederlande; 1662-1664 Oberbefehlshaber im Restaurationskrieg gegen Portugal; 1669-1678 Vizekönig von Aragón; seit 1676 leitender Minister seines Halbbruders König Karl II. von Spanien (1661-1700).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Christoph Bährenreutter
Christoph Bernreuth

geb. 1624
Anm.: Sohn des Bernburger, später Zerbster Kantors Thomas Bährenreutter (Bernreuth) (gest. vor 1652); Januar bis April 1651 anhaltisch-bernburgischer Registrator; Mai-September 1651 Sekretär der Pfalzgräfin Henrietta Maria von Pfalz-Simmern (1626-1651); um 1652/56 fürstlicher Sekretär in Bernburg; 1654 auch Interimslehrer des Prinzen Karl Ursinus von Anhalt-Bernburg (1642-1660).
Matei Basarab
Fürst (Woiwode) Matei der Walachei

geb. 1580
gest. 1654
Anm.: Sohn des Vornic Danciu; seit 1632 Fürst der Walachei.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern

geb. 1636
gest. 1679
Anm.: Sohn des Kurfürsten Maximilian I. von Bayern (1573-1651); seit 1651 Kurfürst von Bayern, bis 1654 unter der Regentschaft seiner Mutter Maria Anna (1610-1665) und des Kuradministrators Herzog Albrecht von Bayern (1584-1666).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Herzog Maximilian Heinrich von Bayern
Erzbischof und Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln
Bischof Maximilian Heinrich von Hildesheim
Bischof Maximilian Heinrich von Lüttich
Bischof Maximilian Heinrich von Münster

geb. 1621
gest. 1688
Anm.: Sohn des Herzogs Albrecht von Bayern (1584-1666); Koadjutor im Hochstift Hildesheim (1633-1650), im Erzstift Köln (1642-1650) und im Hochstift Lüttich (1649/50); ab 1650 Erzbischof und Kurfürst von Köln sowie Bischof von Hildesheim und Lüttich; 1657 auch Fürstabt von Malmedy und Stablo; seit 1683 ebenso Bischof von Münster.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Philipp (2) Beckmann

geb. ca. 1615
Anm.: Sohn des Zerbster Superintendenten und Gymnasialprofessors Christian Beckmann (1580-1648); Dr. med.; um 1650/51 fürstlicher Hofarzt in Dessau; später bis 1663 Professor für Physik an der Universität Frankfurt/Oder.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Luis Francisco de Benavides Carrillo de Toledo
Marqués Luis Francisco de Caracena
Marqués Luis Francisco de Frómista
Conde Luis Francisco de Pinto

geb. 1608
gest. 1668
Anm.: Sohn des Luis Francisco de Benavides y Cortés, Marqués de Frómista; Marqués de Caracena und de Frómista sowie Conde de Pinto; seit 1629 in spanischen Kriegsdiensten, zuletzt als General; 1648-1656 Gouverneur des Herzogtums Mailand; 1659-1664 Statthalter der Spanischen Niederlande; 1664/65 Inhaber des Oberkommandos im Restaurationskrieg gegen Portugal.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johann Georg von Bendeleben

geb. um 1630
gest. 1689
Anm.: Sohn des Rittergutsbesitzers Hans Heinrich von Bendeleben in Kannawurf (Thüringen); Militärlaufbahn, um 1653-1654 Stadtkapitän in Bremen, 1666 Oberstleutnant im Zweiten Bremisch-Schwedischen Krieg; später Amtshauptmann in Weißensee bei Erfurt und Artillerie-Oberst des kaiserllichen Heers in den Türkenkriegen, an der Morava gefallen; seit 1674 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gewappnete").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Graf Moritz von Bentheim-Tecklenburg-Limburg

geb. 1615
gest. 1674
Anm.: Sohn des Grafen Adolf von Bentheim-Tecklenburg (1577-1623); seit 1624 regierender Graf von Tecklenburg und Limburg sowie Herr von Rheda (bis 1634 unter Vormundschaft).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johann von Bergen

geb. 1604
gest. 1680
Anm.: Sohn von Bernd von Bergen (ca. 1567-1623) auf Güsten; Hausbesitzer in der Bernburger Talstadt; Erbherr auf Ilberstedt; bis 1637 kaiserlicher oder kursächsischer Quartiermeister; um 1637/42 Sekretär des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); seit 1642 anhaltischer Obereinnehmer (noch 1649).
Johann Berndt

Anm.: 1629/30 Hof- und Quartiermeister des kaiserlichen Obristen Fürst Ernst von Anhalt-Bernburg (1608-1632); danach möglicherweise im Dienst von dessen Bruder Christian II.
Matthias von Biedersee

geb. 1601
gest. 1664
Anm.: Sohn des Georg von Biedersee (gest. 1606); Erbherr auf Ilberstedt; langjähriger Kriegskommissar des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); ab 1650 Aufseher über die Ämter des Teilfürstentums Anhalt-Köthen; seit 1645 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Niederlegende").
Robert Blake

geb. 1598
gest. 1657
Anm.: Sohn des Humphrey Blake; 1640, 1645, 1653, 1654 und 1656 Mitglied des englischen Parlaments (House of Commons); ab 1646 englischer General at sea; seit 1656 Lord Warden of the Cinque Ports.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Cuno Ordemar von Bodenhausen

geb. 1598
gest. 1654
Anm.: Sohn des Melchior von Bodenhausen (1560-1624); Erbherr auf Bodenhausen, Niedergandern, Görzig und Rhode; anhaltischer Landrat und Kriegskommissar; mehrfach Gesandter der Fürsten von Anhalt; seit 1623 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Bequeme").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Hans Ernst von Börstel

geb. ca. 1585/90
gest. 1654
Anm.: Sohn des anhaltischen Rats Ernst von Börstel (ca. 1560-1623?); Erbherr auf Westeregeln; zunächst hessisch-kasselischer Rat; 1622 Hofjunker und 1623/24 Hofmeister des Prinzen Christian d. J. von Anhalt-Bernburg, danach auch für dessen Bruder Ernst (1608-1632); ab 1633 anhaltisch-bernburgischer Rat und Amtshauptmann von Harzgerode (noch 1649); seit 1634 zudem Hofmeister des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670); zuletzt Hauptmann von Schloss und Amt Hoym; seit 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Bittere").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Anne-Marie-Louise de Bourbon
Duchesse Anne-Marie-Louise de Montpensier
Princesse Anne-Marie-Louise d' Orléans
Princesse Anne-Marie-Louise de Dombes
Princesse Anne-Marie-Louise de Joinville
Dauphine Anne-Marie-Louise d' Auvergne
La Grande Mademoiselle

geb. 1627
gest. 1693
Anm.: Tochter des Gaston de Bourbon, Duc d'Orléans (1608-1660); 1648-1653 Anhängerin der Fronde; 1653-1657 Verbannung vom französischen Königshof; 1681-1684 heimliche Ehe mit Antonin Nompar de Caumont, Marquis de Puyguilhem (1633-1723).

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Armand de Bourbon
Prince Armand de Conti

geb. 1629
gest. 1666
Anm.: Sohn des Henri II de Bourbon, Prince de Condé (1588-1646); ab 1629 Prince de Conti; 1649/50 Beteiligung an der Fronde; 1650/51 deswegen in Haft; 1654-1660 Gouverneur von Guyenne; militärische Kommandos in Spanien (1654) und Italien (1657); 1656-1660 Grand maître de France; seit 1660 Gouverneur des Languedoc.

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Gaston de Bourbon
Duc Gaston d' Anjou
Duc Gaston d' Orléans
Duc Gaston de Chartres
Duc Gaston d' Montpensier
Duc Gaston d' Saint-Fargeau
Duc Gaston de Valois
Duc Gaston d' Alençon

geb. 1608
gest. 1660
Anm.: Sohn des Königs Heinrich IV. von Frankreich (1553-1610) und ältester lebender Bruder ("Monsieur") von Ludwig XIII. (1601-1643); 1608-1640 Duc d'Anjou; ab 1626 Duc d'Orléans et de Chartres; seit 1627 Duc de Montpensier et de Saint-Fargeau; 1630-1650 und ab 1652 Duc de Valois; seit 1643 Lieutenant-général du royaume; ab 1646 Duc de Alençon; 1648-1653 wiederholter Parteiwechsel während der Fronde.

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Louis II de Bourbon
Prince Louis II de Condé
Duc Louis II de Bourbon
Duc Louis II de Montmorency
Duc Louis II de Bellegarde
Duc Louis II de Châteauroux
Duc Louis d' Albret
Duc Louis II d' Enghien

geb. 1621
gest. 1686
Anm.: Sohn des Henri II de Bourbon, Prince de Condé (1588-1646); 1621-1646 Duc d'Enghien; 1643-1675 französischer Lieutenant-général; ab 1646 Prince de Condé sowie Duc d'Albret (bis 1651), de Bellegarde et de Châteauroux; Gouverneur der Bourgogne (1646-1650) und von Berry (1647-1650); 1647-1654 Grand maître de France; seit 1650 Duc de Montmorency; 1651-1653 militärischer Führer der Fronde; 1653 Todesurteil in Abwesenheit und Flucht in die Spanische Niederlande; 1654-1659 spanischer General; 1659 Amnestie und Rückkehr nach Frankreich; 1661-1667 Duc de Bourbon.

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Henri de Bourcier de Barry
Baron Henri de Lésignan

geb. ca. 1608
Anm.: Sohn des Hercule de Bourcier, Baron de Barry; Seigneur de Saint-Aunais; französischer Colonel (1632), Maréchal des camps et des armées du Roi (1644) und Lieutenant-général des armées du Roi (1649); ab 1649 Gouverneur von Leucate und Termes; 1652/53 Offizier unter dem Frondeur Louis II de Bourbon, Prince de Condé (1621-1686); danach erneut in königlichen Kriegsdiensten; 1655 Erhebung zum Baron de Lésignan; 1661 Inhaftierung; 1665 Flucht nach Spanien.
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg
Herzog Friedrich Wilhelm in Preußen

geb. 1620
gest. 1688
Anm.: Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (1595-1640); ab 1640 Kurfürst von Brandenburg sowie Herzog in Preußen; seit 1643 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Untadeliche"); ab 1654 Ritter des Hosenbandordens.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg
Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Calenberg

geb. 1622
gest. 1665
Anm.: Sohn des Herzogs Georg von Braunschweig-Calenberg (1582-1641); regierender Herzog von Braunschweig-Calenberg (1641-1648) und Braunschweig-Lüneburg (ab 1648); seit 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Reinherzige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Antoine Brun

geb. 1599
gest. 1654
Anm.: Sohn des Dôler Parlamentsrates Claude Brun (gest. 1621); 1622 Promotion zum Dr. jur.; ab 1622 Anwalt in Dôle; seit 1626 diplomatische Missionen, u. a. nach Brüssel (1627-1629); ab 1632 Procureur Générale am Parlament zu Dôle; 1636/37 Organisator der Verteidigung der Stadt gegen die Franzosen; 1640/41 Teilnahme am Regensburger Reichstag; seit 1642 Staatsrat von Flandern und Burgund; 1643-1648 spanischer Bevollmächtigter für Burgund bei den Friedensverhandlungen in Münster; ab 1649 spanischer Botschafter in Den Haag.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Westfälische Geschichte
Archibald Campbell
Earl bzw. Marquess Archibald of Argyll

geb. 1598/1607
gest. 1661
Anm.: Sohn des Archibald Campbell, 7th Earl of Argyll (gest. 1638); 1625-1628 Justice General of Scotland; ab 1628 Mitglied des schottischen Privy Council; 1637-1641 und seit 1643 einflussreicher Führer der Covenanters; ab 1638 8th Earl of Argyll; seit 1645 1st Marquess of Argyll; 1661 Hinrichtung wegen Hochverrat.

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Bohdan Mychajlowytsch Chmelnyzkyj

geb. 1595
gest. 1657
Anm.: Sohn des Gutsbesitzers Mychajl Chmelnyzkyj; Ausbildung am Jesuitenkolleg in Tschyhyryn; danach Kriegsdienst im Kosakenherr; seit 1648 Hetman der Kosaken und Anführer von deren Aufstand gegen Polen-Litauen.

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Johann Cramer

Anm.: 1606 Promotion zum Dr. jur. in Heidelberg; Dichter, anhaltinischer Hofadvokat und zwischen 1640 und 1661 mehrfach Bürgermeister von Zerbst.

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Matthias Cratius

geb. 1628
gest. 1669
Anm.: Sohn des Heinrich Kratz aus Ilberstedt; seit 1651 Pfarrer in Hecklingen, vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 322.
Maria Crimmelius
Maria Reinhard
Geburtsname: Maria Kind

geb. ca. 1577
gest. 1651
Anm.: Tochter des Zerbster Diakons und Gymnasialprofessors Nikolaus Kind (1541-1598); bis 1617 erste Ehe mit dem Aderstedter Pfarrer Augustin Reinhard (gest. 1617); 1620-1621 zweite Ehe mit dem Riederer Pfarrer Valentin Crimmelius (1554-1621); ca. 1624-1652 Altfrau auf dem Bernburger Schloss; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 324 und 388.
König Christian III. von Dänemark und Norwegen
Herzog Christian III. von Schleswig-Holstein

geb. 1503
gest. 1559
Anm.: Sohn des Königs Friedrich I. von Dänemark und Norwegen (1471-1533); seit 1534 König von Dänemark und Norwegen sowie regierender Herzog von Schleswig und Holstein.

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N. N. von Davier

Anm.: Um 1652 vermutlich Angehöriger des in Neeken begüterten Adelsgeschlechts.
Graf Jakob Pontusson De la Gardie af Läckö

geb. 1583
gest. 1652
Anm.: Sohn des schwedischen Generalfeldherrn Pontus De la Gardie (1520-1585); 1606-1608 in niederländischen Kriegsdiensten; 1609-1617 schwedischer Feldherr in Russland und gegen Polen; ab 1613 Reichsrat; 1619/20 Gouverneur von Estand; seit 1620 Reichsmarschall sowie 1634-1644 Mitglied der Vormundschaftsregierung für Königin Christina von Schweden (1626-1689); 1615 Erhebung in den Grafenstand.

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Graf Magnus Gabriel De la Gardie af Läckö

geb. 1622
gest. 1686
Anm.: Sohn des schwedischen Reichsmarschalls Graf Jakob Pontusson De la Gardie (1583-1652); schwedischer Obrist (1645), General (1648) und Reichsmarschall (1651); 1646 Sondergesandter in Frankreich; seit 1647 Reichsrat; 1648-1650 Gouverneur des Meißnischen Estats zu Leipzig; 1649-1651 und 1655-1657 Generalgouverneur von Schwedisch-Livland; 1651 Hofmarschall; 1652 Reichskammerrat und Präsident des Kammerkollegiums; 1652-1660 Reichsschatzmeister; 1660-1680 Reichskanzler; 1680-1684 Reichsdrost.

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Karl (1) Diemen
Karl Thiemen

gest. vor 1664
Anm.: Um 1652/53 Bürger und Hufschmied in Bernburg.
Johann Dürr

geb. 1613
gest. 1689
Anm.: Sohn des Dresdener Goldschmieds Christian Dürr; Studium in Wittenberg (1636 Mag.); Dr. theol.; ab 1643 lutherischer Hofprediger, seit 1644 auch Pfarrer an der Bartholomäuskirche, ab 1648 zudem Superintendent und seit 1682 ebenso Gymnasialprofessor in Zerbst; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 237.

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Hans Friedrich Eckardt

geb. 1622
gest. nach 1680/vor 1683
Anm.: Sohn des Bernburger Bürgers und Brauers Johann Eckardt (gest. vor 1640); spätestens ab 1639 Bediensteter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; um 1643/47 Amts- bzw. Hofkopist sowie vermutlich seit 1643 zugleich fürstlicher Küchenschreiber (noch 1648); um 1649/55 Kammerschreiber (Kammerrechnungsführer); um 1653 auch Kammerdiener; ab 1658 Bauherr und um 1670/80 Kämmerer der Bernburger Talstadt.
Heinrich Friedrich von Einsiedel

geb. 1582
gest. 1653
Anm.: Sohn des Georg Heinrich von Einsiedel (1550-1633); Erbherr auf Roschwitz; 1623 Hofmann des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); im Oktober 1637 interimistischer und ab 1639 bis mindestens 1651 regulärer fürstlicher Hofmeister sowie Rat in Bernburg; seit 1634 Mitglied des Größeren Ausschusses der anhaltischen Landstände; seit 1635 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gleiche").

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Christoph Elstermann

gest. 1635
Anm.: Ratsbauherrn der Bernburger Bergstadt.
Georg Encke

Anm.: Gebürtig aus Zerbst, 1642 an der Universität Frankfurt (Oder) immatrikuliert, zwischen 1650 und 1656 Schul-Subrektor in Dessau, zugleich Geistlicher in Oranienbaum.
König Karl II. von England
König Karl II. von Schottland
König Karl II. von Irland

geb. 1630
gest. 1685
Anm.: Sohn des Königs Karl I. von England, Schottland und Irland (1600-1649); ca. 1638-1649 Prince of Wales; 1651 König von Schottland; 1651-1660 Leben im Exil; ab 1660 König von England, Schottland und Irland; seit 1638 Ritter des Hosenbandordens.

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König Wilhelm III. von England
König Wilhelm III. von Irland
König Wilhelm II. von Schottland
Graf Wilhelm III. von Nassau-Dillenburg
Fürst Wilhelm III. von Oranien

geb. 1650
gest. 1702
Anm.: Sohn des Fürsten Wilhelm II. von Oranien (1626-1650); ab 1650 Fürst von Oranien; seit 1672 Statthalter von Holland, Zeeland und Utrecht, ab 1675 zudem von Overijssel und Gelderland sowie seit 1698 auch von Drenthe; ab 1689 gemeinsam mit Gemahlin Maria II. (1662-1694) außerdem König von England, Schottland und Irland; ab 1653 Ritter des Hosenbandordens.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Jonas Eucharius Erhard

Anm.: Um 1652 Prokurator und Anwalt am Reichskammergericht.

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Leonardo Foscolo

geb. 1588
gest. 1660
Anm.: Sohn des venezianischen Patriziers Alvise Foscolo; venezianischer Patrono all'Arsenal (1617/18), Capitano delle guardie delle isole del Quarnaro e riviere dell'Istria (1618/19), Governatore delle galere dei condannati (1619/20), Capitano del Golfo (1620-1624), Duca di Candia (1624-1628), Sovrintendere alla costruzione dei galeoni (1628), Provveditore all'Armar (1628/29, 1632/33 und 1635/36), Sopraprovveditore alla Giustizia nuova (1629/30), Depositario al Sale (1630-1632); Governatore del Banco della Piazza (1633), Provveditore sopra Ori e monete (1633), Governatore delle Entrate (1633), Savio alla Mercanzia (1636), Transador (1637) und Sopraprovveditore di rispetto ai due sopraprovveditori alle Pompe (1637/38), Consigliere ducale del sestiere di Castello (1638-1640), Depositario in Zecca (1640), Governatore delle Entrate (1640-1642), Provveditore alla Cassa di ori e argenti (1642/43), Provveditore in Zecca al pagamento dei prò (1643), Provveditore all'Arsenale (1643/44 und seit 1659), Inquisitore di Stato (1644/45), Consigliere ducale (1645), Provveditore in Dalmazia (1645), Provveditore generale in Dalmazia e Albania (1645-1651), Capitano generale da Mar (1650-1654), Inquisitore e revisore delle Scuole Grandi (1655), Sopraprovveditore alla Sanità (1655), Esecutore contro la Bestemmia (1655/56), Regolatore alla Scrittura (1656), Provveditore sopra Monasteri (1657/58) und Savio all'Eresia (1658/59); zudem 1630, 1636 und 1644 Mitglied des Consiglio dei dieci der Republik Venedig.

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König Ludwig XIII. von Frankreich
König Ludwig II. von Navarra

geb. 1601
gest. 1643
Anm.: Sohn des Königs Heinrich IV. von Frankreich (1553-1610); seit 1610 König von Frankreich und Navarra (bis 1617 unter Regentschaft seiner Mutter Maria).

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König Ludwig XIV. von Frankreich
König Ludwig III. von Navarra

geb. 1638
gest. 1715
Anm.: Sohn des Königs Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643); seit 1643 König von Frankreich und Navarra (bis 1661 unter der Regentschaft seiner Mutter Anna).

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Georg Frantzke

geb. 1594
gest. 1659
Anm.: Sohn des Kaufmanns Georg Frantzke aus Leobschütz/Schlesien; Studium in Frankfurt/Oder (1612/13) und Königsberg (1613); ab 1619 Hofmeister und 1622 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Jena; seit 1626 Assessor des Jenaer Hofgerichts; 1629/30 Rat des Grafen Karl Günther von Schwarzburg-Rudolstadt (1576-1630), danach auch auch von dessen Witwe Anna Sophia (1584-1652) in Kranichfeld; 1633-1640 zugleich Hofrat der Herzöge von Sachsen-Weimar; 1640/41 sächsisch-weimarischer Gesandter auf dem Regensburger Reichstag; ab 1641 Geheimer Rat, Kanzler und Konsistorialpräsident des Herzogs Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601-1675); 1659 Berufung in die neugeschaffene sächsisch-gothaische Geheime Ratskammer; 1646 Nobilitierung und Palatinat ad personam; seit 1645 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gleichende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Hans Ernst von Freyberg

geb. 1605
gest. 1669
Anm.: Sohn des Ernst von Freyberg (1578-1626); Erbherr auf Elsdorf; Hof- oder Kammerjunker des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); Mitte der 1630er Jahre auch anhaltisch-köthnischer Stallmeister und Kriegskommissar; um 1639 im Dienst des Grafen Otto V. von Schaumburg und Holstein-Pinneberg (1614-1640); um 1643/49 und erneut ab 1656 Hofmeister des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670); um 1650/56 anhaltisch-plötzkauischer Rat und Hofmeister; später Hofmeister und ab 1660 auch Wittumsrat der Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Dessau (1615-1673); spätestens seit 1642 Mitglied des Größeren, später auch des Engeren Ausschusses der anhaltischen Landstände; zugleich Direktor des anhaltischen Stipendienwerks; seit 1627 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Ausführende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Wilhelm Heinrich von Freyberg

geb. 1617
gest. 1696
Anm.: Sohn des Ernst von Freyberg (1578-1626); um 1642 Hofmeister des Pfalzgrafen Moritz von Pfalz-Simmern (1621-1653) in England; ca. 1645-1647 Prinzenhofmeister des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627-1693); ab 1647 Rat und Hofmeister des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); 1653/54 und 1663 anhaltischer Gesandter auf dem Regensburger Reichstag; seit 1660 anhaltisch-dessauischer Geheimer Rat und Landeshauptmann; außerdem anhaltischer Gesamtrat, Landrat und nach 1693 Vormundschaftsrat; ab 1645 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gleichgefärbete").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Johann Fromhold

geb. 1602
gest. 1653
Anm.: Sohn des Prokurators, Hofrichters und Küstriner Bürgermeisters Matthias Fromhold (gest. 1610); Studium in Frankfurt/Oder (1616), Königsberg (1619), Wittenberg (1621) und Leipzig (1625 Bacc., 1626 Mag. phil., 1631 Promotion zum Dr. iur.); 1637-1648 kurbrandenburgischer Hof- und Kammergerichtsrat; 1637-1641 auch Kriegsrat; 1645-1648 kurfürstlicher Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress in Münster und Osnabrück; ab 1648 Wirklicher Geheimer Rat; zudem seit 1650 Kanzler des Fürstentums Halberstadt; 1653 kurbrandenburgischer Gesandter auf dem Regensburger Reichstag; vgl. Peter Bahl: Der Hof des Großen Kurfürsten. Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens, Köln 2001, S. 479f.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, NDB
Natalin Furlan

gest. 1652
Anm.: Um 1651 italienischer Adliger, der als Seekapitän in den Diensten des osmanischen Reiches steht.
Christoph Bernhard von Galen
Bischof Christoph Bernhard von Münster
Abt Christoph Bernhard von Corvey

geb. 1606
gest. 1678
Anm.: Sohn des Dietrich von Galen (ca. 1570-1645); Domherr, 1630-1634 Domthesaurar, 1634-1642 Geistlicher Rat, ab 1642 Domküster und 1643-1650 bischöflicher Geheimer Rat in Münster; seit 1650 Bischof von Münster; ab 1661 zudem Fürstabt von Corvey.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Graf Matthias Gallas
Duca Matthias di Lucèra

geb. 1584
gest. 1647
Anm.: Sohn des tridentinischen Adligen Pankraz Gallas (1549-1612); zunächst in spanischen und kaiserlichen Kriegsdiensten (1615-1617); 1626-1630 ligistischer Obrist; kaiserlicher Obrist (1629), Generalfeldwachtmeister (1629), Feldzeugmeister (1631), Feldmarschall (1632) und Generalleutnant (1633); ab 1631 kaiserlicher Kämmerer; seit 1639 auch Geheimer Rat; Erhebung in den Freiherren- (1627) und Grafenstand (1632); seit 1635 Duca di Lucèra.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Konrad Gerhold

geb. 1596
gest. 1659
Anm.: Sohn des Zerbster Bürgers Konrad Gerhold (gest. 1639); Rechtsstudium in Zerbst (1615-1618), Frankfurt/Oder (1618-1621) und Leipzig; danach Advokat in Zerbst und Magdeburg; vor 1631 Ratsherr in Magdeburg; später schwedischer Hof- und Justizrat in Halle (Saale); 1639 Rückkehr nach Zerbst; seit 1642 anhaltisch-zerbstischer Hof- und Konsistorialrat; vgl. Johann Dürr: Anhaldischer Rath/ Aus den Worten Davids/ Psal. 73. v. 23. 24. [...], Zerbst 1659, o. S.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Bernhard Gese

geb. 1595
gest. 1659
Anm.: Sohn des Coswiger Superintendenten Joachim Gese (1561-1623); Besuch der Gymnasien in Zerbst und Joachimsthal (1618); 1620 Studium in Frankfurt (Oder); 1622-1626 Konrektor an der reformierten Schule in Cölln an der Spree; Stadtkämmerer (1628) und Bürgermeister (1629) von Dessau; ab 1630 anhaltisch-dessauischer Lehns- und Justizsekretär; seit 1639 Landrentmeister; ab 1641 Kammerrat; seit 1647 auch Kanzleirat; vgl. Johann Christoph Beckmann: Historie des Fürstenthums Anhalt, Teil VII, Zerbst 1710, S. 382f.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Camillo Gonzaga di Bozzolo

geb. 1600
gest. 1659
Anm.: Sohn des Ferrante Gonzaga, Marchese di Gazzuolo (1550-1605); ab 1631 kaiserlicher Kämmerer; kaiserlicher Generalfeldwachtmeister (1640) und Feldmarschalleutnant (1643); seit 1643 venezianischer Artilleriegeneral.
Carlo III Gonzaga di Nevers
Duc Charles II de Nevers et Rethel
Duca Carlo II di Mantova e Monferrato
Duc Charles IV de Mayenne

geb. 1629
gest. 1665
Anm.: Sohn des Carlo II Gonzaga di Nevers, Duc de Mayenne et d'Aiguillon (1609-1631); 1632-1654 Duc de Mayenne; seit 1637 Duca di Mantova e Monferrato; 1637-1659 zudem Duc de Nevers et Rethel (bis 1647 unter Vormundschaft).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Christoph von Hagen

geb. 1592
gest. 1655
Anm.: Sohn des Bergbauunternehmers Otto von Hagen (1562-1626); Erbherr auf Berga; Bergbauunternehmer im Südharzraum.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Heinrich von Hake

geb. 1621
gest. 1693
Anm.: Sohn des braunschweigisch-lüneburgischen Rats sowie oldenburgisch-delmenhorstischen Rats und Kanzlers Robert Hake (1580-1649); Schulbesuch in Bremen; Studium in Leiden, Basel (1647 Dr. jur.) und Straßburg; um 1652/65 Hofrat in Plötzkau; ab 1665 fürstlicher Vormundschaftsrat, Kanzler und Kammerdirektor in Köthen; 1686 Nobilitierung; seit 1654 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Jüngere") .

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Abraham Heldt

Anm.: Um 1652 Chirurg in Dessau.
Bernhard Herre

geb. 1604
gest. 1682
Anm.: Zunächst fürstlicher Botenmeister in Dessau; spätestens seit 1643 anhaltischer Landrentmeister.
Landgraf Friedrich von Hessen-Eschwege
Landgraf Friedrich von Hessen-Kassel

geb. 1617
gest. 1655
Anm.: Sohn des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632); seit 1632 Titularlandgraf von Hessen-Eschwege unter der Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel; schwedischer Obrist (1640) und Generalmajor (1648).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Hessische Biographie
Landgraf Hermann von Hessen-Rotenburg
Landgraf Hermann von Hessen-Kassel

geb. 1607
gest. 1658
Anm.: Sohn des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632); ab 1617 Koadjutor des Stifts Hersfeld; seit 1622 Propst des hersfeldischen Klosters Petersberg; ab 1627 Titularlandgraf von Hessen-Rotenburg unter der Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel; seit 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Fütternde").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Hessische Biographie, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
N. N. Hübner

Anm.: Um 1641/46 junger anhaltischer Adliger.
Tobias (2) Hübner

geb. 1578
gest. 1636
Anm.: Sohn des anhaltisch-dessauischen Kanzlers Tobias Hübner (d. Ä.); Erbherr auf Storkau; 1608-1610 Hofmeister des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt-Dessau (1592-1615); 1610-1613 Hofmann des Markgrafen Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach (1583-1625); noch 1614 Rat des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); nach 1614 Geheimer Rat und Hofmeister in Dessau; nach 1618 Kammer- und Justizienrat des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); ab 1620 immer wieder Angehöriger des Engeren Ausschusses der anhaltischen Landstände; seit 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Nutzbare").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Ibşir Mustafa Pascha

geb. 1607
gest. 1655
Anm.: Beylerbey (Provinzgouverneur) von Damaskus (1649) bzw. Aleppo (1651-1654); 1654-1655 Großwesir des Osmanischen Reiches.

Weiterführende Informationen in VIAF
Jesus Christus
Jesus von Nazareth

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johannes Justus

gest. 1626
Anm.: Geboren in Leipzig; Besuch der kursächsischen Landesschule Pforta (1588) und des Gymnasium Illustre in Zerbst (1596); Studium in Leipzig (1598), Leiden (1603) und Basel (1618); 1618 Promotion zum Dr. med. an der Universität Basel; zunächst vermutlich in Diensten des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) in Amberg; um 1621/26 Leibarzt des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Kaiser (Heiliges Römisches Reich) Ferdinand III.
König Ferdinand III. von Böhmen
König Ferdinand III. von Ungarn
Erzherzog Ferdinand III. (Ernst) von Österreich

geb. 1608
gest. 1657
Anm.: Sohn des späteren Kaisers Ferdinand II. (1578-1637); ab 1626 König von Ungarn; seit 1627 König von Böhmen; im Dezember 1636 Wahl zum römisch-deutschen König; ab 1637 regierender Erzherzog von Österreich und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; seit 1625 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Kaiserin (Heiliges Römisches Reich) Eleonora (Magdalena)
Königin Eleonora (Magdalena) von Böhmen
Königin Eleonora (Magdalena) von Ungarn
Erzherzogin Eleonora (Magdalena) von Österreich
Geburtsname: Eleonora (Maddalena) Gonzaga di Nevers

geb. 1630
gest. 1686
Anm.: Tochter des Carlo II Gonzaga di Nevers, Duc de Mayenne et d'Aiguillon (1609-1631); 1651-1657 Ehe mit Kaiser Ferdinand III. (1608-1657).

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Jakob Kettler
Herzog Jakob von Kurland und Semgallen

geb. 1610
gest. 1682
Anm.: Sohn des Wilhelm Kettler, bis 1615 Herzog von Kurland und Semgallen (1574-1640); 1615-1621 Erziehung am kurfürstlichen Hof in Berlin; ab 1638 Mitregent im Herzogtum Kurland und Semgallen; seit 1642 regierender Herzog von Kurland und Semgallen.

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Louise Charlotte Kettler
Herzogin Louise Charlotte von Kurland und Semgallen
Geburtsname: Markgräfin Louise Charlotte von Brandenburg

geb. 1617
gest. 1676
Anm.: Tochter des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (1595-1640); seit 1645 Ehe mit Jakob Kettler, Herzog von Kurland und Semgallen (1610-1682).

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N. N. Kettwig (1)

Anm.: Um 1652 Amtsschreiber in Dessau.
N. N. Kettwig (2)

Anm.: Ab 1652 Ehefrau des Dessauer Amtsschreibers Kettwig, zuvor Hofmagd.
Heinrich von Keudell

geb. 1597
gest. 1661
Anm.: Sohn des Bernhard von Keudell (1548-1607); herzoglicher Page in Wolfenbüttel; danach in braunschweigisch-wolfenbüttelischen (1615), französischen (1617-1619) und savoyischen Kriegsdiensten; ab ca. 1621 Soldat unter Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (1599-1626); 1626 Leutnant unter Graf Peter Ernst II. von Mansfeld-Vorderort (1580-1626); darauf Aufenthalt am fürstlichen Hof in Dessau; 1631-1634 kurbrandenburgischer Hauptmann; 1643-1659 braunschweigisch-wolfenbüttelischer Amtshauptmann von Stiege; seit 1659 Alterssitz in Grebendorf (bei Eschwege); ab 1624 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Färbende"); vgl. Johannes Hütterodt: Glaubens Veste/ Erbawet aus 2. Tim. I, 12. [...], Mühlhausen 1662, S. 47-59.

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Peter Knauth

geb. 1591
gest. 1652
Anm.: Um 1652 Kammermeister in Köthen (bereits 1648).
Hempo (1) von dem Knesebeck

geb. 1595
gest. 1656
Anm.: Sohn des Thomas von dem Knesebeck (1559-1625); 1618-1626 zunächst Kammerjunker und Stallmeister, bald darauf Rat und Hofmeister des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); ab 1626 kurbrandenburgischer Kriegskommissar; seit 1646 Landeshauptmann der Altmark und Direktor der altmärkischen Ritterschaft; ab 1624 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gute").

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Christian Ernst von Knoch(e)

geb. 1608
gest. 1655
Anm.: Sohn des Kaspar Ernst von Knoch (1582-1641); Erbherr auf Trinum; 1631-1639 in Kriegsdiensten, zuletzt als kursächsischer Obristleutnant und Generaladjutant (um 1637); ab 1641 Landeshauptmann des Teilfürstentums Anhalt-Zerbst; seit 1643 anhaltischer Gesamtrat; 1645-1650 Geheimer Rat des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); ab 1650 Direktor der Köthener Vormundschaftsregierung; seit 1636 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Weichende").

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König (Heiliges Römisches Reich) Ferdinand IV.
König Ferdinand IV. von Böhmen
König Ferdinand IV. von Ungarn
Erzherzog Ferdinand IV. von Österreich

geb. 1633
gest. 1654
Anm.: Sohn des späteren Kaisers Ferdinand III. (1608-1657); ab 1646 König von Böhmen; seit 1647 König von Ungarn; ab 1653 römisch-deutscher König; seit 1650 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

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Johann (2) Köppen

geb. nach 1612
gest. 1682
Anm.: Sohn des Zerbster Kanzlei- und Justizrats Johann Köppen (1584-1641); Studium in Wittenberg (1626), Zerbst (1630) und Marburg (1633-1636); Lic. jur.; danach Syndikus und Prof. juris et politices am Gymnasium illustre in Zerbst; ab 1642 anhaltisch-zerbstischer Hofrat; 1657-1664 anhaltischer Gesamtrat; seit 1664 kurbrandenburgischer Geheimer Rat; ab 1647 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Dritte").

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Ernst von Kötschau

geb. 1558
gest. 1621
Anm.: Sohn des Maximus von Kötschau (gest. 1580); ab 1575 Student in Wittenberg; seit 1581 Hofmeister; ab 1598 Kanzlei- und Hofrat, dann geheimer Rat in Zerbst, seit 1617 Unterdirektor der Anhaltischen Landschaft; vgl. Johann Christoph Beckmann: Accessiones historiae Anhaltinae, Zerbst 1716, S. 598-600.
Rudolf Kohlmann

gest. 1658
Anm.: Geboren in Quedlinburg; seit 1647 Pachtmann in Hoym (noch 1654).
Fürst aleksander Koniecpolski

geb. 1620
gest. 1659
Anm.: Sohn des polnischen Magnaten Stanisław Koniecpolski (1591-1646); Starost von Pereiaslav (ab 1637), Chyhyryn (seit 1643), Korsun (ab 1643), Płoskirów (seit 1643), Dolin (ab 1648), Kaniv (seit 1651) und Kamieniec (ab 1652); seit 1656 Woiwode von Sandomierz; 1637 Erhebung in den Reichsfürstenstand.

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(Albrecht) Christoph von Krosigk

geb. 1576
gest. 1638
Anm.: Sohn des Adolf von Krosigk (gest. 1605); Erbherr auf Beesedau, Hohnsdorf, Alt- und Neusandersleben sowie Gnölbs; anhaltisch-dessauischer Kammerrat, Hofmarschall und Amtshauptmann von Dessau; seit 1623 Hauptmann der anhaltischen Landesdefension; seit 1628 Unterdirektor der anhaltischen Landschaft; 1617 Gründungsmitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlbekommende").

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Georg Aribert von Krosigk

geb. 1617
gest. 1665
Anm.: Sohn des (Albrecht) Christoph von Krosigk (1576-1638); Erbherr auf Hohnsdorf und Beesedau; um 1646/50 hessisch-kasselischer Hauptmann.

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Philippe de La Mothe-Houdancourt
Duc Philippe de Cardone
Duc Philippe du Fayel

geb. 1605
gest. 1657
Anm.: Sohn des Philippe de La Mothe-Houdancourt (1558-1652); 1622-1652 in französischen Kriegsdiensten, zuletzt als Maréchal de camp (1637), Lieutenant-général des armées du roi (1641) und Maréchal de France (1642); 1642-1644 und 1651-1653 Vizekönig von Katalonien; 1642-1653 Duc de Cardone; ab 1652 Pair de France; seit 1653 Duc du Fayel.

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Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne
Duc Frédéric-Maurice de Bouillon
Duc Frédéric-Maurice d' Albret et de Château-Thierry
Prince Frédéric-Maurice de Sedan

geb. 1605
gest. 1652
Anm.: Sohn des Henri de La Tour d'Auvergne, Prince de Sedan et Duc de Bouillon (1555-1623); ab 1623 Prince de Sedan (bis 1642) und Duc de Bouillon; 1633 Konversion zum katholischen Glauben; französischer Maréchal de camp (1635) und Lieutenant-général (1642); seit 1650 Teilnahme an der Fronde; ab 1651 Duc d’Albret et de Château-Thierry.

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Henri-Charles de La Trémoïlle
Prince Henri-Charles de Talmont
Prince Henri-Charles de Tarente

geb. 1620
gest. 1672
Anm.: Sohn des Henri de La Trémoïlle, Duc de Thouars (1598-1674); 1628 mit dem Vater Konversion zum katholischen Glauben; ab 1638 in niederländischen Kriegsdiensten; 1640 Rekonversion zum Calvinismus; seit 1648 Prince de Talmont et de Tarente; 1651-1653 einer der Führer der Fronde; 1656 deswegen mehrmonatige Haft; danach bis 1668 wieder in niederländischen Kriegsdiensten; 1670 erneute Konversion zum katholischen Glauben.

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Karl Kaspar von der Leyen
Erzbischof und Kurfürst Karl Kaspar von Trier

geb. 1618
gest. 1676
Anm.: Sohn des kurtrierischen Amtmanns Damian von der Leyen (1583-1639); ab 1641 Domherr in Trier; seit 1650 Koadjutor sowie ab 1652 Erzbischof und Kurfürst von Trier.

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Paul Ludwig

geb. 1603
gest. 1684
Anm.: Sohn des Bernburger Diakons Christoph Ludwig (1567-1636); seit ca. 1624 in Diensten des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) u. a. als Sekretär (um 1627/28) bzw. geheimer Kammersekretär (um 1630); ab 1630 Kammersekretär, seit 1633 zudem Pfennigmeister, spätestens 1636 Lehens- und Gerichtssekretär, spätestens 1642 Kanzlei- und Lehenssekretär sowie ab 1652 zugleich Justiz- und Hofrat des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; zuletzt Justiz- und Hofrat unter Fürst Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg (1634-1718).
Vasile Lupu
Fürst (Woiwode) Vasile von Moldau

geb. ca. 1595
gest. 1661
Anm.: Sohn des moldauischen und walachischen Hofbeamten Nicolae Coci; Großschatzmeister (1619/20), zweiter Logothet (1625), Mundschenk (1627) und Hetman (1629/30) in der Walachei; 1631 Statthalter der unteren Moldau; 1633 Führer eines Aufstandes der Bojaren gegen den walachischen Fürsten Alexandru IV Iliaș (gest. 1666); seit April 1634 bis 13. April 1653 und vom 8. Mai bis 16. Juli 1653 Fürst von Moldau.

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Niccolò Machiavelli

geb. 1469
gest. 1527
Anm.: Sohn des Florentiner Advokaten Bernardo Machiavelli (gest. 1500); 1498-1512 Staatssekretär (zuständig für Außen- und Verteidigungspolitik) der Zweiten Kanzlei des Rats der "Dieci di pace e di libertà" der Republik Florenz; danach Tätigkeit als Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter; 1526/27 päpstlicher Auftrag zur Verteidgung von Florenz gegen das kaiserliche Heer.

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Josep de Margarit i de Biure
Marquès Josep d' Aguilar

geb. 1602
gest. 1685
Anm.: Sohn des Felip de Margarit; 1641-1652 militärischer Führer der Katalanen im Aufstand der Schnitter gegen Spanien; zudem französischer Gouverneur von Katalonien (1641-1659), Maréchal de camp (1642), Lieutenant-général des armées du roi (1651) und Vizekönig von Katalonien (1658/59); seit 1648 Marquès d'Aguilar.

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Daniel Marggraf

geb. 1614
gest. 1680
Anm.: Sohn des Dröbeler Lehrers Philipp Marggraf (gest. 1645); ab 1637 Studium am Zerbster Gymnasium Illustre; 1643-1663 Pfarrer in Waldau; 1663/64 übergangsweise Schulrektor in Bernburg; seit 1664 Pfarrer an der Bernburger Nikolaikirche; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 347.

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Philipp May
Philipp Mey(er)

geb. ca. 1593
Anm.: Aus Hanau stammender Exulant, der sich lange in den Niederlanden aufhielt; seit 1649 im Dienst des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg (noch 1653).
Jules Mazarin
Giulio Raimondo Mazzarino
Bischof Jules von Metz
Duc Jules de Mayenne
Duc Jules de Nevers et Rethel

geb. 1602
gest. 1661
Anm.: Sohn des Pietro Mazzarino (1576-1654); 1609-1619 Besuch des Jesuitenkollegs in Rom; danach Studium der Rechtswissenschaften in Salamanca; 1628 Promotion zum Dr. jur. in Rom; ab 1631 Diplomat in päpstlichen Diensten, zuletzt als Vizelegat von Avignon (1634-1637) und Apostolischer Nuntius in Paris (1634-1636); 1639-1642 Sekretär des Kardinals Richelieu (1585-1642); seit 1641 Kardinal; ab 1642 Erster Minister unter König Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643), unter der Regentschaft von Königin Anna (1601-1666) und unter König Ludwig XIV. (1638-1715); 1646-1648 auch Surintendant des bâtiments du roi; 1652-1658 Bischof von Metz; seit 1654 Duc de Mayenne; ab 1659 Duc de Nevers et Rethel.

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Joachim Mechovius

geb. 1600
gest. 1672
Anm.: Sohn des Güstener Pfarrers Erasmus Mechovius (gest. 1626); Schulbesuch in Ballenstedt, Aschersleben und Salzwedel; Studium in Leipzig (1615), Joachimsthal (1618/19), Zerbst (1619), Altdorf (1622) und Straßburg (1627); 1631 Promotion zum Dr. jur. utr. an der Universität Basel; danach Advokat in Aschersleben und Bremen; später anhaltisch-bernburgischer Kammerrat (1639-1656), Kammer- und Regierungsrat (1656-1662) sowie Kanzler (ab 1662), auch Kirchenrat; seit 1647 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gedeihliche").

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Herzogin Eleonora Maria von Mecklenburg-Güstrow
Geburtsname: Fürstin Eleonora Maria von Anhalt-Bernburg

geb. 1600
gest. 1657
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und älteste Schwester Christians II.; 1626-1636 Ehe mit Herzog Johann Albrecht II. von Mecklenburg-Güstrow (1590-1636); ab 1637 Witwensitz in Strelitz; seit 1617 Angehörige und ab 1627 Patronin der Noble Académie des Loyales; seit 1620 Mitglied der Tugendlichen Gesellschaft ("Die Tapfere").

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Mecklenburg, Haus
Herzöge von Mecklenburg

Anm.: Spätestens seit 1131 slawische Dynastie der Obodriten.

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Giovan Carlo de' Medici

geb. 1611
gest. 1663
Anm.: Sohn des Cosimo II de' Medici, Granduca di Toscana (1590-1621); seit 1644 Kardinal.

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Medici, Haus
Großherzöge der Toskana

Anm.: Italienisches Hochadelsgeschlecht; ab 1531 Herzöge von Florenz und seit 1569 Großherzöge der Toskana.

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Martin Milag(ius)

geb. 1598
gest. 1657
Anm.: Sohn des Schreibers Jakob Milag (1561-1637) aus Triestewitz bei Torgau; 1619-1622 Rechtsstudium in Frankfurt/Oder; 1622 Lic. jur.; 1623-1626 Advokat in Zerbst; 1626-1632 Amtmann von Bernburg; ab 1631 auch anhaltisch-bernburgischer Rat; 1632-1634 Rat im Hochstift Halberstadt unter dem schwedischen Statthalter Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); danach dessen und Fürst Augusts von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) Rat; seit 1635 anhaltischer Gesamtrat; daneben anhaltisch-zerbstischer (1637-1645) und anhaltisch-dessauischer Kanzler (ab 1654); zudem anhaltischer Gesandter auf dem Frankfurter Konvent (1634), auf dem Regensburger Reichstag (1640/41), bei den Friedensverhandlungen in Osnabrück (1645-1648) und auf dem Regensburger Reichstag (1653/54); seit 1637 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Mindernde").

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Bernardo Morosini

Anm.: Bruder des Tommaso Morosini (gest. 1647); 1635-1637 Bailo der Republik Venedig auf Korfu; venezianischer Admiral; 1644-1646 "Duca di Candia".
Francisco de Moura Corte Real y Melo
Marquês Francisco de Castelo Rodrigo
Conde Francisco de Lumiares
Duca Francesco di Nocero

geb. 1621
gest. 1675
Anm.: Sohn des portugiesischen Adligen Manuel de Moura e Corte Real, Marquês de Castelo Rodrigo (1590-1651); 1648-1656 spanischer Botschafter in Wien; ab 1651 Marquês de Castelo Rodrigo und Conde de Lumiares; seit 1656 Duca di Nocera (im Königreich Neapel); Vizekönig von Sardinien (1657-1661) und Katalonien (1663/64); 1664-1668 Statthalter der Spanischen Niederlande; seit 1669 königlicher Caballerizo mayor (Großstallmeister).

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Gottfried Müller

geb. 1577
gest. 1654
Anm.: Sohn des Ascherslebener Bürgermeisters und Syndikus Dr. jur. Andreas Müller (1547-1610); Studium in Helmstedt (1593), Jena (1596) und Wittenberg (1599); Dr. utr. jur.; ab 1616 anhaltisch-dessauischer Rat und Kanzler; seit 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Aufweckende").
Johann Balthasar Oberlender

gest. nach 1656
Anm.: Sohn des Ansbacher Försters N. N. Oberlender; lange Zeit schwedischer Soldat; spätestens seit 1637 Lakai sowie um 1649 auch Jäger und Rüstmeister des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Henri II d' Orléans
Duc Henri II de Longueville
Duc Henri II d' Estouteville
Prince Henri II de Châtelaillon
Comte bzw. Prince Henri I de Neuchâtel

geb. 1595
gest. 1663
Anm.: Sohn des Henri I d'Orléans, Duc de Longueville (1568-1595); ab 1595 Duc de Longueville und d'Estouteville, Prince de Châtellaillon und Comte de Neuchâtel; zunächst Gouverneur der Picardie; 1619/20 und seit 1627 Gouverneur der Normandie; 1636-1643 mehrmals französischer General in Italien; ab 1643 souveräner Prince de Neuchâtel; 1645-1648 französischer Prinzipalgesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress in Münster; 1648-1653 Beteiligung an der Fronde.

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Osmanen, Dynastie
Sultane des Osmanischen Reiches

Anm.: Von Osman I. begründete Herrscherdynastie, die ab 1299 die türkischen Emire und Sultane sowie seit 1517 die Kalifen des Islam stellte.

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Bengt Gabrielsson Oxenstierna af Korsholm och Wasa

geb. 1623
gest. 1702
Anm.: Sohn des späteren schwedischen Reichsadmirals Gabriel Bengtsson Oxenstierna (1586-1656); 1650/51 schwedischer Gesandter auf dem Nürnberger Exekutionskongress; ab 1654 Reichs- und Kanzleirat; Generalgouverneur von Warschau (1655-1659) und Livland (1662-1665); 1671-1680 Reichskanzleirat; 1674/75 schwedischer Botschafter in Wien; seit 1680 Kanzleipräsident.

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Papst Innozenz X.
Patriarch Giovanni Battista von Antiochien
Giovanni Battista Pamphilj

geb. 1574
gest. 1655
Anm.: Sohn des Camillo Pamphilj (1540-1580); 1604-1621 Auditor der Römischen Rota; Apostolischer Nuntius in Neapel (1621-1625), Frankreich (1626) und Spanien (1626-1630); 1626-1629 lateinischer Patriarch von Antiochien; ab 1627 Kardinal; 1639-1644 Präfekt der Konzilskongregation; seit 1644 Papst.

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Gaspar Alonso Pérez de Guzmán el Bueno
Duque Gaspar Alonso de Medina Sidonia
Marqués Gaspar Alonso de Cazaza

geb. 1602
gest. 1664
Anm.: Sohn des Manuel Alonso Pérez de Guzmán el Bueno, Duque de Medina Sidonia (1579-1636); seit 1636 Duque de Medina Sidonia und Marqués de Cazaza; 1636-1645 spanischer Capitán General del Mar Océano y Costas de Andalucía; 1641 Verbannung nach Kastilien nach Anführung einer erfolglosen antihabsburgischen Adelsverschwörung in Andalusien.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg
Herzog Wolfgang Wilhelm von Jülich und Berg

geb. 1578
gest. 1653
Anm.: Sohn des Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg (1547-1614); 1613 Konversion zum katholischen Glauben; ab 1614 regierender Landesfürst von Pfalz-Neuburg sowie Herzog von Jülich und Berg; seit 1615 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Pfalzgraf Ruprecht von Pfalz-Simmern
Duke Rupert of Cumberland
Earl Rupert of Holderness

geb. 1619
gest. 1682
Anm.: Sohn des Kurfüsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632); 1637/38 niederländischer Obrist; 1638-1641 in kaiserlicher Kriegsgefangenschaft; 1642-1646 Heerführer der Royalisten im englischen Bürgerkrieg; ab 1644 Duke of Cumberland und Earl of Holderness; 1647/48 französischer Maréchal de camp; 1648-1653 Admiral einer kleinen royalistischen Flotte, die 1651 zur Freibeuterei überging; 1653-1655 Master of the Horse; 1659 kaiserlicher Feldmarschalleutnant; 1660 Rückkehr nach England; seit 1662 Mitglied des Privy Council, des Foreign Affairs Committee und des Admirality Committee; ab 1668 Lord High Admiral; seit 1642 Ritter des Hosenbandordens.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Kurfürst Karl (I.) Ludwig von der Pfalz

geb. 1617
gest. 1680
Anm.: Sohn des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632); Exil in Kurbrandenburg (1620-1624), den Vereinigten Niederlanden (1624-1635) und England (1635-1649); ab 1648 Kurfürst von der Pfalz mit neuer achter Kurwürde (gemäß Westfälischem Frieden); seit 1633 Ritter des Hosenbandordens.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Kaspar (1) Pfau

geb. 1596
gest. 1658
Anm.: Sohn des Kaspar Pfau (gest. 1604); nach 1622 Bediensteter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); ab 1626 Amtmann von Großalsleben (noch 1638); seit 1630 anhaltischer Gesamtrat; um 1632 Amtmann zu Gernrode und Großalsleben sowie fürstlich-anhaltischer Kriegskommissar; ab 1638 auch Landrentmeister, zugleich Amtmann von Gernrode; um 1640 Obereinnehmer; um 1641/42 Landrechnungsrat; seit 1645 Hofrat des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670); ab 1644 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Anhaltende").

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Joachim Plato

geb. 1590
gest. 1659
Anm.: Sohn des Amberger Pfarrers und Kircheninspektors Matthius Plato (1545-1617); 1619-1625 Pfarrer in Nittenau/Regen; 1625 Vertreibung aus der Oberpfalz; 1626-1638 Pfarrer in Hoym; 1638-1642 Pfarrer in Ballenstedt; seit 1642 Superintendent und Pfarrer an der Marienkirche in Bernburg; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 379f.

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König Johann II. Kasimir von Polen
Großfürst Johann II. Kasimir von Litauen

geb. 1609
gest. 1672
Anm.: Sohn des Königs Sigismund III. von Polen (1566-1632); 1648-1668 König von Polen und Großfürst von Litauen; seit 1638 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

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König Johann IV. von Portugal
Duque João II de Bragança

geb. 1604
gest. 1656
Anm.: Sohn des Duque Teodósio II de Bragança (1568-1630); ab 1630 Duque de Bragança; seit 1640 König von Portugal.

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Margaretha Proeck
Geburtsname: Margaretha von Schladen

gest. vor 1632
Anm.: Ab 1615 erste Ehefrau des Plötzkauer Rats und Stallmeisters Wilhelm von Proeck (1585-1654).
Susanne Barbara Proeck
Geburtsname: Susanne Barbara von Rumrod

geb. 1601
gest. 1645
Anm.: Tochter des kurpfälzischen Geheimrats Johann Georg von Rumroth, ab spätestens 1632 zweite Ehefrau des Plötzkauer Rats und Stallmeisters Wilhelm von Proeck (1585-1654).

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Wilhelm von Proeck

geb. 1585
gest. 1654
Anm.: Sohn des Andreas von Proeck; zunächst in kaiserlichen und brandenburgisch-bayreuthischen Kriegsdiensten; nach 1607 zunächst Hof- und Kammerjunker, ab 1615 Rat und Stallmeister des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); seit 1623 zudem anhaltischer Rittmeister und Kriegskommissar; ab 1618 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Räuchernde").

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Dalmau de Queralt i de Codina
Graf Dalmau von Santa Coloma

geb. 1593
gest. 1640
Anm.: Spanischer Adliger, seit 1638 Vizekönig von Katalonien, 1640 zu Beginn des Aufstandes der Schnitter ermordet.

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Fürst Janusz (2) Radziwiłł
Fürst Jonušas (2) Radvila

geb. 1612
gest. 1655
Anm.: Sohn des Fürsten Krzysztof Radziwiłł (1585-1640); 1633-1646 Großkämmerer von Litauen; 1646-1653 Generalstarost von Samogotien; 1646-1654 Feldhetman von Litauen; ab 1653 auch Woiwode von Vilnius; seit 1654 Großhetman von Litauen; ebenso Starost von Kamieniec Litewski, Sejny und Kazimierz.

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Georg Raumer

geb. 1610
gest. 1691
Anm.: Sohn des Gerbers Friedrich Raumer (gest. 1666) aus Eschenbach (Operpfalz); Schulbesuch in Auerbach und Weißenburg; Studium in Leipzig, Wittenberg, Marburg und Tübingen; ab 1635 Hauslehrer in Dessau; 1636-1638 Pfarrer in Jeßnitz; 1638-1646 Subdiakon und seit 1646 Archidiakon an St. Marien sowie Superintendent, Hofprediger und Konsistorialrat in Dessau; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 386.

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Michael Ringk

Anm.: Seit 1650 fürstlicher Lakai in Bernburg; um 1657 Amtsschreiber in Ballenstedt.
Giacomo da Riva

Anm.: 1648-1650 venezianischer General und Befehlshaber einer Kriegsflotte gegen die Türken; um 1652/53 Provveditor generale dell'armi nel Regno di Candia.

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Georg Anton von Rodenstein
Bischof Georg Anton von Worms

geb. 1579
gest. 1652
Anm.: Sohn des Georg Otto von Rodenstein; ab 1594 Domherr in Speyer; 1610 Priesterweihe; seit 1609 Domherr in Worms; ab 1612 Domherr in Mainz; 1622-1629 Domdekan in Speyer; seit 1629 Bischof von Worms; daneben 1634-1638 Domdekan und ab 1638 Dompropst in Mainz.

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Ludwig Röber
Ludwig Rober

geb. 1619/20
gest. 1687
Anm.: Bruder des Prinzenlehrers Christian Röber; ab 1643 in anhaltisch-bernburgischen Diensten; bis 1650 fürstlicher Gutsverwalter in Baalberge; 1650-1656 Kammerdiener des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; seit 1653 zugleich Gutsbesitzer in Baalberge; um 1673 Richter in Baalberge.
Daniel Sachse

geb. 1596
gest. 1669
Anm.: Sohn des späteren Halberstädter Superintendenten Daniel Sachse (1568-1605); Studium in Wittenberg (1609); Magister; 1621 Hofmeister in Leiden; 1624-1626 Pfarrer in Reupzig; 1626-1632 Hofprediger an der Schlosskirche St. Aegidien in Bernburg; seit 1632 Oberpfarrer an St. Jakobi, Superintendent und Konsistorialrat in Köthen; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 405.

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Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg-Coburg
Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg

geb. 1603
gest. 1669
Anm.: Sohn des Herzogs Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar (1562-1602); bis 1624 gemeinsam mit seinen Brüdern Johann Philipp (1597-1639), Friedrich (1599-1625) und Johann Wilhelm (1600-1632) regierender Herzog von Sachsen-Altenburg (unter Vormundschaft); kursächsischer Obrist (1632/33) und Reitergeneral (1633); ab 1639 alleinregierender Herzog von Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg; seit 1652 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Unschätzbare").

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Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Eisenach
Herzog Johann Ernst von Sachsen-Eisenach
Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg

geb. 1566
gest. 1638
Anm.: Sohn des ernestinischen Herzogs Johann Friedrich II. von Sachsen (1529-1595); 1572-1596 gemeinsam mit seinem Bruder Johann Kasimir (1564-1633) regierender Herzog von Sachsen-Coburg (bis 1586 unter Vormundschaft); ab 1596 regierender Herzog von Sachsen-Eisenach; seit 1633 zudem alleinregierender Herzog von Sachsen-Coburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar

geb. 1598
gest. 1662
Anm.: Sohn des Herzogs Johann von Sachsen-Weimar (1570-1605); 1620-1640 gemeinsam mit seinen Brüdern regierender, ab 1640 alleinregierender Herzog von Sachsen-Weimar; Obrist unter Graf Peter Ernst II. von Mansfeld-Vorderort (1620-1622) und Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach (1622); 1623 General unter Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (1599-1626); 1623/24 kaiserlicher Gefangener; 1631-1635 schwedischer Militärgouverneur von Thüringen und Statthalter von Erfurt; 1632-1635 schwedischer Generalleutnant; 1617 Gründungsmitglied und seit 1651 zweites Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Schmackhafte").

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Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen

geb. 1585
gest. 1656
Anm.: Sohn des Kurfürsten Christian I. von Sachsen (1560-1591); seit 1611 Kurfürst von Sachsen.

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Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen

geb. 1613
gest. 1680
Anm.: Sohn des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (1585-1656); ab 1656 Kurfürst von Sachsen; seit 1658 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Preißwürdige"); ab 1668 Ritter des Hosenbandordens.

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N. N. Schammer

Anm.: 1652 Petitent auf dem Landtag in Dessau.
Christoph Wilhelm (von) Schlegel

geb. ca. 1615
gest. 1679
Anm.: Sohn des Wolf (von) Schlegel (1584-1658); Erbherr auf Merzien, Zehringen und Thurau; um 1631/32 Page des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; um 1633 Fahnenjunker des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); um 1640/41 Hofjunker in Bernburg.
Herzog Christian von Schlesien-Brieg-Liegnitz-Ohlau-Wohlau
Herzog Christian von Schlesien-Ohlau-Wohlau
Herzog Christian von Schlesien-Brieg

geb. 1618
gest. 1672
Anm.: Sohn des Herzogs Johann Christian von Schlesien-Brieg (1591-1639); 1639-1653 gemeinsam mit seinen Brüdern Georg III. (1611-1664) und Ludwig (1616-1663) regierender Herzog von Schlesien-Brieg; ab 1653 Herzog von Schlesien-Ohlau und Schlesien-Wohlau; seit 1664 auch Herzog von Schlesien-Brieg und Schlesien-Liegnitz; ab 1648 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Beliebige")

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Herzogin Louise von Schlesien-Brieg-Liegnitz-Ohlau-Wohlau
Herzogin Louise von Schlesien-Ohlau-Wohlau
Herzogin Louise von Schlesien-Brieg
Geburtsname: Fürstin Louise von Anhalt-Dessau

geb. 1631
gest. 1680
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); 1648-1672 Ehe mit Herzog Christian von Schlesien-Brieg-Liegnitz-Wohlau (1618-1672).

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Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf

geb. 1597
gest. 1659
Anm.: Sohn des Herzogs Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf (1575-1616); ab 1616 regierender Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf; seit 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Hochgeachte").

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Herzogin Elisabeth Charlotte von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg
Fürstin Elisabeth Charlotte von Anhalt-Köthen
Geburtsname: Fürstin Elisabeth Charlotte von Anhalt-Bernburg-Harzgerode

geb. 1647
gest. 1723
Anm.: Tochter des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670) und Nichte Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1663-1665 erste Ehe mit Fürst Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen (1638-1665); 1666-1699 zweite Ehe mit Herzog August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg (1635-1699).

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Johann Philipp von Schönborn
Erzbischof und Kurfürst Johann Philipp von Mainz
Bischof Johann Philipp von Würzburg
Bischof Johann Philipp von Worms

geb. 1605
gest. 1673
Anm.: Sohn des Georg von Schönborn (gest. 1613); Domizellar in Würzburg (ab 1621) und Mainz (seit 1625); Domherr in Würzburg (ab 1629) und Worms (seit 1630); 1635-1645 Stiftspropst von St. Burkard in Würzburg; ab 1642 Bischof von Würzburg; seit 1647 auch Erzbischof und Kurfürst von Mainz; ab 1663 ebenso Bischof von Worms.

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Hans von Schönfeld

geb. 1585
gest. 1650
Anm.: Sohn des Christoph Hans von Schönfeld (1544-1599); Erbherr auf Löbnitz.
Johann Schrickel

geb. 1601
gest. 1674
Anm.: Sohn des Hildburghausener Bürgermeisters Johann Schrickel (1547-1626); Studium in Jena, Altdorf und Straßburg (1626 Promotion zum Dr. jur. utr.); um 1624 Advokat in Amberg; ab 1630 hennebergischer Landrat in Schleusigen; sächsisch-weimarischer Amtmann von Mellrichstadt (1634) und von Königsberg in Franken (1635-1641); danach sächsisch-eisenachischer Hofrat; seit 1645 anhaltisch-zerbstischer Kanzler.

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Jonas Schrimpf

geb. 1605
gest. 1696
Anm.: Geboren in Weißenkirchen in der Wachau; 1640/42-1695 kursächsischer Agent beim Reichshofrat in Wien; um 1651/52 auch Agent des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; daneben auch tätig für die Herzöge von Württemberg, Landgrafen von Hessen-Darmstadt und die Reichsstädte Bremen, Kempten und Nördlingen.

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Johann Kasimir von der Schulenburg

geb. 1623
gest. 1672
Anm.: Sohn des Levin von der Schulenburg (1581-1640); Erbherr auf Schochwitz, Liebsdorf, Erdeborn und Lütgendorf; seit 1669 anhaltischer Landrat; vgl. Johann Friedrich Danneil: Das Geschlecht der von der Schulenburg, Bd. 2, Salzwedel 1847, S. 508f.

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Heinrich Schumacher

geb. 1606
gest. 1675
Anm.: Geboren in Bremen; Studium in Greifswald (1626, Lic. jur.), Groningen (1633) und Bourges (1635); anhaltisch-köthnischer Hofrat (1637-1650), Vormundschaftsrat (1650-1660), Kanzleidirektor (1660-1665) und Vizekanzler (ab 1665); seit 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Arbeitsame").
Schwarzburg, Familie
Grafen von Schwarzburg

Anm.: Thüringisches Reichsgrafengeschlecht.

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Königin Christina von Schweden
Herzogin Christina von Bremen und Verden

geb. 1626
gest. 1689
Anm.: Tochter des Königs Gustav II. Adolf von Schweden (1594-1632); 1632-1654 Königin von Schweden, bis 1644 unter der durch Reichskanzler Axel Gustafsson Oxenstierna (1583-1654) geleiteten Vomundschaftsregierung; 1648-1654 regierende Herzogin von Bremen-Verden; 1654 Konversion zum katholischen Glauben; seit 1655 Leben unter dem Namen Maria Alexandra bzw. Christina Alexandra in Rom.

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Königin Maria Eleonora von Schweden
Geburtsname: Markgräfin Maria Eleonora von Brandenburg

geb. 1599
gest. 1655
Anm.: Tochter des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg (1572-1619); 1620-1632 Ehe mit König Gustav II. Adolf von Schweden (1594-1632); 1640 Flucht aus Schweden.

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Johann Senf

Anm.: Geboren in "Colba im Osterlande"; um 1648/51 vermutlich Kaufmann in Halle (Saale); seit 1652 fürstlicher Kammerschreiber in Bernburg; um 1656 geheimer Kammerdiener und Kammerschreiber.
Gräfin Anna Sophia zu Solms-Sonnewalde
Geburtsname: Fürstin Anna Sophia von Anhalt-Bernburg

geb. 1640
gest. 1704
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; 1664-1688 Ehe mit Graf Georg Friedrich zu Solms-Sonnewalde (1626-1688).

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König Philipp IV. von Spanien
König Philipp III. von Portugal
König Philipp III. von Neapel-Sizilien
König Philipp III. von Sardinien

geb. 1605
gest. 1665
Anm.: Sohn des Königs Philipp III. von Spanien (1578-1621); ab 1621 König von Spanien, Portugal (bis 1640), Neapel-Sizilien und Sardinien; seit 1613 Ritter und ab 1621 Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies.

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Hans Heinrich (von) Stammer

geb. 1603
gest. 1654
Anm.: Sohn des Eckhard Heinrich (von) Stammer (gest. 1630); Erbherr auf Ballenstedt und Wahren; 1620 Aufwärter bei Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg (1586-1656) in Wien; kaiserlicher Fähnrich (1621-1624) und Hauptmann (1624-1629); 1635/36 kursächsischer Obristleutnant; zuletzt Domherr in Magdeburg (ab 1641) und Naumburg (seit 1647); Pfandinhaber des gräflich mansfeldischen Amts Rammelburg; vgl. Reinhard Bakius: Beatus Beate Defunctorum Status [...], Eisleben 1655, o. S.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Tobias (2) Steffeck von Kolodey
Tobiáš (2) Štefek z Koloděj

geb. 1615
gest. 1679
Anm.: Sohn des Prager Bürgers Tobias Steffeck von Kolodey (gest. 1621), der wegen seiner Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand enthauptet wurde; 1621 Emigration aus Böhmen; ca. 1637-1641 Kammerdiener sowie ab ca. 1641 Geheimer Kammerdiener und Kammerverwalter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; spätestens seit 1646 Kammermeister (noch 1654), Sekretariatsverwalter und Aufwärter; um 1653/56 zeitweise Hofjunker in Bernburg; um 1663 Stallmeister und Kammerjunker in Ballenstedt; zuletzt Kammerjunker in Bernburg.
Sultan (Osmanisches Reich) Mehmed IV.

geb. 1642
gest. 1693
Anm.: Sohn von Sultan Ibrahim (1615-1648); 1648-1687 Sultan des Osmanischen Reiches.

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Wolfgang Sutorius

gest. nach 1656
Anm.: Sohn des späteren Ballenstedter bzw. Bernburger Pfarrers Leonhard Sutorius (1576-1642); bis 1643 fürstlicher Amtsschreiber in Harzgerode; 1646-1648 fürstlicher Gutsverwalter in Zepzig; seit 1648 Korn- und um 1649/54 Amtsschreiber in Bernburg.
Gottfried Travelmann

gest. 1659
Anm.: Westfälischer Adliger aus Münsteraner Erbmännergeschlecht; zunächst Page und später bis höchstens 1629 Stallmeister des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650); spätestens ab 1654 gräflicher Hofmeister in Tecklenburg; seit 1626 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Dicke").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Cornelis Maartenszoon Tromp
Graf Cornelis Maartenszoon von Sølvesborg

geb. 1629
gest. 1691
Anm.: Sohn des niederländischen Marineoffiziers Maarten Harpertszoon Tromp (1598-1653); 1645 Lieutnant (1645), Kapitän (1649), Konteradmiral (1653), Vizeadmiral (1665) und Lieutenant-Admiral-General (1679) der niederländischen Marine; dazwischen 1658-1662 Entzug des Kommandos wegen illegaler Handelsgeschäfte; 1666-1673 zeitweilige Entlassung aus dem Kriegsdienst; seit 1676 dänischer Admiral-General im Schonischen Krieg; 1677 Erhebung zum Grafen von Sølvesborg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Friedrich Gebhard von Trotha

geb. 1613
gest. 1677
Anm.: Sohn des Melchior Andreas von Trotha (1580-1634); Erbherr auf Gänsefurth; vgl. Adolf v. Trotha: Geschichte des Geschlechts v. Trotha, Teil 6, Görlitz 1940, S. 160-204.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Francisco de Tuttavilla y del Tufo
Duque Francesco de San Germán

geb. 1604
gest. 1679
Anm.: Sohn des neapolitanischen Adligen Ottavio Tuttavilla (gest. 1619); ab 1646 Gouverneur von Tarragona; seit 1649 Generalkapitän der Extremadura; ab 1664 Vizekönig von Navarra, seit 1668 von Sardinien und 1673-1675 von Katalonien.

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Graf Corfitz Ulfeldt af Sölvesborg

geb. 1606
gest. 1664
Anm.: Sohn des Jakob Ulfeldt (1567-1630), ab 1609 dänischer Reichskanzler; seit 1630 Kammerjunker des Königs Christian IV. von Dänemark und Norwegen (1577-1648); ab 1636 dänischer Reichsrat; seit 1637 Statthalter von Kopenhagen; 1643-1651 Reichshofmeister; daneben mehrfach diplomatische Missionen, u. a. nach England (1640/42), Regensburg (1641), zu den Friedensverhandlungen mit Schweden (1645) sowie nach Den Haag und Paris (1646); 1651 nach Korruptionsverdacht und Morddrohungen Flucht in die Niederlande und nach Schwedisch-Pommern; danach schwedischer Geheimer Rat (1657-1659), Friedensunterhändler mit Dänemark (1658) und Gouverneur von Schonen (1658/59); 1659 Todesurteil wegen Hochverrat, jedoch Begnadigung; 1660 Rückkehr nach Kopenhagen und Verhaftung (bis 1661); 1663 erneutes Todesurteil (wegen Planung einer Adelsrevolte gegen die dänische Krone) und Flucht; 1641 Erhebung in den Grafenstand; seit 1658 Graf von Sölvesborg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Gerard Nicolaes Valckenier

Anm.: Dr. med.(?); Arzt und Chirurg in Amsterdam.
Íñigo d. J. Vélez de Guevara y Tassis
Marqués Íñigo d. J. de Guevara
Conde Íñigo d. J. de Oñate
Conde Íñigo d. J. de Villamediana

geb. 1597
gest. 1658
Anm.: Sohn des Íñigo d. Ä. Vélez de Guevara y Tassis, Conde de Oñate (1572-1644); königlicher Kämmerer; spanischer Botschafter in London (1636-1638) und Rom (1646-1648); ab 1644 Conde de Oñate und Conde de Villamediana; 1648-1653 Vizekönig von Neapel; seit 1653 Consejero de estado; ab 1653 erster Marqués de Guevara.

Weiterführende Informationen in VIAF
Hans Claesson Wachtmeister af Björkö

geb. 1609
gest. 1652
Anm.: Sohn des Landrats Claes Hansson Wachtmeister (gest. 1631); schwedischer Major (vor 1631), Obristleutnant (1631), Obrist (1637) und Generalmajor (1644); ab 1640 königlicher Hofstallmeister; seit 1644 Landrat in Estland; ab 1646 schwedischer Kriegsrat und Assessor am Kriegskollegium; seit 1647 Reichsstallmeister; ab 1651 Reichsrat; 1651 Erhebung in den Freiherrenstand.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Esche von Wallwitz

geb. 1588
gest. 1653
Anm.: Sohn des Esche von Wallwitz; Kammerjunker, Kriegskommissar und Hofmeister des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); um 1630/41 Leutnant; seit 1623 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Reizende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Johann Esche von Wallwitz

geb. 1620
gest. nach 1664
Anm.: Sohn des Esche von Wallwitz (1588-1653); 1653/54 Hofmeister der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); ab 1654 fürstlicher Rat und Frauenzimmer-Hofmeister in Bernburg (noch 1656); um 1664 sächsisch-gothaischer Prinzen-Hofmeister; seit 1656 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Verbannende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Sebastian Walsdorf

geb. 1593
gest. 1657
Anm.: Sohn des Zerbster Diakons Daniel Walsdorf (1557-1632); 1619-1627 Substitut in Mühlstedt; seit 1627 Pfarrer in Luso; vgl. Hermann Graf: Anhaltisches Pfarrerbuch. Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation, Dessau 1996, S. 459.
Dietrich von dem Werder

geb. 1584
gest. 1657
Anm.: Sohn des Gebhard von dem Werder (1539-1612); Erbherr auf Reinsdorf, Werdershausen, Gerlebogk, Görzig und Ziebigk; Page, Kammerjunker und Stallmeister des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632); 1610 hessisch-kasselischer Rittmeister; danach bis 1622 Geheimer Rat und Oberhofmarschall in Kassel; 1623 anhaltischer Hauptmann; 1631-1635 schwedischer Obrist; ab 1639 Unterdirektor der anhaltischen Landschaft; seit 1645 kurbrandenburgischer Obrist, Geheimer Rat und Amtshauptmann von Alt-Gatersleben; ab 1620 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Vielgekörnte"); vgl. Gottfried Coler: Der Vom Vater gegebene/ Vom Sohne ausgeführete/ Und vom H. Geiste versiegelte Raht des Heils [...], Köthen 1658, fol. Jiij v - N2 v.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Gebhard Paris von dem Werder

geb. 1621
gest. 1679
Anm.: Sohn des Heinrich von dem Werder (1578-1636); Erbherr auf Gröbzig; anhaltisch-plötzkauischer Rat; ab 1658 Unterdirektor der anhaltischen Landschaft; seit 1665 anhaltisch-köthnischer Geheimer Rat, Vormundschaftsrat, Kammerpräsident und Landeshautmann; ab 1642 Mitglied der Fruchbringenden Gesellschaft ("Der Zeitigende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Magdalena von dem Werder
Geburtsname: Magdalena von Veltheim

geb. 1597
gest. 1659
Anm.: Tochter des Heinrich von Veltheim (1558-1615); 1628-1636 Ehe mit Heinrich von dem Werder (1578-1636).
Paris von dem Werder

geb. 1623
gest. 1674
Anm.: Sohn des Dietrich von dem Werder (1584-1657); Erbherr auf Reinsdorf, Werdershausen, Reupzig und Bräsen; vor 1646 Page am Dessauer Hof; später anhaltisch-dessauischer Rat; seit 1639 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Friedfertige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Joachim van Wickevoort
Joachim van Wicquefort

geb. 1596
gest. 1670
Anm.: Sohn des Antwerpener Kaufmanns Jasper Jansz van Wickevoort (1554-1634); langjähriger Agent des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar (1604-1639) in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden; seit 1639 hessisch-kasselischer Resident in Den Haag (bis mindestens 1659).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Maximilian Wogau

geb. 1608
gest. 1667
Anm.: Sohn des Johann David Wogau (1582-1636); 1627-1631 Studium der Rechte in Wittenberg; 1632-1637 Reise nach Holland, England, Frankreich und Seeland; ab 1639 Verwalter des städtischen Salzpfannen-Werks, danach Kornherr (1640), Achtmann (1641), Bierherr (1642), Vorsteher der Ulrichskirche (1643), Gräfenherr (ab 1644), Vierherren-Worthalter (1649), Holzherr (seit 1650), Geheimder (ab 1658) und Stadtkämmerer (seit 1661) in Halle (Saale); außerdem Hallenser Verbindungsmann des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Herzog Friedrich von Württemberg-Neuenstadt

geb. 1615
gest. 1682
Anm.: Sohn des Herzogs Johann Friedrich von Württemberg (1582-1628); 1638/39 Offizier unter Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (1604-1639); danach in französischen und hessisch-kasselischen (1646-1648 als Generalmajor) Kriegsdiensten; seit 1649 Inhaber der Ämter Neuenstadt, Möckmühl und Weinsberg (teilweise); 1672 kaiserlicher Reichsfeldzeugmeister und General der Infanterie.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Herzogin Anna Elisabeth von Württemberg-Oels
Geburtsname: Fürstin Anna Elisabeth von Anhalt-Bernburg

geb. 1647
gest. 1680
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; seit 1672 Ehe mit Herzog Christian Ulrich von Württemberg-Oels (1652-1704).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Herzog Sueno Martialis Edenolf von Württemberg-Weiltingen

geb. 1629
gest. 1656
Anm.: Sohn des Herzogs Julius Friedrich von Württemberg-Weiltingen (1588-1635); ab 1643 Erziehung am Hof des Herzogs Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601-1675); seit 1652 in venezianischen, zuletzt in schwedischen Kriegsdiensten; ab 1655 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Erleuchtende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Elisabeth Zaunschleiffer
Geburtsname: Elisabeth Curdes

gest. nach 1660
Anm.: Bis 1630 vermutlich Ehefrau des Dessauer und Sanderslebener Schlossvogts Johann Zaunschleiffer (gest. 1630).
Johann Zaunschleiffer

gest. 1630
Anm.: Schlossvogt (Hausvogt) in Dessau (1614-1630) und Sandersleben (1630) sowie Hofmeister der verwitweten Fürstin Dorothea von Anhalt-Dessau (1581-1631).
Philipp (1) Zesen

gest. um 1671
Anm.: 1616-1668 Pfarrer in Priorau, Vater des Schriftstellers Philipp von Zesen.
Philipp (2) von Zesen
Philippus Caesius

geb. 1619
gest. 1689
Anm.: Sohn des Pfarrers Philipp Zesen in Priorau; Schulbesuch in Halle; Studium in Wittenberg; Schriftsteller und Kirchenlieddichter, auch Sprachtheoretiker und Übersetzer; 1653 Nobilitierung; 1667 Ernennung zum Hofpfalzgrafen; seit 1648 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlsetzende").

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Aachen
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Ägäisches Meer
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Aken
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Anhalt-Bernburg, Fürstentum
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Anhalt-Dessau, Fürstentum
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Anhalt-Harzgerode, Fürstentum
Anm.: 1635-1709 existierendes, bis 1647 jedoch unter der Landeshoheit von Anhalt-Bernburg stehendes anhaltisches Teilfürstentum.
Anhalt-Köthen, Fürstentum
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Anhalt-Plötzkau, Fürstentum
Anm.: 1611-1665 existierendes, jedoch unter der Landeshoheit von Anhalt-Bernburg stehendes anhaltisches Teilfürstentum.
Anhalt-Zerbst, Fürstentum
Anhalt, Fürstentum
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Arenys de Mar
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Askanien (Aschersleben), Grafschaft
Ballenstedt
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Ballenstedt(-Hoym), Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Barby
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Barcelona
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Basel
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Berlin
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Bern
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Bernburg
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Anm.: Zusammengesetzt aus der jeweils eigenständigen Tal- ("Stadt im Tale", gebildet aus den ehemaligen Teilen Alt- und Neustadt) und Bergstadt ("Stadt vorm Berge"), die erst 1825 vereinigt wurden.
Bernburg, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Bernburg, Bergstadt ("Vorm Berge")
Anm.: Eigenständige Stadt rechts der Saale unterhalb des Bernburger Schlosses, die im Jahr 1825 mit der Talstadt vereinigt wurde.
Bernburg, Talstadt
Anm.: Stadt links der Saale, die aus den ehemals eigenständigen Teilen Altstadt und Neustadt bestand (1825 Zusammenschluss mit der Bernburger Bergstadt).
Blanes
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Blankenburg (Harz)
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Blois
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Böhmen, Königreich
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Bouillon
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Brambach
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Brandenburg, Kurfürstentum
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Brandenburg, Markgrafschaft
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Anm.: Kernland des Kurfüstentums Brandenburg.
Braunschweig
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Braunschweig und Lüneburg, Herzogtum
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Anm.: Die Teilfürstentümer Braunschweig-Wolfenbüttel, Lüneburg, Calenberg und Grubenhagen umfassendes Gesamtterritorium der welfischen Herzöge.
Bremen
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Breslau (Wrocław)
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Brieg (Brzeg)
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Buro
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Buro, Kommende
Anm.: Verwaltungseinheit des Deutschen Ordens.
Candia (Irákleion)
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Casale Monferrato
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Celle
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Cervera
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Coswig (Anhalt), Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Crossen an der Oder (Krosno Odrzańskie)
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Dänemark, Königreich
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Dalmatien
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Den Haag ('s-Gravenhage)
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Dessau (Dessau-Roßlau)
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Dessau, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Dresden
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Duinkerke (Dunkerque, Dünkirchen)
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Eifel
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Elbe (Labe), Fluss
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Elsass
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Elsdorf
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England, Commonwealth von
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Fränkischer Reichskreis
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Franken, Herzogtum
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Frankreich, Königreich
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Freckleben
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Freckleben, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Friesland, Provinz (Herrschaft)
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Frose
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Fürstenau
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Gänsefurth
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Galicien, Königreich
Anm.: Territorium der spanischen Krone.
Gelderland, Provinz (Herzogtum Geldern)
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Genf (Genève)
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Gernrode
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Goedereede (Goeree)
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Goslar
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Gotha
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Gravelines (Grevelingen)
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Gröbzig
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Groningen (Stadt und Umland), Provinz
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Río Guardiana
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Güsten
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Halberstadt
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Halberstadt, Hochstift bzw. Fürstentum (seit 1648)
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Halle (Saale)
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Hamburg
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Harzgerode, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Hecklingen
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Heidelberg
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Heiliges Römisches Reich (deutscher Nation)
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Hessen, Landgrafschaft
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Hohnsdorf
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Holland, Provinz (Grafschaft)
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Holstein, Herzogtum
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Hoym
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Irland, Königreich
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Anm.: 1653-1659 Teil des Commonwealth von England, Schottland und Irland.
Italien
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Jena
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Jülich, Herzogtum
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Jütland (Jylland)
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Katalonien, Fürstentum
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Anm.: Territorium der spanischen Krone.
Könitz
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Köthen
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Köthen, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Kreta (Candia), Insel
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Krim, Khanat
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Kurrheinischer Reichskreis
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Leipzig
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Leucate
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Liegnitz (Legnica)
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Lima
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Lothringen, Herzogtum
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Lublin
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Lübeck
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Lüneburg
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Maastricht
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Madrid
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Magdeburg
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Magdeburg, Erzstift
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Mantua (Mantova)
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Mecklenburg-Güstrow, Herzogtum
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Mecklenburg, Herzogtum
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Meißen, Markgrafschaft
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Anm.: Kernland des (albertinischen) Kurfürstentums Sachsen.
Metz
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Moldau, Fürstentum
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Montferrat, Herzogtum
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Montgat
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Mosel, Fluss
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Moskauer Reich (Großrussland)
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Neapel, Königreich
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Anm.: Territorium der spanischen Krone.
Niederlande, Vereinigte (Republik der Sieben Vereinigten Provinzen)
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Niedersächsischer Reichskreis
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Nienburg (Saale)
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Nienburg (Saale), Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Norburg (Nordborg)
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Oberrheinischer Reichskreis
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Olivenza
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Oostende
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Osmanisches Reich
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Overijssel, Provinz (Herrschaft)
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Paris
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Peru, Vizekönigreich
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Peschiera del Garda
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Plötzkau
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Plötzkau, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt; 1611-1665 unter der Landeshoheit von Anhalt-Bernburg stehendes anhaltisches Teilfürstentum (vgl. Anhalt-Plötzkau, Fürstentum).
Polen, Königreich
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Portugal, Königreich
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Prag (Praha)
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Preußen, Herzogtum
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Quedlinburg
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Radisleben
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Regensburg
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Rethel
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Rhodos, Insel
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Rom (Roma)
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Roßlau, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Roussillon, Grafschaft
Anm.: Teil des Königreiches Spanien, seit 1659 französische Provinz.
Rudolstadt
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Sachsen, Kurfürstentum
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Sainte-Menehould
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Sandersleben
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Sandersleben, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Saporoger Sitsch, Hetmanat
Anm.: "Kosakenstaat" im mittleren Teil der heutigen Ukraine.
Schagen
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Scholitz
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Schottland, Königreich
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Anm.: 1653-1659 Teil des Commonwealth von England, Schottland und Irland.
Schwäbischer Reichskreis
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Schweden, Königreich
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Sebenico (Šibenik)
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Sedan
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Seeland (Zeeland), Provinz (Grafschaft)
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Spanien, Königreich
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Speyer
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Tecklenburg, Grafschaft
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Thüringen
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Turin (Torino)
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Ungarn, Königreich
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Utrecht, Provinz (Hochstift)
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Valladolid
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Vechta
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Venedig (Venezia)
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Venedig, Republik (Repùblica de Venessia)
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Vic
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Vorpommern, Herzogtum (Schwedisch Pommern)
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Walachei, Fürstentum
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Warmsdorf, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Warschau (Warszawa), Starostei
Anm.: Verwaltungseinheit der Woiwodschaft Masowien.
Weimar
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Weser, Fluss
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Westfalen
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Westindien
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Anm.: Im frühneuzeitlichen Europa verwendeter Sammelbegriff für die Karibischen Inseln, im weiteren Sinne für den gesamten amerikanischen Kontinent.
Wien
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Wittenberg (Lutherstadt Wittenberg)
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Wörlitz
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Wörlitz, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Wolfenbüttel
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Wulfen, Amt
Anm.: Verwaltungseinheit des Fürstentums Anhalt.
Zerbst
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Zerbst, Herrschaft
Anm.: Teil des Fürstentums Anhalt.
Zypern, Königreich
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Anhalt, Landstände
Böhmen, Stände
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England, Parlament (House of Commons und House of Lords)
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Fränkischer Ritterkreis
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Gymnasium Illustre Zerbst
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Anm.: Im Jahr 1582 gegründete höhere Landesschule für das gesamte Fürstentum Anhalt.
Heiliges Römisches Reich, Kurfürstenrat (Kurfürstenkollegium)
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Heiliges Römisches Reich, Reichsfürstenrat
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Heiliges Römisches Reich, Reichshofrat
weiterführende Informationen
Heiliges Römisches Reich, Reichskammergericht
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Heiliges Römisches Reich, Reichsstädterat (Reichsstädtekollegium)
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Malteser (Ordo Militiae Sancti Joannis Baptistae Hospitalis Hierosolymitani)
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Anm.: Eigentlich "Johanniter" auf Malta.
Niederlande, Generalstaaten
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Parlement de Paris
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Parlement de Pontoise
Anm.: Während der Fronde im Jahr 1652 kurzeitig aus Paris nach Pontoise verlegtes königstreues Parlament.
Schottland, Parlament (Parliament of Scotland)
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Universität Heidelberg
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Zerbst, Rat der Stadt
weiterführende Informationen
Fürst Joachim Ernst von Anhalt: Des Fürstenthumes Anhalt Policey vnd Landes Ordenung, o. O.: 1573. [Nachweis im GVK]
Sebastian Franck: Paradoxa, hg. von Siegfried Wollgast, Berlin: 1995. [Nachweis im GVK]
Das Instrumentum Pacis Monasteriensis (IPM) vom 24. Oktober 1648, in: Die Friedensverträge mit Frankreich und Schweden, Bd. 1: Urkunden, hg. von Antje Oschmann, Münster: 1998, S. 1-49. ( Acta pacis Westphalicae, Serie III Abt. B: Verhandlungsakten 1 ) [Nachweis im GVK]
Das Instrumentum Pacis Osnabrugensis (IPO) vom 24. Oktober 1648, in: Die Friedensverträge mit Frankreich und Schweden, Bd. 1: Urkunden, hg. von Antje Oschmann, Münster: 1998, S. 95-170. ( Acta pacis Westphalicae, Serie III Abt. B: Verhandlungsakten 1 ) [Nachweis im GVK]
Publius Ovidius Naso: Liebeskunst = Ars amatoria. Lateinisch-deutsch, hg. von Niklas Holzberg, Berlin: 2011. [Nachweis im GVK]
Gaius Suetonius Tranquillus: Divus Augustus = Augustus, in: Die Kaiserviten = De Vita Caesarum. Berühmte Männer = De Viris Illustribus. Lateinisch-deutsch, hg. von Hans Martinet, Düsseldorf: 2006, S. 142-319. [Nachweis im GVK]
Publius Terentius Afer: Heauton Timorumenos = Der Büßende, in: Komödien. Lateinisch und deutsch, Bd. 1, hg. von Peter Rau, Darmstadt: 2012, S. 187-285. [Nachweis im GVK]