Mittwoch☿ den 1. December 1652.
Parlant hier, au Colonel Werder, d'ün sübside, (qu'il m'a
voit fait esperer, extraordinaire en mes necessitèz) il
s'en excüsa. Que la noblesse estoit tellement
chargèe de fardeaux, qu'elle n'en pouvoit plüs,
& qu'en tel cas, la dissension dès Villes,
leur estoit nuysible, car sans eux, ils pou-
voyent peu faire, ou rien. Le mesme m'at
il fait dire, par le maître d'hostel, Heinrich Friedrich d'Einsidel,
mon Conseiller. Voyla le fruict de leur charitè,
& affection volontaire, ne voulans plüs recog-
noistre, aulcün devoir! Mais leür fils,
peüvent bien se vestir en Princes, et
changer en 3 semaines, consecütives
tous <les> iours d'habits somptüeux, & iouer
aux cartes, grand jeü, &cetera &cetera &cetera[.]
Jls üsent ün nouveau style, voulans
nommer, comme aux Dietes Jmperialles, nostre
miserable constitütion icy, üne sanctio
Pragmatica, et irrevocable, &cetera &cetera &cetera[.]
Duo, cum faciunt idem; non est jdem!1
perge
Le Prince Jean, soupçonneux, a voulü voir, le petit
Memoire, avec la reserve düquel, i'ay signè l'in-
strüction des Ambassadeurs quj vont a Ratißbonne,
& comme on faysoit difficültè, a le luy monstrer,
a cause dü premier Poinct, lequel parle de l'ad-
herence des Electeurs & Princes, de la Religion,
& de la forte manütention d'jcelle, i'ay
voulü, qu'on le luy monstrast, tout entier, &
qu'on donnast la gloire a Dieu, & a sa Veritè,
sans respect de personne, quj que ce soit!
Le Chancellier Milagius, avec le Lieutenant Colonel Knoche,
l'ont dissuadè mais Keppe, (qui l'a desja veü,)
l'a conseillè. Bien est vray, que Milagius & Knoche,
ont eü dès bonnes considerations, a cause, de
l'accord, qu'on recerche[!] en la Religion, mais ie ne
scaurois dissimüler, en matiere, de religion.
Milagius a dit aussy: Que son coeur, luy dictoit
assèz, en sa Conscience, ce, qu'il devoit faire, en
tel cas, sans memoriaulx.
Meine Bürgemeister[!]2, von Bernburgk, seindt
heütte darvon, undt vorahn gezogen, undt unser
Magister Menzelius, meines Carolj Ursinj, Præceptor,
mit ihnen. Gott wolle Sie geleitten! perge
Vormittagß, ist man in der RahtStube, zusammen kommen, undt
die Fürsten, haben die expeditiones, undterschrieben, Sonderlich
die Creditif an Kayserliche Mayestät[,] auch andere Chur: undt Fürs[ten.]
Jtem: hat man etzliche beylagen, undt befehlich, undterzeich[net.]
Die Cöhtner, haben sich auch heütte disponiren laßen,
zu undterschreiben. Also restiret Zerbst alleine.
Nachmittagß in Raht gegangen.
Schwartzburgische sache. 1500 ThalerThlr: iährlich. Künitz, undt Blan-
ckenburg verschriebener Maßen einzunehmen, durch die Legaten,
die übermaße wieder herauß zu geben. Wirdt gestellet
auf die Apprehension, der poßeßion, nicht auf ferrnere
Tractaten. 10 ThalerThlr: pro cento, annua præstatio mehr
alß ein zinß. Vielleicht laßen Sie sich terriren.
Alßdann 6 pro cento zu nehmen, wiewol es nicht
ein mutuum. Jnventarien aufzurichten, per unsern
bedienten Secretarium, welcher dorthin zu ablegiren.
Wollen Sie sich nicht accommodiren, herzog Wilhelm zu
Sachßen, zur assistentz, zu ersuchen. Der Doctor Frantzkius zu
Gohta Cantzler, darzu zu vermögen, unser bestes
zu suchen, undt es (wo müglich) auf hertzogk Ernst von
Gohta, die Schuldt zu transportiren.
Cantzler Milagius. Denominatio personarum zur legation[.]
Jngredientia oder Materialia guht. Territio mit
der apprehension. hertzog Ernst, zu beantwortten, undt die
|| [[Handschrift: 192r]]
assistentz, des Doctor Frantzken, zu procuriren.
Doctor Schrigkel. Neẅe verpflichtung nöhtig, zu Künitz,
Jtem: die Confirmatio Regis Bohemiæ, auf Könitz,
wehre guht, bey den pflichten, wormitt Sie der wittibe
Sehliger verwandt gewesen, undt also unserm Fürstlichen hause.
Doctor Mechovius. Approbat. Hacke. Licentiat Keppe.
Die Königlich Böhmischen lehen, müßten decidiret werden,
secundum jura Jmperij; nicht aber, nach denen
Böhmischen lehen. Jmprobat die Königlich Böhmische con-
firmation, alß unnöhtig, kostbahr, undt unnütze.
Paulus. Conformirt sich. Fürst hanß, identidem.
Fürst Augustus. approbat, die neẅe verpflichtung,
oder huldigung. Benennet die personen, alß: Frey-
bergk, oder<undt> Keppe.
Jntroductio des Heinsij, zum Rectorat nacher
Zerbst. hanß von Bergen, expectantz zu
Güsten. Doctor Müllers, undt Zaunschleiferinn
Protestationes, wieder den landTagsschluß.
ChurSaxen intercessiones. Publication des<r>
gesindeordnung, vor den weyhenacht Fest. Trompter
privilegien. Pappiermacher befreyen. Subscription
etzlicher briefe, Allerley ansuchen, so theilß nachzuschigken.
voma
Meinen Schwager, Fürst Iohann Casimir haben wir diesen abendt,
besucht, undt valedicirt.
Aufn abendt, hat man etwaß poculiret, & Tra-
velmann, a tèsmoignè d'estre yvre!
Gar spähte, ist Fürst hanß, noch zu mir kommen, gar alleine
in mein losament, undt hat Treẅhertzig abschiedt genomme[n.]
Noch einmahl abschiedt, von Meinem vetter, undt
Schwager, Fürst Johann Casimirs Liebden alß herren im hause,
genommen, da er mir dann Treẅhertzig valedicirt, undt
sachen von importantz, gerahten. Darnach, habe ich
der Schwester Liebden a Dieu, gesagt, welche auch gar
Treẅhertzig, sich erwiesen.
Bin in Gottes Nahmen, mit meinen Söhnen forth
gezogen, nacher Bernburgk, undt habe Meine freundliche herzlieb(st)e ge-
mahlin, undt Töchter, wol gefunden. Gott dem Aller-
höchsten, seye lob! Ehr! undt dangk gesaget, vor
seinen gnadenreichen Segen! Der wolle ferner
das wergk seiner hände, segenen! undt unsern
landtTagsSchluß, unß, undt unserm lande, zum
besten, gerahten, undt wolgedeyen laßen!
Jch finde allhier zu Bernburgk, vollauf zu thun,
allerley gute, undt böse verdrießliche händel!
General herr von hofkirchen paßirte vor
unß vorbey, von halle nach Agken fahrende.
<Freitag♀> Donnerstag♃ den 2<3>. December 1652. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
hammeln, bey mir gewesen, relation abzulegen,
von seiner Gohtischen rayse, undt verschickung.
Philipp Güder, hat sich auch præsentiret.
Ein iunger Schafgotzsch, hat sich bey mir præsentirt
wegen seines vettern, welchen man den graven
Schafgotzsch nennet, zu sollicitiren, odiosa.
hertzogk Geörge Rudolf von der Lignitz, Kayserlicher Ober-
Amptßverwallter, in Schlesien, intercediret auch vor
ihn, undt nennet ihn, seinen vetter (als seiner Liebden
Schwester Sohn,) herr Christoff Leopoldt Schaffgotzsch
genandt Semperfrey, auf Kynast, undt Greiffen-
stein, Kayserlicher Ober Amptßraht. Kömbt ihme auch,
mit seiner intervention, zu statten.
Jch habe ihn, mit Mir, eßen laßen, ihn hieroben
losiret, undt nach der mahlzeitt, meine Rähte,
Doctor Mechovium, undt Paulum Ludwigen, über seiner
unzeittigen anmahnung, undt prætension, vernommen.
Wegen der wiederkaüflichen zinßen, ist mir auch
heütte plage, undt anmahnung, von Gerike zu Mag-
deburgk angethan worden. Jtem: plage vielfältig, in
Oeconomicis.
Fürst Augustus, ist nachmittags, vor Meinem SchloßThor,
vorüber paßiret, deme ich zugesprochen, undt hereiner
Jhre Gnaden gebehten, nebenst dero Gemahlin, undt Töchter,
auch Fürst Lebrechtt. Sie haben sich aber excusiret[.]
Samstag♄ den 4. December 1652.
<Böses somnium, von Carolj Ursinj Tod[t.] Gott verhüte es gned[ig.]>
Jean Moutarde estoit hier au soir avec moy.
Dieu le vueille accomplir, & reconduire heüreü-
sement!
Der Stadtvogtt, <Albinus> hat sich heütte præsentirt
undt allerley, mir referiren müßen.
Nota Bene[:] de Jean Moutarde relation, d'ün quidam (a Maga)
qui s'est laissè eschapper, ce mot, que si ie ne
jouirois pas, de la Gratification Jmpériale que
mes enfans, en pourroyent iouir, id est: Ad
Calendas Græcas.
J'ay expediè cejourd'huy, deux depesches
importantes, y adioustant la troisièsme. Dieü
les vueille rendre fortünèes!
Man hat diese Nacht, in unserer kammer, eine wehe-
klage gehöret, ich aber nicht, Sondern Meine herzlieb(st)e gemahlin[.]
Gott helffe, das es nichts böses bedeütten möge!
Jn die kirche vormittagß, conjunctim, da
dann dangksagung geschehen, wegen des landTags.
Extra gehabtt, zu Mittage, nicht allein den
Schafgotzsch, Sondern auch, den iüngern Se-
kerka, die Fraw von Rindtorf, Tobias Steffeck von Kolodey
perge
Nachmittagß, cum filijs, in die kirche,
undt predigtt Ern Jonij.
Avis von hartzgeroda, undt Erffurdt, daß mein Bruder,
Fürst Friederich, allererst, gegen Ostern, oder Johannis, herauß
kommen wollen.
Der Cardinal Mazzarinj, gehet auf Paris, der Printzen,
undt Jnnwohner Schwürigkeitt, nimbt zu, wegen continuj-
render beschwehrungen, undt großen Theẅerung.
Jn Engellandt, nimbt undter dem Parlament, die
uneinigkeitt, auch Täglich zu, worzu die Geistlichen
helfen mögen.
Die herren Staaden, seindt auch uneins. Etzliche Pro-
vintzien, wollen den Printzen von Uranien, zu ihrem
General haben, den etzliche schon erwehlet,
andere wollen gahr von keinem capo wißen.
Wegen des wintters, undt fleißigem aufpaßen der
Engelländer, sol die flotta diß iahr, nicht außlauffen.
ChurSaxen, ist wieder zu Dreßden, Chur Brandenburg
hat die kunstkammer, Stall, zeüghauß undt anders
besehen, undt ist auf Berlin, forthgereyset.
Der Kayser, sol den 20ten: November von Prag, nach Regenspurgk,
abgereiset sein.
Schreiben von Wien, undt Breßlaw.
Die Avisen geben:
Daß in Frangkreich der Printz von Condè, Saint Menehoud,
Retel, Verdün, undt andere Städte gewunnen,
keinen pardon begehre, undt Generalissimus der
Spannischen, zu Brüßel, werden solle, weil der
Ertzhertzogk, (so gewesen) nacher Regenspurgk, gehe
der König in Spannien, wolle diesem Printzen,
das Königreich Navarra, geben. Der Cardinal
Mazzarinj, würde wiedergeruffen, nach Paris,
der Visconte de Türenne, stärgkte sich.
Der hertzogk von Lottringhen, droẅete
den Staden, in der Meyerey vor Hertzogenpusch,
dieweil Sie seine völgker verhindert, in Schiffen
nacher Jrrlandt zu gehen. Er hette auch etzliche
Regimenter, in die Jülichische lande, undt
in daß Reich von Agken, gesandt.
Der Kayser, will Chur Pfaltz, helfen,
wegen der Jülichischen Strittigen lehengühter
undt des pfaltzgraven von Neẅburgk ange-
setzter LandtTag, hat sich, re infecta, zerschlagen.
Zu Regenspurgk seindt etzliche Churfürsten3, ankommen,
undt der Kayser wirdt erwartett.
Chur Brandeburg ist zu Dreßen[!] gewesen, ist in die Churfürsten
verein genommen, hat die rariteten aldar besichtiget,
undt ist nachm Berlin, gegangen.
Jm lande zu Lüneburgk, undt in Dennemargk
wirdt stargk geworben, zur assistentz der Staaden,
wieder die Engelländer.
Admiral Tromp, ist außgefahren, mit: 80 Or-
logsSchiffen, 12 brandtschiffen, undt 300 kauffahrers.
Blacke retiriret sich, vor ihm.
<General> Breston (so vor iahren, in Gennep gelegen)
wehret sich in Jrrlandt, aufs eüßerste. hat sich,
auf eine Jnsel, endtlich retiriret, da er ver-
meint sich zu halten, biß er secours bekömbt,
wieder die Parlamentischen.
Jn der Themis, haben sie 2 Spannische
Schiffe aufbracht, mit 1600000 Realen von
Achten, aber endlich restituiret.
Nach dem Oratore im Parlament, ist
mit Steinen geworfen, der Thäter aber, ein-
gezogen worden.
Die Parlamentischen, haben auch dem
Conte d'Oignon, nach Roschelle hülfte gesandt,
undt halten große freündtschafft (dem ansehen
nach) mit Spannien.
Die übergabe Barcellona, continuirt, undt daß
große freẅde darüber zu Madrill endtstanden,
undt general Amnistia allen ertheilet, außge-
nommen Don Joseph de Margarith.
Leücata undt Collievre seyen auch den Span-
nischen, verkauft.
Zu Lysabonna ist eine reiche flotta auß
Jndien, ahnkommen, wie auch, zu Duynkirchen,
eine vor Portugall, die andere, vor Spannien.
Zu Rom, läßet der pabst, seinen vetter, den
Printzen Pamphilio, vor Spannien, werben,
darüber sich Frangkreich beschwehret.
Jn Schweden, ist man geschäftig mit selbigem
ReichßTage, undt andern verfaßungen.
Jn Dennemargk, wirdt stargk armiret.
Venedig, tractirt, undt armirt, wie
auch die Türgken thun. Jn Ungarn, leßet
sichs, zum kriege, ansehen.
Die Staden, haben auch reichbeladene Schiffe,
in salvo gebracht.
Die Maltheser, verarrestiren den holländern
ihre Schiffe, dadurch ihrer Comptereyen, intraden, zu
erhalten, undt herauß, zu zwingen.
Dienstag♂ den 7. December 1652.
Die jncubj, undt Succubj, (alß wir meynen!) ha-
ben diese Nacht, alhier zu Bernburgk, Meinen
Carolum Ursinum <Le petit Charles, m'a confessè depuis, d'avoir
veü, ceste nuict, üne femme blanche, devant son
lict, avec ün masque noir, & avec des yeüx
estincellans. Chose horrible! & non ordinaire!>, so in unserer Cammer, schläft,
item: Meine herzlieb(st)e gemahlin, undt mich, geängstiget,
undt geplaget. Deus avertat omnia mala!
Avis: daß hertzog Christians von Brigk
gemahlin, einer iungen Tochter genesen,
die Gott, nebst der Fraw Mutter Liebden
segenen, stärgken! undt fristen wolle!
Ernst Dieterich Röder, nach dem er mir über
Sechß wochen lang, abermahl fleißig aufgewar-
tett, undt den landtTag, über außgeharret,
(mit hindahnsetzung, seiner Familie, undt
haußhaltung,) ist von mir, in gnaden, dimittiret
worden. Jch habe ihm ein pferdt, biß nach
Ermßleben, geliehen.
Risposta von Dessaw, avec Venayson, de sanglier.
Es ist nichts darahn, daß die Grävin von Styrumb,
graf heinrichs von Naßaw, relicta, sol baldt
nach ihrem herren, gestorben sein.
<4 hasen, Viktor Amadeus gehezt. 4 Räphüner, und 16 große vogel Nathanael Jahn[.]>
heütte hat Geörge Ehrenreich, Freyherr von Rog-
gendorf, nach dem er mir, in das 12te. iahr
gediehnet, undt sich from[,] still, undt wol
verhalten, seine dimission, zu seines verstorbenen
vatters, gühtern, undt erbschaft, zu sehen,
auf innstendiges ansuchen, von Mir, erhalten.
Gott wolle ihn, geleitten! undt gesegenen!
Er hat gar einen Treẅhertzigen abschiedt genommen[.]
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum filijs.
Avis: daß der Notarius Bähr, welcher mich neẅlich,
wegen Kohlmanns, despectiren helfen, in die
Achtt, von Chur Brandenburg seye erklähret
undt vogelfrey gemacht worden, weil er den
Churfürsten, undt daß dombcapittel
in einander gehetzt. Er ist aber, nach Prag
gelauffen, (verwegener weyse) den Churfürsten
wieder zu verklagen beym Kayser.
Extra zu Mittage, den hofprediger Menzelium gehabt,
undt vor der mahlzeitt, mit ihm, conversiret.
Jch habe ein exempel statuirt, undt Tobiaß
Salmuht, den Mundtschengken, wegen seiner
Nachläßigkeitt, undt daß er den wein,
undt das bier, so übel wartett, undt
verderben leßett, incontinentj, abgeschaft.
Diesen Morgen, umb vier Uhr, hat es
greẅlich gespigkt, gepoltert, undt
an den kuven, wie zweene bötticher, ge-
pocht, undt gearbeitett. perge
<32 dürre Forellen von Nathanael Jahn[.]>
Briefe geschrieben, in Franckreich, in Jtalien,
nacher Wien, nach Hanover[,] item: in Schlesien, etcetera[.] Gott gebe succeß!
Die Quarta, auf die Steẅren, ist heütte auch
außgeschrieben worden, wegen der vechtischen
garnison, landtTagsspesen, ReichßTagsspesen,
et similia. Sie sol gantz, im December undt
noch halb im Januario, eingefordert werden.
Jch habe auch viel neẅen Jahres gratu-
lationes, undterzeichnet, undt also wenig
ruhe, diesen vormittag, gehabtt.
J'ay estè aussy inquietè, pour les affaires, de Schaf-
gotzsch. Dieu, m'en delivre!
Georg Reichardt ist bey Mir gewesen, importantzen zu referiren[.]
Avis: das Bürgemeister[!] Tornaw, vor ein par Tage[n,]
im zorn, der Schlag getroffen. Gott erbarme sich seiner!
Der Nordburgische lackay, ist von Meiner freundlichen herzlieb(st)en
Gemahlin, abgefertiget, sans mon sceü!
Jn gartten spatzirt, die große eingefallene
lügke, an der Mawer, zu besichtigen.
hammeln, ist von halle wiederkommen, dahin er
den guten Roggendorf, begleittet, mit bericht,
daß Sie wol überkommen, undt in der herberge
Jacob Antonij von Krosigk, mit seinem Schwager
Aßeburgk, in der vorstadt, angetroffen.
Leür fortüne a voulü, qu'ils n'ont sceü
avoir dü Vin, pour dèspendre, & faire dèsbausche!
Freitag♀ den 10ten: December 1652. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Bürgermeister Tornaw, ist bey Mir gewesen, mit seine Noht,
undt anliegen, zu klagen, wieder den Stadtvogtt.
Ern Hesium bey mir gehabt, welcher sich numehr
resolvirt in meinen diensten, am predigAmpt zu bleiben
undt die Vocation nachm Berlin, zu recusiren. perge
A spasso ümb das hauß, der miserie abzuhelfen,
mit der eingefallenen Mawer, wo müglich.
Victualien, undt briefe von Ballenstedt. perge
13 wagen, mit 50 pferden, seindt von Sanderßleben
nacher Deßaw, frey über paßiret. perge
Avis: daß es gewiß, daß der vetter, undt
Schwager zu Deßaw, ein Großvatter
worden, in deme seine Tochter, die hertzoginn
zum Brigk, eines iungen Freẅleins, genesen,
undt bey erträglichem hinkommen, (Gott lob!)
sich befinden soll. Gott helfe ferner, mit gnaden!
Somnia horrifica gehabt.
Oeconomica tractirt. <Mit Schafgotzsch, conversirt.>
Walwitz, ist von Prag, undt Deßaw, wiederkommen, von
Madame, ihrer abschickung.
Abermahlige post von Ballenstedt, bekommen.
heütte seindt wieder Deßawische Fuhren, mit 78 pferden,
frey überpaßiret.
<Abermals, somnia horribilia gehabt. perge>
Jch habe hieroben, aufm Sahl, predigen laßen, vormittags
den Hofprediger, Ern Menzelium.
Notification auß Schlesien, durch eigenen bohten, wegen hertzog
Christians, vom Brigk, iüngstgebornen Töchterleins.
Extra zu Mittage, neben Schafgotzsch, der
Walwitz, die Rindtorfinn, der hofprediger
Menzelius, der iüngere Sekerka. etcetera etcetera
10 wagen, mit 40 pferden, habe ich wieder frey
über, paßiren laßen müßen von Fregkleben, mit blèd.
Zu abends, wieder Schafgotzsch, undt Walwiz gehabt.
Ein drey abendt hero einen seltzamen, großen
Tunckeln Stern, gesehen, wie ein Mond, was er bedeütten mag?
Er hat einen großen hof, wie ein Comet, wirdt
erst hindter dem Eülenspiegel4, hernacher aber,
von demselben, nach dem Stall zu, undt dann
gegen dem blawen Thurm, undt also
herumb gehende, nach dem Neẅen gebeẅde
zu, mit verwunderung, gesehen.
Walwitz sagte auch gestern: Sie hetten zu anfangß,
in den paß Meiner gemahlin zu Prag, den Tittul Aß-
canien, außen gelaßen. Derowegen dann,
er so lange sollicitiret, mit Mühe, biß man
den paßbrieff renoviren müßen, undt
den gebührlichen Tittul, Aßcanien, hinein
gesetzet. Der Bischoff von Münster, hat Neẅ-
lichst an herrvettern Fürst Augustum geschrieben, undt gleichs-
fals dieses prædicat obmittiret. Jst aber wiedersprochen
|| [[Handschrift: 199r]]
worden. Allso fänget man, hin: undt wieder ahn,
unsere Dignitet, undt wolhergebrachte reputation, zu
beschneiden. Gott wolle unß, in pristjnam dignitatem,
restituiren!
Carl Ursinus ist von den Fantaseyen oder spiritibus, diese
nacht wieder exagitiret worden. Gott beßere es!
Philipp Güder, ist bey Mir gewesen, Jtem:
Hans Wenzel Rothe[.]
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Plötzkau geschickt, pour demander
conseil, a l'allegement de mes soings, pour
les incommoditèz dü Septentrion, pour l'ablegation
dès Ambassadeurs a Ratisbonne, pour l'ennuy, de Schafgotzsch,
& pour la nouvelle Estoille, que le bon Prince, a
creü denoter mortalitè, dü bestail, ou des hommes,
qu'elle a dürè desja huict iours, & qu'il en
pourra devenir, üne Comete, desirant au
reste, a me donner satisfaction, au possible!
Christof Jahn, hat sich bey mir præsentiret,
undt allerley referiret, de son frere Nathanael.
et cetera
Eilf wagen, mit 44 pferden, Deßawer, undt
Sanderßlebische, seindt abermals frey übergangen.
Cela n'apporte pas, grand proffit, a mon bacq. Pacience!
Schreiben von halle, das aldar aufn Mittwoch☿ ein Fast:[,] Buß: undt
BehtTag, angeordnet, wegen des ReichßTages, undt das
der Neẅe Stern, viel nachdengken mache.
Die Avisen geben:
Daß in Frankreich der Printz von Condè, noch große progreß <mache> habe,
Toul undt Verdün, auch eingenommen, mit Spannien
also sich vertieft, daß ohne einen General frieden, er
mit dem Könige in Franckreich, nicht accordiren,
noch a part, tractiren kan. Visconte de Türenne
werde am Königlichen hofe, sawer ahngesehen, daß er
Sainte Menehoud, nicht endtsetzen können, undt
andere Generallen, werden ihm, an die seitte gesetzt,
der Cardinal wirdt wieder, nacher Paris, geholet.
Catalonien, wirdt alles vom Könige in Spannien,
recuperiret, nach erfolgter Amnestie. Gleichwol
sollen zwey castellen, in Barcellona erbawet
werden, auf ihren unkosten, damitt Sie nicht mehr
rebelliren können. Portugall, sol numehr
mit Machtt, von Spannischer seitten, ahngegriffen
werden, wiewol der König daselbst, gewaltige
reichbeladene Schiffe, auß OstJndien, mit
16 millionen, (darvon er 4 millionen, vor seine
person, bekömbt,) sol zu Lisabona bekommen haben.
Engellandt, undt hollandt, suchen einander noch,
mit ihren flotten zu beleydigen, wiewol doch auch, die
gühtliche Tractaten, undter ihnen, nicht undterlaßen
werden, undt der König in Schottland soll baldt in haag kommen,
|| [[Handschrift: 200r]]
undt den Düc de Boucquingham, nacher Regenspurgk senden.
Die Staaden, sollen mit Dennemargk, Schweden, undt
Franckreich, contra Engellandt, in alliantz tretten, undt
auch die See Städte (welchen auch, die Engelländer, viel
Schiffe, hinweg nehmen) darzu invitiren. Sie wollen auch
neben Venedig, undt andern, Mediatores sein zu Lübegk,
in den FriedenßTractaten, zwischen Polen, undt Schweden.
Jn Polen, versiehet man sich, eines neẅen Türcken-
krieges, wie auch stargken einfalß von Tattarn,
undt Cosagken, wiederumb, und rüstet sich, dargegen.
Der Türgke tractirt mit Venedig.
Jn Ungarn, scheinet es auch, alß wolle der Türgke,
unruhe wieder anrichten.
Der Kayser, ist forth nach Regenspurg wie auch,
theilß Chur: undt Fürsten5, welche sehr content,
sollen von Prag, abgeschieden sein. Jhre Mayestät
haben etwaß, das podagra. Wollen dero ferien
zu Straubinghen hallten, undt concediren
den Evangelischen, vor der proposition des Reichß-
Tages, auch noch ihre weyhenachten, undt Neẅen
iahrs, feyerTage, zu celebriren.
Die Staaden, wollen auch Gesandten, nach Regenspurgk
schigken, undt ihre prætensiones, richtig machen.
Aber, der Spannische Ambassadeür im Haagen
sol noch droẅwortt von sich stoßen, undt hohe wortt brauchen.
Dörffte die annehmung des neẅen Generals, befördern.
<Schnee, nach voriger Tage, hartten Frösten.>
J'ay èscrit en Hollande, par Philipp May! Dieu nous favorise.
Meine Söhne, haben geiagt, im Krumphalse, undt 5 hasen,
undt einen Fuchß bekommen. Noch Fünf hasen, undt
2 Füchße, beynebenst einer wilden katze, seindt
durchgegangen. Es seindt auch 2 wilde Endten,
undt eine Schneppe, einbracht worden. Jst also,
ein guter JagtTag gewesen.
Der neẅe Stern, so zuvor ad oculum Taurj,
gesehen, hat sich numehr gewendet, gar nahe,
zu den Plejades, oder Siebengestirn, diesen abendt.
Jn die kirche, cum filijs, da die verenderung des Rahts
vorm berge annuncijret worden.
Philipp Mey, diesen abendt expedirt. Gott gebe zu
glügklichem succeß!
Christof Jahn, habe ich, inngleichem abgefertiget.
Gott bewahre allerseitß, vor unglügk!
Der Amptmann Georg Reichardt ist bey Mir gewesen. Jtem:
der Magister Menzelius, welcher sich beklaget, über die spectra
inusitata, in seinem hauße, undt præfiguriret Sich,
böse omina, quæ Deus avertat! benigne!
So ist auch, bey mir gewesen, von andern personen,
welche, in Oeconomy: undt Polizeysachen, beyrähtig sein.
Risposta von Nathanael Jahn per il messo.
Paul Ludwig bey mir gehabt, alß hofraht, undt lehensSecretarium
allerley zu deliberiren, alß vormittagß:
1. wegen Feyerung des Sabbaths, so aufm landtTage
geschloßen, habe ich mich resolvirt, ein Mandat affigiren zu
laßen, undt den Benachtbahrten, auch zu advertiren,
zur nachricht, wegen verenderung der Jahrmärckte, am Sonntage☉tage.
2. Schuelemburgk, sache undt unnöhtige Gravamina.
Sollen in die Schuele, ihn führen.
3. Gravamina betreffend Jn specie der Hoymer befrie-
digung. Jst resolvirt, dieselben, zwischen dem Neẅen Jahr,
undt den 3 Königen, anhero zu citiren, undt gühtliche
handlung, zu versuchen.
4. Den Aufsatz, der Quartæ zu dirigiren, undt die jura
Collectandj, auch contra Nobiles, zu reserviren.
5. Trottens gravamina, erörtern laßen, per Geörg Reichardt.
6. Carll Diemen gravamen, wegen eingezogener
brawgerechtigkeitt. Stehet auf tractaten.
7. Steẅerschulden, Meiner herzlieb(st)en gemahlin. Kan bey weittem
durch Compensationes, nicht getilget werden, Sondern
die abrechnung, wirdt es weisen, daß noch ein ansehlicher
rest, darhindten seye. Die Discussion der Steẅerresten,
wirdt alles erklähren.
8. Die Neẅe, angelegte Schäferey, zu Palbergk, ab-
zustellen, oder durch Fürst Augusti interposition, zu cassiren.
|| [[Handschrift: 201v]]
9. hinundter geschickte Acta, & Actitata von Deßaw,
seindt in der Cantzeley deponiret.
10. Schafgotzsch sache, undt prætensiones anlangende,
So stehet dieselbe, auf hanß Bernds relation.
11. Die Wittemberger, werden wegen ihrer an-
forderungen, noch vor den Feyertägen, beschieden, zu handeln.
12. Doctor Fischer zu contentiren, ne abitum acceleret!
13. Kohlmann. Der lawret, ist numehr, zweene
ahngesetzte Termin, zu ablangung der Acten, außen blieben.
14. Avisen, auß Erfurdt, zu communiciren.
15. Schwartzenberger, undt Knüttels, Fichtelbergische
Bergkwergkssache, bey Chur Bayern, zu recommendiren,
per Legatos nostrates, zu Regenspurgk.
16. Wegen Knesebegks, mit der Cammer, allhier,
ist der abgehandelte vergleich, (meo bono), mitgebracht.
17. Wegen eines subsidij, zur peregrination, Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt[.]
Daßelbe stehet, auf Discussion, undt fleißiger auß-
arbeittung, der Steuerrest.
18. Ahnweisung der Geistlichen, undt SchuelCollegen,
an die Fundation, zu verordnen, auch in camera mea[.]
19. Otto Gericke, wegen der Alemannischen, undt
Zieringischen wiederkaüflichen zinßforderungen.
Stehet auff Tractaten.
|| [[Handschrift: 202r]]
20. Freybergk will capitalia auß dem Cöhtnischen, in
den Bernburgischen Antheil einschieben. Wirdt abgewiesen, weil
es zum præjuditz meiner Patrimonialgelder, geraicht.
21. Milagio, noch vor seinem abzuge, zu senden, die
aufgezeichnete competentz: undt præcedentzsachen.
22. Siebe6 will ein bawbrawen haben, da er doch
ein gebawetes hauß, schon hat. Wirdt ab: undt
zur ruhe, gewiesen, weil es wieder die Jnnungsartickel!
23. Martin Tornaw, undt Stadtvogtt, sollen in
ihren injurien händeln, morgen gehöret werden.
24. Item: sol Tornaw, undt Schwartzenberger, in
der geklagten zehendtsache, gegeneinander gehöret
werden, durch Commissarien, alß hofmeister Ein-
sideln, Tobias Steffeck von Kolodey, undt den Amptmann.
25. Alten hofpredigerinn, (pro posse!) zu helfen.
26. Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt ein Deputat iährlich zu machen,
wenn er bey Mir ist, neben Futter, undt Mahl,
von 200 ReichsthalerRthlr: biß auf andere zeitten. perge
27. Er Marggravius, will 30 ThalerThlr: Steẅren
noch in diesem Antheil, vor angehendem landt-
TagßSchluß, auf Johannis, versichert wißen. Conceditur!
28. Fürst Augustus intimirt, daß ChurSaxen, undt der
Bischoff von Münster fordern mitt ehistem, die Vechtische
evacuation gelder, welche mehrentheilß, mir assigniret.
|| [[Handschrift: 202v]]
Jubetur! ie eher, ie beßer.
29. Teichmann, Panße, finden sich graviret, undt
dißputiren, die allte Steẅerrolle. Conclusio:
Man solle ihnen, helfen, nach genungsahmer revision
undt discussion, des moderirten quantj!
Darauf wardt malzeitt gehalten. Darnach
zogen meine Söhne, auf die hasen[-], undt Fuchsiagtt,
Paulus Ludwig, bliebe extra hieroben, undt
Nachmittags, gab es wiederumb, eine kleine Consultation[:]
1. Supplicatio des Forsters7 zu Lösewitz. Klaget
über den ziegelStreicher, wegen 30 ThalerThlr: so er,
wegen nicht innehaltung, seinem Juncker, zahlen muß.
Resolvitur ihn zur gedultt zu vermahnen, undt zu
weisen, biß hülfe sein kan, in des zigelstreichers
(alß eines verdorbenen hü<m>plers,[)] fahrnüße.
2. Der Raht sucht seinen abgang, undt
verenderung <auch abnahme>, der Rechnung. Conclusio: weil
Bürgermeister Tornaw, undt Beügke, einander gescholten,
kan man sie nicht recipiren, biß die Sache verglichen,
interim sol das vorige Mittel, continuiren.
3. Moderation des BierTaxes, wirdt gesucht.
Conclusio[:] ein par Monat, es ahnzusehen, ob die gerste
steigen oder fallen wollte? wie auch, ob interim
|| [[Handschrift: 203r]]
die allten Teẅren maltze, wol gehen möchten[.]
4. Benedix Friederichs Sehligen bruder Christianus kla-
get contra heitfeldt<undt
klaget contra> Johann Bergen Gerenrödische praetensiones.
5. Capittul zu halberstadt, klaget contra heitfeldt,
undt hoym. Jtem: hejtfeldt, contra Krosigk8, heitfeldt
Contra Stammer, die Miehische landtter[b]en, contra die
lehensfolgere, gegen den 27. Jan<uarij> (gebe gott) vorzunehmen.
Jtem: So klagen: Rahtmeister contra Miehen Gallatin[?]9
erben zu Töndin[?]<nach Tondorff>, contra Obrist Werder.
6. Wieterßheimische, undt Krosigkische, be-
leyhung, ist angestellet, auf den 11ten: Januarij;
7. Nettelbegk, undt Jehna vergleich, mitt ehistem.
8. Feldtscherer, zu privilegiiren, daß
er möge herberge hallten, alß ein Gastgeber.
perge
9. Dem Tecklenburgischen Gesandten, Travelmann,
seine 500 Assignirte ReichsthalerRthlr: in bereittschaft,
zu halten.
10. Rhejnschmidt, pfarrer zu Poley, scandala zu coerciren.
11. hecklingen, kirche, undt pfarrbaw, erinnern.
12. Hesium alhier zu behalten, im PfarrAmptt.
perge
13. Molweide undt Panße streitt, zu vergleichen.
14. Provision hauß, wieder in ordinem, zu redigiren.
15. Fundationzinßen, inngleichen.
16. Erbgerichte, undt Polizeyordnung, zu versichern.
Von Jehna auß Zerbst schreiben bekommen, mit beylagen,
auß Polen, da zu Leßna collecten gesucht werden, zur
erbawung einer neẅen reformirten kirche,
dieweil die Pontificij, die andere einziehen wollen,
Jtem: von Speyer, in Kohlmanns sache, aldar
der proceß, aufgehalten wirdt. perge
Meine Söhne, haben heütte geiagt, im Dröblischen
holtze, undt 6 hasen gefangen.
Samstag♄ den 18. December 1652.
J'ay envoyè Tobias Steffeck de Kolodey à Ballenstedt. Dieu, le conduy[se.]
Jtem: üne autre depesche, á Halle, que Dieu prospere!
Fertzschius ist bey mir gewesen, pour me payer.
Der Amptmann Reichardt, undt Philipp Güder, haben
Wolfgang Sutorius per le sue furbarie, in die cuhr genommen, undt
mir darvon undterthänig referiret.
Walwitz ist wieder forth, nacher Deßaw et cetera[.]
Jch bin von der Universitet Wittembergk, sehr
vexirt, undt geplaget worden, wegen wiederkaüflichen zinßen[.]
heütte wehre baldt, ein groß unglügk alhier zu
Bernburgk, wieder endtstanden, in deme zwo
arme weiber, vor der Mühlstube, am herdt
eine Suppe gekocht, das feẅer hat die darneben
liegende Spähne ergriffen, angezündet, undt
|| [[Handschrift: 204r]]
das Feẅer, biß an daß Strohedach gebracht,
welches Gott lob, noch baldt gelescht worden,
wiewol wegen des eyses, nicht eben das waßer
so füglich in eil zur handt sein können, als sonsten.
Das Strohdach, ist auch mit Schnee bedegkt
gewesen, undt das stille wetter, seindt die
Mittel gewesen, durch welche Gott der All-
mächtige diesen angedroheten großen schaden,
undt abbrennung der mit schwehren kosten
in etwaß neẅerbaweten Mühle, abgewendet.
Jhm seye lob! undt dangk gesagt, vor seine gühte,
Er wolle unß ferner gnedig sein, undt vor allem
unheyl, undt unglügk, gnediglich, und väterlich bewahren.
Jn die kirche vormittags, aufm Sahl, da
der Superintendens, geprediget.
Extra zu Mittage, den Schafgotzsch,
undt andere gehabt, auch mit dem Superintendenten conversirt.
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat heütte, (ohne mein vorbewust
undt einwilligung, dem vorigen stylo zuwiederb)
ihren Beichtvatter, herr Otto von Alßleben, laßen
anhero, auf mein hauß kommen, zur beicht, undt morgenden
communion. <On allonge, de plüs en plüs, ses griffes, au Regime.>
Mit meinen Söhnen, in die Nachtmittagspredigt, Ern Ionij.
Schreiben von halla vom Maximilian Wogau mit 16 großen vögeln.
Meine Freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, hat heütte, auf ihre
luttrische arth, mit den Töchtern, communicirt.
Gott wolle die irrenden, bekehren! undt wieder
auf rechten weg, führen!
Daß es in Frangkreich, ie mehr, undt mehr, ad extrema
kömptt. Der Printz von Condè, ist vom Könige in Spannien,
zum Generalissimo, über dero Arméen, erklähret,
wendet sich nach Burgundt, undt thut große progreß.
General Turenne, ist durch den General<Cardinal> Mazzarinj, sehr
verstärgkt, allein der printz vermeint ihm wol bastant zu sein
undt hat sich vernehmen laßen, er wehre dem Könige in
Spannien, so hoch verbunden, daß er sich nicht a part accommo-
diren könne, ohne schließung eines general Friedens,
zwischen Spannien, undt Frangkreich.
cAuß Hollandt ist wenig zuberichten, der Sommer ist numehr Vorbey
die große flotta hat wegen contrarj windes nicht aus lauffen können
haben also die Engelländer diesen Sommer den größten Vortheil erhalten.
Jn Engellandt mögen die sachen so klar nichts sein alß man gemeinet,
dann die Priester sambt den Schottischen Prædicanten einig Vnd nebens
den gemeinen Mann nochmalß nach einem Könige Verlangen.
Jn Pohlen ist man in großer furcht wegen der Coßacken, Türcken
Vndt Tartarn darumb auch der König sich nach Lettau begeben,
zumahl besorget wirdt, es möchten die Schweden ihre izige
|| [[Handschrift: 205r]]
Armatur wieder Pohlen gebrauchen.
Am 2. December haben Keyserliche Mayestät perge zu Regenspurg dero
Einzug sehr stattlich gehalten, vnd seind Von Chur Mainz[,]
Cölln vnd Trier, wie auch Vor dem Bischoff zu Regenspurg
Vnd Paderborn, sambt dem Abt zu Fulda sehr statlich
eingeholet worden. Ob Chur Sachsen vnd Brandenburg
dahin reysen möchten, wird sehr gezweifelt. Man
höret gar nichts, was Chur Bayern thuen will, Churpfalz
aber ist mit dero Gemahlin Vor 8 tagen aus Heydelberg mit
großem Comitat nacher Regenspurg abgereiset, Es hat
zwar die proposition auf den 8. dieses [Monats] beschehen sollen,
alleine man hat noch Viel mit den Visiten zu thuen gehabt,
Vnd haben alle Churfürsten vnd Stände bey Kayßerlicher Mayestät au-
dienz erhalten. Der Bischoff zu Basel mit den Schwei-
tzern, sambt dem Elsaß vnd Regierung zu Brüsach, auch Statt
Straßburg haben ein defensions werckh vff 15000 Mann
beschloßen, laßen starckh werben wieder die Jenige, welche
etwan sich an ihnen Vergreiffen oder mit gewalt einquartiren
wollen. Jn Spannien leßet der König sehr große kriegsrüstungen
machen, ob es wieder Portugal oder einen andern orth angesehen
kan man noch nicht wißen. Man hat nun über 14 tage
alhier zu Erffurt neben den Jacobsstab an dem himmel einen großen
bleichen stern mit strahlen umbgeben gesehen, welcher Viel ge-
schwinder als andere fort laufft, Ezliche halten ihn Vor einen
Cometen, nimmet seinen lauff von hinnen gleichsam gegen Nürnberg.
Was Gott darmit anzeigen will, sonderlichen, weil sich auch ein
stern am tage, als die ChurFürsten bey Keyserlicher Mayestät in Prag
gewesen, sehen laßen, wirdt die zeit lehren.
dMein Sohn Victorio Amadeo, hat eine wilde Ganß
geschoßen, baldt nach der Mittagsmalzeitt, in Borniker Awe.
Der luttrische Priester, ist nachmittagß, wieder
forth gezogen, undt nacher Alßleben. Sein Jungker
Krosigk unser gewesener page, hat sich neẅlich gebalget
mit einem Zigesar, unerachtet seines lahmen arms.
Schreiben von Croßen, Dreßen[!], Leiptzigk, halla.
Tobias Steffeck von Kolodey ist von Ballenstedt wiederkommen.
Die Leiptziger avisen bringen:
Daß die Türcken, Tattarn, undt Cosagken, abermal
feindlich in Polen, undt Littawen, einfallen wollen,
undt das man sich, wieder sie rüste. Ein vornehmer
Medicus, hette stattliche proben, am Königlichen hofe,
undt sonsten, in der pest zeitt gethan, solche
Seüche, zu curiren, an vornehmen, undt schlechten leütten.
Doctor Paulitz heißet derselbige Königliche leibmedicus
so auch den General Hubaldt, (nechst Gott,) beym leben,
erhallten. Die Tartarn, laßen ihnen in die 100000
peltze machen. Der iunge Chmielinßky, hat seine
Brautt, <weil man ihm die Festung Gnotsin10 nicht einreümen wollen> dem hospodar, in der Wallachey11 wiedergeschickt[.]
Zu Krakaw, schreibt man an itzo, seyen 50000 Men-
schen gestorben, die Königinn, hat 30000 Gulden (florenus)f: den armen
zum undterhalt geschicktt.
Jn Ungarn, undt zu Venedig, wirdt auch armirt.
Die Schweden, haben ein auge, auf Polen.
Der König in Dennemarck fortificirt Coppenhagen,
undt andere Meerport.
Der NiederSäxische Crayß, armiret.
Die lottringher liegen noch, in den Jülichischen
landen, undt in dem Reich, von Aacken.
Jm Elsaß, Schweitzerlandt, Stift Basel, undt
Straßburgk, wirdt auch ein Defensionswergk verfaßet.
Jn Frangkreich, continuiret die unruhe. Printz
von Condè, ist Königlich Spannischer Generalissimus.
Es continuirt, waß darvon, in den Erffurter avisen,
stunde, undt von dem Cardinal.
Admiral Tromp, sol die Englische flotta geschla-
gen, undt den Admiral Blake, biß in die Tämis
geiagt, auch etzliche schöne Schiffe bekommen,
theilß ruiniret, gleichwol auch darbey etwas
eingebüßet, aber dennoch, die Victoria erhalten haben.
Er hat nur 20 Schiffe, bey sich gehabt, undt
darmitt 40 der wiedrigen, angegriffen.
Man schreibet von einer alliance, offensive
undt defensive, zwischen den Staaden, undt
Frangkreich, Dennemargk, Schweden, Schotten. perge
Der Kayser, König, undt die Churfürsten,
seindt stattlich eingezogen, undt empfangen worden,
zu Regenspurgk. Die proposition sol nach den
FeyerTagen, geschehen.
Pfaltzgraf Ruprecht, tummelt sich noch in der See.
Die Holländer helfen ihme, hat 15 Schiffe, in der See.
Spannien continuirt seine Victorien, undt Progreß,
hin: undt wieder, in Europa.
Jn Böhmen, auf dem landtTage seindt dem Kayser
600000 Gulden (florenus)f: undt die fernere verpflegung der
einquartirten völgker, bewilliget.
<Käldte.>
J'ay acheptè ün Alzan[!] de Thomaß Preüßer,
pour 60 Dalers. Dieu me donne bonne fortüne!
Cantzler Milagius, ist anhero kommen. perge
Jch habe ihn, mit Mir eßen laßen, zusampt Schafgotzsch,
postea aber, in gnaden, ihn dimittiret, auch glügk
undt heil zur rayse nacher Regenspurg gewüntzschet.
Mittwoch☿ den 22. December 1652.
<Käldte.>
<11 große vogel Muschwitz.>
Die große kälte continuiret noch etzliche Tage hero[.]
Victualien, von Ballenstedt, ankommen.
Hier Milagius disoit, comme ie luy remonstray, qu'a
nostre Diete Provincialle on nous auroit prejüdiciè
entr'autres, en l'exclüsion d'ün poinct, des
sübsides, en cas de necessitè notoire, il repliqua:
<1.> Que ce poinct, n'estoit pas bien decidè encores,
(comme si üne chose notoire auroit besoing de
decision, ou explication?) 2. qu'il n'estoit encores
iamais venü en consideration, Voire refüsè au
Prince Augüste, lors qu'il l'avoit recerchè[!], en la
|| [[Handschrift: 207r]]
rüine de la Tetrarchie de Zerbst. Cela peüt
estre en quelque façon, mais pour cela l'obligation
de l'an 1611 n'est pas aneantie, & le devoir
des sermens de fidelitè jürèe aux hommages
& aux vassallages, le monstre clairement,
qu'il faut contribüer biens, & sang, a l'honneür
& au service de son Prince. Aussy ont ils
beaucoup contribüè, au Prince Augüste, &
au Prince Louys, & basty leurs chasteaux.
A moy, ils donnerent 500 Dalers, l'an 1636
en la ruine d'alors, s'excüsans, de m'avoir
assistè de si peü de chose, a cause de leür disette.
Que leur devoir seroit plüs grand. Voyla
desia ün prejüdice!
Donnerstag♃ den 23. December 1652.
<Windt. Käldte.>
Ein stargker Sturmwindt, diese Nacht, hat nicht
allein, an unsern Fenstern, rumoret, Sondern auch, dem
Bürgermeister Sehsen, an seinem hause, da Unser Magister Menzelius
schläfet, Carl Ursinus' itziger informator, ein groß theil eingeworfen.
Addreßen von Zerbst 1. wegen Travelmanns, gelder,
so er nach Teckelnburgk, überbringen soll. 2. wegen einer
Nebenjnstruction, so den Gesandten, nach Regenspurg mittzugeben.
3. wegen der abermahligen Abordnung, nacher Krannichfeldt. perge
Doctor Fischer, ist bey Mir gewesen. Undter andern, haben
wir geredet, von dem Neẅen Stern, welcher vor-
gestern abendt, vergangen, undt ohngefehr Neün
Tage, am himmel gestanden. Er sagt: Fürst Augustus
vermeinte in einem brieflein, vom 20ten: huius:
Jhre Gnaden hetten sich, circa septimam horam
serotinam, darnach umbgesehen, undt den Stern, genaw
über dem Sidere Algol erkennen können, der herr vetter
befahre, er seye durch das Caput Medusæ, gelauffen,
undt wo er die Andromedam erreichet, darinnen ver-
leschen. Circa decimam hernach, schreibet Fürst Augustus,
seye es tungkel, das man für den exhalationibus
nichts wol mehr anmergken können, ob er, ex lepore,
oder Eridano, (wie herrvetter vom 9ten: diß [Monats], observirt)
endtstanden, stelle er dahin, undt gebe es andern,
zu dijudiciren, welche numehr baldt damitt dörften,
sonder zweifel, hervor kommen. Etzliche wolten gerne,
es wehre eben der Stern, welcher sich neẅlichst
zu Prag, (inusitato miraculo!) über dem hause,
am hellen lichten Tage, hat sehen laßen, wie Kayserliche
Mayestät von Chur Sachßen, seindt begastet worden.
Jn Meißen, seindt die Bergkwerge, in großem
auffnehmen, undt außbeütte. Finden viel roht gülden
Ertz. etcetera etcetera etcetera
Bürgermeister Tornaw, ist bey mir gewesen, sich zu excusiren.
Briefe von Meinem Bruder, auß Siena.
Item: von Deßaw, mit Schwein[-] undt Rehewildpreth,
umb die bezahlung.
Doctor Fischer ist heütte, zu glück, von mir beruffen worden,
Sintemahl er bey Peter heldts, des Schmidts12 hauß,
vorüber gegangen, undt gesehen, in dem Sie embsig
gearbeitett, daß die Funcken, ins dach, geflogen,
undt daßelbige angezündet, worüber ein großes
unglügk hette endtstehen dörfen, welches er mit
mühe, undt vorsichtigkeitt, abgewehret, Gott
lob, undt dangk! bey dem großen winde, da die
Strohedächer alle, sich hetten vorm berge, anzün-
den dörffen, undt großen schaden thun. perge
Fürst Augustus, hat 26 wagen, mit holtz, von Wolfen
auß, laßen über daß eiß alhier gehen, in einer
Rotte, darnach, seindt annoch 62 wagen darauf
gefolget, auch von Wulfen auß.
<1 Hase, Abraham von Rindtorf[.]>
Schreiben von Deßaw, vom Travelmann, wegen
beförderung einer guten expedition nacher Tecklemburg[.]
Jtem: supplicationes wegen des Fleischtaxes.
Jtem: zweene addreßen nacher Plötzkaw, in publicis.
Amptmann Georg Reichardt bey Mir gewesen, postea: Bürgermeister Tornaw.
Nachmittagß, in die vorbereittungspredigt, welche
Er Mencelius gehalten, cum filijs. Gott laße uns
mit Andachtt, undt hertzensbewegung, der himmlischen
Seelenspeise, genießen! undt Theilhaftig werden!
Samstag♄ den 25. December 1652. ChristTag.
Thauwetter, nach voriger Tage, harttem Froßt.
Mit meinen Söhnen, zur kirchen, in des hofpredigers
Mencelij predigt, undt communion, mit meinem
Elltisten Sohn, <in feiner frequentz> gehalten. Gott seye dafür gelobet,
undt mache unß ferner, zu würdigen, undt ewigen
Tischgenoßen, in seinem himmelreiche!
Extra zu Mittage, neben Schafgotzschen, Fraw
Rindtorfinn, den iungen Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Es hat heütte geregenet, <iedoch nicht viel.>
Nachmittag, wieder in die kirche, cum filijs, & nobilibus,
da dann Er Mencelius, wie heütte vormittags wieder ge-
prediget, undt den Text, explicando, continujret.
<Reiff. Froßt.>
Vormittags, habe ich, aufm Sahl laßen predigen, Ern
Hesium, welcher eine gelehrte, schöne predigt gethan.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, der Schafgotzsch[,]
iüngere Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey[,] Hesius.
Nachmittags wieder cum filijs in die kirche, undt predigt
<Jonij.>
Die Erffurter avisen, bringen: daß der Schwedische Gesandte, Graf
Ochßenstirn, zu Prag dißgustiret, wieder nach Schweden
zu, gehe, undt daß daselbst, werbungen obhanden seyen!
eJn Dennemarckh will man ferner nicht trauen, der König hat noch etliche
Stück geschüz vndt Viel Schanz körbe nach Cronenburg bringen laßen, Vnd
in Dennemarckh wirdt Viel geldt zusammen gebracht, Vnd dar Von weder
Geistliche noch Weltliche, auch kein Beambter befreyet.
Allem ansehen nach hat man in bevorstehenden Sommer in Pohlen
einen schweren krieg, dann gewiß ist, daß die Cosacken[,] Türcken
vnd Tartarn große kriegespræparatoria machen.
Zu Regenspurg ist man mit den Visiten annoch geschäfftig,
Vor dem Neüen Jahr soll die proposition nicht geschehen, vnder-
deßen kommen täglich mehr Gesandten dahin.
Jn dem Elsaß seind die Stände sehr geschäfftig, ihr defensions-
wesen schleinig werckstellig zu machen, vnd ihre Völcker zusam-
menzubringen, aus beysorge, daß die Spannischen oder Lotringischen
Völcker in dem Elsas winterquartier, auch recruiten zu nehmen
sich vnterstehen möchten, sonderlichen, weiln der General Turenne
sich sehr Verstercket, vndt den Printzen Von Conde schon ezliche örter
wieder abgenommen hat. Zu Breßlau befinden sich Viel
Pohlnische Officirer, welche nit allein starck werben, sondern
auch alle munition vnd waffen weg kauffen, auch bereits grosse
quantiteten fortgeschicket, dann in Pohlen große furcht, Weil
der Türcke dem Könige den frieden aufgekündiget.
Dantzig, den 1. ⁄ 11. December
Der Königliche hoff befindet sich annoch zu Lebez, wartet nur
auf größere kälte fortzureisen, worzu 500 fuhrwagen
bestellet, die hofhaltung fortzuführen, sonst muß Mann
vnd pferdt nothleiden, Vnd hunger sterben.
General Chmielinzky hat wiederumb 30000 Tartarn bey
sich vnd einen anschlag bey anfallenden frost, worzu er
damit die Völcker nicht erfrieren, über 100 mille Pelze
machen laßen, vndt ihnen nochmalß alle schaffelle
|| [[Handschrift: 209v]]
zugeführet werden, hatt sich gegen des Königs Commissarien
mit hochmüetigen wortten herauß gelaßen, wan ihm
der König nicht wolte laßen bey den vnter Berostezko
geschloßenen frieden, So solte er thuen was er wolte, Er
fürchte sich gar nicht, deßwegen der König beschloßen, die Ex-
trema wieder ihm Vorzunehmen, Vnd ist gewiß, daß der Türcke
dem Könige in Pohlen den Frieden aufgekündiget, maßen
gewisse nachrichtigung erscheinet, daß sowol die Coßagken
vndt Tartarn, alß die Türcken überauß große kriegs-
rüstungen machen, Jhre grenzen starckh besezen, auch öffters
herüber in Pohlen streiffen perge
Risposta von Fürst Augusto undt dero Gemahlin, Liebden gratulando
zum Neẅen iahr, darneben, hatte der herrvetter, ein ei-
genhändiges zettelein, eingeleget, mit nachfolgenden
gantz beweglichen wortten, undt beschreibung,
Jhrer Gnaden, zustandts, darbey Sie Gott, die ehre gaben, also:
gGott vnserem treüen himmlischen vatter zu lob vnd Ruhm berichte
Euer Liebden Jch hiermit, daü ich etliche tage mit dem Stein hart beschweret
geweßen, daß auch die Vrinen, mit lob, wie eine lauge ausgesehen, vndt
nach dem ich diese nacht was geruhet, ist heut vmb 7 uhr ein zimblich harter
schmertzlicher stein (halt von der Vrin) geferbt, weggangen, dieweil sein aber
mehr vorhanden zu sein verspüret worden, vnd mich fast zum waßer gedrungen
haben sich die genge mit großen schmerzen versezet, daß in 2 stunden kaum
ein tropfen alß geblüt gangen, worauf ich gesehen, daß den gengen müste
geholffen werden, vnd mit eüßerlichen auflegen vnd reinigung etwa ein
3 oder 4 löfel gunderman waßers mit wein gebrandt getruncken Vnd
mich darauf nider gelegt, hat noch etwa eine ½ stunde michs sehr ge-
dringet, da ich Salva Venia im gange fühlen können, wo es angestanden,
worauf ich in beysein meines Sohns Lebrechts aufgestanden, Vnd den Vrin
laßen wollen, aber Vergebens, biß ich Gott mit einem vertraulichen
seuffzen vnd munde zu helffen angeflehet, So seindt sobalden
|| [[Handschrift: 210r]]
2 dergleichen, wie vor, ins becken gesprungen, daß es geklungen
mit einer zimblichen notturfft braunen vrin, vndt also
dißmahl, Gott sey die Ehre, liberiret worden, Halleluja.
perge
hDen Amptmann, undt Philipp Güder, bey mir, gehabtt.
Jean Moutarde est revenü, Dieumercy!
Briefe von Croßen, Breßlaw, Halle, undt Leipzig.
Diesen abendt, haben meine kinder, im spielen
auf meinem Sahl, sich ergetzt, <avec les Nobles.>
Paulum Ludwig bey Mir, gehabtt.
Die Avisen gestern, confirmirten des Admirals Tromp
Victorie, wieder die Engelländer, undt daß er ihren Admiral
Blake, in der Tämbß, besetzt hette, also: daß kein Schiff, auß
oder einkommen köndte. Man hette noch mehr schießen gehöret.
Die alliance zwischen Franckreich, Schottlandt, Staaden,
Dennemargk, Schweden, würde befördert.
Der Kayser, wehre zu Regenspurgk, stattlich eingezogen,
undt beneventiret worden. Jhre Mayestät aber, wehren sehr
unwillig darüber, daß so wenig Fürsten, undt Stände,
ankommen wehren. Die proposition, solte baldt nach den
ferien, geschehen, undt die zeitt würde mit visiten, zugebracht.
Jm Elsaß, Schweitz, undt Oberlande, gehen die werbungen,
undt Defensionsverfaßungen, stargk forth, wieder Spannien, undt
Lottringhen, auch wieder der Printzen völcker.
Jm NiederSäxischen Krayß, rüstet man sich auch, zur
Defension, vielleicht Dennemargk zu assistiren.
König in Dennemargk versichert sein vfer, undt
Festungen, mit volgk, geldt, proviandt, munition, undt Schiffen.
Königinn in Schweden, wirbt ebenmeßig. Jhr
Gesandter, hat gleichwol zu Regenspurgk audientz
gehabt, ob man schon zu Prag, Graf Oxenstiern, nicht
admittiren wollen, dieweil derselbe allzu pompose aufgezogen.
Die Türgken, Tattarn, Cosagken, præpariren sich, zu
einem grawsahmen kriege, in Pohlen. Man macht
sich aber auch gefaßt, ihnen zu begegnen.
Die venezianer, armiren zu waßer, undt zu
lande, unangesehen ihrer tractaten, mit den
Türgken. Die Generalln in Candiâ, La Riva,
undt Gil de haaß, zweyen sich, von wegen des
commando, undt daß dieser, wieder deß
andern willen, einen unglücklichen außfall,
auß der Festung Candiâ gethan.
Der hospodar in der Wallachey, sol
dem großen Cham[!] in der Tartarey, vier Pollen
verrahten haben, deren einer vielen Christen
durch unbekandte wege, durch geholffen, und
auch seinen dreyen gesellen, so Edel gewesen. Sie
seindt aber alle viere, iämmerlich gespießet worden,
|| [[Handschrift: 211r]]
nach dem Sie der hospodar, dem großen Cham[!], gelifert, undt
der hospodar in der Wallachey, hat solche unchristliche
That, dem Könige in Polen, avisiret.
Der König in Polen, ist in die Littaw, verrayset,
mit der Königinn, undt hofstadt.
Jn Frangkreich, continuiret die unruhe, undt enervi-
rung beyder Theil, da baldt dieser, baldt iehner Theil
undter den partheyen, die oberhandt behelt, undt
der Cardinal ist, bey der Königlichen armada, des
Visconte de Türenne.
Jn Jtalien, seindt die meisten Printzen wiederumb
gut Spannisch, undt wieder Franckreich, alliiret.
<Der> König in Portugall, hat eine flotta, von 40 millionen
werth, an goldt, Silber, Edelgesteinen, zugker, Speze-
reyen, undt andern wahren, auß Jndien bekommen.
Seine sachen aber, stehen gefährlich, dieweil ihn Spannien,
(nach eroberung Barcelonna, undt gantz Catalonien,)
mit Machtt, ahnzugreiffen, gedengket, undt nu-
mehr, beßere Mittel, darzu hatt.
Jm vorrath, geschrieben, nacher Croßen, hanover,
undt Kayserslauttern.
Den hofmeister Einsidel, mit Rindtorf, in einer
Schuldtsache, durch commission componiret. Die
Commissarien, wahren: der Amptmann, Georg Reichardt undt
Tobias Steffeck von Kolodey[.] Gott gebe, pacifica consilia!
Walwitz ist von Deßaw wiederkommen.
Mein Sohn, Viktor Amadeus hat 2 hasen einbracht, undt
eine wilde katze.
Mein kammerdiehner, Ludwig Röber ist auch von Deßaw, wieder
kommen, nebst Oberlendern. perge Gott gebe überall succeß!
Er hat mir ein Rehe mittgebracht, zur Neẅen Jahrs,
verehrung, undt einen brief von Meiner Schwester Liebden
wie auch, vom Freybergk, welcher gestern, mit
Cantzler Milagio, nacher Regenspurg alß unsere Abge-
sandten, forthgereyset, dem großen ReichßTage
beyzuwohnen. Gott wolle sie geleitten! undt
alle wolgemeindte consilia, gesegenen!
Avis von Plötzkau daß mein Bruder, Fürst Friedrich zu
Venedig, seine ferien helt, undt baldt nacher
Genff, kommen will, welches zwahr nicht, der
gerade weg, nach Regenspurgk ist.
Jtem: d'üne bonne metamorphose Nepotiale,
que Dieu Vueille fortüner! conserver, & benir!
Die Berner, sollen in großen schaden kommen,
wegen vernichtung, undt abschlag ihrer Nachge-
müntzten Batzen, in Frangkreich, undt sonsten.
Die pogken, oder kinderblattern, regieren, undt
graßiren, noch gar sehr, zu Deßaw, undt Cöhten.
Gott steẅre ferrneren landtStrafen!
Jn publicis, undt Privatis, habe ich travaglijret.
Superintendens Raumerus, hat mir Ernst Rheinschmidt
vorgeschlagen, zum Pædagogo, vor meinen Carl Ursinus secundogenitum.
Mais i'ay dés graves considerations, pour cela!
Travelmann hat sich præsentiret, umb
der Bentheimisch Tecklenburgischen Ehegelder willen. Darnach
ist er, nacher Plötzkaw, gezogen. perge
Victualien von Ballenstedt, undt aviß:
daß mein alter Schegke, gestern, auf ebener
erde, vf die lincke seitte, niedergefallen,
undt das lingke hinterbein auß dem würbel,
gefallen, stehet auf 3 beinen, Jst schwehr, zu curiren!
Jtem: das auf dem Quedlinburger holtzwege einem
knecht, der Schengkel, zweymal entzwey
gefahren werden.
Jtem: das ein weib in Quedlinburgk nur zwey
stuffen hoch, von der Treppe, ins hauß, gefallen,
undt MauseTodt geblieben. Jst also
ein unglügksehliger böser Tag, (viel-
leicht auch anderstwo), gewesen.
Gott bewahre vor mehreren bösen zu-
fällen, unheyl! unglück! undt verderben!
Freitag♀ den 31. December 1652.
<3 hasen.>
Mit Hanß Ernst von Freybergk, welcher allhier im
gasthove liegt, habe ich tractiren laßen, wegen
eines freyen guts, so zu vererben. Er hat es zimlich
difficultiret, da doch, sein Mittvormundt Erlach,
darzu geneigt gewesen. Tobias Steffeck von Kolodey hat
mein anbringen, (so gestern Schwartzenberger
gethan) wiederholet, undt er der Freybergk
hat daß Podagra bekommen. Gott helfe ihm!
Extra zu Mittage, Doctor Fischer, gehabt, undt Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Si sono scoperte stranj cose, nel Gyneceo. Jddîo ammo[l]-
lisca lj petti, di duro marmo!
