<10 Räphüner, 2 waßerSchnepfen von Eichenzelle.>
Schreiben von Wolfenbüttel, vom hertzogk Augusto,
das dero herrn Sohns gemahlin, niederkommen,
undt mit einer iungen Tochter erfreẅet,
er also zum Großvatter gemacht worden. perge
Gott erhalte ihm, seinen Segen!
Nachmittages, haben wir im Grähnischen
pusch, geiaget, undt einen Fuchß gefangen.
Post von Ballenstedt, con ghiribizzij et cetera
Post von Eichenzelle, in terminj ristrettj.
<Schnee.>
Am heüttigen BehtTage, in die kirche, cum filijs.
Nachmittags haben meine Söhne, in der Schlittenfahrt,
sich probiret.
Jch habe, in gewöhnlichen occupationibus,
alß Regierungs: Polizey: undt Oeconomischen
sachen, auch Theilß correspondentzen, die
zeitt, zu vertreiben, gehabtt.
Eine Fuhre, nacher Magdeburgk bestellet, mit
etwas getreydig. Gott gebe, zu glücklichem succeß!
Nacher Croßen, geschrieben.
Donnerstag♃ den 3. Februarij; 1653.
Depesche, nacher Zerbst undt Deßaw.
Aviß extraordinarie auß hollandt: daß der herzog
von Lottringhen, den herren Staden in 2 kleine Städtlein
bey Hertzogenpusch gelegen, feindtlich eingefallen,
worauf die herren Staaden etzliche 1000 Mann, verordnet,
den feindt mit aller macht, wieder außzutreiben.
Dörfte einen bösen handel setzen.
Am FreyTag, den 24ten: Januarij, (stilo novo) hat
man zu Leyden, an einem Freitag♀ drey Sonnen, am himmel
gesehen, alß auch eine gantz Feẅrige handt,
haltende eine Ruhte in den Mondt, waß der Aller-
höchste damitt andeütten will, ist ihm alleine
bekandt.
Zwischen den Engelländern undt holländern, ist iüngsthin
ein stargker Scharmützell, zur See vorgangen,
undt haben die holländer oben, die Engelländer
aber undten gelegen, so seindt auch die Engelländer
in einen hafen getrieben, worinn sie noch dato
liegen, den 18. ⁄ 28. Januarij; die holländer aber, spielen den
Meister, zur See, undt ist kein Englisches Schiff, fast vf der Seekandte
zu verspühren. Dennoch, wollen die holländer, mit den
Engelländern, Friede, undt alliance zu schließen,
(wie etzliche schreiben) sich bemühen. perge
<Kalter SonnenSchein.>
Mein leibroß, der Fuchß, ist heütte treflich
wieder, in die Schwehre Noht, gefallen,
Jst schade, umb das schöne pferdt!
Rechnungen durchgesehen.
<Frost. Kälte. Sonnenschein.>
Victualien von Ballenstedt, bekommen.
A spasso, in die Mühle, in gartten, undt alibj.
Unsere leütte, seindt von Magdeburg glücklich wiederkommen.
Il y a eü, tout plein de füsèes a demèsler. Pacience!
<Kälte. Froßt.>
Magister Enderling, hat unß auf dem Sahl, geprediget.
Extra zu Mittage, gehabt, (nicht allein den Schaf-
gotzsch alß numehr ordinarie extraordinarium)
die Fraw Rindtorfinn, den CammerRaht,
Doctor Mechovium, Magister Enderling etcetera etcetera
Man höret, von vielen, undt Seltzahmen
Prodigijs, alhier herumb, in vicinia, zum
Saltze, undt alibj. Gott laß es nichts böses bedeütten!
Avisen von Erffurdt: das der König in Ungarn,
undt Böhmen, zu Regenspurg gewiß soll Römischer König werden,
|| [[Handschrift: 237r]]
undt das man des Churfürsten von Saxen persöhnlicher
erscheinung, gewärtig.
Chur Pfaltz, wehre mit Chur Bayern, in dem
præcedentzStreitt, verglichen. Sonst gebe es
viel competentzdissidia.
Schweden, wehre wegen des suffragij undt
der session, dermaßen abgewiesen, (weil es
Pommern, nicht restituiret) das auch der graf
Oxenstiern, alle nach Regenspurg gesandte
mobilien abholen, undt seinen rügkweg
nacher Wißmar, præpariren leßett.
Jst also, ein Neẅer krieg, zu besorgen!
Die Staaden suchen eine alliance, sowol
bey Schweden, als bey Dennemargk, geschehen.
Die Stadt Brehmen, ist in gefahr. Dann die
Schweden instigiren heimlich, den Graven von
Oldenburg zu werbungen, interim: suchen sie,
die Stadt Bremen zu begühtigen. Eßken
ist darinnen, undt Königsmargk vigilirt
Sie zu bezwingen, mit lieb, oder mit leidt.
Dennoch, hat ihnen, der Kayser, (nach publicir-
ter Acht), einen salvum conductum vergönnet.
Admiral Tromp, sol wiederumb, etzliche reichbeladene
Engellische Schiffe, erobert haben.
Auß Candia, ist Gil de haaß, malcontent
undt dißgustirt, zu Venedig ankommen.
Nachmittags, mit beyden Söhnen, undt
zweyen Töchtern1 in die kirche, undt predigt Jonij;
J'ay envoyè: Tobias Steffeck de Kolodey a Plötzkau: 1. pour la condoleance
de Düc de Lignitz, & enqueste de son enterrement.
2. pour l'expedition dès Ambassadeurs envoyèz a la Contè
de Schwartzburg 3. pour l'affront, que ie crains,
en Holsace, de la vente de mes joyaulx,
dèsgagèz, & rengagèz de Madame sans mon sceü.
4. pour l'incommoditè que Schafgotzsch m'attire.
Ad 1. Tout a estè bien prins, & ma propre
passion, en la perte d'ün tel amy, considerèe.
On m'a assecürè, que le Prince Iean George,
y iroit, ainsy nos rangs, pourroyent fort
bien estre remplacéz. perge ad 2. qu'hier
les Ambassadeurs (nonchalents a èscrire) seroyent
revenüs personnellement, & deposeroyent
leurs relations, <de la Possession prinse> plaignans le grand
dèsgast & ruine, par le feü a Rudelstedt,
& <de> tous les actes, de la Chancellerie.
3. Que l'arrest, que ie cerchois, icy en ce
|| [[Handschrift: 238r]]
Pays, aux deniers matrimoniaulx, que l'on
doibt dèsbourser, entre cy, & la Saint Iean, au Duc Friderich
de Hollstein Norburg n'estoit pas a conseiller, ni a
l'Honneür de la mayson, veü, que la femme, ne
devoit souffrir, pour le mary; mais que moy,
& ma Femme pouvions recercher, envers luy
le Prince Auguste son intercession, a l'endroict, dü
Düc Friderich affin de le divertir, de la Vente
honeüse de mes joyaulx engagéz.
Ad. 4. qu'il souhaitteroit, que ie conten-
tasse Schafgotzsch, mais ne pouvant le
faire, il falloit enfin, qu'il se con-
tentast commes les autres, avec l'es-
perance a l'avenir!
On tient, que l'Electeur de Brandenburg
vendra sa nouvelle Principautè de
Halberstadt, en ses grandes necessitèz,
& disette d'argent. Il demande selon
le dire d'aulcüns, 40 tonnes d'or, ce quj
seroit prou, d'autres disent: 16 & que l'on
luy a desja, offert: 14 qu'il ne veut
accepter. Le temps nous en èsclaircira!
<Frost. Käldte.>
Commissiones angeordnet, 1. Ratione Gravaminum
in der Stadt, damit dieselben. zu erledigen.
2. Ratione der fuhrleütte, welche die Krosigke
zu Erxleben, gepfändet, darumb das
Sie über ihre ägker, den oberweg gefahren,
Sie aber eine landtstraße darauß machen wollen.
Licentiat Keppe, ist, bey Mir, gewesen, undt
hat relation gethan, von seiner verrich-
tung, in der Grafschaft Schwartzburgk.
Jst auch darnach wieder forth, dieweil
das grundteiß gehet, undt er sich befah-
ret nicht wol über die Elbe zu kommen.
Risposta von Zerbst, undt Deßaw, bekommen
sampt relationen von Regenspurg undt
andern orthen.
Schreiben von Croßen.
Die Avisen bringen: daß der Prince de Condè,
etzliche Turennische Regimenter geschlagen.
Daß der Cardinal Mazzarinj, mit dem Turenne,
zerfallen, undt vom Pabst, excommuniciret seye!
Jn Guienne wehren auch noch stargke motus.
Zu Londen, wehre man, des Cromwells Tiranney Müde.
Schottland undt Jrrlandt, wangken, wieder das Parlament.
Die Jesuiter, undt Papisten, würden bannisiret.
hingegen zugelaßen, das Spannien in Jrrlandt,
undt Portugall in Schottland undt Engellandt, wer-
bungen anstellete. Admiral Tromp, suchte
die Frantzfahrer, sicher zu convoyiren. Der
Vice Admiral Wytte Wittens, stärgkte sich
auch, contra Anglos.
Schweden, undt Dennemargk, stärckte sich,
bey den Staaden, mit alliantzen.
Die Lottringhischen völcker, würden verfolget
von den Staadischen.
Jn Schweden, NiederSaxen, Oldenburgk et cetera
stellet man sich, in verfaßung.
Jn Polen, continuirt der krieg, mit den Cosagken.
Der Türgke, hat auch ein auge, dahin, undt
auf Ungarn. Der friede mit Venedig, ist noch im fierj.
Der Türcke will Candia gantz haben, quod recusatur.
Der Kayser, dringet, auf die eröfnung, der Propo-
sition zu Regenspurgk, die Schweden, klagen, daß sie
übereilet, undt nicht genungsam gehöret seyen,
protestiren wieder den despect, der abgeschlagenen
session undt Votj. Wollen sich, (pro posse), gern accommodiren.
<Froßt. Käldte.>
Es stunde auch, in gestrigen novellen: das der
Fürst von Lobkowitz, zu Nürnbergk
ankommen, undt sich bey der Pfaltzgrävin
von Sultzbach, præsentiret, eine heyrath,
mit dero Freẅlein Tochter, zu schließen. perge
J'ay fait derechef, dès depesches de consequence!
Dieu les vueille benir!
<Frost. Käldte.>
Schreiben, vom Cantzler Milagio, auß Regenspurg[.]
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum filijs, & nobilibus,
da unß der hofprediger Mencelius, eine
scharfe bußpredigt gethan: auß dem Text:
Sie aßen, Sie truncken, Sie freyeten,
undt ließen sich freyen, zun zeitten Noah,
biß die Sündfluth kahm, undt sie alle erseüfte. perge
Jean Moutarde bey mir gehabt. Le bon
Dieu, vueille benir, mes desseigns, et jntentions!
Unser großer kücheniunge hat heütte frühe
ein unglügk gehabt, in dem er ein kalb außhawen
wollen, undt sich selbst, mit einem scharffen Meßer,
drey finger verwundet, undt fast abgehawen.
Avis: daß des Marschall Krosigks, hindterlaßene
wittwe (geborne von Pöblitz) gestorben. Jst eine
hofjungfer, Meiner Frau Mutter Sehliger noch gewesen,
undt eine alte bekandte von iugendt auff.
Jtem: das der gute alte, Albrecht Schultze,
hollsteinischer Factor, zu hamburgk auch gestorben.
Gehen also die allten diener, nacheinander hin!
Gott wolle unß baldt, mit gnaden erscheinen!
J'ay depeschè a Gotha Jean Moutarde[.] Dieu le conduyse!
Ein Somnium gehabt, wie ich schwester
Bathilden, Schwester Sibillen, undt Schwester Anna Sophia
gesehen, schwartz gekleidet in seiden.
Jch hette aber mit ihnen starck dispu-
tiret, bevorab den beyden letzten,
das sie gespenst, undt geister wehren,
Sie hetten aber alle drey darwider protestirt.
Rindtorf hat gestern die Straße
wegen der Fuhren bey Erxleben, be-
sichtiget, undt relation gethan,
auch Krosigken2 darbey gehabtt.
<Schnee. Windt.>
Abermahlige Relationes, von unsern Gesandten, von
Regenspurgk Numero 4 undt 5 bekommen. Sie
haben undterschiedliche Audientzen, bey Chur: undt
Fürstlichen personen <undt gesandten>, gehabt. Seindt wol angesehen.
haben aber viel spendirt, undt müßen noch,
viel spendiren, besorgen übel außzukommen,
wegen großer Theẅrung, aller dinge,
so noch steiget, undt die losamenter, enge machet.
Chur Pfaltz Liebden ist wol ahngesehen, am Kayserlichen
hofe. Macht Chur Bayern, ialousie. Dieser
sucht immer neẅe sachen, als das man seinen
Gesandten, den Tittul Excellentz geben solle,
Jtem: daß seine gesandten, an<bey> der propositioneröfnung,
nicht sollen, wie andere Fürstliche, vor dem
Kayser hergehen, sondern, das Sie, wie die Di-
rectoria Oesterreich, undt Saltzburgk,
zu pferde, dem Kayser, folgen sollen, undt
dieses suchen Sie seinet wegen, nicht als im
Nahmen eines Churfürsten, sondern, alß hertzogs
in Bayern, welche novation, die andern gesandten
alle irritirt, (welche ihnen gleich sein wollen,)
|| [[Handschrift: 241r]]
undt verhindert, sowol die Bayerischen visiten, undt proposition,
alß andere correspondentzen. Chur Pfaltz macht auch
noch händel contra Pfaltzgraf Ludwigen, deßen ahn-
kunft, man erwartett, undt sie zu componiren trachtet.
Er exequirt, wieder seinen vetter, militarisch, undt ver-
iaget seiner Undterthanen, welches übel gethan ist.
Die præcedentz aber, wirdt er billich, auch über die
Churfürstlichen gesandten, (alß anwesend) erhalten, ob es ihm
schon Bayern, dißputirlich gemacht hat. Zwischen
Schweden, undt Brandenburg hoffet man, noch einen
vergleich, wegen Pommern, undt wegen der licenten,
wiewol es stargke disputata, abgegeben.
Mit Gernrödischer beleyhung, will es noch nicht forth.
Die proposition, wirdt noch nicht eröfnet. Mehr
Fürsten, Stände, undt Gesandten, werden erwartett.
Chur Pfaltz, Wirtembergk, vndt Rantzow,
erweisen sich, gar vertraẅlich, gegen unsere Gesandten.
Die 25 Monat Römerzuge, werden erinnert.
Jtem: die nachschüße, zun legationkosten.
Hanß Bernds, ist von der Weyda, vom
Obristen Schleünitz, wiederkommen, satisfait. perge
Der Ambtmann, Georg Reichardt ist bey mir gewesen.
Hammeln, nach Plötzkaw, geschicktt.
Es wirdt auch von Regenspurgk, geschrieben, daß der
Kayser, nach ertheilter acht, der Stadt Brehmen,
einen Salvum conductum gegeben.
Jch habe Hanß Bernds, bey mir gehabtt.
Meinen schönen Fuchß, besucht, welcher abermalß,
in der Streẅ, niedergefallen. Gott wolle
hülfsMittel, unß zaigen, damit das schöne Thier erhalten,
undt ferner gebraucht werden könne, ist es sein gnediger wille?
In Oeconomysachen, habe ich, meine zeitt zugebracht
mit rechnungen, undt allerley anstallten. perge
Schreiben, undt avis vom Caspar Pfawen: daß Mein bruder,
Fürst Friedrich noch mit den Venezianern, tractire, undt numehr,
nur 500 Mann, anfangs werben wolle, biß er successi-
ve, die werbegelder erlanget habe. Es fehlen ihm
noch, 10000 ThalerThlr: welche er in zweyen iahren, auß hatz-
geroda[!], wol erlangen köndte. Vocationes, sunt diversæ!
Avisen, auß Erffurdt: daß die wahl, eines Römischen
Königs, acceleriret werde, zu Regenspurgk.
Jtem: daß die Vaniteten, mit den sessionenStreitt ,
die liebe zeitt, undt unnützlich geldt, noch consumjren.
Jtem: das Chur Meintz, sich interponire, zwischen
Chur Brandenburg undt der Cron Schweden, wegen ihrer
differentzien, hette auch derentwegen, absendung gethan.
Jtem: daß in Engellandt die gemeine anfänget der
Neẅen Regenten, undt des Cromwells, überdrüßig zu werden,
undt einen König haben wollen. Die vielen schatzungen,
undt auflagen, seindt ihnen, unerträglich. So können
sie auch mit reparation der Schifflotta, so baldt nicht
aufkommen. Interim, stärgken sich die holländer,
undt hoffen, im Martio, (gebe gott) auf eine große jmpresa.
Der Türcke, movirt sich, in Ungarn, undt
die Tattarn, in Polen.
<1 Rehe, undt 1 Hase von Ballenstedt.>
Jn gestrigen Erffurdter avisen, stunde auch geschrieben,
daß der Cardinal Mazzarinj, schon heimlich, solte,
bey dem Könige, in Frankreich, ahnkommen sein, undt die
verwirrung, in selbigem Königreich, annoch
sehr groß sein.
Ein Königlich Pollnischer gesandter, ein Fürst Radzivil3,
kähme nach Regenspurgk, succurß vom Reich, zu begehren.
Er Hesius, hat hieroben, aufm Sahl geprediget,
stadtlich undt erudite, von 4erley Sahmen, Lucas 8.4
Extra zu Mittage, die Rindtorfjnn, Doctor Mechovius,
Tobias Steffeck von Kolodey undt Hesius, ohne Schafgotzsch,
welcher mit unß zu Mittage, gegeßen.
Die Nachmittagspredigt, ist eingestellet worden,
wegen des iahrmargkts, wiewol man die
heiligung, undt endtheiligung des Sabbahts, (dem
landtTagsSchluß, gemeß) intimiren lassen.
Aviß: daß ein luttrischer pfaffe, offendtlich auf der Cantzel
zu Wittembergk, predigen dörfen, ein Fürst von An-
haltt, wehre itzo neẅlich, zu Rom, Päbstisch worden.
Jst eine lose diffamation, von Meinem bruder,
Fürst Friederich, undt unleidlich. Vorm iahre alß
ich nach Heidelbergk raysete, hat ein Churfürstlich
Sächßischer raht, vorgeben dörfen zu Dreßden,
er hette gewiße nachricht, ich wehre nach
Rom gezogen, wo nicht selber Catohlisch
zu werden, doch meinen bruder vom Römisch
Catolischen glauben, abzumahnen. Beydes
ist Gott lob, unwahrhaftig. Man siehet
doch darauß, wie man auf unß refor-
mirte, (weil auch von ChurPfaltz Liebden
das er im willens habe, dergleichen zu
werden, geschryen wirdt) ein scharfes
auge hat, undt den balcken in
ihrem auge, wenig consideriret, da
ihrer der Lutterahner doch, viel mehr,
bey weittem, alß der unserigen, abfallen.
Man solte von solchen unwahrhafften, undt unge-
wissen dingen, Stilleschweigen, und sich nicht kitzeln, mit Mählein.
<3 hasen, Carl Ursinus prins.>
<mane frost a meridie schön wetter.>
Den hofraht Paulum Ludwigen, bey Mir gehabtt.
Mein Carl Ursinus ist außgeritten, undt der
Jahrmargktt, hat sich wol gelöset.
Gestern, sol der Schwedische Gesandte, Graf
Oxenstirn, bey Sanderßleben, vorbey paßiret,
undt auf Wißmar zu, gegangen sein, mit
schönem train, undt verkapten vielen pferden.
Jst also ohne zweifel, dißgustirt, von
Regenspurgk, oder unferrne darvon, zu
rügke gekommen. perge Gott bewahre vor krieg!
A spasso, in die Mühle, undt alibj.
Schreiben, auß OostFrießlandt, vom Pfaltzgraf
Ludwig Philips, & alijs.
Die avisen gebe, daß zu Regenspurg abermal die
Proposition, auf 4 wochen, verschoben, undt inndeßen,
Chur Cölln, nacher München, verrayset seye.
Die Panckeet werden lustig gehalten.
Die disputationes, wegen der sessionen, theils
verglichen, theils forthgesetzet. Der Pollnische
gesandte, so dahin gehet, wirdt abhorriret,
wegen der Pest, der Schwedische graf Oxenstirn,
ist malcontent abgerayset. Vom Engellischen
|| [[Handschrift: 243v]]
Parlament, sol auch ein Gesandter5, dahin kommen,
wie inngleichen vom Könige.
Die Schweden, seindt lustig, in ihrem lande. Spielen
Comœdien. Ordnen officia. Rüsten sich, zu lande
undt zu waßer. Die Holländischen bohtsknechte aber,
wollen kurtzumb wißen, obman sie, wieder
ihr vaterlandt, führen wolle? Solcher gestaltt,
begehren sie nicht zu diehnen. Man will es ihnen
aber nicht sagen, wohin sie sollen geführet werden?
Alles kupfer, ist verbotten, auß Schweden
herauß zu führen, weil man, auß mangel
geldes, kupfern geldt, müntzen leßett!
Die Staaden, haben die alliantz, mit
Dennemargk, der Stadt Brehmen, undt
den hanseeStädten, renoviret, wie auch
mit Frangkreich, Portugall, Schott-
landt, undt andern <ihren> confœderatis sich ein-
gelaßen, dieweil Spannien sucht, nicht
allein, den Engelländern zu helfen, Sondern
auch, die Jrrländer mit großer Machtt,
an sich, zu ziehen, undt Portugall zu lande,
undt zu waßer zu bekriegen. Admiral
Tromp, hat noch glügk; Schiffe hinweg zu nehmen.
Die Eidtgenoßen, interponiren sich, zwischen Hollandt
undt Engellandt.
Chur Meintz interponirt sich, zwischen Schweden
undt Chur Brandenburg[.]
Polen hat gefahr, von Tartarn, Türcken,
undt Moßkowitern, zu besorgen, Suchet
darumb hülfe vom Reich. Chmielinßky
will Fürst in SchwartzReüßen, sein.
Die Tractaten, zu Lübegk, gehen gar schläferig.
Jn der Venezianer gebiehte, rüstet man sich
zu lande, undt zu waßer, wieder den Türgken,
unangesehen derselbigen tractaten.
Die Lottringhischen völgker, seindt vor den Staa-
dischen, außgewichen, mit complimenten, &cetera
Zu Paris, ist Cardinal Mazzarinj,
mit 100 Caroßen, ahnkommen, undt solenniter
eingeholet worden, vom Könige selber.
Des Cardinals de Rèz, custodia ist laxior.
Es seindt undterschiedliche große
Feẅersbrunsten in Paris, nacheinander
endtstanden, sonderlich eine, in des Düc d'Anjou
losament, Man besorget verrähterey.
In Oeconomysachen, travagliiret, undt viel
trava<e>rsen gehabtt, ab<a> Gynecoeo, (more solito!)
Aviß: daß Fürst Augusto, bey die 500 Eimer
landwein, umbgeschlagen, undt verdorben,
darumb dann, mein Böttcher, hin vociret wirdt.
Le Malheür, est Medecin!
<Windt. Regen.>
Der Jahrmargkt währet noch, undt ist zimlich guht,
gewesen, aber heütte ziehen sie wieder voneinander.
Jn die kirche, cum filijs, zur wochenpredigt.
Jch habe diesen Morgen, den Amptmann Reichardt,
nachmittagß aber, den Stadtvogtt, bey mir gehabtt,
in undterschiedtlichen expeditionibus. <Gott segene, alles guhte!>
Nota Bene Nota Bene Præcipitantia, Comes Poenitentiæ!
<Windig, la notte, e'l dì.>
heütte ist postTag. Es ist nacher Regenspurgk,
nachm Hoff in Voyttlandt, Leiptzigk; hall,
undt anderer orthen, geschrieben worden.
Gott gebe überall, glügklichen succeß!
Bürgermeister Döhring, ist bey mir gewesen, undt hat
den handel, wegen Börstels, Frühevfs guht, richtig gemacht.
<Noch regen, undt windt. Schnee gegen abendt.>
Iean Moutarde hat sich wieder præsentirt, con speme!
Der Amptmann Richardt, jst bey Mir gewesen.
Meine kinder haben sich præparirt, eine Comœdie
zu agiren, undt einen Ballet zu machen, gegen Madame geburtsTag.
Victualien, undt briefe von Ballenstedt, bekommen.
Oeconomica, undt rechnungen tractirt.
Iean Moutarde wieder bey mir gehabtt.
Philipp May, ist wiederkommen, mit vielen
briefen, undt gratulationen. Er ist inß
waßer gefallen in Frisia, con pericolo.
Gott lob! daß er in salvo geblieben!
Gott helfe ferrner, mit gnaden!
Avis: Que l'Empereur redemande dès Estats, les Villes,
Campen, Schwoll, & Deventer.
Item: Que le Roy d'Angleterre, viendra a Ratisbonne.
Item: Que 300 pütains, de Vienne, & 200 courtisa-
nes de Venize, chascüne, avec 6 chevaulx, & en
grande pompe sont entrèes a Ratisbonne,
pour gaster, & envenimer tout ün pays!
Que les pays de Cleves, Iuilliers, & Bergues
demandent ün certain maistre asseürè, n'en de-
mandans, qu'ün pour tous, ou desirans, a se revolter. et cetera
Die Engelländer undt holländer, stutzen noch zusammen.
Jn hollandt, bevorab, zu Amsterdam, seindt im Sommer
viel, undt vornehme leütte, an seüchen, undt krangk-
heitten, gestorben, <in spetie Louys de Gueeres.>
Die compagnien, in den vereinigten Provintzien,
werden reducirt, auß zweyen, eine gemacht,
undt mehrentheilß, der Staaden, oder kaufleütte
kindern, gegeben, undt die particular
Provintzien, ziehen an sich, die dispositia[!] von allem.
Schweden, Dennemargk, undt Staaden, wollen sich,
mit Frangkreich contra Anglos, alliiren.
Gleichwol trawet Dania, dem Sweco, nicht
recht, wirbt volgk, befestigt seine gräntzen,
undt leßet keine Schiffe mit waffen,
oder mit muition durch den Sundt, Sie mögen
den Parlamentischen, oder Schweden zugehören.
Interim haben die Parlamentarij, 3
reich beladene Schiffe, den Schweden zugehörig,
(darauf, viel goldt, auß Guinêa gewesen!)
hinweg genommen, undt gedengken es nicht wieder
zu restituiren. Der allte Louys de Gheer,
ein Mecoenas, omnium Orthodoxorum, (deme
viel guht, auff diesen Schiffen, zugehöret) ist gestorben,
|| [[Handschrift: 246r]]
hat 13 erben, zu seinem Reichthumb, hindterlaßen,
undt ein Christliches, schönes, gesegnetes ende, genommen.
Er hat auch noch auf 2 andern, von den Anglis
endtwendeten Schiffen, viel guts gehabt.
Sic transit gloria Mundj!
Der gewaltige hochgelehrte, undt berühmbte
prediger in Frangkreich Monsieur <Pierre> dü Moulins sol noch
leben <zu Sedan>, undt in predigen undt lehren, die ge-
meine Gottes, zu erbawen, nicht nachlaßen,
undt 85 iahr, altt sein. Gott gesegene
ihn! undt seine stattliche labores.
Der wirdt leüchten, wie des himmelß-
Glantz, undt wie die Sternen immer, undt
ewiglich.6
Der allte prediger zu Delfft, Monsieur de l'Escher-
piere, sonst La Riviere genandt, lebet auch
noch, in seinem 78. iahr, undt höret nicht auff,
der Frantzösischen gemeine aldar, wol zu dienen.
Godofredus Hotton, lebet auch noch zu Amsterdam.
Der Lottringer, hat einen anschlag auf Maestrich
gehabt, welcher ihm mißlungen. Feldtmarschalck
Brederode, wirdt ihn von der Meyerey hertzogenbusch wegschlagen.
Die Spannier, sollen auch einen anschlag, auff die SchenckenSchanze gehabt haben.
|| [[Handschrift: 246v]]
Die Spannier zwahr, beschwehren sich auch, das die
holländer, in 47 articuln, dem frieden contraveni-
ret haben, das sagen illj; hi aber, negiren es perge
Graf Moritz von Naßaw, sol zum Reichßfürsten
sein vom Kayser, creiret worden, de quo ambigo!
Der König in Pohlen, hat zum Türckischen Kayser, gesandt,
den frieden zu confirmiren. Die Cosagken, (welche
durch den krieg, undt pest enervirt), suchet er,
par force, zum gehorsam, undt æquis conditionibus
zu compelliren. Postea: will er, auf die
Schweden, mit Macht, loß gehen, weil die tractaten
zu Lübegk, nicht forth wollen. Vielleicht
dörften alßdann von Dänischer seitten, die
Schweden, auch attacquirt werden.
Die Staaden, sollen arbitrj sein, einen
außschlag zu geben, zwischen der Allten,
undt iungen Princeßin von Uranien,
in ihren streittigen vormundschaft händeln.
Graf Wjlhelm von Naßaw, Gouverneür
zu Löevaerden, lebet auch noch wol. (Gott lob!)
Zu Cölln, ist ein schregklich erdbeben gewesen, im herbst,
als man eben, von der zerstöhrung Jerusalem, geprediget,
undt hat die kirchen erschüttert, die bilder undt leüchter, auff den
alltären, umbgeworffen.
<Windig wetter Sturm Nachmittage.>
Magister Menzelius, hat auf unserm Sahl geprediget.
Extra: Schafgotzsch, Walwitz, Tobias Steffeck von Kolodey
undt Magister Menzelius, &cetera
Grawsahmer Sturm, nachmittags, da meine
Söhne, kurtz zuvorn, in die kirche gefahren gewesen. perge
Gnade Gott, den Seefahrern!
Mein vetter, undt Schwager Fürst Johann Casimirs Liebden
begehren von Mir, freundlich den iungen Platonem,
zum pfarrAmptt, nacher Sanderßleben,
an des abgestorbenen Flämings statt perge
☽ db diesen abendt, hats exerciren in
balletten, mit meinen kindern, gegeben.
<Windt, nacht, undt Tag, item: Schnee.>
Risposta von Deßaw, in terminj differentj.
Ein vom Adel, auß der Schlesie, hat sich angegeben,
ein Bernstorf von geschlecht, alß ob er außgeplündert
wehre, undt hat subsidia begehret, undt erlangt.
Conversazione co'l Walwitz della corte Cesarea.
Meine kinder, haben ihre Comœdie exercirt.
Mein Fuchß, ist entredeux. Tout nous contrarie.
Wegen der Trompter Privilegien, undt wegen des
Pappier Müllers, zu Roßlaw, ist heütte meine erklährung abgegangen.
Eine Bache (pro 5 ThalerThlr:) ist von Deßaw, ahnkommen.
Schreiben auß Cuhrlandt, Croßen, &cetera
Die Avisen geben:
Daß dem Lottringher 3 Regimenter von den
Staaden ruiniret, undt abgeschlagen, undt der
hertzogk seiner leütte, sich nichts annehme.
Die Engelländer, hetten turbas, in ihrem
Reich. Cromwell wolte das parlament anders
bestellen. Interim machte der Staadische Admiral
Tromp, gute beütten.
Jn Frangkreich, wehre Mazzarinj der
Cardinal in Paris stattlich eingezogen, vom
Könige selber, mit 100 carossen <zu 6 pferden> eingeholet,
undt groß angesehen. Vervins, so der
Prince de Condè eingenommen, wehre recuperirt.
Jn Catalogna, wehre alles wieder
Spannisch, undt würden die rebellen gesucht, undt exequirt,
unangesehen verheißenen pardons.
Der Pabst beklaget mit Thränen, des
Cardinals, de Réz detentation.
Die Schweitzer seindt dißgustirt von Frankreich
wegen nicht erfolgter bezahlung.
Der Kayser, contentirt die Chur: undt Fürsten
zu Regenspurg mit Visiten, Comœdien, <iagten>, Wirtz-
schaften, &cetera biß die proposition erfolget.
Graf hanß Ludwig von Naßaw,
numehr Fürst, will Melanders Tochter heyrathen.
Die Türgken, straifen in Ungarn.
Die Venezianer, finden, jn Canea, undt
Dalmatia, auch genung zu Thun, undt zu armiren.
Die Cosagken, sollen von der pest, enerviret
sein. König in Polen, will sie bekriegen.
Die Tractaten zu Lübeck gehen schläferig
von statten, undt werden urgiret.
Ein Voytt von Saltzburgk7, sol wiederumb
an des vorigen verstorbenen Voytts, Bischofs
von Bambergk statt, sein zum bischof erwehlet
worden. Jst seltzam, diese geschwinde succession
zweyer personen, von einem geschlechte.8
Der Großmeister von Malta,
sol auch gestorben sein.
On tient que mon cousin defünct, le Düc de
Lignitz, George Rudolffe defünct, s'est voulü
revolter, s'il eüst vescü 8 jours, encores?
<Schnee. Windig.>
Es stunde auch, in den avisen: der Fürst von Lob-
kowitz, hette zu Nürnbergk mit dem Freẅlein
von Sultzbach, hochzeitt gehalten.
Diese Nachtt, ist ein dieb, vorm berge, herümber gegangen,
undt hat ahn undterschiedlichen orthen, tentirt einzubrechen,
wol an 4 orthen, beym Richter, beym Bergkholtz,
undt andern. Er hat aber überall, die Thüren, wol
verrigelt, undt wol verwahrt, gefunden. perge
Jn die kirche, undt wochenpredigt cum filijs.
Extra zu Mittage gehabtt: Schafgotzsch, den iüngern
Sekrka, (so von Dreßen[!] wiederkommen) Tobias Steffeck von Kolodey
den hofprediger, undt andere.
Victualien von Ballenstedt, seindt ahnkommen.
Unsere kinder, auch theilß iungkern, undt iungfern, haben ihre
Comoedie, undt Ballet exerciret, welche sie Meiner gemahlin Liebden
zu ehren, (auf morgenden ihren geburtsTag,) zu spielen,
gesinnet sein. Gott helfe! das alles, wol, undt ohne
exceß, abgehen möge!
<Schön wetter. Gegen abendt, Schnee.>
heütte ist die Hochgeborne Fürstin, Meine freundliche herzlieb(st)e
Gemahlin, 50 iahr altt worden, undt hat also ein
halbes seculum, durch Gottes gnade, erlebet.
Gott laße Jhre Liebden noch lange leben, zu seiner
wahren erkendtnüß sie kommen, und den Segen, zu behallten!
Dieser Morgen, ist viel mit Gratulationen, undt mitt
anstaltt, zur begehrten festivitet zugebracht worden.
Gott gebe! das alles, ohne Sünde abgehen möge!
Christian von Wartemßleben, ist heütte von Mir
wehrhaftig gemacht worden, in præsentia vieler
Junckern. Gott gebe ihm glügk undt Segen darzu
undt das er den gegebenen guten vermahnungen,
folgen möge! und seinen eigenen anerbiehten perge
Gestern, hat der page Geüder, unvorsehens,
eine stegknadel, eingeschlucktt, der kopff
ist, zu glück, undter sich, gegangen. Gott
bewahre ihn, vor mehrerem schaden, undt jnconvenient!
Die Jungferknechtische9 hat auch eine
stecknadel eingeschluckt, welche sie sehr
schmertzet. Unvorsichtigkeitt, schadet ofte!
Gott bewahre, hohes undt niedriges Standeß, vor unfällen!
Der Amptmann Reichardt, ist bey Mir gewesen,
AmptsSachen, zu referiren. Jtem: viel andere,
tam in Oeconomicis, quam Politicis perge
Nachmittagß, haben meine Söhne, undt Töchter,
eine Schöne Comœdie gespielt, (Meiner gemahl zu ehren)
vom Fortunato. Etzliche Jungfern, undt iunckern,
haben mitt agiret, undt einen ballet getantzet.
(Ie n'ay point causè tout cela!)
Zu abends, haben sie bey der Collation, eine
wirtschaft gespiehlet, undt sich verkleidet.
Nach der mahlzeitt, (so ich mit Meiner gemahlin
undt den beyden kleinesten Töchtern, allein
gehalten) seindt wir beyde unvorsehens,
auß meinem gemach, hinauß, zu ihrem Tantz
gekommen, undt haben demselbigen, eine zeitt-
lang beygewohnet, Madame, zu gefallen. et cetera
darnach, aber, zu rechter zeitt, unß retirirt,
undt die fröhliche iugendt, beysammen gelaßen.
Dieu nous pardonne, ce desordre, & libertinage!
Nach gesteriger unruhe, hat man heütte wieder
zu arbeitten in affaires, genung gehabtt.
Davidt Tappe[!], des Amptmanns zu Ballenstedt
sein Sohn, ist bey mir, gewesen, undt hat
Mir, von Amptssachen, undt von seiner Niederlendischen
rayse, allerley referiret.
Meine kinder, haben noch Nachmittage mit der
Noblesse, (so anwesendt!) spielen, und lustig sein, müßen.
<2 Hasen, Abraham von Rindtorf gehetzt, mit unsern windthunden.>
Schreiben von Venedig, von meinem bruder, Fürst Friedrich
Es scheinet, er will noch die charge, bey Venedig, annehmen.
Die Erffurter avisen geben: daß der Cardinal Mazzarinj, zu
Paris, in vorige authoritet, restabiliret seye. Bey dem
Könige heiße es, an itzo: Sic Volo, sic jubeo, stat pro ra-
tione, Voluntas.10 Das Parlament, undt andere
contradicentes, werden exterminirt, undt veriaget.
Gibt große verbitterung, undt besorglich, einen fu-
nestum exitum zu befahren, wie etzliche, ominiren!
Jn hollandt, wächßet der Muht, undt wirdt
die armatur, ernstlich forthgestellet.
Jn Engellandt, incliniret der gemeine Mann, zum
frieden, verlanget nach einem Könige, ist schwührig,
undt des contribuirens, so wol als des kriegens
müde, kan mit außrüstung der Schiffe, nicht wol auf-
kommen, wollen aufs neẅe, mit den Holländern,
tractiren. Diese aber, dörften ihre conditiones
höher, alß vorm iahr, spannen.
Jn Lübegk gehen die tractaten, zwischen Polen
undt Schweden, schläferig von statten, als ob es kein
ernst beyden wehre? Die Schweden fordern viel, die
Polen stellen sich hochmühtig, nichts wiederzugeben,
Sondern, wollen noch von den Schweden, viel haben.
Dann Sie hoffen, mit den Cosagken, baldt friede zu erlangen,
undt alßdann ihre große Machtt, wieder die Schweden,
defensive und offensive, zu gebrauchen, zumahl in Schweden,
großer Geldtmangel undt die geworbenen völgker
|| [[Handschrift: 250v]]
sehr, über außenbleibende zahlung klagen.
Zu Stogkholm, sol es allerhandt Mißverstände
undter den Großen, geben. Der ErbFürst man
wiederumb sehr krangk sein.
Zu Regenspurgk, verzehrt man die zeitt,
mit gastereyen, kurtzweilen, undt Faß-
nachtspielen. Von der Proposition, ist die hofnung
noch gar langweilig, undt Dilatorisch.
Man hat sie schon zum dritten Mahl, geendert,
undt anderst eingerichtet. Alleine die
berahtschlagung von der wahl des Römischen Königs,
gehet vor sich, undt wirdt ernstlich getrieben. Die Städte
Augspurgk, Nürnbergk, und Frangkfurth, werden
zur kröhnung, vorgeschlagen.
Cantzler Milagius schreibet von Regenspurgk, er seye noch
(Gott lob!) gesundt am leibe, aber krangk am gemüht,
dieweil er seine zeitt, mit Müßiggang zubringen,
müste, undt nichts Nützliches vornehmen köndte.
Viel speßen werden unnützlich verzehrt, undt die
Præludia des ReichßTags, gehen einen gefährlichen weg.
Ochßenstern, ist vorüber, nach SchwedenReich zu, ge-
rayset. Gott verhüte! das nicht das Reich, in den
krieg, zwischen Schweden undt Polen, implicirt werde!
Jn Italien, ist eine stargke alliance vor, eines Theilß
zwischen Frangkreich, undt den Jtaliänischen Fürsten,
anders theils, auf des Pabsts, undt Königs in Spannien seitte.
Die Venetj bemühen sich derhalben, Engellandt undt
hollandt zu vergleichen. Die holländer aber, seindt resol-
virt, in ihrer gerechten impresa, undt hoffen sich zu stärgken
mit einer Königlichen flotta, undter pfaltzgraff Ruprechtten.
Mein bruder, Fürst Friedrich fähet seinen brief, mit gratulationen
undt guten Votis zu Gott, vor unsere subsistentz ahn.
Schreibet vom landtTage zu Deßaw, ob schon daselbst
viel zurückc geblieben, so zu der Fürstlichen herrschaft versicherung,
undt consideration unserer Fürstlichen hoheitt dienlich, undt nöhtig
gewesen wehre, iedoch finden Jhre Liebden darinnen einen guten
anfang, daß die anlaße vieler ungühtlichen imputationen,
undt der besorgte concursum creditorum zurügkd getrieben,
hingegen der herrschaft aufrechte intention der Ritter:
undt landtschaft, gezeiget worden, wodurch, (als Jhre
Liebden vermeinen) viel strittigkeitten abgeschnitten, undt
die erhaltung guten vertrawens, inß künftige, ver-
ahnlaßet ist. Damit aber dieser anfang Treẅlich,
forthgesetzt, bestehtiget, undt letzlich zu solcher vollkommenheitt
gebracht werde, dadurch aller Theile hohes anliegen, billich-
meßig erfüllet werden möge, darumb ist Gott inniglich
undt stättig anzuruffen, undt kein fleiß, mühe, noch arbeitt,
zu spahren. Gott zeige uns darzu, dienliche annoch un-
gefundene Mittel und wege. Ein Iesuiter ist zu Ve- || [[Handschrift: 251v]]
nedig, welcher seinen orden verlaßen, undt zu Zante
ein buch geschrieben de notis hæreticorum11, darinnen
er die itzige Römische Päbstische kirche gar deüttlich
abmahnen, undt dahin schließen soll, das diese
die rechte ketzerkirche, undt grundtSuppe
aller greẅel seye. Pater Fulgentius Servita
(welcher sich meiner noch sehr wol erinnert, undt
mein conterfect fleißig conserviret, sieder anno
1614 hehr,) hat sich mit seinen gehorsamen bestendigen
diensten, mir offeriret, undt Gott den herren fleißig
vor meine, undt aller Reformirten haüpter
wolfahrt innbrünstig ahnzuruffen, sich eyferig
erklähret. Jch hoffe, er werde mir, ein exem-
plar, von obigem buch, zukommen laßen.
Obschon der Türckische friede, undt<oder> Stillestandt,
durch Frangkreichs undterhandlung, tractiret
wirdt, so hoft mein bruder dennoch eben die
charge, welche ihm in Candia angetragen worden,
in Terraferma, zu continujren.
Jch habe die Cammerrechnungen, dieser wochen,
iustificirt, mit Hans Friedrich Eckardt
Walwitz, Krosigk12, undt Wartemßleben,
seindt forth, nacher Plötzkaw.
Die krähmerinn, die Brün, auß hollandt, hat sich wieder
bey Meiner gemahlin præsentirt sieder gestern.
<Frost, wie gestern, undt in vorigen Tagen.>
Wallwitz, ist wieder forth, nach Deßaw, zu seiner hoch-
schwangeren Frawen, undt krangken Söhnlein, Gott
gebe! das er ihnen, mit Trost, undt hülfe beyrähtig
sein könne! undt sie in gutem wolstandt, finden möge!
Er ist gestern, nachmittage zeitlich, von Plötzkaw,
nebst Wartemßleben, wiederkommen. Krosigk13 aber,
ist nacher Erxleben, geritten.
Er Marggravius, hat auf unserm Sahl gepredigett,
am heüttigen ersten Sontage, in der Fasten.
Extra: zu Mittage, ist gewesen die
Rindtorfinn, der prediger Marggravius, der
iüngere Sekrka, Tobias Steffeck von Kolodey undt Schafgotzsch
bey unß, als ordinarius, undt extraordinarius.
Nachmittage, cum filijs, in die predigtt des jonij,
eine Paßionpredigtt anzuhören.
Gelesen, studirt, ordinirt, wie zum öftern.
Secretarius Bährenreütt, jst, bey mir, gewesen,
wegen verenderung, etzlicher Geistlichen
stellen, undt des Rectorats, mit Mir, zu conferiren,
im Nahmen, der Rähte, undt des Superintendentens,
undt meine resolution, zu erforschen, wie
auch, wegen der klage der Schuelmeisterinn14, zu hartzgeroda,
contra Knüttel.
Jean Moustarde, ist abermahl bey mir <2 mahl heütte> gewesen.
Jtem: Philipp May; que ie redepesche. Dieu le conduyse!
& face reüssir mes souhaits, par sa grace.
Schreiben, von Croßen, Halle, Leiptzigk;
undt Pariß et cetera[.]
Die Ordinarij avisen geben: daß man zu Regenspurg
mit Comœdien, gastereyen, Spielen, musicken, wirth-
schaften, undt dergleichen, die zeitt consumiret,
in seriis aber mehrentheilß præcedentzStrittig-
keitten, disputiret. Zwischen Schweden, undt
ChurBrandeburg ist der vergleich, noch dilatorisch.
Die Staaden, undt der König in Engellandt,
(welche numehr, mitteinander in alliance)
wollen auch hinschigken, wie auch, Savoye.
<König in >Frangkreich alliirt sich inngleichen, mit dem
Könige, undt den Schotten, wie auch mit den Staaden.
Printz von Condè, stärgket sich. Mazzarinj aber, ist
so groß, undt so authorisirt beym Könige, alß
zuvor nie. Der Visconte de Türenne, wirdt
tentirt, mit der hohen Charge de Connestable
de France, wann er wollte Päbstisch werden. Gott
wolle ihn aber, in der beständigen warheitt, die
er bißhero bekennet, undt profitiret, verharren laßen.
Jn Piemont, hat man etzliche Nächte, eine große
armèe zwischen Turin, undt Pignarol gesehen. Dieselbe
hat eine kutzsche mit 6 pferden, undt eine königliche
leiche darauf, bey sich gehabtt. Etzliche per-
sonen, Geistliche, undt welttliche, so auß curio-
sitet diesen gespenstern, zu nahe gekommen,
sollen übel angelauffen, Theils auch, umbkommen sein.
Zu Barcellona, gehet es noch scharf her,
mit execution verdächtiger personen.
Der König Lottringher niederlage, undt verlust
dreyer Regimenter, continuirt. Man hat ihnen
die abgenommene beütten, nicht restituiret,
So hat er auch seine eigene leütte desadvouirt.
Dennemargk irritirt die Parlamentischen,
undt Trawet den Schweden, nicht zu viel,
Sintemahl diese 4000 Mann, in Schonen, gelegt.
Polen hingegen gibt den Schweden, kein guht
wortt, zu Lübeck. Sucht, mit denen, vom
Moßkowitter, undt Tartarn, verlaßenen
Cosagken, sich zu vertragen, contra Suecos.
Venedig, tractiret Friede, mit dem Türcken,
durch den Extraordinario Bailo Cappello, undt Gil de Haaß,
ist zu Venedig, im arrest. Die Türgken, wollen Malta angreiffen.
