Jch habe den CammerRaht, Doctor Mechovium, bey Mir gehabtt,
undt extra zu Mittage, behallten.
Angefangen zu schreiben, nacher Croßen, Venedig, etcetera[.]
Die Commißion in der Stadt, abermalß forthgestellet[.]
Gott verleyhe doch, erwüntzschten succeß!
<2 hasen, von der hatz.>
Den Amptmann Reichardt, habe ich bey Mir gehabtt.
Aviß: das vetter Hanß Geörge, nach der
Schlesie zu, gerayset ist, selb sibende. Gott geleitte ihn!
Jn die kirche, undt wochenpredigtt, am heüttigen
behtTage, cum filijs.
heütte nachmittagß, wirdt der dicke hilliger
begraben. Jst dieser Stadt, mit seinen handlungen,
undt vorschößen, nicht unnützlich gewesen.
Meine Söhne, seindt auch hinauß geritten,
nachmittagß in schönem wetter, nach dem es vormittags,
waßerkalt gewesen.
Unsere Jungfern, stehen bey Erlach zu Altemburgk
zu gevattern. Einer lacht, der ander weint!
Vicissitudo rerum Humanarum!1
Alß der allte herr Plato Superintendens,
dem hilliger Sehligen die leichtpredigt diesen Nachmittag
gethan, ist ihme in der predigtt ein Schwindel, undt
|| [[Handschrift: 254r]]
ohnmachtt, auf der Cantzel ahnkommen, also: das er stille
schweigen, undt von der cantzel sich führen laßen müßen,
biß er sich wieder erholt, undt darnach die Personalia
abgelesen. Gott stärgke<!> undt bewahre doch gne-
diglich, den lieben frommen Mann! Er hat die
gemeine derentwegen, umb verzeyhung gebehten.
Es sollen wol ein 300 personen, mitt zu grabe gegangen sein.
et cetera
Godtfridt Engke Subrector zu Zerbst in der Schule,
ist bey mir gewesen, wegen etzlicher retardaten,
so an seines Schwagers, Ern Superintendenten Beckmannj
Sehliger salo<a>rio, noch rügkstendig, undt seiner
wittibe, undt unmündigen, zum Nottürftigen
undterhalt, undt zum studieren, gebühren,
in die 248 Gulden (florenus)f: anregung zu thun. perge
Donnerstag♃ den 3. Martij; 1653.
Magister Menzelius, ist nach Cöhten, in prjvatis.
Den Stadtvogtt, bey mir gehabtt, con dineros.
Avis: daß zu Zerbst, ein Jtaliäner verbrandt worden, wegen
getriebener unzuchtt, mit einer Stuhte, oder Mutterpferde.
Er hat vermeinet, in seinem lande, wehre es gar gemein,
undt man strafte es nur, mit ein wenig bastonaden.
Man würde ihm ia darumb nichts, am leben thun. perge
Gott bewahre vor solchen viehischen, unordentlichen
gedangken, undt unnatürlicher unlust, oder Teüffe-
lischen, nichtswehrtigen, himmelsschreyenden wollust!
Jch habe den Superintendenten, Ern Joachimum
Platonem, besuchen laßen. Er klaget, daß er diß
iahr, in seinem anno clymacterico, 63. viel
anstöße habe, undt zur Appoplexia sehr geneigt
seye, darüber ihm, der gesterige affectus zugestoßen
auf der Cantzel, bey hilligers leichpredigtt.
hat sich undterthenig der Visite bedangktt,
in sein andächtiges, eyferiges gebeht, mich einzu-
schließen, sich offerirt, mir viel Segen, undt
Gottes lohn, gewüntzschet, undt will gerne
die offerirte Aquam Apoplecticam annehmen,
undt gebrauchen. et cetera Gott gebe zu gedeyen! zur
stärgkung! undt zur erhaltung!
Extra: habe ich zu Mittage, den hofprediger
Menzelium gehabtt, undt allerley
mit ihm, conversirt. perge
Die Erlachischen, kindttaüffe2 gäste, seindt wieder
herein kommen.
Post von Ballenstedt.
Erlach, undt seiner Schwester Sohn, der iunge Knesebegk,
haben sich, bey Mir, præsentirt, undt ich habe
einen nach dem andern, (auf ihr anhalten,) wieder di-
mittiret, nach gegebener audientz.
<3 hasen, hetzen laßen.>
Nacher Deßaw, undt Zerbst, geschrieben.
Meinen großen Fuchß, nach Erxleben, gesandt,
alldar ihn der Schmidt curiren soll. Gott
gebe zu glügk! undt gedeyen!
A spasso, vormittags, in schönem wetter.
Nachmittagß, ist Wieterßheim, zu mir kommen,
undt hat allerley conversiret.
<Abermals Victualien von Ballenstedt, bekommen. et cetera>
<Schön wetter, wie gestern.>
Gestern frühe umb 5 uhr ohngefehr, ist eine Mond-
finsternüß, allhier am Himmel, gesehen worden.
Gott laße sie, nichts böses andeütten!
Man fänget schon ahn, gestern, undt
heütte, in den feldern zu seen, wie auch im
Amptt Ballenstedt. Mes poltrons icy, n'y
songent pas encores!
Doctor Fischer, ist bey Mir gewesen, hat mir undter
andern, referiret, wie schon den 3. huius, die
Finsternüß, am Mond gesehen worden, so wol als
gestern, undt also zween Tage, nach einander,
worüber sich zu verwundern. Er hats auß Tycho
Brahe, auß Origenis, auß Keplerj, undt anderer
Observationen, gehabt, das die Eclypsis, den 3<4> sein würde!
|| [[Handschrift: 255v]]
Der Mond, sol gar seltzam, roht, undt feẅerig,
(wieder die gewohnheitt, solcher Finsternüße)
in die 3 oder 4 Stunden lang, außgesehen haben.
Gestern acht Tage, sol es auch gegen abendt
alß die Sonne undtergangen, in occidentj,
gerade gegen über in Oriente, wie feẅer
geregenet haben, undt der himmel daselbst, gar
feẅerig ahnzusehen, gewesen sein. Gott
laße solche prodigia, nichts böses ominiren!
Der Medicus Helmondt, (welcher an itzo,<vor diesem,>
viel leütte, nicht hohe personen, per magiam
zu verführen, beschuldiget worden) sol an itzo,
in der Moßkaw, sein. Gott bewahre vor betriegern!
Ein Gold☉schmidts geselle zu halle, hat von seinem
Meister, etzliche Tausendt werth, von kleino-
dien, undt Juweelen, zu verarbeitten, bekommen,
von hof undt sonsten. Sol auch ehrlicher leütte
kindt daselbst, undt in die 3000 ThalerThlr: reich
sein. Er hat sich aber, dieser schönen sachen, gelüsten
laßen, und als der Meister schlafen gegangen,
undt dieser geselle neben dem lehriungen allein
gelaßen, zusampt den preciosis, bringet der
Geselle, aus des Sathans antrieb, den iungen
|| [[Handschrift: 256r]]
umb, schneidet ihm die gurgel ab, packt ihn geschwinde
zusammen, so guht, alß er kan, undt wirft ihn also in ein
offenloch. Alß es Tag wirdt, macht er ein geschrey,
als wehre der iunge entlauffen, undt hette die klei-
nodien endtwandt. Der Meister, erschrigkt, bittet
umb hülfe, suchet, verfolget, schicket nach, auf
allen Straßen, aber umbsonst. Endtlich, über eine
kleine zeitt, will des goldtschmidts weib, feẅer
im ofen anlegen, da findet sie die zerstümmelte
gliedmaßen, des iungen, zeigets ahn, undt
wirdt der gottlose gesell eingezogen,
bekennet auch alsoforth, auß angst des bösen
gewißens, die übelthat, undt wirdt also
sein recht außstehen müßen. Jst schregklich,
wie der Teüfel, durch böse lußt, die leütte
verführet! Dieser ist von reichen, ehrlichen
Elltern gewesen, hat auß Armuth, nicht stehlen
dörffen, noch andere mit sich, in ungelegenheitt,
ia <umb> leib, undt leben bringen. Nun, hat er nicht
allein, seinen Mittchristen, Meüchelischer weyse,
ermordet, Sondern auch sich selbst, umb seine
zeittliche wolfahrt, ehr, undt guht gebracht,
und dörfte, (wo ihm seine buße kein rechter ernst wehre!)
baldt neben der ewigen Sehligkeitt, hin spatziren.
Also kan einem der Sathan, die wollust dieses lebens, verkehren!
|| [[Handschrift: 256v]]
Gott bewahre, vor solchen Teüfelischen gedangken!
Die Erffurter avisen, geben: daß der Chur Meintzische Doctor Mehl,
mit verlangen, erwartett wirdt. Jst schon von Stettin
auf Berlin, undt Dreßden zurücka kommen, nacher Regen-
spurgk wieder zu kehren. Die zeitt wirdt zu Regensburg
zugebrachtt, mit FaßnachtMummereyen, gastereyen,
undt freẅdenfesten. Der Kayser, hat eine stattliche
Comœdie, 14000 ReichsthalerRthlr: kostende, halten laßen,
dergleichen bey Menschengedengken, keiner
gesehen solle haben. Den ReichsStenden, wirdt
inndeßen die zeitt sehr lange, wegen der unkosten,
undt so lange verweilung der proposition.
Jn Frangkreich liegen die Armèen, in den quar-
tieren stille. Der Cardinal wirdt größer.
Die Königlichen consilia, gehen auf einen absoluten
Dominat. Niemandt darf contradiciren.
Die Engelländer suchen vergleich, mit hollandt,
die Staaden aber, werden zum kriege sehr animirt.
Die Seeländer befinden sich insonderheit, wol darbey.
Polen, undt Schweden haben geringen lust zum friede.
Schweden führet viel völgker, in Liflandt, undt
hat Riga, mit 4000 Mann, besetzt. Polen, achtet
solches nicht, suchen den Chmielinsky zu begühtigen,
|| [[Handschrift: 257r]]
darnach aber, desto heftiger, ihre feinde ahnzugreiffen.
Zwischen Chur Brandeburg undt Schweden, wehren zwahr
die geschwebte zoll: undt andere Strittigkeitten,
numehr, biß auf die ratification der principalln verglichen[.]
Der Königlich Engelländische gesandte zu Regenspurg
hette bey Kayserlicher Mayestät audientz gehabtt, undt umb
hülffe, angehalten.
Jn der Schweitz, Lucerner gebiehts, fangen ahn
zu rebelliren, befinden sich über 2000 Mann starck
in waffen, verstärgken sich täglich, haben 12 Gra-
vamina der Stadt Lucern, übergeben, welchen
sie abgeholffen haben wollen.
Schreiben, von Regenspurgk von unsern gesandten.
Melden dergleichen, wie oben, iedoch in etwas variirenden
terminis. Beklagen, die verweilung der proposition, auf
Chur Brandeburgs anhalten, item: den abzug des grafen Oxen-
stierns, die große Theẅrung, die verspilderung, der
zeitt, undt unkosten, das pancketiren, undt faß-
nachtmummereyen, comœdien:spiel, undt dergleichen,
die großen ärgerlichen divisiones, zwischen Chur
Pfaltz, undt pfaltzgraf Ludwigen, undt andere disordinj,
sonderlich auch, das ihnen, weder briefe, noch wechßel, auß An-
haltt, zukommen. Milagius schreibt mir auch in particulari,
in etzlichen privatis, undt was ihm, von venedig zukommen.
Er Jonius, hat geprediget, auf unserm Sahl,
tröstlich, undt Schriftmeßig, vom Cananeischen weiblein3.
Extra zu Mittage gehabtt, die Rindtorfinn[,]
den iüngern Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey undt Jonium.
Risposta von Deßaw, undt Zerbst, commiserando.
Nachmittags, cum filijs, in Jonij predigtt.
Avis: daß im Amptt Lindaw der Oberste reformirte
prediger, auch verstorben, undt daß an deßen
Stelle, numehr auch wieder, ein lutheraner
soll verordnet werden. Jn Zerbst haben sich
auf der kirchen zu Sankt Bartolomej vorm Schloße,
aufm Tache, undt zigeln, drey abendt nach-
einander, drey Sterne sehen laßen, auf dem
dache, undt zigeln. Vor weniger zeitt, haben die
lutherischen Bürger zu Zerbst, an den Raht allda
geschrieben, undt begehrt, ihnen darinnen,
einen luttrischen prediger, zu verstatten.
Der Raht, hat solches, gesampter Fürstlicher herrschaft,
notificirt, undt erwartett gnedige resolution.
Der luttrische Superintendens, will mit ehistem,
in der großen Stadtkirche, zu Sankt Nicolaj, eine
|| [[Handschrift: 258r]]
predigt thun, undt will sich, durch die luttrischen Bürger, an
die Cantzel begleitten laßen. Gott erhalte daselbst,
seine reformirte gemeine, undt stehe ihnen bey, mit
seiner gnade, mit seinem Heiligen Geist, mit Christlicher
gedultt, aufrechtem glauben, hofnung, undt
wahrer bestendigkeitt!
Einer von Thanne (auß der grafschaft Manßfeldt
bürtig) CammerJungker, undt Forstmeister zu
Wolfenbüttel, welcher hertzogk Friederich Ul-
rich Sehliger, von anno 1617 biß 1634 gediehnet,
hernachmalß aber hertzogk Augusto aufgewartett,
hat sich bey Mir præsentiret, undt
mit unß, zusampt dem Schafgotzsch, zu
nacht gegeßen. Er hat Meiner gemahlin,
briefe gebracht, von Wolfenbüttel, undt halle.
Der von Thanne, sagte auch gestern, das heütte
acht Tage, die Administratorinn zu Halle, mit einer
iungen Tochter, abermal genesen wehre. Gott gesegene sie!
Jtem: daß aufn Mittwoch, 3 contra 3 sich balgen
wollten, bey Magdeburg umb einer Fraw willen,
welche einer schon 2 iahr gehabt, undt des andern
maistresse, vorhin gewesen. Die eine parthey seindt holl-
steiner, der principal ein Buchwoldt4, die andere Meißner, der principal Burckrodt.
|| [[Handschrift: 258v]]
O curas Hominum! o quantum est in rebus inane!?5
Er beiahete auch den letztmals überschriebenen
Mordt, des goldtschmidtsiungen, vom gesellen
ahngethan, undt das gestern frühe seines
des gesellen stiefvatters schönes hauß, abge-
brandt wehre, zu vermehrung, seines un-
glücks. Er hette auch bekandt, das er in Polen,
dergleichen diebstall, mit Juweelen, begangen,
undt darzu, einen Pollnischen herren, deme sie
zugehöret, und dem er gediehnet, meüchelischer
weyse, umbgebracht hette. Man helt noch sein
endurtheil auf, mehr unthaten, von ihm, zu erfahren.
Jl me confia aussy, qu'on se met en
deffence, contre toute inique Violence, aux
cercles, de la Basse Saxe, de la Westphalie,
& dü Cercle jnferieür dü Rhyn. Qu'on craint
lés Lorrains. Que la Pouloigne & le Denne-
marck se joindront, pour attacquer de deüx costèz,
la Swede, & que les Cosacques, ayderont aux
Polonnais. Que la forteresse de Wolffenbüttel,
aura dès nouvelles fortifications, par l'indüstrie
|| [[Handschrift: 259r]]
Commendeür Busch, qui y est, Hollandois Jngegneür
& Colonel. Que les Estats dü Pays de Brunswig,
contribüoyent, üne grande somme de denier<s>, a cela,
outre d'autres jmposts, a payer les debtes, &
pour dèsfrayer, l'Ambassade de Ratißbonne. perge
Que le Düc de Zelle, est allè en Holsace,
celebrer sés nopces, avec la niepce, de ma femme.
Que le Vieil Düc de Wolfenbüttel n'a conviè
nül Prince au baptesme, n'a gueres fait
dü petit enfant de son fils, s'accommodant au Temps.
Que les Hollandois, sont en alliance, avec le Roi de Danemark[.]
Que le Roi d'Angleterre sera secourü.
Que le feü Düc Frideric Ulric son maistre,
a eü dü Roy Jacques de bonne mémoire en Angleterre,
üne medaille au chappeau, de la valeür,
de 50000 Dalers, & üne chaine d'or, avec
Diamants, de mesme valeur. Le Prince
Henry de Galles, a donnè alors, a ce sien
cousin, üne belle chaine, dü prix de 20000 DalersDal:
luy laissant au Testament, ses armes,
de pied en cap, sa meilleüre hacquenèe, et deux
beaux chiens d'Angleterre.
Die Avisen von Leiptzigk, geben:
Daß der König in Dennemark mit Engellandt zerfalle,
wegen etzlicher verarrestirten Schiffe.
Admiral Tromp, hette nach dreyTägigem
schifstreitt, den Admiral Blacke geschlagen,
victorisirt, undt 12 Schiffe abgenommen,
zwahr nach verlußt 9 kaufschiffe.
Der Frantzösische gesandte zöge auch diß-
gustirt auß Londen.
Cardinal Mazzarinj, solte Connestable
in Frankreich werden, des Düc de LongueVille
Tochter heyrathen, seinem vetter, den Cardinals-
huet abtretten, sich aber 100 mille kronen jntraden,
von geistlichen beneficien, reserviren.
Prince de Talmont, oder Tarante, wehre
von den Printzen abgewichen, und in haag kommen.
Harcour, hette noch das guberno zu Briesach,
welches gerne Cardinal Mazzarin haben, undt gegen
das kriegerische in Guienne vertauschen möchte.
Die Schweitzer seindt schwührig, wegen er-
manglender bezahlung, wollen alle den 30. Martij
|| [[Handschrift: 260r]]
stylo novo kraft habenden befehlichs, von ihren obern,
abmarchiren, auch das Regiment dés gardes,
auß Frangkreich wo man sie nicht befriediget.
Barcellona wirdt mit 2 castellen bezäh-
met, undt die Königlich Spannische außrüstung,
contra Portugall, ist extraordinarie groß,
von seinen Tapfersten officiren, undt besten Soldaten.
Der Kayser recreirt seine Chur: undt
Fürsten6, zu Regenspurg mit Comœdien, wirth-
schaften, undt dergleichen Freẅdenfesten.
Jnterim, wirdt die Proposition, von einer zeitt,
zur andern, verschoben, wiewol der vergleich, zwischen
E<C>hur Brandeburg undt Schweden, gehoft wirdt.
Viel gesandten, (auch außerhalb Reichß,)
kommen aldar ahn, auß Engellandt, Polen, etcetera[.]
Jn Schweden, graßiren noch krangkheitten.
Der Türcke, armirt gegen Candia,
undt Dalmatia, in währenden tractaten,
mit Venedig.
Die lottringher, haben sich in das landt
von Lüttich, retiriret, nach dem die Staaden sie ver-
iaget, undt thun schaden, im Luycker gebieht, biß
ans Trierische hinan, welches zu Regenspurg, alarm machet.
Der holländische Pensionarius Paw, herr von Hemsteede,
ein sehr erfahrner wolqualificirter Mann, so an
Catzens stelle kommen, undt auch Ambassadeur hiebevor,
in Engellandt, gewesen, sol auch gestorben sein.
Jst billich, zu beklagen! <Et ie le plains, particülierement[.]>
Die Schweitzer im lucernischen, haben
auch rebelliret, undt über 12 gravamina, ein-
gegeben.
Der Gubernator von Meylandt, verwahret
seines anbefohlenen landeßgräntzen, gegen
die Schweitzer, undt Grawpündtner.
Jm Altenburgischen Fürstenthumb, bey
Salfeldt, höret man von vielerley
Seltzahmen prodigijs.
Zu Magdeburg hat eine beseßene
Magd, greẅlich, sich geberdet,
endtlich aber, allerley von des Türgken
ahnkunft, außgesaget, wie auch von andern
orthen, hin: undt hehr, damit gedroẅet
wirdt, es seye serio, oder auß anstiftung,
arglistiger leütte! Gott bewahre, vor mehr unheyl!
Der Administrator von halle hat mir, die fröliche
genesung, undt endtbindung seiner gemahlin Liebden mit einer
iungen Tochter, heütte 8 Tage, an itzo notificirt.
Der von Thanne, ist heütte frühe, wieder nacher
Wolfenbüttel, verrayset. Gott geleitte ihn!
heütte, haben meine kornschreiber
<gersten> seen laßen <4 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 3 Schefel (Scheffel)schfl: auf die Klipperbreitte[.]> Gott gebe, zu segen undt gedeyen!
<3 hasen, Abraham von Rindtorf[.]>
Jch habe abermal, nacher Zerbst, undt Deßaw, geschrieben.
Jn Oeconomysachen, travagliiret.
A spasso, in schönem wetter, gegangen.
Gegen abendt, hats geregenet.
Abermalß 4 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten alhier, undt 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: zu Zeptzigk
sehen laßen. Gott gebe, zu Segen! undt wachßthumb!
<Windt, regen, nachmittags[.]>
Jn die wochenpredigt, cum filijs, undt passionpredigt[.]
Extra der iunge Sekerka, undt Doctor Mechovius, zu Mittage,
wie auch der Tobias Steffeck von Kolodey nebenst Schafgotzsch,
welcher allein mit unß, gegeßen, undt ordina-
rius extraordinarius ist. Sie haben ihn gestern
abendt, als er den keller besehen wollen, voll
gesaüfft, darüber er gar krangk worden.
Alhier, seindt heütte wiederumb 3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 19 Schefel (Scheffel)schfl: gerste,
undt zu Zeptzigk 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gerste, undt 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 5 Schefel (Scheffel)schfl:
hafer, gesehet worden. Gott gebe zu segen!
Mehr zu seen, hat regen, undt windt gehindert.
Philipp Güder, hat sich bey mir præsentirt,
wie auch Hans Friedrich Eckardt, in Amptß: und Cammersachen.
Es seindt abermalß Numero 7 undt 8 Relationes,
von Regenspurg einkommen. Die proposition ist
noch nicht geschehen. Man cunctirt, wegen
Schweden undt ChurBrandeburgs differentz, mit
der restitution Pommern. Schwedische urgiren
die admission zur session, undt Voto, biß dato,
frustra. Es gibt auch streitt, wegen der præce-
dentzen, im Churfürsten[-], undt FürstenRaht.
Die Stadt Zerbst, ist bey Kayserlicher Mayestät ein-
kommen, protestirt wieder unsern landtTag,
undt hindert die Kayserliche confirmation. Un-
sere Abgesandten, tumultuiren darüber,
begehren originalia, blanckeet, undt
andere Sachen. Unsere Vota discrepiren
ein wenig, wegen der blanckeet, undt das man den
gantzen landTagsabschied, nicht dahin schicken mag.
Abermalß relationes, von Regenspurg Numero 9 undt 10.
Pfaltzgraf Ludwig Philipß, ist mit dero gemahlin
auch zu Regenspurg ahnkommen, undt von Chur Pfaltz Liebden
visitirt worden. Die Proposition wirdt aber-
malß verschoben Chur Brandeburg zu gefallen.
Die Schweden braviren, sagen Sie fragen numehr
nichts darnach, man möge sie admittiren, oder nicht.
Unsere gesandten geben visiten, undt kriegen
ansehliche revisiten. Bekommen guten respect.
Die Geistlichen Fürsten, förchten sich auch, vor
Schweden, und suchen ein Temperament, so wol
alß die Evangelischen wie sie mit Chur Brandeburg
zu vergleichen, undt zur session, voto, undt be-
leyhung, zu admittiren? Der Stadt Zerbst,
sache, wirdt sehr urgirt, auch von unsern legatis.
Jn Ungarn, irritirt man die Türgken, ex parte
Cæsareanorum. Schweden armirt gewaltig.
Naßaw Sarbrügk, will auch numehr, ein Fürst sein.
Vor die vertriebenen Evangelischen, in den Fürsten-
thümern, Oppeln, undt Ratibor, wirdt jntercediret.
Avis: daß hertzogk Geörge Rudolf von der Lignitz, als
Kayserlicher undt Königlicher OberAmptßverwalter, in Schlesien,
den 4. ⁄ 14. Januarij, Morgends umb 2/4 auf 9 unver<muh>-
tende, an einem Schlag: undt Stichfluße, Todes ver-
blichen, alß Jhre Liebden noch den abendt zuvor, noch alle
wohl zufrieden gewesen, auch zimlich lustig, in
conversation, mit etzlichen neẅbestellten Rähten,
sich erzeiget. Es seindt ihr, solche flüße, bey Nacht
im Schlaff gefallen, undt haben alsobaldt, die
Sprache, verstandt, undt fühlen, mitt hinweg
genommen. Die 3 herrenvettern, die herrn hertzoge
zu Brieg, haben sich, der Possession des Fürsten-
thumbs Lignitz, alß nächste agnaten, alsoforth
bemächtiget, undt auf jnterim, herrn Zedlitzen,
herrn Schweinitzen, beyde vom Adel, item: Eichhorn,
undt Lindern, gelehrten, das Regiment ahnvertrawet.
Des verstorbenen hertzogs Freẅlein Schwester,
Fräulein Maria Sophia (so auch, der reformirten
religion ist) giebet sich, vor eintzige Allodial
erbin ahn, undt prætendiret alle bahrschaften,
undt viel anders, deren herr Schildtbach (ün mütin)
bediehnet ist. Man hat sich aber, mit ihr, nun schon
(Gott lob) gühtlich, undt noch leidlich verglichen,
|| [[Handschrift: 263r]]
undt sol Sie, der Grafschaft Parchwitz, ad Vitam,
undter andern, zu genießen haben. Der Schiltbach, sol
ihr raht, undt der Marschalck Christof7, ihr
hofmeister, undt Burggraf bleiben. Sie sol ein
stadtliches, mittererbet haben, weil kein
Testament vorhanden, betauret herr Schafgotzsch
das ihm, undt seinen herrn brüdern8, ein großes
endtgangen. Gott hat es aber dißmahl,
den Nähesten blutsverwandten, gegönnet!
et cetera
Andreaß Müller, der <Fraw> Schwester von Meck-
lenburg raht undt Secretarius, hat dieses
alles, vom 2. Februar stylo novo auß Schlesien,
an den Hanß Bernds, gelangen laßen.
perge
A spasso, in schönem wetter, gegen abendt,
(nach bestelletem postTage) auf meine felder.
Risposta von Deßaw, undt Zerbst per expreßen.
Les Lüthériens taschent a se fourrer, en la grande
Eglise Servastienne pour l'occüper, mesme avec le consen-
tement, dü Chef Süperieür. Dieu nous en garde!
Le Prince Jean, fait estat d'aller a Oldenburg &cetera &cetera[.]
Le nouveau Recteür Heinsius, sera installè, a Zerbst,
le 16. de ce mois, & l'on y ira en personne, ou par depütation.
Les Vierges nobles, retractent le Voyage de Curlande. perge
L'Electeur de Saxe, persecüte aussy nostre Religion
á Brehmen, ayant commandè a sés Ambassadeurs a Ratis-
bonne, de s'opposer, au saufconduict, que l'Empereur
leür a Voulü ottroyer. perge Dieu nous Vueille assister!
<Regen, Vormittags[.] Schön wetter nachmittags.>
Hanß Fritz Eckardt, habe ich nacher Zerbst, umb
Zerbsten[!] Bier, geschicktt. Gott geleitte ihn!
Hanß Kohte, ist gestern mit Hanß Geörgen
Berger, (nach einem langen groll) verglichen
worden.
On a üsè hier, a <la> table <dès Damoyselles>, au disner, des
jnvectives jnsüpportables, contre nos Ministres.
Dieu confonde, ces Esprits mensongers,
quj n'ont point de honte, de les injürier
ouvertement, les serviteürs de Dieu!
Nostre bouthillier, a estè rüdement
battü, par le Baillif, en 4e. endroits, ayant
querelle, avec ün autre bouthillier.
et cetera
Jch habe den Obrist leutnant Knochen hofraht Paulum
Ludwigen, wegen allerley wichtigen sachen, so zu
referiren, undt zu deliberiren gewesen, bey Mir gehabt.
Gott gebe überall, glück! undt succeß!
Briefe von Zerbst, in consenßsachen der lehengühter,
undt wie die Dotes darauf zu mindern, oder zu
erhöhen, so wol als die schulden zu determiniren,
damit der MannsStamm, nicht beschwehret werde,
fraget mich, Fürst hanß, umb raht, undt ich
habe darauf wieder geantwortett. perge
A spasso gegen abendt, in schönem wetter.
Meine leütte, haben Nachmittagß, in die ge-
richtsbreitte, gesehet, 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 12 Schefel (Scheffel)schfl: gersten,
Gott laße es wol aufgehen, wachßen! undt gedeyen!
heütte ist es 17 iahr, das unser unglück, in
der plünderung, anno: 1636 recht angegangen,
iedoch, durch Göttlichen beystandt, undt augen-
scheinlichen Schutz, der lieben Heiligen Engel, gemiltert
worden. Gott helfe, (so wir länger leben sollen,)
daß wir allezeitt, seine gühte preisen!
unß, mit dem beschehrten Segen, genügen
laßen, undt auch in diesem zeittlichen hinführo
beßer glück haben mögen, doch nach seinem
gnädigen, väterlichem willen, und wolgefallen.
Ma femme n'a pas estè bien, cejourd'huy,
ayant mangè ce mattin, dès sürjons, de sam-
bucus, holunder, etcetera[.] Dieu la Vueille reguerir!
<Regen, windt.>
Gestern wahr das Æquinoctium Vernum, wiewol es
auch etzliche, auf vorgestrigen Tag, rechnen.
Avis: daß der übelthäter, der goldtschmidtsgeselle zu halle
gerichtet, von undten auf gerädert, undt mit glüenden
zangen, gekneipt worden. Seine wolhabende Freünde,
sollen dem Administratoj 400 ThalerThlr: an gelde, undt
eine hufe agkers, gebotten haben, wenn er ihn möchte
köpfen laßen? Jhre Liebden haben aber, das billichmeßige
strenge urtheil, gegen einem solchen dieb, undt
Meüchelmörder, exequiren laßen. perge
7 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, seindt noch heütte Morgen, auf die
Gerichtsbreitte, gesehet worden. Gott gebe zu segen! undt gedeyen!
Die avisen von Erffurdt, geben: daß die proposition zu Regenspurg
abermals verschoben, biß auf den 15. Martij. Die Stände
werden schwührig, schwatzen vom hinwegraysen. Die
ruptur der friedenßtractaten, zu Lübegk zwischen
Polen, undt Schweden, dörfte die resolution befördern.
Der Pollnische gesandte zu Regenspurg ist, mit 92 personen,
undt 83 pferden, sampt 4 kutzschen, undt 5 reyse-
wagen, eingezogen, stattlich eingeholet, undt den fol-
genden Tag, zur Kayserlichen audientz, admittiret worden.
Graf Strozzj, undt graf Caprara haben kugeln
gewechßelt, iedoch unbeschädiget darvon kommen. Der
Kayser, hat alle beyde, in arrest nehmen laßen.
Jn der Schweitz, währet der pawren Rebellion noch, im
Lucerner gebiehte. Die andern Eydgenoßen, seindt bemü-
het, solch feẅer zu löschen, damit es nicht weitter, umb sich greiffe.
Zu Meintz, sol neẅlichst zu endt des Februarij; ein
Erdbebem[!] gewesen sein, abends umb 7 uhr.
Die lottringhischen völgker, nehmen mit gewaltt, quartier,
im Cöllnischen, undt Trierischen, welches diese beyde
Churfürsten, hoch empfinden, zur gegenwehre, anstaltt
machen, auch am Kayserlichen hofe sich beschwehren, das man
ihnen keinen wiederstandt thut.
Fürst Hanß Ludwig von Naßaw, meines brudern
Schwiegerherrvatter, so bey den Friedenßtractaten,
zu Münster, undt Oßnabrügk, Kayserlicher Ambassador
gewesen, nach dem er in die 17 wochen, krangk gelegen,
ist neẅlich zu hadamar, Todes verblichen. Gott gebe!
das er nur sehlig gestorben seye. Wahr ein herr, von
großen qualiteten, gutem verstande, undt schönen
gaben, undt mein allter freündt, undt bekan-
dter, schon von anno 1613 hehr. Schade ists, daß
er die einmal wol erkandte, undt bekandte,
auch zuvor bey ihm wol gegründete warheitt,
unserer religion, verleügnet hat. Ach! das er seinen
Mißtritt, erkandt, undt wieder sich bekehret hette!
Jn dem iüngsten SeeTreffen, sollen so wol die Holl:
als Engelländer, undterschiedene Schiffe, verlohren haben,
undt kein Theil großer victorie, sich rühmen können,
|| [[Handschrift: 265v]]
außer: daß die Holländer, ihre kauffardySchiff, in salvo
gebracht. Zu Londen, nimpt die uneinigkeitt noch über-
handt, die gemeine will ein neẅes Parlament, undt darzu
den General Cromwell, seines Generalats, entsetzt
haben, das itzige Parlament, leßet auch, eine Neẅe Bibel machen.
Jn Frangkreich, bemühet sich der Cardinal, mit
großen promissis, den Printzen von Condè, auf die
Königliche seitte, zu ziehen, undt zu gewinnen. Derselbe
Printz wangket, weil viel seiner vornehmsten
Officirer, sich retiriren, undt beym Könige, wieder
zu gnaden zu kommen sich bemühen. Nach diesem,
wirdt berichtet, daß die hollend: undt Engellendische
Flotte, iede 70 kriegsSchiffe stargk gewesen.
Sie haben 3 Tage mitteinander, heftig geschlagen,
worüber viel Schiffe, zu grunde gegangen, endtlich
haben die Anglj, weichen müßen, undt den Batavis,
(welchen aber auch, etzliche Schiffe verbrandt, undt
in grundt geschoßen worden) 10 Schiffe gelaßen.
Die holländer wollen numehr den krieg
eiferig forthsetzen, undt dem Könige in Schott-
landt, 40 OrlogsSchiffe, außrüsten, welcher
mit ehistem, im haag, erwartett wirdt,
dahin auch der Düc de Clochester angelanget,
undt auß Anglia, von guten leütten, salviret worden,
|| [[Handschrift: 266r]]
als iüngster Bruder vom Könige in Engellandt.
Man verhoffet, noch, Schweden werde, gleich Dennemargk
gethan, sich für den König in Engelland und Schottlandt declariren.
<Reiff, Frost, mane. Postea: schön wetter.>
hanß Eckardt, ist von Zerbst wiederkommen. Klaget
über groß gewäßer, undt daß er zu Dochumb,
großen zoll: undt Fehrgeldt vom Zerbst[isch]en bier geben
müßen, auf sonderbahren befehl, undt verordnung,
des iungen hertzogs von Braunschweig als Protutoris Liebden
bey welchem sich die Rähte bescheidts erholet,
über welcher incivilitet, undt scharfen bescheidt,
(darinnen ohne undterscheidt, allen die freye
überfahrt, inhibiret, undt benommen wirdt!)
ich mich verwundern müßen.
Aufm heüttigen Sontag Oculj, hat unser Magister
Mencelius, auf unserm Sahl geprediget, das Evan-
gelium, wieder etzliche errores, stattlich, (der
reinen warheitt zu Steẅer,) außgeleget, undt
bey den rechtglaübigen, großen dangk, bey
etzlichen Adversarijs aber, undangk in fine
laborum, (welches der weltt dangk ist) verdienet,
unahngesehen er unsere lehr, u mit wieder-
legung, der falschen beschuldigungen, gar mit
Christlicher bescheidenheitt, mehr defendirt, undt
excusiret, als andere, zu offendiren, begehret, undt
|| [[Handschrift: 266v]]
viel mehr selber, wieder das lästern, undt schmähn,
alß vom Sathana herrührende, vernünftig geprediget.
Einem ist das Evangelium, ein geruch des lebens,
zum leben, dem andern, ein geruch, des Todes, zum Tode9
davor Gott gnediglich bewahren wolle!
Extra zu Mittage, Schafgotzsch, a ma table, postea:
Sekerka junior, Tobias Steffeck von Kolodey undt Magister Mencelius.
Nachmittagß, cum filijs, in die kirche, undt Passionspredigtt,
Ern jonij.
Michael Ringk est revenü heüreüsement Dieumercy, de Ratisbonne sans expe-
dition neantmoins, que dilatoire, ou pleine de refüs. Jl
m'a apportè lettres, de Madame Eljzabeth, dü Düc Ever-
hardt, de Wirtembergk, de Piccolomini[,] dü Prince de Dietrichstein,
dü Cancellier Milagius, et de Monsieur Freybergk, toutes six,
en termes bonnes, courtoyses, et instrüctives. etcetera
Jean Moutarde ist bey Mir gewesen, ayant bien expediè
ses èscritüres enjoinctes.
Postea: hat sich Magister Mencelius præsentirt, me confiant
ses persecütions clandestines, a cause dü presche d'hier.
Dieu le vueille fortifier, en sa Vocation!
6 Schefel (Scheffel)schfl: wigkFutter hat man heütte geseet alhier[,]
Jtem: 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 6 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten<hafer> zu Zeptzigk, gegen Peüßen,
item: dahin 5 Schefel (Scheffel)schfl: gersten. Gott gesegene es!
Er Marggravius, ist bey mir gewesen, wegen
seines pfarrgebeẅdes. perge
Post, undt Victualien, von Ballenstedt.
hanß Senff, abermals bey Mir gehabtt.
Ludwig Rober, ist auch bey mir gewesen,
mir referirende, wie es seines Schwagers, des
pfarrers zu Palbergk Sohn, <Hilario> so wunderlich gehe,
Jch habe ihm nicht allein giftöhl, sondern auch,
das Nürnberger pflaster mittgetheilet. Gott
wolle seinen Segen, zur heilung, auß gnaden,
mittheilen!
Die Leiptziger Avisen, geben: daß man zu Regenspurg
die proposition, biß nach Ostern verschoben, weil
Man hofnung hette, zum vergleich, zwischen Schweden, und Brandeburg
so wol in der licenten[-], alß in der Pommerischen restitutionssache.
Die Evangelicj, würden sehr verfolget, in den
Erblanden, incarcerirt, vertrieben, von hauß
zu hauß, außgesucht, undt übel geplaget,
numehr auch das beneficium emigrandj, ihnen
abgenommen, undt sie zur Päbstlichen religion gezwungen.
Die Fürsten hetten auch wegen der seßionen, noch
viel Strittigkeitten, undt beschwehrungen, in-
sonderheit aber, daß man den Churfürsten, die innersten
consilia, ihnen aber, das wenigste communicirte!
Die Türgken theten in Ungarn, schaden, undt
der accord mit Venedig, würde zwahr vermuhtet,
dennoch aber, so große præparatoria, zum kriege
wieder Candia gemacht, das es nicht außzusagen.
Gil de haaß, hat von den venezianern, abgedangkt,
undt gehet, zum Könige in Spannien, contra Portugall.
König in Engellandt, undt König in Polen,
suchen assistentz, bey Kayserlicher Mayestät zu Regenspurg[.]
Die Cosagken, stellen sich geneigt zum frieden.
Schweden stellen sich in verfaßung, neigen sich
doch, zur friedenßbegierigkeit.
Dennemargk, hindert die Engelländischen Schiffe
im Sundt, assistirt den Staaden, und faßet sich.
Jn Schweden, wie auch zu Regenspurg haben viel
Schlittenfahrten, in der Faßnacht, gehen müßen.
Die ParlamentsEngelländer, undt hol-
länder, haben 3 Tage lang, grimmig,
wiedereinander, geschlagen, die holländer
undt Seeländer, sollen 11 Schiffe, undt die
Engelländer, 9 große orlogsschiffe verloh-
ren haben. Den holländern, sollen auch
15 kaufffahrer Schiffe, von der beyhabenden
convoyirten Flotta, abgenommen worden sein.
|| [[Handschrift: 268r]]
Dennoch haben die Staadischen, obgesiget, undt
ihre große kaufmannsflotta, (welcher convoy,
ihnen an völliger Victoria sehr hinderlich,
undt überlästig gewesen) vollends in salvo
gebracht, undt die Engelländer, (mit verlußt
derselben größesten Schiffe), abgetrieben.
Die herren Staaden, haben Gott dem herren, ge-
dangkt, dem Admiral Tromp, umb seiner
(großem Tapferkeitt, undt vorsichtigkeit willen)
8 güldene ketten verehrt, seinen Vice-
Admiral Jan Evertß 2 undt dem Comman-
deür Ruyter, 1 Gold☉kette, sie desto weitter
zu encouragiren. Jn die eilf capitains,
sollen auf der Staaden seitte, todt blieben
sein, undt viel Tapfere Soldaten. Die
Engelländer, haben die Victorie, auf ihrer seitte,
vor gewiß gehalten, undt ihren Soldaten,
die gantze hollendische flotta, aber zu frühe,
preiß gegeben. haben aber, ihren ViceAdmiral,
undt den Schout, bey Nacht, (beyde große
principalSchiffe,) verlohren, undter den 9 undt immer
auß ihren häven, frisch volck, undt Schiffe bekommen.
|| [[Handschrift: 268v]]
Den holländern, ist es sehr beschwehrlich gewesen,
das sie auf die kauffahrer Schiffe, alß
eine reichbeladene flotta, undt des vatter-
landes groß vermögen, ihr absehen richten, müßen,
undt nicht also freye handt, überall zu fechten,
haben können, darüber sie auch, etzliche
albereitt eroberte Engellische Schiffe,
wieder verlaßen müßen. Darnach, hat
kawm die helfte ihrer flotte, munition
genungsam gehabtt, welches sie sehr in-
commodirt, undt übel<er> würde geplaget haben,
wann es ihr gegentheil, recht hette wißen
sollen, inmaßen ihre meisten Schiffe, gar zeitt-
lich diesen gebrechen gefühlet, undt sich baldt
verschoßen gehabt, aber durch großmühtige
vorsichtigkeit, des Tapfern, undt erfahrnen
Tromps, sich undter die andern Schiffe,
gemenget, undt salviret, undt keine mine,
zu weichen, machen dörfen, biß sie wieder
zum fechten, mit munition erfrischt gewesen,
undt aufß neẅe angehen können. Theils
Schiffe sollen in brandt aufgegangen, theils
im wasser, durch das viele Schießen, gesuncken sein.
Eine Jnsel in OostJndien, Amboya genandt, sol
wieder die Holländer, rebelliret haben.
Der König in Schottlandt, wirdt ehistes Tages,
im haag, erwartett, gestaltt auch Printz Robert,
mit einer stargken flotta, in den Provintzien,
erwartett wirdt.
Des Königs in Engellandt, gesandter zu Re-
genspurg heißet, der graf von Willmout.
Die Kayserinn Eleonora, wirdt auch zu
Regenspurg erwartett, weil die Regierende
Kayserinn, baldt niederkommen soll.
Vor Magdeburg haben sich am Mittwoch,
der hollsteiner vom Adel, Bluhm, undt Burke-
rodt, der Meißner, gebalget. Viertzehen
andere haben zum rechten gesehen. Alß
sie lange mitteinander, biß sie müde
worden, gefochten, undt keiner dem andern,
etwas abgewinnen können, seindt sie zu pferde
geseßen, kugeln wechßelnde, da dann der Blum
dem andern, sein pferdt, durchn kamb, der
Burkerodt aber, Blumen, sein pferdt, todtgeschoßen.
Endtlich, hat man Sie von einander gebracht, weil
Sie ihren ehren, ein genügen gethan, undt so weitt
des Churfürsten von Saxen, eigene concession gehabtt.
|| [[Handschrift: 269v]]
Bluhm will doch, sie sollen wieder an einem andern
orth, einander suchen, biß einer auf dem platz, bleibet.
Bluhm sol haben vor 2 iahren, nach einer Ran-
tzowinn, (welche schön undt reich gewesen)
gefreyet, undt den Burckerodt, alß seinen
vertrawten freündt, mit einem brieflein,
an die Dame, zum freywerber, gemacht,
undt abgefertiget. Dieser aber, hat un-
recht verstanden, das brieflein hindterhalten,
undt seine willige dienste selber, vor
andern, anpræsentiret, auch die schöne
Dame, mit 100000 ReichsthalerRthlr: vor sich selbst,
undt keinen andern, gesucht, undt erhalten.
Sie sol auch numehr Schwanger sein,
undt in 3 wochen, ohnegefehr, niederkommen.
Diß sol die uhrsach, des unversöhnlichen
haßes, welchen der Hollsteiner, wieder
den Meißner träget, sein, undt dörfte
noch allerley consequentzen, nach sich, ziehen.
Gott wolle die gemühter vereinträchtigen!
Zu Paris gibt es Metamorphoses, daß die ärg-
sten Feinde, zu freünden, undt diehnern des Königes
|| [[Handschrift: 270r]]
werden. Der Cardinal thut sein bestes, ihrer viel
auf des Königs seitte, zu ziehen. Visonte de Tü-
renne, ist in großem respect, undt größer ge-
macht. Jnngleichem, der Düc de Guise. Die
quartier werden bezogen. Die lottringher,
graßiren, im Stift Lüttich. Zu Paris,
hat eine trouppe Raüber, (nach einem stattlichen
Königlichen ballet, in den Faßnachtfreẅden,)
die Caroßen angegriffen, die Damen geplün-
dert, ketten, kleinodien, armgeschmeide,
undt dergleichen, auch Theilß mäntel, ihnen
abgenommen. Darnach, hat man erst, (post
Festum,) die wache, in allen gaßen, beßer
bestellet, undt vorsehung gethan.
Der Großhertzogk von Florentz ist mit
seiner gallere, spatziren gefahren, hat an
einem theil, die Holländische, an dem andern
die Engelländische flotte, gegen einander
liegende gesehen, undt weil Sie ihn,
mit salven geehret, hat er sie hin-
wiederumb, beschengken laßen, undt
etzliche verarrestirte Engelländer, relaxirt.
Der Hoßpodar, in der Wallachey10, will den frieden
zwischen Polen, undt den Cosagken vermitteln helffen.
perge
Jm Lucerner gebieht, währet die rebellion des
landtvolgks, noch. Sie wollen Bibeln haben, die
schatzungen, undt Tiranney der landtvögtte,
abgestellet wißen. Jm Berner gebieht,
sollen auch etzliche aufrührische sein.
Frangkreich, contentiret, undt stillet
numehr, die mutinirten Schweitzer.
Er Benjamin Gigelßperger, ist heütte bey
Mir gewesen, pour l'amour dès collectes Belgiques.
heütte seindt zu Zeptzigk, 18 Schefel (Scheffel)schfl: haber,
undt 6 Schefel (Scheffel)schfl: erbßen, gesehet worden. Gott
gebe, zu wachßthumb! undt gedeyen!
A spasso; in schönem wetter.
Schreiben, vom Obrist Leutnant Micrander, daß er aufn Donnerstag♃ (gebe gott)
nacher Regenspurg verraysen will. Erholet sich, bescheidts,
ob ich ihme etwas zu befehlen. perge
Diese Nacht, hat meine schönste grawe
Stuhte, im Forwergk verfohlet, undt
ist mit dem Fohlen, (welches man, mit 4
pferden, von ihr tregken müßen) Todt blieben,
<an der Wolffsgeburtt, wie man es nennet.>
|| [[Handschrift: 271r]]
Malheür! unglück! Schade! Patientia!
Jch habe an Cantzler Milagium[,] an Madame Elizabeth,
undt Obrist leutnant Micrander geschrieben, welche<r> morgen
nach Regensburg will. Gott gebe zu glügk! <undt succeß!>
Jn die wochenpredigtt, mit beyden Söhnen, undt
zweyen Töchtern11.
Extra zu Mittage, Doctor Fischern, nebenst Schafgotzsch,
undt andern, gehabtt, <item:> den iüngern Sekerka.
perge
Den Stadtvogtt, nachmittage bey mir gehabtt.
Jean Moutarde ist auch bey mir gewesen. J'ay èscrit
a Berlin & Crossen & Amsterdamb[.] Dieu vueille fortüner més desseings!
3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, seindt heütte alhier geseet
worden. Gott gebe zu Segen! undt gedeyen.
Jn religions sachen der Stadt Zerbst anliegen, Jtem:
der Ritterschaft, neẅe desideria zu Regenspurg
So dann, zwey relationes, de Numero 12<11> undt
13<12> entpfangen. Man hoft noch, einen guten vergleich,
zwischen Schweden, undt Brandenburg[,] vor die Evangelischen
in den Erblanden, wirdt intercedirt. Zwischen Chur-
Pfaltz, undt Pfaltz Lauttern, jst noch zwiespaltt.
Naßaw Sarbrügk; will auch ein Fürste sein,
undt session über die neẅen Fürsten, haben.
Die proposition, dörfte allem ansehen nach, biß nach denen
Oster: Feyertagen, verschoben werden. et cetera
<Windig. I'ay trouvè derechef ce mattin, mès chausses fermèes avec l'esguillette de devant. et cetera>
Meines bruders Raht, Hans Georg Bohße, ist auch anhero
kommen, etzliche expedienda, in der Cantzley, mit helfen zu expediren.
Jch habe auch etzliche sachen, in publicis, & privatis
zu expediren, vollauf zu thun, gehabtt.
Avis: daß der berühmbte Simon Jrnsingher, zu Nürnbergk
(so das weittberühmbte Emplastrum præpariret) dennoch,
vorm iahr, gestorben, undt noch eine Magdt, hinterlaßen
haben soll (dieweil er nie gefreyhet) welche es
soll gar recht machen können. Jst doch darahn, zu
zweifeln, undt großer schade, daß der verstorbene
allte Mann, sein Talent, also vergraben, undt
Niemanden, communiciren mögen. Waß hilft es
ihm nun, in seiner grube, undt Todtengrufft,
undt wo bleibet, die liebe des Nechsten?
Jean Moutarde est party ce mattin, vers Amsterdam[.] Dieu le conduyse!
et ün messager est allè, a Berlinc[.] Dieu le conduyse[!]
Responsum von Sanderßleben, vom Obrist leütnant Micrander,
welcher numehr sich anders bedacht, undt aller-
erst, auf den Montag☽tag, an stadt heütte Donnerstag♃ forth will.
perge
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 13 Schefel (Scheffel)schfl: 3 Viertel (Hohlmaß)v: seindt allhier, an gersten,
gesehet worden, jtem: zu Zeptzigk, 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:
Ferner 2 Schefel (Scheffel)schfl: hafer zu Zeptzigk, undt
4 Schefel (Scheffel)schfl: wyckFutter daselbst. Gott gebe,
zu gnade! segen! undt gedeyen!
et cetera
<Windig.>
Devant 3 ou 4 jours, mon petit Charles,
disoit a table, au disner, comme sans y penser,
dist il: Je ne vivray, plüs long temps. Quand
j'auray quatorze ans, ie mourray <perge>! Ce
qu'a Dieu, ne playse! Ô Dieu,<!> saulve cest
enfant, & son frere, dès griffes, de la mort!
ne permets, qu'ils meürent, en la moitiè, de
leurs jours! Fay luyre, ta misericorde sür
eulx, tout le cours, de leurs Vies, & verse
sür eux tes benedictions temporelles, et
eternelles, en abbondance, tout ainsy,
que sür toutes les aultres, mes filles, & enfans!
et fay les cheminer tous, et toutes, au droict
sentier, de tes Voyes, & en ta Vraye crainte!
par Jesus Christ, nostre Saulveür, & Redemp-
teür, en Vertü efficacieüse, dü Saint Esprit; Amen!
Den Amptmann Georg Reichardt bey mir gehabt.
Wartemßleben, ist von Meiner herzlieb(st)en gemahlin, nacher
Barby, zum Hertzogk Rudolff Augusto <von Braunschweig>, ge-
schickt worden, welcher des graven, vormundt ist. et cetera
A spasso, ans waßer, in gartten, an die Mühle.
Extra zu Mittage: Christof Wilhelm Schlegel,
ohne Schafgotzsch, undt andere.
Philip Güder, ist bey Mir gewesen.
Der Christian heinrich von Börstel, hat
der commission beygewohnet. Jtem: <Tobias Steffeck von Kolodey>
<hofmeister Einsidel principaliter, undt>
hammeln <et cetera[.]> undt andere perge
Rechnungen, Oeconomysachen, vorgehabtt.
et cetera
Commissiones, vornehmen laßen.
Avis: Que le jeüne Marquis George Albert,
insiste aux traces, de feü son frere
aisnè, assommant (quand il est yvre), les
personnes nobles, et ignobles, sans
rayson & apparence, courrant avec
l'espèe nuë süs, a sa pauvre femme innocente,
& parlant plüs dü Diable, que de Dieu.
On dit: qu'il doibt avoir, üne esprit familier,
ce qu'aulcüns attribuent aussy, au Düc
Christian de Mecklenburg & que tous deux, soyent Athèes!
|| [[Handschrift: 273r]]
C'est grand pitiè d'ün mauvais natürel,
& d'üne mauvayse edücation! Dieu les con-
vertisse, & les induyse, tous deux, a repentance!
Maintenant, il doibt avoir, depuis peü,
occis, ün hallebardier, de Monsieur son Pere, qui
tenoit la garde, devant la porte dü Vieil
Marquis Christian. Jl vint yvre en fürie,
avec ün pistolet bandè, chargè, & le chien
abbattü, contre ce pauvre trabant, luy
disant, bayse la bouche, de ce pistolet. Le
Trabant le fait, ou de crainte, ou d'asseü-
rance, ne pensant pas, qu'il luy feroit
dü mal, sans süjet, en sa garde, devant
la porte dü poile de son Pere. L'autre
descharge, le tire ainsy, par la teste, & le
place, roide mort, en terre. Le Pere, accourt,
a ce bruict, poursuit le fils meürtrier,
& le fait arrester prisonnier. Le pauvre
vieil Prince, a rayson, de grisonner, de soing,
& de soucis, sürvivant, <a> tant de crimes de ses
enfans, de meurtres, d'adülteres, paillardises,
incestes, dèsbauches, desordres, dissolütions!
|| [[Handschrift: 273v]]
Dieu Vueille consoler, le pauvre Veillard, &
convertir l'impietè extraordinaire dü jeüne!
Au contraire mon Nepheü, le Düc Güstave
Adolffe, jeüne Prince, est louè, pour sa Pietè,
et Vertü. Jl ne boit nüllement[.] Aux excéz
qui se sont faits a Schwerin, il n'a beü,
que deüx, ou trois gouttes, de chasque Verre,
d'ordinaire il ne boid, aux repas, que
deüx petits verres de vin. C'est le fruict
dès voyages de France, & d'Jtalie, & de la
sobrietè & attrempance qui y regne! Cela
est louable, & digne, d'ün Prince, d'attirer
aux peregrinations, les vertüs, a son üsage,
& de fuir les vices, qu'on laisse a chasque
pays, en abomination. Jl jeüsne ordinaire-
ment, aux vigiles dü Dimanche, & dès festes.
Jl ne voyage point, aux Dimanches, & aux
festes, s'estant pacientè souvent en ün
meschant cabaret, pour y passer, mesme
en Voyage sa devotion dü Dimenche.
Jl frequente devotement, lés presches
|| [[Handschrift: 274r]]
dü mattin, & de l'avant: & apres disnèe!
ne donnant mesme audience a personne,
qu'avant disner, pour eviter les occasions, dü
boire. Son gouverneür le loue grandement,
& ma seür, la Düchesse, (pauvre & desolèe
Vefue!) auprès de laquelle il a estè, a Streh-
litz, se console fort, de ce fils, lequel est
maintenant á Güstrow, & prend les resnes
en main, dü Regime, de son beau Pays. Le
bon Dieu, le vueille conserver, sain et
sauf, longues annèes! le vueille mainte-
nir, & conforter, au beau chemin, de la
Pietè, et Vertü! le vueille entierement
convertir, a la Püretè Orthodoxe, de l'Evangile, s<v>ueilled effacer, de son esprit,
toute Tradition vaine, & hümaine, & tout
ferment Papistique, & luy donner, avec ün
heüreux gouvernement, la cognoissance
& la distinction dü bien, & dü mal, pour
bien iüger de tout, avec Prüdence, & sür tout,
affin de pouvoir discerner, & corriger, le mal, qu'on
a commis, contre sa pauvre Mere affligèe, & contre sa <propre> personne!
A spasso, in zimlichem wetter, da man geseet
aufm Klipperberge. Es hat zwar, etwaß
gewehet, undt geregenet. perge
Er Marggravius, ist von Zerbst wiederkommen. Klaget
über bösen weg, undt groß gewäßer. Referiret,
wie mit großer solennitet, der Neẅe Rector, Heinsius
am 16den: huius, zu Zerbst, introduciret worden, undt
waß vor eine schöne Oration, der vetter von
Cöhten, Fürst Wilhelm Ludwig, publice perorando
lateinisch, in die 1½ stunden lang, darbey
gehalten? mit vieler verwunderung, über
seine gute dexteritet, memorie, animositet,
alles artig, undt wol, ohne anstoßen, vorzubringen.
hagke Plötzkawischer Abgeordneter, hat den
ersten vortrag, im Auditorio, gethan. Postea
hat der vetter peroriret, die wolfahrt der
Schulen recommendirt, den Rectorem <in unser aller nahmen> vorgestellet,
die professores, mit ihm, zum fleiß vermahnet,
die studiosos, zum gehorsam, undt aufmergken.
Darnach, hat Licentiat Keppe, peroriret, hoch ge-
rühmet unsern eifer zu den Schulen, undt deren
erhaltung, postea: des vetters, schöne, dengkwürdige
rede, celebriret, undt unsern allerseits Christlichen eiffer. Undt
dann auch, was auf Heinsium, applicirlich gewesen, nicht vergeßen,
<wie auch die Professores ad Concordiam, et Pacem, vermahnet,>
|| [[Handschrift: 275r]]
undt der Fürstlichen herrschaft laudes extolliret. Endtlich
hat der Heinsius, cum gratiarum actione, & notitia
suæ indignitatis, alß auch guten oblationibus, undt
admonitionibus, beschloßen. CammerRaht Gehse, hat
Fürst Johann Casimirs Liebden repræsentiret, undt
Mein Raht oder Consulent, der Stadt Syndicus
Jehna, die meynige. Obrist leütnant Knoche, ist
auch darbey gewesen, undt eine große frequentz,
Geistlicher, welttlicher, <personen, Officirer, undt gelehrten>, undt studiosorum. et cetera
Fürst Johannes, mein vetter, ist auch in der person,
gegenwärtig gewesen, mit ansehlichem comitat.
Der <gantze> Actus sol, von 9 uhr ahn, vormittags,
biß umb 1 uhr, gewähret haben. perge Gott
gebe, das der rechte scopus getroffen werde,<!>
Gott zu ehren, undt zur wolfahrt der kirchen,
undt Schulen! das ia der Rector, sein Amptt,
wol verrichten, undt verwallten möge!
Die itzigen Professores, nach dem Rectore
Heinsio, seindt: Licentiat Keppe, Doctor Magyrus
undt Magister Wulstorpius. Dieser letzte aber,
wirdt mutiren, undt zum Berlin, eine Vocation
zum Rectorat, bekommen. Mag dißgustiret sein,
weil man ihm, als einem Seniorj, undt wolgelehr-
ten erfahrenen Mann, den juniorem Heinsium, vorgezogen. et cetera
heütte, seindt zu Zeptzigk, ein wispel gersten,
allhier aber, ein halber wispel hafer, auf
dem Klipperberge geseet worden. Gott gebe
zu segen! wachßthumb! undt gutem gedeyen!
Més fils, ont estè pourmener, a tirer dès oiseaulx,
a planter des arbres, a prendre dés perdrix.
Wartemßleben, (welcher von Barby wiederkommen)
berichtet gestern abendt, spähte, das hertzogk
Rudolf Augustus, von Barby, nachm Berlin, gezogen.
Ein Lüttich von geschlecht, so zu Deßaw, gewe-
sen, von halle nachm Berlin, geschickt, den
Churfürsten von Brandeburg zu gevattern
zu bitten, im nahmen des Administratoris Liebden
hat die sachen vom Marggraven Geörge
Albrechtten, berichtet, welche auf voriger
pagina leider! stehen. perge Gott beßere es!
Der hofprediger Mencelius, hat hieroben,
aufm Sahl geprediget. Extra zu Mittage,
ist er geblieben, wie auch Schafgotzsch, der iüngere
Sekerka, Doctor Mechovius, <Schlegel> undt andere.
Der digke Börstel, Rindtorf, des Tromp-
ters Fraw, undt andere, seindt gählingen,
krangk worden, wie auch Geörge Cnüttel. et cetera
|| [[Handschrift: 276r]]
Die<Viel> leütte sollen gählingen an itzo krangk werden.
Gott wolle den zustandt beßern!
Nachmittagß, wiederumb zur predigt des jonij,
mit beyden Söhnen, undt zweyen Töchtern12.
et cetera
Zu abendts, conversirt, mit Schafgotzschen,
postea mit Schlegeln, welchem ich, a Dieu gesagt.
Risposta von Wolfenbüttel, vom allten hertzogk
Augusto allein, (weil hertzog Rudolff Augustus
nachm Berlin, verrayset) undt zween
große pacqueet, in die Cantzley, nach Barby.
Gott gebe, zu meinem besten!
Er Jonius, ist zu Mittage, extra, bey unß, gewesen.
Die kinderpocken, fangen ahn, hier zu Bernburg zu regieren,
gleich wie zu Cöhten, undt zu Zerbst, nach deme
sie zu Deßaw, undt Wörlitz, aufm landtTage, graßirt.
Unsere kammermagd Lisabeth, ist auch krangk
worden. Es reißet die leütte, im haüpt, undt
in den gliedmaßen, wie auc eine reißende gicht!
Gott wolle es beßern! undt die lufft reinigen!
Des Caplans Fraw, ist auch krangk worden.
2 wispel haber, seindt allhier in die lange breitte,
geseet worden, undt 15 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, zu Zeptzigk.
Gott gebe zu gutem wachßthumb! undt gedeyen!
Die Avisen melden:
Das eine erschreckliche Feẅersbrunst zu Eißleben
gewesen, welche über 200 haüser, in die asche gelegt.
Zu Regenspurg ist man noch gar geschäftig, aber man
verrichtet wenig. Der Pollnische gesandte, ist von
dannen abgereyset, umb des Königs in Polen Schwach-
heitt, undt umb des neẅen littawischen ReichsTags
willen. Will aber wiederkommen. Der Churfürst
von Meintz, hat auf eine Fischerey, außfahren
wollen, aber umbgeworfen, undt seinen arm
außgefallen. Gott wolle den guten herren, restitujren!
Zwischen Schweden undt Pohlen, wirdt doch noch, ein
gütlicher vergleich, verhofft, durch inter-
position des Königs in Frankreich[,] der venezianer, undt
der herren herren Staaden.
Schweden wirbt, will aber doch, von dem
vergleich, mit Chur Brandenburg nicht abhorriren.
Chur Cölln, ist auß devotion, nach Paßaw, gezogen.
Der Graf von Lämbergk, so Kayserlicher Ambassadeür,
auch zu Osenbrügk, gewesen, wirdt in Span-
nien, abgesandt, an des <abgestorbenen> Marchese de Grana oder
de Carretto, stadt, meines allten bekandten.
Die Frantzosen, seindt noch wiedereinander.
Prince de Condè, hat Königlich Spannische vollmacht
|| [[Handschrift: 277r]]
mit dem König in Frankreich zu tractiren. Verdün versiret
in angustijs. Prince de Condè, sucht assistentz auch bey
den Engelländern.
Die große grimmige SeeSchlacht, zwischen den
holländern, undt Parlament(ar)ischen Engelländern, sol so graw-
sam gewesen sein, alß noch keine sieder anno 1571
da Don Juan d'Austria, die Türgken, vor Lepanto,
schlug, Beyde Theil, rühmen sich, der Victoria
gleichwol haben die Engelländer, (unahngesehen
ihres großen fortheils, an stargken wolmun-
tirten, undt proviandtirten, auch mit munition
versehenen schiffen, undt das sie auß ihren
häfen, immer frische Schiffe, undt secours,
zu hülfe schigken können, da hingegen, über
die 25 holländische kriegsschiffe, weder
krautt, loht, noch proviandt gehabtt, undt
ihr absehen, auf die 200 kaufmannsschiffe,
solche in salvo zu bringen, haben, undt also
nicht so freye handt, zu fechten, haben müßen)
endtlich, die See reümen, undt weichen sollen,
nach dem auf beyden seitten, Schiffe, und volgk eingebüßt[.]
Die Engelländer, sollen numehr, gar kleinlautt sein
|| [[Handschrift: 277v]]
wiewol sie zu hamburgk, mit großsprechen, undt
wettungen, sehr geprahlet, biß der hinckende
bohte hernacher gekommen.
Die venezianer, tractiren zwahr, mit dem
Türgken, iedoch sol derselbe abermals, über
die 100 Schiffe, wieder sie außrüsten.
Jn Polen, sollen die Tartarn, undt
Cosagken, auch wieder stargk in armis
sein, undt mit krieg droẅen.
Dennemargk will den Staaden, contra
Parlamentarios assistiren, inmaßen
man auch von Schweden verhoft, dahin
ein<e> dähnische gesandtschaft solenniter
erschienen. Sucht friede, commercia, ab-
weisung des Ulefeldts, freyheit des
Sundts, undt dergleichen dinge.
Ein Spannischer, undt Staadischer gesandter,
seindt noch zu Stogkholm.
Admiral Tromp, sol ein gantz güldenes
handtfaß, undt gießbegken, von den herren herren
Staaden, zur verehrung bekommen haben, wegen
geleisteter großen dienste. Die andern hohen
Officiers, nach advenant Gold☉ketten, & talia.
Jch habe von Adolf Börstel abermalß schreiben bekommen.
Monsieur du Moulin, lebet (Gott lob), noch, undt
erbawet, mit predigen, undt Schriften, die
reformirte gemeinden, wie auch andere thun,
alß Mestrezat, Drelincourt, Dalliè, Faucheür,
undt andere. Gott erhalte lange, solche lumina!
Christof von Jehna, mein Raht, undt consulent,
hat sich gestern abendt, eingestellet, undt ist
von Zerbst, herüber kommen, allerley, bey
mir anzubringen, undt zu expediren.
Gott gebe zu gutem succeß!
hofraht Paul Ludwig ist diesen Morgen, bey Mir, gewesen.
Jch habe ihn auch laßen mit Jehna, conferentz hallten.
So ist auch, in Oeconomicis, etwas abgehandelt worden.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Gersten, ist zu Zeptzigk, undt 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: hafer,
allhier außgesehet, Gott gebe zu segen, genoß! undt gedeyen!
Schreiben, vom grafen Schafgotzsch, undt erklährung,
in zimlichen höflichen terminis. Jedoch, Geldt, ist die losung!
Jehna, hat abschiedt genommen, diesen abendt. perge
Jl m'a relationnè plüsieurs choses importantes,
& dignes de ma Notice. Je luy ay donnè, de l'huyle,
contre le Venin, & l'emplastre de Nürnberg a cause de ses
infirmitèz. Dieu le guerisse, benignement perge
Wartemßleben, (welcher gestern zu Erxleben gewesen)
hat mir von meinem Fuchß, undt deßen seltzahmen
zustandt, bericht gethan, Gott wolle es beßern!
Jehna, ist heütte wieder forth, nach Zerbst,
Gott wolle ihn geleitten!
A spasso, in schönem wetter, auf meine rogken-
breitten. Gott wolle den gezeigten Segen, erhalten,
undt vermehren!
heütte, seindt, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: gerste haber, allhier,
in die lange breitte, gesehet, undt zu Zeptzigk 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:
12 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten. Gott gebe, zu gutem genoß, zum
wachßthumb! undt gedeyen!
Nacher Deßaw, habe ich geschrieben, wie auch nacher Zerbst,
undt tentationes, von Plötzkau bekommen.
Donnerstag♃ den 24. Martij; 1653.
<1 hasen gehetzt.>
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, wirdt heütte zu Zeptzigk,
gesehet. Gott gebe, zu wachßthumb! undt
gedeyen! <Magdelena der Altfraw Tochter, ist heütte begraben worden.>
Hilarius, des pfarrers zu Palbergk, Sohn, ist Vorgestern
gestorben, ein frommer knabe, undt der beste, qualificirte
allhier beym Rectore Hesio, in der Schule zu Bernburg
gewesene Discipul. Gott genade ihm! Mein Nürnbergisches
pflaster, undt giftöhl, so ich gerne mittgetheilet,
(wiewol spähte) hat keine miracula dißmahl thun können.
et cetera
Jch bin hinauß geritten, auf meine Zeptzigkische
Saatfelder, undt habe von 3 gehetzten haasen,
einen einbrachtt. <Einsidel, Wartemßleben, undt Sekerka
wahren mitt.>
Briefe von meinem bruder, Fürst Friedrich undt
von andern orthen. Rien de constant!
Jn die kirche, vormittagß, mit beyden Söhnen,
undt zweyen Töchtern13.
Discours, mit Schafgotzschen.
Bürgermeister Tornaw, ist bey Mir, gewesen, wegen
eines gefundenen hasen.
Nachmittage, wieder in die kirche,
cum filijs, et nobilibus, (wie ordinarie)
in die Paßionspredigtt.
Anmahnung, vom landtrentmeister, wegen der contribution
zur vechtischen garnison. Vorzeitten, thate es Fürst August selber.
An itzo, muß man sich, von kahlen kerllen, vexieren laßen.
Gestern abendt, ist ein Schneidergeselle, von hinnen
bürtig, ein frommer Stiller Mensch, (so nie gefluchtt,
sich eingezogen gehalten, wol gearbeittet, wol
gewandert, undt eben, bey mir suppliciren wollen,
Meister zu werden) als ihn unsere Gottlose, theils hofpursche
zum übermäßigen Tringken genöhtiget, undt gezwungen,
undt kein bitten, darwider helffen wollen, er auch also
|| [[Handschrift: 279v]]
sich hinundter gemacht, undt zu seinem Meister
gewoltt, da er doch wol hieroben hette schlafen können,
elendiglich, auß der Fehre, darinnen er geschla-
fen, (weil auch die Fehrleütte zu bette, undt nicht
bey der handt gewesen) in die Sahle gefallen,
undt ertrungken. Jst ein großes unglügk!
Er hatte meine hosen, (salvo honore) geflickt.
Jch wolte lieber, Sie wehren davor
in 1000 stücke zerrißen, undt wolte
gerne viel geldeß, ihn vom Tode, zu
redimiren, gegeben haben, wenn es
Gottes wille, also gewesen wehre?
Gott gebe! das er Sehlig verschieden,
undt nicht vom Tode, übereilt worden seye!
Er ist sonst gerne zur kirchen, gegangen,
hat gerne gebehtet, undt ist unserer
wahren reformirten Religion, wol zuge-
than gewesen. Wir wollen an seiner
Sehligkeitt, nicht zweifeln, unahngesehen
er zu diesem trungk, mehr auß zwang,
anderer, als auß seinem bösen h vorsatz, ver-
leittet worden. Gott wirdt es ihm nicht imputiren,
|| [[Handschrift: 280r]]
Sondern viel mehr, seinen letzten seüftzer
in gnaden, erhöret, undt ahngenommen haben.
Wer da stirbet, ehe er stirbt, der stirbt
nicht, wann er stirbet! Memento morj!
Disce morj! Vive; memor lethj!14
Er hieß Godtfridt Kerrner, ist eben da der Strohm
am stärgksten fleüßt, in der Fehre gelegen, undt
wie sie meinen, daselbst heraußer gefallen,
vorn hinauß, als er etwan schlaftrungken,
oder sonst noch truncken gewesen. Es hat in der
Nachtt, geregenet, (zu seinem unglück) da mag
er desto eher außgeglitzscht sein. Seinen Man-
tel, undt huht, hat man gefunden, den
cörper aber, (biß dato vormittags, umb
zehen uhr,) noch nichtt, worüber sich die Fischer
verwundern. Gleichwol hat man gespüret,
daß an der stelle, wo er mit dem Mantel gelegen,
derselbe umb, undt umb, naß, die stelle aber noch
trugken gewesen. Mag also wol erst heütte
frühe, inß waßer gefallen sein, als er sich
vielleicht waschen wollen, undt ihm der kopff
zu schwehr mag sein worden. Man hat ihn nicht
bereden können, hieroben zu bleiben, und außzuschlafen.
Als er gestern, von der magdt in seines Meisters hause, abschied
genommen, hat er gesagt: Vielleicht sehe ich eüch, zum letzten mahl!
|| [[Handschrift: 280v]]
Also hat es ihm doch, im hertzen, geahnet. Gott
bewahre, vor mehreren unfällen. J'ay peür,
pour Philipp May, & Jean Moustarde! Dieu
les vueille garentir, par ses Saints Anges!
Mais i'ay plüs de crainte & d'apprehension
encores, pour mes enfans, sür tout les fils!
Dieu les garentisse, par sa Sainte grace, et
benediction, & aye pitiè de leür Vie,
les gardant, de tout peril, malheür, &
mauvayse rencontre! ne les ostant en
ce monde, en la moytiè, de leurs jours, ains
les preservant, par sa grace & misericorde,
en santè & heüreuse vie, comme lés bons
Roys, Princes, & Patriarches, de son peüple!
par Jesus Christ, son Fils bien aymè, nostre
Saulveür, & Redempteür, en Vertü dü Saint
Esprit! Amen! Ainsy soit il! Amen! Amen!
et cetera
Der hofraht Paulus Ludwig, ist bey Mir gewesen,
allerley expedienda, zu referiren.
Postea: den hofbalbirer gehabt, wegen
Carolj Ursinj, zahnwehes, so er etzliche
Tage lang, erlitten. Gott wolle es beßern!
Charles Diemen, a voulü desesperer, & tüer ses
d six fils, & üne fille, a cause de la faim, pource que
ma femme, ne luy veüt donner satisfaction, de sa
brasserie, qu'elle luy osta, & a sa devanciere,
Elstermann, laquelle pareillement, se precipita
á mort, par üne<la mesme> fenestre, en bas, par laquelle
ce desesperè a voulü precipiter, ses enfans,
si on ne les luy eüst ravy, de sés mains.
Jl demande satisfaction de sa Brasserie,
non seülement que Madame l a payè a sa devan-
ciere, pour 80 Dalers, (quoy qu'elle vaille
huict fois aultant, qu'üne mayson
à brasser, de de là l'eau) mais aussy,
qu'on ne luy oste, sa mayson propre, & son
heritage, contre droict, & rayson. Jl se
contenteroit <neantmoins> pour tout, de brasser alter-
natifuement, avec ma femme, c'est a dire üne
fois, pour l'autre, & mesme ünefois,
quand ma Femme brasseroit deux fois.
Mais on le desespere, avec difficültèz.
Jl s'en est plaint, aux estats, de tout le
Pays, & aux autres Princes, & menace de s'en
plaindre, a la chambre ou a la cour Impériale[.] De tout cela, on ne
|| [[Handschrift: 281v]]
s'en soucie point!
Mit Carl Ursinus auf die krähenhütte, gegen abendt, aber
nichts geschoßen.
hofprediger Menzelius, hat vf unserm Sahl ge-
prediget, Dominica Judica.
Extra zu Mittage, der iüngere Sekerka,
der Tobias Steffeck von Kolodey undt der hofprediger gewesen.
Schafgotzsch, hat mit unß, gespeiset.
Nachmittags hat Stannius geprediget, (welcher
Diaconus zu Ballenstedt werden soll) von der historia
Abrahams, undt Jsaacs15, fein concinne.
Postea: habe ich mit ihm, aufm Schloße
conversiret, nach angehörter predigt, cum filijs, in der kirchen.
Georg Reichardt wahr zuvor, auch bey Mir, aller-
ley referirende.
Unser herr Gott, hat Magistri Menzelij, iunge
Fraw, gesegenet, mit einem Söhnlein, zum
ersten mahl, in deme er in der kirche, gewesen.
Gott wolle es gesegenen! undt zu seines
Nahmens ehre, erhalten!
Michael Ringk, ist wiederkommen, mit brieffen, von
Zerbst, Deßaw, undt einem Rehe.
Avis: daß Pfaltzgraf Wolfgang Wilhelm,
zu Duysseldorff, mit Todt, abgangen.
Jst auch mein allter bekandter, undt ein
vornehmer qualificirter herr, gewesen.
Gott gebe! das er sehlig gestorben seye!
Er wahr sonst eiferig Päbstisch, wiewol
er im lutterthumb, lange zeitt gelebet! perge
Nacher Zerbst, geschrieben, an Fürst Hans undt Christoph von Jena[.]
Philipp Güder ist bey mir gewesen, & m'a apportè
dès lettres, de Berlin; qui ne valent rien!
Jngratis, servire nefas!
Secretarius Bärnreütt, ist bey mir, gewe-
sen, undt ist gesinnet, nacher Brehmen, undt
Rinttelen, zu verraysen. Gott geleitte ihn!
Dieu luy vueille donner, heüreüse expedition!
Wartemßleben, a estè à Erxleben derechef,
voir mon Alezan, malade, qu'on croyt estre ensor-
cellè. Dieu vueille dèscouvrir, & pünir la fourbe!
Avis: das zu Ascherßleben, kurtz verwichener
zeitt, eine weheklage über Deützschlandt, 3mal
gehöret, undt Engel in derselben kirche, gesehen worden?
Philipp May; ist vom Nathanael Jahn mit dilatorischer
risposta. Gott helfe doch, zu endtlicher resolution!
Schreiben, von Wien, Leiptzigk, Halle,
Aldenburgk entpfangen. Dieu nous soit en ayde!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten zu Zeptzigk seen laßen.
Gott gebe, zu segen! undt gedeyen!
Die Ordinarien geben: <Zu Eisleben seyen 200 haüser
abgebrandt.>
<Item:> Daß die holländer undt Engelländer beyderseitß
viel Schiffe verlohren, gleichwol ist Admiral
Tromp, sonderlich darumb Victorioß, daß
er die kauffardySchiffe, in die 150 mit
ihrem aufhabenden guht, salviret,
undt seinem feindt, mit ermangelnder
munition, getrost undter augen gegangen,
da doch der Engelländer Schiffe, noch eines so
stargk als der holländer, auch mit
doppeltem volgk, undt munition
versehen gewesen, und in ihrem fortheil,
gelegen. Gleichwol haben die Parla-
mentischen auch dangkFeste gehalten,
als ob Sie obgesiget hetten. Die Staaden
|| [[Handschrift: 283r]]
rüsten wieder viel Schiffe auß, undt hoffen secours
von Dennemargk, undt vom Pfaltzgrafen Ruprechtt.
Pfaltzgraf von Neẅburgk, ist so wol gestorben
alß graf hanß Ludwig von Naßaw, undt
als unlengst, hertzogk Geörge Rudolf
von der Lignitz, drey meiner allten freünde.
Die lottringer hausen übel, im Jülicher lande.
Zu Regenspurg gibts noch haspeleyen, undt
competentzen. Die proposition verweilet
sich. Der König, sol zu Augspurgk im Maijo,
gekröhnet werden. <Jn Oesterreich persequirt man Evangelicos.>
Polen, undt Schweden brechen mitteinander.
Chmielinsky, stellet sich friedlich. Chur Brandenburg
wirdt auch impliciret, Polen zu assistiren.
Der Türgke, zerschlägt die Tractaten,
mit Venedig, undt hat ihren Gesandten
Cappello zu Adrianopel, in arrest genommen.
Armiren beyderseitß gewaltig.
Zu Barcellona ist Don Juan d'Austria
Gubernator worden, viel Privilegia gemindert,
was guht Frantzösisch, vertrieben, und justificiret.
Zu Casal ist der Spannische gouverneür, ein geborner
Frantzose16, wegen intelligentzen, in arrest genommen.
Die Lucerner pawren, seindt sehr re-
bellisch gewesen, undt in armis gestanden,
über der Tiranney, ihrer landtvögtte, undt
anderer Gravaminum, die andern orth,
aber, haben sich interponirt, undt den
hader, durch einen Außspruch, gestillet.
Siehet man also, das die Schweitzer,
(unahngesehen der diversitet, in religi-
onssachen) sich wißen, in ihrem Staadt,
wol zu guberniren, undt die Eintracht
zu ihrem Schutz, langwierig zu erhalten!
Jch habe meine Rähte, bey mir, vor-
mittags gehabt, undt mit Schafgotzsch
tractiren laßen, da es gar zehe,
undt hartt hergegangen.
Postea: den Amptmann Georg Reichardt bey
mir gehabt, in vielen dissert<at>iunculis.
Extra zu Mittage, den CammerRaht Doctor Mechovium
behallten, undt Schafgotzsch entreteniren laßen.
Postea: bin ich, hinauß geritten.
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, seindt, zu Pfuhle, gesehet.
Gott gebe, zu segen! undt gedeyen!
Somnium gehabtt, wie ich mit meinen Söhnen,
zum Berlin gewesen. Da hetten sich Königlich
Frantzösische Pollnische gesandten, undt
theils Fürsten befunden. Wir wehren
durch vom Adel, entpfangen worden.
Alß ich nun zum Churfürsten, gehen
sollen, hette ich vor einem gemach, einen
krayß, voll lebendiger Schlangen gesehen.
Eine kleine schlange wehre aufgefahren,
undt hette sich unvorsehens mir, umb
einen handt gewunden am pulß, aber
mich nicht beschädiget, undt sich wieder
verlohren, das ich sie, nicht wieder
sehen können. Darauf hette ein Brandenburgischer
vom Adel, zu meinen Söhnen, inß ohr gesagt:
Eẅer fürstliche fürstliche gnaden gnaden sehen wir allhier von hertzen gerne,
wollen Sie auch wol iahr, undt Tag hier behalten,
wann nur eẅer Herrvatter, nicht mitt wehre?
Jn die wochenpredigt, eine feine Paßions-
vermahnung, von der creu<von creütz> undt Trübsallen,
ahnzuhören, wie Christus von Pilato zum Tode
unschuldig verdammet, Herodj zugeschicktt,
undt den Jüden (wiewol wieder beßer
wißen, undt gewißen) überantwortett
worden. Gott laße unß folgen, unsers
Sehligmachers, sehligen fußstapfen!
undt bereitte unß darzu, durch die
kraft seines Heiligen Geistes, Amen!
Meine beyde Söhne, undt zwo
Töchter17, zogen mitt, in die kirche.
Sagk<Schafgotzsch>e, ist heütte nacher
Plötzkaw, verrayset, nach deme er
seinen bescheidt alhier bekommen, <und mitgenommen.>
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, ist zu Zeptzigk, undt ein
½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, allhier gesehet worden,
Gott gebe zu segen! glügk! und gedeyen!
Der hofprediger Menzelius, sagte heütte,
auch in der predigt, daß 900000 personen,
innerhalb 70 iahren, nemlich: von anno: 1517
biß in annum 1587 inclusive, wegen der religion
|| [[Handschrift: 285r]]
wehren umbkommen, in Papatu, theilß gehengkt,
theils geköpft, verbrandt, oder erseüft, in Belgio, Gallia,
Anglia, Jtalia, Hispania, undter denen wehren,
39 Fürstliche personen, 148 Graven, 235 Frey-
herren, 147518 Edelleütte, 752060 gemeine leütte.
Thut die Summa von 900 mille! Wo bleibt ahn itzo,
(in Deützschlandt sonderlich), derselbige eyfer?
umb des <reinen> wortts Gottes willen, schmach zu
leiden, ia umb der warheitt willen, zu sterben!
Jch trage leider Sorge, das Sprichworth, werde wahr:
Germania, non fert Martyres! Es hat obiges
alles, Magister Johannes Rosa, Professor in Academia
Jenensj, geschrieben, auß deme es Mencelius genommen,
undt ist eine recht schöne Mergkwürdige observation!
sonderlich, wenn man, die dengkwürdigen, erlittenen,
standthaftigen Martyria, specifice lesen wirdt!
undt sich darauß beßernde, selber zur Standt-
haftigkeitt <wjrdt> resolviren, umb Christj willen, sein
blut, willig, gerne, undt freẅdig, zu vergießen. perge
Dann es wirdt dorth keiner gekrönet werden,
er muß vorhero hieniden auf erden, recht kämpfen,
undt biß aufs bluht, wiederstandt thun. Solchen
stargken glauben, gebe Gott, mit Freẅdigem
bekändtnüß, allen seinen frommen, Außerwehlten, kindern!
Schafgotzsch, ist wiederkommen, diesen Morgen, von Plötzkau[.]
hat audientz bey Mir gehabt, Mittagsmahl-
zeitt <mit Mir> gehalten, undt darnach, abschiedt
nehmende, seine rayse nacher Schlesien, forthgesetzet.
Gott gebe ihm glück! succeß! undt daß er
favorabiliter, referiren möge!
Die Grawe Stuhte, im Forwergk, die Ursul
genandt hat gefohlet, undt ein hengstfohlen gebracht.
Gott gebe zu segen! undt glügklichem gedeyen!
Jch habe die 2 schöne gedrugkte predigten
gelesen, welche Doctor Bergius, zu Prage, vor dem Chur-
fürsten zu Brandenburgk, gehalten.
J'ay eü dès traverses, des autres cours, de
nos Princes. Dieu, me delivre, de ce labyrinthe!
