Tobias Steffeck von Kolodey expediè. Dieu nous donne bon süccéz!
Gott hat mir gestern abermalß, ein fohlen beehert
gestern abendt, umb 10 uhr, von der Fuchßichten
Stuhte <in der kutzsche> die lange genandt, ein Stuten füllen.
Gott gebe zu glügk! undt gedeyen!
Philipp Güdern, bey mir gehabtt. Er hat ein Töchterlein,
darzu bittet er dispensation zu 5 gevattern. Gott gebe, zu Segen!
12 Schefel (Scheffel)schfl: hafer, seindt zu Zeptzigk gesehet, undt 10
Schefel (Scheffel)schfl: erbßen allhier. Gott gebe zu gesegnetem wachßthumb! undt gedeyen!
Mit verlesung der weittlaüftigen commißion,
so ich Meinem Raht, undt hofmeister, deme von
Einsidel, Jtem: hofmeister Börsteln, Jtem: Tobias Steffeck von Kolodey
undt Hammeln, undtergeben, zu elaboriren,
habe ich viel zu thun, undt nachzudengken,
gehabt. Gott gebe! daß die interessenten,
mögen recht wol contentiret werden,
undt Mir, undt meiner Posteritet, kein ei-
niges præjuditz, darauß endtstehen. perge et cetera
<i'ay songè ce mattin, d'avoir veü au lict, ma femme extraordinairement belle, blanche, & ieüne, l'embrassant, etcetera d'ün amour, de ieünesse, & extraordinaire! Aulcüns explicqueroyent ce songe, sinistrement & de mauvais presage, dont Dieu, nous en vueille benignement preserver!>
J'ay depeschè derechef, vers Erfurt Dieu me benie!
Bärnreütt mein Secretarius Christoff, ist heütte nacher
Brehmen. Dieu le conduyse! & reduyse heüreüsement!
en felicitant més desseings!
Den Amptmann, Georg Reichardt bey mir gehabt, in jmportantzen.
Der Obrist leütnant Lugk, ist diesen Nachmittag, in
seinen anliegen, bey Mir, gewesen. Je desirerois
ayder a tout le monde, mais il faut ayder
aussy a soy mesme, sans se perdre entierement!
cAdvisen von Harzgeroda vnd Erffurt. perge
Daß der Gros Hertzog von Florentz die Engellendischen in
Porto Longone bis daher gelegene Schiffe ausgebotten
weil sie sich nicht gebührlich verhalten, darauf die
Hollendischen kriegsschiffe, so auf Sie gepast, solcher
angegriffen, 2 in brandt gestecket, den Vice admiral
zugrunde geschoßen, Vnd die übrigen erobert, welches
sonder zweifel in Engellandt mehr verwirrung
bringen wird, zumahl ihnen dergestalt das MittelMeer
auch zum theil abgestrickt, vnd der König in Denne-
mark ihnen die Oostsee auch verwehren wirdt,
Schweden aber, will neutral bleiben, und in der Oost-
See 3 flotten an drey ortten halten.
Zu Regensburg lauffen die Sachen, wunderlich durchein-
ander, der Fürsten rath wird wenig geachtet, Cantzler
Milagius wüntschet, er hette sich zu der legation nicht
gebrauchen laßen, Nach Ostern soll erst die
Proposition geschehen, Jnmittelst wird der Schluß
zu einem gütlichen vergleich gehoffet zwischen Schweden
und Chur Brandenburg.
Jn der Schweitz seind zwar die Lucerner bauern ge-
stillet, allein die Berner bauern seind wol 20 mille stark
beysammen, deswegen die Schweitzer viel völcker zu roß
vnd fuß werben, solcher mit gewalt zustillen.
Der Harcour soll dem Duc de Cantal das guberno
vber das Elsaß, Breisach, Vnd Philipsburg gegen das
|| [[Handschrift: 287r]]
Guberno in Burgundt Vnd erlegung 60000 Cronen ab-
tretten wollen, der Charlevoy soll aus Brisach nach
Burgund reisen, welches alles verenderung gibt.
Jn Frankreich continuirt die vnruh vnd ein alteration
nach der andern, der König persequiret seinen Adversarios
und deren Anhängern. Duc d'Orleans vnd Duc de Longe-
Ville seind selbst in gefahr, trauen auch nicht nach
Paris zu kommen, vnerachtet freundlicher einladung
vnd erforderung. Geldt mangelt an Königlicher seitten.
Printz Von Conde suchet volcks in Teützschlandt, vermeinet
20 mille ins feld zu bringen ohne der Spannischen starke macht.
Jn Engellandt mangelt es sehr an geldt. Die Gemeine
ist schwierig so wol über dem Vielen contribuiren, als über
dem neẅlichst erlittenen großen schaden, dörffte Verenderung
geben.
Jn Hollandt rüstet man sich starckh mit ehesten ein groß-
flotta den Engellendern wieder über den halß zuschicken, vnd
dem König in Schottland etzliche schiffe vnd völcker zu vndergeben
mit denen sich Printz Ruprecht conjungiren könne, in hofnung
daß viel Englische schiffe vom Plack durch: vnd zu ihm herüber
gehen werden. Die Schwedischen in der Vecht haben
Trunkferchen überstigen vnd besezt, gibt nachdencken, Es
lest sich ansehen, als ob die Schweden ganz an die Stadt Bremen
wolten, darumb sie auch den Graven, von Oldenburg sehr
animiren, die Stadt Brehmen, anzugreiffen, sie thun allen
Vorschub darzu an, Allein, wieder zu Regenspurg hierin
vigiliren, dann die Schweden intentionirt sein mögen, dem
Grafen zu holstein, die Statt Brehmen, selbst zubehalten, vnd
hernacher vmb allerhand prætensionen, sich des Blaken sambt
der Grafschafft Oldenburg selbst zubemuhtigen. Der Churfürst
Von Meintz ist vnlengst vor Regensburg von seinem kutscher vmb-
geworffen worden, vnd seither zu bett gelegen, also kan man
wenig zu rathe gehen, man ab arbeitet zwar gar fleißig, einen
Römischen König zu machen, vnd villeicht ohne Capitulation.
<1 Hase, gefunden so unsere winde allein gehetzt.>
Vormittags, hat auf unserm Sahl, Er
Marggravius, geprediget.
Extra: zu Mittage, die Rindtorfinn, der
iüngere Sekerka.
Avis, von Schwester Dorothea Bathildes ankunft, neben
der Fürstin von Bückenburgk1! et cetera
Den Amptmann Georg Reichardt bey Mir, gehabtt,
in allerley, ihme zu informieren, oder zu hören.
Tobias Steffeck von Kolodey ist von Ballenstedt wiederkommen,
mehr re infecta, als, daß etwas erkleckliches erfolget et cetera
Patientia!
Nachmittags, bin ich, mit meinen Söhnen,
(und sonsten gebührlich accompagnirt,)
in die Altstädter kirche, gezogen,
daselbst predigtt, zu hören, des
RheinSchmidts, darnach, habe ich,
(alß erbehtener gevatter,) des Magister Men-
celij Söhnlein, auß der tauffe, gehoben,
Es ist durch den Superintendenten Platonem,
getaufft, undt Christian Victor, genandt worden.
Die übrigen Gevattern darzu wahren,
Meine Fraw Schwester, die hertzoginn von Meck-
lenburgk, Mein Sohn, Victor Amadeus, Jungfer
Wirleben, hofraht Paulus Ludwig, Ephorus hammeln,
Schwartzenbergers Fraw, undt Hanß von Bergen
haußfraw. Gott lob! Das alles wol abgegangen,
der gebe ferner, segen, gedeyen undt fristung!
Meine gemahlin, hat heütte ihren Beicht-
vatter, von Alßleben, Otto Gehse, Superintendent
daselbst, anhero kommen laßen, mit ihren
glaubensgenoßen, zu hofe, Morgen, wils Gott!
zu beichten, undt zu communiciren. Gott wolle
die irrenden bekehren undt auf beßern weg, führen!
<Ô iour fünestee> <1 Hase, wieder wir gesehen!> <Windt. Regen. Trawerig wetter, auch donner. >
Je dis füneste a moy, a cause dü douleureux
souvenir, de la mort inopinèe, de feü mon bon
fils, le Prince Erdmann Gedeon, de tousjours
bienheüreüse, (quoy qu'amere) memoire!
Unser haußknechtt, Michel Krüger, (welcher
uns, in die 18 iahr lang gediehnet, undt trew
from, undt willig, außer dem Gottlosen trungk
gewesen, auch auff Ostern, communiciren wollen) hat gestern
abendt, voller weise, in den allten wänden, den halß gestürtzt.
|| [[Handschrift: 288v]]
Gott gebe! das er sehlig <(wie ich hoffe)> worden seye! Solche
schregkliche exempel, lebendige, undt Stumme
bußpredigtten, solten billich die leütte
beßern, undt bekehren, wann sie sich
doch, vor dem leydigen trungk undt vor
andern lastern, wollten warnen laßen?
Gott fähet oftermals sein gerichtte ahn,
am hause Gottes, undt will nicht, das
man auf gnade, wißentlich, undt vorsetz-
lich, in Sünden forthfahre, undt verharre!
Er bewahre unß alle gnädiglich, vor
der gleichen verstogkung undt verhärttung!
Aviß von Dresen[!], das vetter hanß
Geörge, in der Schlesie, in große waßers-
gefahr, gerahten, undt kawm salviret
worden, Seine beyde Jungkern, Schlegell,
undt Schilling, sollen neben einem knechtt,
ertrungken, undt umbkommen sein. Jst ein
groß unglügk! undt Gott darneben,
herztlich zu dangken, das der gute Printz,
undt liebe vetter, noch errettet worden. Gott
|| [[Handschrift: 289r]]
bewahre ihn ferner, undt helfe, daß er in seinen
wegen stets wandeln möge! Diß unglügk
sol auf der beiße mit den falgken geschehen
sein, da sie dem vogel mögen nachgeritten haben.
Meine Söhne, seindt hinauß geritten. Gott seye
lob! Der sie bewahret hat! Der bewahre sie
ferner gnädiglich! Vor allem unheyl, leibes, undt der Seelen!
heütte hat Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ihre Luttrische
Communion gehalten. Gott wolle, die irrenden, bekehren.
Salomon Neve, der küster vom berge, ist bey
Mir gewesen, Er referirt undter andern, das die
große glogke aufm Thurm, zu Sankt Ægidij, so altt
wehre, alß er, undt anno 1606 gegoßen, undt
55 Centner gewogen solle haben. Man
hat dieselbe am ersten, am pfaffenpusch,
gegoßen, woselbst sie mißlungen,
darnach ist Sie wieder nacher Magdeburg
geschicktt, undt alldar umbgegoßen worden,
von dannen sie hieher tranßferiret worden.
Avis: daß hertzog Rudolf Augustj, von Braunschweig
kammerdiehner2, ein Balbierer, sich selbsten, auß desperation
die kehle abgeschnitten. Siehet man also anderstwo auch, das unglügk.
2 wispel haber, seindt diesen Nachmittag,
allhier, auf der Steinbruchs, gesehet worden.
Gott gebe zu gesegnetem glügk! undt wachßthumb!
Jtzt aufn abendt, erfahre ichs, das der todte
cörper, des schneiders, (welcher gestern acht tage
alhier ertrungken,) zu Niemburgk, undter der
brügke, wieder gefunden worden. Jtem: daß
gestern, mit unserm gewesenen haußknechtt,
des Joachim Metzsch knechtt3, undt ein Mühl-
knechtt4, mitt getrungken, bey der Schuemännin5,
undt alle drey, mehr nicht, als 6 maß
bier, außgetrungken, darvon ist der
eine leyder! umbkommen, die andern
beyde, liegen todtkrangk darnieder.
Jst nachdengklich! undt einer inquisition würdig!
Man höret, nicht viel gutes! leyder!
(Nota Bene[:] ce mattin, au plüs mauvais temps, Wolfgang Sutorius et Aegidius Marggraf6
ont semè, (a ce qu'ils disent:) ün wispel d'avoyne,
Sür pays commüniant. Dieu vueille! qu'ils ne m'ayent
trompè! ou que la sayson, ne nous trompe!
Avis von Schwester Dorothea Bathilde daß Sie Morgen (gebe gott) ankommen will.
Die Avisen von Leiptzigk geben:
Das der Kayser mit Jagen, undt beitzen zu Regenspurg sich recreirt. Der
currirer vom Berlin ist wiederkommen. Man weiß noch nicht, ob der
accord, mit Schweden, richtig ist? Die Proposition verweilet sichs.
Die Türcken, haben einen anschlag, auf Neẅhaüsel gehabt,
welcher ihnen Mißlungen. hat doch alarm, undt mehrere vorsich-
tigkeitt, erwegket. Candia die festung vermeinet auch numehr
der Erbfeindt, zu übermeistern. Der Türckische General, Vsaim Bassa
daselbst, hat noch 30000 Mann begehrt, So wolte er, (bey ver-
liehrung seines kopfs) innerhalb dreyen Monaten, sie emportiren.
Die Venezianer aber, feyren interim auch nicht, mit stargker
gegenwehre, undt verfaßung, zu waßer, undt lande, sich, in
gute Postur, zu stellen.
Der vergleich der Lucerner, mit ihren empöreten pawren
continujret, hingegen aber auch, die rebellion der Berner
pawren, die Eidgenoßen suchen diese, mit liebe, undt
mitt leidt, zum gehorsam, zu bringen.
Umb Turin herumb, sol sich haben, eine unbekandte armèe,
in die 15000 stargk sehen laßen. Die pawren seindt davor
erschrogken, undt in die Stadt, geflohen. Der hertzogk,
undt Hertzoginn von Savoya, seindt auß curiositet,
solch wunder ahnzusehen, auch hinauß gezogen. haben die
armèe, campirende gesehen, insonderheit aber, eine schöne
weißbedegkte kutzsche, mit 8 weißen roßen, bespant,
undt ein schönes gläntzendes wapen herauß hengen,
welches man aber von weittem, nicht erkennen mögen.
|| [[Handschrift: 290v]]
Da haben sich 12 behertzte Edelleütte, auß des hertzogs
Comitat, hervor gethan, undt erbotten, näher hinan
zu reitten, welches der Hertzogk acceptiret, undt
ihnen befohlen, nur so nahe als müglich, biß Sie
das wapen erkennen köndten, hinan zu reitten,
welches sie zwahr exequirt. Es ist ihnen aber
übel gelungen, Sintemahl Sie alle 12 todt, von
den pferden abgeworfen worden, die pferde seindt
außgerißen, undt wieder zu rügke gelauffen,
undt ist von den vermeinten Soldaten, großer lerm
worden, also: das der hertzogk, undt seine Fraw-
Mutter, die hertzoginn eilends wieder nach Turin
umbgekehret, undt die verlorne, tapfere leütte, beklaget.
Spannien, rüstet sich, mit macht, wieder Frangkreich,
undt dem Prince de Condè, zu hülfe. Man meinet,
Calais dörfte belägert werden. Düc d'Orleans,
ist dem Könige in Frankreich auch suspect worden, weil er,
mit dem Prince de Condè, correspondiret, und solche briefe,
aufgefangen worden. Verdün stehet auch in gefahr.
Conte d'Oignon, hat sich mit dem König in Frankreich verglichen,
ist Düc, Pair, undt Mareschal de France worden,
hat die Amnisitie aller offenßen, erlanget, undt
noch darzu, eine gute Summa geldes, vor seine Schäden.
Prince de Tarente, tractiret auch, mit dem Könige.
Zu Bourdeaux, hoffen Sie, auf Spannische, undt Jrrländische
hülffe. Prince de Conty, dominiret da selbst. Der Düc
de Longueville, sol in Normandie, gestorben sein,
wahr auch, mein bekandter! perge undt ich beklage ihn billich!
Der Pabst, hat in die 1200 klöster, allerleyen or-
den, caßiret, undt, wegen geldtmangels, die jntraden
darvon eingezogen, undt also sich fein im Schatz, erholet,
ob schon viel Ordensbrüder, damitt, gar malcontent sein. perge
Die Engelländer suchen tractaten, damit sie sich mittler-
weile vielleicht recolligiren können. Die holländer aber,
trawen ihnen nicht, undt begehren keinen Scheinfriede.
Admiral Tromp, bittet, man wolle ihn nicht mehr,
zum convoyiren, gebrauchen, sondern eine flotta, von 30
Orlogsschiffen, undter einem Commandeür, darzu verordnen,
ihme hingegen, als Admiral General, 100 Orlogs-
Schiffe, undtergeben, So wollte er, (mit Gottes hülfe,)
beßer seinem Vaterlandt, dienen, undt die Engelländer
einhalten. Es sollen doch noch 200 kauffahrer Schiffe
ermangeln, weil ihrer 380 in allem, gewesen, undt
nur 180 mit Trompen, arriviret. Die Engelländer, sollen
50 solcher Schiffe, mit zimlicher beütte, bekommen, undt
andere verderbet haben. Der OrlogsSchiffe, mögen auch
etzliche, in ihren gewaltt, kommen sein. Die holländer haben aber
weniger volgk, undt OrlogsSchiffe verlohren, als die Engelländer,
welche an itzo anfangen, die Holländischen gefangenen, sehr wol zu tractiren.
Jn Schottlandt, halten sich noch die BergkSchotten Mannlich,
undt hoffen, auf der Staaden, undt auf Printz Ruprechts,
secours. Die herren Staaden, haben durch Placaten ernstlich
befohlen, allen ihren <matrosen undt> bootsgesellen daß Sie auß frembder
Potentaten dienst, ihrem Vaterlandt zu diehnen,
nach hause kommen sollen, item: daß keines von ihren
Schiffen mehr, durch den Canal bey Engellandt,
paßiren, sondern bey Jrrland undt Schottlandt,
umbfahren sollen. Jnngleichem, ist auch der häring-
fang, undt andere sachen, darauß unheyl endt-
stehen köndte, eingestellet. Zu Amsterdam, sollen
etzliche kaufleütte, in die 40 tonnen goldes,
zusammen geschoßen haben, neẅe flotten, außzurüsten.
Jn marj mediterraneo, seindt auch die Engelländer
undt holländer, hin- undt wieder, scharf aneinander,
und nehmen einander, die Schiffe, wo sie können?
Jn Engellandt, hat man so wol große dangk-
feste gehallten, als in hollandt.
Jm haage, gehet man, mit den Seegenerallen, gar
fleißig, zu raht. Witte Wittens, sol schon wieder
mit 40 OrlogsSchiffen, außgelauffen sein, undt
Admiral Tromp, ihme baldt folgen wollen.
In Polen, accomodiren sich, die Cosagken, zu des Königes,
|| [[Handschrift: 292r]]
dienst, durch undterhandlung, des Hoßpodars, in der
Wallachey7, welcher bürge vor Sie werden will, das sie
die pacta conventa, halten sollen.
Jn Schweden, (da man sich neütral im holländischen undt
Engelländischen kriege erzeiget) will man, 3 flotten,
in der OostSee, halten, zur defension selbiges Königreichs.
Gegen Dennemargk, stellet man sich, gar vertreẅ-
lich, undt Nachtbarlich, ahn.
Der allte Pfaltzgraf Wolfgang Wilhelm ist zu Duysseldorff, an einem Catharro
suffocativo gestorben.
Jch habe Wartemßleben, mit der kutzsche
der Schwester, Dorothea Bathilde entgegen geschicktt, nacher Ascherß-
leben. Gott gebe zu glück! undt succeß!
Depesche, nach Ballenstedt, undt Halle. Dieu la benie!
Er jonius, ist bey Mir, gewesen, undt extra zu Mittage, geblieben.
Schreiben, von Deßaw, undt Breßlaw.
Avis: daß Zacharias herttel, Fürstlich Lignitzischer Secretarius,
als er den 19. Martij zu Steffansdorf, bey herrn hansen
von Kreyschelwitzes, gewesen Fürstlich lignitzischer
rahts, undt hofmarschalcks Sehligem begräbnüß, ge-
wesen, undt aldar folgenden 2 oder 3 tages, nach hofes-
manier, mit einem guten rausche, abgefertiget
worden, undterwegens, zwischen Parchwitz, so 2 meilen dar-
von gelegen, im Wagen sitzende erstigktt, und also todt dahin
gebracht worden. Gott genade seiner Seelen. Jst ein tragicus casus!
Avis: das gestern zu Ballenstedt, im flegken,
das donnerwetter eingeschlagen, undt des vorigen
Diaconj Müllers, alldar gelaßene zwey kinder,
undt eine Magdt8 erschlagen. Ô Gott! erbarme
dich unser, undt laße uns hören! undt verkün-
digen deiner gnade zeichen! Ô herr, hilf unß!
Ô herr tröste unß! Ô herre erhöre unß!
eRelation des großen betrübten Vnglücks,
so den 23. Martij Monsieur Schlegeln9, seinen diener
vndt Schillingen betroffen.
Alß ich am Mitwoch, war der 23. Martij Stylo Veteri früh Morgens
vmb 5 uhr mit dem falcken, hasen vnd Endten, zu beitzen
in das feldt geritten wahr, vnd also wegen schönem hellem
wetter eine gute lust hatten, auch die falcken sehr wohl
das ihrige thaten, daß wir in 3 stunden 2 hasen, vnd 2 EndtVogel
beitzeten, kamen also gute zeit vor mittag vmb 9 uhr
wieder nach dem Brieg. Gegen die Mahlzeit kam der forster,
Von Leibisch, berichtete, daß selben Morgen bey dem schönen hellem
Vnd warmen wetter die Auerhanen treflich wol gepalzet
hetten, darauf thate, Johann Georg des herzog Christian anordnung
daß noch selben abendt der küchen undt bettschlagen nach Leibisch
geführet ward, vnd weil Sein Liebden noch selben nachmittag
wegen des hiesigen landtags zuthun hatten, wolten sie drauf
den morgen mir folgen, weiln eben Leibisch nicht weiter
dan Kleitsch von Deßaw gelegen, blieb ich mit dem hertzog
bis vmb 3 uhr bey der hertzogin meiner Schwester in ihrem
Cabinet vnd discurireten, von einen vnd andern affairen.
Alß ich mich dan nun auf den weg gemacht, vnd zur auf-
warttung alle meine leüte ohne die 3 falkenier vnd Paulen
den Stalknecht mitgenommen, ritten wir den kleinen<rechten> weg,
welcher von uns allen, zum öfftern schon ist geritten worden,
kommen <an> den orth, wo die Oder mitten in der rechten
|| [[Handschrift: 293r]]
landtstraßen, ein tieff loch von 6 eln tief vnd einer großen stuben
gros gerißen hatte, weil man aber von beyden seitten gantz
trocken) auf 40 oder 50 schritte selbiges loch sehr wol vnd ohn einiger
gefahr vmbreitten kan, thaten wir solches, Monsieur Schlegel10 aber
so wol ein 100 schritt vorangeritten, reitt im gedanken zweifelsohne
ans verhengnüs Gottes des Allerhöchsten geheiß zu, welches keiner von
vns allen eher als Schilling gewahr worden, vnd rief Schilling laut,
Schlegel wo wiltu hin, du wirst dich gewiß baden wollen, alß wir
vns vmbsehen, lag Schlegel schon mit dem pferd bis am Sattel in dem
selben loche, vnd als er das pferd wieder wolte vmbwenden, vberschlug
er sich, kam aus dem sattel, vnd fieng an schon vnder zu tauchen, rieff
hülffe, vnd bettet überlaut, Sein Junge, so seinen herrn in dieser angst
sahe, springt vom pferd, wil zu ihm hinein waten, fält hinein,
vnd verseufft wie ein stein, Schilling, so Schlegel gerne retten wolte,
sprengt mit dem pferd zu ihm hinein, rieff ihm zu er solte sich an das pferd
anhalten, er war aber nicht so bald im waßer, so überschlug sich das pferd
4 mal mit ihm, das er also selber wider seinen willen das pferd, woran er
sich lang fest angehalten, quittiren muste, lag also auch im waßer vnd
rieff erbärmlich nebst Schlegeln, vmb rettung, wir hieben alsobald stangen
von Ellern ab, sie damit zu erreichen, Schilling griff auch der ich ihm rei-
chete, weil er aber schon mat, fing er an zu sinken, Schlegel aber lag
auf dem rücken vnd lebete noch, vnd als auch keine hülfe mehr bey ihm, rief
ich ihm getrost zu, er solte Jesum Christum im gedechtnüs behalten, fieng er
darauf laut vnd sehr deütlich an zu beten, Herr Jesu Christ ich weiß gar
wol daß ich einmal muß sterben, darauf fing er auch an, zu sinken,
kam noch ein bar mal wieder herfur vnd rieff, Ach Jesus, ach Jesus, bis
er auch endlich ganz versunken, wie erbärmlich vnd kläglich dieses
anzuschauen gewesen, können dieienigen so der es lesen oder hören nimmer genung-
samb, als die es gesehen, empfinden vnd ist hieraus ia wol Gottes
schickung vnd providenz zu sehen der gewolt, nach seinem gerechtem rath
vnd willen, daß diese 3 Junge menschen in ihren besten blüten des al-
ters in einem so kleinen tümpfel ihr leben enden musten. Selben
Abend wunder anstalt gemacht, daß man sie suchte, wurden auch etwa
2 stunden nach ihrem tod alßbald gefunden, herein gebracht, bekleidet,
vnd in Särge gelegt worden, Gebe Gott künfftigen Sontag, in begleitung der hertzoge
vnd der ganzen Adelichen vnd bürgerlichen gemeine zu vorahn bestattet werden vnd wird
Herr Bierman der hiesige Superintendent die leichenpredigten thun. Gott wolle ein jeden
vor dergleichen ehen verfall gnediglich behüten, daß man wahr an sich oder dem
seinigen dergleichen vnglück nicht erleben müste. perge
Johann Georg Fürst zu Anhalt
fDrey relationes, seindt von Regenspurg ankommen,
Numero 13, 14 undt 15. Die Kayserliche Proposition wirdt
biß nach Ostern, verschoben. Schweden, undt Brandenburg
seindt noch nicht recht verglichen. Die Stadt Brehmen,
hat sicher geleidte, undt der accord mit dem Grafen von
Oldenburg wird gehoft. Churfürst von Meintz, ist noch nicht
restituirt, an seinem außgefallenen arm.
König, in Engellandt, undt König in Polen, suchen hülfe,
einer, wieder seine rebellen, der ander, wieder die Barbarn.
Die Geistlichen Fürsten, erzeigen sich höflich.
Suchen moderata, et sana consilia.
Die Fürstenbangk, wirdt sonst vilipendirt,
undt fast außgemustert. Wirtembergk
wirdt ahngefeindet, weil er auf die
hoheitt der Fürsten, siehet. Alle haüser
der Evangelischen haben fast competentzen,
undt hindern sich selbst, undt gute consilia.
Altenburgk, contra Weymar, die competi-
renden haüser, undtereinander selbst, in welche
competentz, sich numehr auch Saxen
Lawenburg sich eindringet, ia wol gar
die præferentz suchet, als von einem Churhause,
|| [[Handschrift: 294r]]
entsproßen. Chur Brandeburg competirt, contra Schweden, wegen
Pommern, undt dem Fürstenthumb Brehemen. (Nos gens,
ne font rien, en cela,) Chur Pfaltz, suchet favor, nimbt
sich keines dinges ahn, so offenß gebähren möchte. Die
Proposition, sol nicht aufm Rathhause, dem alten gebrauch
nach, sondern in der Ritterstube, geschehen, da die Chur:
undt Fürsten, allein sitzen können, die gesandten
aber, wegen enge des ortts, tumultuarie stehen
müßen. Der Oesterreichischen Evangelischen abgeordneter,
(so hin: undt wieder, bey Chur: undt Fürsten, undt den
gesandten, umb vorbitte sich beworben) Michael
Ringhammer genandt, ist gefangen nach Wien,
geführet, undt daselbst verwachet. Der
Schlesischen Fürstenthümber, Oppeln,
Schweinitz, undt Jawer, abgeordneter, einer
von Sagk, in dergleichen werbung, ist gewarnet
worden, nach gehabter Audientz, bey Kayserlicher Mayestät
sich auß dem staube zu machen, welches er gethan.
Die Directoria Oesterreich, undt Saltzburgk
im Fürstenraht, wollen reitten zur proposition.
Nehmen sich, keines Dinges, recht ahn. Die Stadt
Zerbst, hat sehr geklaget, wieder unsern Land-
ttagsSchluß, wirdt gehöret. Jhre klage, ist aber unsern
legatis, communiciret, von den Kayserlichen ministris.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, ist zu Zeptzigk gesehet. Gott gebe
zu glügk undt Segen!
Schwester Dorothea Bathilde ist gegen abendt, (Gott Lob)
glügklich ankommen, von ihrer rayse in
Westpfahlen, undt nacher Herforden. perge et cetera
Abermals, ist eine relation von Regensburg
diesen abendt, einkommen, Numero 16: Die Chur
Brandenburgischen dringen, auf die verzögerung
der proposition. Die Fürsten, undt gesandten,
tumultuiren dargegen. Es gehet confuß
daher. Der Kayser, abhorriret die ruptur.
Man hoffet noch, gute resolution auß Schweden.
Nos gens, ont laissè la preseance à Baviere
au nom de Leüchtembergk, a nostre prejüdice.
Die Wahl, des Römischen Königs, dörfte zu Aug-
spurgk, forthgestellet werden. Naßaw
Sarbrügken, dringet sich zum FürstenStande.
Die meisten haüser, alterciren, mit competentzen.
ChurPfaltz, hat auch die sessiones, wegen Lauttern,
undt Simmern, occupirt, wieder pfaltzgraf Ludwig
Philips, Scharffe Protestationes, undt reprotestationes.
Der Kayser, will ungerne die Königin in Schweden, offendiren.
Hanß Senff, so von Amsterdam wiederkommen, hat sich præsentirt,
con qualche sodisfazzione, grazia di Dîo, che me la
faccj godere!
Avis: daß zu halle, in der residentz, lichter
in der nachtt, in einem gemach, gesehen worden,
da hat man befunden, das Türgken, Tattarn,
undt dergleichen Barbarische leütte, an einer
tafel beyeinander geseßen, gleich als ob sie
raht hielten, darnach seindt Sie verschwunden.
Der haußmann, sol auch, in stigk finsterer
Nachtt, die Stadt halle, in vollem feẅer, gesehen
haben. Es ist verbotten, von solchen Dingen zu reden,
gleichwol heißt es: Nil facit incassum, Natura Deusque.11
Der Deßawische CammerRaht Gehse, ist
hierdurch, paßiret, mit bericht. Das neẅlichst
zu Sanderßleben, ein Mühlradt ein kindt er-
griffen, ein Mägdlein12, von ohngefehr 10 iahren,
undt es eine gute weile herumb geworfen, das
man gemeinet, es würde in Stügken, zerschlagen sein,
es ist aber darnach, über eine weile, in ein ander
gerenne geworffen worden, also: daß es keinen schaden bekommen.
Waß thut Gott nicht, vor große wunderzeichen?
Hertzogk Augustus von Braunschweig sol an dem einen
auge, mit verwunderung, wieder sehen, undt sich
haben den Stahr stechen laßen.
Meine füllen, habe ich heütte, in schönem wetter,
so wol allhier zu Schloße, alß auf dem forwergk,
besehen. Gott gebe zu gedeyen!
Ceste apres disnèe, l'on enterrera honneste-
ment Michiel Krüger, haußknechtt. Dieu aye
pitiè de son Ame!
1 ẅ haber, ist zu Zeptzigk; undt 12 Schefel (Scheffel)schfl:
allhier, gesehet worden. Gott gebe, zu Segen! undt
gedeylichem wachßthumb!
Donnerstag♃ den 7ten: Aprill 1653. GrünDonnerstag
<1 Rehe von Deßaw.>
<Regen. Windt.>
Jn die kirche, cum sorore & filijs, wie auch mit
zweyen töchtern13, da dann unser hofprediger
Mencelius, gar erudite, vom heiligen Abendtmahl, undt
deßen, Einsätzung, geprediget, undt die reine
warheitt, mit großer Sanftmuht, vorgebrachtt.
Gott laße unß alle, rechte Nachfolger,
Jesu Christj, undt seiner Aposteln, sein, undt bleiben!
So können wir in der lehre, undt leben, nicht irre gehen.
Magister Mencelius, ist forth, nach BallenStedt, allda
die Osternferien mit zu celebriren, undt das Heilige Abendtmahl,
|| [[Handschrift: 296r]]
zu administriren helfen, auch selbigem Diaconat, undt
Gemeine zu valediciren, weil Stannius sein
successor daselbst werden, Magister Menzelius aber pfarrer zu Aldten-
burgk, undt Carl Ursinus Præceptor, (so lange es Gott gefällig)
bleiben soll.
Ma femme renvoye son page Peltzigk à son Pere,
puis vers le Prince Jean, de crainte, qu'il ne de-
vienne refformè, à quoy on a apperçeü quelque inclination!
Der Medicus, Doctor Fischer, hat sich, bey Mir, præsentiret.
Extra zu Mittage, den iüngern Sekerka, und Tobias Steffeck von Kolodey
dann Schwester Dorothea Bathilde iungfer, so die 5te in der zahl
ist, nicht <zu> computiren, wiewol es die zahl vermehret.
Eine schöne, reine, waßerquelle, ist heütte
von gantz neẅem, <an 5 orthen> in unserm Schloßkeller,
endtsprungen. Jst auch etwaß seltzames!
9 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt heütte <nachmittags> zu Zeptzigk,
außgesehet. Gott gebe zu gesegnetem wachßthumb!
94 pferde undt 18 wagen seindt von Sanderßleben,
mit getraydig, anhero kommen, undt paßirt frey.
Cela donne ün grand eschecq a mon bacq.
Steffan Eberling, hat, an Tobias Steffeck von Kolodey von Deßaw,
wieder geschrieben, wegen des alten, Jean Danus, und anderm.
J'ay songè d'avoir estè en angoisse, pour m'entretenir
avec les miens, sans moyens, (comme de vray, ie
le suis en veillant!) & dürant ces soings
noctürnes, il me füt avis, de voir peü de grosches
puis plüsieurs bources vuides, grossieres, & süb-
tilles, grandes, et petites, simples, & de manifactüre.
Estant donc en peine, & me faschant, d'estre
ainsy dèsnüè, & vexè, voicy, que de tous costèz
i'appercoy, sans y penser, des monceaux,
d'argent, là de petite monnoye, icy dès
Dücats, en abbondance, en ün autre coin,
dès florins d'or, en ün autre dès RixDalers,
en sorte, que me voyloi content, & hors
de peine, sinon dès larrons, & qu'il fallüst
conter secrettement ces deniers.
Mais, sür ces entrefaites, ie m'èsveillay
de ce songe, & rèsverie, aussy pauvre
& miserable qu'auparavant, ayant
neantmoins tousiours bonne ésperance!
& me fiant en Dieu, mon Pere Eternel, la bontè
düquel ne m'abbandonnera nüllement, en mès calamitès
Des Elltisten herren von Roggendorf, knechtt14, ist
von Edenburgk, auß Ungarn, anhero kommen. Bringt
briefe, von Georg Ehrenreich Freiherr von Roggendorf mitt, undt allerley bericht,
wie fein sich 4 brüder halten, der Mittelste
undter den 5 aber, Ferdinandt genandt, gar
insolent übermühtig, undt dißolut seye, habe
sich nicht wollen ziehen laßen, Sondern den frommen
herrn Vatter mit seinem wilden wesen, undt wieder-
spenstigkeitt, undter die Erde, gebrachtt. perge et cetera
Also ungleiche hamores, seindt in der weltt!
Gott bekehre die Jrrenden!
Er Jonius, hat unß, auf unserm Sahl, geprediget,
Text: Lucas 23 Vater in deine hände, befehle
ich meinen Geist.15 et cetera Man hat ihn extra behalten, cum filijs.
heütte, hat man unvorsehens, bey dem
Einfluß der Fuhne, in die Sahle, den, mit
Mooß, bewachßenen Cörper, des Schneider-
gesellen, (welcher vor 14 tagen ertrungken)
<sehr zerstoßen, undt zerschlagen> gefunden. Es hat Streitt gegeben, zwischen
den Stadtgerichten, undt Ambtsdienern, wegen
auffnehmung des cörpers, weil er in der Stadt,
ein hauß gehabtt. Man hat aber, den aufgenommenen Orth, considerir[t.]
Nachmittage, bin ich mit der Schwester Dorothea Bathilde undt
mit beyden Söhnen, zur kirchen gefahren, die
historie des leydens, undt Sterbens, Jesu
Christj, ablesen zu hören, undt mitt zu
singen, undt zu behten.
Aviß: das Freẅlein Wilhelmina
zu Weymar, mit tode abgegangen,
undt großes betrübnüß veruhrsachet.
Gott wolle die affligirten freünde trösten!
Avis von Ballenstedt, daß am verschienenen
Montage frühe, umb 9 uhr, 3 personen,
in Bürgemeister[!] Joseph Müllers Sehliger hause, zu
tode, vom donner geschlagen worden,
alß: eines Schmiedes tochter, von 14 iahren,
ein Mägdlein, von 16 iahren16, (so in Gallaaß
wesen von Plötzkaw nacher Ballenstedt kommen,
welches lahm gewesen, undt sich mit nähen,
ernehret, auch den kindern, das nehen gelernet)
undt des abgeschaften Diaconj Müllers StiefSohn,
So alles schregklich ahnzusehen gewesen, gestaltt
dann, in obgedachtem hause, die Sparren, balgken,
|| [[Handschrift: 298r]]
undt Seülen, wie auch, die Fenster in der Stuben, von
dem donnerschlage, gäntzlich zerschmettert worden,
welches alles greẅlich ahnzusehen gewesen,
undt seltzam, weil es nur ein bloßer donnerschlag,
undt nicht angezündet. Gott wolle uns gnedig
sein, undt unser hinführo verschonen. Sie sollen
gleichwol alle drey entleibte kinder, bücher vor
sich gehabt, gesungen, undt gebehtet haben,
undt zweifels ohne, sehliglich, wiewol plötzlich
verschieden sein. Man hat keinen schaden,
vom Donnerschlag, an ihnen gesehen, das hauß
aber, hat es gantz zerschmettert, fenster, gibel,
wände, undt balgken eingeschmißen, daß es,
so wunderlich, als schregklich ahnzuschawen
sein müßen. Jn dem keller alldar, sollen
6 donnerkeile, in die erde, gefahren sein.
Der getreẅe, Barmhertzige Gott, gebe,
das wir unser leben beßern, undt unß,
zu einem Sehligen sterbstündelein, undt
abschiedt, auß dieser weltt, iederzeitt gefast
halten! Man höret ia, große zornzeichen! undt
wenig seindt ihrer, die es zu hertzen nehmen. et cetera
Salomon Neven, bey mir gehabt.
Jch habe, eine Nichtswerthige antworth, vom
hertzogk Rudolf Augusto von Braunschweig erlanget,
wegen der überpaßirung, zu Dochumb, da Sie
daß Fehrgeldt, nicht nachlaßen wollen!
Tobias Steffeck von Kolodey ist, bey meinem fuchß, zu Erxleben,
<gewesen> seltzahme, nachdengkliche sachen referirende.
Gott dempfe alles übel! undt unheyl!
<9 Schefel (Scheffel)schfl: 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: hafer, ist allhier geseet. Gott gebe zu Segen undt gedeyen!>
J'ay sceü, dès terribles vilainies, de pe-
tits enfans, quj appartiennent aux Valets
de ma cour. Dieu reduyse tout, en bon Ordre!
Nachmittags in die kriche, zur præparationpredigtt,
(welche Er Jonius gehalten) cum sorore, filiis & nobilibus.
Gott laße unß, würdige tischgenoßen erfunden werden!
Gestern abendt, hat man ein stargk feẅer, gegen
Zerbst hin, gesehen. Gott laße uns daher, nichts böses hören!
J'ay eü hier la nuict, <passèe> ün songe de beaucoup
de conversation familiere tenuë avec le Düc Char-
les Emanuel de Savoye, a Türin, sans satis-
faction de ma Pension, toutesfois, It mais ceste nuict
i'ay eü dès songes èspouvantables, de diverses caravanes,
|| [[Handschrift: 299r]]
& courses, que i'eüsses faites avec dès galleres,
contre les Türcs, auxquelles, descendant
ün jour en terre, le Bourggrave de Dhona, comme Commandeür
aux galleres, m'eüst vilainement abbandonnè,
& pensant estre perdü, voyla ün autre inconnü
sür üne gallere, qui auroit eü pitiè, de mes
plaintes, & m'auroit attendü, & rehaussè
sür üne gallere, nonobstant le combat
maritime, qui se faysoit, contre cest' ennemy!
Jn die kirche, undt Heilige communion, cum sorore, liberis<filio>
& nobilibus, &cetera in feiner frequentz. Gott stärgke
unsern glauben, undt vermehre in unß, durch
kraft des Heiligen Geistes, alle Christliche Tugenden,
im wege der Sehligkeitt, Amen. perge et cetera
Zweene meiner töchter17, undt Carolus Ursinus,
wohneten auch der predigtt bey, (so der hofprediger
Menzelius gehalten,) der communion aber,
wohnete neben Mir, Mein Sohn Victor Amadeus,
undt die Schwester Freẅlein Dorothea Bathildis bey.
Gott wolle, die zahl, der rechtglaübigen vermehren!
undt die Jrrenden, bekehren!
Extra: zu Mittage, der iüngere Sekerka, die Frau Rin-
dtorffinn, undt Tobias Steffeck von Kolodey gehabt.
NachMittags, wieder in die kirche, conjunctim.
Gott gebe, dem donner, seines worttes, krafft!
Der hofprediger Mencelius, hat wiederumb geprediget.
Geörge Zenger, ist von Deßaw, ankommen.
will sich zum vorreütter, gebrauchen laßen,
durch Steffan Eberlings, recommendation.
Jst Fürst Johann Casimirs, undterthan, von Bobbaw
undt hat 4 iahr aufm forwergk, zu
Deßaw, gediehnet. perge Gott gebe
Mir glügk, zu diesem! undt andern diehnern!
Schreiben von Croßen, notabilia.
Die avisen, geben: daß der holländische Admiral Galen,
vor Livorno, undt Elba die Engellische flotta,
(mit verlußt, seines beins) geschlagen, undt
also, meister, in Marj mediterraneo, worden.
Blake, der Parlamentarische Admiral, wehre
taub, undt blindt worden, nach der Schlachtt
mit Admiral Tromp. Theils sagen ihn, gar todt.
Die Engelländer reassumiren, die Tractaten,
mit den Staaden. Diese aber trawen nicht,
undt favorisiren, den König, undt Printz Ruprechtt.
Der iunge Pfaltzgrave Philipp Wilhelm von Neẅburg
ist zu Duyßeldorf, zur succession, in der stille ahnkommen.
Die Staadischen Admirallen, undt Commendeürs
seindt wol recompensirt worden.
Den 15⁄25 Maij, soll der iunge König zu Augspurgk
zum Römischen König, gewehlet werden. Man wartett
auf antworth auß Schweden, ehe die Proposition
geschicht.
Der Türgke straift in Ungarn. Die
Türgken, wollen auch Candia, mit macht attacquiren.
Koenig in Spannien, hat einen anschlag, auf
Calais, mit zuthun der Engelländer.
Prince de Condè, wirdt sehr persequirt, vom
Cardinal Mazzarinj. Man hat ihn, mit der
festung Stenay dem Könige, überlifern wollen.
Der anschlag aber, hat mißlungen. Sein
anhang, wirdt sehr gewunnen, und verfolget.
Die Lottringher, dominiren in Münstereyfel.
Ein Mohr auß Prete Jans Landt, ist im haag,
will nach Schweden.
Mit Dennemargk verbinden sich, die holländer.
Chur Brandeburg hoft einen accord, mit Schweden.
Zu Wien, ist über dem Kärner thor, von freyen
Stügken, der Adler, (in stillem wetter,) herundter
gefallen, die krohne aber, stehen blieben.
Jn Polen, droẅet der König den Ständen, wo
sie nicht contribujren, undt volgk schaffen.
Sie trawen ihm, hinwider nichtt. perge et cetera
Jn Italien, ist es noch ein verwirretes wesen,
zu Casal, hat der Spannische commendant, ein ge-
borner Frantzose, intelligentz, mit seinen
landeßleütten, gehabt. Jst darüber, eingezogen
worden. Zu Genua, ist ein Schiff, 7 millionen
reich, ankommen. Jst zweymal, von einem
Türgkischen Seeraüber, bestritten, undt fast
übermeistert worden. hat aber die Türgken,
dennoch, mannlich abgeschlagen.
Chur Brandeburg ist persuadirt, es seye ihm
zu Regenspurg kein Standt mehr zuwiederg,
als der FürstenStandt. Pauvre persuasion!
C'est üne misere, que lés Grands croyent
tout ce, que leürs flatteürs, leur disent! &
ne scavent reconnoistre les merites, de leurs Vrays Amis!
Jn den Erblanden, werden die Evangelischen sehr persequiret.
Vormittage, hat auf unserm Sahl, der Superintendens
Er Plato, geprediget. Man hat ihn, zu Mittage,
extra behalten, wie auch die Rindtorfinn, undt Tobias Steffeck von Kolodey.
Nachmittage, zur kirchen, undt predigt, des Jonij,
mit der Schwester Liebden undt meinen beyden Söhnen,
auch 4 Töchtern18. perge Gott stärke, undt mehre unseren glauben!
Schreiben vom hertzog Wilhelm von Weimar, welcher mir das
absterben seiner elltisten tochter Freẅlein Wilhelminæ
trawrig zu erkennen gibt. Gott tröste Jhre Liebden undt alle
affligirten!
<Regen>
Jch habe, in der Historischen Relation, undt Astronomischen
beschreibung, vom letzt erschienenen Cometen, undter andern
auch, des Magister Eberhardj Welpern, Mathematicj undt Calen-
dariographj, zu Straßburgk iudicium gelesen. Derselbe
will vor den vornehmsten Mathematicum, Astronomum,
Astrologum, undt Kalendermacher, in Germania,
gehalten werden. Er hat doch dißmahl, es versehen,
undt diesen Cometen, nicht oberserviret, Sondern, ex re-
latione aliorum, sein iudicium gefellet. Leßt sich wol lesen.
Nil facit incassum, Natura Deusque.19 et cetera Kyrie Eleison!
Acht haüptStügk seindt, die ein Comet, Bedeütt, wenn er am Himmel steht?
windt, theẅrung, Pest, krieg, waßersNoht, Erdbeben, Enderung, HerrenTodt!
Avis, von Ballenstedt, durch den allten Heinrich,
(welcher nicht länger homeester sein will!) daß
am Heiligen Ostertage, alß Magister Mencelius, seine andere
predigtt, abgeleget, undt alß man auß der kirche
gegangen, plötzlich berichtet worden, das undter der
predigt, henning Stammers, Elltister diehner,
welcher sein gantzes Agkerwergk getrieben,
undt bestellet, auch bey vorigem Adrian Arendt
Stammer, lange gediehent, Lorentz, genandt,
gählingen gestorben, nach dem er gar wenig
tage darnider gelegen. Jst seinem Juncker
ein großer Schade! Gott verleyhe ihm, undt allen
Sterbenden Christen, die ewige Sehligkeitt!
unß aber, lehre er bedengken, daß wir auch
sterben müßen, auf daß wir klug werden!
Dann in der geburtt, undt im tode, seindt
wir allzumahl einander gleich! Ein Kayser,
ein König, ein Fürst, ein Graff, ein Freyherr,
ein Ritter, ein Doctor, ein Edelmann, ein Bürger, oder pawer et cetera
Diesen Nachmittag, ist der ertrungkene Schneider-
geselle, begraben worden. Gott genade seiner Sehle!
I'ay depesche á Güstrow20 et a Zerbst21. Dieu felicite mès desseings!
Meine kinder, undt Noblesse, haben diesen Nach-
mittag sich recreiret, undt gespiehlet, auf anhalten
des Gynecej! Jch bin in gartten gegangen.
<Regen.>
Man hört immer mehr, undt mehr unglügk. Gestern
ist meiner holtzförster einer, (Braum genandt) mit
einer Mistgabel, gestochen worden, daß man ver-
meinet, er dörfte sterben. Gott erbarme sich
seiner, gnediglich! undt helffe, das der Recht-
schuldige, seinen verdienten lohn entpfange!
undt daß so viel böses abgewendet werde.
Jhrer viel wollen præsumiren, es haben
die Mühlpursche, oder fehrknechtte, den
gesterigen begrabenen Schneidergesellen,
auß zorn, oder hader wegen des überfahrens,
(so Sie ihm versagt, und wechselwortte versetzt)
erschlagen, weil man an der einen seitte des
kopfs, undt an dem einen auge, stargke indicia
darvon gesehen. Gott helfe, da deme also
wehre, das, der thäter geoffenbahret ge-
strafft, undt das anschuldige bluht gerochen werde.
Vielleicht hat ihm einer in der Nacht einen Streich gedacht
zu versetzen, und nicht vermeint, das es so übel ablauffen sollte!
heütte vormittagß, ist, in bösem wetter, ein
wispel haber, <in der breitte an der Dröbler brügke> außgeseet worden. Gott gebe, zu Segen!
Jch habe Magister Menzelio, zugesprochen,
welcher gestern, von Ballenstedt, spähte wiederkommen.
Il m'a relationnè dès choses estranges!
On tient, que non seülement, mon grand
Alezan, mais d'autres de mes chevaulx
de carosse, soyent ensorcellèz. Dieu vueille
dèscouvrir & pünir, ceste canaillerie, avec l'autheür.
Tobias Steffeck von Kolodey ist zu Erxleben, mein leibpferdt, den fux,
zu besehen, wie er sich engstiget, undt indicia zeiget
als ob es unnatührlich zugienge? Man wirdt
auf remedia dargegen bedacht sein müßen.
Gott wolle den teüfel dempfen! undt strafen!
A Ballenstedt, on entend, au chasteau,
dü tintamarre de fantosmes! Pour moy,
ie n'y ay rien de tout veü de tel! On parle
de moines, quj apparoissent, en ce cloistre.
Cela a estè jadis ordinaire, aux convents.
Dieu vueille confondre, les rüses, de Sathan!
& le renvoyer, en la gehenne! Ein großer
klumpe feẅer, sol vom himmel gefallen sein, als
der neẅlichste DonnerStreich, allda geschehen, als ob alle
|| [[Handschrift: 303r]]
häuser, im brandt stünden? Es hat aber nichts angezündet.
<Auch mitten in den straffen erweiset Gott dennoch seineh> gühte.
<Regen, stargk.>
Am heüttigen PostTage, habe ich meine corres-
pondentzen, expediret. Gott helfe emergiren!
Jch habe Schwester Bathilde besucht, wie
öfters, undt allerley conversirt. perge et cetera
Nacher Croßen, undt Weymar, geschrieben. perge
Avis: daß Richelius, <Sehliger> eint treflicher Professor in der
Academia zu Frangkfurth, an der Oder, nicht
hat können, eine leichtpredigt erhalten, dieweil
er auch ein prediger gewesen. Also verfolgen
die Lutheraner, unß reformierten!
an denen orthen, da sie die stärgksten sein. perge et cetera
heütte, ist ein wispel hafer, zu Zeptzigk, geseet
worden. Gott gebe, zu Segen! undt gedeyen!
In commissionssachen, zu negociiren gehabt.
Si teme, in questo castello, dj Bernburgh, che cj siano
delle streghe; o stregharie. Iddîo le castiga!
Philipp Güder, Hanß Senff, undt andere,
haben sich hieroben, præsentiret, undt meine
geschäffte, helfen expediren.
<2 Hasen, Viktor Amadeus gehetzt.>
Risposta vom Nathanael Jahn en termes dilatoires, per Martin Nickel[.]
Jtem: Von Meinem bruder, Fürst Friedrich Jtem: von Jehna.
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: hafer, seindt heütte allhier außgeseet
worden, am Dröblischen wege. Gott gebe zu Segen! undt gedeyen!
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich, nacher Erxleben, zum fux, geschicktt.
Avisen von Erfurdt: daß doch die Engelländer victo-
risirt, in die 70 kauffardy- undt 10 OrlogsSchiffe den
holländern, in neẅlichster SeeSchlachtt, sollen abgenommen
haben. Die herren Staaden, haben etzliche Capitains, in arrest
nehmen laßen. Mag, ohne erhebliche uhrsache, nicht ge-
schehen sein. Schweden, will neütral bleiben. Die
Spannischen, haben neben den Engelländern, ein absehen
auf Calais. Von der proposition zu Regenspurgk
wirdt es wieder stille. Die Kayserliche Mayestät undt die
herren Churfürsten, machen præparatoria nacher Augspurgk
zu raysen, umb die wahl des Römischen Königß, den
15⁄25ten: Maij; vorzunehmen. Darnach möchte erst, von
der Proposition, geredet werden, dann inndeßen
köndten die currirer auß Schweden, wiederkommen.
Die Fuhren nach Augspurg undt die Losamenter alldar,
werden schon bestellet. Jm Elsaß, wirdt es wieder
Stille. Der Grave von Harcour hat sich, mit dem
|| [[Handschrift: 304r]]
Conte de la Süze verglichen, daß er in Befford bleiben,
undt zu des Königes Diensten, ein Regiment volgk werben solle.
Die Schweitzerischen bawern, seindt meistes gestillet,
in dem man ihr meistes begehren, auch in etlichen puncten,
mehr freyheitt verwilligen müßen, alß Sie zuvor gehabt
haben. Man meldet auch, daß die Bürgerschaft zu
Straßburgk, wieder selbigen Rath, aufrührisch werden will.
Jnngleichem, sollen in Schweden, die Thaalpawren,
rebelliren, undt auf befehl der Königinn, deren bereits
etzliche 100 Nieder gemacht worden sein. Jn Frangkreich
paßiret wenig, dann die Königliche armèe so wol, alß die
Türennische<Printzliche>, in den quartiren stille liegen, gleichwol
laßen Sie in Deützschlandt, stargk werben, undt
es achtet, der Prince de Condè, die Frantzösischen völgker
nicht groß, vermuhtlich auß Mißtrawen, solle sich in
Stenay, zimlich unpaß befinden, auch sehr ungedultig
werden, undt sich in Occasionen, sehr fouriosisch er-
zeigen, dannenhero die Spannischen beförchten, es
möchte mit ihm, nicht lange dawern, undt er
in einer Occasion, endtweder todt bleiben, oder gefan-
gen werden. Jn Engellandt, undt hollandt paßi-
ret auch wenig. Man redet zwahr, von neẅen frie-
denßtractaten, allein, beyde theil, rüsten sich sehr stargk
vermuhtlich, suchen Sie beyderseitß zeitt zu gewinnen.
A spasso nachmittags, Schwester Dorothea Bathilde ist verrayset, nacher Pletzkaw.
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, seindt heütte allhier, zu Bern-
burgk, geseet. Gott gebe, zu gedeyen! undt Segen!
Jn die kirche, conjunctim, cum uxore, & liberis.
Extra zu Mittage, den CammerRaht, Doctor Mechovium gehabtt.
<Die Rindtorfinn undt iüngern Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey.>
Gestern abendt, hat die Junge braune
Marike, gefohlt, undt ein Stuhtenfüllen
gebracht, Gott gebe, zu glügk! undt gedeyen!
Nachmittags, cum filijs, undt beyden Mittlern
töchtern, wieder zur kirchen, in des Diaconj predigtt.
Doctor Fischer, ist bey mir gewesen, Jtem Philipp Güder undt hans Senf.
Mein Söhnlein Carolus Ursinus, ist heütte
eilf iahr altt worden. Gott wolle ihn
wachßen, undt zunehmen laßen an Allter,
weißheitt, undt gnade, bey Gott,
undt den Menschen.
Nachmittag, haben Sie, ein kleines grasmahl,
an dem pfaffenpusch, gehalten.
Ambtmann von Ballenstedt, ist herkommen.
19 Schefel (Scheffel)schfl: hafer seindt, alhier gesehet. Gott
gebe zu Segen und reichem wachßthumb.
Vom Cantzler Milagius briefe, wie auch von Ballenstedt.
<Ungestümb wetter.>
Die gesterigen avisen gaben: daß man hoft die Schweden
würden sich accomodiren, zum vergleich, mit Chur Brand[enburg]
Jtem: daß zu dem accord mit Polen, auch hofnung.
Die TahleKerll, oder Dalecarlj bawren hetten
rebellirt wegen der vielen Schatzungen, undt auflagen.
Man hette aber, auf befehl der Königinn, ihrer
etzliche 100 mit niedergehawen, undt die Aufruhr, gestillet.
Die Schweden, wollen neütral bleiben, zwischen
Engelland undt Hollandt, undt kriegen ablata wieder.
Zu Regenspurg rüstet man sich, zur wahl eines
Römischen Königs, welches zu Augspurgk, geschehen soll.
Von der Proposition, ist noch altum silentium!
Zwischen Engellandt, undt hollandt, werden,
so wol die friedenstractaten, alß stargke
außrüstungen, reassumiret, undt mögen
einander, beyderseitß, nicht wol trawen.
Die Spannischen, suchen Calais, conjunctim cum Anglis.
In marj Mediterraneo prevaliren die holländer.
Der Kayser, will der Stadt Brehmen, salvum
conductum, ertheilen, wenn Sie parition dociren?
Die Frantzösisch Mazzarinische, oder Königliche partey
bekömbt die Oberhandt, vindicirt sich an ihren adversarijs
undt der Prince von Condè gehet gar desperat.
Der Cardinal suchet astu Jtalico, die gemühter
an sich, undt von der printzen faction die vornehmsten
abzuziehen. Die Spannischen besorgen, einen fu-
nestum exitum, am Printzen von Condè, wegen seiner
großen furia, sich in Mancherley gefahr, zu præcipitiren.
Zu Rom, befahret man, neẅe hæreses,
undter den Römischen Catohlischen, in Frangkreich,
wegen etzlicher bücher, so zu Paris, außgangen.
Auß OostJndien, seindt undterschiedliche
reich beladene Schiffe, in hollandt, arriviret.
Die Türgken, haben den Venetum Legatum
Capello, in arrest, genommen, alß derselbe,
schon 5 tagerayse weitt, von Constantino-
pel gewesen. Wollen nicht tractiren,
Man restituire ihnen dann zuvor, Candia.
Jn Polen, siehet es wüste auß. Man trawet
nicht recht, dem Könige. Die Cosagken,
regen sich wiederumb, zusampt den Tartarn.
Es sollen über 400000 Barbarj, in Armis
sein, wiewol der Große Zaar, in der Moßkaw,
undt der hospodar, in der Wallachey22, sich zu
der undterhandlung, undt vermittelung,
wollen gebrauchen laßen.
König in Dennemargk, helt es eiferig, mit den Staaden,
contra Parlamentarios Anglicanos.
Abermahlige Relation de Numero 17 von Regenspurg erhal-
ten, Fürst von Dietrichstein hat meiner sehr rühmlich gedachtt,
undt große vertreẅligkeitt; contestiret. Er ist
Director, des Kayserlichen geheimen Rahts, undt wie fac
totum bey Jhrer Mayestät[.] Der König in Ungarn,
hat die intercession des Churfürsten von Saxen, vor die
Evangelischen emigranten, in den Erblanden, sehr wol
aufgenommen, undt sich zu allem guten, offeriret,
Seinem herrnvatter zu ehren, wie er, den Churfuersten
von Sachßen, nennet. Interim aber, gehen die
persecutiones, vor: wie nach forth. Sonst scheinet
es, man wolle iedermann, satisfaction gerne geben.
Wegen der seßionen, gibt es auch noch Strittig-
keitten, so wol undter Geistlichen, alß welttlichen.
Fürst Augustus Fürst Johann Casimir, undt Fürst Hanß, haben
sich zusammen gesellet, undt (unahngesehen
meiner opposition!) ein conventiculum, ihrer
rähte heütte zu Plötzkaw, ahngestellet,
mich, mit Stichelwortten, ahnlaßende das ichs,
vor unnöhtig gehalten, undt zum gütlichen vergleich, gerahten.
Es ist einmahl nicht recht, das man seine glau-
benßgenoßen, (wie die Stadt Zerbst ist) verfolget.
Der Alte Sekerka, undt sein Elltister Sohn,
seindt heütte verrayset, nacher Böhmen, undt
Meißen zu. Gott wolle sie geleitten!
Schreiben von Regenspurg vom Obrist leutnant Micrander
12 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt zu Pröderitz, gesehet, undt
9 Schefel (Scheffel)schfl: haber, zu Zeptzigk, Gott gebe, zu Segen!
Jn die kirche, cum filijs, undt zweyen Töchtern23.
Postea in gartten, undt forwergk.
Jch bin nachmittags, mit meinen Söhnen,
hinauß geritten, Gottes Segen, im felde
zu besehen, undt haben ohngefehr, mit
2 hinauß geloffenen windthunden,
2 hasen gehetzt, undt gefangen. Den
Dritten, haben Sie nahe vorm thor, lauffen laßen.
Avis: daß von dem guten alten, Fürst Augusto gestriges
tages, ein Stein abgegangen, einer bohne groß,
undt große dolores causirt. Gott erhalte
den lieben allten herren, in gnaden.
hofraht Paul Ludwig bey mir gehabtt, in angelegenheitten.
Postea: den Amptmann, Georg Reichardt in importanzen.
Zu Mittage, extra hofprediger Mencelius. et cetera
Michel Ringk, ist von Gohta wiederkommen, mit
Dilatorischen Schreiben, vom hertzogk Ernst von Gohta.
Der Ambtmann von Ballenstedt, Märtin Schmidt, ist
von Deßaw, wiederkommen. hat daselbst nachgesucht
im Archivo, von Abzugk Drittendl- undt Amptßsachen,
undt berichtet, daß hertzogk Christian von
von Mecklenburgk, alldar gewesen.
heütte haben, Jehna, Paulus Ludwig, undt
andere mitteinander die Rechnungen, der beampten,
allhier aufm Schloße, vorgenommen. Gott gebe, zu glück!
Extra zu Mittage, Jehna, Paulus, Ambtmann
zu Ballenstedt, Geörge Cnüttel.
Jn gartten mit Muhme24.
Ein halber wispel hafer: ist wiederrumb, zu
Pröderitz, gesehet. Gott gebe, zu Segen! undt gedeyen!
Conversatio, mit Jehna.
Addreße an Fürst Augustum, wegen der Zerbster, undt
der Auflagen, damitt dieselben, zur ungebühr,
undt mit ungrundt, beschuldiget werden.
Samstag♄ den 23ten: Aprill: 1653.
<Regen.>
Hammeln, ist nacher Plötzkau in privatis.
Tobias Steffeck von Kolodey zu meinem fuchß, nacher Erxleben,
mit 7 fohlen, undt etwas hafer.
Der Amptmann Georg Reichardt ist bey Mir gewesen.
Die Avisen, von hartzgeroda undt Erfurdt,
geben: daß zwischen holland undt Engellandt,
tractaten obhanden, welches der König in
Groß Britannien, ungerne siehet.
Jn Brehmen, soll der Raht, undt die
bürgerschaft, uneins sein, welches
die Schweden, fomentiren.
Vor Johannis, ist die Proposition
zu Regenspurgk nicht zu hoffen.
Der vergleich, zwischen Schweden,
undt Brandenburg sol erfolget sein.
hindter Pommern, wirdt evacuiret.
Zu Regenspurg macht die Kayserliche undt Königliche
hoffStadt, sich fertig, nebenst den Churfürsten
nacher Augspurgk, zu raysen, auf den
14⁄24 Maij, die wahl, des Römischen Königs, zu befördern.
Jnmittels, laboriren die ReichßStände, an ihren
Gravaminibus.
Jn der Schweitz, ist die Unruhe gestillet, undt den
rebellirten bawern, ihr begehren verwilliget.
Jn Frankreich revangirt sich, Cardinal Mazzarinj,
an allen seinen wiederwerttigen. Thut alles,
nach absoluter gewaltt undt willen. Printz
von Condè aber, vertiefft sich, mit den Spannischen,
hat aber kein geldt, viele fallen von ihme ab,
zum Könige. Düc d'Orleans, ist noch zu Blois.
Trawet nicht, nach Pariß, zu kommen, ob er
schon ofte freündtlich vom Könige, ersucht worden.
Die holländer undt Engelländer rüsten sehr
stargk, auf einen grimmigen krieg, wo
nicht die Tractaten, geschloßen werden.
Die Spannischen finden sich offendirt, an den Engel-
ländern, wegen ihres vorenthaltenen Silbers.
Jn Pohlen, haben die Königlichen etzliche 1000
Cosagken, geschlagen, worauf Chmielinsky
sich etwaß retiriret.
Jn Jtalien, leßt es sich ansehen, zu einem
stargken krieg, zwischen Spanien undt Franckreich
der Pabst, undt die Italienischen Fürsten, werben derentwgen!
Schwester Dorothea Bathilde ist diesen Nachmittag, von Plötzkau
wieder anhero gekommen. Jch habe sie abholen
laßen.
A spasso, co'l Carolino Ursino, in schönem
wetter, Nachmittags dann es regenete vormittagß.
<Schön wetter.>
Jn die kirche, cum sorore, & filius, undt 2 töchtern25.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Jehna,
Tobias Steffeck von Kolodey der X
Nachmittagß, wieder zur kirchen, cum sorore,
& ambobus filijs, undt 2 töchtern26, et cetera
Avis: daß der Kayser, eine conjunction
in der religion, zu conformiren, vorhabe,
wie der König Vladislaus quartusi in Polen,
auf dem colloquio zu Toren, vorgehabtt,
aber nicht absolviren können. Gott
gebe, (wo dem also) daß sein worth,
der unparteysche Richter sein, undt
bleiben müße!
Es wollen auch geringe leütte, nach Regenspurg
lauffen, undt ihre desideria, wegen der
pfuscher, so sich intrudiren, verbeßert haben.
Viel bilden sich ein, dieser große Reichßtagk
zu Regenspurgk, müße alle leütte verge-
nügen undt iedermann contentiren.
Auf den abendt, ohngefehr umb 9 uhr, ist ein
schwehres donnerwetter, mit blitzen, endtstanden,
undt auch regen, undt hagel, darauf gefolget.
Die Schwester von Megklenburg hat mir geschrieben,
undt intercediret, wegen des Obrist leutnant Mey guht.
Mais ce n'est pas mon fait, de donner, de la sorte!
Nachmittags bin ich, zusampt Schwester Dorothea Bathilde zu ge-
vattern gestanden, bey dem Obrist leutnant Lugk, zu
einem iungen Sohn, in der Neẅstedter kirche,
den Magister Enderling, getaufft, undt Christian
Berndt, genandt. Der CammerRaht Doctor
Mechovius, stunde, vor die 3 Hertzoge von Brigk;
Christian heinrich Börstels, Fraw, vor die
Fürstin, zu Cöhten, die Erlachin, stunde, vor
die Knöchinn, Erlachs fraw<der> stunde vor sich
selber.
Nach dem Actu, begleitteten mich, biß an die fehre,
der Obrist leutnant Lugk, Christian heinrich, von Börstel, Erlach,
undt wer darbey wahr. Postea: zogen wir wieder hinauff!
|| [[Handschrift: 309v]]
undt Sie, giengen, zur Sechßwöchnerinn.
Gott gebe dem kinde, undt Elltern, seinen Segen!
Die Avisen, bringen: daß man zu Regenspurg
zum transport, nacher Augsp[ur]gk sich rüstet,
wegen des wahltages, zum Römischen Könige.
Zwischen Schweden, undt Brandenburg sol
der vergleich, richtig sein. Jedoch, wirdt der
Kayserliche currirer, dahero, noch erwartett.
Die pawren in Schweden, seindt gestillet.
Man hat sie zwahr pardoniret, iedoch,
greẅliche executiones, an ihre
aufgeworfenen neẅen haüptern, Könige
ReichsCantzler, undt dergleichen, vollstregktt.
Sie sollen wegen, der übergroßen Schatzungen
rebellisch worden sein.
Die pawren in der Schweitz, hat man
nicht also iustificiren dörfen, Sondern
alles bewilliget, was Sie haben begehret.
Die Frantzosen, continuiren noch, ihren krieg.
Prince de Condè, ist nach Brüßel, kommen.
Cardinal rächenet sich, an seinen Adversarijs.
Auff beyden theilen, gehen große Passiones, vor.
Der König in Engellandt, sol dem pabst, sich submittj-
ren wollen. Crommwells guberno, wirdt abhorriret,
die tractaten mit hollandt reassumiret, wiewol
die außrüstungen, auch nicht feyren.
Die Polen, continuiren, ihre Reichßtäge, undt
armaturen. Wollen die Cosagken geschlagen haben.
Die Tartarn, verliehren ihre lußt zu assistiren.
Jn Ungarn, Dalmatia, undt Candia, thun
die Türgken, große gewaltt.
Der Königlich Dennemarkische gesandte, ist, mit contento
von Stogkholm, geschieden, unahngesehen seine
expedition, gar heimlich gehalten wirdt.
Mit Portugal, sollen sich, die ParlamentsEngel-
länder auch verbunden haben, hingegen will der König
in Spannien, Portugall mit machtt, angreiffen,
undt Gil de haaß, darzu gebrauchen.
Undterschiedliche Schiffe, auß Jndien sollen
zu Amsterdam, wol arriviret, Printz
Ruprecht aber, zu Nantes, krangk sein.
Printz Moritz, pfaltzgrave, vagiret noch in der See.
Der Pabst, will keine werbungen, in seinem
Lande gestatten, weder vor Spannien, noch vor Frangkreich.
Die holländer, obsiegen, in mari Mediterraneo.
Das wetter, hat zu Dantzigk; undt zu Pignaruolo, eingeschlage[n.]
Vor abendts, hat der Amptmann Schmidt,
seinen undterthänigsten abschiedt genommen.
Mit Jehna conversirt.
Schwehre Donnerwetter, blitzen,
etcetera abermal, diesen abendt. perge et cetera
J'ay èscrit, & depeschè en Mecklembourg27 a Stendal28.
Märtin lackay, ist wiederkommen ex Marchia,
et Ducatu Megapolitano.
Steffan Eberling, ist von Deßaw, ankommen.
Nach der mahlzeitt, hat man ihn, wieder dimittirt.
Jch habe auch selber, mit ihm, geredet.
Jn den p gartten, avec Madame.
J'ay depeschè Gottlieb Lampe. Dieu le conduyse!
Die Ungrische kutzschen Stuhte, mit dem Didi-
kenzopff, hat ein Stühtlein bekommen. Gott
wolle es gesegenen! undt wol gedeyen
laßen!
Jn die predigtt, conjunctim. Der hofprediger
Menzelius, hat das erste buch Mose ange-
fangen, unß zu erklähren. Gott gebe! Zur er-
bawung, undt Sehligkeitt!
Gottlieb Lampe est party, Dieu le conduyse!
Der allte Marx, ein kutzschpferdt, <ein wallach> (so über die
30 iahr altt gewesen, undt von Meinem Schwager
hertzogk Hanß Albrecht, von Mecklenburg
Sehlig auf dem todtbette <anno 1636 nach unserer plünderung> neben andern
kutzschpferden, undt füchßen, mir verehret
worden, undt große raysen, gethan,
auch viel länger, als keines auß-
gedawert, darumb ich ihm, daß
futter, sein lebetag geben laßen)
ist nach großer Mattigkeitt, plötzlich,
im Schloßßplatz, umbgefallen. Pacience!
Jst ein willig, thätig, stargkes
pferdt, (solange forthgekondt) gewesen!
Meine Söhne undt Töchter seindt
hinauß, nacher Palbergk, spatzirt. perge
Relation von Regenspurg Numero 18. Man will
kurtzumb die confirmation unsers landtagsabschieds
urgir<e>n. Der wahltag zu Augspurg gehet vor sich. Die
Proposition wird differirt, biß zur wiederkunft
des Kayserlichen currirs, auß Schweden. Die Differentzien,
zwischen ChurPfaltz, undt Pfaltzgraf Ludwigen, continuiren.
Der Fürstenraht, wirdt wenig geachtet.
Die competentzen der allten, undt Neẅen haüser
continuiren. Naßaw, will wegen seines
Allterthumbs, andern vorgezogen werden.
Piccolominj sol auch eine session haben.
Also accresciren 5 Vota den Päbstischen,
den Evangelischen aber, wollen 20
Vota, (sonderlich wegen der Stifter,) abgehen.
ChurSaxen intercedirt vor unß,
so wol wegen Gernroda, alß wegen
Confirmation des LandtTagsSchlußes.
hertzogk Ernst, gibt dilatorische
antworth, wegen des vertrösteten
Ahnlehens, undt will nicht forth, weil
er vielleicht siehet, daß <uns vor> die poßeß
der Aempter Künitz, undt Blanckenburg
von den Gräflich Schwartzburgischen dißputiret
werden will! Gott lengke die hertzen!
Avis: daß der neẅe Advocat, Doctor Lupp
(welcher concussionum, Gotteslästerungen,
frequentz mit dem Sathan, des Atheismj,
ineinander hetzung der partheyen, lügen,
|| [[Handschrift: 312r]]
undt triegen, beschuldiget,) gestern heimlich auß
gerißen, undt sich von hinnen, auß dem Staube,
gemacht. Er sol, umb solcher, undt dergleichen
händel willen, auch hiebevorn, von Delitzsch,
von Cöhten, undt von andern orthen, weg haben
gemußt. Mag sonst zimlich studiret haben,
wann ers nur recht anwenden wollte?
Vielleicht, hat ihn, sein gewißen veria-
get, dieweil er indigne von Mir, von
meinen Rähten, auch Amptmann, undt
StadtVogtt, sol geredet haben, undt
die Formam regiminis, sehr getadelt,
insonderheitt aber unß alle, unerweißlicher
iniustitz, inculpiret. Jmputet sibi!
fortunam suam. Quilibet faber suæ Fortunæ.29
Jch habe den Marx vfhawen laßen.
Man hat gefunden, das ihm der magen vf-
geplatzet, undt würme darinnen gewesen,
ob er etwas gift gekriegt, oder ein giftiges
krautt, gefreßen? Sonst hat man unver-
dawet graß (weil er kurtz zuvor im Schloß-
platz im grase geweidet) auch, <gantze> Gersten, undt ha-
berkörner, in seinem, (sonst gesunden leibe) gefunden.
Der pfarrer von Palbergk, Er Bartholomeus
Fridericj, ist bey Mir gewesen.
Ein graf Kinßkij, Königlich Hispanischer
Oberster, ist anhero kommen. hat vor-
gewandt, er hette einen bösen halß,
hette mir sonst aufwartten wollen.
Begehrt vorspann nach halle So
man ihm aber abgeschlagen, dieweil
die undterthanen, ahn itzo nicht, wie
im kriegswesen, zu beschwehren, ihre
gesetzte dienste haben, undt mir
selbst, nicht gerne fahren. Umbs
lohn aber, wirdt ers, in der Stadt,
wol haben können.
Schwester Dorothea Bathilde hat heütte abschiedt genommen,
undt zeüchtt, nacher Cöhten, von dannen,
nacher Deßaw perge Die Cöhtnischen pferden,
holen sie ab, mit dem von Dähnstadt.
Avis: das am Montage, von dem kuhhirtten
gesehen worden am himmel 5 todtenbahren
|| [[Handschrift: 313r]]
3 große, undt 2 kleine gegen Calbe zu.
Er sol es eydlich, außgesaget haben. Jtem: sol
auf der Nachtbarschaft, bluht außgepflü-
get worden sein. Gott wende alles übel!
Der Obrist leutnant Lugk, ist hieroben gewesen.
Jtem: bey mir, der hofraht, Paulus Ludwig!
Jch habe sehr böse attestata von Delitzsch gelesen,
(wegen des Doctor Lupps Atheismi, undt böser qualiteten)
welche so wol als Ministerien, alß der Raht
daselbst ihme gegeben. Er ist auch alda, durchge-
gangen. Werde ihn diesem nach, allhier, schwehr-
lich wieder einkommen laßen.
Jehna, Paulus, undt Geörge Cnüttel, haben
mit abhörung der rechnung, ihre commission continuirt,
die gantze woche hindurch, mit großem fleiß!
Philipp Güder, Hanß Eckardt, undt Georg Reichardt bey mir
gehabt, die schwehren Oeconomica, zu erleichtern.
L'impresa de' guastatori e stata dj nuovo
indarno. Ferro, per oro. Pacienza! Pacienza!
Discorsj, co'l Magistro Mencelio di varie cose.
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Plötzkau geschicktt, in meinen angelegenheitten.
Bin mit dilatorischer Antworth, versehen word[en.]
Avis von Hall, daß ein Mordtbrenner ein-
gezogen, undt heütte verbrandt sol werden,
welcher bekandt, daß er, undt in die
300 Mordtbrenner, vom Pabst,
außgesandt, der Evangelicorum
Länder, zu verderben, gegen groß
recompenßen. herr Otto Gehße
priester zu Alßleben, hat mirs
avisiren laßen. <Den Mordtbrenner, bey halle, sol des Administrators
hofmeister Curdt von Einsidel, auf seinem
guht, in einem dorf bekommen haben.
Er hat frantzösisch undt Jtaljänisch geredet,
undt bekandt, daß er schon 5 Städte angestegktt. Merseburgk wehre die letzte gewesen, alda er an 3 ortten feẅer angeleget,
welches nur an einem orth, in die 12 haüser
eingeäschert, Sonst hette die gantze Stadt, im rauch
auffgehen sollen, wenn das feẅer, an den andern beyden
|| [[Handschrift: 314r]]
orthen auch endtbrandt wehre. Seiner rottgesellen
einer, sol unlengst, die Stadt Eißleben, auch angestegkt haben. Man hat denselben aber nicht ertapt.
Dieser hat vorgegeben (dem bericht nach) Sie
hetten alle 300 dem pabst, einen Eidt geschworen,
der Evangelischen Länder (gegen große recompenß)
mit feẅer, zu verderben. Dieser Schelm,
hat treflich gezecht, in den Schengken, undt gebettelt,
durch seinen iungen, gestaldt dann gemeldter Einsidel, ihme schon 6 groschen gegeben gehabt, auß commiseration, welche er verzecht, undt durch seine
frembde sprachen, (welche der von Einsidel
undt seiner <kinder> præceptor verstanden,) wie auch
durch seine droẅwortt, welche er wieder
die pawren in der Schengke, außgestoßen,
undt Sie mit feẅer bedroẅet, sol haben,
(darüber man ihn verfolget, eingezogen, undt
examiniret auch torquiret, undt feẅerzeüg, zum feẅer anlegen, bey ihm gefunden)
verrahten worden. undt an den tag kommen. et cetera
Gott bewahre! vor solchen übelthätern!>
Diesen abendt, hats wieder allhier
zu Bernburgk, gedonnert, geblitzt,
undt geregenet.
Zu Braunschweig, sollen 12 Männer, auf 12 Rappen, in eine her-
berge gekommen, baldt in 12 zigen, sich verwandelt, undt wieder
nach guter tractirung, außgeritten sein, vorgebende
Sie wehren vom Plutone aussgeschickt zu Regenspurg etliche <zu holen die falsch Schwehren.>
A spasso, auf die neẅe fischerey, an der Schleüse
gefahren, item: sonst in gartten, undt ahn
die Sahle spatzirt.
Es hat ein tage oder drey hehr, treflich
viel kefer gegeben, welche in den weinbergen
schaden gethan, wie auch in den gärtten. Jedoch
hat Gott durch einen regen, diese nacht,
ihrer viel vertrieben, wiewol die heüttige
hitze, sie wiederkommen, undt den lesern
zu thun machet. Gott dempfe alles, ungezifer!
Avisen von Erffurt undt hartzgeroda:
Das Engellandt, mit Portugall, in alliance
getretten, undt viel volgk, auf die Schiffe, preßen,
dahero, ein bluhtiger krieg, diesen Sommer, zu
zu besorgen, zur See. Gott stehe, der warheitt bey!
Zu Regenspurg deliberiren, die Reichßcollegia,
1. wegen evacuation der Vechte. 2. wegen
der iustitzien, undt Cammergerichts Sache. 3.
wegen evacuation derer, mit Lottringhischen
besetzten plätze, worüber des hertzogs resolution
erwartett wirdt. 4. über den punctum resti-
tuendorum, undt 5. wegen des punctj competentium.
Es mögen auch der Fürsten, undt Städte Collegium,
über den punct der wahl, undt Kayserliche capitulation
gerahtschlaget haben, welches der Kayser, undt die
Churfürsten, übel aufgenommen. Die wahl
des Römischen Königs, sol den 15den: Maij, forthgehen.
Jn der Schweitz, rebelliren, die Lucerner
pawren, aufs neẅe. Andere dörften ihrem
exempel folgen.
Schweden, undt Chur Brandenburg haben
sich verglichen zu Stettin, wegen ihrer principalln
evacu <ratificationes, gegen den 4. Maij> undt evacuation hindter Pommern,
gegen den 1 Junij.
Jn Frangkreich, liegen beyde kriegende
partheyen, in ihren quartieren stille,
suchen einander mit list, feste plätze
abzugewinnen:
Jn Holland undt Engellandt, tractiret,
undt armiret man, beyderseitß.
Jn Jtalien, ist ansehen, zum kriege
die Tractaten, zwischen Türgken, undt Venedig
zerschlagen sich, die Türgken haben wieder
10000 Mann, nach Canea gebracht, die Stad Candia zu beengstigen.
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich abermalß, selb ander, nacher
Erxleben, geschicktt. Er kan den elenden
zustandt, so er an meinem, vermeintlich be-
zauberten fuchß, gesehen, undt wie er
sich hin- undt wieder wirft, beißet,
ringet, undt windet, nicht genungsam
beklagen, undt sich darüber verwundern.
Die remedia, so man ihm darwider
gebrauchtt, die doch vor köstlich gehalten
werden, wollen ihm nichts helfen.
Machen ihn, viel mehr krängker. Numehr
will er auch nicht freßen, undt kömbt ihm
in den rügken, von einem Schengkel, in
den andern; Er<als> wann es böse dinger
wehren? Gott erbarme sich! des armen
thieres! Es scheinet, alß hette mir
einer, einen poßen reißen wollen,
das ich vielleicht, mit dem pferde, hette
den halß stürtzen sollen, wenn es
Gott nicht gnediglich verhütet hette.
Er wolle die übelthäter, strafen, undt
dempffen, undt das böse, außrotten.
Avis: daß hertzogk Christian Ludwig von Zelle,
(alß er auß hollstein wiederkommen, von seinen
heyrathstractaten mit hertzog Philips tochter)
plötzlich gestorben seye. Wehre wol zu beklagen!
Jtem: daß eine Jungfraw von Bartemßleben,
zur Wolfsburgk, bezaubert seye, alß ob
ihr Schlangen im kopfe herumb giengen,
undt machten sie gar irre am haüpte.
Der allte Schwedische Oberste Prinß, wehre
auch plötzlich gestorben, in Schwehrmuth,
gerahten, undt vor seinem ende, noch
blindt worden, (nach dem er ofte hertzogk Adolfs
von Mecklenburg seines landtfürsten, gespottet
wegen seines übelen gesichtes) endlich, sol
ihm Gott noch, auf seine sehnliche bitte,
undt kleinmühtigkeitt zum gnadenzeichen,
das gesicht auf eine stunde, vor seinem
ende, haben wieder gegeben.
Das kindttaüffen zu halle, sol
Morgen, (gebe gott) solenniter celebriret werden.
Eine zauberinn, ist zu AlltenGa-
terßleben, verbrandt worden: perge
Doctor Lupp, ist wieder herkommen, seine unschuldt, zu purgiren,
|| [[Handschrift: 316v]]
zu Kroppenstedt, sol im pflügen, in einem Agker,
eine bluhtsquelle, entsprungen sein.
