Hammeln, bey Mir gehabtt. Nacher Zerbst geschrieben.
Postea: hofraht, Paulum Ludwigen, extra!
Es hat Gott lob, undt dangk, vormittagß,
gar fein geregenet, eine gute halbe stunde.
Der liebe Gott, wolle seinen gnadenSegen,
unß vermehren!
Der hofmeister Einsidel, ist sehr krangk!
Wüntzschet eine Sehlige auflösung! Gott
wolle ihn Trösten, stärgken! undt erquicken!
Der avis, von Secretarij Christoff
Bärenreütts, gesterigem plötzlichem Todt,
auf dem Felde, continujret nicht, Sondern,
das er, als seine Fraw, ohnmächtig worden,
sich endtsetzt, undt in die Schwehre noht, ge-
fallen, aber baldt wieder, restituirt worden. et cetera
<Gott Helffe ihm, ferrner, mit gnaden!>
Nachmittagß, hats etwas wieder geregenet. Der
windt aber, hats die wolgken baldt wieder vertrieben.
Der Allmächtige wolle an unß, seinen Segen, nicht spahren!
Magister Menzelius jst bey Mir gewesen, nachmittage, nach
dem er, in seinem neẅen pfarrAmptt, zu Aldenburg,
seine predigtten, absolviret.
Donnerstag♃ den 2. junij; 1653.
Der windt, vertreibet den regen. Patientia!
Mit Abraham von Rindtorf, habe ich, in der
Cantzeley, tractiren laßen, sed incassum!
Obstinatio nimia, impedit optima consilia!
Jch habe, an unsern Abgesandten, Freybergk,
undt ahn Wilhelm <Christian>, herrn von Roggendorf nacher Regenspurg geschrieben.
Mit Didike, reden laßen, undt ihn absolviret,
nach verspührter reẅ, undt leidt, undt nach
deme es ihm sein übel tractirter Tochtermann1,
(auf gewiße abgefundene maße) vergeben,
undt gerne verziehen, er auch mir eine
kleine Strafe gegeben, welche mit dem ver-
brechen gar keine gleichheitt, noch proportion hatt.
Mit Thörichten leütten, muß man bißweilen gedultt haben!
Der pfarrer von Palbergk<Tondorf> Angelocrator, hat sich
bey mir wiederumb præsentiret, wegen des Fux.
<undt ihn besuchtt.>
Jch habe den Amptmann Georg Reichardt bey mir gehabt in
Oeconomicis, undt justitziensachen, ihn zu hören, wie
auch, wegen etzlicher benachtbahrter händel.
Sonst gelesen, undt lucubrirt.
Der liebe Gott hat unß erhört, auch gne-
dige regen, vor: undt Nachmittage, per inter-
valla, beschehret. Er segene uns ferner,
undt seye gelobet, undt gepreiset!
Gestern, vorgestern, undt heütte,
ists sehr windig gewesen.
Daß der Römische König, unanimj consensu Electorum
erwehlet seye, zu Augspurg undt zu Regenspurg
solle gekröhnet werden. Jnterim deliberirt
man von Römerzügen, von ersetzung deß
Cammergerichts, undt richtigmachung ihrer an-
forderungen.
Die rebellion der Schweitzer pawren, siehet
gefährlich auß, zumahl, da sich andere
Potentaten, darein mengen dörften, undt ihnen,
media, undt gute Officirer, suppeditiren.
Der Cromwell commandiret absolute in Engellandt,
tractiret ahn itzo, mit den Staaden. Admiral Tromp,
hat 100 kauffahrer auß Frankreich in salvo brachtt.
Stellet sich numehr, gegen die Engelländer wiederumb
zu schlagen, wo nicht friede wirdt?
Jn Frangkreich, wirdt ein bluhtiger krieg.
Prince de Condè, will mit 15000 pferden, undt
10000 Mann zu Fuß, zu felde gehen, der Conte de
Fuensaldaigna auch, mit den Spanniern.
Der König, hingegen, armirt e contra.
Beyden Theilen, ermangelts mehr an geldt,
alß an volgk.
Der Fürst Ragozzi, hat den hospodar
auß der Wallachey2, von landen, undt
leütten, vertrieben. Man besorget sich,
vor ihm in Ungarn.
Vor Brehmen, fortificiren sich, die Schweden,
undt machen ombrage.
Avis: das Ernst Dietrich Röder, mein allter
diehner, undt CammerJungker, in arrest, zu Ermß-
leben sitze, dieweil er auß zorn, einen pfändener
im Felde, erstochen. Jst wol zu bedawren.
Es hat (Gott lob) ferner fein geregenet.
Gott wolle unß, seinen Segen genießen laßen!
Relationes, von Regenspurg Numero 21 undt 22.
On persecüte encores, les Servestans!
Der König wirdt erwehlet zum Römischen Könige.
Polen, sucht eilende hülfe, wieder die Barbarn.
Engellandt i[nng]leichem, contra Parricidas.
Die Neẅen <Fürstlichen> ha[üs]er, competiren annoch,
undt wollen sich, hervor dringen. Sehen
sehr auf das hauß Oesterreich. Wirtemberg
aber siehet, auf die Reichßfreyheitt, Jedoch,
hat er wenig beyfall, undt assistentz.
Saltzburgk, undt Braunschweig, reden
gar hoch bißweilen. Laßen sich aber
gar baldt, intimidiren. heßen, so
wol Caßel, alß Darmstadt, reden mehr
vor die Churfürsten, alß vor die Fürsten.
Magdeburg thut bißweilen sich hervor,
leßet aber auch baldt nach. Schweden
undt Brandeburg certiren noch stargk mitt-
einander, wegen noch nicht erfolgter Pommerischen restitution.
Tobias Steffeck von Kolodey ist diesen abendt, von Ballenstedt
wiederkommen, avec maigre expedition, Pacience!
Das bluht zu Quedlinburg hat sich numehr ver-
lohren. Der gesundtbrunnen hindter Egeln,
rinnet noch.
Jch habe nacher Zerbst, an Jehna geschrieben.
Dieu vueille proteger; les innocens, affligèz, & desolèz!
Conjunctim, in die kirche, vormittages.
Jungfer Wirleben, rayset nach Barby, mit hammeln.
Gott geleitte sie! undt gebe ihr glügkliche expedition!
Nachmittagß, cum filijs, in Jonij predigtt. perge
Jn Ernst Dietrich Röderß, unglügkßfall, (da er
einen pfendemann, zu Ermßleben, entleibet!)
laße ich, meine Rähte, nacher halberstadt, ahn
selbige Regierung, intercediren, seine allte dienste
undt außgestandene treẅe, in lieb undt leidt,
so wol zu hause, alß auf raysen, repræsentiren,
undt, da es müglich, ohne abbruch, der heilsahmen
iustitz sein köndte, auch, in ahnsehung seiner
unertzogener kinder3 willen, ihme auch, umb
meinent willen, gnade vor recht, wiederfahren zu
lassen, mich zu verobligiren. Gott gebe verlangten effect!
|| [[Handschrift: 346v]]
undt daß sich auch ein ieder, recht gubernire!
Jch habe den hofmeister Einsidel, abermalß
besuchen laßen. Gott wolle ihm, seine große
schmertzen lindern! ihn trösten! undt stärgken!
Ein particular: Schreiben, vom Cantzler Milagio,
habe ich Numero 7 per Cöhten, bekommen. Jl
tasche de me contenter, en l'affaire Servestan.
hofraht Paul Ludwig ist bey Mir gewesen, in expediendis.
Magister Menzelius ist auch bey Mir gewesen.
On a traittè avec Abraham de Rindtorf[,] item: avec
d'autres, mais sans fruict!
Schreiben von Paris, von <Adolf Börstel> undt Croßen, <von der churfürstinn>[,] auch von Trau
auß Dalmatia, vom Christiano Robero Medicinæ Doctore[.]
Jtem: Relation von Regenspurg daß den 21. May,
zu Regenspurg die Kayserinn, einer iungen Tochter
genesen, undt Ferdinandus IVus. einhelliglich,
zu Augspurgk, von den Churfürsten, zum
Römischen Könige, erwehlet, solenniter proclami-
ret, undt alles, magnifice, angestellet worden.
Es hat auch der leühtsehlige König selber,
unß höflichst prævenirt, mit einem sehr civilen
handbrieflein, darinnen er unß, seine wahl, no-
tificirt, undt sich zu unsers hauses auffnehmen,
|| [[Handschrift: 347r]]
undt bestem, sehr Cortesisch, offeriren thut. Gott helfe
daß diese wahl, dem Römischen Reich, sehr vorträglich,
undt anstendig sein, undt uns allen, zur ersprießligkeitt,
gereichen möge!
Die avisen geben:
Ebenmäßig von der wahl, undt genesung der Kayserinn,
wie auch, daß die Churfürstinn von heidelbergk
zu Augspurgk, mit einer<m> iungen Toch Sohn, gelegen,
so aber baldt hernach, (leyder!) gestorben.
Der Kayser, undt König, kommen baldt wieder
nach Regenspurg zu der kröhnung.
Die Schweitzer pawren, rebelliren noch,
seindt aber von Bern, durch die gesampte Eidt-
genoßen, abgetrieben worden.
Die Brehmer, haben auch noch ihre bedreng-
nüß von den Schwedischen, welche Leyhe forti-
ficiren, die Brehmer beampten, wegiagen,
undt einen zoll, daselbst, an der Wehser, anlegen.
Die restitution hindterPommern, hat sollen,
itzt im anfang des Junij, vor sich, gehen,
undt alßdann, die Schwedische Königlichen gesandten,
zur seßion, undt Proposition, admittiret werden.
Der Schwedische4 Stadthalter in Pommern, so die Sache
getrieben, ist zum Berlin gestorben, undt hertzogk
Frantz Heinrich von Saxen Lawenburgk, alldar ahnkommen.
hertzog Geörge Rudolff von der Lignitz, ist
solenniter, den 14. May, zur erden, bestattet worden.
Admiral Tromp, undt Blake sollen ehistes
wieder aufeinander gehen, wiewol auch Cromwell
mit den Staaden, tractiret. Viel kauffahrer
Schiffe, auß Frankreich seindt in salvo, zu Texel,
undt im Vlie, arriviret. Die Provintz hollandt
hat noch lußt, zum friede mit Engellandt,
die andern provintzien aber, suchen continuation
des krieges.
Jn Dennemargk rüstet man sich auch, zu
waßer, undt zu lande, undt continuiret
der herren Tag zu Coppenhagen, annoch.
Die restitution hindterPommern, wirdt un-
zweiflich gehofft.
Der König in Polen, zeücht zu felde persöhnlich,
wieder die Tartarn, undt Cosagken.
Der Türckische Kayser, hat noch den venezianischen
Bailo im arrest, zu Adrianopel, undt hatt
2 vornehme Türgken, weil Sie zum Friede,
mit venedig gerahten, hinrichten laßen.
Vor Candia undt in Dalmatia sollen die
Türgken, etwas eingebüßet haben.
Zu Napolj sol wieder eine rebellion vor gewesen,
undt kawm gestillet sein, weil die bürger
aldar, mit Spannischen Soldaten, uneins
worden, undt ein kindt darüber umbkommen.
König in Engellandt, undt seine FrawMutter,
sollen haben zum pabst geschicktt, umb assistentz,
wieder den Cromwell, ahnzuhalten, undt
zu offeriren, wenn es geschähe, undt der König
seine reiche recuperirte, die Päbstische re-
ligion in allen dreyen Königreichen, frey
exerciren zu laßen.
hingegen, haben die Frantzösischen Printzen, von
Condè, undt Conty Schutz undt hülfe, bey dem
Parlament, undt bey General Cromwell, gesuchtt.
Ein Königlich Engelländischer Gesandter5, ist zu ham-
burgk durch, nach Dennemargk zu, paßiret.
Abraham von Rindtorff, ist nacher Weymar,
undt Grafschaft Schwartzburgk zu. Gott
wolle ihn geleitten!
Hans Senf ist bey mir gewesen, sich zu expectoriren
undt abcopiirte dinge, mittzubringen.
heütte, wirdt mein Rübesaht abgeschnitten. Gott gebe
zu Segen! glügk! undt gedeyen!
Jch bin in die waßerkunst, spatziren gegangen,
undt habe an dem Thambgebeẅde, undt sonsten,
Mängel gesehen. Gott beßere es!
Avis: daß mein Fuchß, nach 5wochentlichen
Stillestandt, abermalß anfängt zu toben,
alß ob er bezaubert wehre?
Die Regenspurger relationes, de Numeris 23
undt 24 haben sich numehr, von Zerbst
auß, auch eingestellet.
Jungfer Wirleben, ist gestern wiederkommen, <von Barby.>
Die Königin in Schweden, approbirt selbsten
die wahl des Kaysers Sohn, will hinder-
Pommern, gerne restituiren, Jedoch, erstlich,
mit Chur Brandeburg wegen der gräntzen, richtig-
keitt haben. Erbeütt sich, gegen den Kayser,
zu allem gutem! Lobet die intention des
ReichßTages, undt wüntzschet die beför-
derung der proposition, undt die bestehtigung
des friedens.
Die allten Gräflichen haüser, wollen den
neẅen Fürsten vorgehen, wann Sie Fürsten
worden, welches improbirt wirdt.
Die vechtische gelder, undt die Cammer-
gerichtsziehle, werden sehr urgiret.
Wegen Gernroda votj, undt belehnung,
gibt es auch noch difficulteten.
Einer von Voht, oder Voytt, ist bischof
zu Bambergk worden. Sol gar gelehrt sein.
Chur Bayern, hat den Kayser, undt
4 Churfürsten, zu sich, nacher München, gebeh-
ten. Er will auch, nicht eher hinkommen,
nacher Regenspurg biß die Cröhnung geschehen.
Die intercession, vor die evange-
lische, undt bedrengete exulanten,
in den Erblanden, ist eyferig, von den
Protestirenden, wegen freyen exercitij,
in kirchen, undt Schulen, undt anderer
Privilegien, eingewendet worden, wie
auch, von der Königinn in Schweden, abson-
derlich, nach anleittung, des jnstrumentj
Pacis, Gott gebe verlangten effect!
Zwahr, ist vergeßen, vor den gefangenen
abgeordneten, Michael Ringhammer, zu intercediren!
Gegen abendt, bin ich, mit Meiner gemahlin,
undt beyden Elltisten Töchtern, alhier, undt
nacher Zeptzigk, auf unsere felder, gefahren,
den Segen Gottes, zu besichtigen, undt zu preisen!
Avis: das heütte hertzogk Friederich von
Wirtembergk, alß Braüttigam seinen ein-
zugk zu Wolfenbüttel helt, [...] in
undt wirdt getrawet, mit Freẅlein
Clara, hertzogs Augustj, von Braunschweig
Mittelsten Tochter. Gott gebe ihnen, seinen Segen!
Es sol sonst alles stille, retirat, undt
ohne große weittlaüftigkeitt,
undt gäste (am allerbequehmsten,
undt besten!) itziger zeitt gelegenheitt
nach, zugehen. A quoy sert la Vanitè, et
pomp extraordinaire, qu'a s'incommoder,
& <a> s'endebter, au preiüdice, de la Posteritè!
& au dam de soy mesme, voire au blasme, dés
plüs Sages, et aviséz! Et au partir de
là, un peü de fümèe est bien tost passèe.
Qu'est ce doncq autre chose; la pompe mondajne?
Tobias Steffeck von Kolodey ist heütte bey meinem Fuchß, zu Erx-
leben gewesen. Erzehlet wunder, wie sich das pferdt
heütte, gestern, undt vorgestern, wieder angestel-
let, da man ihm etwas gebrauchen wollen,
undt es will fast eine augenscheinliche be-
zauberung ahndeütten. Gott wolle sich,
des armen Thiers, erbarmen! undt daß
große übel dempffen! undt straffen!
Der Allte Sekerka, so von Dreßen[!], undt auß
Böhmen, wiederkommen, hat sich wiederumb, bey mir præsentirt.
Jn die kirche, am heüttigen behtTage,
conjunctim. Der Textus: Förchte dich nicht, du kleine herde.
et cetera6
Extra zu Mittage, den CammerRaht, Doctor Mecho-
vium gehabtt.
Nacher Hall geschicktt, Doctor Fischern, abzuholen.
Mit Sekerka, gesprachet, von dem zustande, zu
Dresen[!], undt Böhmen. perge
An Adolf Börstel <in Frankreich> undt nacher Croßen, geschrieben, nemlich: an
die Churfürstliche wittwe. Dieu benie; nos correspondances!
Walwitz Johann Esche, ist spähte von Deßaw ahn-
kommen. Dieu nous garde, de brouilleries, & dü remuë-
mèsnage! par sa Sainte grace. perge
Post von Ballenstedt[,] Ermßleben, undt Hoym.
Pfarrer von Dohndorf, ist abermalß, bey mir gewesen,
welchen ich, nacher Erxleben, mit Tobias Steffeck von Kolodey geschickt.
Gott gebe! zu glügk! Segen! undt gedeyen! undt
erlöse unß doch einmahl, von dem zauberwergk!
Expedienda expedirt, vor die Cantzeley,
undt in publicis, et Privatis.
Hans Senf undt Hans Eckardt seindt successive, bey mir gewesen,
in Oeconomicis, & publicis.
Walwitz, hat audientz gehabt, undt allerley
vom hertzogk Christian von Mecklenburgk,
mir referiret, memoranda!
Die, so zu Erxleben gewesen, kommen wieder,
undt berichten, den so gar schlechten zustandt,
mit meinem armen, unglügksehligem Fuchß.
Gott erbarme es!
Mein leibMedicus, Doctor Levinus Fischer, ist wieder-
kommen, (Gott lob!) frisch, undt gesundt, undt mit
zimlicher expedition, von <der> Regenspurger rayse. Gott
helfe ferner, überall, mit gnaden! undt Segen!
Gebhard Loyß ist (Gott lob, undt dangk!) fæliciter wiederkommen,
aber, mit dilatorischer anthwortt. Ma fortüne,
n'est encores ferme, en Occident!
Der Gaw, hat wieder 4 schiffe, anhero
geschickt, welche zoffrey, mit paß, von
halle, undter dem Nahmen, des Churfürsten
von Saxen, (sans honte) paßiren wollen.
Solcher gestaltt, ist das ertheilte Privilegium,
nichts nütze, undt will ich, lieber das Schleüse-
wergk (dieweil sie, wieder gegebene zusage,
Treẅ, undt glauben handeln, undt mir schaden
undt præjuditz zufügen) gantz zergehen laßen.
Jch bin hinauß geritten, nacher Zeptzigk, mit
dem iungen Einsjdeln, nebst einem page, undt knechtt
da unß dann, ein stargker regen, auch donner-
wetter überfallen, undt unß, zurügkea zu eilen, getrieben.
Magister Menzelius jst, bey mjr, gewesen, diesen Abendt,
undt darnach, Walwitz, pour se licentier,
pour peü de jours.
Martin Nickel est revenü, de Cölln et de Crossen avec Réponse dilatoire.
Schreiben, vom Freyherrn von Schrahtembach.
Walwitz, ist wieder forth, nacher Deßaw,
in meynung, gar baldt wieder zu kommen.
Meine Oeconomica, undt wochenrechnungen revidirt.
Die avisen von Erfurdt, undt von hanover,
geben: daß man mit der Proposition, so wol
alß mit der kröhnung zu Regenspurg geschäftig.
Daß der Kayser, den ReichsTag, länger
nicht, alß in den November, halten würde.
Daß der Moßkowiter, mit einer großen
Macht, Schmolenßko, belägert, undt dem
Chmielinßky (zu deme sich der vertriebene
hospodar, auß der Wallachey7 salviret,)
assistiren wolle. Der Fürst Ragozzj,
macht sich feste, in seinem eroberten lande,
der Wallachey8.
Der Türgke, tractirt friede, mit
den venezianern, undt hat numehr, den
zu Adrinopolj, verarrestirten Bajlo, liberiret.
General Cromwell, recommendirt numehr,
nach abgeschafftem Parlament, Regium statum,
|| [[Handschrift: 352r]]
undt gedengkt vielleicht selber König zu werden,
undt mit den benachtbahrten zu tractiren, oder
denselben, einen fortheil abzugewinnen.
Jn Franckreich wirdt ein bluhtiger krieg, præsagijret.
Der Kayser, sol den Jesuwitern, eine
grafschaft im Reich, geschengkt haben, cum comminatione
im fall sie die Stände, nicht recipiren wollten?
Die Schweden, sollen Meppe eingenommen,
undt die ChurCöllnische besatzung außgeiagt haben.
Die pawren Rebellion hoffen die Schweitze-
rischen Eidtgenoßen, durch die waffen, (mit
Göttlicher hülffe,) baldt zu stillen, oder
durch gute ordentliche tractaten, zu pacificiren.
Es hat abermalß, heütte fein geregnet.
Gott seye lob, undt dangk gesagt
vor seinen gnadenreichen, milden segen!
Er wolle ihn unß väterlich genießen laß[en.]
Jn die kirche, conjunctim. Textus: vom Reichen Mann
undt armen Lazaro9, da unß der hofprediger, die helle heiß gemacht.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Tobias Steffeck von Kolodey[,] den
Hofprediger, behalten laßen.
Nachmittags, in die Catechismj predigtt, cum filijs.
Matz Urlob, ist bey mir gewesen, avec offres.
Der Alte Sekerka, ist forth, nacher Deßaw,
seine iüngste Tochter10, (welche nacher Strehlitz,
kommen soll) zu überlifern, der Schwester,
Freẅlein Dorothea Bathilde[.] Gott gebe, zu glügk
undt Segen! undt gebe der Schwester
Bathilde, dahin zu der hertzoginn, nacher
Strehlitz, undt allenthalben, eine glügk-
liche gedeyliche rayse! Die Jungfer
Eleonora Elisabeth von Ditten ist auch mitt nacher Deßaw,
g spatzirt, der jungfer, zur Gesellschafft,
undt den Walwitz mit seiner Fraw,
abzuholen. Le Düc de Mecklenburg est encores lá!
Hans Senf ist bey mir gewesen.
Philipp Güder, hat ein unglügk gehabt, daß sein
Töchterlein, plötzlich gestorben, von 1½ iahren,
am iammer, nach dem es gefallen, aufs haüptlein,
undt von einem weibe, ihme daß genicke übel
eingerichtet worden, darahn es darnach immerforth
unleidliche Schmertzen empfunden, biß es gestorben.
|| [[Handschrift: 353r]]
Gott wolle die affligirten trösten! undt auch Mei-
nen hofmeister Einsidel, mit deme es sich, baldt
wol baldt, übel anläßet. Der hollsteinische
gärtner Caspar, ist auch gählingen, krangk worden.
Gott wolle alles übel dempfen! undt alle be-
trübten, erquigken, alß ein gnediger Barm-
hertziger vater! Doctor Fischer, extra zu Mittage!
Der Caplan Jonius, ist nachmittags bey Mir gewesen.
Christof von Jehna, ist von Zerbst ahnkommen,
undt hat sich, bey Mir, præsentiret, auch al-
lerley Nohtwendigkeitten referiret. perge
Die avisen von Leiptzigk geben:
Daß die kröhnung des Römischen Königs, zu Regenspurgk
bevor stehe, undt Præparatoria darzu gemacht worden.
Die Churfürsten, wehren nacher München, invitiret,
undt pompose daselbst tractiret.
Die venezianer reassumirten, die Friedenßtracta-
ten, mit dem Türgken, nach dem der Bassa von Boßna,
wegen schlaferiger anstaltt, verarrestiret, undt die
Morlacchi in Dalmatia, einen straif inß landt,
weitt hindter Clissa, mit progreß, gethan.
Der Pabst, wehre auf den König in Frankreich alteriret,
wegen noch anhaltender captur, des Cardinals de Raiz.
Die Barbarinj wollen sich in der venezianer landt,
setzen, undt Pallatia zu Padoua bawen.
Die Schweitzer pawren, seindt noch insolent,
vor Bern, undt vor Lucern. Es wirdt ihnen
aber auch, armata manu, begegnet.
Bourdeaux, wirdt vom Könige in Frankreich hart
stringiret. Sucht hülfe, bey Engellandt, undt
Spannien.
<herzog von> Lottringhen, übergibt seine völgker, diese
campagne über, dem Ertzhertzogk zu Brüßel.
Admiral Tromp, ist auf die Duyns zu, geseh-
gelt, interim der Engelländer flotte, vor den vlie
erschienen, mit brandschiffen, deren schaden,
man an den 500 aldar liegenden kaufaardy-
schiffen, sehr geförchtet, undt dörfte baldt
eine bluhtige Seeschlacht, wieder zu vernehmen
sein, wiewol auch die tractaten wiederumb gehen.
<König in> Dennemargk, stehet auf seiner huet,
wirbet, armiret, undt befestiget sich.
Jn Schweden, siehet man, wo es hinauß will?
Das neẅe Königliche Cammergericht, zu Wißmar,
ist solenniter introduciret worden.
Chur Brandenburg nimbt die Possession von hindter-
Pommern ein. hertzog Frantz Carll, sol wiederumb, zum
Berlin, ahnkommen sein, alda der Schwedische11 Stadthalter
Horn, noch vor der einreümung, gestorben.
König in Polen, hat mit den Cosagken, undt Tartarn,
vollauf zu thun. Die Moßkowiter, liegen vor
Schmolenßko. Der Chmielinßky, sol seinen
Schwäher, den allten Hoßpodar, in der Wallachey12,
gefangen haben, undter dem Schein, der freündtschaft,
undt sein landt genießen, welches die Türgken,
zu recuperiren, trachten.
Jn 2 iahren, sollen 200 mille Seel[en], in Polen, undt
in der Lyttaw, an der pest, umbkommen sein.
General Cromwell, guberni[r]et in Engelland[,] Schottland
undt Jrrlandt, absolute, mit seinen, pro forma
gemachten rähten, undt findet keine innerliche
oppositiones, sondern regieret biß dato, pacate.
Suchet auch, die benachtbarten, zu pacificiren.
Man tractiret, den frieden, zwischen Spannien,
undt Frangkreich, iehne wollen, die exclusion Portugalls.
Die Schlesier, beklagen sich, über die Persecutiones
in Religione, undt daß die Jesuwiter, ein Gymnasium
zu Breßlaw auffrichten wollen.
Eine erschregkliche Feẅerßbrunst,
ist zu Prag endtstanden, welche in die 272
haüser, ohne die Ställe, undt Scheünen,
verzehret, alß man eben, mit dem Fron-
leichnam, in proceßion, wallfahrten gegangen.
Martin Nickel abgefertiget. Dieu benie, son voyage!
Paul Ludwig ist bey Mir gewesen, expedienda zu
expediren, undt mit Jehna, zu conferiren.
Schreiben, vom Hertzogk Augusto, von Braunschweig
in der zollsache, in terminis moderatis.
Hans Christoph Wischers vetter13, ist von Straßburgk
mit dem Ludolf Lorenz von [K]rosigk wiederkommen, undt mit
dem Königlich frantzösischen Obrist leütnant Wilcknitz,
undter dem Ludolf Lorenz von Krosigk, Rittmeister wirdt,
mit avantageüser condition. Jl a gaignè,
à Straßbourg, avec le ieü, & avec les courses
a la bague, et aultres avantüres, plüs
de 1300 Dalers, mais tout cela s'en va
estre dissipè. Magnum Vectigal; Parsimonia!14
Post von den beampten zu Ballenstedt.
Avis: daß zu hildeßhejm, ein donnerwetter, an ge-
beẅden, getreydig, vieh, undt pferden, im Felde,
großen schaden gethan, undt wehren schlooßen,
alß hünerEyer groß gefallen, maßen daß
liebe wetter, [hätte] drey Tage, da herumb
gestanden, undt wehre alles, die drey Tage
über, der Nacht fast gleich finster gewesen,
welches alles, großen schrecken, causirt.
Der liebe G[e]treẅe Gott, wolle unß
allenthalben vor der[glei]chen schwehren wettern,
gnädiglich behüten [u]nd[t b]ewahren!
Zu Ballenstedt soll noch eine große
dürre, un[dt ...] sein. Gott
erbarm[e ...]ch daselbst, gnediglich!
Hans Senf ist abe[rm]alß bey mir gewesen.
Die addreße in publicis, mit 4 Regenspurger
Relationen, nacher [Plötz]kaw, ist verfertiget
undt forthgeschickt. [G]ott laße einmahl,
dem armen lande, respirament wiederfahren!
Mit Madame, undt einem Töchterlein15,
zu abends, spatziren gefahren. Die hitze, ist groß.
Carl Ursinus ist ein wenig mittgeritten.
<Tobias Steffeck von Kolodey ist beym Fuchs, zu Erxleben, gewesen. perge>
<Große hitze, wie gestern undt vorgestern.>
Nach dem Johann Esche von Wallwitz, seine
Familiam, gestern abendt, in gesellschaft Sekerka
undt der CammerJungfraw, Eleonora Elisabeth von Ditten anhero
tranßportiret von Deßaw auß, ist er
heütte frühe, anhero selber kommen.
Gott gebe! daß er nichts ungeschicktes
vornehme, no[ch] böses, wieder unß,
undt unsere reform[irt]e Religion, machinire!
Jn die kirch[e un]dt woche[np]redigt conjunctim
cum filijs, undt [...]n Töchtern16.
Mit Jeh[na] [...] [a] meridie conversirt.
Zu abends, [...] an die Sahle, spatzirt.
Die wintt[e]rger[ste ist abge]bracht, undt
heütte eingeführet, n[em]lich: 4 Schockßo: 15 garben
auß 4 Schefel (Scheffel)schfl: Sahmen, allhier, zu Bernburgk,
undt [...]oben, auß 2 Schefel (Scheffel)schfl
Sahmen, zu Ze[pzig][.] Facit: 6 Schefel (Scheffel)schfl: 23 garben
ohngefehr, zu [...] gerechnet facit 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 15 Schefel (Scheffel)schfl
ich hoffe aber, es sol 8 Schefel (Scheffel)schfl: geben.
RübeSaht ist den 9. huius, 15½ Schockßo: auß 1 Schefel (Scheffel)schfl:
Sahmen allhier zu Bernburg undt 2 Schockßo: 8 bundt
|| [[Handschrift: 356r]]
auß 1 Viertel (Hohlmaß)v: sahmen zu Zeptzigk, geerndtet.
Facit: 17 Schockßo: 38 bundt. Gott gebe zu segen!
Mein Cammerpage Albrecht Sekerka, ist forth,
nacher Dreßen[!], auf seines bruders hochzeitt. Gott
gebe zu segen! undt glück!
J'ay desseignè, üne nouvelle depesche! Dieu
la vueille benir, & fortüner!
Jean Moutarde a estè ce soir, auprès de moy. Jddîo
lo mantenga salvo, e gli dîa, prospero successo!
Nota Bene Il patientissimo; Nota Bene Nota Bene[.]
Nach etzlicher Tage, [g]roßer hitze, undt besorg-
ter dürre, hat der liebe Got[t], unser verlangen
erfüllet, undt daß landt, gegen abendt, mit regen,
erquicket. Er seye, vor seine gühte, undt gnade
gelobet, undt gepreiset. Er wolle ferner,
Früheregen, undt Spähtregen, zu rechter
zeitt geben! undt unß, undt unserm lande, gnedig sein!
Böser avis, von Hamburgk; per Magdeburg das
die Holländische flotte, vom Engelländer, geschla-
gen seye! undt Sie die holländer in die 40 Schiffe ver-
lohren hetten. Sol dann die ungerechtigkeitt, noch
länger überhandt nehmen? undt, den obsieg, behalten? Ach!
Conversatio diesen abendt, mit deme von Jehna.
<Regen.>
Nach dem ich diesen Morgen, allerley elaboriret,
habe ich Nachmittagß, den Superintendenten
Ern Joachimum Platonem, undt
den hofprediger Johannem Mencelium,
zu mir, in Carolj Ursinj meines iüngsten
Sohnes, gemach kommen, undt durch
den Magistrum Johannem Abrahamum Mencelium,
itzigen pfarrers zu Aldtenburgk, seinen
Præceptorem, i[n] den vornehmsten fundamenten
Christlicher Religion, (nach seiner
undterweisung,) <den Carolum Ursinum> examiniren laßen,
in gegenwartt, beyder obgedachter
Theologen. Es hat auch der page Geüder,
mitt darbey, aufgewartett. Der kleine
Carolus, numehr, in seinem 12. iahr, (Gott lob!)
ist dermaßen im examine seines Catechismj,
undt Christlicher religionspuncten, bestanden,
|| [[Handschrift: 357r]]
das ich, Gott dem Allmächtigen höchlich davor
zu dangken, die bestehtigung, der schönen gratulationen
so ihme, von allen dreyen Geistlichen, beschehen,
zu seiner bestendigkeitt, undt verharrung im
glauben, undt in der wahren Reformirten
Confession, eyferig zu wüntzschen, undt Gott
den Allmächtigen, sehnlich ahnzurufen, undt
zu bitten haben, er wolle ihn ferner vollbe-
reitten, stärgken, kräftigen, gründen, undt
durch die gnade seines Heiligen Geistes,
ie mehr, undt mehr, zur vollkommenheit, erleüchten!
undt die gabe der beharrligkeitt, nimmermehr, von
ihm nehmen!
Gegen abendt, bin ich mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en ge-
mahlin, zur zigelscheüne, gefahren, undt
wir haben kawm, im rügkwege, einem
schregklichen donner, <blitz> undt regenwetter,
entkommen. Können, wiewol Gott dem All-
mächtigen, billich, vor daß gesegnete
regenwetter, lob! ehr! preiß! undt
dangk zu sagen, undt umb vermehrung,
seiner gühte, ahnzuruffen! et cetera
11 karren kohlen, von Ballenstedt, mit aviß,
das es (Gott lob, undt dangk gesagt!) auch alldar,
etwaß geregnet, undt das lechtzende dürre
Erdtreich, erquicktt. Vielleicht wirdt es wol
auch heütte alldar beßer geregnet haben?
Gott wolle regen, undt Segen, allenthalben
kommen laßen, undt unß die gnade verleyhen,
das wir in lieb, undt leidt, in guter, undt
böser zeitt, seine Milde undt gühtigkeitt,
mit Freẅdigem hertzen, undt willigem
Geiste, gerne rühmen, undt preisen mögen!
<Regen.>
Diesen Morgen, hat mans erfahren, daß
gestern abendt, ein stargker streich, vom
donner, in Matz Urlobs hauß, an der
Mühle, oben am gibel eingeschlagen, <undt an dem
Stall etwas getsreiffet> an
welchem orth, vor 23 iahren, dergleichen geschehen.
Der regen, hat auch hin: undt wieder, in
den gebeẅen, sehr eingeweichet. Alleine
ist zu hoffen, der Segen des herren, so den lieben
Feldtfrüchten wiederfahren, werde solche geringe
Schäden leichtlich wieder ersetzen. Gott gebe es!
Avis, daß der alte Marggraf Christian, zu
Bareütt, sehr caducq wirdt, auf den Todt
leytt, undt fast nicht mehr reden kan,
das sein Sohn, Marggraf Geörge Albrechtt,
in seiner Tollen weyse, continuiret, seine ge-
mahlin betrübet, undt machet, daß Sie an
itzo, im kindtbett, (da sie einen iungen Sohn
gebohren) von Sinnen kommen. Gott wolle sie
gnediglich restitujren. Es ist, umb so viel mehr
empfindtlich, weil sie zu der heyrath, fast
gezwungen worden, undt Meiner herzlieb(st)en gemah-
lin Liebden <Bruders> hertzogk Philips So Tochter ist.
Zu Alstedt, in der grafschaft Manßfeldt,
hats so viel geregenet, in vorigen Tagen,
das die leütte, umb SonnenSchein, gebehten,
undt 2 Meilenm. darvon, zu Eißleben, ist eben damalß,
solche hitze, undt SonnenSchein gewesen, das
die leütte, umb regen, gebehtet. Beydes,
sol ihnen endtlich, von Gott, beschehret worden sein.
Zu Weymar, ist große dürre. Zu Ballenstedt
wahr es auch, aber Gottes gnade, ist inß
mittel, getretten, die wolle uns ferrner favorisiren!
Mein Zerbster bier, hat sich auch gestern, durch das wetter, verkehret.
Jn der Præparationspredigt, cum filijs, da
der hofprediger Mencelius, explicirt den Text:
Siehe, das ist Gottes Lamb, welches der
weltt Sünde, trägt.17 perge Gott seye
unß gnedig! undt laße unß, würdige
Tischgenoßen, an seiner Tafel, erfunden werden!
umb seines heiligen nahmens Ehre, undt umb seines
Heiligen leidens willen, Amen!
Numero 26 ist abermals, eine Regenspurger relation
ahnkommen, mitt allerhandt particularien.
Die avisen, von Erffurdt, bringen:
Das den 8. diß [Monats], die Cröhnung des Römische Königes,
zu Regenspurg vorgehen sol, undt darzu præparatoria
gemacht werden, wie auch, unsere legaten, referiren.
Jn der Schweitz endert sichs, (Gott lob!) die von
Basel, seindt in die 1000 stargk, auf ihre undter-
thanen, außgezogen, welche den hundeßweilischen
bundtsbrief, sampt 24 Rädelinsführern,
außgelifert, undt umb gnade, gebehten.
Der pawren General Lawensperg, mit 2000
pawren, ist von der Stadt Bern, völgkern, auch geschlagen,
undt von denselben, er, der General selbst, nebenst
40 Rädelßführer gefangen, undt an strigken,
|| [[Handschrift: 359r]]
nacher Bern, geführet worden, Numehr, gilt es der
Lucerner pawren. Die Schweitzerische Eidtgenoßen,
haben sehr geeilet, dieses Feẅer zu leschen, weil
die Rebellische pawren, auch die Burgunder, undt
Elsaßische pawren, aufzuwickeln, undt umb bey-
standt ahnzusuchen, sich undterstanden.
Die extradition hindter Pommern, auf Schwedischer
seitten, ist den 1. junij, nicht erfolget, weil der
Königinn ratification, noch nicht ahnkommen gewesen,
ist aber bäldiste vertröstung, Chur Brandeburgs geschehen.
Wegen der tractaten fortgang, zwischen Holl:
undt Engellandt, item: ob die flotten aufeinander
getroffen, darvon will noch keine gewißheitt
verlautten. Cromwell hat zwahr, an die herren Staaden
geschrieben, undt Londen abermals, zun Tractaten
vorgeschlagen, ahn stadt eines begehrten neütralorths.
König in Frankreich undt Prince de Condè, leiden
beyderseitß mangel an gelde. haben derhalben
ihre rendevous, verschoben. Jedoch, meinet man, es
dörfte hernachmalß, desto bluhtiger hergehen.
Die Cosagken, seindt muhtig, haben mit 10000
Mann, 30000 geschlagen, nemlich: die Macht des
Sibenbürgers, Wallachey, undt Moldawer, so coniungi-
ret, gewesen sein sollen. Droẅen der Cron Pohlen
|| [[Handschrift: 359v]]
hefftig, mit 300000 Mannen, sie zu überziehen.
Die hospodaren in der Moldaw, undt Wallachey,
haben anfangs, das spiel in Polen, nicht ungerne,
gesehen, zumahl, da die Cosagken vorgegeben,
es wehre ihnen nur, umb ihre Religion, undt
Freyheitt zu thun, deren man, in beyden ländern,
auch zugethan. An itzo aber, greiffen Sie diese
herren selbst ahn, undt vertreiben sie von
land undt leütten. Dem Fürst Ragozzi, (der
auch anfangß die diminution der krohne
Polen, mag etwaß gerne gesehen haben)
droẅen sie numehr auch, unangesehen
der Türckischen Protection. General Chmie-
linßky, sol zwahr, an die Ottomannische
Porta, geschicktt, undt erhalten haben,
das die Tartarn, commandiret werden,
aufzubrechen, undt die Polen, zu bekriegen.
Der Pollnische gesandte, bittet, umb eilende
hülfe, zu Regenspurg vom Kayser, undt vom
Reich, in diesen dreyen Monaten, Junio,
Julio, Augusto. Sonst dörfte das Königreich
Polen, nicht bastant sein, wieder eine solche menge
|| [[Handschrift: 360r]]
volcks, undt die angrentzenden länder, alß:
Ungarn, Oesterreich, Schlesien, Mähren, Pommern,
die Margk Brandenburg es zu späht, empfinden,
weil die Polen, zu schwach, an Mannschaft,
daß landt eben, undt mit keinen Festungen,
noch rechten päßen versehen, undt die waßer,
Ströhme, der Weichßel, Oder, undt Elbe, noch
wol im Sommer, zu transitiren, etcetera[.]
Jn einer zeittung stehet, die kröhnung, des Römischen
Königes, seye geschehen, den 8. dito. Es wehren alle
gaßen in Regenspurg gedrenge voll volgks gewesen.
Von manchem fenster, hette man einen, oder
zweene Ducaten, zahlen müßen. Wegen
aufsetzung der Crohne, hetten sich, zwischen
Chur Pfaltz, undt den Chur Brandeburgischen gesandten
streittgkeitten erreget. Endtlich, hette man die
Sache also verglichen, das Chur Pfaltz, die krohne
dem Römischen Könige, aufgesetzt, undt hernacher die
Chur Brandeburgischen Sie demselben, wieder abgenommen.
Einige lackayen hetten die wache angefallen,
darüber etzliche Todt blieben. Den anfänger,
hette man ertapt, dörffte ihm, übel gehen.
Man hat von wegen Kayserlicher Mayestät am FronleichnamsTage,
das spatziren fahren, und alle ergernüß, geben, auch den Evangelischen legatis verbotten[.]
<Regen. Windt.>
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Quedlinburg geschickt, in jmportantissimis[.]
Gott wolle ihn geleitten, undt glügklichen succeß geben!
Am heüttigen 2. Sontag nach Trinitatis,
ist der Text: vom Großen Abendmahl, Lucas 1418
vom hofprediger, Mencelio, wol außgeleget,
Meines Carolj Ursinj, profectus, undt admission
zum heiligen Nachtmahl, berühret, abgekündiget,
undt hernacher, post preces, & concionem, auch
ablesung, wie braüchlich, das heilige abendt-
mal gehalten, undt celebriret worden,
von mir, undt beyden meinen Söhnen,
Victorio Amadeo, undt Carolo Ursino,
(welcher zum ersten mahl heütte
mittgegangen) Gott wolle das angefangene
wergk, zu seiner Seelen Sehligkeitt,
vollführen, undt ihn ferner vollbereitten,
stärgken, kräfftigen<!> gründen! auch vor
allen schändlichen Jrrthumben, unserer
wiedersacher, gnediglich behüten! undt bewahren!
undt ihn ia Treẅlich, biß ans ende, in der
|| [[Handschrift: 361r]]
warheitt, (so er einmahl erkandt, undt
bekandt) verharren, auch biß an den Todt,
getreẅ, verbleiben laßen! Seinem heiligen
Nahmen, seye, lob, ehr, preiß, undt
dangk gesagt, von nun ahn, biß zu
ewigen zeitten Amen!
Gleich wie nun Sathan gerne, eine capelle
darneben bawet, wo Gott der herr eine
kirche stiftett, Also hat er mich gestern,
undt heütte, mit unnützen nebensachen,
sehr inquiet[ire]t, [son]derlich, von halle her,
wegen d[es Pfaffen zu] [P]eißen, (da man
sub prætextu Dioceseos, eine jurisdiction
über mich, erhärten will) undt sonst,
mit verdrießlichen supplicationen!
Gott helfe, alle adversitet, überwinden!
Nachmittagß, wiederumb zur kirchen, cum filijs
in des Jonij, predigt, da er von des Ahasverj
panckeet19, einen Sermon gehalten. perge
Zu Mittage <zum eßen>, undterschiedliche extra gehabtt,
aber wenig von adversa parte, haben, dem Gottesdienst, beygewohnt.
Patientia! Patientia! Patientia! Gott bekehre die Jrrenden!
Avis von Erxleben, daß mein Fuchß, das arme
Thier, sich so iämmerlich quehlet, undt ängstiget,
auch (wie man gäntzlich vermeinet) vom
Teüfel, oder von hexen, undt zauberern,
geritten wirdt, das es einen Stein, in der
erde, erbarmen, undt iammern möchte.
Der Schmidt daselbst, will weg, undt
auf Johannes, ist seine dienstzeitt, ohne
daß, auß. Je croy aussy; qu'il s'ennuye!
Das gesindlein, wirdt überdrüßig,
das pferdt zu wa[rten ...], undt zu
beschicken, för[cht]en sich [eine]s theilß auch,
bey solchem hechßenwergk, länger zu bleiben.
Jn Summa, das arme Thier, ist gantz verlaßen!
Gott der Allmächtige, der sich aller seiner
creaturen, erbarmet, wolle sich auch, über
diß mein leibroß, undt gewesenes gutes
pferdt, (darauf ich mich verlaßen, undt im
Nohtfall, mein leben defendiren können)
in gnaden erbarmen, undt das übel dempfen!
<auch Mir, undt den meynigen, gnedig sein, umb Christj willen!>
heütte seindt Commissiones, nicht allein in Rech-
nungßsachen, sondern auch, mit den Hoymischen,
vorgenommen worden. Gott gebe, zu gesegnetem succeß!
undt zu meiner erleichterung, von so vielen beschwerden!
Etzliche Polen, haben sich sehen laßen, mit
dreyen Tantzbähren, undt andern gauckelpoßen.
Doctor Mechovius, Jehna undt Cnüttel, haben ihre
anbefohlene Commißion, mit dem flegken hoym, vorgenommen.
Wallwitz, hat Meiner herzlieb(st)en gemah[lin] [p]artes, agiret. perge
Also, hat man sie e[xtra zu] Mi[tt]age, behallten.
Tobias Steffeck von Kolodey i[st von] [Q]uedlinburg vom Doctor Lentzen,
mit dilatorische[r erk]lärung.
Die [Trac]taten [m]it dem Flegken Hoym,
haben sich (Gott lob!) nach vielen difficulteten,
glücklich geendiget!
Schreiben, von meinem Bruder, Jtem: vom Pozzo.
Die Leiptziger avisen mel[de]n:
Das der holländische Admiral Tromp, die Stadt Douvere
in Engellandt, canoniret, undt ahngegriffen, auch
grawsamlich hinein gedonnert, darüber
krautt undt loht darauf gegangen. hingegen,
ist ihme auß dem Casteel, mit schießen, wieder
wol geantwortett worden. Die Engelländische flotte,
hat ihr tempo auch in acht genommen, undt alß Sie gesehen,
|| [[Handschrift: 362v]]
das Tromp mangel an krautt, undt loht gehabt,
sollen sie, hindter ihn kommen sein, den fortheil
des windes abgeiagt haben, darüber
ein erschregkliches gefechte undt naumachia
abermalß, sol angegangen sein, mit ver-
brennung undt verderbung vieler Schiffe,
undt volgks, auf beyden Theilen, iedoch sollen
die holländer [diß]mal den kürtzern
gezogen, undt [üb]er [40] kriegsschiffe,
eingebüßet haben, [daß] die menge
der kauffahrer schiff[e dana]ch dißmahl
verlohren wor[d]en. [Al]ß sich [nun] Tromp,
(nach gethanem eüßerstem Devoir, vor
sein vaterlandt, undt vor die gerechte
Sache!) in Seelandt, mit etzlichen Schiffen,
retiriren müßen, andere Schiffe aber, in
die Holländischen Meerhaven, hin undt
wieder, wo sie hingekondt, retiriret,
haben sich die obsigenden Engelländer, dar-
zwischen geleget, vor die häfen, ihre: der
Holl: undt Seeländer, außfahrt, undt con- || [[Handschrift: 363r]]
iunction, auch secours der dähnischen Schiffe,
(welche sie erwartten) zu verhindern, undt mag
also groß Schregken, undt alteration, in den Unirten
Provintzien sein. Gott erbarme sich ihrer, in gnaden!
Cromwell trachtet hingegen, nach der krohne,
undt königlichen dignitet, achtet das holländische
wesen, wie nichts, verleßet sich, auf die assis-
tentz von Spannien, dißiungiret die vorge-
wesene alliance, zwischen Frangkreich,
Schweden, Portugall, undt den Staaden,
undt mag in Schweden zimlich gehör schon haben,
gebraucht auch severitet, gegen seine wieder-
wertigen, insonderheit aber die iehnigen, welche
seine absolute gewaltt, ihm dißputiren, undt
daß Parlament zu Londen, restabiliret
wißen wollen, undt findet beyfall, auch
wunderseltzames glück undt succeßen!
König in Frankreich hingegen, erigiret sich auch, hat
succeß vor Bourdeaux, hoffet dieselbige
Stadt, baldt einzubekommen. Bellegarde
hat sich ergeben, nach zimlicher resistentz.
Die Franche Contè, helt sich Neütral. Der König,
undt Cardinal, hoffen, den Prinzen von Condè, baldt zu gewinnen.
|| [[Handschrift: 363v]]
Dieser hingegen, hat assistentz, von Spannien, ahn
volgk undt geldt. Leücata, ist auch wieder
dem König in Frankreich durch erkauffung, oder
contentirung selbigen Gouverneürs, mit
250000 livres, zu theil worden.
Der pabst, verharret, die unnützen
Münchsorden, zum Theil zu cassiren, worin-
nen sich Spannien, undt Venedig, etwas wiedersetzen,
undt offendirt befinden.
Der Türckische Kayser, ist numehr, in seinem
14. iahr, mündig worden, hat seine Regie-
rung angetretten, undt alsobaldt den
Primo Visier, gefraget, ob die Schiffar-
mada gantz beysammen, wol außge-
rüstet, undt zum außlauffen, fertig
wehre? welches der Visier, mit Ja,
demühtig beantwortett. Darauf aber,
ist baldt der Capitan Bascia, oder Gene-
ral del Mare, herzu getretten, undt
hats wiedersprochen, auch alle mängel,
so an dieser flotte, equippirung, zu befinden,
|| [[Handschrift: 364r]]
dem iungen Kayser, angezeiget, welcher baldt
den Primo Visier niedersebeln, seine stelle,
einem andern geben, undt den mängeln bey der
flotta, remediiren laßen. Dörften also die
Venezianer, numehr, (wo nicht friede wirdt?)
einen schwehreren krieg, alß zu vor, übern halß,
kriegen. Baldt darauf, ist er der Groß-
Türgke, persöhnlich, mit 200 mille Mann,
zu felde gezogen, auf Dalmatiam
zu. hat vom Römischen Kayser, den paß, durch
Croatiam begehret, undt sich zu erstattung
aller schäden, in diesem transitu, offeriret.
Allein, es wirdt, schwehrlich getrawet,
undt die päße an den Crabahtischen gräntzen,
werden wol besetzet, undt verwahret.
Fürst Ragozzi, sol auch geschlagen,
undt kawm endtkommen, hingegen, die Hoß-
podaren, in der Wallachey, undt Moldaw,
restabiliret sein. Ein Moßkowitrischer gesandter,
wirdt zu Warschaw erwartett. Die pest
undt Flegk Fieber, regen sich wieder, in Polen.
Des Königes Feldtzug, nach Leonberg, wirdt verschoben.
Die Königin, endtfernet sich, wegen der infection. perge
Die restitution von hindterPommern, wirdt noch
erwartett. Zu Stogkholm, sol der Portughesische
Gesandte, abgefertiget, hingegen der Spannische
noch aufgehalten worden sein, darauß præsu-
miret wirdt, daß man mit Spannien, sich
werden coniungiren, undt Portugall
fahren laßen. Die Königinn in Schweden,
hat auch, dem Kayser, undt dem Neẅen
Römischen Könige, zur election, gratuliret,
ihre approbation contestiret, undt
will allein zu dem ende noch, einen
extraordinarium legatum, dahin abordnen.
Zu Regenspurg ist alles, auf der kröhnung,
magnifice & pompose zugegangen, undt
die gebraüchlichen solennia darbey gehalten.
Etzliche unordnungen undt verübte exceß
des gesindleins, undt insolentzien etzlicher
lackayen, sonderlich Todtschläge, werden
gestraft, undt zuvor erkundiget werden.
Die proposition, undt Deliberationes,
hoffet man auch baldt, zu absolviren.
Jehna, hat sich frühe wieder præsentiret.
Jst fleißig, undt embsig, in anbefohlenen
commißionen. Jnngleichen, hat auch
Tobias Steffeck von Kolodey sampt seinen collegen, die ahn-
vertrawte commißion wieder reassumiret.
Gott gebe allenthalben zu Segen! undt gedeyen!
Den pfarrer von Dohndorf habe ich abermal zu
Erxleben, undt bey Mir gehabtt. Er dubitirt
numehr, darahn, ob mein Fux, die sch zauberey
habe, Sondern vermeinet, es seye die schwehre noht.
Le monde illecq, est las, des peines & incommodi-
tèz, que mon cheval cause! perge <Ainsy il est vrayement miserable!>
Mit Walwitz, mit Jehna, undt andern
conversiret.
Jn die kirche, conjunctim gezogen, da unser
hofprediger, unß vom dritten Tage der Schöpfung,
den Text: ex primo capitulo Geneseos20, expliciret.
Gott gebe, daß wir allerseitß, gute lehren, zu hertzen nehmen! <et cetera>
undt dem Heiligen Geist, nicht muhtwillig wiederstreben!
J'ay eü dès fatigues, et d'intrigues a l'ordinaire.
Ô Dieu delivre moy; de tout d'angoisses, peines & travaulx!
Mit Madame, in gartten, spatzirt.
Meine Söhne, undt Töchter, haben sich auch, des
schönen wetters, (wie zum öftern geschicht) gebrauchtt.
Aufn abendt, bin ich mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin,
undt zweyen Töchtern, auf unsere Felder,
allhier, undt zu Zeptzigk, spatziren gefahren,
Carl Ursinus ist auch mittgeritten. perge
Paul Ludwig ist bey mir gewesen. Sie haben viel zu
schaffen, mit Philipp Güders verwirreten rechnungen.
Abermahlige depesche, que le bon Dieu, vueille benir!
Tobias Steffeck von Kolodey ist zu Erxleben, wiederumb, bey
Meinem Fuchß, gewesen, undt hat daß elendt
mitt angesehen, wie schon zum öftern. Beyde
gebrüdere, Jacob Antonij, undt Lüdolff
Lorentz, seindt alldar gewesen.
Discorsj, mit Christoph von Jehna, de diverses choses jmpor-
tantes, & necessaires. Il est treshonneste, & tressincere.
Nous plaignons l'injüstice, dès Grands et petits!
Dieu y vueille apporter, prompt remede!
6 Schockßo: 2 Metzen Rübesaht, seindt zu Zeptzigk
auß 2 Schockßo: undt 8 bundt, außgedroschen,
Jtem: allhier, 18 Schefel (Scheffel)schfl: 3 Viertel (Hohlmaß)v: wintergersten,
auß 3 Schockßo: 5 garben.
Zähme ist hehrkommen, mit deme die handlung wegen Kiritz
guht sich schwehr ahngelaßen, undt endtlich so viel zerschlagen.
Amptmann Georg Reichardt ist bey mir gewesen, von allerley
undterthänig zu referiren.
Risposta von Quedlinburg en bons termes, Dieu les accomplisse!
Avis A spasso: nach meinem bawholtz, undt theilß gersten,
undt rogken, wie auch, nach der Mühle, undt kleinem weinberge zu.
Tobias Steffeck von Kolodey ist forth, nacher Quedlinburg[.] Gott gesegene ihn! undt
Meine expedienda!
Jehna, ist inngleichen forth, wieder nacher Zerbst,
in seiner Stadt beschwehrden, remediiren zu helfen (pro posse!)
wieder die ungerechten ahnfeinder, undt verfolger.
Gott dempfe, alle boßhafte, verweigene
übelthäter! sampt allen Großen, undt kleinen Tyrannen!
Jch habe sonst ungerne, den guten Jehna, ahn itzo,
mitten in seinen besten verrichtungen, undt commissionen,
allhier zu Bernburgk, wegziehen laßen müßen. Pacience!
Mir hat diesen Morgen, getraẅmet, ich wehre
mit meinen Söhnen, nach Jerusalem, Constantinopel, undt
Egyptenlandt, in kurtzer zeitt verrayset, undt glücklich
wiederkommen, durch eines Ungarn, verahnlaßung,
|| [[Handschrift: 366v]]
welcher mir Türgkische päße gebracht, undt gegeben.
wiewol ich nun solchen wenig getrawet, undt
mich darüber geängstiget, iedoch forthgemußt,
wehre der kerll, den ersten Tag, plötzlichen ge-
storben, undt hette sich gantz verlohren. Wir aber,
wehren forthgewandert, im lieben Nahmen Gottes,
undt hetten solche schöne raysen, in einem ¼
iahr, ohne einigen ahnstoß glügklich absolviret,
auch Gott dem herren, lob, ehr, preiß, undt
dangk, davor gegeben. Je ne scay, si ce
songe, sera bon, ou malencontreüx, pour moy,
& pour mès fils. Dieu confirme le premier,
& divertisse, le dernier, par sa Sainte grace, & benediction!
Mit Anlehen, undt rechnungen, zu thun gehabtt.
Ein allter Mann, Hanß Müller genandt, so 106 iahr
altt, undt von Adorf ist, hat sich præsentiret, das
Allmosen zu samlen, undt zu referiren, wie
es ihm, in seinem langen leben, undt raro
contingentj, ergangen? <Sein vatter ist 105 iahr,
undt sein Großvatter, 120 Jahr
altt worden.>
Mit Magister Menzelius viel conversjret.
Schreiben, vom hertzogk Rudolph Augusto von Wolfenbüttel[.]
Jl s'opiniastre; contre l'avis dü Pere mesme,
wegen der überfahrt zu Dochumb, undt Barby. Pacience!
Die Avisen von Erfurdt, bringen mitt:
Daß die holländer, im letzten gefechte, nicht 40 sondern 30
kriegesschiffe verlohren, der Admiral Tromp, mit seinem
Schiffe, gesungken, undt kawm gerettet worden, also daß
er sich, nach Oostende zu, salviren können. Der Vice
Admiral Witte Wittens, hette ihn übel secundiret, undt
mit 20 Schiffen, nicht fechten wollen. Die Engelländer,
hetten auch ihr Theil bekommen, undt keine seide, darbey gesponnen.
Die holländer stärgkten ihre flotta zwahr, wann
ihnen nur, die obgelegenen Engelländer, nicht allzuge-
schwinde, über den halß kähmen? Der König in Denne-
margk, schickt den Staaden, vermöge ihrer alliance,
zehen OrlogßSchiffe, zu hülffe.
Jn Engellandt, gibts motus intestinos[.] Cromwell
hat den Raht, zu Londen, abgesetzt, dieweil derselbe
von restitution des Parlaments, gesprochen.
Spannien, wirdt auch, von Cromwell dißgustiret,
wegen einer menge, verarrestirten Jndianischen
Silbers, so in der Engellandt, eingelauffen.
Jn Frangkreich, will der krieg recht stargk angehen,
undt alles in einen hauffen, leyder! geworfen werden.
Zu Regenspurg suchet der Kayser, den dißgustirten
Churfürsten von Cölln, zu begühtigen. Der Churfürst
hat dem Römischen König, auf der Cröhnung, die Crohne
aufsetzen wollen, (inmaßen auch bey dem itzigen Kayser,
anno 1636 geschehen) So hat es aber Chur Meintz, nicht leiden
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wollen, Sondern alleine solche Ehre praetendirt, undt erhalten.
Alß Chur Cölln, solches vermergket, hat er sich von Re-
genspurgk, zeitt währender krönung, absentirt,
in ipso actu coronationis aber, wieder solches
beginnen, alß eine unzuläßige Neẅerung, pro-
testiren laßen, undt ist noch nicht wiederkommen
gewesen. Jhre Mayestät sähen ihn gerne, bey der
Proposition, haben den graven von Fürstembergk
derenthalben, zu ihm geschickt, in Bayern, ihn
placide zu ersuchen, undt zu ermahnen, wiederumb
zu erscheinen. Die Proposition, wirdt nun,
nicht mehr, von Schweden, gehindert werden
können, dieweil den 6ten: junij, hindter Pommern
restituiret, undt von Chur Brandenburg die
Possession, numehr ergriffen worden.
Jn der Schweitz, hat der krieg, baldt ein
ende genommen, undt wirdt numehr, bey den
Republicquen deliberiret, wie? undt welcher
gestaltt<?>, die gefangenen Rebellen, undt
Rädlinßführer, zu bestrafen sein möchten?
Avis: daß mein Schwager, Fürst Johann Casimir
abermals einen anstoß gehabt, in dem er ge-
fallen, undt eine handt verstauchtt. <Gott woll es baldt beßern.>
Conjunctim, zur kirche, Text: Lucas 1521 vom verlor-
nen Schaf, undt groschen, vormittagß.
Extra: zu Mittage, die Rindtorfinn, undt
einen von Miltitz, Walwitz Schwager,
gehabtt, deme ich zugesprochen.
Nachmittagß, mit beyden Söhnen, undt zwo
Töchtern 22, abermalß zur kirchen, da dann der
Caplan Jonius außgeleget, waß heütte
Morgen, der hofprediger Mencelius übrig gelaßen,
nemlich, den Text: vom verlornen Sohn23. perge
Zu abends, wiederumb extra gehabt: die Wall-
witzinn, die Rindtorfinn, Miltitz, et cetera[.]
Mein Sohn, Victor, hat ist unpaß worden,
Gott erhalte mir doch, den lieben Sohn!
undt mache mich nicht abermalß affligirt!
Tobias Steffeck von Kolodey ist noch vor Mitternacht spähte,
iedoch glügklich, wieder ahnkommen, vom Doctor
Lentz, auß Quedlinburg[.] Gott gebe, zu ferr-
nerem segen! undt gedeyen! Amen! perge
Ô Dieu! ne me chasties derechef, en ton jre!
Ne me delaisses pas mon Dieu! affin que ie
ne te delaisse pas aussy!
<Regen.>
Die Beampten, wegen des Thambs24, neben
Philipp Güder, undt Doctor Fischer, wegen meines Sohns,
Viktor Amadeus hieroben gehabt. Es leßet sich,
(Gott seye lob, ehr, undt dangk gesagt)
mit Viktor Amadeus zur beßerung ahn. Er helfe
ferner mit gnaden, zur gesegneten
continuation!
Geörg Cnüttel, habe ich auch bey Mir
gehabtt, in CantzeleySachen.
Gott hat unß abermal einen schönen Frucht-
bahren regen gegeben. Seine gühte, (die da ewig-
lich währet) seye davor gelobet, undt gepreiset.
Er wolle unß ferner seines Segens, genoß,
mildiglich entpfinden laßen, insonderheitt
auch, zu Ballenstedt, allda zimliche große
dürre, an itzo, sein soll!
Wolfgang Sutorius hat in Oeconomicis, auch sich præsentiret,
undt relation gethan.
Die Leiptziger Ordinarien, bringen mitt:
Daß Admiral Tromp, sehr wol gefochten, undt
bey nahe, gesungken wehre, vom vielen schießen,
in dem sein Schiff, 7 Fuß tief waßer gehabtt.
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Seine gesellen, eines theilß, haben ihr devoir übel
gethan. Windt, undt waßer, neben einem Mächtigen
Feinde, seindt ihme zuwiederb gewesen. Er hat
auch, seine brandtschiffe derhalben, nicht anbringen
können. hingegen hat der feindt, den windt,
undt alles, zum fortheil gehabt, ist auch immer,
mit frischen Schiffen, von der Tämeß, verstärgkt
worden. hat also endtlich Admiral Tromp, nach
eüßerstem devoir, undt gethaner gegenwehr,
sich retiriren müßen, mit verlußt, des
vierdten Theilß, seiner flotte. Man will nun,
nicht allein, sein Schiff, repariren, sondern auch
in 14 Tagen, noch 150 Orlogsschiffe auß-
rüsten, ihn darmit zu verstärgken, inmaßen
auch 10 große Königliche kriegsschiffe, erwartett
werden. hingegen, creützen die Engelländer
nach ihrer victoria, die See, haben sich, mit 100
Schiffen, vor den Holl: undt Zeeländischen haven
sehen laßen, paßen auf, damitt kein Schiff,
weder auß: noch einkomme, undt hoffen
viel OostJndianische Schiffe, hinweg zu kriegen.
Zu Londen, will der Stadtraht, ein Neẅes Parlament
haben. Man reassumirt die Friedenstractaten mit den Staden.
Jn Frangkreich, continuirt die eroberung der
Festung Bellegarde, auf Königlicher seitte. Der
Gouverneur in Franche Contè, hat ordre vom
Könige in Spannien, gehabt, es zu endtsetzen,
hat auch, nebst dem Adel, sich undterstanden,
solches ins wergk zu setzen, es hat es aber,
das Parlament zu Dole, verhindert,
dieweil diese action, wieder die neütra-
litet lauffen möchte.
Bourdeaux, wirdt tentiret, durch intelli-
gentzen, darüber abermal der Prince de
Conty, einen iungen Conseiller hengken
laßen. Die Jrren, so daherumb, dem
Könige in Spannien, gediehnet, fallen zum
König in Frankreich[.] Zu Sankt Sebastian, sol eine flotte
parat liegen, den Printzen zum secourß.
Prince Thomaß von Savoya, ist Grand
Maistre de la cour dü Roy worden. Der Ma-
reschal de Türenne, gehet in Champagne,
Maréchal de Hocquincourt aber in Catalonien,
undt ein ander Maréchal de France, in Savoyen
|| [[Handschrift: 370r]]
wieder den Gubernator von Meylandt. Die
Staaden, wollen die alliance mit Frankreich verneẅern.
Der König in Frankreich aber, renovirt mit Portugall die alliance,
also, das ihme iährlich, selbiger König, so lange der
krieg, contra Spannien, währet, 3 millionen,
bahr, erlegen solle!
Zu Regenspurg ist die kröhnung, des Römischen Königs
Ferdinandj IV.ti solennissime abgegangen.
<Er hat 16 Cavalliers, zu Rittern geschlagen.>
Es geschehen viel gratulationes, undt freẅden-
zeichen, hin: undt wieder. Gott wolle alle gute
Vota bestehtigen! Chur Pfaltz, hat sein neẅes
ErtzSchatzmeister Amptt, wol verwaltett,
undt mit Tragung der Königlichen Crohne,
undt geldt außwerfen, sich gebrauchen laßen.
Die Proposition: undt Deliberationes, sollen
nun täglich, ihren forthgang haben.
Die extradition hindterPommern, ist geschehen,
Chur Brandenburg hat die Poßeß ergriffen,
die festung Colbergk besetzt, einen Neẅen
Stadthalter Kleist, installiret, undt will
persöhnlich, die huldigung einnehmen.
Die Schweden, nach vielen Festiviteten, seindt abge-
zogen, der gewesene Stadthalter Horn25, ist zum Berlin gestorben.
Jn Polen, graßirt wiederumb die pest. Es continuirt,
das die Siebenbürger, Moldawer, undt die
Wallachen, übel gefochten, undt von den
Cosagken, geschlagen worden. hingegen wollen
etzliche melden, der Chmielinßky suche friede,
undt wolle durch seines Sohnes Schwäher,
den allten Hospodar in der Wallachey26,
friede mit Polen machen, undt der alliance
mit den Tartarn, renuncijren.
Andere meinen, es gebe große apparatus
wiederumb, auf beyden seitten, undt
es werde der krieg, schärfer utrimque angehen.
Die venezianer finden auch, ihre laßt.
General Foscolo, hat zwar wiederumb
gute beütten im Arcipelago gemacht,
etzlicher Türckischen galleren, undt Schiffe,
auch Pilgramsfahrer, so nach Mecha, gewoltt,
hingegen seindt die Türgken, mit 92 Segel
stargk, auß den Dardanellj, heraußer
kommen, zu schlagen, undt Canea zu endtsetzen.
Jn einem außfall auß Candia sollen die
venezianer glügk gehabt haben, wie auch die
|| [[Handschrift: 371r]]
Morlacchj, in Dalmatia. Der Bailo Cappello
ist zwahr noch im arrest. Man hat ihn aber, von
Adrianopel, nach Constantinopel, gebrachtt, undt
es scheinet, als sollen die Friedenßtractaten,
reassumiret werden. Der Türckische Kayser,
hat den Bassa von Boßna, laßen in die eisen
schmieden, dieweil derselbe so schlechte ge-
reittschaft gemacht, zum kriege, in Dalmatien,
undt wirdt also nach Constantinopel, gebracht.
Die Türgken, sollen Cataro belägert haben.
Es vaciren numehr, 7 Cardinalstellen,
zu Rom. Zu Napolj, verfolget die ViceRè
die banditen, auf dem lande.
Zu Antorff, sol viel Silber, zu vermüntzen,
auß Spannien, ankommen sein.
Zu Dantzigk, regiert die pest, von
dannen sie nach Warschow, durch ein
weib, (deren Mann, undterwegens, darahn
gestorben) gebracht, undt bey lebensStraf
in Polen verbotten worden, nach Dantzigk
nicht zu handeln, oder zu frequentir[e]n!
<Abermals geregenet.>
Bescheidt dahin gegeben. perge
Schreiben vom Freybergk von Regenspurg
vom 11ten: Junij; wegen der cröhnung des Römischen
Königs, undt wie die Schweden, in particularj,
darzu invitiret worden, durch den Reichß-
Marschalck. Chur Cölln, hat sich denselben
Morgen, absentiret, weil er die kröhnung
nicht verrichten sollen, hingegen Chur Meintz,
solche allein, zu verwalten, aufgetragen.
Der Marggraf von Baden aber, hat ihn
wieder gesucht, undt von wegen Kayserlicher Mayestät
berufen, weil er nur, eine meile von Re-
genspurgk sich absentiret.
Der Churfürst Pfaltzgrave hat die
krohne, im ein: undt außgang des
Thumbs, getragen, vor ihren Mayesteten,
undt hat im anfang, geldt undter daß
volgk außgeworfen, deme der Grave
von Zinzendorff, alß Erbschatzmeister,
|| [[Handschrift: 372r]]
vom Churfürsten creiret, gefolget, undt den
Nachschuß des geldes, <von Silber> außgeworffen.
Nota Bene[:] des Churfürsten pferdt aber, wardt
an den halß gestochen. Man meinet, es
seye ein MeßerStich, das einer etwan
im gedrenge, dem Churfürsten Pfaltzgraven, habe
wollen, den beüttel <gar> abschneiden, undt
hat darahn gefehlet. O capita nequam!
Der Spannische Ambassador, hat nachfolgenden
Tages, ein Stadtlich bancqueet, den Chur:
undt Fürsten, gehalten. Die 3 anwesende
Churfürsten, der Landtgrave von Darmstadt,
hertzogk Julius heinrich, von Sachßen,
undt ein iunger Marggrave von Baden
Durlach, seindt gegenwertig gewesen,
mit andern Kayserlichen Officirern. Der
Landtgrave Geörge, ist mit Seiner gemahlin,
abends den dinstag ahnkommen, alß den
folgenden Mittwoch, die kröh[n]ung vorgegangen.
Jl Cancelliere si raccommanda, jn grazia!
perge
Alß ChurPfaltz, bey der kröhnung, goldt
außgeworfen, un alß Ertzschatzmeister,
undt sein erwehlter Erbschatzmeister,
der Graf von Sintzendorf gefolget,
mit silber außgeworfen, hat sich ein dieb,
oder Meüchelmörder, im gedrenge
hervor gethan, undt vielleicht den
Churfürsten verwunden, oder ihme, den
geldtseckel abschneiden wollen,
der Stich ist aber dem pferde, in
den halß gegangen, undt also das
unglügk, dißmal (Gott lob!) abge-
wendet worden. Gott bewahre ihn
ferner, mit gnaden, vor allen bösen
machinationen! undt vor allen
bubenstügken! Sic Mundus, vult decipj!27
Der Freybergk, unser Abgesandter,
schreibet mir, diese dinge!
Wallwitz hat heütte aufn abendt
abschiedt genommen. Er will Morgen, (gebe gott)
nach Ballenstedt, undt Miltitz sein Schwager, nach Deßaw.
Jn die kirche, conjunctim.
Extra zu Mittage, Miltitz, Tobias Steffeck von Kolodey undt
hofprediger Mencelium, gehabt.
Mit dem Allten hofmeister Einsidel, leßet
sichs gar schlimm ahn. Gott wolle sich, seiner er-
barmen! seine schmertzen lindern! undt es
mit ihm schigken, wie er weiß, das es
dem Pacienten, sehlig: nützlich, undt guht ist!
umb Christi Jesu willen, Amen.
Mit Madame, bin ich, diesen abendt, hinauß
spatziren, gefahren, nacher Zeptzigk. et cetera
Mes chevaulx, n'ont point eü d'avoyne
cejourd'huy. Ce desordre, m'a fait enrager,
Dieu me pardonne, mes pechèz! & la grande
nonchalence de mes gens, quj me tourmente.
Ces fayneants, attendent, iusqu'a la der-
niere heüre, ordinairement, avec telles
choses, pour m'affliger davantage!
Mais i'ay enfin, trouvè moyen, d'y
remedier, non sans peine, et dèsdaing!
Ô Dieu! allege moy, cés travaulx!
Avis: daß vergangene woche, einer vom Adel,
von Rodenburgk, im Crentz, mir zu nahe
gehetzt, darnach aber, biß vor Zeptzigk an
gartten, geritten, undt des kuhehirtten
Fraw, iämmerlich geschlagen, geprügelt,
auch vorn kopf, gehawen, dieweil ihr Mann,
ihme, vor diesem, gediehnet, undt
(weil er ihn übel tractiret) nicht
bey ihm, bleiben wollen. Diese frevel-
that, wehre billich, zu bestraffen!
hertzog Frantz Carll ist mit Seiner lieb(st)en
gemahlin, unbekandt, anhero in die
Stadt kommen.
