Secretarius Bährenreütt, ist bey Mir gewesen.
auß der Cantzeley zu referiren.
Hertzog Frantz Carll, ist unahngemeldet,
wieder forth, mit Seiner gemahlin, undt Comitat,
auff Schöninghen, zu. Gott geleitte ihn!
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist anhero kommen,
mit bericht, daß vetter Ernst Gottlieb, auß
Frangkreich, undt hollandt, glügklich,
wieder, (Gott lob!) zu Plötzkaw arriviret.
Er, undt Miltitz, seindt extra zu Mittage
geblieben, undt Miltitz, hat seinen
abschiedt genommen, in meynung, forthzuwan-
dern, nacher Deßaw, undt Dreßden zu! perge et cetera
Avisen von Erfurdt: daß es in Hollandt schlecht
bestellet seye, Sintemahl eine Engelländische
Flotta, vor der Maase, undt eine für dem
Texel, lieget, sollen über 100 Schiffe,
stargk sein. Der Admiral Tromp, vermeinet
wieder 80 Schiffe, zusammen zu bringen. Gott
gebe, das er damit, viel verrichten möge!
Sonst dörften, die andern vollends, den Meister
spielen. Man siehet, daß in dieser weltt,
kein ding, lange bestendig bleibet.
Mit Brehmen, mag es auch nicht, zum
besten, stehen. Gott helfe den Seinigen!
Zu Regenspurg sol die Kayserliche Proposition,
den 20. junij, umb 10 uhr, mit voller Music
|| [[Handschrift: 374v]]
aund Trompetenschall, auf dem rathhause daselbst mit
großen solenniteten beschehen vnd folgenden? im Chur-
fürsten und Städtischen Rath in den consultationibus der anfang
gemacht worden, der Allmechtige wolle allerseits hinzu
seine gnade verleyhen vnd heylsame Consilia geben.
Es scheuet dieser Reichstag gegen dem herbst sich endigen
werde, zumahln bereits ezliche Chur vnd fürstem vom
wiederheimb reisen, vnd daß sie ihre gesanden bis zum
ende alda laßen wolten, zu reden anfangen.
Jn der Schweitz gehet der krieg zum ende, vnd wird
meistens geschehen sein, dan die Stände von abstraffung
der rädelsführer reden vnd sich einer gewißen straffe
vergleichen wollen. Franckreich wirdt diesen sommer
viel leiden müßen. Der Printz von Conde hat mit
20 mille mann bey Stenay randevous gehalten vnd ist vorhabend
einen vornehmen ort zubelagern, maßen er dann zu Brüßel
60000 ReichsthalerRthlr: empfangen, vnd zu einer wichtigen belager-
rung alle notturfft herzu schaffen laßen. Da wil der
Erzhertzog unterm grafen von Fuensaltagne gleichfalls
eine wichtige impresa vornehmen laßen.
Jn Holland stehet es zimblich gefährlich, die Englische ligen
vor dem vornehmbsten haven, vnd halten solchen versperret
welches im Lande große vngelegenheit verursachet, vnd
werden nicht vnterlaßen, der aus OstJndien kommenden
vnd auf dem wege begriffenen flotta aufzupaßen,
deßwegen die herrn Staadn ihr euserstes anwenden,
den Admiral Tromp mit einer wichtigen Flotta auf das
allereheste widerrumb in See zu bringen. perge
bHertzog Frantz Carlls, itzige Gemahlin, ist eine Grävin
vom Mirckawer geschlecht. Jhr gewesener herr,
ist ein Graf Teüfel gewesen, hat mit ihme, 4 kinder
gezeüget, welche noch alle am leben, undt zu Wien, studiren[.]
Sie mag, von 40 in 50 iahr, altt sein.
Der bohte Lourdsac, ist von Dresden wiederkommen, mit
dilatorischer antworth, vom F. M.c item: von D. St. St.d
Mein armer fuchß, ist heütte, durch Tobias Steffeck von Kolodey
in der nacht, mit vielen leütten, von Erxleben,
anhero gebracht worden, siehet elendig
auß. Man hat 8 stunden, über dieser meile,
zubringen müßen. Der Schmidt hats
vor unglaüblich gehalten, das er so weitt
gehen köndte. Es zeücht ihn, in den fördersten
Schengkeln, in den kniehen, in den Cöhten, daß
er allezeitt im gehen, überschießen muß. Das
rechte<lincke> förderknihe, ist gantz umbgedrehet,
daß innerste, zu eüßerst. E Obs nun
böse dinger, undt angezauberte sachen
sein, mag Gott wißen, undt helfen!
Der sich auch der thiere, undt aller seiner
geschöpfe väterlich erbarmet, in ihrer arth;
undt dem Menschen zuguhte, erhalten kan.
Er wolle doch auch, in diesem Stügk, mir gnedig
erscheinen! An den hindterSchengkeln, mangelt
diesem gaul nichts. Wann man ihn etwaß gebrauchtt,
in sonderheit, wieder zauberey, So wütet, undt tobet er
|| [[Handschrift: 375v]]
greẅlich, beißet die umbgebundene sachen ab.
fället nieder in der Streẅ, oder machet sich
wundt, undt schläget von sich. Er hat auch un-
lengst, ein Jüdikenzopf bekommen, weil er
zu Erxleben, gewesen, welches ich selber
vor ein indicium von teüfelsgespenstern,
halten muß. Gott dempfe den Sathan!
undt zerstöhre seine wergke.
Der gaul frißt sonst wol, siehet
frisch auß den augen, nur daß er mit
den Schengkeln, nicht forth kan, undt
wann er in der Streẅ, oder sonsten
niederfellet, müßen ihn wol zehen
kerll helfen wieder aufheben.
Jesus Christus, wolle dem Sathan,
solche Machtt, benehmen, undt steẅren!
Jch habe heütte, mit Rechnung- undt Oeconomij-
sachen, viel zu thun gehabtt. Jn[t]righj; da per tutto!
Schreiben von Ballenstedt, in diversimodis.
Wallwitz ist von dannen, wiederkommen.
Schwartzenberger, hat sich auch, in Meiner gemahlin
navigationsachen, von Dresen[!] auß, wieder eingestellet.
Die Krosigk von Erxleben, Jacob Antony, undt
Lüdolf Lorentz, haben gestern, ihren Schößer
anhero geschigkt, undt vernehmen laßen, ob ich
ihre aufwarttung leiden, <köndte> undt <Sie> sich præsentiren
dörfften! wie auch ihr neẅer Schwager, der
von der Aßeburgk, gethan, welches ich
gerne geschehen laßen, undt ihrer erwartte!
Avis; gestern, von Ballenstedt: undter andern,
daß mein daselbst verhagelter Rogken,
undt Erbßen, (mit verwunderung!) sich der-
maßen erholet, daß numehr, an den Erbßen,
kein hagel mehr zu sehen, oder zu spühren,
der rogken aber, also erwachßen, das
er numehr gleichwol, einem guten Sommer-
rogken, gleich worden. Der liebe Gott, seye
vor seine gnadengühte, gelobet, undt ge-
preiset! Er wolle unß ferner seines Segens,
aldar, undt hier, würgklichen genoß
empfinden laßen, undt unß, vor un-
fall, unheyl, undt unglück, an leib,
undt guht, zu hause, undt zu felde, gne-
diglich, undt väterlich, behüten, undt bewahren!
|| [[Handschrift: 376v]]
Amen! Amen! umb Christj willen, Amen!
Aßeburgk, undt beyde Krosigk, seindt
mit ihrer Mutter erschienen, haben mir bey
der kirche, aufgewartett, allda wir con-
iunctim, eingezogen. Bey der malzeitt,
in unserm gemach, ist die Krosigkinn, undt
Aßeburgk behalten worden. Die andern
draußen, mit Walwitz, Doctori Mechovio,
undt andern Dames, undt Cavagliers.
Alles, ist wol abgegangen, undt
Krosigk, reconcilijret worden.
Nachmittags haben die Krosigk, mir
wieder aufgewartett, zur predigt,
dahin ich, mit meinen Söhnen, gezogen.
Jnterim: hat Madame mit Aßeburgen,
undt Krosigken per intervalla, geredet.
Gegen abendt, haben sie, ihren undterthenigen
undt gar cordialen abschiedt genommen.
Jn der vormittagspredigtt Magistri Mencelii wahr der Text
Lucas 6 von der Barmhertzigkeitt, vom Splitter, undt balcken.1
Jtem: Nachmittage hatte Ionius den Catechismus Text: vom Unser Vater.
Nach etzlicher tage, großen hitze, hat sich daß wetter,
mit gelinder lufft, wieder abgekühlet.
Meine Söhne, seindt nach Ballenstedt, undt
an den Hartz, gezogen. Gott wolle sie durch
seine Heiligen Engel geleitten, undt vor unglügk
undt bösen zufällen, gnediglich bewahren!
heütte ist Jahrmargktt alhier zu Bernburg
Philipp Güdern, postea den Magister Menzelius bey Mir, gehabtt.
Die Ordinarien von Leiptzigk bringen mitt:
daß es in hollandt, übel zugehe, undt so wol,
zu Ütrecht, alß in Engkhuysen, undt anderstwo
empörungen, undt vfstandt gegeben. Viel
wollen undter dem gemeinen Mann, ein haüpt
wieder haben. Sonderlich, den Printzen von Uranien.
Die Engelländer, sollen 13 Schiffe erobert,
4 in brandt geschoßen, auch noch 3 in der
Nachiagt bekommen, hingegen auch 11 große
Schiffe verlohren, undt ihren ViceAdmiral
Deane, eingebüßet, aber sehr viel gefangene
bekommen haben, an Capitainen, Soldaten, undt Matroßen.
Jhre flotte, vagiret an itzo, vor dem vlie, undt
|| [[Handschrift: 377v]]
Texel, undt laßen, keine Schiffe, auß, noch ein,
paßen gleichwol darneben, auf die OstJndia-
nische, undt andere flotten. Die holländer
armiren sich zwahr auch, dargegen. Es gehet
aber, mit consternation zu, Admiral Tromp,
thut sein bestes, wann er nur parition hette?
Die friedenßTracaten, mit Engellandt,
werden reassumiret, undt es seindt Staadische
Legatj, nacher hollandt, abgereyset.
Die Jrrländer, seindt noch gut Königisch,
undt wehren sich, wie sie können. Zweene
Obersten, haben sollen ihren sententz kniende
hören, aber <lange> nicht daran gewolt. Endtlich,
alß sie es, nach Landesmanier, thun müßen,
haben sie nach gesprochenem sententz, lautt
geruffen: Vivat Rex!
Die Schotten sollen auch zu dem Neẅen
Parlament, nacher Londen, admittiret werden.
Der König Carolus 2. undt seine brüder,
seindt zu Paris, werden wol gehalten.
Jn Schlesien, undt in Oesterreich, gehet die Reformation2
strenge forth, wie man auch freẅdenfeste celebriret
über des Römischen Königes wahl. et cetera
Jn Frangkreich, gehet der krieg heftig an, aufs neẅe.
Der König rüstet sich gewaltiger, alß die Printzen.
hat dem Cardinal de Raiz, etwaß libertet ge-
gönnet. Visconte de Turenne, hat das Gouverne-
ment in Limousin, weggekriegt, unangesehen
die Geistlichen darwider heftig sich gesetzt, so
lange derselbe reformirter Religion zugethan,
bleiben würde. Cardinal Mazzarinj brauchtt
seine gewaltt. Bourdeaux wancket, hatte
sich schon in Tractaten, mit dem Könige, ange-
fangen einzulaßen, So kahm zeittung dem
Prince de Conty, zue von bewilligung, des
Spannischen, undt Engelländischen securßes.
Hocquincourt, gehet, nach der Contè de Roussi-
lion zu, undt Languedocq, contribuiret, selbiger
armèe, zum besten, 600000 Gulden (florenus)f.
Der hertzogk von Lottringhen, hat dem Ertz-
hertzogk, undt den Spannischen, seine armèe,
vf eine zeittlang, überlaßen, davor ihm
die Grafschaft hennegaw, oppignoriret ist.
Der herrentag, währet noch, zu Coppenhagen,
wie auch, die außrüstung, der Dähnischen flotta.
Jn Schweden seindt hohe chargen, undt plätze, verendert
worden, auch Reichßrähte gestorben. Undt
weil sich, die Königinn, in allem accommodirt,
mit übergabe hindterPommern, undt dergleichen,
Alß ist numehr die Proposition zu Regenspurg
solenniter geschehen, die Schwedische gesandten
auch admittiret, sonsten peroriret, undt
zu den Deliberationibus, ein anfang ge-
macht worden. Gott gebe zu erwüntzschtem besten!
Die Kayserinn Eleonora, zeücht wieder
nach Wien. Chur Cölln, hat sich auch, inn-
undt nach der Cröhnung, dißgustirt, undt
gäntzlich absentiret.
Kayserliche Mayestäten haben die päße, in Croa-
tzien, wieder der Türgken, einbruch,
befestigen w undt besetzen laßen.
Durch einen stargken außfall, auß der
festung Candia, sol der Türgken heer,
weitt zurügke getrieben, undt ihr gene-
ral über die Cavallerie, gefangen worden,
auch ihre Armada, im Golfo die Rhodis, be- || [[Handschrift: 379r]]
setzt worden sein, vom General Foscolo.
Der Türckische Kayser, hat dem Fürsten Ragozzi
entsatz durch den Bascha von Ofen, decerniret,
wieder den allten hospodar, in der Wallachey3,
welcher ihn auß Moldaw, undt Wallachey geschlagen,
undt vertrieben gehabtt.
Jm Schwartzen Meer, sollen 100 Türckische, wol
beladene, proviant, undt munitionSchiffe, durch
ungewitter, undtergangen sein.
Jn Polen, ist eine Moßkowitrische ambassade ankommen,
fordern Schmolenßko, undt Siverien wieder.
So sol auch der König, sich stargk rüsten,
undt der iunge Chmielinsky, albereitt umb-
zingelt sein. Daß vfbott in Polen, ist numehr, zum
dritten mahl, ergangen, daß Mann, vor Mann,
in armis, erscheinen solle.
Jn Jtalien, siehets einem grawsahmen kriege,
in Savoya gleich, da die Frantzosen dem
Savoyer, wieder Spannien, <starck> assistiren.
Der Pabst, suchet sein hauß Pamphilio,
mit den Barberinj, durch heyrathen, zu
vereinigen, undt zu vergleichen.
Bey Staade, hat sich eine greẅliche Mordtthat zu-
getragen, in dem ein Müller, einen andern Müller selbsie-
bende, in seinem Hause, mit weib, undt kindt, erschlagen.
Die Schweitzer, seindt bemühet, ihre
Rebellen, abzustrafen. (A spasso, zur erndte etcetera)
Den Hofmeister Einsidel, habe ich abermals,
(wie fast täglich geschicht!) in seinem Schwachen,
undt recht elenden zustande, besuchen laßen.
Gott wolle sich seiner erbarmen, undt
ihme die großen schmertzen lindern, eine
sehlige beßerung, oder vflösung verleyhen,
umb Jesu Christj willen, Amen! Amen!
A spasso, auff meine felder, item: ahn
meine gebeẅde. Gott gebe forthgang!
gesegnetes gedeyen! undt strafe doch, den
großen Meineidt, unfleiß! undt untreẅ,
derer, die <da> freventlich, undt beharrlich, mißhandeln!
Extra habe ich, den Diaconum Jonium, ge-
habt, zu Mittage, und es hat allerley discurß,
undt relationes gegeben. perge
Avis: von Ballenstedt daß meine Söhne, (Gott lob!)
wol überkommen, undt weitter wollen. Gott
gesegene Sie! undt ihr vorhaben, mit allen wol-
intentionirten, undt beßere die iehnigen, welche
es böse mit unß meynen, undt böses gedencken!
Eine fuhre nach Zerbst, mit Zerbster bier, abzuholen, abgefertiget
undt darneben an Jehna geschrieben. Gott gebe glück! und segen!
Nacher Ballenstedt, habe ich auch geschrieben.
Den Bötticher, habe ich, per Deßaw, nacher Zerbst, geschickt,
Gott wolle ihn begleitten!
Hans Wenzel Rothe bey mir gehabtt, wegen Heinrich Friedrich von Einsiedel
undt deßen erbärmlichen zustandes.
Am heüttigen behttage, conjunctim, zur
kirchen. Gott gebe kraft, dem donner
seines wortts! undt dempfe die wiederwerttigen!
Extra zu Mittage, gehabt, die Walwitzinn,
den hofprediger, undt den Stadtvogtt.
A spasso hinaußgeritten, nacher Zeptzigk,
undt auf meine felder.
Relationes, von Regenspurg undt Kayserliches
mandat, contra Zerbst, auch auf mein
ansuchen, deßen ich mich, keines weges, zu entsinnen.
Die Römisch Königliche capitulation, ist auch ankommen.
Melchior Loyß hat sich wieder eingestellet,
mit dilatorischer antworth, vom Nathanael Jahn.
Donnerstag♃ den 7. Julij; 1653.
<21 großvogel von Ballenstedt.>
Antworth, vom hertzogk Rudolf Augusto, von
Braunschweig, auß Wolfenbüttel, wegen der
Barbyschen fehren. Sie bleiben, auf ihren 5 augen.
Die pumpsägke, opiniastriren sich! Pacience!
Martin haug<Märtin haugk> der lackay, hat sich wol eingestellet,
(Gott Lob,) nach dem er 300 ThalerThlr:, dorthin getragen,
zu bezahlung einer krähmerinn schuldt, wegen Madame:
Schreiben, undt berichtt, von Ballenstedt, von Tobias Steffeck von Kolodey.
fDaß am Dienstag bey früer tageszeit die jungen printzen
nebst dero Comitat von Ballenstedt nach dem Regen-
stein zu sich begeben, alles daselbst bey schönem hellen
wetter mit vergnügung besichtiget, vnd nach gehendts
nach gehaltener kalten küche zu Blankenburg
bey den Fürstlich Braunschweigischen holtzfactorn Rosen-
thalern noch selbigen tages nacher Werningeroda
vnd fürters bis vff Jlsenburg gereiset, daselbst
Jhrer fürstlichen gnaden liebden spat ankommen, vnd fast vnbekant im
wirtshauß logiret, Sintemal der harz Graff
von Stolberg nicht einheimisch, sondern über
8 wochen hero mit dero Gemahlin vnd Comitat
am Reinstrom sich befunden. Gestriges
Mittwochs nun bey anbrechendem tag ist die
reise von Jlsenburg nach dem Plockersberg hin-
nauf in Gottes namen fortgestellet worden.
Welche dann sehr beschwerlich vorfiel, weil
man nur die helffte des weges auf solchen
ghohen bergk, reitten können, die übrige helfte
|| [[Handschrift: 381r]]
haber zu fuß verrichtet werden müßen, der weg war
sehr vnwegsam, steinich, morastich, iedoch entlich noch Gotlob
glücklich hinauf vollendet, worzu wir dann 4 stunden zubrin-
gen müßen, in deme wir vmb 6 uhr früe daselbsten auf der
höchsten spitze angelanget. Alß wir hinauf kommen, so
befanden wir nicht allein eine solche kelte daroben, daß
wir vom reiff fast alle weiß gewesen, sondern es war auch
ein solcher dicker dunst vnd nebel, daß wir die wolcken bey vns vnd
vnser heubtern saußende durch hülffe des windes hinweg
vnd continuirlich vorbey streichen, bald darauf fienge
die Sonn an zu scheinen, da dan solche dicke wolcken sich ver-
lohren, darauf man dan mit höchster bewunderung von
solcher großen höhe vmb sich sehen, vnd gleichsam von allen vier
winden so viel Provinzien vnd Fürstenthümber des Reichs,
wie auch den ganzen harzwald gleichsam in einem augenblick
beschauen konte, weil es fast schiene, als wan man vom
himmel den gantzen Erdboden vor sich sehe, nicht lang darnach
haben sich von denen vnden und ebene zusammen geheufften
dünsten abermal solche nebel vnd wolcken zusammen gezogen
vnd den berg vmbgeben, daß wir abermals fast in einem
augenblick in solcher dunckelheit vns befunden, daß wir
einander selbst nicht sehen noch erkennen konten, Aber in
einen nun hernach hat sich abermal alles wieder vffgeclärt
daß man mit sonderbarer lust in die weite ebene herumb
hinwider wol sehen konte, vnd solche abwechßlung des
gewitters trieb es so lang alß wir darbey waren,
nemblich ein gute stunde lang, also daß man auf dersel-
bigen höhe nicht geringe wunder Gottes, vornemblich des
gewitters halben anschauen vnd verspüren muß. Wir haben
zwar auf der höhe anders nichts gefunden, als starckes
graß, allerley kreiter vnd blumen, wie auch etzliche große
steine, allein ganz kein holz oder bäume, insonderheit aber
|| [[Handschrift: 381v]]
ist ein brunnen quel von schönen klaren wasser einer
guten ellen tieff zu sehen, vnd daselbst zu finden gewesen,
Nach solcher besichtigung nun haben wir vnß bey zimblichem
feinem wetter widerum von dem berge hinab begeben.
vnd innerhalb 3 stunden wiederum vnten zu Jlsenburg
reittende vnd gehende, seind wir glücklichen angelanget
dem lieben Gott sey dafür gedancket, daß Jhre fürstlichen gnaden
die lieben Printzen beyderseits solche vnwegsame vnd vnge-
bauete hin vnd herweise fein wol content gedultig vnd in
guter gesundheit verrichtet. er wolle dieselbe ferner
viel lange Jahr bey gutem selbsterwünschtem wolergehen
gneiglich vnd väterlich erhalten. Alß Jhrer fürstlichen gnaden liebden nun
zu Jlsenburg daß mittagsmahl eingenommen, seind dieselbe
hernacher mit dero comitat von dannen abgereiset vnd
darauf gestern spaten abends nach 9 uhr, Gottlob,
glücklich wieder zu Ballenstedt angelanget. heut früe
ist Printz Victor Amadeus ausgeritten, vogel zu schießen
vnd hat vmb Riedern herumb 21 vogel nebst einer
türteltaube einbracht, so Jfgl hiermit in guter
gesundheit zu verzehren gehorsamblich überschickt worden.
Sonst seind Jhrer fürstlichen gnaden liebden beederseits vorhabens morgen (Gebe Gott)
gegen Elbingeroda sich miteinander zu begeben vnd da-
selbst auch ezliche rariteten vnd denkwürdige sachen
zu besehen, Gott gebe ferner zu glügk. Nach diesem
allem werden wir ob Got wil vnser wiederhinabkunfft
zu Euer fürstlichen gnaden Liebden schuldigermaßen nicht lang differiren.
A spasso hinauß, auf meine breitten,
da michs gefreẅet, daß der liebe Segen
Gottes, im felde stehet, undt reiff wirdt,
hingegen geschmertzet, das er durch die ungehor- || [[Handschrift: 382r]]
sahmen herrendienster, undt durch eigenNützige
leütte, einzubringen, verseümet, undt verzögert
wirdt. Nihil est, ab omnj parte, beatum!4 Gott
mache mir doch, mein volgk willig, undt undterthan!
Darnach, bin ich, en passant, frühe, bey dem
guten alten hofmeister Einsidel, gewesen. habe
denselben gar verendert, undt dem tode nahe
zu sein, gefunden. Die Mattigkeitt ist groß,
keine kräfte mehr vorhanden, nur hautt, undt
knochen, an seinem leibe. kein eßen, will mehr
enhinder. Die facultas respirandj, wirdt ihme
schwehr. Die innerliche, undt eüßerliche Schwach-
heitten, an ihme, mögen groß sein, sonderlich,
die wunden am creütz, da er sich wundt
gelegen, undt etwas verwahrloset worden,
daß ich besorge, der kalte brandt schlage mitt zu.
Die Natur, will schwach werden, so vielen
anstößen, zu wiederstehen. Die Sprache, wirdt
auch unvernehmlich, wiewol das Judicium annoch
gut ist, undt er weiß sich schön zu trösten, auch
seinen willen, in Gottes willen, zu resioniren.
Gott wolle ihn <durch seinen heiligen Geist in seinem Matten her[tzen]> stärgken, trösten, kräftigen, vol[??]
durch Jesum Christum, unseren Sehligmacher, A[men!]
Antworth, von Gohta, vom hertzog Ernsts Liebden
en termes avaricieux, et peu raysonnables!
Avis von hartzgeroda, undt Erffurdt. 1. Daß die
Kayserlichen Mayestäten von Regenspurg hinweg eilen, undt den
neẅen Römischen König daselbst laßen wollen, vielleicht
umb des Türgken willen. Die Kayserliche confirmation
über den Landttagsschluß sol ia nun erfolget sein.
Gott gebe (schreibet Caspar Pfaw paßionirt!) daß sich
die Zerbster, recht darein schigken, undt für andern
ungelegenheitten, hüten mögen! Sie haben,
(meldet er also ferner!) durch ihre wiedersetzligkeit
daß wergk, nach wuntzsch, in eines größeren
handt gespielet, werden es (wie er meinet)
gegen die posteritet, schwehr zu verantwortten haben.
Mà io; sono d'altra opinione! 2. Allem ansehen
nach, sol der Reichßtag zu Regenspurg sich baldt endigen,
weilln man auf deputationen, undt durch deren
abhandlung, ziehlet. Doch (meynet man) es werde
der Kayser schwehrlich, vor Michaelis abraysen.
Der Schweitzer krieg, ist (Gott lob) so viel als beygelegt.
Jn Frangkreich ist man zu felde wiederumb. Der
[König] sol Rethel belägert haben, und die Printzen,
[Bordeaux] entsetzen wollen.
Mit dem Holländischen wesen, siehets gefährlich auß.
Die Staaden, leiden einen verlust, nach dem andern, undt
in dem Lande, ist der gemeine Mann schwührig, wegen der
vielen vflagen. Die Spannischen lawren darauf, ani-
miren sich, auf gute hofnung. herr omnes, will haben,
der gute Admiral Tromp, soll beßer victorisiren.
Nota Bene[:] die Türgken, sollen in die 60000 stargk, in
Friaul eingefallen sein. Darumb ist der graf
von Buchhajm eilends von Regenspurg abgerayset,
die defension zu beobachten, zu derer behaüp-
tung, viel Kayserliche völgker, hin: undt her, im anzuge sein. perge et cetera
Der gute allte hofmeister Einsidel, hat heütte
gegen 9 uhr, noch communicirt, undt darzu
den hofprediger erfordern laßen, auch sein elltestes
töchterlein, von 12 iahren, hat mittcommuniciret
undter andern, zum ersten mahl. Gott gebe zu
glügk! segen! undt fernerer erbawung im wahren
Christenthumb! undt in aller Gottsehligkeitt!
Risposta von Jehna, von Zerbst, durchn Bötticher, mit Zerbster bier.
La pauvre ville, de Zerbst, sera contrainte, par ün
Mandat Imperial, a signer, (contre sa volontè) la
Conclüsion, de nostre Diete Provincialle! summum Jus!
Mit Madame außgefahren, sero, nacher Zeptzigk; undt Palbergk.
Mein CammerPage, Albrecht Sekerka, hat sich von
seiner Dreßenischen[!] rayse, (von der er gestern
abendt, wol wiederkommen) diesen Morgen wieder eingestellet.
Jn Oeconomij: undt rechnungssachen laboriret.
Doctor Fischern, bey mir gehabt, zu conversiren, extra.
Postea: Steffan Eberling, von Deßaw.
Schreiben, von meinem Bruder Fürst Friedrich mit
bericht, wie der pabst anathematizirt,
undt condemnirt, die libertatem Eccle-
siæ Gallicanæ, undt die Theses, welche
statujret Cornelius Jansenius Episcopus J-
prensis, in seinem außgegangenen Augustino,
darinnen gleichwol gute heylsahme lehre
endthalten. perge Mundus vult decipj!5
Avis: daß die durch die Hällischen,
undt Deßawischen Gesandten, (alß
Alvenßleben, undt Paris Werder)
zu Wolfenbüttel, gesuchte vereinigung
zwischen hertzog Christian, von Mecklenburg
undt seiner gemahlin, noch nicht succediret,
ob schon auch, der Superintendens von Deßaw,
Raumerus, darzu gezogen worden, sondern
|| [[Handschrift: 384r]]
man hat es auf die außgelaßene Kayserliche Commission,
(so auf den Churfürsten von Brandenburg auf den hertzogk
Augustum von Braunschweig, undt auf den
hertzogk Friederich von hollstein Gottorf, gerichtet,)
undt auf deren außschlag, gestellet. Gott gebe succeß!
undt rechtmeßige erörterung, oder endtscheidung.
Mès Conseillers m'ont èscrit, se trouvans offencè
de la fürie d'Hünike, & de Hammeln. perge
Jn gartten, avec Madame; avant soupper. perge
Martin Nickel ist wiederkommen, ex Halle avec lettres
inütilles, mais considerables!
Meine Söhne, haben sich diesen spähten abendt,
auch (Gott lob!) wieder eingestellet. perge et cetera
Abermahlige Relation von Regenspurg die 28te:.
Es gibt noch immerdar SessionStreitt, undt Neẅe præjudicia.
Die Neẅen haüser, wollen sich hervor dringen. Die
Proposition, ist noch vfm Rahthause, geschehen. Chur Cölln,
hat sich absentiret, undt ist, nach genommenem abschiede,
gar verrayset. Die Gernrödische sache, ist in favorem
unsers Fürstlichen hauses, dem instrumento pacis gemäß, verabschie-
det. Vor den Römischen König, sol auch, daß gemeine gebeht,
gehalten werden. Schweden ist wegen Pommern, vor
Chur Brandenburg Liebden geseßen.
Zur kirchen, conjunctim gezogen.
Der hofmeister Einsidel, lieget heütte, wie
in agone! Man hat allgemeines gebeht, auf
der Cantzel, undt sonsten gehalten. Gott ver-
kürtze ihm, seine quahl, undt todesnoth!
Gott laße ihm die große angst
erleichtern, undt führe ihn, auß nöhten!
vergebe ihm seine Sünde, undt laße
seine Sehle, durch die heiligen Engell in Abrahams
Schooß, tragen! Er ist ein Gottsförchtiger
frommer, aufrichtiger Mann gewesen,
hat mir treẅlich gediehnet, undt
keinen Menschen, (mit willen!) erzörnet.
Jch zweifele nicht, er werde zum
friede kommen, undt ruhen in seiner kammer,
auch ewig sehlig werden! Er ist
schon ein 4 iahr hero, mit Sterbenßge-
dangken umbgegangen, undt hat sich
mit schönen gedangken, büchern, undt anhö-
rung Göttliches wortts, stadtlich darzu
præpariret, auch in seiner krangkheit, schön consoliret.
Es thut wehe, einen 15iährigen Allten treẅen
diehner, (welcher lieb, undt leidt, mit mir außge-
standen) zu verliehren, undt schmertzet sehr,
daß (unerachtet meiner großen vorSorge)
er mag sein, wegen seines vfgelegenenen
Schadens, verwahrloset worden, Gott erbarme es!
undt ersetze die vacirende stelle!
Er wolle auch, die affligirte kinder, und wittwe trösten!
Extra zu Mittage die Wallwitzinn, undt
haüptmann, Daniel Rindtorff, (meines Abrahams
Rjndtorf bruder) gehabt, jtem: Tobias Steffeck von Kolodey perge
Nachmittags cum filijs, undt 2 töchtern, wieder zur kirchen.
Meine Söhne, haben allerley zu erzehlen gewußt,
von ihrer rayse, an den Blockerßbergk, jtem: nacher
Elbingeroda, an Buhmannshöle, item: auf den
Reigenstein, undt waß Sie vor rariteten gesehen.
Gott laße ihnen, diese rayse, wol bekommen!
undt daß ihnen, die geschwinde verenderung
der luft, undt Nebeldünste, (so Sie, auf dem
Brogken, oder Blockerßberge, erlitten, undt auß-
gestanden) unschädelich, undt an ihrer ferneren
gesundtheitt, undt leben, unnachtheilig sein möge!
Sonst saget Doctor Fischer, die lufft auff der höhe des Brogken,
seye gar gesundt, in media regione aeris, undt mache guten appetit
|| [[Handschrift: 385v]]
zum eßen, wann einer schon den Appetit, verlohren hette?
Allein, wann man sich erhitzt hette, hinauf zu steigen,
müßte man nicht baldt tringken, auch nicht
allen waßern daroben trawen, sonst dürfte
man seine gesundtheitt verschertzen, wie ohne daß,
überall geschicht, wenn man allzuhastig
tringket, da man erhitzet jst! undt nicht
alle waßer, seindt rein, undt heylsam, zu tringken.
Mit meinem fuchß, hat sichs heütte
wieder gar schlecht ahngelaßen, & on
hayt les hommes, et les animaulx auxquels
l'on ne peüt, nj veüt ayder! Je parle
dés serviteürs, paresseüx, crüels, & mal-
affectionnéz!
Diesen abendt, umb 9 uhr, ist der
fromme redliche allte Mann, mein gewesener
Raht, undt Hofmeister, Heinrich Friederich, von
Einsidel, undter dem eyferigen gebeht, der
umbstehenden, nach langwieriger außge-
standener krangkheitt, Schmertzen, undt
Mattigkeitt, Christlich, undt Sanft, undt
also, (ungezweifelter zuversicht nach!) Sehlig verschieden.
Gott laße seine Sehle, in Abrahams Schooß, wol
ruhen! undt gebe ihm, undt allen Außerwehlten,
an iehnem großen, undt herrlichen tage, (da unsere
leiber, mit den Sehlen, wieder vereiniget werden sollen,)
die sehlige aufferstehung, zum ewigen leben, Amen!
Durch seinen abgang, (wiewol dem Sehligen
Mann, wol geschehen, undt der himmlische wechßel
in seinem erlebten 71iährigen allter, nicht zu miß-
gönnen!) verliehre ich gleichwol, einen vornehmsten
Rath, hofofficirer, undt Seüle des hofs. Es gibt
immerdar, zu hofe, viel zu thun. Die leüttlin,
ljeben bißweilen, die unordnungen. Die Stelle
kan so baldt, undt so wol, mit allen umbstenden,
nicht füglich, wieder ersetzet werden. Er wahr
meiner sachen inne, hatte schöne wißenschaften,
erfahrung, verstandt, treẅe aufrichtigkeitt,
undt die rechtschaffene, begierde, seinen herren
wol, undt redlich, zu dienen. Wahr Gottesförchtig,
gewißenhaft, fleißig, undt resolvirt recht zu thun,
es möchte auch der argen weltt, wol oder übel gefallen.
Gott hat ihn derowegen, auch (unzweifelich) lieb gehabt,
undt zum friede mit den gerechten kommen, undt in ihren
kammern, mitt ruhen lassen. Er hat in die 36iahr lang,
meinem herrnvatter Sehlig undt mir, in Emptern, undt zu hofe, gediehnet.
Dieweil meine tochter, Ernesta Augusta, am
dreytägigen fieber, krangk worden, Alß hat man
den Medicum, Doctor Fischer, erfordert. Derselbe,
tröstet gar wol. Gott wolle es bestehtigen!
Fürst Augustus leßet abermalß erinnerung
thun, iedoch, mitt reserve. 1. seiner fühlenden
unpaßligkeitt; 2. undt der enge seines hauses,
dieweil Fürst Hanß, mit dero gemahlin
auch sol hinüber kommen.
Nachmittagß, habe ich Carl Ursinus in der schule, mit Magister Menzelius
wie er im Lateinischen aufgesaget, zugehöret.
Die Avisen geben:
Daß die Proposition zu Regenspurg geschehen seye!
Das Chur Brandeburg in völliger posseß hindterPommerns.
Das die Chur: undt Fürsten, von Regenspurg weg eilen.
Daß der Türcke mit 60000 Mann in Friaul, eingefallen,
undt ihnen der Kayser, 20000 entgegen geschicktt.
Cromwell agirt pro libitu, zu Londen. Die Staaden
submittiren sich ihme, zum frieden. Dennemarck
assistiret, den unirten Provintzien.
Schweden, hat den Spannischen Ambassador wieder abgefertiget.
Jn Polen, ist große furchtt, vorm Moßkowiter, Tartarn,
Cosagken, Türgken. Die pest graßiret wiederumb.
Der iunge Chmielinßky, sol vom Ragozzi, undt
Woywoda in der Moldaw, geschlagen sein, wie auch,
der alte hospodar in der Wallachey6, von ihnen, vertrieben.
Der Moßkowitische gesandte sucht Schmolenßko, undt Siverien,
oder krieg.
Der Pabst coyonnirt seine Münchsorden,
anathematizirt des bischofs von ypern schriften,
de Gratia, welche doch des Sankt Augustinj episteln,
undt Sankt Paulj, an die Römer, gemeß, undt oppri-
mirt die libertatem Ecclesiæ Gallicanæ
Bourdeaux, wirdt von Spanien, zu waßer
endtsetzt. Die Printzen, so wol alß der König
machen sich, gegen einander, mit armèen, considerabel.
König, in Portugall, offerirt seine tochter,
dem Könige in Frankreich mit 6 millionen, brauttschatz.
Chur Pfaltz, hat im geldtaußwerfen, einen
fall vom pferde, gethan, undt sein pferdt, hat
einen Stich im halß, bekommen.
Er hat sich, mit Pfaltz lauttern amice
undterredet, iedoch vorbeheltlich ihrer differentzien.
Jn Preüßen, ist Goldtstein, undt andere vor-
nehme leütte, gählingen gestorben.
Jn den gesterigen avisen, wurde auch gemeldet, von
dem großen luxu, undt pracht, so zu Dreßden,
auf den JohannisTag, getrieben worden,
einem convivio, von 600 Speisen, mit feẅer-
wergken, balletten, Comædien, zielschießen,
undt andern vergänglichen kostbahrkeitten!
Jn der Schweitz, werden die Rebellen, nach-
einander justificiret, undt die empörung gestillet.
heütte hat sich allhier, zu Bernburgk, præsentirt,
ein zwerg mit 4 füßen, seines alters, 27 iahr,
der stehet mit seinen hüften, auf einem leüchter,
undt mit den 4 füßen in der höhe, thut
zimliche Sprünge, mit händen, undt füßen.
Er hat auch einen hammel, oder Schaaf, mit 6
füßen, undt 2 Schwäntzen, an zweyen füßen,
als Adlers klawen, zu sehen. Jst aber todt.
Sie spiehlen auch comedien, mit puppen, undt
auß der großen taschen.
Man hat Sie, nach der mahlzeit kommen, undt agiren laßen.
Hanß Berndts, ist Nachmittage, bey Mir, gewesen.
Depesche Megapolitaine, & Marchienne, que Dieu benie!
Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Avis von Plötzkaw, daß die Engellische
Flotta, so eine zeithero, vor den holländischen hafen
gelegen, von den Holländern, (so bey gutem favo-
rablen winde, mit großer furie, vf den feindt
außgelauffen), totaliter geschlagen, undt
dißipirt worden, undt wehre numehr
nicht zu zweifeln, die Engelländer, würden
darob sein, damit ehist, ein guter friede erfolge.
Gott gebe solchen, daß er nicht böse,
sondern guht, undt der kirchen ersprießlich ! seye!
auch, das die gerechte sache, den obsieg behalte!
Gott seye lob, undt dangk gesagt, vor seine herrliche gnade!
Er gebe doch ferner, seinem rechtglaübigen haüflein, glück! undt sieg!
Segen! undt succeß! undt erhalten Sie, in seiner warheitt,
in friede, undt eintrachtt! in Christlicher liebe, gegen den <nohtleidenden> Nechsten. perge
Rotta è l'alta Colonna, e'l verde Lauro,
Che facean ombra, al mio stanco pensiero,
E ristorar no'l può; Terra, ne impero,
Ne gemma Oriental, nè forza d'auro!
E se consentimento è di destino! Che poss io piu ch'havere l'alma trista!
Humidj gl'occhj sempre; e'l viso chino! Ô nostra Vita, ch'è si bella in Vista;
Come perde agevolmente, in un mattino? Quel ch'in molt'anni, a gran pena s'achuista.
Trawriger aviß, von der hertzogin zu Sonderburgk daß
ihr herr, hertzogk Johann Christian, Sehlig todes verblichen.
Gott tröste die affligirten! Jst meiner herzlieb(st)en gemahlin
Bruders Sehlig hertzog Alexandrj, weilandt hertzogs zu
Schleßwyck hollstein Sohn, undt mir wol bekandt gewesen. perge
Transeundum est! Quo fata trahunt; retrahuntque, sequamur.7
Bartoldt Schrimpff, der kalendermacher, ist von
Hall, undt Plötzkaw, herüber kommen.
J'ay èscrit a Venise, & à Crossen perge et cetera
Victualien von Ballenstedt in geringer quantitet. perge
Patientia! ists nicht mit Scheffeln, so ists mit leffeln.
Bartoldt Schrimpf, hat sich wieder præsentiret.
A spasso, in die Erndte.
Extra zu Mittage, Jonius, undt Schrimpf gehabtt.
Es hat allerley artige dißcurß gegeben.
Die Condolentzschreiben, nacher Sonderburgk,
seindt gestern auch mitt der post, im Nahmen
Mein, undt Meiner herzlieb(st)en gemahlin, <Liebden> gebührlich abgegangen.
Mit Madame, undt Carl Ursinus wie auch Angelica
hinauß gefahren, auff unsere felder. et cetera
Ein kleiner regen, hat das landt erquicket.
Gott lob! undt dangk!
Bürgermeister Tornaw, ist bey mir gewesen, <sich gravirt befindende.>
Jch bin an den Thamb8, spatziren gegangen, undt
über gefahren, selbiger reparation zuzusehen.
Jn der Erndte, gibt es auch große jnterruptiones,
untreẅ, faulheitt, nachläßigkeitt! verseümnüß,
den Göttlichen Segen, recht einzubringen. Gott
wolle doch an solchen Meyneidigen, ein zeichen thun!
Fürst Hanß, ist heütte erst, allhier vorüber,
von Plötzkaw auß, mit kutzschen, undt pferden,
paßiret, auf Niemburgk zu, nacher Zerbst. perge et cetera
<Haußknechtt Paul Ulrich, vereydet.>
Jn die kirche conjunctim.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, den hofpre-
diger Mencelium, Tobias Steffeck von Kolodey gehabt. et cetera
Nachmittagß, mit beyden Söhnen, undt
zweyen töchtern, wieder zur kirchen, undt
predigtt des Diaconj Jonj. Meine tochter
Ernesta Augusta, (welche, Gott lob, das
dreytägige fieber verlaßen, nach deme Sie
es dreymahl gehabtt) wahr mitt, wie auch Anne Sofie.
Den hoffrath, Paulum Ludwigen, bey mir gehabt
allerley importantzen, zu debattiren, undt ihme zu gratificiren.
Beyde Krosigk, von Erxleben, Jacob Antonij,
undt Lüdolf Lorentz, seindt (unvorsehens,) zu
abends spähte, anhero kommen.
Es hat ein wenig geregenet, diese Nachtt, undt das
wetter hat sich abgekühlet. Jst gut, vor die Schnitter, undt Mehder.
Der liebe Gott, breitte ferner, seiner gnadenflügel, über unß auß!
undt laße unß, seiner Mildigkeitt, fröhlich genießen!
Doch das wir darbey, der dangksagung nicht vergeßen. perge
Der Raht von Hoym, hat sich eingestellet, wegen
restitution, ihres brawhauses, Schengke ZigelScheüne,
sich abzufinden, undt ihre verschertzte Privilegia, zu recuperiren.
Wallwitz, (welcher gestern abendt, spähte von
Deßaw, wiederkommen) hat sich auch wieder
præsentiret.
Schreiben, von Regenspurg Schlesien, undt Leiptzigk. etcetera
Die ordinarien, melden: das die holländer, zwahr auch
den Engelländern, Schiffe abnehmen, undt beütten machen,
dennoch aber, spielen die Engelländer, den Meister in der See,
benawen die andern, in ihren häven, undt kriegen
die besten beütten, noch zur zeitt. Darüber wirdt
die navigation unsicher, das volgk schwürig,
die commercia gehemmet, und die theẅerung ergrößert.
Man hoffet aber, die Niederlande werden sich besser
angreiffen, als biß dato, geschehen, undt ein recht haüptt
|| [[Handschrift: 390r]]
wehlen, auch beßere ordnungen machen. Die tractaten in-
terim zu Londen gehen vor sich, undt Cromwell suchet den Staaden
leges zu præscribiren. Die hochländer in Schottlandt,
(so Königlich noch gewesen) sollen auch geschlagen sein. Der Ad-
miral Tromp, bemühet sich wiederumb, mit Machtt, wieder
die Engelländer, außzulauffen, undt sich, mit seinem
Sohn, (welcher mit einer flotta, auß dem Marj Mediterra-
neo ankömptt) zu coniungiren. Gott helfe, der gerechten Sache!
Jn Schweden, helt man an itzo, gute Nachtbahrschaft, mit
Chur Brandenburg undt gute correspondentz, mit Kayserlicher Mayestät.
Mit der Stadt Brehmen aber, gibt es große dissidia!
Zu Regenspurg ist man fleißig, in den consultationibus,
undt wann der Kayserinn Cröhnung, verrichtet, geden-
gken die Kayßerlichen undt Königlichen personen, baldt aufzu-
brechen, undt der Kayserinn Eleonora, zu folgen.
Etzliche Chur: undt Fürsten, seindt hinweg, Andere
kommen wieder. Man suchet die bewilligung mehrer
Römerzüge, sonderlich, wieder den Türgken, welcher in Un-
garn, undt in Friaul, lose händel machet.
Die Venezianer tractiren mit den Türgken, sub clypeo,
Jhr General Foscolo, sol 17 galleren, undt 4 andere
Schiffe erobert haben, im Archipelago. Der rebellische
Bassa von Alepo, ist vom Türckischen Kayser, zum bluht-
gerichte, condemniret worden, hat aber sein iudicium
mit einem, freẅdig eingenommenem tödtlichem gift-
trunck, præveniret. Der nach der Ottomannischen Porten, citirte
|| [[Handschrift: 390v]]
Bassa von Bosnia, aber, will sich sistiren, undt von dem
verdachtt, undt auflagen, purgiren.
Jn Polen, sol die pest noch regieren, undt die
außrüstung, der Cosagken, undt Tartarn,
wie auch die Niederlage, des iungen Chmielinßky,
continuiren. Der König, zeüchtt in person zu felde.
Jn Frangkreich, continuirt Spannien, die Printzen
zu endtsetzen, so wol zu waßer, vor Bourdeaux,
nebenst den Engelländern, alß zu lande auß den
Spannischen Niederlanden. Cardinal Mazzarinj, ist nacher
Rom citirt, rechenschaft zu geben, wegen der ge-
fängnüß des Cardinals de Réez, und anderer
administrationen, wieder die geistligkeitt.
Dörfte aber, nicht erscheinen. Viel großen
in Frankreich accomodiren sich, undt nehmen den pardon
zusampt ihren gühtern, gerne ahn.
Zu Rom, vergleicht man sich, mit den Barbarinj,
durch heyrathen, des pabsts vettern. Der König
in Spanien, hat gar magnifice den weißen zelter,
mit 7000 Crohnen, wegen des Königreichs Napolj,
dem Pabst, durch den Printzen d'Avellino, præsentiren laßen.
König in Portugall suchet auch, sich mit dem Pabst ver-
mittelst geldt, zu reconciliiren, undt die vacantzen,
etzlicher Bischoffe, durch einen Patriarchen, zu ersetzen, deme
aber, die Cardinäle, Spannischer faction, wiedersprechen.
<Regen die Nachtt.>
J'ay expediè, dès depesches jmportantes.
Dieu les vueille benir! & fortüner!
Muß nicht der Mensch, immer im Streitt sein, auf
erden? undt seine tage, seindt wie eines tagelöhners?
Passando il male; sperando il bene!
La Vita passa; la morte viene.
Gegen abendt, hats wieder fein geregenet, Gott lob!)
Mein vieh, leyder! fänget ahn, krangk zu werden,
undt zu sterben, wie auch bey andern geschicht.
Patientia! Gott wolle es beßern!
<Gottlieb Lampe á Dieu. perge qui le vueille conduyre.>
Diese Nachtt, ist ein stargkes langwieriges blitzen,
undt donnerwetter gewesen, Darnach hat es auch,
auf die letzte, mitt dreyn geregenet.
On dit, qu'ün paysan, a Reinßdorf, a veü dés
Türcs, quj ont prins, par les cheveux, le fils dü
Colonel Werder, comme l'emmeinans prisonnier,
ayans dit, qu'ils viendroyent bien tost, en
grande quantitè, pour faire choses semblables,
& pour ravager tout le pays. Dieu nous
vueille benignement garentir, de tels hostes!
Die beyden brüder, die Krosigk, seind, von Erxleben, vormittags hehrkommen.
A spasso, auff meine Erndte, Gott gesegene mir, dieselbige!
Krosigk bittet gäste, nacher Erxleben, meine kinder.
Je voy malvolontiers, telles dissolütions, machinèes
de ma Femme! ou plüstost, de ses Damoyselles. et cetera
Ludolf Lorenz von Krosigk hat sich bey mir angemeldet, meine
gnade zu conserviren, alle ungnade (so hie-
bevor verahnlaßet,) fallen zu laßen, gebehten,
undt undterthänig(st)en abschiedt genommen, dieweil
er, alß Rittmeister, nacher Frangkreich zu,
gehet, mit dem Obrist leütnant Wilcknitz,
dem Könige, zu diehnen. Er will auch
meine Söhne auf ein convivium zu sich haben,
darauf ich dilatorisch geantwortett,
daß übrige aber concediret. Die Mutter,
bittet meine herzlieb(st)e gemahlin, umb die Töchter,
(zu diesem valetbanckeet, ihres Sohns,)
ce que ie voy encores plüs malvolontiers.
Jacob Antonij, von Krosigk, sol an statt des
iüngern betrübten Einsidelß, in der
Comædie, meiner kinder, mitt agiren,
undt sich darauf exerciren. Lüdolf
Lorentz Krosigk aber, ist wieder verrayset.
Nachmittag, hat (per importunas preces) Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin
durch Wallwitz, wieder meinen willen, undt dangk
mit allerley zusammen gesuchten motiven, erhalten,
daß ich concediren müßen, waß ich ungerne gewoltt.
Gott verendere doch, den unruhigen humor, undt
verkehrten Sinn, dieses, mir allezeitt wiedrigen
bösen, undt eigensinnigen weibes.
Es hat heütte Nachmittage, wieder sehr gedonnert,
undt einen stargken Schlag, gethan, als hette es eingeschlagen?
Nota Bene Nota Bene[:] Jn der Nachtt, seindt etzliche wölfe, undter
meine Schafe im felde kommen, haben die horden zerrißen,
die Schafe voneinander veriaget, zerstreẅet, undt
etzliche zerbißen. Der Schäfer, so darbey gelegen,
hat müßen umb hülfe anleütten, undt hunden,
herein lauffen, undt sich nicht getrawet. Jst seltzam
im Sommer, undt diß omen will mir nicht gefallen. perge
Gott wende ferneres unheyl, von Menschen, undt vieh,
in gnaden ab! undt segene unß, mildiglich, undt väterlich!
Jacob Antonij von Krosigk, hat auf den abendt,
nach dem eßen, auch licentz begehret, undt im discurß,
allerley guter sachen, wegen des landttags, sich vermercken
laßen. Gott gebe! bestendige continuation, in heyl-
sahmen Oppositionen, wieder böse consilia! undt vornehmen!
Meine Söhne, undt Töchter, haben hinauß gemußt,
nacher Erxleben. Gott wolle sie geleitten!
Der hofraht Paulus Ludwig, ist hieroben, bey
Mir gewesen, allerhandt zu referiren.
A spasso gegangen, in die weitzenErndte.
Leschmichel9, ist von halle wiederkommen, dahin er Gottlieb Lampe
convoyirt gehabtt, welcher von dannen, mit
einer landtkutzsche, nacher Leiptzigk, marchiret.
Gott gebe ferner gnade, segen! undt succeß!
Tutto'l mondo, giuoca Comedie!
Mundus universus; exercet Histrioniam!10
Alß ich mich, diesen Nachmittag, von meinem
hofbarbirer, Hanß Wentzel Rohte, balbiren
ließ, undt undter andern, mit ihm redete,
von des Sehligen hofmeister Einsidels, absterben,
undt wie er ihn oft verbunden, die Natur
aber, nichts mehr hette wircken, oder annehmen
wollen, undt er den verlust, oder abgang, eines
solchen frommen Mannes, sehr beklagte, da er-
zehlete er mir auch, wie ihm der Sehlige Mann
(in der Nacht, da er den abendt gestorben) recht
erschienen wehre, vor seinem lager, hette ein Schwartz
Mützlein, <auff> undt ein weißes hembde, angehabt, hette
|| [[Handschrift: 393r]]
mit seiner kallten handt, dem Balbirer, auf die
brust geleget, hette gar fein geputzt, undt venera-
ble außgesehen, (wie er darnach, nach seinem
ahnkleiden, ebenmäßig sol fein gestaltet gewesen)
undt diese vision hette ohngefehr, so lange
gewähret, alß man ein vater unser, auß-
behten möchte (wie man im Sprichworth saget!) dar-
nach wehre er verschwunden. Er, der Balbirer,
der ihn sonst, vor seinen großen patron, undt treẅen
freündt, iederzeitt gehalten, geliebet, undt ge-
ehret, & viceversa, von ihm lieb, undt werth, gehal-
ten worden, bildet sich ein, die auflegung der
kalten handt, undt erscheinung, des frommen Mannes Sehlig
werde ihm dem Balbirer bedeütten, daß er baldt
ihme nachfolgen, undt auch sterben solle, inmaßen
man dann mehr dergleichen exempel findet.
Gott wolle mir noch lange, diesen treẅen
diehner, fristen, undt gnediglich erhallten,
undt alle böse Omina, von ihm, undt allen
denen, (so es treẅlich, undt guht, mit unß meinen)
abwenden, auch alles androẅende unglügk, in glück
verwandeln! Faxit Deus; Omnipotens, & Misericors!
Er vermeinet auch, es dörften böse krangkheitten,
diesen herbst, bey unß, regieren, undt grassiren, auch ihn,
undt andere, leichtlich hinweg nehmen, quod Deus clementer advertat!
Aufn spähten abendt, (umb eilf uhr,) seindt meine Söhne
undt Töchter, content, von Erxleben, wiederkommen,
sampt ihrem comitat. Gott gebe! das alles, ohne
Sünde, abgelauffen sein möge! undt seye allezeit bey unß!
Post von Ballenstedt, wegen Stannij installirung,
zum Diaconat. Gott gebe zu glück! undt Segen!
Rechnungen mit Tobias Steffeck von Kolodey undt Hans Friedrich Eckardt.
Avis: daß vor dreyen tagen, zu Marwitz, auf Matthes
Krosigk, seinem guht, ein solch donnern, undt
wetterleüchten gewesen, daß Sie auch kein
licht, in den gemächern, <brennende> behalten können, Sondern
vermeinet, der iüngste tag, wehre vorhanden,
undt es stünde alles, in vollem feẅer. Gemeldtes
Krosigks fraw, ist dermaßen darvon erschrocken,
daß sie krangk worden, undt noch darnieder liget.
Gestern, undt heütte, hat es auch wiederumb
etwaß allhier gedonnert, undt getrippelt.
Zu Erxleben, hat man gestern vermeinet,
es wehre allhier, ein grawsam wetter,
weil es hieherwarts, so ungewitterisch,
undt der himmel so schwartz außgesehen. Es
ist aber doch noch gar gnedig abgegangen, undt
|| [[Handschrift: 394r]]
feines Erndtewetter, alhier geblieben.
Post, abermalß undt vivres, von Ballenstedt. perge
A spasso hinauß in meine erndte allhier,
undt zu Zeptzigk geritten, des segens Gottes,
mich zu erfreẅen.
Martin Nickel ist von Strehlitz, wiederkommen,
mit antworth, mal a mon grè.
Avisen auß Erfurdt: daß die holländer, in großen
angustiis seyen, verliehren jmmerforth, besorgen
die Engellischen brandtSchiffe, in ihren eigenen haven.
Koenig in Dennemark hat 45 große OrlogsSchiffe
den Staaden zum besten, außgerüstet. Jhre
conjunction aber wirdt verhindert.
handel undt wandel wirdt gehemmet,
das volgk wirdt aufrührisch, im Lande,
leidet noht, hunger, undt geldtpreßuren!
Zu Regenspurg ist der Kayser, krangk worden,
den Königen in Schottlandt, undt Polen, die
gesuchte assistentz abgeschlagen.
Jn Franckreich seindt beyde theil, sehr stargk.
Visconte de Türenne, hat Rethel <eingenommen, nach dem> mit 40000
Mann, belägert, die Printzischen undt Spannischen <haben es> wollen es entsetzen.
Eine Prinzeßinn zu Wien, sol auch gestorben sein,
darumb der Kayserinn Kröhnung zu Regenspurg
aufgeschoben worden.
Es scheinet, daß alle ungerechtigkeitt, undt
alles böse, solle (leyder! leyder!) überhandt
nehmen, eben alß wann kein Gott, jm himmel wehre?
Aber der liebe heylandt, hat unß diese
bohtschaft, schon lengst zuvor, verkündiget. perge
undt gesaget: Faßet eẅere Seelen, in gedultt!
Jn die kirche, mit beyden Söhnen, undt
zwey Töchtern11, vormittagß.
Gebhardt Paris, ist auch hehrkommen,
undt ist extra, bey unß, geblieben,
Zu Mittage, wie auch Doctor Mechovius,
die Rindtorfinn, &cetera[.]
Nachmittage, wieder in die kirche, (nur
mit meinen Söhnen, undt wenig Jungkern
undt diehnern,) gezogen.
Bartolomeus Schrimpf ist auch zu Mittage
allhier gewesen, zeüchtt nach Wolffenbüttel,
prophezeyet übele sachen, von hohen haüptern.
Nacher Deßaw, undt Ballenstedt, spediret.
Oeconomijsachen, tractirt, mit Didiken, und andern.
Nachmittagß, hinauß geritten, in die Erndte,
allhier, undt zu Zeptzigk. Gott gesegene Sie unß!
Carl Ursinus ist auch mittgeritten, hat versuchtt,
lerchen zu fangen, undt ist darnach, auf
Palbergk zu, geritten, pour voir les bleds, de Ma femme!
Die avisen von Leiptzigk, geben:
Daß die Cosagken, undt Tartarn, wieder Polen,
sich sehr stärgken, undt Caminiec Podolsky, ahn-
greiffen wollen. Der König, rüstet sich dargegen.
Der iunge Chmielinßsky, sol etwas geschlagen sein.
Jn Franckrreich victorisiert der König, hat Rethel
eingenommen, undt Bourg vor Bourdeaux hat auch,
eine stargke armada inß hertzogthumb Meylandt
gesandt. hingegen, endtsetzen die Spannischen Bour-
deaux, (alda eine jntelligentz, entdegktt,
undt gestraft worden!) undt stärgken sich,
mit den Engelländern, theilß vermeinen
auch gar, daß sie mit den Schweden, sich, confæderiren.
Der Spannische Ambassador12 ist noch zu Stogkholm.
Die Engelländer, haben noch, die Oberhandt,
wieder die holländer, undt stringiren sie,
in ihren haven, nehmen hin, undt wieder schiffe weg.
Dennemarck fänget auch ahn, von ihnen,
sich zu besorgen. Schweden, rüstet: 56
OrlogsSchiffe auß, ignoratem: contra quem?
es gemeinet seye? Die holländer
suchen ein haüpt. theilß vermeinen, es
werde auf den kleinen Printzen, von
Uranien, geschloßen werden, andere
wollen, den Feldtmarschall Brederode, undt
herrn von Beverswert13, haben. Die Tractaten
mit General Cromwell, haben sich zerschlagen.
Seindt auf der Engelländischen seitte, allzuhoch
gespannet gewesen. Numehr, armiren
die holländer, aufs neẅe, mit Machtt!
Zu Regenspurg ist Kayserliche Mayestät etwas unpaß.
Der Kayserinn Cröhnung, verschoben, iedoch
forthgängig. Chur Cölln, wieder abgerayset.
Die deliberationes, gehen von statten.
Der Türcke ist in Ungarn, eingefallen.
|| [[Handschrift: 396r]]
Graff von Buchheim, gehet ihm, entgegen.
Jn Dalmatia, haben die Morlacchi victorisiret.
Bey Rhodis, hat General Foscolo, etzliche Türckische
galleren, undt Schiffe, erobert, undt helt die
armada, in etwaß, blocquirt.
Der Pabst, befestiget sein hauß, mit heyrathen.
Jn Schottlandt, hat man auch zu thun. Viel
seindt gut Königisch. Jn Jrrlandt, regiert die Pest.
Die Spannier, seindt vor Roses, gewichen.
Die Catalonier, haben sich einen theilß,
salviret, in Frankreich vor der Spannier, gewaltt.
Die Schweitzer, iustificiren ihre rebellen, mit
köpfen, hencken, radebrechen, viertheilen, undt
dergleichen, nach ihren verdiensten, wiewol sich
zu Bern, bey dergleichen iustification, ein
grawsam wetter sol erhoben, undt
die aufgerichteten galgen, undt gerichts-
stetten, umbgeworfen haben. Von des
Generals der pawren Loẅenbergers, ende-
urtheil, höret man noch nichts.
Conte de la Süze, zu Befort, will wieder
Königisch werden.
Doctor Fischern, extra bey Mir, gehabtt, undt in etz-
lichen dingen, consuliret. Il m'a dèscou-
vert, dès meschancetéz de Ratisbonne,
quj me touchent! Dieu m'assiste!
Mon Pürgatoire m'a tourmentè, a l'ordjnaire!
Dieu, me vueille delivrer, de ce tourment!
et alleger, mès douleürs insüpportables,
a la longue!
Aufn abendt, bin ich mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden
auf unsere felder, spatziren gefahren.
Meine Söhne, seindt nachm Peterßberge
gezogen. Gott wolle sie geleitten!
Antworth, von Deßaw, mit dem
Oberlender.
4 Regenspurger Relationes, seindt, von
Zerbst, ahnkommen, auff einmal, wie ein großbuch.
Die Kayserlich <Königliche> Capitulation, kömpt mitt, neben vielen
andern curiosischen Sachen. Gott gebe, zur wolfahrt!
A spasso, an den Tham14 gegangen, zu abendts.
Meine Söhne, seindt vom Peterßberge,
undt von Marwitz, (aldar Sie, bey
Matthiaß Krosigk, zue Mittage,
eingesprochen) wiederkommen, Gott lob!
<Windt.>
Philipp Güdern, gestern, undt heütte frühe,
den Amptmann Georg Reichardt bey mir, gehabtt.
Jtem: die relation von der rayse, an
Peterßbergk, abgehöret.
Conversatio, mit Wallwitzen, von importanzen.
Mein Raht, der Stadt Syndicus von Zerbst,
Jehna, ist anhero kommen, begehrter maßen.
<Gott gebe gute Consilia, allerseits!>
<Regen.>
hofraht, Paul Ludwig bey Mir gehabt, undt
mit Jehna, conferiren laßen. Gott
verleye sana consilia, et actiones!
Jn Oeconomij; Sepultur, Medicinalischen,
Cantzleysachen, allerley anstaltt verordnet.
Gott gebe zu allem vorhaben, gesegneten succeß!
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist anhero
kommen, abschiedt zu nehmen, dieweil
er nachm Berlin will.
Conversatio, mit Jehna.
Wallwitz, ayant estè hier, a Gröna est
revenü, a ma satisfaction.
Mit Oecnonomij: und rechnungsschen zu
thun gehabt. Gott helfe alles erleichtern!
Die Erndte, ist wol continuirt worden, Gott lob,
iedoch, gibt es hin, undt wieder difficulteten!
Jn die kirche, vormittages, mit beyden Söhnen, undt 2 Töchtern 15[.]
Textus: Von den falschen Propheten; Matthäus 716.
Nachmittagß, wiederumb, in die kirche, mit
beyden Söhnen undt andern zweyen Töchtern17.
Das Kayserliche Mayestät nicht wol die lufft zu Re-
genspurg vertragen könne, undt immerzu unpaß
seye, derowegen zum vfbruch, gegen den September
sich gefast mache, undt der Kayserinn Cröhnung,
maturiren laßen wolle. Was andere unendtscheidene
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deliberanda seyen, dieselbigen sollen, zu Franckfurth
am Mayn, durch hindterlaßene deputirte, erörtert
werden.
Die Türgken, haben abermal einen Straif in
Ungarn, undt schaden gethan. Sie seindt aber
ertapt, übel entpfangen, geschlagen, undt
von 1000 in die 400 niedergemachtt,
undt die beütte ihnen wieder abgeiagt worden.
Die Holländer, seindt in nicht genungsam
beschriebener gefahr, vor den Engelländern,
in ihren eigenen Seehaven gewesen. Allein
numehr, haben ihnen die Engelländer, lufft
gemachtt, in dem sie nach Norden zu, gegangen,
undt den Staaden raum gemacht, sich zu stär-
cken, undt außzubreitten.
Jn Franckreich sol Bourdeaux, vom Könige,
sehr benawet, undt in extremis, gehalten werden.
Jn Polen, sol die gefahr, vor den Cosagken,
ie länger, ie größer werden.
Jn Preüßen, graßirt die pest. Das getreyde
aldar wirdt wolfail, auß mangel der abfuhre,
undt sperrung der Commercien.
