<3 hasen Carl Ursinus gehetzt.>
<1 hasen, Viktor Amadeus gehetzt.>
Wartemßleben, ist hinüber, nach Deßaw, et cetera
Dieu le conduyse! & reconduyse!
Discorsj, mit Wallwitz, undt Magister Menzelius[.]
Serpentingeschirr erkauft.
Meine pferde besehen.
Das Thamgebeẅde poussiret. Etzliche
vom Adel beschrieben, zu führung, Meiner
Töchter, zu des hofmeister Einsidelß Seligen leichbegängnüß.
Gott wolle alles wol abgehen laßen!
Conversatio, mit Jehna, <undt> Erlach, so he<h>rkommen.
Die Avisen, geben von Leiptzigk:
Das die Engelländer, durch contrarij windt, ver-
stöbert, der holländer haven, verlaßen, undt
ihnen, die verhinderte conjunction, wieder frey
laßen müßen. Sie die Engelländer,
stärgken sich, mit 130[,] die holländer aber,
mit 120 OrlogsSchiffen. Dörften numehr
wieder einander besuchen. Jnterim, armiren
die Schotten, stargk, auf Königlicher seitte.
Dennemargk ist perplex, wegen böser
zeittungen, auß hollandt. Die OostJndianischen
flotten, seindt in gefahr. Die Staaden, suchen
|| [[Handschrift: 399r]]
alliance mit Frangkreich. Cromwell
vermehret seine authoritet, im Neẅen Parlament
contentirt die frembden Gesandten1, auß Spannien,
Portugall, Schweden, Frantzösischen Printzen, undt andern orthen.
Armiret, zu waßer, undt lande. Gibt
satißfaction der gemeine, undt stabiliret sich
ie mehr, undt mehr, so lange Gott will.
Die dähnische flotte, nach Jßlandt zu, wirdt
gehindert, undt unsicher gemachtt.
Jn Frankreich prosperiren des Königs waffen,
nach eroberung Rethel, undt Bellegarde,
Bourdeaux, ist blocquiret, undt zeücht lin-
dere seitten, zum accommodament, auff,
Spannien, vertröstet sie zwahr, mit secours.
Jn den Spannischen Niederlanden, armiret
der Ertzhertzogk, undt hertzog von Lottringhen,
wieder den König in Frankreich auf der Prinzen seitte.
Der Visconte de Türenne, macht sich meritirt.
Zu Regenspurg rüstet sich der Kayser, zum vfbruch,
gegen den September[.] Die kröhnung der Römischen Kay-
serinn, ist geschehen, mit solenniteten. Die Delibe-
rationes werden forthgesetzt. Der Chur Brandeburgische Canzler
Fromholdt, ist daselbst gestorben, undt solenniter
|| [[Handschrift: 399v]]
begraben. (Wir Anhaltischen, haben einen guthertzigen
gönner, an ihm, verlohren.) Den Königen von
Engellandt, undt Polen, sol der gebehtene succurß,
abgeschlagen sein.
Die Türgken moviren sich in Ungarn. haben aber
stöße gekriegt. Sie suchen noch (wie man vorgibt)
den paß, nacher Dalmatien. Stärgken auch, der
Cosagken factiones, in Polen.
General Foscolo, victorie, wieder die Türgken,
will nicht continuiren, im canal vor Rhodiß.
Chmielinßky sol zum creütz kriechen, umb
gnade, undt pardon bitten, weil sein Sohn
gestorben, undt der Fürst in Siebenbürgen,
wie auch die Moldawer, undt Wallachen,
dem Könige in Polen favorisiren sollen.
Andere vermeinen zwahr, Fürst Radzivil
Feldtherr, in Lyttawen, undt des iüngeren
Chmielinßky Schwager, wolle der Cosagken
partie, anfangen zu stärgken, undt zu halten.
Jn Preüßen, undt Polen, regiert die pest.
Jn Schweden, wirdt eine Schiffflotta auß-
lauffen, Man weiß noch nicht, cui bono seü malo?
Die Schweitzer, justificiren noch, ihre Rebellen.
Der Pabst, favorisiret numehr, die Barbarinj sehr,
undt scheinet, alß wolle er mit Spannien, dißentiren.
Jn Savoya, undt Piemont, wollen die Frantzösischen
waffen, prævaliren, dem Schein nach.
Schreiben von Regensburg in dilatorischen Sperantzen. perge
Es stunde auch gestern, in avisen, daß der
lottringher, sehr übel hausete, in der provintz
Nahmen. <Ein häring, gilt an itzo, zu Garleben, 6 groschen.>
Jtem: daß zwischen dem iungen Pfaltzgraven
Philips wolfgang[!], von Neẅburgk, undt
Landgraf Geörgens Tochter, (so bey der
allten hertzoginn von Zelle ist) eine heyrath
tractiret werde, auf eben die conditiones,
welche sein herrvatter, Christmilden andengkens,
mit seiner Mittlern gemahlin, <von Zweybrügk> wegen der
religionslibertet, contrahirt gehabtt.
Die Schweitzer deliberiren zu Baden, ob sie
länger, in der Frantzösischen alliance, bleiben
wollen, oder nicht, dieweil man ihnen, die ver-
sprochene gelder, hinderhelt, undt ihrer viel
in diesen bellis civilibus, umbkommen seindt.
<BehtTag.>
Avis: daß zwischen Freybergk, undt Dreßen[!],
am Freytage Acht Tage, etzliche Feẅer
vom himmel, in einem stargken wetter, ge-
fallen, undt die leütte, in forchten, nieder-
geknihet, in meynung, der iüngste Tag,
wehre vor der Thür. <L'Electeur de Saxe est malade!>
Bey Jglaw, in Mähren, ist, in der
Abgöttischen Proceßion, am Frohnleichnambs-
Tage, das donnerwetter, in die monstrantz,
geschlagen, hat den brodtgott, in kleine
Stügken, zerschmettert, undt drey pfaffen
darneben, erschlagen, die andern seindt
darvon, ohnmächtig, undt kraftloß worden.
Dieses, seindt wunderbahre indicia
des zorns, undt gestrengen Gerichts
Gottes, wieder solche, augenscheinliche, Abgötterey!
Die Zerbster fuhren mit bier, seindt wiederkommen.
Geörge Panße, wahr nach der predigt <in> bey
mir, welche ich conjunctim gezogen) bey mir,
gab gute jnformationes, mir, undt Jehna,
undt blieb extra, zu Mittage. perge
Jch habe verdrießliche Schreiben, wegen der Gern-
rödischen lehensSachen entpfangen.
Mit den Personalien, meines abgestorbenen Sehligen
hofmeisters, undt Rahts, des von Einsidels, bin ich undter
andern, auch occupat gewesen, solche zu revidiren, und zu examjniren.
Gott laße alles, zu schuldigem Ehrengedechtnüß,
undt zur erbawung, auch Christlicher nachfolge,
undt beßerung, unß allen Mitteinander, diehnen!
An Adolf Börstel geschrieben, pour ün Tailleür.
Philipp Güder, bey Mir, gehabtt.
Diesen Nachmittag, ist das begräbnüß meines
Sehligen Rahts, undt hofmeisters, heinrich Frie-
derich von Einsidels, geschehen, in ansehlicher
versamlung, deren ich, undt meine
beyde Söhne, auch vier, meiner Töchter,
in der person beygewohnet, undt
viel Adeliche, undt andere personen.
Der hofprediger Mencelius, hat den
leichSermon gehalten, außm 7. capitulo Apocalypsis2
undt die Personalia auch recitiret.
Gott lasse uns baldt, zur vollkommenheit, nachfolgen!
Risposta von hanover, vom Baron Balthasar de Schrahtenbach.
Die allte Marggrävin, geborne hertzogin
zu Wirttembergk, meine base, (nemlich
herrnvatters Sehligen schwester Tochter,) ist
unversehens, von Zerbst, anhero kommen.
Fürst hanß, hat ihrer Liebden dero Cammeriun-
gker, Metzsch, mittgegeben.
<Krosigk undt Trohte, so beschrieben gewesen, seindt
wieder, nach der aufwartung, weggezogen.>
<3 hasen, Viktor Amadeus gehetzt.>
Der hofraht Paulus Ludwig, ist bey Mir
gewesen, allerley expedienda zu referiren,
undt sich bescheidts, zu erhohlen.
Windt, <blitz> undt donner, auch regen, gegen
abendt, gehabt.
Den Amptmann bescheiden.
Die Regenspurger 4 relationes, Fürst Augusto
addreßiret, nebst meinem Voto,
wie auch, in Gernrödischer undt andern sachen.
Noch eine Regensburger relation ist aufn abendt,
ahnkommen. Man hat zu abends, getantztt,
undt sich recreiret.
<2 hasen, meine Söhne.>
heütte nach dem Mittageßen, ist die Marggrävin,
(welche zwahr nur einmahl, am Tage, ißet) wieder
verrayset, nacher Plötzkaw, abschiedt nehmende.
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat ihr Liebden dahin, das geleidte
gegeben, undt meine Söhne, sollen an die gräntze,
mittreitten, wie auch geschehen, undt sie seindt
noch heütte alhier zu Bernburgk, umb 3 uhr
Nachmittags, wieder eingelanget, Gott lob!
Avis: das der hertzogk von Braunschweig, zu
Barby, ahnkommen, undt daß man vermuhtet, er
die Anhaltischen höfe, visitiren dörffte! Dieu
nous garde; de trop d'hostes, sür tout, d'hostes,
saulvages, dissolüs, & dèsordonnèz!
Jch bin auf meine lange breitte spatzirt,
undt habe auch daselbst, den ungehorsam
der außen bleibenden herrendienster,
undt Fröhner, zur genüge verspühret.
Muß also der Segen Gottes, offtermalß, durch
böse leütte, verderbet, oder vernachleßiget werden,
undt wir haben doch nur eine Erndte
im Jahr, darvon wir zeittlich, leben müßen!
Jch habe auch, das <hochnöhtige> Thamgebeẅe besehen, welches
zimlicher maßen, von Statten, gehet, hingegen, die Erndte hindert.
Jn die kirche, mit beyden Söhnen, undt 3 Töchtern3.
Extra zu Mittage, (wie offt,) die Walwitzinn,
undt den hofprediger Mencelium gehabtt.
Den Amptmann Georg Reichardt bescheiden.
Darnach, nachmittagß, wieder zur kirchen,
mit beyden Söhnen, undt 3 Töchtern. perge Gott
laße unß nicht allein zuhörer, sondern auch
Thäter seines wortts, erfunden werden!
Gegen abendt, ist avis von Plötzkaw ahn-
kommen, darinnen Meine gemahlin, ihr außen-
bleiben, annoch heütte, excusiren leßet,
durch Wallwitzen, undt morgen (gebe gott) wieder-
zukommen, vertröstet, auch umb nicht übele
aufnehmung, dieser cunctation bittet.
Den Caplan Jonium, zu abendts, extra gehabtt.
Avis: daß ehergestern zu Pißtorf, der donner,
ein weib erschlagen, undt ihr die haare,
undt die kleider versenget, in deme sie
auf die hargke, neben andern zwo wei-
bern, gehen wollen, welchen das wetter
neben ihr, keinen schaden gethan. Jst seltzam!
iedoch nicht unerhört.
Avis: daß Fürst hanßen, in seinem Zerbster Antheil
nicht allein die Schafe, sondern auch, in die 40
gute pferde gestorben, jnmaßen ihme auch
neẅlichst, in die 16 wispel Gerste, undt
18 wispel hafer, (außsaht,) vom hagel,
zernichtet, undt verderbet worden.
Jl dit luy mesme, qu'il est malheureüx
en ce pays, depuis son arrivèe. Mais
aussy, il ne devroit pas cercher[!], son mal-
heür, ou sa malediction, en persecütant
de gayetè de coeur, nos Eglises, contre
tous les droicts de conscience, & de Police!
& contre les loix fondamentalles de l'Estat
de ceste Principautè.
Der Stadtvogtt Albinus, hat sich, bey mir, praesentirt,
undt allerley referiret.
Jch habe Hanß Eckardt, nacher halle, geschicktt.
Avisen, auß Erffurdt daß zu Regenspurg alles zum
ende sich nähert. Die krö[hn]ung der Kayserinn,
ist am 25. Julij geschehen, aber nicht mit
so stattlichen solenniteten, alß beym Römische Könige.
Chur Meintz, hat die kröhnung verrichtet,
|| [[Handschrift: 403v]]
der Apt zu Fulda, hat der Kayserinn, die Crohne
auff: undt abgesetzet, der<die> Bischoff zu Padelborn,
undt Regenspurgk, haben das Scepter, undt den
Reichßapfel vorgetragen, undt ist alles,
glügklich, undt wol abgegangen. Undterdeßen,
gehen die ReichßStände, fleißig zu raht,
bemühen sich sehr, die Vechtische undt
lottringhische sachen, zu erörtern, umb dadurch
das Reich, in völligen frieden, zu setzen, undt
zu erhalten. Die übrigen sachen, scheinet,
werden auf Deputation, nach Frangkfurth,
verwiesen werden.
Jn der Schweitz, ist es wieder stille.
Die Meisten rebellen, seindt, undt zwahr
theilß am leben, theils an ihrem vermögen,
etzliche mit landeßverweisung, andere
mit langwierigen gefängnüß, gestraft.
Daß der Ertzhertzogk Leopoldus, den Bur-
gundern angemuthet, Sie solten die neü-
tralitet, mit Frangkreich, brechen,
oder, Er wollte sie, mit Contribution
belegen, wirdt von undterschiedlichen othen, gemeldet.
Der Printz von Condè, sampt den Spannischen völgkern,
liegen unweitt Saint Quintin, undt scheidet solche
die Soome. Die Frantzosen, seindt stärgker, alß
sichs die Spannischen vermuhtet haben.
Jn Engellandt, gehet dem General Cromwell
alles nach wuntzsch. Der hat itzo, ein Parlament
nach eigenem willen, von seinen Creaturen. Nie-
mandt darf ihm wiedersprechen. Die holländer
bemühen sich eüßerst wiederstandt zu Thun,
undt wo müglich, 200 Schiffe, in die See, zu bringen,
hat also, ein gefährliches außsehen. Allein,
daß lamentiren, das die handlung, gantz
darnieder liege, undt eingehe, Jnngleichem,
das kein häring gefangen werden kan,
erwegket überauß große klagen,
undt ist zu besorgen, es werden endtlich,
die Rebellionen, und aufrühren folgen, aber
schlechten Nutzen bringen. Gott wolle es verhüten!
Den Engelländern, ist es kein rechter ernst,
sich mit hollandt zu vergleichen, Sie vermeinen gar,
den König in Dennemark von der Staaden alliance, abzuziehen.
hingegen, halten es in Schottlandt, viel herren,
undt gemeine leütte, noch mit ihrem Könige,
derowegen Cromwell, wieder sie etzliche völgker, außgeschickt.
Die Cosagken, sollen vor den Polen, gewichen sejn.
Geörge Panße, der Amptßraht, ist auch bey
Mir gewesen.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist von Plötzkau nachmittage
wiederkommen. Gebhardt Pariß von dem
Werder, auch, welcher mir, durch Wallwitz,
sein anbringen thun laßen. perge
Den hofraht Paulum Ludwigen, bey Mir gehabtt
luy dèscouvrant, & commüniquant dès choses
horribles, entendüs de la femme de Martin Nickel[.]
Astrologisches Symbol für den Glückspunkt (Pars Fortunae) = glücklicher/erfolgreicher Tag⊕ Schreiben, von Regensburg[,] Croßen, undt Paris. perge
Das Bourdeaux, mit dem Könige in Frankreich
accordiret, die amnistie erlanget, undt
entledigung der imposten, darneben aber,
der Prince de Conty, undt andere haüpter,
(welche sich nicht submittiret) gefänglich
angenommen worden. Der Spannische secours,
hette nicht hinein kommen können.
So sollen auch in Catalonien, die
Königlich Frantzösischen waffen, wieder
empor kömmen.
Die Barbarinj, kommen wieder empor,
am Päbstlichen hofe, undt werden befördert.
|| [[Handschrift: 405r]]
hingegen will man den König in Portugall <zu Rom>, anderst
nicht, als vor einen Duca dj Braganza erkennen.
Die Türgken, sollen vor Rhodis besetzt sein,
undt 17 galleren, verlohren, hingegen die
Morlaccj in Dalmatia, geschlagen haben.
Die Schotten moviren sich, vor ihren König,
wie auch die Jrren. Cromwell undt sein
Parlament, haben die friedenßconditiones,
so hoch gespannet, das man dieselben nicht
hat auf Staadischer seitte, annehmen können.
Sondern, zum kriege alle fernere præpa-
ratoria auf beyden Theilen, pro posse gemachtt.
Die Provintzien, wollen den iungen Printzen
von Uranien zu ihrem General haben.
hollandt alleine, bedengkt sich annoch.
Admiral Tromp, ist resolvirt, noch eines, zu wagen.
Zu Regenspurg ist man geschäftig, in deliberatio-
nibus. Man hat die Kayserinn gekröhnet.
Den Königen in Engellandt undt Polen, die
assistentz recusirt, undt nur, volgk zu werben,
concediret. Kayserliche Mayestät wollen im September
wieder nacher wien. thun ein rayßlein nacher München.
Die Cosagken, stellen sich, als kröchen Sie, zum creütz,
der wallachische Hospodar4, hat sein land5 wiederbekommen.
|| [[Handschrift: 405v]]
Fürst Ragozzi, helts mit Polen.
Die Schweitzer, fahren zimlich gelinde, mit
ihren rebellen, laßen wenig iustificiren,
verweisen etzliche, strafen viel umb geldt,
geben auch vielen pardon, iedoch, in einer
Republicque6 mehr, alß bey der andern.
Die Schweden erweisen sich hartt,
gegen die Stadt Brehmen, fordern von
ihnen, huldigung, contribution, undt
satißfaction, wollen anderst ihre
gesandten, weder hören, noch admittjren.
<J'ay> Depeschè, a Regensburg[.] Dieu nous benie!
Allerley mir referiren laßen, vom Secretario
Bärnreütt, Jtem: vom Philipp Güder. Die
gesterigen abominanda wollen nicht conti-
nuiren! Quis innocens esse poterit, si accu-
sasse sufficiat?
Conversatio, mit Jehna, & alijs.
Ein Rehe, undt andere Victualien, seindt, von
Ballenstedt, ahnkommen.
Jch bin hinauß, auff meine Felder, in die
Erndte, geritten.
Extra zu Mittage, Jacob Antonij von Krosigk,
undt Secretarij Christof Bärenreütt, ohne Jehna.
<7 hasen, hetzen laßen. 34 lerchen, undt wachteln Carl Ursinus mit Schlegel.>
Avis: von Deßaw, daß vetter hanß Geörge,
Freẅlein Eva Catherina, undt der kleine vetter
wilhelm, Morgen (gebe gott) ahnkommen wollen, mit
28 Personen, undt 24 pferden. Gott gebe,
zu allerseitß glügk1 undt wolfahrt!
Mit Abraham von Rindtorf[,] mit dem Amptmann Georg Reichardt undt
andern, geredet, undt allerley ahnzuordnen gehabtt.
Jtem: mit dem iungen Einsidel, undt andern.
perge
Christof von Jehna, mein Raht, hat
heütte, wie auch voriger Tage, viel tra-
vailliren gehabt, mir, undt dieser Stadt,
zum besten, undt das glück gehabt, fast
unmügliche dinge, zur perfection zu beför-
dern. Deus Optimus Maximus illum benedicat!
& labores exantlatos!
Extra: heütte, Jacob Antonij; von Krosigk gehabtt.
Trompter, und ander gesindlein seindt ahnkommen.
Avis: daß die holländer, wieder die Engelländer
obgesiget, aber der Admiral Tromp, leyder! geblieben!
Donnerstag♃ den 11. Augustj: 1653.
Gratulationes, von Meiner herzlieb(st)en Gemahlin, undt
kindern. Gott gesegene sie reichlich! davor,
mit allen wol intentionirten freünden.
heütte erfülle ich, das 53<4>. iahr, meines
allters, undt trette in mein 55. Gott seye
gedangkt, vor seine gnadengühte!
Er wolle unß ferner, gedultt verley-
hen, unser Creütz, undt väterliche
züchtigung, ohne Murmelung zu ertragen,
undt ihme, den Sohn Gottes, im leiden,
recht ähnlich zu werden, auch getreẅ
biß ahn den Todt, zu verbleiben!
Unsere vorhabende freẅde, undt recrea-
tion, wirdt versaltzen, in deme Daniel
Fischer, Meines leib Medicj, Doctoris Levinj Sohn,
herauf kömbt, mir carmina gratulato-
ria mittbringet, aber darneben anzeiget,
daß der liebe alte herrvetter, Fürst Augustus,
Tödtlich krangk seye. Gott wolle beßerung
geben, wie öfters geschehen. Es sol der Stein,
undt retentio Urinæ vorhanden sein!
Die Gratulationes, von meinen Rähten, undt be-
dienten, haben diesen Morgen continuiret. Gott
erfülle dieselben, mit gnadensegen!
Es gibt viel zu thun, undt vollauf zu schaffen,
mit allerley præparatorijs. Gott gebe succeß!
Gebhard Loyß ist wiederkommen, von Regensburg undt Nürnberg[.]
Beyde vettern, Fürst Ernst Gottlieb, undt Fürst Lebrechtt,
seindt mit ihren beyden Schwestern, anhero
kommen, baldt nach der malzeitt, darnach,
Freẅlein Eva Catherina, von Deßaw, undt
vetter Hanß Geörge.
Postea: ist eine schöne repræsentation,
von Meinen Söhnen, undt Töchtern, auch
etzlichen Adelichen, undt andern bedienten,
gespielet, von Paride, undt der Helena,
nach außgeworfenem zangkapfel,
der Disc[o]rd[i]æ, undter die Götter,
da es viel reden gegeben. Es seindt
gar viel Spectatores, darbey gewesen,
von Adelichen, undt andern Standeß-
persohnen. Gott segene meine lieben
kinder, vor so viel gute Gratulationes!
Man hat diesen abendt, nach gehaltener
mahlzeitt, getantzt. Darnach, ist mir
abermalß eine gratulation geschehen, von
den vier Jahreszeitten, welche wahren:
Mein Sohn Victor, der von Wallwitz,
Jacob Antonij von Krosigk, undt Tobias Steffeck.
Darzu sich darnach, zweene pawren<andere, als die Faßnachtzeitt, undt hundsTage>,
nach gehaltenen interludiis, alß Wartemßleben,
undt hammeln, adjungirtena,
undt mir ebenmäßig, wie die andern,
mutatis mutandis, mit kleinen zierlichen
glügkwüntzschungen, wiederumb gratulirten.
Discorsj gehabt, nicht allein, mit den Fürstlichen
personen, Sondern auch, absonderlich, mit dem
von Alvenßleben, Raht zu Halle, Jtem:
mit Rittmeister Krosigk, meinem Vasallen,
mit Erlachen, mit Börsteln, etcetera etcetera etcetera[.]
Es ist spähte worden, also: daß wir
kawm, umb 5 uhr, des Morgends, zu bette
gehen, undt etwas schlaffen können. Gott
seye lob! das alles, noch fein abgegangen! Der
seye uns, ferrner gnedig!
<Schön wetter, undt SonnenSchein, wie gestern.>
Die vettern, undt Bäßgen, von Plötzkaw, seindt
wieder dahin verrayset, zu ihrem krangken herrn vater.
Nach der Mittagßmahlzeitt, undt Musica
aber, seindt das Bäßgen, von Deßaw, undt
vetter Hanß Geörge, wie auch der kleine vetter
Wilhelm, wieder verrayset.
Discorsj gehabt, mit Werder, undt Wutena.
Jtem: mit Schlegel, welcher seinen undterthänigen
abschiedt, sehr Treẅhertzig genommen.
Mit Jehna, habe ich gleichßfalß gesprachet.
Meine kinder, haben sich abermalß diesen
nachmittag, mit Tantzen, undt spiehlen,
ergetzet, gleichsam, zur dangksagung, vor
ihre gehabte Mühe. Miltitz, ist auch darzu
kommen, Wallwitz Schwager. Wehre er doch, eher-
gestern ahnkommen?
S Der [di]gke werder, Jacob Antonij, von Krosigk,
undt Schlegel, so gestern auch, dem convivio,
undt fröhligkeit, zu abends, meinen kindern
gesellschafft geleistet, undt aufgewartett,
seindt heütte wieder frühe nacher hause, gezogen.
Jch habe die verdrießliche Gravamina
dieser Stadt Bernburgk abermalß, zu
decidiren, nach gnungsahmer ponderation,
neben der Rähte bedengken, mir vorge-
nommen. Gott gebe glücklichen succeß!
Mit Jehna, habe ich Raht gehalten,
ratione gravaminum dieser Stadt Bernburgk.
Verworrene händel, in hofjustitzien-
sachen, gehabtt.
Aviß: daß Fürst Augustus wiederumb, am Stein,
sehr krangk seye! Gott lindere
ihm, seine schmertzen! undt helfe wieder
gnediglich, zur beßerung!
Jehna diesen abendt, a Dieu, gesagt.
Conjunctim, in die kirche, am heüttigen
10. Sontag, nach Trinitatis Lucas 197 des [herrn] Jesu,
scharffe Bußpredigt, wie er über Jerusalem
geweinet, welches unser hofprediger Mencelius,
unß auch stadtlich zu appliciren, auf unsre
zeitten, uns zu warnen, undt zur buße zu vermah-
nen gewust, sonderlich auch vor muhtwilligen
|| [[Handschrift: 409r]]
wißentlichen Sünden, unß abgemahnet.
Gott laße sein wortt, durch die ohren, in die hertzen
eindringen! undt gebe sejnem donner krafft!
Der gute redliche Jehna, ist heütte
forth, wieder nach Zerbst. Gott wolle ihn begleitten!
undt vor allem unheyl, undt wiederwertig-
keitt, gnediglich bewahren! Il a dés ennemis!
Nachmittagß, ist die Historia, von zerstöhrung
der Stadt Jerusalem8, (bekandter maßen)
abgelesen worden, an statt der Nachmittags-
predigt, welche zu besuchen, wir eingestellet.
Extra zu Mittage, die Wallwitzinn,
undt Miltitz, ihr bruder.
Wallwitz, rayset nacher Deßaw, undt
Dreßden. Gott geleitte ihn! mit seinem
Schwager Miltitz! J'ay èscrit, a ma seür!
Den Bottajo, nach Zerbster bier, verschicktt.
Den Amptmann Georg Reichardt[,] Jtem: Sekerka, Wall-
witz, undt a[n]dere, successive gehöret.
Es sein viel w[u]nderliche dinge, aufs neẅe, rege
geworden, welche sieder vergangenen Montag☽tag, haben
nicht allein, negligirt, Sondern gar supprimirt werden wollen.
|| [[Handschrift: 409v]]
Jch habe sie numehr dem Consistorio, undt Conscien-
tzien Rähten, committirt, undt undtergeben, auch
jhnen adjungiret, 2 vom hofe, nebst dem Amptmann.
Gott wolle die warheitt offenbahren!
undt das böse, dempfen, undt strafen!
Abermalß eine Relation von Regenspurg
undt sonst ein groß pacquet, wegen
der expectantz, mit Sachßen Lawenburgk
entpfangen. Gott dirigire alles, zu unsers
uhrallten Fürstlichen hauseß, bestem!
undt aufnehmen.
Zu Regensburg gibt es dißidia, in der Evangelischen
raht. Der Stadt Brehmen, will man
nicht pardoniren, Sie nehmen dann Jesuiter
ein. Das Calendarium Gregorianum will
man den Evangelicis, aufbürden. Theilß
stimmen darzu, wann man es Calendarium Ferdj-
nandeum nennen, und nicht vom Pabst,
halten will. Lottringhen werden 300000
ThalerThlr: bewilliget, vor die e[v]acuation,
der plätze, hammerstein, Homburgk, Landstuel.
Der Frantzösische Ambassadeür ist dißgustirt, im Nahmen
seines Königs, durch die Postulata von Jnsprugk.
Den Königen von Engellandt, undt Polen, will
keine, assistentz, concediret werden. Der Kayser,
ist nacher München, in meinung, baldt wiederzukommen.
Jnterim, begehren Jhre Mayestät man solle vorm
ende des Septembers die deliberationes schließen,
undt Jhre Mayestät rüsten sich alßdann, zum vf-
bruch, noch vor wintters.
Zu Plötzkaw, mag es, mit dem frommen, Alten
herrenvetter, Fürst Augusto, gar schlecht stehen.
Diesen Nachmittag, ist die FrawMuhme
von Cöhten, unvorsehens, alhier zu Bernburg
durchpaßiret über die Fehre, nach
Warmbstorf zu. Will in Westphah-
len, in die Grafschaft Schawenburgk
verraysen. Gott gebe zu glügk! und Segen!
Obrist leütnant K[n]oche, geht mitt, biß
nach Warmbstorf, undt ist ein anseh-
licher Comita[t], darbey gewesen.
<1 Hase Viktor Amadeus gehetzt.>
Schreiben von Regenspurgk entpfangen,
dal Capo dj buona speranza! Jddîo
ce ne faccj godere, il frutto!
Avis: daß den 13den: huius, auch des Administrators
zu halle, geburttsTag, mit predigen,
schöner Musica, undt Comædien, celebriret worden.
Die Holländer, haben zwahr wieder
die Engelländer, in einem bluhtigen ge-
fechte, victorisirt, undt ihnen 17 schiffe
in b grundt geschoßen, theilß verderbet,
abgenommen, oder verbrandt, hingegen,
sol der Tapfere hochberühmbte, undt
erfahrnen General Admiral Tromp,
(welches ein unverwindlicher Schade,
undt hoch zu bedawren ist) todt blieben sein.
Nülle rose, sans e[sp]ine! Keine Freẅde
ohne leidt. Nihil est, ab omni parte; beatum.9
Er ist mit einer Mußke[et]en kugel, baldt
im anfang des Seetreffens, durchs hertze
getroffen worden. hat 84 Schiffe bey
|| [[Handschrift: 411r]]
sich gehabtt, undt hat noch den ViceAdmiral Wytte
Wyttens, mit 28 Schiffen, ahn sich gezogen. Die
Engelländer sollen 120 Schiffe stargk gewesen sein.
Jn die 8000 Mann, wehren beyderseitß geblieben.
theilß schreiben, das nur 14 Schiffe, auf
beyden theilen vernichtet worden. Die Engel-
länder spannen ihre tractaten hoch, wollen
auß beyden Republicquen, eine machen,
darnach erst der satisfaction halben, sich vergleichen.
Dennemarck, hat ein großes absehen,
auf der verallirten holländer thun, undt
man ist kleinlautt zu Coppenhagen, das es
nicht recht forth will. Die Duyn-
kircher, alß neütrale leütte, ziehen numehr,
den häringßfang ahn sich, und werden reich.
Destructio unius, est ædificatio alterius!
Der iunge Tromp, kömbt auch wieder, ex
mare Mediterraneo, mit [s]einer Flotta,
dem vaterlande, zu assistiren. Die
bluhtige Seeschlacht, sol den 9. Augustj, ange-
gangen sein. Folgendentags aber, haben die
Flotten wegen ungewitters, einander verlaßen
müßen. Den Tag hernach, ists hefftiger, wieder angegangen.
Vor Brehmen, seindt die Schweden bemühet, mit
pflantzung stücke, undt Schantzen aufwerfen,
die gute Stadt, zu ängstigen, undt undters
Joch, zu bringen, auch fernere dissidia,
zwischen dem Raht, undt der bürgerschaft,
zu dißeminiren. <Königsmarck, undt Wrangel
setzen ihnen zu[.]>
Zu Coppenhagen, macht man den proceß,
dem gewesenen Reichshofmeister Ulefeldt,
undt seinen dienern, undt versichert
die gräntzen!
Jm haag, ist ein aufruhr gewesen,
wieder die holländer, undt Amsterdammer,
welche nicht die Uranischen Flaggen
leiden wollen, undt daß man rufen solte
Vive le Prince d'Orange, als die
Princeßinn <Royale> mit ihrem Sohn, von Breda,
wieder ahnkommen. Man hat kawm
den pöbel durch die garde, undt
Reütterey stillen können, mit
bluhtigen Streichen, undt Sie haben
der Amsterdammer deputirten, die Fenster
mit Steinen eingeschmißen, auch das hauß,
spoliiren, undt Stürmen wollen.
Jn Franckreich stehen des Königs sachen wol. Bourdeaux
hat sich ergeben, den pardon undt die Amnistiam
ahngenommen, unahngesehen der Spannischen succurß
auf der Garonne gewesen. Jn Piccardie gibt
es auch scharmützel, auf gewinst, undt verlust.
Des Königs in Portugall, einiger Sohn, Theodosius,
ist gestorben, gibt auch alterationes. Die Portughesen,
sollen daß Reciff, in Brasilien, belägert haben.
Der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm, will
nicht leiden, daß die Franche Contè, oder
grafschaft Burgundt, länger in neütralitet
bleibe, mit dem Könige in Frangkreich wie biß dato,
geschehen. Sie aber, wollen nicht brechen, meinen,
es lauffe, wieder ihre allte Privilegia, undt
seye ihrer Nahrung, und commercien hochnachtheilig.
Die Schweitzer continuiren die bestrafung
ihrer Rebellen, iedoch gnedig. Jhrer wenige
werden am leben gestraft. Viel aber an ehr,
haab, guht, mit landes verweisung, undt dergleichen.
Etzliche werden auch zur Strafe, in Candia,
in den Türckenkrieg geschicktt.
Die Frantzosen, zünden wieder ein Feẅer ahn,
in Catalonien, undt in Piemont.
Die Türckische armada, sol wieder, in dem Port zu Rhodis,
vom General Foscolo, blocquiret sein.
Jn Polen besorget man sich, auf einer seitte,
vor den Cosagken, Türgken, undt Tartarn,
auf der andern aber, vor dem Moßkowiter,
welcher Schmolenßko, nebst andern schwehren
postulatis, wieder fordert. Chmielinßky
stellet sich zwahr, als suche er pardon,
man Trawet ihm aber, mit nichten.
Waß zu Regenspurg wegen lottringhischer
satißfaction, <geschlossen worden, undt> gestern gemeldet, wirdt
auch in den Ordinarien confirmiret.
Jtem: das die verwittibte Kayserinn
Eleonora, vom hause Mantua, Meine
weylandt, Allergnedigste Kayserinn,
undt Patronin, Christmildester gedechtnüß,
zu Wien, mit Todt abgegangen seye.
Gott genade ihrer Seelen!
undt ersetze mir, solche Patrocinia!
Der Kayser, ist nach München verray-
set. Etzliche vermeinen, Jhre Mayestät
werden wieder nach Regenspurg kommen,
andere nicht, undt das Sie wol alles,
auff Deputationes stellen dörfften!
Jhre Mayestät sollen auch gewillet sein, eine
wahlfahrt, nacher Alten Oettingen ahnzustellen,
undt vielleicht von dannen, nacher Wien zu, zu gehen.
Der Apt von Fulda, der Landgrave von heßen
Darmstadt, der Pfaltzgraff von Neẅburgk,
undt andere Fürsten, seindt schon abgereiset,
denen Pfaltz Lauttern, Wirtembergk
undt andere baldt folgen dörften.
Jch bin Nachmittagß, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin,
zu dero zigelScheüne, undt zu meinen
weinbergen, gefahren. Die hitze, undt
dürre ist groß. Die weyde, vor
daß viehe, will auch fast gar verdorren.
Fürst Hanß, ist unvermuhtendt,
bey unß vorüber, etwaß ferrne
geritten, selb vierdte, auf Plötzkaw zu,
von dannen Trawrige post ankommen, wie
der allte liebe herrvetter, Fürst Augustus, sich
so kläglich plaget, undt maceriret, mit
großen SteinStügken, so ihm gestern, undt
heütte noch nicht abgehen wollen, undt große
Schmertzen, veruhrsachen. Gott wolle sich Jhrer
Gnaden mildiglich erbarmen, undt die schmertze[n] lindern!
<Nachlaß der gesterigen hitze. windig wetter.>
Den hofraht Paulum Ludwigen, bey Mir gehabtt.
Postea: den Amptmann, in jmportantzen.
Jtem: den Hans wenzel Rothe in cura corporis.
Abermalß, wie gestern, hinüber, nacher Plötzkau
geschicktt, undt schreiben laßen, damit
man wiße, wie es dem herrnvetter Fürst Augusto
ergehen möge. Gott gebe gnedige linde-
rung! undt beßerung!
Eine seltzame dedication, wieder etzliche
Theses nostratium, ex Academia Viadrina
von den Adversarijs, unvermuhtende, bekommen.
Avis: von Plötzkaw, daß die Vires, bey
dem herrnvetter Fürst Augusto noch guht, (Gott lob) sein.
Allein, der Stein, der Stein, macht lose händel.
Le pis est, que Son Altesse me fait dire, que si j'a-
vois dès contrarietèz (wiederwillen gefaßet)
contre luy, que ie les voulois deposer. Jch
wolte sie doch ablegen, er hette sie nicht
veruhrsachet. et cetera Je suis innocent, de tout cela!
Le Voysinage des Estats, cause par fois, dés
dissensions, & oppositions, mais point d'jnimitièz,
pour cela.
Jch habe mich vormittagß, resolviret, hinüber, nacher
Plötzkaw, zu reitten, aldar ich, den krangken her[r]n-
vetter, Fürst Augustum, besuchtt, den vettern, den
Bäßgen, undt der FrawMuhme, zugesprochen,
Mittagßmahlzeit daselbst, gehalten, nachmittage
aber, dem herrnvetter Fürst Augusto wieder zugesprochen,
abschiedt genommen, undt also wieder verrayset.
Der herrvetter, nahm gar einen Treẅhertzigen
sehnlichen abschiedt, vermahnete mich, zur
Einigkeitt, in unserm hauße, undt soviel
müglich, mit den Vicinis, undt das man alle
Mißverstände, allen rancor, und mißtrawen
möchte beyseitte legen, den exteris, nicht
anzeige der Dißension, geben, in der
Gernrödischen, undt anderen Sachen, undt
also, die Eintrachtt, undt zusammensetzung,
in unserm uhrallten hause, befördern.
Er hette auch gestern, Fürst Johannsen, der-
gleichen erinnert, sonderlich in religions-
sachen, mit der Stadt Zerbst, undt in andern dingen,
weil Sie sich, numehr wol accommodirte. Er wuste
sich in seinen Schmertzen, gar schön zu trösten, mit
dieser zeitt leiden, undt gedu[l]tiger ertragung des ☩
|| [[Handschrift: 414v]]
undt führete, sehr Gottsehlige, Christliche gespräche.
Undter andern, gedachte auch, der herrvetter,
daß der nahme Augustus, zuvor nit, in unserm
hause braüchlich gewesen, undt ihme Ominoß,
er wollte warnen, das man hinführo
inß künftige, auch keinen mehr, also nennen
sollte. Es hette uhrsachen. Er klagete sehr,
über die gewaltt, so der Stadt Brehmen
ahngethan würde, wegen Einnehmung
der Jesuwiter, undt daß alles
zu Regenspurg partheyisch zugienge. Besorgte
große verenderungen.
Gebhardt Pariß Werder, der hofrath
hagke, Stallmeister Pröegke, undt
andere, wahren auch alldar, <nebst Doctor Fischer.>
Man hat im willens, den hervorra-
genden Stein, auß der Röhre, zu seciren,
Gott gebe ia! daß es wol abgehen möge!
Jch habe mich endtsetzet, zu solchem
thun, meinen rath, undt beyfall zu geben.
heütte frühe, ist Fürst Hanß, von hinnen
<nempe> Plötzkau abgereyset nacher Zerbst.
Als ich nachmittags, wieder von Plötzkau wegritte,
gab mir, vetter Lebrechtt, biß herüber,
an die Grähnische kirche, das geleitte,
vetter Ernst Gottlieb aber, (welcher mich,
biß in den platz, des Schloßes Plötzkaw, ac-
compagniret) bliebe beym krangken herrn-
vatter. Sie wachen, eine Nacht, umb
die andere, bey ihrem herrnvatter, pflegen,
undt wartten denselben, sehr fleißig,
inmaßen auch, ihre FrawMutter, die
fromme Fürstin, thut, welche selber krangk,
Matt: undt kraftloß, darüber wirdt.
Gott stärgke Sie, neben ihrem herren!
Alß ich wieder nach Bernburg <kahm> hat Mir,
das Consistorium, durch den Amptmann
Georg Reichardt und Magister Menzelius laßen referiren,
wie die verhör, in Märtin Nickelß
beschuldigungssache, wegen des Alraün-
chens, undt des diebes Fingers, zimlich übel
abgelauffen, auff ihrer seitte. Ad indagandam
Veritatem, wirdt man ferner nichts, undterlaßen.
Gestern, alß herrvetter Fürst Augustus, mit Mir
redete, (wiewol mit etwas Schwacher Stimme,)
gedachten Jhre Gnaden auch undter andern,
viel von dero intraden, undt einkommen,
auch was Sie annoch, im vorrath, undt zu
prætendiren hetten, darundter auch,
Kayserliche posten begriffen. Jch kondte nicht
alles aufmergken, undt behallten. perge
Jch habe nacher Zerbst, an Jehna, geschrieben.
perge
Den Amptmann Georg Reichardt bey mir, gehabt, wegen
der Märtin Nickeljschen Sache, jnculpation.
S Vom Jehna, per expreßen, auß Zerbst,
auch ein schreiben beko[mm]en, undt ihme
wieder geantwortett.
Mit rechnungs: undt andern verworrenen
händeln, zu thun gehabtt.
Den Buchbinder, bey mir gehabtt, in affarj, dj consequenza.
Jddîo le felicitj!
Avis: von Plötzkau daß es gar schlecht aldar stehet.
herrvetter Fürst Augustus, hat sein Testament gemachtt.
Der Stein stegket noch, in glande, und er hat darbey, tertianam[.]
|| [[Handschrift: 416r]]
Der Balbirer [v]on Zerbst, ist verpichtt, auf
daß seciren. Jch dissuadire es, so wol, als Doctor Fischer.
Gott helfe überwinden! undt gebe linde-
rung! undt beßerung!
Risposta von Zerbst, von dem von Jehna,
undt überschickung waßernüßen.
perge
Avisen von Erfurdt: daß ein bluhtiges treffen,
abermahl zwischen dem Neẅen Hospodar auß
der Wallachey10, dem Fürsten Ragozzj, undt Mol-
dawer, eines Theilß, anders Theilß aber, dem
allten Hospodar, auß der Wallachey11, nebenst
seinem Eydam, dem iungen Chmielinßky, in der
Wallachey, vorgelauffen, und zwahr bey Stregor-
zib12, in welcher renc[on]tre, diese gantz aufs
haüpt, geschlage[n], undt 8000 Cosagken,
nebens 2000 Tartarn, vf der wahlstadt,
geblieben, der rest aber, gäntzlich zerstreẅet
worden. Er der alte Hoßpodar hette sich,
mit seinem Eydam, undt 200 Mann, kümmerlich, auf
Mocelowa13, salviret, seine gemahlin aber, neben
dem besten Schatz, auf czeczawa geflohen,
darinnen Sie baldt berennet worden, und weil
|| [[Handschrift: 416v]]
nur, 80 Tragoner, nebens so viel duppel-
hacken, undt 4 Stügken geschütz, zu ihrer
defension vorhanden gewesen, wirdt ver-
muhtet, der orth werde sich, nicht lange
halten, sondern sich haben ergeben müßen.
Die uhrsache dieser großen dès-
faitte, ist endlich gewesen, daß die Wallachen14,
an ihrem eigenem herren, untreẅ
worden, und mit dem feinde, auf die
Cosagken, geschlagen. Die exorbitantzien
im marsch verübet, hat der König in
Polen, den Soldaten pardoniret,
undt sie bezahlet, auch durch seine autho-
ritet in läger, alles o[m]iniret. Præpariret
sich, der Moßkowitrischen bohtschaft, audientz zu
geben, die da bißhero in der Cron Pohlen,
frey spesiret worden, mit 600 Mann.
Der König, hat eine armèe, von 40 mille Mann,
stargk, darundter, 16000 deützsche, in 9
Regimenter Fußvolgk, 5 Regiment Reütter, undt
7 Regiment Tragoner, vertheilet, die übrigen
|| [[Handschrift: 417r]]
24000 ist lautter Pollnische Cavallerie, darzu
noch 10000 Volontaires, auß der Cron Polen, er-
wartett werden, nebst dem General aufbott,
auch die nach der hufenzahl geworbene Solda-
tesca. Die armèe, hat den 10ten: Augustj,
marchiren sollen, und sich a[u]f 6 wochen, mit
Proviant, versehen, weil der alte Chmielinsky
dem vertriebenen Hospodar, 16000 Mann
succurß, zugesendet, alß wirdt diesen
Cosagken, bey Camieniec der Paß dißpu-
tiret werden.
Der Kayser, ist von Regenspurg nebenst der Kayserinn
undt Römischem Könige, gegen München, undt Oettingen,
abgerayset, die anwesende Fürsten,
undt graven, seindt auch wieder forth.
Landgraf Geörge, will nach Dreßden.
Der Kayser, hat die Vechtische evacuation
ernstlich urgiret, undt die maturation
des ReichstagsSchlußes, zur wiederkehr, in
die Erblande. Die Schweden hingegen,
eilen nicht gar sehr, zur vechte, wolten
gerne länger, contributiones, einnehmen.
|| [[Handschrift: 417v]]
Der Kayser hingegen, hat durch ein Decret
solche abgebung, inhibiret, undt die restanten
einzubringen befohlen.
Jn den Niederlanden, gloriiret man, vom
iüngsten SeeTreffen, die holländer haben
3 oder 4 Schi[ff]e, hingegen die Engelländer
in die 20 verlohren, darundter, daß
Engelländische AdmiralSchiff, und melden etzliche
daß der Ammiral Penn selbst, todt blie-
ben, undt undtergangen. Es haben die
holländer sich, derentwegen, in Texel
salviren müßen, weil, wegen des
Todtgebliebenen Trompen, und etzlicher
Officirer, kein commando mehr respectiret
werden wollen, und seindt im Grafenhaagen
über 20 Capitains eingebracht, gefangen,
welche ihre Schuldigkeitt, nicht gethan,
sonsten die Engelländer, gantz ruiniret
gewesen wehren. Beyderseitß sollen in
die 8000 Mann, geblieben sein, undt
wollen die Holländer, mitt ehistem wieder in die See[.]
Jn Jtalien, will der krieg heftig wieder angehen.
Die Spannischen, so wol alß die Frantzosen,
stärgken sich, gegen einander.
Der Printz von Condè, zusampt seinen
Spannischen völgkern, liegen 8 stunden von
Pariß, straifen, biß an die Pariser Thor.
General Türenne, so nicht bastant,
hat sich an die Oyse retiriret, undt ver-
schantzet, erwartett menr endtsatz!
General Königßmargk ängstiget die
Stadt Brehmen, will ihr, alle zufuhre
zu waßer, undt lande, sperren,
die innerliche uneinigkeitt, thut
ihnen auch, großen schaden. Dennoch,
hoffen Sie baldt wieder auß der Acht, zu kommen.
perge
Jn die kirche vormittags conjunctim.
Extra zu Mittage, die Wallwitzinn, Rindtorfinn,
undt der Hofprediger Menzelius.
Nachmittages, mit beyden Söhnen, undt
4 Töchtern15, wieder zur kirchen.
Schreiben, von Cöhten, vom Magister Sachsio. et cetera
Abermahliger berichtt vom elenden zustandt,
des herrnvetters Fürst Augustj, Sein großer Stein,
will auß der Röhre, noch nicht forth. Leidet
große schmertzen, die Vires gehen ab. Die
rede wirdt gar leise, undt er stille.
Ein Tertianfiber, kömpt darzu.
Der Balbirer von Zerbst, ist discrepant
mit dem Medico Doctor Fischer. Jehner hette
gerne seciret, dieser aber, dissuadiret
es billich. Nun gibt der Balbirer vor, es
seye zu lange geharret, undt der kalte
brandt, seye doch d[a]rzu geschlagen,
durch vulnerirung des Steins. Die
Natur, wirdt so schwach, das Sie fast
keine medicamente, noch conformantia
weiß ahnzunehmen. Der Allmächtige,
wolle sich doch, über diesen elenden zustandt
väterlich erbarmen, die schmertzen
undt zufälle gnediglich lindern, alles
unheyl abwenden, dem Pacienten ferr-
nere Christliche gedultt, undt Standhaftigkeit
verleyhen, auch alles creütz, und Trübsall übertragen
|| [[Handschrift: 419r]]
helfen, undt es schigken, wie er weiß, das es seinem
Heiligen Nahmen rühmlich, dem pacienten aber, Nützlich
undt sehlig ist, umb Jesu Christj willen, Amen!
<2 Hasen, Carl Ursinus gehetzt.>
<Sehr windig ein par tage her.>
Von denen aufs neẅe veraccordirten extraordinarij
brawen, so ich iährlich, allhier in der Stadt Bernburgk
verrichten laßen werde, undt also eines Monatlich,
habe ich das erste, der Magister Ursinußinn im Augusto[,]
daß andere dem hofSchuester, im September zu
verrichten, aufgethan, undt verschrieben. Gott
gebe zu glügk! segen! undt gedeyen!
Jacob Ludwig Schwartzenberger, hat sich
bey Mir, undterthenig eingestellet, undt ist
plenarie [...] worden. Gott gebe! das
er mir noch viel gute Nützliche dienste,
thun, undt leisten möge! seiner guten suffici-
entz, undt bey [...], den feinen Talentis nach,
auch vorigen Treẅen geleisteten guten
Officijs, seine, undt der Seynigen, gemäß!
Die Commission, ist forthgestellet worden,
mit der Märtin Nickelinn, undt hat
viel wiederwertigkeitt, undt travaillen
gegeben, Mir, undt meinen Deputirten. perge
Georgius Falvagerius, oder Valvigerius,
Böhmischer exulant, undt goldarbeitter, hat
sich bey mir, præsentiret. perge
Schreiben vom Giovanni Antonio Pozzo, item: vom
Maximilian Wogau undt G: [...]b[,] auch Tobias Seltenschlag von Friedenfeldt,
undt herrn Georg Ehrenreich freiherr von Roggendorf auf Mollenburg[.]
Die avisen geben auß Leiptzigk:
Das etzliche pawren, in Böhmen, etzliche in
der Steẅermargk, rebelliren.
Jn der Schweitz, werden die Schlößer, und päße
besetzt, undt die Oesterreichischen pawren, haben
ihrer der gefangenen etzliche loßgemachtt,
welche man in Candiam führen wollen,
undt wieder den Türgken, [...].
Der Kayser, is[t] nacher Mün[c]hen, undt hat die
Deliberationes zu Regenspurg zu maturiren befohlen.
Die Türgken, [...] noch in Ungarn,
undt Dalmatia.
Die Cosagken niederlage, wirdt confirmirt.
Jn Schweden, gibt es auch alterationes.
Jn Dennemargk, hat der König, kindt-
taüffen gehalten, fortificirt seine gräntzen,
undt trachtet, hollandt zu assistiren.
Die Schlachtt, ist zwahr geschehen, zwischen Holl:
undt Engelländern, da die Engelländer 20[,] die holländer
4 Schiffe, nebst dem Admiral Tromp, verlohren,
darnach aber, nach Tromps Tode, hat kein
Commando, mehr gelten, noch rechte parition
erfolgen wollen. Der Vice Admiral, Jan
Evertts, sol selber, das seinige, mit 26
Schiffen, nicht gethan haben, undt viel
Capitains, darüber, gefangen sjtzen, denen
ihr proceß, auch wol dürfte gemacht werden.
Jn Schottlandt seindt noch ihrer viel in armis.
General Cromwell, thut zu Londen, waß er
will, undt gedengkt auch, das itzige,
neẅe Parlament, zu caßiren.
Jn Frangkreich, stärgken sich die Printzen sehr,
straifen, biß an Pariß. Die Grafschaft
Burgundt steift sich, auf ihre neütralitet!
Die Printzischen, undt Spannischen, seindt
denen Königlichen, zu stargk.
Jn Piemont, undt im Meyländischen,
sol der krieg, gewaltig angehen, zwischen
den Spanniern, undt Frantzosen. perge
Es seindt, von Ballenstedt Victualien ahnkommen,
nemlich: 8 Endten, 16 hüner, 20 ballayen16, 1 Schockßo:
hufeisen, 8 Schockßo: hufnägel.
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich wieder zu Plötzkaw,
gehabtt. Er bringet schlechte zeittung. Das elendt
wirdt immer größer. Die zeitliche Trübsall
aldar mehren sich. Der gute alte herrvetter,
redet numehr, gar wenig, undt schwehrlich,
hat fast febrim continuam. Die kräffte
nehmen ab. Die dolores währen annoch, vom
Stein. Der Medicus Doctor Fischer, vermeint, es
seye wegen der innerlichen verschwellung
der kalte brandt, zu der geschwulst,
innerlich zugeschlagen, undt es seye kein
remedium, Menschlich mehr vorhanden,
zumahl, bey so hohem allter. Doctor Schneider
von Wittembergk, ist auch ankommen.
Der Naseweyse Balbirer von Zerbst,
will recht behalten, hette den Schnitt
gerne gethan, welchen er doch auch an
keinem iemalß probirt. Jn Summa: das liebe
gebeht, undt die heiße zähren, der affligirten,
seindt numehr, die besten Mittel, Gott dem herren
|| [[Handschrift: 421r]]
den nohtleidenden übelgeplagten Fürstlichen Pazi-
enten, treẅlich zu befehlen, man helt fleißige
behtStunden, undt leßet es an Geistlichen waffen
billich nicht ermangeln, der Allmächtige
wolle so viel Seüftzen, Thränen, undt wehe-
klagen, (nach seinem gnedigen willen, undt
wohlgefallen) nicht unendthöret laßen.
Der hofprediger zu Plötzkaw, Stubenrauch,
ist heütte die meiste zeitt, bey dem herrenvetter
gewesen, Jhre Gnaden zu trösten, undt aufzurichten.
Die FrawMuhme, ängstiget sich, gleicher
gestaltt, von Tage zu Tage, von stunden,
zu stunden, immer sehrer, undt wirdt
darüber auch Matt, Schwach, undt krangk.
Will von ihrem herzlieb(st)en herren, nicht weg-
gehen, noch sich hinweg bringen laßen.
Maceriret sich, mit weinen, hertzensent-
pfindung, undt stehtigem wachen. Jn Summa,
der gantze hof aldar, ist angst, undt Traw-
rens voll, wie auch alle Freünde, und underthanen.
Gott wolle trösten, stärgken, lindern!
erquigken, undt Seine gnadenhandt, von den
Sterbenden, undt überlebenden, keines weges, abziehen!
umb Jesu Christj willen, Amen! Amen! Amen!
Die Trawrige post, ist kommen, von Plötzkaw,
daß diese nachtt, der herrvetter Fürst Augustus,
(unzweifelich) sehlig verschieden. Wirdt
gewißlich, nicht allein, den seinigen liebsten
ahngehörigen, Sondern auch, dem gantzen
Fürstlichen hauße, undt lande, groß wehe,
undt hertzeleidt, veruhrsachen. Gott
habe seine Seele, in Abrahams Schooß!
undt tröste die affligirten! mit unß
allen. Wir mögen wol sagen, mit Davidt:
Wißet ihr nicht, daß ein Fürst, undt
großer, gefallen ist, in Jsrael?17 Er
war unsers hauses, undt unsers landeß,
Crohne, welcher mit seiner authoritet,
die dißentirenden gemühter, vereinigen,
undt mit seiner moderation, undt leütt-
sehligkeit, verstandt, Dexteritet, undt
erfahrung, viel ungleiches, zu rechte
bringen kondte. Seine Gottesfurchtt, undt
erbawliche discurß, wahren zu admiriren,
|| [[Handschrift: 422r]]
undt hoch zu hallten, undt man kondte sich, in Jhrer
Gnaden anmuhtigen, undt lieblichen Conservation,
kawm zur genüge, ersättigen. Aber, waß hilfts?
Die krohne unsers haüpts, ist abgefallen,
ia schmertzlich, in dero hohem allter, von 79
iahren, abgebrochen worden. O wehe! das wir
so gesündiget haben! Gleichwol, ist die
güte des herren, alle Morgen Neẅ! Die
ist es, das wir nicht gar auß sein.
Er wolle unß ferner, in Reichß: undt landes-
sachen, undt in allem unserm Thun, undt
wandel, durch seines Heiligen Geistes kraft,
beystandt leisten, unß, auf den rechten
weg, regieren, undt führen, undt unß
übrige Fürsten, nicht waysen laßen!
Jnsonderheitt aber, wolle der König, aller
Könige, undt herr aller herren, unsere
hertzen, zur wahren Gottesfurchtt, undt
Einigkeitt lengken, undt dem Stöhren-
friede, dem leydigen Sathan, keinen rawm,
noch Stelle geben gönnen, die Fürstliche,
undt andere gemühter, zu trennen, und zu alteriren!
Jch habe zum überfluß Tobias Steffeck von Kolodey hinüber
nacher Plötzkaw, geschicktt, derselbe bericht, von
Trübsall, noht, angst, undt elendt, undt wie
der Sehlige, liebe, fromme herrvetter, Fürst Augustus,
zwahr gestern abendt, zwischen 8 undt 9 uhren,
sanfft, undt sehlig verschieden, die Seinigen,
undt den gantzen hof aber, mit weinen,
Trawren, undt weheklagen, erfüllet. Gott
der herr, seye gepreiset, vor die sehlige auflö-
sung! Der Tröste, schütze, stärgke, kräftige[,]
gründe, die affligirte, undt das gantze landt!
Es mögen wol gar viel Steine, tam
in renibus, quam in vesica, in dem Sehligen
Cörper, gewesen sein. Gott der Aller-
höchste, hat seinen willen. Wol deme!
der sehlig überwindet! Jn unserm hause,
ist es selten gebraüchlich, die leichen, zu
eröfnen. Die Fürstin, die liebe Fraw-
Muhme, ist auch halb Todt, von betrübnüß
undt Vigilijs. Sie haben einander, numehr, in
die 35 iahr lang, in lieblicher Friedlicher
Ehe, gehabtt. Jch bin selbst anno: 1618 bey ihrem
Fürstlichen beylager zu Anspach, gewesen. Scheiden, thut wehe!
|| [[Handschrift: 423r]]
Gott wolle die liebe fromme Fürstin, trösten! undt
erquigken!
Beyde vettern, von Plötzkaw, <Fürst Ernst Gottlieb, und Fürst Lebrechtt> haben mir heütte
gegen abendt, den Trawrigen leideßfall, ihres
Sehligen herrnvattern, Fürst Augustj, (welcher gestern abendt,
zwischen 8 undt 9 uhren, verblichen) leidmühtig,
undt mit Treẅgemeinten wüntzschen, notificiret.
Gott wolle Jhre Liebden undt die leidtragende
FrawMutter, trösten! stärgken! undt wieder
aufrichten, auch der wittwen, undt waysen vatter sein!
<Regen Schloßen.>
Depesche, nacher Ballenstedt. <12 lerchen, und 1 wachtel
vom lerchen Streichen. Albrecht
Sekerka, Andreß hetzler, Märtin haug.>
Den Doctor Fischer bey Mir
gehabtt, allerley relationes, von dem
zustandt, zu Plötzkaw, zu vernehmen.
perge
Von Rudelstedt, ist ein eigener bohte vom
Doctor Lentz, anhero geschickt worden, in geldsachen,
wegen verdrießlicher schreiben, von Gohta.
Gott helfe unß auch, auß diesem labyrinth!
Den Plötzkawischen vettern, habe ich, condolendo,
wieder geantwortett, sonsten aber, an hertzogk
Ernst, nacher Gohta, in obiger sache, geschrieben.
<17 lerchen, der page Geüder, Zacharias Trompter, undt Paul <Nickel> koch, vom streichen.>
Geschrieben, en hc:c <3 hasen,
von der hatz.>
Christoph von Jehna, ist von Zerbst, herüber kommen. hat
condoliret, undt referiret, a meridie!
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist hinüber, nacher Plötz-
kaw, die Fraw Muhme zu trösten, undt
ihr persönlich, zu condoliren. Sie hat auch,
meinen Sohn, Victor, mittgenommen. perge
Gott gebe zu glügk! undt succeß!
Vormittage, ist auch, Er Jonius, bey mir gewe-
sen, undt zu Mittage extra geblieben.
Abermahlige relation von Regenspurgk
bekommen. Sie ist aber præpostera, weil diese
de Numero 35 nach der lengst eingekommenen, de Numero 36
eingeschickt worden, von Zerbst auß.
Meine herzlieb(st)e gemahlin, ist vor abends, mit ihrem
comitat, glügklich wiederkommen, undt ist der
FrawMuhme, undt den ihrigen daselbst,
gar angenehm, undt tröstlich gewesen.
Von meinem bruder Fürst Friederichen habe
ich ein schreiben auß Venedig, entpfangen,
undt wieder beantwortett, durch
addreße, des Philipp Jüngers, zu Leiptzigk.
Mit Jehna, conversirt.
<3 wachteln undt 3 lerchen, Carolus Ursinus cum comitibus, vom Streichen, mit dem NachtNetze.>
Post von Ballenstedt, dilatorie.
Vom Obristen Werder, seine gemachte schöne
24 sterbelieder bekommen. Les Lüthériens a Leipsigk
n'ont pû laisser d'attacquer, ces medj-
tations fort impertinemment! <sür tous: Docteur Hülsemann.>
Les Lütherans erigent fort le menton,
maintenant pensans de tout engloutir!
N'a gueres, l'Electeur de Brandenbourg,
a transferè l'Èscole ou Gymnase, du
Joachimsthal, à Berlin, Cela a faschè
les Lüthériens[.] Sept Süperintendans, & prestres,
entr'iceulx, se sont assemblèz, pour cela.
En fin, ün d'eulx, le plüs temeraire,
s'est resolü, d'aborder l'Electeur á Berlin,
dedans sa chambre, a quoy sa robbe
Presbyteriale luy a concedè l'entrèe
audacieüse, contre les meürs, dès princi-
paux de la cour. Entrant doncques, et
voyant l'Electeur assis a sa table, á lire ou èscrire,
il luy dit hardyment: Je viens, comme Ehud, pour
Vous dire, comme au Roy Eglon: Jch habe Gottes wortt, an dich!18
|| [[Handschrift: 424v]]
L'Electeur replicque: Quoy? qu'est ce donc. Il repart:
Monseigneur Vous ne pouvèz avec bonne conscience
nous oster nostre éscole, & l'attribuër, aux
Refformèz, et pour cela, nous venons vous
prier, & ils m'ont envoyè au nom de tous,
vous annoncer l'ire Divine, si Vous perse-
verèz en ceste jntention, & n'empeschèz
cela, a nostre hümble re[q]ueste. L'Electeur
(ün peü sürprins,) dit: Qu'i[l] y aviseroit;
en son Conseil, et qu'il s'en [a]llast, pour
ceste fois, en attendant, pour ün
autre jour, sa Declaration, sür ce point.
Depuis l'Electeur en parla, a ün de sès Conseillers
nommè Tornaw, desirant la declaration,
de l'histoire d'Ehud19. Le Sieur Tornaw,
s'en souvenant tresbien, dü livre dès
Jüges20, en fit le recit, et l'application,
comme il la pouvoit comprendre, en son opinion.
L'Electeür dit: Que s'il se füst souvenü
de l'histoire, et a l'instant l'eüst èsplüchèe
il eüst voulü percer de son espèe, cest
audacieux Prestre d'outre en oultre.
|| [[Handschrift: 425r]]
Mais qu'il falloit neantmoins, chastier, sa
temeritè. Le faysant donc poursuivre, il le
fit arrester, & asprement reprimande son outrecui-
dance, et audace, mal assaysonnèe.
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist abermalß
anhero kommen, vom Berlin. Berichtett, daß
der Churfürst, mit seiner gemahlin, nach
Küstrin gezogen, umb dem Pommerischen landt-
Tage, etwaß näher zu sein. Die pest
sol sich, in Preüßen, undt in Pommern, etwas
vermergken laßen. Pfaltzgraf Ludwig
Philips, sol nach Croßen kommen, mitt
dero fürstlichen ahngehörigen, von Regenspurg auß.
Secretarius Nagler, ist anhero geschigkt
worden, von Plötzkaw, Trawerzeüg, zu
endtlehnen, so ihm, nach müglichkeitt, abge-
folget worden.
Ernst Gottlieb von Börstel hat mir auch, ejn schreiben, von
Thomas Benckendorf gebrachtt, en fort bons termes,
mais a l'accoustumèe, en ces lieüx lá, dilatojres.
J'ay eü la teste rompuë, de plüsieurs pensèes
Pübliques, et Particülieres. Dieu m'assiste!
<5 hasen, Abraham von Rindtorf gehetzt. 1 Rehebock, von Ballenstedt[.]>
<13 <lerchen> Friederich Sattelknechtt. hanß kutzscher[,] Rindorfs iunge.>
Gestern, undt vorgestern, hat Wolfgang Sutorius undt hans Balthasar Oberlender
meine Schafe alhier zu Bernburg laßen
schähren, undt nur: 548 haüpter, iung,
undt altt, nebenst 13 böcken, befunden. Gott
segene! undt vermehre, meine jntraden!
Jch habe diesen vormittag, mehrentheilß
zugebracht, Carolum Ursinum examiniren
zu hören, vom Magistro Menceljo, undt jm Christen-
thumb, erbawen zu helfen. Gott gebe
beständigkeitt! undt Christliche Andachtt!
zumahl, zu bevorstehender præparation!
Discorsj, mit Jehna, undt andern, damit
ich postea: desto liberius, meiner Devotion,
abwartten könne! (wilß Gott!)
Jn die kirche, undt vorbereittungspre-
digtt, mit meinen Söhnen, undt Junckern.
Gott laße un[s] würdige Tischgenoßen sein!
Martin Nickel ist wiederkommen, avec ün gros
pacquet, de Jean Moutarde[.] Cela m'a
rompü fort la teste, & m'a fait estre,
en cervelle, craignant, d'estre sürprins!
Dieu me vueille assister; de bon conseil!
<16 lerchen, diese nacht, vom Streichen. <Der gärtner, Toffel heldt, Geörg vorreütter.>>
heütte haben wir, das Erndtedanckfest
celebriret. Der hofprediger Menzelius, hat
den Text: auß dem 145. ψalm genommen,
vom 14. vers ahn, biß zum ende21, undt
wol appliciret, und expliciret.
Nach der predigtt, hat man abgekündiget
den Trawrigen Todeßfall des herrnvetters Fürst Augustj
Sehligen, undt die zuhörer, zu undterthäniger condolentz,
undt einstellung der Saytenspiel, vermahnet,
more solito, in solchen fällen.
Darnach, nachm gebeht, undt verlesung,
der form, das Heilige Abendmal zu halten, habe
ich mit beyden Söhnen, undt Edlen,
auch sonst in feiner frequentz, (Gott lob!)
mit der Gemeine des herren, communion
gehalten. Gott helfe, das wir alle,
(keiner außgeschloßen,) würdige Tisch-
genoßen, haben sein mögen, undt das
sich das rechtglaübige haüflein, ie
mehr, undt mehr samlen, undt vermehren möge!
<Meine herzlieb(st)e gemahlin, und Töchter, seindt nicht mitt, zur kirche kommen.>
Nachmittagß, wie vormittags, zur kirchen
wiederumb, cum filijs ambobus, & nobilibus,
in Ern Jonij, unsers Diaconj, predigtt,
welcher daß ordinarij Evangelium,
dieses, 12ten: Sontags, nach Trinitatis,
Marcj 7 vom Tauben, undt Stummen
Menschen, den der herr Jesus geheylet22, außgeleget.
Gott seye lob! undt dangk, gesagt,
daß das heüttige Fest, noch so wol
vollbracht worden. Er segne ferner!
Undt gebe unß auch Bestendigkeitt!
zu unsrer Seelen Sehligkeitt! Amen! et cetera
Philipp Güder, ist bey Mir gewesen.
<21 lerchen, vom Streichen. Ernst vorreütter, hunde iunge, gärtneriunge.>
Der hofraht, Paul Ludwig ist bey mir gewesen.
hanß Eckardt, ist von Braunschweig,
in Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden nöhtigen
anliegen, wiederkommen. Gott
helfe, auß allen verwirrungen!
Der Amptmann, Georg Reichardt ist auch, bey mir gewesen.
Die avisen von Leiptzigk, melden:
Das die Engelländer vermeinen, in nähermahligen Seetreffen,
victorisirt zu haben, undt triumphiren gewaltig. Geben vor,
sie hetten nur, 2 Schiffe verlohren, aber viel wehren schadhaft,
hingegen beklagen die holländer sehr, den verlust ihres Ad-
mirals Tromp. Sonst wollen sie nicht verlohren haben. Sie geben
vor, die Engelländer, hetten anfangß 20[,] darnach, noch
20 Schiffe verlohren, ohne waß an volgk, undt sonsten
noch darauf gegangen. Die Engelländer schreiben, es hetten
die holländer, über 14 schiffe verlohren. Die Tractaten,
zwischen beyden Republicquen, laßen sich schwehr ahn.
Beruhen 1. auf ersetzung der schäden, so die Engelländer
instantissime urgiren. 2. auf reduction beyder
Republiquen, in eine. Der König in Engellandt,
sol an itzo, zu Breda, sein. Jn Schottlandt, hat das
Engelländische Parlament, noch immer progreß, undt zerstöhren,
die Presbyterianischen zusammenkunften, der Geistlichen.
Der König in Dennemargk, rüstet sich stargk
zu waßer, undt zu lande, theilß den Staaden, zu
assistiren, theilß sein königreich, vor einfällen, zu bewahren.
Kayserliche Mayestät werden zu München, stattlich gehal-
ten, undt dringen auf das ende, des ReichsTages,
wiewol in Ecclesiasticis, Politicis, undt Justitzien-
Sachen, noch viel gravamina abzuhandeln sein, sonderlich auch,
wegen etzlicher dubiorum, So das Instrumentum Pacis, verahnlaßet.
Jn Franckreich, wirdt die occupation Bourdeaux bestehtiget,
in angesichtt, des in die Garonne, ankommenden Spannischen secourßes.
Jn Piccardie, victorisiren hingegen die Condeischen, undt
Spannischen waffen, welche Roye, mit Sturm eingenommen,
gute beütten gemacht, undt das landt, in contribution gesetzet.
Der Königliche General Turenne, gehet defensive. Der
Ertzhertzogk, kömpt persöhnlich, in das Spannische läger.
Jn Catalonien, regen sich auch wieder, die Königlich Frantzösischen
waffen, wiewol noch zur zeitt, zu ihrem schaden.
Jn Jtalien, liegen beyde armèen, so wol die Span-
nischen, als Frantzosen, gegen einander, im Mont-
ferrat, undt Alexandrinischen, zu felde. Zu Rom,
gibt es auch factiones, undter den Barbarinj, selber.
Der ViceRè zu Neapels, Conte d'Ogniata, ist
vom König in Spannien, (den Pabst, zu gefallen,)
wieder nacher hause abgefordert worden.
Die venezianer, tractiren <zwahr> noch, mit den Türgken.
halten inndeßen, durch ihren General Foscolo, iehner
armada noch blocquirt. Die Morlacchj, haben
übel eingebüßt, undt die Türgken, seindt mit
ihren gefangenen Officirern, grawsam umbgegangen.
Gehen stargk auf Dalmatiam zu, undt thun
den venezianern, mit straiffen, brennen, sengen,
undt verwüsten, großen schaden. Die venezianer
hingegen, thun ihr bestes, und wehren sich, so gut Sje können.
Jn Polen, hat der Könjg, zu Lemberg, die Moßkowitrische
große bohtschaft, herrlich entpfangen, wiewol sich dieselbe
nicht allein prächtig, Sondern auch, hochmühtig, sol erzeigt haben.
Selbige bohtschaft, mag schwehre Postulata bringen,
undt den Cosagken adstipuliren wollen, wegen ihrer kirchen.
Die Pollnische soldatesca, hat wollen meütiniren.
Man hat sie aber, mit geldt, gestillet, <und marchiren laßen.>
Es continuirt, das der neẅe Hospodar, in der
Wallachey, Stephanus23, Vom Türgken bestehtiget,
mit hülfe des Hospodarn in der Moldaw24, wie auch
des Fürsten Ragozzj, den allten Hospodarn
Basilium, veriaget, seine gemahlin, in ein
festes Schloß zusampt ihren Schätzen, getrieben,
undt beschloßen, auch den iungen Chmielinßky,
aufs haüpt, geschlagen.
Die pest, sol wieder nachlaßen in Polen.
Die Postpolite[!] Russenie, wirdt vfgebotten. Die
Cosagken, stärgken sich wieder, mit Tartarn.
Der Fürst Ragozzj, befahret sich auch, vor
dem Einfall, des Römischen Kaysers, (nescio; cur?)
Jn Natolia, sol groß erdbebem[!] geschehen,
undt eine große Stadt, mit 12000 Menschen,
undtergangen sein.
<11 lerchen, vom lerchen Streichen. <Der page Biedersee, Nickel bangkkoch, haußknecht Paul.> Gärtneriunge. Hundeiunge Lorentz, und Ernst vorreütter.>
Jch bin in schönem wetter, undt SonnenSchein,
(nach heüttigem frühem reiff.) hinauß spatziren
geritten, habe aber nichts, zu hetzen, angetroffen!
Man hat auch heütte, noch immerforth, mit
RechnungßSachen, zu laboriren gehabt, Sonderlich,
die verordnete commißarien, alß die Rähte, der
von Jehna, undt Paulus Ludwig, So dann, der
Cantzeliste, Geörge Cnüttel.
Nachmittages, habe ich auch, daß Thamge-
beẅde besehen, wie auch den kleinen weinberg,
Scheüne, vogelherdt, undt dergleichen sachen,
in schönem wetter, undt lieblichem SonnenSchein.
Gestern abendt, ist Berndt Krosigks Sehligen
wittwe, mit ihrer Tochter, Catherina, (welche
am hofe zu Dreßen[!], ist) anhero kommen,
Meiner herzlieb(st)en gemahlin zuzusprechen. On a estè cü-
rieüx, pour la faire venir jcy. <Je ne dis pas tout!d>
Jch habe Jehna, diesen abendt, expedirt,
in meynung, ihn (gebe gott) Morgen, nacher Ballenstedt abzuordnen.
<Albrecht Sekerka, Andreß hetzler, undt Märtin lackay, 4 <eine> wachteln undt 4 lerchen, mit dem Nachtnetze, gestrichen.>
heütte ist viehemarckt
allhier vorm berge Bernburgk.
Jehna, ist heütte forth, nach Ballenstedt. Gott gebe
zu gesegnetem glücklichen succeß! undt geleitte!
Philipp Güder, ist bey Mir gewesen. Postea: Schwartzenberger.
Postea: Secretarius Bärnreütt, wegen Buraw, undt
mit einer Regenspurger abermahligen relation, welche von Deßaw,
undt Zerbst, eingelanget.
Extra: Schlegel zue Mittage, gehabt, auf
die invitation, Meiner gemahlin liebden (laquelle ayme a
me rujner, & incommoder! Dieu le luy pardonne!
Ein holländer, ist kommen, mit seinem weibe, dienern,
undt einem Mägdlein, welches sol neündtehalb iahr
altt sein, undt 200 pfundt schwehr, 3 ellen digk, in seiner
Mitte, undt hat brüste so groß, gleich einem weibe, wel-
ches wol zehen kinder, geseüget hette, fein von gesichte
undt zimlich wolgestaltt, nur das sie am leibe
fast lautter feist ist. Sie ist auch so groß, als wann sie
14 oder 15 iahr altt wehre? Die Doctores sollen vermeinen,
es seye in diesem Mägdlein, Hertz, lunge, undt leber,
ahneinander gewachßen, iedoch, ohne schaden, undt lebensgefahr.
Sie hat aber einen schwehren Athem, redet, undt singet fein.
Darnach hatte er einen schönen Jsabellfarben Pavia<Pellican,>
(wie der zu Amsterdam, anno 1645 wahr, <auß America> den wir sahen)
iedoch, wahr er etwaß weißlichter, ist größer, als ein
Schwahn, sein schnabel ist fast so lang, als ein halber Arm,
undt so breitt, als eine handt. Der Schnabel ist roht, gelb,
weiß undt graw, wie Tulipahnen bletter, undt undter
dem Schnabel, gleich einem leder. Dieser Pellican, sol auß
Egypten kommen. Sol seinen iungen, auß der Brust, blut geben,
|| [[Handschrift: 429v]]
wann sie schon von der Schlangenbiß Tödtlich verwundet
sein, auch durch solches bluht, wieder zu kräften kommen.
Darumb es auch ein Hyerogliphicum, des Pellicans,
mit dem herren Christo ist, weil er duch sein Rosin-
farbes, theẅres bluht, seine kinder, vom ewigen
Todt, undt verderben, erlöset, und erkaufft hatt.
So hatten sie auch ein StachelSchweinlein, ge-
nandt: Porc espicq, so auß Affrica kommen soll. Jst
erst, (ihrem bericht nach!) 9 Monat altt. Sie er-
zehlten, das die allten, undt iungen, wann sie die
wilden wollen fangen, die Stacheln von sich schießen,
gegen die wilden zu. Sol unheilsam sein. Diß
Thier, (wann es recht groß, undt erwachßen, in-
maßen ich dergleichen, in Frangkreich, zu Saint Germain
en Laye, gesehen) hat stacheln, über eine halbe elle lang.
Sie seindt gesundt, vors zahnwehe, zu zahnstöchern,
gebrauchtt, seindt schwartz, undt gelbe, auf dem
leibe, wann man es überstreicht, ist diß Thier, sonst
gantz gelbe. Es schriehe, wie ein iung geboren kindt.
Ein Pavian wahr auch dar, machte allerley
wunderliche künste, u tantzte, undt übergaückelte
sich, machte lufftsprünge, wie ein Mensch, auf gleicher erden,
baldt mit 2<3> Meßern, baldt mit 2 brennenden kertzen,
undt auch, mit 2 bloßen degen. Satzte hüte, undt
|| [[Handschrift: 430r]]
körbe auf seinen kopf, tantzte undt überwarf sich damitt.
Sie sagten, er köndte auch reitten, und zu pferde sitzen, wie ein Mensch.
Ein kleinerer, undt iunger Pavian, wahr auch dar. Der-
selbige fieng auch schon ahn, etwas zu lernen, undt sie hatten
beyde, eine kleine katze, so lieb, und immer im busem[!].
Thaten übel, wann man sie ihnen <ab>nahm. Der größere
mußte auch einmal das kätzlein, aufm kopf halten,
undt darmitt Tantzen, welches ihn sehr verdroß, das das
kätzlein schrie, undt mawete. Gab ein gelächter!
weibesbilder, können sie übel leiden, sonderlich: wenn
sie ihnen etwas commendiren, oder in die Faüste klatzschen,
darzu wir unserer waschmägden eine, mit Mühe,
persuadiret, darüber ihr, der Pavian, baldt seine
Mütze, baldt ein hütlein, baldt einen korb, nach
dem kopf, (gantz lächerlich!) geworfen.
Es wahr auch, bey diesen leüttlin, zu sehen, ein
Mummenet, auß Malacca, ist schön, von allerhandt
farben, undt haaren, im gesichte rauch, mit blawen durch-
kerbten bagken, rothe Nasen, undt gelben bartt.
Sol, (etzlicher gelehrten Meinung nach) diese arth,
wie auch die Pavian<en>, undt Affen, verfluchte Menschen sein.
Diß Mummenet, wahr stargk, undt grimmig, kan
eine eiserne kette, entzwey beißen. Wann man
es überstreicht, reücht es, wie biesem. Wenn es weibes-
bilder siehet, thut es fein gegen sie. Gegen unbekandte
Mannspersonen aber, ist es feindsehliger, sonderlich, wann Sie sich
stellen, als ob Sie die weibesbilder schlagen, oder beschädigen wollten,
|| [[Handschrift: 430v]]
So will es, den weibspersonen, zu hülfe, kommen. Jn Summa
diese rariteten, wahren alhier zu Bernburgk, seltzam,
auch sonst wol zu sehen. Das Porc espic roche wie
Biesem, <wurtznelcken> wenn man es mit der handt überstriche.
Das Mägdlein, sol ein armer holländischer pawer,
diesen leüttlein, umb undt vor 400 ReichsthalerRthlr: Jährlich
verpachtet haben, also: daß er daßelbige geldt,
bey den Oldermanns eines hospitals, dem kinde,
zum besten, als capitalien, iährlich deponiren <muß>, undt
nur die zinßen, zu sein, undt seines weibes, auch anderer
kinder undterhalt, behalten, undt erheben darff.
Diese leütte aber, (welche also das arme kindt
herümber führen, undt ihren gewinst, darmitt
treiben) behalten vor sich, alles das iehnige, waß Sie
über diese Summa der 400 ThalerThlr: gewinnen iährlich.
Sie geben vor, sie hetten schon 2400 ThalerThlr: in hollandt
übermacht, zum capital, dem Mägdlein, zum besten,
undt <wehren> also 6 iahr, herümber gezogen.
Wir haben sie ehrlich abgefertiget, und also wieder
forth wandern laßen. Gott wolle sie geleitten!
Das Mägdlein, kan lesen, schreiben, undt behten. Kan
aber sonst nicht viel lernen. Jst ein seltzames, iedoch,
nicht unförmbliches, noch gar abscheẅliches monstrum!
Sie kan nicht wol gehen, wo man ihr nicht den leib bindet,
hat kleine Füße, aber sehr digke stargke schenckel,
und ist so schwehr, das es unmüglich, Sie aufzuheben, noch recht zu faßen.
