Donnerstag♃ den 1. September 1653.
<9 lerchen, Carolus Ursinus, cum socijs, seü servis, gestrichen.>
<Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...] Regen.>
Gestern, wahr viehemarcktt, heütte ist der rechte
Ægidij, iahrmarckt alhier, zu Bernburgk, auf
welchen es gemeiniglich, stargk zu regenen pfleget.
Die verbiehtung der Müntze, will auch lose händel,
in dem handel, undt wandel machen. Zu Leiptzigk
undt Churfürstenthumb Saxen, hat man offentlich, das
verbott, der Brandenburgischen Müntze, ahngeschlagen laßen.
Alhier, ist es nur tacite geschehen, durch instiga-
tion, meiner Rähte, undt anderer optimatum, welche
besorget, es möchten die krähmer viel solches
geldt, inß landt bringen, undt hetten gerne guht
geldt, allein, weil man es vorhero nicht ange-
kündiget, noch den leütten zeitt gelaßen, die
Müntze, zu verwechßeln, gibt es confusion,
dann es den leütten dennoch kundt worden.
Preßen derhalben, der armuth, das geldt
also abe[!], daß Sie einen Brandenburgischen groschen, vor
5 Pfennige (denarii)d: undt einen doppelten, vor 10 Pfennige (denarii)d: nehmen.
Die kaufleütte, sehen doch wol, wo sie bleiben,
sonderlich, wann Sie wieder in das Brandeburgische oder halber-
städtische kommen, Auch die bierSchinder, undt handt-
wercksleütte allhier, verderben, darbey nicht. Nur die armuht
wer weiß? wie es Chur Brandenburg wird aufnehmen, daß man seine Müntze Tadel?
|| [[Handschrift: 3v]]
Da doch meine Empter, mit seinen landen, impliciret,
undt verwickelt gleichsam sein? Die Müntze zwahr,
an ihr selbst, ist nicht guht, ia sehr kupfericht, welches
die Churfürstlichen bedienten, undt Müntzmeister, zu halber-
stadt, oder in der Marck, zu verantwortten, billich haben.
Allein, solche uhrplötzliche verenderungen, machen confusion.
Man will auch, ahn itzo, alhier die Saxen Weymarische
dreyer, nur vor einen pfenning, aufs höchste 2 Pfennige (denarii)d: nehmen,
von denen ich doch, keine meldung thun laßen.
Man hat mich auch persuadirt, es wehre dergleichen
Brandeburgischen müntze, zu Zerbst, Deßaw, undt Cöhten,
verbotten, (inmaßen allbereitt, auf nähermahligem
LandtTage, zu Deßaw, im November, anno 1652 darvon
deliberiret, undt fast durchgehends, geschloßen worden)
alleine Schlegel, (welcher gestern, bey mir wahr,
undt heütte wieder verrayset), berichtet, das gantz
nichts, an dieser inhibition wehre. Man hette
doch den iahrmarckt, mögen also hingegen laßen,
Es gehet mir selber ab, an geleidte, Fehrgeldt,
undt andern Sachen, undt undter dem prætext der
verbeßerung, undt einer guten intention, mögen
PrivatPersonen, ihren schändtlichen eigennutz, durch
undterdrückung, den Armuhts suchen. Kan man also,
auch bey guten intentionen, den Mißbrauch, spühren, undt
|| [[Handschrift: 4r]]
nicht genungsam vigiliren! Gott verleyhe dienliche remedia!
Die wolgemeinte, undt zu Deßaw, resolvirte landeß-
Ordnung, hat man auch dieser Tagen, publiciret. Alleine wem?
Die beampten, halten vornehmlich darüber, bey den Bohten,
dreschern, Tagelöhnern, Encken, Agkergesinde, undt der-
gleichen gemeinen leüttlin, (bey denen es doch auch nicht,
recht forth will, undt der mißbrauch dennoch inhæriret)
den großen reichen bawern aber, item: handtwergks-
leütten, alß: Beckern, Schmieden, Schuestern, Sporern,
Schneidern, Tischern, Stellmachern, undt dergleichen,
sagt man nichts: das bier bleibet in theẅrem kauff,
die monopolia continuiren, der handtwergksmann, über-
setzt die leütte im Tax, ihrer arbeitt, und viel mehr,
als in benachtbarten Städten, also kan die Gesindeord-
nung, nicht wol bestehen, wann nicht in einem, so
wol als in dem andern remediirung, geschaft, undt
abgeholfen wirdt. Die iehnigen, so in Meinen pflichten
sitzen, undt darauf bestellet sein, sollten beßer handt
anlegen, undt den unordnungen, abhelfen, So würden
Mir, die labores nicht wieder anheim wachßen,
noch alles so schwehr, so Sawer, undt so verdrießlich werden.
Aber, der Teüffelische eigennutz, bey etzlichen,
machet, das Sie Mir selber resistiren, Sonderlich, die
iehnigen, welche Mir helfen sollten, undt also kan ich
Schwehrlich anders, als mit gewaltt, forthkommen, und durchdringen.
|| [[Handschrift: 4v]]
Ergo, weil ich auch sehe, das mirs abgang, undt
Schaden, an meinen jntraden, alß: Fehrgeldt, geleitte,
undt dergleichen bringet, auch darneben heütte erfahren,
das inngleichen bey Chur:Brandenburg etzliche Mejßnische
undt Erffurter groschen, auf 6 Pfennige (denarii)d: reducirt, undt abge-
setzt werden, Alß laße ich billich, beyde Churfürsten,
hierüber, (alß Potentiores) zusammen, undt concedire
tacite wieder, waß mir zu schwehr fället, noch
zur zeitt, alleine zu endern, undt zu verbeßern, zu-
mahl da es nur tacite auch verbotten, undt inhibiret worden.
Præcipitantia Consiliariorum, mihi nocuit, in hoc Passu!
Jedoch, habe ich befohlen, Man solte nicht zu haüffig,
solch geldt nehmen, sondern nur etwaß, damit dieser
orth, nicht überführt würde, und man auch, in
das Churfürstenthumb Saxen, handeln, solch geldt
aber, nur zum schiedtpfennig, gebrauchen köndte!
Extra zue Mittage, ist der hofprediger
Mencelius, herauf erfordert worden.
Privilegia, seindt, den kupferSchmieden, zu Zerbst,
gegeben worden, auf ihr innstendiges, demühtiges
imploriren, daß niemands, von frembden, solle dörfen,
im lande, kupfer, undt Meßing, verkauffen,
alß die Jnnlendischen, (außer der iahrMärgktte)
dann die frembden, verfälschen beydes, undt bringen in
|| [[Handschrift: 5r]]
das landt, verdorbene wahren.
Auf dem jahrmargktt, habe ich heütte, allerley
Notturften, zur Trawer, zur küche, zum Stall, zur haußhal-
tung, einkauffen laßen.
Wallwitz, ist auß dem lande zu Meißen wiederkommen.
Freitag♀ den 2. September 1653.
Schreiben vom Cantzler Milagio auß Regenspurgk.
Kayserliche Mayestät seindt nach München, undt Alten Oettingen,
gerayset. Werden wieder zu Regensburg erwartett.
Die Gernrödische[,] Ascanische undt Magdeburgische compactat-
Sache, bleibet noch, in suspenso.
Ein Savoyscher Gesandter, ist zu Regensburg ankommen,
Nimbt seinen Sitz, nach Sachßen Lawenburgk.
Pfaltzgraf von Neẅburgk, hat den Meckelburgischen
gesandten1, weder zur audientz, admittiren,
noch das creditif annehmen wollen, sondern
ignominiose remittirt, dieweil der Titul
Durchleüchttig, nicht darauf gestanden.
Die Fürsten, seindt fast alle von Regensburg hinweg,
biß auf Chur Meintz.
Fürst Piccolominj, undt Fürst von Dietrichstain, certiren,
umb die præcedentz.
Er der Cantzler ist am Chiragra, etwas genesen, hingegen
sein collega, an Flüßen, krangk worden. Gott beßere es!
Den Amptmann Georg Reichardt bey Mir gehabtt.
Allerley, auf dem Marcktt einkaüffen laßen,
per Abraham von Rindtorf und Hans Friedrich Eckardt nebenst Clamor dem Schneider.
Heütte vormittage, ist Berndt Krosigks wittibe,
mit ihrer Tochter, Catherina, wieder forth gewandert.
Jch habe einen losen handel zwischen hofmeister
Sekerka, auf einer seitte, undt zwischen hofprediger
Menzelio, und seiner Frawen, wegen zweyer
Böhmischen mägde, und waßerträgerinnen,
umb injurien willen, durch Tobias Steffeck von Kolodey in etwaß
vertragen. Gott gebe ferner Friede! und einigkeitt!
Risposta von Ballenstedt von Jehna. Es leßet sich alles,
gar schwehr ahn. Doch kan Gott, endlich helffen!
Er hat mit Caspar Pfawen, conferentz gehalten, wegen al-
lerhandt Steẅerrechnungen. Pfaw, hat auch berichtet,
daß Fürst Johann Casimir, aufn Montag, zu Plötzkaw,
sein würde, hette sich schon resolvirt, das Directorium
ahnzutretten, wie Sie dann, die Poßeßion (wiewol
noch nicht würgklich,) deß Seniorat Amptß,
Gernroda, apprehendiret, (welches ihm Obrist Leutnant Knoche
ahngedeüttet)[.] Fürst Hanß, hette ihm auch allbe-
reitt, darzu gratuliret, so wol wegen deß
OberDirectorij; als Seniorats. Dringet man
sich also, de facto, darzu, ohne mein zuthun, und consenß!
Samstag♄ den 3. September 1653.
<24 lerchen, 4 Räphüner, Hanß Cohte, Oberlender, und heinrich Stalliunge, mit dem NachtNetze, gestrichen.>
Schreiben, von der schwester von
Deßaw, durch den Superintendeten Raumerum.
Oeconomica, undt Rechnungen, revidirt.
Nachmittags, bin ich, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, nacher
Plötzkaw, hinüber gekutzscht, undt eine Jungfer
mittgenommen, habe meinen langen TrawerMantel
umbgehabt. Wartemßleben ritte vorher. Ein Page,
undt raysiger knechtt, folgten nach. Also habe ich
der FrawMuhme, mündlich, das leid geklaget,
Jhrer Liebden wie auch den vettern, undt Bäßgen,
eine Nachtbahrliche wisite gegeben, undt Sie
getröstet. Alß ich herkahm, (wiewol unvorse-
hens, ward ich, mit Meiner gemahl, (im platz ab-
steigende), von Jungkern und rähten, in langen
Mänteln, entpfangen. Die nicht flugks mäntel
umbhatten, holeten dieselbigen, baldt hernach.
undt man führte mich, in ein zubereittetes
schönes gemach, das beste, im hause alda ver-
wartete ich, biß ich vernahm, das es der Fraw-
Muhme gelegen wehre, mich zu admittiren,
welches über eine kleine weile, vom Stallmeister
Pröecke mir angedeüttet, und zu meiner commoditet
|| [[Handschrift: 6v]]
gestellet wardt, Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin aber, wahr
alsobaldt, von der kutzsche auß, mit ihrer Jungfer, zur
FrawMuhme hinauf gegangen. Alß ich nun, zur
FrawMuhme, kahm, undt Jhrer Liebden condolirte,
undt das leidt klagte, kahmen beyde vettern, Fürst Ernst,
undt Fürst Lebrechtt, in langen Trawermänteln, auch
hinein, denen ich, nach vollbrachter klage, gleichsfalß
condolirte, wie inngleichem, beyden anwesenden iüngern
Freẅlein, (dann die Elltiste, Fraẅlein Johanna, war
etwaß unpaß, undt in ihrem zimmer, hatte Artzeney
gebraucht, wurde aber, von Meiner herzlieb(st)en gemahlin besuchtt!)
undt von allen, Christlich, Tröstlich, undt wol beant-
wortett wardt. Alß ich nun, ein 1½ Stunden
lang, mich aldar, mit guter Christlicher conversation
ergetzet, seindt wir, wieder abschied nehmende,
undt Von dem Stallmeister Pröegke, vom hofraht
Hacke, von Ernst Gottlieb von Börstel, hinundter
in langen Mänteln, biß ahn die kutzsche, begleittet
seyende, mit unsern leüttlin, nach hause, gezogen.
Die liebe Fromme FrawMuhme, als ein rechter
TugendtSpiegel, undt Gottsehlige Fürstin, wuste
sich, so schön, in gedultt zu faßen, undt zu trösten,
daß ich mich d[a]rüber, verwundern mußte,
zumahl, da mir nicht unbekandt, wie hertzlich
|| [[Handschrift: 7r]]
diese Gottsehlige Eheleütte, einander, geliebet, undt
eine, fast unvergleichliche, liebliche, friedliche Ehe, in
35 iahren, mitteinander, beseßen, da kein böß
wortt, kein Sawersehen, einander, gegeben worden.
Jhre Liebden erkandten es auch, undt verglichen es selber, einem
Jrrdischen Paradiß, die gehabte Ehe, hoffeten auch,
undt wüntzschten hertzlich, dero Sehligem herzlieb(st)em herren, baldt
nachzufolgen, inmaßen, Jhre Gnaden deroselben, prophezeyet
solten haben. Als nun meine antwortt, undt vota
dargegen wahren, wolten Jhre Liebden doch, gerne darauf behar-
ren. Es wurde auch viel geredet, von des Sehligen
herrnvetters Schwachheitt, undt lengst gehabten sterbens-
gedancken, insonderheit von dem Freẅdigen Muth,
welchen Jhre Sehligen Gnaden, in überwindung dero
schmertzen, und Sanftem stillem Tode, erwiesen,
undt wie Sie, so getrost in demselben gewesen.
Sol unß billich, zum beyspiel diehnen! Gott
gebe! das wir den Treẅen vermahnungen, des
Sehligen herrnvettern nachsetzen, undt die Einigkeitt
unsers Uhrallten Fürstlichen haußes, befördern mögen!
Zu Bernburgk, hat man inndeßen, mühe
gehabtt, Wallwitz, mit Hanß Cohten, undt
Sekerka, mit dem hofprediger, zu vereinigen!
Der Sathan, richtet immerdar gerne, unfriede ahn! perge
Extra zu abends, Christof Wilhelm Schlegel gehabtt.
<Er hat mit Christj Jesu wurtzel, gebracht, so in
Ungarn, allein wächßet, und gut ist, vor zauberey.>
<30 kleine vogel Vom vogelherdt[.]>
Jn die kirche, cum filiis allein, & nobilibus.
Extra: den CammerRaht, Doctor Mechovium gehabtt.
Nachmittags, wieder in die kirche, (undt abermahligen
anfang der Catechismuspredigtten,) cum filijs. &cetera
Die Relation auß Regenspurg de Numero 38 ist numehr
auch ahnkommen. Man will unser Fürstliches hauß, auch mitt
in die Deputation der Evangelischen ziehen. Gibt unß
einen splendorem, ist doch etwaß oneroß.
Jedoch, mit ehren nicht abzuschlagen. Andere,
dörften es, ambabus manibus, apprehendiren.
Der Grave von Sintzendorf, <Kayserlicher Reichshofrath> ist numehr auch,
Päbstisch worden, wie auch, ein luttrischer priester2, von Augspurg perge
Doctor Weidembach, will abdangken. Jst also, kein Evangelischer
Reichßhofrath, mehr, alß Doctor Bonn.
Wirtembergk, undt Baden, ambiren, daß
Prædicat, Fürstliche Durchleüchtigkeitt.
<32 lerchen, Gärtner, Toffel Heldt, und Lorentz vorreütter.>
<1 hase, Viktor Amadeus gehezt.>
<13 kleine vogel, vom vogelherdt.>
Gestern abendt ist Jehna, mit guter verrichtung,
von Ballenstedt, Gott lob, wiederkommen.
Gott helfe ferner, mit gnaden! Er hat etwaß
angefangen, die Discußion der Steẅern, vorzunehmen, Jtem:
den vergleich, mit Fürst Friedrich in einen gewißen modum, zu reducjren,
undt auch, nach der Oeconomia, zu sehen.
Wallwitz, ist heütte von Meiner gemahlin Liebden nacher Zerbst,
geschickt worden.
Jehna hat relation, noch ferner gethan.
Jtem: den iüngern Einsidel, (numehr Elltisten Sohn, des Sehligen
hofmeisters!) bey Mir gehabtt, nach dem er, mit dem von
Jehna, von hoym, von seinem vettern, oder Mutter bruder,
Hanß Ernst, von Börstel, und von Ballenstedt, wiederkommen.
Gott gebe richtigkeitt überall, undt aller wegen.
Schreiben, auß Paris, vom herrn Drelincour, mit Dedicationen,
Jtem: vom Grafen von hatzfeld[,] Jtem: von Croßen, leiptzigk, Hall. perge
Die Avisen geben: daß die holländer im letzten treffen,
zur See, Acht Schiffe verlohren, auch etzliche beschädiget seyen!
Sie rüsten sich noch stargk, zu beyden Theilen, undt continujren
dennoch auch, die Tractaten. Der Admiral Tromp, sol gar
magnifice, zu Delfft, zur erden, bestattet werden, deßen
Stelle, ist noch nicht ersetzet. Jn Dennemargk, undt
Norwegen, seindt reichbeladene OostJndianische Schiffe
eingelauffen, dieselbigen sol Witte Wittenß, einholen.
Der König in Dennemargk ist in Lawlandt, auf die iagtt,
gezogen, undt leßet hin: undt wieder, volgk mustern, <undt> werben.
Jn Schweden, ist Pfaltzgraf Adolf Johanns, gemahlin
gestorben. Des gewesenen Feldtmarschalls TorstenSohns, wittwe,
eine von La Garde, heyrathet wieder, undt nimbtt
den ReichßTrotz3, Graf la Brahe. Die Königin, hat
etzliche Rähte, undt Nobiles, zu Freyherren, creiret.
|| [[Handschrift: 8v]]
Es sol eine große hitze, in Schweden, lange continujrt haben.
Jn Polen, will sich zwahr, der große Czaar, in der
Moßkaw, zum Mediatore gebrauchen laßen, undt den
frieden, solcher gestaltt, halten, er will aber darneben,
Man solle den Cosagken, undt Griechen, ihre kirchen,
wieder einraümen, undt etzliche privatos strafen,
welche hiebevor, im reden, undt schreiben, den Großfürsten,
nicht recht tituliret, undt sich sonsten etwan an
etzlichen Moßkowitern, vergriffen. Es continuiret,
daß der neẅe Hoßpodar in der Wallachey4, den Allten
veriaget, undt geschlagen, undt deßen gemahlin, in
einer Festung Sokol, belägert, undt daß der Ragozy,
dem König in Polen, beystandt leiste, hingegen aber,
die Cosagken, mit den Tartarn, sich wiederumb stärgken.
Kayserlicher Mayestät wiederkunft, von Regenspurg undt dero
ahnwesenheitt, wirdt von Oesterreichischen und Ungrischen
Ständen, sehr verlanget. Man vermeinet, Sie
werden noch im Novem<September> gewiß von Regensburg aufbrechen,
von dannen fast alle allte Fürstliche haüser, schon abgereiset,
undt die consultationes, durch deputirte, forthsetzen,
wann Jhre Mayestät werden, von der wahlfarth, nacher
Oettinghen, wieder gekommen sein.
Jn Böhmen, sollen die neẅlichst gefundene gesundt-
brunnen, viel krangkheitten, heilen, undt die endtstandene
pawren rebellion, mit der soldatesca, gedempfft werden.
Zu der Schwedischen satißfaction, wegen der Vechte, sollen
4 RömerMonat, bewilliget werden.
Die Spannische armèe, ist mit zuthun des Printz von Condè,
undt des hertzogs von Lottringhen, in Piccardie, und Champaigne
sehr stargk, nehmen viel städte ein, setzen daß land in con-
tribution, brennen, undt sengen. Die Königliche armèe undter
dem Visconte de Türenne, gehet defensive und verschan-
tzen sich. perge hingegen, haben die Königlichen, undter den Dücs
de Vandosme, undt de Candalle, Bourdeaux gewiß occupirt,
undt etwaß hart darinnen verfahren, also daß man be-
sorget, dieselbe große Stadt, wieder rebelliren, die nicht
gehaltene Amnistie verfechten, undt die Cittadellen sich
ungerne aufbürden laßen dörften. Jn Catalogna,
sollen die Frantzosen, zimlich wieder, empor kommen.
Dem Cardinal de Rèez, hette der König in Frankreich seine erledigung
versprochen, wenn er zu Rom, biß auf ferneren bescheidt bleiben,
undt des Pabsts, undt der Cardinälle erkandtnüß, seine Sachen,
submittiren wollte? Jn Piemont, undt Montferrat,
liegen die Spannier, undt Frantzosen, stargk gegen einander, zu felde.
Der venezianer, ihr Bailo, ist noch bey dem Türckischen Kayser,
im arrest. Es sol abermals, Türckischer secourß, in Canêa, ankommen
sein, in die 4000 Mann, mit 50 galleren. Jn Dalmatia besorgt
man, es werde Sebenico, oder Spalatro belägert werden,
undt denen Morlacchj, so venezianisch worden, stargk zugesetzt.
Der Türckische Kayser, leßet scharf inquiriren, auf die ieh-
nigen, so an seines herrnvatters Tode, schuldig sein sollen.
Jn Schottlandt, sollen sich viel prediger, undt andere
redliche leütte, vor den König, moviren, der König
aber, am fieber krangk sein.
Jn Preüßen, graßiret die pest, hefftig.
Jn Pommern, sol das begräbnüß, des letzten
Hertzogs Bogislaj Seligen angestellet, 80000 ReichsthalerRthlr:
vom lande, darzu contribuiret, darnach aber
die Erbhuldigung, so wol, von Königlich Schwedischer
alß Churfürstlich Brandenburgischer seitten, eingenommen werden.
<3 hasen, Abraham von Rindtorf von der hatz.>
<12 vogel vom herde.>
Es stunde auch gestern, in zeittungen, daß das geschrey,
von der Kayserinn Eleonora Todt, noch zur zeitt, falsch
wehre. Sie wehre nur krangk, nicht aber Todt.
Gott gebe Jhrer Mayestät gesegnete beßerung!
Jn Polizey, <sachen, und wegen der> Oeconomy: undt verdorbener Müntze,
allerley anstaltt, zu machen gehabtt.
Post expedita negocia, mit Carolo Ursino, auf den
vogel herdt, spatzirt, es wahr zwahr schön wetter,
iedoch etwas Windig, 12 Vogel, hatte Ernst gefangen.
Conversatio, wie täglich, mit Jehna.
Avis, von Plötzkau daß mein vetter, undt Schwager, Fürst Iohann Casimir
mit Seiner gemahlin, daselbst gewesen, sich excusirende,
daß Sie dißmahl vorüber gezogen, wegen eilfertigkeitt.
Man dringet sehr, auf die beförderung, des begräbnüßes.
<zu Plötzkaw.>
heütte laße ich, Rübesaht, undt winttergerste außseen,
Gott gebe zu diesem anfang, segen! glück! undt gedeyen!
Hammeln hat abschiedt genommen, will nacher Zerbst.
Wallwitz, ist von Zerbst, wiederkommen.
<Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...]> Mittwoch☿ den 7. September 1653.
<17 Lerchen, 1 wachtel, Fritz Sattelknechtt, Hanß kutzscher, Rindorfs iunge.>
<87 kleine vogel, vom herde.>
Am heüttigen BehtTage, cum
filijs, & nobilibus meis, zur kirchen, <gebeht> undt Allmosen. perge
Die Factio Lutherana uxoris meæ, ist mehren-
theilß, mit den höheren, zu hause geblieben!
Regis, ad exemplum; totus componitur Orbis! perge
Conversatio, mit Jehna, undt andern, in specie, mit Philipp Güder Nota Bene[.]
Post von Ballenstedt, bekommen, von der schlechten
Erndte, undt schlechtem vorrath aldar, wegen
des hagelschadens, undt dürren wetters. Patientia!
heütte ist ein wispel weitzen, alhier zu dem
vorwergk Bernburg außgeseet worden. Gott
gebe zu glügk! segen! undt gedeyen!
<8 Lerchen, vom Streichen, perge 9 mandel, kleine vogel.>
Jch habe den iungen Christian Tappe, bey mir gehabtt,
(welcher bey den Schwedischen gewesen) undt allerley
von ihme vernommen, undt mir berichten laßen.
J'ay depeschè vers Crossen et Ordonnè aussy, d'autres
Correspondances, èscrivant mesme, au Chancellier Milagius,
& a Monsieur Drelincourt.
Der pfarrer zu Hecklinghen, Cratzius, ist bey Mir
gewesen, klaget 1. das die von Trotta, auf ihren
haüsern communiciren, undt Taüffen laßen, wenn
sie wollen, da ichs doch, ihren Elltern, alß
allten Schwachen leütten, mit den ihrigen,
interimsweyse, tanquam personale, ad tempus
concediret, biß der kriegsSchwall vorüber
wehre, undt solches nicht auf die hæredes, zu
restringiren. 2. Daß sie zu solcher communion, auch
die undterthanen vociren, denen solch Privi-
legium, doch nicht erlaübet ist, undt Sie also
doppelt, meine jura Episcopalia violiren,
undt das privilegium, oder concession, abutiren.
3. Das ihre beampten, schreiber, undt pachtt-
leütte sich auch deßen gebrauchen, undt
Taüffen laßen, durch frembde pfarrer,
auf derer von Trohta, haüsern, da doch, in
der Concession, keiner tauffe gedacht ist worden,
viel weniger andern privatis, solches permittiret.
4. Daß Sie, wieder parolle, undt offtermahlige
erinnerungen, weder die kirche, noch das
pfarrhauß, wieder bawen, und der pfarrer, im kaldten,
|| [[Handschrift: 11r]]
im wintter, undter dem bloßen himmel, predigen
muß, die Schöne kirche, so von meinen vorfahren ge-
bawet, nicht wieder angerichtet wirdt, undt das
pfarrhauß, auch öde, undt wüste stehet. 5. Das
endtlich, auß den vielen gewohnheitten, ein rechtt
dörfte erzwungen werden, inmaßen schon
viel actus ein 1½ iahr, nacheinander sollen sein
erzeüget<exerciret> worden. Es seindt aber solche actus,
(darvon man mir nichts referiret,) actus
clandestinj, oder davor zu achten. Meine
Cammer, undt hofrähte, haben auch die Sache, gar
lawlichtt getrieben, und fast nicht anbringen
wollen, auch die concession allzu late jnterpretirt.
Je n'espere pas, qu'ils se laissent corrompre, dès Trota.
Extra zu Mittage, neben Jehna, den hofrath,
Paul Ludwig gehabtt. Jl y a eü, dés dispütes; entre nos nobles. perge
Meine Töchter, seindt hinauß spatziren gefahren Nachmittags[.]
heütte, werden wieder, 18 Schefel (Scheffel)schfl: weitzen, zu Zeptzigk
gesehet. Gott gebe zu glügk! segen! undt gedeyen!
Mauvayses nouvelles, que non seülement la
monnoye, de l'Electeur de Brandenburg a estè cassèe,
en l'Electorat de Saxe, & aux Estats circonvoysins,
mais aussy, que ce bon Pieux, et Vertuëux Prince,
L'Electeür de Brandenbourg, soit mort. Dieu, ne le Vueille pas!
Paul Ludwig Nach deme er, seine Rechnungßcommission, mit
Jehna, continuiret, undt zu Mittage, extra geblieben,
hat sich, bey mir, præsentiret, undt ist, nach geendig-
ter Audientz, undt conferentz, wieder hinundter, jn die Stadt[.]
<14 lerchen. Bidersehe, Banckkoch, haußknechtt.>
<1 Schockßo: undt 17 kleine vogel; vom herdt.>
Matthias Wesembecius, Churfürstlicher Cantzler, zu Minden,
(so vorgestern allhier zu Bernburg gewesen) hat von
seines gnädigisten herren, des Churfürsten von Brandenburg
Tode, nichts berichtett. Von der Müntze, mag
es hehrkommen, daß etwan einer gesagt hat: Nun ist
der Churfürst von Brandenburgk Todt. Dann,
wann eines herren Müntze verbotten wirdt,
pfleget wol, der gemeine Mann, dergleichen
Sprichwortt, zu gedengken. Gott helfe ia, in
gnaden, daß diese böse zeittung, nicht wahr seye!
Wesembeck hat auch berichtett, wann Engellandt,
undt hollandt, friede machen, undt sich coniun-
giren sollten, das alßdann, einer solchen formi-
dablen Machtt, der Kayser, der König in
Spannien, undt Schweden, sich conjunctis viribus,
opponiren würden, undt dörften wol Dennemargk
(welches an itzo etwaß laviret) mitt, in solche alliance,
|| [[Handschrift: 12r]]
ziehen, auch die Chur: undt Fürsten des Reichß, nebenst
den ReichsStädten.
Die Stadt Brehmen, stünde in großer gefahr, weil
sie noch in der Acht wehre. Der Kayser, setzt ihr zu,
auf einer, der Schwede, auf der andern seitte, sonderlich,
General Königßmargk, welcher der Stadt sehr aufsetzig
wehre, auf der dritten wehre der Grave von Ol-
denburgk, ihr wiedersacher, wegen des Wehserzolls.
Sie hetten denselbigen, mit 200 mille ThalerThlr: redimiren
können anfangs, Solch geldt, hetten sie numehr,
auf rechtfertigungen, und abschickungen spendiren,
keinen dangk darzu haben, undt noch viel ein
mehreres, zubüßen müßen. Sie wehren aber,
resolvirt dennoch, wieder die Schweden (welche hin: undt
wieder Schantzen aufwerffen, sie rings herumb
blocquirt, auch heimlich intelligentzen, in der Stadt,
halten, undt sie mit gewaltt, oder verrähterey,
zu bezwingen, vorhabens sein sollen) sich zu wehren.
Chur Brandenburg hat sich, durch ihn Wesembecium
interponirt, zwischen dem Raht, undt der Stadt Breh-
men, sie, in ihren großen, durch die Schweden, undt
andere, fomentirte differentzien, zu vergleichen.
Die Kayßerlichen wollen die Jesuwiter kirche, noch
eingereẅmet haben, ehe sie die Acht aufheben wollen.
Der NiederSäxische Krayß, siehet ihr unglügk nicht gerne,
wollte ungerne, das die Schweden, eine solche Stadt
|| [[Handschrift: 12v]]
übermeisterten, welche ihnen so wol gelegen, daß
Sie wol eine armèe von 20000 Mann, ordinarie
darinnen, und an dem WehserStrohm, würden
bequehmlich halten können. Die gute Stadt,
wehre numehr, fast von iedermann verlaßen, in
ihren nöhten, oder doch, kaltsinnig, undt mit furchtten,
assistiret. Die Staden, hetten ihnen die alliance
aufgesaget, so baldt sie gehöret, daß sie mit
dem Kayser, zerfallen, undt in die Achtt, erklähret
worden wehren. Dann, sie wolten, weder den
Kayser, noch das gantze Reich, umb einer
Stadt willen, wieder sich, reitzen, undt zu feinden,
machen. Chur Brandenburg hülfe ihnen, gerne,
darff aber nicht, die Schweden, seine Nachtbarn,
offendiren. Chur Pfaltz, ist zu weitt endtseßen,
hat auch keine kraft, noch vermögen, zu helffen.
Der NiederSächsische Crayß, lieget im Armbrust.
Heßen, verleßet sie, ebenmäßig, auß furchtt.
Die innerliche uneinigkeitt, Mißtrawen, undt
böse affection, zwischen dem Raht, und der bürger-
schafft, so sich noch nicht, stillen will, dörfte ihnen,
den garauß machen, wo Gott nicht ihnen wunderlich hilfftt,
|| [[Handschrift: 13r]]
undt sich der guten Stadt, erbarmet, undt annimbtt?
Jn Summa: es heißt: Ruente quercu; quivis ligna colligit!
Gott wolle allem bösem! und allem unheyl steẅren!
undt kräftiglich wehren! perge
Der Superintendens, Er Joachim Plato, ist bey Mir
gewesen, allerley zu referiren, 1. wegen angestel-
leter Catechisation. 2. Wegen verenderung der
Tage, der wochenpredigtten, und wie es, mit dem
BehtTage, zu halten? 3. Wegen der restirenden
besoldung, undt daß er müße noht leiden.
4. Ob unsere nohtleidende reformatj, sonderlich, die
iehnigen, welche unß mitt collecten, guts ge-
than) mitt in das allgemeine gebeht, nicht mitt
einzuschließen. Jch habe ihn auf alles bescheiden!
Magister Enderling, ist darnach auch, bey Mir gewesen,
undt hat sich, (nach etwaß difficulteten,) fein accom-
modiret. et cetera <A spasso, in schönem wetter. perge>
Wallwitzen, ist sein iunge, (welchen er von Dresen[!]
mittgebracht) endtlauffen. Dergleichen händel,
gibts ahn itzo, viel, wegen des Gottlosen gesindes!
Oeconomica bestellet, <per Tobias Steffeck von Kolodey und durch Hans Friedrich Ecka[r]dt.>
Mit meinem Sohn, Viktor Amadeus[,] Jtem: mit Wallwitz, Jehna
undt andern, (wie gewöhnlich!) conversiret, <Jtem: mit Magister Menzelius[.]>
ein ½ wispel weitzen, ist wiederumb, alhier geseet. Gott segene es!
<26 lerchen, Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt[,] Albrecht von Sekerka, Andreß hetzler, küchenschreiber[,] Märtin haug, lacquay.>
Ein Somnium gehabt, wie ich
mit Carl Ursinus verrayset, undt alß ich auf die See ge-
kommen, undt bey zeitten, mich an eine Jnsul, wie-
wol mit Mühe, anlenden laßen, Carolus Ursinus
aber, mit Tobieß, kleinen Erdtmann, undt
andern größeren, auf dem Schiffe geblieben,
undt noch länger schiffen wollen, hette
sie ein Sturmwindt ergriffen, und nach
vielem laviren, undt gespötte, endlich das
Schiff gantz umbgeschlagen, da hette
ich gesehen vom ufer, wie man sich bemühet,
einen undt den andern, zu retten, biß
Carl Ursinus undt der andere klei[n]e, nackendt
undt bloß, weinende, noch wehren anß
landt gebracht worden, zu mir, davor ich
Gott gedangktt, ihnen, und andern, ihren
ungehorsam, und vermeßenheitt, verwiesen,
undt Sie vor fernerem unglügk gewarnet.
Wir wahren, an einem schönen, lustigen orth,
da drey Jnseln, undt auf einer ieglichen, ein
|| [[Handschrift: 14r]]
schön Schloß, undt casteel, auf felsenbergen, nahe
beyeinander lagen, undt allerley lustgärtten,
Springbrunnen, undt dergleichen dinge (meinem bedün-
cken nach,) darbey wahren. Baldt dauchte Mich, es
wehre in dem Oceano, bey Schottlandt, baldt wiede-
rumb, in marj Mediterraneo. Alß ich nun meinte,
auf diesen Jnsulen, undt Casteelen, sicher zu leben, wehre,
ein heimtückischer Jäger, (so mir wildt zu nahe
geschoßen, undt ich ihn darumb strafen wollen,)
auf den leib, mir gegangen, undt hette mich in einem
großen Sahl, oder gemach, gegen abendt, auß einem
winckel, erschießen wollen, So wehre eben
der oberlender, auß der NebenCammer, herauß
gesprungen, undt hette ihn von rügkling zu,
beym leibe gekriegt, und lange mit ihm
gerungen, in dem ich eben, meine büchße
angeschlagen gehabt, den iäger zu erschießen.
Da hette er so gewaltig gebehten, daß
ich ihm endlich, auß beysorge, er möchte auß
desperation, Oberlender, und andere beleydigen,
oder beschädigen, (weil er mit vielem giftigen
gewehr, büchßen, Tölchen, plautten, und Faüstlingen
versehen) impunitet dißmahl versprochen, auch
besorget, er möchte noch mehr verrähter, und heim-
tückische gesellen, in seiner Rotte, von der garnison, haben.
|| [[Handschrift: 14v]]
Darüber, erwachte ich.
Die Avisen, von Erfurdt, undt Hartzgeroda geben:
Daß die Engelländer, mit ihrem prahlen, alß
ob sie victorisiret, dennoch keinen Sieg erhalten,
sondern geschlagen seyen, viel Schiffe verlohren
hetten, undt auch etzliche selber in brandt
gestegkt, so Sie in der retirada, nicht forthbringen können.
Armirten wieder stargk, so wol als die holländer.
Jn Franckreich gehet Türenne, defensive.
Seine völgker, lauffen sehr, zu der Spannischen,
und Condeischen, weil solchen aldar, aller
Muhtwille zugelaßen, und verstattet, wirdt.
Der Ertzhertzogk Leopoldus, will Halber-
stadt und selbiges Fürstenthumb, mit gelde,
von Chur Brandenburg redimiren.
Dem Königsmargk wirdt es vom Kayser,
undt von den ReichßStänden, sehr vor übel
gehalten, daß er sich also, an der Stadt Brehmen,
vergreifft, undt sie, (propria authoritate) ängstiget.
Der Kayser, eilet mit dem ReichßTage, zu ende[.]
Stellet das übrige, auf deputationes. Jhre Mayestät
wehren gerne, auf Michaelis, wieder von dannen.
|| [[Handschrift: 15r]]
Die Stände hingegen, abhorriren die Deputationes
undt hetten gerne, die erörterung der Sachen, vor Jhrer
Mayestät aufbruch.
Der Pabst leidet abermalß, auch anstoß, von etzlichen
gelehrten leütten (darundter 72 Bischoffe sein sollen,
mit welchen es auch, die Sorbonne in Frankreich heldt)
welche ihm 200 Mängel zeigen wollen, darmitt
die itzige Römische kirche behaftett, so alle, wieder
die Schrifft streitten, inmaßen mein bruder Fürst Friedrich
inß landt, geschrieben. <Sic mundus, vult decipj!5>
heütte im winde, hat man zu Zeptzigk, wieder 6 Schefel (Scheffel)schfl: weitzen,
gesehet. Gott wolle es wol auffwachßen laßen.
Die invitationschreiben, zum begräbnüß, undt
leichbegängnüß, des herrnvettern Fürst Augustj Sehligen Gnaden
gegen den 21. diß [Monats], seindt diesen Morgen, von
Fürst Ernst Gottlieb, undt Fürst Lebrechtt, mir ein-
geschickt worden, auch eines an beyde Söhne.
Gott laße alles, wol abgehen, und ruhig vollbringen.
Jn die kirche, cum filijs, solis, et aliquot nobilibus.
Extra zu Mittage, Doctorem Mechovium gehabtt, <Miltitz> undt
die extraordinarios, eine zeitthero gewöhnlichen, alß
Wallwitz, Jehna, Wartemßleben, mit etzlichem Gynecæo.
Nachmittags, cum filijs, in des Diaconj Jonij, Catechismus predigtt.
perge
<Regen, windt, wie auch, herj.>
<9 kleine vogel, vom herde.>
Den Amptmann Georg Reichardt bey Mir gehabtt, wegen der
Märtin Nickelischen, sachen.
Postea: Jehna, umb guhtachten, in aliquibus.
Avis von Böhsen, daß mir daselbst, daß beste fohlen,
so ich ihnen, in der weyde, ahnvertrawet, hinweg
genommen, undt auß dem Stalle, gestohlen worden.
Solches, undt dergleichen unglügk, muß man in der
haußhaltung, gewärtig sein, dennoch aber,
nicht verzagen, undt Gott vertrawen, auch
zugelaßene Mittel, undt Remedia, vor die handt
nehmen. Nihil est; ab omni parte, beatum!6
Baldt darnach, kömpt die nachrichtt ein, daß
mein fohlen, in den Werderischen gerichtten, mit
dem diebe, ertapt worden. Gott lob!
Postea, mit Matthiaß Krosigk, welcher sich præsentirt.
Er sagt: Königsmarck, continuire, mit seinem
Schantzenbaw, vor Brehmen, da die Aller, in die
Wehser kömptt. Er wolle in der großen Schantze,
eine Stadt bawen. Sie die Brehmer, möchten sich nur
mit dem Kayser, vergleichen, undt die Acht aufheben
laßen. Dem Hertzogk zu Zelle, wie auch dem Administrator
|| [[Handschrift: 16r]]
zu Halle, wehre schon die execution der Achtt, vom Kayser
demandiret, undt aufgetragen. Sie hetten sich aber excusirt.
Sähen ungerne, daß die Schweden, daselbst einnistelten. Die
verfaßung des NiederSächsischen crayßes, wehre von den meisten,
improbirt, und vom Kayser selbst, inhibirt, wiewol
etzliche gerne sehen, man sollte die Schweden, herauß
stöbern, undt den Königßmarck nicht so forth bawen laßen.
Gegen den 19den: solte das beylager zu Zelle werden
zwischen hertzog Christian Ludwig, und Meiner gemahlin
bruders, hertzog Philips, Tochter. Gott gebe, zu glück!
Man machte, stattliche præparatoria darzu, nemlich, zu
Täntzen, Feẅerwergk, kindtTaüffen, Turnieren, Ring-
rennen, undt dergleichen. Ein Jtaliänischer Tantzmeister,
forderte 10000 Thaler. Wollte 140 personen, zu seinen
inventionen, undt Balletten haben. Das Feẅerwergk,
solte wol 18000 ThalerThlr: kosten. Auf 4000 pferde,
würde anstaltt gemachtt. Viel vom Adel, wehren
beschrieben, splendide aufzuziehen. Würde also, im
rauchdampf in Vanitate Vanitatum, viel aufgehen!
<Seine Landschafft, hette erst 40000 ThalerThlr: an itzo aber, auf ferners begehren, noch 60000 darzu contribuiret.>
Jm Stift Brehmen, wehre fast alles getreydig,
verhagelt, undt hagelSteine gefallen, (vor 6 wochen)
ein 1½ pfundt schwehr. Fast alles getreydig, hasen,
krähen, räphüner, wehren vfm felde, erschlagen.
Die commercia, wegen der Stadt Bremen, ohne das gehemmet.
General Königsmarck, berieffe sich, auff Königlich Schwedischen befehl.
|| [[Handschrift: 16v]]
Jn Fischwahren, machte diese blocquade, zusampt
dem Engelländischen undt holländischen krieg, hemmung.
Jn Böhmen, wehre das getreydig, von der dürre
sehr verbrandt, würde also wol, im kauf, steigen.
Der handel, mit dem Ertzhertzogk, wegen ver-
kauffung, des Stifts Halberstadt, würde wol
zurügkea, gehen.
Der Churfürst von Saxen, solte wieder unpaß sein.
Qu'on apprehendoit la revolte au Papisme, dü Prin-
ce Electoral, combien que Son Altesse ait pübliè, ün Ma-
nifeste7, a l'encontre, de ce bruit, ou diffamation.
Der Kayser, hette dem Administrator zu halle, sagen
laßen, als er sich besorget<endtschuldiget>, daß er die Mittel,
nicht hette, wieder die Stadt Brehmen, zu exequiren:
Er könnte wol die Mittel, von seinem herrnvatter,
auß dem OberSächsischen crayß, bekommen. Jehner aber,
hat vermeinet, Nein, der Churfürst, hette es verwaigert.
Die hertzoge, von Wolfenbüttel, undt von Zelle,
hetten es auch nicht thun wollen, undt
außflüchte gefunden, zur Kayserlichen anbefohlenen execution. perge
Die Staaden, wehren gantz Schach Matt,
köndten nichts anfangen, ihnen zu hülffe.
Die HanSeeStädte, wehren forchtsam, vermöchten nichts.
Die Edeln, undt das landt, im Braunschweigischen und Lünenburgischen
wehren nicht also ruinirt, wie man alhier wehre, weil
Sie gute städte, und festungen, gehabt hetten, dahin
sie, ihre sachen flehen, undt in salvo, sein können.
Das defension wesen, im NiederSächsischen crayß, hette
der Administrator von halle, einstellen müßen, dieweil
die meisten landStende, darwider gewesen,
undt da man sie zwingen wolte, solches, dem
Kayser klagen würden. perge
Die Avisen, bringen: daß an stadt des Admirals
Tromp, (welcher den Staaden, in die 20 iahr lang,
treẅlich gediehnet, und große Thaten verrichtett,
auch mit heroischen solenniteten, zu Delft, begraben
worden, undt im 63. iahr, seines allters, geblieben)
der herr Hautin, von Oydam, ein zeeländer, so in
WestJndien, Admiral8 gewesen, und die Spannischen,
tapfer befochten haben solle, erwehlet, und creiret
worden, iedoch, sol der Commendeür Ruyter, sein zuge-
ordneter kriegsraht sein, und mit ihme, auf einem
Schiffe fahren. Dieser neẅe Admiral
General, Oydam, sol numehr auch außfahren,
wieder die Engelländer, welche noch sehr bravj-
ren, undt von sich schreiben, als ob Sie neẅlichst
die Victorie erhalten, viel Staadische Schiffe, beschä-
diget, und genommen, die wenigsten aber, eingebüßet hetten?
|| [[Handschrift: 17v]]
Die Tractaten continuiren annoch, zwischen den Holl:
undt Engelländern, wie auch beyderseitß stargke armaturen.
Die Engelländer, haben ein wachendes auge, auf die
OostJndische schiffe, ob sie solche ertappen köndten?
Jn der Elbe, sollen 8 Engelländische lackenSchiffe,
über eine million werth, in salvo, ankommen sein.
Zu Brehmen, continurirt Königsmarck sein
schantzen, wie Krosigk heütte gemeldet.
Zu Regenspurg sähen zwahr, Jhre Kayserliche Mayestät das
ende des ReichßTags, gerne, (nach deme sie, von
Oettingen, undt München, glügklich wiederkommen,
undt in Bayern, splendide tractiret, auch mit
köstlichen geschengken, und gaben, reciprociret worden)
alleine es verziehen sich noch, die consultationes.
Auf die Königlich Schwedische intervention, wie auch, der
Chur: undt Fürsten, intercession, wegen des freyen
gebehtenen exercitij, der Augspurger confeßionsver-
wandten, in des Kaysers, Erbkönigreich, und landen,
hat noch keine resolution, erfolgen wollen.
Jhre Mayestät hohe ministrj, excusiren sich, Sie müßten,
in einer so hochwichtigen restitutionssache, dero
gehorsahme Stände, in Böhmen, Oesterreich, und andern
landen, zuvorhero, darüber hören, undt vernehmen.
Der Pabst hat das Podagra. Jst stadtlich, vom Cardinal
Antonio Barberinj, beschengkt worden.
Der ViceRè zu Napolj, hat 30 vornehme herren,
in arrest nehmen laßen, weil dieselben eine neẅe
Schatzung, nicht willigen wollen, darüber, haben sich,
300 vom Adel, zusammen rottirt, undt sie mit gewaltt
wiederumb erlediget. Jm Montferrat, sollen die
Spannischen sich sehr stärgken, wieder die Frantzosen, im
Piemont.
Die Maltheser Ritter, sollen mit hülfe etzlicher
Frantzösischer Freybeütter, den Türgken, 30 Schiffe, mit
Proviant, undt anderer Notturfft, so in Canêa ge-
wollt, abgenommen haben.
General Foscolo, sol noch die Türckische armada bloc-
quiret halten. Die venezianer suchen wiederumb
geldMittel, ihren krieg, zu continuriren. Der
Pabst, hat ihnen, 500000 kronen, zu geben, bewilliget,
und zugelaßen, so viel auch, auß ihrer Geistlichen,
beneficien, zu nehmen, <ohngefehr.>
Jnterim, hoffen die venezianer noch immer noch, auf Tractaten.
Jn Catalonien, sol Girona, von den Frantzosen, belägert sein.
Bourdeaux, ist zwahr, in des Königs in Frankreich händen, iedoch,
kan darumb der accord, wegen der Cittadellen, nicht gehalten
werden, weil die Spannische armada, undter dem Marchese di
San Croce, stärgker als nie, in der Garonne lieget, undt leicht
einen Neẅen aufstandt, erwegken köndte.
Die Jrrländer, sollen sehr, zu den Frantzosen, von den Spannischen
überfallen. Jn Piccardie, sollen die Spannischen sehr stargk
sein, undt einen haüptstreich, vorhaben. Visconte de Tü-
renne, muß nur an itzo, defensive gehen. Der König
sol zu Saint Denys, mit schlechten Ceremonien, sein gekröhnet
worden. An itzo, stehet es darauf, daß er sich, zu Rheims,
will salben laßen, wenn er nur sicher dahin kommen
kan, vor seinen feinden. Düc d'Orleans, endtschul-
diget sich, stärgker, alß nie, nacher hof, zu kommen.
Prince de Condè, will sich, von den Spannischen, separiren,
undt eine armèe, á part führen. Der Ertzhertzogk, will
selber, in das Spannische läger, in Frankreich kommen.
Die Schweden, haben ein auge, auf Brehmen.
Zu Stogkholm, ist ein deützscher9, von Lübegk, bürtig,
(welcher sich in priester Johannjs landt, haüßlich
niedergelaßen,) ahnkommen, denselben, hat die
Königin, außführlich gehöret, ihn darnach aber,
mit einem stügk geldes, wiederumb, ziehen laßen.
Die Königinn, delectirt sich, mit iagen, nach dem sie
die seria, undt audientzen expedirt.
Schreiben, von Adolf Börstel auß Paris, item: von Leiptzigk;
Halle, undt andern orthen.
Dienstag♂ den 13. September 1653.
<30 kleine vogel.>
<2 hasen gehezt.>
Jch bin hinauß hetzen geritten, undt haben 2 hasen
einbrachtt, auch das pflügen, undt seen, zu Zeptzigk
beobachtet.
Die gesterige freẅde, wegen meines fohlens,
hat nicht lange gewähret, dieweil zwahr in
den Werderischen gerichtten, fohlen ahngehalten worden,
aber es seindt nicht die rechten, auch daß brandt-
mahl, nicht auf denselbigen gewesen. Also wirdt
man oftermals, durch ungleiche bericht, verführet,
undt irre gemachtt. Gott allein, kan alles wißen,
alles sehen, undt allenthalben zugegenb sein sein. Er siehet
auch, in das innerste, undt verborgene, der hertzen,
Gott den herren, alleine, kan niemandt betriegen!
Er wolle diß, und andere bubenstügke, offenbahren,
undt heylsamlich straffen! andern zum abscheẅ,
undt zur warnung, exemplarisch! perge
Extra: zu Mittage, ist ge[we]sen, der hofrath,
Paulus Ludwig, Jtem: Geörge Cnüttel, undt die Ordinarij
extraOrdinarij.
On dit derechef; dès mauvayses nouvelles, de l'E-
lecteür de Brandenbourg, & de son decèz. Dieu<!> ne le Vueille pas!
<Miltitz, extra zu abends, cum Ordinarijs, extraordinariis[.]>
heütte seindt 14 Schefel (Scheffel)schfl: rogken, geseet worden, zu Zeptzigk
an der Nachthuet. Gott gebe, zu Segen! undt gedeyen!
Es ist kein Mensch, darbey gewesen, bey Clemen Pegaw,
dem hofeMeister, daselbst. Je me fie, en sa fidelitè.
Responsio abermalß, von Ballenstedt, worselbsten,
der iunge Plato, des Superintendenten Sohn, mit des
Amptmanns Schmidts Tochter, Maria Sibilla, ver-
löbnüß gehalten, zu Padeborn, in gegenwarth,
beyderseitß Elltern, auch etzlicher befreündten.
Gott gebe ihnen, seinen Segen!
Risposta von F. undt A.c &cetera &cetera &cetera[.]
Extra Miltitz, (deme ich, audientz gegeben,)
cum Ordinarijs, extraordinarijs, wie auch hofpredigern.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 2 Schefel (Scheffel)schfl: rogken, seindt allhier geseet,
Gott gebe, zu segen! wachßthumb, und gedeyen!
Donnerstag♃ den 15. [Se]ptember 1653.
Martin Nickel ist Gott lob, wiederkommen, von Regensburg <cum litteris,
vom Hans Senf[,] Pozzo, und Lodron.>
Briefe geschrieben, in Galliam.
Den Amptmann Georg Reichardt[,] postea Philipp Güder, bey
Mir gehabtt, in angelegenheitten.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Rogken, ist heütte wiederumb alhier gesehet.
Gott gebe zu Segen! wachßthumb! undt gedeyen!
<22 lerchen, Geüder, cum socijs, vom streichen.>
<1 hasen gehetztt.>
Jch bin hinauß hetzen geritten. <90 kleine vogel, aufm herde.>
Jnterim ist Geörge Hermann hofraht von Deßaw
mit creditiven, in angelegenheitten, ankommen, Man
hat mich beruffen, darauf ich baldt einkommen,
undt ihn herauf, hol[en] laßen, <nach dem er zu Zerbst gewesen.>
Mit dem Medico Doctor Fischern, conversirt; von
unserm statu, sonderlich aber, von Fürst Augusti Sehligen ende,
undt dero gemahlin, itzigem zustande. Es scheinet,
Sie habe Paralysim. Gott bewahre! undt beßere es!
Extra: zu Mittage behalten, den hofraht, undt abge-
ordneten, von Deßaw, Jtem: Doctor Mechovium. So ist
auch der Medicus, Doctor Fischer, hieroben, geblieben, undt Tobias Steffeck von Kolodey[.]
heütte seindt abermalß, zwey Relationes, de
Numeris 40 undt 41 von Regenspurgk ahnkommen.
Die Gesandten, rahten, undt bitten, umb die avocation.
Die Churfürsten attendiren[!] wenig, das Fürstliche Collegium,
viel weniger[,] die Städte, als wenn es Senatores Pedanej
nur wehren. Legatj, bitten, umb nachschuß, wegen der Trawer, undt
abrayse. Gernrödische sache, gehet schläferig. Jn causa Ascaniensi will
die gütliche handlung, die beste sein. Die Deputation gehet langsam forth,
weil Gülich wegen, Pfaltz Neẅburg noch nicht recipiret. Brehmen, wirdt verlassen.
|| [[Handschrift: 20v]]
Jl semble, qu'on connivera, aux Swedois, a se saysir, de la
bonne Ville, de Brehmen; et au Düc de Brunswigk, a occüper Brunswyck,
mais tout cela pourroit occasionner, une crüelle guerre! Dieu
vueille, que nostre Paix, en Allemaigne, soit constante, & per-
dürable!
Gegen Abendt, habe ich, den Deßawischen Abgeordneten,
wieder expediret, undt etzliche vollzogene schreiben, mittgegeben.
Jl y a derechef, eü a Zerbst, ün cas de Sodomie Abominable,
la ou ün <ieüne> marmiton, <en [...]> [aü] chasteau, a estè decapitè, pour
s'estre vilainement mèslè a[v]ec üne jüment, laquelle
on a fait assommer aussy, le Diable ayant immaginè
a ce garnement, qu'il avoit affaire, avec üne tres-
belle Dame. On le trouva en l'ac[ti]on, dans l'estable,
& la semence, spermatique jettèe [en] Terre auprès
de l'animal &cetera[.] N'a gueres, en la Tetrarchie
de Zerbst, ün Jtalien, fürst execütè <a mort par glaive, et feü>, en la jüris-
diction dès nobles. Davier, pour mesme crime! perge Et
il s'en mocquoit encores, comme si en son Pays, cela seroit
fort coustümier? & demeüroit impüny? On assomma aussy
alores, la cavalle, par l'execüteür, de la Haulte jüstice,
& sès Valets. Dieu vueille<!>, que tels abominables
crimes, ne nous ominent, des nouvelles maledictions!
comme i'en ay veü, & sürvescü, dès exemples extraordinajres.
Le bon Dieu, ne vueille retirer, sa main Paternelle, de nous,
et de nostre Pays, ni nous abbandonner, a le Proye dü Loup Ravissant!
Es ist heütte allhier zu Bernburg 19 Schefel (Scheffel)schfl: rogken, zu Zep-
tzigk aber, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: 1 Viertel (Hohlmaß)v: geseet worden, Gott laße
alles wol gedeyen, undt aufwachßen! Allhier, ist bey
der Außsaht, Hanß Baltzer Oberlender, zu Zeptzigk
aber, der Trompter Zachariaß.
<29 lerchen, hanß Cohte, Hans Balthasar Oberlender, heinrich Stalliunge.>
Jn Oeconomicis, travaglijret. <3 hasen, Carl Ursinus gehetzt.>
Doctor Levinum Fischer, meinen leibmedicum, undt Tobias Steffeck von Kolodey
nacher Plötzkaw, geschicktt, in angelegenheitten.
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ist nachmittage, selber hinüber,
nach Plötzkau gezogen, undt hat Viktor Amadeus und Ernesta Augusta mittgenommen,
nebst einem Jungker, undt einer Jungfer.
12 Schefel (Scheffel)schfl: Rogken, seindt heütte zu Zeptzigk, geseet. Gott
laße es, zu gesegnetem gedeyen, wol aufwachßen!
<Jch habe> Jn Publicis, sonderlich, wegen avocation, unserer gesandten, etwas
erlanget, darinnen, gestern, durch ungleichen berichtt, des
Abgeordneten Hermannj, zimlich verstoßen, undt gar anderer
berichtt, diesen abendt, <von Zerbst auß> erstattet worden, habe derowegen
auch, meine gesterige Meinung, endern, retractiren, undt
Meinem vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimirs Liebden nachschigken
müßen. Gott gebe! das es, zu rechter zeitt, überkomme!
Quj ben[e] distinguit; bene docet. et: Præcipitantia Comes Pænitentiæ.
Gleichwol, hette auch, ein Fürstlicher legatus, reinen wein, einschencken,
undt die runde, lauttere warheitt, berichten sollen, nicht aber,
Mich, undt andere Rähte, hindter das licht, führen, undt sagen, alle
andere herren, wehren mit der Avocation, zufrieden, wenn ich nur auch assentirte!
Jn die kirche, cum filijs, Textus Matthäus 6.10 Niemandt
kan zweyen herren diehnen.
Man hat auch abgekündiget, künftigen leichSermon Mittwoch☿ (gebe gott)[.]
Nachmittagß, cum filijs, wieder in die kirchen.
Wallwitz hat sich præsentirt, al suo ritorno dj Gröptzigk[.]
Jtem: Discorsj, mit Jehna, gehabt, di consequenza.
Abermahlige post, von Ballenstedt bekommen, per Friedrich Holst[.]
Der von Jehna, hat mir heütte einen großen apfel
auß seinem gartten, zu Zerbst, gegeben, welcher
1 pfundt, undt 3 loht gewogen, dergleichen raritet
nicht baldt zu finden, in solcher größe! Jch kan
mich auch nicht erinnern, einen so großen gesehen zu haben.
<2 hasen, Carl Ursinus einbrachtt.>
Zu arbeitten, undt præparatoria zu machen, geschäftig
gewesen, undt dennoch, seindt auch unnütze lose
verdrießliche händel, meiner eigenen leütte,
darzu kommen. Gott helfe mir, auß allen turbis!
heütte, sol Fürst Johann Casimir, mein vetter, undt Schwager,
nacher Köhten, ankommen, cum filio, & patruele, damit
Morgen (gebe gott) der einzugk, zu Plötzkaw, geschehe!
Gott gebe! das wir mit Ruhe, Friede, undt einig-
keitt, das Fürstliche leichbegengnüß (Schuldigermaßen,) halten mögen!
|| [[Handschrift: 22r]]
Jch, vor meine Person, habe mich <auff die Nachfrage, von Plötzkau auß> endtschuldigen laßen. Köndte
wegen obliegender geschäfte, (undt umb anderer Circumstantzien
willen,) vor Mittwochß, nachm frühestück, gegen das ange-
stellete Fürstliche leichbegengnüß, nicht erscheinen, undt ich wollte
alßdann, meine gebühr, schon ablegen.
Die Ordinarien geben von Leiptzigk:
Daß der Rebellischen pawren General, Loẅenberger
zu Bern, in der Schweitz, enthaüptet, darnach gevier-
theilt, undterm galgen, begraben, undt sein bundesbrief,
auf den galgen, angenagelt worden seye.
Der Ertzhertzogk Leopoldus ist bey der Armada in Franckreich[.]
haben Rocroy belägert, hoffen es baldt zu emportiren,
zumahl da der Printz von Condè, dem Visconte de Tu-
renne, etzliche völgker geschlagen, und ruiniret.
Gedachter Printz von Condè, sol den Düc de Guise, (weil
er die Stadt Guise, nicht eingenommen,) beschimpft, undt
im Due[l]l, erstochen haben, nach dem ihn, der ander, gefordert.
Der König in Frankreich wil sich noch zu Rheims salben laßen,
undt hoffet, mit dem Düc d'Orleans, undt Printz von Condè,
sich zu vergleichen. Zu Bourdeaux, werden die Ormisten
außgei[a]gtt, die Mawren geschleift, undt Cittadellen
gebawet. Der Cardinal de Rèz, sol dem pabst zu
ehren, loß kommen. Cardinal Mazzarinj, übet große libe-
raliteten, gegen die Schifleütte zu Paris, dieweil Sie
zum aufruhr, gar geneiget sein. hat ihnen, als schlech-
ten leütten, in die 200000 Livres tournois₶: verehren laßen.
Die Engelländer, rüsten sich wieder stargk zur See, undt
haben 15 holländische kauffahrer, aufs neẅe hinweg
genommen. Der ViceAdmiral Witte Wittens, auf
holländischer seitte, gehet den OostJndianischen Schiffen, (so
in Dennemargk, undt Norwegen, angelendet sein,
undt über 122 Tonnen goldes reich, geschätzet),
entgegen, sie inß vaterlandt zu convoyiren. hingegen,
möchten die Cromwellischen Sie lieber in Engellandt
sehen, oder doch etwaß abzuzwagken, versuchen. General
Cromwell, hat 7 Regiment zu roß, und fuß,
wieder die hoch: oder Highländer, in Schottlandt
geschicktt, weil dieselben, dem Könige, und den
Predicanten, zum besten, sich stargk machen sollen,
und albereit in einem treffen, in die 1200
Engelländer, erleget. Die Staaden, wollen ihnen
auch, munition, undt gewehr zuschicken.
1400 Jrrländer, so Cromwell in Spannien, hat
schigken wollen, (damit er das land von Jrren
undt natürlichen innwohnern saübere) haben
den poßen gemergkt, sich der Schiffe, der boots-
knechtte, undt der Engelländer, darauf bemächtiget,
undt seindt auch, zu den Schotten, gestoßen. Der
herr von Oydam, hat noch nicht die angetragene
Admiralschafft, wollen acceptiren, von den herren Staaden.
|| [[Handschrift: 23r]]
Dem Admiral, Martin Herperts Tromp Sehliger, hat der
Professor zu Leyden, Boxthornius, ein stadtliches lateinischen
Epitaphium, zu e[h]ren, aufgerichtet, und seine wahrhaftige
Laudes, celebrire[t].
Der König in Denn[e]mark armiret wieder die Engelländer, zu lande
undt zu waßer, ihnen nicht trawende. Der OostJndianischen
Schiffe Admiral hat dem Kö[ni]ge, schöne rariteten verehrt,
der König hinge[ge]n ihme [wi]eder, gute weine [p]ræ-
sentiren laße[n.]
Jn Pr[eußen] [...] zu Königßbergk, gra[ßi]ret
di[e pe]st [...] Polen [sol] die fe[st]ung,
(darin [...] auß der Wallachey11
gemahlin ge[...]rn entsetzet
sein. Sie hat 300000 Ducate[n de]nselbigen, gegeben,
daß sie den Ragozzi bekriegen [soll]ten, und zur recompenß.
Der vor[tra]b, der Pollnischen armèe, sol vom Chmielins-
ky, undt [den] [Ta]rtarn, geschlagen sein.
Der [Türkische Kayser] sol 30 vornehme herren
ahn seinem ho[f], haben niede[rm]achen laßen, weil
er Sie, an seines herrn vatters Kaysers Jbrahim
Tode, schuldig erfunden.
Canêa, ist abermalß endtsetzt, undt mit
Frischem volgk[,] proviant, und munition, versehen.
General Foscolo, hat zwahr etzliche Türckische
galleren, blo[q]uirt, undt viel Jnsulen, im Ar[ch]ipelago,
in contribut[i]on, gesetzet. Die Morlacchi armiren wieder.
|| [[Handschrift: 23v]]
Zu Rom, ist den venezianern erlaübet, 4000 Mann, in
des pabsts stato, zu werben, und 50000 krohnen, zur assis-
tentz, gegeben, auch zugelaßen, in der venezianer eigenem
lande, von den Geistlichen, in die 400 mille cronen, zum Tür-
ckenkriege, zu erheben.
Der Vice Rè von Napolj, Conte d'Og[ni]ata, ist
wieder auf 3 iahr, vom Kön[ige i]n Spannien, confirmiret,
der hat befehl, des pabs[ts] lande, [a]hnzugreiffen,
so baldt der König in Portug[all] [...] [pabs]ts, vor
einen König e[rka]ndt [wo]rde[n] <sein> [...]den möchte.
Den Duca di [...] er wieder
Spannisch worde[n.]
Es seindt heyra[...]r, zwischen de[m] Düc de Savoye,
undt der Made[moy]selle d'Orleans, zwischen dem
Düc de Beaufort, undt einer Ertzhertzoginn12 zu Jnsprugk,
zwischen noch einem Grandes in Frankreich [un]d Mademoy-
selle de Longuevill[e]. Er wirdt [...] [d]e Rheims,
genandt, ich halte aber, [...]ugkt.
Es continuirt, daß die [...], von [M]alta, dem
Türcken, 10 Schiffe, (welche na[c]h Canea gewoltt), abgenommen
Zu Regenspurg ist man noch geschäftig, mit denen
Deljberationibus, iedoch, mit geringem effect.
Der Kayserlichen Mayestät abrayse, ist noch nicht resolvirt.
Jn der Schlesie, opponiret sich, der [A]del, undt das
landt, wieder die neẅe Reformation13.
Dienstag♂ den 20. September 1653.
Jn den gesterigen Avisen, stunde auch: daß der Kayser, den Gra-
ven von Awerspergk, (welcher des Römischen Königes, Oberster
Cammerherr ist) in den Fürsten Standt, erhaben14.
Jtem: daß die gesandten15 von Brehmen, zu Regenspurgk,
dem Oldenburgischen gesandten, an stadt des graven,
auf die Strafe, 100 [m]argk löhtiges goldes,
bringen, undt einschaffen müßen, und wirdt doch, von
der guten Stadt, außsöhnung, und absolution auß
des Reichß Achtt undt Aber acht, nichts gemeldet. perge
Der Fürst von Lobkowitz, (welcher unlengst
das Freẅlein von Sultzbach, geheyrathet) sol in
große Kayserliche ungnade gerahten, und seine gühter
in Böhmen, ihme, guten theilß, confisciret sein.
perge
Pfalt[z]g[r]af Moritz, (welchen man lange Todt
gesaget, undt daß er mit 3 Schiffen, undtergangen,
gehalten) sol noch leben, und frisch, undt ge-
sundt, in Armerica, in der Jnsel, Sankt Dominico, <angelendet> sein.
et cetera
Doctor Fischer, ist bey mir gewesen, hat mir, von
dem gesterigen zustandt undt zufällen, der
Fürstinn, von Plötzkaw, referiret. Die liebe
FrawMuhme, wirdt von allter, (in itzigem
ihrem clymacterico, 63 iahr) von grahm, von zufällen,
sehr Schwach. Gott wolle Sie trösten! stärgken! erquicken!
perge
A spasso, in den kleinen weinbergk, & alibj!
Discorsj, mit etzlichen, alhier bleibenden, Oeconomis.
Nota Bene Jch habe in den aufgesetzten personalien,
des herrnvettern Fürst Augustj, die vom Obrist leutnant Knoche
undt Obristen Werdern, unzeittig erinnerte
respective freündt[li]che, undt undterthenige
antragung, des OberDirectorij, <so weitt> außleschen
undt von den Cantzeln, in Meinem Antheil,
abzukündigen, verbotten, daß nemlich,
die wortt nur stehen bleiben sollen:
Auf gewöhnliche freündliche an-
tragung des OberDirectorij etcetera dann
solches, ist den Actis gemäß, das ander
aber, findet sich nirgendt, wehre auch,
hochpræjudicirlich unserm Erbrechtt,
succession, und FürstenStande, wann
unß die von der landschaft, unseren
Staat, undt in den pactis verfaßeten
Seniorat, auff: undt antragen sollten.
Gestern stunde auch, in avisen, daß die
Staaden heimlich, in Enckhuysen, unvorsehenß
|| [[Handschrift: 25r]]
300 Mann, hinein gebracht hetten, dieweil die Stadt
allzu gut Printzisch wehre. So hetten auch, die Staaden
verbotten, das keine hohe Standeßperson, durch ihr
landt, an itzo raysen sollte, und solches hette man
dem Könige in Dennemargk, auch vielen gesandten,
notificjret. Vielleicht, besorgen Sie sich, innerlicher
aufruhr, undt anhangs. perge
heütte nach dem eßen, bin ich mit beyden Söhnen,
(in die 28 personen stargk,) nacher Plötzkaw,
gezogen, auf das Fürstliche leichbegengnüß,
Jch hatte 4 reysige, undt 6 kutzschenpferde. Mein Sohn,
Victor Amadeus, hatte 3 pferde, Carolus Ursinus, hatte 2 pferde,
Meine Cammer: undt hofrähte Doctor Mechovius, und Paulus Ludwig,
hatten, 4 kutzschpferde, Meine vier Cammer: und hofiunckern
hat<alß:> Abraham, von Rindtorff, Wolff Curdt, von Einsidel, Christjan
von Wartemßleben, undt Tobiaß Steffegk, von Kolodey,
wahren auch mit 4 pferden, angesetzt, (wiewol Einsidel,
undt Wartemßleben, mit mir fuhren) Sonst wahr mitt:
Johann Christian Hammel, meines Sohnes, præceptor, Jtem:
3 Edelknaben, Sekerka, Geüder, undt Biedersehe. Jtem:
3 Cammerdiehner, Rober, Cohte, undt Eckardt. Ferner, 2
Lacquayen, 2 Raysige, 4 iunckeriungen, darundter, 1 den räh-
ten gediehnet. 4 kutzscher, und vorreütter. Summa: seindt
28 Personen, undt 23 pferde, zusammen.
Mit diesem train, bin ich baldt nach der mahlzeitt, zu
Plötzkaw, erschiehnen, undt bin auf dem hofe, vom allten
Stallmeister, Pröegke, alß Marschalgk, nebst einer
schönen Noblesse, gebührlich angenommen, undt in mein
losament, begleittet worden.
Baldt darnach, seindt wir Fürsten, in Meines vetters,
undt Schwagers Fürst Johann Casimirs Liebden (welcher schon
gestern abendt, nebenst des vettern, Fürst Johannsen Liebden
sich eingestellet, und einen ansehlichen comitat mitt-
gebracht, dann alle Cöhntnische beschriebene vom Adel,
sich zu Jhrer Liebden geschlagen, inmaßen auch <vetter Hans Geörge,> der vetter,
Wilhelm Ludwig, von Cöhten, undt vetter Wilmchen,
meines brudern, Fürst Friedrich Sohn, mittkommen) zimmer, und losier,
am Sahl, zusammen kommen, einander willkomb geheißen,
baldt darnach, zu den klägern, nemlich vetter Ernsten
Gottlieb, undt vetter Lebrechtt, in ihr losament gegangen,
condoliret de novo, und die ordnung, des leichconducts,
wie wir gehen sollen, ablesen hören, Auf beyde kläger,
folgte: ich, vor<Mein vetter> undt Schwager, obgedachtt, vor sich, und wegen
hertzog Wilhelms, von Weymar, neben deme, gienge ich, vor
mich, und wegen hertzog Ernsts, von Gohta, undt noch neben
unß beyden, gienge, der vetter Fürst Hanß, vor sich, und wegend
Darnach giengen, vetter hans geörge, vetter<mein> Sohn Victor Amadeus,
undt vetter Wilhelm Ludwig, endlich, die beyden kleinen. Postea: die
Rähte, und alles in seiner ordnung. Die FrawMuhme, wardt geführet,
|| [[Handschrift: 26r]]
vom Obrist leütnant Knochen, und von Zerbst, die Freẅlein, von andern vom Adeln. Die <Fahnen und> pferde
wurden vorgeführt, dem stylo gemeß. 16 vom Adel trugen die leiche. Stubenrauch, that den leichsermon.
[Donnerstag, 22. September]
eDonnerstag♃ den 22. September ist man zu Plözkaw zu rath gangen.
Deliberanda, ins gemein:
1. Was den Abgesandten nacher Regenspurgk zu antwortten,
auf ihre Vnderschiedliche erinnerungen vnd desideria, sowol
in der Ascanischen, alß Gernrödischen sache.
2. Ob die Abgesandten bey sothanen zustande vnd beschaffenen dingen
abzufordern, oder noch lenger zu Regenspurg zulaßen?
3. Woher auf ein oder andern fall die spesen zunehmen?
4. Erinnerung vndt Vorstellung zuthun, wegen einlifferung
der noch ruckstendigen quartæ.
5. Weil die vom Engern Ausschuß den Landrechnungstag urgiren,
wie?, wo?, vnnd Wan solcher anzustellen?
6. Des Landtrentmeisters suchen vorzutragen, wegen der Abrechnung.
7. Was für ein schluß zu nehmen wegen der Müntze?
Deliberanda in der Gernrödischen sache.
1. Ob ratsamb vndt dienlich in den Seniorat Ämbtern die huldigung
förderlichst einzunehmen.
2. Die Notul des huldigungs Eids aufzusezen vnd zu vergleichen.
3. Wie mit der huldigung zu verfahren, vndt was für ein
modus zugebrauchen?
4. Wegen der formul des gebehts sich in den Seniorat Ämbtern
zubereden vnd zu Vergleichen.
5. Wie künfftig der Seniorat gütter halber eine gewiße
verfaßung zu machen?
6. Der Plözkauischen Stewren halben, einen gewißen
Schluß zu nehmen. perge
Fürst Johann Casimir, proponirt deliberanda in publicis.
1. Responsa legatis in Ascanischer[,] Gernrödischen vndt andern perge
2. Avocatio legatorum. ob solche ratsam oder nicht?
3. Spesen, unde? 4. ruckstendige Quartæ. 5. Landt-
rechnungstag. quomodo? ubi? et quando? 6. Landrentmeisters suchen,
wegen der abrechnung. 7. Müntze schluß.
Obrist Leutnant Knoche. Machet zwey Classes, 4 ersten, Regenspurgisch
andere 3 lezten in landt sachen. Die Vier erste zu recommendiren
die lezte zu suspendiren. Jnsonderheit die Gernrödische à part zu
Wien, in absenz der Vieler Papisten. Jn einen lehenbrief des Fürsten-
thumbs Gernroda mitzusuchen. Ascanien Recommendiren Keyser vnd Könige.
Bey Chur Brandenburg vnderbawen. Commission tentiren zur gebühr
oder æquivalenz. Tractaten ChurBrandenburgs mit dem Erzhertzoge
zu observiren. Avocatio Legatorum nöthig, weil in Publicis wenig
zuhoffen, vndt die Spesen Vnerschwinglich. 1. quittung ablegen per Knichen[,]
2. confirmation des Landtages. 3. rectification, der Reichsmatricul[.]
4. Buraw. 5. Deputation per Legatos tentiren, oder Doctor hegern Substituiren[.]
An ChurSaxen schreiben ratione tertij. Deputation wird nicht eher fort-
gehen, bis das Jülichische votum zwischen Chur Brandenburg Vnd Pfalz Neuburg
verglichen. Biß Galli ihren staadt gemacht. Zöge der Keyser hinweg,
so wehren sie nichts nütze da. Bliebe er da, ihnen frey zustellen, ob
sie länger bleiben oder durch die substitution. 3. Spesen betreffend
will der engere Ausschuß auf den Ausschußtag es stellen, weil es in
dero mächten nicht, den vorlag aber durch einen Vorschuß zuthun, zu
ehrlicher ersezung, auf Fürst Augusti noch ansinnen. 125 Thalerthlr. aus iegli-
chem Antheil oder mehr. 4. Satisfactions gelder. Vechtische. Kayßerliche
assignationen, auß allen antheilen bittet er richtigkeit zutreffen, execu-
tiones zu Vermeiden.
CammerRaht Gehse. Conformat sese. Hoffraht Hermann referirt
sich auf seine abordnungs relation. Doctor Mechovius. Suspensio Gern-
rödischer mit Verwahrung etcetera à part. A part Ascenas. Nicht gar zu abban-
doniren in aula, vnd doch bey ChurBrandenburg zu vnterbauen. Erzhertzog.
2. Avocandi. Doctor Heger vnd Kniche zu Substituiren. Obrist Leutnant Knochen.
3. eine halbe quarta oder vorschuß. 4. Gravamina Bernburgensis Jedoch
muß es sein. Caspar Pfaw. Conformat sese, vnd allegirt ein schreiben Von
Fürst Friedrich wegen der Deputation. Paulus Ludwig. Approbat. Hagke. approbat[.]
Gengel hofmeister[.] Keppe. Schuemacher et cetera[:] 1. Responsa legatis. Surprinse
de Harzgerode[.] Gernroda, attestatum, herrschaft in einen lehenbrief. Ascanien Keyser
Vnd König recommendiren. Erzhertzog. Chur Brandenburg vnterbauen. <Protestiren wieder den Kauff, damit die sache nicht weitter vulnerirt werde.>
2. Avocation betreffend Knochens, Gengel etcetera Nur bey dem punkt der Deputation.
Fürst Friedrichs Votum, die Ehre nicht zu recusiren. Bis galli oder lenger ihnen freizustellen[.]
Milagij Person auch beobachtet. substituiren. 3. Spesen Vorlag, Vorschuß, in eines an-
dern beütel votirn. Nota Bene[.] 4. gravamina doch einzubringen was gewilliget executiones zu verhüten.
Fürst Lebrecht. Fürst Johannes. Fürst Ernst Gottlieb. Fürst Christian[.] Fürst Johann Casimir[.]
|| [[Handschrift: 27r]]
Concludit: Responsa Legatis, wie die maiora votirt, durch Post Scriptum Vnd
freystellung ihnen nach befindung, ob der Keyser hinweg oder nicht.
Protestation in causa Ascaniensi approbat. Spesen. Conformat sese.
Einbringung der Quartæ. Schreiben an Chur Saxen.
Obrist Leutnant Knoch. Expedienda 1. auf dem Post Scriptum nach der Kaiserlichen resolution ihr ab-
sehen auf reputation vnsers hauses zurichten. 2. Verwahrung der
Confirmation des Landtages.f
4. Deputation zu acceptiren. 5. Secularisirten Stifter præcedenz.
6. Milagij gutachten wegen der denunciation oder protestation in causa Ascaniensi
vnd wie es zu insinuiren. 2. Creditive in causa Ascaniensi an Keyser vndt
König. Lehensmuthungen bey Bamberg. Verenderungen der Lehens muh-
tungen etcetera[.] 3. An ChurSaxen schreiben, zur manutenenz bey der
gerechten repartition. Schreiben an Metzschen. Diese briefe
werden eingetheilet, vnd die Labores.
1. Landrechnungstag, wie? wan? wo? 2. abrechnungen dem Landrent-
meister maturiren vndt was zu resolviren? vnd davon zu dependiren. Zu Deßaw.
Milagius. 3. Die Müntze Verbeüt sich selber tacite, nicht publice.
Chur Saxen vnd ChurBrandenburg nicht zu offendiren, auch nicht zu Viel
einzureumen. (monetar noi stessi)
1. huldigung: Obrist Leutnant Knoche in Senioratu. 2. Notul der huldigung.
Eine gesambte Vollmacht, oder auß ieglichem Antheil[,] 3. einen Rath
deputiren. Spesen einzuziehen. 4. gebeth. 5. Künfftige verfaßung.
Fürst Friedrich præiudiciren. 6. Plötzkauische Steuren Von gesambten herren versichern.
Caspar Pfaw. erinnert wegen Gernroda, daß es ein Stifft zunennen, wegen praeiudicien.
Die Räthe Vnd Vettern Conformiren sich meistentheils, Wie auch die Vettern.
gEs werden die schreiben, außgetheilt, zu elaboriren, und alles
außgefertiget, undt abgelesen, theilß vor: theils nachmittage.
Zu Mittage, haben wir wieder, wie gestern, <abends> aufm
Sahl, mit langen Trawermänteln, mahlzeitt gehalten,
undt ist, die bediehnung, durch vom Adel, wie gestern, beschehen,
außer, das etzliche diesen Morgen, wieder abgerayset.
Gleich, wie ich gestern, nachm begengnüß, der FrawMuh-
me, freundlich zugesprochen, undt Sje getröstet, nebenst den Freẅlein,
also habe ich wieder von ihr <Liebden>, undt ihnen, abschied genommen, vor abends.
|| [[Handschrift: 27v]]
Gott tröste! Jhre allerseitß Liebden Liebden undt laße des Sehligen
herrenvatters, Fürst Augustj segen! undt nachruhm,
an ihnen auch, perpetuiret, undt erfüllet werden!
Das volgk, hat ihren herren, ia das gantze landt,
ihren landeßvatter, heftig bedawret, undt betrawret,
auch nicht ohne uhrsache. Gott ersetze den riß, gnediglich!
Gestern, ist auch eine leichpredigtt, eben in der
stunde, wie allhier zu Plötzkaw, also auch, zu Bern-
burgk, dem Sehligen herrnvetter, zu ehren, gehalten
worden, und meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, hat derselbigen
beygewohnet, nebenst meinen Töchtern. Man hat
auch die personalia daselbst, gleicher gestaltt,
wie allhier, (außer etwaß weniges, so ich
darbey <geendert undt> corrigiret) <ab>gelesen, von der<n> Cantzeln,
in meiner Stadt, undt Antheil. Gott tröste alle Trawrigen.
So bin ich dann, wol vergenüget, (wiewol affligiret)
diesen abendt, noch vor der Mahlzeitt, von Plötzkaw,
wieder abgereyset, nach dem ich, von den Fürstlichen
freünden, freundlich abschiedt genommen, und so wol von beyden
<Fürstlichen> klägern, als vom Obrist leütnant Knochen, Stallmeister Pröegken,
undt vielen vom Adeln, biß an die kutzsche begleittet,
nebst beyden, Meinen Söhnen, und comitat, (unangesehen,
man mich zu erlaßen, sehr difficultiret, und davor gebehten)
von dannen, content, über verspührter guter ordnung, höflig- || [[Handschrift: 28r]]
keitt, wie auch allerseitß moderation, discretion, und guter
affection, von dannen geschieden, und in der finstere zu Bernburg,
bey den Meynigen, glügklich wieder, angelanget.
Gott gebe ferner, seinen Segen, zu allem glügk! und wolstande!
Schreiben, vom Baron de Schrahtembach, entpfangen.
Jl me recommende quelqu'ün! Jtem: lettres de Crossen en termes
mediocres.
Hanß Senff, hat sich wieder eingestellet. Jl a bien ex-
pediè, sès affaires, quoy qu'il m'ait apportè, rèsponce
dilatoire, & peüt estre, bien longue encores!
Nihil est, ab omni parte, beatum!16
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 3 Schefel (Scheffel)schfl: rogken zu Zeptzigk, undt
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: rogken, allhier außseen laßen,
Gott, gebe zu segen, undt gedeyen!
J'ay oubliè, de [m]ettre, que Mercredy passè, a
Plötzkaw, la nuict, apres l'enterrement, il heürta
a minuict, a la porte, de nostre chambre
par trois diverses fois, sübtillement[.] Dieu vueille
diventir, par sa bontè, tous malheürs, & presages!
Avis: daß gestern abendt, bey der mahlzeitt beyde
vettern, von Plötzkaw, mit Fürst Johann Casimirs, und Fürst Johann Liebden Liebden
stargk poculiret, diesen Morgen aber, wieder von einander, gezogen.
Jtem: das zu Breßlaw, so wol, als, zu Königsbergk, die Pest
stargk grassirete. Gott helfe, daß Sie nicht weitter, einreiße!
<2 lerchen vom Streichen.>
Es seindt heütte, wieder einmahl vier Schiffe, mit gütern
beladen, ahnkommen, undter Churfürstlichem zollfreyen paß, undt
nahmen hertzogk Christians, des Churfürsten Sohn.
Sie sollen von Dreßen[!], nacher Merßburgk, und fahren
den weitten umbweg, die Elbe herab, undt die Sahle
wieder aufwarts. Wer bawet mir aber, meine
Schleüße? und wo bleibet, Gawens versprechen?
Jch werde mich deßen beschwehren, und ein Gravamen
darauß machen, an gehörigen orthen.
El hijo, del uffizial Docopolitano, es arrivado,
con muchedumbre; de buena ropa, yo lo hè embiado,
adelante, para callar l'empresa, merced'a Dios!
Antes morir; que suciar, el bivir!
Malo morj; quam fædarj! ist dje jmpresa vom Hermelin.
Zu Zeptzigk seindt heütte, 9 Schefel (Scheffel)schfl: rogken,
gesehet worden. Gott geb[e z]u Segen! undt glück!
<15 lerchen, vom
Streichen>
Jn die kirche cum filijs. Text: von der wittiben
Sohn, zu Naim17. Schigkt sich wol, auf neẅ-
lichste erinnerung, unsers SterbStündleins. perge
Den Amptmann Georg Reichardt bey mir gehabtt, zu expediren,
die supplicationes. &cetera
Dicorsi, mit Jehna, wie auch mit Wallwitz. et cetera
Als wir in die predigt, undt angestellete catechisation
gewoltt, bekommen wir nachrichtung, daß der caplan
Jonius, gählingen, heütte nach gehaltener predigtt,
zu Dröble krangk worden, und zwischen die wände
gefallen. Gott beßere, diesen seinen zustandt!
Jnterim, hat die Nachmittagspredigt, einge-
stellet werden müßen, weil es aufn stutz kommen.
haben also, mit lesen, und sonsten, die zeitt zugebracht.
Vergangenen Freytag, ist der Chor, an der Neẅ-
stedter kirche, eingefallen, wie es neẅlich, der Magister En-
derling, mir prophezeyet. Gott lob! das es nie-
mandt beschädiget, und nicht, an einem predigt-
Tage geschehen. Wirdt wol, ein 50 <oder> 60 wo nicht
100 ThalerThlr: zu repariren kosten. Omnium rerum Vicissitudo!
Les Ecclesiastiques Lüthériens que le Prince Jean, a
installè, en la place, dès Refformés dürant son regime,
sont les ensuivands: Premierement en la Ville de
Zerbst, il a confisquè, le Temple dü Chasteau,
er, contre la parolle donnèe, il <y> a èschangè,
par intervalle de temps, tous nos ministres.
Secondement, on a debütè, tous nos Ministres
Refformèz, de la ville, et dü baillage de Coßwigk,
remplaçant les places vuides, dès trespasséz, et
persecütant secrettement les vivans, jüsqu'a les faire resigner,
|| [[Handschrift: 29v]]
les gens de bien, en retenant leurs gages, en syndiquant
leurs preches, et en cerchent[!] aysêment, a les disgracier.
En 3me lieu, on a mis, dès prestres Lütheriens, aux
bourgs de Lindow, de Badewitz, Reiden, Stackelitz, Deetz,
Quast, Doberitz, Jtem: au bourg de Roßlaw, a Weiden,
Nöcken, Brambach, Steckbey, l'ün apres l'autre,
ainsy, que la moitiè, de la Tetrarchie Servestaine,
est presque retombèe, entre les mains dès Lütherans.
Les Refformèz Ecclesiastiques, & Ministres, sont enco-
res en estre, tant qu'ils vivent, ou bien, s'ils ne se
mèsprennent, au moindre mot? & si on ne les casse,
car aussy tost, qu'ils meürent, et les èschange!
sans autre ceremonie. Mais Dieu, les peüt
maintenir! & ie l'jnvoque, qu'il le vueille!
iüsqu'au bout dü monde, & a sa fin, avec leurs
Vrays süccesseürs Orthodoxes. Ce sont donc,
tant qu'il plaira, au bon Dieu.
Ceux, qui, se maintennent encores, tellement
quellement, au Temple de la Ville de Zerbst,
a Saint Nicolas. Jtem: ceux, qui sont aux Villages,
de Nöckholtz, Biaß, Lepß, Wertlo, Gütricho,
hohe: undt niedere Lepta, Milstedt, Stretz, undt
Milstorff, Steütz, Nuhta, Grimmen, (beyde Junckern- || [[Handschrift: 30r]]
dörfer) Hundelufft, Natho, Dießen, Rögesen, Gartz,
auch Junckerndörfer, Jtem: à Strinumb, Kuberge, Kurcho,
Bornimb, Trieben. Le faulxbourg Ankuhn, devant
la Ville de Zerbst, et trois Villages, aupres, assavoir:
Bohna, pultforda, Bonitz. Ce sont les lieux,
que i'ay peü apprendre, jüsques jcy. Mais on n'en
demeürera pas là, & on est fort desireux,
a confisquer aussy, le Temple de la Ville, & a
en recüler, les Refformèz, ou a fourrer, au
moins, parmy eülx, quelque ministre Lütherien.
On a demandè conseil aux Academies Saxonnes,
pour opprimer, et exterminer nos gens, qu'ils
appellent, dü nom Odieux, Calvinistes. On a
conseillè, qu'il y falloit aller doucement, en besogne,
n'y estans pas encores, les Adversaires, les plüs
forts. Mais qu'on lès pouvoit oppresser secrette-
ment, en ne les endürant nüllement, aux
charges, ni Offices, en taschant, de les dès-
placer, hors dü magistrat, & y remplacer, les
aultres, en les sürchargeant, avec lés con-
tribütions, tailles, et sübsides, plüs que les
Lütheriens, en les pünissant, et confisquant leurs
biens, & en somme, en faysant, comme l'enseigne Macchiavellj.
perge
Montag☽ den 26. September 1653.
<20 lerchen, Bidersehe, und Banckkoch, und haußknecht[.]>
<3 hasen Carl Ursinus gehezt.>
Jch bin heütte hinauß geritten, zum Zigelberge
aldar, Gott lob, in schönem wetter, die weinlese
angegangen. Gott gebe zu segen! und gedeyen!
Der wein stehet schön, (Gott lob!) wann nur
die wintzer, recht fleißig wehren?
Jm rügkwege, habe ich die Neẅstedter
kirche, undt den darinnen eingefallenen
Chor, besehen, auch wie zu remediiren, mit
Magister Enderling, undt Marggravio geredet.
Darnach, auf den Aldtstedter kirchThurm
gestiegen, wie er wieder repariret, besichtiget,
und mit Bürgermeister Döhring, mich undterredet. perge
Extra zu Mittage, gehabtt: die Rähte18,
(so in Rindtorfs sachen, sich gebrauchen laßen,
wegen der Schuldt, so er von Madame zu fordern)
Jtem: Doctor Fischern, undt die Rechnungßcommissarien.
Der Allte Sekerka hat heütte, die inspec-
tion, über die weinlese, gehabtt, undt
Hanß Cohten, zu sich genommen.
Die einkommenden Ordinarien, geben:
Das der König in Dennemargk, sich zwahr, stadtlich
|| [[Handschrift: 31r]]
gerüstet, und seine Ritterschaft in hollstein, vfgebotten,
zum beylager, nacher Zelle, in der person, gegen den
9ten: October zu erscheinen, alleine man hieldte doch
davor, er werde in seinem Reich Dennemargk, verbleiben,
undt daßelbe defendiren müßen.
Die Schweden, sollen 30 mille beysammen haben, undt
nacher Finlandt zu, marchiren laßen. Jtzt
bricht es (auch, in die avisen,) auß, das eine alliance
vor seye, zwischen dem Kayser, dem Könige in
Spannien, undt der Krohne Schweden.
Jn Polen, sollen die Cosagken abermals ge-
schlagen sein, vor Soczow den kürtzern gezogen
haben, undt des alten Wallachischen hospodars19
Gemahlin, darinnen stargk belägert, noch sein.
Die Moldawer, undt Siebenbürger, helfen
den Polacken. Jnterim graßiret die
pest heftig, nicht allein in Polen, sondern auch,
in Preüßen, bevorab, in den großen Städten,
Dantzigk, undt Königßberg, inmaßen
wochentlich zu 4[00,] 500 hinwegsterben sollen.
Der GroßTürcke sævirt wieder die so
suspect sein, wegen seines herrnvatters Tode. Jn
Candia, stärcken sich, die Türgken, und haben die
Festung Selena erobert, und den accordo gebrochen.
Zu Regenspurg hat man, mit vielen re: undt correlationen
zu schaffen. Die Stände, wollen von keiner dilation
undt anheimschiebung der sachen, auf deputation-
Täge, hören, Sondern, ihren Gravaminibus,
auf diesem kostbahren ReichßTage, abgeholfen
wißen. Kayserlicher Mayestät abrayse, ist noch unge-
wiß. Gleichwol, werden die Schiffe, auf
der Thonaw, zur abfuhre zugerichtet,
undt außgerüstet. Der Grave von Awer-
spergk, des Römischen Königs, Obrister hofmeister,
ist nicht allein, in den ReichsFürstenStandt
erhoben, sondern der Kayser, hat ihme auch,
die herrschaft Welß, in OberOesterreich,
undt eine herrschafft, in Schlesien, geschengkt.
Die Stadt Brehmen, ist numehr, pardonirt,
undt die ergangene Reichßacht, cassiret.
Die erlegte Strafe, ist von den Reichßhof-
rähten, außgebehten worden. Jnterim,
fehret Königsmargk immerforth, mit seinen
Schantzen, undterm vorwandt, die Cron Schweden,
thete solches dem Reich, zum besten, undt den
WeserStrohm, wieder außwertige Nachtbarn,
|| [[Handschrift: 32r]]
als Engelländer, undt holländer, zu beschützen, weil
die Stadt Brehmen, solches alleine zu thun, zu schwach wehre.
Gleichwol, krieget darüber, so wol der Nieder-
Sächßische, alß Westpfählische Krayß, starcke jalousie.
Der Bischof von Münster, fordert auch
lehen, undt unsere sachen, so vom Reich, aba-
lieniret sein sollen, von den Staaden, wieder.
Die Staaden, ha[b]en nach prächtiger beysetzung
ihres Seehelden, des Admirals Tromp Sehliger,
vollauf zu thun, mit ihrem Mächtigen feinde
dem Cromwell. Man vermeinet, die Seear-
maden, seyen wieder aneinander. Die
Engelländer, stärgken sich sehr. Gleichwol
fället mißversten[d]nüß vor, zwischen dem
Cromwe[ll u]ndt dem Parlament.
Die S[ch]otten, armiren stargk vor den König,
darzu die [r]echtgl[aü]bige u[n]d wolgesinnete
prediger, (so verachtet, [vo]n den independenten
worden) treẅlich helfen. Gott gebe zu glügk!
Jrrlandt, helt es auch mit Schottlandt.
Die Reformirten, in La[n]guedocq, undt Provence
armiren, [b]itten ihren Köni[g] umb Schutz, und justitz,
weil der Conte de Rieux, d[e]s Düc d'Elbœuf, Sohn, ihnen
ihre Privilegia, geschwäche[t], Velay geplündert, undt
|| [[Handschrift: 32v]]
die undterthanen, übel tractiren, sonderlich aber, die
Reformirte kirche allda, verbrennen laßen.
Zu Bourdeaux, ist die Amnistie angenommen,
undt die Stadt numehr wieder, in des Königes
Treẅe undt gehorsam gebracht.
Rocroy, ist noch von den Spannischen belägert,
undt kan nicht endtsetzt werden. Sie vermeinen
noch vor winters, es zu em[p]ortiren.
Der König in Frankreich ist z[u] Amiens. Seine
armèe, sol sich mächtig verlauffen. Der Vis-
conte de Turenne, thut sein bestes, sich zu re-
colligiren, undt defensive zu gehen.
Dienstag♂ den 27. September 1653.
<4 lerchen, Albrecht Sekerka, Ernst vogelsteller, Märtin lacqay.>
Die gesterige commission, darzu
ich, Jehna, Paulum, und Richardt deputiret,
Meine gemahlin aber, Wallwitz, u[...]n, zu assis-
tenten undt wortthalt[e]r, hingegen [d]em Doctor Mechovio
concediret, Abra[h]a[m] von Rindtorf beyzustehen,
ist zwahr gut gemeint gewesen, auch wol
getrieben worden, alleine Sie hat bey Unver-
nünftigen Obstinaten köpfen, welche keine
Rationes hören, noch a[d]mittiren, verfangen wollen.
|| [[Handschrift: 33r]]
Patientia! Wem nicht zu rahten ist, deme ist auch nicht
zu helfen. perge
Jch habe heütte nochmalß, mit ihm reden laßen,
undt meine Authoritet interponirt, es hat aber
kein verstandt, keine vernunfft, wieder seine
hertzenhärtigkeitt, statt finden wollen. perge
Gott erweiche alle Adamantische gemühter!
Discorsj, mit Jehna, wie gewöhnlich, in meinen anliegen.
Jtem: mit Hammeln, undt andern, gleichßfals successive,
alß auch, mit Hofmeister Sekerka.
<Geüder der page, Zachariaß Trompter, Lorentz der Jägeriunge. 14 lerchen.>
Jch bin hinauß hetzen geritten,
undt habe 2 hasen, einbrachtt, auch meinen
weinbergk, visitiret.
Schreiben, von Plötzkaw, undt antworth darauff,
durch eigenen lackayen, so vetter Ernst Gottlieb, mir zugefertiget.
Hans Senf ist bey mir, wiederumb gewesen.
Discorsj, mit J[e]hna, wie fast täglich, gehabtt, item:
mit Wallwitz, undt andern.
<14 lerchen, hans Cöhte, hernach Stalliunge, und gärtner.>
<Depesche: nacher Crossen und Leipzig[.]>
Am heüttigen MichaelisFest, vormittags, conjunctim, zur kirche.
Extra zu Mittage, ohne die Ordinarij extraordinarien20,
den hofprediger Mencelium, undt die wallwitzinn. perge
Nachmittage, wieder in die kirche, cum filijs, da Er Marggravius,
weil Jonius der caplan, krangk ist, geprediget.
Depesche; nacher Crossen und Leipzig perge nelle mie facende!
Abermahlige relation von Regenspurg Numero 43[:] Die Stadt
Brehmen, hat depreciret, im Reichßhofrath, kniende,
undt ist, a banno Jmperialj, numehr solenniter absolvirt,
hat umb manutenentz, der Reichßmediätet21, ge-
behten. hingegen opponirt sich Schweden heftig,
weil es im Hertzogthumb Brehmen, in die jura der
vorigen Ertzbischoffe getretten, undt die Stadt,
vor eine Landtstadt halten will. Spannien,
favorisiret hierinnen, die Suecos. Cæsar aber,
ist Magnanimus hierinnen, & Prudens, will sie
nicht deseriren, achtet, daß interesse des Reichß,
höher, zumahl solche Stadt zu defendiren, eines krieges
noch wol würdig, und man nachricht hat, daß die
Schweden, nicht allein des WehserStroms, sondern
auch, des ElbStroms sich bemächtigen wollen, in deme
sie nicht allein, an der Wehser, umb die Stadt Brehmen,
herumb, <immerforth> schantzen bawen, Sondern auch, gegen
GlügkStadt, über, auf der Jnsel KrauttSandt,
und bey dem einfluß der Schwinge, in die Elbe.
Chur Brandenburg spricht, auch, den Kayser, undt das
Reich ahn, umb erstattung der einkommen, so auf-
gewachßen, auß hindterhaltung, der hindterPomme-
rischen landen. Wirdt übel auffgenommen.
Pfaltz Neẅburg hat unserm hauße, condoliret, undt die
Kayserliche commission in Religionssachen, mit Chur Brandeburg auf
den itzigen Seniorem, unsers hauses, nemlich: auf Fürst Iohann Casimirs Liebden
nach Fürst Augusti absterben, renoviren laßen.
Die Camerales, zu Speyer, fordern viel geldt,
in retardaten. Marggraf von Baden, jst CammerRichter.
Die satißfactiongelder, undt die vechtische garnison,
macht mit den Schweden, noch viel Mugken.
Bey Chur Brandeburg prævaliren noch, die Schwartzenbergischen
consilia, undt sieder Cantzler Fromholdts Tode, ist kein confident mehr.
Der Kayser, will noch, drey Monat lang, viel-
leicht auch, den gantzen wintter über, zu Regenspurg
subsistiren, welches die Stände gar gerne, undt
viel lieber, alß die DeputationTäge, sehen.
Die Kayserliche confirmation, unsers landtTages-
Schlußes, sol in vigore, bleiben, undt nicht allein,
dem Reichßhofraht, Sondern auch, dem Cammer-
gerichtt, zu Speyer, darnach zu sprechen,
anbefohlen werden, unerachtet, ein anderer
ReichßSchluß, wegen der zinßen moderation,
oder voriger manutenentz, erfolgen sollte.
Die Gernrödische undt Aßcanische sachen, werden, ie
länger, ie beschwehrlicher, undt laßen sich, übel ahn.
Bey Chur Brandeburg gibts numehr, verenderliche consilia.
Jn den Erblanden, will noch nicht, die Reformation22, einge-
stellet werden, noch ein bescheidt, auff die reformationes<intercessiones,> erfolgen.
Der heüttige Regen, hat die weinlese sehr
verhindert. Der wein, so zwahr schön gestanden,
aber schlecht, sich gesamlet, auch sehr faulet,
will nicht wie vorm iahr, sich mehren.
Gott gesegene unß, das wenige, undt
strafe die diebe! undt partitenmacher!
Wallwitz, meiner Gemahlin, hofmeister,
ist nacher Leiptzigk gerayset, undt von Madame
geschigkt worden. hat mir vorhero, sich undterthänig
præsentirende, á Dieu! gesaget. Dieu le conduyse!
Des Amtmanns von Ballenstedt Sohn, hat sich abermals, eingestellet.
Gott gebe alles, zum besten! On est extremement
cürieux, aux enquestes!
