Samstag♄ den 1. October 1653.
Avis: daß es zu Magdeburg anfängt zu sterben. Gott
wolle unß, undt die unserigen, gnediglich præserviren,
auch einem ieglichen Nechsten, und NebenChristen, daß Seinige.
Davidt Schmidt, des Amptmanns zu Ballenstedt Sohn,
hat sich, undterthänig(st) angemeldet, undt præsentiret,
Jst darnach, wieder auf Ballenstedt gerayset.
Vier Schiffe, (so freyen paß von Chur Saxen, haben,)
kommen wieder zurügka, leer, und paßiren also durch.
haben hertzog Christians, von Saxen, zuvor auf gehabt.
J'ay fait visiter, Erlach, a Aldtenburg par Tobias Steffeck de Kolodey luy
envoyant l'herbe Lunaria, contre la sorcellerie, priant
Dieu, d'ottroyer aux moyens, & remedes, sa Sainte benediction!
Deux de ses filles, l'üne de 6 a 7 l'autre
sont quelquesfois, comme Démoniaques, ou Possedèes, d'ün
malin Esprit, (a ce, qu'il semble, & a ce, qu'on craint!)
car la seconde, l'a eüe, iüstement quatrièmeb semaines, apres
la premiere, le mesme jour, la mesme heüre. Elles
ont donc, par fois, dès torsions, au visage, aux
levres, au dos de l'angoisse au coeur, difficültèz
a respirer, elles rient, elles pleürent, quand
cela leur avient. Cela leur leve le corps,
comme dès convülsions, & retire les nerfs,
dès pièds, dès jambes, &cetera Quand le paroxisme,
quj les attacque 3 ou 4 fois, par jour, passe,
elles sont joyeüses, & contentes, comme autrement.
Le dit Sieur d'Erlach, les fait penser, par le Me-
decin, Docteur Brandt, & se plaint douleureüsement de ceste
misere. Dieu la Vueille amender, & les guerir! par
sa Sainte grace, & benediction! au nom de Jesüs Christ! Amen!
Sonntag☉ den 2. October 1653.
<Regenwetter. Windig.>
Jn die kirche, nur, cum filijs, vormittageß.
Nachmittags, wiederumb, cum ipsis, zur kirchen. perge
undt nach deme, der hofprediger Marggravius gepre-
diget, hat der hofprediger Mencelius, die catechisa-
tion ahngefangen, wie vorm kriege, braẅlich
wahr, und numehr, renoviret worden. perge et cetera
Gebhard Paris von Werder ist alhier en passant
gewesen. Hat bey Mir, eingesprochen,
(me satisfaysant!) und gehet, auf
das prächtige beylager, nach Zelle,
dahin er beschrieben. Gott gebe glügk!
Montag☽ den 3. October 1653.
<Regen, vormittags[.] Nachmittags schön wetter.>
<1 Schockßo: kleine vögel.>
Doctor Mechovius ist bey mir gewesen, weil er
meo nomine, auf die huldigung, nacher Gernroda
verraysen, undt dem Seniorj, Fürst Johann Casimir assistiren soll.
Gott gebe ihm glück, undt gesundtheitt. Jl estojt
fort triste! & melancolique, en me disant, a Dieu.
Die extraordinarie antworth, von Regenspurg<Leipzig> bekommen, perge
Es hat heütte vielerley, zu expediren, gegeben.
Schreiben, vom Hertzogk Christian von Saxen, welcher
vorgestern, im Stargken regen, zu Merseburgk eingezogen,
|| [[Handschrift: 36r]]
undt waß allhier, mit 4 Schiffen leicht forthzubringen
gewesen, mit 100 wagen, von der Sahle hat abholen
laßen müßen. Er ersuchet mich, es zollfrey paßiren
zu laßen, dieweil es sein eigenes Fürstenguht
wehre. Es ist auch schon durchgelaßen, ehe dieses
schrejben, ahnkommen.
Victualien, undt schreiben, von Ballenstedt.
Mattheß Cnüttel, ist mit einer iungen Tochter, erfreẅet
worden, darzu er, Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, invitiret, undt
zu gevattern, erbehten. Gott gebe ihm, seinen Segen!
Ernst Dietrich Röder, ingleichem, hat Meine freundliche herzlieb(st)e ge-
mahlin, zu Gevattern, erbehten, so dann auch, meinen
Carolum Ursinum, undt mejne tochter, Anne Sophie.
<Von der hatz, 3 hasen. 1 Schockßo: kleine vögel.>
Gestern, ist mein vetter und Schwager, Fürst Johann Casimir vorüber
paßiret, und gehet auf Gernroda zu, die Seniorat-
huldigung, einzunehmen. Auß ieglichem Antheil,
wirdt ihm, ein Rhat, undt assistent, zugeordnet.
Also habe ich heütte, Doctor Mechovium, deputiret,
welcher, mit Jehna, undt Paulo, (so andere
commißionen von mir haben, nemlich, die diß-
cussion der Steẅerresten) zugleich nacher Bal-
lenstedt, heütte seinen weg, genommen. Gott
gebe glügk! undt succeß, zu allen theilen!
Die gesterigen avisen, brachten:
Daß der Kayser, noch würde, diesen wintter über zu Re-
genspurgk bleiben, die Gravamina entledigen,
undt die Papisten, mit den Evangelischen, componiren.
Die Staaden, gedächten sich, undter die protection
des Kaysers, undt des Reichs, zu geben, doppelt
so viel, als ein Churfürstenthumb, zu contribuiren,
nur daß sie geschützt würden, undt wieder die
Engelländer, assistentz haben möchten, hingegen
tractirten, die ParlamentsEngelländer auch
mit ihnen, 1. eine Republicq, auß beyden zu machen,
2. die schäden, so ihnen geschehen, bezahlt zu haben.
Der herr von Opdam, hat geschwohren, den
Staaden, wirdt numehr, ihr Admiral General
an Trompens stadt. Witte Wittens, sol die
OostJndische flotte, auß dem Sunde, undt
auß Norwegen, in salvo bringen.
Die Engelländer, e contra, lawren darauf.
Der König, in Dennemargk, schläget
den Staaden, den gehoften, undt stipulirten
succurß, der kriegesSchiffe ab, undterm
vorwandt, es seye zu spähte, im iahr, außzu-
lauffen. (Manet, alta mente, repostum!)
Jn Schottlandt, gibt es zwahr, viel rumores, al-
lein, Cromwell verfolget, seine adversarios, undt
viel meinen, es habe, mit der Schotten armatur, (wiewol
sie dem Könige, zum besten, guht gemeinet) gantz
keinen bestandt. (Le Diable, n'est pas mort, encores)
Das Parlament, sol mit Cromwell, dißentiren.
Jn Frangkreich sollen die Königischen Mouzon,
die Printzischen, undt Spannischen aber, Rocroy,
emportirt, undt eingenommen haben. Die Refor-
mirten, tumultuiren annoch, in Provence undt
Languedocq, haben 15000 Mann, auf den beinen,
wollen sich, bey ihren Privilegien, manuteniren.
Der König, gibt ihnen, gute worth, offeriret
ihnen Schutz, und die observantz, der freyen
übung, undt Privilegien. Jnterim schickt er
heimlich, dem Conte de Rieux, ihrem feinde,
volgk, geldt, undt assistentz, wjeder gewaltt.
Der Pabst, krieget händel, mit Spannien,
der Cardinal Antonio Barberinj, hilft darzu.
Man hemmet ihm, seine intraden, auß dem Kö-
nigreich Neapolj.
Die Türgken, haben Canea entsetzt, Malva-
sia, undt Cerigo, geplündert, und sonst den Venezia-
nern, großen schaden gethan. Derhalben, ist General,
Foscolo, nach Venedig, citiret, rede, und antworth, zu geben.
Der Apt Bischof von Münster, suchet auch, seine
alte prætensiones, wieder hervor, an die herren Staden.
Königin in Schweden, will sich, mit den Engel-
ländern, und mit Spannien, confæderiren.
Jn Preüßen, Polen, wie auch zu Wien, sol die
pest grassiren.
Der iunge Chmielinßky (Tymosch genandt,)
sol von der Pollnischen armèe, umbzingelt sein,
undt lebendig, oder todt, gelifert werden müßen.
Der Allte hospodar, in der Wallachey1,
suchet, die gemahlin in der festung. Sochzow,
nebenst dem alten General Chmielinsky,
zu endtsetzen. Der Neẅe hospodar
hingegen, stellet sich gut Pollnisch, undt
will die Tartarn, von den Cosagken, abziehen.
Die Siebenbürger, undt Moldawer, halten
es auch, mit dem Könige in Pohlen.
Jch bin hinauß, hetzen geritten, undt an
meinen weinbergk, den sie heütte, undt
gestern, in schönem wetter, gelesen, undt
haben, 3 hasen, einbrachtt.
Gestern, hat mein schönes Provisionhauß, wollen
|| [[Handschrift: 38r]]
einfallen. Wehre schade, umb das schöne gebeẅde.
Wehre aber geschehen gewesen, wenn der Zimmermann,
(so ohngefehr in der Cantzeley gewesen) nicht wehre
darzu gekommen, undt es undterstützet hette?
Mag vielleicht, von dem vielen einpansen,
hiebevorigen getreydichs, (so theils, meinen
Cantzelisten, rähten, undt Secretarien, zuge-
höret) also verdorben sein.
Den Amptmann, Georg Reichardt frühe, bey mir gehabtt. perge
Am heüttigen Behttage, conjunctim, zur kirchen.
Gestern, seindt noch, 10 Schefel (Scheffel)schfl: rogken, auf
der gerichtsbreitte, gesehet worden. Gott
gebe zu glügk! segen! wachßthumb! undt gedeyen! perge
Avis: daß gestern, die frawMuhme, von
Cöhten, auß Westpfahlen, glügklich, zu Plötzkaw,
ahnkommen, undt ein freẅlein, von der lippe, mitgebracht.
Conversatio, mit Magister Mencelio, mit Hammeln,
undt andern.
Post von Ballenstedt wegen der händel, so ich mit
Chur: Brandeburg im halberstedtischen bekomme, von
wegen, den neẅangelegten, zuvor nie erhörten
zollen, so meine subditj, im MeyerAmptt, geben müßen. perge
Es läuft, wieder die billigkeitt, wieder das aufge-
richtete friedenßinstrument, und wieder die
observantz, neẅe zölle, de facto, anzulegen,
undt zu manuteniren. Man wirdt sichs end-
lich, beym Kayser, beschwehren müßen.
<½ Schockßo: kleine vögel.>
Georg Reichardt Amptmann, ist bey mir gewesen, wegen der hecklinger
pachtleütte.
Postea: Bürgermeister Martin Tornaw, (noiose.)
Aennichen Schuemanns, ist heütte wieder forth,
nach hollstein zu. Gott führe! und geleitte Sie!
Aufn vogelherdt spa[tz]irt.
heütte ist meines Sohns Viktor Amadeus geburtstag, an
deme er, durch Gottes gnadenreichen segen,
das 19. iahr, seines allters, erfüllet, undt
daß 10 iahr, (Gott seye lob! Ehr! undt dangk
davor gesaget) antritt. Gott wolle ferner
ihn mit langem leben, bestendiger <leibes>gesundt-
heitt, glücksehligem wolergehen, auch aller
zeitlicher gedeylicher, undt ewiger wolfahrt,
besehligen, undt mildiglich überschütten!
Durch Jesum Christum, Amen! et cetera
Mein schöner fuchß, hat sich iämmerlich geengstiget
und überworffen, dörfte wol, seinen rest, kriegen.
Meine Töchter, seindt Nachmittagß, in schönem wetter,
spatziren gefahren, an die weinberge. haben wenig
trauben mehr gefunden. Meine Söhne sein mittgeritten.
An hertzog Christian, nacher Mörseburgk, undt
an meinen bruder, Fürst Friedrich nach Venedig, geschrieben.
Freitag♀ den 7. October 1653.
Diese gantze Nacht, ist mein fuchß, wieder
gestanden, hat sein futter, wol gefreßen,
alß wenn er nichtt krangk wehre?
Jch besorge, es seye zaüberey, (welche
ihn, per jntervalla anstößt, undt in
den beyden förderschengkeln, wie auch
im leibe, schelmerey und wehethumb,
veruhrsachen mag) Gott wolle alle übel-
that dempfen, strafen! und offenbahren!
auch alle seine Creaturen, die Menschen, undt
vieh, vor solcher hochstrafbahren boßheitt,
sampt allen seinen wergken, gnediglich, undt
väterlich, præserviren, undt bewahren!
Bartholomeus Schrimpfer, von Hall, ist an-
hero kommen. hat allerley referiret, undt
gehet, nach Zelle, auff daß beylager.
Ie l'ay satisfait! & contentè.
Bartolomeus Schrimpfer, hat sich wieder eingestellet. Jst
nur, zu Mittage, allhier geblieben. Gehet, nacher Zelle.
Postea: bin ich, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, undt zweyen
Töchtern2, an den Aderstedtischen weinbergk, spatziren
gefahren. Elle a estè mal disposte, comme aussy, la
fille puisnèe. Aulcüns de nos chiens, ont aussy fort vomy; <Cela me denote quelque malignitè, en l'air <ou en terre, puis que le brouillard d'a ce mattin,
estoit püant, et que les souris, (qui ont tant endommagè la semence, dü seigle, & du for<ro>ment,)
commençent aussy a mourir, sans cause apparente!
Le bon Dieu, nous vueille contregarder, de peste!
& d'autres mortalitèz, & jnfections!>>
Dem Amptmann, allerley, befohlen, in AmptsSachen.
Risposta von Ballenstedt vom Christoph von Jehna.
Samstag♄ den 8. October 1653.
<1 Schockßo: kleine vogel.>
<Nebel; des morgends. perge 3 hasen, Rindtorff gehetzt.>
Mein fuchs, hat diese Nacht, wieder ruhe gehabtt,
Gott lob! der gebe, ferner, segen undt gedeyen!
heütte, hat unsere weinlese, ein ende:
Wir haben gewonnen, durch Gottes Segen:
| 138 Eimer, | 62 kannen, | auß dem Zigelberge. | |
| 60 Eimer, | 24 kannen, | im Langhenberge. | |
| 34 Eimer, | 1 kanne, | im Rahtsberge. | |
| 7 Eimer, | 32 kannen, | im Kochßberge. | |
| 18 Eimer, | 40 kannen, | im Aderstedtischen Berge. | |
| Summarum Summa | 259 Eimer, | 31 Maß, oder kannen. | Gott laße es uns
wol gedeyen! und vermehre seinen Segen! |
Der hofmeister Wallwitz, ist von Leiptzigk, undt
Halle, wiederkommen.
Abermahlige Post, undt Victualien, von Ballenstedt.
<24 kleine vogel.>
Jn die kirche, mit beyden Söhnen, undt
zweyen töchtern3.
Extra zu Mittage gehabtt, nicht allein, die
Ordinarios, extraordinarios, sondern auch, Wallwitz,
undt den hofprediger Mencelium.
C'est ün cas estrange, comme ie pensois parler,
a Wallwitz, l'apresdisnèe, (que j'avois attendü
hier a toutes les heüres, dü jour) aussy tost,
quil vinst en ma presence, il seigna dü néz,
s'en alla, & fit semblant de penser, a
se remettre, mais s'en alla tout droict,
vers ma femme, & ne revinst point, vers moy!
Ie croy; que le Diable, possede, ces gens lá!
Nachmittage, wieder in die kirche, undt
predigtt, des Diaconj Jonij; darnach
dann, der hofprediger abermalß, die
Catechisation gehalten, und vorgenommen.
Wartemßleben, habe ich, nacher Saltza, zu
einer seiner Muhmen4, erlaübet.
Meine Rähte, Doctor Mechovius, undt Paulus Ludowig, seindt
a meridie; von Ballenstedt undt von Gernroda, wiederkommen.
Jch habe beyde Rähte, bey mir, nacheinander
gehabtt. Der CammerRaht, Doctor Mechovius, hat mir
referiret, wie Meines vetters, undt Schwagers,
Fürst Johann Casimir Liebden Seniorathuldigung, zu Gernroda
und Großen Alßleben, abgelauffen. Der
hofraht, Paulus Ludwig aber, wie zu
Ballenstedt, durch Jehna, undt ihn, der
anfang, mit der Steẅern revision, gemacht
worden. Gott wolle guhte ordnungen, wieder
einführen! erhalten! undt bestehtigen!
Jtem: den Amptmann Georg Reichardt bey mir gehabt.
Jtem: Philipp Güder. item: Jonium, zum eßen.
Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Rissentimento d'una tenerezza
non pensata, nel mio cuore, per Viktor Amadeus Jddîo loguardj!
Mon fils, Viktor Amadeus a prins ce soir, ün congè trescordial.
Dieu le benie! & conserve benignement,
par sa Paternelle grace; misericorde, &
Toute Puissance! avec sa suitte!
Avis: das der gute hanß von Bergen,
(welcher hiebevor, durch so viel, und mancherley
gefahr, undter den Soldaten, errettet worden, undt
contribution einnehmen, hiebevor gewesen) von Schnaphanen
|| [[Handschrift: 41r]]
im Oberhartz, erschoßen worden. Jst wol zu beklagen.
Schreiben vom Cantzler Milagio, und Freybergk
auß Regenspurgk.
Die Avisen geben: daß Kayserliche Mayestät zwahr
krangk gewesen, aber, (Gott lob!) wieder genesen,
und dero abrayse, von Regensburg propter expedienda
noch zweifelhaftig seye.
Jtem: daß die Venezianer, vom Türcken, in
Candia, undt sonsten, sehr bedrenget werden,
undt stargker succurß, in Canea, eingelauffen.
Jtem: das in Polen, die festung Soczow hart
von den Königlich Pollnischen völckern, stringiret werde,
undt die eroberung, und übergabe zu hoffen.
Die Cosagken, litten noth. Der alte Chmielinsky
aber, suchte hülfe, und assistentz, bey Tartarn.
Die pest, graßirte dermaßen, in Preüßen,
daß auch die commercia und Schiffarthen,
nacher Dantzigk, und Königsperg, in Schweden,
undt Dennemargk, ernstlich verbotten wehren.
Der Neẅe Holländische Admiral herr von Opdam,
würde mit 100 Schiffen, außlauffen, und hette
das juramentum fidelitatis, abgeleget. Die Schotten
stärgkten sich. Die OostJndianischen Schiffe, so im Sunde
gelegen, hetten sich wol vorzusehen, vor den Anglis
so ihnen fleißig aufpaßetten. hingegen [?]
|| [[Handschrift: 41v]]
paßeten, die Staadischen OrlogsSchiffe, den Engel-
ländischen großen Schiffen auf, welche zu hamburgk
gelegen. Die Engelländer, hoffen, auf as-
sistentz, auß Schweden, die holländer aber, auf
dergleichen, auß Dennemargk. Etzliche
Schotten, undt Jrren, (so dem Könige in Engel-
landt, zu ehren, und diensten Schiffe ar-
miret, und außgerüstet) seindt mit ihren
Schiffen, von den Parlamentischen, ertapt,
aufgefangen, undt den Schifherren, undt
commendanten, ihr proceß gemacht worden.
Malheur! pour ce bon Roy! Ô Dieu! perge
Die Niederlendischen Provintzien, wüntzschen
eine erneẅerung, ihrer alliance, mit französischen
und andern Potentaten.
Jn Frangkreich sollen die Königlichen Mouson,
die Printzischen aber, Rocroy, mit accord
erobert haben. Die Reformirten,
in Provence, Languedocq, und Daulphinè,
seindt, noch stargk, auf den beinen. Suchen
satisfaction, und die Observantz, ihrer
stipulirten Privilegien. Bezahlen, ihre
völgker, wol. Conte Rieux aber,
|| [[Handschrift: 42r]]
zahlet übel, die seinigen. Man hoffet doch, der
König, werde ihnen, den genandten Hugonotten,
satisfaction geben, undt das feẅer dempfen!
Zu Lucern, in selbigem gebieth, sol sich
abermalß, tumult erregen, undt ihre pawren,
wiederumb, rebelliren wollen.
Mon fils, Viktor Amadeus est party. Dieu le conduyse,
& reconduyse heureusement, par sés Saints Anges!
Es hat heütte, viel zu thun, und zu be-
stellen gegeben, Gott verleyhe Segen! und succeß!
Depesche nouvelle de consequence!
Dieu la benie! & prospere.
Malherbe gronde comme ün Diable, ce jourd'huy;
et elle ne me dit pas: Pourquoy?
Mein vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimir
ist heütte stillschweigends, wieder hierdurch,
über die fehre, repaßiret. perge
Relation von Regenspurg Numero 44. Die Speyerischen
Cameralsachen, werden hoch urgirt. Kayser ist genesen.
Vechttische, und Lottringhische sache, wirdt eiferig sollicitirt.
Man begehrt einen Papistischen Postmeister auch im OberSächsischen Krayß.
Die Stadt Brehmen, ist verglichen, mit dem Graven von Oldenburg
|| [[Handschrift: 42v]]
deme sie, 70000 ThalerThlr: <ge>geben. Des Graven von
Naßaw, Sarbrügken Sohn, zu Regenspurg hat die
monita paterna, in den windt geschlagen,
ist Päbstisch worden, und ist, auß seinem losa-
ment, in das Chur Meintzische gebracht
worden, damit ihn, sein hofmeister, undt
Secretarius, (welche ihm, sein herrvatter
im abraysen hindterlaßen) nicht verfüh-
ren solten. Deme zur Neẅstadt
gefangenen Michel Ringhammer, der Evan-
gelischen Stände, deputirten, auß den Erblanden,
(so noch keine resolution, auf die vielfäl-
tigen Königlichen[,] Chur: und fürstlichen interven-
tiones, undt jntercessiones bekommen können,)
wirdt auch heftig zugesetzet, zu revoltiren,
wie auch seinem Elltisten Sohn. Der iüngste ist de facto, hinweg genommen, und undter
den Päbstlern, ihn zu erziehen, befohlen worden.
Es sollen unglaübliche verfolgungen, in den
Kayserlichen erblanden, vorgehen. Wegen der re:
und correlationum, mit den Städten, gibt es
noch disputationes, Streitt, und odiose sachen.
<1 hasen zu Ballenstedt, der forster5 geschoßen.>
A yer mucho tarde, yo he havudo, una carta
la primiera dal my caro, y bendito hyo, de Halla
Que Dios guarde! por su bondad, y clemencia!
Jch habe heütte, mit meinem Sohn, Carolo Ursino, pre-
digtt gehöret. Darnach, tafel gehalten, undt bin
nach dem eßen, mit Meiner gemahlin, mit tochter Ernesta
Augusta, undt Carolo Ursino, nacher Ballenstedt gezogen,
in schönem warmem wetter, undt Sonnenschein.
Wir haben zweene vom Adel, undt eine Jungfer
bey unß. Jehna, undt die beampten, wahren schon zu
Ballenstedt, undt entpfingen unß, mit freẅden! Gott
gesegene unser vorhaben! undt vorseyende labores!
Schwartzenberger, (welchen Madame, in Böhmen, schicket)
hat noch zu Bernburg seinen undterthänig(st)en abschiedt von Mir
genommen. Gott geleitte ihn! und segene, alle wol-
intentionirte vorhaben!
<Nebel frühe. Nachmittags schön wetter. 1 hasen, hat Carl Ursinus von der hatz, einbracht.>
Allhier zu Ballenstedt, habe ich, Matz Cnütteln,
meinen Amptschreiber, über undterschiedliche puncta, in
Oeconomicis, undt sonsten, vernommen.
Jehna, undt der Amptmann, seindt mit ihrer Steẅer-
discußionscommission, jnterim forthgefahren.
Post sacra peracta, et lectiones, bin ich, in der kirche,
und auf derselbigen, umbher gegangen, undt habe besehen,
wie auch, aufm thurm, wie sie neẅ, gedeckt wirdt! Gott gebe bestandt.
Avis: das es so gar undterschiedtliche wölfe, im Hartz,
und alhier, umb Ballenstedt herumb, gibtt, Sie verderben
die wildbahne, greiffen das vieh an, undt thun schaden.
Unlengst, hat ein wolff, meinem zehender zu Pade-
born, zwischen den beinen hinweg, seinen hundt genom-
men, getötet, und bald hernacher, nahe darbey aufge-
freßen. Als nun solches, andere Ackerknechtte
gesehen, undt den wolf angreiffen wollen, hat
er sich gegen sie, gesetzt, mit den zähnen gegrintzt,
undt ihnen so bange gemachtt, das sie frohe gewesen,
vor ihme, mit friede zu bleiben, undt also, seiner
queitt zu werden. Jm wintter, dörften wol
Menschen, undt viehe, darüber leiden müßen, von
diesem ungeziefer, wo es nicht geiaget wirdt?
Discorsj, mit Jehna, Wallwitz, undt andern.
Mein Carl Ursinus ist hinauß hetzen geritten, hat einen hasen
eingebrachtt.
Jch bin gegen abendt, spatziren gegangen, inß forwergk
undt an die Steineiche. Wir haben auch laßen, einen fischzug
thun, nur die Satzcärplein, zu sehen.
Lettre de Bernburg, de Philipp Güder & de Crossen.
Ein digker stingkender Nebel, ist gestern, umb 2
uhr Nachmittagß, zu Bernburgk aufgestiegen, von
Barby, undt der Elbe her, kommende, undt hat gewehret,
biß heütte aldar, forth und forth, mit verwunderung. et cetera
<Nebel.>
Böse briefe vom hofraht Pfawen, wie vor ein par
tagen, die Chur Brandeburgischen von Halberstadt, in ihrem
Ermßlebischen, undt Sinßlebischen grentzzuge, unß,
im Anhaltischen Territorio præiudiciret, weitt herein
gezogen, undt unsere leütte, an der Geüttel, nieder-
schlagen wollen, auch armata manu, mit 200 Mann,
durchgedrungen, undt ihre gräntzSteine, setzen
wollen, de facto, wieder die gebühr. Viel dinge,
werden an itzo, rege, so im kriege, geschlafen. Gott
erbarme es! undt helfe auß allem labyrinth!
Der Brandenburgische hofraht Weiler, von halberstadt, sol
also trotzig, übermühtig, undt feindtsehlig sich erzeiget haben.
Die Ermßleber, undt Sinßleber, sollen gar auf unß genandte
Calvinisten, geschmähet haben, gleich alß ob sie nicht
wüßten, das ihr herr, der Churfürst von Brandenburg
selber, der Reformirten religion, zugethan wehre?
Die hudler, mögen voll gewesen sein. Jnterim, seindt
Mir ein iahr her, viel præiudicia geschehen, von den
benachtbarten zu Halberstadt, 1. Jn einer Schäfer-
pfändung, bey Hoym, 2. in der neẅen, angelegten
zollsache, bey halberstadt, (wieder die gebühr, wieder
die observantz, undt wieder daß instrumentum Pacis
lauffende) 3. Numehr, diese action! Gott helffe emergiren!
undt überwinden! undt Schütze unß, vor unbillichem Gewaltt! perge
Conversatio, mit Jehna, mit dem Amptmann zu Ballenstedt,
undt andern.
Ein groß pacquet, in publicis, ist von Deßaw,
mit einer Regenspurger relation, Mir zugefertiget
worden. Man dringet, auf die avocation der
Gesandten, zu Regensburg & ie le trouve encores jntempestif.
Car les principalles affaires, ne sont point expedièes.
Ni celle de Gernrode; nj celle d'Ascanie, nj dès Compactats,
de Magdebourg; nj l'importance, de la Depütation, dont
on a Voulü honorer, notre mayson, a la Diete, & dont il
semble, que nous voulions nous dèshonnorer, nous mesmes. perge
Man will zwahr Doctor hehern, substitujren. Derselbige
aber, hat noch keinen verlaüb, von seinem herren, hertzogk
Ernst, von Sachßen Gohta, er weiß auch nicht, wie lange,
er daselbst gelaßen möchte? undt ist nur endtlehnet.
Il n'est pas aussy, de la Religion refformèe, si dès
affaires, nous concernantes, entrevenoyent?
Den Secretarium Knichen zwahr, will man aldar
laßen, undt mit geldmitteln, versehen, vornehmlich,
wieder Gehsen, undt der Stadt Zerbst, anbringen,
zu agiren. Et on l'honore trop de tiltres, & Ceremonies!
A spasso, an die teiche, undt vorhöltzer, nach dem
der Nebel, sich ein wenig verlohren, undt verzogen, nachmittags.
Wartemßleben, ist gegen abendt, von Bernburgk ankommen,
hat alles (Gott lob) im wolstande, gelaßen.
<Abermahliger digker Nebel. 7 Hasen Carl Ursinus gehetzt. 1 hasen hat der forster6 geschoßen.>
Jch habe den Trompter von Deßaw, mit antworth,
in publicis, (sonderlich, wegen sußpendirter avocation,
unserer Abgesandten, von Regenspurgk!) wieder
abgefertiget. Gott gebe zu glügk, undt approbation
meines Votj!
Jch habe den Amptmann, Märtin Schmidt, wieder bey
mir gehabt, allerley anzubefehlen, undt zu expediren. perge
Gott helfe emergiren, auß allem labyrinth!
Der hofraht Pfaw, ist bey Mir gewesen, allerley
zu referiren, undt die expeditiones zu befördern, inson-
derheitt, wegen des Streitts, mit Halberstadt.
Nachmittagß, ist er wieder verrayset.
Jch bin nacher Padeborn geritten, selbiges guht, ein
wenig, zu besehen, weil ichs, von Meiner freundlichen
herzlieb(st)en gemahlin, zu erkauffen, gewillet. Gott
gebe mir segen! undt glück darzu! Carolus
Ursinus, hat inndeßen, 2 hasen, gehetzt, und einbrachtt! perge
Predigt gehöret, aufm Sahl, Ern Petrum Goht,
welcher extra zu Mittage behalten, worden.
und audientz gehabt, So dann auch beyde Röder,
Ernst Dietrich, (so zu Ermßleben, loß kommen,)
undt Christian, sein bruder.
Nachmittags, hinundter, in den flegken gefahren,
mit Carolo Ursino, des Stannij predigt, anzuhören.
Conferenze, mit Petro Gohta, mit Jehna, undt
andern gehabt.
<Nebel, von <frühe>, zu abendts, inngleichem. Mitten am Tagem wahr es helle wetter. etcetera>
Jtzt, wirdt der Gallj Marck zu Bernburg gehalten.
Ein Somnium; habe ich allhier, zu Ballenstedt, gehabtt,
wie der Obrist leutnant Knoche zu Cöhten, mir den einen schwartzen
handtschuech, wiedergeben sollen, aber nicht gewoltt,
Sondern ungebührlich, und mit scharfen heßlichen wortten
mich angefahren, alß ob er mein iunge, mein bern-
heütter nicht wehre, der mir, meine gefallene
oder verlegte handschuehe, wieder aufheben, oder
verwahren solte. Er wolte diesen affront nicht
leiden, hette auch sehr gescholten, und recht haben
wollen. Jch aber, der ihn nur gütlich ersuchtt,
mir meinen handtschuech, (den ich ihn doch gesehen
in der handt haben) wiederzuzustellen, hette
mich über solchen greẅlichen unzeittigen vehementz,
(also auf dem Schloße zu Cöhten, verübet) be-
klaget, allein ich hette müßen unrecht haben.
Darüber, wehre ich, aufs neẅe, mit ihm Knochen,
zusammen, undt also, mit wortten, aneinander
kommen, zimlich scharff, biß aufs degen außziehen.
|| [[Handschrift: 46r]]
Einmahl hette mir Knoche, gar gute wortt gegeben,
darnach hette er wieder invehirt, biß man unß wieder
mit Mühe, voneinander gebracht. Darnach wehren
wir, nach Regenspurgk kommen, und ich hette müßen
an einer langen tafel, mit dem Kayser, eßen, darahn
viel andere Chur und Fürsten, geseßen, sonderlich
auch, Geistliche Aepte, undt Prælaten. Es wehre
alles, gar herrlich zugegangen. Ehe ich zur tafel
kommen, wehre mir der allte (numehr verstorbene)
Pfaltzgrave Wolfgang Wilhelm, von Neẅburgk
entgegen kommen, hette mich caressiret, undt mit
Nota Bene[:]weißen, silberfarbenen kleidern, handtschuehen,
Nota Bene[:]undt gerähte wol versehen, wie auch sein Sohn
Nota Bene[:]Pfaltzgrave Philips Wilhelm, gethan, weil sie
nicht haben wollen, das ich trawen, oder schwartz
gehen sollte. Der Kayser, würde es nicht leiden.
Alß ich nun in solchem equippage, wol mit Silber glän-
tzende, undt verbremt, auch mit Silbernen Degen,
undt Sporen, angethan, erschienen, und mich gantz
undten ahn, an die Kayserliche tafel, (nach gethaner
reverentz, und gehabter gar kleinen audientz
beym Kayser, an seiner stelle, da er mir oben die hand ge-
botten, und mich bewjllkommet, iedoch gar sawer außge-
sehen!) setzen wollen, auch schon gesetzt, hette ich müßen wieder
auffstehen, mich oben neben Jhre Kayserliche Mayestät vor allen andern,
|| [[Handschrift: 46v]]
setzen, undt da wehre der Kayser, gar freündlich, gnedigst,
undt leühtsehlig, gegen Mir, gewesen, die andern Fürsten
aber, gar neidisch darüber worden, Sonderlich, auch
hertzogk Wilhelm von Weymar. Nicht lange,
hette diese herrligkeitt, also gewähret, da
wehren nur geistliche, Thumbherren, undt Prælaten,
(so nur vom Adel gewesen, und mir unbekandte
gesichter) auch etzliche wenig welttliche, vornehme
vom Adel, an stadt der Chur: und Fürsten,
an der Kayserlichen Tafel, geseßen, und gesetzt worden,
dieweil die andern, hinweg gegangen. Jch
aber, wehre gantz oben, beym Kayser, an der
schmahlen seitte, (weil es Jhre Mayestät also hette
haben wollen)[ s]itzen geblieben[. D]er Kayser,
hette mir gar gnedigst zugesprochen, iedoch,
seine authoritet, allezeitt darbey gehalten.
Undt wie das spiel am besten, wahr, und ich
hofnung, zu Meinem, wieder aufnehmen hatte,
erwachte ich. Siehe! da wahr es ein trawm!
Mich dauchte auch, es wehre mein herrvatter Sehlig
anfangs bey diesem Kaiserlichen panckeet gewesen. Jhre
Gnaden hetten aber wenig geredet, ernsthaftig außge-
sehen, und sich baldt wieder verlohren. Es wehren<hetten> auch alle
anwesende versamlete Chur: und Fürsten, zu Regensburg dem Pangkeet, beygewohnet.
<Die Commißion, aber; hat müßen, umb anderer eingefallenen umb[st]ände> willen, eingestellet werden,
biß morgen, oder b[i]ß auf ein ander mahl, wilß Gott!
Diesen Morgen ist Wallwitz, mit dem von Jehna, hinü-
ber gezogen nacher Padeborn, die poßeß deßelbigen, von
Mir erkauften guhts, im Nahmen Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden
mir einzuraümen; undt zu übergeben, mit
26 hufen, undt 10 Morgen landeß, Gott gebe
Mir, viel glügk undt segen darzu!! auch
meinen Nachkömling, immerdar! Amen.
Singulis moment[i]s vitæ, cogitandum est, nos
stare, ad fores æ[t]ernitatis! etcetera
Avis: von Caspar Pfawen, [weg]en avocation
des Milagij, undt Freybergs, unserer legaten,
dieweil [Dessaw,] Cöhten, undt Zerbst, damitt
einig sein sollten. Jch aber, undt Fürst Hanß, haben
noch nicht der[gleichen be]williget. Gott helffe emergiren!
Jch habe Je[hna] hinauß geschickt zu Caspar Pfawen,
nacher Radißleben die gräntze, zu besehen, undt den Streitt
welcher mit den Halbe[rst]ädtern, endtstanden. Gott helfe
auch, auß dies[e]m labyrinth!
Frühe, [erst] stunde [digker] Nebel, verlohr sich vor
eßens wieder. Nachmi[tt]age aber, umb 1 uhr, fiel
wieder, ein djgker Nebel ejn. Jst also, gar unstete wetter.
Conferentz, mit Wallwitz, Jehna, Einsideln, Wartemßle-
ben, & alijs.
Schreiben, von Bernburg von Tobias Steffeck von Kolodey Jtem: von Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt
Jtem: von Georg Reichardt undt andern. Viktor Amadeus ist Gott lob, frisch, ge-
sundt, undt wol, von Leipzig auf Naumburg gegangen, mit einer
landtkutzschen. Gott wolle i[h]n ferner gesegenen!
undt geleitten! Durch seine Heiligen liebe Engell!
Die himmlischen heerschahren, undt frohngeister-
lein, auf wegen, undt sta[i]gen! perge
<Abermahliger Nebel, per intervalla, diesen tag.>
Diesen morgen, ist die gesterige [i]nterrupirte Commißion,
nacher Padeborn, fortgängig worden. Gott bestehtige!
Die gethanen, guten wüntzsche mit väterlicher gühte! et cetera
Jch habe etwas nacher Regensburgk, abconjugiren laßen,
mit allerley expediendis, undt briefen! Gottt gebe zu glügklichem succeß!
Er Stannius ist bey mir gewesen[und zu Mi]ttage behalten worden.
Nihil est; ab omni parte beatum!7[??]fallen vor, allenthalben.
Jch habe Audientzen gegeben, [nicht nur ein]mal meinen Rähten,
und Beampten, sondern auch, gemeinsam [mit meinen Sö]hnen, Sie in ihren
anliegen zu hören.
<Conti[nu]irender Nebel. ????>
Dieweil ich, (auf ansuchen [undth wunsch] Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden
meine rayse, undt wiederkunft nacher Bernburgk verschoben,
alß habe ich Carolum Ursinum, [??] undt
andern wenig Personen, vorahn geschickt, unß allhier
in etwaß, zu erleichtern, und Carl Ursinus auch allhier, nicht
allzusehr, Sondern zu Bernburg studieren zu laßen, Gott gebe glück!
Jch habe diesen Morgen, schreiben auß Freiberg Leiptzig, halle,
Bernburg sampt den avisen, bekommen.
Die Engelländer, haben durch Sturm, schaden an ihren
Schiffen, erlitten, armiren dennoch, weitter, undt tractiren
zwahr, mit den holländern, iedoch paßen Sie auch fleißig
auf, auf die OostJndischen außm Sunde, kommenden schiffe.
Jhr neẅer Admiral herr von Opdam, sol mit
80 Schiffen außlauffen, und große authoritet haben.
Jn Engelland undt andern landen, werden die Königlichen
adhærenten, scharf persequiret. Das Parlament
hat ein absehen, auf eine alliance, mit Schweden.
Es seindt auch holländische Schiffe zu hamburgk, ankommen,
hingegen, die Engellischen Schiffe, außgelauffen, vor
GlügksStadt, canoniret worden, (weil sie nicht die Segel
streichen wollen[)] und Mastloß in ihrem lande, arriviret.
Der Kayser, hat sich resolvirt, (auf bewegliches
ersuchen Chur Meintz, undt anderer,) noch diesen wintter
zu Regenspurgk zu verblejben, wiewol Jhre Mayestät
bettlägerig gewesen, aber, (Gott lob!) wieder genesen.
Graf Rantzow, geht wieder, zu seinem Könige.
Die kindeßblattern, sollen zu Regenspurg regieren.
Die festung Soczaw, helt sich annoch, ist
endtsetzt, und der alte Chmielinßsky zeücht
mit einer großen machtt, auf die Polen, mit
vielen Tartarn wieder ahn. Sie sollen über den Nieper
an unvermuhteten orthen, überkommen sein.
Jn Candia, sollen die Türgken den Meister spielen, undt die
festung Sileno, mit Sturm erobert, alles darinnen, biß auf die
weiber, undt kinder, niedergehawen haben, undt an itzo, vor
Suda gehen. Die Venezianer, seindt bekümmert, diesen platz,
sonderlich aber, die Stadt, undt festung Candia, noch zu majntenjren.
Jn Dalmatia, straifen auch die Türgken, biß an Zara, undter
welche festung, sich die Morlacchj, haben retiriren müßen,
weil Sie zu schwach, wieder die Türgken sich zu defendiren,
undt weil sie sich, in keine festung, einsperren laßen wollen.
Jn der Schweitz, sollen die Lucerner pawren,
wiederumb rebelliren.
Der Pabst, wirdt guht Frantzösisch, und Portughesisch.
Die Frantzosen, sollen im Alexandrinischen, von den
Spannischen, geschlagen, sein. Mantoua, will auch numehr
Frantzösisch werden, und Spannie[n] quittiren.
Der hertzog von Lotthringen, bekömpt vom Kayser,
300000 thaler, undt die ReichßStände, geben ihme
auch, so viel. Also verhoft man, die evacuation der plätze.
Ein Lottringhischer Oberster, Schnetter, (so mit seinem
Regiment, umb Mestrich, übel gelaufet) sol von
den Staadischen völgkern, totaliter ruinirt, auch er selbst,
mit etzlichen Officirern, geblieben, theilß auch gefangen sein.
Mouzon, hat der König in Frangkreich mit accord, und die
Printzen Rocroy, viceversa, auch mit accord, einbekommen.
Der Printz von Condè, sol davor, in einen Schengkel geschoßen sein.
Die Dücs de Vendosme, undt Candale, seindt malcontent
von Bordeaulx, hinweg gezogen, weil ein ieder gehoft gou-
verneür zu werden, und dennoch einem tertio, zuerkandt worden.
Man hat zweene Meüchelmörder ertapt, so der Cardinal
Mazzarinj, subornirt sol haben, dem Printzen, von Condè, nach dem
Leben zu stehen, derer noch drey, in der Königlichen armèe, sein sollen.
Der Spannische Admiral General, Marchese di Santa Croce,
lieget noch, in der Rivier vor Bourdeaulx, mit seiner flotta.
Sol den wintter über, noch aldar verharren.
Die iunge Königinn, in Spannien, sol, einer unzeittigen
geburth, genesen sein. Gott erbarme sich, der armen, jungen Dame!
Die Reformirten, in Provence, Languedocq, Daulphinè,
seindt noch stargk auf den beinen. Wollen satisfaction haben.
Die Meisten Fürsten, undt Stände, raysen ab, von Regenspurgk.
<Jn den avisen, stunde auch, daß die Staaden, eine
Neẅe schatzung hetten angeleget, auf den tausenden
pfenning, zum Engellischen kriege, welches, taus
vier millionen, ertragen würde. Also müste
das capital viertzigk millionen sein, eine große Summa.>
Jch habe an Adolf Börstel (auf morgen datirt), geschrieben, undt
ahn Tobias Steffeck von Kolodey schr[e]iben laßen. Gott gebe, zu gutem succeß!
Jtem: daß hertzogk Ernst Günther, von hollstein,
mit seiner gemahlin, die brautt, mit 800 pferden
nacher Zelle, convoyiren würden, im Nahmen des Königes
in Dennemargk. Er der Hertzogk, hat ohne daß, ihre Schwester.
Jtem: das zu Nicöpping, und in selbigem lande, das getreide
mit verwunderung, so wol gerahten, als in vielen zeitten, nicht geschehen.
<<Mane> Continuirender Nebel, iedoch nicht so sehr arg, als gestern, weil er verfallen.>
Conversatio, mit Jehna, noch gestriges abends, in vielen jmportantzen.
Derselbe, hat große labores verrichtett. Gott gesegene ihn,
davor! vielfältig! und gebe unß, und ihm, wolfahrt! und gedeyen!
Wir seindt nicht unbillich sorgfältig, vor unsern
Carolum Ursinum, dieweil derselbe gestern, in dem digken
continuirenden Nebell, also forthgeritten. Gott bewahre
ihn, vor unglück! undt unfällen. Seine thiere,
sterben ihme, geben böse omina! undter andern, jst
ihm, ein falcke so ihm lieb gewesen, umbkommen,
vor ein par Tagen, auf eine seltzahme weise. Dann
alß derselbe falgke, die gantze zeitt, sonst über, frisch
und munter allezeit gewesen, mit allem fleiß, gewartett
undt gekröpft worden, So hat ihn doch, am 17. diß, frühe,
der Tobias Steffeck von Kolodey alß er in das gemach <zu Bernburgk> k[o]mmen, ihn gewöhn-
licher weise, zu kröpfen, gantz erstarret, undt todt gefunden,
undt zu deme, gar seltzam, dann er, die angehabte riemlein
umb den kopf, undt umb die füßlein, gantz umbgewunden gehabtt,
alß wann es, mit allem muhtwillen, geschehen, ia die beinlein, undt
füße, wahren ihme gantz zerbrochen, und vf stügken, alß
wann es, mit allem muhtwillen, geschehen wehre, das sich also
Tobias Steffeck von Kolodey gar nicht darein richten kan, dann der vogel
sich selbst also nicht zurichten, erhengken, und erwürgen
können, weil er gar undten, an dem tischschehmel angebunden
wahr, Tobias Steffegk, von Kolodey, machte sich seltzahme
gedangken darüber, ob gar etwaß, in die Stube, des Nachts,
|| [[Handschrift: 50r]]
kommen, undt den vogel, also geängstiget, das er sich also verwickeln,
quählen, undt würgen, auch gar die beine zerbrechen müßen, dann
es gar waß unnatürliches, undt Tobias Steffeck von Kolodey weiß sich nicht, darein
zu richten, so wenig alß andere. Es iammert jhn recht, des
fälckleins, zuförderst darumb, weil es Printz Carll, lieb
hatte, und dann hernach, daß die wenige tage über, so Tobias Steffeck von Kolodey
den vogel gekröpfet, undt gewartett, derselbe ihn schon, so
hüpsch kennen lernen, undt an ihn, sich gewehnet. Jst schade
darumb! Am hartz, müste man andere außfragen. Müste
aber, wegen der flügel, undt des Schweiffs, beßer in acht ge-
nommen werden, alß dieser dann er nicht eine eintzige
gantze feder, weder in den flügeln, noch in dem schwantz, gehabtt,
und wann er gleich am leben blieben, besorglich, gantz un-
tüchtig, zur lußt, und vogelfang, worden wehre. perge etcetera
Mit Matthias Cnüttel von der Paderbornischen haußhaltung, geredet.
Die vom Adel, so anhero citirt gewesen, aufs hauß
Ballenstedt, wegen der Steẅerdißcußion, zu erscheinen,
haben sich mit allerley endtschuldigungen, theilß
absentirt, theilß elende gevollmächtigte
geschigckt, also habe ich die tagefarth, wiederumb,
biß über acht, tage, (gebe gott) prorogirt, und verschoben.
A spasso, das waßer: und Röhrwergk zu betrachten,
welches, etwaß wändelbahr worden. Jch laße,
(pro posse,) remedijren, an diesem schönen kleinodt, allhier,
undt zu Bernburgk, welches an beyden orthen, Meinem
frommen Sehligen lieben Herrenvatter, so viel gekostet,
auch ein sehr nutzbahr, undt löbliches wergk ist. perge et cetera
Jehna, undt den Amptmann, bey Mir, gehabtt, aller-
ley expedienda, zu absolviren. Deus detis fælicem eventum!
J'ay envoyè dehors; més chevaulx; courre le lievre.
La femme de Stammer, est venuë visiter la mienne, de
mesme, qu'a fait, par trois fois desja celle la Vefue
de Wieterßheim, & ma femme a souvent dés visites
en sorte, qu'elle ne devroit point se plaindre, de nostre
solitüde, & vie retireèe!
A spasso, vogel zu schießen, aber es ist mir miß-
lungen, weil die büchße, 6 mal nacheinander versaget.
Der hofraht Paulus Ludwig, der Medicus, Doctor
Fischer, mit seinem Sohn, undt Magister Mencelius,
seindt vor abends anhero kommen, mit aviß,
das Carolus Ursinus, gestern noch in hellem
wetter, wol arrivirt zu Bernburgk, da es
doch alhier den gantzen tag, biß in die Sin-
ckende Nacht, gestern, trübe und digk nebelicht
gewesen. heütte Nachmittagß aber, wahr es allhier
zu Ballenstedt, hüpsch wetter.
Wartemßleben, ist den gantzen tag<Nachmittag> herüber, geritten,
hat aber keinen eintzigen hasen antreffen können.
Es ist alle tage Jagttag, nicht aber fangetag.
heütte, hat ein großer wolf, mit unsern Schafen, sich geiaget,
aber doch keines ergreiffen können.
Discorsj mitt den Rähten, Jehna, undt Paulo, Jtem: mit Doctor
Fischern, mit Magistro Mencelio, mit den beampten, undt andern. perge et cetera
An Abraham von Rindtorf; nach Bernburg geschrieben, in Oeconomicis. perge.
<Schön wetter Reiff mane. 1 hasen der forster8 geschoßen.>
Jch habe, durch den von Jehna, durch Paulum Ludwigen,
undt durch den Amptmann, Märtin Schmidt, den gewesenen
allhiesigen Diaconum Magistrum Mencelium, mit seinem Successo-
re Stannio, vergleichen laßen, wegen etzlicher prætensionen,
zu verhütung Mißverstände, und weitterungen. perge Darnach
ist er der Magister, wieder nacher Bernburg gezogen, so wol
sein pfarrAmptt, zu Aldtenburgk, wieder zu versehen,
als auch die jnformation, mit Carolo Ursino, vorzunehmen.
Gott gebe ihm, eine glückliche rayse!
Darnach h[a]t Jehna, undt Paulus, mit dem Amptmann,
die Commißion [de]r Steẅerresta, weitter vorgenommen,
undt Amptßundterthanen, vorfordern laßen, darzu.
hofmeister Wallwitz, ist von Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin,
nach Quedlinburg<Blanckenburgk> geschickt worden, und wiederkommen.
Jch habe mit Doctor Fischern, viel conferiret, von Medicinalischen
undt andern sachen, Jtem: mit Jehna, und Paul Ludwig. Von andern <Staats, und Politischen dingen.>
Il y a eü dü larcin, en notre chasteau, icy, a Ballenstedt.
Dieu le vueille dèscouvrir, & chastier! Pour point, de Wartemsleben.
Nota Bene[:] Docteur Fischer le medecin dit: Qu'üne pierre, se peüt coagüler au
corps de l'homme, en 30 heüres, qu'il procede de mauvais Vin &
de quelques viandes salees, ou approprièes a ce mal sür tout, il vient
de la trop grande retention, de l'ürine, & qu'ün dès meilleürs Preser-
vatifs, a l'encontre, est, de manger souvent, des aux! Knoblauch! perge
Que lès grains de Genevre (iuniperus) (wacholderbeer)
sont fort souverains (par la benediction de Dieu,) a l'encontre.
Mais, qu'on a aussy, d'autres remedes d precieux, comme
la teintüre Antinephritique, dü feü Prince Augüste,
de 6 million dont il s'est servy, ün peü trop tard. Car
avant sa mort; (n'ayant eü la gravelle, que 5⁄4 ans
avant jcelle, & s'en soüciant peü) il en a prins,
les pierres estans desja congelèes, & endürcies.
On ne doibt point arracher dü membre Viril, avec
force, & violence, la pierre, (comme il a fait!) veü; qu'en
blessant, ce membre delicat, on ne le peüt guerir, on
avance, la gangrene (kalte brandt) ou la fievre,
puis que lés principaux nerfs, de tous les mem-
bres dü Corps, y sont concürrens, & le rendent
comme l'œil, tressensible. Il vau[t] mieux laisser
la pierre, dans ce membre, ou le r[e]pousser dedans
la vesie, puis qu'[on la] trouve moyen, avec dès si-
ringues a do[nner ]ouvertüre, a l'ürine, a nonob-
stant, la pier[re] qui est dedans le canal de la Verge;
auprès d'icelle. Il loue fort aussy, l'herbe, nom-
mèe Virga Aurea, & d'autres remedes, que i'ay oublièz.
Le feü bon Prince Auguste doit avoir dit: Mon Dieu!
que ie souffre dès douleurs en un membre, auquel ie
scay en ma conscience, avoir estè assèz pür, & chaste,
n'a ayant point pechè, contre le Proverbe: Per quæ; quis peccat,
|| [[Handschrift: 52r]]
iisdem, etiam punitur! perge Hors dü Matrimoine, on tient,
qu'il ne scait point pollü, ni contaminè, en l'acte Venerien.
Le Docteur Fischer tient, que le Dieu bening & misericordieux, nous a
ordonnè, par sa grace infinie [&] bontè jmmense, a chasque
maladie, dès bons remedes, comme [a] chasque, Venin son antj-
dote, pourveü, qu'on l'èsplüche avec diligence, & s'estü-
die, avec peine, a le scavoir. Car le bon Dieu ne se plaist
point, en la destrüction de [la] Natüre <et de sa creatüre> avant le temps,
& veüt, que nous jouission[s] de sès dons avec actions de graces,
avec prudence, circomspec[t]ion & prevoyance.
Que l'herbe, nommèe brunnkreße, est très salütaire,
mais, qu'il y en a, d['autres], quj luy ressemble nai-
fuement ple[in de venins], et qui fait enrager.
Jl l'appelle
Contre ce venin, le meilleür antidote, est de prendre
ün quintin de castoreum (bibergail) dans de la biere,
ou dü Vin, & qu'il scait, cela, par experience.
Ainsy, il faut prendre, bien garde, a ne manger,
l'üne herbe, pour l'austre. Il deteste fort aussy,
les malices de Satha[n], qu'il exerce, aux sorciers,
& par iceulx, ou par [les] sorcieres, avec pouldres,
& venins, pour tuër ou fasciner, ou faire en-
rager lès personnes & qu'il faut punir severement
telles grandes meschancetéz, voire grands crimes.
Il m'a contè divers exemples, de cela, arrivéz au Pays
de Brunswigk, & ailleurs. Dieu nous en preserve, par sa Sainte grace!
Er hat den Mann, <Müller9 genandt> welcher am Sonnabendt, so
übel vom wagen, gefallen, undt vom fall
und Schlage (Paralysis,) gerühret, sprach-
loß ist, ein hocke Müller genandt, besucht,
aber übeldisponirt befunden, vermeinende,
er seye verseümt worden, und man hette
ihn sollen auf dem [bei]n der andern seitte
da er nicht lahm ist, zu Ader, laßen,
damitt das bluht, (so sich, vom fall undt
Concußion, umb das hertze geronnen, undt
daßelbe preßirt) [wehre darauß ]weggebracht,
undt in zeitten, gelüftet worden. Numehr, dörfte es
zu spähte sein. Das dreyiährige, arme Mägdlein,
so die windsuchtt, Tympanites genandt, alhier hatt,
undt einen größeren leib; alß manche Schwangere
Fraw, wie eine trummel, hat er gleichßfalß be-
suchtt. Er hat ihr auch etwaß zu gebrauchen verord-
net, undt wenig hofnung, wo ferne sie es nicht
verwächßt, das es sich, so[l] ändern; das Mägdlein10,
leidet große schmertzen, ist doch [g]ar geduldig darbey,
Gottes kraft, welche in den Schwachen mächtig
ist, kan beyden pacienten helfen, Er wolle es auch thun,
ist es ihnen Sehliglich, Nützlich, und guhet, umb Christj willen Amen.
A spasso, drußeln, zu schießen. Le declin de ma Veüe, m'em-
pesche, a bien tirer. Tout va, en decadence, avec le temps! perge
<hasen.>
<Orta omnia; intereunt! perge>
Abermahliger froßt des
Morgens, wie gestern. perge
Meine Commißarien, haben heütte,
mit henning Stammern, undt andern tractirt, wegen der Steuern.
Jch habe darnach selber, Henning Stammer, audientz, gegeben,
undt nach gehaltenem gespräche, dimittiret, weil er nacher
Magdeburgk, verraysen will.
Wartemßleben, a retrouvè dans la paillasse dü
lict, son pourpoint, perdü avanthier, qu'il croyoit,
luy avoir, estè dèsrobbè, & cela le faysoit aller
ridicülement, en manteau, deux, jours dürant,
sans pourpoint.
Doctor Fischern, undt Jehna, habe ich, an den Megde-
sprung, geschickt, selbigen bergwergksStollen, zu
besichtigen, ob er der mühe, und unkosten werth, daselbst,
einschlag[en z]u laßen.
Hanß Bö[tticher, aus ]hoym, hat mir, auf abschlag, der
60 ThalerThlr: so er mir [schul]dig, (weil ich sein Mannlehen,
über sein hauß zu [hoy]m zum Erbzinßguht, gemachtt)
20 ThalerThlr: an itzo, endtrittet. perge Liebden
Jch, bjn Nachmittags [doch] hinauß, gegen Padeborn, hetzen
geritten, undt haben einen hasen, eingebrachtt.
Doctor Fischer, undt Jehna, seindt von Mägdesprung wieder-
kommen, undt haben ihren bericht gethan.
Sonntag☉ den 23. October 1653.
<Regen, manè, helle meridi[e hiber] no tempore, Nebell sero!>
Jch habe Ern Peter Goht, predigen laßen, auf unserm
SchloßSahl, undt extra behalten, zu Mittage,
neben Doctor Fischern, undt unsern hofrähten, nemlich
Jehna, Paulo Ludwigen, undt unsern
Junckern, alß Wallwitz, Wartemßleben,
undt den Beampten, &cetera
In Publicis, hat man viel zu travailljren gehabtt,
in dem ich viel schreiben, undt abcopiiren laßen.
Es gibt dißcrepantzen, wegen avocation
unserer Abgesandten. Jch, undt Zerbst,
improbiren es, Deßaw, Cöhten, undt Plötzkaw
aber, approbiren es, instinctu, eines eintzigen
Menschen, des Obrist leutnant Knochens, cum summo
dedecore, unsers Fürstlichen haüses!
Unsere Jungfer Catherina <Margaretha> von Dütten, ist
krangk worden, am asthma, G[ot]t helfe ihr!
<1 Hase.>
Jch bin hinauß hetzen g[egang]en, einen hasen ein <braten>
beym alten Schloß, dem Gern[???]pf, hehr.
Die Commißion mit Blühte[ w]egen Meiner herzlieb(st)en gemahlin
pacht Prætensionen, neben andern sachen, ist vorge-
nommen worden.
Klagen, undt Supplicationes, (wie vorige tage) genung bekommen:
Doctor Fischer, ist embsig, unsere krangke Jungfer zu curiren.
Es hat auch Tractaten, mit Christian Rödern, gegeben.
Doctor Fischer, hat auch den Paralyticum besuchtt,
mit welchem es sich, in etwas lindert. Gott gebe perfection!
Aviß: daß mein bruder, Fürst Friedrich wieder auf Genff,
im Frühling, (gebe[ gott) r]aysen will, damit er (auf
erfordernden [(erns]tfall), desto eher, allhier
sein könne. Die herren Venetj aber, sollen meinem
Bruder, aufs neẅe, bestallung antragen.
Discorsj, mit Jehna, mit Doctor Fischern, mit Paulo Ludwig
undt andern, gehabt, meine sachen, in ordnung, zu redigiren.
<gelinde wetter.>
<Somnia horrifica gehabt hic Ballenstedij.>
Die Wieterßheimische wittibe (als sie gestern
bey Madame wahr) habe ich auch angesprochen. perge
Jch bin heütte, in das Forwergk, gegangen, den
heẅ: undt kornboden, Stall, undt pferde, Schäferey,
undt dergleichen, zu besichtigen, undt zu consideriren.
Mit undterschiedlichen klagen, und supplica-
tionen, bin ich behelliget worden, gleich wie in vorigen
tagen, und habe deren expeditiones maturiret.
Dij bona; laboribus vendunt!
Jch habe allerley verwirrungen gehabt, auch
wegen Hanß Ernst von Börstels, Haüptmann zu
Hoym, welcher sich, gar nicht, zu seinen Steẅren, von der
Mühle, und Schäffereyen, accommodiren will.
Mit Gerhardt Blühte, Meiner herzlieb(st)en gemahlin pachtmann,
hat es auch verwirrete händel gegeben, allhier zu Ballenstedt.
Il El Mundo, es redondo, Quien no sabe nadar, anda al <hondo.>
Die große, weitte, weltt, ist <gar> rundt,
wer nicht schwimmen kan, der geht zu grundt! perge et cetera
Ser Senor, no es saber! [sa]ber ; saberlo ser!
Ein Herr zu sein, ist keine k[uns]t,
Es recht zu sein! ist große kunst! perge et cetera
kunst ist es nicht, ein herr zu sein,
wol aber ists! es recht zu sein!
Wer herrschen will? undt kan es nicht,
demselben nur, die kunst gebricht!
Die beste kunst, ist es, recht zu herrschen,
wers nicht kan? ist unwerth, zu herrschen!
Ein ieder dengktt, ein Herr zu sein,
wers nicht kan, stegk sich, ia nicht drein!
Regieren, will, ein ieder können,
wers nicht kan, mag sich wol besinnen. perge et cetera
Regenten Amptt, ist nicht so leichtt,
Alß, manchem unerfahrnen, deüchtt.
Zu Herrschen ist, ein Schwehr beruff, wers nicht versteht, der <dring nicht druff!> perge
Schreiben von Bernburg mit den avisen, undt andern schreiben,
von Wien, Leiptzigk, Gohta, undt andern orthen.
Die avisen geben:
Daß die OostJndischen Schiffe der holländer, auß Dennemargk
bey ihnen, in salvo angekommen, und stargk contra
Anglos, armiret wirdt.
Die Engellischen hetten mehr Schiffe, durch Sturm
verlohren, alß ihnen, die hollender abgenommen.
Cromwell, würde von vielen, schehl angesehen.
Jn Schottland würden die prediger verfolget,
weil Sie vor den König, das gemeine gebeth, hielten.
Der Schotten armatur, zergienge, ob es schon
einen guten anfang gehabt.
Rocroy, würde höher gehalten, alß Mouson.
Der Ertzhertzog wehre persöhnlich, davor gelegen.
Perigueux, wehre in des Königes in Frankreich händen.
Die Refformirten, in Languedocq, wehren stargk,
wolten sich noch nicht stillen laßen. Girona,
in Catalonien, wehre von den Spannischen undter dem
Don d'Austria, endtsetzt. Am Tanaro, hetten
die Frantzosen, undter dem Marechal de Gransay, nebst
den Savoyschen völgkern, die Spannischen undter dem
Marchese di Caracena geschlagen, auch denselben, mit
verlust, sich zu retiriren genöhtiget. Blaye an der Garonne,
wehre von der Spannischen SeeArmada, investiret.
Der hertzog von Lottringhen, suchte winterquartiere
in Deützschlandt, unerachtet, der 60000 ThalerThlr:
so ihme, zur evacuation des Reichß, halb vom
Kayser, und halb von den Ständen, bewilliget worden.
Die Schiffe auf der Thonaw, würden zugerüstet
zu Regenspurg zur Kayserlichen abreyse, gleichwol
vermeinten viel, der Kayser dörfte, noch diesen
wintter über, zu Regensburg verbleiben, undt die de-
liberanda expediren.
Zu Wien, stürbe es, an der pest, wie auch,
in Polen, Preüßen, hinderPommern, und in Schweden.
Zu Zell wehre das Fürstliche beylager, magnificq
abgegangen, sonderlich hette sich, der brauttSchwager,
hertzogk Ernst Günther von hollstein, mit einer
suitte von 800 pferden, alß Königlich Dennemärkischer
Gesandter, wol sehen laßen. Der König
hette sich excusirt, daß ihn, seine ReichsStende
auß seinem Königreich, undt Erblanden, wegen
gefahr der Engelländer, nicht ziehen laßen wollen.
Die Lucerner pawren, seindt wiederumb,
in armis, inmaßen auch die Berner, ihre Schlößer
besetzt, sich vor ihren pawren, aufs neẅe, besorgende.
Ein Obrist wachtmeister, ist zu Wien<Regenspurg>, decolliret worden,
|| [[Handschrift: 55r]]
welcher seinen wirth, vorsetzlicher weise, ermordet.
hat sehr gebehten, iedoch vergebens, ihn, alß einen
kriegsofficirer, zu harquebusiren.
Der iunge Chmielinsky, (so mit einem Stücke
in Schengkel geschoßen) sol in der festung Soczaw,
an seinem schaden gestorben, undt der entsatz des
allten Chmielinßky, zu rügk geblieben sein.
Man verhoffet, numehr die übergabe Soczaw,
darinnen der hunger, die pest, und andere mängel
so wol alß der krieg, den Cosagken, hart zusetzen sollen.
Die Fürsten, in Siebenbürgend, Moldaw,
undt der neẅe hospodar, in der Wallachey, coniungi-
ren sich, mit dem Könige in Pohlen, wieder den alten
Hospodar, wieder die Cosagken, undt Tartarn.
Der Tartarhahn, oder große Cham[!], sol im
willens haben, durch des Römischen Kaysers Landt,
seine horden, in Sibenbürgen, einfallen zu laßen,
darumb Jhre Kayserliche Mayestät vom Könige in Polen
gewarnet worden, sich verzusehen, undt dero besatzun-
gen, an den gräntzen, zu verstärgken, wie
auch im wergk, zu geschehen, vermuhtet wirdt,
und albereitt der Stadtgraben zu Wien, sonderlich
am Burgkthor, sol erweittert, undt tiefer gemacht
w auch an die frontierplätze, Provision gemacht werden.
Der Türgke, hat Canea endtsetzt, auch darüber
sehr gefrohlockt. hingegen, haben die Venezianer,
7 Schiffe, mit Parmesanischem volck, dahin
senden wollen. Alß aber, die Soldaten,
(welche eigentlich vor Dalmatiam, geworben)
vermergkt, das man sie, so ferne, in Can-
diam, schigken wollte, haben sie mutiniret
Die Schiffe überwältiget, und in Apuliam
sie anzulenden, und außzusetzen, gezwungen,
und daselbst, mit den Banditen, in Abbruzzo,
sich coniungiret.
Der ViceRè von Napolj, hat weggesoltt,
ist aber, aufs neẅe, vom Könige in Spannien,
confirmiret, und sein StadthalterAmptt,
ihme prorogiret worden. Er hat 600000
krohnen, etzlichen vermögenden, abborgen
und nehmen laßen, und schickt solches geldt,
der nohtleidenden Spannischen armada
nacher Meylandt.
Des Bassa11 von Sidon, Sohn12, sol sich, zu Rom,
in der kirche Saint Louys, haben taüffen laßen,
da dann, undter andern, der Cardinal Barberinj,
bey ihme, zu gevatter gestanden, und ihme zum
|| [[Handschrift: 56r]]
pahten pfenning, ein schön kleinodt, von 400 krohnen,
undt ein Rubinen creütz darauf, verehret.
Wegen der Vechte, sollen dem Bischof von Münster
die evacuation gelder, gelifert werden.
Daß der Lottringhische Oberste Schnetter, mit
seinem Regiment, vor Maestrich, wegen verübter
insolentzien, geschlagen worden, und selbst darü-
ber todt blieben, veruhrsacht klagen, undt
Mißverstände. Die herren Staaden aber, werden
auch darwieder, ihre Notturfft, vorbringen.
Ein iunger Graf Verdugo, des Allten
Don Francisco Sohn, ist in einen wald, an
seinem lusthause, beye in Böhmen,
spatziren gegangen, da seindt 7 bähren
auß dem walde kommen, undt haben
ihn dermaßen erschregkt, daß er
ihnen kawm endtrinnen können,
darvon der iunge herr, ein tödtliches
fieber bekommen, undt also sterben müßen.
Der hofraht, Paulus Ludwig hat, diesen
abendt, seinen undterthänig(st)en abscheidt genommen, in
meinung, Morgen, (gebe gott) wieder nach Bernburg zu gehen.
<2 Hasen, haben unsere leüttlin, alhier zu Ballenstedt, von der hatz, einbrachtt.>
Der hofraht Paulus, hat sich, noch einmahl, praesentiret,
undt gehorsamlich Valediciret, wie auch
der Medicus, Doctor Fischer, gethan. Mein Cammer-
page, Albrecht Sekerka, wirdt auch mit
ihnen, nach Bernburgk, fahren, Gott wolle
sie allerseitß, geleitten!
Aviß: daß vetter Gustaff von Meckelnburgk
veniam ætatis, vom Kayser, erlanget,
undt seine Regierung, baldt antretten,
wirdt. Gott gebe ihm, glück! heyl! undt
Segen, darzu! undt alle Fürstliche,
Regenten Tugenden! perge Wo ferrne Gott,
ihn, undt Meine Fraw Schwester, leben leßett,
dörfte die Schwester, wol baldt, zu ihrem
Sohn, nacher Güsterow, sich begeben, Gott gebe,
zum wahren friede, undt einigkeitt,
in Göttlichen, undt welttlichen vorhaben!
Jch habe unsere leütte, in etwas windigem wetter, hi-
nauß geschigkt, von 5 hasen, so Sie, mit meinen dreyen
(allhiesigen!) winden, gehetzt, haben sie 2 hasen einbrachtt,
die andern drey, haben Sie, lauffen laßen, wegen
der berge, undt püscher.
A spasso, in gelindem wetter.
Walwitz, unser frawenzimmerhofmeister, ist auch heütte
nacher Quedlinburgk, dem leichbegengnüß, des gewesenen haüpt-
manns daselbst, Obrist Fitzthumbs Sehliger, (welcher noch
zu meiner zeitt, im Böhmischen kriege, hauptmann, undter
dem hollachischen Regiment wahr) beyzuwohnen.
Er sol auch, an einem Stein, so jhm stegken blieben, (wie
der herrvetter Fürst Augustus Sehliger) gestorben sejn. Gott genade ihm!
Meine herzlieb(st)e gemahlin, jst nachmittagß, hinundter,
zu der Allten Bilawinn, (ejner gebornen BKrosigkinn,)
gefahren, sie zu besuchen, weil Sie altt, undt Schwach ist.
Jhr iungker Sehliger, wahr raht zu Deßaw, undt
mir wolbekandt, ein Mann, von guten qualiteten.
Sein Elltister Sohn, Christian, wahr mein pahte,
undt nach dem er, dem Könige, in Schweden, <Gustavo Adolpho> vor einen
Page, endtlich, <von ihme> wehrhaftig, <gemacht>, gediehnet, undt cornet
worden, ist ihm, in Preüßen, im kriege, mit einem Stücke,
ein arm, abgeschoßen worden, Seidthero er abgedangkt,
und mir aufgewartett, etzliche iahr, und alß Commißa-
rius, im kriegswesen, sich gebrauchen laßen, ist er endtlich,
an der pest, gestorben, nach dem er, eine Röderinn,
geheyrathet, undt allerley unglügk, außgestanden.
Seine brüder, haben nacheinander, dienste versehen,
bey Meinem herrnvatter Sehlig, bey Meiner gemahlin, undt
sonsten, als pagen, Sie seindt aber, seidthero, alle
auch gestorben, in der frembde, undt man höret nichts, von ihnen,
[in]maßen, hertzogk Ernst Günther, von Hollstein, den einen, in Frangkreich,
wol befördert gehabt, so hiebevor, Meiner gemahljn Page gewesen. perge
Gestern abendt, spähte, alß ich noch mit deme von
Wallwitz geredet, von Seinem ritt nacher Quedlinburg
undt vom angestelletem stattlichem begräbnüß,
des Fitzthumbs, gewesenen Obersten, undt haupt-
manns daselbst, ist in meiner Söhne gemach,
bey gar gelindem stillen wetter, unvorsehens,
durch einen unvermergkten, geschwinden, undt
darnach innehaltenden wirbelwindt,
ein gantz großes fensterfach, in præsentia
etzlicher diener, eingeworfen worden.
Eben fast in dem moment, ist unserer
Jungfer, und einer Magd, im großen
besten gemach, ein schwartzer hundt begeg-
net, undt verschwunden, welcher sie der-
maßen erschreckt, daß sie fast nicht zu bleiben, gewußt.
Gott gebe! das dieses alles, nichts böses
bedeütten! viel weniger ominoß sein!
noch weniger hexenwergk in sich haben möge!
wiewol es, wie ein Stügk feẅer, eingeschlagen,
undt der genandte drache, sein mag! Es ist mit
solcher furia eingeschlagen, das das gantze cabjnet
sich erschütterte.
Diese Nacht hat mir getraẅmet, ich wehre mit Carolo Ursino,
zu Regenspurgk, gewesen. Beym Kayser, und Könige, hette
ich gar gnedigste audientz gehabt. Alß wir darnach,
mit schönem Comitat, zum Churfürsten von Meintz, gezogen,
hette derselbige, in carten gespiehlet, und nichts
davon wißen wollen, das ich zu ihm geschicktt,
und mich anmelden hette laßen, unerachtet er mir
doch die Stunde der visite (gebührendt von Mir, ge-
suchtt) ernennen laßen. hette auch wenig mit mir
geredet, sondern jmmer, mit andern, und wenig Ce-
remonien gemachtt, darein ich mich nicht richten können.
Jnndeßen, hette ich, mit andern Cavallieren, gesprachet,
welche fein gegen mir, gethan, und Carl Ursinus hette fleißig
zugehöret. Alß aber endtlic[h], auch von der Religion
dißcurriret worden, hette Carl Ursinus zu Mir gesaget;
in præsentia vieler anderer, Papisten, undt Luthera-
ner: Es gefiel ihm wol daselbst, er müßte Päbstisch,
oder Luttrisch, einmahl werden, welche wortt mich sehr
geschmertzet, beyderley adversarijs aber, sehr wol-
gefallen, also: das Sie ihn, darinnen confirmiret.
Jch hette ihn doch, auf eine seitte gezogen, und ihn,
zu andern gedangken, vermahnet, darauf er, gar
anderst gegen mir, sich erklähret, auch seine vorige
reden, retractiren, undt verdrehen wollen. Endtlich,
hette ich, vom Churfürsten (seine kaltsinnigkeitt verspührende)
|| [[Handschrift: 58v]]
abschiedt genommen. Siehe! da wehre, weder Carolus Ursinus,
noch iemands, von allem meinem großen comitat,
mir gefolget, darüber ich mich, zurückf sehende,
verwundert, undt alteriret. Gleichwol hette
ich, nach dem abschiedt, forthgemußt, undt zu
meinem glück, den Cigogne, des Verdugo
Officirer, meiner bekandten einen, rencontriret,
der hette mir den weg, in der Stadt (welche
mir groß, unbekandt, auch viel größer, alß
Regenspurgk, ahnzusehen gewesen, undt vorkommen)
umbher gezeiget, und mich bey ehren erhalten.
Mich hette es, sehr geschmertzet, daß Carl Ursinus zurückeg
geblieben, undt alle meine leütte, im Chur Mein-
tzischen quartier, also aufgehalten worden,
iedoch, hette ichs müßen, nolens volens, ver-
beißen, und wachte in dem Schimpf, also auff.
Mich dauchte auch, alß Chur Meintz, in
cartten spielte, und verkleidet wahr, er
hette gewaltige, ungewöhnliche poßen,
vorbrachtt, da wehre eine Stimme, an mich
kommen, sagende: Er agirt! Jch hette mich,
in diese unanstendige Familiaritet, gar nicht
zu richten, gewußt. perge
Der LandtAdel, welcher wegen dißcußion der Steẅren,
in diesem Amptt Ballenstedt, citirt worden, auf heütte,
ist nicht erschienen, Sondern, sie seindt, mit tergiversa-
tionibus, undt endtschuldigungen, eingekommen.
Abermahlige post, von Bernburgk; undt Zerbst.
Die Avocation der Gesandten, will per majora
obtiniret, undt die spesirung, denen, so es ver-
hindern wollen, aufgebürdet werden. Mi-
lagius selber, hat nicht länger, lußt, zu Regenspurgk
zu verbleiben. Carolus Ursinus, hat unß gestern
vermeinet, entgegen zu reitten, die ehre aber,
ist nur dem Medico, Doctor Fischern, Secretario Paulo Ludwig
undt meinem Page, Albrechtt Sekerka, zu theil worden.
Und Carl Ursinus hat gleichwol, bey dieser occasion, einen
ungewöhnlichen, großen hasen, an den weinbergen,
gefangen, welcher über 9 Pfund (libra)℔ gewogen. Carl Ursinus stu-
dieret sonst fleißig. Die Oeconomijsachen, gehen noch
zimlich die justitziensachen, inngleichem. Zu Zelle ist
das beylager, splendide, & pompose abgelauffen. Paris
Werder hst einen pocal, von 200 ThalernThlrn: auf dem Ring-
rennen, gewunnen. Ein Landgrave von heßen13, aber, ein
kleinodt, von 200 ThalerThlr:. Mein gewesener Cammer Page,
BiederSehe, ist wol montirt auß Pohlen, wiederkommen.
Der gefallene custodis Sohn, kehrt durch Gottes gnade, undt
meines krangken Balbirers, fleiß, wieder zu unerachteter zwey
stunden lang, vor todt gelegen. Die Meüse, verwüsten, die Saht.
heütte nimbt Rosener, ein iunger gelehrter Pfarrer
Drohndorf, des pfarrers, zu Radißleben Knochenhawers
tochter. Gott gebe ihnen, seinen Segen! Er hat viel
adversiteten erlitten, weil er unlengst, zu unserer
reformirten Religion, getretten gleich wie vor iahren,
sein Schwiegervatter gethan, alß auch der Superintendens
Raumerus, welcher ihn befördert. Gott mehre, undt
stärgke ferner, die anzahl, der Rechtglaübigen!
Discorsj, mit Jehna, undt mit dem Amptmann, und Matthias Cnüttel
Risposta auß der Margk, vom Fridrich von Jehna, Doctor und Professore
Juris, zu Frangkfurth, an der Oder.
A spasso, in zimlichem wetter. Auf den spähten abendt,
aber, ist es windig worden.
<Regen, undt windt.>
Caspar Pfaw, ist anhero kommen, und hat Mir zugesprochen.
Jehna, hat seine commißiones, mit zuziehung, des
Amptmanns, ferner vorgenommen, insonderheitt, mit
den Rhejnstedtern, undt Casparo Pfawen.
Augustus, von der Aßeburgk, vom Falgkenstain, ist mit
seiner Frawen, (einer von Grießheim,) unvorsehens, von Qued-
linburgk, anhero kommen, hat alhier eingesprochen, und sich
beklaget, daß der neẅlichste gräntzzug, also, bey Radißleben,
præjudiciret worden. Jhme selber, ist groß præiuditz geschehen.
Er droẅet, mit dem Kayser, wieder die Halberstädtischen rähte.
wo ferrne ihn, sejn herr, der Churfürst, nicht schützen würde?
Nach einer kleinen ahnsprache, ist er forthgerayset.
Conferenze, mit Jehna, mit dem Amptmann, undt anderen.
Die Relation, von Regenspurg Numero 46 ist ankommen, von Bernburg
nach dem sie, zu Zerbst, undt Deßaw, erbrochen, undt addreßiret,
Es gibt noch Streitt, wegen der deputation, undt einneh-
mung der haüser, wie auch paritet, beyder religionen. Die
Neẅen Fürsten, wollen auch eingenommen sein. Die deliberationes
gehen etwaß confuß. Die Resolutiones varijren. Schweden,
will wegen Brehmen alß hertzog, auch in die Deputation. Sie
setzen der Stadt Brehmen, sehr hartt zu. Wollen sie nicht
zur session, undter die ReichßStädte, admittiren. Finden
ihre Patronos, zu beyden theilen. Zur deputation, wirdt
auch das hauß Gülich reservirt, wann es der Poßeßion
halben, verglichen. Die Lotthringhischen undt Vechtische sa-
tißfaction gelder, werden scharf urgiret, wie auch,
die assistentz, des Königs in Engellandt, aufs neẅe,
gesucht wirdt. Der Kayser, will noch, den wintter
über, und biß in den Martium, 1654 zu Regenspurg
verbleiben. Viel Gesandten, raysen ab. Wer
nicht Mittel, zu bleiben hatt, muß forth. Jhre Mayestät
reconvalescirt. Die Staaden tractiren
mit dem Könige in Dennemargk, wegen verpachtung
der GlügksStadt, damit sie die Elbe, vor den Engellän-
dern, befreyen! La Reyne de Swede, doibt fort
correspondre, avec les Catoliques Romains, & s'allier
fort & ferme avec l'Espaigne, & la mayson d'Austriche.
Frangkreich, führet auch gravamina, wieder das friedensInstrument.
<Windt. Regen.>
Nota Bene[:] j'ay sceu, d'un quidam, que l'Electeur de Brandenbourg,
auroit estè bien ayse, d'avoir de l'Empereur la Principautè
de Glogaw, pour la contè d'Ascanie, et pour d'autres
pretensions, de quelques arrerages, en Pomeranie.
Pourquoy? n'at on pas avancè, cés traittéz?
Mit Jehna, mit Ern Petro Goht, mit dem Amptmann Schmidt
geredet, wie auch mit dem Amptschreiber Cnüttel, undt
ihnen valediciret.
Nach dem frühestügk: bin ich, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden
von Ballenstedt, wieder aufgebrochen, unsern comitat
mittnehmende, und also, nacher Bernburgk, raysende!
Carolus Ursinus, mein Sohn, ist unß entgegen kommen.
Bey dem hofraht Paulo Ludwigen, bin ich ein wenig abgestiegen
seria mit ihm redende, darnach, auf das Schloß,
alldar alles (Gott lob) wol gefunden. Gott gebe, contjnuation!
<Windt regen, undt zu abendts, windt, undt Schnee.>
Jn die kirche, mit Carolo Ursino, und 2 töchtern14.
Extra zu Mittage gehabt, den CammerRaht, Doctor
Mechovium, gehabtt. Aufn abendt, Miltitz, et cetera[.]
Zu Mittage, und zu abends, ist ein stargker
windt, endtstanden.
Relation von Regenspurg Numero 47 der Reichßhofrahts-
Præsident, Grave von Oettingen, macht diffi-
culteten, (den Jesuwitern zu gefallen) wegen
|| [[Handschrift: 61r]]
unserer, lengst schon bewilligten, Gernrödischen
beleyhung, contra Vota, & opinionem, reliquorum
Consiliariorum, Cæsaris. Die Deputation
unsers haußes<im Reich>, gibt viel Streitt. Es scheinet, man
wolle Anhaltt præteriren, undt Wetteraw, vorziehen,
auß oscitantz, unserer eigenen leütte. König in
Engellandt, helt abermalß, umb assistentz, ahn.
Die meisten, recusiren es. Die repartition, in die
Crayße, wirdt von Chur Meintz alleine, (ungehört
der Stände), præiudicirlich gemacht. Lächerliche
Protestation, zwischen den neẅen Fürsten, Naßaw,
undt Lobkowitz, im Fürstenrath, da der eine
die Westerwaldische sprache, unrecht verstanden,
undt die unzietige (unzeittige) protestation, vor
unzüchtig gehalten, und dem andern die unzuchtt
wieder undter geschoben, reprotestando, dieser
e contra, biß ein allgemeines, ärgerliches
lachen, darauß worden und kein nutzen darbey
verspühret. Mundus Universus, sic exercet Histrionjam!
oder aber Mundus stultorum cavea! perge et cetera
<1 Stück wildt.>
Ein dieb so viel gestohlen, ist auß dem krumphalß
entrunnen. Man hat stargke Schlößer, an zweyen
thüren, unversehrt, gefunden, darinnen er geseßen.
Der Pfarrer, von Dohndorf Angelocrator, ist bey mir gewesen. perge
Der hofrath, Paulus Ludwig, ist bey mir gewesen,
abschied zu nehmen, weil er Morgen (gebe gott) nacher
Ballenstedt soll.
Der (vermeintlich) außgebrochene dieb, ist
diesen abendt, unvermuhtend in einer
grube, des gefängnüßes, undter einem
Stein, so er außgegraben, und sich in
die grube, (alles mit unnatürlicher
verwunderung) verstegkt, auch ohne
zweifel, der nachtt, zum außtretten,
erwartten wollen, nach dem das ge-
fängnüß, mehr als den halben tag,
offen gestanden, undt der hüter selbst
als im verdacht, incarceriret worden,
durch ein weib, welches ohngefehr, auf
den großen wackelnden Stein, getret-
ten, entdeckt, und wieder fest gemacht,
der hüter, oder Stadtknechtt aber, loß
wieder gelaßen worden. Gott wolle
das übel dempfen!
Ein Stügk wildt, jst von Ballenstedt, anhero kommen,
welches am Sonnabendt frühe, auf meiner Saht, geschoßen worden.
Schreiben, von Pariß, Leiptzigk, Halle, Wien, Dreßen[!].
Die avisen geben: daß die Engelländer und holländer
friede tractiren, und iehne sich näher zum ziel
legen wollen. Gleichwol seind die OostJndische
Schiffe, auß Dennemark und Norwegen, noch
nicht, in ihrem vaterlande arriviret, wegen
contrarij winden, und vfpaßen, der feinde.
Die hochländer in Schottland, seindt noch, in
Waffen, leiden aber mangel, an munition,
undt proviant, Cromwell, wird von etzlichen
Anglis, schähl angesehen. Die Sturmwinde
haben der Engelländischen flotte schaden gethan.
Printz Ruprecht, wirdt gesucht, wieder
die Engelländer, in holland sich gebrauchen zu laßen.
Frangkreich, sucht auch alliance bey hollandt.
Man exequirt zur Paris, wieder des Cardinals
Antagonisten. Zwischen den armèen in Pie-
mont ist ein scharfes treffen vorgegangen.
Beyde theil, so wol Marquèz de Caracena,
als der Marechal de Gransay, mögen wenig
darbey gewonnen haben. hingegen, hat Don
Juan d'Austria in Catalogna dem Marechal de Hoc-
quincourt, obgesieget, und Girona entsetzet.
Die Reformirten in Frangkreich, nemlich: in Provence
Languedocq, Daulphinè, seindt noch nicht gestillet. Der
König, sucht Mittel, und wege sie zu placidiren. Monsieur
Marcin15, gewesener General, in Guienne, ist von dem
Könige in Frrankreich ab, zu dem Könige in Spannien, ge-
tretten, nach dem ihn der König in Frankreich wol abgefertiget,
undt vermeinet, er sollte, in Littawen, sich retiriren,
woselbst er, zu hause, gehören mag.
Zu Regenspurgk, hoft man, das Kayserliche Mayestät
noch diesen wintter über, biß in den frühling
hinein, subsistiren werden. Jnterim, gehen die Delj-
berationes tapfer forth.
Die pest reget sich zu Wien, und graßiret
in Preüßen, Polen, undt hindterPommern, will
auch schon etwaß näher schleichen, Jn Denne-
margk, und in Schweden, sol sie etwas abnehmen.
Gott bewahre! Vor solchen Seüchen, undt
mehreren landplagen! perge
Jn Polen, sol der iunge Chmielinßky gewiß
todt sein, die Polen liegen noch vor Sochzaw.
Der alte Chmielinsky suchet sein leidt, mit
dem entsatz, durch Cosagken, undt Tartarn,
zu verbeißen. Die Polen aber, hoffen die Festung, zu occupiren.
Jn der Schweitz, sollen die Lucerner, wie auch die Berner,
ihre abermalß Rebellische pawren, gestillet haben, Gott
gebe! das es möge lange bestandt haben.
Die Türgken, rüsten abermalß, wieder die Vene-
zianer, zu waßer, undt lande, wiewol der Divano
will, der Türckische Kayser, solle friede machen.
Die alte Suldanin, sol mit ihrem vornehmsten
kämmerling, uneins worden sein, undt factiones machen.
Die Barbarischen Galleren, sollen Genueser
Schiffe, mit großem reichthumb, beladen, erobert,
undt gewaltige beütten, (der Christenheitt zu
schaden) gemacht, haben. Die Türcken, haben
ohne daß, über 1600 zu Scklaven gemacht,
undt nach Constantinopel, neẅlichst wieder geschicktt.
Man förchtet sich, vor der Lottringhischen völgker,
wintterquartier, so wol, am Rhein, alß in Frangkreich.
Der König in Dennemargk, leßet, etzliche kriegs-
Schiffe, außrüsten, den holländern, zur convoy; undt
assistentz.
Die Schweden, veralliiren sich, noch näher mit Span-
nien, in hofnung, Brehmen die Stadt, hinweg zu kriegen.
Chur Brandenburg fordert, von dem Kayser, undt dem
Reich, ersetzung der entbähreten einkommen, auß Pommern,
wegen so lange sußpendirter restitution.
