Donnerstag♃ den 1. December 1653.
<Jmmer gelinde wetter.>
Wallwitz, undt Rindtorf, seindt forth, nacher Ballenstedt[.]
Philipp Güder ist bey mir gewesen, per cose segrete! perge
Jddîo, le benedica! e, cj dîa, prospero successo!
Schreiben, vom Baron de Schrahtenbach.
Discorsj, mit Jehna, mit dem iüngeren
Einsidel, undt mit Magistro Mencelio.
Die 52. Relation von Regenspurg ist
einkommen, die gesandten haben vom
Kayser, undt Könige, Chur: und Fürsten,
auch andern legatis, <respective> abschiedt, genommen,
und seind, den 22. November aufgebrochen,
in bösem wetter, und wege. Gott
wolle sie begleitten!
Geschrieben, nacher Croßen, Regenspurg[,] Wien,
Dreßden, Berlin, Stuckgardt, Darm-
Stadt, heidelbergk, undt Caßel,
Weymar, undt andere orth, gratu-
lationes, zum Neẅen iahr. perge
Ein schreiben, von graf Moritz von Teck-
lenburgk, entpfangen. Er sucht ehegelder.
undt begehret, meine jntercession. perge
Avis: das Bäßgen Amoena zu Bentheim
einen Graven von Solmß heyrathen werde,
Gott gebe, zu glück! undt Segen!
Freitag♀ den 2. December 1653.
<4 hasen von der hatz. 8 Räphüner Schlegel.>
Mit Jehna conversiret, wegen Caspar Pfawens
begehren, seiner ägker befreyung halben.
Gott gebe zu glügklichen succeß!
Den Medicum, Doctor Fischern, habe ich zu
Mittage, extra gehabtt.
Conversatio, mit demselben, Jtem: <mit Einsideln[,]> mit Magister Menzelius[,]
Jtem: mit dem Amptmann Georg Reichardt successive.
Samstag♄ den 3. December 1653.
<1 hasen gehetzt.>
<Frost.>
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich, nacher Zerbst abgesandt,
in angelegenheitten. Gott gebe zu glücklichem succeß!
Rechnungen, und hauß[h]altungssachen
vorgehabtt.
Discorsj, mit Jehna, Einsideln, Schlegeln,
undt andern bedienten. perge
Nachmittagß, bin ich, mit Carolo Ursino,
hinauß spatziren, undt hetzen, geritten.
Avis: daß hanß Ernsts von Börstels, hauß-
Fraw, zu Hoym, auch eine Börstelinn,
meines gewesenen Præsidenten Seligen Tochter,
plötzlichen, an der Schwindsuchtt, verschieden.
Gott macht es wunderlich! doch Sehliglich!
Ma femme, me l'a annoncè, avec joye, en esperance,
Que son mary l'ira suivre, bien tost. Cela est malfait!
<Froßt.>
Diese Nacht, hats bescheidentlich geklopft,
ahn meiner CammerThür, von der Stuben
her, zwischen 1 undt 2 uhr, daß ichs, so
wol, alß Meine gemahlin, eigentlich gehöret.
Mir Traẅmete kurtz zuvor, wir
wehren in große waßersnoht, undt
ergießungen, oder zusammenfließungen
derselbigen, kommen, also: das wir
unß kawm retten können, in dem
wir zwischen den waßern, auf
grünen Jnseln, gestanden, und von
einer, auf die andere, kümmerlich,
unß salviret, dennoch, wegen ahn-
kunft, der großen waßerwellen,
nirgends sicher gewesen. Endlich,
wehre ein geschrey kommen, mein Sohn
Victor, wehre ertrungken. Gott gebe!
daß es ein Trawm bleibt, undt nimmer-
mehr wahr werde!
Er Hesius, hat heütte, den 2. Advent,
auf unserm Sahl, wol gepredigett.
Jst extra zu Mittage behalten worden,
neben Doctor Mechovio, Schlegeln, der
wallwitzinn, und andern. perge
Nachmittagß, wieder in die kirche gezogen,
mit Carolo Ursino, am heüttigen 2. Advent. perge
<Frost. regen.>
Mit lesen, schreiben, audientzen, (gewöhnlicher
weise) die zeitt paßiret.
Wallwitz, undt Rindtorf, seindt von
Ballenstedt, wiederkommen, alda Rindtorf,
in Meiner gemahlin Liebden guht, zur bezahlung
eingewiesen worden. Gott gebe zu glügk!
Schlegel, ist heütte wieder forth. Beklaget
sich, das er in dieser gantzen woche, so
wenig <nur 8> gefangen. Er seye bezaubert, oder
ein weidemannspoße, ihm wiederfahren,
dergleichen ihm niemalß also begegnet.
Dann er in die 3 schogk Räphüner, (nach: und
nach) in dem garn, und hamen gehabt, Sie wehren
aber alzeit, wieder entkommen, und herauß gelauffen.
|| [[Handschrift: 85v]]
Er will, diesen hamen, verbrennen, undt einen
neẅen machen laßen. Mundus, regitur Opinionibus! perge
Schreiben, auß Frankreich von Pariß, entpfangen.
Jtem: von halle, Leiptzigk, Regenspurg etcetera[.]
Die Avisen geben:
Das Kayserliche Mayestät noch diesen wintter, zu
Regenspurg verbleiben, undt fleißig zu raht
gehen wollen. Lottringhen, hat noch
nicht satißfaction. Der ViceRè, oder
Palatinus in Hungarn, graf Paul Palfy,
ist gestorben, wie auch der Kayserliche Obriste
Stallmeister, graf von Losenstain, beyde
meine gute bekandten. Seindt zu beklagen!
Ein Spannischer extraordinarius gesandter Don Borria
ist zu Regenspurg ankommen, dem Römischen König, zu
gratuliren.
Zu Wien, graßirt die Pest.
Der Türcke will in 7benbürgen
einfallen, weil Fürst Ragozzi, wieder die
Cosagken, und Tartarn, den Polen geholfen.
Chmielinsky, hat den Cham[!], aufge-
bracht. Derselbige gehet auf den König loß
|| [[Handschrift: 86r]]
mit seinen Tartarn, und Cosagken.
Zu Stogkholm, graßiret die pest. Die Königinn,
ist nach Upsall, gezogen, der Seüche zu endtweichen.
Sie hat alle Niederländischen Schiffe der Staaden verarrestiren
laßen, wegen privatkaufmanns händel, undt
repreßalien. Der Staaden Ambassadeur aber,
suchet die verarrestirten Schiffe, und kauf-
leütte, wieder zu erledigen.
Die Tractaten zwischen Engelland undt
holland, werden reassumiret, und gehoft,
daß Sie zum FriedenSchluß, gelangen dörften.
Zu Londen, haben die matroosen, tumul-
tujret, man hat aber ihre meütination,
durch die Soldaten, baldt compescirt,
und etzliche hengken, etzliche geißeln laßen.
Cromwell, hat die prediger, unerachtet
der discrepantzien, in der lehre, zur ei-
nigkeitt, und gehorsam, stargk vermahnet.
Die bergkSchotten, seindt noch, in motu!
Jngleichem, die Jrren, welche aber sehr deprimirt werden.
Zu Bourdeaux regieret die Pest heftig.
Die Spannische flotte ist gewichen. Saint Menehoud,
so der La Force lange tapffer defendiret,
sol durch accord, dem Könige in Frankreich zu Theil worden sein.
|| [[Handschrift: 86v]]
Der Cardinal Mazzarinj hat seine jntelli-
gentzen darinnen gehabtt, und etzliche
Bürger bestochen, welche das pulfer,
undt Magazinhauß, angestegktt,
und großen schaden, gethan.
La Force, hat noch die verrähter
ertapt, und vor der übergabe, sie
iustificiren laßen.
<3 hasen, von der hatz.>
heütte ist alhier, zu Bernburg des frühe-
Morgends, im finstern, unser bangkkoch,
(alß er seine Mutter1, von Deßaw, zum
Thor hinauß vom Schloße, führen helfen
wollen) in den Schloßgraben da er am
höchsten, undt Tiefsten ist, hinundter
gefallen, sich sehr beschädiget.
Plaustrum periculj; ansa!
perge
Hans Senf habe ich bey mir gehabtt.
Jtem: Doctor Fischern, <den Medicum.>
Caspar Pfaw, ist anhero kommen, citirter
maßen, wegen seiner Steẅersachen, zu Reinstedt.
Jch habe mit ihm, durch Jehna, undt Paul Ludwig tractiren laßen.
<Frost.>
<Eine> Demühtige supplication, vom haüptmann Börstel,
von Hoym, daß er aldar, undter unß
Reformirten, (seinem lengstgethanen
wuntzsch, undt verlangen nach)
möchte ein grab, vor sich, und seine
numehr verstorbene haußfraw, machen
laßen, entpfangen, und gerne dem-
selben, condolenter, mildiglich, deferiret.
Am heüttigen behtTage, zur kirchen, mit
Carolo Ursino, & Nobilibus.
Tobias Steffeck von Kolodey ist diesen abendt spähte,
von Zerbst, wiederkommen, hat seine
anbefohlene commißiones, wol abgeleget,
iedoch, wegen Jehna, eine schlechte
antworth, und ein schlechtes recreditif,
von Fürst Hanßen, erlanget. Man
bildest sich daselbst, viel ein, undt ad-
mittiret keine rationes! Gleichwol
seindt die Præsenten, zur gevatterschafft,
der Fürstin, und dem kinde, angenehm gewesen.
Schwartzenberger, ist in Meiner herzlieb(st)en gemahlin,
geschäften, wegen der navigation, auf der
Elbe, auch wiederkommen.
<1 hasen, von der hatz.>
Schreiben. Correspondentzen, verfertiget,
am heüttigen postTage.
Oeconomy: undt CantzeleySachen,
auch expedirt.
Avis: daß unsere gesandten von Re-
genspurg glücklich (iedoch, ohne einige
würdige verrichtung) von Regenspurg
zu Deßaw, Gott lob! wiederkommen.
Conferentz, mit Walwitz, Jehna[,]
Tobias Steffeck von Kolodey[,] Schwartzenberger, undt andern,
successive gehalten.
<2 Hasen, von der hatz.>
Jacob Antony, ist bey mir gewesen, in seinen desiderijs
contra seinen bruder, Volrath von Krosigk
undt gegen Hanß Bernds.
Carl Ursinus ist sehr krangk am zahnwehe gewesen.
Gott beßere es! und lindere ihm, die schmertzen.
Conferentz, mit Jehna, Rindtorf, & alijs.
perge
A spasso, in zimlichem wetter.
<Frost.>
Mit Carl Ursinus' zahn: und haüptwehe, hat sichs
Gott lob, gebeßert, allein die catharren[,]
husten, und brustflüße, halten noch ahn.
Jehna ist bey mir gewesen, in Oeconomicis[.]
Doctor Fischer, Carolj Ursinj, causa, auch
bey mir gehabtt.
Die Confirmation der Rahtswahl in der
Stadt, mit gewißem Reservat, auf
Morgen (gebe gott) angeordnet, Gott gebe zu glügk!
undt gesegnetem succeß!
<Digker Nebel. Rohreiff. Tawwetter[.]>
Vormittagß, am heüttigen dritten Advent
hat Er Jonius, alhier aufm Schloß
vor unß, geprediget. <Doctor Mechovius, und Jonius extra[.]>
Nachmittags habe ich, wegen der hußten,
undt catharren, mich inne gehalten, cum liberis.
Frühe, und vormittagß, wahr es sehr
kaltt, und hart gefrohren, also daß
das grundeiß, gieng, und iedermann
meinete, es würde die Sahle zufriehren
und daß wetter continujren, Siehe: so
gienge das wetter nachmittage, unvermuh-
tend und gehlinge, durch ein Thaw-
wetter auf, und ist sich übel, darein zu richten.
Risposta vom Amptmann zu Ballenstedt perge
per Märtin lackayen.
heütte ist der kürtzeste Tag, jm iahr.
<Frost, und gelinde.>
Doctor Fischer ist bey unß gewesen, undt
extra zu Mittage, behalten worden.
Philipp Güder wahr auch hieroben.
Die leütte krongken sehr, an hußten,
catharren, Fiebern. Gott erbarme sichs!
Avis: daß Wallwitz vatter,
der alte Esche, zu Deßaw, todes verblichen.
Gott genade ihm! Er wahr wol ein
redlicher, alter deützscher, und ein alter
Anhaltischer diener. perge
Jtem: wirdt avisiret, das des Obersten
Werders Tochter, gählingen gestorben.
Meine Töchter, ihre Jungfern, und Mägde,
seindt auch mehrentheilß, unpaß. Gott beßere es!
Christof Wilhelm Schlegel, ist wiederkommen.
Mit Carolo Ursino; leßet sichs, (Gott lob!)
zur beßerung, ahn. Gott helfe weitter, mit gnaden!
<4 hasen, von der hatz.>
<gelinde wetter.>
Ein Somnium gehabt, ob ich vom Römischen Kayser,
undt Römischen Könige, humanissime, zu einem
panckeet zu Regenspurg invitiret worden.
Alß ich mich nun eingestellet, hetten beyde
Mayesteten haben wollen, ich sollte
meinen huet aufsetzen. Jch hette gar
nicht gewoltt. Das hetten Sie, wie auch
andere anwesende Chur: undt Fürsten,
(so ihre haüpter bedeg[k]t, und ichs, im
reden, mit dem Kayser, zu spähte
animadvertiret) mir übel gedeüttet.
hette ich also lange mit bloßem haüptte
alleine stehen müßen, biß endlich der König,
Leise gesaget: Jch möchte nur, aufsetzen.
|| [[Handschrift: 89v]]
Man müste gehorsam sein, und mit allzu-
langem verwaigern, nicht unhöflich, dem
Kayser, sich wiedersetzen. Jch hette
viel cavaglierj gesehen, aber keinen
gekandt von denen aufwärttern.
An die Tafel, wehre ich zimlich
hoch gesetzt worden, undt keiner über
mich, als der Churfürst von Meintz,
undt der iunge Ertzhertzogk, derer
keiner außgesehen, wie sonsten.
Der Kayser, hette zwahr seine
vorige gestaltt behalten, das ich
ihn erkennen können. Baldt wehren
die Fürsten von Dietrichstain, und
Lobkowitz, darzu kommen, so ich noch
kennen können. Der König, (alß
welchen ich lange nicht gesehen,)
wehre mir auch, sehr verendert vorkommen.
Der Kayser, und König, hetten mir
per vices, baldt sehr gnedig, bald sehr
ungnädig, ernsthaft, und unfreündtlich,
|| [[Handschrift: 90r]]
(gleich alß ob Sie, ein Mißtrawen, in mich
hetten) mir zugesprochen. Jch hette mich nicht,
darein schigken können. Man hette mir
auch, einen, (mir unbekandten) Cammerherren,
zum aufwartten und Schengken, verordnet,
welcher anfangß fleißig, hindter mir, gestanden,
darnach aber baldt zusampt meinen
leütten, gar darvon gegangen. Alß mir
nun Kayserliche Mayestät <Stehende> einen großen pocal gebracht
(aweiß nicht mehr, ob es auf der Kayserinn
gesundheitt, (welche ich auch angesprochen
gehabt), hette ich mich endtsetzet, vor dem
großen ungeheẅren Trunck. Die umb-
stehenden, und beysitzer aber, hetten ge-
lacht, und gesaget: Diß würde mir
ia die größeste Schande sein, wenn
ich auf so große Kayserliche gnade, und ehre,
nicht correspondirte, und bescheidt
thäte, und ich würde noch wol beßer
darahn müßen, denn ich kähme auß
Sachßen, und mir vornehmlich zu ehren,
wehre diese gasterey, angestellet. Jch
müste dem Kayser, und Römischen Könige, keinen trungk
|| [[Handschrift: 90v]]
versagen, und bey leibe, nichts abschlagen.
Jch hette mich inniglich geängstiget,
vor Sünde, und Schande, so ich voller
weise, begehen möchte, geförchtet,
und Gott, im hertzen, angerufen, mich
vor unglügk, und vor dem Trungk
zu bewahren, und zu retten. Nach
deme nun der Kayser, (stando,) außge-
trungken, (wiewol ich nicht wißen
dörfen, ob der becher voll, auch ob es
wein, oder gefärbt waßer gewesen?)
und mit gnedigsten complimenten,
durch einen Cammerherrn, mir nochmalß
zu meiner ankunft gratuliren,
und zum willkomb, auf vorhoch-
gedachte [ge]sundtheitt, dieses bringen
wollen, habe ichs zwar, mit tiefster
demuth, dangkbahrlich, veneriren,
und die Kayserliche anerbottene gnade an-
nehmen müßen, iedoch darbey viel
Protestationes, meiner unwürdigkeitt, undt
|| [[Handschrift: 91r]]
Schwachheitt eingewendet, und umb aller-
gnädigisten perdon gebehten, wo ichs nicht gantz
außtringken würde können? Dann mir
vor mehreren nachfolgenden Trüngken,
(wann ich dieses so leichtlich, eingegoßen
hette?) angedroẅeter maßen, noch viel
bänger wahr, und das ich dann, also
blitzvoll einge grobheitt begehen dörfte!
Der Cammerherr, hette es zwahr, dem
Kayser, wieder inß ohr gesaget, undt
wehre also, hindter dem Kayser, stehen
blieben, den Seßel haltende, und wehre
nicht wieder zu mir geschickt worden.
Jch hette aber, auß Kayserlicher Mayestät mine ver-
mergktt, das Sie meine rationes,
und protestationes, nicht admittiren
wollen. Sondern, wehren stehen blieben,
hetten sich oft umbgesehen, nach der Schen-
cke, und wo das Tringkgeschirr geblieben,
das ich solte bescheidt thun. Sie hetten mir
aber nichts gesaget, sondern mit der Kayse-
rinn, dem Könige, und Churfürsten von Meintz, per intervalla
|| [[Handschrift: 91v]]
geredet, und doch gewiesen, das es ihr ver-
drießlich, so lange stehen zu bleiben, undt
auf mich, zu wartten. Meine beysitzer,
(darundter sich der Bischof von Oßnabrügk,
auch endtlich gefunden, zu anfangß aber nicht)
hetten mich fleißig vermahnet, ich solte mein
protestiren, und importunas preces, einstellen,
und dem oberhaüpt, keine bedinge, also
vorschreiben, und Jhre mayestät (so unhöflicher
unverantworttlicher weise,) nicht sich
Müde, <Matt ohne das am Podagra> und verdroßen, stehen laßen, auch
Sie, und die gantze compagnia <nicht länger> aufhalten.
Als ich nun gesehen, daß es anderst nicht
sein können, oder wollen, hette ich, nach mancher-
ley Tergiversiren, endlich in das schuldige
bescheid zu Thun, gewilliget. Allein, kein
Cammerherr, noch vffwärtter, noch meiner
eigenen Junckern, pagen, noch leütte keiner
hette sich finden wollen, der es den becher
hette wollen, vor mich, einschengken
laßen, die meynigen hetten sich absentirt
und verlohren, die Kayserlichen, undt der
andern herren, aufwärtter, hetten es auch nicht
|| [[Handschrift: 92r]]
thun wollen. Jch hette mich sehr geschähmet, und
niemand bekommen können, der Sie hette rufen
wollen, die beysitzende hohe haüpter, hetten
sich, theilß erzürnet, theilß meiner gespottet.
Der Kayser, wehre noch stehen blieben, hette
mich aber gar Sawer angesehen. Ein unbe-
kandtes Maul, undter dem hauffen, hette
gesaget: Jch wehre nicht werth, daß ich mit
dem Kayser, eßen sollte, undt das
der Kayser, so viel gepränge mit mir machte.
Meine beysitzende hetten aber immerforth
mich gepreßet, mit Stichelwortten, dem
Römischen Kayser, einmahl bescheid zu thun.
Jn dieser ängstlichen TrinckSorge, erwachte ich!
Hò ricevuto hoggi, (per grazia d'Jddîo,
qual ne sîa lodato, e ringraziato) due lettere
del mio benedetto figliuolo, Viktor Amadeus ilquale
hà passato, non solo, sicuramente, mà anche
con prospero successo, e bellissimo tempo, non sola-
mente, le Alpj, mà ancora l'Appennino!
Jl Nostro Signore Jddîo, gli dia ancora felicità
e contento! mantenendolo, per un istromento,
della sua gloria! e per un degno Nutritio, della Chiesa, di Dîo.
Die Avisen geben: daß Kayserliche Mayestät annoch
gar geschäftig seye die deliberanda,
gravamina, und Justitziensachen, zu Regenspurg
zu promoviren.
Der hertzogk, von Lottringhen, aber, seye, mjt
der verglichenen Satißfaction, keines weges,
content, wolte nur 3 plätze, evacujren,
und 8 plätze, innebehalten.
Mit der vechte, seye alles richtig.
Vor Brehmen, schantzen noch die Schweden. Sie
haben im Fürstenthumb Brehmen, einen
landTag außgeschrieben, undt darzu, die
landStende, wie auch die Stadt Brehmen,
erfordert, und citationes affigiret. Die
Stadt aber, hat jhre citationes, abgerißen.
Jn Schweden, wie auch, in Preüßen,
sol die pest nachlaßen, und remittiren,
ob schon die Königin, und der hof, nacher Upsal,
entwichen.
Dennemargk, undt Staaden, wollen zur
Engelländischen alliance, sollicitirt werden.
Die reichen flotten, auß den Jndien, und Oostlanden,
seindt mehrentheilß jn salvo, in den Niederländischen
haven, arriviret. Es wirdt wiederumb,
eine stargke flotta, armirt, gegen das voriahr.
Die Engelländer, armiren auch, sehr stargk.
Zweene tumult, zu Londen, seindt gestillet.
Cromwell, ist krangk. Die hochländer,
in Schottlandt, haben wieder den Conte de
Argille, undt wieder das Parlament victorisirt,
erwartten secourß, von waffen, und muni-
tion, auß Hollandt. Jnterim, wird doch
noch tractirt, inter Belgas, & Anglos Parlamentarios
ob ein bestendiger friede, und alliance zu schließen?
Die Engelländer, nehmen dennoch, viel schiffe
hinweg, auch große contributiones, in ihren
landen. Das gemeine volgk, wirdt schwührig.
König in Frangkreich hat seinct Menehaud,
in angesicht, der Condeischen, undt lottrin-
ghischen armèen, (so es vergebens, endtsetzen
wollen, und im lande, gebrennet, und gesenget)
auß mangel pulvers, par accord, erobert,
|| [[Handschrift: 93v]]
undt die besatzung, außziehen laßen. Zu
Bourdeaulx, nimbt die pest, abe[!], undt
es floriren wiederumb, die commercia daselbst.
Roses, in Catalonien, verhoffen die Span-
nischen, zu recuperiren.
Briesach, wirdt von den Spannischen, durch
intelligentzen tentirt, undt der König
in Frankreich hat befohlen, oder der Cardinal
Mazzarinj, man solle sich, beyder Gou-
verneürs des Conte de Harcour, undt
Conte de Charlevoyx, versichern. Sie
præsentijren es aber, und nehmen sich in achtt.
Die Engelländischen verarrestirten Schiffe,
in Frankreich seind alle vom arrest, liberiret.
Jn Jtalien, ist StilleStandt zwischen
Spannien, undt Frangkreich, undt
die Frantzosen, raysen interim nacher
Meylandt, spatziren, selbige Stadt, zu besehen.
Der Cardinal d'Este, ist, als ein
Extraordinarius Ambassador vom Könige in Portugall,
mit einer Compagnie Sperreütter, zu Rom, eingezogen.
Der Türgke, undt die Venezianer, continujren
annoch, ihren krieg, per mar; e per Terra.
Auß Clissa seindt etzliche Türgken,
außgefallen, und haben iämmerlich eingebüßt,
durch die Morlacchj, so Sie überfallen.
An des General Foscolo Stadt, ist General
Mocenigo, wieder einkommen.
Jn Polen, sol die pest, noch graßiren,
wie auch die ankommenden Tartarn,
undt Coßacken, so auf den König, anziehen.
Die repreßalien werden vorgenommen,
zwischen Polen, und Engel[l]andt, wegen
14 Nunnen, so auß Frankreich in Polen gewoltt,
und von den Anglis, undterwegens spoliiret,
undt geplündert worden.
Die Repreßalien, in Frankreich auch mit
den Engelländern, seindt numehr vfgehoben,
wiewol der König in Frankreich im Nohtfall, seine
Seearmada, den Staaden, zur assistentz, praesentirt.
Der König, in Frankreich hat, dem kleinen Printzen
von Uranien, einen Baston de Maréchal de France, nebst
einer Pension, von 12000 krohnen, iährlich, offeriret. et cetera
<Tuft. Nebel. postea:
Froßt, und käldte.>
Jn die kirche, undt wochenpredigtt. perge
Schreiben vom Neuen Jahr dilatorisch, <item: von Gröptzigk.>
Philipp Güder bey mir gehabt, und wegen der BierSteuer commission gegeben.
Extra zu Mittage gehabt, Doctor Mechovium, undt
den hofprediger Mencelium, wie auch, Doctor Fischern.
perge
Rindtorfs, krangke Fraw, hat heütte
die Donation, der gerade, jhrem Jungkern,
solenniter übergeben. Gott gebe zu segen!
Post von BallenStedt. perge
<5 Räphühner hat Schlegel gefangen.>
<Frost. <Morgens> gelinde. <Mittags> Nebel. abends.>
Jch habe diesen heüttigen Tag, post sacra
peracta, mehrentheilß mit schreiben,
zugebracht, [s]ür tout; a Vienne et Silésieb[.]
Dieu face reüssir! & prosperer, nos desseings!
Hanß Bötticher, ist mit Zerbster Bier,
von Zerbst, und mit Fischen, <Quappen> von Deßaw,
wiederkommen.
<Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...]> Freitag♀ den 16. December 1653.
<Frost den Tag. Zu abends, nebel.>
Post von Deßaw, mit schö Ballenstedt.
Conversatio, mit Jehna, und Schlegeln,
welcher dimission erhalten. Je l'ay contentè!
<Kälte mane. Windt, etwas regen, a Meridie.>
Oeconomy: undt rechungssachen vorgehabt.
Conferentzen, mit Jehna.
Briefe von Ballenstedt, Jtem: von Plötzkaw.
A spasso nachmittags hinauß geritten,
mit Carolo Ursino, und ein par vom Adel.
haben aber nichts gefangen.
Am heüttigen vierdten Sontage des
Advents, hat Er Marggravius, hieroben
aufm Sahl geprediget. Jst extra
zu Mittage, behalten worden.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist heütte Nachmittags
gen Plötzkaw, excurriret, (toute seüle,
sans filles) mit einer Jungfer, (und anderm
comitat, zu Roß, so heütte wieder zurügkec kömbtt.)
Gott geleitte Sie! und gebe sana consilia!
Nachmittagß, bin ich in die kirche
undt catechisation gezogen, mit Carolo Ursino.
Einsidel, ist noch diesen abendt, mit meinen
pferden, (dahin er, Meine herzlieb(st)e gemahlin, gelifert) wie-
derkommen. <Jehna, hat mir valediciret. perge>
<Schnee. Nebelicht per intervalla.>
<2 hasen, Hans Balthasar Oberlender.>
Wochenzettel revidirt.
Rechnungssachen, calculjret.
Christoph von Jehna, nacher Ballenstedt, gesandt.
Gott gebe, zu gesegneter expedition!
Jn erwartung Cantzlers Milagij, habe
ich, mit Paul Ludwig conversiret.
Postea, ist der Cantzler, gegen abendt,
ahnkommen, hat mir einen gruß, vom Kayser
undt <Römischen> Könige, gebrachtt.
Schreiben von Croßen, und Regenspurg[.]
Conferenze mit Milagio von vielen.
Daß der Kayser, wieder beßer, und außgefahren
auf die Schweinhatz mit dem Könige,
nicht ohne gefahr, ein par herren, so von
den Schweinen, geschlagen worden.
Jn puncto justitiæ, wirdt fleißig laboriret.
Der Fürst von Lobkowitz, ist in den Fürsten-
rath, persöhnlich kommen, und allen Fürstlichen
gesandten, der alten haüser, vorgetretten,
undt vorvotiret, contra stylum.
Die Fürsten, undt Gesandten, machen sich meh-
rentheilß, hinweg von Regenspurgk.
Don Giovanni d'Austria, lieget noch vor Roses, undt
stringiret es hart. Die Frantzosen, können es nicht
endtsetzen. Die Spannier, straifen schon, in Provence,
undt Languedocq. Der König in Portugall,
ist mit 12000 Mann, in Castiglien, eingefallen.
Die venezianer, haben mit dem Türgken,
zu waßer, undt lande, noch viel zu schaffen.
Savoya, wirdt numehr vor gantz Frantzö-
sisch gehalten, und feindt der Spannier. Durch
seine alliance, macht sich auch Bayern, am
Khayserlichen hofe, verdächtig.
Chur Pfaltz, ist mit seinem vetter pfaltz-
graf Ludwig Philips, verglichen, zu großem
abbruch, und nachtheil, dieses seinen vettern.
und mit des Churfürsten, großem fortheil.
Briesach, stehet auf dem Sprunge, daß
es, durch intelligentzen, des Conte de Har-
cour, Charlevois, undt anderer, dörfte
in die handt des Königs in Spannien, gespielet
werden, wiewol der Cardinal Mazzarin contraminiret.
Saint Menehaud, ist gewiß über. Der König in Frankreich
ist persöhnlich, davor gewesen, hat den Außländern,
freyen abzug, nicht aber den Frantzosen, vergönnet.
Die Düchesse de Longueville, des Printzen
von Condè, Schwester, ist wieder, mit
ihrem herren versöhnet, und verglichen.
Die Tractaten zwischen Holl: undt
Engellandt, gehen noch stargk forth, ob
wol etzliche, am succeß zweifeln.
Cromwell, desarmirt die bürger
und Jnnwohner zu Londen, undt
leßet die armèe herbey nahen.
Er will Protector Angliæ, und aller
dreyer Königreiche sein, undt daß
Parlament (welches darwider ist)
verändern. Die bergSchotten
seindt noch in armis, verlangen nach
waffen, proviant, und munition,
Die prediger disputiren daselbst, mit
den Remonstranten.
Die Staaden, und Engelländer,
rüsten so viel Schiffe auß in die See,
alß noch niemalß, undt bestellen
ihre gewiße SeeOfficirer, in den Provintzien,
so an den Seekandten liegen.
König in Frankreich offeriret den Staaden Calais, auch
große geldhülfe[n], wo sie den krieg, contra
Engellandt, continuiren, undt dem König in En-
gellandt, treẅlich helfen wollen?
Die Pest höret auf, zu Dantzigk, Stock-
holm, in Polen, in Oesterreich, Gott lob!
Die Könginn in Schweden ist gleichwol noch
zu Upsal mit der hofstadt, und hat ein
auge auf die Spannische und Englische alliance.
Jn Polen, seindt die Tartarn, undt
Cosagken, auf das Königliche läger, (welches
an hunger, geldmangel, undt an den
Seüchen, große noht gelitten) angezogen,
dörften friede machen, oder eine bluh-
tige battaille lifern, wiewol der Ge-
neral Chmielinßky, zum friede, sich abermahl
geneigt erweisen soll, undt der Tartar Cham[!],
mit seinen Mursen, undt Horden, gerne
wieder nach hause, eilete.
Der Hertzogk von Gottorff, hat den lange
<in> Arrest gehalten, endtwichenen Moßkowiter,
dem Moßkowitischen Gesandten2, in die hände lifern
lassen, dörfften übel mit ihme verfahren.
<Frost.>
Nach vielen conferentzen, mit dem
Cantzler Milagio, (nach dem er
gestern abendt, undt heütte, zue
Mittage, mit Mir mahlzeitt
gehalten, undt geehret worden,
habe ich ihn, in gnaden, dimittirt,
nacher Cöhten, undt Deßaw.
Materia discursus; mehrentheils:
1. wegen der ordinarij Reichsdeputation.
2. wegen Ascanien. 3. Gernrödische lehen.
4. Magdeburgische compactatsachen.
5. Navigation. 6. Pfaltzgraf Ludwig
Philips, vergleich, mit Chur Pfaltz.
7. Eröfneter brief, an Kayser, in causa
Servestana. 8. Ob die 100
ersten RömerMonat, bewilliget?
9. Reichßlehen, und Bambergische lehen.
10. Neẅer Fürsten, competentz.
11. Haberfeldts lästerbuch.
12. Waßembergij refutation
halben.
<13. Oldenburgische sache, contra Brehmen, und OstFrießlandt.>
|| [[Handschrift: 98r]]
Jtem: in landtsachen: 1. Religio Reformata
Servestæ, zu beobachten. 2. Den AußschußTag,
befördern. 3. Mich einer antworth, außm
OberDirectorio, zu würdigen, wegen der
Nürnberger begehren, eines unbefugten
rests, zur Union, davor, im fall der solution,
daß gantze landt stehen, und ich nicht
alleine, angesprochen werden müßte.
4. Theilung, mit den SenioratAemptern
ahnzustellen, zu verhütung künftiger
dißensionen, bey der Posteritet.
5. Die hollsteinisch Norburgischen undt Teck-
lemburgischen ehegelder, dem Seniorj, zur beför-
dersahmen hülfe, zu recommendiren,
sonderlich, weil ich umb vorbitte, undt
kräftige cooperation, ersucht worden.
6. Meiner Stadt Bernburgk, zu schaden
und Nachtheil, die viele brawen,
und Schengken inhibitiones, (so unbe-
fugter weise, angeordnet) abzustellen,
zu Plötzkaw, Güsten, Niemburgk,
warmbstorff, Wulfen, etcetera sonst kömbt
die SteẅerSache, in decadentz. et cetera
Meinen Cammerdiehner, Ludwig Röber habe ich heütte
nacher Deßaw, ad sororem geschigktt.
Gott gebe, zu glück!
Meine herzlieb(st)e gemahlin, habe ich, durch
meine kutzschpferde, von Plötzkaw,
wieder abholen laßen, undt einen vom
Adel, Einsidel, wie vorgestern, mittgesandt.
Doctor Fischer, der Medicus, jst auch heütte zu
Mittage, behalten worden, extra et cetera[.]
Jehna, ist von Ballenstedt, wol wiederkommen.
Böse briefe, und anmahnungen, wegen
Ernst Herzogs zu Sachsen Gotha von Rudelstadt, und Rheinstedt.
Der Knüttel, lieget allezeit, bey dem
hunde. Nül pain; sans peine!
Wallwitz, ist von Deßaw, wiederkommen.
Mittwoch☿ den 21. December 1653.
<Käldte.>
Jn die kirche, undt wochenpredigtt,
mit Carolo Ursino.
Den Amptmann, Georg Reichardt bey mir gehabtt.
Jtem: den von Wallwitz, welchem ich,
beweglich condoliret, <von> wegen des abster-
bens, seines Sehligen lieben Frommen vatters.
Der Schwartzenberger ist auch, bey Mir gewesen,
von Magdeburgk wiederkommende.
Die Jungfer Krosigkinn, ist von Cöhten
anhero kommen.
Neuiahres briefe, vom Könige in Dennemargk[,]
von Sonderburgk, undt von Reetwisch.
<Regen.>
Hans Balthasar Oberlender, nacher Deßaw geschicktt.
Jn andern Oeconomy quisquilijs labo-
riren müßen.
Den hofraht, Paul Ludwig bey mir gehabtt.
Ludwig Röber ist von Deßaw, mjt briefen wiederkommen.
Conversatio, mit Jehna, undt mjt Magister Menzelius[.]
Jch habe einen scharfen herben brief, gedrugkt,
gelesen, welchen graf Johann von Naßaw,
Jtzstein, von Sarbrügken, an seinen Sohn,
graf Johann den iüngern, undt eintzigen,
von selbiger linien, darumb abgehen
laßen, weil er zu Regenspurgk, vom
luttrischen glauben, abgefallen, undt
Päbstisch worden. Er verfluchet, undt ver-
wüntzschet ihn, iämmerlich, Suchet doch, ihn zu reducjren.
<3 hasen.>
Wallwitz, und Jehna seindt nach Agken, in
Madame geschäften. Gott wolle sie geleitten!
Carl Ursinus habe ich, in examine zugehöret.
Gott stärgke, und vermehre seine profectus!
Extra: Doctor Fischer, zu Mittage, gehabtt.
Jtem: den buchbinder favorisiret mit
promotion, zu seinen nuptijs. Er heißet:
Christof Carll. Gott gebe ihm segen!
A spasso, gegen abendt.
Conferentzen, mit Sekerka, mitt
Einsideln, und Magistro Mencelio.
et cetera
Jn Publicis, addreßen gemacht, nacher Plötzkaw
et cetera[.]
Ein Schwein, und Rehe von Deßaw,
per Hans Balthasar Oberlender, (theẅer genung)
Ein schön Rehe, von BallenStedt,
2 haselhüner, und andere Victualien.
Wallwitz, und Jehna, seindt
(re infecta) von Agken, von dem Moro-
so creditore, Licentiat Keppe, wiederkommen.
<gelinde wetter.>
Præparatio ad Sanctam Synaxim, post sacra,
ordinaria, et Oeconomica, peracta! perge
Gerste von Gröptzigk, ist ankommen.
Jn die vorbereittungßpredigtt, mit
Carolo Ursino, gezogen. Gott
stärgke unß zur hochwürdigen Commu-
nion, mit seinem Heiligen Geist! und gaben!
Zwey Relationes, seindt von Regenspurg ankommen.
Chur Brandeburg undt Chur Pfaltz, animiren
die Evangelischen im Fürstenraht, welche die
Parification, im Churfürstenraht gerahten,
undt die Maiora, in den collecten, nicht
gelten laßen wollen. Dieses offendirt die
Römische Kayserliche Mayestät undt die Päbstlichen Churfürsten.
Fürst von Lobkowitz, hat seine erste Stelle
im Fürstenrath genommen, vor den gesandten
der alten Fürstlichen haüser, und erst vor ihnen votiret,
(nach dem er von Oesterreich, jntroduciret worden)
nemine contradicente. Mit Lottringhen
wirdt stargk tractiret, wegen der evacuation
der plätze, undt außzug, von des Reichs bodem[!].
Man besorget einen einfall vom Türgken, in Un-
garn, und in die Erblande. So sol auch der König
in Polen, eine Niederlage, erlitten haben. vor
den König in Engellandt, wegen seines subsidij,
discrepiren die vota. Das Churfürstliche collegium aber,
hat 4 RömerMonat zu geben bewilliget.
Die Geistlichen und welttlichen Fürsten, seindt
fast alle hinweg, von Regensburg[.] Pfaltzgraf Ludwig,
nach dem er sich mit Chur Pfaltz, verglichen,
undt viel nachgegeben, ist in procinctu
gleichmeßig vfzubrechen, und nachm Berlin.
Auf der Schweinhatz zu Straubingen, ist
des Römischen Königs, hartzschirer[-], undt
Trabanten hauptmann, die graven Strozzi
und Rabbata, überloffen, und übel zerhawen
worden, sonderlich der eine, so vor Todt aufgehaben3
worden, hat aber numehr, am leben, keine Noth.
Der Kayser, hat sich, wegen der Evangelischen
in den Erblanden, auf die bewegliche jnter-
cessiones, mit guten vertröstungen, endtlich
wol erklähret, und herauß gelaßen.
Des Königs, in Hispanien, GeburttsTag,
ist zu Regenspurgk, solenniter celebrirt worden.
|| [[Handschrift: 101r]]
Dem Könige in hispanien, wirdt zwahr, zur Recom-
penß der evacuation Franckenthalß, (über davor
schon erlegte, 18 Römer Monath,) Besançon ein-
gereümet, undt vom Reich, abgerißen, iedoch unbe-
schadet ihrer privilegien, und habenden jmmuniteten.
hertzog Christian, <von Mecklenburg> hat seinen Obrist leutnant Stellmacher
zum Kayser, geschickt, umb einstellung der com-
mißionen, in sachen, so ihn, und seine dissentirende
gemahlin betreffen, gebehten, und vorgegeben,
seine Sache, wehre undter den handen, des Con-
sistorij, zu Ratzeburgk, recht zu sprechen.
Der Kayser, und König, seind wiederumb, auf
einer Schweinhatz, zu Jngolstadt gewesen,
undt haben, in die 52 Sawen, gefangen.
Alleine, Jhre Kayserliche Mayestät haben, wegen dero
eine zeittlang hero, gewöhnlicher beschwehrung
an Schengkeln, der iagtt, nicht beywohnen
können, Sondern sich, zu Jngolstadt, inne gehalten,
darnach, aufm waßer, der Thonaw, wieder
herundter, zu Schiffe, bringen laßen.
Jn puncto justitiæ, & gravaminum, wirdt auch
gar fleißig, zu Regenspurg consultiret.
Die morosj so die vechtischen Satisfactiongelder, noch nicht
gezahlet, sollen vor die gehorsahmen, exequirt werden.
Am heüttigen ChristTage, bin ich
alhier zu Bernburgk, mit Carolo Ursino,
zur kirchen, vorm berge, gefahren.
Wir haben predigtt gehöret, gesungen,
gebehtet, darnach, mitteinander,
das Heilige Abendmahl, in feiner frequentz
gehalten. Gott stärgke, seine gemeine!
von Tage, zu Tage, undt erhalte leib,
undt Sehle, unsträflich, biß auf die zu-
kunft, Jesu Christj!
Conferentz, mit Jehna, in sacris, & Prophanis.
Nachmittage wieder in die kirche, undt
predigtt, des hofpredigers Mencelij wiederumb.
Schreiben von Siena, des es (Gott lob) aldar
Meinem Sohn, noch wol gehe. Gott helfe ferner, gnädig[.]
Die Avisen geben: daß der Kayser unpaß,
und einen Palatinum in Ungarn, im vorschlag habe.
Jtem: das der Bischoff von Münster, von Regenspurg
abgerayset, dieweil es mit der Vechte evacuation
|| [[Handschrift: 102r]]
nicht forth will. Jn Publicis, wirdt deliberirt, undt
die Evangelischen Churfürsten halten es mit den Fürsten,
wegen der parification, auch ordinarij, und extraordi-
narij Deputationen. heßen Caßel, accordirt
mit Landgraf Ernsten, gleich wie (mutatis mutandis)
Chur Pfaltz, mit Pfaltzgraf Ludwigen.
Engelländisch Parlament, und Staaden, con-
trahiren noch mitteinander, wiewol mit geringem
succeß. Die armaturen aber, gehen wol von
statten, beyderseitß, Sie nehmen einander, von
beyden Theilen, viel Schiffe hinweg. Die
Schottländer, stärgken sich, sehr, vorn König.
Cromwell, offendirt iedermann, auch die
Stadt Londen, die er disarmiren will. Das
Parlament, findet sich darahn offendiret.
Will weder, von einem Könige, noch von einem
Protectore Angliæ, hören, bey leibsStrafe.
Jnterim: desarmirt Cromwell, die bürger, zu
Londen, und leßt seinen exercitum herbey rügken.
Dörfte, einen seltzahmen außgang gewinnen.
Schweden tractiret auch, mit Engellandt, wegen
beförderung, der Commercien, und will sich interpo-
niren, zwischen den Staaden, und dem Parlament.
Der König in Franckreich tractirt mit den Staaden,
eine alliance. hat den Prince von Condè, aufs
neẅe, in die acht, erklähret, seine gühter
confiscirt, und deßen schlößer destruirt.
Der Düc d'Orleans, träget noch bedengken,
auf vielfältige einladung, am Königlichen
hofe, zu erscheinen, und sich zu sistiren.
Die Spannische armèe, in Catalonien,
sol, von den Frantzosen, geschlagen sein.
Briesach, wirdt tentirt, durch intelli-
gentzen, von Spannien, Lottringhen, und andern.
hertzog von Lottringhen, will mit den ange-
bottenen 300000 ThalernThlrn: zu Regenspurg (ohn-
erachtet sein gesandter Fournier, sol-
ches acceptiret) nicht zufriedend sein.
Pfaltz Neẅburgk, nimbt <ezliche> plätze undt
Schlößer, durch seine Soldaten, in den
Gülichischen[,] Cleveischen und Bergischen landen
ein, weil dieselben, in die grafschafft
Schawenburgk, gezogen worden.
Seine, und der Stadt Lüttich völgker, haben
die Lottringher Soldaten, abgetrieben.
hertzogk von Lottringhen, will seine <winter>quartier, im Elsaß
nehmen. Chur Cölln, opponirt sich auch, ihrem beginnen.
König in Polen, sol von den Tartarn, undt
Cosagken, in seinem verschantzten läger,
umbringet, undt gleichsam belägert
sein, da er kawm 15000 Mann stargk[,]
hingegen seine feinde, in die 100000 Mann
stargk, sein sollen. Die Ungarn
und Moldawer Soldaten, wie auch
die Pollnischen hüvenSoldaten4, gehen
von dem Könige, hinweg, inmaßen
auch der Reichßmarschalck undt
Crohne Fendrich5, dißgustirt, vom Könige
abgegangen sein sollen.
Der Ertzbischof von Saltzburgk, (mein
guter bekandter,) ein <gewesener> graf von Lodron,
ist, jm 68. iahr, seines allters, gestorben.
Jn den Schlesischen Fürstenthümern, sol von
den Kayserlichen Commißarien, mit großer Schärfe,
das Reformationwergk6, forthgestellet werden.
<Nota Bene[:] die predigten haben wir gehöret, vormittags Magistrum Mencelium, aufm Sahl, Nachmittags Jonium,
in der kirchen. et cetera>
<3 hasen, Carl Ursinus gehezt[.]>
<Windig.>
Doctor Mechovius, ist bey mir gewesen, und extra:
zu Mittage, behalten worden.
Conferenze, mit ihm, und Jehna in publicis.
Discorsj, mit meiner gemahlin Liebden und den Domesticis.
36 feine kuppelpferde, seind alhier durch-
paßiret.
Briefe, nacher Deßaw, und Sena, geschrieben.
<Neu iahres briefe und grüße von Norburgk in schlechten terminis.>
Mittwoch☿ den 28. December 1653.
Ludwig Röber nacher Deßaw geschickt. Deus de<t> fælix iter!
<Nota Bene[:]> Der windt hat diese nacht, sehr rumoret.
wiewol etzliche beständig berichten, gehört zu
haben, das es im keller, nicht allein gewaltig
gespigket, so und an den bier, und wein Faßen,
nach einander, gepocht, undt geklopfet,
Sondern auch, das es, in Meines elltern
Sohnes Viktor Amadeus' Stube, einen großen stargken
erschregklichen fall gethan, alß fiehle
das gantze hauß, übern hauffen. Gott
wolle uns, nichts wiedriges, von dem lieben
Sohn, vernehmen laßen!
Mir traẅmete diesen Morgen, es wehre hofmeister
Schwechhausen, und andere feine leütte, bey ihm
gewesen, hetten ihm, etwas aufm instrument,
undt Musicalischen seytenSpiehlen, lernen wollen,
wie vor iahren, er wehre aber gantz dumm,
und ungeschickt, (wieder seine Natur, undt
hiebevorige Munterkeitt, und capacitet!)
darzu gewesen, alß ob er allen verstandt
verlohren, und nichts hette mehr faßen können?
Wir hetten unß darüber verwundert,
das er auch geringe leichte stügklein, (wie
oft er auch angefangen, undt vergebens sich
bemühet) nicht begreiffen, noch schlagen hette
können. Schwechhausen wehre böse, und überdrüßig
darüber worden, und es hette alle umbstehe-
de befrembdet. Er Victor Amadeus, hette sichs
selber geschähmet, starre augen gemacht,
und fast kein worth mehr, reden können.
Jch erwachte darüber. Gott gebe ia, gne-
diglich, das so wol der Fall, alß der Trawm,
nichts wiederwertiges ominiren müße!
Er geleitte meinen Sohn, durch seine heiligen engel,
undt schlage eine himmlische wagenburgk, umb ihn
her, damit ihn kein unfall, kein unglück, beleidigen könne!
<Schnee, Regen.>
heütte ist postTag, an deme man, zu schreiben, gehabtt.
Jnterim: hat sich auch der Amptmann <Georg Reichardt> præsentiret.
Mauvayses lettres de Zerbst, touchant mon
honneste, sincere, & fidelle serviteür, & Conseiller,
Christofle de Jehna, persecütè a tort, dü Prince
Jean, & de ses Conseillers pervertis! <Dieu
face triompher, la bonne cause! et Veritè!
perge>
<3 hasen, Tobias Steffeck von Kolodey gehezt.>
Die 48 EckerSchweine, seindt von Deßaw,
auß der Maßt, <nicht gar Fett> ahnkommen, gestern abendt,
undt mein kammerdiehner, Ludwig Röber diesen Morgen, mit briefen.
Philipp Güder bey mir gewesen, in Oeconomysachen.
Relatio von Regenspurg Numero 56. Man hat Pfaltzgraf
Ludwig Philips, in person, beliehen, mit dem
Fürstenthumb Simmern, nicht aber mit Lauttern.
Er ist von Regenspurg abgerayset. Gehet nacher Dreßen[!],
undt nachm Berlin, undt Croßen.
Hertzog Julius heinrich, von Sachßen, hat
weydlich spendiret, undt schmiralien gegeben,
auch dadurch, die erhöhung des Elbzolls, zu
Lawenburgk, den Mecklenburgischen zöllen gleich,
erhalten, (vor seinem abraysen) vom Kayser,
mit bewilligung der ChurFürsten.
Die Admission, der Fürsten, Piccolominj, Dietrichstein,
undt Awerspergk, ist in pleno urgiret worden.
Darwider aber, Naßaw, (alß vergeßen,) protestiret,
wiewol noch 6 Fürsten, einzunehmen sein sollen,
nemlich: Graf Johann Moritz von Naßaw,
Jtem: Naßaw Dillenbergk, Naßaw Sigen,
Naßaw hadamar, Naßaw Sahrbrügken,
undt der zu Regenspurg angekommene, Fürst von Salm.
Man vermeinet aber, Sie werden mit der zeitt,
nicht præteriret werden. Obgedachte drey,
werden cum conditione ahngenommen, wann Sie sich
(gleich wie Lobkowitz gethan) im Reich begühtern,
vor sich, undt ihre nachkommen, auch contribujren.
Den Kayserlichen ministris, gibt zum neẅen iahr,
das Churfürstliche Collegium, 200 ReichsthalerRthlr: ieglicher Fürst,
vor sein votum, 10 ReichsthalerRthlr: iegliche Grafen-
bangk, 50 ReichsthalerRthlr:[,] das Städtische collegium,
200 ReichsthalerRthlr: Jst ein fein geschengke.
Zwischen Verden, und dem hause Braunschweig,
hat es auch des vorvotirens wegen, disputata
gegeben, pro: undt reprotestationes.
Oesterreich, trachtet, nach der neẅen wahl, des
ErtzStifts Saltzburgk. Der vorige Ertzbischoff, ist
drey Monat lang, krangk gelegen, und hat 35 iahr regiert.
Die satißfactiongelder, wegen der Vechte
werden innstendig urgiret, undt contra
morosos, die execution gedroẅet.
Der iunge Krosigk von Alßleben, ist extra
zu Mittage, gewesen. perge
Post von Ballenstedt.
A spasso, den gartten, das Forwergk,
die <ecker>Schweine, zu besehen.
Conferenze, mit Jehna, und Magistro Mencelio.
Neẅe iahrs briefe, von Plötzkaw, Harburgk
undt andern orthen.
<Schnee, regen, Schlagkenwetter.>
Doctorem Levinum Fischerum, meinen leibMedicum, bey Mir
gehabt, und consulirt, wegen der Rindtorfinn,
weil Doctor Micheln, auch alhier ist. Doctor Mechovius mejn
CammerRath, ist auch darzu kommen, wie auch
Rindtorf, undt Tobias Steffeck von Kolodey und haben ein feines
Consilium Medicum, friedlich, undt ein-
trächtiglich, obgedachter beyder Aertztte,
über der Pazientin, mitt angehöret,
wiewol Doctor Brandt, mit großem disgusto, des Doctors
Mücheln, außen geblieben, und die Conferentz refugiiret.
