<Schneewetter.>
Gratulationes, zum Neẅen iahr, meiner herzlieb(st)en
familiæ, und domesticis, (hinc inde) geschehen,
welche der Allerhöchste Gott, mit gnaden, er-
füllen, und zu Nutz, undt Sehligkeitt, wahr
machen wolle, in allem Segen, darbey
sonderlich auch, mein Sohn Victor Amadeus,
in frembden landen, nicht zu vergeßen.
Gott segene ihn! und unß alhier! reichlich, zu
allen Theilen. Gott bewahre, vor unglück!
vor unheyl! vor übelstandt! zu hause, und zu felde!
perge
Jn die kirche, mit Carolo Ursino, undt
zweyen Töchtern, Eleonora hedwig, und Angelica,
vormittagß, Nachmittags aber, eben dahin,
mit Carolo Ursino, undt beyden Töchtern, Ernesta
Augusta, undt Anna Sophia. Gott laße die
gute wüntzsche, (welche unß vormittagß, der
hofprediger Mencelius, nachmittags aber, der Caplan
Jonius, offentlich auf der Cantzel, wolmeinende
gethan) auf unß, und den unserigen, bekleiben,
undt überall wol gerahten, undt gedeyen!
<Frost. Käldte.>
Mit wochenrechnungen, und andern verdrießlig-
keitten, zu thun gehabtt.
Extra zu Mittage, den hofprediger, Mencelium
erfordert, undt behalten.
Noch mehrere gratulationes angehöret perge
undt schriftlich entpfangen, von dem Römischen
König, von der Churfürstinn von Croßen, vom
Marggraven von Anspach, <vom Administrator von halle[,]> Landgraven
von heßen, Darmstadt, undt Rotemburgk;
vom Graven von Oldenburgk, vom Graven
von Nassaw, Gouverneur zu Löevaerden.
Die Avisen geben:
Daß die Tractaten, zwischen den Staaden,
undt Engelländern, sich eher zerschlagen, alß
forthgesetzt werden dörften, die Engelländer
spannen ihre forderungen, gar zu hoch, dann sie
prætendiren den vorzug, die refusion aller
Schäden, und kriegßunkosten, den häringfang,
und andere unerträgliche praetensiones,
sonderlich auch, die exclusion der Crohn Dennemargk[.]
Jnterim: rüstet man sich stargk beyderseitß.
Cromwell findet Mißgönstige, und hat über
|| [[Handschrift: 107r]]
die 20000 Soldaten, in Londen, sich einschleichen laßen.
Die Portughesen, so den nähermahligen handel verübet,
seind eingezogen worden. Die Schotten stärgken
sich, zusampt den Jrrländern, undt etzlichen Engelländern.
Printz Ruprecht, armiret stargk zur See, vor
den König. Die Schweden, wollen in alliance
mit dem Parlament, und mit Spannien, eintretten.
hingegen, suchet Frangkreich, der Staaden
alliance, und wil ihnen, mit geldt, undt Schiffen,
reichlich assistiren. Der König in Frankreich suchet eine
amnistie zu publiciren, undt den Prince von
Condè, sampt seinem anhang, an sich zu ziehen.
Jn Catalonien, sollen die Spannier, geschlagen sein.
Jn Briesach, leßet noch der König, mit dem
Harcour tractiren, zur conservation, dieser
haüptfestung, wieder Spannien, undt Lottrin-
ghen, welche durch jntelligentzen, ge-
trachtet, dahinein, wie auch, in Philips-
burgk, zu kommen, aber biß dato, nicht gekondt.
Befort, wirdt auch von den Königlichen Frantzosen
belägert, hingegen, von den Condeischen Frantzosen,
und ihrem Gouverneür, dem Conte de la Süze,
wol defendiret. hertzog von Lottringhen, nimbt quartier
ina
|| [[Handschrift: 107v]]
den Gülichischen, und ChurRheinischen landen.
Die drey Geistlichen Churfürsten, wollen
sich, wieder ihn, in verfaßung stellen, wo
ferne die Tractaten, nicht forth wollten?
Zu Regenspurg sol die parificatio
der Stimmen, im Chur: undt FürstenRaht,
So dann die materia Collectarum, et plu-
ralitas votorum, also in consideration
kommen, stehet in avisen, eben auf die Maße,
wie in neẅlichster Relation gemeldet,
insonderheitt wegen Chur Brandeburgs
beyfall, undt resistentz der Römisch Cathohlischen.
Zu Napolj, will der Düc de Guise
abermalß, sein heyl versuchen, neẅe motus
zu tentiren. Der Pabst, will den
Portughiesischen Ambassador alß einen Königlichen
aufnehmen, undt es ist, der Cardinal d'Este.
Sonst, will er, etzliche neẅe Cardinäle
crejren. Er bemühet sich auch, zwischen
Spannien, und Frangkreich, einen Universal
Frieden, zu vermitteln, sonderlich aber in Jtalien,
damit der Türcke, auß Candia vertrieben
|| [[Handschrift: 108r]]
werde! Jn der Stadt undt Festung, sol große Noht,
und mangel, an proviandt, undt munition sein, ge-
staltt dann, die Türgken den venezianern, einen
schönen vorrath, an zufuhre, solcher nohtwendigkei-
ten, auf dem Meer, endtwandt, und abgenommen.
Der König in Polen, sol von den Cosagken, undt
Tartarn, geschlagen sein. Der neẅe hoßpodar
in der Wallachey1, sol auch ein auge, auf
die Tartarn haben, wie auch in 7benbürgen.
Der Römische König, delectirt sich, mit
Jagen, und sonderlich der Schweinhatz. Der
Römische Kayser aber, bleibet mehrentheilß
bey den consilijs, undt Audientzen.
Die Stelle eines Palatinj in Hungarn,
ist noch nicht ersetzet.
Die Reformationes, in Schlesien, gehen
strenge forth, und es sol sich, graf
Schafgotzsch auch darzu, gebrauchen laßen.
Die venezianer, haben abermalß, durch
neẅe modos, 400000 Ducaten, zum kriege,
von ihren subditis, zu wege gebracht.
Es ist kein weltlicher Fürst, oder Gesandter
mehr, zu Regenspurgk, anwesendt.
<Jm haag, ist Monsieur Brün, Spannischer Ambassador undt zu
Londen, der herr von der Perre, Staadischer Ambassador gestorben. perge>
<Käldte. Froßt.>
Hans Senf ist bey Mir gewesen, in rechnungß[-], undt
andern sachen, zu referiren.
Extra zu Mittage, der caplan jonius, gewesen.
Simultates, inter Bohemum, & concionem Aulicum[!],
taliter, qualiter, gestillet.
Schreiben, außm Niederlande, Cleve,
Westpfahlen, Parturiunt montes!
nascitur ridiculus Mus!2 (pro me!)
Conferentz, mit Jehna.
Rindtorfen diesen abendt, dimittirt,
undt committirt, nacher Ballenstedt. perge
<Frost. Käldte.>
Abraham von Rindtorf, ist forth. Gott geleitte jhn1
Märtin lackayen, habe ich, nacher Leiptzigk, geschickt,
mit landwein. Gott wolle guten succeß, gnädig verleyhen!
Nacher Croßen, im vorrath, geschrieben.
<Froßt. Käldte.>
Schreiben, von Coßwigk, gratulationes, zum Neuiahr.
Die beyden gebrü vettern, von Börstel, Ernst
Gottlieb, undt Friederich, haben sjch præsentiret. perge
Friederich kömbt auß Jtalien, von Meinem bruder, Fürst Friedrich[.]
Conversirt, mit beyden.
<Froßt. Käldte. Sonnen Schein.>
Am heüttigen Fest, der heiligen drey Könige, oder, beßer zu reden,
der heyden weyhenachtten, zur kirchen gefahren
mit Carolo Ursino. Es wahr auch behtTag zugleich.
Extra zu Mittage, gehabtt, noch: Ernst Gott-
lieb von Börstel, die alte Krosigkin von
Badegast, mit ihrer Tochter, (welche beyde
über 14 Tage, lang alhier sein) Jtem:
den hofprediger Mencelium.
Nachmittagß, wieder in die kirche, und predigtt
des Diaconj Ionij; mit Carolo Ursino, &cetera[.]
<Käldte. Eiß. Schnee. Käldte.>
Es hat heütte, allerley Rechnungß: undt
Oeconomysachen, zu consideriren, gegeben.
Jehna, ist bey mir gewesen, wie zum öftern.
Philipp Güder, hat Hans Senf zu mir geschickt, sich
beklagende, wie er biß in den Todt, ge-
schlagen, undt verwundet worden, von dem
Amptmann Georg Reichardt und seinem SchwiegerVatter
Bürgermeister Weylandt, im Rahtskeller, ohne uhrsach,
umb Schutz bittende, undt mir, sein weib, undt
kinder3, auf allen fall, recommendirende! <Ohime!>
Hanß Bernds, ist hehrkommen.
Vormittageß hat der hofprediger Mencelius,
hieroben, aufm Sahl geprediget.
Extra zu Mittage behalten, (über die
Krosigkinn, und ihre Tochter, welche numehr
in die dritte woche allhier ist) den iungen
Ernst Gottlieb, von Börstel, den hofprediger,
undt Hanß Berndts, gewesenen hofmeister,
undt Quartiermeister, bey Meinem Bruder,
Fürst Ernst, Sehliger.
Zu abends Nachmittagß, wieder
in die kirche gezogen, <in des Jonij predigtt> mit Carolo Ursino,
undt darnach conversirt, successive
mit Börsteln, mit Jehna, mit hanß Bernds,
auch extra behalten, und hanß Berndts,
abgefertiget, in die Schlesie, in einer able-
gation, welche Gott gesegenen wolle!
perge
Meine Fuhre, welche wein, nacher Leiptzigk
gebracht, ist wieder von dannen kommen.
Michel Bötticher, ist außm lande zu
Francken, auch wiederkommen. perge
<Frost. Käldte.>
Jacob Antonij, von Krosigk, ist hehrkommen, und
hat sich præsentirt, wegen Doctor Brands, retraction
in schuldtsachen. Er ist extra, nebst Börsteln,
undt andern, behalten worden.
Conferenze mit Jehna, mit Magister Menzelius[,] mit Hans Senf
undt andern, auch wegen Philipp Güders, inquiriren laßen.
Kayßerliche: Chur: undt Fürstliche Gratulationes,
zum Neẅen iahr, mit hauffen, bekommen. Gott
gesegene alles gute! undt gebe! waß Sehlig ist. perge
Undter andern, ist auch von den Rähten, undt
Officirern zu Rügenwalde auß Pommern, ein
Notificationschreiben, an Mich, alß auch
eines, an Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden ankommen, daß
Gott der Allerhöchste, nach seinem unerforschlichen
weysen, allezeit gerechten rath, und willen,
die weylandt hochgeborne Fürstin,
Fraw Elisabeth, Pommerische wittibe, geborne
hertzoginn zu Schleßwyck hollstein, etcetera
Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden StiefSchwester, durch einen
Catharr, Sanft, undt Sehlig, zu sich erfordert.
Dörfte also diese Fürstin, mit ihrem herren, dem letzten
Hertzogk in Pommern, Bogislao Sehligen noch zugleich begraben werden.
|| [[Handschrift: 110v]]
Dann deßelbigen herren, sepultur, jm Monat
Martio, angestellet sein solle. Gott tröste die
affligirten, nahe, undt ferne freünde, mit
unß allen! und schone gnediglich!
Die Ordinarien geben:
Daß General Cromwell, sich zum Protectorn, und vatter des
Königreichs, Groß Britannien, und Jrrland habe zu Londen,
proclamiren, auch Schwertt und krone vortragen laßen.
Darauf er, (in dem er 20000 Mann, von der armèe, in der
Stadt gehabtt, und alle posten besetztt) das Parlament
dissolviret, und nur, die ihme und seiner religion
günstig, an der außgestoßenen stellen, gesetztt.
Viel seind durchgegangen, nach Schottlandt
zu, alda sich die Königliche faction stärgket,
auch waffen, und proviandt, auß hollandt, vom
General Midleton, bekömbtt. Die tractaten
zwischen Cromwell undt den Staaden, gehen
annoch zweifelhaftig die Engelländer suchen zeitt zu gewinnen.
Gleichwol rüstet man sich gewaltig, auf beyden
seitten, und die Staaden haben 500 Metallene Stücke
auß Schweden auf ihre Schiffe, erkauft. Man
vermuhtet in kurtzem, große alterationes.
Der König in Engelland gehet in den haagen, will helfen
mit den herren Staaden, seine restitution, deliberiren.
Der König in Frangkreich, animirt die Staaden, zum kriege,
mit großen promeßen, seiner assistentz, und suchet
ligue offensive, et defensive.
Die Königlichen, in Frankreich triumphiren, wegen eroberung
Bourdeaux, Saint Menehaud, Mouson, undt anderer, diß iahr
eroberten plätze. Sie, die Frantzosen, haben auch Roses
endtsetzt, die Spannischen davor <an dem Paß Bardos> geschlagen, also: das
900 Mann geblieben, 1500 nebenst 300 Officirern
gefangen worden, und haben Briesach, und Philips-
burgk, von den Spannischen, und lottringhischen insidijs,
diß iahr liberiret. Dann, unangesehen der hertzog
von Lottringhen, dem Conte de Harcour offeriret,
wann er ihm Briesach lifern würde, seinem Sohn,
des hertzogs Tochter, mit 2 millionen zu geben,
So hat doch der König, durch gegenpromeßen,
des Harcourt gemüth gewonnen, undt bestendig
erhalten, wann er nur vor des Cardinals, adversi-
teten, gesichert ist? Den Printz von Condè, hat der König,
aufs neẅe, in die Acht erklähret, und seinem
bruder, dem Prince de Conty, alles zu geben,
so wol von gühtern, als die dignitet, des ersten
Fürsten von geblühte, wo ferne Condè, sich nicht bequehmet.
Der König in Portugall, sol mit 12000 Mann, in das
Königreich Castiglien eingefallen sein, und Rodrigo, belägert haben.
Man hat in Franckreich wieder neẅe anschläge, auf daß
Königreich Neapolj, durch den hertzogk von Guise,
welcher aufs neẅe gedengkt, sein glück, oder unglück zu suchen.
Zu Regenspurg deliberiret man fleißig, und man hat
nicht allein, den Fürsten von Lobkowitz, Sondern
auch die Fürsten, Amalfij, Dietrichstain, undt
Awerspergk, numehr, in die sessiones, admittirt.
Die tractaten, mit Lottringhen, werden renovirt,
undt die evacuation der vechtte, baldt gehofft.
Die Welttlichen Fürsten, von allten haüsern, seindt alle
von Regenspurgk numehr abgerayset. Der Kayser,
und König, erlustigen sich bißweilen, auch mit iagen.
Die unruhe, zwischen dem Churfürsten von Cölln,
undt derselbigen Stadt, ist noch nicht gestillet.
Die lottringhischen völcker, nehmen im Bisthumb
Lüttich, mit gewaltt, quartier, denen, der
Churfürst von Cölln, zu begegnen, gedengket.
Die Stadt Basel, klaget, über den überlast der
soldatesca, in ihrem Territorio, nach dem die Frantzo-
sen, Befort belägert.
Die Türgken, rüsten sich auch; contra venedig,
undt es wirdt spargirt, als hette sich: Usaim Bassa,
General in Candia, dem Großen Visier an der
Porten, wiedersetzt, und auff erfordern, nicht erscheinen
|| [[Handschrift: 112r]]
wollen, Sondern gedächte, sich, des Königreichs Candia,
vor sich selbst, zu bemächtigen, darnach aber, dem
Türckischen Kayser, sich zu wiedersetzen. So sollte,
der Capitan Bassa, oder General del Mare,
auch schwürig sein, und auß Schio, nicht forth wollen.
Die Morlacchj in Dalmatia, machen gute
beütten, plagen die Türcken, und thun den venezianern,
gute dienste.
Der Moßkowitter, hat 250000 Mann beysammen,
Mit einer armada, will er, nacher Schmolenßko
marchiren, mit einer andern, in Schwartz
Reüßen, alda selbige Pollnische undterthanen, mehren-
theilß, Griechisches glaubens sein. Mit der
dritten armèe, will er die Saporofsker Co-
sagken, alß seinen glaubenßgenoßen, wieder
die Polen, und ihre adhærenten, endtsetzen
helfen. Sol viel deützsche, undt Pollnische<Schottische>
Officirer, bey sich haben.
Zu Stogkholm remittirt die Pest. Die Köni-
ginn, in Schweden, ist zu Upsall, und erwartett
des Milord Wittelock, Engelländischen Parlament(ar)ischen
Ambassadeurs, mit großer pompe. Er sol schon
zu Gottemburgk, glücklich ahnkommen sein. perge
<Schnee. Käldte. SonnenSchein, vormittages, Nachmittags aber, Thauwetter.>
<1 hase, Hans Balthasar Oberlender geschoßen.>
Briefe, von Regenspurgk, bekommen, hinc jnde.
Conferenze mit Jehna, mit Hans Senf und andern.
Rechnungen vorgehabtt.
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist wieder verrayset, nach
dem er, gestern abendt, abschiedt von Mir genommen.
A spasso, in gartten, vormittags.
Avis: von halle, daß hanß Berndts, biß dorthin,
wol überkommen. Gott helfe ihm ferner, mit
gnaden! Jtem: aviß; das es wiederumb, zu
Merßeburgk, bluht geschwitzet. perge
<Thauwetter. regen, windt.>
<1 Fuchs, 1 Hase Carl Ursinus gefangen.>
Jn die wochenpredigtt, mit Carolo Ursino.
Postea: Hans Senf wieder bey mir gehabtt,
und allerley lamentj, wegen Philipp Güder gehöret,
hingegen, ihm, concept vfzusetzen, anbefohlen. perge
Extra: zu Mittage, den Caplan Jonium,
undt Tobias Steffeck von Kolodey gehabtt. perge
Mein iüngster Sohn, Carolus Ursinus, hat in
dem Grähnischen pusch, geiagt, undt nur
einen Fuchß, undt einen hasen, gefangen.
Avis: daß man zu Leiptzigk, neẅlichst am hellen
Mittage, einen schönen Stern geschehen, wie vorm iahr
zu Prage, geschach4, alß die ChurFürsten bey dem
Kayser, zusammen wahren, kurtz vor dem ReichßTage.
Jtem: avis, daß ein grawsahmer krauser
Comet, sich an itzo bey Prage, über dem weißen berge
sehen leßet. Dörfte nicht viel gutes bedeütten.
Gott wende alles unheyl! undt unglügk!
Zwey Relationes, seindt abermalß, von Regenspurg
ahnkommen. Die neẅen Fürsten, werden zwahr
admittirt, Dietrichstain, Piccolominj, und Awersperg,
wegen ihrer hohen meriten, iedoch sollen ihre Posterj,
nicht admittiret werden, biß Sie sich, mit Fürst-
mäßigen gühtern, und contributionen, zum Reich,
qualificirt machen. Chur Cölln, sucht secours,
wieder die lottringhischen völgker, welche in seinem
Stift Lüttich, übel hausen sollen, und 3 Städte,
mit hülfe der Spannischen, albereitt eingenommen haben.
Will sich sonst selbst helfen, defendiren, wie er kan?
Franckreich beschwehrt sjch auch darüber, und das
es, vermöge des jnstrumenti Pacis, nicht satisfaction habe,
das auch Savoya, mit dem Montferrat, nicht beliehen werde!
Mit dem lottringhischen abgeordneten Fournier, wirdt annoch
immerforth tractiret. Die admission der Stadt Brehmen,
zur immedietet, wird noch von Schweden angefochten.
|| [[Handschrift: 113v]]
Von den Staaden, begehret man, etzliche gühter,
und Comptereyen, wieder, zum Johanniter orden,
gehörig. Das hauß Naßaw, sucht undterschied-
liche Vota, so viel linien sein. Wirdt aber abgewiesen.
Chur Brandeburg hat repliciret, und bleibet
bestendig, auf der Fürsten seitte, ratione pari-
tatis votorum, im Churfürstenraht, et ratione materiæ
Collectarum, per majora, non exigendarum. perge
<Regen. Thauwetter.>
<Windt zu abends.>
Sie haben geiagt zu Ballenstedt, undt mir ein
Rehe geschickt. Sol das 5.te aufs deputat sein.
Christian <Ernst> Röder, ist herkommen, zu tractiren,
seiner zinßen, undt capitals halben. <Jch habe,
durch Jehna, undt Paulum Ludwigen mit ihm tractjren laßen.>
Der gute Fritz Börstel, ist sehr krangk
worden, und in seinem rügkwege von Deßaw,
gestern in einem bette, durchgeführet worden,
zu Seiner Mutter, nacher Plötzkaw, da ich vermeinte
er solte mir fernere relation, von meines
Bruders Liebden und seinen raysen, und vorhaben thun.
Sic homo proponit; sed Deus disponit! 5
Gott wolle es, mit ihme, zur beßerung schigken!
et cetera
<Jch habe briefe geschrieben, nacher Strehlitz, Venedig, undt
nacher Rügenwalde, schreiben laßen.>
<großer windt, die Nachtt. Darnach regen, Thauwetter.>
Christian Ernst Röder, (nach dem ich mich, mit ihme,
wegen der 1500 Gulden (florenus)f: capitals, undt der zinßen,
so darauf geloffen, verglichen) ist content wieder
abgerayset. Dann er bekömbtt vor alles,
Evens guht, welches mir zu hoym, wegen
verschwiegener lehen, anheim gefallen,
nemlich: hauß, undt hoff, mit 3½ hufen landeß,
er wirdt, an diesem pawerguht, undt Mannlehen,
zum Schriftsaßen, gemacht, undt alle die
angeschwollene Steẅerresta, biß in die 200 ThalerThlr:
werden ihm geschenckt, undt erlaßen.
Gott gebe zu allen theilen, glügk! und segen darzu!
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Plötzkau zu dem krangken Fritz Börstel, geschicktt.
Schreiben, von Caspar Pfau mit einem einschluß, Fürst Friedrichs pour
avoir ün autre gentilhomme, au lieu de Börstel. Dieu
vueille fortüner, ce desseing! avec la personne, que
ie propose!
Tobiaß, ist glücklich, von Plötzkaw, in bösem
wetter, undt wege, aufn abendt, wiederkommen,
undt hat mir allerley bericht, von Friederich Bör-
stels zustandt, undt deßen rapport gethan.
Gott wolle alles, zur beßerung, verahnlaßen!
<2 hasen von der hatz Carl Ursinus[.]>
<Feücht Thauwetter.>
Der hofprediger Mencelius, hat sich angemeldet,
wegen seiner Tochter hochzeitt, etzlicher gebehtenen
anordnungen halber, in der Stille.
So seindt auch undterschiedliche supplicationes
einkommen, in Steẅersachen. Ein ieder fast,
suchet remessiones. Wer kan allen, recht thun?
Jn rechnungßsachen, und justitzienhändeln
auch zu travaglijren gehabtt.
Mein Sohn Carll ist hinauß hetzen
geritten, und hat 2 hasen, einbrachtt.
Die wölfe, ihrer vier, seindt heütte
undter meine schaffe kommen, und haben
eines gewürget, den kopf abgerißen,
dem andern, ein Stügk, auß dem leibe.
Üne chienne <blanche> en nostre Gynecèe
fort petite, a enfantè cinq, petits
chiens, & a mangè lés pattes de devant
d'ün d'iceulx. Cela est extraordinaire.
Jch habe Tobias Steffeck von Kolodey zu Magister Enderling,
undt zu Philipp Güdern, geschickt, auß uhrsachen.
<Schlüpfericht koticht.>
Der Superintendent Er Plato, hat auf unserm
Sahl geprediget, undt ist extra behalten.
Nachmittage, mit Carolo Ursino, wieder zur
kirchen, undt predigtt Ern Jonij;
Conversationes, gehalten, post sacra peracta.
<2 hasen Carl Ursinus gehezt.>
<gelinde wetter.>
Oeconomica, Politica, wie auch Ecclesiastica, zu
tractiren gehabt, und einen scrupel den Geistlichen,
wegen einer Päbstischen gevatterschaft, decidiret. perge
Fürst Johann Casimir, ist mit Meiner Fraw Schwester
Liebden dero gemahlin, alhier, über die Fehre,
paßirt, nacher Plötzkaw, der apertur, Fürst
Augustj Sehliger Testaments, beyzuwohnen.
Carolus Ursinus, hat 2 hasen gehetzt.
<Schön, helle wetter.>
Einsidel, ist heütte, nacher hoym, undt Reinstedt,
geritten, mit seinem vetter, hanß Ernst von Börstel,
undt mit dem hofraht Pfawen, wegen Meines
bruders, Fürst Friedrich begehren, sich zu besprechen.
Gott gebe, zu glück! undt succeß! On
a de besoing, de tels Vertüeux, & bien qualifièz nobles!
Verworre händel, mit geistlichen, und weltlichen
gehabt, occasionnè; par le désordonnè regime feminin! et cetera
Diesen Nachmittag, in schönem wetter, haben
wir im Krumphalß, geiagt, und 10 hasen,
undt 2 füchße, darinnen, und in dem
bawmgartten, gefangen, nach dem der
Keßelpusch, auch außgetrieben gewesen.
Erwüntzschte briefe, auß Jtalien,
von Siena von meinem Sohn, Viktor Amadeus undt
seinem Ephoro, entpfangen. Gott gebe continuation!
Jtem: schreiben, von Croßen, Berlin, hilpoltstain,
und auch, von venedig, von meinem bruder, Fürst Friedrich[.]
Die Avisen geben: das Cromwell, der neẅe
Protector Angliæ[,] <Scotiæ et Jrlandiæ>, mit großen solenniteten,
erwehlet, ihm alles nach wuntzsch undt
willen ergehe, 200000 pfundt Sterlingß, zum
iährlichen undterhalt, undt eine armèe
von 30000 Mann, destiniret, und etzliche
leges, von dem neẅen Parlament, seinen
creaturen, ihme zum besten, gemacht
worden. Jnterim: mehren sich die hochländer
in Schottlandt, auf Königlicher seitte, eine
Feẅrige ruhte, ist über Edinburgk, nacher
Suyden zu, gesehen worden. General Horrison
|| [[Handschrift: 116r]]
ist vom Cromwell dißgustiret, und suchet viel
Engelländer, auf seine, oder gar auf des Königes
seitte, zu ziehen, undt gibt also viel factiones.
Zu den friedenstractaten, mit den Staaden, er-
weiset Cromwell, große beliebung, wiewol er
sich auch gewaltig, zu forthsetzung des krieges rüstet.
Der König in Engellandt sucht hülfe bey Frangk-
reich. Will in den haag, umb mit den Staaden,
sein bestes, zu consultiren.
Die holländer, haben im Texel, und sonsten
durch neẅlichsten Sturm, und erdbebem[!], viel
Schiffe abermalß verlohren, auch in der
Beemster, durch brandt (so von dem hanf end
außmachen, endtstanden) großen schaden erlitten.
Zu hamburgk, hat das hohe waßer, auch
großen schaden gethan.
Chur Cölln, hat noch mit seiner Stadt,
wie auch, mit dem lottringhischen volgk
im Stift Lüttich, dißidia.
Die Königlichen Frantzösischen haben Befort,
Ordentlich belägert.
Zu Saint Omer, ist eine Frantzösische verrähterey
entdegkt, die Thäter aber eingezogen. perge
Bey Regenspurg in einem dorf, sol die pest anfangen
einzuschleichen, und Kayserliche und Königliche Mayesteten
gewillet sein baldt aufzubrechen, in erwe-
gung, das die Ungern einen landtTag,
urgiren, wegen des Türgken, einbrechendem
gewaltt, und wegen creation eines neẅen Palatinj.
Jn Polen, hat der König, einen præjudicir-
lichen friede, mit den Tartarn, undt Co-
sagken, einwilligen, und alle retardaten
an peltzen, undt geldern, iehnen, zum abzuge
diesen aber, die resti abgenommene kirchen
undt Privilegia, restitujren, und vermehren
müßen. Der General schmielinßky,
bekömbt noch zween starosteyen,
undt andere Recompenßen. Der König,
und sein höer, ist gantz umbringet
gewesen. hat sich müßen accommodiren.
Die Pest, sol in Preüßen nachlaßen.
Die venezianer, haben auch noch mit
dem Türcken viel zu schaffen, wiewol
Sie secours suchen, und durch die Morlacchj
in Bosnia große einfälle gethan.
Jn Jtalia will auch Frangkreich, mit Spannien,
zum frieden sich ahnlaßen. hingegen, sol in Ca-
talogna, undt Portugall der krieg, desto eyfriger
forthgesetzt werden.
Der Pabst, macht sich lustig, mit seiner
Donna Olympia, und sie wirdt reich.
Avis confident: Que deux servantes, au
Gynecèe de Darmstadt, ont converties, deüx
Princesses, l'üne, qu'a espousè le Prince
Palatin, de Neẅbourg, & l'autre, c'est
l'aisnèe dès non marièes. Ces servantes,
estans nüllement des ignorantes, ains
des nonnains, ou religieüses secrettes,
ont avec dexteritè cachèe, avancè in-
sensiblement a ceste revolte.
Madame la Landgrave Mere, en est
ésperduë, comme aussy le Pere. Jls tiennent
la fille non marièe, en grande sübiection,
affin de la rammener au Lütheranisme,
& veülent aller à Dresen[!] la mettre, sous
la correction, & redüction dü Pere grand. perge
<Frost. Nebelicht digk tota die.>
Schreiben, nacher Plötzkaw, eines an die vettern,
undt eines, an Meinen Schwager, Fürst Iohann Casimir alß vor-
mundt zu Cöhten, abgehen laßen, damit das
unzeittige brawen, im Cöhtnischen und Plötz-
kawischen, nebenst dem verbott, bey Strafe
alhier zu Bernburg bier zu holen, und zu laden,
möchte eingestellet, ihre Nahrung
nicht geschwächet, auß der Stadt ein
dorf gemacht, und meine jntraden
gehemmet werden, contra Pacta conventa
und landtTagesSchlüße, auch observantz
dieses orths, (ohne der unordnung, welche
im kriege eingeschlichen, und eingerißen)
Jch würde sonst nicht nachlaßen, Mein
rechtt zu prosequiren, und zu manuteniren.
Es ist eine Schande, man brawet zu Güsten,
Wulffen, Niemburgk, Biendorf, Warmstorf, Plötz-
kaw, nicht nur allein, vor die haußhaltung, Sondern
man zwinget auch die Schengken, ihr lose bier
zu nehmen, undt das beßere bier alhier (unerachtet
|| [[Handschrift: 118r]]
ich es nur auf 4 Pfennige (denarii)d: und also, in billichen Tax,
gesetzet) wieder die pacta, und privilegia, fahren
zu laßen. Die Schwehren onera, so auf die
brawer geleget, seindt intuitu der nahrung
geschehen. Wann solche gekränckt wirdt,
So lieget alles darnider. Auf der dörfer
Schengken, undt neẅerliches brawen, ist
weder bier: noch landtSteẅer, geleget.
Summa iniquitas! Wo bleibet: Fehrgeldt,
TafelThaler, zufuhre? bierSteẅer? landSteẅer?
Nahrung der bürger? Wer will aufbawen?
inmaßen man sich außdrügklich, verlautten
leßet, man könne allhier, nicht aufbawen,
wann solche Neẅerung, nicht abgeschaft
solte werden? Keiner würde bleiben können!
perge
Avis von Plötzkaw, daß Fürst Iohann Casimir und Seiner Liebden ge-
mahlin, meine Schwester, Morgen (gebe gott) anhe-
ro will kommen.
Jn die kirche, undt wochenpredigtt,
mit Carolo Ursino, gezogen.
Den hofrath, Paulum Ludwigen, bey
Mir gehabtt.
<Froßt, helle wetter.>
Viel zu schreiben gehabt, auf die post, vormittags
nacher Siena, Croßen, venedig, Fulda, etcetera[.]
Mein Carolus Ursinus, ist hinauß geritten,
einen wolf, zu hetzen. Er hat ihn aber,
nicht bekommen können, ob er ihn schon gehetzt,
dieweil der wolf, zu stargk gewesen.
Mein vetter, undt Schwager, Fürst Johann Casimirs
Liebden ist mit dero gemahlin Liebden von Plötzkaw, an-
hero kommen, mit eilf pferden. hatten den von
Freybergk, undt zweene Adeliche Jungfern,
bey sich.
Es hat allerley gute conversation, heütte gegeben.
<gelinde wetter.>
Conferentz, mit Fürst Iohann Casimir mündtlich.
Er hat auch, durch seinen Rath, und hofmeister,
Freybergk, mit Meinen Rähten, conferiren laßen,
welche bey mjr gewesen, und referiret.
So hat auch Doctor Mechovius, (welcher Morgen
(gebe gott) nacher Deßaw, auf des alten, Esche,
von Wallwitz, begräbnüß soll, unsere
Stellen, zu vertretten,) seinen undterthänigen abschiedt, genommen.
|| [[Handschrift: 119r]]
Der junge Ernst Gottlieb von Börstel, jst auch
anhero kommen, extra zu bleiben, undt aufzuwartten.
<Käldte.>
Nach eingenommenem Frühestügk, ist Fürst Iohann Casimir mit
dero herzlieb(st)en gemahlin, undt comitat, wieder abgerayset,
nacher Deßaw zu. Gott wolle sie geleitten!
J'ay fait ün present, d'ün bassin, & d'üne es-
guiere, d'argent dorè, a madame ma seür, ne
luy ayant rien donnè, a sès nopces dü soir, (abendt
hochzeitt genandt) pour l'avoir ainsy accordè,
entre nous. Elle l'a a prins, ceste mienne me-
moire, en fort bonne part, & quoy qu'elle voye
malvolontiers, que je s<M>'incommode, & desire
plüstost, a me servir, & aux miens, si est ce,
qu'elle a fort daignè & honorè, ce tèsmoigna-
ge, de mon affection! Dieu l'en benie!
Doctor Mechovium, habe ich auch diesen Morgen, nacher
Deßaw, geschicktt, dem begräbnüß, des guten
Esche, von Wallwitz Sehligen, beyzuwohnen,
in unserm Nahmen, undt sonst auch allerhandt
puncten, daselbst zu hofe, in richtigkeitt zu bringen.
Gott gebe, erwüntzschten guten succeß!
<Frost. hagel[.] windt[.]>
Jch habe aufm Sahl, Ern Hesium, predigen
laßen, und extra behalten, neben Doctor Fischern,
die Krosigkin von Badegast, undt ihre
Tochter, ist auch noch alhier, in die 5.te woche.
Nachmittagß, wieder zur kirchen, mit
Carolo Ursino, in des Diaconj Jonij, predigtt.
Die Zerbster bier fuhre, mit Magistro Mencelio,
(welcher den Münch zu bekehren, undt zu
undterrichten, dem Rectorj des Gymnasij
zu Zerbst, Heinsio, undtergeben)
kahm gestern abendt, glücklich ahn,
mit schreiben von dem Schloße.
Conferentz, mit Jehna, more solito.
Spatziergänge, post sacra peracta in den
gartten, undt Forwergk.
Conversatio; mit Meiner gemahlin, und den Jungkern.
Hans Senf bey mir gehabtt, Jtem: Jehna, item: Magister Menzelius[.]
Der hofraht Jehna, fähret forth, in seiner aufrichtigen
intention, mit der SteẅerDiscussion.
Diesen Nachmittag, ist unsere hofpursche, Adel, undt
Unadel, Jungfern, undt Frawen, (mehrentheilß), zu
des hofpredigers Menzelij, StiefTochter hochzeitt,
mit dem Kremplinger, verwallter zu Werderßhausen,
erbehtener maßen, (mit unserm consenß,) gegangen.
Gott gebe ihnen, s[e]inen Segen! perge insonderheitt, den an-
gehenden jungen Eheleütten. perge
Schreiben von Dreßden, und andern a orthen, zum Neuiahr.
perge
Die Avisen, melden. Daß der Pollnische friede
mit den Cosagken, und Tartarn, gewiß seye,
wiewol mit schlechter reputation, der Krohne Polen.
hingegen, wollen die Moßkowiter, den König
bekriegen, undt der Undter Cantzler in Polen,
sol den Adel, sehr aufwigkeln. Es ist auch,
ein neẅer Pollnischer gesandter6, in Regenspurgk, ahn-
kommen, welcher aufs neẅe succurß begehret.
Zu Regenspurgk, ist man noch fleißig, zu
wergke, mit den consultationibus,
es wirdt viel deliberiret, aber wenig effectuirt.
Der Königlich Frantzösische Ambassadeur hat sich, über den
lottringhischen einfall, jns Lütticher landt, undt
erweitterung jhrer quartier, (mit Printz:
Condeischer, undt Spannischer assistentz,) sehr beschweh-
ret, undt remediirung, so wol, als die Chur: Cöllnischen
gesandten, gesucht.
Der General Cromwell, braucht, alß Protector Angliæ
numehr, in undterschriften, nur seinen vornahmen,
Olivier, undt leßet sich Altesse schellten.
Sol mit den Stadischen gesandten, friede, undt
vereinigung tractiren. Es stößet sich nur, an
Dennemargk, welches die Staaden includiren
wollen, er aber excludiret haben will.
Die hochländer in Schottlandt, seindt zwahr
noch in armis, undt die Jrrländer, sollen
auch zimliche progreß, vorn König, haben, iedoch
wirdt ihnen auch stargke resistentz, opponiret.
Frangkreich, stellet sich, alß wolte es, dem
Könige in Engellandt, undt den Staaden, helfen.
Vor Roses, sollen die Königlich Frantzösische[n]
viel volgks, verlohren haben.
Der Prince de Condè, wirdt in daß crimen
læsæ Majestatis, condemniret, undt seine
gühter, dem Prince de Conty, seinem bruder,
geschengkt. Befort, ist noch, von den Königlich
Frantzösischen belägert, und umb Basel herumb,
geschehen viel angriffe, undt jnsolentzien.
Jn Piemont, will der hertzogk von Savoya,
|| [[Handschrift: 121r]]
die wintterquartier der Frantzosen, nicht leiden,
werden sie sich also, in das Delphinat, retjriren.
Auß Portugall, wirdt viel geldt, nach Rom
geschigkt, vor den Pabst, undt seine Cardjnäle.
Die Niederländer, sollen im letzten Sturm,
vor Texel, undt ander[st]wo, über die 30 Schiffe
verlohren haben. [...]gen die Engelländer
in Marj Medite[rraneo] [...]en, auch eingebüßt haben.
Der Römisch[e König] [ve]rlobet sich, mit der
Jnfantin von [Spanni]en, seiner Schwester Tochter.
Die Türg[ken] [w]ollen diesen Sommer, stargk
zu felde, cont[ra] [Vene]dig, kommen, wie auch, zur See.
Die venezianer, [haben di]e [Fe]stung Candia, wol
proviantiret[, mit] [volg]k, und munition, versehen.
Die Morlacc[hi], a[uß] [A]lbania, machen ihnen, den
Türgken, mit straifen, auch zu schaffen.
Zu Upsal in Schweden, wirdt der Engelländische
Cromwellische Gesandte, stadtlich empfangen.
Die pest, in Stogkholm, sol etwaß nachlaßen.
Jn Schlesie, sol ein böser Mensch, ein Jäger,
welcher alle seine Eheliche kinder umbgebracht,
und ihre hertzen gefreßen, seine hurenkinder
aber, leben lasen, und in die 253 Mord, begangen,
seinen verdienten lohn, zur Ölße, iämmerlich entpfangen haben.
<Froßt.>
Nachm früheStügk, bin ich, mit Carolo Ur-
sino, in das Dröblische höltzlein, auf die
Jagtt, gezogen. haben: 2 wölfe, etzliche
Füchße, undt [has]en, im Jagen, gehabtt,
aber nur 4 [hasen gefang]en. Vetter
Ernst Gottlieb, v[on] [Plötzka]w, ist auch zu
unß kommen, nach v[...]etem iagen
undt kleiner convers[ation] aber, wieder
von unß geschiede[n. Der] eine wolf,
(welcher gehetzt w[urde) hat v]iel hunde
beschädiget, undt is[t entkomm]en. Der ander,
welchen ich gesehen, mir aber nicht, zum
Schuß kommen, ist auch durchgegangen.
Doctor Mechovius, ist diesen abendt, von
Deßaw, (aldar er, Walwiz leichbegengnüß,
meo nomine, beygewohnet, und sonst bey
Fürst Iohann Casimir werbungen ablegen müßen) wiederkommen.
Unsere hofDames, undt Edelleütte, seindt
wieder zur hochzeitt, gegangen, in [d]es hofpredigers
hauß, undt werden die geschengke [a]ußthejlen.
<Käldte.>
Jn die kirche, mit Carolo Ursino, da dann, Er
Marggravius, den 133. psalm7, fein außgeleget. perge
Doctor Mechovius, (so auch mitt aufgewartett, zur
kirchen,) ist extra zue Mittage geblieben, undt
hat seine relation, von der Deßawischen
expedition, abgeleget, auch briefe wiedergebracht,
so wol von Fürst Johann Casimirs Liebden alß von des von
Walwitz wittwe, undt Sohn. perge
<Froßt.>
Die Trohten, von hecklingen, undt Gensefurth,
seindt heütte, zu der Steẅer:Commißion, erschienen.
Schreiben von Dreßden, mit vorschrift, von Chur-
Saxen, in Schuldtsachen.
Mein Sohn, Carolus Ursinus, hat diesen Nach-
mittag, (auf beschehene andeüttung), im Dröblischen
holtz, abermalß geiaget, undt von 6 wölfen,
so darinnen gewesen, zweene bekommen,
den einen, hat Rindtorf, den andern, oberlender geschoßen.
Conferentzen, mit Jehna, mit Magistro Mencelio,
mit andern, gehalten.
<Schnee.>
hofraht Paulus, ist bey Mir gewesen.
Man hat die Trohten abermalß vorgehabtt,
in Steẅersachen, ob, accord zu treffen?
Welcher, (Deo dante!) noch avantageüx gefallen.
Gebhardt Friederich, von Trohta, undt der Obrist leutnant
Lugk, seindt extra zu Mittage geblieben,
undt zur Audientz, admittiret worden.
Avis: daß Freẅlein Clara von Schwartzburgk,
(welche ich noch vor zwey iahren, in der wiederkunft
von der rayse, nacher heidelbergk, frisch undt
gesundt, wie hiebevor allhier gesehen) ein
feines, höfliches, wolerzogenes, undt wolgestall-
tes Freẅlein, Todes verblichen. <Ergo> Memento morj! perge
<Nebel.>
Oeconomica, undt rechnungen examinirt,
post devotionem solitam.
Extra: zu Mittage, gehabt, Doctor Fischern.
Hans wenzel Rothe ist bey mir gewesen.
Eine Relation, Numero 60 jst von Regenspurg einkommen,
und referiret worden, wie die Chur Cöllnischen, lot-
tringhischen, Savoyschen, Mantuanischen, Vechtische,
|| [[Handschrift: 123r]]
undt andere Sachen, stehen? Jnsonderheitt aber, die
grawsahme verrähterey, welche der Conte de Bassene
vorgehabtt, (in dem er, alß Gouverneür zu Saint Omer,
denselbigen platz, und noch 3 andere, alß Grevelin-
gen, Duynkirchen, und noch einen, den Frantzo-
sen, verkaüffen, und Grand Mareschal de France,
werden wollen) und niemanden communicirt,
alß einem Apt Mercy genandt. Alß nun der
Ertzhertzogk, (welchen man auf der iagtt, ge-
fangen nehmen, nach Paris <zu> führen, den General
Conde de Fuensaldaigna aber, und viel andere
Officirer darbey, zu ermorden, vorgehabtt)
ein schwehr hertz, bekommen, undt die besatzung
zu Saint Omer, verändern laßen, ist darüber, der
Graf Baßene erschrogken, und hat den Apt
zu sich erfordert, auch heimlich ermorden wollen,
in gäntzlicher meynung, derselbe hette den an-
schlag entdegket. Dieser aber, hat mit bitten,
und remonstriren, seine unschuldt an Tag gegeben,
und ist kawm hinweg gelaßen worden, da er dann,
auß rachgier, undt auch die impunitet zu erlangen,
dem Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm, alles offenbahret. Er ist
aber, so wol als der Graff, eingezogen, und auff das Castell
zu Antwerpen, gefangen gesetzet worden.
|| [[Handschrift: 123v]]
Man hat, 200000 Pistoletten, bey dem Graven,
undt 800000 krohnen, in des Aptts hause, gefunden,
undt eingezogen. Mag mehrentheilß Frantzösisch
geldt sein. Jst eine greẅliche verrähterey,
dergleichen, ich kawm, sieder der Friedt-
ländischen conjuration, gehört zu haben, gedengke.
Ein ieder, diehne doch, seiner<m> herren, undt
ordentlichen Obrigkeitt, (pflichtschuldiger
maßen,) ehrlich, aufrichtig, Treẅ: und redlich!
So behelt man ein gutes gewißen, undt
hat sich, weder vor Gottes, noch der Menschen
Strafe, zu förchtten, noch zu endtsetzen! perge
Le beau ioly perroquet, de Charles, est mort
cejourd'huy, avec cris. Cest enfant,
n'a gueres de bon heur, avec ses animaulx,
quj luy meurent la plüs grande part. perge
<Froßt.>
Jch habe aufm Sahl, Ern Jonium predigen
laßen, undt extra, zu Mittage, nebenst
Doctor Mechovio, behallten, und zur Audientz, admittirt.
Jehna, undt den Amptmann, Georg Reichardt nacher hegklingen,
geschicktt, eine besichtigung vorzunehmen. Gott
|| [[Handschrift: 124r]]
gebe zu glügk!
Nachmittagß, hat der pfarrer von Poley,
Rheinschmidt geprediget, alhier vorm berge.
Jch bin aber dißmahl, nicht hingefahren.
perge
Schreiben, auß OostFrießlandt, bekommen.
Jehna, undt Georg Reichardt seindt zu Gänsefurth und Hecklingen gewesen.
Gott gebe zu allem gutem succeß!
<Schnee. Kälte. Schön wetter.>
<1 hase von der hatz.>
Philipp Güder, (welcher gleichsam miraculose
curirt worden, durch Gottes gnade), hat sich bey
mir præsentiret, seine Noth, und anligen
geklaget, die unschuldt dociret, undt die Rache
Gott befohlen, darneben aber, in Oeconomysachen,
allerley guten raht, mittgetheilet. Gott
bewahre, und schütze ihn ferner, und seye gepreiset,
vor seine hülfreiche handt, und milde gühte!
Extra zu Mittage, den Superintendenten
von Cöhten, Magister Daniel Sachßen, gehabtt,
darnach aber, zur audientz, ihn admittiret.
Briefe, von Croßen, Berlin, Breßlaw,
Leiptzigk, Dreßen[!], Halle, Pariß, und von
anderen orthen, entpfangen.
Die Avisen, und berichtschreiben, geben:
Das der friede, zwischen dem Olivier, und Cromwell
(alß absoluten gewaltthaber, des Königreichs
Engellandt, und ihr Protector) und den holländern
numehr richtig, und Dennemargk auch mitt ein-
geschloßen seye. Jnterim stärgken sich, die
Schotten, undt Jrrländer, wieder die Engelländer,
undt haben biß dato, guten progreß. hingegen,
gedengket Cromwell, mit seiner Mächtigen
flotta, von 100 Schiffen, Frangkreich, zu bekriegen,
undt sol der Prince de Condè, in alliance
mit ihm, stehen.
Jn Schweden, wirdt stargk geworben, undt
volgk aufgebotten, in die 36000 Mann.
Der Spannische, und Engelländische Ambassadeürs,
sollen sehr willkommen zu Upsal, bey der
Königinn, sein, und geheime sachen, tractiren.
Jn Polen, continuirt der Friede, mit
den Tartarn, und Cosagken, mit wenig ehre
undt Nutzen. Doch will die Crohne, difficulte-
ten machen, die Tractaten mit dem Könige, zu
ratificiren, auff bevorstehendem ReichsTage, viel
|| [[Handschrift: 125r]]
weniger, den König mehr inß feldt, zu erlaßen.
Der Moßkowiter rüstet sich wieder Polen,
und suchet deßen approbation, und conjunction mit Schweden.
Die Türgken, gedengken noch, den venezianern
diesen Sommer, ein heißes badt zu bestellen.
haben ihren General köpfen laßen, dieweil
derselbige so lange zu Rhodiß, vorigen Sommer,
vergebens zugebracht, und ihre armada
nicht angegriffen, noch hinweg geschlagen.
Die venezianer, hingegen, haben die Jnsul Chio,
undter ihre contribution gesetzet.
Dje Königliche Frantzosen, undter dem Mareschal
de la Ferte, setzen Befort hartt zu, undt
wollen es miniren, unerachtet des Felsens,
darauf das Castell h gelegen. hingegen thut
der Conte de la Süze, tapfere außfälle.
Der hertzogk von Wirtembergk zu Mümpel-
gard, treibet gewaltt, mit gewaltt ab,
und erzeiget sich feindlich, gegen die Königlichen
dieweil Sie sein land, mit Feẅer, undt
Schwertt, verderben.
Der König, hat den Printz von Condè in die Acht, er-
klähret, seine confiscirte gühter, (weil Sie sein bruder
Printz von Conty; nicht annehmen wollen) der
|| [[Handschrift: 125v]]
Königin in Engellandt, geschengktt, das Amptt
aber, des Grand Maistre, de France, dem
Printz Thomaso von Savoya, übergeben.
Jn Catalogna erholen sich die Frantzosen,
und haben Roseß, in Roussillon endtsetzt.
Der König in Spannien, hat den Marquis
de Sainte Croix, einziehen laßen, weil
er die Frantzösische Seearmada vor
Bourdeaux, in der Garonne, nicht
angegriffen.
Die heyrath, zwischen dem Römischen
Könige, undt der infantin von Spannien,
sol beschloßen sein.
Die lottringhischen völgker, sollen
mit hülfe der Spannischen, und Condeischen
erbärmlich hausen, in dem Stifte Lüttich,
und weder Geistliche noch welttliche, kirchen,
klöster, Spittäler verschonen. Der Churfürst
von Cölln, wirbt waß er kan, zur gegen-
wehre, und suchet hülffe, bey dem Reich.
|| [[Handschrift: 126r]]
Die avocatoria, seind zwahr zu Regenspurg vom
Kayser, ergangen, Sonst dörfte die gesuchte
hülfe, den Ständen, etwas sawer ahnkommen.
Jhre Kayserliche Mayestät sollen eine rayse, nacher
Saltzburgk, zu Thun, gewillet sein.
Die scharfen reformationes, in Schlesien
wieder die Evangelischen, sollen schtrenge
forthgehen, und große exceß darbey
verübet werden.
40 wagen, mit 136 Pfund (libra)pf: seindt heütte
frey, über die Fehre, paßiret, von Deßaw,
nacher Sanderß: undt Fregkleben, getreydig,
zur hofstadt, und zun herrenbrawen abzuholen.
perge
Conferentz, mit Jehna.
<Frost.>
Der iahrmarck, continuiret annoch, allhier
zu Bernburgk.
Hanß Cohten, Meines Sohns Viktor Amadeus seine<Cammerdieners>
Schwester, (welche zu Aldtenburgk, bey
Erlachen gediehnet) hat sich von einer Landt-
streicherischen Holländerinn, verführen lassen,
Silberwergk gestohlen, und ist mit ihr, dar-
von gelauffen. Le monde; est trespervers! perge
On dit dès choses horribles, & incroyables,
dü Général Königßmargk, & de sa fin. perge
Meine Tochter Ernesta Augusta, (welche
etzliche Tage hero, krangk am fieber gewesen)
hat heütte zum ersten mahl, in præsentz
Doctor Fischers, zur ader gelaßen. Gott gebe!
das ihr, diese erste Aderlaße, (in
dieser kallten Monatzeitt) wol
bekommen möge! und zur gesundheitt
gereiche! Le medecin, hayt les seignèes,
mais on l'a induit a cela, par caprice
feminin. Dieu vueille! que cela, ne soit,
precipitè, nj inconsiderè!
Krosigk von Bösem, ist anhero kommen. Suchet
remission seiner legawischen Steẅren
vf 400 ThalerThlr: Jch habe ihm, eines, und das
andere remonstriret. Das Fohlen,
so mir zu Bösem, außm Stalle, gestohlen worden,
hat der kerll, (welcher am nähern mahl,
im Krumphalse saß, undt der Magdeburger
Thumbprobstey, nacher Lebnitz, undter über-
lifert wurde) bekandt, kurtz zuvor, ehe er
|| [[Handschrift: 127r]]
gehenckt worden, das ers gestohlen. Ergo: hieße es:
Quj non habet in ære; luat in corpore! perge
Er, dieser Krosigk, wie auch, Krosigk von Alß-
leben, haben mittzugesehen, wie ein kerll,
auf der laine, auf<über> meinem Schloßplatz,
getantzt, sich gehangen, geschwungen,
und allerley poßen gerißen.
Darnach, hat einer, sich auf seinem leibe,
einen <sehr grossen> schwehren Stein, dann auch, ein
hufeisen, von 7 Pfund (libra)℔: entzwey schlagen laßen.
Nach deme haben sie, kleine Comœdien,
mit puppen, gespiehlet, der meine kinder zugesehen.
Auß der gaückelTasche, habe ich sie nicht spielen
laßen mögen, weil man solches öfter gesehen,
undt die Trawer, noch frisch ist. perge
heütte seindt, Fürst Johann Casimirs wagen, mit getreide
beladen, von Sanderß: undt Fregkleben, wieder zu-
rügkeb, gegangen, und alhjer, über die Fehre, repaßirt.
Avis: daß zu Egeln, 2 haüser, sollen gesperret
sein, wegen der einschleichenden infection, darüber
sich wol zu verwundern, in dieser käldte. Gott
wolle fernere landtplagen, gnediglich abwenden, und lindern.
