Gestern spähte, hat sich, ein neẅer Tunckeler
Stern, über dem EülenSpiegel1, etwaß zur
lingken handt, sehen laßen. <Mag seine bedeüttung haben.>
Abraham von Rindtorff, ist heütte
zu seinen brüdern, nacher Großen Alßleben,
verrayset, sonderlich aber, seinem angekomme-
nen bruder Matthiaßen, dem Thumbdechant
von Fulda, zuzusprechen. Gott gebe ihm glück!
Diesen Morgen, hat sich ein pawer, in
brandtwein, mauseTodt gesoffen, beym
Feldtschehrer. Jst abermal eine greẅliche
warnung, undt Göttliche anmahnung,
sich, vor lastern, und vorsetzlichen groben
Sünden, zu hüten, undt vorzusehen.
Gebe Gott, das dieses schreckliche
ende, den armen Menschen, nicht umb die Seele
gebracht, sondern noch, zu einem sehligen, letzten
Seüftzer, in seinem hertzen, verahnlaßen habe mögen!
und rawm, zur wahren, (wiewol kurtzen) buße, geben!
Sonst heißt es: Qualem te jnvenio, talem te iudico. perge
|| [[Handschrift: 128r]]
Dieser arme Mann, ist von Deßaw herkommen, undt
hat den Balb[i]rer von Deßaw, welcher an itzo allhier
bey Meinem ho[f]balbirer, Hanß Wentzel Rohte,
(sonst Feldtsch[e]hrer geheißen) ist, abholen wollen.
Jst aber [scho]n trungken gewesen, undt haben
also ihrer v[i]ere, noch, vor 2 Groscheng: brandtwein,
bey ihm au[ß]getrungken. Baldt hat sich, der
pawer, hin[d]ter den ofen geleget, ist still
undt blaß [worden], un[d ges]torben. Mag
wol zuvor e[...]t, am halse gehabt
haben, und i[st ...]telt, oder eingegür-
tet gewese[n, sonde]rn auch, an der Schöp-
fung des At[ems gehin]dert. perge
Caspar Pfaw, ist heü[tte an]kommen, damit
man mit ihme, von [...]tigem covent
zu Deßaw, [...]ne. Er hat sich
auch, bey Mir, [præsentir]t.
Wieterßheim [h]at sich auch præsentiret,
weil er aber, [s]ehr forthgeeilet, undt
ein ander mahl [w]iederkommen will, habe ich
ihm, dißmahl, oh[n]e audientz, erlaübett.
Ein gebrechlicher kleiner kerll, ¾ ellen lang,
wie ein zwargk, hat sich præsentirt. Jst leichte, wie
ein kindt, hat arme, u[n]d füsse gekrümmet, und sehr dünne.
|| [[Handschrift: 128v]]
Jst von husem, auß hollstein, und [(]seines bruders
bericht nach, auch seinem eigenen) ein zwilling,
mit demselben, fein gewachßenen kerll,
in 28 iahr altt. hat einen ko[p]f, und bartt
wie andere Menschen, des alters. Jst sonst
sehr gebrechlich, und am leibe, zusammen
gewachßen, ein elendes Sp[e]cktakel.
Sol sonst, wol eßen, undt [tr]ingken, auch
jn die kirche[n zur p]re[digt] und communjon
sich tragen laße[n, auch so]nst nirgends,
hin kommen, alß: w[ohin man ih]n, träget?
Orandum est[! ut sit me]ns sana, in
[corpore sa]no!2 perge
Nach diesem Sch[auspi]el, hat auch einer,
ein Ey, in einen S[... gebra]cht, und gezeiget,
welches zuvor [...]en gewesen.
Es seindt<ist>: Modus, acq[ui]rendj panem!
Das Männlein, (so eines Tagelöhners Sohn,
sein soll) habe ich, auf der großen wage, in der
küche wiegen laßen. [E]s hat mit kleidern,
Mantel, und allem, gleichwol 45 Pfund (libra)℔: gewogen.
Jst sonst sehr leicht aufzuheb[e]n gewesen, wie ein
kindt, Seine arme, undt beine lagen auf eine Seitte,
|| [[Handschrift: 129r]]
undt wahren, wie ein Skeledon. Man siehet keinen
bauch, noch Nabel, an ihm. Die hüften kommen ihm
fluchß oben an der brust, zur seitten auß dem leibe,
undt ist wol eine rechte Mißgeburth. Seine
Mutter, mag (mit ihm Schwanger gehende), sich
an Todten beinen, oder anderm, versehen haben, oder
erschrogken sein. Gleichwol hats dem andern
zwillinge, nicht geschadet. Vielleicht, seindt
auch die zwillinge, in Mutterleibe, unrecht
übereinander gelegen? Jst eine schwehre
creützeslaßt, die jhm doch Gott, auch kan erleichtern
dem armen Menschen, wenn er sich ahn Gott helt,
Sintemahl Gott der herr, Niemanden mehr auf-
leget, alß er ertragen kan, ob es schon anders
vor der weltt, scheinet? Dienet auch denen
zur warnung, welche gerade glied-
maßen haben, daß sie Gott dem herren, vor diese
große gnade, undt gesundtheit des leibes,
fleißig dangken, undt ihre glieder, undt
leibeskräffte, nicht zu waffen der Unge-
rechtigkeitt, begeben, noch Mißbrauchen
sollen. Gesundtheit, ist ein edles kleinott,
undt ie beßer, dann reichthumb! Gott seye gepreiset, vor
seine Mildreiche gaben, und wir rühmen uns auch, der Trübsallen!
Donnerstag♃ den 2. Februarij; 1654.
<Kälte. Windt. mane, und sero; Schnee.>
Doctor Fischer, ist bey Mir gewesen, zu referiren, wegen
des gesterigen Unglügkfalß bey dem Balbirer.
Gott wende mehrere Strafen, gnediglich ab!
Jehna, habe ich auch gehöret, umb gut-
achten, in etzlichen übergebenen suppljcationen.
Darnach, ist er, mit den hofiungkern, undt
hofiungfern, zu Ern Hesio, zu gaste gegangen.
Sie haben sich selbst undtereinander unlengst
an ihrer Tafel gestraft, wer nicht zur
hochzeitt beym hofprediger, sich einfinden
würde, derselbe solte ein convivium
zu geben, schuldig, und verbunden sein.
Also, ist die reye, an den guten Diaconum
Hesium, kommen, djeweil derselbe sich
nicht, beym hofprediger, am nähern, hat ein-
gestellet, undt muß ihnen, einen freyen
Schmauß, geben, (vornehmlich: instinctu Gynecæj.)
Geschrieben, nach Croßen, und schreiben
laßen, nacher Pariß, Leiptzigk, halle, wien. et cetera
<Schnee.>
heütte seindt abermal 23 wagen, mit
getreydig, von Sanderßleben, über die
Fehre, frey paßiret, und haben 54
pferde mittgebracht, nacher Deßaw gehende.
Erlach, jst erschienen, (citirter maßen)
zur dißcußion, seiner Steẅern, bey dem
hofrath Jehna, und bey dem Amptmann Georg Reichardt
alß Steẅer Commißarien, hieroben, aufm Schloße.
Conferentzen, mit Jehna, undt mit Magister Menzelius
perge
Hans Friedrich Eckardt jst auch hieroben gewesen, die
rechnungen, undt Oeconomysachen, einzuantwortten.
Diesen abendt, seindt auch, von Fürst hanßen
mit paß, versehene wagen, anhero kommen,
10 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, frey überzubringen.
<Froßt. Käldte. Schnee.>
Abermahlige Relation, von Regenspurg Numero 61. Chur Brandenburg
will ersetzung, seiner Pommerischen jntraden, haben. Chur Pfaltz
inngleichem, von der lottringher satisfaction, wegen
erlittener schäden, am Rhejn. Schweden, will wegen
seiner länder im Reich, sich zu der vechtischen verpflegung
nichts verstehen, noch per maiora, sich binden laßen. perge
Der Kayser, beklaget sich, daß man ihn, so lange
aufhelt, zu Regenspurg mit hindahnsetzung, Jhrer Kayserlichen
Mayestät obliegenden, schwehren geschäften, in dero
Erblanden, undt zu præjuditz, dero Gesundtheitt.
Suchet per decretum, die ReichßStände, möchten doch, ihre
consilia, undt conclusa, zum ende, befördern.
<Käldte.>
Magister Enderling, hat auf unserm Sahl geprediget,
und ist extra zu Mittage behalten worden, nach
dem ich mit ihme, conversiret.
Ein scharfes anzügliches schreiben, habe ich, von
Zerbst, wegen des guten ehrlichen Jehna bekommen.
Calumniarj audacter! semper aliquid hæret. perge
Nachmittagß, wieder zur kirchen, in die
predigt des Jonij, mit Carolo Ursino.
Er Jonius, hat vom Sündlichem heidnischem
Bacchj Fest, und Faßnachtsleben, mit
uhrsachen, lehren, und sonderbahren
exempeln, Christlich abgemahnet.
23 wagen, mit 50 pferden, seindt im rückwege
von Deßaw, nacher Sanderßleben, wiederumb frey
über paßirt.
Mein krangker Fuchß, hat übel gethan, gesprun-
gen, undt getobet, als ob jhn, die Hexen ritten! Gott beßere es!
<Käldte. Windt. Schnee. ungewitter.>
<7 hasen, Carl Ursinus in den gärten, gefangen. perge>
Mein Fuchß, hat die Nacht, übel gethan, hoch ge-
sprungen, biß in die ruffen, (da er doch sonsten,
weder stehen, noch gehen kan) ist gählingen,
aufgeschwollen, am leibe, baldt wieder einge-
fallen, undt hat sich ahngestellet, alß ob er
von hexen, geritten würde. Gott
strafe! undt beßere, dieses übel!
Schreiben, von Strehlitz, Leiptzigk, halle. perge
Die ordinarij avisen, geben: daß der friede
zwischen Engelland undt hollandt, zwahr geschloßen,
dennoch aber, haspeley, darzwischen kommen dörfte,
weil alle Niederlendische Provintzien, njcht dareyn willigen.
Die hochländer in Schottlandt, armiren noch stargk
hingegen, suchet der neẅe Protector Olivier, Sie zu dempfen.
Der Cromwell, schreibt sich numehr Olivier,
undt helt sich königlich. Residirt in Withal.
Printz von Condè, recerchirt[!] seine Tochter3,
vor seinen Sohn, item: hülfe, undt alliance.
König in Frangkreich, gibt gute worth,
gratuliret jhme, und suchet freündschafft.
Cromwell, findet wiederstand auch in Jrrlandt.
Dennemargk, ist mit Mühe, eingeschloßen,
in den Englischen frieden. Jn remotis regionibus,
wirdt zeitt gelaßen, zur publication.
Printz von Condè, wirdt declariret, zu Pariß, in crimen
læsæ Majestatis, undt sich, ins gefängnüß zu stellen,
wieder welches urtheil, viel Printzen, seine freünde,
protestando, sich legen.
Befort, wirdt noch stargk belägert, vom Maréchal
de la Fertè, und der Conte de la Süze wehret sich.
Jn Catalogna, haben die Frantzosen, etwaß progreß.
König in Engellandt, ist in miserrimo statu, undt
wirdt von iedermann, fast verlaßen, undt außgeschloßen.
Printz Robert, undt Printz Moritz, dienen ihme noch,
treẅlich, undt ahnverwandtlich. Andere aber, deseriren ihn,
sonderlich, in Gallia; undt Belgio.
Der Pabst, tractirt friede, zwischen Frangkreich und Spannien.
Der Kayser, wehre gern, von Regenspurg hinweg.
Lottringhen, macht noch händel, jm Stift Lüttich,
wiewol die Chur Cöllnische jhm, tapfere resistentz thun.
Jm Stjft hildeßheim, jm Fürstenthumb Minden,
und hertzogthumb Brehmen, wirdt geworden.
Die Schweden, haben jalousie, von etzlichen orthen.
Die venezianer, erwehren sjch noch, der Türgken,
in Candia, undt Dalmatia. Sje, die Türgken,
moviren sich auch, an den Ungarischen gräntzen.
J'ay eu dès lettres, de peü de Valeür, cejourd'huy,
d'Erlach, & de Trohte4, au poinct dès Tribüts. Jl
semble; que toute la Noblesse, me soit rebelle, de-
puis la Diete Provincialle. et cetera
Unsere Fischer allhier zu Bernburgk, haben heütte
das Netze über einen hüpschen Reiger, geworffen, undt
ihn also erhaschet, undt gefangen, im Fischer Netze.
Mein leibpferdt der Fuchß, hat diesen
abendt, nach vielem quehlen, sein ende erlan-
get, und ist gar umbgefallen. Jst
wol schade! und zu erbarmen! daß ich
so elendiglich, umb ein gut pferdt, gekommen.
Gott gebe mir wieder andere, an die stelle!
<glatteiß.>
Gestern Abendt, hat hertzogk Julius heinrich
von Sachßen Lawenburgk, auß Schlagkenwerdt
2 fuhren, mit 30 CentnerC: käßen Böhmische, anhero
geschigkt, und zollfrey zu paßiren begehrt,
so auch geschehen. Sie seindt erst auf Leiptzig,
darnach, auf Zerbst zu, gegangen, haben
Fischwahren, vor die verkaufte käse,
einkauffen sollen, aber nicht erlanget,
also gehen sie auf Staßfurth, Saltz dargegen
zu erhandeln. Tel trafficq, ne sie pas
bien, aux Princes!
Jch habe frühe, den Fuchs laßen aufhawen. Man
hat (dem gemeinen wahn zu folge) gar kein
|| [[Handschrift: 132v]]
zauberwergk, in ihm gefunden, sondern viel mehr
ein heßliches großes, ungeheẅres geschwühr,
mitten im hertzen, darüber man sich sehr
zu verwundern, wie es doch das arme pferdt,
so lange hat treiben, leben, undt sich damitt
quehlen können so lange zeitt. Die lunge
ist ein klein wenig, auch anbrüchig gewesen,
Sonst, der Magen, leber, Miltz, gehirn,
alles frisch, undt gesundt, gewesen.
Das gedärm, hat ein klein wenig
angefangen, sich zu alteriren. Die<Jn den>
Schengkeln, seindt an den<die> Nerven
zusammen <oder an>gewachßen gewesen, undt
das Margk in knochen verwelgkt.
Mag vielleicht, von dem durchziehen
der Saile von haaren, g veruhrsachet
worden sein, alß der gaul zu Erxleben
gestanden, und aldar, vom Schmidt,
wieder die zauberey, vexieret worden.
Er ist sonst voller geblühte gewesen,
welches an verzauberten Thieren, nicht
|| [[Handschrift: 133r]]
sein solle können, weil dem verlautt nach, alles
verzauberte, kein geblühte im leibe, oder
gliedmaßen, sol behalten mögen. Gleichwol
finden sich alhier leütte, welche vermeinen,
vor ein par Tagen, hette es sehr getantzt
undt gesprungen, in einem losament, da
die hiebevor verdächtige personen losiert,
(nemlich: der entloffene Geörge Muß-
cketirer, und sein weib) alß ob die
zaüberey nunmehr ihre würgkung
gethan, und außzufliehen gesinnet wehre?
Dennoch, vermeinen die Meisten ver-
ständige, daß alhier, die krangkheit
gar natürlich, und keine zaube-
rey darbey, zu observiren wol seye!
Vielleicht, kan der gaul, alß ein
frisch gewesener, und nach den Stuhten
begieriger hengst, vor iahren, mit
springen sich im leibe verletzt, und da-
durch veruhrsacht haben, das daß
geblühte in andern, anbrüchig worden, ie mehr
und mehr, gefaulet, und endlich im hertzen, zu einem
bösen geschwühr worden. Dienet doch, zur information.
Jehna, Philipp Güder, undt Hans Senf successive
bey Mir gehabt, in allerley expediendis.
2 Amptßwagen, mit getreydig seindt
abermalß frey überpaßirt, als ob es
zur hofStadt nacher Deßaw, gehörig.
Der paß, wahr vom Obrist leutnant Mjcrander,
undterschrieben. Es kömpt gar zu ofte[!]. perge
<Käldte.>
Am heüttigen ahngestallten BehtTage,
zur kirche, mit Carolo Ursino. Der
hofprediger, hat auch die Paßion
angefangen. Gott gebe zur beßerung
unsers lebens, und unser aller Sehligkeitt!
Darnach, ist der neẅe Avisenbohte
Mattheß Netteke, in Eidt, und pflichtt,
genommen worden. Gott gebe zu glück! und Segen!
Extra zu Mittage, den hofprediger Mence-
lium gehabtt.
Jn die Mühle, Forwergk, gartten, Stall, et cetera
mit Carl Ursinus gegen abendt, spatziret.
<Frost.>
heütte ist PostTag, zu den briefen, undt missiven.
perge
Gestern, hat Carl Ursinus vergebens, im Pfaffenpusche
nach hasen, geiagtt.
Der schöne Raiger, (den unß neẅlichst
das glügk im waßer, beschehret) ist gestern
Todt in der küche, gelegen, und hatte einen
Schnitt in der kähle. Sie sagen, er
seye gestorben. Ja! er mußte wol!
vielleicht, umb der schönen federn willen.
Mein Carl Ursinus hat wenig glück, zu sejnen
gethieren, und ich auch! Patientia!
Extra zu Mittage, Schwartzenbergern, gehabtt.
Conferenze; mit Jehna, undt Magistro Mencelio,
successive. Gott gebe! zu Segen! undt glück!
Die Rähte, Doctor Mechovius, undt Paulus Ludwig,
seindt bey mir gewesen, wegen der
Propositionspuncten zu Deßaw, zu deliberiren,
darauf auch, ein Conclusum, resolviret worden.
Sie seindt extra; zu Mittage geblieben,
darnach aber, depeschirt worden. <A spasso, nachmittage[s.]>
Abraham von Rindtorff, ist von Großen
Alßleben, von seinen brüdern, wiederkommen,
und sonderlich, hat sich, sein Bruder,
der Thumbdechant von Fulda, gegen mir,
recommendiren laßen.
<Frost.>
Jch habe allerley jntrighj gehabtt, nicht
allein gestern abendt spähte, zwischen
meinem kammerpagen, undt Cammerdiehner,
Sondern auch, diesen Morgen, wegen
des hollsteinischen gärtners Caspar Birgkmanns
großem Trotz, undt übermuhts, in
abforderung, einer Prætensionen.
Gott gebe mir, Treẅe, Fromme, fleißige,
bestendige, undt bescheidene diehner!
Conferentz, mit Jehna, welcher auch, in
Einsidelischer erbschaft vergleichungßsache, sich
gebrauchen laßen, und heütte einen versuch gethan.
Dulcia non meruit; quj non gustavit amara!
Es heißt auch, in vielen dingen: Difficilia; quæ pulchra.5
<Frost vormittage. Thauwetter Nachmittags[.]>
Er Marggravius, hat hieroben geprediget, aufm
Sahl, Jst extra behalten worden, neben der Wallwitzjnn,
welche von Deßaw, wiederkommen jst.
Nachmittagß, wieder in die kirche, mit Carolo
Ursino, undt den Junckern, da die Passion gepre-
diget worden.
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Plötzkau geschickt, vetter Ernst Gottlieb
zu besuchen, wie auch vetter Lebrechtt, etcetera[.]
vetter Ernst Gottlieb, hat daß Fieber.
Der Grave von Sonderßhaußen, ist aldar.
höfliche erbiehten, seindt erfolget. perge
<Frost. Schnee. glatteiß.>
Abermalß, kömbt ein kornschreiber,
von Deßaw, mit einem paß, auf 33
wagen, mitt getreydig, nacher Sanderßleben,
undt Fregkleben. Müßen also wiederumb,
zweymal paßiret werden, frey: über die Sahle.
meine Fehre zu verderben, und meine intraden, zu
verseümen. Worümb, paßiren sie nicht, zu Wirschleben?
Jtzt kömbt von der andern seitte wieder, ein paß
vom ObristLeutnant Micrander, auff drey freye getreidigwagen.
Schreiben, von Croßen, undt Breßlaw.
Die Avisen geben: daß der friede, zwischen
Engellandt, undt hollandt, zwahr gemacht,
auch von den 4 mächtigsten Provintzien6,
angenommen worden, allein die Engelländer
haben die Armistitium, vor erlangter resolution
aller Provintzien, nicht einwilligen wollen.
Jrritiren jnndeßen, die Niederländer, mitt
abnahme ihrer Schiffe, und geben dadurch jalousie,
daß sich, solcher friede, noch wol zerschlagen dörfte,
zumahl, da der Königlich Frantzösische Ambassadeür
im haag, vigiliret, undt sich beklaget,
daß Seines Königes, guhtgemeinte offerten,
mit 30 kriegesSchiffen, und großem gelde,
zur assistentz, diesen ihme wiederlichen
Frieden, nur desto mehr befördert hetten.
Der König in Frangkreich, wie auch der
Printz von Condè, tractiren beyderseitß,
mit dem Lord Protecteür, dem Olivier
Cromwell, durch ihre gesandten7, zu Londen.
Die Schotten, seindt noch, in armis, undt
wolgemuth, auff ihres Königes seitten.
Jn Frankreich sol der printz von Condè, alß criminel de
Leze Majestè, declariret werden. Befort, ist noch
belägert, vom Maréchal de la Fertè, welcher es mit
miniren, vergebens tractiret. Der Pabst handelt
friede zwischen Spannien, undt Frangkreich. perge
Roses, ist auch noch, vom Don Juan d'Austria, belägert.
Die Portughesen, sollen an den Castiglianischen
gräntzen, totaliter geschlagen sein.
Der Churfürst von Cölln, ist persöhnlich zu
Felde, im Stift Lüttich. Nimbt Frantzösische
Königliche assistentz, wieder die lottringher,
undt Spannier, an.
Zu Regenspurg meditirt der Kayser, den abzug.
Es gibt hochzeitten, undter den Rähten, und officirern.
Die Kayserinn, mag unpaß gewesen sein,
an pogken, es beßert sich aber, Gott lob.
Der König in Engellandt, hoffet noch, auf ein subsidium!
Die Reformation8 in Schlesien, continujret.
Der König in Polen, hat, intestinos motus,
undt eine gefahr, der absetzung, wegen
gemachten, übel gedeütteten Friedens, mit den
Tartarn, und Cosagken, zu besorgen.
Schweden, meditirt einen krieg, contra Polen.
Die infection, sol sich (Gott lob!) miltern. perge
Der CammerRath, Doctor Mechovius, undt meines
bruders, hofrath, Caspar Pfaw, seindt heütte
forth, im Nahmen Gottes, dem angesetzten
Convent, zu Deßaw, beyzuwohnen,
in Meinem nahmen, der ich auch, in vollmacht
Meines bruders, Pfawen, committiret.
Gott gebe! zu glügklichem succeß!
undt unserer guten vergenügung, in so
vielen wichtigen deliberandis! perge
Conferentz, mit Jehna.
<Käldte. Schön wetter.>
Extra: habe ich zu Mittage, den Medicum,
Doctor Fischer, gehabtt.
Oeconomysachen, zu übersehen, gehabtt.
Nachmittagß, hat man Friederich
Gebhardt, von Trohta vorgehabt,
wegen der Steẅerresta, (da dann,
Meine, zur Steẅerdißcußion verordnete
Commissarien, Jehna, undt Reichardt,
viel zu Thun gehabtt, ihn zur billigkeitt,
zu persuadiren) darvon er sich außschließen,
|| [[Handschrift: 137r]]
undt wie fast alle vom Adel im lande, durch
ungleiche deüttung, des neẅlichsten landtTagß-
receß, gar eximiren will. Das meiste ist, das
weder Trohta, noch Erlach, noch andere edel-
leütte, unsere verglichene NebenReceße,
noch nicht gelesen, und nur dem<den> hauptre-
ceß, (welchen der Kayser confirmiret,
und eine Strafe darauf geleget), ahn-
gesehen, und demselben, inhæriren wollen! perge
<Froßt mane.>
Jn die kirche, zur paßionpredigtt, Ern Menzelij
mit Carolo Ursino, undt den Jungkern.
Erlach, hat sich, (citirter maßen), præsentirt.
<audientz, undt bescheidt erlanget, auch extra geblieben.>
Philipp Güder, ist bey mir gewesen.
Schriftliche erklährung, jst, von Krosigk,
von Bösem, einkommen, an statt, das er
sich persöhnlich (abermalß, erforderter
maßen) sistiren sollen.
heütte, kömbt wiederumb, ein frey
paß vff 36 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: getreydig, von Deßaw,
so der Obrist leutnant Micrander, successive abzuführen.
Wallwitz, ist von Deßaw, wiederkommen,
nach verrichteten exequien seines Seligen
vatters, undt bestalten neẅen Oeconomy.
Gott gebe zu Segen! undt wohlstandt!
perge
<Frost.>
Conferentz, mit Wallwitz.
Mein hofbötticher, hanß Schuester, ist
mitt 26 eymer, Frangkenwein,
von Wirtzburgk, glügklich wiederkommen.
Jch habe bezahlen müßen:
| <ThalerThlr:> | <Groscheng.> | <Pfennige (denarii)d> | |
| 65 | – | – | vor 26 eymer wein. |
| 65 | – | – | Fuhrlohn, von den 26 Eimern. |
| 9 | – | – | vor die Fäßer. |
| 1 | – | – | den paß, zu undterschreiben,
zu Würtzburgk. |
| 9 | 2 | – | zehrung. et cetera |
|
149 |
ThalerThlr: |
2 Groscheng. |
Jch habe, nacher Deßaw, undt Croßen, geschrieben,
nach Leiptzigk, undt Halle aber, schreiben laßen.
Gott gebe aller orthen, zu glücklichem succeß!
perge
<Frost. Käldte, iedoch Sonnenschein, als viel Tage hero.>
Meine Rähte, haben noch, mitt Commißionen,
jmmerforth, zu thun, undt die zeitt, wirdt wol
vertrieben. Die Steẅerdißcussion, macht
Jehna, undt Reichardten, zeitt vertreib, ge-
nung. Darzu kommen viel andere jnter-
ruptiones, mit Nebensachen, und supplicationen,
da man mir referiren, und bescheidt undt
resolution erwartten muß.
heütte, wirdt abermalß, der vergleich,
der Einsidelischen, vorgenommen. Doctor Mechovius
(welcher gestern von Deßaw, spähte wiederkommen)
sol darbey sein. Jtem: Jehna, Paulus,
Obristleutnant Lugk, undt Panße. Gott gebe zu Segen! perge
Risposta von Sanderßleben, <entredeüx, vom Obristleutnant Micrander[.]>
Die relation von Deßaw, ist ambigua in vielem.
Relatio; von Regenspurg Numero 62. Der Kayser will
im Aprill hinweg. Chur Brandenburg suchet
noch, die parification. Die Kayserinn
hat die Masern. Gott beßere es. Die
neẅen Fürsten, wollen <zur session> von Chur Brandenburg nicht admittirt
werden, vor der allten Fürsten, abgesandten. perge
|| [[Handschrift: 138v]]
wiewol Sie schon, den Poßeß, jhrer seßionen
eingenommen. Ein grave von Thun, auß der
Steẅermargk, ist Ertzbischof von Saltzburgk
worden, und also: die hofnung den haüsern,
Oesterreich, undt Bayern, darzu zu gelegen,
benommen worden, in deme der iüngere
Ertzhertzogk zu Jnsprugk, bischof zu
Augspurgk; ihme solche ehre einge-
bildet, wie auch der bischof zu Frey-
singen, hertzogk Albrechts, von Bayern, Sohn.
Der Neẅerwöhlte Ertzbischof, hat
sich, auf beschehenes complementiren,
sehr wol, gegen unser hauß, erbiehten
laßen, undt will nichts minder, alß
sein vorfahr, löblich gethan, des Reichß,
undt deßen Mittglieder, bestes suchen.
Naßaw, alß ein alttes Kayserliches,
<Fürstliches, undt> gräfliches hauß, protestiret auch, wieder
die præcedentz der neẅen haüser, et cetera[.]
Suchet assistentz, bey allen alten, casate! perge
Die Tractaten zwischen Holland und Engellandt,
und der geldmangel auß Spannien, verwirret
sehr, die Kayserlichen, undt des hauß Oesterreich,
Consilia, zu Regenspurgk.
Doctor Mechovius; Paulus Ludwig, Obrist leutnant Lugk,
Geörge Panße, seindt alle neben dem
Amptmann, extra hieroben zu Mittage,
behalten worden. Es will aber, mit
dem Einsidelischen vergleich, noch nicht forth.
Gott gebe endtlichen Nachdrugk! perge
Oberlender, ist mit dem Page Peltzigk,
wiederkommen. Seindt vergebens, bey deßen
vater, gewesen, ein Rehe, abzuholen,
auf 7 meilen weges, von hinnen,
welches eben, alß sie ankommen, von
einem wolff, njedergerißen, und gefreßen worden.
<Froßt. Sonnenschein.>
<2 Hasen Carl Ursinus gehetzt. perge>
Jn rechnung: undt Oeconomysachen laborirt.
Jehna, bey mir gehabtt, mane, postea:
Philipp Güder, endtlich: vormittage, Hans Friedrich Eckardt[.]
A spasso, an die Sahle, gartten, Mühle,
umbs Schloß, und dergleichen, vormittages.
Schreiben, undt notification von Gohta,
durch einen eigenen Trompter, der neẅ-
geburtt eines abermahligen Freẅleins,
darzu wirdt, Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin,
zu gevattern, gebehten! Mir aber,
wirdt es höflich, notjficiret.
Er Plato Superintendens, hat hieroben
geprediget.
Extra zu Mittage, über die ordinarij
extraordinarien9, auch extra gehabtt:
Christian heinrich, von Börstel, Tobias Steffeck von Kolodey
undt Ern Platonem, nach deme Sie
zuvor acceß bey mir gehabtt,
und in ihren desiderijs gehöret worden.
perge
Schreiben, von Deßaw, mit vier Biberschwäntzen.
Jn die kirche, undt Paßionpredigtt, des Jonij
Diaconj, gezogen, nebst Carolo Ursino.
Conversatio, mit Börsteln, Wallwitz, Jehna,
Rindtorff,
<Froßt. Käldte. SonnenSchein.>
Philipp Güder, ist bey Mir gewesen, in Oeconomicis.
Briefe, (Gott lob, undt dangk,) auß Jtalien,
von Meinem Sohn, und hammel; <auch auß Wien[,]> Jtem: auß
Curland und Wirtembergk, gratulationes.
Die Avisen geben: daß der Kayser, den 20. Aprill
auß Regenspurg abraysen, und die wahl eines
neẅen Palatinj, in hungarn, <befördern> wie auch,
der gefahr, des Türgken, an den gräntzfestungen,
vorbawen wolle. Der Römische König,
ist, Gott lob, wieder wol auff.
Zu Regenspurgk, machen sich, die Cavalliers
undt Damas, lustig, mit Faßnachts-
recreationen.
Die Spannischen, Condejschen, und lottringhischen
völgker, graßiren annoch, im Stift Lüttich,
unerachtet der beschehenen warnungen.
Befort, hat sich, dem König, in Frankreich ergeben.
Briesach, und Prince de Harcourt ist gestillet.
Prince de Condè, wirdt in die Acht, von seinem
Könige, erklähret. Prince de Conty, undt
Düc de Longueville, ihr Schwager, seindt außgesöhnet.
Zu Marseille, hat ein Seeraüber (undter dem
Prætext, Königlicher habender ordre,) ein gut Schiff,
auß dem haven, hinweg genommen.
Der friede zwischen Engelland undt hollandt,
continuiret zwahr, dennoch aber, wegen
des Armistitij (,so werwaigert worden,) gehen
noch die Schiffe, auf einander. Die Schotten,
im gebirge, stärgken sich sehr, werden
außm Niederlande, mit munition,
Proviandt, undt waffen, versehen.
General Midleton, stößet zu ihnen,
vor den König, in GroßBritannien.
Dennemargk, und Parlament,
correspondiren mitteinander.
General Cromwell, oder Lord Protecteür
manutenirt gewaltig, seine authoritet,
Jn Schweden, wirdt auch, der Engelländische
Parlamentische gesandte, wol tractirt,
und ein auge, auf die Stadt Brehmen,
geschlagen, dieselbe mit gewaltt, zu
bezwingen, und völgker, inß reich, zu schicken.
Der arme Sußky, so sich, alß ein Fürst Sußky,
von der Großfürstlichen linien, in der Moß-
kaw, damalß herrschende, derivirend
angegeben, undt sich, in hollstein, undter den
Schutz, hertzogk Friederichs, zu Gottorff
salviret, (von ihme aber, dem itzigen Groß-
Fürsten, auf sonderbahres begehren, über-
lifert worden,) sol erstlich, in der Moßkaw,
iämmerlich torquiret, und gepeiniget,
hernachmalß aber, mit abhawung, seiner
hände, undt füße, wie auch endlich, des kopfs,
und anschlagung offentlich, solcher glieder,
sein vom leben, zum Tode, hingerichtet worden.
Die Türgken, so wol alß die venezianer,
machen wiederumb, große præparatoria
zu jhrem kriege, zu waßer, und zu lande.
Jn Polen, stehet den Ständen, der friede nicht
ahn. Sie halten den König, vor sußpect, alß
ob er, mit den Tartarn, undt Cosagken
colludire, durch dieselbigen sich, absolut
zu machen, und dörften auf itzigen ReichßTage
zu Warschaw, seltzame Sachen, auf die bahn,
bringen. Vielleicht, dörfte auch, solcher Friede (welchen
der Moßkowiter, den Cosagken, zum besten, favorisirt), umbgestossen werden[.]
Die Schweitzer, sollen zu Commißarien, undt
Undterhändlern, gebraucht werden, zwischen
Engelländern undt holländern. perge
Der Pabst, hat seinen vetter, den Cardinal
Pamphilio bandisiret, darumb, das derselbe,
zu gut Spannisch gewesen, undt dem Spannischen
Ambassador in Rom, zu zeitlich, entdegktt,
und auß dem rath, geschwätzt, daß der
Portughesische Ambassador, solte admittirt,
und alß ein Königlicher Legatus, tractirt werden.
<Frost. Sonnenschein.>
Philipp Güder, bey Mir gehabtt. perge
Nostitz leütte, wieder abgefertiget. perge
Allerley intrighj, zu rechte, gebrachtt.
Mit Jehna, Rindtorf, Tobias Steffeck von Kolodey conversiret.
hangkwitz, hat sich bey Mir præsentiret
und ist über dem abendeßen extra behalten worden.
Wiederwerttige briefe, vom dumbcapitul
von halberstadt, wegen einer eingezogenen
wiese, (davon Sie zwey mal, die lehen verseßen,
wo nicht noch mehr mahl) bekommen.
<Frost. SonnenSchein☉Schein. perge>
Jch habe den Amptmann, Georg Reichardt bey Mir
gehabtt, in importantzen, que Dieu benie!
undt übelen berichtt, von hecklingen bekommen.
perge
On y persecüte, le Ministre, & on ne bastit
point de Temple, ni donne, ce, qu'il faut,
au cült Divin. On efface, le chant,
de nos Pseaulmes, & nostre Catechisme,
& on y introduit la necessitè dès chan-
sans Lütheriennes, & dü Catechisme,
de Lüther, Mesm<&> de sès escrits, & de
Chemnitius. Mesme on a fait battre
a ün soupper, le Ministre! perge
Jn die kirche, mit Carolo Ursino, &cetera[.]
Schreiben, von Meinem bruder, Fürst Friedrich, da er
beklaget, daß mein Sohn, Victor, unahnge-
meldet, vorüber gezogen, und sonderlich,
mir avisiret, das sehlige absterben, und
schönes ende, welches der Theẅre Mann,
Mein lieber, Alter, bekandter, undt Freündt,
Pater Fulgentius, dell'ordine de' Servj <zu venedig, gantz>, Christlich, genommen.
<Gott ersetze diesen Riß! und tröste <wieder> die Rechtglaübigen daselbst!>
Man hat in einer lehenssache, mit dem dombca-
pitul, zu Halberstadt, viel zu Thun gehabtt.
Extra hangkwitz, zu Mittage, behalten.
Conferentz, mit Jehna, Hangkwitz,
Walwitz, undt andern. perge
Wegen der Erbhuldigung, (welche Morgen,
Gebe Gott zu Plötzkaw, vorgehen sol, undt
Mir, vertrösteter maßen, nicht, von den
Plötzkawischen vettern, notificiret
worden) habe ich dennoch vigiliret,
und zu verwahrung, unsers Bernburgischen
succeßionrechtes, den Cammer: undt
Regierungßraht [a]llhier, Doctor Mechovium
abgeordnet, mit Creditifen, solchem
actuj, beyzuwohnen.
Donnerstag♃ den 23. Februarij; 1654.
<2 hasen, 1 Fux, Carl Ursinus gehetzt.>
heütte geschicht die Erbhuldigung zu Plötz-
kaw. Jch habe wollen Doctor Mechovium, von wegen
meines hohen jnteresse, dahin schicken, unserer
Bernburgischen linien, ihr recht, darbey wol zu
verwahren, damit man nicht, post festum,
|| [[Handschrift: 143r]]
et post Vulneratam Causam, hette dörfen
etwan remedia suchen müßen. Alleine Doctor
Mechovius, undter dem prætext des besorglichen
Truncks, hat gestern mit dem creditif,
nicht forthgewoltt, und heütte frühe aller-
erst forthzugehen sich gestern erbotten,
heütte vormittage aber allererst,
umb 8 uhr, (da es zu spähte, und iehner
actus schon angesetzt gewesen) mirs avi-
siret, und des Cantzlers Milagij beylage
produciret, alß obs demselben, alß einem
gesampten Rath, frembde vorkähme,
das ich diese abordnung, deputiret, da
er doch auf alles, wol acht gegeben, undt
Mir in keinem, præjudiciren laßen würde,
es würde es auch Cöhten, zu Wulfen,
nicht begehren, da man doch, ein gleichmeßiges
jnteresse, zu prætendiren. hat sich also Doctor Mecho-
vius abschregken laßen, gleich alß ob man
nicht wüste, waß von<r> ein undterscheidt,
mit dem succeßionsrecht zu Wulfen, undt
alhier wehre? was zu Zerbst <zu Fürst Augustj zeitten>, bey der vormund-
schaft huldigung, vor Præjudicia vorgegangen,
und wie Milagius und Knoche, hin: und wieder bestalt sein?
|| [[Handschrift: 143v]]
welche leicht, vor Deputirte, paßiren können, nicht
allein, alß gesampt Rähte, Sondern auch, alß
Plötzkawische, undt Cöthnische jn particularj
bestalte Rähte. Gott verhüte præjudicia!
Sie geben vor, Sie wollen es recht machen,
und post festum, wollen Sie mirs avisiren.
Worumb haben dann, Fürst Augustus, undt
Fürst Ludwig, meiner huldigung, allhier zu
Bernburgk, persöhnlich beygewohnet?
und in meine Aempter, ihre nebenDeputirte
abgeordnet, mitt darbey zu sein?
Worumb hat man mich aber, alß exe-
cutorem Fürst Ludwigß Testaments,
bey der Cöthnischen huldigung nicht
invitiret? Auch das heüttige zu Plötz-
kaw, habe ich nur, per indirectum,
erfahren, ohngefehr, durch einen pawer,
so über land darzu erfordert worden,
und meinem Cammermeister, es referiret.
Man will mir, Meine Authoritet
nehmen, undt beschneiden, da Sie doch, mit
zunehmenden iahren, auch zunehmen sollte!
Am heüttigen postTage, habe ich, nacher Siena,
undt venedig, an meinen Sohn Viktor Amadeus und bruder, geschrieben.
Gott laße es wol durchkommen! und sie wol finden!
Conferentz, mit Jehna, Richardt, wie auch
mitt Einsidel, undt andern. perge
heütte ist zum ersten mahl diß Jahr,
ein lachß alhier zu Bernburg gefangen worden.
<Frost. Sonnenschein☉schein.>
heütte ist Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, geburts-
Tag, an deme sie 51 iahr erlebet, und
numehr, in das 52. iahr, ihres allters, gehet.
Gott gebe! das Sie Gottes segen, ferner
spühren, undt erhalten, auch in der rechten
Forchtt des höchsten, ihre zeitt zubringen möge!
Gott wende auch, alle ärgernüße!
Der Einsidelische vergleich, ist abermal
vorgenommen worden. Gott laße ihn succediren!
Man hat aber nichts außrichten können, die-
weil die taxation, weder geendiget, noch eingeschickt.
Jch bin spatziren gegangen, in schönem wetter,
mit Carolo Ursino, post negocia peracta, vorm Mittagßeßen.
Meine herzlieb(st)e gemahlin, ist hin: und hehr, angebunden worden.
Et on est, comme contraint, a faire cela!
Jch habe ihrer Liebden über die großen Theẅren, undt
kostbahren præsenten, welche ich ihr, vor
diesen zeitten, gegeben, ahn Ringen,
Juweelen, Tringkgeschirren, anderen
rariteten, auch Landtgühtern, an itzo,
nach meiner gelegenheitt, in die haußhal-
tung geschencktt, zehen Eimer wein,
und zum Neẅen iahr, bekahm sie auch
zehen Eimer, ohne das holtz zu Aldten-
burgk, welches ich Jhrer Liebden verehret,
da mir doch, zum wiederanbaw, selbiger
hertzogk, vor 500 ThalerThlr: holtz præsentjret,
welches alles, Meiner gemahlin ich schencke.
Meine Töchter, haben vor abends, Meiner
gemahlin zu ehren, schön musiciret, undt
gesungen, in Meiner gemahlin gemach, mit
zuziehung der Engelländischen Jungfer
Trowell, und eines jnstrumentisten, Hanß
Geörgens Berger, mehrentheils Geistliche lieder.
Nach dem abendeßen im finstern, hat instinctu
Gynecæj, ein klein Feẅerwergk müßen gemacht,
werden, vom Tobias Steffeck von Kolodey da dann rackeetlein gestie-
gen in die höhe, und etzliche Schwärmerlein,
herüber geflogen. Questa cosa, sarebbe
più convenevolo, per glj huominj, che per le Donne!
Mà bisogna perdonare, a moltj errorj! perge Unsere
hofpursche eines theilß, hat auch im platz da-
rundter Feẅer gegeben, undt es ist eine
gute kurtzweile vor Carolum Ursinum gewesen. perge
Avis: daß es zu Quedlinburg stirbet, an einer
heimlichen Seüche, welche man der pest
gleich, aber verschwiegen helt. Gott
bewahre vor mehreren landplagen!
Samstag♄ den 25. Februar 1654.
<Thawwetter. Regen.>
<2 hasen, Carl Ursinus gehezt.>
Der gesterige tag Matthiæ, hat heütte
seine regul gehalten: Sanct Mattheiß,
bricht daß Eiß, Find' er keins, So macht er Eiß! perge
Dann er hat noch Eiß, gestern gefunden.
Numero 63 ist abermalß, eine relation auß
Regenspurg ankommen, mit allerley sachen, wegen
Lottringhen, Vechte, Schwedischen[,] Neẅer Fürsten,
Matricul repartition, Cammergerichtsziele, undt dergleichen.
et cetera
<auch intimationes, von Chur Saxen, sonderlich: wegen inhibition der werbungen.>
<Salvia Wind. Schnee. Sonnenschein☉schein, ut in Aprilj.>
Unser hofprediger Mencelius, hat auf unserm
Sahl, geprediget. Jst extra behalten worden,
wie auch der iunge Sekerka, welcher von
Dreßden, ahnkommen. Jtem: Walwitz fraw.
perge
Conferenze, mit Sekerka juniorj,
mit Mencelio. perge und andern, dann der
Elltiste Sohn, des alten Sekerka
ist anhero kommen, umb seines Gottesdiensts
willen. perge Der iüngere Albrechtt, mein
page, ist heütte, (nach 14iähriger[!] <poenitentz und> gedultt,)
zur aufwarttung, wieder admittirt worden.
Nachmittags, in die Paßionpredigt, Ern jonij et cetera
mit Carolo Ursino, undt denen nobilibus.
Meine kinder, haben, (unangesehen der
Trawer, unser selbst, undt etzlicher Adelichen,
alß Wallwitz, und Einsidels, umb ihre
väter) instinctu Dominæ Matris, aufm
EßSahl, spiehlen müßen, und schwermen,
weil es am geburtsTag Meiner gemahlin,
umb des allzuspähten Feẅerwergks
willen, nachgeblieben. Sie die lutheraner haben auch, ihre Communion
|| [[Handschrift: 146r]]
vor. Sed! opus operatum, omnia salvat! ut putant! perge
Gott bewahre! vor Scandalis! und erroribus! Amen!
<Nebel. Schnee.>
Philipp Güdern, bey Mir gehabtt.
Die Tractaten, wegen Einsidelischen vergleichs,
seindt abermalß vorgenommen worden.
Briefe auß Croßen, Breßlaw, Venedig,
Rom, etcetera[.]
Die avisen geben: das zwahr, die holländer
undt Engelländer, in vollen Tractaten, begriffen,
gleichwol der Cromwell (welchen man an
itzo, den Protectorem Angliæ, undt Seine
Hoheitt, tituliret (mit Spannien, Schweden,
den Frantzösischen Printzen und anderen,
auch heimlich tractirt, und stargk armiret,
das so baldt krieg, alß friede zu hoffen,
zumahl, da etzliche Niederländische Provintzien, mit
der ratification, sich noch aufhalten,
undt Frangkreich, stargk contramjniret.
Die Schotten, kriegen zufall, und seindt
Meister, über die Engelländer, in ihrem lande.
Die Niederländer und Engelländer, continuiren, mit
abnehmung der Schiffe, gegeneinander, zu beyden Theilen,
dieweil der friede, noch nicht publiciret ist.
Jn Schweden, ist zwahr noch die Pest, aber nicht heftig,
und man wirbt stargk, in selbigem Reiche. Es
werden auch viel Officia, verendert und beschnitten.
Die Consilia zum kriege, werden geheim gehalten.
Jn Polen, deliberirt man, auf dem ReichßTage
zu Warschow. Ein Cosagke, sol nach dem General
Chmielinßky, gehawen, undt ihn, in eine
Achßel getroffen haben, weil er den
Polen, ihnen den Cosagken, zum praeiuditz, ihrer opinion
nach, zu viel nachgegeben. Der König, wirdt
auch beschuldiget, alß ob er es der krohne,
zum Nachtheil, mit den feinden, zu sehr halte?
sich dadurch, absolut zu machen. Dörfte
solcher gestaltt, einen bösen Pollnischen ReichßTag geben.
Die Tartarn, undt Cosagken, sollen
zweene große Provintzien, in selbigem
Reich, durchstraift, außgeplündert,
und 300000 Seelen, hinweg geführet haben.
Die Türgken, continuiren auch, ihre
armaturen, und sol der Usaim Bassa,
General in Canêa, dem landvolgk, in Candiâ
|| [[Handschrift: 147r]]
großen schaden zugefüget, auch viel arme pawern
iämmerlich haben hinrichten laßen, weil dieselben
proviant, und andere Notturften, den Christen,
in die festung Candia, zugeführet. Der Gene-
ral del Mare, ist nicht endthaüptet, (wie un-
lengst berichtet wardt) Sondern sein Sohn10, hat
200000 ReichßThaler, an gelde, vor ihn gegeben,
undt er hat auch, eine außerlesene schöne
Griechische Jungfraw11, dem Türgkischen Kayser
præsentiret, und damitt, sein leben salviret.
Dann der GroßTürgke, sol diese Griechinn,
über alle andere weiber, und concubinen
lieben, hat sie auch schon zur Kayserinn crönen laßen.
hingegen, hat der Muftj, zu Constanti-
nopel, seinen kopf, verliehren müßen.
Die venezianer, continuiren auch, ihre defension,
und haben in Dalmatia, etwas succeß gehabtt. perge
Der Kayser, wehre gern, von Regenspurgk
hinweg, im Aprill. Die Stände aber, bitten
darvor, undt trawen sich nicht, so baldt,
mit den Consultationibus, fertig zu werden.
Der Pabst, leßet seine gräntzen, gegen
Toscana zu, beßer verwahren, undt fortificiren.
Die Moßkowiter rüsten sich stargk, (alß man
meinet), den Cosagken zum besten. perge
Gestern Sontagß, alß der guhte Superin-
tendens, Er Plato, in der allten Stadt-
kirche geprediget, und kawm auf die
helfte kommen, hat er, wegen zufallender
Schwachheit, innehalten, schweigen, und von
der Cantzel herundter gehen müßen. Man
hat ihn angestrichen, und so fern er-
quicket, das er noch in seinen Stuel
gehen, sich erholen, und darnach das heilige
Abendmahl, (welches eben celebriret worden)
hat administriren helfen können. Gott
stärgke! und friste sein leben, dem allten
Frommen Mann! Er bekömbt ofte[!] nu-
mehr eine zeitt hero, dergleichen anstöße. perge
Dienstag♂ den 28. Februar 1654.
<Froßt, mane.>
Nacher Croßen, und venedig im vorrath,
geschrieben. Gott gebe gesegnete progreß!
Mein CammerRath, Doctor Mechovius wirdt mir auch
Schwach! hat oft große beschwehrung, vom Stein,
rücken: und seittenwehe. Properamus, ad finem!
|| [[Handschrift: 148r]]
Gott wolle beßerung, und segen verleyhen!
A spasso, in schönem wetter, Nachmittages.
Conversatio, mit Madame; Jehna, Rindtorf, etcetera[.]
