<Frost, mane. A meridie, schönes wetter.>
Am heüttigen behttage, in die kirche, mit Carolo
Ursino, undt den nobilibus.
<Extra zu mittage, wahr Capitain Sekerka, so valediciret.>
Wallwitz, ist nach Gröptzigk, undt
wieder gegen abendt, anhero kommen.
Gestern, ist die Krosigkin von Badegast,
mit ihrer Tochter nacher Deßaw, dahin ich
Sie führen laßen müßen.
heütte, seindt meine Zerbst[isch]en bier, fuhren,
wiederkommen, von Zerbst, undt Deßaw.
Man hat heütte, in Steẅer: undt andern
Sachen, viel zu expediren gehabtt, undt
hat man sich, mit Krosigk von Bösem verglichen.
A spasso, an die Bornicker awe.
Die Maüse, und froßt, beschädigen, das
liebe getreydig, undt die Schafe sterben.
Also: haben wir, immer adversiteten.
Donnerstag♃ den 2. Martij; 1654.
<Froßt mane.>
Sekerka junior, ist forth. Gott geleitte ihn!
Jch bin sehr obruiret worden, mit leütten, undt
geschäften. Sed; labor improbus; omnia vincit!
Drey Schlegel gebrüder, zu Mittage seindt
extra ahnkommen, und geblieben.
Die prediger, Er Peter Gohta, von Ballenstedt,
undt Angelocrator, von Dohndorf, haben sich
auch præsentiret. Seindt aber kurtz dimittirt
worden, weil es posttag, und sonst viel zu schaffen!
Conferenze mit Jehna, & alijs.
<1 Fuchs. 2 hasen. 1 Räphun. 1 wilde endte.>
<Frost. Sonne☉Schein.>
Er Petrus Goht, ist wiederumb, bey Mir
gewesen, undt consoliret worden. Darnach,
ist er, (nach erlangter Dimission), wieder gen Ballenstedt
verrayset, sein predigamptt, nicht zu verseümen.
Mit dem hofraht, Jehna, habe ich diesen
Morgen, in vielen jmportantzen, raht gehalten,
wie auch, gegen abendt. Gott gebe, zu glück! und succeß!
und rette auch, in seinen eigenen Sachen, seine unschuldt!
Er hat mir Valedicirt, dieweil er Morgen (gebe gott) nacher
Ballenstedt, zur Steẅerdiscußion, zu verraysen, willens. <et cetera>
Christoff Wilhelm Schlegel, ist heütte extra hier geblieben.
<J'ay songè, comme l'Empereur seroit malade a la mort. Dieu l'en preserve! & nous face entendre meilleures nouvelles, de nostre Sire!>
<Regen. Windt.>
<1 Hasen, 1 Räphun. 1 wildendte>
Mein Rath Jehna, ist forth. Gott wolle ihn geleitten! perge
undt unß mit raht, undt trost, nie verlaßen! perge
Schlegel, jst auch, wieder, forthgewandert.
Doctor Fischer, wahr extra zu Mittage, bey unß,
undt haben von allerley arcanis, geredet.
Mein Sohn Carolus Ursinus, ist wie gestern,
hetzen geritten, und hat einen hasen, gefangen.
<Schnee. Thauwetter.>
Magister Enderling, hat auf unserm Sahl geprediget.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, & alij! et cetera
Relation von Regenspurg Numero 64 von der Cammer-
iustitzien, vndt Fiscalordnung, Jtem:
von eines Graven Piccolominj comædie, so
vor dem Kayser gehalten, undt den Spannischen
Ambassador (wegen seiner nation), hoch offendiret,
von der Crabahten rebellion, so in armis
(wegen ihrer landeßherren, großen preßuren)
sein, mit den Wallachen, sich conjungiren, undt
undter den Schutz, des Türcken, sich begeben wollen.
Conferenze, mit Sekerka, Wallwitz, Rindtorff,
Nachmittagß, wieder zur kirchen, und Paßionspredigt, Ern Jonij Diaconj, mit Carolo Ursino.
<Frost mane.>
Avis: daß an dem 2. diß Donnerstag♃ zu Jlverstedt
fast von der gantzen gemeine zu Nachts gesehen
worden sein, 4 große Sternen, alß der Mond
die eine halbe Stunde gestanden, undt
hernacher, in einen klumpen, gelauffen
und feẅrige Strahlen, von sich gegeben,
letzlich, seindt eytel Schwartze Männer
herfür gekommen. Über der Stadt Zerbst
sol auch am himmel, ein weiß Creütz,
gestanden sein, nebenst 3 oder 4 todes-
Särgen, sol von vielen personen, gesehen sein.
Die bedeüttung, ist dem lieben Gott
bekandt, iedoch: wie Mein Gott will,?
denn vor dem lieben Jüngsten tage,
müßen noch wunder, und zeichen geschehen,
wann wir Menschen, unß doch nur bekehren,
undt buße thun möchten? Eja! venj; Domine Jesu
Conrad Sibe, ein Schuester, und bürger alhier,
(welcher 15 iahr lang, außen gewesen, undt
zu Genf, und Bern, mehrentheilß sich auf-
gehalten, und briefe mitgebracht, auch
allerley bericht, mir gethan) hat sich præsentirt,
begehret sich, mit Gott, und ehren, zu ernehren.
Sein Bruder, Martin Sjbe, ist auch allhier,
ein Schuester, und bürger, welcher ohngefehr
vor zwey iahren, auß Schweden wieder-
kommende, bey Mir, sich einstellete, undt
der Königinn paß, vorzeigete. Gott helfe
daß viel undterthanen, sich allhier
einstellen, wieder anbawen, und mit
ehren, und gutem gewißen, sich wol nehren mögen!
Er ist auch Sibe, zu Straßburgk, Nürn-
bergk, Augspurgk, Regenspurgk gewesen,
und hat den Kayser gesehen.
Die Avisen geben:
Das der Kayser, gar sehr urgire, die consul-
tationes zu Regenspurg und den abzug aldar,
wegen vorhabender leibescuhr, undt des
landttages in Ungarn. etcetera
Der hertzogk von Lottringhen, sol im arrest
scharf sein, weül er einen anschlag auf
des Ertzhertzogs Leopoldj, person, undt
eine Collusion, mit den Frantzosen, ge-
habt haben solle. Der Ertzhertzogk
hette Sechß millionen bahres geldes,
in seinem pallast, neben vielen zu-
weelen gefunden, und hinweg nehmen
laßen. Lusus Fortunæ; variatur imagine <Lunæ>
Crescit, decrescit, constans
persistere nescit!
Man hat einen andern Spannischen
Gesandten, an des verstorbenen
Brüns, stelle, in haagen, geschicktt.
Die holländischen Tractaten,
mit Engellandt, werden ratificiret.
Cromwell dominiret, alß ein hoher gast,
besuchet bancquetten, leßet sich
wol bediehnen, und fraget nach
|| [[Handschrift: 151r]]
Niemandt. Frangkreich, fänget ihm auch ahn,
zu aduliren. Die Schotten aber, wehren sich
Mannlich, und haben mit großer resolutj-
on die Engelländer in der vornehmsten
Jnsel, (die Levis heißt, undt die erste
oder principalste der Hebridum jnsularum
ist, undt heißet), überwältiget, undt
sich derselbigen, wie auch solches, sichern
havens, bemächtiget, Sonst auch die
Engelländer, im Lande, geschlagen.
Jnterim: dominiret, und bancquetiret
Cromwell, fraget nichts darnach,
verläßet sich, auf seine Macht,
und schicket völgker dorthjn.
Prince de Conty, submittiret sich,
dem Könige in Franckreich und freyet die
Bahse, des Cardinals Mazzarinj.
Befort, undt andere plätze, ergeben
sich, dem Könige in Frankreich. Dem Marchese
de Santa Croce, wirdt der Proceß, in Spannien
gemacht, darumb, das er in der Garomne
die Frantzösische armada nicht angegriffen, sondern gewichen.
Der Großhertzog von Toscana, adulirt
auch, die Engelländer, des Cromwells.
Die Protestirenden Schweitzerischen
Cantons, seindt mediatores in den
Tractaten, zwischen Engelland undt
hollandt, dahin sie, zu beyden parten,
jhren deputirten Stocker, abgesandt.
<Die Staaden, erlangen die Neütralitet, bey dem Reich.>
Venedig, krieget noch, mit ihrem
feinde. Der Türgke, ist schon biß
an die thore, der festung Candia
kommen, aber wieder herauß ge-
schlagen, und getrieben worden.
Der Mußkowiter, hat drey
armèen beysammen, und will
daß Königreich Polen, an dreyen orthen
attacquiren, nemlich: an einem
orth, bey Pleßkow, mit 40 mille Mann,
an einem andern, auch, mit mille Mann,
am dritten, nemlich: bey Schmolenßko,
will der Große Czaar, selbsten, mit
|| [[Handschrift: 152r]]
170000 Mann, außerlesener Soldaten, zu roß
und fuß, Jnn: undt Außländischen, marchj-
ren, und einfallen, selbige haüptStadt
Schmolenßko, wegnehmen, und seine
armaturen zum justificiren,
auch den Cosagken, seinen glaubenßgenoßen
zur recuperirung, ihrer abgenommenen
kirchen treẅlich verhelfen.
hingegen, förchtet sich, der König
in Polen nicht, braucht gegenwehre
auf itzigem Pollnischen Reichßtage
zu Warschow, zeücht den Mäch-
tigen Fürsten Radzivil, in der
Littaw, an sich, und hat gut courage.
<Die Tartarn, sollen, 3200000 Seelen <auß Polen> endtführet haben.>
Zu Warschow, ist man inndeßen
lustig, auf des Bacchj fest, <oder Bachanaljen> mit
Comædien, Balletten, Täntzen,
und allerley Freẅden inventjonen,
wie zu Regenspurgk, München, undt
anderstwo, (mutatis mutandis! perge)
Extra zu Mittage, habe ich den Diaconum
Jonium gehabtt. Paulo post: ist der
Melchior Möhring, Secretarius von
Eisenach, in seinen Privatis, anhero kommen,
undt hat allerley, mit Mir conversiret,
undt undterthänig(st)en bericht gethan. perge
<Frost.>
Nota Bene[:] Trawriger unverhofter avis, kömbt
von Plötzkaw ein, <aus hochbetrübten gemüth, undt gantz bestürtztem hertzen> mit einer anverwandt-
lichen Notification, an mich, von beyden
vettern, Fürst Lebrechtt, undt Fürst Jmmanueln,
wie Gott der Allerhöchste nach deßen uner-
forschlichen Providentz und väterlichem willen,
<sich väterlich gefallen lassen> den weilandt hochgebornen Fürsten, herren
Ernst Gottlieben, Fürst zu Anhaltt, etcetera ihren
freundlichen vielgeliebten herrn bruder, Christmilder
gedächtnüß, (nach dem Seine Liebden vor vier
wochen, Tertiana Spuria zu laboriren,
angefangen, welches hernach, in tertianam
exquisitam oder Cavson degeneriret,
wordurch dann, eine Diarrhæa maligna,
mit vielen convulsionibus, causiret), die vergan-
gene Nacht, zwischen 12 undt 1 uhren, durch einen
gar Sanften, Stillen undt Sehligen Todt, auß
dem Jammer, undt elendt, dieses zeitlichen
lebens, abzufordern, die unsterbliche Seele
aber, zu sich, in die Ewige himmlische glorij,
und herrligkeitt, einzunehmen, und zu versetzen,
deren wir, Christlicher bescheidenheit nach,
auch die vollkommene ewige ruhe, und benediction
billich gönnen, undt laßen, (schreiben Sie!) unß
aber darüber, auß treẅhertzlicher liebe, undt
Affection, höchst krängken, und betrüben
müßen, Gott deren vater alles Trosts darbey
in brünstiger Andachtt, anruffende, daß Er die
Hochgeborne Fürstin, ihrer Liebden hochgeehrte gnedige
FrawMutter, hertzgeliebte Fraẅlein Schwestern
undt Sie<ihnen> inß gesampt, seines Heiligen Geistes
gnadenhülfe, undt beystandt, väterlich
verleyhen wolle, solche tiefschneidende
hertzenswunde, und anderweitten
Schmertzlichen riß, in Christlicher Standt-
hafter gedultt, zu überwinden, auch allen
unfall, und wiederwertigkeit, der allweisen
Göttlichen Regierung, und Schigkung, heimzustellen.
Gleich wie sie sich nun, auch undter andern, ge-
trösten, das ich dieses trawrigen todesfalß
halber, mit ihnen, auß nahe anverwanter
vetterlicher bewegung, eine Christ: und hertz-
liche Condolentz tragen werde, Alß haben
Sie, solche unverenderliche Gottesschickung,
ur<mir> hiermit notificiren, und zu aller
freündvetterlichen getreẅer freündt-
schaft, sich anbefehlen wollen, etcetera etcetera etcetera
Jch habe kurtz zuvor, (nach vernommenen
eüßerlichem avis, und gerüchte, des ge-
meinen geschreyes) meinen vertrawten
diehner, Tobias Steffeck von Kolodey zu pferde, nacher
Plötzkaw, zum überfluß, geschickt, sich,
der Sachen beschaffenheit, eigentlich
zu erkundigen.
Gott wolle ia, das liebe volgk,
die frawMutter, sampt den kindern,
zu Plötzkau trösten, segnen, stärgken, undt
erquigken, alß ein vatter der elenden,
trostlosen, wittwen, und waysen.
Ach herr schone! ach herr hilff! ach herre, seye gnedig! et cetera
Als Tobias Steffeck von Kolodey von Plötzkau wiederkommen, hat er von
dem erbärmlichen, allgemeinem luctu zu Plötzkaw
referiret, und wie der liebe Fürst, vetter Ernst
Gottlieb, Sehlig so ein schönes, Gottsehliges, ver-
nünftiges, tröstliches ende genommen? wie die
liebe Fürstin, die FrawMutter, sehr wehe-
mühtig, und übel thut? gleichwol aber
auch, sich fein zu trösten, weiß, wie sonsten
fast alle in summa consternatione, et
mœrore animj, sich befinden, über dem
unvermuhtendem abgang, eines solchen
löblichen, iungen, tapferen, frommen Fürstens. et cetera
Gott wolle ia in gnaden, mit seiner
hülfe, und trost, von ihnen, nicht weichen!
auch Sie, und unß nimmermehr verlaßen! perge
1½ wispel Gersten, seindt heütte
zum ersten Mahl alhier vor Bernburg
außgesehet worden, in præsentz Johann Balthasar Oberlenders.
Gott gebe, zu segen! wachßthumb! und gedeyen!
Jch habe heütte allerhandt condolentzen,
undt Conferentzen gehalten, auch an Jehna ge-
schrieben, nach dem ich von ihme, briefe bekommen. et cetera
<1 hase, so gefunden, daß ihn ein Schäferhundt gefangen.>
<Frost. 1 Rehe.>
Jn die wochen: undt Paßion-
predigt, mit Carolo Ursino, & nobilibus, gezogen.
Conferentz, mit Rindtorfen, Doctor Fischern,
(welcher extra zu Mittage, behalten worden)
Tobias Steffeck von Kolodey Magistro Mencelio, und anderen. perge
Ein Rehe von Deßaw ankommen.
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, seind wieder außgeseet
allhier, (wie gestern) nachmittagß,
dann man vormittags, wegen des Frosts,
nicht seen können. Gott gebe, zu Segen! perge
wachßthumb! und gedeyen! perge
Henning Stammer ist bey Mir, gewesen, in angelegenheitten,
wie auch, der Amptmann, Georg Reichardt und andere.
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat mit zweyen
Hamburger kaufleütten, tractiren laßen,
wegen ihrer navigation, und kornhandlung,
gar embsiglich. Gott segene! was sehlig ist.
So ist auch heütte, der Neẅe luttrische
Beichtvatter, von Gaterßleben, geholet worden.
Jst pfarrer zu Gaterßleben. Er Otto Gehse
|| [[Handschrift: 155r]]
der gewesene beichtvatter, (welcher zu Alßleben pfarrer
und Superintendens ist) wirdt nicht mehr gefordert.
Nam erat homo placidus & pacificus, nec
damnabat, (ut jntelligo;) orthodoxos nostros,
neque approbabat, per totum, errores Ubiquitariorum.
Man hat sich sehr bemühet, in unserm Gy-
necoeo, so wol unsere Pontificios, alß
Lutheranos, zur beichte und morgenden
Comm predigt, und Communion, zu beruffen,
und zu jnvitiren, damit der hauffe groß
würde, wiewol es nur ein privatum
exercitium, Meiner herzlieb(st)en gemahlin allein, zu
ehren und gefallen, concediret sein
sollte, und den Ehepactis, auch erster Observantz
diese conniventz, (so zum öfteren, in statu
uxoris meæ prægnantis, eingerißen)
ungemäß ist. Jch laße aber nicht zu,
(ad evitanda impedimenta reforma-
tionis nostræ, & scandala!) das andere,
auß der Stadt, mitt darzu gehen, Sondern
nur den hofdienern, und Diehnerinnen, wirdt es gestattet!
Gott wolle die Jrrenden bekehren!
<Frost mane.>
Geschrieben, nach Venedig, Croßen,
undt Siena. Gott gebe succeß!
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat heütte ihre
Communion gehalten, und mit großem
frohlocken, die Päbstische Jungfer
Trouwell, mitt darzu gebracht. perge
Extra: zu Mittage, gehabt,
die Wallwitzinn, undt den
frembden Magister1.
Aviß von Plötzkaw, daß ein
Freẅlein, daselbst, item: der
gewesene CammerJungker Michelj,
Jtem: Eine Cammerjungfraw, undt
Ernst Gottlieb, von Börstel, an fe-
bribus malignis, krangk darnider
lägen. Gott beßere es! und verhüte
gnediglich, mehr unfälle! und mortaliteten! et cetera
Conferentzen, mit Magistro Mencelio, und andern.
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, seind heütte nachmittags
außgesehet worden, Gott gebe zu Segen! und genoß!
<Froßt, des Morgens, wie eine zeitlang hero.>
Avis: das hertzogk Hanß, von hollstein, zu
Eüttin, Bischof zu Lübegk, drey predicanten,
an seine gemahlin, (welche vesana ist) ge-
schicktt, und sie cathegorisch befragen laßen,
ob sie sich noch gedächte wieder zu ihm zu
verfügen, und als eine Eheliche gemahlin
gebührlich, zu accomodiren. Sie hette
darauf geantwortett, Mit nichten, Sie
gedächte weder nun oder nimmer, ihme
an die seitte mehr zu kommen, & talia!
Darauf hette sich, gedachter hertzog Hanß,
resolviret, ihme eine waschmagd an die
lincke handt, trawen zu laßen, ohne zweifel
mit rath, seiner consulenten, und Theologen,
welche manchem herren, nach dem Munde
sprechen, und immerhin geldt nehmen,
wie deßen exempla, gantzer faculteten
leyder! vorhanden sein! perge
Conferentz, mit Wallwitz, mit Magister Menzelius undt andern.
Die Tractaten, zwischen Meiner gemahlin Liebden undt
den hamburger zweyen kaufleütten, ha-
ben sich heütte geendiget, wegen ihrer
kornladung, und navigation. Gott gebe!
Das man, nur nicht, impingire, undt
weder an der Reputatjon, noch an andern
medijs, schifbruch leide!
Gestern, ist Joachim Metzsch, Eheweib,
in die wochen kommen, undt hat zweene
zwillinge, zur weltt, bracht. Diß
sol schon das eilfte pahr zwillinge
sein, welche diß iahr, in dieser Stadt
und vorm berge Bernburgk, zur
weltt, gebohren worden. Gott gebe, das
Sie gesegnet seyen! undt daß es eine
vermehrung des volcks im Lande, andeütten,
undt im wergk, erfüllen möge!
A spasso, dahin gegangen, da man sehet,
an der gerichtsbreitte. Gott gebe zu segen! perge
heütte seindt wiederumb, nachmittages,
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, außgesehet. Gott laße es gedeyen!
<1 hase, Carl Ursinus gehetzt.>
Schön wetter, gewesen, undt gesehet worden.
Jch habe, an Jehna, nacher Ballenstedt geschrieben.
Rechnungen, vorgenommen.
Conferenze, mit Rindtorfen, Einsjdeln, Tobias Steffeck von Kolodey
undt andern, gehabtt. Le Monde, n'est plüs grüe!
Jn der Bibliotheca, mich umbgesehen. perge
Trotha, ist, vor die Cantzeley, erfordert.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: und 6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, heütte außsehen
laßen. Gott gebe! zu Segen! und genoß!
Seindt also numehr, (Gott Lob!) 7 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: undt
6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, undten an der gerichtsbreitte
<inß Mittelgewende> gegen dem Stejnbruche, außgeseet. Gott
wolle es reichlich wachßen, und gedeyen
laßen! Mir, undt den Meynigen, zum besten!
undt aufnehmen! nach <seinem> gnedigem, willen, und wolgefallen!
Meine, und andere Schaafe, continujren, zu
krongken, und zu sterben. Es muß jmmerzu, ein
gebrechen und mangel, in der Oeconomia, sein.
Nihil est; ab omnj parte, beatum!2
Man gibt solchem unrath, schuldt, der langwierigen
käldte, der geringen weyde, den vielen Maüsen,
(so das erdreich, vergiftet) et talia! et cetera Gott beßere es.
<Frost, mane.>
Er Hesius, hat, aufm Sahl, geprediget,
undt ist extra zu Mittage, geblieben,
nebenst der Wallwitzinn.
Der Amptmann, Georg Reichardt hat sich praesentjret.
Meine gemahlin, ist hinüber nacher Plötzkaw
abermalß gezogen, zu trösten, und helfen!
Nachmittagß, in die kirche, mit Carolo
Ursino, in die Paßionpredigtt, Ern
Jonij.
heütte ist auch die abkündi-
gung geschehen, wegen der zu
Plötzkaw, eingefallenen betrübnüß.
Gott tröste, unser affligirtes hauß!
Gegen abendt, jst Meine gemahlin, von Plötzkau
wiederkommen.
Risposta von Ballenstedt, darauf ich gehörige
verordnung, in der Cantzeley, wegen vieler
intrighj, mit den Nobilibus, gethan. perge
Jch habe Ludwig Röber nacher Zerbst undta
geschicktt, etwas zu versagen, von getreydig.
Gott gebe zu glück! und succeß!
Die Ordinarien, von Leiptzigk, geben:
Daß der arrest, des hertzogs Carll von Lottringhen,
zu Brüßel, continuiret, das er, (wol convoyiret)
nach dem Castell zu Andtorf, geführet worden.
Seine chargen, hat sein bruder, der hertzogk
Frantz von Lottringhen, zu Wien bekommen.
Die Officirer, undt Obersten, seindt vor: wie nach,
geblieben. Nur die person, des hertzogs, ist verendert,
wegen der großen exceß, so ihme jmputirt werden.
Der Ertzhertzogk, Leopoldt Wilhelm, hat sein
geldt, und Juweelen, in die 6 millionen werth,
sequestriren laßen, wie auch, seinen Pagador,
undt Secretarium, in arrest genommen. Er hat
auch, ein Patent, oder Manifest außgehen laßen,
worümb dieses, hat müßen, auf befehl des
Königs in hispanien, vorgenommen werden?
Sein gesandter, zu Regenspurgk, Monsieur Fournier,
wirdt nicht mehr, zu den sessionibus admittiret,
weil sein herr, vor eines feindt des Reichs, erkandt wirdt.
Die Frantzosen, schicken: 8000 Mann, zu, dem
Churfürsten von Cölln, inß Stift Lüttich, undter
gelben fahnen, und ReichsAdler, darinnen,
alß Reichßgenoßen.
Jnterim: will der König in Frankreich Briesach
umbsonst haben, schicket: den Marechal de
la Ferte Senneterre, dahin. Allein, der
Conte de Harcour, will also nicht weichen.
Daß Elsaß, dörfte, darüber leyden!
Prince de Conty, hat hochzeitt gehalten,
mit des Cardinals Mazzarinj, baase,
mit großer pompe, und stattlichem dotalitio,
Prince de Condè, sein bruder aber, ist
damit nicht content, und helt sich, zu
Brüßel auf, beym Ertzhertzoge.
Die Staaden, machen friede, mit
Cromwell, verbiehten, man solle bey
leibs: und lebensStrafe, von der Engelischen
sache, nicht übel reden. Jnterim: Rüstet
sich Cromwell sehr stargk, zur See,
und hat eine conjuration, wieder ihn,
|| [[Handschrift: 159r]]
zu Londen, entdegkt, und über 20 jnteressenten
im weinhause, ertapt, und gefangen, welche
ihn, den Protector, und seinen geheimen
rath3, haben, endtweder auf einem Convivio,
oder auf der iagt, fangen, hinrichten, oder gar
zu den Schotten, (welche sich noch animoß
erweisen, auf des Königes seitten,
und deßelbigen ahnkunft verlangen!)
hinführen wollen. Die Jrrländer,
sollen auch noch Standthaftig, auf des Königes seitte sein. Der König in
Franckreich so wol alß die Staaden, flattiren
den Cromwell. Dörften wol, zugleich accordjren,
inmaßen auch, Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm,
dergleichen thut. Ô wunder! über wunder!
Die Moßkowiter, und Cosagken, seindt
vereiniget. Sollen schon vier Städte,
den Polen, abgewonnen haben, und ihr progreß,
große alteration, auf itzigem Pollnischen Reichs-
Tage, zu Warschow, bringen. Der König
ist gewillet, in Littawen, zu raysen. perge
Die Türgken, erzeigen sich noch gar böse,
haben Candia gestürmet, aber nichts
gewonnen. Seindt abgeschlagen worden,
und haben viel armer pawren, Christen,
und Landleütte, in selbiger Jnsel, undt
Königreich, gespißet, darumb, weil
sie den Christen, und ihrer Obrigkeitt,
proviandt zugeführet. Ô! Barbarische
grawsamkeitt! Zu Constantinopel,
seindt auch verenderungen vorgegangen,
dieweil der Türckische Kayser, den
Mufty endthaüpten, undt den Capitan
Bascia, oder: Bassa del Mare, absetzen
laßen, und der Amurath Bassa, welcher
stadthalter, zu Ofen, in Ungarn, gewesen,
ist an die stelle kommen.
Jn Schlesjen, continujren, die Re-
formationes, und verfolgungen heftig.
Engelland, und hollandt, mögen auch
etwaß, wieder Portugall, in Oost: undt
WestJndien, im Sjnne haben.
Zu Bourdeaux, ist wieder ein vfstand gewesen,
wegen etzlicher particulierpersonen, denen
man nicht allerdingß, glauben halten wollen.
Den Lottringhischen trouppen, hat der König in
Spannien, zweene Monat Soldt, geben laßen,
sie in Spannischen Diensten, zu behalten, weil etzliche
undter ihnen, guht Frantzösisch sein mögen. perge
Mein bruder, Fürst Friedrich hat an Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin geschrieben,
von Padua auß.
Der Hanß Berndts, hat auch an Paul Ludwig geschrieben,
das es mit seiner sollicjtatur, bey der Lignitzischen,
undt Wohlawischen landschaft, gar nicht forth will,
undt die hertzoge, ihme auch nicht helfen können,
noch wollen, also: daß seine verschickung abermals vergebens. et cetera
Zwelf<y> wispel gersten, hat Wolfgang Sutorius mit
Zacharias Trompetter, heütte außseen
laßen, bey Zeptzigk, zum Forwergk Zeptzigk.
Allerley dißcurs, gehabt, mit Einsidel
Wallwitz, Rindtorf, undt andern.
Ein neẅer Frantzösischer Schneider, ein holländer,
hat sich præsentiret.
Abraham von Rindtorf hat abschied genommen, nacher Ballenstedt,
zu raysen, dem ich, an Jehna, briefe mittgegeben.
<Regen, wie gestern abendt.>
Secretarius Bährenreütt, ist bey mir gewesen,
in privatis.
Abraham von Rindtorf, mein Stallmeister,
und CammerJungker, gehet nacher Ballenstedt,
in seinen geschäften. Gott geleitte ihn!
Discorsj; mit Magister Menzelius auch Henning Stammer bey Mir,
gehabt, in rebus diversis.
Paul Ludwig ist nachmittags bey mir gewesen,
viel jmportantzen, zu expediren.
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 6 Schefel (Scheffel)schfl: seindt wieder zu Zeptzigk
außgeseet. Gott gebe, zu Segen! und gedeyen!
Aviß: das zu Dreßden, der große loẅe,
(welcher wol abgerichtet gewesen) undt
die loẅinn bald nacheinander gestorben.
Gibet böse omina! quæ Deus divertat!
Jtem: daß der hertzogk Friederich
Wilhelm, zu Saxen Aldtenburgk einen
iungen Sohn, bekommen, wieder männigliches
vermuhtet.
Item: das der hertzogk Moritz von Dresen[!],
mit hertzog Wilhelms zu Weymar, tochter, versprochen.
Diesen abendt, (alß wir über tische saßen) wardt ein großer
lermen, wie nemlich, Johann Esche von Wallwitz, meiner gemahlin
hofmeister, plötzlich todtkrangk worden, einen Stichfluß bekommen,
undt in letzten zügen, läge, köndte weder reden, noch hören.
Alß nun, weiber, Jungfern, und theilß Junckern, dahin
liefen, (nach deme die Pagen, und andere diener, erst, das ge-
schrey gebracht, und seiner frawen elendes klagen,
undt queruljren, berichtet) Wie auch der Medicus, Doctor Fischer,
berufen wardt, und baldt im finstern, auß der Stadt,
herauf kahm, wardt es baldt beßer, der pulß kahm
wieder, die oh<n>machten, ließen nach. Er hat gebehtet,
hat seine weib, undt kinder, <durch Tobias Steffeck von Kolodey> mir, recommendiren laßen,
(auf allen fall,) undt sich endlich, fein wieder gefunden,
nach dem er, den letzten a Dieu, Seiner frommen Fraw, zu sagen,
vermeinet, undt sie gehertzet, undt gesegenet!
Er ist sonst ein iunger Mann, nicht viel über 30 iahr
altt, wirdt, (ob Gott will!) diesen Strauß, wol überwinden.
Gott gebe seinen Segen! und gedeyen! zu den Medjcamenten! perge
<Regen.>
Mit Wallwitz, ist es gestern abendt, durch Gottes gnade,
undt Doctor Fischers, adhibirte cur, bald beßer worden. Gott
helfe ferner, zur genesung!
Avis: daß man zu halle, am himmel, zwey armèen
in der Nacht, wieder einander Streittende gesehen,
so endlich eine Schwartze wolgke, zertrieben, jtem: drey
weisse creütze, am himmel. Deus avertat, mala Omina!
Jn die kirche, undt Paßionpredigtt, mit Carolo
Ursino, gezogen.
Ha Hummelius, ein Oculist, ist bey Mir gewesen.
Ludwig Röber ist von Deßaw, Zerbst, und Cöhten, wiederkommen.
Schreiben von Gohta, von hertzog Ernst, Liebden der
bittet nochmalß, meine herzlieb(st)e gemahlin, alß gevatterinn
zur Einsegnung, und mich alß gast, dahin,
auf sein Schloß, Friedenstein, unaußbleiblich,
Mittwochß, nach Quasjmodogenitj! perge
Den 5. Aprilis, (Gebe Gott) Mais le dueil, nous excüsera!
|
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: |
gerste, seindt heütte wiederumb, zu Zeptzigk außgesehet, und nach Pröderitz, 21 Schefel (Scheffel)schfl: gerste. Gott wolle beyderley, zu wachßthumb, und Segen, gedeyen laßen. |
<Regen.>
Schreiben, vom Cantzler Milagio, auß Cöhten.
Den Amptmann, Georg Reichardt habe ich bey mir gehabtt.
Meine Jungkern, Einsideln, undt Tobias Steffeck von Kolodey
erlaübet, aufs begräbnüß, des Obrist leütnant Krosigks,
nacher Alßleben.
Relation von Regensburg Numero 66: Kayser, eilet nach hauß. Fürst von
Lichtenstein, will in den Fürstenraht auch, via executionis.
Mit Lottringhen, ists allzuwahr. hertzog Frantz aber, bekömptt
hertzog Carls, Chargen. Vecht, macht noch händel, und die repartition.
Schweden, spreützt sich sehr, wegen admission der Stadt Brehmen.
Chur Brandenburg dringet noch, auf seine guarantia
weil er so lange nach dem frieden, die Pommerischen Lande
nicht genoßen. Aber, die Stände, opponiren sich, dargegen.
In puncto justitiæ, wirdt stargk, gearbeitett.
Wegen des subsidij; vor den König, in Engellandt,
wirdt noch travaglijret. Die repartition, nach
der Nürnbergischen vergleichung, ist præjudicirlich,
wirdt difficultirt, und disputjrt, gleichwol
muß man, pro nunc darbey bleiben. Müm-
pelgardt, hat ein Votum erhalten, iedoch, sol
es Hennebergk, nachgehen. Von der Deputation,
wirdt abermalß geredet. Naßaw, suchet
zwey Vota, eines sucht die Päbstische, das an-
dere, die Evangelische linea. Doctor heher, hat
darwieder, protestiret, undt unserm hause,
auf solchen fall, zweene Vota, <auch> bedinget,
(ce, quj est, fort mal prins, de nostre Senjorat;
au lieu, de l'en remercier!) Chur Brandenburg
simuliret, alß ob er unß, den Titul, graven zu
Aßcanien, geben wolle, sans doute; avec prejüdice.
Die zaunschleifferinn, ist an den Kayser gefallen,
wegen particularschulden, in der Landschafft, Man hat
Sie aber ab, und an den LandtTagesSchluß, verwiesen.
heütte seindt zu Zeptzigk, 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 4 Schefel (Scheffel)schfl: gersten,
gesezt, und, zu Pröderitz, (über gesteriges) noch 4 Schefel (Scheffel)schfl:
Gott gebe, zu Segen! wachßthumb! undt gedeyen! et cetera
Jch habe nacher Croßen, undt Siena, geschrieben.
Gott laße uns, auch daher, etwas gutes hören!
<Nachtfroßt. SonnenSchein☉Schein.>
Henning Stammer wahr bey mir, berichtet Mir, wie Philipp
Güders bruder Johann, gar geschwinde, iedoch
Christlich, und bey guter vernunft, verschieden.
In manu Dej, sunt sortes nostræ!
Vive! memor lethj!4 perge et cetera
A spasso, in feinem wetter, in die Saht. perge
Einsidel, undt Tobias Steffeck von Kolodey seindt von Alßleben, von
der begräbnüß, noch vormittags wiederkommen.
A ce sermon fünebre, il a fallü neantmoins,
qu'on attacquast, nos gens, au poinct, de l'Election.
1 wispel, und 1 Schefel (Scheffel)schfl: gerste, seindt heütte
zu Zeptzigk; undt 1 wispel 7 Schefel (Scheffel)schfl:
haber, allhier, gesehet worden. Gott gebe,
zu Segen! Wachßthumb! undt gedeyen!
Conferentz, mit Magister Menzelius Einsideln, Tobias Steffeck von Kolodey
Ein Frantzose, hat sich praesentirt, zum kammerdiener,
so aber nicht angenommen worden.
<Nachtfroßt. Sonne☉Schein. Trübe.>
Oeconomica tractirt, mit dem Cammer Schreiber,
Hans Friedrich Eckardt undt andern.
Es sterben viel leütte, an Manns: und weibspersonen,
gählingen hinweg, sonderlich: ahn Sechßwöchnerinnen,
alhier, und auf den dörfern. hingegen, werden auch
viel zwillinge gebohren. Omnium rerum Vicissitudo!
Gestern, hat Tobias Steffeck von Kolodey ein unglügk gehabt, in dem
zweene seiner knechtte, alß Sie taubenräder aufle-
gen wollen, von oben herab, auf Steine, (so die Maẅrer
ohngefehr liegen laßen) gefallen, undt sich sehr verder-
bet. Können auch nicht in das feldt kommen, in
itziger Sahmzeit, mit seinen pferden, zu pflügen.
Also: ist immer unglügk, schwährigkeit, Sawre
Mühe, undt arbeitt, bey der haußhaltung. Patientia!
Die allte malediction faselt noch: Jn sudore vultus5, et cetera
1 wispel hafer, zu Zeptzigk<allhier> außsehen laßen,
Gott gebe, zu segen! undt glügk sehligen gedeyen!
Rindtorf, ist von Ballenstedt, wiederkommen,
hat hasen, und Räphun mitgebracht.
Jtem: briefe, von <dem von> Jehna, und auß dem Amptte,
mit relationen, ihrer verrichtungen. Gott gebe zu glück!
Er Jonius, hat hieroben, aufm Sahl, geprediget.
Jch habe einen hengst, einen Blaw-
Schimmel, umb 60 ThalerThlr:, vom Matz Simon
von Padeborn, erkauft. Wirdt auf
Pfingsten, (geliebts Gott) 4 iahr altt.
Gott gebe mir glück! und gedeyen darzu!
Extra zu Mittage, Doctor Mechovium, undt
Ern Ionium gehabtt, wie auch Tobias Steffeck von Kolodey zum öftern.
Nachmittage, wieder zur kirchen, <mit Carl Ursinus> undt
dieweil ein verordneter studiosus, (heine)
nicht erschienen, zum predigen, Alß hat
man Paßionlieder gesungen, undt der
hofprediger hat sich (in diesem geschwinden,
unvermuhtetem fall), baldt resolviret,
undten, in der kirche, (da die behtstunde
pfleget abgelesen, und gehalten zu werden!)
den 22. psalm6, darnach, das 53. Capittel
Jesaiæ7, undt das gebeht, mit Andachtt,
abzulesen. Postea: ist: Ô Lamb Gottes,
unschuldig, etcetera etcetera etcetera gesungen, und damitt beschloßen worden.
Jch habe Wallwitz, besuchen laßen. Es beßert sich,
mit jhme, Gott Lob!
Man hat heütte, böse zeittungen, von der Fürstin
von Cöhten, sagen wollen. Gott erbarme sich Ihrer Liebden.
Hummelius, der Oculist, von Werdaw, bey
Zwigka, (welcher dem ReichßViceCantzler
herrn von Strahlendorf, Jtem: graf Gallaaß,
und andern gedienet, auch theils geholfen)
hat mir heütte etzliche recepta communicjrt.
Ludwig Röber abermalß nacher Zerbst, geschigktt,
mit vier wispel weitzen. Gott gebe
zu glügk! Jtem: Hans Friedrich Eckardt hat Madame
nacher Magdeburg geschigktt. perge et cetera
Briefe von Croßen, Breßlaw, und Regenspurg[.]
Zeittungen, undt avisen: daß der gute Pfaltz-
graf Moritz, auf der See, (welche er quittiren
wollen, weil es ihm, sein hertz gesaget)
ertrungken. Wehre mir hertzlich leidt!
Jtem: daß die Elisabetha, gewesene Königinn
in Böhmen, nacher heidelbergk, zöge.
Die Holländer und Engelländer tractiren, annoch,
nehmen aber einander weidlich, Schiffe ab.
Jnterim, hat sich Frangkreich, zum accord, mit
Engellandt, genähert, und Mazzarinj, stärgket
|| [[Handschrift: 164v]]
sich mit alliantzen des Printzen von Conty,
des Mareschal de la Milleraye Sohn, und anderer.
Zu Briesach, ist der accord, mit dem
Printzen<Conte> de Harcour, noch nicht richtig.
Der König in Engelland, sol auß Frangkreich
weichen, iedoch, seine iährliche pension,
vom Könige in Frankreich vor, wie nach bekommen.
Jn Schottland; ist der General Midleton,
mit waffen, und gewehr, in salvo, arriviret,
Jn Jrrland sollen die Jrren, wiederumb
geschlagen sein.
2 wispel haber, seindt alhier geseet,
und2 wispel hafer, zu Zeptzigk.
Gott wolle beyderley segenen! undt
wolgedeyen laßen.
Henning Stammer bey mir gehabt. Dieu benie;
mon propos! et la MERE DES VIVANS!
Schweden, rüstet sich, gegen hollandt, oder andere.
Der Moßkowiter, hat den Chmielinßky,
gantz an sich gezogen, und die Ukrayne
auch ein großes theil von Schwartz Reüßen,
dadurch, erobert. Die Cosagken, sollen
|| [[Handschrift: 165r]]
sich mehrentheilß, den Woywoden des Großfürsten
in der Moßkaw, ergeben haben. Chmielinßky
undt die, so sich dem GroßFürsten, ergeben, undt
ihme geschwohren, unangesehen sie Griechisches
glaubens, sein, dieweil Sie vom Patriarchen
zu Constantinopel, dependiren, und nicht vom
Patriarcha, in der Moßkaw, haben sich
umbtauffen laßen müßen, wie die avisen, melden.
Sie haben auch, der bündnüß mit den Tartarn
absagen müßen. Kiof, und viel andere
Städte, sollen in des Moßkow: Großen Czaars,
handen sein: Jnterim: deliberiret der
König, in Polen, auf dem Reichßtage, zu
Warschow, von der gegenwehre,
und man vermeinet, Printz Janus Radzivil
solle Feldtherr werden.
Der Persianer, sol auch, in die 200 mille Mann
wieder die Türgken, zu felde haben.
Die Morlacchj tummeln sich, in Dalmatia.
Zu waßer, rüstet sich auch Venedig,
undt der Türgke, stargk wiedereinander.
Zu Regenspurg rüstet sich Cæsar, zum aufbruch! et cetera
Die historia, wirdt außführlich beschrieben,
wie man den hertzogk Carll von Lottringhen,
zu Brüßel, undterm prætext, eines eilenden
kriegeßrahts, zum Ertzhertzogk, durch
hohe Officirer erfordert, und Tumult
zu verhüten, leise gegangen, auch auf
alles gute ordre gestellet, ihn auf daß
Castell zu Andtorf, geführet, undt
seiner armèe, sich versichert.
Der Printz von Condè, hingegen, sol
vom Ertzhertzogk, wol gehalten werden.
Avis, (ohne <gebührliche> notification) daß schon vor-
gestern, die liebe gottsehlige Tugendt-
reiche FrawMuhme, zu Cöhten,
(geborne Gräfin von der Lippe) todes
verblichen. Gott seye, Jhrer Sehlig Liebden gnedig!
Jch habe wol eine treẅe freündin
an Jhrer Liebden verlohren. Sed! transeundum est!
Gott tröste alle affligirten! undt
unser gantzes hauß!
J'ay deseignè derechef, üne ex-
pedition jmportant, que Dieu vueille benir! perge
Es ist gewiß, daß am Freytage, in Leiptzigk, der
redliche alte, Martin Schmehrtosche, zu Risenthal,
ein kauf: und handelßmann, exulant auß Böhmen,
aber gutes vermögens, mit tode abgangen: Gott
genade ihm! Er hat unsere briefe nach Venedig,
und Siena, per Augspurgk, bestaltt. Gott laße
auch dieses, meinem Sohn, Viktor Amadeus nichts böses ominjren!
<Regen. wind.>
Ein Somnium gehabt: wie mein bruder,
Fürst Friedrich in der Brenta, (mit unser, undt
unserer aller geschwisterigen, großen leidwesen)
ertrungken wehre. Man hette ihn nicht
retten können. Gott gebe! Daß es nicht wahr seye!
Notification, ist diesen Morgen, ahnkommen,
wegen des abermahligen rißes, und trawerfalß,
in unserm hause, durch abforderung zu
Cöhten, Frawen Sophien, (wie gestern ge-
dachtt) welche sanft und sehlig, getrost
undt freẅdig, in wahrer erkendtnüß,
und anruffung, ihres Erlösers, Jesu Christj,
bey gutem verstande, diese weltt, gesegnet.
Fürst Iohann Casimir avisiret mirs, von Deßaw, alß vormundt,
undt im Nahmen seines pflegeSohns, Printz Wilhelm Ludwig condolenter.
Doctor Fischer, ist vormittags, bey Mir gewesen.
Nachmittages, der hofprediger Menzelius.
16 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt heütte zu Zeptzigk geseet.
Gott gebe zu segen! Wachßthumb! und gedeyen!
<Regen. Windt. Schnee.>
<1 Rehe, 2 läxe zu 18 und 19 Pfund (libra)℔ vo Deßa.>
Der Amptmann Georg Reichardt ist bey mir gewesen,
sich bescheidts, zu erholen, und expedienda
zu expediren.
Postea: mein Wolf Curdt von Einsidel,
welcher zu meinem bruder, Fürst Friedrich gedengkt.
postea: Philipp Güdern gehabtt.
Deinceps, Magistrum Mencelium.
Einsidel, ist an den hartz geritten, Caspar Pfawen
zuzusprechen, undt seine sachen richtig zu
machen, Gott gebe zu glück! undt succeß!
Ludwig Röber ist von Zerbst, und Deßaw,
wiederkommen, mit 2 faß, Zerbstischen biers,
1 Rehe, undt 2 lächßen.
grüner Donnerstag♃ den 23. Martij; 1654.
<Froßt. Schnee.>
Jn die kirche, mit Carl Ursinus et Nobilibus.
Invitatio, zur begräbnüß, nacher Plötzkaw, Vetter Ernst Gottlieb
gegen den 5. Aprill, den 4ten: einzukommen, mit Carl Ursinus.
Jch habe nach Croßen, geschrieben.
Eine Braune Stuhte, im Obergespann
hat undter der vormittagßpredigt
gefohlet, und ein hengstfohlen gebracht,
Gott gebe zu glück! und gedeyen!
Von Ballenstedt seindt Victualien, ankommen:
1 Rehe, 1 hasen, 2 schweine, 1 kalb, 2 lämmer,
3 Schefel (Scheffel)schfl: weitzen Mehl, 46 Pfund (libra)℔ butter,
9 Schockßo: Eyer, 3 Mandel besem[!].
Wartemßleben, ist wiederkommen.
<Windt <nacht> Frost. Schnee.>
Der hofprediger Mencelius, hat auf unserm
Sahl geprediget, und ist extra behalten
worden, zu Mittage.
Einsidel ist vom hartz, wiederkommen,
vom Caspar Pfaw, bey deme er gewesen,
undt hat mir undterthänig(st)e relation abgeleget,
item: Wartemßleben.
Postea: hat sich, Doctor Fischer, præsentjret.
16 Schefel (Scheffel)schfl: hafer, seindt zu Zeptzigk außgesehet.
Gott gebe, zu Segen! glück! und gedeyen.
<Schnee. Regen. Schlagkwetter.>
Es ist heütte; zwahr, Festum Annunciationis
Mariæ, sive festum Conceptionis Christj, undt
pfleget allhier zu Bernburgk, (doch nicht
überall im Fürstenthumb Anhaltt,) ge-
feyret zu werden. Dann, wie ichs ge-
funden, So habe ichs gelaßen, und nichts
leichtlich neẅes einführen, noch innovi-
ren wollen! Dieweil aber, die Ostern-
ferien, mitt einfallen, und viel zu thun,
zu meditiren, und zu predigen, ist, auch
die zuhörer, sich zum heiligen abendmal heütte
eigentlich præpariren sollen, Alß habe
ich mit raht der Geistlichen, dieses fest,
(ihnen zu gute), heütte eingestellet, undt
silentio præteriren laßen, zumahl da
es nicht universaliter, bey den Re-
formirten recipiret ist, und in Christiana
libertate bestehet, (ich vermeine alß ein
festum conceptionis Christj, nicht aber, als
ein Päbstisches Marienfest, Sonst wehre es ärgerlich,
|| [[Handschrift: 168r]]
undt superstitioß, und zu verwerfen!) ob man cele-
briren wolle? oder nicht, zumahl<in erwegung> das man doch
heütte, ohne das, und in vorigen, und künftigen
ferien, sacra tractiret hat, und tractiren wirdt. perge
Gott gebe mit Andacht! friede! undt liebe! perge
Jn die vorbereittungßpredigt, bin ich,
mit Carolo Ursino, und meinen nobilibus,
gezogen. Gott gebe andächtige! Zerschlagene!
undt Bußbegierige hertzen!
Er Jonius, hat geprediget, auß dem 130. Psalm8.
Conferenze, mit Einsideln, undt Wartemßleben.
Jn die kirche, am heüttigen Heiligen Osterfest,
mit Carolo Ursino; undt anderm Comitat.
Der hofprediger Mencelius, hat eine
schöne predigt gethan. Bey der
Communion, seindt von Adelichen, Mir,
und Carolo Ursino gefolget, der allte
Sekerka, undt Wolf Curdt von Einsidel,
(dann Wartemßleben sich nicht præparirt
gehabt, Rindtorf, und Tobias Steffeck von Kolodey aber, luttherisch sein)
|| [[Handschrift: 168v]]
und eine schöne menge communicanten,
von hofe dienern, undt andern bürgern.
So dann, undter den Adelichen
weibespersonen, Einsidelß Stieff-
Mutter, mit ihrer Elltisten Tochter,
und eine feine frequentz, von weibspersonen.
Gott wolle seine gemeine stärgken,
und die irrenden, durch seinen Heiligen
Geist, erleüchten, undt bekehren!
Nachmittag, (wie billich!)
wieder in die kirche, mit
Carolo Ursino, undt meinen
obgemeldten, fünf nobilibus perge da
abermalß, hofprediger Mencelius
eine schöne Osterpredigt, gethan. perge
Gott gebe kraft, dem donner, seines wortts!
undt erweiche die hertzen, der so
gar Muhtwilligen Außenbleiber!
Schreiben, von Croßen, undt Breßlaw.
Die Ordinarij avisen geben: daß
die Moßkowiter, zweene große Länder
|| [[Handschrift: 169r]]
der Krohn Polen, abgenommen, nemlich: die Ukrayne
undt Rußlandt, mehrentheilß. Es sol auch der
Chmielinßky, mächtig betrogen sein, in dem
er aller seiner hofnung, von den Mußkowitern
frustriret worden, unangesehen, er sich umbtaüffen
laßen. Die Gesandten, so er zum Türckischen
Kayser, geschickt, sol derselbige haben, nieder-
hawen laßen, weil er in feindschaft
mit Mußkaw stehet. Der Reichstag,
zu Warschow, sol schläferig, von statten, gehen.
Zu Stockholm, will die Königin ihre
Regierung, dem pfaltzgraven Generalissimo
resigniren.
Engellandt, undt hollandt, accordiren
mitteinander, interim aber, nehmen
Sie einander schiffe ab. Frangkreich,
tractiret auch mit Cromwell, und schreibet
ihm: Mon Cousin. perge
Jn Schottland, schwingen sich, die Köni-
gischen empor, welche der König in Frankreich
unerachtet iurium sanguinis, auß seinem Lande
wegweisen will.
Der hertzogk, von Lottringhen, beütt viel
rantzion ahn, vor seine erledigung. Es
will aber nichts helfen. Sein bruder,
hertzogk Frantz, bekömbt seine chargen.
Befort, hat der König in Frankreich, ge-
wonnen, Briesach, aber noch nicht.
Der Kayser, eilet von Regenspurg hinweg,
und will, die consultationes, befördert haben.
Der Türgke, will seine Machtt,
in Dalmatiam, und gegen die Jnseln,
Corfu, Cephalonia und Zante, wenden,
weil er die festung Candia, vor Unü-
berwindtlich helt!
Auß Savoya, haben die Frantzösische
völgker, hinweg gemußt, undt
andere quartier nehmen.
Die Tartarn, wollen in der Moßkaw,
einfallen.
hertzogk Christian Ludwig zu Zelle,
hat völgker beysammen, wieder hertzogk
Christian von Megkelnburgk, zu Stinekeburgk9.
Am heüttigen OsterMontage, hat Er Marggra-
vius, auf unserm Sahl, geprediget. Jst
darnach, extra zu Mittage, behalten worden,
nebst der Wallwitzinn, und andern extraordjnarien.
Nachmittagß, bin ich, mit Carolo Ursino, wieder
in die kirche, und Jonij Osterpredigt anzu-
hören gezogen. Gott gebe unß die wahre
OsternFreẅde, in unsern hertzen!
Den landRichter, Davidt von Bergen, habe
ich bey Mir gehabtt, in angelegenheitten.
Conferenze mit Sekerka, Einsideln,
Wartemßleben, Tobias Steffeck von Kolodey etcetera.
Wolf Curdt von Einsidel, mein CammerJungker
(welcher, von iugendt auff, mir, und meinen
Söhnen, aufgewartett, undt wol gediehnet,
sich auch fein, auf raysen, und im kriege, ver-
suchtt, in historien, undt guten büchern, gelesen,
die frantzösische sprache, fein erlernet, und gute
naturalia hatt, auch von guten dißcurßen,
und schöner præsentz ist, und der reformirten Religi-
on, zugethan) hat seinen undterthänig(st)en treẅhertzigen abschied
genommen, gehet zu Meinem bruder, Fürst Friedrich nach Jtalien zu!
Gott wolle jhn begleitten! ihn, in seinen wegen
wandeln laßen! auch sicher, hin: und her, führen! perge et cetera
Jch habe, mit ihm, an Meinen Brudern
Fürst Friedrich nach Venedig, und an Meinen Sohn,
nacher Siena, geschrieben, Gott gebe! Das
ia mein Sohn, möge unverletzt, frisch
und gesundt, mein schreiben, entpfangen!
und auch, mein bruder, im wolstande
sich befinden! Dieu vueille relever,
et alleger mes soucis! que i'ay pour mon
bon fils, Viktor Amadeus particülierement!
<Windt.>
Wolf Curtt von Einsidel, ist forth, nach
Italien zu, Gott wolle ihn, geleitten!
Secretarius Bährenreütt, hat sich præsentirt
zu referiren, von seiner Zerbst[isch]en rayße.
Nota Bene[:]Ein drey Tage, undt Nacht her, haben
unsere windthunde, im graben iämmerlich
gewinselt, undt geheület, (unangesehen
Sie wol gespeiset, undt geträngket
werden) die Eülen lassen sich auch hören.
Gott helffe mit gnaden! Das es nichts böses ominire!
Friederich Börstel, wie auch Doctor Fischer,
seindt zu Mittage, extra bey unß gewesen.
Avis: daß der deützsche General der
Venezianer, der herr, von Degenfeldt,
in Dalmatia, gestorben, wie auch der
General Sperreütter, zu Jnspruck verblichen.
Sic! Mors, Omnia. solvit! perge
Daß ist der endliche lohn, tapferer leütte! perge
General, Gil de Haaß, sol auch gar übel
sein tractirt worden, von etzlichen Venezianischen
generalln, gefangen, und in die eisen ge-
schlagen, nach geleisteten sehr guten
diensten, und großen thaten in Candia
wieder den Türgken. Er hat nicht dißi-
muliren, noch den iehnigen, nachgeben
können, welche ihm commandiren sollen,
und den krieg nicht verstanden. Endlich,
hat man ihn unschuldig befunden, undt
loß laßen müßen. Gleichwol, ist er,
noch im arrest, in der Venezianer stado.
und ist vor heimlicher Nachstellung, nicht gesichert! perge
Depesche, nacher Deßaw.
Conferentz, mit Magister Menzelius mit Rindtorf, Wallwitz.
Justitia; cum esse desijt in Mundo, successit
Status Ratio, calamitatum Mare!
Aviß, von hartzgeroda, mit meinen pferden, so
Einsideln, dorthin gebracht, daß er (Gott lob)
wol überkommen, und weitter gedengkt. Gott
helfe ihm! Jtem: daß man aldort, eine zaüberinn
eingezogen. Gott straffe die übelthäter!
und rette die unschuldt! perge
|
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:, – – |
12 Schefel (Scheffel)schfl: 10 Schefel (Scheffel)schfl: |
haber <gersten> zu Zeptzigk, undt <haber> alhier, seen laßen. Gott gebe zu Segen! und wachßthumb! |
<Schön wetter.>
Der pfarrer von Jeßnitz, Weyder (deßen
vatter, und bruder, mir vor iahren, in küchen:
und kellerschreiberey zu Ballenstedt, gedienet)
hat sich bey Mir præsentiret.
Postea: Der von Wutena, abschied zu
nehmen, weil er, nach heidelbergk, raysen will.
Blieb extra zu Mittage.
Endlich, kahm noch vormittagß, der hofprediger
Mencelius, zu Mir, allerley, in Ecclesiasticis,
zu referiren.
Nota Bene[:] Der Aviß, kömbt, ie länger, ie stärgker, daß
der tu wackere, iunge, blühende herr,
unser vetter, Fürst Ernst Gottlieb, Sehliger,
in dero krangkheitt, seye übel curirt,
und verseümt worden, durch den Medicum
von Magdeburgk, Doctor Haimburgern, (welchen
etzliche, Doctor heimbringer, per ironiam
nennen, id est daß er bald einen heimbringet,
ad Patres hinauf!) so ihm in seinem Tertian-
fiber, zu stargke medicamenta
wie auch, zu viel Aderlaß, sol gebraucht haben.
Jst diß nicht ein elendt? Jst diß nicht erbärmlich?
Me ne servasse; ut essent, qui me perderent!
Gott laße unß, ia nicht in die hände
unwißender, und unachtsahmer Medicorum
gerahten! Malj Medicj, pestes sunt Rerum pubilcis.
A Medico indocto, a cibo bis cocto;
A Mala Muliere! perge
Libera nos, Domine!
heütte seindt allhier, in die 100 Morgen
ein wispel gersten, geseet. Gott gebe,
zu glügk! Segen! undt gedeyen! wie auch
nach Zeptzigk, 4 Schefel (Scheffel)schfl: 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gesehet worden.
Gott gebe gleichßfalß zu Segen! und gedeyen!
<Regen. Schön.>
<2 frische lächße, zum 1. mal gefangen.>
Relationes von Regenspurg Numero 67 und 68
mit addreßen, von Zerbst, undt Deßaw.
Jntroductio der neẅen Fürsten, undt
Naßaw hat 2 vota, Nach Salm, undt
Dietrichstain, ist Nassau hadamar introducjrt
nomine Cæsaris, durch den Bischof von Re-
genspurgk; und Osnabrügk. Nach
Dietrichstain, vo<und> Piccolominj,
vor Awerspergk ist Nassau Dillenburgk
jntroduciret. Sie haben aber treflich
darwider, alß elltere haüser, pro-
testiret, inmaßen auch, der Fürst
von Lichtenstain, gethan, sine fructu!
Der Kayser ist noch resolviret, den 20ten: Aprill
abzuraysen. Die consilia werden, (pro posse) maturirt.
Die creditsachen, werden sehr debattiret, ob man
secundum rigorem juris, oder secundum humanitatem
& æquatatem, zu verfahren? Da dann, das letzte
scheinet zu prævaliren, und gleichwol eine
distinction gemacht wirdt, inter depauperatos
ex bellj calamitate, absque culpa ipsorum, &
inter prodigos, malignos, ac pauperes, ex culpa ipsorum,
damit so wol die creditores, alß debitores,
(so beyderseitß gelitten) bleiben können.
Mit Frangkreich, hat man zu thun, wegen
restitution der Philipsburgk, und wegen der
Mantuanischen Sachen, contra Savoya,
deßen beleyhung, verzögert werden wjll.
Die evacuation Vechtt, (so im Aprilj geschehen
soll), gibt auch allerley zu thun, wie auch,
die abrechnungen, mit den Königlich Schwedischen Commißarien.
Die Lottringh[isch]en tractaten, kommen numehr, in
einen andern Standt, gleichwol, wirdt mit
hertzog Frantz eben die restitution der plätze
abgehandelt, welche in seines gefangenen
bruders, hertzogk Carlls, händen gewesen, wie
auch die abführung der völcker aus dem Stift Lüttich.
A spasso, an die Sahle, in schönem wetter,
darnach aber, ists, in Aprillenwetter, de-
generiret.
Der Amptmann von Ballenstedt und Jehna, haben
mir, des Amptmanns Sohn geschigkt, avec soulas.
