Montag☽ den 1. May; 1654.
<Regen. Frühenebell.>
<1 lachs.>
Diese walpurgis<Nacht>, hat Meiner gemahlin Liebden hofmeisterinn
Fraw Ritzawinn, in ihrem Schürtzbandt, drey
gemachte knohten gefunden, und verbrandt.
Die Jungfer Wirleben, alß Sie, nach ihrem
krangken hündelein sehen wollen, in der nachtt,
hat ihr bette gantz umbgekehrt gefunden,
<undt einen locken grawe haar, darundter nur 3 Schwartze
gewesen in einen Pappier.>
Wartemßleben, ist in seinem lager,
etwaß rauhes auf die handt kommen.
Alß er daßelbe nun, hinweg ge-
schlengkert, hat er gemeckert, wie ein
bogk, oder ziege. perge Solche drey erzehlte stücke
seindt mir wunderseltzam vorgekommen.
Schreiben von Meinem Sohn, Viktor Amadeus auß Siena,
dahin er (Gott lob!) glücklich von Rom, wieder
angelanget. Es ist ihm aber, auf sein
linckes auge, ein böser fluß gefallen,
welcher ihn, am progreß, seiner rayse
verhindert. Gott wolle ihn darvon baldt
mit gnaden, liberiren. Das Datum wahr, vom 10. ⁄ 20ten: Aprill et cetera
Die Avisen geben: daß zwahr der friede zwischen
Engelland und hollandt, richtig seye, gleichwol
aber, die abnehmung der Schiffe, und armatu-
ren, beyderseitß, noch continuire. Die Engellische
große armada, vagire, an den Frantzösischen Cüsten.
Der König in Schottlandt, und Printz Robert,
wehren noch zu Paris, verlangten nach
sicherer anlendung, und vffenthalt in dem
Königreich Schottlandt, einzukommen.
General Midleton, und andere dem
Könige wolaffectionirte, theten ihr bestes,
die Schotten zu armiren, und anzuführen,
auch die Contributiones, zu erpreßen.
Vor die in Dennemargk, im arrest gewesene Engelische
Schiffe, müsten die Staaden, 14 Tonnen goldes, geben.
Mit Frangkreich tractirte zwahr Lord Protector
Cromwell, und ehrte seine gesandten. Jedoch,
trawete der König in Frankreich nicht wol, und ließe
seine Seestädte, wie auch Rochelle fortifi-
ciren, und der genandten hugonotten, sich versichern,
welche zwahr unschuldig sein, und gehorsam
ihrem Könige, und hoher Obrigkeitt, gerne leisten.
Die Portughesen, haben daß Reciff,
die vornehmste Festung, der holländer,
in Brasilien, mit gewaltt, eingenommen,
und viel holländer, niedergemachtt.
Spannien, siehet sich auch vor, und will
den Engelländern, wegen ihrer großen
aufrüstung, keines weges, trawen.
Die Schotten, sollen auß dem Gebirge,
herundter gekommen, undt die Engel-
ländischen aufs haüpt geschlagen,
beütte gemacht, undt Schiffe<tücke> vernagelt haben.
Jn Schweden, continuirt, die mutation
des Regiments. Graf Montecuculj Kayserlicher
Ambassador, ist von dannen, wieder abgerayset, mit
dem Conte Caprara, des Piccolominj Schwester Sohn,
und zu Regenspurgk ankommen.
Die Kayserliche abrayse, wahr wider, in etwas verschoben,
dann Jhre Mayestät gerne dem Reichsabschiedt
beywohnen, auch Chur Meintz, und Chur
Pfaltz, (welche beyde wieder zur stelle) per-
söhnlich, beleyhen wollen. Interim ist
auch der Kayserliche gesandte, graf von Starhem-
bergk, (welcher zu Brüßel gewesen,
und wegen Lottringhen, mit<und> in der Chur
Cöllnischen, Lüttich concernirenden, Streittsache,
mit dem Ertzhertzogk, tractiret) auch nach
Regenspurg wiederkommen, allerundterthenigst zu referiren.
hertzogk Christian, von Megklenburg und andere
seindt auch daselbst erschiehnen, am Kayserlichen hofe.
Die Türgken, haben vor Clin, den Venezia-
nern, 3000 Mann, rujniret, halb gefangen,
halb niedergemacht, darundter viel
deützsche gewesen sein sollen, welche sich
Tapfer gewehret. Die gefangenen, führet
der Bascha von Boßna, im Triumph, nach
Constantinopel, der Türgken sollen darbey
in die 1000 geblieben sein. Diese grosse
|| [[Handschrift: 196r]]
Niederlage der Christen, hat die Morlacchj
bewogen, sich auch wieder in ihr gebirge zu
retiriren, und beßerer gelegenheitt, zu erwartten,
Die Venezianer, thun versehung, diese schahrte
außzuwetzen, und Dalmatiam, mit anderm
volgk, undt geldt, zu providiren, auß
Candia, und andern orthen her.
Die Moßkowiter, werden numehr von Polen
auch heimgesucht. Der Feldtherr Radzivil
hoffet Sie, auß Kiow, zu schlagen. Die
Tartarn, wollen eher den Polen, alß
ihnen assistiren. Die Cosagken, seindt
des schwehren Moßkowiter Jochs, und scharfen
Tirannischen Regiments, schon überdrüßig
und müde, jncliniren wieder, auf die
Königlich Pollnische seitte, darzu Sie der Bo-
hun, (welcher an Chmielinßky stadt, vom
Könige, verordnet, und albereit, viel Cosacken
an sich gezogen) zu disponiren, verhoffet.
Zu Prag, ist die Unruhe, zwischen den Studenten,
Soldaten, und Jüden, wieder gestillet, durch authori-
tet des Ertzbischoffs, und Cardinald von Harrach, auch
|| [[Handschrift: 196v]]
anderer Kayßerlicher landofficirer, welche anitzo,
auf selbigem landTage, ahnwesend sein.
Der Pabst, hat das Podagra, ins einem
83. iahr, stargk bekommen. Gott wolle
ihm, darvon helffen. Er theilet sonsten
noch, stattliche Beneficia auß, undt be-
reichert seine freünde, insonderheitt:
Madonna Olympia!
Frangkreich, undt Spannien, liegen annoch
gegeneinander zu felde. Gott bewahre gne-
diglich, meinen Sohn, Viktor Amadeus welcher gedengkt
nacher Meilandt, durch die partheyen, zu
raysen, und memorabilia zu besehen.
ach Gott! bewahr ihn, väterlich. vor unglück!
und wolle ihn ia, weder straucheln, noch fallen,
iemalß laßen! perge
Der Churfürst, von Cölln, und Pfaltzgraf
von Neẅburgk, haben ihre Reichß-
lehen, (durch Abgesandten), bey dem Kayser,
entpfangen.
Doctor Fischer, und Secretär Bärnreütt, extra gehabtt.
Dem hofrath, Caspar Pfawen, habe ich, (in abwe-
sen, meines bruders Liebden) ordre ertheilet, gewaltt,
mit gewaltt, abzutreiben, und den Stollber-
gischen (welche unß eine halbe Meile
landeß abnehmen, und durch das Zippen-
feldt, (so doch unstreittig Anhaltisches Territo-
rium ist, und bleibet) ihre gräntze,
de facto, & armata manu, nehmen
und ziehen wollen, zu begegnen, darzu
ich dann, die Undterthanen des Amptß
Ballenstedt, vfbiehten laßen, und assistiren
will, der zuversichtt, es werde unser Senior,
auß Gernroda, dergleichen anstaltt
verfügen. Sie sollen schon viel Mann-
schaft, im Gräflich Stollbergischen aufgebotten
haben, und gemeinet sein, wie gemeldet
par force, ihr höchstes Unrechtt,
(welches einem Friedensbruch, nicht ungleich)
zu manuteniren, und wieder recht, zu behaüpten perge
Diese zunöhtigung, macht Mir, seltzahme gedangken.
Dienstag♂ den 2. May; 1654.
<Schön wetter.>
<1 lachß.>
A spasso, den Segen, im felde, zu besehen, wie
auch, den einen weinbergk; den Caninichen-
gartten, et talia! post negocia, et sacra
peracta.
Die Regenspurgische relation, Numero 72 nacher Regenspurg<Plötzkaw>
addreßirt, und im Voto, mich, mit Fürst hanß
Liebden conformiret.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist hinauß, zur Zigel-
Scheüne spatziren gefahren, und daß ange-
kommene holtzschif besichtiget. Carl Ursinus ist
auch mitgeritten perge und ein par Töchter1, mittgefahren.
Conversatio, mit Jehna.
Schreiben, vom herrn von Schrahtembach, auß
hanover, vom 14den: Aprill.
Mittwoch☿ den 3. May; 1654.
<Regen.>
<1 lachß.>
Mein Stallmeister, undt CammerJungker,
Abraham von Rindtorf, ist heütte nacher
Ballenstedt, verrayset.
hofraht Jehna, undt Secretär Bährenreütt,
haben sich, in undterschiedlichen expeditionibus
præsentiret.
Salomon Neve, ist bey mir gewesen. Klaget über
den gesterigen handel, da Märtin Fehse, vom
trunckenen Didike, mit einem Meßer, gestochen
worden, und Didike darüber, vom Amptmann
Reichardt, in daß ärgste gefängnüß gestegkt
worden. Nun hette es, mit Fehsen, keine Noht,
er gienge schon herümber. hingegen, wehre der
ander, (welcher in seinem gartten, spatziren gehen
wollen) vom Bürgermeister Fueß, in die Schengke, zur ge-
sellschaft, genöhtiget, und gezwungen worden.
Sie hetten ihm, uhrsache gegeben, in deme Sie, von
dem vorigen landrichter Rusten, übel geredet,
und auf den abgestorbenen, geschmähet. Das
hette er, von so einem, ehrlichen allten, wolver-
dienten Manne, seinem antecessore, undt
als seines weibes <vorigem> gewesenem Ehemanne,
nicht leiden können, Sondern vertheidiget.
Darüber, wehren drey, von der zechgesellschaft
zugleich, über ihn hehrgefallen, mit prügeln,
bangkbeinen, und dergleichen, und hetten
ihn, iämmerlich ding, zerschlagen, zerprügelt,
auch in den zerbrochenen kachelofen, geworfen,
und daselbst vollends übel zugerichtet, wie
auch, in einen Finger, gestochen, also hette er sich
|| [[Handschrift: 198v]]
abgenöhtigter dinge, zu rettung seines lebens,
wehren müßen, weil sie ihm auch, seine
bahrte genommen, und hette Fehsen, durch seinen
geldbeüttel, und stargkes Fuhrmannsleder
etwas gestochen, das sie von ihm abgelaßen.
Sein kopf, wehre ihm, in seiner iugendt,
übel zerhawen, und zerschlagen, auch
viel knochen herauß genommen worden.
Also: köndte ihm, der Trungk, baldt schaden.
Man hette ihn mögen, seiner wege gehen
laßen. Er gedächte, weder zu weichen,
noch zu wangken. Bähte, weil es, so un-
reümisch, in dem finstern gefängnüß
wehre, daß er keine Nacht mehr, da-
rinnen außzudawren, sich getrawete,
man möchte ihn doch, in das förderste carcer
setzen, da er mehr luft haben, lesen, schrei-
ben, und seine noht aufsetzen, sich verbinden
laßen, auch weniger anfechtung, haben köndte.
Er wüste baldt nicht, was er gethan hette, als
aber die drey seine feinde, alß: Bürgermeister Schmidt[!]2, Fehse
und hanß Tappe, ihn so unchristlich tractiret,
|| [[Handschrift: 199r]]
und den Amptmann rufen laßen, derselbige auch
incontinentj, die <ärgste> jncarceration, (ohne weittere
verhör,) anbefohlen, hetter er Didike, auß unge-
dultt, die wortt heraußer gestoßen: Du
Amptmann, du wehrest es beßer werth,
das man dich beyführte, alß ich perge Diese
wortt, hetten ihn, den Amptmann, sehr offen-
diret, und paßiones, wieder ihn, erwegket. perge
Bähte umb Gottes willen, mich seiner
ahnzunehmen. perge Er hette kawm, vor 8 Pfennig (denarius)d:
werth, vertrungken. Jch habe befohlen, ihn zu
relaxiren, nach promittirter besserung. et cetera
Donnerstag♃ den 4ten: May; 1654. HimmelfahrtsTag.
Risposta von Hall, wegen Pfaltzgrave Ludwigß.
Jn die kirche, conjunctim, am himmelfahrtsFest,
und BehtTage, zugleich. Unßer hofprediger
Mencelius, hat sich, von seiner außgestandenen
krangkheit, wiederumb außgemacht, undt
eine schöne predigt gethan. Gott erhalte jhn!
De Ascensione Christj, & Sessione ad dexteram
Patris, erudite, concionabatur perge
Extra zu Mittage, über die Ordinarij:extraordina-
rien3, die Fraw Wallwitzinn, und den Amptmann Georg Reichardt gehabt.
Nachmittagß, mit Carolo Ursino, zur predigt
des Diaconj Ionij; et cetera auch von der himmelfahrt Christj.
Schreiben, vom Caspar Pfaw, daß die Stollberger,
etwaß mitiores werden, und eine Mündliche
Conferentz begehren, ob die sache zu componiren?
Schreiben von hall, daß pfaltzgraf Ludwig
Philips, von dannen, Morgen (gebe gott) abraysen
dörfte perge gegen Weymar zu perge
Conferentz, mit Jehna, und Caspar Pfaw,
ist hinwieder, bescheiden worden.
Ein brief, und invitation zur Fürstlich Pommerschen
sepultur, des letztverstorbenen hertzogs
Bogislaj, meines Schwagers Sehligen gegen den
25ten: May: ist mir, von ChurBrandeburg Liebden
durch einen eigenen bohten, zugeschickt
worden, dieweil aber, der Titul, eines
graven zu Aßcanien, und herren zu Bernburgk
nicht darauf, wie sichs gebühret, gestanden,
Alß habe ich diesen brief, weder eröfnet,
noch beantwortett. Meine herzlieb(st)e gemahlin, aber
(alß welche ebenmäßig invitiret worden) hat ihren
brieff, ohne bedengken, erbrochen, und darauß den
|| [[Handschrift: 200r]]
Jnnhalt ersehen, wirdt ihn auch, (iedoch mit etwas
Reservat,) beantwortten, und den fehler, antten4
müßen. Mais elle est opiniastre, a le vouloir
donner a entendre, à part, seulement á Monsieur Schwerin,
& non a l'Electeur mesme. perge le complimentant. perge
Avis, das am Sonnabendt acht Tage, eine stargke
wolckenbrust, oder wolgkenbruch, im Aldenburgischen
dorf Gehren gefallen, die meisten haüser
überschwemmet, viel volgks, und in die
500 stück viehes, erträngket, und also,
großen schaden gethan. Es sollen auch darbey
sehr große schloßen, undt stücker eiß, ge-
fallen sein. Wenig leütte, seyen entrunnen.
Gott erbarme sich, der elenden! perge
Freitag♀ den 5ten: May; 1654.
<Frische luft, wie gestern.>
Philipp Güder bey Mir gehabt. Postea Ph<Nickel> Staiger, den
kuhehirtten, mit seinen Visionibus gehört. Er præsa-
giiret von pest, von Theẅrung, krieg, Mißwachß, etcetera
Gott wolle alles unheil, gnediglich wenden!
und unß mit freẅden erscheinen! inmaßen dieser
kerll auch, die annäherung des letzten Tages
Prophezeyet, und von seltzahmen Visionen, redet. perge
Ein eigener bohte von Stettin, ist ahnkommen, gar
höfliche invitationschreiben, an Mich, und an
Meine herzlieb(st)e gemahlin, mittbringende, von der Königinn
in Schweden, de dato Upsall, vom 1. Martij;
gegen den 25ten: May, darinnen, nichts
vergeßen worden, ahn complimenten, und Tituln. perge
Nachmittages, bin ich hinauß spatziren ge-
ritten, mit Carolo Ursino, gen Palbergk, auch
allhier, undt zu Zeptzigk, auf meine felder.
Vetter Hanß Geörge von Deßaw, ist alhier
durchpaßiret, nacher Plötzkaw, gehende, und
hat sich bey Mir, durch seinen vom Adel, Liligenaw
ahnmelden, und zugleich endtschuldigen <laßen> auch etzliche
briefe, vor mich, und die Meynigen, überantwortett.
Zweene relationes, seindt auß Regenspurg abermalß
einkommen de Numeris 73 undt 74. Der Kayser, ist im vfbruch.
Der ReichßTag, wirdt prorogirt, auf 2 iahr lang.
Die Deputationes ordinariæ, & extraordinariæ gehen vor sich.
Der Punctus justitiæ, et creditorum, wie auch Cameræ
wirdt decidiret, nebst dem articulo<paragrapho> in Instrumento Pacis
de Jndaganda. Mit Lottringhen, wird tractirt, ob etwas
von seinen Postulatis, zu moderiren? Der Stadt Brehmen, wirdt
assistirt contra Svecos. Die Stadt Embden, wirdt mitt
|| [[Handschrift: 201r]]
in die OostFriesische Contribution gezogen, und von andern
contributionen abgemahnet. Frangkreich wirdt zur pacj-
fication und ersetzung der schäden, den Chur: und Fürsten
so ihnen von seinen garnisonen, auß Philipsburgk, und
andern grentzortten, geschehen, ahnvermahnet, die
Unmittelbahre, freye ReichßRitterschaft (welche
sich von den contributionen ad Cameram, ia gar
vom ReichsSchluß, eximiren will) wirdt tentirt, in die
contribution, nacher Speyer, zur Cammer, das ihrige herbey zu
tragen, alß die solches beneficij auch zu genießen, und viel
lose händel, und lites alda, moviren sollen, wie
etzliche Fürsten, und Stände, votiret. Der Kayserlich
Confirmirte Anhaltische landtTagesschluß, wirdt alß
ein particularis casus inseriret, undt in den Reichsab-
schiedt mitt eingetragen, auch nebst dem hollsteinischen
recht, von der allgemeinen regul, der creditorum
im Reich, eximiret. Chur Meintz, hat seine Reichß-
lehen, persöhnlich entpfangen, in begleittung, des
Bischofs von Regenspurg und Fürsten, von Lobkowitz.
Churfürst von heidelbergk, ist auch wieder zu Re-
genspurg auf der post ahnkommen. Der Kayser begehret
von den Ständen, wegen großer aufgewandter spesen,
über bewilligte 100 Monat, (welche zu den publicis mehr,
als zu Jhrer Mayestät Cammer, gekommen) noch 60 Monat. hertzog Adolff
von
|| [[Handschrift: 201v]]
Meckelnburg klaget heftig, wieder seinen Sohn, hertzogk
Christian, welcher an itzo, in der person zu Regenspurg
ist, und auch seinen herrvatter, anklaget.
Die Fürsten wollen an den König, in Frankreich nicht schrei-
ben, weil er den Titul, Regia Majestas, prætendiret. perge
Samstag♄ den 6. May; 1654.
Jch habe an die Königinn, in Schweden, wieder
geschrieben, wie auch, an den hertzogk von
Crouy, unsere Stellen, bey der sepul-
tur, zu vertretten, oder vertretten zu laßen, ihn
freündlich ersuchende. Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat
auch, an Chur Brandenburg geschrieben, ich
aber nicht, ne m'ayant donnè, le tiltre; nj
d'Ascanie, nj de Bernbourg.) perge
Jacob Antony, von Krosigk, hat sich
bey Mir, præsentiret, in seinen anliegen.
Sonntag☉ den 7. May; 1654.
<1 lachß.>
Gestern, hat man meinen schafen, die wolle
abgenommen, und nur 2 Sägke voll gemacht,
(in præsentia Ludwig Röbers) wegen des Schafsterbens.
Abraham von Rindtorf ist auch, von Ballenstedt wiederkommen,
gestern abendt.
Avis, ex Hollandia, von dem Chevalier Wickevoort5
|| [[Handschrift: 202r]]
etcetera daß zwahr der friede zwischen Engelland und hollandt
geschloßen, und ratificiret, auch publiciret, allein
die freẅdenfeẅer, werden nicht groß urgiret,
dieweil der gemeine Mann, übel zufriedena,
das die 2 Deputirten, der Staaden in Londen,
ohne vorbewust des dritten, herr Jongsthal
ihres collegen, wie auch, der Generalitet, einen
heimlichen Arickel geschloßen, das der Printz
von Uranien, und alle seine erben, excludiret
sein solten, von allen hohen chargen, des Staats,
darüber, seindt die deputirten, von den andern
provintzien, schwührig worden, und das volck
murmuriret sehr. Ja, ihrer 5 auß Staaden
von hollandt, und 5 von den Städten, haben offent-
lich, protestiret, wieder die gefaßte resolution
zu lande, und zu waßer, solchen vergleich zu accepti-
ren. Die Provintz Frießlandt, hat sich scharf
darwider geleget, und die andern Provintzien,
wollen dergleichen thun. Auch, dem Cromwell
mißfallen solche ratificationes, mit contradictionen.
Die Schotten, haben große progreß. Portughesen, sollen den
Reciff, in Brasilien, occupiret haben. Ein Mußkowitischer legatus
im haag, kündiget den krieg, wieder Polen ahn. Ein ander6
von Brehmen, suchet hülffe, und assistentz, wieder Schweden.
Vormittagß, zur kirchen, gefahren, mit drey
meiner Töchter7, undt Carolo Ursino, da der
hofprediger Mencelius, wol geprediget.
Extra zu Mittage, gehabt Doctor Fischern,
(wegen Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, hauptwehes)
und einen Frantzösischen Capitain, Rousselle
genandt, welcher auß Candia, kommen perge
Die Nachmittagßpredigt, ist einge-
stellet worden, dieweil der Diaconus
Jonius, sich schwach befunden.
<1 lachß.>
Schreiben von Croßen, de Madame l'Electrice, & de Herdesianus perge
Jtem: von Meinem bruder, Fürst Friedrich zu welchem Einsidel
gestoßen, welcher, (wann er zweene Tage spähter
nach Venedig kommen wehre) meinen bruder ver-
fehlet haben würde. Jhre Liebden gedengken, nacher Rom[,]
Napolj, Sicilien, Malta, Corsica, Sardinia
zu gehen. Sie haben zwahr auch, Corfu, Ze-
phalonia, und Zante sehen wollen, woferne es
die zeitt, undt gelegenheit, leiden möchte?
Jtem: von meinem Sohn, Viktor Amadeus und hammeln. Mein Sohn,
gedengkt, Milano, Genoua, Pavia, und andere orth,
|| [[Handschrift: 203r]]
(nicht ohne gefahr, der Frantzösischen und Spannischen parthien,)
zu besjchtigen. Gott bewahre vor unglügk, allerseitß.
Die Avisen geben:
Das der hollendische undt Engellendische friede ratificirt
seye, auch, auf der Publication, beruhe. Spannien hette auch
begehrt includiret zu werden, aber zu spähte.
Dennemargk wehre mitt eingeschloßen. Frangkreich,
hette gefahr, in Normandie, undt Bretaigne, zu besorgen.
Die armatur der hollender und Engelländer
wehre sehr groß. General Midleton, victorisirte
in Schottlandt. Die suspecte personen, würden vom
Cromwell, sowol Geist: alß weltliche, verhaftet.
In den endtlegenen Seeorthen, continuirten
die prisen, auf dem Meer, biß zum Schluße.
Jrrland wehre, vom Cromwell, subjugiret.
Der Kayser, hette den vfbruch von Regenspurg
auf wenige Tage, verschoben, gleichwol alle
præparatoria, zu waßer, und lande, darzu gemacht.
hertzogk Frantz von Lottringhen, wehre vom Ertz-
hertzogk zu Brüßel, herrlich entpfangen worden,
würde seines herrn bruders, hertzog Carlls, armèe, (so
noch 6000 Mann, Stargk wehre) commendiren.
hertzog Carll, hette etwas mehrere Freyheit, in seinem
carcere, als vorhin, erlanget, in gartten zu spatziren.
Die Festung, La Baßèe, wehre von den Spannischen
blocquiret, und belägert.
Briesach, würde vom Gouverneur8, in Philipsburg
guberniret werden, undt Harcour außziehen.
Dem Könige, in Frankreich würden, undterschiedliche
heyrathen vorgeschlagen, 1. von des pabsts
Bahse9, mit vielem gelde. 2. eine von des
Königes, in Portugall Tochter, mit viel millionen.
3. eine von des hertzogs, von Modena, schwester.
4. Jtem: des Königes in Engellandt, Schwester.
5. Jtem: eine Prjnceßin von Parma10. Die wahl,
wirdt, bey dem Könige, stehen! perge
Der König in Spannien, macht praeparatoria, Roses
zu belägern, undt zu recuperiren.
Der König in Portugall, hat bey Oliva,
die Spannischen geschlagen, viel gefangen,
andere niedergemacht, und Oliva, eingenommen.
Die Festung Reciff, sollen die Portughesen
in Brasilien, auch eingenommen, und viel
hollender, Todtgeschlagen haben.
Der hertzoginn von Savoya, hat der König in Frankreich
eine große Summa geldes, wiedergeben laßen, wegen
erlittener einquartirung, in Piemont.
Die Venezianer, erlangen abermalß succurß wieder
den Türgken, vom Pabst, und von den Malthesern.
Jhre niederlage in Dalmatia, vor Clin, continujrt.
Sie hoffen aber, die Schahrt, bald wieder, außzuwetzen.
Die Festung Candia, wirdt vom Türgken, hart belägert.
Jhr Bailo Cappello, ist noch, zu Adrianopel, im arrest.
Sie machen beyderseitß, so wol Türgken, alß
Christen, große præparatoria zum kriege,
zu waßer, undt zu lande.
Der Pollnische ReichßTag zu Warschow hat sich
zerschlagen. Die Nuncij terrarum, seindt
nicht eines, mit dem Könige. Jm Iunio, sol ein
neẅer ReichßTag, wieder angehen. Die Cosagken,
und Moßkowiter, mißtrawen zwahr, einander,
iedoch, köndten sie leicht, mit den Tartarn
wieder die Kron Pohlen, sich vereinbahren.
Der König will in Preüßen, oder Littawen, verreysen.
Die Königin in Schweden, zeücht ihre hofstadt
ein, will in Deützschlandt, und Jtalien raysen.
Der Pfaltzgrave, wirdt sich baldt, kröhnen laßen.
Sie haben, eine armèe, von 30000 Mann, beysammen.
Vor Brehmen, nimbt Königsmargk, alle avenuën
ein. Die Stadt, macht gegen verfaßungen, zu lande, undt
wasser. Königsmarck zwinget die Pawren und landvolgk, zum Schantzen.
Der landtTag, zu Prag, gehet vor sich, und werden
darneben, undterschiedliche propositionspuncten,
referiret.
Wartemßleben, hat sich wieder eingestellet.
Dienstag♂ den 9. May; 1654.
<1 lachß.>
Hanß Bernds, ist abermalß, bey Mir gewesen.
Postea: der Amptmann Georg Reichardt und andere, in Oeconomicis.
Extra zu Mittage, behalten, S Georg Reichardt Amptmann,
item Secretär Bährenreütt, Georg Knüttel undt andere.
Hans Berndt hat nicht bleiben wollen. Jch habe große
fastidia gehabt, nicht allein, mit hanß Bernds
schuldtsache, wieder die Krosigk, zu Erxleben,
Sondern auch, ihrer heüttigen opposition
halben, wieder eine anbefohlene execution
in Steẅersachen.
Hans Georg Berger, ist von Hamburgk, wiederkommen.
Schreiben von Deßaw, daß mein Schwager krangk
und die gelbesucht bekommen. Gott wolle ihn baldt
restituiren! gnediglich. Wegen weinpfähle,
undt anders, hat mir, der Cammerdiener, auch ab-
rechnung gebracht. Die gute allte fraw Hesin
Obrist Werders SchwiegerMutter, hat numehr auch
|| [[Handschrift: 205r]]
am Sonnabendt, diese weltt, gesegenet. Gott genade ihr!
Viel fieber, undt krangkheitten, sollen, in der Margk
in Megklenburg wie auch, auf unserer Nachtbarschaft,
graßiren.
Mittwoch☿ den 10. May; 1654.
<Regen.>
Jn die kirche, mit Carolo Ursino, gezogen.
Extra zu Mittage gehabt, die Fraw von
Wieterßhejm, den hofprediger, Jtem: den
Hanß Bernds, deß von Wieterßheim Tochter,
dann Tobias Steffeck von Kolodey ist (wolmeritirter) Ordinarius,
extraordinarius.
Die Krosigk, von Erxleben, alß: Rittmeister
Volradt, undt Jacob Antony, seindt
erschienen, alhier aufm Schloße, Nachmittags
den gesterigen, geklagten exceß, zu
excusiren, und zu verglimpfen.
Sie berufen sich, auf den Obristen Werder, alß
undterDirectorem, Jtem: auf den außspruch, des
bevorstehenden landrechnungsTages, wollen
endlich, die geforderte 26 ThalerThlr: Steẅern, (welche
schon Andreæ 1653 fällig gewesen) cum protestatione, geben.
Jch aber admittire, keine Protestation, und agnoscire keine superiores
|| [[Handschrift: 205v]]
im lande, habe auch sonst zu schaffen, ihnen die ge-
behtene audientz, nicht zu verstatten, und da
Sie, die 26 ThalerThlr: guhtwillig geben, will
ich mich bedengken, wie ichs noch, mit der
antung11, (damit ich Sie gestern, bedroẅet,
sonderlich: den Jacob Antony von Krosigk wegen
seines trotzbiehtens, und stargker Opposition)
ahnstellen möchte? Die jnterpretation
eines landtTagesSchlußes, und fürstlichen
vergleiche, kömbt, weder der landschaft
noch dem undterDirectorj, über unß,
keines weges, zu. Mundus; regitur, Opinionibus.
Endlich, haben Sie sich doch, zur zahlung, erbotten,
undt umb verschonung, auch abnehmung der
execution, gebehten.
Jch habe 20 Steine, 11 Pfund (libra)℔ wolle von hier
und von Zeptzigk bekommen, mehr nicht. Pacience!
Meine wagen, und leüttlin, diese Nacht,
nach weinpfählen, geschigkt. Gott geleitte Sie!
<2 lächße.>
An Erlachen, schreiben lassen, per Tobias Steffeck von Kolodey in
den Steẅersachen.
Jtem: auf die Leiptziger post, geschrieben, nacher Croßen,
an die Churfürstin zu Croßen, undt an Herdesianum.
Post, und Victualien, von Ballenstedt.
Aviß: daß mein vetter, und Schwager, Fürst Iohann Casimir
gar krangk seye, an der gelben suchtt. Gott
wolle es baldt mit ihme, zur beßerung, schigken!
Die Jungfer Krosigkinn, ist mit ihrer
Mutter, von der Chur:Princeßinn, unvorsehens,
anhero kommen, meiner herzlieb(st)en gemahlin, Liebden wieder zuzusprechen. perge
Freitag♀ den 12ten: May; 1654.
<1 Rehe, und 1 Hasen, von Ballenstedt.>
Conferentz, wie täglich, mit dem von Jehna.
Wolfgang Sutorius, hat sich, mit den weinpfählen
von Quahlendorf, frühe wieder eingestellet.
hofrath, Paul Ludwig ist auch bey mir gewesen,
allerley expedienda, zu referiren. Gott wolle
unsere labores, gesegenen!
Jn der leichpredigtt, Meines vettern, hertzogk
Geörge Rudolfs, von der Lignitz Sehligen gelesen.
Samstag♄ den 13den: May; 1654.
<Schön wetter, doch etwas windig.>
Die Krosigkinn von Badegast, ist mit
ihrer Tochter, wieder forth, nacher halle.
A spasso, post peracta negocia, aufs feldt
und weinbergk, dißeyt der Sahle.
Mit rechnungen, und Oeconomysachen,
conferentzen mit Jehna, Rindtorf, Tobias Steffeck von Kolodey
undt andern Officirern, geschäftig gewesen.
Sonntag☉ den 14. May; 1654. <Pfingsten.>
<Kühle wetter, mane, regen sero.>
Jn die kirche, conjunctim, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin,
und allen anwesenden kindern. Der hofprediger
Mencelius, hat einen schönen Sermon. gethan.
Gott wolle seinen Heiligen Geist, kräftiglich.
in unß, und allen Christlichen zuhörern, wirgken laßen!
zu unserer Seelen, ewigen heyl! und Sehligkeitt!
Nachmittags, wiederumb conjunctim, in
die kirche, da abermahls der hofprediger
den PfingstText, wol continuiret.
Gott gebe krafft dem donner, seines wortts!
undt erweiche, die Adamantische hertzen.
Montag☽ den 15. May; 1654. PfingstMontag.
<Regen.>
<3 lächße.>
Conjunctim, zur kirchen, zweymhal.
Der Superintendens Plato, hat<hat> vormittagß,
in unserer kirche, vorm berge, geprediget,
ist auch extra zu Mittage, nebenst der
Fraw Wallwitzinn, Doctor Mechovio,
undt Doctor Fischern, behallten worden.
Nachmittags, hat der caplan jonius, geprediget,
und ein vergleichung, zwischen den Pfingsten
des Allten, und des Neẅen <Testaments>, ahngestellet,
darbey erudite erweisende, daß die Neẅen
viel herrlicher, klährer, undt kräftiger
seyen, in der Sichtbahren außgießung, des
Heiligen Geistes, alß die <Tunckelen> allten, und schatten-
bilder, der neẅen<im alten Testament>, nicht gewesen,
wiewol Christus, gestern, heütte, undt
derselbige auch, in ewigkeitt, sejn, und bleiben wirdt.
Die Avisen geben: daß der friede zwischen Engelland
undt Hollandt, zwahr geschloßen, iedoch wehre
es nachdengklich, das die Staaden von hollandt,
den General Staaden, und den andern provintzien, zuwiederb,
das hauß Uranien, (einseittig) von allen hohen chargen, excludiret.
Spannien, undt Frangkreich, aduliren den Cromwell,
wehren gerne mitt eingeschloßen, tractiren, undter-
einander selber friede, und scheẅen Cromwells machtt.
Die Schotten, Tummeln sich annoch, und
ihre Victorien continujren. Portugall
dörfte die Engelländer und holländer, übern halß
kriegen, in Brasilien, oder sonsten.
hertzog Frantz von Lottringhen, ist zu
Brüßel, ahnkommen, und splendide beneven-
tiret worden. Sein Bruder, hertzog Carll,
hat in seinem gefängnüß, numehr, größere
libertet erlanget, et cetera
Briesach, wirdt von den Königlich Frantzösischen
völgkern, blocquirt, weil Harcour, nicht
allerdings, pariren will.
In Catalonien, und im Milanesjschen,
liegen noch die Frantzosen, und Spannier, gegeneinander.
Der Pabst, macht Cardinäle, und
machet sein hauß, groß, durch alliantzen.
Die Türgken, und Venezianer, er-
größern, ihre Macht, zu wasser, und lande,
einander zu begegnen.
Der Moßkowiter, ist im stargken anzuge, wieder
die Cron Pohlen, den Cosagken, zu hülfe, in
dreyen undterschiedlichen armèen. Der
König in Polen, stellet sich in mehrere gegenver-
faßungen. Suchet geldmittel, und völgker.
Der Kayser, sol numehr, den 5. May aller
erst aufbrechen, ist nicht einig mit den
Ständen, auch dem ReichßTage, zu Regenspurgk
in allen puncten, sondern, de restitutione
ex Capite Amnistitiæ, & gravaminum perge
Graf Johann von Naßaw Sahrbrücken,
hat abermalß scharfe briefe, an seinen
Sohn, (so päbstisch worden), wie auch, an
den Kayserlichen hofmarschall, Graven
von Starhembergk, abgehen laßen,
welche in offentlichem drugk, sein.
Venj Sancte Spiritus, Et emitte cælitus,
Lucis tuæ radium! Consolator Optime,
Dulcis Hospes Animæ, Dulce refrigerium.
Sine tuo Numine, Nihil est in homine;
Nihil est innoxium! Da salutis exitum,
Da Perenne gaudium!12
Dienstag♂ den 16den: May; 1654.
Conferentz, mit Jehna, undt andern.
Extra zu Mittage, den Caplan jonium gehabtt.
Nachmittagß, mit Meiner gemahlin, undt kindern,
hinauß hindter Altenburgk, gegen Nienburgk
gefahren, und selbigem pfingstTantz, auf
der wiese, (so iährlich, wegen der weyde,
undt koppeletrift, gehalten, muß werden)
zugesehen. Die vettern, von Plötzkaw,
Fürst Ernst Lebrechtt, und Fürst Jmmanuel,
seindt auch zu unß kommen, mir eine Visite
zu geben, (als dai<Sie> sich undterwegens
schriftlich, durch ihren hofmeister Freybergk
ahngemeldet, wie ich schon undterwegenes wahr)
und haben etwaß, mitt zugesehen. Darnach,
seindt wir wieder, nach gehaltenem
gespräche, von einander, gezogen.
Bey unß wahren, Stallmeister Rindtorff, War-
temßleben, Tobias Steffeck von Kolodey wie auch Jehna, undt
zimlicher comitat, bey ihnen hofmeister Freybergk,
nebenst Geiseln, Michelj, und in die 14 pferde. perge
Avis: daß der Kayser, wegen unpäßligkeitt, am
7. May, den ReichßTag geendet, den abschiedt
publiciren laßen, undt zu Schiffe geseßen. Gott
wolle Jhre Mayestät undt Mayesteten, glügklich
behüten, bewahren, und geleitten, auf wegen,
undt staigen! und allerseitß gedeyen geben! perge
Avis: daß der Obristleütnant Stammer, zu
Rammelburgk, plötzlich gestorben. Jst ein
feiner edelmann, und wolanstendiger
Vasall, gewesen. Er hat nur, zweene
Tage, krangk gelegen. E Disce Morj!
Avis: daß die Graven von Stollbergk, neẅe
gräntzhändel machen, undt Kayserliche Commißion
außbitten wollen. Tandem vincit Veritas!
On a eü trois malheurs, aujourd'huy, a nos
pourmenades, 1. üne belle levrette de mon
fils, nommèe Machende, a mis le pièd, sous la roue,
dü carosse, dès Damoyselles, en courrant, le faysant
crier, en luy cassant ün ongle. 2. Mademoyselle
Trowelle, allant a pied, avec mes filles apres soupper,
encores pourmener est tombèe, en pasmoyson, de la seignèe
|| [[Handschrift: 209v]]
de son bras, soufferte a ce mattin, & la veine, s'ouvrit.
3. Mon Page Albert Sekrka, a failly d'estre
tuè par ün cheval, (en revenant, de la dance)
car il demeura avec son pièd, dans l'estrier
retour<tombè qu'il> estoit avec le cheval, & le bidet
frappa dü pied près de sa teste, & dès tempes,
la ou s'il eüst arrivè, c'estoit fait de luy.
Il pouvoit aussy rompre, ou deschirer,
en trainant, ün pièd, ou une jambe.
Dieu soit louè, quj l'a benignement garenty!
Mittwoch☿ den 17den: May; 1654.
Meine Ungarische kutzschenStuhte, hat
gefohlet, und ein fein Stuhtenfohlen, gebracht.
Gott wolle es bewahren! und mir, wol ge-
deyen laßen!
Kornführer, von Zerbst, hat sich wieder
præsentirt, mit seinen Visionen, undt re-
monstrationen. etcetera Gott wolle ihn,
durch seinen Heiligen Geist, auf ebener bahn, führen,
und von seltzahmen imaginationen, nicht verleitten laßen!
A spasso, zu Fuß, mit Tobias Steffeck von Kolodey in gartten, aufs
Forwergk, undt andere orth, zuzusehen. perge
Conferentz, mit Wartemßleben, postea:
mit hangkwitz, so von Cöhten hehrkommen. perge
Jtem: mit Jehna, ut quotidie perge
Donnerstag♃ den 18den: May; 1654.
Philipp Güder bey mir gewesen, und Schwartzenberger perge
Supplicationes ahngenommen, ut quotidie perge?
Expedienda expediret, per Tobias Steffeck von Kolodey und andere.
Jehna, den hofrath, bey mir gehabtt, undt
mit Bürgermeister Kern, einen guten accord, wegen der
Stadt Kalbe, wiederkäuflicher zinßen,
getroffen. Gott gebe zu glügk! und Segen!
Mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden vor abends, spatziren
gefahren, nach dero ziegelscheüne zu perge
Nül pain, sans peine! Nülle rose, sans èspine. perge
Relationes von Regenspurg de Numeris 75 und 76 perge
Der Kayser, ist hinweg, den 8. May; ChurMeintz, undt
Chur Pfaltz, haben Jhre Mayestät begleittet. ChurPfaltz
ist hinweg gegangen, mit den ChurSäxischen und Brandenburgischen
gesandten, auß der kirchen, als die elevation, agiret,
Der Reichßabschiedt, ist publiciret. Viel
sachen, werden auf den prorogirten Reichstag,
in 2 iahren verschobene. Jnterim; gehet
die Deputation zu Franckfurth, forth.
Viel dinge, werden auch, vor den Kayserlichen
Reichshofrath, gezogen. Die 100 Monat,
wie auch, die 60 wollen schwehrlich be-
williget werden. Mit der evacuation
der Vechta, hemmen es, die Schweden.
Lottringhen, tractirt auf die helfte,
dörfte von 300 mille auf 100 mille und also noch
auf das 1⁄3 theil, kommen. Der grave von
OostFrießlandt, ist zum ReichßFürsten,
gemacht worden, hat vor sein Diploma
müßen 10000 ReichsthalerRthlr: geben. Dem
Königsmargk, ist befohlen, die Stadt
Brehmen, nicht zu inquietiren.
Die Cammergerichtsziele, werden verdoppelt.
Das iustitzienwesen, in beßere ordnung, reduciret.
Der landtrechnungßTag, wirdt jntimirt, vom
OberDirectorio. Die vom Außschuß, werden
beschrieben. Das Seniorat wirdt erhöhet
id est: die gesampträhte! Præjudicia!
Freitag♀ den 19den: May; 1654.
<digker böser Nebel mane.>
Travagliirt, in publicis, et Oeconomicis.
Den hofraht Jehna, mit Rindtorf, und andern,
nacher Zeptzigk, und nach meinen Eckern, solche
zu besehen, und auf deren rechte culturam
zu gedengken, außgeschickt. Gott gebe zu glück!
Den Caplan Jonium, bey mir gehabt.
Postea, hat sich der allte Amptmann zu
Ballenstedt, Märtin Schmidt, præsentiret.
A spasso vormittags, in schönem wetter, undt
SonnenSchein, wiewol es frühe, gar kaldt
zu sein pfleget. Aufm hartz, sol es ge-
schneyet haben. Am hartz, und alhier,
hat es in den Feyertagen, gereiffet.
Avis von Deßaw, das sichs (Gott lob) mit dem
vetter, und Schwager, anfänget zu beßern. Gott
gebe gesegnete continuation solches wolstandes.
Hanß Senff, hat sich, von seiner rayse,
inß Altenburgische, (Gott lob!) wieder
eingestellet, mit paßlicher expedition.
Samstag♄ den 20ten: May; 1654.
Der Amptmann, Märtin Schmidt, hat seinen
undterthänigen abscheidt genommen, in meinung,
nacher Sanderßleben, und Ballenstedt,
wieder zu gehen. Gott geleitte ihn!
Hans Friedrich Eckardt hat mir, die Cammerrech-
nungen gebracht. <Hans Senf hat sich auch wieder praesentirt[.]>
Küchenschreiber, und andere bediente in Oeconomi-
cis expediret. Mit Jehna conferiret.
Sacra vorgenommen, und tractirt,
gegen die præparation.
Nachmittagß, mit Carolo Ursino, in
die vorbereittungßzeitten<predigt> gezogen,
so der hofprediger Mencelius, auß dem
51. psalm, erudite gehalten, und den
Spruch: Schaffe in mir Gott, ein reines hertz, et cetera13
schön außgeleget, sonderlich den Articul, ob? und
wie weitt? der Heilige Geist, oder vielmehr die gaben
|| [[Handschrift: 212r]]
deßelben, zu verliehren seyen? Dann der heilige
Geist der kindtschaft, bleibet ewiglich, bey
seinen außerwehlten, wie bey König Davidt,
obschon die Freẅdigkeitt, des gemühts,
und andere Tugenden, und gaben, auf
eine zeittlang, oder gantz, verlohren werden können.
Eigentlich zu reden, kan der heilige Geist,
wo er ist, weder gäntzlich, noch endtlich,
Nimmermehr, verlohren werden. Er ist auch
nie, bey Saul dem heüchler, gewesen. Aber
die schönen gaben, so auch Gottlosen, gemein
sein, alß: Stärgke, kraft, Tapferkeitt, vor-
sichtigkeitt, und andere Tugenden, können
auch den Gottlosen, bißweilen mittgethei-
let, auch wol wieder abgenommen werden,
gleich wie die Sonne scheinet, über böse, und
guhte, undt regenet über gerechte, und ungerechte. et cetera
Rindtorf, ist zu Plötzkaw, gewesen, undt
von dannen wiederkommen, y ayant
reçeu satisfaction, en sés desirs.
heütte, habe ich, mit Carolo Ursino,
und den nobilibus, auch anderm comitat,
der predigt, undt zum Theil<einen theils derselben>, der Heiligen
Communion, <mit Mir> beygewohnet, welche
Carl Ursinus numehr, zum 7den: mahl (,Gott lob!)
gehallten. Gott stärgke ihn ferner,
in wahrer bestendigkeitt, zu seiner Seelen
Sehligkeitt! und überfülle ihn, mit
seines heiligen Geistes gaben, sibenfaltt!
Extra gehabtt zu Mittage, den
hofprediger Mencelium, undt
den Amptmann Georg Reichardt[.]
Nachmittagß, coniunctim, in die kirche,
undt predigt, des jonij.
Conversatio; mit Jehna.
Montag☽ den 22ten: May; 1654.
Extra zu Mittage, gehabtt Doctor Mechovium,
undt Doctor Fischern.
Schreiben, von Genoua, von Viktor Amadeus das es ihm (Gott
|| [[Handschrift: 213r]]
seye lob, ehr, und dangk gesagt, vor diese
gnadenreiche gühte, die Seine Göttliche Allmacht,
continouiren wolle!) noch wol ergehe, undt
mit dem bösen bluß, in dem lincken auge,
(so gefährlich gewesen!) in etwas sich ge-
beßert. Er hat abermalß eine
kurtze, schöne, wiewol gefährliche
excursion gethan, auf Pisa, Livorno,
Lucca, Piacenza, Milano, Pavia,
Genoua, also wiederumb zweymahl den
Appeninum paßiret, gehet nun nach
Nizza, Gott wolle ihn, durch seine heiligen
Engel, geleitten! und sicherlich, führen!
auch mit gehörigen Mitteln, außrüsten!
Die Avisen geben:
daß der friede zwischen dem Protectore der
Engellischen Republicq, Cromwell, undt den General
herren Staaden, zwahr richtig, undt verglichen. Es
protestirten aber darwieder, Frießlandt,
Zeelandt, undt Grüninghen drey provintzien,
dörffte ein Bellum intestinum causiren. perge
Die Schotten, continuiren, in ihren armaturen.
Der protector droẅet Frangkreich. Die
Frantzösische Seeflotta, sol von den Engelländern,
totaliter geschlagen, undt ruiniret sein.
Die Engelländer, so in Bretaigne, und Normandie
wohnen, seindt in gefahr gewesen, von
den Frantzosen, (in der furie
über solcher bösen zeittung,) erschlagen zu werden,
wann man nicht, armata manu, abgewehret
hette?
Der Ertzhertzogk sol krangk sein, und den
Königlich Frantzösischen gesandten14, (welcher vor den
hertzogk von Lottringhen, jntercediret,
und denselbigen sehen wollen, aber nicht
gedörft) schlecht tractiren, auch bewachen,
und eher, als er gerne gewoltt, forth-
wandern laßen.
Zu Briesach, streübet sich noch, die besatzung,
will nicht außziehen, und die festung, die
wirdt blocquirt von den Lafertischen.
Das Mißtrawen, wächset beyderseitß.
Der König in Frankreich wirdt tentiret, vom pabst, mit
reichen heyrathen, undt alliancen.
Königlich Porthugesischer gesandter, will noch nicht
admittiret werden zu Rom, und die Königlich
Spannischen gesandten, und ministrj, contraminiren,
auch mit concedirung, der Geistlichen Beneficien.
Der Moßkowiter, undt die Cosagken, tentiren
waß Sie können, wieder die Krohn Polen.
Die hospodaren, und Fürst Ragozzi, bleiben
dem Könige, treẅ:affectioniret. Der
Türckische Kayser, hat die Königlich Pollnische
Legation, herrlich entpfangen, und trac-
tiret, hingegen, der Cosagken gesandten15,
in ihrer præsentz köpfen laßen, auch
dem TartarCham[!] geschrieben, er sollte
der Crone Polen, beystehen, hingegen,
den Moßkowiter, undt Cosagken, bekriegen.
Der Kayser, hat ein scharfes mandatum
avocatorium, an den Königßmargk, undt
selbiges landes Stände, ergehen laßen, bey Strafe
des landtFriedebruchs, etcetera sich, an der Stadt Brehmen,
nicht gerner, zu vergreiffen.
Die Vechta, ist numehr, (Gott lob) evacuiret,
undt dem Bjschof zu Münster, restitujret.
Auß Candiâ; hat man wenig avisen, undt
es mag daselbst schlecht stehen, vor Venedig.
Der aufbruch, des Kaysers, von Regenspurg
wirdt auch, confirmiret. Die Kayserliche prin-
ceßinn, sol etwas unpaß sein. Derowegen
das angestallte salve schießen, ist
eingestellet worden. Jhre Mayestät wollen
zu Straubinghen, in etwas subsistiren
bey Chur Bayern.
Spannien, und Frangkreich, incliniren
wieder zu friedenstractaten, durch undter-
handlung Chur Cölln perge
Pfaltz Neẅburgk, sol werben.
A spasso, in gartten mit Meiner gemahlin, vor abends.
Georg Reichardt der Amptmann, ist bey mir gewesen.
hofraht Jehna, hat abschiedt genommen,
gleich wie Doctor Mechovio, welche beyde hofrath,
Pfawen, ich adiungire, contra Stollbergenses,
unsere grentzbefugnüße, zu verwahren.
Dienstag♂ den 23. May; 1654.
Nachmittage regen.
donnerwetter
Der pfarrer, von Dohndorf, Angelocrator, ist bey mir gewesen.
Die Rähte, seindt heütte frühe forth, nach
hartzgeroda zu. Gott wolle sie geleitten!
und gute expedition verleyhen. perge
Avis: daß vetter Lebrechtt, zu Plötzkaw,
auch am Fieber, krangk worden seye. Gott
beßere, den übelstandt! perge
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist herkommen,
Jtem: Erlach, nach deme sie, von meinem
Carolo Ursino zu einem grasemahl, inviti-
ret worden. Wegen des regens aber,
hat die collation, und dispensirte recre-
ation, undten im Sahl, müßen gehalten werden et cetera
(Gott gebe, ohne Sünde!) Christian heinrich, von
Börstel, Werder von Gröptzigk, Krosigk16
von Erxleben, und andere, so ebenmäßig,
invitirt worden, haben sich endtschuldiget.
Es seinst auch über die ordinarij: undt
extraordinarii allhiesige Jungfern, noch eine Aße-
burginn, und eine Krosigkinn, mit Erlach, anhero kommen.
Joachim Schenderle, der neẅe Mundkoch,
von Cöhten, (so zu Regenspurg aufm ReichßTage,
bey Abgesandten, vornehmer Fürsten,
gediehnet) hat sich heütte, zum ersten
mahl, in meinen diensten, eingestellet,
und den alten digken Wentzel koch,
(welcher mir, sieder anno 1628. iahr hero,
gediehnet, und nicht wol mehr forth kan)
habe ich, in gnaden, erlaßen, und zum
Schengkenamptt, des Rahts kellers,
vorm berge, ihn befördert. Gott gebe
mir, und ihnen, gesegnetes glügk!
undt gedeyen! perge
Mittwoch☿ den 24ten: May; 1654.
Jn die kirche, conjunctim perge
Ernst Gottlieb, von Börstel, ist extra
zu mittage, (nach beygewohnter predigt)
bey mir geblieben. Darnach, hat
er abschjedt genommen, in meynung, zu
Chur Brandenburgs Liebden seinem herren, zu gehen.
Abraham von Rindtorf zeücht auch heütte, nach Ballenstedt.
Avis: daß es sich, mit Meinem Schwager, Fürst Iohann Casimir ge-
beßert habe, (Gott lob! der gebe gendige continuation!)
undt daß heütte, der landgraf Fritz, nacher
Deßaw, kommen solle!
Ein iunger Studiosus, Gottfried Reinhardt,
des Martinj Reinhardj, pfarrers zu Opperoda
Sohn, hat sich præsentiret, und umb re-
commendation, zur beförderung, eines
stipendij, gebehten.
Ein Ungar, nennet sich (nobilem von
Besing,) hat sich auch præsentiret, undt
gratuliret, in meynung, es wehre gestern,
mein geburtsTag gewesen, weil unsere kinder,
so fröhlich wahren. Sed erravit! valde! perge
Avis; (mit leidmuth,) das meine Fraw
Schwester, die Hertzoginn von Mecklenburgk,
das dreytägige Fieber, ahngestoßen, Gott wolle
es, mit Jhrer Liebden baldt zur beßerung, gnediglich fügen! perge
Hans Senf ist bey mir gewesen, me dèscouvrant,
sès sollicitüdes sincerement. perge
<Christof> Bährenreütt, der Secretarius, ist, wiederkommen von Zerbst.
Donnerstag♃ den 25ten: May; 1654.
Secretär Bärnreütt, welcher von Zerbst
wiederkommen, hat sich præsentiret. Postea:
der hofrath, Paulus Ludwig. Jtem: Hanß Senff. et cetera
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, und beyde Elltiste Töchter,
haben zur ader gelaßen. Gott laße es ihnen, wol gedeyen!
Doctor Fischer, ist darbey gewesen, in præsentia,
und extra behalten worden, zu Mittage.
Die vorgahabte rayse, nacher Ballenstedt,
ist wieder verschoben.
Jch habe wieder an hertzogk Julius
heinrich von Sachßen Lawenburgk ge-
schrieben, undt Jhrer Liebden geantwortett.
Risposta, verantworttungsweise, von den
Trohten, mit nachdengklichen ahnzügligkeitten.
Gott dempfe alle ungehorsahme undterthanen!
A ma fille aisnèe, le sang, n'a pas voulü couler,
l'estüvier, a mal trouvè, La veine, et l'a
touchèe, deux fois, avec la lancette Allemande,
(flihte!) ne la voyant pas. Puis, l'a fort lièe, au
dessüs, et au dessous dü bras, qu'ün peu de sang,
en est ruissellè.
Mit Madame nacher Palbergk, gefahren, und daselbst abend-
mahlzeitt gehalten, nach dem wir den Segen Gottes, im felde gesehen. et cetera
Freitag♀ den 26<ten:> May; 1654.
<Warm wetter, wie gestern.>
Die Jungfer Krosigkinn, ist von der ChurPrin-
ceßinn, wieder ahnkommen, gestern abendt. perge
Es hat allerley conversation gegeben.
J'ay sceü, que mon Conseiller de la cour, Paul Ludwig s'en
allant hier de moy, en bas, & puis á son jardin
de la Ville, il rencontra ün malheür, a üne rüe,
par inadvertence, d'ün insolent sellier, lequel
pensant jetter, üne grosse pierre, à ün chien
qu'il vit par sa fenestre, sür la rüe,
ne vid pas venir, à travers, d'ün coin,
le bon Paulus, auquel il donna a la teste
a üne tempe, de la pierre, & l'eüst assommè
(apparemment!,) si de bonne fortüne, son
achappeau fort, et sa grosse Perrüque,
n'eüst soustenü, & affoibly, la force
dü coup, qui neantmois se fit sentir a luy
vifuement, & l'endommagea a la teste assèz
fort. Le malheur, nous talonne, par tout, lors
que nous y pensons le moins, souventes fois.
Dieu soit louè, quj l'a encores preservè, & garenty.
Nota Bene[:] C'est ün grand cas, comme ie discouvrois avec luy auparavant
|| [[Handschrift: 217v]]
de choses èstranges, comme le monde moderne est per-
verty, & süjet aux corrüptions, vendans corps
et ame, & comme les jüstes jügemens de Dieu, en-
suivent? &cetera ie trouvay sès responces, pas
si pertinentes, comme de coustüme. Ie le trouvay
plüstost triste, pensif, süjet a variation,
& comme ün homme, quj a quelque chose, sür le
cour, ou la conscience chargèe, ou bien,
qui doibt avoir ün malheur! Ô misere hümajne.
Fata possunt præviderj; non evitarj! perge
Ambula coram me, & esto jnteger17, dicit Iehova.
Il me parla mesme aussy d'ün chien, accompa-
rant, (comme; sans y penser!) ün Grand Capitajne
(Königsmarck) a ün chien, disant de fürie: Ün
chien enragè, ne court pas neüf iours,
dit on en Proverbe Allemand. Ie m'èsmer-
veillay grandement, de ceste impertinente
comparayson. Sæpe: ludit in humanis, Divina
sapientia rebus perge 18
Ergo: Semper Vigilandum; et Orandum!
Samstag♄ den 27ten: May; 1654.
Doctor Fischern, (welcher Mich, am husten curiret,)
bey Mir gehabtt, und extra zu Mittage, nebst
Ernst Gottlieb Börstel, behalten.
In Oeconomysachen, laboriret.
Michael Ringk nacher Wien geschickt. Gott gebe, zu glück! und succeß!
Hans Wenzel Rothe mich barbiren laßen.
Abraham von Rindtorf ist von Ballenstedt, wiederkommen, wie
auch unlengst hernach, Jehna, der hofrath, von hartz-
geroda, von den Stollbergischen Tractaten,
(Gott lob!) glügklich wiederkommen ist. perge
Sonntag☉ den 28. May; 1654.
heütte Morgen, habe ich zur Ader gelaßen,
allhier zu Bernburgk, so lange nicht geschehen.
Jst Gott lob, (der gebe zu gesegnetem gedeyen!)
wol gerahten, durch hanß Wentzel Rohte,
meinen hofbalbirer Chyrurgum, und Feldschährer.
Postea: conjunctim, cum uxore, et liberis
zur kirchen, den Text: anzuhören, vom Reichen
Mann, und armen Lazaro, welchen der hofprediger
Mencelius, erudite außgeleget. nach der predigtt, ist
die Excomm[u]nication, wieder den halßstarrigen Blaspheman-
ten, Didike, (w[e]lcher kirchenbuße thun sollen, aber nicht gewoltt)
|| [[Handschrift: 218v]]
offentlich, von der Cantzel, abgekündiget worden.
Wirdt also reijcirt, und vor kein Mittgliedt
der wahren kirche, mehr gehalten, noch
zun heiligen Sacramenten admittiret, biß er
buße, und bekehrung, wahrhaftig erweiset.
Extra zu Mittage, gehabt, die Jungfer
Krosigkinn, den hofprediger Mencelium,
undt andere ordinarios extraordinarios perge
Nachmittagß, abermalß conjunctim in
die kirche, undt predigt, des Diaconj Jonij,
undt Catechisation, Ern Mencelij;
Doctor Fischer, ist zu mir kommen, hat mein
bluht besehen, qui est fort mal sain,
touchant l'impüritè dès poulmons,
si la force de la natüre, ne l'a repoussè?
Orandum est; ut sit mens sana,
in corpore sano!19
Jch habe die Fraw Rindtorfinn, bes[u]chtt,
welche ihren abschiedt genommen.
Ludwig heinrich Meüsenholdt, Carolj
Ursinj Cammerdiehner, undt der koch, s[e]indt in
diversis functionibus, vereydet worden. Gott gebe zu segen!
Montag☽ den 29ten: May; 1654.
Die avisen, und berichtschreiben, geben:
Daß der Kayser, Kayserinn, undt König wol ange-
lendet zu Wien, undt Trimphirlich entpfangen
worden. Undterwegens, Straubinghen, hat
Jhre MMMajestäten[,] die Churfürstin, von Bayern, undt
der Churfürst, stattlich tractiret. Der
Reichsabschiedt, wirdt publiciret.
Der Ertzhertzogk Leopoldus, ist wieder genesen.
hertzog Carll von Lottringhen, ist damitt nicht
zufriedenc, das seinem bruder hertzog Frantzen
alle seine chargen, reichthumb, und digniteten
übergeben worden. Die Lottringische armèe ist schwührig.
Die Kayserliche princeßinn, hat die kindeßblattern,
darumb hat man zu Regenspurg beym abschied
nicht salve schießen dörfen. Jhre Majesttät
haben auch zu Lintz, wegen graßirender
blattern, nicht außsteigen wollen. Die
Churfürsten von Meintz, und heidelbergk
gehen wieder nach hause von Regenspurg[.] Der Spannische
Ambassador gehet zu lande, von W Regenspurg
nacher Wien. Der Päbstliche Nuncius aber zu wasser.
Zu Briesach, hat es viel tumultuirens,
und dißcrepantzen gegeben. Endlich, ist
doch die Sache componiret, beyderseits
geisel gegeben, und der außzug des Prince
de Harcourt, befördert worden.
Cardinal Mazzarinj hat den lendenStein.
Die Cröhnung zu Rheims, des Königes, in
Frankreich sol numehr celebriret werden.
Der Visconte de Türenne, wirdt beym
Könige, hochgehalten, geehret, und begabet.
Man traẅet in Frankreich dem Cromwell, nicht
recht, weil seine Schiffe, an den Custen,
von Britannien undt Guienne, herümber
fladdern, Gleichwol, flattiret man ihn.
Jn hollandt, und Engelland, ist der
Friede, befestiget, und werden die
dangk: undt Freẅdenfeste, bey beyden
Republicquen stattlich celebriret.
Der Adel, in Dennemargk, wil nicht
ratificiren, den Frieden, welchen der
König, mit den Staaden, (damalß, in anderm
Stande,) getroffen.
Der Engelländische Protector, vermeinet die
Schotten, numehr baldt zu bezwingen.
Die Königin in Schweden, verharret in
ihrem jntent, und befördert selber, die
Cröhnung, des pfaltzgraven. Gegen
das fürstlich Pommerische leichbegängnüß,
hat man, ahn Königlicher und Churfürstlicher seitte,
nichts ermangeln laßen, ahn præparatorijs.
Die Venezianer, haben schaden gelitten, durch
ungewitter, an schiffen, wie auch, an durch
daß böse donnerwetter, bey Candia.
Die Städte, Genua, und Final, seindt
wieder einander, wegen der handlung,
der König, in Spannien, hat destwegen,
den Genuesern, jm Königreich Napolj,
alle ihre gühter, undt einkommen, verarrestiret.
Königßmargk, hat, unerachtet des Kayserlichen,
ernsten mandats, forthgefahren, und noch
einen festen platz, Bederckeße genandt) den
Brehmern, abgenommen, welche bey den Staaden,
umb secours, sollicitiren, wie auch, ejn Moßkowitischer
gesandter, im Haagen, ist, volck, undt waffen, zu begehren.
Die Jungfer Krosigkinn, ist heütte
hinweg, nacher Deßaw, undt ferner
zur ChurPrinceßinn. Unsere
Jungfer Trowell, gibt ihr, (auf
begehren der Churprinceßinn), das
geleidte.
Es hat heütte, gegen den landt-
rechungßTag, nacher Deßaw, zu thun gegeben,
auch sonst mit andern verworrenen händeln.
Der Medicus, Doctor Fischer, ist extra
zu Mittage, bey unß, geblieben,
wie auch, <der Secretär Bährenreütt, welcher> Carolum Ursinum meinen
Sohn, jnterimsweise, informiret.
Caspar Pfaw, ist anhero kommen, undt
hat die Megkelburgischen Gesandten, von Regenspurg ahngesprochen, auch allerley
dienliche nachrichtt, von ihnen, erhalten.
Er zeüchtt Morgen, wilß Gott,
auf den landtrechungßTag, nacher Deßaw,
undt nimbt instructiones, mit sich.
Abschiedt, hat diesen abendt, Abraham von
Rindtorf, von mir genommen, in Meynung, Morgen
(gebe gott) mit seiner Frawen, nach dem Carlßbade
zu, zu verraysen. Gott gebe, <zu> gesegneten succeß!
Dienstag♂ den 30ten: May; 1654.
<Kühl wetter.>
Undterschiedliche personen, bey mir
gehabtt, wegen meiner abraise, nacher Ballenstedt.
Nachm einegenommenen Frühestück, bin ich forthgewandert,
mit Carolo Ursino, undt Christian, von Wartemßleben, in allem:
14 personen, undt 14 pferde, stargk, nach Ballenstedt zu, aldar wir,
durch Gottes genade, glügklich ankommen, in feinem kühlem wetter.
Mattheß Cnüttel, der Amptschreiber, undt Davidt Schmidt,
des Amptmanns Sohn, haben sich, bey mir, (successive) præsentiret.
Avis von Deßaw, das sichs (Gott lob!) mit Meiner Fraw
Schwester, der Hertzogin zu Strehlitz Liebden gebeßert, hingegen
Schwester Dorothea Bathilde krangk worden. Gott wolle es gleichßfalß,
zur gesegneten beßerung, baldt fügen! (Martin Hanckwitz a aussy
èsplüchè, et sondè, si a Dessau on concedoit le pouvoir absolü,
a la Princesse, sür sès chevaulx de Carosse, sans que le
Prince, ou mary, s'en osast soucier, & receü la rèsponce, qu'il
luy falloit, a son indiscrete, et discordante Proposition!)
heütte Morgen, ist auch Rindtorff, mit seiner Frawen, aufge-
brochen, von Bernburgk, dieselbe, inß Carllsbadt, zu führen. Gott geleitte Sie!
A spasso; umb die Teiche, undt andere zubehörungen, mich zu ergetzen,
allhier zu Ballenstedt, vor abends, post peracta negocia.
Mittwoch☿ den 31ten: May; 1654.
| 1 Groscheng: | Carl Ursinus | |
|
ThalerThlr:
10 |
- |
noch Christian von Wartensleben über vorige 10 ThalerThlr: |
Morgendts, ist oft bewehrt, vor den truckenen hußten,
Es löset sehr von der brust, undt stillet den husten,
allezeit ein halb löffel voll, darvon eingenommen. perge
Vor Sawren wein, undt Eßigk, Saltz, undt stargk gewürtze-
ter Speise, muß man sich hüten, diß Recept, hat mir Hans Wenzel Rothe
mein hofbalbirer, mittgetheilet. Gott wolle es gesegenen!
Den Amptmann, Märtin Schmidt, habe ich, bey mir
gehabtt. perge Postea: ist Ernst Dietrich Röder, mein hiebevor
gewesener CammerJungker, auch alhier zu Ballenstedt,
ahnkommen, mir undterthenig aufzuwartten.
Avis: das zu Quedlinburgk; Halberstadt, undt
Grüninghen, auf Landgraf Fritzen, stargk zuge-
schickt werde, weil er (wiewol außer der zeitt)
an denen orthen beiß<tz>en will.
A spasso vorMittags, inß Forwergk, umb die
Teiche, und sonsten hin: undt wieder, zu fuße.
Nachmittage, hinauß geritten, meinen neẅen baw, der Scheüne,
zu besehen, und getreidig, im Felde. Es ist (Gott lob!) wol angefangen,
von 37 gebände <74 ellen lang, undt 16 ellen breitt>. Gott laße unß alles, wol genießen!
Frustra: et jncassum laboravj, bey hauptmann Börsteln, bey
henning Stammern, durch Davidt Schmiden. Pacience! si tous
mes desseings, vont á recülons?
Diesen abendt, hat Christian, von Wartemßleben, von
Mir, einen sehnlichen abschiedt genommen. er gehet zu
seinem Stiefvatter, dem Freyherren von Schrahtembach,
sich zu equippiren, undt Trachtet in fremde lande
zu raysen. Gott gebe ihm glück! undt Segen! undt
laße ihn, (unsere zuchtt) allezeitt, in seinen wegen
wandeln!
