<platzregen. Kühle.>
Diesen Morgen zeittlich, umb 7 uhr, bin ich mit unver-
muhteter ahnkunfft, Carolj Ursinj, mit den seinigen,
(nach dem er, den Haag, undt die Hollendischen Städte,
mehrentheilß, wie auch Breda, und was dengkwürdig,
in kurtzer zeitt, besehen) alhier, in Amsterdam,
erfreẅet worden. Gott seye lob! ehr! und dangk!
gesagt, der wolle unß ferner, mit gnaden helffen! perge
undt alles wiedrige väterlich abwenden! perge umb
Christj willen. Amen! Amen! AMEN! perge
Die Avisen, oder Courranten geben:
Daß 8000 Mann, auß Schweden, ahnkommen, den Königßmargk,
contra Brehmen, zu endtsetzen, und das der neẅe König, in Schweden,
fleißig zu rahte gehet, iedoch hoft man, diß unwesen, solle
in der gühte, beygeleget werden, dieweil zu Quedlinburgk
destwegen, die NiederSächsischen CrayßStende, versamlet sein.
Die Königinn, auß Schweden, Christina, sol unbekandt zu
Antwerpen, ahnkommen sein, undt nacher Duyßeldorff, undt
Spaa zu, gehen wollen.
Die Festung Arras, wehret sich annoch, und der gouverneur
darinnen, thut tapfere außfälle, Visconte de Türenne
hat auch ein wachendes auge, darauf, sie zu endtsetzen,
und die Spannischen confoyen, so in ihr läger wollen,
zu schlagen, dieweil aber, die Frantzosen, mit Stenay
noch sehr viel auch zu schaffen haben, der Spannische
Commendant darinnen sich Tapfer wehret, und die
Circumvallation umb Arras, oder Atrecht, schon
befestiget, undt geschloßen ist, alß dörfte der
endtsatz schwehr fallen, und Arras baldt übergehen.
Zwischen Genua undt Finale, continuiren
die feindtsehligkeitten. Der König in Frangkreich
schigket den Genuesern, 20 Orlogsschiffe, und andere
Notturften, zu hülfe. Die Cardinäle, d'Estj,
undt Barberinj, <lassen> werben, vor Franckreich, darüber
sich der Spannische Ambassador beym Pabst, beklaget. perge
Die venezianer, haben noch kleine progreßen
zu waßer, mit abgenommenen Türckjschen Schiffen,
(dem bericht nach) nach voriger battaille.
Die Schotten, resistiren noch, den Engelländern,
welche fast vor den hochländern, im gebirge, den kürtzern
ziehen. Cromwell, hat den Frantzösischen, venezianischen
und Oldenburgischen, Gesandten, gehöret, und abgefertiget.
|| [[Handschrift: 270r]]
An den ersten, hat er allerley desideria, auch wegen der
Reformirten in Frangkreich, und den versicherungsplatz, Brest
in Britannien, begehrende, gelangen laßen, so nicht gar
angenehm gewesen. Der venezianische hat secours, wieder
den Türgken gesucht. Des dritten ansuchen, wirdt nicht ge-
meldet. Der bescheidt, mag mehrentheilß dilatorisch gefallen
sein. Der Ambassadeur von Portugal, gehet auch, von dannen,
und nimbt seines iustificirten bruders, leichnam, mit sich.
Zu Baden, seindt die Eydgenoßen, versamlet gewesen,
undt haben malcontent, wieder abgefertiget, we<den> Frantzösischen
Ambassadeür, welcher erneẅerung der alliance mit sei-
nem Könige gesucht, weil sie solche nicht eingehen wollen,
biß man ihnen, wegen ihres großen rügkstandes,
welchen sie annoch zu fordern) satißfaction thun würde!
Die 600 Portughesen, so zu Madrill gefangen
geseßen, (weil Sie heimlich Juden gewesen, viel
ärgerliches dinges, gethan, und sich offentlich, als Christen,
ahngestellet) hat der König in Spannien, zwahr zum
Tode, condemniren, hernachmalß aber, begnadigen,
und allzumahl, auf die galleren, schmieden laßen.
heütte, haben wir in Amsterdam, glaubwürdigen bericht einge-
nommen, das nicht allein, viel kaufleütte, zu 20 biß in 30 Tonnen
goldes reich sein, alhier, sondern auch einer, auf des Printzen Grafft,
wohnhaft, Jeronimus Deützsch genandt, 3 in 4 Tonnen Schatzes, vor
sich gehabt hette, darnach aber, eine kauffmanns Tochter, mit
|| [[Handschrift: 270v]]
20 Tonnen goldes, erheyrathet, undt also 24 Tonnen
goldes, zusammen, erworben hette. Ohne wehre
es nicht, das auch kaufleütte alhier, zu 15 in 16
Tonnen goldes reich, stadtlich bancquerotte spie-
leten, (weil ihnen andere, nicht innehielten,)
und hetten sich schon, über 30 solcher bancque-
rottirer, in die Souverainetet des Feldtmar-
schalcks, herren von Brederode, (da man ihnen, nichts
thun darff, nemlich zu Vianen,) salvirt, undt begeben.
perge
<Windig, Trübe, regenicht,
iedoch, nicht ungewöhnlich.>
J'ay eü ün vilain songe, comme si ma fille <Eleonora hedwig> seroit devenuë
enceincte, (ne scachant, elle mesme, comment)? d'ün, quj
ne l'auroit en apres, voulü èspouser, comme elle estoit
près d'accoucher. <Mais> Songes, sont mensonges souvent! perge
On me tient icy süspect, comme si i'estois Papiste, &
Jmperial, & venois de Vienne? Ma robbe de dueil, ma
retenuë en mon logis, et autres façons de faire,
contribuëent, a ce soupçcon, quoy que nous disions, au
contraire, touchant la religion. Cependant, cès Provinces
ont la püce a l'oreille, leur paix avec Cromwell,
n'estant pas bien ferme, et establie. L'Empereur
(disent ils) se gouverne, par les conseils d'Espaigne,
va redemander les Commenderies de Malthe, pour cest'
ordre de Chevallerie, item: les biens appartenans iadis,
|| [[Handschrift: 271r]]
a l'Eveschè d'Ütrecht, a l'Evesque de Münster, au
Conte de Tecklenbourg, & aultres estats, de l'Empire, item:
les villes Hanseatiques, et autresfois Jmperialles: Campen,
Swoll, et Deventer, seülement pour rompre avec eux, &
faire jour a l'Espagnol, et pescher, en eau trouble. Ainsy
iügent icy, les craintifs, <soupçonneulx> apprehensifs, quj prennent tout, au pis.
perge
Unser comitat, ist vormittags, in die hochdeützsche wochenpre-
digt, gegangen. Jch habe mich inne gehalten, weil ich noch
ein Paciente bin, undt wegen der Finsternüß. perge
Der wirth, (so neẅlichst von Cölln, wiederkommen,)
hat mir zugesprochen.
Jch habe, an Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, per Hamburgk, nacher
Bernburgk, geschrieben.
Nota Bene[:] Die so groß gemachte, erschregkliche Sonnenfinsternüß,
(da etzliche geschrieben, die vögel, würden vom himmel fallen,
und nicht wißen, wo Sie hinfliegen, die Sternen würden
am hellen Tage erscheinen, man würde lichter ahn-
stegken müßen, zu sehen, undt dergleichen, item: es wehre
dergleichen erschregkliche Eclypsis, noch nie gewesen,
weil die weltt gestanden, und der weltt, undter-
gang bedeütten, et similia!) ist eingetretten, ohngefehr
umb 9 uhr vormittages. Wir haben es auch kaum gemergkt,
undt es ist etwaß windig, undt trübe regenicht,
kein ungewöhnliches wetter, aber, gewesen. Sie mag
ein par Stunden, lang, gewehret haben. Gott laße
Sie uns, nichts böses, weder ominiren! noch effectuiren!
Jch bin wenig, mit Ernst Rödern, außgegangen,
nach der Börße zu, undt habe allerley kästchen,
zahnstecherfuttrahl, Meßerstiel, und dergleichen,
vor ein Thaler, oder 5 eingekaufft, pour rapporter
au Pays, a la jeünesse, s'il plaist, á Dieu?
<Mein> Mei kammerdiehner folgte mir, sonst niemandt.
Die andern, ließe ich, zum Theil, zu hause,
zum Theil, ließe ich Sie, mit Carolo Ursino,
herümber gehen, die Stadt zu besehen.
Ein par Freẅlein von Brederode1, seindt mir
auf der gaße, begegnet, und haben unß wol
observiret. Jch habe aber, meine person
verstellet, undt verborgen, so viel ich gekondt,
undt so viel sichs hat leiden wollen, inmaßen sie
auch auf die Börße gekommen, bey die krähmer,
undt mich noch genawer consideriret. Mais,
ie n'ay pas fait semblant, de les congnoistre, quoy
qu'elles se plaçoyent, tout prés de moy, en par-
lant, a üne merciere, & i'ay fait, l'incivil. perge
Gestern abendt, sol der Feldtmarschalck, herr von
Brederode, Graf in hollandt2, mit zweyen caroßen,
undt vielem Frawenzimmer, alhier ankommen sejn.
<5 Gulden (florenus)f: 6 Stüber, an 6 mit Silber gezierten, artigen kästlein.>
<1 Gulden (florenus)f: vor ein Schreibzeüg, auch mit Silber gezieret.>
|| [[Handschrift: 272r]]
| 1 Gulden (florenus)f: | 16 Stüber (flandrisch-burgundische bzw. niederländische Münze)St: | ahn zweyen Elfenbeinernen MeßerStiehlen,
mit compaßen, und zahnStechers. |
|
| 8 Stüber (flandrisch-burgundische bzw. niederländische Münze)St: | vor zwey beinerne zahnstecherfuttrahl. | ||
| 3 Gulden (florenus)f: | 12 Stüber (flandrisch-burgundische bzw. niederländische Münze)St: | vor vier Meßerschahlen, mit gefärbten
Agtstein, artig gemacht. |
|
|
Summa |
12 Gulden (florenus)f: |
2 Stüber (flandrisch-burgundische bzw. niederländische Münze)St: |
ist die Außgabe, auf der Börße, diesen Morgen. perge |
<Hans Schröhter, ist wieder bey Mir gewesen. Malevadorj.>
Die zufuhr dieser Stadt Amsterdam, ist groß, wegen
des friedens, mit Spannien, undt Engellandt. Der zugker,
undt gewürtze, werden wolfailer, Fischtran, und solche sachen! perge
Cromwells ahnschlag, die niederlage der handlung, nacher
Antwerpen zu legen, wirdt gehindert, und gehemmet.
Allein, beförchten sich, die kaufleütte, undt ihre
bewindthebber, vor ihre OostJndianische flotta, wenn
sie, über der linie, von den Engelländern, ertapt,
und übermeistert solte werden? Solches liefe nicht,
wieder den FriedenSchluß. Sie haben ihnen aber
doch, viel convoyerschiffe, entgegen geschicktt.
perge
On dit, que Monsieur de Brederode, est icy, pour
faire enqueste, sür quelques contes, et livres
perdüs, par les Consüls, dont Messieurs les Estats,
veülent, qu'on leur rende compte!
Des Graven, von Oldenburgk, Sohn, ist auch allhier, undt
auß Engellandt, wiederkommen. Sol seine, von den Capers,
abgenommene mobilien, mehrentheilß, wiederbekommen haben! perge
<Trübe. windig. regen.>
Meinen Sohn, C<arolo> Ursino, habe ich, noch eine excursion
in Haag, concediret, denselbigen, etwas beßer, zu
besehen, dieweil sie neẅlichst, zu sehr eilen müßen,
undt ich ohne das, vergebens, alhier in Amsterdam,
zu wartten habe. perge Gott bewahre ihn, und unß
allerseitß, vor unglück! und gebe Segen! undt succeß! perge
Seine raysegeferten, und aufwartende, seindt vf
dieses Mahl, Christian Röder, Secretarius Bährenreütt,
<M>Ein kammerdiener Ludwig Rober, (deme die gelegenheit
im Haag wol bekandt ist) Sein page Bidersehe, die
übrigen, habe ich, bey mir behalten, alß nemlich:
Ernst Dietrich Röder, meinen CammerJungker, den
Page Peltzigk, Jtem: meines Sohns Cammerdiener, Ludwig
heinrich Meüsenholdt, (so mit haüptwehe befallen)
Hanß Geörge Berger, gewesenen lackayen, itzigen
Musicanten, meinen Cammerschreiber, hanß Senff,
<Hans Balthasar> Oberlender lackayen, undt Märtin haug <lackay>, wirdt
auch numehr baldt<täglich>, von Tecklenburg wieder erwartett.
Gott helfe, das überall bey unß, und den unserigen,
glück, undt Segen, zu finden seye! perge J'aurois bon besoing,
de conseil, & assistence!
Nota Bene Avis: daß gestern 4 compagnien, plötzlich, in den haagen
kommen, welche, (unverwarnter dinge,) des Printzen
von Uranien, garde, überwältiget, undt undtergestegkt,
|| [[Handschrift: 273r]]
haben Sie sich also, (wieder ihren willen), undterstellen müßen.
Dörfte, ein nachdengkliches Spiel, setzen! Gott bewahre, vor
Aufruhr, undt das mein Carllchen, nicht unvorsehens,
mitt impliciret werde! hette ich daß gewust,<?> ich wolte
ihn nicht haben, dahin ziehen laßen! perge <Sed; quid hoc ad nos pertinet? perge>
Omnis subita mutatio, periculosa est! perge
Anderer aviß: daß diese Tage <im Sturmwindt, am Montag☽, oder Dienstag♂>, unserer alten Frawen
im hause, Schwägerinn, alß Sie von Haerderwygk
hiehehr, im Fehrschiffe, saigeln wollen, unvorsichtig
am bortt gestanden, undt in daß waßer gefallen,
und elendiglich, ertrungken. Man hat sie nicht retten
können, weil das Schiff, in vollem seigeln sol gegan-
gen sein, und kein boht, oder nachen, nachgeführet
haben. Es ist auch unmüglich gewesen, also uhrplötzlich
im ungewitter, das Schiff zu wenden, undt zu kehren.
Den cörper, hat man noch biß dato, nicht finden können.
Das weib, hat über die 30 iahr, mit ihrem Mann, im
Ehestande wol gelebet. Er ist ein zimmerMann, im la-
zareth, und wil sich gar nicht trösten laßen.
Sie haben drey erwachßene kinder, (so albereitt
ihre brodt erwerben können,) noch am leben. Das weib,
hat den Taback, (welchen einer, undten im Schiffe
getrungken,) nicht riechen können. Jst darumb hinauf
gestiegen, an borth getretten, nach dem Sie ihre ringe,
Silbergeschmeide, und beste kleider, und sachen, von sich geleget,
und gar baldt, (als Sie der Schiffer gewarnet, und das Schiff, im ungewitter
zu regieren, mühe gehabt) über borth gefallen.
Dergleichen unglück, geschicht mannichmalß, so wol
auf der See, alß in den binnenwatern. perge Darumb heißt es:
Memento morj! und vorsichtigkeitt, thut wol von nöhten,
in allen dingen, in unserm thun, leben! und wandel. perge
Quj amat periculum; peribit in eo3, Ergo; vigilandum!
& Orandum. Deus, operatur, (ordinarie) per media! perge
Endlich, habe ich heütte, nach langem wartten,
etzlicher Tage, eine dilatorische iedoch, guht gemeinte
responsion, vom Monsieur Valckenier, entpfangen.
Derselbige, vertröstet mich, auf eine Mündtliche
conferentz et cetera[.]
On parle mal icy, a Amstelredam, de
Monsieur de Brederode, d'aultant qu'il s'est
retirè icy, lors, qu'on dèstroussoit la garde
dü Prince d'Orange, pour dire: J'ay estè absent.
Jl devoit assister (selon le dire, dü peüple
icy!) a son püpille, et parent, recognoistre
lès grands services, rendüs a cest estat,
par son Pere, ayeül, et Bisayeül, & n'estre
point si ingrat, et mèscognoissant, de cercher[!]
sa ruine, a l'instigation, dü perfide Cromwell,
& avoir pitiè, d'ün doux enfant, de 4:e. ans.
Voyla, comme le peuple icy, parle ünanimement!
Gegen 2<3>en uhr, nachmittags, jst auch, der gute Valcquenier,
bey mir, erschienen, undt hat viel mit Mir, conversiret,
<in die drey Stunden lang.>
Jch bin diesen Morgen, außgegangen, mit Rödern, undt
dem page Peltzigk, so mir gefolget, und haben daß
zuchthauß <besehen> darinnen 24 personen, so Brasilienholtz
und ander holtz schneiden müßen, alle Tage, ein ieder
50 pfundt, anders kriegen sie schläge, und nichts zu
eßen, biß sie alles verfertigen, undt einholen,
undt viel kleine buben, so garn wirgken, undt zu
Bomesin, oder parchendt machen, seindt auch darinnen,
mehrentheilß böse buben, undt ungerahtene kinder,
so jhren Elltern, ungehorsam, undt kein gut thun wollen,
auch theilß von den größeren, mit ruhten, außge-
strichen, und mit brandtmalen gezeichnet sein.
Sie müßen arbeitten, undt dörfen nicht müßig gehen.
halten ihre behtstunde, undt werden zum guten,
vermahnet. Theilß werden auf wenig, theils
auf viel iahr, condemniret, theilß so lange Sie
leben, nach gestaltt ihres verbrechens, und conditionen.
Postea: die luttrische kirche, ein schön gebeẅe,
darinnen, (des küsters, fast unglaüblichem bericht
nach) in die 10000 Menschen, sollen stehen, undt sitzen können.
Jtem: die Engelländische, undt eine Ministen kirche, welche
beyde, nicht gar groß, iedoch fein gebawet wahren.
|| [[Handschrift: 274v]]
Jtem: die duhle und Schildereyen darinnen,
auch gartten besehen. Sie wirdt aber nicht mehr
gebraucht, wie vor iahren, da die Bürger
nach der Scheibe schoßen, und ihre recreationes
hatten, Sondern, solche freẅdenspiel seindt
eingestellet, undt dieser, undt dergleichen
plätze, theilß verhüret, oder vermiehtet,
theilß verbawet, theilß verkauft, vom
Bürgemeister[!], undt Raht. perge
Die westerkirche, haben wir auch consideriret,
mit dem schönen neẅen Thurm, welcher darahn
gebawet wirdt, nicht ferne von der Kaysers-
grafft, welche schöne grafft, alß auch
die herrengraft, die Printzengrafft,
und andere, ich wiederumb, die zeitt zu ver-
treiben, besehen, wiewol vor iahren, solches auch geschehen.
Die Couranten geben:
Das die Schotten, von den Engelländern, geschlagen
seyen, undt inß gebirge verfolget werden.
Der ander Sohn des Cromwells, würde numehr
auch, zu einem Rahtsherren, undt Mittglied des
Engelländischen Parlaments, ahngenommen.
Stenay hette sich, dem Könige in Frankreich ergeben.
Mit Arras, stünde es gleichsfalß, in extremis, wiewol
der König in Frankreich den Ertzhertzogk und die Spannischen, abzutreiben,
und die festung, zu endtsetzen, gedächte, Es hetten aber,
die Spannischen, schon alle Außerwergk eingenommen,
undt den endtsatz gleichsam abgeschnitten, durch die
Circumvallation, und viele wolbesetzte schantzen,
undt päße, auch accordirt, auf den 15den: huius,
(wirdt heütte sein, nach dem neẅen stylo) einzu-
ziehen, wo ferne es nicht secours, inndeßen bekähme.
Die Brehmer, hetten die Vechte4, die haüser
Reyding, undt Tollenhuysen, eingenommen. General
Königsmargk aber, wehre auf sie lohß gegangen,
und hetten also mitteinander geschlagen,
daß beyderseitß, viel volcks geblieben.
Zu Wißmar, wehren 8 Schwedische Orlogsschiffe
mit volgk angelendet. Jn der wehser, solten auch
noch 17 Schiffe, mit Schwedischem volck ahnkommen.
Die Garde im haag, <so> in 400 Mann bestanden, solte
numehr, biß in 600 verstärgkt werden, iedoch in 4
Compagnien, derhalben die capitains Perseval, Beaumont,
Paw, Sterrenburgk, dahin marchiret, und sie vertheilet.
Die Officirer, von der vorigen garde, hat man sonst, mit chargen
contentiret, nemlich: den Lieutenant von der Garde, Doublet undt
auch der<n> FahnTrager Juncker Willem, ieden zu Capitain, <alibi> gemacht.
Bey Genua, ist der Commendeur de Ruyter, mit bey
sich habenden Schiffen, und waßerMacht, vorbey
paßiret, auf Livorno, zu.
Der Tartarische Cham[!], und die Cosagken,
sollen mit der Krohn Polen, einen ewigen friede
gemacht haben, zu großer freẅde, undt ver-
genügung der herren, und undterthanen, in
Pohlen, Littaw, undt Preüßen, &cetera zu großem
verdrieß, und bekümmernüß aber, der Moß-
kowiter, undt des Türgkischen Kaysers.
Die Türckische SeeArmada, ist von Chio, auß,
zu Sehgel, gegangen, und die venezianische,
ist ihnen, von Capo Spada auß, gefolget, da-
rauß ein scharfes Seegefechte, erfolgen dörffte.
Zu Londen, ist gefahr gewesen, wegen brandes,
so in die Schiffe, gerahten, undt nicht allein
undterschiedliche Schiffe, (so mit öel, pech, <pulfer> undt
andern leichtlich anstegkenden wahren, geladen)
ergriffen, sondern gar in die Stadt, und haüser
geschlagen. Cromwell leßet drey Armaden
außrüsten, eine: das landt zu beschützen, die
andern beyde, sollen auf eine geheime, undt
wichtige impresa, ihr absehen, gerichtet haben.
perge
Jtem:a
|| [[Handschrift: 276r]]
<Das> Der Römische Kayser, hat dem Könige, in Frangkreich, durch
zwey mißiven, den Todt, des Römischen Königes, ahngekündiget.
Die Frantzosen, in Catalonien, hoffen noch, Roses, zu
vertheidigen, undt mit den Spannischen, zu schlagen.
Die holländische und zeeländische Schiffe, kommen nun reich-
lich ahn, auß West: undt OostJndien, auß Frangkreich, Moscovien,
undt andern landen, bringen reiche außbeütten, mit sich,
in hofnung, es sollen numehr wieder die commercia
floriren, undt (weil Sie friede, vor Engellandt,
undt Spannien, haben,) die Sehgelation, sicher, undt
wol von statten, gehen.
herr Valckenier, ist fast diesen gantzen Nachmittag,
wieder bey mir gewesen, undt haben die zeit, mit
schönen dißcurßen, zugebracht, auch endtlich, ihm
sehnlich, á Dieu, gesagt. Gott erhalte unß lange,
diesen Frommen, Gottsehligen Mann! perge undt
alle lichter, der wahren, rechtglaübigen kirchen! perge
Der, mit verlangen, erwartete, Märtin lackay,
hat sich diesen Morgen, von Tecklenburg mit briefen,
undt antworth, wieder (Gott lob) zwahr ein-
gestellet, aber der gehofte effect, dieser depesche,
ist an bewustem orth, zu waßer worden. Paci-
ence; par force, sinon par amiable douceur! Pacience!
perge
Vormittags, bin ich mit Ernst Rödern, einem
Page, und einem kammerdiehner, in die Frantzö-
sische, oder Frantze kerke, gegangen, zu singen,
zu behten, das wortt Gottes, predigen zu hören,
das Sacrament der Heiligen Tauffe, dreyen
kindern, auf einmal, administriren zu sehen,
undt die gewöhnlichen Allmosen, zum
Gottesdienst zu geben. Der Text: wahr:
Johannes 195 wie Pilatus, Jesum geißeln ließ,
und wie ihme, dem lieben Frommen heylandt,
die dornene krohne, aufs haüpt, gesetzet
wardt, auch die kleider abgenommen, undt
der PurpurMantel angeleget, etcetera welches
der prediger, <Monsieur Bassecour>, gar wol explicirte,
undt Christj, schwehres leyden, sonderlich in diesen
dreyen Textpuncten, auf die uhrsach unserer
großen Sünden, applicirte, unß zur buße,
und vor Sünden, wol zu hüten, und Christum,
nicht wieder, aufs neẅe, zu creützigen, vermahnende.
Nachmittags, bin ich, mit Theilß meiner leüttlin,
in eine gute predigt gegangen, in der Schönen,
hochdeützschen kirche. Die predigt hat <Er> Cribbius gehalten.
Christianus Jonius, welcher von Ütrecht, (alda er
etzliche gefahr<iahr> gewesen, und sich aufgehalten)
mit der gelehrten Jungfer Schuermännin, oder dero
bruder, ohngefehr anhero gekommen, und mich in
der hochdeützschen kirche, gesehen, hat sich bey Mir
præsentiret, und nach seinem vatter, dem caplan
jonio, fleißig gefraget. Je luy ay deffendü, de
me dèscouvrir. perge
J'ay perdü ün mou<s>choir, en ce grand Temple,
& ne pensant jamais le recouvrir[!], parmy tant de
peüple (quoy que j'eüsse estè bien placè, en üne
chaire, commode) apres estre retournè en mon logis,
& alors seülement, m'en appercevant, Jean George
Berger, renvoyè en arriere, de mon hostellerie, l'a
recouvert[!], dü par la fidelle diligence & soing,
dü cüstode, ou sonneur dès cloches. Tel petit
heür, m'anime, a reprendre les vieilles
errhes, et a tousiours bien esperer, nonobstant
la grande resistance, quj me trouble maintesfois.
Die Bürgerschaft, ist heütte aufgezogen, (nach der letzten
predigt) und haben treflich, mit ihren Mußckeeten sich hören
lassen, gleich wie gestern, und vorgestern, die ahnkommenden Schiffe,
ihre Stügke, donnern liessen, fast den gantzen Tag.
Gestern, ist der verlohrne cörper, des ertrungke-
nen weibes, von den Schiffern, wieder gefunden, und einbracht worden.
Unsere wirthin, erzehlet auch, wie unlengst,
auf der schmahlen farth nach Ütrecht, zwey
wagkere Preüßische vom Adel, ertrungken seyen,
und nicht gerettet werden können, in deme der eine
außwendig auf dem borth der Schuytte gegangen,
und inß waßer, geplumpt, der andere aber,
ihn herauß ziehen wollen, und darüber auch
ersoffen. Es sollen zweene brüder gewesen
sein. Sie hat sie aber, nicht zu nennen, gewußt. perge
Ergo: Vive memor Lethj! 6 in omnibus locis! perge
Rühme dich nicht, des Morgenden Tages, dann du
weißest nicht, waß sich heütte, begeben mag?7 perge
Von der Bürgerschaft, pflegen alle Sontage,
nur zwey Fähnlein, aufzuziehen, aber
wol staffiret, undt außgeputzt, mit Sturm-
hauben, Federpüschen, kollern, picquen, undt
Mußkeeten. perge <auch zum Theil, mit brustharnisch.>
Aviß: das der Freyherr von Steinbogk albereitt
bey dem General Königßmargk, arriviret seye,
undt der Wrangel Feldtmarschalck, mit mehreren
Schwedischen völgkern, baldt nachfolgen werde.
Zu Tegklemburgk, haben sie am Mittwoch, einen
Fast:[,] buß: undt behtTag gehalten, wegen besorgter
erschregklichen Finsternüß, hernachmalß aber,
sich verwundern müßen, das es ein wenig nur
Nebelicht wetter, undt nicht so abscheẅlich
gewesen, wie es etzliche Calenderschreiber
machen wollen. Es ist daselbst, wie allhier
in Amsterdam, nur ein kleiner Nebel, undt
gar nichts sonderliches, auch nichts langwieriges,
von solcher Sonnen Finsternüß, zu sehen gewesen.
Gott wolle dennoch, nach seiner Allmacht,
und gühte, alles wiedrige, gnediglich abwenden,
und allem bösem, kräfftiglich, steẅren, und wehren!
Die wirttjn, jm Printzen, von Uranien, ist zu
mir kommen, undt hat mir, eine Schachtel, mit his-
panischer marmelade, præsentiret, und aufgedrungen.
Jst sonst, mit mir, und meinen leüttlin, wol zufriedenb,
lobet unsere eingezogenheit, undt Sittsamkeitt,
auch das wir unß, so wol, vergenügen laßen! perge
Sie sagt, Sje habe nicht allezeit, solche gäste! perge
Diesen abendt, habe ich Doctor Valckenier noch einmal
Schriftlich, á Dieu gesagt, weil er Morgen, (gebe gott) verray-
sen will) und mit einem Sonnenbildnüß☉bildnüß, beschenckt. Gott gebe
ihm ferner Segen! glück! undt succeß! perge
Diesen Morgen, umb 7 uhr, bin ich, mit der
wiederkunfft Carolj Ursinj, mit seinem Comi-
tat, auß dem haag, hertzlich erfreẅet worden,
Gott lob, undt dangk! Der helfe ferner mit gnaden! perge
undt gebe unß seinen gnadenreichen segen,
nunc, et in posterum! Amen! Amen! Amen! perge
Sonst, höret man, viel unahnmuhtige sachen. perge
Cromwelln, hat man außm haag, remittiren müßen,
14 Tonnen goldes, vor die in Dennemargk verarrestir-
te Schiffe, und es sol noch mehr, nachfolgen,
vor den taxirten schaden. hingegen, kommen die
1300 schiffe, undt Fahrzeügk, (darundter in
die 80 capitalschiffe gerechnet sein) so
die Engelländer, den Holländern <in wehrendem kriege> abgenommen,
in keine consideration, und gehören zur Amnistie.
Cromwell, dringet noch sehr darauf, das man
das hauß Uranien, außm lande schaffen, undt
die Königlichen vom hause Stuardt, auch nicht ein-
laßen solle. Etzliche undter den Staaden, geben
gehör. Andere aber, zusampt dem gemeinen
Mann, in allen vereinigten Provintzien, undt
Städten, abhorriren dieses anmuhten von Cromwell,
undt detestiren an etzlichen Principallen, diese übergroße
|| [[Handschrift: 279r]]
undangkbarkeit, wollen lieber sterben, undt
bey dem hochverdienten hause Naßaw,
undt Uranien, guht und blut aufsetzen, alß in
solche schnöde, und gantz unverantworttliche
unerkendtlichkeitt, einwilligen.
Die Garde des Printzen, ist gleichwol undter-
gestellet, undt verendert worden. Dörfte
noch ein wunderlich Spiel geben. Gott stehe, der
gerechten sache bey! undt helfe den unschuldigen!
undt undtergedruckten! in gnaden! perge
Der Fromme Gottsehlige, Frantzösische prediger
zu Delfft, Monsieur de la Riviere, lebet noch, alß
ein 80iähriger alter emeritus, so 52 iahr, im
predigamptt gewesen, und numehr, schwach, contract,
und übel zu paß ist. hat mir viel gutes sagen
laßen, undt Carolo Ursino, (welcher ihn be-
sucht, und seine rariteten sich zeigen laßen)
auf seinem Siechbette, viel Segen gewüntzschet.
hoffet baldt, auf eine Sehlige auflösung, welche
ihm Gott der Allmächtige, gerne geben, und ihme
seine beylage, unzweifelich, bewahren wirdt.
Der gewesene Heßische Resident Wyckforth, ist
nicht zu hause, Sondern nach Antwerpen verrayset, und
seine kunst cammer, im Haag, distrahiret gewesen.
Der gute Secretarius Moritz aber, (mein allter
bekandter) ist schon vor einem ¼ iahr verstorben,
habe ich also vergebens, an ihn, und an Monsieur
Wyckfordt, dißmahl geschrieben.
Cromwell droẅet, mit der Ruptur, wo
ferrne man nicht darzu thun wirdt, die
haüser Uranien, und Naßaw, außzutilgen,
undt auch das Königliche hauß Stuardt, zu verbannen.
Die gewesene Königinn in Böhmen, leidet
im haag, große noth, Jst über 100000 ReichsthalerRthlr:
schuldig. hat oft mangel, an Victualien,
wein, brodt, Saltz, <kleidung> und dergleichen.
Grähmet sich sehr, wie auch, Princesse Louyse
welche bey ihr ist. Theilß diehner, sonderlich
Anglj, berauben, undt betriegen Sie.
Der geschmugk, und beste mobilien, seindt
versetzet. Jhr Sohn, der Churfürst, wirdt
sehr karg. Schigkt kein geldt. Offeriret ihr
zwahr, seine Tafel, wenn Sie nach heidel-
bergk kähme, will ihr aber vorschreiben,
die anzahl des eingezogenen Comitats,
undt das Sie ihre Elltiste, und beste deützsche
diehner abschaffen solle, darundter Secretarium Maurice
|| [[Handschrift: 280r]]
auch gewesen, welcher sich vor seinem ende, sehr darü-
ber gegrähmet, auch solches vielleicht dadurch, acceleriret
worden. Servir, e non aggradir, è una, delle tre
cose, da morir! perge
Cromwell offeriret sich, der Königinn zu helfen, wenn
er nur ein ersuchbrieflein, von ihr sähe? Sie ist aber
so großmühtig, das Sie lieber alles außstehen,
undt mit waßer, und broht, vorlieb nehmen,
und auf Gott vertrawen will, (der der
rechte Meister zu helfen ist) als ihme dem
Cromwell, sich submittiren, auß bekandten
und welttkündigen uhrsachen.
Die herren Staaden, haben schon viel
bey ihr gethan, undt wollen noch etwaß
thun, damit Sie auf den herbst, (wilß Gott)
könne forthreisen, nach der pfaltz zu, auß
diesen landen. Pfaltzgraf Ruprecht, wolte
gerne helfen, hat aber seine Schätze, undt
eroberte beütten, undt bahrschaften, durch
Schifbruch, wieder verlohren.
Die Princessin von Uranien, die allte ist unpaß.
Die iunge Princesse Royalle, ist zu Spaa, wie auch,
der König in Engellandt, ihr herr Bruder.
Der Neẅe König in Schweden, rüstet sich, zu einem Neẅen
kriege, in Deützschlandt, wegen der Reformation8.
Monsieur Hotton, der Frantzösische prediger, ist noch
vormittages, zu mir kommen, undt <hat> mir, eine ver-
traẅliche Visite, gegeben, auch viel gute sachen, referiret.
Cromwell, envoye Duræus, et encores ün autre
ministre ses èspions, a l'entour, pour seduire lés
Cantons Protestans, en Suijsse, & leurs Antistites.
Jl desire, qu'on chasse, de cès Provinces, 40
ministres, entre lèsquels, Hotton craint, d'estre
ün, pour avoir parlè librement, & sincerement.
Jl apprehend, que Cromwell sera ün second Attila,
et le Fleau, dü Christianisme.
La Reyne de Swede, est dèsapprouvèe en sès faits,
pour s'addonner trop, a dès libertinages, & a l'Atheisme.
Elle a estimè lès bonnes lettres, autresfois,
maintenant elle hayt, de gens de lettres.
Le nouveau Roy, de Swede, est bon & doux,
quj ne hayt point, nostre religion.
Le Roy d'Angleterre, va avec Madame sa seür,
a Meurs, de Spaa, puis fait estat, d'aller
encores, en Èscosse, avant l'hyver.
Le Roy dès Romains, & le feü Prince d'Orange,
ont prins presque, üne mesme fin, dü mal
Venimeüx de la petite Verolle. Le Prince d'Orange
|| [[Handschrift: 281r]]
a dit, deux jours avant sa mort, a ün Ministre:
J'ay tèsmoignè mon zele, en la vraye religion, et le
tèsmoigneray encores, jüsqu'a la mort, C'est a Vous
Ministres, que ceux de la faction contraire, en ce
Pays icy, en veülent, mais d'aultant que ie suis
vostre Protecteur, c'est donc principallement á
moy, qu'ils en veülent.
La faction de Barneveldt, et les Arminiens,
sont tous portèz, d'üne grande Passion, pour Cromwell,
sür tout, aulcüns dés Estats en Hollande, & le
Magistrat, de ceste ville d'Amsterdam, quj donnent
la Loy aux autres, quj ne peuvent oublier,
(nonobstant l'Amnistie, stipülèe, et püblièe!)
le dernier siege, mis devant ceste Ville, ni la
mort de Barnefeldt, nj leurs erreurs disseminèz.
Ceux, quj ont invectivè, sür le meürte dü
feü Roy d'Angleterre, & l'ont detestè, avec
parolles, & animositèz extraordinaires,
parlent maintenant tout á rebours, et
louent Cromwell, comme ün Sainct dü Ciel.
L'accord, entre la Swede, & l'Angleterre,
n'est pas si honteux, que la composition Hollandoyse,
1. La Swede, s'y reserve la Preeminence. 2. Elle ne
parle qu'avec termes convenables, s'accordant, avec la
Repüblique, et avec l'Estat, d'Angleterre, ne nommant
|| [[Handschrift: 281v]]
ni Cromwell, nj a l'exclüsion de la Royaultè.
3. N'entrant nüllement, en alliance offensive,
nj defensive, avec eulx, ains s'accordant seü-
lement, pour le commerce, dü trafficq, et de la
navigation libbre. Ainsy, que la Repütation,
de la Couronne de Swede, a estè bien observèe,
en cest'accommodement, avec leur jnterest.
L'Electeür Palatin, obblige le monde, par
sa vertü, scavoir, et bonnes meurs. Jl
a tenü a Ratisbonne, üne conference, avec
le Pere Valerianus, sans que l'autre eüst
peü gaigner, quelque chose, sür son ascendant.
Jl tèsmoigne, dü dèsplaysir, de la revolte
de son frere, le Prince Edouard, et de la fer-
metè aux bons fondemens, apprins de la Religion.
S'il se changeroit? (ce qu'on n'espere jamais)
il le feroit, contre sa propre Conscience.
Le Vieil Daniel Tossanus, qui est á Heidel-
bergk, pour ordonner la reformation, et ce quj
est <de> besoing, aux Eglises, et èscoles, a estè touchè
d'Apoplexie, le bon Homme, (beau Pere düdit Hotton,)
ainsy: qu'il deviendra a l'avenir, incapable,
á telles fonctions. Le Chancellier Rochaw, est
|| [[Handschrift: 282r]]
beaufrere, de Monsieur de la Riviere, car ils ont deüx seurs,
de la famille noble, de Lopéz, exilèe d'Espaigne. Ce
Chancellier, á Heidelberg, est fort capable, mais on le
charge trop d'affaires.
Le mèsnage, entre l'Electeur, et l'Electrice, de Hei-
delbergk, n'est pas bon. Elle dit, en püblicq, á table,
& ailleurs, dès fascheüses parolles. L'Electeur la süp-
porte, mais quand sa Pacience, est trop offensèe,
il luy rèspond, en bon Mary, lequel est obbligè
aussy, de proteger sès seurs, contre la fürie, &
soupçons dèsreiglèes, de ceste femme, laquelle seroit
aultrement, de bon esprit, sj elle ne laschoit par
trop, la bride, a sès Passions?
Madame la Princesse Douairiere, s'en va, á l'E-
lecteür de Brandenbourg. Elle a dès belles qualitèz,
aussy elle s'est jnteressèe, dü temps passè, aux
affaires, d'estat, & au gouvernement, dès affaires,
mais on la tient, pour ün hümeür altier,
hautain, &cetera et elle n'est pas trop aymèe,
sür tout, de ceulx, quj tiennent le timon, en main.
L'Estat <de> maintenant, ne fait rien, pour la re-
ligion, qu'avec foibles jntercessions, au respect,
dès Membres èsloignèz, et ne monstre plüs, sa
force, & vigueür comme jadis. L'interest les aveügle! perge
Laurent de Ghèer, a encores l'exercice libre, de la Religion a Stockholm.
|| [[Handschrift: 282v]]
Ün Wolzogen, est avec luy, frere de celuy, quj de-
meüre à Oldenburgk.
Cromwell, a fait restitüer, aux freres de
Gheer, cinq navires, chargèes, de beaux biens,
& de quelque or, de Guinea, quj les a remis,
ün peü, en estre, aultrement, ils estoyent
reduits, a la pauvretè, et <a la> misere. Ce fait,
dü General Cromwell; est louable!
Ün aultre Wolzogen, Socinien, cousin désdit
s'arreste, a la Cour dü Roy de Pouloigne.
On admire, l'jnadvertence, dü Roy, et dès
Estats de Swede, qu'ils ont ainsy permis, (contre
la repütation,) que la Reyne, èschappast, de la sorte,
hors dü Royaulme.
Monsieur Hotton desapprouve, qu'on parle mal
en chaire, et en Püblicq, dès actions, dès
Princes, & grands. Jl croyt, qu'on le doit dire
a eux mesmes, <ce quj les touche, ou leur manque> n'alterer point, les peüples
á seditions, & a mèspris, comme font aulcüns
Ministres, mesmes, par ün zele jntempestif.
Si cès Provinces ünies, s'èsmeuvent ünefois,
a rebeller contre l'estat, on lés pourra mal-
aysêment dompter. L'hümeür, de ces Peüples, est cognü!
perge
Pour la mort dü Roy dès Romains, il y en a, quj ne
craignent, nülle alteration, en l'Empire, mais cela
est de difficille croyance, les autres deux fils, de l'Empereur
estans encores, en aage de minoritè, & on n'a pas
d'exemple, qu'ün Roy dès Romains, en ait<ait estè> èsleü, en
l'aage de minorennitè, dès Electeurs, en plüsieurs
siecles.
Le Roy de Swede, a tort, de faire la guerre
a ceulx de Brehmen, & a tort aussy, s'il recommen-
ce la guerre, en l'Empire,<?> veü: qu'il ne peüt
oster la Puissance a l'Empereur de refformer, en
sès Pays hereditaires, s'il ne veüt rompre
le droict qu'il a luy mesme, & tous les
Princes Souverains, en leurs Terres?
Le Medecin, Docteur Gaillard, est, de l'Eglise Romai-
ne, fort zelè Papiste.
Maître Menzelius n'a veü, qu'ünefois, Monsieur Hotton, (chargè
d'autres affaires) quj l'a sommè de revenir
une autre fois, ou il l'auroit satisfait,
mais il n'est point revenü, quoy qu'il luy
en eüst donnè, de l'esperance.
Leurs Eglises, (icy, en ce Pays) Françoyses sont
pauvres, et doyvent par an, 70000 florins (Gulden)f: pour le sous-
tien dès Synodes, dès Eglises, et pour lés pauvres!
perge
Au Couronnement dü nouveau Roy de Swede, lés
Ecclesiastiques, ont tenü üne assemblèe, a l'instinct
de l'Archevesque d'Upsall, & de quelques aultres
Ecclesiastiques & Politiques, de leur faction, pour
proposer, que le formülaire de la Concorde
(concordienbuch) füst aussy reçeü en ce
Royaulme lá, Mais l'Evesque de Streg-
neß, avec quelques autres, bien jntentionnèz,
se sont opposèz, a ceste jmpertinence, &
le Roy s'est joinct, a leur party, dissua-
dans, et empeschans, que cela ne se fist,
& conseillans oultre cela, que l'on devoit
recevoir, Calixtus, & ceux de son opinion,
pour bons freres, & leur conceder, au Royaul-
me de Swede, toute libertè. <Cela est notable!
perge>
La Reyne, s'est gouvernèe, par le conseil
d'ün Medecin, & d'ün Officier Atheiste
François, quj a estè par cy devant, avec le Prince
de Condè. perge <J'ay oubliè, leurs noms. perge>
Gegen abendt, ist herr Hotton, wieder zu mir
kommen, hat sich excusirt, wegen deßen, so ich ihm
auffgetragen, undt abschiedt genommen. <Tout va, le pas d'éscrevisse.>
Ein holländischer Schiffer, welcher auß Spannien kommen, ist
|| [[Handschrift: 284r]]
von eines andern Schiffes Mastbawm, übel zer-
quetzscht worden. Man höret viel unglügksfälle!
heütte, ist eine Declaration der Staaden, von
hollandt, gedrugkt, fail getragen, worumb
Sie nicht anders, mit Engellandt, hetten friede
haben können, alß durch die exclusion, des
hauses Uranien, von allen chargen, zu ewigen
zeitten. Jst nachdengklich! und dörften auf solche
Schriften, böse effect folgen, inmaßen die
verenderung der leibgardy im haagen,
solches albereitt genungsam contestiret.
Jl semble; que ceste Puissante Ville d'Am-
sterdam, et la Province, de Hollande, donne
la loy, a toutes les aultres, sür tout, lors
qu'ils auront les forces d'Angleterre, de
leur costè. Jch bin recht in der ärgsten
conjunctur, oder Constellation der zeitt,
anhero kommen. Tout est, en dèsfiance! & en crainte!
Dieu vueille remedier, a cés maulx, par sa bontè infinie:
et par sa Paternelle, et Divine misericorde, & ToutePuissance.
Es hat den holländern, wol gethan, daß Sie biß
dato, ohne ein haüpt, und Gouverneür, (welcher Sie
im zawm halten, und alle factiones, verwehren können)
nach des Prinzen von Uranien, Tode, gelebet, wolten es gerne länger <also> treiben.
perge
Die zum Lawenstain, gefangen saßen,
wahr hatten geschwohren, sich niemalß,
in sachen, und diensten, welche den Staat
beträffen, gebrauchen mehr zu laßen,
haben es aber nicht gehalten, sondern
sitzen itzundt mehrentheilß am Steẅer-
ruder, und wollen vielleicht ihre Rach-
gier, an dem unschuldigen kinde, undt
bluht von Uranien, mit hülfe der Engel-
länder, (welche auf das hauß Stuardt
verbittert sein, so mit Uranien vermenget
ist) bey dieser gelegenheit, undangkbahrer
weise, außschütten, und solten auch lande
undt leütte darüber, zu grunde gehen.
Leyden, und haerlem, haben sich in Neẅ-
lichster vergaderung der Staaden von hollandt,
vorn Printzen, erklähret. Die andern
scheinen einträchtig zu sein, und mögen
nach den landtStädten, wenig fragen.
Die SeeStädte, seindt considerabler, doch
siehet alles auf Amsterdam, und achten die
andern Provintzien, nicht gar viel.
Jn Amsterdam, sollen 2000 brügken sein.
Sie die Stadt, oder der Magistrat derselben,
halten auch heimliche Soldaten, undt warttgelder
bey die 1000 Mann perge die bürger desto baß zu
zwingen, und zu subiugiren, <von langer zeitt hero!
perge>
Theils meynen, Cromwell werde Gouverneür in
Hollandt werden, wie vorzeitten, der Grave von
Lycester, andere werfen die wahl, auf den Graven
oder Neẅgemachten Fürsten, von OostFrießlandt.
Sie sagen, sie haben so guhte macht, ohne licentz
der Frisen, einen eigenen gouverneür zu
erwehlen, alß Sie die Friesen gehabtt,
Graf Wilhelm, graf Ernst, graf heinrich
von Naßaw, undt den itzigen graven
oder Fürsten Wihelm, zu erwehlen.
Worümb Hollandt, alß die Mächtigste,
undt vornehmere Provintz, nicht eben so
viel undt mehr macht solte haben, alß
Frießlandt, undt Gröeninghen, umb des
allgemeinen bestens willen.
Lès flesches, sont encores entieres, mais le lien
quj les tient encores ensemble, c'est a dire ün Gouverneür,
ün Chef, leür manque, á present. (Anarchia!)
Comme la guerre estoit, on empescha l'Admiral
Tromp, tant qu'on pouvoit, a bien faire, et a
gaigner le dessüs, de son ennemy. Dès Escadrons
entiers, de 20 et plüs de navires de guerre,
l'abbandonnerent au plüs fort dü combat, sans
cause apparente. A leur retour, ils fürent bien
veü, et receü, comme s'ils auroyent bien fait leur
devoir? On ne vit point de testes tranchèes,
ni dès süpplices convenables, a tels traistres
ou füyards. Tromp mesme, se creüt vendü, et trahy,
& fit neantmoins tousiours son mieux, pour sa
Patrie, & pour la mayson d'Orange, en homme de bien,
et de Valeür èsprouvèe. Aulcüns fürent bien
ayses, a se dèsfaire de luy, pour loyer, de sès
grands, et signalèz services, par üne insigne, et
detestable ingratitüde. Il pouvoit ünefois rompre,
& dèsfaire, l'Admiral des Anglois, Black, mais
Paw, ün dès Ambassadeurs Hollandois, sürvint, d'Angle-
terre, luy parla, et l'entretinst tant, que
Black eüst moyen non seülement a se retirer
á saulvetè, ains aussy, a se renforcer, pour
venir fondre, puis apres, á temps, et a loysir
avec doubles forces, sür les escadrons de abban-
donnèz et denüèz de tout secours, dü bon Tromp,
et a les battre, pour gaigner depuis, les meilleurs
Vaisseaulx des Hollandois, et avec iceux mesmes,
|| [[Handschrift: 286r]]
les vaincre, en la guerre maritime, de sorte que la
faction de Barnevelt, des Arminiens et Ministes, quj
regne maintenant, en ce Pays, ayant pratticquèe
ceste trahison, pouvoit dire: Vous voyèz; comme nous
sommes enervèz, comme Dieu, ne benit point, nos armes?
nous ne scaurions point sübsister, contre ce Puissant
ennemy. Jl se faut laisser vaincre, tout á fait,
ou s'accommoder, avec luy comme nous pourrons?
Et par ce moyen, aulcüns croyent, que ces mau-
vais compatriotes mesme, ont insistè par leurs
Ambassadeürs, plüs, sür la cassation de la mayson
d'Orange, que Cromwell mesme, et sür d'aultres
poincts prejüdiciables, tant a l'honneür, qu'a l'interest
de cest'estat, qui est en danger de se perdre, ou <a se> dissouldre.
Diesen abendt, hat Er Falckenier, an mich, noch
geschrieben, weil er noch heütte, unvermuhtendt
alhier verharren, undt wartten müßen.
Es gehet stargk die sage, alhier in Amsterdam,
daß Cromwell solle mit 8 gallionen herüber
in den Haag, ehistes Tages kommen, undt die
Protection, über diese lande, zusampt dem
gouvernement annehmen. Jns gemein, wirdt ge-
sprochen, man würde innerhalb Monats Frist,
grosse unvermuhtete veränderungen, in diesen landen, sehen! perge
Man sagt auch, Printz Wilhelm, zu Löevarden, sol heimlich
14000 Mann werben.
Johann Friederich Schweitzer, von Cöhten, ein Medicinæ
studiosus, ist bey mir gewesen. Die Königinn, undt die
Princeßinn jm haag, hetten sehr gerne Carllchen gesehen,
undt haben ihn nachgeschigkt.
Er Valquenier, ist diesen Morgen, noch einmahl zu
mir kommen, gehet in den haagen, aldar es sol schon
in 20 haüsern, an der pest sterben. Wirdt heim-
lich gehalten. Gott bewahre ihn! und allerseitß
gnediglich!
Die couranten geben:
Das es zu Copenhagen, mit der pest, noch scharf anhelt,
und 600 Menschen wochentlich sterben.
Der König in Dennemargk, ist, in hollstein, wie
auch, zu hamburgk, gewesen.
Der neẅe König in Schweden, freyet, umb
die andere Tochter9, des hertzogs zu hollstein gottorff,
hat schon abgesandt dahin, undt meditiret
die Rache, wieder die Stadt Brehmen,
welchen, in einer unglücklichen rencontre,
viel volgk abgeschlagen worden.
Arras, versiret in extremis, und sol
die Frantzösische armèe, (nach eroberung Stenay)
des Ertzhertzogs läger, undt Circumvallation
|| [[Handschrift: 287r]]
an 4 orthen, haben ahngefallen, aber mit verlust
2000 Mann, abgetrieben worden sein.
Die Türgken, haben etzliche ChristenSchiffe, bey Morea
wieder hinweg genommen.
Jm Frangkenlande, zu Unnatz undt Bollnhauser10,
(zwey dörfer, dem herren von Pibra zustendig) hat
man in der luft, gesehen, den herren Christum, mit
einem großen creütz, SchweißTuch, undt Nägelmahlen,
neben etzlichen Engeln, umb ihn herumb, in die drey
Studen lang, und hette seine rechte handt, ge-
halten, über den Thüringer waldt, den lingken
arm aber, über Frangkenlandt, außgestregkt.
Solches hette der pfarrer von Pibra, selber
ahn den Superintendenten von Arnstedt, in der
Grafschaft Schwartzburgk, geschrieben, undt
würde, vor eine gewiße warheitt, von vielen
leütten, bekräftiget, undt mit eyden bestärgket.
Darauf wehre noch gefolget, ein neẅer comet Stern,
und andere zeichen am himmel, undt auf erden.
Zu Wien, wehre ein großes erdbeben gewesen,
und am hellen Mittage, am himmel, ein klahrer Stern
gesehen worden, 3 Tage lang, vor des Römischen Königes Tode,
der knopf, undt Spitze, vom höchsten Thurm, in Deützschlandt
zu Straßburgk, nemlich, ist auch eingefallen.
Nach dem absterben, des Römischen Königes, seindt des Römischen Königs
wapen, plötzlich von einer kupfern pforte, herundter gefallen
|| [[Handschrift: 287v]]
undt zweene Adler, (welche wol 16 iahr lang, in
der Kayßerlichen Burgk gewesen,) so baldt der Römische
König, Todt wahr, nahmen, wieder ihre ge-
wohnheitt, die fluchtt, auf Sankt Steffans Thurn[!],
allwo sie von den andern vögeln, also getri-
buliret wurden, das der eine darüber,
gantz hinweg flog, unwißendt wohin? der
ander aber, (weil er nicht weichen wollte
oder kondte) hat man aufm dache, ein loch
gemacht, damit er sich, vor den anfallenden
vögeln, verbergen können. Man berichtet
auch, aufs neẅe, von Wien, daß wiederumb
ein Sterrn, am hellen Mittage, daselbst gesehen wirdt.
Es scheinet, daß die Schotten, sich noch halten,
undt am gebirge, tapfer wehren.
Die päbstische cantons, in der Schweitz, haben
den protestirenden Cantons11, sagen laßen, Sie
möchten sich doch mit Cromwell, in keine alli-
ance einlaßen, oder darvon abstehen, Sie wollten
Sie, von wegen des Königes, in Spannien, undt
der Jtaliänischen Printzen, versichern, daß
Sie in allen dero landen, undt herrschaften,
Freyes exercitium der Religion, haben sollten.
|| [[Handschrift: 288r]]
Cromwell, hat dennoch, die Union, mit Spannien, in
großer Consideration.
Es continuirt, daß drey große flotten, in Engellandt
fertig liegen, die eine, au das landt, zu bewahren,
die andere und dritte, auf große, und geheime
ahnschläge, über Meer.
Der König, in Franckreich, hat Stenay erobert,
undt ist daselbst, den 6. Augustj; stylo novo eingezogen.
Hanß Schröhter, hat sich auch præsentiret, abschiedt
zu nehmen, undt hat mich, mit wein, beschenckt, in
unser Flaschenfutter.
Ein Schiffer, hat undter unserem Cammerfenster,
einen bötticher, fast zu Tode geschlagen, auf
seinem Schiffe. Wirdt der Justitiæ zu Theil werden.
perge
Gestern, hat eine iungfer (bürgerstandes) sich auß
desperation erhengkt, darumb dieweil ihre Eltern,
(welche beyde luttrisch sein, und sie auch in selbiger
Religion aufferzogen) nicht verstatten wollen,
das Sie, einen wackern iungen gesellen,
von unserer religion, nehmen sollte, unangese-
hen, das Sie beyderseitß einander hertzlich
geliebet, und auch einander, wol werth gewesen.
Waß hat nun diese austeritet, außgerichtet?
Alhier in Amsterdam, mag man nicht frey sprechen
oder reden, wieder Cromwell, und wieder den Staat
wie hiebevorn. Jhrer viel seindt darüber, jncarcerirt worden
|| [[Handschrift: 288v]]
zu 4[,] 5 in 6 wochen lang, mit waßer, undt
brodt in finstern kerkern, gespeiset, undt
übel tractiret. Solches, hat andere, frey
mehr, zu reden, abgeschregkt, andere
minas, zu geschweigen. Jedoch spricht der
gemeine unerfahrne Mann, wie ihm der
Schnabel gewachßen ist. Denn diß
freye volgk, wil sich also, die zungen, nicht
binden laßen.
Diesen abendt, hat mir, der wirtth, undt
wirttin, im Printzen von Uranien, (gute,
redliche leütte), valediciret. Und ich bin
gegen 7 uhr, in das vehrschiff getretten,
mit Carolo Ursino, meinen Jungkern, bedienten,
undt Comitat, nacher Haerderwyck zu gehen,
so von Amsterdam, ohngefehr sein mag, entlegen
zu waßer, von 8 biß in die 10 meilen.
Es wahr auch ein Frantzose, im Schiff, bey unß,
den wir, in der ruffe, oder cayhüte litten,
ein ältlicher feiner Mann, de Brueil genandt,
so vorzeitten, ein Soldat gewesen, undter dem
regiment dès gardes, des Königes in Franckreich
an itzo aber, <im haag> Tantzmeister ist, undt
einer vom Adel, ein cadet, sein will, auch
vorlengst, eine Spannische, vom Adel, geheyrathet hat.
|| [[Handschrift: 289r]]
Gott gab unß guten windt, also das wir in wenig
stunden, in der Nacht, haerderwyck erreichten, und mit
dem Tage, unß in einer Schuytte, übersetzen, undt
hinein bringen ließen. Die leüttlin wahren froh,
da sie mich sahen, das ich noch lebte, und mirs noch
paßlich ergienge, weil ich anno 1627 eine geraume
zeitt, daselbst, mich aufgehalten hatte, mit Meiner gemahlin.
perge
Ein iunger höckelum, kahm zu mir, deßen bruder,
welcher mein page gewesen, vor 30 iahren, undt
an itzo aufm lande wohnet.
| Meilenm. | |
| Also wahren wir des Morgens, <frühe> zu haerderwyck
in Gelderlandt, trungken ein wenig brandte- wein, (nach eingenommener Seheluft, und wen<viel> unruhe, auf dem Schiffe) und bekahmen, 2 wagen, und einen karren, auf Deventer zu in 9 stunden, zu fahren, ohne das pleistern, welches 2mal geschach, als nemlich das erste mahl zu Elßbit, auf zwey meilen, das andere zu wasen, alda unser Frantzose von unß schiede, und zu einem vom Adel (von Kannebergk nahe darbey) wanderte. Wir besahen eine kupfermüle darneben. |
6 |
Wir reyseten heütte, durch viel heyde, doch sahen
wir auch, gärtten[,] weide, und getreydig.
Deventer, ligt an der yßel, ist die hauptStadt
in Overyßel, eine feine große Stadt, iedoch
etwas auf die alte manier, erbawet.
hat <3> feine kirchen, <Stadthauß> undt <andere> haüser. hat einen
schönen wall, (darauf gegen die Jßel
baẅme lustig gepflantzet stehen,)
undt hüpsche bollwergke. <Jst wol fortificiret.>
Drey Compagnien zu fuß, undt 3 Compagnien zu roß,
liegen ahn itzo, in Deventer. Sie sollen aber, etwaß
Schwach sein, die compagnien[.]
Mein Sohn, hat die Stadt ein wenig besehen.
| Meilenm. | |
| Nachm FrüheStück, umb 11 uhr, mit wagen
undt karren, forthgezogen, in theẅrer vrachtt, von Deventer, nacher Bentheim, undt heütte nur gerayset, nacher Delden Von Deventer, nacher holtum, einem dorf undter dem droßt in Zallandt, a<zwo> meilen, oder vier Stunden, alda hat man gepleistert, undt weil wir schon <zu Deventer> gegeßen, undt das bier <zu holtum> sawer gewesen, und keinem annehmlich, auch wenig äpfel von einem bawm, geschüttelt worden, als hat man Schimpffliche worth, vom || [[Handschrift: 289ar]] wirtt, und von der wirttin, hören müßen, also das es wenig gefehlet, das man nicht (retorquendo) a verbis, ad verbora, gekommen wehre. Sie haben mit arrest nehmen, gedroẅet, und gewoltt, ich solte zahlen, waß ich, und meine leütte, (außer einer übelschmegkenden kanne biers, und wenig birn, vor Carolum Ursinum) nicht bekommen. Jch habe, gantz nichts, genoßen, und bin ein wenig, an der Thür, auf einem Stuel geseßen, auß- ruhende, bin auch, im hauße herumb gegangen, mit urlaub, auf ein heimlich gemach, im Stalle, daßelbe hin: und wieder gehen, haben sie auch alß eine beschwehrung, ahnrechnen wollen. Sonderlich, haben Sie, mit meinem Cammerdiehner, und mit Hanß Geörge Berger, scharf contestirt. Es scheinet, die Fuhrleütte, helfen den wirtten, damit sie durch die gäste, ihre zeche, bezahlt kriegen. Gott helfe unß wieder, zu guten leütten! |
4 |
Von holtem, nach Goer, ein flegken, 2 stunden, oder 1<Eine> <meile.>
lieget in der Twentte.
Von dannen, nach Delden, 2 Stunde, oder eine meile[.]
Dieses seind also, die vier meilen.
Delden, ist ein Städtlein, gehöret, undter den drost
von Twentte. heütte haben wir heidelandt, auch viel
weyde vor vieh, und pferde, auch etwas getreidig, und holtz gehabt.
<Warm, schön wetter.>
| Meilenm. | |
| Von Delden, nach Oldenzeel, ejne stadt, noch in die
Twentte, gehörig aldar gefüttert. Unferne, von Delden, paßirten wir, bey einer<m> edelmannß- hause, helden genandt, einem Riperda, zustendig. Jst ein fein hauß, undt gartten. perge |
2<3> |
| Meilenm. | |
| Von Oldenzeel, nacher Bentheim
alda ich, graf Ernst Wilhelm, wie auch einen Grafen von Eisenbergk, seiner Fraw- Mutter bruder, nemlich, graf hanß Ernsten ahngetroffen. Man hat mich freundlich entpfangen, wol logiret, undt tractiret. |
3 |
An der Tafel, bey der abendtmahlzeit, saßen:
Jch, mein Sohn, beyde Grafen, meine beyde
Jungkern, mein Secretarius, der alte drost
heide, der allte, 75Jährige hofmeister,
Stampo, (beyde, meine allte bekandten)
<Jtem:> ein Wolfen, von geschlecht, ein Raht Ba-
genstegker, ein prædicant. perge
Es gab allerley dißcurs.
Jch habe allhier, zu Bentheim, wol außgeruhet, guter
dißcurß, genoßen, undt meine desideria dem vetter
vorgetragen, welcher mich anfangs, dilatorisch,
beantwortett, hernachmalß, durch dero alten
Raht und droßt, Heide, eigentlich beantwortten
laßen, sich zum Theil excusirende, zum theil
allerley suadelen gebende.
J'ay èscrit, de bon anchre, au Prince Palatin de Neuburgc Dieu
me face la grace! que mes desseings, reüssissent!
Avis bekommen, das nicht allein der König in Dennemark
sondern auch, der hertzogk von hollstein Gottorpf, und
Fürst hanß zu Anhaltt, neben dem graven von Oldenburg
mit dem Protectore Olivier Cromwell tractirt,
und mit in den Frieden eingeschloßen werden sollen.
hingegen, wirdt daß gantze hauß Stuardt,
viel Englische herren, auch die<as> gegentheil in Schott-
landt, wie auch das hauß Naßaw, so den Staaden
dienet, benandtlich, Printz Wilhelm zu Löevarden,
Printz Moritz, zu Cleve, graf Fritz zu Rheinbergk,
der Rheingrave zu Maestrich, gouverneurs, nebenst
dem<n> herrn von Beverweert, Sulestein, Sommelßdyck, undt
andern, <in die 40 Belgæ> wie auch Wyckefort, und etzliche Niederlendische Pre-
dicanten, tanquam proditores, et Perturbatores pacis, aussgeschlossen!!!
<Windig. Sturm.>
heütte haben wir zwey predigten, gehöret,
in der capelle, allh...<ie>r zu Bentheim, eines
Oberlendischen predigers, genandt Metternach,
vor: undt nachmittage, wahr wol anzuhören.
Jch habe auch des graven neẅerbawten Sahl,
Schildereyen, rariteten, losament, allerley
schöne geschirre, von Agatha, Jaspis, etcetera uhrwergk[,]
undt Müntze, und andern artligkeitten, gesehen.
Jch habe auch den gartten, besehen, und die
Stügke, deren 12 sein, darundter zwey,
12pfündige, genandt Europa, und Africa,
so die Landgrävin, von heßen ihm geschengktt,
die übrigen, hat er zum theil selber gießen
laßen, zum Theil sonst erlanget.
Die Grävin, seine FrawMutter,
habe ich auch besucht, eine geborne von Eisenberg,
undt den pferdeStall, besehen, da-
rinnen wahren, ein 12 pferde, des graven,
undt ein 12 pferde, deß graven von Eisenbergk.
Auff den abendt, hat man poculiret, undt
abscheidt genommen, darnach aber, hat mich der
grave nöhtigen lassen, durch einen von Adel, noch hier zu bleiben.
<Noch windig wetter.>
Wiewol ich gestern, auf erlaßung, vertröstung bekommen,
So hat mich doch, mein höflicher vetter, Graf Ernst
Wilhelm, von Bentheim, noch heütte aufgehalten,
undt meine expedienda maturiret, auch gestern
abendt, alß ich schon abgekleidet gewesen, durch
den von Etzdorf, gar sehr bitten laßen, noch heütte
alhier zu verharren, undt ihm, diese ehre, ahnzuthun,
inmaßen heütte wiederholet worden, durch Ernst
Dietrich Rödern, welchen ich zu ihm, geschickt, undt
umb m ahnschaffung, pferde, und wagen, angesuchtt,
aber dißmal nichts erhalten können.
Die gute alte Grävin, ist heütte sehr
krangk, am Podagra, und Stein, gewesen,
Elle a aussy ün autre accident grief, reçeu
en sès couches, avec son fils puisnè. Gott beßere
es! und lindere, den schmertzlichen zustandt! perge
Gestern, ist auch, der iunge jonius von Amster-
dam, und Ütrecht ahnkommen, mit mir, den weg
in daß Fürstenthumb Anhaltt, zu seinem vatter,
(geliebt es Gott), mitt zu raysen.
Conversation gehabt, wie gestern, gehabtt, mit
beyden Graven. Mein vetter, hat auch den einen Doctor
Bagenstegker, seinen raht bey mir gehabt, in jmportantzen.
Nachmittags, habe ich, geschrieben, gelesen,
undt expedienda expediret. Postea: bin ich
zu des graven losament, gegangen, undt alß
ich ihn da nicht gefunden, bin ich mit meinen
leütten, hinundter in platz gegangen, da
der grave im Thor wahr, undt Carllchen
eine lußt, mit schießen, auß kleinen Stügklein
gemacht hatte. Jch gieng mit Meinem
vetter, vorß Thor, in gartten, spatziren,
tractirten seria, mitteinander, undt
im rückwege, sahe ich auch, so ein Stücklein
loß schießen, fuhrte ohngefehr eine kugel,
eines lots schwehr, artig gemachtt.
Mein Carolus Ursinus, hat diesen nachmittag,
zugebracht, jm brehtspiel, mit dem graven,
von Jsemburg, darnach, wahr er hinauß
spatziret, mit dem graven von Bentheim,
und da hatten sie, die Stücklein, loßgebrandt,
endlich, hatte er, die Rüstkammer, besehen.
Muß er also seine zeitt, auf dieser reise,
nicht mitt studieren, in diesen feriis
canicularibus, sondern mit besichtigungen,
und pourmenades, auch mit etwaß ruhe
von den travaillien, zubringen. Gott segene
undt erhalte ihn, in seiner furchtt, und allem gutem!
Den abendt, hat man mit guten dißcurßen, auch etwas
mit poculiren, zugebracht. Gott verzeyhe unß, unsere
sünden! Es ist zwahr, nur ad hilaritatem usque, undt
nicht mit vorsetzlichen exceßen, treẅhertzig, die
Maße, undt ordentliche Diæt, überschritten worden,
wie <leyder!> mos antiquus, in Germania, mit sich bringet.
<Windig, ungestümb.>
Mit meinem vetter, graf Ernst Wilhelm, von Bentheim,
habe ich diesen Morgen, allerley conversirt, in publicis
et privatis. Er hat all mancherley avisen bekommen,
undter andern auch diese: daß Arras, sich wol noch
defendirte, es lägen 4000 Soldaten, darinnen, undt
der König, in Frangkreich, kähme in person, davor, mit
einem Mächtigen läger, undt aufbott des arrierebans,
hette an 4 orthen, die Spannische circumvallation,
attacquiret, und hofte annoch durchzubrechen, zum
endtsatz. Die päße würden auch, zu den convoyen
undt proviandtirung, inß Spannische läger, abgeschnitten,
undt die bürgerschaft, in Arras, wehre gut Spannisch.
Ein iunger hertzogk, von Hollstein, des hertzogs zu Gottorff
Sohn, wehre zu Paris, an einem aposthemate, in der seitte, gestorben.
Die Türgken, setzten noch Candia hartt zu. Die venezianer,
rüsteten sich stargk, dargegen.
Die verenderung der guarde, in dem Haag, wie auch,
die Engelländischen und Niederlendischen avisen, <werden confirmirt, undt> continuiren.
Beyde Graven, von Bentheim, undt Eisenbergk, seindt
mit Mir hinauß gezogen, (der erste, mit mir gefahren,
der andere geritten) mir, daß geleidte, gebende,
ein guht stügke weges, ein pahr stunden lang.
| meilen. | |
| Darnach, hat man Treẅhertzigen abschiedt genommen,
Jch fuhre fortt, auf das Münsterische Städtlein Rhene, zu, ligt von Bentheim. |
2 oder 4 Stunden |
| Von dannen auf Bevergern, ein fest hauß
und städtlein darahn, welches neẅlich die Münsterischen, den Staaden, durch list abgenommen. |
1 oder 2 Stunden |
| Reisenberg, alda kaldte küche gehalten. | ½ oder 1 Stunde |
| Tecklenburg | 1½ oder 3 Stunden. |
Der hofmeister Wolffen, hat mich, bey der kaldten
küche, im Nahmen seines herren, tractiret, undt
ist den gantzen weg, mittgeritten.
Eine guhte ecke von Tecklaburgk, seindt
mir, graf Moritz, und sein Sohn, der Elltiste,
wie auch graf Philips, von der Lippe, entgegen
gefahren, und haben mich, mit ziemlichem comitat,
eingeholet.
Zu Tegklenburgk, entpfienge mich, jm hofe,
die Muhme, graf Moritz gemahlin, mit ihren Töchtern,
undt ich begleittete Jhre Liebden wieder, in dero zimmer.
Der Bey vetter, graf Moritz aber, <und sein Sohn> mich, in mein losament,
|| [[Handschrift: 289er]]
Als ich ein wenig mich abgeleget, habe ich baldt darnach
occasion gesucht, mit meinem vetter, (so wieder zu mir kommen)
in particuliere conferentz, zu tretten.
Bey der Abendtmalzeitt, gab es gute conversation,
undt pocula. Darnach, wurde getantzt, darinnen
dann die Fürstin von Bückeburgk, sich sehr wol
sehen ließ, undt ein Mayestetisch wesen præsentirte.
Umb Mitternacht, gienge man wieder voneinander.
Graf Philips, von der Lippe, (den ich, unvorsehens,
gestern allhier angetroffen, nach dem er, drey Tage
lang, stille gelegen, am Sonnabendt, ahngekommen
seyende!) ist, mit seiner Fürstlichen gemahlin, undt
zweyen Töchtern, <auch comitat> diesen vormittag, wieder,
gegen Bückeburg zu, wi<verrayset,> und hat<ben> sich gestern,
gar höflich, gegen mir, erzeiget, auch heütte offeriren laßen.
Der hofmeister Wolf, ist auch, mit den Benthei-
mischen pferden, <kutzschen, undt wagen> wieder zu seinem herren, gezogen.
Er vertritt, die hofmeister Stelle, dieweil der allte, 75
iährige hofmeister Stampo, zu Bentheim, unvermögen, undt
bawfällig wirdt. Derselbe, hat doch gleichwol, fleißig
auffgewartett, alß wir, zu Benthejm, wahren, auch mir, valediciret.
perge
Ob schon heyde, und holtz, undterwegens, neben der viehe-
zuchtt, zu sehen, undt zu spühren wahr, So gab es doch
auch, hin, und wieder, (gestriges Tages,) Agkerbaw, undt kornfrüchte.
Nota Bene Defaillance, & infirmitè, quj m'arriva, ceste apres disnèe, en conversant.
perge
|| [[Handschrift: 289ev]]
avec lés Princesses, & Monsieur le Conte. perge
Von den Fürstinnen, habe ich, diesen Abendt,
abschiedt genommen, wie auch etwaß von graf Moritzen[.]
| meilen. | |
| Von Tecklemburgk nach Oostcapel
alda wir kaldte küchen gehalten, nach dem wir zu Osnabrügk, zwo meilen von Tecklenburg durchpaßiret. |
3½ |
Baldt aber nach meinem aufbruch undt
eiligem forthreisen, von Tecklenburg kahmen
erstlich hofmeister Travelmann, undt
der iunge Grave, zu mir auf den platz,
(als ich schon aufgeseßen wahr) mit bitten,
excusiren, undt protestiren. Jch wanderte
aber, forth, nach höflicher gegenbezeigung.
Alß ich nun auß Tecklaburgk gantz
hinweg wahr, eine halbe oder ¾ stunden
weges, folgeten unß, graf Moritz, undt
sein Sohn, nach, undt præsentirten sich, mit
höflichem erbiehten, Mein vetter, satzte
sich, zu mir, auf die kutzsche, undt redete
wol 1½ Stunden, mit mir, noch allerhandt
schöne gespräche, und an einer bösen brügke
|| [[Handschrift: 289fr]]
(welche bawfällig wahr, und meines vorreütters pferdt
beynahe hinein gefallen, und getretten wehre) im Oßna-
brügkischen Stift, nahmen wir abschied von einander,
gar treẅhertzig. Es hat heütte stargk geregenet,
mehrentheilß, den gantzen Tag.
| Meilenm. | |
| Die beyden vom Adel, Müllner, undt hardt,
wahren flugks anfangs zur stelle, undt ritten mitt hinauß. Mit dem graven aber, und seinem Sohn, kehreten Lottem, undt Müllner, wieder ümb. hardt aber bliebe bey unß, biß zur kaldten küche, undt ließ mich tractiren, zu Oostcapel, alda nahm er abscheidt, nach dem eßen, undt ich ritte forth, auf Lävern zu, ein kloster alda ein Probst, undt ClosterJungfern sein. Allein, man hatte wenig lußt, unß zu herbergen. Baldt excusirte man, die absentz des Probsts, baldt des Schreibers, baldt das Armuth, undt verwüstung vom kriege hehr, baldt wahren die Schlüßel zu den gemächern, des klosters, nicht vorhanden, baldt war nicht Stallung genung. |
2 |
Endtlich, mußte ich, das kloster von außen,
ansehen, undt wurde, in einem schlechten hauße,
etwas accommodirt. Diß Päpstische kloster, gehöret,
undter das Chur:Brandenburgische Fürstenthumb, Minden.
perge
<Eine Stunde vom Osnabrückischen dorff sprach mich, ein iunger Tappe ahn.>
|| [[Handschrift: 289fv]]
Der kahm herundter gegangen, von seinem hause
Tappenburgk, am dorfd und wahr ein
bruders Sohn, des Kayserlichen Obersten Tappe, undt deßen,
welcher page hiebevor, zu Cöhten, gewesen.
Wir haben heütte mehrentheilß heyde,
undt weidelandt, auch etwaß holtz, undt
M getreydig gesehen, wie auch zimlich viel Vieh.
heütte, in der Nacht, ist eine MondFinsternüß,
zwischen 11 undt 12 uhren. Gott wende alles arge!
| Meilem. | |
| Von Lävern, (alda man unß außquittiret) nach Rade,
Jst Mindisch, und numehr ChurBrandenburgisch. |
1 |
| Meilenm. | |
| Von dannen nacher Diepenow, ist lüneburgisch
zur grafschaft Hoye, gehörig. |
1 |
| Von dar, auf die Uchtte
alda unß der Obrist leütenampt Breitlage, droßt, undt Jnnhaber des ortts, tractiret. |
2 |
| Der vetter, graf Moritz, entpfähet, über
die Uchtt, undt Freẅdenbergk, die lehen, von heßen Caßel. |
|
| Nachmittage, biß gen Lievenow
Dieser orth, gehöret nach Zelle. Lieget zimlich feste. Der Amptmann, hat uns, (in abwesen des drosts12, || [[Handschrift: 289gr]] nach etwaß verdrießlichen verzugk), aufgenommen. |
2 <große Meilenm.> |
Die Uchtte ist sehr ruinirt, undt der Thurn[!] gesprenget.
Es gehören 15 dörffer, zu diesem Amptte Uchtt. Von
dar ist Secretarius, Bährenreütt, undt heinrich Meü-
senholdt, von unß ab, zu ihren befreündten, inß Brehmische,
mit meiner erlaubnüß, gegangen.
Johann, den alten Tegklemburgischen Trompetter,
habe ich auch zur Uchtt, wieder abgefertiget, und mit den
vorspannpferden, ziehen laßen. Gott geleitte unß, allerseitß.
Man hat unß, eine große meile weges, in der irre
herumb geführet, biß wir nacher, Lievenow, ankommen.
| Meilem. | |
| Jch habe noch, zur Lievenaw, gefüttert, undt gefrühestügktt.
Darnach, seindt wir vollends, nach der Nyenburgk, an der weser, gefahren. Seindt Jst nur entlegen, von dannen |
1 perge |
Ehe wir in die Stadt, kahmen, paßirten wir am Thor,
die Wehser, über, eine höltzerne, wandelbahre brügke.
Der Capitain, Curdt hartwich, <Neẅhoff> welcher, über zwey compagnien
daß commando hat alhier, (dann stärgker ist an itzo, diese
besatzung, nicht, es sol aber, noch eine compagnie darzu kommen.)
hat sich præsentiret, bey Mir, undt eine Schildtwache, vor mein
losament, stellen laßen.
Gideon Daniel Hacke, <elltister Bürgermeister, zur Nyenburgk> (des hofraths, heinrich Hacken, zu
Plötzkaw, vatters bruder) Fürstlich Braunschweigisch Lüneburgischer
Schatzverordneter, der Niedergrafschafft Hoya, alhier zu Nienburg wohnende,
hiebevor gewesener gräflich Bentheimischer Rentmeister, hat sich, bey mir præsentiret.
Mais la premiere rèsponce, & expedition, est dilatoire, et ne vaut rien, quoy que civile.
La Vieille Douairiere de Coßwigk, ma Tante, reçoit par an
d'icy, six cents Dalers, au nom de son frere, le Conte d'Oldenburg,
lequel luy a cedè ceste somme, l'ayant emprüntèe, (c'est a dire
le capital) aux Dücs, de Brunswigk, et Lüneburgk; ce
quj fera dixmille Dalers, le capital. Et 12000 Dalers,
viennent pareillement d'emprünt, de l'Eveschè de Münster,
pour laquelle somme, semblablement, sont demeurèz
respondans les Contes de Bentheim, auxquels, la
Contè de Hoya, (laquelle a environ dix Baillages)
paye icy, par an, lès pensions, á certains termes,
lors qu'elles èschèent.
Burckardt Friese, oder Vreese, (noble) est aussy
ün dès ordonnèz, a la garde dü Thresor, (èspuisè)
Jtem: Friederich von Fullen, zu Wölpe, landTrost,
(noble) est aussy ordonnè a ce thresor. Jtem: il y a
ün èscrivain, au thresor, (que l'on tient, estre, fort vuide,
nonobstant ce grand tiltre vain!)
Jch habe an den herren von Schrahtembach, nach Bückeburgk
geschrieben. perge Darnach, bin ich, mit Carl Ursinus und meinen leütten,
auf den wall, spatziren gegangen, die Stügke, (so mehren-
theils, von eisen) die bollwergke, und Außenwergke, zu besehen.
Jch habe den allten hacke, frühe wieder bey mir
gehabtt, mais mon affaire, ne va pas bien, ains à recülons.
Als es vormittags, zeitt, zur predigt gewesen, bin ich,
zur kichen, gegangen, undt der commendant, nebenst noch
einem capitain, haben mich abgeholet.
Die kirche, ist fein gewölbet, undt renoviret, nicht übrig groß,
hat zwey orgeln, undt henget voller begräbnüßfahnen,
dann in der belägerung, vor iahren, (da der Oberste Limpach,
gegen den General Tilly, es defendiret), viel officirer, geblieben.
Die predigtt, ward gehalten, von einem luttrischen prediger,
welcher zu helmstädt studiret gehabt. Er hatte einen
schwartzen rogk ahn, wie unsere reformirte prediger, undt
kroche auch nicht undter die Cantzel, wenn er vater
unser, behtete, Sondern er behtete es lautt. Vorm
Altar aber, wahr der pfarrer, so die Epistel, undt
darnach das Evangelium, singende ablase, mit einem
Meßgewandt ahngethan, machte, reverentzen vor dem
Crucifix, und brauchte abgöttische ceremonien, mit
creütz machen, und dergleichen, Er half auch, die commu-
nion mit dem kelch, administriren, und goß den communi-
canten, die da vor ihm kniheten, den wein, in den Mundt,
der ander, so ihnen, die oblaten, in den Mundt schobe,
hatte eine gantz weiße casel, oder Alben ahn,
darauf nicht so viel creütz und mysteria gestigkt
wahren, wie auch auf des andern, seinem Chorrogk.
Die Musica wahr gut, undt wurde per jntervalla gehalten.
Zur mahlzeitt, habe ich den alten haagke behalten,
der commendant, und sein neben capitain, endtschuldigten sich,
weil der eine, zu hertzogk Christian Ludwig, seinem herren forthraysen sollen.
| Meilenm. | |
| Nach dem eßen, valedicirten mir, der Mitteßer hagke, und auch der
Commendante. Wir wanderten, nach der Neẅstadt am Rübenberge, eine Festung: |
3 |
Heide, undt holtz underwegens. viel Farrenkrautt, wie in Westpfalen.
|| [[Handschrift: 289hv]]
Es gab in Westphalen, nicht allejn, viel Farrenkrautt,
büchen, <haselnüße> undt Eichelmaßt, Sondern auch, sehr viel brammbeeren.
<Schön wetter.>
| Meilenm. | |
| Von der Neẅstadt, nach Ander hanover
bey der Stadt, und festung, nahe vorüber. |
3 |
| Der hertzogk Geörg Wilhelm, ist
an itzo, zu Rückling, auf der iagtt, so eine meile von hanover gelegen. On dit, qu'il a estè averty de ma venuë! perge |
|
| Meilenm. | |
| Vollends, nach Andern, ein dorf
aldar gefüttert, ob schon wenig vorhanden. |
1 |
| Nachmittage, vollends, nach Peine
ein Städtlein, undt paß, dem hertzoge zu Zell, Christian Ludwigen, zuständig. |
3 |
|
<Summa> |
<7 Meilenm.> |
Guht getreydelandt, haben wir heütte, gesehen,
Jtem: viel schönes viehes, kühe, Rinder, undt
Schaafe, auf der weyde. Die Erndte, wirdt
mit macht, getrieben, alhier zu lande, undt
es wundert mich, das sie noch nicht vollendet ist.
et cetera
Ein Rätzel, von Jona, in der unserer herberge
am Marcktt, gefunden; wie folget:
Es wahr ein Mann, an einem orth,
Er sahe nicht, undt höret kein wortt,
|| [[Handschrift: 289ir]]
Er saß nicht, undt stundt auch nicht,
Sonn, undt Mond, beschien ihn nicht,
Er kahm forth, wußte nicht, an welchen orth,
Er hatte, keine Speise, noch trangk,
Er lebte, undt wahr nicht krangk,
Er wahr nicht, im himmel, und nicht, auf erden,
Auch nicht undter der Erden,
Unser keiner, kan ihm gleich werden,
Waß er wahr, daß sindt wir alle,
Lieber! rath mir, daß, zu gefalle. perge
| Meilenm. | |
| Nach dem frühestügk, zu Peine, gen Braunschweig
durch feine ländereyen reich, an getreydig, und vieheweide, auch etwaß holtz, und undterschiedliche dörfer. |
3 |
Jch habe zum Bürgermeister Ülften, <den Elltisten Bürgermeister> geschickt, der sich neẅlichst,
(alß ich zu hildeßheim war, undt Hans Senf anhero sandte)
so wol erbotten, wehre ich nur dazumahl, <hie>herkommen,<?>
allein, an itzo, ist er bettlägerig, undt Todtkrangk,
So viel ist an der zeitt, undt Occasion gelegen! habe
derentwegen, zu dem andern Bürgermeister Thann, müßen
schicken, derselbige, ist in der kirche, undt Catechismuspredigtt,
(abermal remoræ!) il semble, que mon fait, ira le pas d'èscrevisse!
Pacience! Fronte capillata est; posthac Occasio calva!13 perge
Bürgermeister Thann, n'est pas, sj civil, comme estoit l'aztre. Il
est ün peu grossier. Jl y a bien de la difference,
entre ceux quj ont voyagè, et veü le Monde,
& entre ces cocqs, quj n'ont senty que leur fümier!
Monsieur Langiahr, so mich hiebevorn gekandt, undt
seidthero Stallmeister, bey dem Schwedischen graffen
Magno de la Garde, gewesen, auch noch, sein
Pensionarius, von hauß auß, ist, und an itzo, einen
proceß, wegen seiner Frawen von Sallern) alhier
außzuüben hat, hat sich, bey mir præsentiret,
mich auch, zu fuße, nebenst meinen Junckern, begleittet,
alß ich zu der Faulen Mette, gefahren,
nebenst<zusampt> Carolo Ursino. Dieses, ist ein großes
Stügk, lieget auf einer pasteyen des walles,
(unferrne von Sankt Michaelis Thor) wirdt die
Faule Mette, genandt, weil sie wol faulentzet,
und immerforth da lieget. Jst sehr weitt, undt
siehet einem Böhler14, oder Mörsel, gleicher, alß einem
Stück, oder canon. Mag eine <Steinerne> kugel, von 500
Pfund (libra)℔: schießen, oder werfen, und sie träget weitt,
über das waßer, undt Moraß, <biß an eine Mühle.> Man kan fast
darinnen sitzen, inmaßen Sie sagen, ein Schuester,
habe, (salvo honore) ein par Schue, darinnen verfertiget. Das
|| [[Handschrift: 289jr]]
ist aber, also zu verstehen, Wann er innwendig geseßen, am
im Mundtloch, undt die beine herauß gehengkt, welches leicht
zu thun, unser etzliche, es auch versucht. Mein kleiner Carll, hat
gar wol und bequehmlich, in dem laufft, sitzen können,
große stargke kerll aber, seindt gar darinnen gelegen.
Dieser Mortier, oder große Stügkbüchßen, ist gegoßen,
der überschrift nach, anno: 1411. Jm Diametro, ist es
hoch undt breitt, 5 MannsSpannen, der pulversagk
innwendig, 3½ Spannen, im umbkreiß, oder circkel innwendig
11 Spannen, die digke außwendig, am Mundloch, wahr
14 Spannen, die gantze länge deßelben, wahr nur, 13 Spannen.
Es stunden auch noch andere 3 oder 4 feine alte undt
neẅe, 24pfündige, Metallene Stügke, darbey, auf
selbigem bollwergke, oder pasteye, <und sonst hin, und wieder, auff dem walle[.]> Es ist alles irregular,
undt auf die allte manier, erbawet.
Alß wir wieder zurügkee, zu unserm losament,
des güldenen loẅens, fuhren, kahmen Schwedische
gesandten, mit einer carosse, mit 6 pferden, und mit
einem packwagen, eben auch dahin. Sie wurden
erstlich, vor Königliche gesandten, außgegeben, darnach
aber erfuhre ichs, das Sie von der Regierung, von
Staade, geschickt wehren, im nahmen des hertzogthumbs
Brehmen, und Ferden, alhier in Braunschweig, auf dem auß-
geschriebenen NiederSäxischen CrayßTage, zu erscheinen, und zu Votiren.
Sie heißen: 1. Nicolaus, von Höpken, Director, und Vicecantzler zu Staade.
2. Der ander, ist, ein Marschalgk von Geschlecht, Schwedischer CantzeleyRath.
Zur abendtmahlzeitt, habe ich, Monsieur Langiahr behallten.
Jl a estüdiè, parle les langues, a voyagè, est courtisan,
& Politique, et fort süffisant, mais ün peu trop
passionnè, pour les Swedois, (se repentant, d'estre
nè Austrichien) & fort obstinè, a maintenur sès
discours, contre quj, que ce soit! & a rejetter les ray-
sonnemens d'autruy, se playsant a s'entendre, soy mesme!
Jl est zelè Lütherien. perge Nihil est, ab omni parte, beatum!15
Die Avisen, alhier zu Braunschweig geben:
Daß Arras, zwahr in extremis, versire, (mangel
an munition, leidende) es hette auch der Printz von Condè,
mit verlußt, seines gantzen Regiments, ein horn-
wergk an der einen pforte, eingenommen, und
wehre darüber, in eine handt, mit einer
granate, beschädiget worden, (wiewol ihn Son
Altesse Jmperiale, der Ertzhertzogk gewarnet
seine person, nicht also zu hasardiren, er aber
gesinnet seye, Arras zu emportiren, oder daß
leben aufzusetzen) So theten aber doch, die
Frantzosen darinnen, auf ihres Königes, ahn-
zug, sich verlaßende, tapfere gegenwehre,
und wollten, von keiner übergabe, hören.
Der König in Frankreich undt der Mareschal, de Türenne,
|| [[Handschrift: 290r]]
lägen persöhnlich, mit 40000 Mann, davor, hetten die doppelte
feste circumVallation, der Spannischen, mit großer furie
angegriffen, wehren aber, mit verlußt, 3000 Mann, und guter
Officirer, abgeschlagen worden. Gleichwol hielten sie
die convoyen ab, welche inß Spannische läger, wollten,
und erwarteten den arriereban, und gantzen
aufbott, des königreichs. Alßdann, wollte der König,
noch einen versuch, mit der gantzen armèe, thun,
undt sollte auch, die helfte derselben, darauf
gehen, ob durchzubrechen müglich? Wehre eine große
impresa, undt für Menschlichen augen, unmüglich!
(Wer ist nun schuldig, an so vielem vergoßenem Christen-
bluht, undt waß noch ferner vergoßen möchte werden?
perge)
Der Cardinal de Rhèz, ist durch hülfe seines
bruders, des Düc de Rhéz auß seiner gefängnüß,
des Schloßes, zu Angiers, entrunnen, darumb, die
Thumbherren z zu Paris, in der haüptkirchen, de Nostre Dame,
das Te Deum laudamus, gesungen, und triumphiret,
welches, der gouverneur, (wie gerne er auch gewoltt),
nicht zu verhindern, vermochtt.
Cromwell, wil nicht leiden, das die holländer, sollen
den Brehmern, wieder seine alliirten Schweden, hülfe
leisten. Vielleicht, will er Sie selber, endtsetzen, und occupiren.
Der König in Schweden, rüstet sich zu seinem beylager, im herbst,
wiewol groß klagen zu Gottorff ist, wegen des verstorbenen Elltisten
|| [[Handschrift: 290v]]
Printzen, Fridericj, in Paris, welcher, 18 iahr altt, undt von
großer hofnung, gewesen. Jst zu bedawren! perge
Die große See:armaturen, in Engellandt,
continujren. Man weiß noch nicht, wohin, sie
angesehen? Es gibt aber, undterschiedliche opinionen.
Der König, in Schweden, verstärgket auch, seine
Generalln, vor Brehmen, mit volgk.
Zu Copenhagen, zu Dantzigk, zu Preßburgk,
sol die pest, graßiren. Der Kayser, hat
des letzeren ortts wegen, den Ungarischen
landtTag, verschieben müßen.
Der König in Polen, gebraucht sich, nicht
allein, der Pollnischen[,] littawer, und deützschen
völgker, wieder die Moßkowiter, undt
Cosagken, (welche Schmolenßko hart belägert)
sondern auch der Tartarn, weßentwegen,
er auch, an den großen Cham[!], geschrieben,
die angebottene Türgkische hülfe aber, verworfen.
Die Fürsten Radzivil, Janusch, und Bogislaus,
thun ihr bestes, ihr vaterland, zu defendiren,
sonderlich Lyttawen.
Der neẅe Hoßpodar, in der Wallachey,
hat des alten Hospodars, gemahlin, endthaüpten,
|| [[Handschrift: 291r]]
undt ihrem iungen Söhnlein16, die Nase abschneiden, undt
ihn dadurch, untüchtig, zur succeßion, machen laßen.
(Ô grawsamkeitt! undter diesen Barbarischen völgkern! perge)
Die Türgken, in Dalmatia, haben einen anschlag, auf
Clissa, undt Spalatro, <vor> derowegen sich, die venezianer,
zur gegen wehre gefast machen. Jn Candiâ, gehet es
noch, nach der allten weise, und die venezianischen generalln,
haben etzliche proviantSchiffe bekommen, welche in
Canêa, einlauffen wollen.
Der König, in Spannien, improbirt die action, seiner
ministrorum, das sie Genoua abtrünnig gemachtt,
undt mit Finale, in einander, gehetzt, will sie
kurtzumb wieder, vereiniget, undt das feẅer gedempft wißen.
perge
Jn Catalonien, hat der Prince de Conty, wiederumb,
progreßen. Erobert, kleine Städte, undt Castellen.
Der Cromwell, verfolget etzliche prædicanten,
so allzufrey geprediget, mit gefängnüß, verwei-
sungen, undt andern strafen.
General Midleton, undt seine Schotten, seindt
vom Engelländischen General Mongk, undt Obersten
Morgan, gäntzlich geschlagen, über welcher Victorie
die hollendischen Ambassadeurs17 zu Londen, (welche die satis-
faction gelder, wegen derer, in Dennemarck, hiebevor, ver-
arrestirten Schiffe, überbringen müssen) dem Cromwell, gratuliret! perge
Diesen Morgen seindt meine desideria, in pleno,
dem Rath, alhier zu Braunschweig vom Bürgermeister Thann, vorgetragen
worden. On en verra l'effect, apprehendè!
Sie haben viel wesens, wollen haben, von
schriftlichen Memoriallen, undt dergleichen, so ich
aber, recusirt. On manifeste, par ceste proce-
düre, nos actions, & l'on ne gaigne rien.
Der wirth allhier, hat noch mehr, alß
gestern abendts, darauf gedrungen, ich
möchte doch zugleich, mit den Schwedischen
Abgesandten speisen, es fiehle ihm gar zu
beschwehrlich zweyerley tractamenten
zu geben. Er hette sie zwahr, die Legaten,
noch nicht darüber vernommen, zweifelte aber
doch nicht, Sie würden es gar gerne thun,
es wehren höfliche, <vornehme> und nicht so schlechte leütte,
als man sich einbilden möchte? Sie wehren wol
würdig, mit mir, zu eßen. Gestern, wehren
Sie spähte ahnkommen, und wehren müde gewesen,
von der rayse, hetten auch gerne allein
bleiben wollen, aber heütte, wehre es, ein anders.
|| [[Handschrift: 292r]]
Jch aber, dringe darauf, (weil ich hußte, und vielleicht,
heütte forth wollte, da ich köndte?) Sie möchten mich, und meine
leüttlin, alleine speisen, undt eher, ein Frühestügk, alß eine Mahl-
zeitt geben, zumahl, da wir gestern, alleine gespeiset.
J'apprehens aussy lès soupçons, divers jnterests, discours offen-
sifs, demandes jmportünes, de ce, que j'ay fait, & fay icy, &
peut estre dès competences mal-ordonnèes. Jls ne sont
point Ambassadeurs Royaulx, et vouldront estre traittèz a la Royalle,
paraventüre. On ne scauroit assèz, se contregarder! perge
Vor eßens, seindt noch die Fürstlichen wolfenbüttelischen Gesandten18,
in unser losament kommen, die Schwedischen zu besuchen.
Carolus Ursinus, ist nach dem dumb zu, geritten, denselben zu besehen.
Der Rath, hat mir, nach gehaltener Deliberation, sagen
laßen, umb 10 uhr, vormittags, Sie köndten noch nicht recht
schlüßig werden, in meinen desideriis, wolten aber sehen,
ob Sie nachmittage, umb 1 oder 2 uhr, iemanden, auß
ihrem Mittel, zu Mir, abordnen köndten, undt ihre erkläh-
rung, wißen laßen, inndeßen, bahten Sie mich, mich zu gedulden.
Umb 2 uhr, kahm der consulent, oder consiliarius,
dieser Stadt Braunschweig, Bawmgartten, zu Mir,
(nach gebehtener audientz!) machte, viel ziehrliche, undt
schöne complimenten, im nahmen, dieser Stadt, undt
offerirte jhre affection, treflich, excusirte, die langsahme
beneventirung, und, (weil ich wartten müßen,) wolten Sie mich auß-
quittiren, erinnerten sich, der gevatterschafft, und bahten umb guhte
recommendation, bey Kayserlicher Mayestät[,] beym hause Braunschweig, undt
|| [[Handschrift: 292v]]
andern, bahten, umb geheimhaltung, meiner desiderien,
(wie ich auch,!) sonderlich, vor den Schwedischen, undt andern
gesandten, von denen sie gantz nichts wißen wollten,
viel weniger, von der jntimation, des krayßTages
allhier, welches ihnen frembde, undt wundersam
vorkömbt. Die assignation, Cæsareæ Maiestatis können
sie darumb nicht annehmen, dieweil 1. (ihres
wißens,) die völligen, 100 RömerMonat,
nicht bewilliget wehren, sondern nur, die
25 undt die 13 bekandte perge 2. Wann schon
alles richtig, undt verwilliget, so wehre es
einer hohen person, (welche er nicht nennen
dörfte, wüßte Sie auch eigentlich nicht)
schon ahngewiesen, also das es, in ihren mächten
nicht stünde, mir zu gratificiren, wie
sonst ihre willfährige <pflicht[,]> schuldigkeitt, undt
undterthenige affection, solches erforderte[.]
Dieser Mann, wahr sehr höflich. Sonsten,
klagte er, daß der Director ihres rahts, der
Elltiste Bürgemejster[!], Todtkrangk wehre, undt
viel auß ihrem Mittel, theils gestorben, theils
sehr krangk (cela me donne, des arrierepensèes)
ich würde schlecht aufgewartet, bähte, ich möchte
doch vorljeb nehmen. etcetera etcetera etcetera <Offerirte inßkünftige, gute Officia.>
Nachmittages, habe ich die meiste zeitt, mit dißcuriren, mit
Langiahr, zugebracht, habe denselben auch zur abendtmalzeitt
wieder behalten. Jl a tenü de bons propos, estant moins
passionnè qu'hier! et plüs solide. Jl est rüsè, se scachant accom-
moder, mais il n'a sceü penetrer, mès jntentions, & desseings,
entreprins, & encores a poursuivre, Dieu aydant! perge
Geschrieben, nacher Caßel, Heidelbergk, Darmstadt,
Stugkardt, Kayßerslauttern, und Hanß Geörge Bergern,
zum Musico, recommendirt. Gott gebe succeß, aufs
wenigste, ahn meinem orth! nach seinem gnedigen wjllen! perge
<Reiff, käldte, des Morgens.>
Das frühestügk, mit meinem Sohn, undt Jungkern, eingenommen,
unser wirth, (einer, von Horn) hat sich darbey præsentiret,
So habe ich denselben, dißmahl, mitteßen laßen. Sein
vatter, ist Elltister Bürgemeister[!], alhier in Braunschweigk
gewesen, hat auch lehen: undt landgühter, undter dem hertzogk.
Nachm Frühestügk, ist Langiahr wiederkommen, abschied zu
nehmen, wie auch ein Foß, sich sehen laßen, und andere.
Bin also abgereyset, von Braunschweig, (welches 15 kirchen,
9 Thor, undt 5 weichbilder, und rathhaüser, haben soll)
undt ist zimblicher zulauff, unß zu sehen, gewesen. Vorm<Am> Thore
da wir hinauß gezogen, stunde eine compagnie, in armis,
mir zu ehren, undt es wurden mir auch zu ehren 4 Stügke gelöset.
|| [[Handschrift: 293v]]
Es sollen über die 100 Stügke, auf dem wall,
hin: und wieder, zerstreẅet liegen, und noch im
zeüghause in die 80 sein, iedoch, in unordnung,
undt unaufgereümbt, derentwegen, sich auch gestern
der Magistrat, endtschuldigen laßen, das Sie mir,
ihr zeüghauß, nicht sehen laßen dörften.
Alß ich, beym vornehmbsten rathhause, in der
Allten Stadt, vorüber paßirte, kahmen eben die
Schwedischen Gesandten, (so daselbst, mit den
Fürstlich Magdeburgischen[,] auch Braunschweigisch lüneburgischen19,
undt andern, versamlet gewesen) herundter,
und w erzeigeten sich, gegen mir, gar ehrerbietig.
| Meilenm. | |
| Von Braunschweig, auf Schöppenstedt | 4 |
| Heßen damm, und durch heßen | 2 |
|
Därschen, ein Städtlein, undt Amptt, ahn
itzo, dem graven von Waldegk, neẅen Thumbprobst zu halberstadt, zustendig Jst eigentlich nur eine halbe meile, aber, wie man es rechnet, schreibe ichs auff. |
1 |
|
<7 Meilenm:> |
Daß landt, ist kornreich, wie bekandt,
und an itzo, ist noch alles, in voller erndte,
sonderlich lieget das Sommergetreydig, meistlich, noch im Felde.
Wir ließen Wolffenbüttel, wol auf eine meile weges, liegen. perge
Wir haben auf dem Ampthause gelegen, alda ein Amptmann,
undt Amptschreiber20 ist. Zu anfangs haben sie sich excusiret,
endtlich aber, mich aufgenommen, weil nichts in der herberge, zu
bekommen gewesen. Dieser orth, ist durch krieg, undt brandt,
sehr ruiniret.
<Steuerresta, 21 ThalerThlr:>
<Käldte Nebel mane.>
| Meilenm | |
| Von Därschen, auf Halberstadt
alda ist Carolus Ursinus von mir geschieden, undt mit Ernst Rödern, nacher Grüningen geritten, selbiges hauß, kirche, und Faß zu besehen. |
2 |
| Jch aber, bin forth, durch harßleben, vorüber,
bey Ditfurth, vorüber, auf Padeborn zu gefahren alda bey dem Amptmann Martino Schmidt, mahl- zeitt gehalten, undt auf meinem hofe, meine pferde füttern laßen, theilß auch vorahn, nacher Ballenstedt geschickt. |
2½ |
<Nota Bene[:]> Der erste anbligk, wahr lugubris, alß ich
den Amptmann, in einer schwartzen binde, und Trawer-
habit, ersahe, weil seine Fraw, vor 4 wochen,
verschieden. Gott tröste, die affligirten!
Mein allter diehner, undt CammerJungker, Rindtorff,
sol zu Bernburgk, (als er vermeint ein Rehe auf einer
breitte, zu eriagen) einen arm außgefallen, und verdorben haben.
Tobias Steffegk, hat auch damalß, einen heßlichen fall, in
ein Fuchßloch, nicht ohne gefahr, gethan.
Bodenhausens Söhnlein, ein kindt von 10 iahren, hat in ab-
wesenheit seines vatters, ein großes pferdt, reitten
wollen, nach dem er sich, auf einem kleinen, satt
geritten, und seines vatters schreiber, (dem er re-
commendirt worden) so lange genöhtiget, biß er
ihn, wieder seinen willen, auf das große pferdt,
(welches sonst, gar altt, steiff, und fromb gewesen)
endlich sitzen laßen. So baldt der knabe, darauf
geritten, hat es angefangen, stargk zu toben,
undt zu traben, endlich gar außzureißen, undt
das kindt, auß dem Sattel, zu werfen, also: das
es im staigbügel behengken blieben, und weitt
geschlaift, arm, undt beine zerbrochen, undt
der kopf iämmerlich zerschmettert, auch dadurch sein
leidiges ende, zum höchsten bekümmernüß, der
betrübten Elltern, ohne rettung, und hülfsMittel
acceleriret worden. Jst wol erbärmlich zu hören!
Bey diesen fällen, mag, nicht viel gutes, gewesen sein.
Gott tröste! die affligirten! undt bewahre einem
ieglichen, allerseitß die Seinigen, vor unglück!
Tappe, der Schuester, vorm berge, zu Bernburgk,
ist plötzlich, an einem aposthema, lebendig, und Todt, gewesen,
wiewol er ein iunger stargker Mensch wahr.
Die alte Tappin, (gewesene AmptFraw, vor vielen iahren)
ist auch neẅlichst geschwinde gestorben.
Salomon Muschwitz, in der Stadt <Bernburgk>, ist verschieden, <ein
alter Soldat, und alter Anhaltischer diener.
perge>
Der große Kersten, ist Todtkrangk. Viel andere,
sollen endtweder Todt, oder krangk, alda sein. Gott
wolle alle landplagen, in gnaden abwenden! undt
die schwehren strafen, lindern! perge
Die Römerzüge, seindt außgeschrieben, gegen Michaelis,
einzubringen.
Die Fürstin von Zerbst, ist inndeßen, zu Bernburgk
bey meiner gemahlin Liebden undt gar lustig gewesen.
Mein Bruder, Fürst Friederich, ist mit leibs[-],
undt lebensgefahr, durch die Moren, undt Türgken,
in marj Mediterraneo, auf den Frantzösischen cüsten,
endlich (Gott lob,) angelendet, undt Nach Genf
kommen, alda er die conversation, meines Sohns,
Victoris Amadej, vor sich, gefunden, undt mitt-
einander viel umbzugehen, ahnlaß gewonnen.
Gott gebe gnade! Segen! succeß! gesundheitt,
eintrachtt, Sicherheitt, Tugendtliche wergke,
undt übungen, in wahrer Gottesforchtt, zu allen Theilen! perge
| Meilem. | |
| Von Padeborn, vollends nacher Ballenstedt21, nachmittage
alda mir der Amptschreiber Cnüttel, und der iunge Davidt Schmidt, des Amptmannes Sohn undterthänig zugesprochen, und aufgewartet[.] |
½ |
Die Erndte, ist mehrentheilß geschehen, iedoch lieget
noch der haber, in schwaden, auf den feldern.
Daß winttergetreydig, undt der gersten,
seindt eingeführet, geben nicht viel, in schogken,
undt scheffeln, (der Schreiber, bericht nach)
undt füllen gleichwol die Scheünen, sehr, mit Stohe.
Pacience! Dieu vueille pünir, l'jnfidelitè!
& ne retirer, sès benedictions, de nous! perge
Carolus Ursinus, ist von Grühningen, auch
Gott lob, wol wiederkommen. Gott wolle
ihn ferner, vor unglügk, bewahren! perge undt
an leib, undt Seele, segenen! perge
On a nouvelles á Dessaw, que ie soye devenü
a á Amsterdam, soudainement, fort malade,
et que i'y soye gisant a la mort, gardant le lict.
Milagius le chancellier, en a eü, et donnè l'avis,
par ceste Principautè. Dieumercy, ie vis encores!
Avis: daß der neẅe König in Schweden, etzliche
Regimenter, nacher Pommern zu, wieder die Stadt
Brehmen, marchiren laße, hingegen, wehren schon
zehen Kayserliche Regimenter, am Thüringer waldt,
zu Jlmenaw, ahnkommen, der Stadt Brehmen, zu hülffe.
<Reiff, mane.>
Jn die kirche, (conjunctim) vormittages, alhier zu Bernburg
et cetera
Gestern abendt, noch conversiret, mit Sekerka, Wallwitz,
Jehna, Tobias Steffeck von Kolodey &cetera[.]
heütte zu Mittage, über die vorigen, extra gehabtt,
den CammerRath, Doctor Mechovium, undt hofprediger Mencelium.
perge
Mala omina gestern! Meines Carolj Ursinj hündlein,
Coridon, (welches die gantze reise unahngestoßen durch-
kommen) ist gestern, bey Güsten, von dreyen Schäferhunden
ahngefallen, undt von dem einen, sehr gebißen,
undt fast erwürget worden. Vorgestern, alß
den Tag, vor unserer ahnkunft, ist, der schöne
weiße Gehrfalck, meines Söhnleins, gestorben! perge
Schreiben, von Fürst Friedrich[,] von Viktor Amadeus auß Genf. Der erste
hat große gefahr, und attacquen, in marj Medi-
terraneo, von Seeraübern, gehabtt. Der ander, lernet
fleißig, reitten, fechten, Tantzen, Voltigiren, picque
schwingen, Musicam, und die Sprachen, hat aber einen
bösen Fluß, am lingken auge, den er oft curiren
laßen muß. Gott wende es, zur erwüntzschten
beßerung! undt daß man media habe, nachzusetzen!
Nachmittags, wieder in die kirche, conjunctim.
Darnach, habe ich, den hofrath Jehna, postea:
den Amptmann Richardt, item: hanß Senff, item:
den landrichter Bergen, successive, bey
mir gehabt, in diversis functionibus.
Schreiben, von Caßel. Annunciatio, der neẅgeburth,
eines iungen Sohns, mit freẅden. Gott erhalte ihn!
Von Croßen auch undterschiedliche aviß.
Den krangken Rindtorf, und seine Fraw,
habe ich, durch Rödern, besuchen laßen.
Jch bin irre worden, im Tage, in dem
ich vorige paginam, nicht undter den Sonna-
bendt, sondern, undter den Sontag, schreiben
sollen, vom kirchen gehen, besuchung der
krangken, undt dergleichen. perge
Erarre; Humanum est! perseverare Diabolicum.22
Der hofrath, Paulus Ludwig, ist diesen Morgen,
bey mir gewesen, vorzutragen, undt zu referi-
ren, was in meiner absentz vorgegangen.
Mein alter diehner, Christian Groß, sonst der
Große Kersten genandt, ist diesen Morgen an der
|| [[Handschrift: 297r]]
Schwindtsuchtt, sehliglich verschieden. Gott belohne
seinen eifer, undt Treẅe! und rechne ihm, seine
Schwachheitten nicht zu, umb Christj willen! perge
Magister Mencelius, hat sich auch præsentiret, undt
von seiner rayße in hollandt, und erlittenen
Sturm, nel ritorno auf hamburgk, relation gethan.
Abermahlige schreiben von Genff, von meinem Sohn
Viktor Amadeus[,] vom hammeln, undt Einsideln, entpfangen. Gott
lob! undt dangk! meines Sohnes, augenflüße, seindt
curiret, und er exerciret sich wieder, wie zuvorn.
Gott helfe ferner, mit gnadenreichem Segen! perge
zu allem erwüntzschtem wolergehen. perge
Avis: daß im Deßawischen, einer von heese,
einen Zanthier, erstochen, weil ihre kornfuhren
ineinander gefahren, und der eine, des andern
Fuhrmann, darüber flächling, mit dem degen,
abgeschmiehret. Liederliche uhrsachen!
Philipp Güder, hat sich auch præsentiret, mit
seinen zetteln, undt relationen.
Mon fils, Charles, est allè, á Ballenstedt, avec
Röder, et trois serviteurs.
Magistrum Mencelium, extra zu Mittage, behalten.
Schreiben, von Caspar Pfaw, und undterschiedliche supplicationes,
von Bürgermeister Tornaw, vom Doctor Fischer, Geistlichen, und andern.
Die Avisen geben:
Daß Arras, vom Frantzosen, endtsetzet, undt
der Visconte, oder Prince de Türenne, mit der
Frantzösischen armèe, undt Adel, des arrierebans,
glügklich, durchgebrochen seye, und die Spannische
circumvallation, undt feste wergke, (wieder
aller Menschen gedangken,) forciret habe,
der Ertzhertzogk, hette sich, nacher Douay, mit
3000 Mann, retiriret, der hertzogk von
Lottringhen, mit seinen völgkern, nach Ryßel,
und der Printz von Condè, nach Valenchiennes.
Der Cardinal de Rhèz, ist auß dem Schloße
zu Nantes, durch hülfe seines bruders, ge-
wiß entrunnen, und <hat> an einem Sail, sich
herundter gelaßen. Jst auf einem
Schiflein darnach darvon gefahren,
nach Blois, zum Düc d'Orleans.
Zu Paris, hat man, das Te Deum laudamus
darüber gesungen, in der kirchen, de Nostre Dame;
und den Cardinal de Milleraye23, welcher ordre
|| [[Handschrift: 298r]]
gehabt, ihn zu bewachen, undt noch schärfer zu custodiren,
etwaß in ungleichen verdacht, gezogen.
Es continuirt, daß der gute iunge Printz von
Hollstein Gottorf, zu Paris, an einem giftigen fieber
oder malignitet, gestorben.
Jtem: das Cromwell, große dinge vorhabe,
mit seinen armaturen, und dem König in Dennemargk
(nach geschloßenem Friede), den zollfreyen durchpaß
durch den Sundt, und die freye handlung, auf
Norwegen, abzwingen, und den dähnischen Agenten
in Londen, darzu nöhtigen wolle.
Die exclusion, des hauses Uranien, undt
die Dißidia der Staaden, continuiren.
Der König, in Spannien, sähe gerne, die Genueser,
reconcilijret, weil aller credit, darüber
periclitiret. Die Jndianische Sjlber Flotta
aber, sol mit 7 millionen, bahr, und mit
13 registrirten millionen, zu Calis Malis,
in salvo, arriviret sein.
Der Türgke hat abermal Canêa endtsetzt,
und proviantiret, undt setzet Dalmatien, hartt zu.
Jn einem Treffen, bey Tine, haben die venezianer,
etzliche Schiffe, erobert.
Der Chmielinßky, sol haben, dem Tartarischen
Cham[!], (weil er sich, mit Polen, vereiniget)
mit gift, vergeben laßen, undt ih<seinen bruder> erinnert,
weil derselbe succediren würde, es mit ihm,
undt den Cosagken, zu halten.
Der Römische Kayser, ist intentioniret,
seinen Sohn, Leopoldum, zum Ungarischen Könige,
kröhnen zu laßen, wiewol die graßi-
rende Seüche zu Preßburgk, und die ein-
schleichende zu Wien, hinderlich darahn ist.
Jhre Kayserliche Mayestät haben die exequien
dero herrn Sohnes, des Römischen Königes, zu Wien,
solenniter gehalten, Seindt darnach, wieder
nach Eberßdorf gezogen, und haben, sub
poena bannj, Jmperialis beyden parthien, im
Brehmischen unwesen, anbefohlen, die waffen
niederzulegen, undt die hostiliteten, einzustellen.
Pfaltzgrave Ruprecht, ist am Kayserlichen hofe,
mit ... 12 personen, undt 2 moren, erschienen,
vor den König, in Engellandt, secours zu sollicitiren.
Des Graven von Wasemburgk, Gustavj Sehligen leichnam, ist
zu Wißmar ankommen, und bey der abfuhre nacher Schweden,
mit salven, undt Canonschüßen, zu guter letzte, honoriret worden.
Philipp Güder, ist bey mir wiederumb zu abends,
gewesen. Jtem: Hanß Senff. perge Depesche neufue;
Dieu la benie! perge
<Regen, so in vielen wochen außengeblieben.>
Jch habe, viel Cantzeley sachen, durchlesen, in publicis,
undt in Polizey: undt andern sachen, <auch in Oeconomicis.>
Postea; in meines Sohnes, Victoris, cabinet, undt
büchern, mich umbgesehen. <Postea: seine kleider lassen lüften.>
Mit dem hofrat Jehna, viel conversiret.
item: mit meinem Hofmeister Sekerka,
Wallwitz, der Frawenzimmer hofmeister,
hat heütte zum erstenmahl, zur ader, gelaßen,
unahngesehen er 30 iahr schon altt ist. Gott
laße es ihm, wol gedeyen.
Jch habe, an meinen Sohn Viktor Amadeus nacher Genff,
item: an meinen bruder, dorthin, So dann auch,
ahn die Churfürstliche wittibe nacher Croßen, gegen
die post, geschrieben. Gott helfe, das alles
wol durchkomme!
Jehna hat die Erndte, nebenst andern sachen,
beobachtet. Gott gebe! zu Segen! perge
<Windig.>
Secretarius Bährenreütt, hat sich præsentiret.
Postea Jean, le coustürier. perge Postea: Jean Moustarde.
Hanß Eckardt, der Cammerschreiber, hat sich auch
einmahl <ein>gestellet, undt die rechnungen vorgetragen.
hofmeister Wallwitz, hat mir auch briefe, von
wegen meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, vorgetragen.
Cela, m'est ennuyeux! et fascheux! Je
suis par tout; en inquietüde! perge
Christian Groß, ist diesen Nachmittag
alhier begraben worden. Gott belohne, seine Treẅe,
jm ewigen leben! perge Amen!
Nachmittags, bin ich zu meinen Fohlen, und dann
ahn die Sahle, undt kleinen weinbergk, spatzirt,
nach dem ich, mit Jehna, die neẅgemachte
kutzsche besehen.
Der hofprediger Mencelius, ist diesen abendt
zu mir kommen, Mir große exorbitantzien, Von
Doctor Fischers Sohn, Julio, im nahmen des Consisto-
rij, vorzutragen. Et libera nos, ab omnj Malo!24
Jch habe ihn extra zur <abendt>mahlzeitt, behallten.
Donnerstag♃ den 31. Augustj; 1654.
heütte ist vieheMargkt, allhier, zu Bernburgk. Jch
habe küchen Rinder, einkauffen laßen.
Martinus Hangkwitz, mein Secretarius von Cöhten,
hat sich præsentiret, wie auch Magister Mencelius, welche
zu Mittage behalten worden.
Doctor Fischer, hat sich auch angemeldet, sans obtenir audience.
