<Regen, tota die.>
landRichter Davidt von Bergen, bey Mir gewesen.
Nacher Ballenstedt, an Meinen Sohn: Viktor Amadeus geschrieben.
Conferentz, mit hofrath Jena, nach deme derselbe,
in der Cantzeley gewesen, <vormittages.>
Die Fraw Freyberginn ist forth, nacher Deßaw
zu, mit dem geliehenen Trawerzeüge, undt
andern sachen. <Aufn abendt, wieder mit Jena, lange geredet[.]>
Wallwitz, ist Miltitzen, nachgezogen.
<hüpsch wetter, wie vorgestern.>
heütte, ist JahrMarcktt alhier, zu Bernburgk.
Philipp Güdern, habe ich, besuchen laßen, welcher Matt,
undt krangk ist. Gott wolle ihn stärgken, und noch
lange fristen. Jch würde sonst, einen guten diener,
an ihm, verliehren, und ihn sehr vermißen, und bedawren.
Mein Sohn, Carolus Ursinus, ist von Ballenstedt, wieder-
kommen, Victor Amadeus aber, daroben geblieben, der
lußt länger abzuwartten, und länger<nach> Deßaw Carl Ursinus
zur wolfsiagtt, wandern zu laßen.
Sie haben mitgebracht, 2 hasen, 6 Ringeltauben,
17 schnerren, 1 droßel, 2 kernbeißer, 1 dörn-
chen, 1 lerche, also: 22 vogel. Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt hat
mir auch darneben gelesen geschrieben.
Wallwitz, ist Miltitzen nachgezogen, welcher
gestern verrayset, seiner brautt heimführung,
zu bestellen, und præparatoria darzu, zu machen. perge
Donnerstag♃ den 3. julij: 1656.
Nach Croßen, undt Venezia, geschrieben. perge
Extra zu Mittage, den Caplan, jonium gehabt,
<vornehmlich, wegen des kleinen Röders, Augustj Fridericj.
et cetera>
Mein Sohn, Carolus Ursinus, ist nacher Deßaw,
geritten, aldar, einem angestelletem wolfßiagen,
beyzuwohnen. Gott gebe ihm, eine glückliche rayse!
Ernst Röder, ist bey ihm, ein page, ein kammerdiehner,
ein raysiger. perge Gott geleitte Sie!
Jch habe, mit Hammeln, conversiret.
Unsere Jungfern, hofrath Jena, undt andere, haben
sich zu einem convivio, zum hofrath, Paulo Ludwig,
(welcher sonst, ad luxum, keine inclination hatt)
genöhtiget, undt eingeladen. Theils vom Adel, müssen mitmachen[.]
<1 Rehe, 2 Hasen, von Ballenstedt. <5 Ringeltauben, 40 großvogel.>>
<Windig.>
Klage, und supplication, Christian Heinrich von
Börstel, contra Bürgermeister Tornaw, wegen deßen, so auf
dem Rahthause, bey anwesenheit der Testamentarien,
vorgegangen. Sol in verhör gezogen, und der
vergleich, tentiret werden.
Er Bartolomeus Fridericj, pfarrer von Palbergk
ist anhero kommen, neẅe Collecten suchende,
zur erbawung, seiner anbefohlenen kirchen
und pfarrhaußes. Man hat ihn extra behalte[n.]
Hans Wenzel Rothe ist bey mir gewesen, mich zu balbire[n][.]
Gestern nachmittage, habe ich, den kleinen Röder,
bey dem caplan jonio, laßen zum ersten mal,
in die Schule gehen. Gott gebe zu glück!
Segen! undt succeß! perge Mà non v'è andato[!]
Ep Nachmittage, seindt Victualien[,]
Rehe: und federwildpreth, von
Ballenstedt ankommen, so mein Sohn, geschoßen.
Hofrath Jena, ist lange bey mir gewesen
in Steuer sachen.
heütte sol Hertzog Moritz zu Sachßen, beylager
zu Weymar, celebriret werden. Gott gebe ihnen <seinen> segen!
Jn der küche, daß Rehe besehen, welches mein
Sohn Victor geschoßen. Er hat auch, eine gute
anzahl vögel, darneben, geschoßen.
Jm Stalle, bey meinen leibpferden, gewesen.
Der allte Sattelknechtt Friderich, holst,
zimmert selber, und vergleichet die Stände
hüpsch mit bohlen, damit die pferde, desto
beßer stehen, und ruhen können, (weil die
pferdestände bißhero, gar ungleich gewesen,
undt den pferden, sehr unbequehm,) Er
hat den zimmermann, wegen anderer
arbeitt, nicht darzu bringen können,
also macht ers lieber selber, ungebehten,
undt unerfordert. perge
Nobilis equus, umbra quoque Virgæ, regitur,
Jgnavus; ne calcarj quidem, concitarj potest.1
<3 Hasen, 12 Ringeltauben, 11 großvogel.>
Mit gewöhnlichen wochenrechungen, zu thun gehabt.
hofrath Jena, bey Mir gewesen.
Spatziren gegangen, in die Erndte.
Extra: zu Mittage, ist Peltzigks elltister Bruder,
behalten worden, bey den iungkern, undt Jungfern.
Commissiones ertheilt, in Streittsachen, 2 weiber[.]
|| [[Handschrift: 343v]]
J'y ay trouvè, dès partialitèz.
Peltzigks bruder, Carll heinrich, habe ich Audientz
gegeben.
Secretarius Bährenreüth, ist nacher Ballenstedt,
mit seinem Schwager, Rheinschmidt,
verrayset.
Jch bin nachmittage, hinauß geritten,
theilß meiner Felder, alhier, und zu
Zeptzigk, wie auch, die Fohlen, zu besehen.
Miltitz, ist außm lande zu Meißen,
wiederkommen, seine brautt, abzuholen.
Mein Sohn Victor Amadeus, ist
von Ballenstedt, wiederkommen.
Post von Deßaw, daß Sie keine wölfe,
aber einem hirsch, undt Rehebogk, gefangen,
in Carolj Ursinj beysein, den Sie ungern
wieder wollen weglaßen.
hofmeister Wallwitz, hat einen kläglichen
wehemühtigen brief geschrieben, wegen
der vielen unverdienten affronten, so ihm,
in unserm Gynecæo, wiederfahren. et cetera
<Kühl wetter, wie etzliche Tage hero.>
Jch habe hieroben, aufm Sahl predigen laßen,
dieweil ich mir, wegen Meiner leibeszustende
nicht recht getrawet, wie auch wegen anderer
uhrsachen. Der Rector Heßlerus hat geprediget
vom reichen Fischzug Petrj, Lucas 52 erudite. perge
Miltitz, hat abschiedt genommen. Wil
nachmittage, seine Brautt, heimführen.
Tobias Steffeck von Kolodey rayset mitt, nach Pudlewitz.
Gott gebe allen, segen! undt glück!
Miltitz, Heßlerus, seindt extra behalten worden,
nach dem ich succeßive, mit ihnen geredet.
Von der Miltitzinn, habe ich auch, ab-
schiedt genommen, in Meiner gemahlin stube.
Gott gebe ihr glück, undt Segen! perge
Die hofmeisterinn Rytsawinn, und die
CammerJungfer Eleonora Elisabeth von Ditten raysen mitt.
Andere, geben ihr, daß geleidte, biß nach Palbergk,
darundter auch hofrath Jena, undt Hammeln ist.
Jch bin inndeßen, mit meinem Sohn, Victore
Amadeo, zum Gottesdienst, zur Nachmittagß-
predigt, Ern Jonij, gefahren.
Mit Sekerka, conversiret, nach der predigt.
Seine Fraw, ist sehr krangk. Gott schicke es, zur gnedigen beßerung!
Hans Senf bey mir gehabt, wegen der rechnungen.
Allerley CammerSachen, elaboriret, und außgearbeittet.
Conferentz, mit hofrath Jena, gehabt. Die
zeitten sehen unß schwehr an. Chur Brandeburg
hat sich vorzusehen. Der Römische Kayser, und der Moß-
kowiter, dörfften mitt inß Spiel kommen, undt
dem Könige in Polen, helffen. Das Reich, würde
müßen subsidia suppeditiren. Weder herr, noch
knechtt, würden in dieser geldarmen, schwehren
zeitt, bleiben können. Der Ertzhertzogk, dörfte
sein Stifft Halberstadt, wieder hinweg nehmen,
und in Polen, noch darzu gehen. Des Königs in Frankreich
und der Staaden, undterhandlung, gehet langsam
von statten, zwischen Polen, undt Schweden.
Dantzigk, ist numehr, zum dritten mal, liberiret,
dieweil die Schweden, auf Warschaw zu, gehen,
durch eine haüptaction, mit dem Könige, in
Polen, dem krieg, ein ende zu machen.
Jn Summa: es ist noch nicht außgespielet,
wiewol im kriege, und im Spiel, daß
beste ist: baldt auffhören. perge
Schreiben, und Avisen:
Daß Valenciennes, von dem Maréchal de Turenne, mit
30000 Mann, schon geschloßen, und die Trenchèes eröfnet
werden. Graf Hennin gouverneur darinnen, hat
etwan 1400 Mann, und 200 pferde, in besatzung. Er
wehret sich aber, mit außfällen, tapfer. Don Juan
d'Austria, und Prince de Condè, marchiren zum
entsatz, mit 20000 Mann, in meynung, es den Fran-
tzosen zu machen, und par force, sich durchzuschlagen,
wie es die Frantzosen, durch die circumvallation
vor Arras, (wunderbahrer weise,) gemacht haben.
Stehet also, der außgang zu erwartten.
Turenne, hat erst Dornigk oder Tournay wollen
angreiffen, ist auch darauf zu, marchiret.
Alß er aber vernommen, daß in die 5000
Mann, von den Spannischen, hinein geschickt worden,
hat er sich dorthin, gewendet.
Zwischen Spannien und Frangkreich, sollen
dennoch heimliche Friedenßtractaten, vor sein.
Jn Catalonien, stärgken sich die Spannischen.
Zu Marseille sol den Sp Engelländern, eine kirche
aufzuerbawen, vergönnet sein. Zu Meaux, haben d[ie]
Papisten, in einer währenden Proceßion, und devotion
|| [[Handschrift: 343bv]]
eines Reformirten predigers hauß geplündert,
darumb, daß derselbe, der proceßion zu ehren,
keine Tappeten heraußer hengen wollen, und
sich der abgötterey, theilhaftig machen. Man hat es
dem Könige, geklaget, bescheidts erwarttende.
Jn Piemont ziehen auch, die Frantzösischen und Spannischen
trouppen zusammen. Der Pabst, hat niemandt, deme
er recht trawen kan, leßet derowegen, auß
solcher Noth, seinen bruder, und vettern, numehr
nach Rom kommen, alda sie reicher, alß zu Sie-
na werden dörften, und beßere Beneficia erlangen.
Der Pabst hat den Spanniern verbotten,
nicht mehr übel von der Königin Christina
zu reden, oder, er wollte es rächenen.
Zu Napolj, graßiret noch, die gifftige
Seüche. Man vermeinet, es hette ein loses weib,
mit ihren zweyen Töchtern, undter dem Schein,
die Allmosen zu suchen, die obstbaẅme vergif-
tet, und dadurch, solche malignitet angerichtet.
Es sollen täglich, in die 2000 Menschen sterben,
und albereit, über 40000 gestorben sein. Die
Medicj können sich selbst nicht, in diese seltzame
krangkheitt, richten.
Der Pabst, leßet keinen, mit willen, in sein landt,
von diesen inficirten orthen.
Es ist auch ein Engelländer, des Cromwells pensio-
narius eingezogen worden, weil er die oram mariti-
mam daselbst, und die considerablesten plätze
daran, abgerißen, und man solche abriße bey ihm gefunden.
Der venezianische Admiral general Marcello, lieget
vor den Dardanellj, wie auch, General Bembo,
und hoffen die Türgken, gar einzuschließen,
undt ihnen das außlauffen zu verwehren.
Die Janitzscharen, undt Spahj zu Constantino-
pel, seindt gestillet, undt ein Neẅer Primo
Visier, daselbst erwehlet worden.
Cromwell schigkt wieder volck in jamaica,
fordert die Schiffe vor Calis Malis ab, den großen
verlußt, zu ersetzen, den die Spannischen, zu
Duynkirchen, und Oostende, den Engelländischen
kaufmannsSchiffen zugefüget. Er, der Protector
[s]ol mit dem General Lambert, und mit
der halben armèe, in Engellandt, zerfallen sein.
Er hat auch die holländer in argwohn, und will
[r]otunde von ihnen wißen, ob Sie feindt, oder
Freündt sein wollen?
Der Staaden flotta, 31 OrlogßSchiffe stargk
lieget noch im Sund, wolten gerne die Schiffarth,
in der OostSee, versichern, Dantzigk endtsetzen,
und den König in Dennemargk, contra Svecos, in die
waffen bringen, oder, durch mediation, einen frieden
zwischen beyden Königen, Polen, und Schweden procuri-
ren helfen, zu welcher undterhandlung, sich auch
Frangkreich anerbeütt.
Der König in Schweden, hat Dantzigk verlaßen,
undt ist nach Masuren, mit Chur: Brandenburg
conjunctim zu, gegangen, den König in Polen,
vor warschaw, (nach verlornen vielen
Stürmen) aufzuschlagen. Derselbe aber,
sol interim, Warschaw, (auß mangel
brodts, und waßers, und daß es nicht gar
feste) par accord, eingenommen haben. Die
Tartarn aber, haben den accord nicht ge-
halten, sondern die außgezogene besatzun[g]
spoliirt, und niedergehawen, darundter
auch, general Wittenberg, Erßkein, und
andere hohe officirer, begriffen sein sollen.
Der König in Polen, sol 60000 Mann starck se[in]
unerachtet er in die 3000 in Stürmen, verlohren[.]
Der Czar, sol auch schon gegen Liflandt feindlich
sich erweisen, undt der Römische Kayser 24000 Mann
gegen die Schlesische gräntzen schigken.
Der König in Polen, sol dem Könige in Schweden,
das landt zu Preüßen, zu überlaßen offerirt
haben, wenn er ihm das übrige von Polen, undt
Lyttawen, so er in diesem kriege, occupirt, wie-
dergeben, und friede schließen wollte?
Die Rebellischen pawren, in Littawen, undt
Samoiten, sollen, unmenschlich hausen,
alles niedermachen, waß ihnen feindlich
vorkömbt, und weder Frawen, noch kinder
verschonen.
Die iunge Königin, auß Schweden, ist noch zu
Margenburgk, hat ihren herren, mit
Balletten, und pastorellen, recrejret.
Man will Spannien, mit Portugall vergleichen,
also daß der König in Portugal, dem Könige
in Spannien, iährlich: 15 Tonnen goldes geben
solle, nicht: als einem Schuldigen Tribut, Sondern
zur courtoysie.
Die Frantzösischen Bischoffe, sollen <hinforth> ihre Beneficia,
von ihrem Könige, und nicht vom Pabst, recognosciren.
Daß kleine wäßerlein, die Wien, zu Wien,
sol sich unversehens, dermaßen ergoßen
haben, und an menschen und viehe, schaden gethan,
alß Niemandt gedencket, So hette sich auch
die Donaw, gehlingen ergoßen, und die
brügken zu Wien, hinweg geschwemmet.
Der Kayser, wolte baldt nach Prag kommen,
dero herrn Sohn, den König in Hungarn, zum Könige
in Böhmen, kröhnen zu laßen.
Der Ertzhertzogk Leopold Wilhelm,
ist unversehens, nacher Wien kommen, undt
hat Jhre Kayserliche Mayestät mit freẅden über-
raschet, alß sie noch geschlafen.
Die reformation3 zu Wien, und in
den Erblanden, wirdt stargk, continouirt[.]
Nochmalß, auf den abendt, mit Jena
conversiret, delle occorrenze moderne
de' tempi pericolosj, e come bisognerebbe
governarsj, d'un'altra maniera? perge
Altre tempi! altre cure.
Doctor Fischern zu mittage, extra behalten,
undt viel mit ihme, conversiret, luy
monstrant dès medicaments, & luy donnant
á Dieu, en ün Voyage, projettè, que Dieu benie!
Jch habe nacher Oldenburgk, Tecklenburg,
Pickeburgk, geschrieben. Gott gebe, zu glück!
et cetera
Hans wenzel Rothe ist bey mir gewesen, nach dem er
meinem Sohn, Viktor Amadeus (der einen bösen halß hat,
Gott beßere es!) in halß gesehen.
Gestern, seindt zu Zeptzigk, 13 Schefel (Scheffel)schfl:
3 Viertel (Hohlmaß)v: Rübesahmen, außgedroschen, undt
aufgemeßen worden, in beysein Märtin haugs,
heütte seindt alhier, bey Bernburgk
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: 2 Viertel (Hohlmaß)v: in beysein Zacharias
Trompter, aufgemeßen. Gott vermehre
seinen Segen! undt laße unß deßen,
würcklichen genoß, entpfinden. perge
Das hargken, der gersten, wirdt auch getrieben.
Conversatio, mit Jena, more solito.
Secretarius Bährenreüth, so nach Küstrin, zu ver-
raysen gewillet, so weitt erlaßen, in seinen
Privatis. Gott gebe zu glück! und succeß!
Bohse, (welcher gestern anstatt meines
Bruders Liebden in der Cantzeley geseßen) zeücht
heütte, mit ihme, biß nacher Halle.
Addreße mit der Polizeyordnung
nacher Plötzkaw, und wegen des Fiscals
erinnerung gethan, auch andere præiudicia.
Jn die kirche, conjunctim, am heüttigen
behtTage.
Den hofprediger zu Mittage, extra behalten,
nach dem ich ihn, (more solito) zur audientz, admittirt gehabt.
Tobias Steffeck von Kolodey ist von Pudlewitz, um Miltitz, undt
seiner liebsten, wiederkommen, wie auch, vom Obristen Werder.
perge
Mit Victoris Amadej, seinem halse (da er
eine spitze von einer Ähre in den halß bekommen,
welcher ihme verschwollen, schon auf dem schießen
zu Ballenstedt) wil es noch nicht beßer werden[.]
Der Balbirer thut das Seinige, wiewol
|| [[Handschrift: 343fr]]
er spähte erfordert worden. Gott seye der
beste Artzt! undt helfe mit gnaden! perge
Meine Tochter, Ernesta Augusta, ist nacher Al-
tenburgk zu einem iungen Sohn, zu gevattern, erbehten,
zu Erlachen. habe ihr, undt andern, so mitt aufwartten,
erlaübet. Gott gebe ihnen, glügk! undt Segen! perge
J'ay escrit avec mon fils, en Courlande,
Dieu vueille! que les lettres passent asseürement!
perge
Jena, ist bey mir gewesen, zu referiren,
und expediren zu helfen, zweymal im Tage.
<Victorem Amadeum, habe ich: 2mal, besucht, in seinem halßwehe.>
An Ducissam Curlandiæ geschrieben, mich bedan-
ckende, über der condolentz wegen Schwester Dorothea Bathilde
Sehliger (cum reliquis) perge
Doctor Fischer, ist forth auf Halle zu, in meynung
an Kayserlichen hoff, zu gehen. Gott helfe ihm, mit gnaden!
hin undt her, sicherlich! perge
Avis: daß der gute Ehrliche vom Adel, der
von Lüttich, den ich hiebevor, bey der Churfür-
stinn von Lichtenbergk, anno: 1635 und 1638
(alß Marschalck daselbst), gesehen, von dem Könige
in Dennemargk, mit dem Ampt eines ViceRè,
oder Königlichen Stadthalters, in Schonen, begnadiget4,
von den Dähnen aber (als ein Außländer) beneidet, undt
mit Gifft (auff welche manier) elendiglich vergeben worden. et cetera
<Windig. herbstwetter.>
Mit meinem Sohn wil die heiserkeitt, noch nicht
nachlaßen, im halse. perge Gott gebe! das sich der fluß, verziehe!
perge
Meine Tochter Ernesta Augusta ist nach ver-
richteter Gevatterschafft zu Aldtenburgk, gestern
abendt spähte gegen 11 uhr, wiederkommen.
heütte aber, hat sich Tobias Steffeck von Kolodey (so auch gevatter
gewesen) heimlich von dannen, <artig zu Fuß> weggestohlen,
umb des besorgten Tringkens willen.
Sonst sol alles fein ordentlich, daselbst zugegangen
sein. hofmeister Freybergk von Plötzkaw, undt
seine Fraw, beyde Rittmeister Krosigk von
Erxleben, und des iüngsten Fraw, hofmeister
Börstel, Jacob Antony Krosigk, und etzliche
Jungfern, seindt auch alda gewesen: Obrist leütnant
Wilcknitz, ist erwartett worden, Sol aber
verhindert worden sein, durch beschädigung
einer Flinte. Jst also gar unglücklich, mit
seinem gewehr. Erlach, hat in allem Acht ge-
vattern, dißmahl gehabtt, ohne die gäste, so
er darzu gebehten, alß Hammeln, Börstel, und andere.
Zu gevattern, ist auch gestanden, Er Limmerus, pfarrer
zu Nienburgk, Er Marggravius aber, hat das kindt getaufft
|| [[Handschrift: 343gr]]
undt Augustum Ernestum, nach dem vatter, genandt.
Gott gebe ihm wachßthumb! glück! undt Segen! perge
Die vom Adel haben zu kutzschen, und pferde,
Meine Tochter, gestern abendt, biß an die Fehre,
auch theilß herauf, biß inß Schloß, begleittet.
Conversatio, sicut quotidie fit, mit Jena.
Jch bin hinauß geritten, in die Erndte alhier,
undt zu Zeptzigk, und zu den Fohlen. Gott gebe
zu Segen! undt gedeyen! perge aller orthen! perge
Von Deßaw, Avis: daß Fürst Johann Casimir, übermorgen<auff den montag,>
(geliebt es Gott) nacher Sanderßleben gehen, undt
Carolum Ursinum, unß wieder schigken werde.
Gott gebe, zu glück! undt gesundheitt! perge
Jungfer Eleonora Elisabeth von Ditten <ist von Pudlewitz> und von andern orthen, aldar
sie gewesen, mit meinen pferden, wiederkommen.
perge
Ein Tage etzliche hero, ist des hofmeisters
Sekerka fraw, sehr krangk gewesen,
und nahet sich, ie mehr, undt mehr, zum
ende. Gott stärgke! und friste, die
gute fraw, und gebe ihr, waß sehlig ist!
perge
Befehliche, und schreiben, außgefertiget,
nacher Ballenstedt.
Post, und avis daher, (noch vor der außferti-
gung,) bekommen.
Mit meines Sohns <Victoris> Amadej, halßbeüle, (darüber er nicht
in geringer gefahr gewesen,) hat sichs Gott lob, gäntzlichen
gebeßert, das wehethum, und heiserkeitt, ist vergangen,
und der fluß hat sich verloren, die beüle ist gefallen,
und wir haben Gott, vor solche liberation hertzlich
zu dangken, auch ferner, vor Conservation meines
Sohns, ihn innbrünstig anzuruffen. perge Der Balbirer
Hanß Wentzel Rohte, hat großen fleiß,
und eine gute proba, ab ihm gethan. hette
wol ärger werden, und übel gerathen können.
<hofmeister> Wallwitz, und unsere Jungfern,<die Rytsawinn, und die Cammeriungfer> seindt noch
gestern abendt, von Pudlewitz, (dahin sie, den
von Miltitz, und seine liebste gebracht) wieder
anhero kommen, mit meinen kutzschpferden. perge
Meines hofmeisters, des alten Sekerka Fraw,
ist diesen vormittag verschieden. hat fleißig gebehtet,
wirdt ohne zweifel, (alß eine Gottsehlig:
und rechtglaübig gewesene Fraw, undt
die daß exilium viel: und lange iahr,
gebawet, und probiret, mit ihrem Manne!)
von Gott dem herren, zu gnaden angenommen,
auch sehlig verschieden sein, Christlicher zuversicht nach perge
|| [[Handschrift: 343hr]]
Beatj mortuj; qui in Domino moriuntur.5
perge
Tobias Steffeck von Kolodey und Hans Senf in Oeconomysachen, zu thun gegeben.
Mit Wallwitz, conversirt, (en sès dèstresses.)
Le bon Dieu, vueille consoler, & fortifier tous ceux, quj
patissent, & souffrent des injüstes persecütions! perge
Post von Ballenstedt, mit einem Rehebogk.
Der sol daß letzte, und 8te. deputatRehe sein,
so im vorigen iahr, auf Johannis Baptistæ geschloßen,
daß Amptt hartzgeroda mir schuldig abzulifern gewesen.
Jn die kirche conjunctim, mit meiner herzlieb(st)en
Gemahlin, undt kindern. Text: Matthäus 56 welchen
der hofprediger Mencelius, erudite außgeleget.
Post, von Deßaw, mit einem <schönen> Rehe<bock>, so Carll
<durch den halß> geschoßen. Schreiben darbey, von der Schwester Liebden[.]
Extra zu Mittage, den hofprediger gehabtt.
Nachmittagß, mit Meinem Sohn, Viktor Amadeus, wieder zur
kirchen, gezogen, und dem caplan jonio, zugehöret.
Jch habe den bohten, (so daß Rehe gebracht,) wieder
nacher Deßaw, abgefertiget, mit antworth, an
der Fraw Schwester Liebden und raichung seines lohns. et cetera
Auf den abendt, nach dem eßen, mit Madame
in den garten, spatzirt, in schönem warmen wetter.
<2 hasen, alhier.>
<Regen.>
Post von Ballenstedt, undt Padeborn. perge
Avis: daß die pest zu Brehmen, heftig graßiret
<viel bürger auß derselben Stadt hinweg zögen,>
und auch das Gymnasium geschloßen seye.
et cetera
Zu Braunschweig, sol sich auch die pest ver-
mergken laßen. Der liebe Treẅe
Gott, wolle unser schonen! und sich
auch unserer Nechsten, undt Nachtbarn, erbarmen!
perge
Jch habe eine Commißion, aufm Schloße
gehabt, zwischen Christian heinrich, von
Börstel, und Bürgermeister Tornaw, (wegen beschehener
worttwechßlungen, auf dem Rahthause),
sie zu versöhnen, undt vergleichen, alß auch
(Gott lob!) geschehen. Doctor Mechovius, Jena,
Rindtorf, undt Tobiaß Steffegk von
Kolodey, wahren meine commißarien.
Börstel, undt Doctor Mechovius, seindt extra zu
Mittage, hieroben behalten worden.
Mit Börsteln, Doctor Mechovio, undt Jena, succeßive
conversiret, undt allerley expedienda expediret.
perge
Mein Sohn Carolus Ursinus, ist mit seinen leüttlin,
von Deßaw, content wiederkommen. Sie haben
ihn, in transitu alhier gelaßen, denn mein vetter
Fürst Iohann Casimir und seine gemahlin, meine Schwester,
mit Freẅlein Eva Catherina, seindt nacher
Sanderßleben, gezogen, (alda die pogken regie-
ren sollen.) und <haben> keinen iungen herren, mitgenommen,
Sondern haben beyde vettern, zu Deßaw, gelaßen. perge
Schreiben, von Croßen, Leiptzigk, Dreßden.
Die Avisen geben: daß der König in Schweden, mit Chur
Brandenburg sich coniungiret, in Polen zu gehen, wieder den
König Casimirum, welcher Warsaw eingenommen, die
stadt zwar, mit Sturm, das Schloß aber, mit accord,
welchen die Tartarn nicht gehalten, und die
besatzung niedergehawen, und gefangen hinweg-
geführet. Die Staaden, wollen weixelmünde
und Dantzigk endtsetzen, wenn es von den Schweden
solte feindlich attacquiret werden? Suchen sonst
friede, und mediation, und beförderung ihres trafficqs.
Der Frantzösische Ambassadeur Monsieur de l'Ombres, thut auch
sein bestes, im Nahmen seines Könjges, beyde kriegen-
de partheyen, zu vergleichen. Der Moßkowiter, sol
albereitt, den Schweden, in Jngermanland, eingefallen sein.
|| [[Handschrift: 343iv]]
Der Römische Kayser, leßet auch seine völgker, an die
Schlesische gräntzen, marchiren. Ragozzi sol sich
auch moviren vor Schweden. Eine Türckische legation,
ist bey dem Könige, in Schweden gewesen, mit satisfaction.
Churfürst von Brandenburg hat wiederumb, eine Legation
zum Czaar, geschigktt.
Jn Canêa, hat die pest, fast alle Türcken
consumiret, also: das die Thore der festung, lange
offen gestanden. Die Dardanellj, seindt von
den venezianischen armaden gesperret. Zu
Constantinopel, ist die unruhe der Soldaten,
gestillet.
Zu Napolj, und in denselbigen provintzien,
graßiret die Pestilentzialische Seüche,
noch haüffig, und heftig, undt gelanget gar
biß nach Rom, unerachtet aller vorsichtig-
keit. Der Pabst, kan keine leütte bekommen,
so die Erndte abbringen. Man hat verdächtige
leütte, zu Neapolj iustificirt, welche die infection
mit artificijs, verahnlaßet haben sollen.
Die Frantzosen sollen diß iahr, meister im Felde
|| [[Handschrift: 343jr]]
in Italien, sein, in Catalonien aber nicht,
alda die Spannischen mächtig, und beyfall kriegen.
Zwischen Spannien, und Frangkreich, wirdt friede
tractiret, iedoch gar langsam, und heimlich.
Jnterim: wirdt Valenchiennes, vom Turenne
hart bedrenget. Sie wehren sich aber wol, und
Don Jean d'Austria, mit dem printzen von Condè,
bemühen sich, umb den Endtsatz. Cardinal Mazzarin
hat das podagra. Prince de Tarante, sitzet
noch gefangen, zu Amiens, deßen Elltern, undt
Freünde, umd seine erledigung, fleißig vorbitten.
Der protector Cromwell ist in Sorgen,
weil die halbe armèe in Engellandt, dem
General Lambert, (welcher mit ihme, in Miß-
verstände, gerathen) zugefallen, und er der-
halben, die halbe Schifarmada, so vor Cadiz
gelegen, zu sich, endtbotten.
Die Schweden, werben noch mehr völcker, in
NiederSachßen, und auch in Hessen.
Die Schweitzer, hoffen ihre unruhe, durch
gütlichen vergleich, zu stillen.
<2 hasen wiederumb, Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt und Jena, und Bidersehe, vorm holtz geschoßen, gestern abendt.>
Schwartzenbergern, bey Mir gehabtt.
Expedienda expedirt, mit Tobias Steffeck von Kolodey undt andern.
Mit Meiner Freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, in gartten, vormittags, spatzirt.
Nachmittage, bin ich mit Jhrer Liebden hinauß spatziren
gefahren, auf dero Dröblische wiese, So dann
auf Zeptzigk, unsere Felder, eines theilß, zu besehen.
Mit Hammeln, conversirt, in seinen expediendis.
Die wochenpredigtten, seindt numehr eingestellet
wegen eingetrettener Erndte, und daß die
prediger, den leeren Stühlen, undt bängken,
nicht vergebens, predigen mögen.
Tobias Steffeck von Kolodey[,] Hans Senf[,] Gebhard Loyß undt andern, allerley
expedienda undtergeben.
Den Hofrath Jena, vormittage, bey mir, gehabt,
zu consultiren, und mir auß der Cantzley, zu referiren.
Davidt Schmidt, ist vormittags herkommen,
undt extra zu Mittage, behalten worden.
Georg Reichardt der AmptMann, ist bey mir gewesen.
hanß Jacob Busch, mein Cammerdiehner, hat
Mich, und Meine gemahlin, umb Elisabeth Grönawinn
meiner gemahl CammerMägdlein, (nach erhaltenem
|| [[Handschrift: 344r]]
consens, seiner Elltern,) ansprechen laßen, per Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Gott gebe ihnen seinen Segen! perge
Der Caplan jonius, ist auch, extra zu Mittage,
alhier behalten worden, von dem ich allerley gute
jnformation, in kirchensachen, eingenommen.
Addressen von Plötzkaw, wegen ersetzung, der Philo-
sophischen Profession, im Gymnasio, zu Zerbst, darzu
Fürst Johann Casimir Licentiat Ryseler, vorgeschlagen. Jtem: wegen
des bekehrten Münchs, Adamj Renxiem, deme, mit ei-
nem gesampten subsidio, semel, pro semper, außzuhelfen.
Eine Fuhre, nacher Zerbst, abgeschicktt. Gott geleitte sie!
hofrath Jena, ist lange bey mir gewesen, horis
matutinis, mit mir, zu consultiren, undt die expedi-
tiones, zu beförderung, wie auch Nachmittages. perge
Bohtschaft, nacher Ballenstedt, abgefertiget.
Jch habe nach Croßen geschrieben, und nacher Wien,
Leiptzigk, Venedig, halle, Dresen[!], schreiben laßen. perge
Jn gartten, zu abends, spähte, mit Madame.
Hans Senf bey mir gehabt, in rechnungs:einrichtungen.
Commißion angestellet, ihn, mit Bürgermeister Tornaw, zu vergleichen.
Philipp Güdern, bey mir gehabt, so noch sehr elendt, krangk
und matt, von seiner außgestandenen Schwachheit, außsiehet.
Mit hofrath Jena, conversiret, und deliberiret.
Ein avis ist kommen, daß die Tartarn, in Liflandt
eingefallen, mit sengen, brennen, und niederhawen,
wieder alles, waß Schwedisch ist, sehr unchristlich
ia unmenschlich hausen, undt also überall, in
selbigen gegenden, einen großen schregken einiagen.
Wegen Chur: Brandenburg ist im Fürstenthumb
Halberstadt befohlen, das iedermann, sich
mit gewehr gefast halte, und daß die
Schlagbaẅme, auf den dörfern, repariret
werden sollen. Gott wende alles unheyl!
Nachmittagß, bin ich, auf meine Felder, undt
nacher Zeptzigk, geritten. Mein Sohn Victor
ritte mit. Etzliche gerstenhauffen
wurden gezehlet, alhier: 270[,] aldort: 115 <und 6 haufen rogken.>
Die Fohlen, stunden im Stalle, eingesperret.
Hanß Bernds, hat abermal supplicirt,
in der Krosigk von Erxleben, ihrer <Schuldt>Sache.
Gott helfe doch einmal, auß diesem labyrinth! et cetera
Avis: daß der Hertzogk von hanover, in einem
Duell, in Jtalien, von einem graven7, erschoßen
seye worden. Zu wüntzschen wehre es, das dieses,
eine falsche zeittung, wehre! Ergo ambula in viis tuis.
perge
Viel hauffen krähen, laßen sich wieder sehen,
alhier zu Bernburgk, alß in langer zeitt, nicht
geschehen. Etzliche wollen darauß ominiren,
es werde Soldaten ankunfft, wie vor iahren,
wieder bedeütten. Gott wende, in gnaden, alles unheyl!
<1 Hasen, undt 2 Füchße, Carl Ursinus gehezt.>
Andreas Hetzler, Hans Senf, und andere verrechnete diener,
bey mir gehabtt, in Oeconomicis.
Avis: daß der pfarrer von Preüßlitz, plötzlichen
Todes verfahren, in zwey stunden, frisch gesundt,
undt Todt gewesen. Die pferde und vieh, fallen
auch hin: und wieder umb. Jch besorge, es seye, ein
Contagium vorhanden. Gott wende alles unheyl!
und mache unß willig, undt fertig, auch wolbe-
reittet, zu einem sehligen sterbstündlein. perge
Man sagt, daß sich zu Zerbst auch böse omina
erweisen, undt viel weiße Männer, undt
weiber, umb den kirchhof sollen gesehen
sein worden, herümber gehen.
Mit hofrath Jena, habe ich viel zu conversi-
ren, und zu consultiren gehabt, inmaßen täglich
undterschiedtliche supplicationes, einkommen.
Hans Panße ist von Zerbst, mit Zerbster bier, wiederkommen.
Post von Ballenstedt, undt Padeborn.
Ludolf Lorentz von Krosigk, ist mit seiner
neẅerheyratheten, Schwäbischen Frawen, undt
zweyen Jungfern, als: seiner Schwester, undt
einer Schobingerinn, anhero kommen, hat unß
in der kirche vfgewartett, ist extra, mit
den Seinigen, behalten worden, undt ich habe
ihn zweymal zur audientz, admittiret, <wie
auch acceß verstattet. seiner Frawen, bey Madame, zugesprochen.>
Jn die kirche, conjunctim, Uxore, & liberis.
CammerRath, Doctor Mechovius, ist auch extra zu
Mittage, geblieben, nach deme er in der kirche, mittgewesen.
Nachmittage, bin ich mit meinen beyden Söhnen,
zur kirchen, in die Catechismuspredigt jonij, gefahren.
Schreiben von Meinem Bruder, Fürst Friedrich auß venedig<Padoua>,
per Plötzkaw, von meiner Schwester, der Fürstin von
Deßaw, (welche an itzo, mit ihrem herren, aldar
ist) entpfangen. Mein Bruder, klaget über
die pest, welche zu Napolj, Rom, und am gestade
des Maris Mediterranej, regieret, und das
solche infection, ihn auch von dannen wegtreiben,
und seine <mit venedig> neẅe Tractaten, verhindern dörffte, besorget.
Tirol ist gesperret, der transitus nach Helvetia
|| [[Handschrift: 346r]]
zu, ist gefährlich, wegen der Mörder, wie auch Spannischen,
undt Frantzösischen parthien. Der credit findet sich
nicht überall. Mein bruder, ist recht perplex.
Gott tröste ihn! und gebe ihm, guten raht! perge Der
brief war zu Padoua datirt, den 26. junij <⁄ 6. julij>; des
Doctor Fischers iüngster Sohn, sol auch daselbst sein, und medicinam
studieren wollen, eilet aber auch zurügkea, biß zu
beßerer zeitt, und gelegenheit, wegen besorgender seüche.
perge
Krosigk ist mit den seinigen, wieder forth, auf
den spähten abendt, nacher Erxleben.
<1 Hasen, Carl Ursinus ghezt[!].>
Es ist ein schregklich blitzen, und donnerwetter,
diese Nachtt, undt Morgen, alhier gewesen,
hat aber darnach, Gott lob, fein geregenet,
und die große hitze, von<so> etzliche Tage, gewähret,
sich abgekühlet.
Darnach, hat man es erfahren, daß der eine
donnerschlag, einen kornhauffen, im Felde zu
Jlverstedt angestegkt, ein anderer aber,
zu Calbe, eingeschlagen. Gott seye uns gnedig!
Ein Steinbach, ist von der Ölße, auß
Schlesien, vom hertzogk Silvio Nimrodt, anhero kommen.
hat unß grüße, auch Meiner herzlieb(st)en gemahlin brieffe
gebracht. Jch habe ihn extra behalten lassen.
Conferentz, mit Jena, gehalten.
Schreiben von Croßen, und andern orthen.
Die avisen, geben:
Daß Valenchiennes vom Don Jean d'Austria
entsetzet, und die Frantzosen davor ge-
schlagen seyen, auch der General la
Ferte gefangen. Turenne hette sich re-
tiriren müßen.
Die Clerisey, zu Paris wehre in
tumult, von wegen des Cardinals de Rhèz.
Katalonien, wehre meistentheilß, in
Spannischen händen.
Die pest graßiret noch, zu Napolj,
Rom, und anderer orthen <auch in Preüssen>. Königin Christjna
gehet wieder, nacher Deützschlandt.
Die Türgken haben die Janitzscharen
decimirt, und dadurch, die Unruhe
zu Constantinopel, gestillet.
Warschaw ist zwar Pollnisch worden,
der König in Polen aber sol sein, aufs
neẅe vom König in Schweden, geschlagen worden.
|| [[Handschrift: 347r]]
Die Staaden schigken 4000 Mann, Schweden zu.
Moßkowiter, wirdt nicht getrawet, ex parte
Svecorum, stellen sich, in verfaßung.
Cromwell findet factiones, in Engellandt,
hat sich doch, mit Portugal verglichen.
undt das exercitium religionis, erhalten,
seine waßermacht aber, auf Gades, undt
Genoua, geschickt.
König in Portugal offeriret drey
millionen, dem Pabst zu Rom, sampt
andern schönen præsenten, wo ferrne
sein Ambassadeur (deme die Span-
nier nach dem leben gestellet, so
aber entdegkt worden) recipirt
wirdt Königlich?
Jn Dalmatia, armiren die Türcken gewaltig.
Ein Tartarischer gesandter, ist zu Wien,
wirdt kostfrey gehalten.
Die ergießung der waßer daselbst,
wirdt confirmiret, und Kayserlicher Mayestät
vorhabende rayse nach Prage. perge
Fürst Johann Casimir, ist alhier, über die Fehre,
repaßiret, und hat sich endtschuldigen laßen.
hofmeister Wallwitz, ist wiederkommen.
Die Wieterßheimische so gestern von Opperoda
mit ihrer Tochter8, zu meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden
gekommen, ist heütte gegen abend wieder verrayset.
hofmeister Sekerka, hat das begräb-
nüß seiner verstorbenen Frawen, celebriret.
Meine Rähte, Officirer, und hofediener, seindt
meistentheilß, mittgegangen, wie auch etzliche
vom Adel, undt Bürger, auß der Stadt.
Gott tröste die affligirten! perge
Wir Fürstlichen personen, haben unß, inne
gehalten, zum Theil, wegen der großen hitze,
und meiner bekandten leibes unpaßligkeit
eine zeitlang hero, zum Theil auch darumb,
daß wir dem von Sekerka, alß einem exulanten,
mit beschreibung, vieler vom Adel, (als Führer
Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden und Töchter,) undt
sonsten, keine ungelegenheit machen wollen.
Es ist auch nicht stylj alhier, das die Fürsten, in Person
mitt andern, als hochmeritirten Rähten, und dienern, zu grabe gehen.
|| [[Handschrift: 348r]]
Es stehet dennoch auch daßelbige, in ihrem belieben
und disposition, ob Sie es selbst, oder durch abordnung, verrichten wollen?
inmaßen ich es diversimode <selber> gehalten. perge Sonst habe ich
nichts undterlaßen, zu rahten, undt zu helffen, waß
begehret worden, und mir müglich gewesen, wie
solches, die Christlichen Officia, Pietatis, & Humanitatis,
in der Brüderlichen liebe, erfordern. perge
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, (nach deme Sie der leich-
proceßion, Tobias Steffecks von Kolodey losament, genungsam zugesehen,)
ist mit theilß unserer kinder, in ihr brawhauß,
undt garten vorm Berge, spatziren gegangen,
unerachtet der großen hitze.
Mein Sohn Victor, ist heütte nach Ballenstedt
gezogen, auf daß Reheblahten. Gott wolle
ihn geleitten! und mit glück, hin: und her führen!
perge
Conversatio ampla, mit Wallwitzen. perge
Des Fridericj 2.di Palatinj Electoris Vitam, welche
Hubertus Thomas Leodius, beschrieben, habe ich ein
tage etzliche hero, biß dato, <denuo> außgelesen, undt
die Vicissitudines rerum humanarum9, consideriret.
Nach der gestrigen begräbnüß, hat Secretarij
Bährenreüts Schwester, den pfarrer oder Diaconum
zu Ballenstedt, RheinSchmidt geheyrathet, und Ernst Röder
|| [[Handschrift: 348v]]
zu Ermßleben, hat taüffen laßen, und meine
Tochter Ernesta Augusta, und andere zu hofe,
zu gevattern, erbehten, also: das begräbnüß,
kindttaüffen, und hochzeitt zugleich, auf
einen Tag, undter unsern leütten, ist gehalten worden.
<Regen, und etwas donner, auf den abendt.>
Am heüttigen postTage, nacher Croßen, und Mittaw
geschrieben, auch nach Halle, Leiptzigk, Dresen[!],
Wien, schreiben laßen. Gott gebe zu glück!
et cetera
Mit Jena, Rindtorffen, Tobias Steffeck von Kolodey undt
andern, in ihren expediendis, conversiret, Jn-
maßen auch Philipp Güder, nachmittage, bey Mir gewesen.
Zu abends habe ich Monsieur Steinbach, entreteni-
ret, und dann, dem Stadtvogt Hammeln auch zuge-
sprochen, in undterschiedlichen expeditionibus.
Jch bin hinauß geritten, auf meine Felder,
mit Carolo Ursino, Rhindorf, undt Steinbachen,
die erndte alhier, undt zu Zeptzigk, ein wenig zu sehen.
Discorsj ampij, mit Wallwitzen gehabtt. perge
di cose d'importanza, e consequenza.
perge
Mit meiner herzlieb(st)en gemahlin, und 2 elltisten Töchtern,
auch Carllen, nach Palberg, gefahren, alda zu Nacht gegeßen.
Diesen spähten abendt, alß ich Mich, mit Carl Ursinus zu
bette geleget, und Meine gemahlin, von oben herundter
kahm, ihm gute nacht zu geben, schertzete Sie mit
ihme, griff ihme, (mit manier,) an die beine, undt
sagte: du hast stargke schengkel, und bist noch
so klein, du wirst (ob Gott will) lang undt
stargk werden, darauf antwortet er, wie
lächelnde: Ja! Langk, will ich wol werden,
wenn ich nur altt werde? (Diß habe ich
wol attendiret.) Vor 2 iahren, ohngefehr,
sagte er über der Tafel, Ô waß ists? Jch
habe etwan, noch ein par iahr zu leben!
Diß attendirte auch Niemandt, alß Jch.
Gott gebe! daß er noch lange, undt
viel iahr, gesundt, Christlich, und glück-
sehlig lebe<n> möge! Gott wolle ihn
ia nicht, in der helffte seiner Tage,
wie die andern, hinwegnehmen, und weg-
reißen, noch die Sterbedrüse, ferner so
baldt, über unsere arme kinder, wiederkommen laßen[!]
Ein klein le Steinlein, wie eine linse, ist mir
durch den hußten, von der brust abgetrieben worden, quod insolitum est[.]
Mit rechnungßsachen, zu thun gehabt, Hans Senf, Andreas hetzler, & alios.
Tobias Steffeck von Kolodey ist bey mir gewesen, mir undterthänig zu referiren,
wie schwehr es mit der commißion, in Börstels zehenden
sache hergehet? und wie wiederwertig sich die
leütte erweisen?
Jn der Quedlinburger Sache, undt sonsten, mit hofrath
Jena, viel conversiret, undt expedient gefunden.
Mein Sohn Victor Amadeus, ist kurtz vor der Mit-
tagßmalzeitt, von Ballenstedt, (Gott lob) wol wiederkommen.
Gott wolle ihn, und seine löbliche intention
ferner gesegenen! et cetera
Der bohte, so in Westphalen gewesen, ist
(Gott lob) glücklich, undt unversehrt,
wegen der pest zu Brehmen, wo er vorüber
gelauffen, wiederkommen. Gott helfe ferner!
Jn die kirche vormittags, conjunctim,
<Text: von Falschen Propheten, Matthäus 710.>
Extra gehabt, Doctor Mechovium, Steinbach, item:
den hofprediger Mencelium.
Mein kammerdiener, Hanß Jacob Busch, ist nach der
predigt, in Meinem Schloße versprochen worden, mit Elisa-
beth Grünawinn, unserm CammerMägdlein. Gott gebe zu Segen!
Mit Wallwitz, habe ich viel conversiret.
Der Bohte auß Pommern, so nacher Stolpe, und Treptow,
von hinnen auß, geschigkt worden, ist auch glücklich
wiederkommen, Gott lob! Der gebe es, zu meiner beßerung!
et cetera
wiewol solche auß der hebronnischen Agenten, nichtigen,
und fast hönischen erklährung11, mit nichten erscheinet.
Gott lob, daß nur der arme Bohte, durch so viel
undt mancherley gefährliche wege, lebendig ist
wieder zu lande, angelanget! Gott bewahre ferner gnädig!
Die Hertzoginn zu Treptow, hat mir sonsten, gar
freündlich, undt Ehrerbiehtig, geschrieben.
Der von Steinbach, hat seinen undterthänigen abschiedt
diesen Abendt, von mir genommen. Er gedengket,
morgen (gebe gott) mit seiner Schwester, (welche
lange alhier, bey Rindtorfs Frawen, gewe-
sen) nacher Schlesien zu verraysen, und sie da-
selbst, bey hertzogk Silvio Nimrodt seines
herren, zur Oelße, gemahlin, undterzubringen.
Gott gebe ihnen, glück! undt succeß! perge
<1 Hasen, Carl Ursinus gehetzt.>
Hofrath Jena, ist zeitlich, bey mir gewesen,
wegen etzlicher wichtiger expeditionen.
Hans Senf war auch da, und übergab seine wochenrechnungen.
Steinbach ist forth, mit seiner Schwester. Gott geleitte Sie! et cetera
Die Avisen geben: daß es noch ungewiß, ob
Warschaw von den Schweden recuperiret, und daß
die Polen eben solten sein, davor geschlagen worden,
hingegen continouirt die übergabe der stadt
Warschaw, die gefängnüß hoher Officirer, auch
etzlicher Damen, worundter graf Douglas, gemahlin
und seine Tochter. Jtem: daß die Polen sich stärgken,
vor Crackaw gehen, auch ihren König, und Königin,
(welche viel gefangene Damen liberiret)
wieder hetten. Gleichwol sollen die Polen,
wie Chur: Brandenburg sehr zum frieden, jncliniren,
worzu sich die Frantzösische undt Staadische ge-
sandte, zu undterhändlern, gebrauchen laßen.
Die Moßkowiter, sollen in Jngermanlandt
eingefallen, und ihre gühter, in Schweden,
verarrestiret sein. Die Staadische flotta
gehet nach der OostSee zu.
Kayßerliche Mayestät schigken völcker, in Schlesien,
præpariren sich, im Augusto zu Prag, zu sein,
undt die Cröhnung, der Kayserinn, und iungen
Königes, vor sich gehen zu laßen. haben einen
Tartarischen Envoyè mit contento, expediret.
Der Spannischen Endtsatz, vor Valenchiennes ist ihnen
gelungen. Zweymal, haben sich die Frantzosen, wol ge-
wehret, und sie Mannlich abgeschlagen, Jm dritten
anfall aber, ist Don Jean d'Austria, Printz von
Condè, und Marchese de Caracena, mit seinen
neẅen invention brügken, in des Mareschal de
la Fertè Seneterre, quartier, durchgedrungen,
ihn selbst gefangen, und sonst sehr viel nieder-
gemacht, die andern Quartier auch confundiret
und eine unsägliche beütte, von 140 Stügken
geschützes, und 6[000] in 7000 bagagiwagen, (darauf
der großen herren, und generalln, Silberge-
schirr, geldt, und köstliche sachen, mitt
gewesen) bekommen haben. Man vermeinet,
der Frantzosen, seyen wol in die 10000 ge-
blieben, der Spannischen aber, kawm 600. Vis-
conte de Türenne, wehre mit 2000 pferden,
kawm entkommen, und würde verfolget, vom
Printzen von Condè. Die Spannischen triumphirten sehr,
über dieser gewaltigen Victoria, und hetten
Condè, Saint Gulain, Quèsnoy, Guise darauf, eingenommen.
Der König in Frankreich hette sich, mit seinem Cardinal, beßer ins landt, retiriret.
Cromwell, hette mit Portugal, friede geschloßen,
und die libertatem conscientiæ, in ihren landen,
vor die Engelländer, wie auch freye navigation
und commercia, in ihren Meerhaven, so wol inn: alß
außerhalb Europa, erhalten. Jn Jamaicâ
litten die Engelländer, krangkheitten, elends,
und dürftigkeit genung. Wehren undter
einander selber uneins worden, umb eines kerlls
willen, dem ein ander Soldat, die Nase ab-
gehawen, darüber: 80 Todt blieben, undt
kawm von ihren Officirern, gestillet werden können.
Jn Jtalien, sollen die Frantzosen, vor
Valenza, auch den kürtzern, ziehen, undt
den abzug meditiren.
Zu Rom, graßirt die pest auch, dawider
der pabst, sorgfältige provision machet.
Über 25000 Menschen, sollen schon von dannen,
umb der Seüche willen, gewichen sein. Die Köni-
ginn Christina auß Schweden, wil, zu waßer,
nach Marsilien, von dar, durch Frangkreich,
nach Hamburgk, wiederkehren. Andere zwar, ver-
meinen, Sie gehe in ein kloster.
Die Türgken finden zu schaffen, in Dalmatia, undt
vor den Dardanellj, wegen der venezianer gegenwehre.
hingegen, thun die MeerRaüber von Dulcigno,
und andern orthen, den venezianischen kaufschiffen, großen schaden.
König in Dennemargk, seigelt nach Norwegen,
umb der Erbhuldigung willen, seines Sohnes.
Die Schweden seindt sehr allert, undt
trawen wenig, etzlichen ihren Nachtbarn.
Die Dantzigker iagen die Anglos, auß ihrer
Stadt, weil Sie gantz frey sein, und keine
Onera publica tragen wollen. perge
Notification vom hertzog Wilhelm zu Weymar,
wegen seiner Freẅlein Tochter, heyrath, mit
Hertzogk Moritzen, welche in aller stille
und enge, ohne beysein Anverwandten,
den 3. julij, durch Gottes segen, celebriret
worden, und excusirt die invitationes.
Jn den avisen stunde auch, daß zu Braun-
schweig, unlengst, ein schregklicher hagel
gefallen, und großen schaden gethan. perge
Die beyden Schwestern, undt Jungfern Ditten, haben
ihren Undterthänigen abschied genommen, in meynung morgen
(Gebe Gott) nacher Megkelburgk zu, zu verraysen.
Gott geleitte sie! und verleyhe einem ieglichen,
der es bedarf, daß wahre: Nosce te ipsum! perge
und reẅe, über begangene exceße, undt
unziehmlichen Tadel, und verachtung seines
Nechsten. perge
<Donner, blitz, die Nacht, aber kein regen, und große hitze.>
Mit Hans Senf und andern, wegen einbringung gelder,
zu thun gehabt. perge
Nacher Ballenstedt, und Padeborn, geschrieben,
undt decretiret. <Jtem: Tobias Steffeck von Kolodey von der commission wieder
bekommen.
et cetera>
Secretarius Bährenreüth, welcher ehegestern, auß
der Marck Brandenburg wiederkommen, berichtet
undter andern, daß der iunge Chur:Printz,
zum Berlin, nicht allein in lebensgefahr
gewesen, da er in neẅligkeit, mit
dem kinderwägelein, den kopf undter sich,
die Stiege hinundter gestürtzt, und fast
den halß zerbrochen, (wo ihn Gott nicht
sonderlich beschirmet hette?) Sondern auch
|| [[Handschrift: 353r]]
seidthero, alß eine zimliche menge, allerhand leütte
in seinem gemach gewesen, und ein Schoß12 geschehen,
von einem, auß ihnen, also, daß die kugel dem
Printzen, nahe beym kopf, vorüber gegangen, und
(welches das ärgste ist) Man noch auf diese Stunde
nicht weiß, oder wißen kan, noch will, wer
eigentlich, den schuß, im gemach, nach dem
Printzen, gethan? Gott seye dangk; der ihn
behütet hat, der wolle ihn ferner bewahren,
durch seine Heiligen Engel, bewachen, undt allen
assassinijs, gnediglich, (in dieser bösen weltt), abwehren!
et cetera
Hofrath Jena, ist bey Mir, gewesen, <zweymahl. perge>
Unsere Jungfern, die beyden Dütten, seindt
nachmittage, in großer hitze, forthgewandert
auf Deßaw zu, dahin ich sie (itzt in der
Erndte) führen laßen muß, ohne undter-
schiedliche spatzierfuhren, welche sie
biß dato, mit meinen, und meiner
armen undterthanen pferden, verrichtet,
Gott begleitte Sie! dahin Sie gedengken! undt
führe Sie, auf seine wege! perge Nous nous
èsgarons, quelquesfois, dü bon sentier! perge
Secretarius Bährenreüth, ist bey Mir gewesen, und hat
mir referiret, von seiner rayse in die Marck,
wie (Gott lob,) die Reformirten, eine kirche
zu Frangkfurth an der Oder, erhalten,
wie der Chur: Printz, zum Berlin, hiebevor
in gefahr gewesen, mit dem brande in der Cammer,
und dann, mit dem fall, des wägeleins,
so auch, mit dem Schuß, darinnen aber,
die erste relation falliret, Sintemahl
der schoß13 nicht im gemach geschehen,
sondern, als der Printz, mit seiner wärtterin,
so ihn auf den armen gehabt, im fenster
gestanden, wehre von außen her, der
Schuß geschehen, und nahe, bey des Printzen
kopf, hinweg gegangen, inß gemach
hinein. Man wüste aber nicht, wer
es gethan hette? und ob es ohngefehr, geschehen wehre?
Gott wolle ihn ferner, durch seine heiligen engel,
beschützen, undt beschirmen! und vor allem
unglück, leibes, und der Seelen, väterlich bewahren! perge
Die große hitze, und dürre, verrückt manchem, den
compaß, in dem der haber außdorret, das liebe
viehe, und fohlen, keine weide haben, die
brunnen versiegen, die weintrauben, ver-
truckenen, und überall schade zu förchtten.
Jenseytt der Oder, in Pommern, wie auch zu
Dresen[!], sol es schön geregnet haben, undt
eine gute erndte geben.
Jn der Marck, helt man gewiß darfür, daß
die Schweden, Warschaw wieder eingenommen haben solten.
Jm gartten, undt in dem Forwergk bin ich
gewesen. Jedermann klaget, über den mangel
am waßer, über dörre, undt hitze. Jm gartten
verdorren auch, die Erdgewächße, und weintrauben.
Bey Jütterbogk, sol daß hagelwetter, auch
haben großen schaden gethan.
Mit Hammeln, zu thun gehabt, wegen der
Neüserischen wittib, undt anderer Sachen.
Gott gebe! das man allen, recht thun könne! perge
Ein iunger Juchstedt, ist anhero kommen,
sich bey meinen Söhnen, zu præsentiren.
Jena consuliret. Zu abends, da man
es am wenigsten, vermuhtet, hat es fein geregnet.
|| [[Handschrift: 354v]]
Gott seye gedangkt, vor seine gühte, der wolle unß
seinen milden Segen, erhalten, undt vermehren! perge
<auch Menschen, undt viehe, ferner erquigken! et cetera>
Donnerstag♃ den 31. Julij; 1656.
Avis: daß mein Bruder, Fürst Friedrich abermalß von Venedig,
nacher Genff gereiset, undt daselbst glücklich
ankommen, in meynung, unß baldt wieder zu be-
suchen, Gott gebe zu glück! undt succeß! perge
Tobias Steffeck von Kolodey perge[,] landRichter Bergen, undt andere gute leütte
in diversis expeditionibus, bey Mir gehabt.
Jn den gartten, mit Madame, spatzirt vormittage.
Der Stadtvogtt Hammeln, ist wiederumb bey Mir
gewesen, allerhandt nöhtige Sachen, zu referiren.
perge
