<3 Hasen Carl Ursinus gehetzt.>
Post expedita negocia, ist der hofprediger
zu mir kommen, mir die beschriebene leichpredigt,
mittbringende, undt præsentirende.
J'ay èscrit, a Nathanael Jahn[.] Dieu benie, ce desseing!
et cetera
Unser avisenbohte Matz Netke, nach dem er
gestern abendt, mit freẅden erzehlet, wie
ihm das Nürnbergische pflaster, (welches
ich ihm, geschigkt, vor einen bösen hundesbiß,
so er auff nähermahligen rayse, nach Leiptzigk
bekommen, am kniehe,) durch Gottes gnade, sehr wol
|| [[Handschrift: 355r]]
geholffen, da ihm sonst nichts helfen wollen)a und sich
bereitt gemacht, alß heütte, wieder forthzuwandern, gleich-
wol aber ein pferdt gemiehtet, ist daßelbe baldt
mit ihm gestürtzet, undt hat ihn sehr verderbet,
am haüptt, undt an Undterschiedlichen orthen, seines
leibes, also: daß wenn er in seinem beruf, eines
bohtenlaüffers zu fuß, geblieben wehre, er sich
beßer darbey, würde befunden haben. Unglück!
Gott wolle ihn wieder zu rechte bringen. perge
Jch habe interim, einen andern, forthlauffen laßen müßen.
Gott gebe mir glück, an allen benöhtigten orthen!
Meine Söhne, seindt nachmittage, auf 2 wölfe
außgezogen, so in dem Dröblischen pusch, gesehen
worden. Würde ein glück sein, wo Sie die noch anträffen?
Victor Amadeus, ist umb 4 uhr, vor abends, wie-
derkommen. haben sie aber, noch nicht, auß dem
pusch, (welcher sehr dicke) herauß kriegen können.
6 Schnerren seindt von Ballenstedt anhero geschickt worden,
dörften wol die letzten sein, diß iahr.
Mein Sohn Victor, ist hinauß gegangen, auf
meiner herzlieb(st)en gemahlin Dröblische wiese, hasen
zu schießen, zu abendts.
Carolus Ursinus, hat drey hasen gehetzt.
Rindtorff, und Tobias Steffeck von Kolodey haben in der Erndte zugesehen. perge
Martin Ulrichb ist heütte forth, Dieu le Vueille benignement
conduire, & reconduire, avec heureux exploict!
et cetera
Einen Reütter, nach Ballenstedt geschigkt, mit
einem iungen Rohtschimmel, zum reitten
dienlich in der erndte, dem homeester zu Padeborn.
Hans Senf bey mir gehabt, wegen der rechnungen.
Avis: daß vor ein par Tagen, unser Fohlenhirtte
zu Zeptzigk, endtlauffen, nach dem er die Fohlen
Mir, selbsten, und vielen Privatis, einen sehr
großen schaden, in getreydig, thun laßen.
Ja die Fohlen selber, haben mehr schaden
als frommen darvon gehabt, in dem sie die
gerste, in der großen hitze, gefreßen, und
nicht darbey sauffen können, also ist ihnen
die gerste im Magen verquollen, daß sie
bersten müßen, inmaßen zwey schöne
Fohlen, schon umbgefallen. Jn Summa, alles
wil unß, in unserer haußhaltung, nur
sawer, undt schwehr gemacht werden. perge
Nota Bene[:] heütte, alß meine Söhne hinauß, nach Zeptzigk geritten,
haben Sie erfahren, daß ein böser Bube, über die
wände, in den FohlenStall, gestiegen, diesen Morgen,
|| [[Handschrift: 356r]]
und drey Fohlen, alß: meinen schönen Wallwitz, Carolj
Ursinj, sein Räpchen, und des armen pfarrers zu Palbergk,
sein Füchßlein, mit einem Meßer, inß eingeweide
gestoßen, daß sie gestorben, und noch 5 andere
(über diese) weyde wundt gemacht, darnach ist
der Gottlose schelm endtwichen, also: das man nicht
weiß, ob es der Fohlenhirtte, auß desperation,
selber gethan, oder einer, von denen privat-
personen, welchen die unwißenden Thiere,
im Felde, schaden gethan, sich also rächenen wollen.
Gott wolle, diese FrevelThat, offenbahren! und straffen!
et cetera
Nachmittage, seindt meine Söhne hinauß
geritten, undt haben den hofrath Jena, Stall-
meister Rindtorff, und Tobiaß Steffegk von
Kolodey, mittgenommen, der That noch beßer
nachzuforschen. Es ist aber dahin kommen, das
man gewiß darvor gehalten, es hette die
pferde, also eingesperret, gehawen, undt
geschlagen, ein kempe, oder hawend Schwein,
welches auch zugleich mitt eingesperret
gewesen, durch große verwarlosung, des
HofeMejsters, undt des Forwergkgesindes,
so billich zu bestrafen wehre, oder den schaden, gut zu machen hette.
Avis: daß die Aeptißinn von Quedlinburgk
mit ihren Stiftßfreẅlein, und einem graven
Czarneckj, So dann, eine grävin von hollach,
(geborne pfaltzgrävin) wittibe, mit 2 Töchtern1,
einem Sohn2, wie au[ch] ein grave von Schwartz-
burgk, in allem 60 pferde stargk, unvor-
sehens, zu Plötzkaw, gestern ankommen.
Ces hostes, n'y sont pas trop aggreables.
Die FrawMuhme ist krangk, dero hof-
meisterinn, und theilß freẅlein, unpaß.
Jn die kirche gezogen, mit beyden
Söhnen, undt zweyen Töchtern 3. perge Textus
Lucas 164 vom Ungetreẅen haußhalter.
et cetera
Gott gebe! daß sich böse verwallter
daran spiegeln mögen, und sich beßern!
et cetera
Mein Sohn Carolus Ursinus, hat gestern frühe
einen bösen halß gekriegt, also, daß ihm die
Mandeln geschwollen. Undt dieweil ers
allererst in dieser Nacht gesaget, habe ich
den Balbirer, nach der predigt holen laßen,
Gott gebe zur genesung, und zu gutem gedeyen! et cetera
Nachmittage, in die Catechismuspredigt gezogen,
mit Victore Amadeo, undt dreyen Töchtern5. perge
Postea: anß Thor, das neẅe Maẅerlein, und andere
sachen zu besehen, und durch das Forwergk, und gartten,
wieder inß Schloß.
Wir haben heütte von einem schönen Carpen, ge-
geßen, welchen man alhier in der Sahle gefangen,
so neün pfundt gewogen. Geschicht sellten! perge
Mit Carolo Ursino, beßert sichs noch nicht,
Sondern die halßgeschwulst, sengket sich,
undt wirdt ie länger, ie ärger. Gott
wolle sichs erbarmen, undt linderung geben!
Ô Seigneur! ne me pünis, en ton jre embrassèe!
perge
Hans Senf hat seine wochenrechnung, übergeben. perge
Ein karren von Ballenstedt mit etwas Victualien,
ist ankommen.
Jch habe Mich, (auf freündtliches begehren) abcon-
terfeyen laßen, zum gedechtnüß, wenn wir Todt sein.
perge
Schreiben von Croßen, das die pest ihnen nahe
kümbt, Gott bewahre ferner gnediglich! Jtem: daß
zwischen Polen, Schweden, und Chur: Brandenburg friede
tractirt wirdt, und die Staadischen Schiffe, vor Dantzigk liegen,
<der Frantzösische und die Stadischen gesandten, seindt sonst mediatores Pacificationis.>
Jch habe auch schreiben auß Frangkreich von Adolf
Börstels Sehligem wittwe bekommen.
Die Ordinarienavisen, und particularschreiben geben:
Daß in Polen, zwischen beyden Königen, zusampt
Chur: Brandenburg friede tractiret wirdt.
Die Polen wollen zwahr vorhero noch eine
Schlacht lifern, wenn ihr König wollte?
Waß zu Warschaw, vorgegangen, wirdt
confirmirt.
Fürst Bogislaus Radzivil, und General Douglaß,
haben die festung Tickozin, glücklich entsetzt.
Die Samogiten rebelliren annoch.
Dje pest, graßiret in Preüßen, undt in
Polen, undt kömbt gar, biß nacher Croßen.
Der König in Dennemargk, hat den Staadischen
Admiral, herrn von Opdam, zum Ritter,
geschlagen, und ihme, den orden des
Elephanten verehret. Die Staadische
Flotta, ist auf Dantzigk zu, gegangen,
iedoch bemühet sich der Frantzösische undt
Staadische Ambassador, friede zu machen.
Cromwell, hat mit Portugal, auf nähermahlige,
berichtete conditiones, pacificiret.
Der Don Jean d'Austria, hat Valenchiennes
wol entsetzt, dem Prince de Condè alle gefangene
Frantzosen, geschengkt, und der Stadt, wegen erwie-
sener tapferkeit, und mannlichen resistentz,
die befreyung, auf drey iahr lang, von allen
accisen, und schatzungen, erlaßen.
Numehr, schreiben Sie, von 5000 Frantzosen,
so erwi<geblieben> sein sollen, und sie hetten Sie
zum dritten mal, mit großer reputation,<solution,>
repoußiret, also: daß die Spannischen abweichen
wollen. Endlich aber, hetten sie (auf zu-
sprechen, und anführen, des Printzen von Condè,)
noch einen versuch gethan, undt durchgedrungen,
mit des Caracena, seinen machinis
über die linien, über die Palissaden, über alles.
Undt alß der Printz von Condè, den Mareschal
de la Fertè, selbst gefangen, hette er zu
ihm gesagt, wann es General Türenne gewesen
wehre, hette es ihm nur die Mühe, noch einer ladung,
Seiner Pistolen, kosten sollen. Der Visconte de Turc
|| [[Handschrift: 358v]]
Der Visconte de Türenne, jnndeßen, recolligirt
sich, hat mit dem Cardinal Mazzarinj, sich
undterredet, undt hoffet, auf einen stargken
entsatz, auß Frangkreich, damit er den
Spannischen hinwider, begegnen könne.
Der Düc de Guise, wirdt der Königin
Christina, entgegen geschickt, sie zu ent-
pfangen, weil sie auf Marseille
kömpt, nach Paris will, undt überall
friede zu stiften, suchet.
Der Pabst, hat ihr 10000 krohnen,
zum abzuge verehrt, <und 2 galleren mitgegeben.>
Die pest, graßiret noch sehr, zu
Napolj, zu Rom, undt dorth herumb.
Die venezianer, thun fleißige vorbawung,
damit solch unheyl, in ihr landt nicht komme.
Dem Duca dj Mantoua, leßet der König
in Spannien, anbiehten, das Königreich Sardinia
vor seine beyde hertzogthümber Mantoua
und Monferrat, damit er desto baß, dem
König in Frangkreich, in Jtalien, wiederstehen könne,
|| [[Handschrift: 359r]]
es ist aber, noch nicht acceptirt.
Vor den Dardanellj, wartten der venezianer
armaden, noch auff, wieder den Türgken, welcher
seine aufrührer gestillet, undt nicht allein
zu waßer, sondern auch zu lande, in Boßnia,
undt Dalmatia, sich sehr verstärcket.
Der Kayser, leßet zu Wien, und anderst-
wo, gefängnüße bawen, umb etzliche
entdegkte conspiranten, hinein zu setzen.
Alß neẅlich, ein herr von Sintzendorf,
nach hofe, gewoltt, ist auß des Spannischen
Ambassadors losament, ein page vor ihm,
und ein lackay, hindter ihme gehend, er-
schoßen worden. Sol auf ihn, sein gemeint gewesen.
Zu des Ungarischen Königs, und der Kay-
serinn Cröhnung, zu Prag, rüstet man sich,
und wollen Jhre Mayestät den 17. Augustj, dahin kommen.
Ein Tartarischer gesandter zu Wien, hat
dem Kayser, undt dem Ungarischen König, gra-
tulationes, wegen seines großen Chams[!], nebenst
2 kleppern, gebracht, und ist, mit geschengken,
undt bahrschafft, wieder abgefertiget worden.
Mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, bin ich, vor abendß, in den
gartten, spatziren gegangen.
Mit Jena, conversirt.
Expedienda expedirt.
Mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, in gartten spatzirt.
Jm vorrath, nacher Croßen, geschrieben.
Carl Ursinus' bagke bleibet noch sehr digke, und machet
unß sorgfältig, (unerachtet der Balbirer
fleißig zu ihm gehet) Gott gebe doch, daß es
sich baldt beßern, und die geschwulst
fallen möge! perge
Jn die kirche, mit Victore Amadeo, undt
zweyen Töchtern6, gezogen, am heüttigen behtTage,
da ein Studiosus Theologiæ, <mein pahte> Christian Müller,
d von Ballenstedt, des landrichters Bergen
alhier, kinderpræceptor, vor den hofprediger,
(welcher eilends krangk worden) predigen
müßen. Gott beßere es, mit dem guten hofprediger.
Extra zu Mittage, den Diaconum jonium, gehabt,
welcher auch gar neẅlich erst, stargke dolores calculj, überwunden.
Beyde Krosigk von Erxleben, Lu Jacob Antony,
undt Lüdolff Lorentz seindt anhero kommen,
vor der malzeitt, über der meßung, in hanß
Berendts, wiese sache, sich zu beschwehren.
Jch habe sie, zum eßen, behalten,
undt ihnen, (nach zuvor gepflogener
undterredung, mit hofrath Jena,) audientz
verstattet, da es dann allerley
reden gegeben. perge
Donnerstag♃ den 7. Augustj; 1656.
<2 hasen, Carl Ursinus gehezt[.]>
Jch habe diesen Morgen, eine stargke attacque
von Seitenstechen, so auch vom Stein gehabt. Es hat
sich aber, durch Gottes mildreichen Segen, nach
etzlichen stunden, gemiltert, deßen gnade alles
zuzuschreiben, und billich davor zu dangken.
Gott hat unß, ein stargk donnerwetter,
(iedoch ohne sonderbahre Schläge) zugeschigktt,
umb mittag, und darnach einen schönen, hoch-
verlangten regen, beschehret. Er seye davor
gepreiset, undt vollende seiner gnade, gaben. perge
Gestern donnerte es zwar auch, regenete
aber nicht, und klaget alles, über die hitze, und dürre.
Abermahlige post von Ballenstedt, das die Erndte,
(Gott lob! undt dangk!) wol von statten gehet,
daß mein Bruder, Fürst Friederich wiederumb
glücklich, zu Genff, angelanget, (Gott lob,)
undt das die Seüche, der pestilentz, noch
heftig zu Brehmen, graßire, die einbringung
der Steẅerretardaten, wil gar schwehr,
bey den foraneis, gemacht werden, sonderlich
bey den Ascherßlebern, Sinß: undt Ermßlebern.
<Regen, Nachmittage.>
<3 hasen Viktor Amadeus gehezt.>
Philipp Güdern, (post expeditiones solitas)
bey Mir, gehabt, von wegen der bierSteẅren, &cetera &cetera[.]
Mit Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt so dann, mit Jena,
Tobias Steffeck von Kolodey undt Rindtorfen, succeßive
conversiret. perge
Die supplicationes, wie fast täglich, in verdrieß-
lichen, undt Unverdrießlichen Sachen <einkommen>, expediret.
Wiewol Carolo Ursino, seine geschwulst
am bagken, noch nicht vergangen, S. Sondern
auch in die andere bagke, gekommen, So ver-
zeücht sichs doch, Gott lob, und dangk, ein
wenig, und die gehoffte beßerung, erscheinet[.]
|| [[Handschrift: 361r]]
Anne Lyßgen aber, hat man vor abends auch in den
halß sehen müßen, und ist dem lieben kinde, der zapfen
geschoßen, und die Mandeln geschwollen. Gott wolle
es doch auch gnediglich, zur bäldisten beßerung schigken!
Die halßwehe, seindt an itzo, gemein, undt gefährlich. perge
Avis: das Geörge Glaun, ein Brawer, undt
Rahtsherr, zu Zerbst, in zimlichem allter, gestorben.
Er war, vor iahren, mein Schütze, und hege-
reütter, alhier zu Bernburgk. Wuste sich, mit
den gräntzen, trifften, weydewergk, schießen,
sehr wol zu behelffen, undt leistete mir,
dazumal treẅe dienste. Er war auch
sehr Gottßförchtig, eyferig, und andächtig
in der religion, undt hatte ein aufrich-
tig, Treẅ gemühte, schöne wißenschaften,
in seinem beruff, und gute erfahrung.
Er war auch, sehr fleißig. Gott belohne
es ihm, im ewigen leben! und beschehre
Mir, mehr dergleichen Treẅe diehner,
da leyder an itzo, (in dieser argen weltt,)
die Schöne Tugendt, der Treẅe, und fidelitet,
nur wildprath, und gar seltzam ist!
Vorgestern, alß es alhier regenete, hat es zu Zeptzigk
stargk geschloßet, wje knippkaülchen groß. es ist
aber gut gewesen, das es nicht mehr, das liebe
getreydig auf dem halm stehende, sondern schon
niedergemeyhet gefunden, hat also (Gott lob)
wenig schaden gethan.
Diesen Morgen, habe ich zugebracht, (post sacra
peracta) wie gewöhnlich, mit rechnungen,
mit Hans Senf mit Andreas Hetzler undt andern Oeconomicis.
Mit meinen kindern, alß: Carolo Ursino,
undt Anna Elisabetha, leßet sichs, zur
beßerung ahn, Gott seye lob! ehr! und dangk!
davor gesaget, der wolle geben, das es
bestandt habe, und sein wergk vollführen,
zu seinen ehren, und allerseitß Sehligkeitt!
et cetera
Den Balbirer, frühe, undt spähte bey Mir
gehabt, wegen meiner affectuum,
in abwesen des Medicj. Gott gebe, zu
Segen! succeß! undt gedeyen! perge Er hat auch
Anne Lyßgen, fleißig curiret, und Gott
hat gnade, undt Segen, darzu gegeben! perge <Jhm
Seye lob, und dangk, davor gesaget perge>
Avis von Deßaw, daß am Montage, die grävin
von hohenlohe, (geborne pfaltzgrävin) mit ihrem train,
auf Deßaw, gekommen, und daselbst gar satisfait,
biß heütte, verblieben, heütte aber, wehren Sie, von
dannen, nacher Croßen, aufgebrochen, und die Schwester,
hette ihnen, daß geleidte, biß an die Elbe, gegeben.
On a Volontiers, dès hostes, á Dessa, & a Plötzka,
mais, c'est le chemin, a s'endebter! perge
Ædificare domos, et corpora pascere multa;
Ad paupertatem, proximus est aditus. perge
Die Fürstin, von Zerbst, sol mit dreyen Söhnen,
nacher Dreßen[!], zum großherrnvatter, gezogen sein,
Doctor Pichtel, Raht zu Oldenburgk, sol auch mitt sein.
Umb Berlin herumb, ist es unsicher gewesen,
wegen der Chur: Brandenburgischen völcker, welche numehr
aufgebrochen. hingegen, sol groß schregken wegen
besorgenden einfalß der Polen, sein. perge
Dieses weiß die gute Fraw grävin Liebden wol
und daß es umb Croßen herumb, wegen der
Seüche, gefährlich ist, und also dörfte dero
ankunfft zu Croßen, nicht angenehme sein.
Mais, chascüne personne, retient son Opinion! perge
Martin Ulrichd ist wiederkommen, von F: oder Ez:e dilatorisch: Nathanael Jahn[.]
Avis: daß die zeittung falsch ist, mit General
Commißario Schmidt, daß derselbe seye, von den
Polen, erschlagen worden. Er lebet noch frisch,
undt gesundt, und endthelt sich, auf seinen gütern.
Jch habe auf meinem Sahl, den Magister Enderling,
predigen laßen. Text: Lucas 197 8 von zerstöhrung Jerusalem.
perge
Extra: Doctor Mechovium, undt Magister Enderling, gehabt.
Avis: daß die hofemeisterinn zu Plötzkaw,
eine von Loden, (hofmeisters Wallwitz Mutter
Schwester) Todes verblichen. Sic fuit, in fatis!9
Transeundum est! Memento morj! perge
Mit Sekerka, Doctor Mechovio, Magistro Enderling,
undt Tobias Steffeck von Kolodey succeßive conversiret. perge
Man hat vom Berlin, undt Königsberg,
gewaltige Victorien gebracht, so die
Schweden, wieder die Polen, vor Warschaw,
solten gewonnen haben, nebenst der Stadt warschaw.
Tempus docebit! perge
Nachmittags, wirdt in den kirchen, die historia
von zerstöhrung der Stadt Jerusalem, gelesen. Jch habe
|| [[Handschrift: 363r]]
mich, (alß ein Patient), inne gehalten. perge <Gott beßere es!>
Lès Vomissemens de l'estomac, (sauf respect) me tour-
mentent presque tous les jours. Je croy, que cela
procede, dü mauvais breuvage, veü:que la
biere de Zerbst, est corrompuë, & dèsaggreable
á boire, avant la Saint Bartelemy, & le Vin
est tout gastè, par les meschants bouthilliers.
Ainsy il faut bien perdre sa bonne santè,
& forte constitütion. perge La mauvayse toulx,
m'afflige aussy, jours, & nuict, quasj in-
cessament, & le mal dü dos, dès reins, &
de la gravelle, est le plüs douleureux de mès
maulx. Telles concürrences dès foiblesses,
alterent grandement, ceste annèe, ma forte
complexion, & renversent presque, sans
dessüs dessous, ma bonne natüre, qui
en 30 ans, & plüs, ne scait, que c'est
d'üne Vraye maladie, nonobstant mès
voyages, & grandes courvèes faites, par
tant de maüvais air, & <de> pays, en guerre, &
en Paix, oultre la Consideration, de mès blesseüres.
Vor Abends, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden in gartten,
spatziren gegangen. Anne Lyßgen, war auch
mitt, wie zum öftern, geschicht, und Gott ist zu
dangken, der ihr, und Carolo Ursino, so wol ge-
holfen hatt. Er helfe ferner, mit gnaden! perge
<Regen, sehr stargk. et cetera>
heütte ist mein geburtsTag, an dem ich aber-
mal ein Jahr meiner sterbligkeitt, habe zu-
rügkf geleget, undt ein neẅes angetretten.
Gott dem herren, seye Ehr, lob, und dangk
gesaget, vor seine gühte, und erwiesene
wolthaten. Er helfe, das wir Sie recht
erkennen, preisen, und gebrauchen, nach
seinem gnedigen willen und wolgefallen,
und kröhne unß ferner, mit seinem
reichen Segen, mildiglich, hier zeittlich,
und dorth ewiglich! Amen! Amen! Amen!
perge
Es seindt mir schöne, und vielfältige, theilß
Mündtliche, theilß Schrifftliche, gratulationes
zu Meinem angetrettenen 58. iahr, beschehen,
Gott erfülle alles, mit gnaden, nach Sehligkeitt!
|| [[Handschrift: 364r]]
Sonsten, haben meine kinder, sehr schöne Vota gethan,
Mein Sohn Victor Amadeus, hat mich, mit Description
seiner Churländischen rayße, die Töchter aber
haben Mich, mit allerley gentillesses und artigen
Sachen, ihrer hände arbeitt, <und schönen reden> angebunden. perge Gott
gesegene Sie allzumahl, und Carolum Ursinum
inngleichem, welcher mich, mit einer deützschen
rede mündtlich, und mit einer lateinischen
gratulation, Schrifftlich, angebunden. perge
Doctor Mechovius, Cammerrath, hofmeister Wallwitz,
hofrath Jena, hofrath Paulus Ludwig, Sekerka,
Rindtorf, Tobias Steffeck von Kolodey[,] Wallwitz Fraw, und andere,
haben ihre gratulationes, zu meinem, die natalj,
wol abgeleget. Gott erfülle ihre gute wüntzsche!
undt segene Sie hinwider, reichlich davor, mit den ihrigen!
et cetera
Die Avisen geben: daß der König in Schweden, undt
gewaltige Victoriam, drey Tage fechtende er-
halten, die Polen auß dem felde geschlagen,
ihre, und der Tartarn, machtt gebrochen,
Bagage, geschütz, und beütten, nebenst der Stadt
Warschaw erobert, und nur: 700 Mann, die Polen
aber 4000 Mann, verlohren, und König Casimirus,
|| [[Handschrift: 364v]]
wehre nebenst dero gemahlin, selb sechste
außgerißen. Die verbitterung, wehre so
groß gewesen, das sie keinem fast quar-
tier gegeben: die Königlich Schwedischen hetten
nur: 10 undt die Chur: Brandenburgischen nur 8
gefangen genommen, und ihnen quartier gegeben.
Die hollendische flotta sol 44
Schiffe stargk, vor Dantzigk liegen, nichts
feindliches wieder die Schweden attentiren,
nur den frieden, und die commercia befördern
wollen. Die Schweden seindt jaloux darüber.
Der Moßkowiter, hat auch ein absehen
auf die händel, dörfte in Liflandt, oder
in Jngermannlandt, einfallen.
Der Kayser schickt etzliche Regimenter,
undt geschütze an die Schlesische gräntzen,
etzliche auch, undter dem general Encke-
forth, in Jtalien, wieder die Frantzosen,
undt wieder den Duca di Modena, deßen völcker
vor Valenza greẅlich sollen eingebüsset haben,
|| [[Handschrift: 365r]]
undt geschlagen sein.
Jhre Kayserliche Mayestät sollen zur kröhnung, des
Böhmischen Königes, und der Kayserinn, den: 17. Augustj:
nacher Prag kommen, mit halber hofstadt.
Die Pest, sol in Jtalien, erschrecklich, an
den Preüßischen, Schlesischen undt Pollnischen gräntzen
aber, auch graßiren.
Cromwell hat mit Schweden, alliance geschloßen.
Nimbt geldt von Portugall. Wirdt tribulirt,
von den Londischen kaufleütten, dieweil dieselben,
sich über die ruin, so Sie von den Spannischen,
erleiden müßen, beklagen, und auf den
frieden, oder beßern Schutz, dringen.
Frangkreich, recolligirt sich, mit geldt
undt volgk, undter dem Maréchal de Türenne.
Condè, ist von den Spannischen, belägert.
Maréchal de la Fertè, hat freyheit, auf parolle.
Der König in Frankreich tractiret friede, mit
dem Könige in Spannien, ohne des Pabsts, mediation.
Die Königin Christina auß Schweden, will
nach Paris kommen. Sol dèsfrayirt, und wol entpfangen werden[.]
Die venezianer, solten undter ihrem General
Marcello, an den Dardanellj, eine große Victoria
wieder den Türgken erhalten haben, also: daß
4000 Christen Schklaven liberiret,
5000 Türgken, geblieben, und so viel
gefangen, auch viel galleren, und Schiffe
versengkt, undt erobert worden.
Der Pabst förchtet sich greẅlich vor
der pest, auch vor seine person, und wil
fast niemand trawen, oder audientz geben.
Sie müßen ferne von ihm stehen. Auf
seine Galleren, und an etzlichen orthen
seines Dominij, ist die Seüche, auch schon
eingerißen. Zu Napolj, ist das elendt der
armen leütte, so haüffig, krangk werden
und dahin sterben, auch einander nicht
helfen, noch begraben werden können,
unermeßlich. Die Begker sterben auch,
und es ermangelt ihnen, am brodt.
Die Königin Christina, hat zu Genoua
nicht eingelaßen werden wollen, auß
|| [[Handschrift: 366r]]
solcher Beysorge. Man hat sie aber, mit con-
fitüren, vor 500 krohnen werth, regaliret,
und draußen, auf den Schiffen, und galleren,
halten laßen. Zu Marseille, sol Sie vom
Düc de Guise, im nahmen des Königes, in
Frangkreich, beßer entpfangen werden.
Spannien tentiret eine alliance, mit
den unirten provintzien, wieder den
Cromwell, welcher den holländern, ihre
Schiffe, leßet visitiren, und wegnehmen.
Auß OostJndien, sollen wieder, viel reich-
beladene Schiffe, in Holland und Zeelandt,
ankommen sein.
Portugall helt es, mit Cromwell, undt
hat ihme schon, eine Summa geldes, auf die
Pacta, außgezahlet.
Der Portughesische gesandte, sol noch zu
Rom, recipirt werden, und macht sich
gefast, nebenst seinen leütten, <heimlich> armirt,
zu erscheinen, wieder der Spannier, machinationes.
Mès att[ac]ques sont revenüs ceste nuict, et
la Concürrence d'jnfirmitèz, ne me veut encores
abbandonner. perge Le bon Dieu, m'assiste, et me
vueille alleger mès maulx, & me garder
d'jmpacience, affin:que ie ne murmüre point!
perge
Jch habe diesen Tag, mit Medicamenten, und chirurgij-
sachen mehrentheilß zugebracht. Gott gebe, daß wir
dienliche remedia, zu meinem affectu, finden mögen!
Ô der Edlen gabe der gesundheitt, wer Sie haben,
und behalten kan! Krangk sein, ist eine böse plage,
und macht alles verdrießlich, Jedoch, muß man auch
die krangkheitten, (alß väterliche züchtigungen,)
mit Christlicher gedultt, von der handt Gottes, auch
annehmen, und nicht im creütz, murren, oder wiederbellen.
Post von Oosten, und Westen, bekommen, Nemlich:
von Deßaw, undt Ballenstedt. perge
Vetter Hanß Geörge, ist nicht bey der großen
Schlacht, wieder die Polen, undt Tartarn, vor War-
schaw mitt gewesen, Sondern, er helt sich, in seinen
Preüßischen Quartieren, und mehrentheils, bey
der Königinn, (deren leibregiment, er führet)
zu Margenburgk, auff, hat sonst gefahr außgestanden.
<2 hasen, meine Söhne gehetzt.>
Mein schmertze, <in renibus> hat sich Gott lob, gemiltert, ich habe
gute ruhe diese nachtt, gehabt, Gottes gnade, (wel-
cher zu allem gedeyen gegeben,) und des Balbirers
Hanß Wentzel Rohte, fleiß, und gebrauchte
inner: und eüßerliche medicamenten, (weil er
abends, und Morgends, zu mir kömptt) haben das
beste gethan, Gott helfe mir ferner, auß allen
Nöhten, leibes, undt der Seelen! perge Jhm seye dangk
gesagt, vor alle zeitliche, undt ewige wolthaten! perge
Zum andern mal, bin ich heütte dem Mahler
und abcontrafeyer, geseßen, das, so innstendig
begehrte conterfect, zum gedechtnüß, alhier zu laßen.
Achte sonst wenig, (zumahl bey zunehmendem
allter,) solcher, undt anderer Vaniteten. perge
Philipp Güdern, bey mir, gehabt. Mit Rindtorffen,
Tobias Steffeck von Kolodey und andern, allerley anstallten, gemacht.
Michelj Cammeriungker von Plötzkaw, ist anhero
geschigkt worden, mich zu besuchen, und nach meinem
zustandt, zu fragen, welchem ich zugesprochen, undt
ihn wieder abgefertiget, mit gehörigen curialien.
hofrath Jena, bey mir gehabt, welcher Morgen, (gebe gott)
nacher Agken, seinen bruder bescheiden, und dahin verraysen will.
An meine Fraw Schwester, nach Deßaw, geschrieben,
durch hofrath Jena, welcher nacher Agken, gezogen, undt
alle Tage, gelegenheit von Zerbst, nach Deßaw, hat.
perge
Jch bin ein wenig hinauß geritten, wiewol
mein Türcke, nicht recht hat gehen wollen,
undt ich absitzen müßen, auf ein ander pferdt.
Der hußte, hat ihn sehr geplaget, Mag von
ungequollener gerste, so er in abgang des habers,
gefreßen, herkommen sein, undt der klepper,
ist Steinaltt. Pereunt omnia; et mutantur!
Jst sonst, ejn außbündiges, kerngutes pferdt. et cetera
<6 Hasen, von Ballenstedt
3 von hier.>
hofrath, Paulus Ludwig, ist bey Mir, gewesen,
mancherley expedienda, vorzutragen. Jch habe
ihn extra, zu Mittage, behalten.
Depesche, nacher Ballenstedt undt Padeborn, bestellet.
Die cooperation meines Balbirers, hat mir
gut gethan, wegen meines calculj, an
deme ich (Gott lob) linderung fühle. Es scheinet,
daß er sich brechen, undt minujren leßet,
weil viel Saadt, von Mir gehet, iedoch, sein
wir noch nicht, über den zaun. Gott helffe ferner!
perge
Jch habe wallwitz, Jena, Tobias Steffeck von Kolodey undt
andere vor mir gehabt. Wallwitz, ist zu dem Obristen
Werder, undt nacher Deßaw, verrayset. perge
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin ist in ihr hauß, spatziren
gegangen, den baw zu befördern, hat den
Hofrath, Paulum Ludwigen, mittgenommen,
alß einen guten Architectum! perge Gut
wehre es, das alles, mit gutem Fundament,
angefangen, continouirt, und außgeführet würde!
perge
Nach Coßwigk wieder geschrieben,
wie auch nach Quedlinburg ad sedandos
impetus muliebres, irrationabiles! perge
Post von Ballenstedt, mit Victualien.
Der Oberste Heister, ist heütte bey Padeborn
mit seinen Kayserlichen trouppen, vorüber paßirt,
hat gute ordre gehalten, und nicht einen
Mann, außreitten laßen.
Die Clevischen völgker, so vor Chur
Brandenburgk, geworben, sollen auch im
anzuge, undt hofrath Weiler, von halberstadt
ihnen entgegen geschjckt sein. Man vermeinet
aber nicht, das Sie uns jncommodiren werden. Gott verhütes!
<2 Hasen, meine Söhne, gehetzt.>
Jn Oeconomysachen, travaglijret, Hans Senf, Philipp Güder, Tobias Steffeck von Kolodey
undt andere, wie auch: Georg Reichardt den AmptMann bey mir gehabt.
Meine Söhne, seindt diesen abendt, in person
außgegangen, mit hofrath Jena, undt
andern, lerchen streichen, und wiewol
es noch etwaß zeitlich im iahr ist (denn
4 wochen, vor, und 4 wochen, nach
Michaelis, helt man es, inß gemein,
vor die beste zeitt, lerchen zu streichen)
haben Sie doch 26 gefangen, <Gott lob!>
Jnndeßen habe ich mich innegehalten,
gelesen, undt die cur, contra calculum,
mit dem schmieren, undt einnehmen, contjnujrt.
Gott der öberste Artzt, gebe ferner
seinen Segen! undt gedeyen! perge
Der bekehrte Münch, Adamus Renxiem,
hat in dem kirchlein, vor Waldaw,
geprediget, und großen zulauf gehabt.
Gott gebe! das er kein heüchler, Sondern
ein guter rechtschaffener Christ, worden sein möge!
et cetera
Avis: daß zu Wolfenbüttel, eine hochzeitt, undt
Fürstliches Beylager, vorgehe, zwischen dem Mittelsten
herren, hertzogk Antonio, von Braunschweig,
undt dem freẅlein von hollstein, meines Schwagers
hertzog Friederichs Liebden Tochter, welche Eptißinn
zu Ganderßhejm10, und zu Wolfenbüttel am hofe
gewesen. Gott gebe ihnen, seinen Segen!
perge
Avis von Ballenstedt daß die kinderpogken
aldar einreißen, das die pest zu Brehmen,
noch continouiret, daß der Oberste Didemann
plötzlich in Quedlinburgk gestorben, wie
auch etzliche vornehme leütte in Hal-
berstadt. Der herbst, bringet seüchen.
et cetera
Jn die kirche gezogen, mit zweyen
Söhnen, undt zweyen Töchtern 11. Text:
Lucas 1812 vom Phariseer, undt zöllner. et cetera
Davidt Schmidt, ist neben dem hofprediger
Mencelio, extra behalten worden.
Nachmittages, habe ich ihn Schmidt, wieder expedirt.
Darnach, bin ich wieder in die kirche gezogen,
mit beyden Söhnen, und zweyen andern Töchter,
da Er Jonius, den Articulum, de Sanctissima Trinitate, erudite tractir[t][.]
Er Thulemeyer, Churfürstlicher wittib zu Croßen, hofprediger,
hat mir, und andern, exemplaria zugeschickt
von der leichpredigt13, so er über den Tödtlichen
hintritt, Christianj Herdesianj Bernburgensis
Sehligen Churfürstlichen hof: undt justitzien Rahts,
gehalten, darbey auch der personalia
und Epicedia gedrugkt, und wol zu lesen, sein.
Ein page (wilcknitz) ist von Deßaw, kommen,
mit schreiben, darinnen mein Sohn Carll
zur Schwein: und hirschiagtt, begehret
wirdt, (aufn Stutz.) Sie melden auch,
der König in Polen, seye gefangen.
Jch bin, in den lustgartten, wie auch,
in meinen Schloßkeller, spatzirt,
allerhandt Unordnungen, zu remedijren.
Hans Senf[,] Andreas Hetzler haben mit Oeconomyrechnungen,
einzugeben, zu thun, gehabt.
Mit Jena, mit Tobias Steffeck von Kolodey[,] mit andern
zu reden, und zu thun, gehabt, dieweil
das volgk, so Ungehorsam, und wiederspenstig ist.
et cetera
Adamus Renxien, (so gestern zu Waldaw,
geprediget). hat sich bey mir præsentiret,
und etwaß Satisfaction, erhalten.
Hammeln, habe ich bey mir gehabt, welcher
mit Carolo Ursino, nacher Deßaw, raysen soll.
Gott gebe zu glück! undt succeß! undt
bewahre vor bösen accidenten! perge
Die avisen, confirmiren der Schweden Victoria
contra Polen, mit vielen umbständen,
undt daß die holländer noch vor Dantzigk
mit ihrer flotta, liegen, wollen ungerne
Feind gegen Schweden sein. Die Dantzigker
mustern alle Engelländer auß. Der Moß-
kowiter, versichert Chur:Brandenburg seiner
Freündtschafft, und aßistentz. Das der
König in Polen, gewiß gefangen sein soll
wil noch zweifelhaftig gemacht werden.
perge
Der Kayser, kömbt nacher Prag, mit
halber hofstadt, die Cröhnung der Kayserinn
und iungen Königes, wie auch die landt-
Tags deliberationes, zu befördern. General
Piccolominj, ist Todes verblichen, mîo grand amico.
|| [[Handschrift: 370v]]
Verliehre ich also, alle bekandte patronen,
am Kayserlichen hofe, nacheinander. Patientia!
General Wachmeister Enckeforth, ist
vom Kayser, stadtlich beschengkt, mit
bahrschafft, und gühtern, auch zum
graven gemacht, und mit 12000
Mann, wieder den Duca dj Modena, ge-
schickt worden, weil derselbige nicht
will den Kayser, vor seinen lehen-
herren erkennen, noch die lehen, ge-
bührlich suchen, wie ofte er auch daran
erinnert worden!
Die gewaltige Victoria, der vene-
zianer, wieder den Türcken, vor den
Dardanellj, continouiret, und das der
General Marcello selbst geblieben,
und ein Mocenigo, an seine stelle kommen.
Die Türcken hetten kaum 23 Schiffe,
und galleren, darvon gebracht, die
Christen hetten auch 3 große Schiffe
verloren, Sclaven liberirt, wie neülich gemeldet.
Der Pabst förchtet sich greẅlich vor der pest,
und vor den Spannischen conspirationen, wegen
Portugal, derowegen, viel große herren
und Damas, eingezogen, auch theilß gerichtet,
und darbey, der Münche, und Pfaffen, nicht ver-
schonet worden. Valenza sol nach belä-
gert sein.
Die Königinn Christina, ist mit vier
Päbstlichen galleren, in Frangkreich ankommen,
und wirdt wol tractirt, und kostfrey gehalten.
Jn Catalonien, regen sich wieder, die Fran-
tzosen, undter ihrem Obersten, Balthasar.
Der Düc d'Orleans, kömbt wieder
nach hoff zum Könige, nach la Fere,
wil seine Töchter außstatten, eine dem
Könige, die andere, dem hertzogk Ferdinand
von Lottringhen, die dritte, dem Düc d'Anjou.
General Türenne, thut, waß er kan,
den schaden, vor Valenchiennes, zu ersetzen.
Die Spannischen haben Condè belägert,
undt hartt stringiret. Don Jean d'Austria
bekömbt 500000 kronen, in wexel, vom König in Spannien,
Cromwell wil Frangkreich eine armèe zuschigken,
undt Spannien bekriegen, hofft auch, die
Staaden in ihre alliance zu bringen,
welche ebenmeßig, von Spannien, tentirt
werden. Die verarrestirten
Schiffe, hat er den holländern, laßen
wieder geben, und die gühter, relaxiren.
Zwo verlorn geschätzte Spannische galleo-
nen, haben sich, mit großem Reichthumb,
wieder gefunden. Die Engelländer
lawren, auf eine neẅe Spannische silberflotta.
Man vermeint, es werde zwischen
beyden Crohnen, Spannien, und Franckreich,
friede tractiret.
Der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm,
sol auch mitt nach Prage kommen, von
dannen, in sein Bisthumb Neüße, in
die Schlesie, gehen. Etzliche Regi-
menter, mögen an den Schlesischen grentzen ligen.
Zur Lipstadt, sol das wetter, einge-
schlagen, und 600 haüser, abgebrandt haben.
<Regen.>
Daß die Churfürstliche wittwe zu Croßen, zweene
fälle nacheinander, die Stiege hinab, mit gefahr,
gethan, wirdt daher avisiret. Gott seye gedangkt,
der sie errettet hat, der wolle Jhre Liebden noch lange
zeitt, fristen! und erhalten! perge Man ominiret
ihren bäldisten Todt, dahero, ich wil es aber nicht
also argumentiren. Sie ist noch, eine Seüle,
eine Stütze, ein Auffenthalt ihres hauses, ihrer
verwandten, undt bekandten, insonderheit aber,
ihrer armen undterthanen, Sie stehet, mit
ihrem gebeth, vor den riß, Sie ist vielen er-
baẅlich, mit ihrem Christlichem leben, undt
wandel, und ist wol ein pfeiler, der
kirchen Gottes, undt wahren religion! perge
Würde manchem, allzufrühe, abgehen.
perge
Jch habe Philipp Güdern, bey Mir gehabt,
wie auch Hanß Senff, in diversis functionibus.
Tobias Steffeck von Kolodey ist nun fast stündtlich, ia täglich, bey Mir.
Nach Croßen, wieder geschrieben, per
una steffetta straordinaria, che Dîo benedica!
Mein Sohn Carll ist heütte forth nach Deßaw,
<Hammeln ist mit ihm, in allem selb fünffte. Gott seye geleittsMan[n!]>
Der hofrath Jena, und AmptMann Georg Reichardt
haben sich angemeldet, und allerley zu expediren,
referiret.
Moritz Philipp, Grave von Kinßky, undt
Tettaw, hat sich angemeldet, undt dienste
præsentiret. Jch habe mit ihm eine zeit-
lang geredet, nach verstatteter audientz.
Jl a de l'esprit, mais ie ne puis encores
penetrer l'jnterieur, de son cœur, ce quj
n'appartient, qu'a Dieu seul, scrütateur
dès coeurs, lequel nous vueille garentir
de tous desordres, & jnconveniens.
Wallwitz kömbt wieder von Deßaw,
bekräftiget die zeittung, daß der König, in
Polen, vom pfaltzgraven von Sultzbach, gefangen worden,
de qua nova adhuc valde dubito! perge
Avis: daß der König, und Königin in Polen, von den
Chur: Brandenburgischen völgkern, gefangen worden. Jtem:
das Enckeforts völgker, rebelliret, und nicht nach
Jtalien, gewoltt, ia Sie hetten, ihren General
erschoßen, und wehren in ihre alte quartier, in O-
berOesterreich, wieder gezogen.
Secretarius Bährenreüth, hat diese zeittung, von Plötzkaw,
(alda sie es vor gewiß halten) mittgebracht, alß er aldort
seines Bruders hochzeitt, beygewohnet.
Alß ich ein par Tage hero vermeint frisch und gesundt
zu sein, und keinen anstoß, (außer den hußten) son-
derlich zu haben, ist mich der affectus calculj, mit
seittengrimmen, wieder ankommen, und hat mich, so wol
die gantze nachtt, alß heütte diesen Tag, sehr jncommodirt.
Gott wolle mich doch, von solchem übel, erlösen, auch
linderung, und beßerung, mir baldt verleyhen! perge
Damit ich desto geschickter seye, ihme, und meinem
Nechsten, recht zu diehnen.
perge
Es kommen greẅliche dinge, von dem endtwichenen
Böttcher, Märtin Röseler, an den Tag, von ehebruch, von ab-
treibung kinder, von vorsatz, seine eigenes weib,
mit Maüßepulver, hinzurichtten, und die hure,
zu heyrathen, welche sich, mit ihrem bluth, undter-
schreiben müßen, zwey iahr, auf ihn zu wartten,
davon schon eines, herundter ist. et cetera Gott dempfe das übel
und gebe mir doch, Fromme diener, undt undterthanen!
perge
Donnerstag♃ den 21. Augustj; 1656.
Mon mal, ne veut pas cesser encores. Dieu me deli-
vre, de la Concürrence dés maulx, quj se renouvel-
lent, & me tourmentent jour, & nuict, sans cesse!
|| [[Handschrift: 373v]]
Ô Dieu ayes pitiè de moy! ô Dieu exauces moy!
Aussy l'a il fait le bon Dieu, avant le repas
encores, me donnant allegement inesperè, ce que ie
le prie de continüer! A luy, en sera la gloire!
et cetera
Mit dem AmptMann Georg Reichardt geredet, wegen
Rößlers boßheit, und betrieglicher greẅlicher händel.
Man formiret articulos darüber, und schigket nach
den Responsis Prudentum.
heütte leßet Wallwitz, seine Muhme
die von Loden, gewesene hofmeisterinn zu
Plötzkaw, alda begraben.
Conferentz, mit hofrath Jena, welcher mir auch
allerley entdegkt, von nachdengklichen Afterreden,
so auf Bährenreütts hochzeitt, zu Plötzkaw, von
Gebhard Paris von dem werder (unverantwortlicher weise) vorgegangen.
Le Monde pervers, ne peut, nj <ne> veut reposer!
Jch habe, nacher Croßen, geschrieben.
Mit Madame, vor dem abendeßen, in garten, spatzirt.
Eine extraordinarij von Leiptzigk, erhalten,
der Kayser, sol zu Prage, eingezogen sein.
Mon mal s'est renouvellè, üne heure, apres
Midy, & düre encores. Dieu me donne allegement!
Mes douleurs ont continuè la nuict, jüsqu'au
mattin, que ie dormois ün peu. Le bon Dieu me
vueille delivrer de ce mal, & de tout autre, & me
rendre la pristine santè, me gardant d'jmpacience,
& me la pardonnant gracieusement, en Iesus Christ. perge
Meine schmertzen, im rügken, kommen immer wieder,
und laßen mir wenig ruhe. Gott erbarme sichs!
Man thut alles, mit wiederwillen, unlußt, undt
verdruß, wenn man krangk ist! Ach! der edlen
gabe der Gesundheitt, wenn man sie hat, mag
man sie wol Gott zu ehren, recht anlegen. perge
Aber wer achtet das gute, biß die böse Tage kommen?
Mein Sohn Victor, hat von gestern abendt her, eine
böse bagke, wie auch Anne Sofichen, und Anne Lyßgen.
Die Flüße werden sehr rege. Gott helfe überwinden!
Secretarius Bährenreüth, Philip Güder, und andere
bey mir gewesen, in diversis functionibus. perge non
obstantibus doloribus renum!
Durch auflegung, hopfen, kümmel, Camillenblumen,
undt Süßer Milch, in einer Schweinsblase,
(so die alte Krosigkin von Erxleben, gerahten, welche
gestern, mit ihrer SchwigerTochter, alhier gewesen)
|| [[Handschrift: 374v]]
hat mir Gott die schmertzen diese Nacht, miti-
giret, dieweil aber eine constipatio alvj, darzu
kömbtt, (unerachtet ich gestern frühe, undt
gestern abendt, Englische purgierpillen, ein-
genommen, so biß dato, mir stegken geblieben)
alß wil es noch nicht allerdings recht thun.
Doctor Fischer, ist vom Kayserlichen hofe gestern
wiederkommen, und hat sich bey mir præsen-
tiret, auch viel nachdengkliche sachen, referiret.
Ein wagen, mit einem Spießhirsch, von
Deßaw bekommen, den Carolus Ursinus geschoßen.
Er sol auch aldorth, noch einen, mit: 10 enden, ge-
schoßen, und sonst mit iagen, gute lußt gehabt haben.
Mein Sohn Victor, ist mit seinen haüpt-
flüßen, und geschwollenen bagken, noch sehr ge-
plaget, wie auch beyde Töchter, Anne Sofie,
und Anne Lyßgen. Gott gebe unß allen, beßerung!
Gestern, seindt 11 hasen, von Ballenstedt ankommen.
Jch habe wieder nach Deßaw, geschrieben.
v Nachmittags, haben wir, (Gott lob,) die gestrigen
pillen, angefangen operation, und liberation, in alvo,
zu bringen. Gott helfe ferner, auch vom Stein! in gnaden!
et cetera
Vor der abendmalzeitt, habe ich, (auf Doctor Fischers rath)
gebadet, in einem wannenbadt, von Camillen,
pappeln, und Melißenkraüttern, welches mir durch
Göttliche, hochpreißliche gnade, linderung am Stein,
gebracht. Gott gebe! das solche beßerung, continujren,
und bestandt haben möge! perge Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin
hat mir treẅlichen beystandt heütte, und vorige
Tage, geleistet, mich gepfleget, und gewartett,
Gott wolle es Jhrer Liebden alhier zeitlich, undt dorth
ewig belohnen! perge
Mein Sohn Victor Amadeus, ist gar nicht wol, an
seiner geschwollenen bagke, undt haüptflüßen.
Gott wolle es bald beßern! und auch vetter Le-
berecht helfen, welcher auch gähling krangk sol worden sein.
Gestern abendt, hat mich zwahr, der Stein wieder
angefochten, und hat zimlich, die Nacht hin-
durch, biß gegen Morgen, continuiret. Umb
drey uhr aber, ohngefehr, hat es remittirt.
Umb 6 ist es wiederkommen, doch nicht so hefftig,
hat also seine jntervalla, nach Gottes gnedigem
willen, das Man nicht Stoltz sein, sondern sich förch-
ten, und Gott vor augen haben solle. Er hat auch unsere
|| [[Handschrift: 375v]]
Nieren, in seiner gewaltt, wie Davidt sprichtt,
und die züchtigen unß des Nachts14, etcetera[.] Das
seindt alles, strafen der Sünden. perge
Mein Sohn Victor, ist auch noch nicht restuiret.
Gott helfe unß allerseitß, zur beßerung!
Avis: daß der Bartolomej Margkt, zu
Zerbst, zimlich gut, und die pferde, sehr wolfail
gewesen, in dem in die 2000 hingebracht worden,
<wie> auch, viel viehes, aber nicht auß Polen.
Doctor Fischern bey mir gehabt, contra calculum
zu gebrauchen.
hieroben predigen laßen, aufm Sahl, Heslerum.
Doctor Mechovium, Doctor Fischern, und Heßlerum
extra zu Mittage gehabt.
Jn währender predigt, ist hofmeisters
Wallwitz haußfraw, aufm Schloße
einer iungen Tochter, durch Gottes
gnade genesen, der gebe ihr ferner
seinen Segen! <und stärcke Mutter, und kindt!
et cetera>
Nachmittage, ist Meine freundliche herzlieb(st)e
gemahlin, hinüber nacher Plötzkaw
gefahren. Interim: habe ich mich, gequehlet.
|| [[Handschrift: 376r]]
Ô Dieu, donne moy relasche; ô Dieu! exauces
moy. Donne moy repos, en ce jour de Sabbath!
& aux jours consecütifs! par ton Saulveur, Amen!
perge
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ist mit meinen beyden
Elltisten Töchtern, noch vorm abendeßen, von
Plötzkaw, wieder zu mir kommen, alda Sie
die allte FrawMuhme gesprochen, welche
niemandts von Fürstlichen personen, alß Freẅ-
lein Johannchen, bey sich gehabt. Die
andern Fürstlichen, seindt mit vetter
Lebrechtt, auf der pröbstin hochzeitt,
mit herren Crzenetzky, nacher Quedlinburg
mit gebührlichem comitat, gezogen.
Die allte FrawMuhme, hat groß mitt-
leiden, gegen mir, wegen des Steins, contes-
tiren laßen, und rath mittgetheilet,
Gott wolle es Jhrer Liebden wieder vergelten!
perge
Den guten, Unglücksehligen, sonst wolqua-
lifizirten graven Kinßky, habe ich heütte
nolens volens, gäntzlich dimittiren
müßen, dieweil ihn fast niemandt dulden
können, auch ihme, sehr übel nachgeredet worden.
Meine renes haben mich gestern, und die Nacht
hindurch, biß an den Morgen, <gezüchtiget> da dann zu erach-
ten, waß vor ruhe, ich darbey haben könne?
Gott wolle mich doch, auß diesem übel,
auch liberiren!
Graf Kinßky, ist forth, wehemühtig,
und kleinlautt. Gott wolle ihn trösten!
et cetera
Avis: daß hertzogk Hanß Ernst zu
Weymar, mit einem Freẅlein von hollstein
Sonderburgk, in der Stille, beylager gehalten.
Die FrawMutter, hat sie ihm, inß hauß gebracht.
Gott gebe ihnen, glügk! undt Segen!
perge
Hans Senf bey mir gehabt, der seine wochen-
rechnung, iust helt, und am Montage, überlifert.
Umb 10 uhr vormittags, ist unsere alte
dienerinn Bella, des hofraths Paulj Lud-
wigs Fraw, zu meiner herzlieb(st)en gemahlin ge-
kommen, sie zu besuchen, und mich zu sehen,
da ich dann eben hinauf kommende, etwas
linderung, Gott lob, meiner schmertzen,
gespühret, Gott gebe continuation! undt
das die beßerung, bestandt haben möge!
et cetera
Von Deßaw, avis von Carolo Ursino, daß Sie
abermalß glück gehabt, mit iagen etzlicher
bachen, und Frischlinge, Er schigkt mir, eine
bache her, undt will auf den Mittwoch, (gebe gott)
sich wieder alhier einstellen. Gott gebe, zu glück: et cetera
Segen! undt gutem gedeyen! perge
Mit Jena, mit Rindtorf, mit Tobias Steffeck von Kolodey undt
andern, gewöhnlicher maßen, tägliche anstaltt,
gemachtt.
Mein Sohn, Victor Amadeus, ist noch nicht
völlig restituiret, iedoch beßert sichs, mit
ihme, wie auch, mit beyden Töchtern, Anne
Sofichen, undt Anne Lyßgen. perge Gott helfe
ferner, mit gnaden! perge
Schreiben vom hertzog Wilhelm von Sachßen
Weymar, welcher mir freündlich notificiret
die heyrath, seines elltisten iungen herren. perge
Die Avisen geben: daß Kayserliche Mayestät zu Prag
ankommen, und dero völgker, in Schlesien, giengen,
Sie haben dem Frantzösischen Ambassadeur, undt
etzlichen vornehmen, die Antecamera, verbiehten
laßen, und fordern, das Elsaß, oder die 3 millio-
nen vermöge Instumentj pacis, von Frankreich wieder.
Frantzosen, haben noch Valenza, im stado
dj Milano, occupiret, und den Spannischen
entsatz verhindert.
Enckefort sol noch, mit den Kayserlichen völ-
ckern, wieder den Duca dj Modena, gehen.
Die Pest graßiret noch zu Napolj
erbärmlich. Es sollen fast alle Medicj,
Apotecker, Balbirer, Becker, etcetera daran
gestorben, und große hungersNoth sein.
Jn Calabrien, sol baldt alles außsterben.
Zu Rom hingegen, mindert sich die
Seüche. Königin Christina ist von dar
hinweg nach Marsillien, mit 10000
kronen, verehrung, vom Pabst, zum zehrgelde.
Die conspiration zu Rom, der Spannier
wegen des Portughesischen gesandten admißion
ist entdegkt, der Pabst hütet sich sehr
vor gifft, verendert seine köche[,] seine
Schengken, sein Silbergeschirr, undt
schaffet auß die Müßiggänger, die Pilgrim
in deren Gestaltt, viel Spannier eingeschlichen[.]
|| [[Handschrift: 378r]]
hat es auch selber, dem Spannischen Ambassador verwiesen.
Sardinia, wirdt noch von Spannien, dem Duca
dj Mantoua, alß ein königreich, vor sein landt,
offeriret, nur die Frantzosen, auß Jtalia, zu halten.
Der venezianer ansehliche Victoria, an den
Dardanellj, wieder den Türcken, wirdt confir-
miret, wiewol mit verlust ihres Generals
Marcello, welcher mit einer Stückkugel er-
schoßen worden, iedoch aber, die Freẅde des
Sieges noch erlebet. An seine stelle, ist
ein Mocenigo verordnet, welcher in der
Schlacht, die Avanguardia in der Armada
geführet, und viel zum Siege, contribuiret,
in dem er auch ein auge, in der Schlacht verlo-
ren. Es sollen sich, die 7 Maltheser galleren,
in dieser Schlacht, sehr wol gehalten haben,
wie auch der Principe di Parma, und viel
andere, und es sol unermeßliche beütten, gege-
ben haben. Viel Türgken, seindt anß landt,
geschwummen, viel auch ertrungken, undt
sonst umbkommen, und ihre Machtt, gebrochen
worden. Der Türckische Kayser, ist darüber, so er-
grimmet, daß er viel seiner Officirer, richten, und einziehen laßen[.]
Jn Frangkreich, wirdt die Königin Christina
herrlich entpfangen, undt dèsfrayiret.
Man vermeinet, Sie seye mediatricin
des friedens, zwischen Spannien, und Franckreich[.]
Es sollen schon, in die 23 articulj aufgesetzt,
undt in die 20 verglichen sein. Über die
annoch übrigen, sollen die Pares Franciæ,
und die Mareschaulx de France, gehöret
und beruffen werden. Don Jean d'Austria
sol legitimirt, und die succeßion des
Königreichs Spannien, heütte, oder Morgen haben,
hingegen, die jnfantin, dem Könige in
Frankreich mit stattlichem brauttschatz, undt
verzicht der lande, gegeben werden.
Stehet aber, noch alles, auf tractaten.
Condè haben die Spannischen, auch
eingenommen, auß mangel proviandts.
Visconte de Türenne, recolligiret, undt
stärcket seine armèe.
Der Düc d'Orleans, ist bey dem Könige gewesen
zu La Fere.
Cromwell dörfte händel kriegen, mit den Staaden.
Der Schwedische gesandte, ist auch von Londen hinweg.
Die Engelländische gemeine ist schwürig, gegen das
itzige Regiment. Beklagen sich, über der Span-
nier progreß, und beütten, so Sie ihnen abnehmen.
Die holländer wollen Dantzigk, mit volgk
und geldt endtsetzen, woferne kein vergleich
getroffen wirdt. Opdam, ist noch daselbst.
Die Schweden armiren auch, in der OostSee.
Es ist noch nicht klahr, das der König in
Polen, gefangen seye. Aber noch eine
Schlacht, sollen die Schweden, gewonnen haben.
König Casimirus, hat ernstlich an Chur
Brandenburg alß einen Vasallum geschrieben,
wie auch der Ertzbischof von Gnesen, im Nahmem
der Senatorum regnj, und ihm, das er Eidt-
brüchig worden, scharf verwiesen, und das er
aufs wenigste nicht neütral verblieben,
droẅen ihm, er solle in dreyen Tagen, das
Königreich Polen raümen, oder andere hostili-
teten erfahren. etcetera Douglaß sol geschlagen sein.
Die Cosacken, wollen wiederumb Schwedisch werden.
Der Türckische Kayser, leßet die haüser
zu Constantinopel, spoliiren, undt
mit gewaltt geld herauß nehmen, et cetera
damitt er sich, an den venezianern,
rächenen, undt seines verlusts erholen könne.
Diesen abendt, habe ich wieder, in
einem kraütterbadt, von camillen,
pappeln, undt Melißen, gebadet, undt
zimlich wol darauf, Gott lob, und
dangk geruhet, der wolle ferner,
dem übel, steẅren! und abhelffen!
perge
Salomon Neve, ist, bey Mir, gewesen, undt
an Mich, von den herren herren Geistlichen, geschickt worden.
Jch habe mich barbiren laßen, da undter
andern, der Balbirer Hans Wenzel Rothe mir erzehlet,
wie er einen armen knaben, von 10 iahren,
altt, ohngefehr, in der cuhr hette, undt
fast restituirt wehre, welcher unsäg-
liche, unleidliche pein, am Stein, erlitten.
|| [[Handschrift: 380r]]
Gottes handt thut noch immerdar große wunder,
wenn wir es nur spühren, und mergken köndten?
wie auch des höchsten gühte, dangkbarlich genung
preisen wollten, undt möchten? vor seine wolthaten?
Doctor Fischern, bey mir gehabtt, und extra behalten.
Nachmittage, bald nach der Mittagßmalzeitt
hat mich mein affectus calculj, wieder ange-
stoßen, und tormentiret. Auch das kraütter-
bad so ich vorm abendeßen gebraucht, hat
weder helfen, noch recht thun wollen. Der
Balbirer, hat (auf meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin
begehren), mich, mit camillen: und weiß
ljlgenöhl schmieren müßen. hilft aber nichts.
Muß ich mich also quählen. Gott erbarme es! perge
Die Nacht hindurch, ist es immer in vorigem
affligirendem Stande, mit mir, verblieben,
und noch heütte. Gott miltere! Gott beßere!
perge
Mein Sohn Victor, und alle 5 Töchter, haben
geschwollene bagken. Die lufft muß unrein sein.
Gott wolle die beßerung, baldt erscheinen laßen!
perge
Je ne scay, si la Venayson, ou les Viandes, me sont pas bien,
nettes, ou bien saines? Dieu vueille benir! & guerir!
Secretarius Bährenreüth, jst bey mir erschienen, <mit geldt.>
Postea: Philipp Güder, welcher in Medicjnalien, gebraucht.
Mit meiner Freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, wie täglich, zum öftern geschicht
conversiret, so dann mit Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt wie auch
mit Tobias Steffeck von Kolodey undt andern.
Carolus Ursinus, ist nachmittags, von Deßaw
wiederkommen, sonst content, mais il a eü dü
mèsentendü avec mon cousin de Cöhten. Dieu
vueille rèstablir! & conserver la Concorde!
perge
Man hat groß Mittleiden, zu Deßaw contestirt
über meinem zustandt, Gott belohne es ihnen!
Jch habe wiederumb, vor abends, gebadet,
hat wenig geholffen, und mich schmieren laßen,
mit Agtsteinöhl, und wacholderöhl.
Post von Ballenstedt daß die Schäfersache, von
Padeborn, schwehr gemacht, und disputirt
wirdt von der Quedlinburgischen Regierung. Sie
haben die gütliche handlung ihren Schäfern
(so im willens hatten, sich zu vergleichen)
inhjbiret, und suchen extrema. Jst eine
schlechte linderung, meines übels.
Sorgfältige, und außführliche schreiben, von
Meiner Schwester von Deßaw, entpfangen. perge
Avis: daß zu Weymar den vierdten Tag, nach des
Elltern Printzen, beylager, der iüngste Printz
daselbst, hertzogk Friderich, (ein feiner qualifi-
cirter, und leüttsehliger herr) Todes
verblichen. Also hat freẅde, und leidt,
baldt nacheinander, abgewechßelt. perge
Gott tröste, die hierüber <hoch>betrübte Elltern,
und nahe blutsfreünde! und ersetze den riß,
in selbigem hause, perge <mit gnaden! perge>
Donnerstag♃ den 28. Augustj; 1656.
<Reiff.>
Die Nacht, habe ich mich wieder hindurch ge-
quehlet. Gott wolle die verlangte linde-
rung, undt bestendige beßerung, baldt schigken! perge
Mit hofrath Jena, noch gestern abendt
spähte conferieret, welcher vor mein bette
kommen müßen, und heütte in die Cantzeley
zu gehen hat.
An hertzogk Wilhelms Liebden (gratulando)
wieder geschrieben, und vor die notification, gedangkt.
Die Vomitus, (salvo honore) hußten, und andere beschwer-
den, haben mich, neben dem Stein, gestern, und heütte
auch angegriffen. Nulla Calamitas sola!15 perge
Aber, die rechte handt, des höchsten, kan alles endern. perge
Avisen: daß zu Frangkfurth an der Oder, undt
sonst hin: undt wieder in der Margkt, wie auch
in Preüßen, und Schlesien, zu Breßlaw, zu
Wohlau, zur Lignitz, die pest einreißet.
Gott behüte, vor diesen, undt andern
landtplagen! perge unß, und unsern Nechsten!
Ludolf Lorenz von Krosjgk, ist von Wolfenbüttel
wiederkommen, alda es magnificq zugegangen,
undt ein köstlich ballet getantzet
worden, so 12000 ThalerThlr, gekostet haben solle!
Vanitas Vanitatum! & omnia Vanitas!16
Mein Sohn Victor hat mich besucht,
der kleine hat ohne daß, sein quartier
undt liegerstädte, bey Mir.
Victor und meine Töchter, haben noch alle
geschwollene köpfe, und bagken, so Gott
beßern wolle. perge
Diesen abendt wieder das badt gebrauchtt.
Gott laße mirs zur beßerung, gedeyen!
inmaßen, Gott seye gedangkt, es mir doch
etwaß linderung, gebracht. Gott wolle die
völlige beßerung, mit gnaden, erscheinen laßen!
<4 hasen, von Ballenstedt[.] 2 hasen, meine Söhne gehezt[.]>
Jch habe zwar, per jntervalla, die Nachtt,
schmertzen entpfunden, iedoch etwaß (Gott lob)
geruhet. Gott helfe ferner überwinden! perge
und seye gepreiset, vor seine gühte. perge
hofrath Jena, ist bey mir gewesen.
Postea: Apotecker Philipp Güder, und Balbirer.
Meine dolores, haben mich nachmittage, fluchß nach
dem eßen, (unverhoft) heftig wieder afficiret,
Jch habe endlich, (nechst feẅrigem gebeth)
kein expediens gewußt, die dolores zu mi-
tigiren, alß gegen abendt, wiederumb, ein
badt zu gebrauchen. Gott gebe zur genesung!
Post von Ballenstedt undt bösen avis, von
abscheẅlichen, Sodomitischen händeln.
Gott wolle das landt, vom Sathan, reinigen!
Sonst seindt condolentzen, auch dannenhero,
undt von Plötzkaw, gekommen. Gott gesegene
davor, die guten Treẅhertzigen Freünde,
undt andere leütte, so es gut meynen. perge
Gott bewahre, einen ieglichen, an seinem orth,
vor unheyl undt bösen zufällen. perge
Doctor Fischern bey mir gehabt.
Das gesterige badt ist mir (Gott lob) nicht
übel bekommen, und hat Mir linderung,
und etwaß schlaf verahnlaßet, allein,
nach Mitternachtt, haben sich die conti-
nuirliche dolores, biß dato, wieder
gefunden. Gott wolle mich baldt liberiren!
<Philipp Güder[,]> Hans Senf[,] Andreas Hetzler und andere, haben sich mit
ihren rechnungen, eingestellet.
Conradt Fischer, des Doctoris Levinj Sohn, ist
auß Jtalien, wiederkommen, alda er zu
Padoua, meinen bruder, Fürst Friedrich noch gesprochen,
und deßen Humanitet, endtwichen.
gelobet. Jst sonsten der Pest, endtwichen,
bey zeitten, wegen genawer, undt scharfer
aufsichtt, der venezianer.
Gegen abendt, umb 5 uhr, haben sich,
meine dolores, Gott lob, undt dangk, mitigirt,
und Gott hat gnade, undt gedeyen, zu einem
schlechten gebrauchten remedio, auß dem
Wirtembergischen Artzneybuch, gegeben, Gott gebe!
|| [[Handschrift: 383r]]
das es continuation, und bestandt haben.
und wir Gottes gühte, mit freẅdigem Munde,
heütte, Morgen, und die gantze woche hin-
durch, aufm dangkfest, ia die gantze zeitt,
unsers lebens, herrlich rühmen, und preisen mögen!
et cetera
Daß Recept, so meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin,
im Wirtembergischen Artzneybuch, folio 174 gefunden,
und mir gerahten, und gebraucht, war
nachfolgendes: Nim leinsamen, käsepappeln,
iedes 2 hände voll, und Sechß feigen, laß alles
klein zerschnitten, in einem maß waßers, sieden,
biß der leinsamen, wol waich wirdt. Dann
trucke es, auß dem waßer, und thue darzu,
ungewäßert ButterSchmaltz, ein vierling.
Möchte man aber, in eil, solches nicht haben, so nim
sonst Butter, oder gesotten Milchschmaltz, und drey
löffel voll gersten Meel. Thue es alles, in ei-
nen Mörser, und stoß wol undtereinander,
darnach, streiche es, auf ein blaw wüllen
Tuch, und lege es also warm über, wo dir
wehe ist. Es hilfft, ob Gott will? Deßen heiliger
nahme seye, gepreiset, vor solche wißenschafften!
er gebe ferner seinen Segen! glück! und gedeyen!
perge
Mit meinem Sohn Viktor Amadeus[,] mit hofrath Jena
und andern, diesen abendt, geredet, und Gottes
gühte gepreiset.
Ernst Dietrich Röder, hat sich eingestellet.
Gott hat mir diese Nachtt ruhe verliehen,
und die großen schmertzen hinweg ge-
nommen, deßen großen, und herrlichen
Nahmen, ich hiermitt lobe, preise,
und dangke vor seine wolthaten.
Er wolle mir ferner gnedig sein, undt
so ich noch leben, und seiner kirche dienen
sol, mich doch gesundt leben laßen.
Groß seindt die wercke des herren,
wer ihr achtet, ex Ψαλmo: 11117.
Predigen laßen auf unserm Sahl, den
Diaconum Jonium, denselben, wie auch
Doctor Fischern, zu Mittage, extra behalten.
Mit Rindtorf, Rödern, und andern discuriret,
insonderheit aber, meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin vielfäl-
tig, bey mir gehabt, undt Victorem Amadeum[,]
item: Hammeln et cetera Davidt Schmidt, &cetera perge
