heütte, ist Jahrmarckt alhier zu Bernburgk.
Den landRichter Bergen, habe ich bey mir gehabtt.
Postea: Davidt Schmidt, cum solvendis. perge <(Nota Bene[:] 4 Ungharj:)>
Visites, rath, undt offerten, von Plötzkaw, durch expreßen perge
Hans Senf, hat seine wochenrechnung, eingegeben.
Ein klein roht steinlein, ist diesen Morgen, in meiner
urin, gefunden worden. <Gott wende ab, fernere plagen.>
Emplastrj loco, aufzulegen, die dolores zu mitigiren,
hat der Medicus, Doctor Fischer, geordnet:
| Rezept[:] | Chamillen blumen, zwo hände voll,
kümmel Sahmen, 2 loht, Saltz 2 hände voll. |
gethan, gar warm aufgeleget.
Schreiben, von meinem bruder, Fürst Friedrich auß Colonges, vom
15. ⁄ 25den: Augustj. Jtem: von Croßen, item: von Weymar
klage notification des Todes, hertzogk Friderichs Sehligen[,]
item: von halle, freẅden notification, der
geburtt, einer iungen Tochter, item: von der
Schwester zu Strehlitz allerley nachrichttung.
Vetter Lebrechtt, ist diesen nachmittag, von
Plötzkaw, zu mir gekommen, und hat mir, eine höfliche
undt Treẅhertzige Visite gegeben, postea wieder forth.
Die FrawMuhme von Plötzkaw, wie auch, die Schwester
von Deßaw, und Freẅlein Eva Catherina, haben auch
allerley guten rath, mittgetheilet. Gott belohne ihre
Treẅhertzige gute intention, undt affection! perge
Jena den hofrath, bey mir gehabt, undt
Davidt Schmidt dimittiret.
Die avisen geben: das Erßkein gestorben
bey den Polen, in captivitate, non absque suspi-
cione venenj!
Die Polen, sollen vor Cracaw, wiederumb
geschlagen sein. Der Moßkowiter, sol
haben Dünaburgk, und Jngermanlandt ein-
genommen, auch Riga belägert.
Bey, und in Dantzigk, liegen noch die
holländer, mit dem Admiral Opdam.
Chur: Brandenburg separirt seine armèe
von der Königlichen Schwedischen.
Die pest graßiret in Preüßen, undt
in der Marck.
Der Apothegker Cornet von Berlin, welcher sich
vermeßen, und verschwohren, den König Casimirum
gefangen gesehen zu haben, hat zur Strafe seiner
lügen, einen gantzen Tag, auf dem esel sitzen
|| [[Handschrift: 385r]]
müssen, und man hat ihm vorn an die brust
einen zettel angehengt, mit lateinischen großen
buchstaben: Nova, hindten auf dem rügken aber
auch einen zettel, mit deützschen großen buchstaben:
Neẅe zeittungen. perge
Jn Schweden, werden in die 60000 Mann
aufgebotten, und viel Schiffe, zur defension des
königreichs.
Die Frantzösischen und Staadischen Ambassadeurs,
interponiren sich, zum friede zwischen Polen, und Schweden.
perge
Cromwell hat 50 Fregatten in den Sundt
gesandt. Opdam schickt ihnen: 10 OrlogsSchiffe entgegen.
König in Dennemargk, ist auß Norwegen,
wiederkommen, alda er seinem Sohne, huldigen laßen.
Königin Christina tractiret friede zwischen
Spannien, undt Frangkreich, auf des Pabsts ge-
heiß, undt jnstruction.
Don Jean d'Austria, hat auch Condè ein-
genommen, und 3000 Frantzosen, so mangel an
proviandt gehabt, mit Sack und pagk, auch
zweyen eisernen Stügken, abziehen laßen, den
commendanten aber, in arrest behalten, biß zum
abtrag der schäden, so er mit exactionen gethan.
Visconte de Turenne, recolligirt sich, und hat neẅe
impresen vor. Vor Saint Venant aber, haben die Frantzosen
einen anschlag gehabt, so ihnen mißlungen, und sie darüber,
800 Mann, verlohren.
Vor Valenza im Milanese können die Frantzosen
auch nicht fortkommen, wegen großer resistentz der
Spannischen, und der Kayser, hat dem Duca di
Modena, einen Heroldt geschigkt, und ihm befehlen
laßen, das hertzogthumb Meylandt, (alß Reichslehen)
zu quittiren. Die armèe sol auch dahin
marchiren ein 12000 deützsche, den Spannischen zu hülfe.
Die Königin auß Schweden, wirdt herrlich tractirt
undt dèsfrayirt, in gantz Franckreich, auf königlichen
befehl. Düc d'Orleans, ist wieder vom hofe
weg, mit contento, nacher Bloys.
Die pest graßiret noch zu Napolj, Es wirdt
der zustandt erbärmlich beschrieben, wie vornehme
leütte, (so ihr gesinde verlohren,) selber holtz tragen
und andere arbeit thun müßen, wie ihrer viel
verhungern auß mangel brodts, wie die kinder
auf den gaßen verschmachten, so ihre elltern
und freünde verlohren, wie die cadavera von
den Raben, und andern Raubvögeln gefreßen
und die lufft vertunckelt wirdt? wie so gar
|| [[Handschrift: 386r]]
wenig hülfe einer dem andern, leisten kan, da die
Medicj, Apotecker, Balbirer, Begker, wie auch andere
handwercksleütte, und Priester, Münche, etcetera gestorben,
wie über 170000 Menschen, an der pest umbkommen,
und also mehr Todte, alß lebendige, daselbst vorhanden.
Der ViceRè, hat 60000 cörper laßen ver-
brennen, (mit grawsamen gestangk,) undt
70000 in gruben werfen, die Schklaven von
den galleren, haben darzu helfen müßen.
Jst ein iämmerlich elendt! Ja! es seindt auch
viel cadavera inß Meer, geworfen worden,
und alß vornehme herren, schöner fische genoßen,
so darauß gefangen worden, haben sie alsobaldt die
Seüche, an halß bekommen. Goldt, Silber,
edelgesteine sollen nichts werth sein, gegen
das liebe brodt. hunde, katzen, und dergleichen, so
ihre herren verloren, lauffen auch auf den gaßen
herumb, heülen, schreyen, und greiffen, wo sie können,
die cadavera an. Jn Calabrîa sol es noch ärger
sein, und fast kein Mensch am leben bleiben. Gott
erbarme sich, der armen, übel geplagten leütte!
Zu Canêa, ist auch fast alles außgestorben. Der
Usaim Bascha daselbst, hat ein bildt Machomets,
|| [[Handschrift: 386v]]
laßen aufrichtten, und in proceßion herümber tragen,
der hofnung, es solte durch solche devotion, die pest
nachlaßen. Alß es aber nichts helfen wollen, hat
er die Christen alda ermahnet, ihren Gott
auch anzuruffen, umb abwendung solcher
Seüche, undt schwehren Strafe, welches sie
andächtig gethan, und sol die pest darauf nach-
gelaßen haben, welches dem Usaim Bassa
nachdengken gemacht. perge
Nach der Victoria vor den Dardanellj, sol
der Venezianer armada, sich vor Tenedos gele-
get haben, in meinung, solches einzunehmen.
Zu Constantinopel, hat man freẅdenFeẅer,
und Fest gehalten, alß ob der Türcke victorisirt
hette<?>, (da doch nur der eintzige Mann, von
consideration, der venezianische general Marcello
geblieben,) und das ist darumb geschehen,
damitt das aufrührische volck, der pöbel
gestillet würde, wiewol es endlich doch auß-
brechen muß, undt den Stich, nicht halten dörffte.
Die Maltheser galleren, seindt mit ihren eroberten
beütten, wieder nach hause gegangen. Die venezianische
sähen gerne, das Sie die Victorie hetten helffen ihnen
prosequiren, vor Tenedos.
Dienstag♂ den 2. September 1656.
<4 Rinder, vor 26 ThalerThlr: 3 Groscheng: aufm Marckt, gestern erkaufft.>
Doctor Fischern bey mir gehabt, und ihm referiret, wie (Gott
lob) meine calculj dolores nachließen, und ich ruhen
köndte! Der Appetit zum eßen, kähme allmählich wieder,
(wiewol gestern abendt, zweene stargke Vomitus
mich ankommen) der hußten aber continuirt, undt
stärgket sich, die Mattigkeit, ist auch noch vorhanden,
iedoch muß man dem lieben Gott stille halten,
im übrigen, das beste hoffen, undt seine gühte preisen.
Nachmittage, ist Michelj, zu mir kommen,
mich, wegen vetter Lebrechts Liebden besuchende,
undt einen Stein, contra calculum
an den pulß, anzubinden, wie auch, eine
stärckende krafftbrühe, mittbringende.
Avis: das der iunge Lincke, in seinen
besten iahren, alß er nach Agken, geritten,
plötzlich, die Colicam bekommen, und gestorben.
Er war unlengst alhier, noch zur auf-
warttung, bey dem leichbegengnüß, beschrieben.
Ergo: Vive; memor lethj!1 perge Exempla movent! perge
Fuhre von Ballenstedt, mit liferung, 20
Hammel, und: 20 MertzSchaffe.
Mittwoch☿ den 3. September 1656.
Briefe im vorrath, geschrieben.
Jena den hofrath, lange, undt etzliche mahl
bey mir gehabtt.
Jtem: den Amptmann, Georg Reichardt[,] Jtem: Martinum
Hangkwitz, so extra behalten worden.
Wallwitz, ist, von Deßaw, wiederkommen.
Jch habe meine ruhe, wegen hustens, undt
Mattigkeit, gebrauchtt, und dennoch expedienda
nicht negligiret. Gott erhalte mich, in seiner gnade!
et cetera
Mein Sohn Victor Amadeus, ist gegen abendt,
hinüber nach Nienburgk, von dem vetter zu
Cöhten, (welcher daselbst ist, undt iaget,
baldt aber, peregriniren will) seinen
abschiedt, freündlich zu nehmen. Er hat
meinen Sohn, dahin gebehten, und invitiret.
Gott erhalte, das gute vernehmen, undt
die liebe einigkeitt, in unserm hause! et cetera
undt gesegene, alle gute vorhaben! perge
Mein gemeldter Sohn, ist noch vor nachts,
von Nienburgk, wiederkommen.
Donnerstag♃ den 4. September 1656.
<2 hasen Carl Ursinus gehetzt[.] 5 Hasen von Ballenstedt[.]>
Briefe geschrieben, nach Croßen, nach Weymar, nach
Genff, nach Strehlitz, Halla, Leiptzigk, per me, & alios.
perge
Mit Hofmeister Sekerka, geredet.
Supplicationes, wie täglich, bekommen.
Mein Victor, hat relation gethan, von
seiner gesterigen rayse, und verrichtung, nacher Nienburg,
und ist alles, Gott lob, höflich und wol abgegangen,
auch nichts wiedriges, wegen Carolj Ursinj,
neẅlichsten handels, gedacht worden. Es
stehet auch also, einträchtiger, Christlicher,
verträglicher, undt beßer! perge Vis Unita; fortior!
et cetera
Victualien, und schlechtt Erndteregister,
so von Ballenstedt, undt Padeborn, eingeschickt
worden. Gott strafe doch einmal scheinbar-
lich, solche Meineydigen, welche unß, den
Segen, Gottes, des liebreichen vatters, in
einen Fluch, verwandeln, und verkehren wollen.
Jch habe diesen abendt, mit Jena conversirt[.]
Postea: einen Stargken, 2[-,] 3mal reite-
rirten Vomitum bekommen, vielleicht darumb,
das ich mich, zum hammelfleisch, und kohleßen,
nöhtigen laßen. Semper versamur, in metu!
vel: inter Spem, & metum.
Freitag♀ den 5. September 1656.
<1 Haselhun, 15 großvogel vom hartz.>
Meine Mattigkeitt, undt hußten, helt noch
starck an, ich weiß nicht, ob auch noch
ein innerliches heimliches Fieber, verhanden[!]
sein möchte? iedoch muß man dem Allmächtigen
stille halten, und seinen willen preisen.
perge
Nach der Mittagsmalzeitt, wiederumb einen
Vomitum gehabt, und etwas frost, auch helt
der Stargke hußten, fast unableßig an,
habe mich darauf zu bette geleget, wegen
der Mattigkeit, ob ich gegen vorhabende devotion
zu kräfften, kommen köndte? Gott gebe es!
undt wende alles arge!
Diese ruhe, ist mir auch zerstöhret
worden, in dem eilig ein bohte von hatzgeroda[!]
kommen, <per Caspar Pfaw> mit schreiben, von meinem bruder,
Fürst Friedrich der reaßumirt, an itzo allererst
seine Tractaten mit Venedig, hoft
große Sachen, und wil meinem Sohn,
Viktor Amadeus ein Regiment geben, wann erst
alles befestiget? jnterim sol er sich, nach
Officirern, umbthun. Sed unde? in hisce turbis.
Man hat mich (ohne consideration) eilig
zu antwortten, gezwungen. Gott gebe glück! et cetera
heütte hat der vogelsteller angefangen
vogel zu stellen, auf dem herde. Daß
lerchenstreichen, ist etzliche Tage her,
auch wol von statten gegangen. perge
Gott gebe in allem, ferner glück! perge
Vetter Jmmanuel, ist auch bey meinem
bruder, ankommen, zu Genff, peut estre, qu'il
s'engagera aussy. Plüsieurs, veulent
maintenant battre le Türcq, apres la der-
niere Victoire, iügeans par l'evenement
comme s'il estoit desja entierement rompü
& dèsfait, dont il s'en faut encores beau-
coup, & il a prou dés forces, pour se deffendre
contre les Venitiens, sj Dieu, n'y met la main.
On propose a mon Frere, ün mariage
de la fille aisnèe, dü deffünct General
d'Erlach, avec dote, de 100000 Pistolets,
et quelques biens stables, mais ie ne pense pas,
que mon frere, y vouldra condescendre. perge
Mit Hoffrath Jena, viel conversiret.
Gott gesegene, unsere consilia! perge
Jch habe zimlich geruhet, Gott lob, wiewol
der böse hußte, per jntervalla anhelt.
Gott helfe mir doch auch ab, von dieser plage[.]
Es sticht mich zum hertzen, und fast in allen
gliedern, wenn ich so hußte? Das
abnehmen, ist sehr groß bey mir, und
mag wol eine Schwindtsuchtt, einschleichen. perge
Gott helfe remedijren! oder überwinden!
perge
Doctor Fischern, Hans Senf perge Philipp Güder in diversis expediendis,
bey Mir, gehabt.
Zur Heiligen communion, mich præpariret. Gott
gebe würdiglich! perge
Meine Söhne, undt der hofrath Jena, haben die Tage
einmal, selber angefangen, lerchen zu streichen, undt
26 lerchen, gefangen.
Postea: hat man Rotten gemacht, alß: Hanß
Baltzer Oberlender, page Bidersehe, Peterß große vor-
reütter, die haben gefangen: zum ersten mal: 6 Räp-
hüner, 13 lerchen, zum andern mal aber: 32 lerchen.
Die andere Rotte, kammerdiener, Hanß Jacob Busch,
|| [[Handschrift: 390r]]
Cammerschreiber Hanß Senff, Toffel Reittschmidt,
haben zum ersten mahl gefangen, 17 lerchen,
zum andern mal aber, (welches heütte diese Nacht
gewesen) 12 lerchen. Sie endtschuldigen sich, das Sie
von den Jrrwischen, undt lichtmännlein, sehr seyen
verführet worden.
Die dritte Rotte, Andreß hetzler, küchenschreiber,
Cammerdiehner: hanß Kothe, Märtin haugk lackay,
haben 14 lerchen zum ersten mal gefangen.
Die vierdte rotte, page Peltzigk, Cammerdiener
Kersten jonius, ein vorreütter, auß dem Stalle,
Sie haben: 24 lerchen, gefangen.
Frawenzimmers iunger Cammerschreiber, der
page Lampe, Friederich Sattelknechtt, machen
die 5.te Rotte, haben 17 lerchen, prima vice, gefangen.
Rindtorfs knechtt, Peter kutzscher, leinewebers
iunge, machen die 6.te Rotte, haben 38 lerchen, zum
ersten mal, glücklich gefangen.
Bötticher geselle, Märtin Stalliunge, Jungferknecht
der alte wende, machen die 7.de Rotte, haben nur
5 lerchen, zum anfang, gefangen.
8. Zum achtten, ist verordnet, der haußknechtt
Paul, der Banckkocha[,] Martin vogelsteller[,]
Schneidergeselle, und haben: 32 lerchen, zum
ersten mal, fæliciter gefangen.
heütte alsobaldt, nach gehaltener Mittagßmalzeitt,
habe ich einen Vomitum, undt Froßt bekommen.
Dörfte wol, ein heimlich MagenFieber, sein, dieweil
michs schon etzliche mahl, angekommen. perge
Gott hat mir kräffte verliehen, daß ich mit
beyden meinen Söhnen, habe können, zur vorberei-
tung zum Heiligen abendmal, fahren, und der predigtt,
und ablesung der præparation, andächtig zuhören.
Gott seye gedangkt, vor seine gühte! Er
helfe ferner mit gnaden! auch Morgendes Tages,
(wilß Gott) und alle Tage meines lebens, damit
ich im hause des herren, seine Gottesdienste
anschawen, und denselben Christlich beywohnen möge.
Er Jonius hat geprediget, ex capitulo 2 joelis2,
und hofprediger Mencelius, hat die præparation
abgelesen. perge <Gott mache, unß, zu würdigen Tischgenoßen!>
Avis: auß Berlin, das die rohte Ruhr, und pest
in Preüßen, und am Churfürstlichen hoflager, (welches
auß Polen wiederkommen) regieren. Der König in Schweden
welcher Crackaw, mit 5000 Mann, verstärckt,
|| [[Handschrift: 391r]]
sol auch mit seiner armèe, nacher Preüßen zu, zurückb
gehen, vielleicht Dantzigk, zu blocquiren. König in Polen,
samlet eine große machtt, vor Reüßisch Lemberg,
wil gerne friede tractiren, wenn sich nicht sein Adel,
und Poßpolite Rußenie, so stargk dawider legten.
Sie, die Polen, machen sich 200000 Mann stargk,
man zweifelt aber, an ihrer: conduitte, conseil,
& resolütion! Graf von Waldeck, gehet in Littawen,
etzliche völcker, so sich ihnen wiedersetzen, aufzuschlagen.
Monsieur de Lumbres, Frantzösischer legatus, bemühet sich
sehr, mit der interposition des Friedens. Gott
erbarme sich doch einmal, des vielen Christenbluts! perge
Des alten berühmbten Erßkein todt, continuiret.
Der Moßkowiter, sol auch in Jngermanlandt,
mit dem Könige, jn Schweden, vollen krieg haben,
und Riga belägern wollen, wiewol die Schweden
vorgeben, Sie hetten schon mit wenigen hunderten,
viel tausendt Moßkowiter, zertrennet, und geschlagen.
Gantz Schweden, ist in alarm, und armiret
zu waßer, und zu lande. Die Priesterschaft,
der Adel, die bürger, die pawren, alle Schwe-
dische Stände, stegken die köpfe zusammen,
so vielen, und mancherley feinden, zu resistiren.
Dennemarck, und hollandt, wirdt auch nicht getrawet[.]
<Regen.>
<9 lerchen die streicher[,] 15 kleine vogel der vogelsteller.>
Gott hat mein gebeth erhöret, und mir kräffte
verliehen, in der kirchen Gottes, mit beyden meinen
Söhnen, und anderm comitat, in feiner frequentz,
predigt anzuhören, und der heiligen communion beyzu-
wohnen, auch sonst Christliche Allmosen, zu geben.
Jhm seye lob: und dangk gesagt, vor solche
gnade! er wolle unß alles zur Sehligkeitt
gedeyen laßen! und seinen segen vermehren.
Die stargke schnappe, so ich zuvorn erlitten,
der dichte regen, die frostige zeitt,
(so einen krangken eher afficirt, als einen gesunden)
hat mich ein wenig, zum ersten mal, alterirt,
und Matt gemacht. Doch ist Gott zu dangken,
daß die erste außfahrt, nach meiner
erlittenen Schwachheit, noch so wol gerathen.
Gott helfe mir ferner, mit gnaden! et cetera
Nach der malzeitt, hat mir der anhaltende
hußte, wiederumb einen Vomitum, causiret.
Avis: daß Wolfen abgebrandt, auch hin:
undt wieder, Feẅer angeleget werden,
von Mordbrennern, welche der Pabst, sol auß-
schicken, quod vix credo. Interim: Vigilandum!
|| [[Handschrift: 392r]]
et orandum! perge Diese Nacht, ist ein starcker wind gewesen.
et cetera
Es gibt viel armen, und frembde bettler. Neẅ-
lich, ist einer, mit krücken, gesehen worden, so gebettelt,
alß er nun inß freye Feldt kommen, und vermeinet,
man sehe ihn nicht mehr, hat er die krügken,
auf seine achßeln genommen, und ist frisch,
und ohne mangel, darvon gegangen. Der
wehre wol reiff, zur Strafe, gewesen! perge
Nachmittage, mit meinen Söhnen, und
comitat, wieder zur kirchen, in stargkem regen,
da der caplan jonius, das Evangelium Lucas 173
von den 10 Außsätzigen, wol außgeleget,
dieweil der hofprediger Mencelius, diesen
morgen, einen Text, auß dem 104. psalm,
vers 134 und ferner etzliche verß, (auf die Erndte
und heüttige dangkfest, sich wol applicirende)
zu erklähren, vor sich genommen. Also hat man
das heüttige Erndte: undt dangkfest, (Gott lob)
wol celebriret. Gott gebe ferner<en> gnadenSegen!
perge
Mit Wallwitz, geredet, zimlich lange.
Mit meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden <undt> mit Meinem Sohn, Viktor Amadeus ist
es nicht nöhtig aufzuschreiben, weil ich zum öfftern, mit ihnen rede.
Hofrath Jena, habe ich auch bey mir gehabt spähte.
<3 Hasen, Carl Ursinus gehetzt.>
<9 lerchen. 15 kleine vogel.>
Hans Senf bey mir gehabt, mit der wochenrechnung.
hofrath Jena, in diversis expediendis, gehöret.
Nathanael Jahn, hat sich praesentiret, kömpt von Dresen[!],
ist extra: zu Mittage, behalten worden.
Schreiben, von meinem Bruder Fürst Friedrich abermalß.
Die Avisen, geben: daß der Kayser, Kayserinn, König, Ertz-
hertzogk, zu Prag, seyen, undt die kröhnung<e>s: zeitten
also determiniret hetten, das Sie verhoffen, den 17. ⁄ 27. diß [Monats]
wieder aufzubrechen. Der Ertzhertzogk Leopoldus,
marchirte nach den Schlesischen gräntzen zu, wiewol
doch ihrer viel davor hielten, er hette ein auge,
auf das Stifft halberstadt, andere auf Polen, undt
auff daß Meisterthumb, in Preüßen.
Von dem Könige in Frankreich werden die 3 Millionen,
oder das Elsaß, stargk begehret. Er wil
aber, Königlich Spannische ceßion, und approbation, zuvor sehen.
Turenne, ist zu schwach gewesen, Condè zu entsetzen.
Anitzo gehet auf ihn, die Spannische armèe. Er hat sich
aber, retiriret, und fest gemachtt<geleget.> Jnterim:
hat Don Jean, Saint Gulain, attacquiret.
Cromwell, hat Schiffe, vor Duynkirchen, undt Osten-
de, geschickt. Königinn Christina, wirdt in
Franckreich, wol tractirt, und herrlich gehalten,
|| [[Handschrift: 393r]]
wil den Frieden, zwischen Franckreich, undt
Spannien, vermitteln helffen, darzu sich eigentlich,
Düc d'Orleans, und Don Jean d'Austria, (alß: Ar-
bitrj, sollen wollen gebrauchen laßen. Frangkreich
aber, begehret nur, einen Stillestandt, auf 3 iahr,
ob man jnterim, zu einem gäntzlichen Frieden, könne
gelangen? Spannien hingegen, auf 9 iahr lang,
neben andern conditionen, von denen, an nähern, gemeldet worden.
Valenza helt sich noch. Kayserliche Mayestät gedencken
annoch den hertzog von Modena, zu bekriegen.
Die pest graßiret noch forth, und forth, un-
menschlich, undt erbärmlich, zu Napolj, sondern
greiffe auch zu Rom, und im lande, zimlich, umb
sich. Ein venezianischer Ambassador sol daselbst
gestorben sein, wie auch andere, Reiche, undt
arme. Dem Pabst, ist nicht wol darbey.
Dem Cardinal Orsino, hat man seinen pallast
gesperret, weil ein diener, darauß gestorben.
Die lazareth, werden baldt mit verdächtigen
personen, (ohne ansehen,) angefüllet. Sie hoffen
die Königinn Christina, sol wieder nach Rom,
kommen, und thun ihr, große offerten, sonderlich,
da ihr, die intraden, auß Pommern, entstehen sollten?
Die venezianer, prosequiren noch, ihre Victoria
vor der Türckischen Festung Tenedos, hingegen
wil der Türckische Kayser, mit der Christen kauf-
leütte gelde, sich seines schadens, dreyfach,
erholen. Wer sich ein wenig opponiret, her-
zugeben, ist alsobaldt, seines kopfs, verlustig.
Der Moßkowiter, ist numehr, offentlicher
feindt, der Schweden, in Jngermanlandt, hat
Dünaburgk erobert, und ist auch in Liflandt
eingefallen, hat den hertzogk von Churlandt,
durch eine Legation, zwingen wollen, von den
andern alliantzen, und Schutzverwandnüßen
ab: und zu ihme allein, zu tretten. Jst aber
kurtz abgefertiget worden. Jn Schweden,
ist großer alarm, und außrüstung zu
waßer, und zu lande. Dem König in Denne-
marck, und den Holländern, trawet man
nicht zu viel, unerachtet, mit diesen tractiret
wirdt. König in Polen, nachte gerne friede
wenn seine Stände wollten? Man Etzliche
Cosagken, und Tartarn, offeriren sich, zu
des Königes in Schweden, diensten.
Chur Brandenburg ist wieder zu Königsberg. Die
Seüche, graßiret sehr in Preüßen, sonderlich: zu
Thoren, Marienburgk, Elbingen, und sol
sehr gefährlich, und anstegkendt sein, wie auch
in der Marck. Gott beßere, den zustandt!
Am Rhein, sollen sich auch neẅe motus, erregen,
in dem der Churfürst Pfaltzgraf, bey Bacharach,
die zölle einzunehmen, befugt sein will,
hingegen: Chur Meintz, vor sich, solche disputiren.
Die Römische Catohlische, wollen sich, in eine
nähere liga, zusammen verfügen, und trawen
den Evangelischen nicht, et hi, viceversa idem faciunt.
Chur Brandenburg continouirt noch, seine
werbungen, und hat aufs neẅe, patenta
ertheilet, auf: 12 Regimenter, so auß dem
Clevischen, kommen sollen. Jst schlechte appa-
rentz, zum frieden!
Der General Maior Streiff, (auf Schwedischer
seitten), sol mit 400 Mann, 4000 Moßkowiter,
geschlagen, und gute Officirer, verloren haben.
Zu Reval, förchtten etzliche eher, einen anfall,
als zu Riga, wiewol beydes, der Czaar, gerne hette?
Jn Dünaburg sollen Sie alles, niedergemacht haben.
perge
<45 lerchen. 1½ Schockßo: kleine Vogel.>
Das lerchenstreichen, und vogelstellen, gehet
Gott lob, wol von statten. Gott mehre, seinen Segen!
et cetera
hofrath Jena, ist bey Mir, gewesen.
Avis: von Ballenstedt daß man zu Quedlinburgk
gedencket repreßalien vorzunehmen, wegen
der Strafe sache, und sonst andere berichtt dahero.
Die gewöhnlichen conversationes, mit Meiner gemahlin Liebden
mit meinem Sohn, Viktor Amadeus und andern, seindt nicht nach-
geblieben. Gott laße unß, erbaẅliche gespräche,
gute früchtte bringen! perge
Die grävin von hollach, geborne Pfaltzgrävin,
ist mit ihrem Sohn5, beyden Töchtern6, und comitat
in die 26 pferde stargk, (nach eingeschigktem
endtschuldigungs:schreiben, an Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin)
umb drey Uhr, nachmittages, alhier zu
Bernburgk, über unsere Fehre, paßiret,
und nach Plötzkaw zu, gegangen, von Deßaw
kommende. Mag, im Cöhtnischen, oder zu Wulffen,
mittagesmalzeitt gehalten haben. Sie
hats erfahren, das ich krangk bin, hat mich
derhalben, nicht incommodiren wollen, sonderlich:
da Sie weiß, das Meine herzlieb(st)e gemahlin, nicht wol von
mir, abkommen, und bey andern leütten, sein kan. perge
La necessitè de nos affaires, nous apprend quelquesfois
a n'estre pas trop hospitalliers, principallement
envers ceux, quj n'en ont pas de besoing, et
quj ne viennent, <que> par cüriositè, nous visiter.
Mais á Dessaw, & á Plötzkaw, on a d'autres
maximes, que partie, de nos Peres, & Oncles,
n'a pas ainsy pratticquèes, mesme de mon temps.
perge
Quot capita! tot sensus! perge
Aurea mediocritas, inter nimium, et parum!
Les jntrodüctions, dès exemples, de luxüre,
& de dissolütion, sont tresprejüdiciables. perge
& on les attire facillement, en consequence! perge
Die Wieterßheiminn von Ballenstedt ist herkommen.
<Nebel, mane.>
<3 lerchen. 5 Mandel kleine vogel.>
Gestern, habe ich zwey Vomitus gehabt,
der huste, und die Mattigkeit, halten noch
stargk bey mir an. <Gott gebe kräfte, nach seinem willen!>
Am heüttigen behtTage, (conjunctim) in die
kirche, da der hofprediger, den 125. ψalm7 expliciret.
Extra: zu Mittage, die Wieterßheiminn,
Doctor Mechovium, und den Hofprediger, behalten laßen.
Drey Vomitus, nach dem Mittageseßen gehabt,
vielleicht, von wegen des kalten rosinlein-
waßers, welches unermeßlich kalt gewesen.
Bier, habe ich noch nicht, daß da taug,
Wein, ist auch ungleich, theilß stinckendt,
theilß zu stargk, undt hitzig, also: das
ich eine recidivam, wegen des Steins,
beförchtten müste. Muß mich also gedulden!
et cetera
Patientia vincit omnia! perge
Jn schönem wetter, seindt nachmittags, meine
Töchter, in die weinberge, spatzirt. perge
Hans Senf zu abends bey mir gehabt,
pour certaines causes, que Dieu benie!
Den hofrath Jena, diesen abendt, á Dieu
gesaget, dieweil er morgen, (gebe gott) nacher
Zerbst, verreysen wjll, auf 14 Tage.
½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Weitzen, ist gesehet worden alhier
zu Bernburg[.] Gott gebe zu glück!
Donnerstag♃ den 11. September 1656.
<24 lerchen. 2 Schockßo: 45 kleine Vogel.>
Hans Senf ist forth, in Gottes nahmen. Dieu
benie son expedition!
hofrath Jena, ist auch nacher Zerbst, verrayset.
<Philipp Güder bey mir gewesen.>
Mit Wallwitz, und andern, conversiret.
Nach Genff, und Croßen, geschrieben.
Undterschiedliche sachen, einkommen. 1. wegen
des MüntzprobationTages, so der Churfürst von Saxen,
zu Leiptzigk, angesetzet, gegen den 1. Octobris
(gebe gott) und hette sollen zu Frangkfurth, an der
Oder, gehalten werden. Jst aber schon 2mahl
überhüpft, und numehr, auß bekandten
ursachen, transferiret worden. 2. wegen
des losen handelß, Gebhard Paris von dem Werder so er mit
seiner zunge, (auf Bährenreütts, hochzeitt,
zu Plötzkaw), wieder Meine Rähte, undt
mich selber, unverantworttlicher weise, angerichtet,
darauf ich eine commißion, angeordnet.
3. wegen der Wieterßheiminn, und
gleichmeßig begehrter portion, auß dem
guhte Opperoda. 4. wegen des regierenden
herren Eberhardj hertzogs zu Wirtemberg,
gebehtener collecte, zur erbawung, einer
kirchen, zu Schorndorff. 5. Wegen der Quedlinburgischen
SchäferSache, 6. wegen hurereySachen, zu
Rheinstedt. 7. wegen abgebung, Steuern zu Riedern. perge
<da etzliche wollen dilation haben, und was ihnen verarrestirt, wegbringen.>
Avis: daß die Aeptißinn von Quedlinburgk
auch wieder nacher Quedli Plötzkaw kömpt, wie
auch, der herr von Ronnof, (id est: Czernetzky,)
also: daß sie immerforth, gäste haben, &
ie crains, qu'ils s'endebteront! perge
Rindtorfen, zu abends, valediciret, welcher
morgen, (gebe gott) zu seinen brüdern, verraysen will.
Hammeln, so von Zerbst, wiederkommen, auch
gehöret.
Meine Söhne, seindt zu abends hinauß
schießen gegangen, wie sie zum öfftern
thun. Gott bewahre sie im finstern,
vor unglück! Gestern hat Carll
eine wilde katze, geschoßen. perge
Meine große fehre, muß heütte
repariret werden, dieweil sie etwas
wandelbahr worden, ist mir ein
großer schade, an itzo, gegen die Leipziger Meße
da die Fuhren, am meisten gehen, undt
sich hinweg gewehnen dörfften.
Commoda, & jncommoda, seindt immer beysammen.
<heütte hat eben, <auch> die Sahle, am Furth, wachßen müßen.>
heütte fängt man zu Zerbst an, das neẅe
Bier, zu brawen. Gott gebe zu glück! und Segen!
perge
<17 lerchen. 2 Schockßo: 45 kleine vogel.>
Doctor Fischern, den Medicum bey mir gehabt. <J'ay songè ce mattin: Que j'eusse estè
malade, gisant en ün lict, dans ün Palais
plein de galleries, en dedans, & dans üne de ces
galleries ouvertes, l'on m'eüst aussy couchè,
Cela m'eüst faschè, (sans remede), & levant mes
yeux en haut, i'eüsse veü, üne quantitè
de malades, vis, a vis, & a l'entour, gisants,
en cés galleries ouvertes trois ou 4te. galleries,
estant l'üne, par dessüs l'autre. Ce signe, me dèspleüst.
et cetera>
Avis: daß des pfarrers zu Peißen Mutter8
hexerey beschuldiget wirdt, und zu Calbe
eingezogen worden, (dieweil sie, jhre
Magd, (so es außgesaget) persuadiret,
das sie ihr etzliche Hostien, oder oblaten,
bringen müßen. Waß sie nun darmitt
gemacht? oder ob sie hexerey getrieben,
weiß man noch nicht. Gott steẅre, dem übel!
Caplan jonius, ist auch hieroben gewesen.
Den AmptMann, Georg Reichardt bey mir gehabt, wegen
der commißion, in Gebhard Paris Werders sachen, jtem: wegen der fehre,
so gebawet wirdt, jtem: wegen verpachtung des Dröblischen
Werderleins, vor: 10 ThalerThlr: selbigen pawern, und etzlicher
weyden alhier über der Sahle, dem korbmacher,
vor 6 ThalerThlr: perge Das Dröblische werderlein, hatte er
zuvor, vor 10 ThalerThlr: im pachtt, so hat ihnen aber,
der pawren von Dröbell ihr vieh, viel zuschanden
gemachtt, darüber er bewogen worden,
selbigen pachtt, zu resigniren, die pawren aber,
in den pachtt, wieder zu tretten, und er
der korbmacher obgedachte weiden, dagegen anzunehmen.
Gott gebe allerseitß, bestendige, sichere handlung!
hofmeister Sekerka, bey mir gehabt, undt
sowol wegen der commißion, alß anderer sachen, mit <ihm> geredet.
Er wirdt, aufn dinstag, (gebe gott) mit meiner
Schwester, von Deßaw, verraysen, zu der
Schwester von Strehlitz, und seine Stief-
Tochter9, mittnehmen.
Diesen Morgen, ein ungewöhnliches haüptwehe,
doch nicht heftig, (vielleicht vom bösen nebel)
und nach der Mittagsmalzeit ein bauchgrimmen
bekommen. hat sich doch endlich, (Gott lob!) verzogen.
|| [[Handschrift: 397ar]]
Jch habe mich, mit giftöel, schmieren laßen.
Die waßertrüncke, Juleppe, und dergleichen
bringen solche früchtte, undt verderben mir, den Magen.
Bier, und wein, taugen nichts, waß sol ich denn trincken?
Avis: das auch zu Prage, die pest einreißet,
und der Kayser, derenthalben, zu Kemnitz, sich aufhelt.
Kömbt unß also, die böse jnfection, immer näher! perge
Gott kehre! und wende, alles unheyl, in gnaden! perge
Bald nach dem grimmen, habe ich, zwey Vomitus,
bekommen, also bleibet mein Magen, im exercitio
evomendj. perge Gott restaurire, vorige stärgke!
Avis: von Caspar Pfaw, (nebenst 15 großvogeln)
daß das Pollnische wesen, noch ein gefährliches außsehen
habe, sonderlich, weil der Moßcowiter, die Schweden
so hart angreiffet, dadurch ihre Macht dißi-
piret, auch die pest, undter der soldatesca zim-
lich einreißet. Jn der Margk schleichet
dieselbe auch ie mehr, und mehr ein, also
daß auch der iunge Chur:Printz, zu Grü-
ningen, von Berlin auß, erwartet wirdt.
Man besorget, die Polen, dörften einen
streiff, in Pommern, und in die Neẅe Marckt thun.
Das feẅer zu Wulfen, sol angeleget sein.
Samstag♄ den 13. September 1656.
<37 lerchen. 45 kleine vögel.>
<Nebel mane.>
<3 hasen,
Carl Ursinus gehetzt[.]
4 hasen
von
Ballenstedt
und
ein
Rehe.>
Mein Sohn Victor, hat gestern abendt, einen
Fuchß, geschoßen.
Den hofrath, Paul Ludwig bey mir, gehabt. perge
Nach Zerbst, an HofRat Jena, schreiben laßen,
nebenst Caspar Pfawens, mjßive.
Die rechnungen, der wochen, einrichten laßen.
Hammeln bey mir gehabt.
Vormittage, einen Vomitum, gehabt, auß zorn.
Nachmittage wieder einen. Der hußten
helt hefftig ahn. perge Ein remedium von Leipzig
so ich darzu gebraucht, und ein arcanum
eines lungenöhls sein soll, hat mir
mercklichen schaden, zur lunge, gethan,
werde es numehr, (nach dreymahligem
gebrauch) einstellen. Darneben, war
eine Salbe, wormitt ich die brußt
schmieren mußte, die gab aber, einen
so bösem[!] fœtorem, daß mir oft gar
übel darvon wurde. Ob mit einem
spiritu Vitriolj, oder Salis, oder sulphuris,
das lungenöhl, imbibiret worden, weiß man
noch nicht. Jnterim, ist es mir hochschädlich[.]
Jch habe Hans Wenzel Rothe und Philipp Güder bey mir gehabt.
Mit Rödern, Tobias Steffeck von Kolodey und andern, conversiret.
Abermalß auf den abendt, einen kleinen<zwey>
Vomitus gehabt. Mein Magen, scheẅet alle super-
flua, undt cruditeten. perge
<Regen.>
<25 lerchen.>
Dieweil ich haüptwehe, entpfunden, nebst dem hußten,
alß habe ich pillen eingenommen. Gott laße
mir sie, wol gedeyen! nach seinem gnedigen willen!
perge
Die Oeconomia totius corporis mej, scheinet etwas
destruiret zu sein. Etzliche Medicj, wollen sagen,
ich hette ein schwindsüchtiges, heimliches
magenfiber, welches schlecht vor mich, sein wollte?
Jedoch, wie Gott will? Transeundum est! perge perge
Post von Ballenstedt vom Davidt Schmidt. perge
<nebenst 40 großvogeln.>
Jch habe hieroben, auf unserm Sahl, Ern Jonium predigen laßen,
undt extra behalten, zu Mittage.
Bauchgrimmen, und reißen, nachm eßen, wiederbekommen, vom
hußten, und Victus ratione, vielleicht auch, von der pille.
Einen Trungk vieriährigen landwein, vom Paulo
Ludwigen holen laßen, und ein glaß darvon getrungken.
Gott laße mirs, wol bekommen! perge und bewahre mich
auch ferner, vor dem Stein, so mancher wein, causiret.
perge
Meine Söhne, seindt nachmittage, mit den Junckern,
in die kirche gezogen. Der Concrector, hat geprediget.
Jch habe mich, wegen meiner Schwachheitten, undt
daß ich heütte morgen, eine pille eingenommen, inne gehalten.
Gott liberire mich <doch> auch, von dieser quahl, und grimmen!
perge
und hußten, undt stechen, undt allem bösem! perge
Leben mit pein, ist kejn leben, sondern, ein täglicher Todt.
(Mallem morj! quam <diutius> excruciarj! et cetera)
Risposta, vom HofRat Jena, von Zerbst. Die lufft,
ist Gott lob, noch rein daselbst. Doctor Pichtel, ist aldar
gewesen, senza dubio, con prattiche. perge
Einen Vomitum noch diesen abend gehabt, doch geringe[.]
Wolte Gott,! der leib wehre mir offen davor,
und das bauchgrimmen wolte nachlaßen!
perge
<14 lerchen. 24 kleine vogel.>
Diesen Morgen, habe ich, (Gott seye
es gedangkt,) wieder linderung, vom
grimmen gespührt, und einen offenen leib
bekommen. Gott helfe ferner, mit gnaden!
<Der CammerJunker> Michelj von Plötzkaw, ist wieder zu mir geschickt
worden, mich zu besuchen, und nach meinem zustandt
zu fragen. <Jch habe ihn wieder gebührlich abgefertiget.>
Nacher Ballenstedt und Padeborn, schreiben laßen.
Der alte Sekerka, hat seinen undterthänigen abschied
genommen, in meinung, Morgen (gebe gott) nacher Deßaw, zu
verraysen, von dannen er, mit der Schwester Liebden
nacher Sandaw, (auf einer conferentz, mit der Schwester
Liebden von Strehlitz) aufwarttende, mittraysen soll.
Gott gebe allerseitß, zu glück! segen! undt succeß!
et cetera
Dem Wallwitz, haben die hunde, drey vom Obersten
Werder verehrte, und alhier, (biß aufs brahten,)
schon gespickte, und zugerichtete, aber, in einem
offenen kerller, übel verwahrte, hasen,
aufgefreßen. Muß sich also umb andere bewerben!
perge
Non minor est Virtus, quam quærere, parta tuerj.10
Schreiben, auß Croßen.
Die avisen geben, daß die venezianer, nach der Victorie
die festung Tenedos, nahe bey den Dardanellj, einge-
nommen haben, undt 700 darinnen gelegene Türgken
abziehen laßen. 40 Stücke, haben sie auch darinnen
gefunden, und noch 20 darzu gethan, auch so viel
Christen, als Türgken darinnen gelegen, zur be-
satzung hinein geleget. Nun gilt es, der Jnsel
Stalimene, oder Lemnos. Der Spannische gesandte
zu Wien, hat auch über dieser Christen Victoria,
FreẅdenFeste, 3 Tage lang gehalten.
|| [[Handschrift: 399v]]
Der Türckische Kayser aber, ist so ergrimmet, daß
er selber in der Stadt Constantinopel herümber
geritten, dem General Bascha, und etzlichen
außgerißenen Schiffecapitains, wie auch dem
venezianischen Residenten Ballerinj, die köpfe abge-
hawen, (unerachtet sich dieser, in des Frantzösischen
Ambassadeurs losament, retiriret, und
nicht nach hofe, zur Ottomannischen Pforten,
(ob er schon gerufen, aber auch gewarnet
worden) kommen wollen) und viel reiche
kaufleütte spoliirt, sonderlich, waß Christen
sein, mit deren geldt, er sich seines schadens,
undt verlusts, dreymal wieder zu erholen
gedengket, und wer sich wiedersetzet, baldt
sterben muß, auf welche maße, er schon
in die 6 millionen, bahr zum kriege,
zusammen gebracht haben sol, undt
hat befohlen, alsobaldt, 100 krieges-
Schiffe, 100 galleren, und galleazzen,
und 20 maonen, außzurüsten, mit
anderm Fahrzeüge mehr, und revange, zu suchen.
Zu Napolj, sol ein grawsames ungewitter,
gleichsam, durch ein miracul, die grawsahme
pest vertrieben, und die lufft, gereiniget haben.
Zu Rom, sol auch das sterben, nachlaßen.
Valenza ist von den Spannischen von Meylandt
auß, endtsetzet, und die Frantzosen auß allen
ihren Außerwergken, getrieben worden. Dörften
schwehrlich subsistiren.
Die Königinn Christina, ist zu Lion, undt
Mascon, herrlich entpfangen worden. Wirdt
in gantz Frangkreich königlich tractiret, und
gehet nach Fontainebelleeau, Paris, Com-
piegne, an königlichen hoff. etcetera
Der Düc d'Orleans, hat des Königs ac-
cord oder alliance, mit Cromwell, keines we-
ges gut heißen, noch mit seiner undterschrift
(ob es schon der König, und Cardinal innstendig
begehret) approbiren wollen.
Die reformirten in Frangkreich haben sich
neẅer verfolgung, und cassation aller privile-
gien, de anno 1652 gegeben, zu besorgen, weil
die Clerisey anderer gestalt nicht, dem Könige, ein
|| [[Handschrift: 400v]]
großes zu contribujren, verheißen.
Dem Maréchal de la Ferte, so auf parolle
loß ist, hat der König, und Cardinal freundlich
zugesprochen, sein unglück beklaget, seine
Tapferkeitt, gerühmet, und ihn ferner
animiret.
Visconte de Turenne, stärgket sich zwar,
hütet sich aber sehr, vorm Don Jean, da-
mit er nicht, zum schlagen, gezwungen
werde, und leget sich feste, wo er kan.
Zwischen Spannien, undt Frangkreich,
wirdt noch heimlich, und unvermergkt friede
tractiret.
Cromwell hat ein scharfes wachendes
auge darauf, siehet es nicht gerne.
Vermeinet Duynkirchen, und Oostende,
wegzukriegen. hat die Admiralln
Blake, und Montaigü, vor Malaga
in Spannien, von Cadix auß, geschigkt,
die Stadt beschießen, und etzliche Schiffe
davor, hinweg nehmen laßen, selber aber
|| [[Handschrift: 401r]]
volgk undt Schiffe, auch zugebüßet.
Das neẅe Parlament zu Londen, sol mit
allerley leütten, und auch mit Anabaptisten be-
setzt werden, darüber die gemeine, gar schwührig
ist. Zwey Obersten, so zu hart geredet,
seindt degradiret, und infamiret worden.
Der Römische Kayser, hat die kröhnungen, der
Kayserinn, und seines Sohns des Königes, zu
Prag, laßen vor sich gehen. Gedengket, auf
bäldisten abzugk, noch im Septembrj.
Der Ertzhertzogk Leopoldt, gehet
nacher Schlesien.
Die pest in Schlesien, sol auch abnehmen,
sol durch Todtengräber, (so man gestraft,)
allermeist außkommen, und vermehret, worden
sein.
König in Polen, wil friede tractiren, hat
Lublin vorgeschlagen, zun tractaten.
Warsaw, wirdt gantz demoliret.
König in Schweden, ist in Preüßen, hat sich
mit den holländern verglichen, undt Dantzigk
ist taliter qualiter, mitteingenommen.
|| [[Handschrift: 401v]]
Sonst liegen noch dähnische und holländische
Orlogßschiffe, vor Dantzigk.
Zu Marienburgk, Elbingen, und andern orthen,
sol die pest, etwaß remittiren.
Der Churfürst von Brandenburg ist auch
wieder zu Königßbergk.
Der Moßkowiter wolte ihn gerne
vom Schweden, absondern, er wil oder
kan aber nicht. Dörfte derowegen
etwaß außstehen müßen.
Der Czaar, sol Dünaburgk, Koken-
hausen, und andere plätze eingenommen,
sehr tyrannisirt, auch Riga formaliter
belägert haben. Die Schweden, haben
zwar, in kleinen treffen, wieder ihn Vic-
torisiret, iedoch, ist die Macht der Moßkowiter
sehr groß, Jngermanland verlohren,
undt großer alarm, in Schweden, und Liflandt.
Die Cosagken, mit dem Chmielnicky, wollen
ia dem Könige in Schweden zufallen, und die
Moldawer, in die 60000 streittbahre Mann.
|| [[Handschrift: 402r]]
Die weißen Tartarn hingegen, sollen in die
Moßkaw, eingefallen sein, welches den Czaar
stutzig machet.
Pfaltz Neẅburgk, gedengket auch, sich
in postur des krieges zu stellen, wie auch
Chur Pfaltz, am Rhein, Chur Meintz, und andere.
Zu Frangkfurth am Mayn, suchet der
Ambassadeur von Frankreich andere Stände, zu überreden,
der Kayser, habe wieder den friedenschluß
gehandelt, in deme Jhre Mayestät in die
Niederlanden, und in Jtalien, deützsche
völgker, wieder die Frantzosen, hinumb gelaßen,
droẅet, wo man es nicht einstelle?
Die Frantzösischen gesandten, in Polen, Monsieur
d'Avaugour, & Monsieur de Lombres,
bemühen sich sehr, zur interposition des
Friedens, zwischen beyden Königen.
Der König in Polen, sol keinen secours,
vom Kayser erhalten haben, wie sehr auch
sein legat, HinderSohn, derentwegen sollicitirt.
Der Fürst Ragozzi, sol noch stille sitzen, und sehen,
wo das Spiel, noch hinauß fallen möchte?
<15 lerchen. 1½ Schockßo: kleine Vogel.>
Der Alte Sekerka, ist mit seiner StiefTochter11,
nacher Deßaw, gezogen, Gott geleitte sie dahin!
und förters, auf ihrer rayse, glücklich, hin: und her.
perge
Schwartzenberger, ist extra zu Mittage hieroben
behalten, und ist mit ihm geredet worden, von wegen
haltung credits, in Leiptzigk, gegen die Meße, <(wilß Gott)>
Befehliche, seindt, an den Amptmann zu Ballenstedt ergangen.
heütte nachmittage, hat hofmeister Wallwitz,
das angestellete kindttaüffen, seines Töchterleins,
(mit meiner gnädigen bewilligung) angestellet.
Die vornehmsten gevattern, seindt gewesen:
hertzogk Ernst, zu Gohta, und mein Sohn Victor
Amadeus, welcher beyde stellen, vertretten.
Darnach, Freẅlein Johannchen, von Plötzkaw,
und meine Tochter, Ernesta Augusta, welche beyde
stellen, meine Tochter, auch zu vertretten, auf sich genommen.
Jtem: ein grave von Schwartzburg Arnstedt, undt
viel vom Adel, von 18 biß 20 gevatter utriusque sexus,
die meisten aber, seindt außengeblieben, undt
haben abgeschrieben. Gott gebe! daß alles, wol abgehe!
et cetera
Miltitz, ist auch anhero kommen, von Pudlewitz.
Post von Ballenstedt, undt Padeborn. Mit Madame
nachm eßen, im Schach gespielet, weil unsere kinder
|| [[Handschrift: 403r]]
dem kindtaufbancquet, des Wallwitz, beygewohnet.
M Christ Einen kleinen Vomitum, zu abends gehabt.
Der leib ist auch etwaß erhärtet, und gibt grimmen.
Gott lindere! und wende mehrere accidentzien!
Philipp Güder, bey mir gehabt, <und andere. perge>
Nacher Ballenstedt expedienda expediret. perge
Nachmittages allererst, von der obduratione alvj,
<nur> in etwaß, liberiret worden, und zwar einen harten
sedem gehabt (so sich gestopft gehabt, sieder
gestern, und heütte her) dennoch, hat sich die
linderung, des grimmens, umb den nabel,
und rechten schoß, nicht finden wollen, darüber
ich ohngefehr, eines neẅen affectus gewahr
worden, nemlich: einer zimlichen beüle,
in sinu dextro, also: daß vom vielen
hußten, etwaß im leibe, mag zerbrochen sein.
Gott helfe mir doch, auß denen gebrechen!
et cetera
Bey Wallwitz, haben meine kinder, und
meiste gesellschafft, auf den abend, wieder
einsprechen müßen. perge Jch sehe, solchen luxum,
und überfluß, nicht gerne, und liebe, die frugalitet
aber die weltt, ist dem luxuj, alzuviel ergeben.
perge
Den Balbirer, Hans wenzel Rothe <zu Mittage> bey mir gehabt. Er hat sich
endtsetzt über der gefahr, aber doch, sich recolligiret,
in hofnung, der gnädigen remedijrung, von oben herab.
Darzu Gott, seinen Segen, geben wolle! perge
Jch habe diesen abendt, Englische Pillen, gebraucht,
Gott laße mir sie, wol gedeyen, und vertreibe
mir doch, daß reißen, undt bauchgrimmen, undt
andere, noch ärgere, innerliche gebrechen! et cetera
Der Balbirer, hat mich auch schmieren müßen
mit allerley lindernden olyteten, umb den Nabel
und an den schaden der beüle.
Donnerstag♃ den 18. September 1656.
<Windig.>
Jch habe mich diese nacht, zimlich gequehlet,
mit dem Nabelgrimmen, und andern doloribus,
unerachtet ich gestern abend nichts mehr, alß
nur von einem Süpplein gegeßen, und mit
dem hußten, (welcher zwar alles, im
leibe rege machet, und die dolores augiret)
nicht gar zu viel, obruiret worden.
Die Vomitus aber, die Nacht, undt
diesen Morgen, haben sich zimlich wieder
gefunden, wolte lieber, die constipatio
Ventris, hette davor, ein ende. Gott helfe mit gnaden!
Wallwitz gäste, seindt heütte wieder voneiander
gezogen, die Krosigk und Krosigkin, Mutter, und
Fraw, wie auch seine Schwester, und noch eine Jungfer,
Börstel12, ist wieder hinundter in die Stadt.
Miltitz, ist mit seiner Frawen, noch alhier
geblieben, heütte.
Jch habe diesen Morgen, ein laxativum
gebraucht. Jst alles über sich gegangen! perge
<in publicis> Expedirt: 1. wegen des Churfürsten von Saxen
verbotts, von den Vicinis, getreydig zu kauffen,
darwider wir unß opponiren. 2. Wegen
publication, der erneẅerter Legum
Gymnasij, zu coercirung der Studiosorum.
perge
Gott gebe zu glück! und aufnehmen! perge
Der Amptmann Georg Reichardt ist nacher Zerbst. perge
Doctor Fischern, ist bey uns gewesen, und hat sein
judicium gefellet. Achtet die beüle vor
keinen bruch. Wil sie mit pflastern nicht
viel irritiret haben. Die eröfnung des
leibes, helt er vor hochnöhtig, und das man dem
hußten, (so alles im leibe verderbet), steẅre.
Besorget innerliche apostemata. Doctor Brand, ist
anderer meynung, besorget einen bruch, wil die
erweichung, mit pflastern, haben. perge
Zwey Vomitus, die Nacht, undt
morgen gehabt. Die constipatio alvj, und
Nabelkrümmen13, währet noch.
Doctor Fischer, ist bey mir gewesen, zuvor
der Balbirer.
Ein lackay von Weymar, hat an
mich, vom hertzogk, und hertzoginn
schreiben gebracht, und ist ferner
nach Deßaw, zum Obristen Werder, Obrist leütnant
Micrander, hofmeister Freybergk[,]
Paris Werder, Cantzler Milagium
umb dergleichen, nemlich: reime zu machen,
auf hertzog Friederich Sehliger.
Rindtorf, ist wiederkommen, von Alßleben.
Nach dem die gestern abends, eingenommene
pillen, mir nichts helfen, noch den leib,
eröfnen wollen, habe ich noch vormittags,
ein laxativum gebraucht, so auch nichts
geholfen, die dolores, und grimmen, haben
continuiret, mit der verstopfung,
|| [[Handschrift: 404r]]
end[lich h]at man mir suppositoria gebrauch[t]
so auch [nic]hts geholfen. Gott erbarme sich Meiner.
Gar [auf]n abendt, im bette, hat man mir
ein cri[stir] gebraucht, so nichts operiret.
Diese [na]cht meine dolores continuiret.
Den M[or]gen, etwaß von zigenmilch getrun-
cken, den greẅlichen Schlugken, und hitze
darauf, zu dempfen. Darnach etwaß
vom residuo, des gestrigen clystirs,
gebraucht, so etwas linderung, (gott lob)
gebracht, aber nicht allerdingß. Gott
helfe doch zu völliger restitution!
Vomitus, singultus, & talia gehabt.
Doctor Fischer, bey mir gewesen, als auch der
Balbirer, Philipp Güder, und andere. Es ist
[au]ch ein bruchbandt, mir adhibiret worden[.]
Gott gebe zu glück! und genesung!
[...] Hempo von Knesebegk, sol neẅlich an
[... har]tleibigkeit, gestorben sein, gleich
[... haü]ptmann Caspar Ernst
[von Knoche] [an ei]nem singultu.
[...] & orandum! et cetera
Sonntag☉ den 21. September 1656
Nach dem ich mich, die gantze nacht, [mit d]em
Bauchgrimmen, und singultu, sehr geq[uäl]et,
auch vomiret, habe ich diesen Morgen, ein [clyst]ier
gebraucht, so mir Philip Güder appli[cire]t,
welches den leib eröfnet zweymal, G[ott lo]b.
Doctor Fischer, ist auch kommen. Jst extr[a n]eben
dem hofprediger, (welcher auf unserm [Sa]hl
geprediget, von der wittwen Sohn, zu Na[i]m14)
zu Mittage, behalten worden.
Condolentzen, und remedia von Plötzka.
Johann Senf, ist wiederkommen, vom Lüttich, re jnfecta.
