Donnerstag♃ den 1. Januarij: 1646.
Quod Fœlix, et Faustum sit, in omnj genere!
J'ay sceu hier des singularitèz estranges, de ce-
luy, que je iüge, pour mon plüs grand ennemy main-
tenant. Non omne quod splendet; aurum est!
Jl est bon de se pouvoir contregarder, de telles gens
quj exercent des faussetèz, & meschancetèz,
trop manifestes! Mais c'est üne tresgrande
honte, que Fürst Friedrich n'a mieux regardè a son honneur,
& a celuy de sa mayson, en plüsieurs choses. Dieu
quj retribuera a ün chacün selon l'œuvre de ses
mains, convertisse sa füreur, en douceur, & en bien.
Wir haben alhier aufm hauße Bentheim
zweymal predigt gehöret, vndt den Neẅen Jahrs
Tag, gefeyret.
Conversirt mit der Fraw Grävin, vndt dann
auch mit dem graven, vndt per intervalla mit
Theilß seiner bedienten, sonderlich mit dem alten
hofmeister Stampo, einem grawpündtner, welcher
lange, vndt viel Jahr, alhier in diensten, gewesen,
vndt ich ihn vor 25 iahren, gekandt. Jtem: mit
des graven hofmeister vndt Raht, <Leonhardt> Buchfelder, ein Palatinus
vndt dann mit des iüngeren graven præceptorn,
so auch mit einem vom Adel, Etzbach. etcetera
Messieurs les Estats, ont 700 compagnies d'infanterie
et <80> de cavallerie, en leur solde, <par terre & 300 compagnies sür mer>. Jls veulent
ioindre les compagnies, des flottes Orientales,
et Occidentales, afin quelles se puissent tant
mieulx deffendre l'üne l'autre, celle de l'Oost s'ac-
croissant, mais l'autre se diminüant fort, ce que<a quoy>
neantmoins les marchands, & bewindthebbers,
s'opposent fort et ferme, puis que cela semble pre-
iüdicier, a leur gain, & interest particülier, qu'ils
tirent de la flotte Jndienne Orientale particülierement.
Waß von obigem Asterismo an, geschrieben, auf dieser
pagina, gehöret, vndter den andern Januarij dieser Zeitt.a
<Den Cantzler, Doctor Bagenstecker, (meinen alten bekandten)
angesprochen, darnach Meines vettern, losament im Turm besehen
Nachmittags bin ich sonderlich seine gallerie, da schöne abriße,
gemälde, kupferstück, vndt dergleichen sein.>
<Nachmittags jst der grave, auf den Türmen, vndt sonsten auf der
mawer mit mir herümber spatzirt, den prospect, die
Stügke, vndt anders, sehen zu laßen. Wir seindt auch in
seinem Stall gewesen, darinnen ein 13 feiner pferde
gestanden, auch ein Pavian, mit einer blawen Nase,
zu sehen gewesen.>
Conversationes mit dem graven, welcher zwar, nur im 23. Jahr,
aber hat wol studiert, kan seine sprachen, Frantzösisch vndt Italiänisch,
hat fein peregriniret, ist in vera fide orthodoxa wol fundirt,
hat einen guten verstandt, stadtliche memoriam, wolre-
denheitt, vndt eine feine præsentz, lebt nüchtern,
vndt mäßig, nimbt seine sachen, vndt sein Regenten-
Ampt, wol in acht, vndt meritirt land' vndt leutte
zu regieren. Sein iunger bruder studirt gar
fleißig, redet schon sprachen, ist Munter, vndt hat
zu allerley sachen große lußt, vndt beliebung.
Gott wolle Sie beyderseitß, erhalten.
| Meilenm. | |
| Nach gesterigem genommenem abschied von der Fraw
grävin, wie auch von allen vndt ieden vom Adeln vndt Rähten, (darundter auch der alte droßt von Bentheim, heide gewesen) ist doch heüte der graff neben seinem bruder wieder zu mir, gekommen, vndt haben mich, biß v̈ber die gräntze vndt landtwehre, eine Stunde weges von Bentheim, zu kutzschen begleittet, darnach sehnlich vale- diciret. Rayseten wir also fortt, von Bent- heim, nach dem flegken Enschede alda in einem b<h>ause, so dem graven gehörig, kalte küche gehalten. An diesem orth, habe ich mich erinnert, wie ich anno 1626 von einer Spannischen partie vor der herberge, angefallen, vndt auß mißverstandt nacher Oldensehl cum thesauris nostris, gefangen geführet worden. |
2 |
An itzo aber liegt alhier, 1 compagnie zu fuß vndt
25 pferde, Stadische Garnison. Oldensehl ist ge-
schleift, Lingen von des Printzen volck besetzt,
vndt hat man sich vor den Spannischen, sieder
Sie Wesel, Rheinbergk, Maestrich, Gennep,
Groll, vndt andere plätze verlohren, alhier in
|| [[Handschrift: 76r]]
der Twent, nichts leichtlich zu besorgen.
| Meilenm. | |
| Von Enschede nach dem eßen, gen Oxbergen
Jst ein hüpsch dorf, auch in der Twent gelegen, vndt numehr alles Stadisch. |
2 |
Vndterwegens, begegnete mir ein bohte, mit
schreiben, an die Base von Gröenaw. Kahm von
Borch, vndt weil ich wußte, das von mir etwaß
meldung geschehen darinnen würde, habe ich sie
erbrochen, vndt gesehen, 1. das die Fraw Base,
des graven von Stirumb gemahlin, sehr vnpaß
am Fieber, vndt catharren, welches leydmühtig,
zu vernehmen, gott wolle baldt beßerung schigken.
2. Das Sie vndt ihr herr, vnser mit verlangen,
vndt mit freẅden, erwartten. 3. Daß meine
dissegnj, so mir dahin gerahten worden, null vndt
nichtig, vielleicht auch durch böse vndterbawung
zu waßer gemacht worden! Patientia!
Der heüttige weg, hat viel eiß gehabt, vndt
wir seindt mehrentheils durch heyde, vndt mo-
raß kommen, so aber, von wegen grimmiger, immer-
forth continuirender kälte, v̈berl<g>etragen. Jn
25 Jahren wollen etzliche, daß solche große kälte
in diesen Westphählischen landen, (da die lufft temperirt,
vndt nicht zu warm, oder zu kalt pfleget zu sein) nicht ge-
wesen.
Zu Oxberg, liegen 45 Mann zu fuß, vndt 25 pferde.
On a eu des dispütes, avec l'hoste, a cause de son indiscretion!
| Meilenm. | |
| Von Oxberg nacher Lichtenfordt zur kalten küche
nach dem wir, auf 2 Meilenm. von Oxbergen durch die festung Groll gefahren. |
3 |
| Lichtenfoorde gehört dem graven von Styrumb zu.
Von dannen nacher Borch allda graf Geörg Ernst von Styrumb, mich gar höflich empfangen, wol logiret, vndt tractiret. Seine gemahlin, Meiner Sehligen FrawMutter leibliche Schwester, hat mich sehr gerne gesehen, wiewol Sie gantz schwach, vndt kranck ist an fiebern, catharren, vndt v̈berlauffung der galle. Sie hat nur eine eintzige Tochter, fräulein Maria Magdalena, vmb die sich viel freyer bewerben, vndt angeben, wegen stadtlicher gühter, vndt reichtumbs, so zwischen 13 vndt 14 iahren altt, ist. Sie hat auch das Mittelste Freẅlein von Bentheimb, Anne Ameley, bey sich. Es hat gute discours gegeben, zumahl auch ein Edelmann, von Graf Moritz von Naßaw, der mit ihm, in Brasilien die rayse gethan, zur stelle gewesen. |
2 |
Groll, vndt diese örther, werden in die Provintz Gel-
derlandt, gerechnet, zu der grafschafft Zütphen.
Der grave von Steyrumb, muß auch den Spannischen,
nacher Geldern, contribuiren, es ist ihm zwar inhibirt
von den Staden, er muß es aber heimlich thun, wil er
anders auf seinen gühtern, im frieden leben, inmaßen
der Printz von Vranien, von etzlichen seinen gühtern,
selber thun muß. Jch halte doch, es geschehe connivendo.
Er der grave, ist Maior v̈ber ein Regiment zu pferde,
vndt hat eine compagnie zu Roß, auch eine zu fuß, vndter
der armèe der herren Staden.
heütte bin ich alhier zu Borch, still gelegen, habe
mir laßen wol sein, vndt mehrentheils die zeitt
mit conversiren mit der Fraw Base, zugebracht,
wie mir dann auch der Grave fleißige gesell-
schafft geleistet, vndt die Freẅlein meinen Söhnen.
perge
Jch habe auch den schönen gartten alhier bese-
hen, welchen der grave, hat vor etzlichen Jahren,
anlegen laßen, vndt er ist schauwürdig, wegen der
schönen compartementen, allèen, flecht: vndt bindt-
wergk, guter ordnung, frembden gewächßen,
puschwergk, vndt obstgarten, auch weydestriften,
hindter demselben, vndt dergleichen.
Depesche nacher Warendorf[,] Rheda[,] Tecklenburg vndt Bentheim. et cetera
J'ay dèscouvert aulcüne de mes sollicitüdes a Madame
la Contesse ma Tante, & puis apres, a Monsieur le Conte
a cachün à part, mais apres leur conference particuliere
ils m'ont rèspondü en commün assèz courtoysement.
Neantmoins i'ay peu comprendre que Monsieur le Conte
estoit sürprins, & que Ma Tante estoit ün peu
retenüe & paraventüre preoccupèe, par mes
envieux, & ennemis domestiques, car elle le
scavoit tres-bien il y a long temps. Jl est ün
Seigneur fort accomply, & courtois, elle est bonne
mèsnagere, & a beaucoup dü pouvoir, a la mode
de ce pays. Toutesfois c'est ün Matrimojne beny.
Dieu les vueille conserver longues annèes!
Ob schon die kirchen alhier reformiret sein, so ist
doch das Fest der heiligen drey Könige, nicht celebriret
worden. habe derowegen, meinen progreß resolviret.
Meine Frau Base, ist wieder vnpaß gewesen,
vndt hat mich sieder gestern nachmittags nicht
gesprochen, auch sich heütte excusiren laßen.
Mes deux frippons de lacquays ont
commis des insolences inexcüsables contre
le Major Halcke leur maître d'hostel, par yvrognerie.
|| [[Handschrift: 78r]]
J'ay priè Monsieur le Conte, de les chastier, puis qu'ils
ont deshonorè sa mayson aussy bien, que ma personne
& mes Officiers. Jl me l'a promis, & c'estoit le temps,
que i'en avois le plüs affaire, de ces canailles.
| Meilenm. | |
| Jch habe meine pferde alhier stehen laßen, vndt
habe vnserm lieben höflichem graven von Styrumb valediciret, auch seine kutzschpferde mittgenommen, biß nach Arnheimb oder 7 stunden. Vndterwegens, eine vhr gahens, war das städtlein Dotecum. Zwey stunden darvon Doesburgk stadt vndt Festung, noch alles in der grafschaft Zütphen gelegen. Darnach hindter Doeßburg giengen wir v̈ber die Jßel, in einem flachen Schiffe, hielten in einer herberge vnferne von der Yßel, kalte küche, da kahm der alte Schlüter Stadtmaior zu vnß, vndt discourirte von vielen geschichten, dann er noch, bey der Schlacht vor Nieuport, in Flandern gewesen, auch darnach in vielen Occasionen, weil er 45 Jahr, dem kriege gefolget. Man sagt alhier, der Printz von Vranien seye Todt, man will es aber weder hoffen, noch glaüben. perge |
4 |
Zu Doeßburg liegen an itzo mehr nicht, als 3 compagnien
in garnison. Die bürger wüntzschten, das ihrer
fünf mal so viel wehren, vmb beßerer nahrung
willen, dergleichen wuntzsch, bey vnß, in Deützsch-
landt, gar anders, zu geschehen pfleget!
Die meisten compagnien seindt an itzo in Flan-
dern, & il me semble, que ces costes icy, soyent
peu gardèes. Gleichwol hat man nachricht,
daß die Spannischen zu Gelder vndt an andern
orthen, mit eißsporen sich gefaßt gemacht,
vndt ihre pferde schärfen laßen.
So baldt wir v̈ber die Jßel wahren,
vb (darüber im Sommer, eine Schiffbrügke
pfleget zu sein) kahmen wir in das Theil
von Gelderlandt, welches man die Velawe
heißet, vndt haben diß: vndt ienseit der Jßel
heütte feine adeliche haüser liegen sehen.
Die andere kutzsche hat einen greẅ-
lichen fall in einen tiefen graben gethan,
also das die Räder oben gestanden. Vnsere
diener, wehren ersoffen, sonderlich Tobias Steffeck von Kolodey
<welcher vndten im schlage geseßen, auf den alles gefallen>
(welchen das vnglügk zu verfolgen pfleget)
wann das eiß gebrochen wehre, & il s'est fait
|| [[Handschrift: 79r]]
mal! Louè soit Dieu, quj l'a voulü conserver. Je
le prie, qu'il le face a luy, & a nous tous encores á
l'avenir! car i'ay peur, pour mes enfans, & pour moy
mesme de telles cheütes. Dieu nous en garde benignement!
On a accordè avec l'hoste au Paon à Arnheim,
pour 25 solds la personne a ma table, (y comprins
le Vin, & la biere) & 12 solds, chasque valet, (y com-
prins la biere)[.] J'ay renvoyè les chevaulx
dü Conte, a ses biens proche d'icy.
A Arnheim, l'on ne veut rien scavoir de
la mort dü Prince d'Orange, comme a Doesburg.
Jn Hollandt, vndt Seelandt alleine gebraucht man
den Neẅen, in den v̈brigen 5 provintzien aber,
den Alten kalender.
Doeßburgk bewachen die Soldaten, Arn-
heim aber, die bürger, wann schon garnison
darinnen logiret.
Nieumägen, ist eigentlich die haüptStadt
in Gelderlandt, iedoch seindt die Staden dieses
Fürstenthumbs zu Arnheim ordinarie, darumb
dann Arnheim, vor das haupt zu achten.
heütte ist ein fast: vndt BehtTag angeordnet, in diesen
Niederländischen Provintzien, zu wiederbringung des
friedens, in Deützschlandt, vnserem lieben vatterlande.
Gott wolle alle treẅhertzige seüftzen erhören!
| Meilenm. | |
| Wir seindt fortt, von Arnheim, nach V̈trecht
oder viel mehr, 14 stunden, oder vhren gaenß, wie sie es nennen. |
9 |
Zu Wageningen, endet sich Gelderlandt.
Zu Rhene, haben wir gefüttert, lieget schon im
Stift V̈trecht auf 6 vhr gaens, von Arnheim.
Es ist ein schöner pallast alda zu sehen, der Köni-
gin in Böhmen pallast, genandt, hat in die 70 zimmer,
wol meublirt, mit schönen Tapezereyen, vndt ge-
zieret, mit vielen conterfecten, vndt gemälden, oder
Schildereyen. Jst ordentlich gebawet, mit einer
facciata, vndt zweene flügel daran, von gebackenen
steinen zweene wanderungen v̈bereinander,
das dach, ist mit schifer, gedegkt, vndt es hat auch
Cammern darundter. Ein schönes gärtlein daran,
wie auch bawmgarten, vndt ein hirschen wald
zum iagen. Der kleine Rhein, fließt alda vorüber.
Vndterwegens feine dörfer vndt haüser gesehen
liegen, auch in theils dörfern gepleistert, wie die
Fuhrleütte es nennen. Vndter andern zu Doren, war der
|| [[Handschrift: 80r]]
geitz der leütte so vnersättlich, daß wir fast den ein-
gang inß hauß bezahlen mußten, vndt vor das hundert
kleine geringe reißholtz oder fagots, muß man 1 ReichsthalerRthlr
bezahlen. Sie schalten, daß wir nur mit bier vorlieb
nahmen, vndt in heüttiger grimmiger kälte nicht
Spannischen wein tringken mochten, ihnen zum besten.
Zu V̈trecht inß Dowlaeß, oder große faß Reinwein
eingezogen, alda wir zwar fein logiret, aber 6
schillinge, vor einen iedern an der herren Tafel, oder
36 stüber, vndt 15 stüver, vor einen diener geben
müßen, bier, vndt Frantzenwein mitt eingerechnet
ohne das holtz, vndt Torff, zum brennen. perge
Den Fuhrleütten, haben wir von Arnheim biß
hieher, vor iegliche person, einen Reichsthaler geben
müßen, Thun: 13 ReichsthalerRthlr:
Donnerstag♃ den 8ten: Januarij: 1646.
Resolution genommen, Meine Söhne alhier zu V̈trecht, ein wenig
zu laßen, die Stadt zu besehen, vndt ich bin forth, selb Siebende,
im Nahmen Gottes, nacher Leyden, (nach stunden gerechnet, seindt
es zehen v̈hren gahens, wiewol etzliche nur von 8 oder 9 vhren sagen.)
Darbey eines theilß zu notiren, daß man viel geschwinder
fahren, alß gehen kan, anderß Theils aber die fußsteige
offt viel näher, bequehmer, vndt leichter zu raysen sein.
Mit Schlitten gienge es auf den waßercanalen wol ge-
schwinder vndt gemächlicher zu, aber es ist sehr wiederrahten
worden, weil dem eiß, nicht aller orthen, zu trawen.
haben also lieber die zeit in grimmiger kälte (alß
in vielen Jahren, in hollandt nicht gewesen) verlängert
mit rollwagen, auf holprichtem wege, vndt die vnkosten
nicht angesehen, alß vnß muhtwillig in gefahr zu
stürtzen, zumahl etzliche omina infausta mich gewar-
net, sonderlich aber, <1.> der fall mit der kutzsche zu Teck-
lemburg. 2. Der gesterige sturtz von der brügke mit
dem wagen, darauf Tobias geseßen. 3. Das gestern
auf dem dorfe da wir nachmittags gepleistert, ein
Frantzose in vnsere herberge gekommen, welcher auf
ebenem wege, zu fuß fallende, einen arm gebrochen.
Gott bewahre auch gnediglich, meine lieben kinder!
| <vhr gahens.> | |
| heütte haben wir v̈ber viel brügken, vndt waßer
gemußt, haben zu Woude in hollandt gefüttert, vndt seindt zu Cawkercken v̈ber nacht gelegen, lieget von V̈trecht, wie es die fuhrleütte rechnen Dann wir etwaß zu spähte zu V̈trecht aufgewesen, auch die kälte, vns, vndt vnsern leütten, hart zugesetzet. Es sol nur noch eine stunde zu fahren, vndt 1½ vhren gahens nach Leyden sein, von diesem dorff, dahin wir gegen 7 vhren zu nachts, gelanget. |
9 |
Jn diesen landen findet man v̈berall gute
aber theẅre herbergen, fast auf allen dörfern. perge
| vhr gaens. | |
| Von Cawkercken, (allda wir nichts, alß fische zu eßen be- kommen, nebst butter, vndt käse) vndt doch wegen v̈bermäßiger schinderey, vndt abforderung der wirttin, crackeel gehabt, also daß sie vnß wagen vndt pferde verarrestjren laßen wollen, biß sie ihren <allzuvnverantwortlichen> willen erlanget) nacher Delft alda die vnbilligkeit vndt schinderey, auch sehr groß gewesen. Die leütte seindt in herbergen doch dem geldtgeitz, allzusehr ergeben! |
4 |
Nachmittage, habe ich Tobiaßen, nachm haag, geschigkt
afin de cercher[!], l'Agent de Br<andenburg> & iceluy s'est perdü,
estant allè a Emmeryck, sans mon sceu. perge Ainsy
il semble, que je soye predestinè a estre malheureux,
& que j'aye fait le voyage de Borch icy, en vain. perge
avec tant des fraix, & dèspences. perge Tobiaß ist
zu fuß hingegangen, vndt auf einem Schlitten wiederkommen.
perge
Tobias Steffeck von Kolodey abermal in hagen geschickt, ein ander tem-
perament zu versuchen.
Jnndeßen habe ich den tour alhier zu Delft vmb
die Stadt gethan, zu fuß in 1½ stunden. Es seindt gute
Mawren, vndt alte rundeel, gute gräben, hüpsche
baẅme, auf den gängen, gegen der mawer v̈ber, dann in
einer landtstadt, keine sonderbahre festung nöhtig.
Jn der alten kercke gewesen, darinnen des Admi-
rals Pieter Heyn sein grab von Marmel. Er ligt
wie in einem bette, alles von weißem Marmor
gehawen, vndt blaw vndt weiße Marmel-
seülen, vmb das grab herumb. Mit güldenen
buchstaben stehen seine Thaten angeschrieben,
auf schwartzem Marmel, sonderlich wie er die
große Silberflotta erobert, anno 1629 vndt die
Fahnen mit Burgundischen creützen, welche er
den Duynkirchern abgenommen, hengen v̈ber dem
grabe. Die kirche ist 118 Meiner Schritte
lang, vndt 50 breitt.
Darnach des Printzen hof, aufs neẅe besehen,
da des itzigen Printzen von Vranien, sein herrvatter,
Printz Wilhelm Sehliger, Meüchelmörderischer weyse
erschoßen worden, vndt wie die kugeln in die
Mawer gegangen, auch etzliche losamenter,
vndt Schildereyen darinnen. Werden an itzo,
von einem Engelländischen herren, bewohnet.
Von dannen in das Stadthauß, die losamen-
ter vndt schildereyen darauf zu besichtigen,
wo die Rahtsherren sich vergadern.
Endlich die Neẅe kercke aufs neẅe besehen.
Die ist 150 meiner Schritt lang, vndt 40 breitt.
Darinnen vorgedachten Printzen stadtliches monu-
mentum, von Marmel, vndt metallenen
bildern, wie er sitzet, zu besehen, vndt ich
vor diesem alles aufgezeichnet, wie nemlich
der Printz Wilhelm, des itzigen Printzen herrvater, auf
einem Stul sitzet, mitten zwischen den Marmelseü-
len. Er aber ist von Metall gemacht, die Mar-
melseülen, blaw, vndt gelb. Jn den winckeln
des monumentj, stehen vier bilder, von Metall,
alß die Justitia, mit der waage, die libertas
der Niederlender, die kirche Gottes (mit einem
buch, in einer, vndt mit einem kirchlein in der
andern handt,) vndt die Tranquillitas, sive Pax. perge
Es seindt auch sonsten, noch andere Epitaphia
darinnen, von den vornehmsten, vndter den herren Staden.
7 pforten hat Delft, darundter ein kleines
pförtlein, diese Stadt hat vndterschiedliche
waßercanäle, vndt feine vorstädte, gärten
darvor, weydetriften, vndt ist im Sommer, gar
lustig, im grimmigen winter aber, wie an
itzo, ists nirgendts gar anmuhtig. et cetera
Tobiaß, ist auß dem haagen wiederkommen, vndt
hat Melchior Oertel mitgebracht, meinen alten
kammerdiener, den ich aufm weißen berge, noch
angenommen. Er hat sich gesetzt zu harderwyck
anno: 1626 alß ich daselbst mich aufhielte,
vndt ist an itzo bey der artillerie der herren
Staden. Er bekandte mir, daß schon vor 8 Tagen,
man meiner wehre im haage gewärtig gewesen,
da ichs doch keinem Menschen gesaget, es müßen
nur conjecturæ sein. Mais Monsieur le Conte
Maurice, sür lequel ie m'abbandonnois le
plüs, est desja party, & cela m'incommode
merveilleusement <et plüs encores, l'absence de Heimbach> en tous mes desseings.
Jl me semble, que ce voyage, ne m'est
point heureux, <au moins tres difficile. Difficilia! quæ pulchra.1>
hänßel der copiist, welchen ich zu Leyden
gelaßen, meine Söhne zu recht zu weisen,
ist diesen abendt wiederkommen, vndt ver-
meint, er habe ihrer verfehlet, weil sie
so lange außen bleiben. Gott bewahre ia
gnediglich vor vnglück. Je me prefigüre
des estranges pensèes. Dieu les en preserve
benignement par sa Sainte grace.
Eine weiße bärenhautt, (so auß WestJndien
gekommen,) habe ich alhier zu Delfft, vmb 9½ holländischer
gülden, gekaufft. Jst eine raritet. perge
Jn dieser grimmigen großen kälte, sol vorgestern
ein Mann im haagen erfroren sein, ihrer viele sich
erfrört haben, auch die Donaw, vndt der Rhein
hart zugefroren sein. Sie hat numehr in die vier
wochen continuirt, macht gute bahne, vndt kömpt
den Schlittenfahrern wol zu paß, nicht aber
denen, so gegen den wintter, v̈bel bekleidet sein.
Gestern abendt, hat mich noch, meiner Söhne
glückliche vnversehrte ankunft, mit den ihrigen,
von V̈trecht, auf Leyden, (da an beyden orthen
sie viel rariteten besichtiget) hertzlich
erfreẅet, vndt sie haben mir viel zu er-
zehlen gewußt, von allen schönen Sachen,
die ihnen vorkommen, vndt sonderlich, des weitt-
berühmbten, Doctor Spanheimij, treẅe assistentz
vndt wie willig, vndt höflich, er ihnen an handen
gegangen zu Leyden, sehr gepriesen. Gott gebe
solchen guthertzigen leütten, wieder viel glügk
vndt Segen, vndt daß man wol antreffen möge!
heütte vormittags habe ich, in der alten kirche alhier
zu Delfft, predigt gehöret, nachmittags aber, in der
Neẅen kirche, vndt es seindt gute lehrer, vndt
Andächtige zuhörer alhier: Sehr wol hats
vndter andern mir gefallen, daß man in daß
allgemeine gebeht, die Noht deß bedrangeten
Deützschlandes, mitt eingeschloßen. Gott
wolle alle guthertzige wüntzsche erhören!
Meine Söhne haben alhier die Stadt auch wol
besehen.
Je suis fort perplex, a cause de l'absence
de l'Agent de Brandenbourg, (lequel a tous
mes pappiers, entre ses mains) & le Monsieur le Conte
Maurice de Nassaw, & de tous ceux quj me pour-
royent ayder. J'ay fait ce voyage, avec
tant des fraix, & despences, ay endürè tant
d'incommoditèz, de froid excessif, & autres
èsmotions dü penible voyage, avec mes
pauvres enfans! Je suis icy, avec des fraix
excessifs, & ne puis recüler, (re infecta) nj m'a-
vancer. Dieu me delivre de ce labyrinthe, par
sa Sainte grace! & benignitè! Amen!
Jch habe den Major halcken, nacher dem
haag, diesen abendt geschickt, mich, beym Printzen
von Vranien, anzumelden. Gott gebe mir doch
einmal glück, vndt beschehre mir gute gönner!
Diesen spähten abendt, avisiret Halcke, er habe schon
beym Printzen von Vranien, audientz gehabt, der wehre
wol content, ich möchte Morgen wilß Gott zwischen
4 vndt 5 vhren, (da am wenigsten leütte aufwar-
ten theten, vndt er alleine wehre) nachmittags zu
ihm kommen, wiewol er lieber gesehen hette, ich hette
ihm eine stunde ernennet, wie mirs gebühret
hette, wolte er gerne aufgewartett haben.
Nota: diesen abendt ist in den Niederlendischen
kirchen, wieder geprediget worden, vndt also drey-
mal diesen Sontag. Jst ein devotes volck.
Die avisen geben: daß der alte hertzog zu Venedig, gestorben,
Er hat vermeint die Türgken zu schlagen. Jst auch schon
zum general erwellt vndt 80 iahr altt gewesenc,
et cetera[.]
Jtem: daß in Engellandt der krieg noch heftig continujrt.
Die Kayserliche armèe, vndt der Ertzhertzog, sich sehr stärgken.
Zu Bremen, die Königin in Polen, schon angelanget.
Jm Stift V̈trecht, v̈ber 500 Schafe, von den wölffen
niedergerißen worden, vndt von wegen solcher klagen, in
die 72 dörfer, zur wolffsiagt, auffgebotten.
Gegen bestimpte zeit, bin ich in haagen kommen, habe
dem alten Printzen von Vranien, in seinem losament
zugesprochen. Er hatte zwar seine kleider, vndt Mantel
an, gieng mir auch entgegen an die Thür, sahe ältlich
zwar, iedoch frisch auß, aber die füße wolten nicht
recht forth, wegen des Podagræ, iedoch machte er sich
gar stargk, satzte sich zu mir vors feẅer, gab
mir die Oberstelle vndt excusirte sich sehr, worumb
ich nicht bekandt sein wolte? vndt approbirte
meine rayson. Offerirte sich zu aller guten recommen-
dation, wegen Meiner prætensionen, fragte nacher
Münster, vndt Oßnabrück, sonderlich nach dem graven
von Trauttmanßdorf, hatte gute hofnung zum frieden
vndt zur inclusion der reformierten zumahl da auch nun,
die Stadischen gesandten eingezogen wehren, vndt
gedachte auch, in Engellandt stünde es darauff,
daß friede werden sollte, vndt der König würde mit
300 pferden, nacher Londen kommen. Condolirte mit
Meinem zustandt, nach welchem er gar fleißig
fragte, wie es zu Bernburgk daher gegangen
wehre? Wegen der Stadischen sachen, riehte er, Agenten
zu gebrauchen, vndt wolte nicht viel, darumb
wißen, als obs ihm Jakob Ludwig Schwartzenberger nicht berichtet hette?
vndt machte viel Complimenten, accompagnirte
|| [[Handschrift: 85r]]
mich auch etwaß vor die Thür, ließe aber beyde Meine
Söhne hineyn kommen, welche er sehr lobte, daß sie wolge-
stalt wehren, vndt beklagte, daß sie kein Frantzösisch,
noch Niederdeützsch, sprechen köndten. Fragte auch,
nach Carolo Ursino, seinem pahten. Er wolte
mich weitter accompagniren, ich bahte aber sehr davor,
vndt sahe das man ihn sonst führen mußte. Also
verrichtete der Cammerjungker, Monsieur de Boursenay<Broßmann>
die fernere complimenten, wiewol er nach
seinem Sohn, dem Jungen Printzen, geschickt hatte.
wenn ich mich ein wenig länger aufgehalten hette?
Jch wahr ein Stündlein, bey ihme, vndt er offerirte
sich, gar höflich, zu intercessionen, vndt anderem.
et cetera
Der Printz von Vranien, verwun[der]te sich auch gestern,
v̈ber Fürst Friedrichs prætensionen, vndt bekümmernüß, gar sehr,
vndt erwiese sich, mir gerne zu assistiren. Gott gebe es!
Er klagte auch, er hette einen Pollnischen Medicum
gebraucht numehr drey Jahr lang, welcher ihn
am Podagra curiren wollen. Es bliebe aber darbey.
Von meinen prætensionen bey den herren Staden, stellete
er sich etwaß vnwißendt, vndt verlangte Nachricht.
Schlug mir auch den heßischen Agenten Wyckfort
vor, nach welchem ich heütte Tobias Steffeck von Kolodey geschickt habe.
<Jl semble que le Prince se mèsle malvolontiers aux affaires de finances.>
Er sagte auch der Printz, die landtgrävin wehre
eine heroische vnd Tugendtsahme Fürstin, würde
sehr gerühmet, vndt führte jhre sachen, weißlich.
Der heßische Agent, Wyckforth hat sich
bey mir eingestellet, weil heimbach, nicht an-
wesend, sondern zu Cleve sein soll, vndt ich
habe ihm, etzliche Meiner acten, vndtergeben.
Zu Secretarium Maurice geschickt, vmb eine
vnbekandte, oder Privataudientz, bey der
Königin in Böhmen schuldigermaßen, anzuhalten. Solche
ist mir bewilliget, gegen: 3 vhr, nachmittags,
mit vielen höflichen gratulationen, vndt complimenten.
Wyckfoort habe ich auch ein schreiben an die Fraw
landtgrävin, gegeben.
Vmb die bestimpte zeitt, bin ich zur Königinn in Böhmen
gefahren, Jhre Königlichen Würden haben mich durch Secretarium
Maurice empfangen laßen. Dero iüngste Tochter,
wie auch Pfaltzgraf Philips dero Sohn (so Rittmeister
vndter den herren Staden ist) kahm auch darzu, vndt
sprach, mich, vndt Meine Söhne an, vndt er gieng
v̈ber eine weile wieder hinweg, auß der Königinn
zimmer. Sie aber discurrirte wol eine stunde lang
mit mir, von allerley geschichten. War sehr höf- || [[Handschrift: 86r]]
lich, vndt Treẅhertzig mit offerten, vndt complimenten.
Erinnerte sich der alten dienste, wüntzschte hoch den
frieden, erst in Engellandt ihrem vaterlandt, darnach
in Deützschlandt, sampt der restitution der Pfaltz, welche
Sie vermeinte, durch den Englischen frieden, befördert zu
werden. Klagte, daß der König in Engellandt also traducj-
ret würde, alß ob er Päbstisch, wehre, welches doch
nichts wehre, vndt die Parlamentischen selber, sich
an itzo, vor solchem außsprengen, schähmen müßten.
Ja sie die Parlamentsherren hetten briefe interci-
piret, die der König an die Königinn geschrieben,
darauß sein eiver zur religion, mehr alß zu viel
zu ersehen, vndt sie es selber nicht gedacht hetten.
Die ceremonien, mit dem Neigen, vor dem all-
tar vndt dergleichen, wehren nicht befohlen,
wer es thete, möchts verantwortten. Die kriege
wehren daselbst blutig, wegen der verbitterung,
vndt daß es ein offen landt wehre, vndt keine
Festungen hette. Man müßte sich wol alda
schmeißen. Jhre Söhne Robert vndt Moritz theten
dem Könige ihrem vettern, gute dienste, vndt
darumb müßte Sie Niemandt verdengken.
Den Vicekönig von Jrrlandt, alß einen guten reformierten
Christen, hette man zur vngebühr verfolget.
|| [[Handschrift: 86v]]
Der Ertzbischof zu Candelberg wehre zwar eiverig
der wahren religion zugethan gewesen, aber
hochmühtig, Ehrgeitzig, vndt der zu vnnöhtigen
Neẅerungen lußt gehabt. Wehre von geringem
herkommen, vndt sie wollte, das er vor 20 Jahren,
gestorben wehre. Jm Oberhause des Parlements
wehren die meiste noblesse auf des Königes
seitte, vndt kawm der 4.te theil, im Parlament.
Jm vndterhause wehren wol 400 personen gewe-
sen. An itzo wehren ihrer auch bey weittem,
nicht so viel. Vndt es stünde auf tractaten,
wie gestern ebenmeßig der Printz von Vranien sagte,
mit des Königes, einzug, nacher Londen mit 300 pferden[.]
Schottlandt, hette beym Könige, nicht wol ge-
handelt, dann ihnen der König, viel guts gethan,
vndt sie hetten ihn mit vndanck gelohnet, vndt
wehren Parlamentisch worden. Jedoch wehren
viel noch gut auf des Königs seitten, sonderlich der
graf von Montroß ein cavaglier von 30 Jahren,
welcher zuvor, nie kein Soldat gewesen, aber
auß schuldiger affection, sein courage vndt
gute resolution, dem Könige devovirte,
vndt gut glück darbey hette.
|| [[Handschrift: 87r]]
Den Jrrländischen rebellen, trawete der König nicht
zum besten, weil sie Ertzpapistisch, tirannisch, vndt
grawsam, wieder die Protestanten wehren, hetten
v̈ber die 150000 reformirte Christen, iämmerlicher
weyse, auf allerley manier, ermordet. Der König
hette einen Stillstandt, mit ihnen gemacht gehabt,
damit die protestanten (deren sich niemandt an-
genommen, sondern nur alles dem Parlament in Engel-
landt, zum kriege wieder den König zugelauffen,
vndt inndeßen, der armen verfolgten Christen
in Jrrlandt vergeßen,) luft kriegen, vndt ruhe ha-
ben sollten, aber man hette auch diese gute intention
des Königes, anderst gedeüttet, vndt außgeleget.
Zuvor wehre sie gut Schwedisch gewesen, aber
der lose handel mit Dennemargk, (weil es ihr gar
zu nahe inß geblühte, vndt in die Freündtschafft
gienge,) töchte gantz im grunde nichts. Es wehre
itzt eine zeit des leydens, vndt da man sich, seine
erlittene ruin zu klagen, vndt größerer gewalt,
zuzuschreiben, nicht schähmen müßte.
Das gemeine gebeht vor den König in Engellandt ihren
leiblichen bruder, hette Sie nie vndterlaßen, Sie wolte
ihre Prædicanten zum fenster hinauß werfen, wann
Sie anderst theten. Jch solte nicht alles glaüben,
was ich hörete, vndt was die leütte spargirten.
|| [[Handschrift: 87v]]
Ja das Parlament selber, ließe noch allezeit, gar
fleißig vor den König behten, vndt erkenneten ihn,
vor ihren König, ob sie schon seine feinde wehren.
Jhr Sohn, der Churfürst, wehre nützer in Engel-
landt, als anderstwo, müßte helfen friede stiften.
Das Parlament gebe ihr der Königinn, nicht
einen deüt. Sie begehrte auch nichts von ihnen.
Denn was vor intraden, ihro, auß Engellandt,
von ihrem herrnvater, vndt herrnbruder geord-
net wehren, die müßten ihr wol werden,
vndt darvon hette das Parlament nicht macht
zu disponiren, ihres gefallens.
Meine Söhne gefiehlen ihr, sehr wol, vndt sagte
Sie hette sie hertzlich lieb, die verwandtnüß
mit Meiner gemahlin, wehre zu groß vndt zu nahe,
daß Sie sie nicht lieben solte. Es wehren auch
liebe schöne kinder, vndt Sie wuntzschte ihnen
alles gutes, mit vielen complimenten vndt offerten.
Sie lobte auch gar sehr vetter hanß Geörgen,
den Sie vnlengst gesehen, daß er ein feiner wolge-
zogener herr wehre. Jtem: vetter Johannsen, welcher
auch neẅlichst alhier gewesen, vndt ihr aufge-
wartett, von Oldenburg anhero kommende.
Fragte gar fleißig nach Meiner gemahlin, Fraw
vndt Freẅlein Schwestern, vndt dero zustandt.
Sie lobte den hertzog Christian von Meckelburg
welcher dem Könige in Franckreich dienet, vndt
vermeinte, ihm gefiehlen seines herrnvaters proce-
duren, wieder meine schwester, gar nicht.
Sie tadelte ihres Sohnes Pfaltzgraf Edouard
abfall von der religion sehr hoch. Die andere
Thorheit mit der heyrath in Franckreich, hette
sie ihme noch eher verzeyhen wollen. Seine eigene
gemahlin hette nichts darvon gewußt, vom
abfall, vndt wehre eine gute Fraw, hette
es auch nicht begehrt, daß er päbstisch werden
solte. Aber eine person, so ihr der Königin in Böhmen
nahe b angienge, hette wol schuldt daran.
(ie croy, que c'est la Roine d'Angleterre,
mais ie n'osois demander) Gott möchte es beßern!
Da seüftzete sie, vndt kahmen ihr die Threnen, in
die augen. Vom Grafen von Trauttmanßdorf
zu Münster, hatte sie gute opinion, deß friedens halben.
Jch lobte vndt extollirte auch sehr des Kaysers
affection zu Printz Roberten, welches sie anhörte,
in hofnung die Königlich Engelländische bestallung köndte
dem Kayser gar nicht zu wieder sein. etcetera
Elle demandoit fort particülierement aussy, sj
j'avois veu sa niepce (c'est a dire la Princesse Royalle)
& que ie trouverois la Haye bien changèe,
& bien aggrandie.
Elle a aussy veu deux jeünes Dücs de Hollstein
quj estoyent incognüs, mais cognüs de tout le Monde,
louant fort aussy les fils du Düc George de
Lünenburg, les deux aisnèz, sür tout le second.
Elle dit aussy: que son Fils Philippe, le Prince
de Talmont (converty a nostre religion, & fils
dü Papiste Düc de la Trimouille) & le jeune
Prince d'Orange avec quelques autres Cavagliers,
s'exerçoyent a ün ballet, pour dancer vers le
carésme prenant. Le Mareschal de
Chastillon, brave & ancien serviteur, de la
Couronne de France, est trespassè, avec regret
de tous ceux, que l'ont bien cognü, sür tout, en
ce pays icy, & en France. Rantzaw, s'est revoltè,
mais Gassion point. La Roine dit, qu'on n'estime
point en France les revoltèz, parce qu'ils n'ont
point d'appuy, & que l'on ne se fie pas, en leur infi-
delitèz.
Elle m'a fait ammeiner, par un carosse, à deux
chevaulx, en son logis, & rammejner ainsy, au mjen,
avec mes deux fils. perge
J'ay escrit a Middelburg par Melchior Oertel, Dieu
vueille faire tout bien succeder, & contregarder le bon homme
des attacques maritimes, Amen!
Die Königinn beklagte sich auch sehr, v̈ber die extraordinarij
grimme kälte, vndt das vndterschiedliche leütte, sonderlich
kinder, auf den straßen erfrohren wehren, erzehlete sie!
Sie sagte die Königin in Polen wehre auf Oldenburgk
zu, gegangen.
Alhier im haag, habe ich in der Morgenstunde (weil
die leütte alhier sehr lange schlafen, vndt spähte eßen)
das weittberühmbte neẅe hauß, des graf
hanß Moritzen von Naßaw, besichtiget, vndt
zwar v̈ber 10 cammern darinnen nicht, aber sehr
schön meübliret, mit extraordinarie köstlichen Tape-
zereyen, schönen betten, großen cristallin spiegeln,
Tischen von brasilien holtz, gewaltigen schönen
gemälden vndt schildereyen, sonderlich in den Sählen, vndt
cabinetten, befunden, auch camine von Marmor,
vndter andern aber schöne kästlein, Tisch<leüchter>, vndt Stüle
von Elffenbein, in dem einen zimmer. Die büffets wahren
mehrentheils verschloßen. Vndter der erden (so kostbahr,) wohnet die hauß- || [[Handschrift: 89v]]
haltung. Seine FrawMutter, des generals, graf hanß
Moritz, hat auch ein schön bette, mit eigenen handen,
hinein gestickt, verehret. Man sagt: er werde
ein cabinet mit gantzem Elfenbein bekleiden
laßen. Von der güldenen Tafel, wil niemandt
nichts wißen. Die bewindthebber der West-
Jndianischen compagnie sollen das hauß mit großem
kosten, ihm zu ehren haben außbawen laßen,
wiewol ers, vor Jahren, angefangen. Er ist
an itzo nacher Wesel in sein gubernament ver-
rayset, von dannen vermeint man, werde er,
nacher Caßel gehen, pour recerche[!] d'ün mariage,
que Dieu vueille benir! Er ist ein lieber
wagkerer herr, Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden Schwester
Sohn, vndt helt seine FrawMutter in großen
ehren, lieb, vndt werth, vndt hat große
reputation in diesen landen, nicht allein
wegen der gethanen extraordinariae rayse in
WestJndien, sondern auch wegen seiner Tu-
gendt, vndt schönen tapferen qualiteten, also
daß wir vnß seiner freündtschaft nicht zu schähmen.
Gott wolle ihn lange erhalten, seiner kirchen, vndt
seinen freünden, zu gut, vndt zu seiner selbst eigenen
wolfahrt, hier zeittlich, vndt dortt ewig. et cetera
Secretarius Maurice, alß der Elltisten bekandten einer,
hat mich besucht, vndt gar Treẅhertzig, mit Mir conversiret,
auch die Noht sejner Könjginn, wegen des Englischen krieges, angezogen.
Christian Friederich von Einsidel, der Princeßinn Cammer-
Jungker, ist auch zu mir kommen, me confessant: que
devant 15 iours desja, le Prince Auguste auroit
èscrit a Berlepsch, precisèment le temps, que ie
viendrois icy. Or ie ne l'ay resolü, qu'auiourd'huy
il y a huict jours, & ne l'ay dit auparavant a
ame vivante. Telles informations, semblent estre
faites, par sorcelleries, ou arts magiques, & ne
peuvent autrement estre, que conjectüres, vray
semblables[!], non asseürèes, mais le pis est, qu'elles
se forgent, par envie, malvueillance, & jalousie de
mes hayneux, & envieux, & ennemis de ma Fortüne.
Dem Obersten Mario, Meinem alten diener, habe ich Meine
ankunft, laßen anmelden, ob er zu mir kommen köndte? Er
hat sich zur verschwiegenheit, erbotten, vndt sehr v̈ber
Meiner ankunft sich erfreẅet, aber mit leibesSchwach-
heit sich endtschuldiget, vndt gemeinet, er würde
mich numehr, sein lebeTag nicht mehr sehen.
Der Agent Wyckforth, ist wieder bey mir gewesen,
gibt mir gar schlechten Trost, in Mejnen sachen.
Gott mag sichs erbarmen! Wer weiß wer heütte
oder Morgen, des andern wieder bedörffen möchte?
Donnerstag♃ den 15. ⁄ 25.den Januarij: 1646.
Böse somnia gehabt von kranckheitten, Meiner
lieben Söhne, sonderlich Victoris Amadej. Gott wolle
sie gnediglich bewahren, segenen, fristen, vndterhalten!
Mit meinen Söhnen, bin ich nacher Ryßwyck vndt
hundßlaerdyck gefahren, das eine eine halbe vhr
gaens, das ander 3 vhren gaens von hinnen,
des Printzen von Vranien zweene schöne haüser.
Jn dem ersten, seindt 32 cammern, darundter
etzliche, mit Marmelsteinen caminen, vndterschied-
licher farben vndt gattung, feine allèen, schöne
meübles, Tapezereyen, vndt schildereyen,
auch viel vergüldeten gemächern. Das hauß
ist v̈ber 2 stogkwergk nicht hoch, vndt in einer
facciata gebawet, vor 14 iahren erst, vom
itzigen Printzen, vndt hat ein schönes ansehen[.]
Vnferrne darvon, ist an dem gartten, das
schöne Pomerantzenhauß <mit 9 warmen öffen>, vndt ansehliche grotten
darinnen, welche kostbahr, mit bruststatuen
geziehret, vndt mit schönem Muschelwergk,
perleMutter, weißen vndt roten corallen, vndt
dergleichen, wol außgemacht sein. Die bawm:
vndt lußtgärten, lassen sich auch wol ansehen, vndt
wehre alles im sommer, noch viel schöner, vndt lustiger.
Der Stall, den Printz Moritz Sehliger gebawet, welcher
auch vor zeitten von mir besehen worden, lieget im dorf,
2 Mußkeetenschöße2 vom hause, darinnen besahen
wir des Printzen schöne beschähler, Stuhten, vndt
Fohlen, mehrentheils Barbaren, vndt Polacken,
vndt dann auch andere Thiere, alß <Schwartze> schweine, auß Bra-
silien, groß vndt klein, ein blaw vndt weißes elendt
auß der Moßkaw, ein kleiner danhirsch, auß OostJndien,
gemeine hirsche vndt rehe von Oldenburgk, ein
schönes rahnes pferdtlein von 5 Jahren <ün Obero>, so graf Moritz
auß Brasilien mittgebracht, Jtem: ein roht: vndt
weißes, dann auch schwartz vndt weiße schaafe
so er dahero gebracht, vndt ihre wolle den haaren
gleich ist, welche die Schießhunde tragen, ein schwarz
vndt weißer bock auß Jndien, auch andere gemei-
ne alhiesige ziegen, vndt ziegenbögke, stehen alle
in ständen im stall, vndt werden wol gewartett.
Zu Hundßlaerdyck seindt in die: 46 cammern,
auch wol meübliret, mit schönen Tapezereyen[,]
vergüldeten gemächern, gemälden, conterfecten
gallerien, altan, vndt Marmelsteinernen camine.
Jst zwey Stockwergk oder wanderungen hoch, alles
von gebackenen Steinen gebawet, vndt mit Schifer ge-
deckt, in die langlechte vierung, sehr sauber vndt polit.
hat auch an den egken runde cabinet, feine Sähle[,]
|| [[Handschrift: 91v]]
hin: vndt wieder schöne spigel, schöne bette, Tapezereyen,
vndt dergleichen, auch viel conterfect, vndt gemälde,
mutatis mutandis wie zu Ryßwyck, vndt einen feinen
waßergraben, auch vorhaüser, darinnen schöne Stallungen
vndt die hofkirche, so noch nicht außgebawet.
Schönen lußtgarten, vndt bawmgarten, vndt
allerley delicias terrestres, so die Jugendt, mit
lußt, angesehen. Ce Prince d'Orange, se peüt
dire <bien> heureux, en ce monde!
Man sagt: es werde der Junge Printz Wilhelm, mit
seiner gemahlin, der Princesse Royalle, alhier zu wohnen
kommen. Vor ihrem gemach, stehen alle Könige, vndt
die Kayser, so zu vnserer zeitt, gelebt haben, auch
noch leben, gemahlet eigentlich, nach lebensgröße,
in einer feinen gallerie. Die Treppen, Sähle,
vndt eingang alhier, zu Honslaerdyck, wie auch
zu Ryßwyck, seindt auch wol zu consideriren,
vndt die Marmelsteinerne schöne Saülen, in der
entrèe. hette man zeitt v̈brig gehabt, man hette
viel, mit anschawen vertreiben können. Die Jn-
dianische Victorien, dieser Provintzien, stunden auch dar
abgemahlet, vndt viel<er> officirer conterfecte.
Es hat heütte geschneyet, vndt gewehet, vndt scheinet
das wetter wolle auffbrechen.
J'ay sceu de bon lieu: que le Prince Augüste auroit escrit
a Monsieur Berlepsch, Escuyer de Madame la Princesse d'Orange
qu par ce cocquin de la Rüe, (maistre de langue
á Leyden, calomniateur, vain & ostentateur,
Agent de mon frere) que ie viendrois icy, le priant
delivrer incontinent a Messieurs les Estats, sans
delay, üne lettre enclose, (sans doubte contre
ma personne, afin de continüer l'arrest de mon
payement) ce qui s'estoit fait par le dit: la Ruë.
Ô Dieu, pünis mes adversaires, & delivre
moy, de tant de malheurs, ennuis, torts, &
fascheries, precipitant en abisme<!>, mes enne-
mis inconvertibles, & les tiens aussy!
Der Hessische Agent Wyckforth, hat heütte beßere
sperantz Tobias Steffeck von Kolodey (welchen ich zu ihme geschickt)
gemacht, alß vorige Tage. Gott gebe, das es gelinge!
J'ay envoyè le mesme Tobias Steffeck de Kolodey au Conte d'OstFriesland
que l'on tenoit hier, pour malade, mais cejourd'huy
il est derechef sorty. Nous nous accorderons, pour
nous assembler en üne mayson tierce, ainsy incog-
nüs, soit chèz le Colonel Mario, ou ailleurs. perge
Dieu vueille; que cest entreveuë soit heureuse!
Der Wyckforth ist noch, vor der malzeit, zu mir kommen,
mit bericht, daß der itzige Præsident alhier, (herr von
Gent, auß Geldern) ihme avisirt, die gelder, würden
zwar, zusammen gebracht, aber dadurch accrochiret,
das vor 10 Tagen, von hartzgeroda auß, wehre ge-
schrieben, die gelder gehörten nicht mir zu, Sondern
den landtStenden, im Fürstenthumb Anhaltt. Nun
wehre man alhier, gar genaw, vndt an sich hal-
tend:, in geldtsachen, sonderlich, wenn man, ejne
kleine vrsache fünde, es hette einer sonst so gut
recht, alß er immer wollte! Jch habe ihm noch-
malß, die acta vndtergeben, vndt gebehten, mein
bestes zu sollicitiren.
Der graf von OostFrießlandt, hat sich des Obersten
Mario hauß, nachmittags vmb 3 vhr, belieben laßen,
Alß ich nun dahin kommen, schickt er seiner Rähte
einen zu Mir, leßt complimenten machen, vndt
sagen, im finstern würde sichs beßer fügen, weil
ich incognito sein wolte, ich möchte ihm doch eine
andere stunde sagen laßen, oder sonst, waß ich ihm
etwa zu befehlen, vndt worinnen er Mir dienen
köndte? Cela me picquant, i'ay respondü avec com-
plimens, mais ne me suis rien èsclaircy, & ay dit:
que ie l'avois attendü long temps, a l'heure assignèe,
|| [[Handschrift: 93r]]
mais puis que je voyois, que cela ne pouvoit estre, il
falloit remettre, nostre entreveuë, a üne autre Occasion,
car i'avois envie, de partir d'icy, á ce soir.
Darnach, habe ich viel, mit Meinem alten gewesenen
diener, dem Obersten Mario, conversiret, vndt der
allten geschichten vnß erinnert. Er ist numehr 70½ Jahr
alt, vndt sehr eingefallen, vndt außgedörret, aber
lustig noch von gemüth. Gott wolle ihn stärgken!
Er Streso (auß Cöthen) der vornehmste pfarrer
im haagen an itzo, hat mich besucht, vndt viel
conferiret, aber sich sehr, v̈ber der vnchristlichen
opposition, meiner gegener, verwundert.
Meine Söhne haben vollens den haag besehen,
vndt waß darinnen remarquable sein mag?
Streso sagte auch, daß die collecten numehr getheilet
wehren, vndt halb nacher Bernburgk, halb nacher Cöhten ver-
schickt worden, weil man sich nicht vergleichen mögen. Er
bahte sehr, vmb v̈bersendung der quittungen, zur belegung seiner
rechnung, dem Synodo.
Der Junge Ejnsjdel, hat sich wieder, bey mir præsentiret,
vndt meine Söhne, zur princesse Royalle, vndt zum Prin-
tzen von Vranien, vnbekandt geführet, sie eßen zu sehen.
C'est ün grand cas, que les François mesme, ont
exhortè les Evangeliques de s'accorder, afin de n'estre
mangèz & consüméz, l'ün apres l'autre!
Daß wetter fängt numehr an, aufzubrechen,
vndt wir dörften, eine böse rayse haben.
Difficilia quæ pulchra!3 hette man nur noch
nutzen darvon.
Le Prince d'Orange, est fort süjet, non seulement
au podagre ou gouttes, mais aussy, a l'Asthma,
ce qui l'empesche de dormir, & Madame sa femme
a la gravelle. Maintenant elle a force ca-
tharres incommodes. Ainsy on void, que la felicitè
des grands en ce monde, (quoy que rare), est im-
parfaitte! Dieu donne a tous les siens, la vraye feljcitè!
J'ay envoyè le Magior Halcke au Baron
de Brederode, Maréchal General de Camp, & Tobias Steffeck de Kolodey
au Comte d'OstFrise avec commissions, item: a Wyck-
fort, Dieu leur donne bonne fortüne! & souhait-
table expedition pour mes affaires!
La premier derniere de Tobias Steffeck de Kolodey s'est aneantie, &
allèe en fümèe, c'est a dire en des complimens, condoleances,
& excüses tres-courtoyses, de Monsieur le Conte d'OstFrise,
en alleguant ses propres necessitèz fort amplement, &
les griefs, qu'il avoit, me priant, de les recommander a
Sa Majestè Imperiale, a Madame la Landgrävinn, & au Comte de Trauttmansdorff[.]
De mes pretensions icy, il n'a sceu mot encores.
Le Baron de Brederode, m'a fait dire par Halcke,
avec force complimens, de vouloir venir en mon
logis, a deux heures apres midy, avec 3 ou 4 valets
seulement, & non en ün lieu tiers vers Mario, comme
je desirois, afin de demeurer tant plüs incognü.
Qu'il auroit sceu devant quelques jours desja
que i'estois icy, & qu'il m'auroit rendü son devoir,
s'il eust peü èsplücher mon logis. Jl auroit souvent
fait demander la Roine de Boheme aprés moy, mais
elle l'eust tousjours fait nier, disant que i'en serois
dèsja party d'icy, la bonne Dame. Qu'il avoit
ce mattin prins medecine, neantmoins ne manque-
roit de venir. Jl avoit sa robbe de chambre, comme
aussy le Conte, tous deux sür les 10 heures.
Wyckforth, m'a congratulè aussy au voyage. perge
s'est fort offert, & m'a renvoyè quelque pappier. perge
Nachmittags, ist der herr von Brederode, Feldtmar-
schalck zu mir in mein losament gekommen, vndt
hat sich wol vndt höflich, gegen mir erbotten,
auch der alten kunde vndt verwandtnüß des
hauses Bentheim, sich erinnert, mit aller höflig-
keitt. Er hat auch Meine Söhne, gar gern gese-
hen, vndt sie æstimiret, auch sich verwundert, daß
Sje in dieser großen extraordinario kälte haben raysen können.
Darnach habe ich mich wieder aufgemacht, mit Meinen
Söhnen, nach Delfft zu, dahin wir gefahren, in 1½ vhren.
Gott wolle doch vnsere expeditiones gendiglich ge-
segenen, succeß verleyhen, vndt die schwehren zeitten
lindern, vndt beßern!
<Abermals, große Kälte.>
Jch habe meinen Söhnen, erlaübet, Rotterdam, vndt
die Schiffe, zu besehen, von hinnen auß, auff Schlitten.
perge
Bin mit halcken, vndt Tobiaß, nebst einem pagen,
in die Frantzösische kirche gegangen, vndt haben
daselbt, mit gebehtet, mitt gesungen, vndt predigt
gehöret, eines Frantzösischen predigers, Monsieur de la Rivie-
re <Solere>, genandt. Es ist doch eine gnade Gottes,
vndt eine schöne gabe, wann man in vndterschied-
lichen sprachen, vndt zungen, mag Gott loben!
Nachmittags wieder in die Frantzösische kirche, da Monsieur
Solere abermalß diserte geprediget, de controversiis
Cænæ. Er ist ein Jesuiter, in seiner Jugendt gewesen,
vndt ein Spannier von geburth. Jst auch etzliche
Jahr, in WestJndien gewesen, vndt mit Graf
Moritzen, wieder auß Brasilien, gekommen. Er hat
einen Spannischen accent im reden, redet sonsten
<wol vndt> geschwinde Frantzösisch. Jst v̈ber: 60 iahr allt.
Der rechte pfarrer alhier in der Frantzösischen kirche, heißt:
Monsieur de la Riviere, ein 70iähriger, so an itzo kranck ist.
Tobias Steffeck von Kolodey aufn abendt in haag geschickt, mit
schreiben an Feldtmarschalck, Freyherrn von Brede-
rode. Gott gebe doch einmal zu glücklicher
expedition, nach so vieler angst vndt quahl,
vngemach, vndt wiederwertigkeitten.
Jch bin ia, so wol des Schrifft: alß mündlichen
sollicitirens, auch anderer großen Mühesehlig-
keitten, vndt verdrußes, Matt: vndt Müde. Gott
helfe mit gnaden, v̈berwinden, vndt emergiren!
Meine Söhne, seindt von Rotterdam, vndt Delfshaven
glücklich wiederkommen, noch bey Tage, Gott lob, ohne anstoß.
heütte, gehet das wetter alhier zu Delfft wieder auff,
vndt es hat erst geschneyet, darnach geregenet.
haben wir vns also diesem nach, eines bösen weges,
(pour avoir tant attendu avec fraix peut estre en vajn)
zu besorgen! Nihil est ab omnj parte beatum!4
J'ay songè d'ün veau rouge & blanc, que i'eusse
amadouè & portè sur les bras, avec admiration de
mes serviteurs, puis apres d'ün cheval <beau, mais> meschant &
restif, auprès düquel i'eusse eu peur long temps,
de passer, <car tout le monde le dissuadoit.> Or il falloit y passer, c'estoit ün bay,
craignant les rüades. En fin, ie me füsse resolü
& l'eusse accostè. Jl m'eust doucement amadouè, &
seroit devenü petit poullain, avec admiration des assistans!
Tobias Steffeck von Kolodey ist von<außm> haag, vmb 1 vhr Nachmittages
wiederkommen, hat mir <ein> höfliches brieflein vom Freyherren
von Brederode mitgebracht, wie auch gute vertröstung
vom Agenten Wyckfordt. Gott gebe doch einmal
den so sehnlich erwüntzschten effect!
Jch habe mich v̈bel befunden, wegen des gestangks,
den daß Thauwetter, in den waßern so in
den canalen sein, oder sonsten gegeben. Der Aer
ist viel liberior <in Deützschlandt>, alß in diesen niedrigen regionibus.
Tobias Steffeck von Kolodey abermalß in haag geschickt, zum Baron de Brede-
rode, wie auch zum Agenten Wyckforth, aber es hat
die Sache noch nicht rutzschen wollen. Vndt man hat die
Original obligation, sehen wollen, dieselbe hat nun heimbach
in handen. Ach daß ich so vnglücksehlig bin!
Die ordinarij avisen, oder courranten, alhier zu Delft, oder
auß dem haagen, bringen mitt: das die Schweden auf den
Ertzhertzog, vndt hatzfeldt zu gehen, intentioniret, vndt es dörfte
baldt eine Feldtschlacht zu hören sein. Gott gebe friede!
Kayserliche Mayestät gienge auf Regenspurgk, vndt die
Kayserinn wehre wieder Schwanger.
Es wehre zwar ein landTag zu Preßburg vor,
daselbst hin, gedächte auch der Kayser, wegen erwehlung
eines neẅen Palatinj, darzu sich Ragozzj Sohn, sehr drünge.
Der Düc de la Vallette, venezianischer General,
hette die festung Canea in Candiâ wieder belägert,
vndt Giovannj Cappello wehre general zur See,
erwehlet, an des verstorbenen hertzogs, statt.
|| [[Handschrift: 96r]]
Man vermeint aber, es sollte ein Giustiniano hertzog werden.
Ragozzj, vndt der Türgke, hetten einen frieden beym Römischen Kayser,
nach wuntzsch vndt willen, erhalten.
Die Pollnische brautt, wehre zu hamburgk arrivirt, vndt
stadtlich empfangen vndt beschenckt worden, wie auch zu Bremen,
das Königliche beylager aber, solte nicht zu Dantzigk, sondern
zu Krakow in Polen, sampt der Crönung werden.
Graf Woldemar, würbe stargk zu Stargardt in
Preüßen, zu roß, vndt fuß, zu waß ende, wüste man nicht,
nach dem er auß der Moßkaw, wiederkommen.
Ein falscher Demetrius hette sich wieder in der
Moßkaw, aufgeworffen. Er wehre aber so weitt herundter
kommen, das er numehr nicht allein außweichen, sondern
auch bey dem Pollnischen Obersten Oselinsky <Regiments>schreiber
hette werde müßen.
<Nota Bene[:]> Magdeburg wehre stargk von den Schweden, blocquirt,
wiewol sich die hanseestädte, stargk interponirten.
Der König, in Portugall, hette 5 Städte, durch
stargken einfall der Spannier vndter dem Marchese
dj Leganes, verloren, vndter andern seine Erbstatt Braganza.
Sie sagten vngescheẅet zu Lißbona sie müßten
die holländer in Brasilien vollends außrotten.
Jnndeßen armiren stargk, zur See, diese vndt iehne.
Zu Münster continuiren stargk die friedenstractaten
vndt haben nicht allein die Frantzösischen, sondern auch
baldt hernach die Spannischen Ambassadeurs, mit
grosser pompe, die Stadischen Ambassadeurs visitiret.
Der Pabst, ist gut Spannisch, böse Frantzösisch.
Jch habe mit meinen beyden Söhnen, Erdtmann Gideon, vndt
Victorio Amedeo, Manna eingenommen, alhier zu Delft, Gott
gebe das es vnß allen zur gesundtheit, in diesem Thauwetter,
wol bekommen möge! Die dosis, eines ieglichen, ist drey
loht, vndt man hat durch ein rein serviet, warm bier
durchgehen <laßen> vndt die manna im serviet v̈bergoßen, also das
sie geschmoltzen, vndt alle impuritet <ist> im serviet geblieben,
die kraft aber auß dem medicament, mit dem bier
eingetrungken worden. Das loht kostet alhier 2 Stüber. perge
<Maior> halcke ist nachm haag zu, Biedersehe vndt der copiist
hanß Eckardt, seindt nach Rotterdam gewandert, zu ki<h>cken,
wie die holländer sagen, id est: das landt zu besehen. perge
Gestern, hat auch halcke, den Frantzösischen prædicanten,
Monsieur de la Riviere, gesucht, ab weil wir vom Doctor
Spanheimio, an denselben addressiret worden, er ist aber
nicht anzutreffen, sondern in haag verrayset gewesen. perge
Tobias Steffeck von Kolodey wieder in haag geschickt. O herr hilff!
o herr, laß vnß doch alle vnsere anschläge, wol gelingen!
Es ist alhier zu Delft, theẅrer alß im haag. Daselbst ha-
ben wir, im wilden Mann, nur einen holländischen gülden, von der
person, an der herren Tafel, geben dörfen, vndt vor einen
diener, einen halben, gülden, (ohne die extra des vndter-
trungks, frühestügks, Spannischen weins, lichter, vndt Feẅers
welche extra zwar, etwaß hoch liefen) Frantzen wein,
vndt Holländisches bier, mjtt eingeschloßen, alhier zu Delft aber
|| [[Handschrift: 97r]]
in der güldenen windtmühle, wil sich der wirtt nichts
abdingen laßen, auch nicht nach der person rechnen, Sondern
er rechnet v̈ber haüpt, zu: 16 oder 17 Gulden (florenus)f: die malzeitt,
vndt die extra kommen auch hoch, da wir doch im haag
beßer accommodirt gewesen! Je despens ün grand
argent, & ne voy encores gueres d'esperance
dü proffit recerchè[!], pour moy, & les miens!
Tobias Steffeck von Kolodey est revenü de la Haye, ne peut assèz louer,
la diligence, & bonne affection, de Monsieur le Baron de Brederode,
(Dieu luy en vueille donner la retribütion & benediction
d'en haut) car il a fait par sa puissante jnstance,
que mon affaire, (quj s'en alloit a la longue, par l'oppositi-
on de mon frere, & d'autres pretendüs pretendans,)
qu'auiourd'huy, a estè proposè, deliberè, & resolü au
Conseil, mais on veut, que je face encores donner
ün Memorial, dequelle façon ie desire estre payè?
& ie croy, que la sübtilitè & avarice de Wyckfordt,
lequel iouoit l'affaire a la longue, pour l'entrainer,
ou y gaigner, a causè cest'appendice! Car Wyckfoort
remarque que je n'ay pas l'obligation, entre mes
mains. Difficilia! quæ pulchra!5 Dieu vueille, par sa
grace, que ie puisse avoir les obligations, bien tost, en main!
Der Maior Halcke, ist auch wiederkommen außm haag,
mit bericht, daß Streso mir gerahten, den Griffier Musch,
vndt Pensionarium Catz, wol in acht zu nehmen, wegen meiner
Prætensionen, vndt an Sie zu schreiben. perge
Bidersehe, vndt hanß Eckardt, seindt diesen abendt spähte
von Rotterdam, Schiedam, vndt Delfshaven wiederkommen. haben
an diesen orthen, die Schiffe vndt rariteten besichtiget,
vndter andern, ein Orlogsschiff, so vor drey wochen,
ein Duynkercker, schon v̈bermannet, undt v̈ber-
meistert gehabt. Alß nun der holländer im Schiffe
gesehen, das v̈ber die 30 Mann mehr alß er ge-
habt, eingestiegen, hat er seine leüttlein, vndten
in das Schiff, gezogen, es gewaget, vndt eine
Tonne pulver, vndter den Öbersten boden, darauf
daß dickste volck gestanden, gesetzt, vndt also
den öbersten boden, mit den eingestiegenen Span-
niern, in die lufft gesprenget, mit solchem
glück, das den seinigen darauß kein schade
endtstanden, vndt nicht ein eintziger beschädiget,
ob schon das schiff, hindten vndt forne, vndt an allen
egken, sehr zerschmettert worden. Alß der
Duynkircher gesehen, das das pulver angegangen,
hat er vermeinet, es würde alles im feẅer auf-
fliegen, vndt hat sich bey zeitten, darvon gemacht,
mit seinem Schiff. Diß ist wol ein sonderbahres,
nicht viel erhörtes Stügk, vndt abentheẅer gewesen!
Man hats auch albereit, in den gedrugkten avisen,
oder couranten, gehabt, vndt neẅlich gelesen. perge
Jch habe Tobiaß Steffegk abermal in haagen, geschickt.
Gott helfe zu glück, in gnaden!
Hier mon gentilhomme de chamber, Erneste Theodore de
Röder, a saulvè la vie, a ün enfant, en nostre hostellerie.
Car comme il alloit a l'èscart, passant derriere l'escuyrie,
<il vid que> cest'enfant, estoit tombè dans üne lacüne, ou bourbier,
& estant fort petit encores, ne se pouvoit ayder. Ainsy,
il<il y a accourüt &> le releva, comme mort, et tout roidy de la froideur de
l'eau, le mit au giron, & voyant qu'il n'avoit presque
plüs de sentiment, nj d'èsmotion, & qu'il estoit comme
estouffè dans la dite fange, il le rapporta promptement
au feu, & le fit chauffer, de sorte, qu'il se reprinst, peu á
peu, comme d'ün sommeil letargique, ses parens sürvindrent,
accüsans leur nonchalence, & de leurs servantes, & re-
mercians grandement Röder, de sa pietè, & charitè exercèe,
en saulvant ainsy la vie, au pauvre petit pouppon!
En tels cas, s'apperçoit manifestement la Providence Divine,
si èsmerveillable, & digne de louange, en toutes ses oeuvres! perge
heütte ist, meines elltisten, annoch lebenden Sohns, Erdtmann
Gideons, geburtsTag, an welchem er, 14 Tage<Jahr,> völljg außbracht,
Gott wolle ihn lange zeitt, stärgken, fristen, vndt erhalten!
Melchior Oertel, ist auß Seelandt, mit contento
vndt zimblicher expedition glücklich wiederkommen, nach dem er
nicht geringe gefahr, wegen der Eißschollen, außgestanden. et cetera
Tobias Steffeck von Kolodey ist wiederkommen auß dem haag. Meine sachen laßen
sich noch verzüglich, vndt beschwehrlich an. O der schwehren sollicitatur!
Mon meilleur amy, & patron, le Baron de Brederode s'en va aussy
a Amsterdam. Ô Dieu, ne m'abbandonne point, quand tous
mes parens, et amis m'abbandonneroyent! car ie suis, ton en-
fant, & j'attends ton salüt!
J'ay prins resolütion, d'envoyer Rindtorff, mon gentilhomme
de chambre, vers Borch, & Cleve. Dieu benie nos desseings
par sa Sainte grace!
J'ay veu la tour de la Vieille Eglise, & comme nous y
montasmes, il neigoit, & tempestoit soudainement, ainsy que
la serenitè dü ciel s'offüsquant, on ne peust pas beaucoup voir.
Toutesfois nous observasmes le prospect, sür la Haye, Leyden,
Briel, Gravesande, V̈trecht, & Amsterdam, &cetera[.] Il y a plüs
de 300 degrèz, a monter. Mais sür la Tour, de l'Eglise neufue
il y a: 416 degrèz, la ou nous ne montasmes pas, a cause qu'on
y a, a bastir, maintenant, <ains contemplasmes de nouveau, le monüment
dü Prince d'Orange[.]>
Je suis aussy allè voir, l'Eglise Lütherienne, iolyement bastie
sans images, sans aultels, & plüs en forme de sale, que d'Eglise.
Les Ministes[!], c'est a dire Anabaptistes, & les Arminiens ont aussy
leurs congregations, mais les Papistes, encores qu'ils les ont, sj
ne les ont ils pas, si ouvertement, afin d'eviter la füreur de
la popülace! Laquelle se ressouvient encore dés crûautéz dü Düc d'Albe. et cetera
On conte 20000 ames dans la ville de Delft.
Tobias Steffeck von Kolodey ist außm haag abermalß wiederkommen, vndt
es hat sich, die vertröstete resolution der herren Staden,
noch nicht einstellen wollen, wieder verhoffen!
Gli Agentj sono gentj, co'qualj besogna parlar per una
sarbatana.
Jch habe allerley kupferstügke von bildnüßen, vndt
ländern, vmb, vndt vor, 20 Gulden (florenus)f: eingekaufft. et cetera
J'ay sceu, que les affaires aux WestJndes, non
seulement ne vont pas bien, a cause de la trahison
& invasion des Portüguais, mais aussy aux OostIndes,
le General Diemen y estant mort, & y ayant ün substj-
tüt en sa place Lüning, lequel n'est pas capable de regir,
ni a estè iügè tel, dü General aux derniers abois. Ce-
pendant il s'ingere, & est favorisè de trois dü conseil
de guerre en ces quartiers là. Les trois autres tiennent
encores bon, pour la vefue, & le party dü defünct, car Lüning
a donnè coulpe a la vefue, d'avoir fait trafficq secret
avec les Diamants, au prejüdice dü püblic de la compagnie,
ce qui ne se verifie pas. Cependant ceste division, cause
de la mèsfiance, & les Officiers & soldats sont confüs,
ne scachans a quj obeir, dont pourroit souldre üne guerre
civile & dommageable a ces Provinces. En telle sorte ce feu
a desja fait que les actions de la Compagnie Orientale, se rab-
battent & dèsfaillent de 50 a 27 pour cent.
Der Major halcke, hat den Frantzösischen prædicanten besucht,
den Monsieur de la Riviere, deßen discretion, geschickligkeit,
vndt höfligkeit, auch gute curiositet, er sehr gerühmet.
Ün homme prüdent a jügè auiourd'huy, qu'il iroit de la Diete
a Münster, & de ces traittèz, comme de ceulx dü Concile de Trente,
la ou on auroit traittè & negociè de 12 a 15 ans, & rien effec-
tüè, que d'accroistre les animositèz contre les Protestans perge
sous ombre de reformer l'Eglise & de desirer la paix!
Der pfarrer <la Riviere> hat einen Frantzösischen Sergeanten, alsobaldt diesen
abendt anhero geschigkt, mi vnß, zu einem guten losament zu verhelfen.
Wir haben vnß aber, der, (auf Ern Spanheimij erfolgte recommendation
anerbottenen willfahrung) bedangkt, weil wir alle Tage, rayse-
fertig, auch gerne allein sein so wollen. et cetera
Tobias Steffeck von Kolodey abermal in haagen geschickt, mit schreiben, an Printzen
von Vranien, vndt Feldtmarschall Brederode, wenn es doch, helfen wollte?
Die Stadt Delft, wie auch fast alle andere Städte in hol-
landt, werden immer größer gebawet, vndt weil diese
Provincien, an Nahrung, vndt Reichthumb, zunehmen, Sonder-
lich durch die Jndianischen Schätze, Schiffarth<en> in viel
länder, vndt durch die commercien, so kan es nicht fehlen,
sie müßen volckreicher werden, vndt der krieg zu waßer
vndt zu lande, macht sie immer<ie länger ie> reicher, da andere
<länder,> ärmer, durch den vnordentlichen krieg werden.
Meine Söhne, seindt heütte Morgen, bey Monsieur de la
Riviere, gewesen, seine schöne kunstkammer, zu besehen,
vndt es hat ihm gar wolgefallen, das man ihm, (also
vnbekandter weyse zwar) die ehre angethan, Er hat
ihnen, alle rariteten, selber gezeiget, wiewol er sie nicht
gekandt, iedoch vor Junge Freyherren, vndt schöne kinder,
sie gehalten. Gott wolle sie stärgken, fristen, segenen,
vndt in Gottesfurcht, vndt Christfürstlichen Tugenden,
ihme zu ehren, vndt der Christenheit zu Trost, vndt
aufnehmen, sie ferner gendiglich erhalten, vndt wol ge-
rahten laßen, daß sie allezeit, Gott, vndt Menschen,
wolgefallen mögen, vndt würdiglich, vor ihm, wandeln!
auch vor allem vnheyl, vndt wiederwertigkeit, befreyet bleiben. perge
Je suis tousiours en apprehension, pour eulx, & timide, a cause
de la mortalitè passèe, de tant de mes enfans, sür tout, des fils,
car six <de mes enfans> sont desia morts <au Seigneur>, assavoir, 1. Beringer, 2. Joachim Ernst,
3. Christian, 4. Bogislaus, 5. & Ferdinandt Christian, & 6.
la premiere de toutes, ma fille Sophie, tous de bienheureuse
memoire, ainsy que vivent encores, tant qu'il plaira au
bon Dieu, trois fils, & cinq filles, c'est a dire Erdmann Gideon,
Victor Ayme-Dieu, & Charles Ürsin. Item: Eleonore
Hedwjg, Erneste Augüste, Angelique, Anne Sophie,
& Marie, comme i'espere que i'en auray dü pays, des bon-
nes & aggreables nouvelles, par ma femme! Dieu le vueille!
Tobias Steffeck von Kolodey, ist diesen abendt, außm haagen,
wiederkommen. Jl y a des longueurs, des lenteurs, & d'irresolütions!
aussy bien, qu'ailleurs, en semblables sollicitations. J'en suis
tout las, & harassè, l'hoste de ceans, me vuidant cependant
la bource bravement, sans misericorde, & pitiè. perge
Wyckfordt, a livrè a Monsieur le Prince d'Orange, ma lettre,
par son Secretaire[.] Le Prince, s'est courtoysement offert,
& veut parler au President6. C'est ün grand cas, que
les Presidents, au conseil des Etats, se changent toutes
les sepmaines, ainsy: ce que l'ün scait, l'autre l'ignore,
& l'affaire vient tousjours, á estre recommencèe par infor-
mations, memoriaulx, & choses semblables, lors que, ün igno-
rant, ou mal affectionnè a l'affaire, presjde. Les pension-
naires, Griffiers, & Secretaires, a la mode des Advocats,
ont leur mire, & visèe, a pescher, en eau trouble, & sont
fort avares, & chicquaneurs, a se pourvoir, avec l'hameçon d'or,
pour eulx, & leurs familles. Le Proverbe se verifie aussy icy:
Quid non mortalia pectora cogis? Aurj sacra fames!7
Jtem: Crescjt amor nummj! quantum ipsa pecunia crescit!8
Jtem: Quo plus sunt potæ, plus sitiuntur aquæ!9
Le Baron de Brederode, mon grand amy, n'est pas encores re-
venü d'Amsterdam, & je m'ennuye de ce penible seiour,
& d'üne attente si fascheuse, & mal assaysonnèe!
<Windt, vndt abermahlige, eingetrettene kälte, diesen tag.>
E'paruemj mirabil vanitade; Fermar in cose, il cuor che'l tempo preme:
Che mentre più le stringj, son passate; Però, chi del suo stato, cura, ô teme,?
Proveggia ben; mentr'è l'arbitrio intiero, Fondar in luoco stabile, sua speme!10
<dice il Petrarca.>
Tobias Steffeck von Kolodey abermal hineyn geschickt,
in den Haag, afin de solliciter la resolütion desirable,
& pour me procürer, üne conference, de l'anncienne cognoissance. perge
Dieu vueille alleger ünefois, mes ennuys, peines, & fascheries!
Hans Albrecht von Halck habe ich darnach auch, in den haag, geschickt, Mir
eine audientz, bey der Princeßjnn, von Vranien, alß Meiner
alten bekandtinn, zu procuriren. Gott gebe, das ich dadurch nicht impin-
gire, oder andere offendire, car on est fort chattouilleux icy aux
cour<t>s, en matiere de visites! On peut aysèment gaster, ce
quj est bien commencè, mais le monde cependant, veut estre
repeü de ceremonies, des complimens, & de vanitèz!
Je suis allè pourmener sür le midy, en ün temps beau,
& serain, d'icy, à Delft, a pièd, vers la Haye, plüs qu'a my
chemin, & retournè puis apres.
Halcke est revenü bien tost, me procürant l'audience desirèe,
chèz Madame la Princesse, entre 3 et 4 heures apres Midy, et quoy
que Madame la Princesse d'Orange, ne m'avoit voulü prescrire l'heure
ains la laisser à mon choix, si at on en fin (puis que je voulois
estre incognü) choisy ceste-heure. Mais il me fallüt attendre quel-
que espace de temps, à l'Antichambre, d'autant que la Princesse
estoit sortie avec Monsieur le Prince, a Schevelingen, la ou il n'a
|| [[Handschrift: 101v]]
estè de sept ans, & le temps estant beau aujourd'huy, il s'a voulü
recrèer. Cependant ie regarday, les pourtraits, les beaux
chandeliers, la table d'argent, les tapis d'Jnde, & ce
qu'il y a de beau, en ceste Antichambre. En fin la
Princesse venant par üne allèe secrete en son cabinet,
elle m'y fit entrer & m'accueillit avec joye & cour-
toysie, se plaignant de ne m'oser rendre le respect &
honneur convenable, a cause que ie voulois estre in-
cognü. Jl me fallut asseoir auprès d'elle, vers le feu.
Trois de ses filles, & üne Princesse de Portügall11, se
tenoyent de bout vers la fenestre, causans avec mes
fils, lors qu'ils vindrent, apres avoir fait reverence
a Madame la Princesse, laquelle les baysa a l'Hollan-
doyse les prenans par la teste, comme ils vouloyent luy<a>
salüer a l'Allemande, & il falloit bayser tout le reste,
de mesme que je fis aussy. Elle conversa prüdemment
avec moy de plüsieurs choses, souhaittant la paix d'Allemaigne,
ardemment, & parlant avec beaucoup de moderation & de
respect de l'Empereur souhaittant l'ünitè des membres
de l'Empire avec le chef, plüs que'avec les couronnes
Estrangeres, & la Libertè de religion. Elle s'enquit
fort particülierement de l'Estat d'Allemaigne & de
|| [[Handschrift: 102r]]
ce, que je scavois dés traittèz de Münster & Osnabrück
desquels elle avoit peu d'esperance nonobstant les bonnes mines, & inclj-
nations des Potentats. Jl semble, qu'ils inclinent icy, en ce pays,
avec<a> la Paix avec Espaigne dont elle louoit les honnestes proce-
düres demonstrèes des Ambassadeurs Espaignols, aux Ambassadeurs de Messieurs
les Estats, honnorèz d'eux aultant que les testes couronnèes,
par visites, tiltres, & autres demonstrations, mais ils n'osent,
a cause de l'alliance trop estroitte, avec la France, laquelle
ne veut point de paix, sinon tresavantageuse, & les Estats
de ces Provinces jcy, pourroyent avoir üne paix tresavan-
tageuse, s'ils vouloyent, avec l'Espaigne. Elle dit
aussy, que la France seroit fort èspuisèe, par tant
de tailles, & d'imposts, & que France & Swede, desiroyent
trop de pays aux traittèz de Münster & Osnabrück[.] Elle s'enquit fort,
de mon estat, & de celuy de mon pays, deplorable certes!
L'affaire de Dennemarck & d'Angleterre luy estoit
fort à contrecoeur, estant dü costè des Roys, & excüsant
Messieurs les Estats, qu'ils auroyent tenü le party des Swe-
dois, non comme partisans, mais comme neütres, afin de re-
mettre tout l'affaire dü peage dü Sund, en son ancienne
moderation & reigle ordonnèe, sans envahir, nj gaster
les pays, & terres dü Roy, comme ont fait les Swedois.
L'Empereur dit elle, est point tenü pour ennemy, ains pour amy de
cest estat, & on l'honorera tousjours deuëment. Elle me
demanda beaucoup, de la cour de Sa Maiestè et de ses Vertüs,
|| [[Handschrift: 102v]]
lesquelles ie louay franchement, & avec Veritè. On
parla beaucoup aussy de Monsieur l'Electeur de Brandenbourg,
de ses hautes qualitèz, & pourquoy il ne se marioit
point? etcetera etcetera <Elle estoit treszelèe pour l'Allemaigne.>
Mes enfans, luy pleurent grandement. perge Elle
s'offrit, a bonne recommendation, de mes affaires, & fit mine
de les estimer iüstes, mais que l'on ne seroit pas
contentè sj promptement. Que Monsieur de Brederode,
n'estoit pas, des Estats Generaulx, ains seulement des
Estats de Hollande. Jl me semble, qu'elle vouloit dire,
qu'il se falloit addresser, pour cela, aux Estats Generaulx.
Jl y avoit aussy, üne gouvernante & üne Damoyselle
dans la chambre. Les autres Dames, & Cavalliers, at-
tendoyent a l'Antichambre, entre lesquels, mesme
estoit Monsieur le Conte d'Oostfrise <& Madame la Contesse de Naßaw>, mais le Maior halcke,
füt fait entrer aussy, avec mes enfans, a la chambre
dü cabinet, <contre la coustüme.>
Apres m'estre retirè, & accompagnè, de deux vieils
gentilshommes de Madame la Princesse, ie m'en allay
en temps obscür, vers Madame la vieille Contesse
de Hanaw, soeur dü Prince d'Orange, laquelle me
tesmoigna de la bienvueillance, & discourüt perti- || [[Handschrift: 103r]]
nemment de plüsieurs choses, de son affection á l'Allemaigne, &
de son zele, a la Religion, dissuadant les mariages contraj-
res en cela, mais le dèsfaut de l'ouyë l'jncommodant,
sa fille la Contesse Charlotte de Hanaw fist l'interprete
& parla d'elle mesme beaucoup avec moy. Jl y avoit
aussy üne Princesse de Portügall (seur de l'autre)12
fort courtoyse & galante. Les femmes & filles, avec nos
gens attendirent á l'Antichambre. Jl fallüt salü-
er tout, en ceste mayson, a la Hollandoyse, avec
baysers. Tout estoit bon, mais je m'apperceus
qu'on iettoit mes sollicitations bien loin de toute espe-
rance, & quoy qu'on s'offrit á intercessions, si voy ie,
qu'on y a mesmes a pretendre semblables choses.
Madame dit aussy: Faites ce qui vous plaira,
personne ne vous cognoist icy, sinon tout le monde,
& vous voulèz estre incognü, sans faire cognoissan-
ce, a vous plüs proffitable? Elle estoit mal edifièe
de mes voyages, croyant que tous les maulx a Bern-
bourg s'estoyent faits, en mon absence, ce qui n'est pas.
Elle croyoit aussy, qu'ün Prince auroit aultant
souffert, & paty, comme l'autre. Dü Prince Jean
& de son changement aux reformations, elle estoit tres-
mal satisfaitte. <Nous retournasmes encores ce soir à Delft.>
<Nebelicht wetter.>
Jn die Frantzösische kirche, da abermal Monsieur Solere
geprediget, vndt darnach die communion, mit guter ordnung,
stehende celebriret worden. Erstlich stunden der pfarrer la
Riviere, vndt die Elltisten der gemeine, vmb den Tisch deß
herren, her, vndt empfiengen einer, nach dem andern, von gedachtem
prediger Solere, das brodt, vndt den wein des herren, auß sei-
ner handt, (nicht wie die hollender, welche sitzen vmb den
Tisch des herren her, vndt nur die ersten vndt nähesten vmb
den pfarrer, auß seiner handt, die Göttlichen wahrzeichen
vndt Sigel brodts vndt weins empfangen, vndt darnach
den andern zuschieben, vmb welcher ceremonien willen aber
sich niemandt von der gemeine deß herren, abzusondern,
noch außzuschließen, da die lehre rein vndt lautter
geprediget wirdt) darnach kam ein Oberster, Monsieur
de la Mayson-neufue, vndt etzliche oficirer, nebenst <etzlichen> des
Magistrat<s> der Stadt Delft, vndt communicirten auch also,
vndt wurde solcher gestaltt continuiret. Gott gebe das
alle zuhörer, würdige Tischgenoßen sein mögen! Je me repens
de n'avoir commüniè avec eulx!
Madame la Princesse dit aussy hier, que le Düc Augüste
de Hollstein qui sert les Estats, comme Capitane de cavallerie
auroit èspousè üne Contesse de Delmenhorst, avec 40 mille ReichsthalerReichsthlr:
|| [[Handschrift: 104r]]
argent comptant, qu'il desiroit d'employer, pour achepter
ün bien en Hollande, s'èsbahissant, qu'il desiroit faire
cela en ün pays estranger, & non en sa propre Patrie. perge
Je luy dis, comme elle me le demandoit, que c'estoit le
nepheu de ma femme. Elle repartit, que i'estois parent,
ou alliè, de toutes les grandes maysons d'Allemaigne.
Je replicquay, qu'a la Veritè ce m'estoit ün honneur,
mais qui m'aydoit bien peu, chacün regardant a
soy mesme, a ses jnterests, & a sa propre conservation,
& plüsieurs quoy que volontaires, estoyent eux mesmes
rüinèz & necessiteux, dont en ce siecle les grands
Empereurs, & Roys mesems, sentoyent vivement, leur
part, & n'en estoyent nüllement exempts en leur Grandeur.
Elle celebra fort aussy les Vertüs du Roy de Dennemarck
& qu'en son ancien aage, il monstroit tant de Valeur,
& de prüdence, ayant sceu faire sa paix au vray temps
qu'il falloit, afin de ne perdre tout le reste, & qu'il se-
roit à souhaitter, que le Roy d'Angleterre fist de mesme,
combien que c'estoit üne chose bien plüs intolerable, de
faire la guerre a ses süjets, que de la faire a ün Royaul-
me voysin, comme le Dannemargk a la Swede. Qu'en ce
pays icy, on ne vouldroit pas volontiers, que nj la Swede,
nj la France devinssent trop puissantes, & redoutables,
combien qu'ouvertement, il ne le falloit pas dire, nj püblier.
Apres disner, a deux heures, ie suis derechef allè a l'Eglise
Françoyse, & d'autant que mes fils, avoyent envie par cü-
riositè de la voir aussy, (apres avoir ouy ce mattin le presche
Belgique au nouveau grand Temple) nous nous separasmes
en deux trouppes, afin d'estre tant mieulx incognüs, &
<nous reioignans ensemble aux degrèz quj vont en haut vis a vis dü ministre>
prismes place a l'Eglise au haut, parmy le peuple assèz
a l'èscart, entendans prescher Monsieur de la Riviere, ün Mi-
nistre fort eloquent. Dieu le vueille long temps conserver, & fortifier.
Jl institua aussy des nouveaulx anciens, apres le presche,
avec beaucoup, de belles admonitions, de leur charge, remerciant
les aultres, au nom de la commüne, de leur diligence & bonne con-
duitte, en l'œuvre dü Seigneur, demonstrèe, etcetera etcetera etcetera[.]
Ce m'est üne grande joye d'estre, & de pouvoir demeurer, &
continuër, en des sainctes compagnies, & conversations, la
ou se trouvent parmy indübitablement, les Anges bienheureux.
perge
O quam bonum est habitare, in tabernaculis Altissimj!
Tobias Steffeck von Kolodey ist abermals, gegen abendt, außm haag, wiederkommen,
hat zwar, gute vertröstung, vom herren von Brederode, mit
befrembdung der verweilung, vndt Nachläßigkeit des vorigen
wochenpræsidenten13 (deßen regierung sich heütte endiget)
mittgebracht, vndt ist wieder auf morgen wilß Gott, bescheiden,
das cras, cras, aber wehret Meinem beüttel allzulange!
vndt ist mir fast auch despectirlich. Jl me semble, que Dieu
pünit mon impacience, & veut èspreuver en moy, üne meilleure Pacience!
Die avisen, oder couranten geben:
Daß der Ertzhertzogk gewillet, mit den Schwedischen in Böhmen
abermals eine Feldtschlacht zu wagen, nach dem die Chur-
Bayerischen, auch zu den Kayserlichen gestoßen.
Jtem: daß Wrangel das feste hauß, vndt Stadt Brixen
mit accord, auß mangel munition erobert, <in Böhmen.>
Das zu Münster, vndt Osnabrück gute hofnung zum frieden, wiewol
die postulata der Frantzosen, vndt Schweden sehr hoch gespan-
net sein sollen. Jehne fordern das Elsaß, neben vielen andern
satisfactionen, diese aber, Pommern, vndt Schlesien, neben
andern dingen. Etzliche Protestirende, begehren auch vielerley.
Gott gebe doch einmal friede!
Die Spannischen geben den Stadischen Plenipotentziarien
zu Münster sehr gute wortt, vndt biehten ihnen gute conditiones
zum frieden an, wie man fast selber, wüntzschen möchte?
Piccolominj ist General wieder die holländer, der hertzog
von Lottringen aber, wieder die Frantzosen, vom Spannier
erwehlet, mit großer versicherung aller intraden der
länder, Limburg, vndt Lützemburg, zu genießen. Die
Frantzosen hingegen, wollen den hertzog von Lottringen,
gantz vom Frieden außgeschloßen wißen.
General leütnant Königsmargk ist abermal zu Bernburg
gewesen, wegen der Magdeburger blocquade, vndt wieder nach Hal-
berstadt marchiret. Wirdt ohne schaden, nicht abgegangen sejn!
|| [[Handschrift: 105v]]
Solche avisen, erfreẅen mich nicht!
Der Kayser fordert wieder gelt, Steẅern, vndt Schatzungen
auß Oesterreich zum kriege, zun grentzfestungen, vndt
sonst, zu vnendtbehrlichen spesen.
Der Düc de la Valletta hat Canea in Candia,
mit 20 mille Mann, stargk belägert vndt beschoßen.
Es scheinet Franckreich dörfte mit dem
Pabst, in einen krieg, gerahten, vmb der Barbarinj
actionen willen.
Jn Engellandt, schweben noch, die animositeten.
Jn Portugall, prosperiren, die Castiglianischen waffen.
Das Casteel Vigevano, in Lombardiâ, haben
die Spannischen, den Frantzosen, abgenommen.
Eine stargke neẅgeworbene partie Reütter,
ist der raysenden Königin in Polen, nahe vor Lübeck
in ihr bagage gefallen, vndt hat in die 60000 ThalerThlr:
werth spoliiret. Der Rädleinsführer, ist aber
erdapt worden. Wirdt seinen lohn bekommen.
Die Spannischen haben ein auge, auf das landt
von Waeß, bey itzigem froßt.
Zu Maestricht ist die Maase aufgegangen, vndt
hat so wol an Mühlen, alß an Schiffen schaden gethan.
Die wölffe so auß den Obern landen v̈ber das eiß
kommen, beschädigen vieh vndt schaffe. etcetera etcetera
Jtem: das die heßischen, daß feste Schloß Marpurgk
eingenommen haben.
Tobias Steffeck von Kolodey wieder in haagen geschigkt. Gott gebe guten effect!
Jch habe des Monsieur de la Riviere artige kunstkammer, vndt
schöne rariteten darinnen, besichtiget. Jl est gentilhomme
de Normandie, bien apparentè, fort zelè en la religion,
ennemy de toute hypocrisie, & en l'aage de 72 ans.
<Feu> Son Pere, a estè a la cour de Henry le Grand de bonne mémoire
& a fort bien entendü l'ingegnerie, & d'autres belles sciences.
Jl ne souhaitte pas la paix a Münster & Osnabrück croyant que
tout redondera au dommage & au preiüdice des refor-
mèz & a leur exclüsion. Qu'il vault mieux mourir
l'espèe a la main, & vivre sous le Türc, (pouvant rachep-
ter le tribüt des enfans) avec libertè de conscience,
que de se laisser ainsy gourmander des Papistes ido-
latres plüs que nüls payens, de nom Chrestiens, mais
d'effect Antichrists <& des vrays sots idolatres>, quj mangent leur Dieu, quj ne tien-
nent, ni foy nj loy, a ceulx qu'ils appellent heretiques, &cetera[.]
Jl dit aussy: Que le Roy d'Angleterre & Messieurs les Estats
auroyent vendü, & trahy les pauvres Rochellois, le premier y
envoyant le Düc de Boucquingham, pour se faire emprünter
d'eux a toute son armèe, cinq<trois> mois de vivres, sous ombre
|| [[Handschrift: 106v]]
de le vouloir rendre, et que d'Angleterre on ne pouvoit
avoir des vivres, a cause des vents contraires, mais on
ne leur a rien rendü, & la Rochelle n'eust pas estè per-
duë si elle eust tenuë encores bon, iusqu'en hyver
avec la provision des dites Vivres, & sj Messieurs les Estats
n'eussent envoyè l'Amiral Haultin les combattre
plüs par rayson d'estat, & d'alliance, que de conscience.
Qu'il eust prins congè de Haultin en Zeelande luy
disant, s'il alloit contre les ennemis de la France
il le tiendroit pour recommendè en ses prieres á Dieu, pour avoir
bonne Victojre & heureuse issüe, mais s'il alloit com-
battre, par raysons trop Politiques, les Vrays fidelles
& faysoit la guerre a l'Eglise de Dieu, ou a l'Eternel
mesmes, il prjoit Dieu, de le confondre, ou le faire noyer
& enfoncer, avec tous ses vaisseaulx, &cetera car en matie-
re dü service de Dieu, il ne pouvoit point flatter, nj faire
l'hypocrite. Que le Roy d'Angleterre auroit prins 150000
florins, des collectes, que les Anglois depütoyent aux re-
formèz de France, disant les leur vouloir envoyer, mais
il les auroit retenü honteusement dedans ses coffres.
Que le Vieil celebre Monsieur de Moulin vivoit encores a Sedan
en l'aage de 78 ans, èscrivant encores des livres, & preschant.
Que le Roy de France laissoit en toute libertè, ceste Eglise là,
|| [[Handschrift: 107r]]
mais qu'il y avoit bien des gens, quj vouloyent casser
la tenuë des Edicts, aux reformèz a la cour dü Roy de France[.]
Que son frere auroit estè tüè au costè dü Prince de Por-
tügall, comme il auroit estè prins près de Geldre, des gens
dü Cardinal Jnfante, & abbandonnè de plüsieurs.
Jl louoit fort les Princesses de Portügall, les 4:e.
soeurs14 quj sont en ce pays icy, mais l'aisnèe quj
s'est marieè en Suisse il y a plüsieurs annèes a
ün escolier Chrone, n'est plüs tenuë d'eulx pour
leur seur, ou parente, nj de Monsieur le Prince d'Orange
son Oncle maternel mesmes.
Tobias Steffeck von Kolodey ist wiederkommen, mit beßeren vertröstun-
gen, vom Printzen, vndt Feldtmarschalck, auch Præsidenten15,
me faysant languir icy, mais Tobie tesmoigne
bien fort, son devoir, sa fidelitè & sa diligence.
Dieu l'en benie; & luy en vueille donner la retribütion
meritèe!
Wir seindt abermals, in die Frantzösische kirche, ge-
gangen, da Monsieur Solere, geprediget, auß dem Apostel
Juda16 schriftmeßig, vndt Tröstlich, gleichwol darbey,
daß Straffampt, wieder die verächter Göttlichen wortts,
nicht vergeßende, vndt die remedia zeigende, wie der
ewigen verdamnüß zu entgehen? Gott lasse sein wort frucht bringen!
Jn des Monsieur de la Riviere kunstkammer gestern, war
viel vndt mancherley raritet zu besehen, vndter andern,
Jm Eingang des hauses vndt hoffe: Ein kopf vom Meerkalb, mit zweyen
vndterwarts gekrümmeten zähnen ohngefehr einer halben elen lang, hervor ra-
gende. Ein groß schulderblatt von einem wallfisch. Ein wirbel vom rückgradt
vom wallfisch. Ein weißer Corallenbawm ohngefehr 1½ ellen hoch, einer Spannen
dick, von treflicher schwehre.
Vndten in einer studierstuben: Ein kästlein, oder Schräncklein, innwendig mit
schönem Spiegelglaß bekleidet, darinnen ein schön gemachtes lußtgärtlein zu
sehen, von allerhandt theilß von glaß, theilß von Schmeltzwergk (èsmajl) gemachtten
blumenwergk vndt baẅmlein, welches sein des Riviere vatter Sehliger selbst
gearbeitet, sehr künstlich. Es wahren darinnen, weintrauben, von wachß,
vndt Terpentin, vnserm weingewächß dem ansehen nach, gantz gleich, Jtem:
etzlicher potentaten goldtbildtnüße, vndt <dann> deß Königes in Schweden bildtnüß
von weißem Be<ö>rnstein gar artig abconterfeyet, vndt in gelben Börn: oder
Agtstein, eingefaßet, sehr künstlich. Jtem: etzliche geprägete Müntze von Silber,
Einer Königin von Navarra, Jeanne d'Albret, des Henricj Magnj FrawMutter
bildnüß, welches ebenfalß Monsieur Riviere vatter 3 Jahr nach ihrem Todt,
auß bloßer einbildung der gedechtnüß, gemacht, vndt sehr wol getroffen,
also das es Henricus: IV. oder Magnus, alsobaldt im ersten anblick, wol erkandt.
Jtem: Jüdische Müntze, alß einen Silberling, wovor Judas Christum vnsern Erlöser, verrahten,
Jtem: einen Seckel deß heyligthumbs. perge Zwey Muster in Christall geschnitten, das
eine wie ein hertz formiret, einer halben welschen nuß fast groß, das ander
etwas kleiner vndt alß ein Tafeldemant geschnitten, dergleichen der König in
Spannien, zwey Orientalische gute demanten, in seinem Schatz zu Madrill
haben soll, welche beyde rechte diamanten von 3[00000] biß in 500000 gülden, ge-
schätzet werden. Es waren auch in der stube eine zimbliche anzahl von
Straußen eyern, oben vmb den gesimbsen, herumb. Jtem: eine Menge großer
|| [[Handschrift: 108r]]
schöner, wie auch kleiner Muscheln. Jtem: Ein gelbächtiger wiedehopff,
so bey Portugall im Meer, aufm Schiff gefangen worden, <vndt andere rariteten.>
Jm hause, vndt in einer Nebenkammer:
Ein langer kahn von leder, spitz auf beyden enden zugebawet, wie die
Groenländischen Schifflein, ohngefehr 9 ellen lang, vndt eine breitt in
der Mitten, auch so hoch. Es hat ein loch in der Mitte so groß, das sich ein
kerll mit vorauß gestrackten beinen, da hineyn setzen kan, gestaltt dann
der Riviere vnß erzehlete, alß solten die Jnnwohner, auß dem Freto
d'Avis, wann sie sich also gesetzt vndt das loch vmb ihren leib, zu dem
ende zugeschüret, das kein waßer durchdringen kan, eine zimbliche
rayse, in die offenbahre See darmit verrichten. Dergleichen
ist mir auch von den Grünländern, vndt ihren ebenmäßigen Schiflein,
zu Copenhagen, Dresen[!], München, vndt andern orthen, sonderlich auch
zu Enckhuysen in deß Paludanj kunstkammer, erzehlet worden.
Das Ruder wormitt sie diesen kahn, oder Schiflein regieren, lag da-
rinnen, war ohngefehr einer zimblichen handt vndten breitt.
Er zeigete vnß auch, allerhandt außländische schöne Citronen,
pomerantzen:[,] Myrten: vndt rosemarien baẅmlein, so er in einer
stuben hatte. perge Zweene zugespitzte hörner, deren das eine schwartz:
daß andere weißlicht war, iedes ohngefehr 1½ ellen lang, so das
Thier Rhinoceros, auf dem kopf führen soll. Jtem: das kürtzere
schwartze gekrümbte horn, welches dieses Thier Rhinoceros, auf
der Nase träget, dergleichen ich, zu Dresen[!], Napolj, Enckhuysen, vndt
anderer orthen mehr, gesehen. Siehet einem kurtzen kuhorn nicht vnähnlich.
Jtem: stunden dar, gegoßene idola der Jndianer, Oracula, vndt vndter
andern, ein künstlich gebundener Hercules mit den händen, auffm rügken.
Zweene Schildtkroten gedörret zeigete er vnß auch. Jtem: einen
|| [[Handschrift: 108v]]
Jndianischen Scorpion, oben auf dem rügken, gleich einer Schildtkröten,
hat füße gleich großen Spinnen. Der Schwantz war ohngefähr länger
als eines Menschen finger, vndt wurde gesagt, das die WestJndianer
ihre pflitzschpfeile darauß formiren sollten. Jtem: wiese er vns
einen kleinen gläsern fisch, innwendig hohl, der war so
künstlich gemacht, das wann man hineyn bließ, vndt man den
kopf des Fisches, ehe die lufft herauß gieng, ins waßer stegkte,
so zog er sich gantz voll waßer, durch ein kleines löchlein
im Munde. Wolte man das waßer wieder herauß haben (damit
es darinnen nicht bliebe, vndt stingkendt würde) mußte wiederumb
darein geblasen, oder gehaucht werden, alß dann trieb die darinnen
geblasene vndt verhaltene lufft, das waßer mit macht wie-
derumb herauß, alß eines Springbrunnens.
Jn die Oberkammer, da seine biblitoheck stunde:
Schnäbel vndt kopf von vogeln, so zimlich lang, vndt dicke wahren.
Von farben, sahe man v̈berauß schöne vögel, in Schachteln liegen,
alß einen paradißvogel, rohte, blawe, goldtgelbe vögel, Jtem:
kleine vögel, kleiner alß die zaunkönige, mit langen subtilen schnäbeln
fast so lang, alß die vögelein selber. Ein Endtvogel, weiß vndt Schwartz
so in marj Balthico, sol gefangen werden, Sein schnabel war lang-
lecht breitt. Greiffesklawen. hembder von Fischdärmen, so die
leüttlein an dem freto d'Avis tragen sollen. Es siehet auß, wie
eine gedrögete blase. Ein kleidt von subtilen zubereitetem leder,
gar dünne gleich einer blasen, daran war eine Schiffskappe[,]
hosen vndt wammes, vndt sagt man das die accolæ des Fretj Davis,
|| [[Handschrift: 109r]]
sich solches kleydes gebrauchten, wann sie in obgedachtem kahn,
oder Schifflein, in die See, fahren wollen. Jtem: sahe man allerley
gattungen seltzamer Schuhe, auß Jndien vndt Türckey.
Ein großer Jndianischer Schildt, von digkem leder, gleich
einer stargken Elendshaut, schoßfrey vor die pfejle.
Vndterschiedliche Schwerdtfische, Eines großen Schwertt,
war 9 Spannen lang, vndt hatte auf ieder seitte 19 zagken
eines fingergliedes lang, von knochen. Jtem: Crocodill.
Jtem: große Eydexen aus Jndien, so die Jndianer eßen. perge
Ein Königlicher Jndianischer Rogk von carmasinrohten papageyen[-], vndt
Rabenfedern, das Futter, darauf die Federn gemacht, war nichts
alß ein Netze darein wahren die federn gestrickt. Jtem:
vier Königliche Mützen, von carmesinrohten papegeyfedern, oben
mit weißen federn, geziehret, deren zwey lenglicht vom
kopf herundter hängen, vndt zwey rundt. Jtem: wurden vnß
gezeiget: Testiculj vom Crocodill, gaben einen geruch von sich,
wie eine zibehtkatze, Jtem: membra naturalia, eines wall-
fisches, 4 oder 5 ellen lang. Jtem: semina der bawmwollen,
seindt schwartze körner, wie bohnen groß. Jtem: Moßkowitrische
katzen, so einen geruch von sich gaben, gleich einer zibehtkatzen.
mit einem glatten schwantze. Jtem: Meerfledermauß, die nicht
flieget, sondern sich im waßer helt, vndt hat floßfedern.
Jtem: ein fliegender Fisch, der einem häring gleich siehet, wann ihn an-
dere verfolgen, so fleücht er v̈berm waßer, so lange biß ihm die
flügel truckenen, alßdann feltt er endtweder wieder inß wasser,
oder in die vorüber fahrende Schiffe.
Jtem: kleine Meerwürme, sahen gleich den Meerpferden, Hippopotamis.
Risenzahn, wie der Mittelfinger, an einem Menschen.
Ein schöner Occidentalischer Bezoardstein, alß ein Endteney
groß, vndt grawlechtig. Jndianische bonen, die schale
war einer guten handt breitt, vndt die gantze länge
der Schoten, einer Ellen lang. Ein runder schilt auß China
von solcher materia, darauß das rohte lack gemacht wirdt.
Vndter allerhandt schönen büchern, die er hatte, war auch
ein buch in folio, in Frantzösischer Sprache gar schön ge-
schrieben, des Sancti Augustinj de Civitate Dej, welches buch, der
König Franciscus primus, zu Fontainebelle-eau, dieses
Monsieur de La Riviere, Adelichen vorelltern, auß seiner Königlichen
Bibliotheck selber verehret, vndt ein manuscriptum wahr.
Zwey Jndianische gestrigkte betten hiengen auch daselbst,
das eine war vom Jndianischen Palmenbawm. Seine ge-
strigkte Maaschen wahren ohne knoten. Das andere wahr
von weißer bawmwolle, gestrickt. Wann die Jndianer
darinnen schlafen wollen, binden sie, sie an zwey baẅmen,
vndt schweben also zwischen himmel vndt erden, damit sie des
Nachts, vor dem giftigen vngezifer, Schlangen, vndt flöhen,
gesichert sein. Monsieur de La Rivière ist mit Seiner Frawen
im Sommer, offt hierinnen gelegen. Es ist feste, vndt bricht nicht.
Jtem: Nüße vom Palmenbawm, deren etzliche auß den Schalen,
etzliche noch in den Schalen, eines kopfs groß verwickelt.
<Jtem: Indianische Tinte, hart, so man bey sich tragen kan, vndt netzen.>
Jtem: seiden pappier, deßen sich die von China, gebrauchen
sollen. Es schläget sehr durch, so das mans nur, auf einer
seytte, beschreiben kan. Jst sonst schön, sanfft, vndt weiß.
Jtem: Papyrus innwendige rinden vom bawm, so
auch in Egypten wachßen soll, darauf man vorzeitten
geschrieben. Jtem: Ein langlechter Moßkowitrischer brief,
deßen Syllaben, mit vielen Griechischen buchstaben,
vermenget wahren. Jtem: Ein Mußkowitisches schnuptuch,
mit güldenen spitzen. Jtem: Einen Schwantz vom Elefanten,
deßen haare, wie draht, schwartz, vndt leßet sich
biegen, wie fischbeine. Jtem: Ein Segel vom netze,
außm wallfische, deßen sich die accolæ fretj
Davis in obgedachtem Schiflein, gebrauchen sollen.
Seine gestaltt war, wie anderer Thiere Netz, alleine
zimlich breitt, vndt lang. Jtem: Crocodill[-] vndt löẅenzähne,
die das zahnwehe vertreiben sollen, wann sie darmitt
gerieben werden. Jtem: Egyptische heẅschregken, von welchen
Johannes Baptista in der wüsten gegeßen. Sie sahe
vnsern grillen, oder feldtheimichen <von gestaltt, nicht aber von farben> in etwaß gleich.
allein war digker vndt lenger von halß vndt kopff
vndt größer von Flügeln. Solche heẅschrecken in menge
haben länder verwüstet, das korn vom felde gefreßen,
vndt große Theẅrung vervhrsachet. <Seindt grün.>
Jtem: Eine lange handt von einer Syrene, oder MeerJung-
fraw, deßen deren breitte, vnangesehen der daumen
darvon verlohren wahr, vnserer kinder præceptor
Hanckwitz, nicht vmbspannen kondte. Jtem:
eine schlange von Neün Schritten. Jtem: Jndianisch
brodt, das wirdt auß giftigen baumwurtzeln gemacht
darvon die Thiere, wann sie solche eßen, mitten
auff, bersten. Allein wann sie wol gekocht, soll sie
daß gift verliehren, alßdann wirdt sie zu Mehl
vndt brodt gemacht, vndt siehet gleich dem zucker-
brodt, vndt schmeckt süße wie Mandeln. Jch habe
selber, mit lußt darvon gegeßen. Ein stügk Von
demselben brodt, sagten sie, wehre 22 Jahr altt.
Man wiese vnß auch, allerhandt Mörderische waffen,
frembder nationen, vndter andern, eine Axt, deßen
Schneide von stein, gleich dem Serpentin, das Mittelste
von eysen, so in dem Stein fest eingefüget, das Oberste
darinnen der stiehl stegkt, von festem Gummj. Mit
solcher hacke sollen die Jndianer, ihre feinde erschlagen.
Jtem: Brasilianische mörderische waffen, von holtz, gleich
einem spahten. Jtem: Persianische Flitzbogen, mit ein-
warts gebogener krümme. Jtem: Jndianische pfeile,
zween ellen ohngefehr lang.
Noch eine arth, von zweyschneidigen Schwertern,
dem ansehen nach: 1½ ellen lang, vndt zwey finger
breitt, mit krum gebogener spitze, damit die Chj-
neser zugleich stoßen, vndt schneiden sollen. Jtem:
allerhandt Jndianische Thiere, deren des einen, fell
Schwartz vndt lang von haaren, nicht von sonderlicher
höhe, vndt länge, Jst formiret wie eine Meerkatze
vndt von den Jndianern, so abgerichtet, das mans an
stadt eines iungens oder dieners gebrauchen kan,
waßer zu holen, bier zu zapfen, vndt dergleichen zu
thun, wie die Cobelt, an etzlichen orthen. Ein ander Thier
hieß auf Jndianisch Mararimma17, in der größe, wie eine
zimliche otter, aber dicke, vndt mit beinernen
Schupen, angethan. Sein kopf sahe einem Taxkopf
gleich, hatte einen langen glatten Schwantz, kurtze
beine, vndt krumme klawen, eines fingers dick, vndt
lang. Das dritte, wardt auf Jndianjsch Tattu,
auf Spannisch, Armadillo genandt, hatte auch bei-
nerne Schupen, Sahe schier auß, wie die Mararima
wiewol es an größe derselben nicht gleichet.
Sollen gar gut zu eßen sein. Der gute Monsieur de la Ri-
viere bemühete sich sehr, in großer kälte, mir alles sel-
ber zu zeigen, vndt, weil er keine kinder, wil ers gerne alles verlassen.
|| [[Handschrift: 111v]]
Er sagte, er würde doch mit diesen dingen (so er
zur lußt, vndt curiositet, auf erden gesamlet)
nicht reicher gen himmel in Paradiß fahren. Er
hette noch eine handt, voller Tage, zu leben, vndt
einen andern bruder, noch v̈brig, welcher nur 2 Jahr
iünger, alß er, auch vnverheyrathet wehre. Seine
anderen freünde, wehren weggestorben. Einem
großen herren, so curioß, möchte er gern diese rariteten
vor 10 mille holländische Gulden (florenus)f: laßen. Ein kaufmann zu Amsterdam
so ein minist18, hette ihm schon 6000 Gulden (florenus)f: gebotten,
er hette es ihm aber nicht darumb geben wollen,
zumahl da selbiger wiedertaüffer, es andern
verkeüffen, vndt seine Tschacherey darmit treiben wollen.
Wir sahen auch, sehr viel große, vndt noch mehr,
kleine Muscheln, darzu petrificirte Muscheln,
in guter quantitet, so nemlich, jn grotten materie,
also worden wahren. Jtem: Agtstein, vndt fliegen,
Vndt andere sachen darinnen. Jtem: etzliche cocos-
nüße, in ordinarij größe, vndter andern, eine extraordinarie
große, alß ein langlechter kürbiß. Vielerley bohnen.
Allerley kleine rariteten. Es ist vnmüglich alles so
eigentlich zu notiren vndt aufzuschreiben. Die Stadt
|| [[Handschrift: 112r]]
Jerusalem war auch schön in holtz geschnitten. <Jtem: einen eysernen pænitentzgürtel gesehen, des guten Printzen von Portugall
mit scharfen zagken. Jtem: eine kette oder paternoster von Todten köpfen, so ein Spannier
geführt
vermeinende wieder büchßen vndt pistolen außer der Stügke
damit fest
zu sein, hat
aber
einen Schuß
von
des
Riviere bruder auß einem Pistol bekommen, vndt seinen vnfug, erkandt.>
Jl disoit aussy, le ministre la Riviere, que
les Lüthériens nous persecütoyent aussy vifuement,
en Allemagne que les Papistes, & qu'il ne se falloit fier,
nj aux üns, nj aux autes, aux traittèz de Pacification.
Tobias Steffeck von Kolodey kömbt zu abends wieder außm haag, lobt die
guten officia des herrn von Brederode, vndt seiner leütte,
vndt daß die resolution zu meiner befriedigung erfolget
seye, von den herren Staden, welche es, dem Thresorier Brasset,
anbefohlen, der sich dann sehr wol erbotten, vndt die bil-
ligkeit meiner anforderung, erkandt, auch dem Einnehmer
Doublet, laßt gegeben, derselbige aber, hat sich absentiret,
vndt in seinem hauße nicht finden laßen wollen.
Difficilia! quæ pulchra!19 Gott gebe doch succeß!
<(Questo dì, è il sesto, che si deve al nostro hoste, quì in Delft nel molino avento jndorato.)>
On va tous les jours, icy, au presche, deux fois, (horsmis le Lündy
et Sammedy,) mais le Dimanche, on presche trois fois aux temples Belgiques,
mais au presche françois, on va ünefois la semaine, le Mardy, & trois
fois, le Dimanche. Telles devotions, ne peuvent estre, que loualbes. Dieu les
vueille conserver, & mültiplier, avec beaucoup de bonnes œuvres, &
fruicts, dignes de repentance, & consecütifs de la Vive Foy, Chrestienne!
afin que le nombre des èsleüs, & des fidelles, soit mültipliè, & produyse la
vraye Iüstice, quj est en Jesüs Christ, avec la charitè dü prochain, & autres Vertüs christiennes[.]
Monsieur de la Riviere dit aussy dernierement: Que l'on nous avoit
mal informè, touchant Monsieur Solere, car il n'auroit iamais estè
Jesuite, ains Dominicain, mais qu'il y avoit long temps, qu'il
s'estoit converty, & cela estoit vray, qu'il estoit Espagnol,
de nation, & ün homme fort zelè, & craignant Dieu.
J'ay renvoyè Tobias Steffeck von Kolodey a la Haye. Dieu vueille cooperer
a me rendre bienheureux! & me dilivrer de ce labyrinthe!
Hans Albrecht von Halck zum Jungen Printzen von Vranien, geschickt,
wegen eines congresses, sich zu berahten, ob es sich, also vn-
bekandter weyse, schigken möchte? vndt wo?
Je m'ennvuye en ce seiour icy, non seulement a cau-
se des fraix, & despens, mais aussy de tant de fasche-
ries, ennuyeuses sollicitations, püanteur des eaux,
a l'entour de nostre logis, air nübileux, & aultres
incommoditèz, avec l'odeur venimeuse, & sülphü<u>rienne,
dü feu dés tourbes, mal seichèes, quj nous tüe, &
nous aggrave les cerveaulx, & la poictrine, afin de
nous accabler, de toulx, & de catharres extraordinajres,
& nous aveugler de fümèe, mal saine perge Majs
la vocation est de diverse natüre, & il la faut suivre!
nonobstant les importünitèz, qu'elle nous occasionne!
Miser' chi speme in cosa mortal pone, Mà chi non ve la pone!
Et se' si truova alla fine jngannato; è ben ragione.
Oh ciechi! il tanto affaticare che giova, Tuttj tornate alla
Gran Madre antica, E' il nome Vostro appena si ritruova.20
perge
Tobias Steffeck von Kolodey ist zeitlich wiederkommen, hat wol laboriret.
Der herr von Brederode, hat seine gewöhnliche affection reali-
ter mit fleißiger sollicitatur leüchten laßen. Gott wolle
ihn davor wieder vielfältig, sampt den Seinigen gese-
genen. Brasset erkennet die billigkeit, weil Meine
vorelltern, ihnen in ihren nöhten haben assistiret,
vndt offeriret sich gar wol, hat auch Doublet be-
lastet. Doublet aber, wil gern, das seinige thun,
iedoch klaget er, das noch nicht alles auß den
Provintzien, beysammen wehre. Ütrecht hette das
seinige, herbey getragen, nemlich 1200 Gulden (florenus)f: Jn Zee-
landt, wehre wegen des eyßes, nicht wol fortzu-
kommen. Hollandt, wehre in die 12000 Gulden (florenus)f: darzu
zu contribuiren, schuldig, vndt also mehr, alß die
helffe, köndte eine solche post, so baldt nicht zu-
sammen bringen, vndt dergleichen excüses. Jnte-
rim will Wyckfordt dem ansehen nach, auf des
herrn von Brederode innstendiges erinnern, vielleicht
sein bestes thun, vndt etwas vorschießen. Gott gebe es!
Das ärgste ist, daß ich die Originalobligationes, nicht
bey Meiner handt habe. Jtem: Mit der Pillegave,
wil es nicht recht fortt. Sie halten es vor refüsirt, bey
der Provintz Hollandt, weil ich nicht gewartett mit dem
kindttaüffen, wie sie sagen, (es ist dem aber nicht also) biß ihnen
mein invitationschreiben wehre v̈berlifert worden. perge
J'ay éscrit a Monsieur Wyckfordt, le remerciant de ses peines,
& le priant d'achever la bonne œuvre.
Die courranten oder avisen, so heütte einkommen, berichten:
Das der Printz von Wallis in Cornuwallien vom Parlamentischen geschlagen,
wie auch die Königlichen in Schottlandt, vndt das Pleymüyden entsetzt seye,
hingegen des Königes in Engellandt hinkunft nacher Sc Londen, vom Parlament
nicht acceptirt, noch approbiret werden wolle.
Jn Jrrlandt rüstete man sich gewaltig, wieder die Portughesen, in Brasilia
welche daselbst lose verrähterische händel machten, vndt die armen
gefangenen v̈bel quehleten, in die wälder brächten, vndt vnange-
sehen gegebenen quartiers, de sang froid, iämmerlich ermordeten,
auch einen holländischen capitain <Ian Blaer> von Gorcum, gar geschunden hetten.
Die armen Brasilianer, welche sich zu der warheit, des Evangelij
bekehret, durch Gottes gnade, vndt der reformirten prædicanten
dienst, laßen sie stranguliren vndt aufhengken, wann sie sie bekommen.
Die Juden laßen sie lebendig auf verbrennen, vndt hausen also
in selbigem lande, sehr Tirannisch vndt grawsam, also das nicht
allein die Bewindthebber, sondern auch die herren Staden selbst
gezwungen werden, stargk zu armiren, vndt sie zu bestrafen. <Zumahl da viel verrähter ihnen zum secours
auß der Bahia de todos los Sanctos, vndt Rio de Gennero <an>kommen.
perge>
<Bey> Vlißingen, sol die eißfahrt, in 30 Jahren, so stargk nicht gegangen
sein, alß dieses Jahr.
Jn Franckreich, sterben etzliche alte Officirer hinweg. Wieder
das hauß Oesterreich, wirdt stargk armiret, so wol gegen Deützsch-
landt, alß Jtalien vndt Spannien. Die Frantzösischen Ritter von Malta
seindt alle wieder aufgebotten wieder den Türgken, vom Großmeister.
Man vermeinet, es dörfte wol der Frantzösische Ambassadeur an der Ottomannischen
Porten, Monsieur de la Haye, lebensgefahr, außstehen müßen, von Türgken,
|| [[Handschrift: 114r]]
vndt gählingen, friede oder Stillstandt mit den venezianern
gemacht werden, die Jnsel Malta, desto beßer zu v̈berfallen.
Die venezianer aber, stärgken sich doch, zu waßer, vndt zu
lande, vndt trawen dem Türgken nicht, haben es auch keine
vhrsache. Bey Zara soll ein stargkes treffen vorgegangen,
vndt viel Türgken, geblieben sein.
Zu Münster, gibts replicquen, duplicas, vndt triplicas,
vndt trawet keiner dem andern recht. Gott gebe guten friede!
Melander, hat wollen Marpurg entsetzen, ist aber zu spähte
kommen, dann der heßische General Maior Geyse, hats schon
mit accord, eingenommen.
Etzliche dänische trouppen, seindt ohne verhinderung der Schwedi-
schen, durch das Stift Bremen, nach Westphalen zu, paßiret, zu den
Kayserlichen zu stoßen.
Die Postulata der Frantzosen, vndt Schweden, seindt vnerschwinglich.
Der Ertzherztog Leopoldus, gehet mit Macht, auf die Schweden,
dieselbige zum stande, vndt, zu einer Schlacht, zu bringen.
Jn Magdeburgk sollen 300 Mann, von der hanselstädte
volck, geleget, vndt selbiger handel wegen der neütralitet
accommodiret werden. Gott gebe, das es geschehe!
Der König in Spannien, hat 2 millionen, vndt 800000 kronen,
remittirt, zur continuation des krieges, in die Niederlande.
Die rebellen in Jrrlandt sollen auch geschlagen sein.
Der Mareschal de Gassion, fortificiret Armentiers, vndt hat
ein par compagnien Spannische, in Flandern, geschlagen.
Der Kayser behtet fleißig, vndt helt processiones persönlich.
Den venedigern wirdt volck auß den Grisons, vndt vom hertzog von Parma
anpræsentiret. Jede gondel zu Venedig, gibt 20 Ducaten iährlich, so lange der krieg währet.
Alß ich den Maior halcken, gestern im Haagen gehabt, vndt den
Jungen Printzen Wilhelm von Vranien ansprechen laßen, ob ich die
ehre haben möchte, ihn zu sehen, wo es ihm am besten beliebig sein
möchte, im haag, oder zu Ryßwick, oder coniunctim bey der
Princesse Royalle, hat er sich sehr höflich erwiesen, mit
großem respect von Mir geredet, wol 4 oder 5 mal anhero
zu kommen sich offeriret, (welches aber halcke allezeit
höflich abgelehnet, weil ich vnbekandt sein wollte)
Meine Söhne proprio motu, auch zu sehen, begehret, vndt sehnlich
nach mir verlanget, der Eltern gute affection zu continuiren,
vndt sich bedanckt, daß ich seiner gemahlin, der Princesse
Royalle auch die Ehre geben wolte, dieselbe zu besuchen,
wormitt ich sie hoch verobligiren würde, gar fleißig, nach
meinem zustandt, vndt waß ich alhier, zu Delft, machte,<?>
gefraget, vndt endtlich gesaget, weil ichs ihme commandirte,
das er den orth Ryßwick wehlen solte, so wolte ers thun,
vndt morgen wilß Gott, alß heütte, Nachmittages, vmb drey
vhr, meiner erwartten, im fall mirs also beliebig wehre,
sonst wolte er gerne hieher, nacher Delft, gekommen sein, vndt
mir, die visite gegeben haben, welche Mir gebührte. &cetera
On loue fort, ce jeüne Prince, qu'il est bien modeste, & accomply,
& tresbien nourry. Dieu le vueille benir, & conserver!
<Jl s'est èsbahy, que je voulois encores estre incognü, en ce pays icy. et cetera>
Jl s'est exercè a ün ballet, & pour cela Halcke ne l'a sceu
voir hier au soir, que sür les six heures.
heütte gehet daß wetter, gantz auff, doch gleichwol
fahren die leütte in schlitten, auf der gaßen, theilß
mitt, theilß ohne schellen. Wann es ein hochdeützscher
thäte, müste er ein deützscher gecke, oder Muff sein.
Der Oberste Maysonneufue ein Frantzoß alhier zu Delfft,
hat mir seine schöne kutzsche, mit zweene pferdten geliehen,
vndt bin ich also, mit Meinen Söhnen, gen Ryßwick gefahren,
woselbst ich eher, alß der Printz Wilhelm von Vranien ankommen,
welcher aber baldt gefolget, mir zugesprochen, vndt in einer
gallerie, eine Stunde lang, mit Mir auf: vndt ab, gegangen.
Jl est ün Prince fort gentil, posè, modeste & bien nourry,
m'a fort bien entretenü, & s'est courtoysement offert, & puis
m'a accompganè jusqu'a mon carosse. <Jl s'exerce a la Haye, a ün ballet.
et cetera>
Jl demandoit des affaires d'Allemagne, de l'estat de mon
pays, de la distance d'icy là, de la guerre, de la pacification
de Münster, & Osnabrügk, de la chasse des oyes saulvages,
dont il en a tirè, 28 aux Duynes près de Schevelingen, en
ün jour, en ün mauvais temps, n'a gueres.
Jl me raccontoit, que la tyrannie des Portügais, aux
gazettes d'hier, procedoit de ce, que l'armèe navale
Hollandoyse des bewindthebbers, auroit auparavant battü
la leure, & prins: 700 soldats prisonniers, qu'ils auroyent
tous fait saulter, & jetter dans la mer, ainsy ils rendoyent
|| [[Handschrift: 115v]]
maintenant aux prisonniers Hollandois, la pareille, mais
que l'on y envoyoit 6000 hommes, aux despens de la compagnie
Occidentale, pour faire üne descente en terre, au
Brasil, & pour en chasser les Portuguais. Que tout
le Brasil estoit perdü, jusqu'au Reciff, üne forte
place auprès de la mer, qu'on alloit secourir.
Que si la paix generale, se faysoit a Münster,
ou la trefue entre l'Espaigne & les Estats, le Por-
tügal seroit exclüs par tout, & ne trouveroit nül appuy,
ayant offencè tous partis. Les Espagnols se moc-
quoyent d'eux, & les tenoyent, pour leur plüs chetifs
& foibles ennemis. Entre ces 6000 hommes susdits Messieurs les
Estats, prestent a la Compagnie 1500 hommes, de leur armèe.
Que les Portugais, estoyent des fayseurs de rodomontades,
& auroyent des moeurs, contraires a celles de ces
pays icy, tesmoing[:] ün Ambassadeur21 de Portügall a Paris,
quj auroit voulü galantiser la Roine de France,
luy disant des mots, fort indecents, & mal convena-
bles, dont il auroit estè terriblement mocquè des françois.
Que Monsieur des loges auroit le regiment de Monsieur de Mayson-
neufue, & qu'il y avoit cinq regiments d'infanterie
Françoyse icy, aux despens de Messieurs les Estats, & point dü
Roy, & 4 regiments Anglois, & Escossois.
Der kleine Kersten, ist von Borch, ankommen, gibt ver-
tröstung, von Rindorfs ehisten wiederkunft, welcher der
parthien halben, nicht so baldt fortkommen können. Es
wehren auch schreiben, auß dem Fürstenthumb ankommen,
welche Rindorf bey sich behalten.
Zu Ryßwick sprach mir auch Tobias Steffeck von Kolodey zu. Wyckfort
erbeüt sich wol. Es scheinet heütte alß wolle bey
Doublet, der hundt anfangen zu hingken. Brederode
ist in privatis occupirt, wie auch Wyckforth. Jl
faut battre le fer, tandis qu'il est chaud!
Le Prince dist aussy hier, que les Espagnols avoyent la coustüme
de tuër par trahison les grands. Que le Cardinal Jnfante,
(comme nous regardions son pourtrait) auroit estè empoisonnè
au dire de plüsieurs. Que son grand Pere, auroit estè
assassinè. Que le nouveau Roy de Portügall, auroit
à attendre la mesme fortüne, desja souvent a luy
menacèe. Que cela n'estoit point genereux, nj louable,
& s'ils faysoyent telles choses, a leur sang royal propre,
que ne feroyent ils, aux estrangers, ou a leurs ennemis?
Je suis allè a la Haye, avec mes fils, pour voir la Princesse Royalle,
apres avoir fait demander l'heure, par Monsieur Halcke, de son maistre
d'hostel22, & elle me l'a fait donner vers les cinq heures.
Mais a 4½ heures, ie me suis presentè, & la gouvernante23
m'a incontinent introduite, me rencontrant a l'Antichambre.
J'ay donc fait la reverence, a Madame la Princesse
Royalle, sans la bayser, puis qu'elle ne se presentoit
autrement a Moy, qu'avec üne profonde reverence,
& avec la teste retirèe, ün regard plein de douceur
& retenuë, avec quelque crainte, car elle est bien jeune
encores, fort gentille, posèe, et retirèe. Elle monstroit de me
voir volontiers en ceste visite, & me demandoit, combien j'a-
vois estè en ce pays icy, & quand j'avois estè en Angleterre?
Jl y avoit ün vieil, & ün jeüne Cavaglier auprès, qui èscou-
toyent attentivement tous proches, ce que je disois. Jtem:
üne vieille gouvernante, & deux Damoyselles. L'audience
devoit estre retirèe, & incognüe, comme j'avois desirè.
Voyant donc que ceste petite gentille Altesse Royale
estoit fort retenuë, craintive, & quj parloit peu, je me re-
tiray tant plüstost d'elle, & on me monstra fort bon visage,
faysant aussy entrer mes enfans. La Dame d'honneur la-
quelle m'avoit receuë a l'Antichambre, m'y raccompagna
aussy, & apres a la sortie, deux gentilshommes, iusqu'en bas des
degrèz. La Princesse Royalle s'appelle Henriette Marie,
fille dü Roy Charles, a present regnant en la Grande Bretaigne.
De là j'allay vers Monsieur le Baron de Brederode, Maréchal General de
camp. Je le vis près d'üne heure, & parlay a luy dans son cabinet,
laissant mes enfans, en sa chambre, avec nos gentilshommes & les siens.
Jl s'offrit plein de bonne Volontè, & m'a assistè aussy fort courtoy-
sement, ayant fait venir des Depütèz de Messieurs les Estats, a luy
& leur parlant pour moy, plüs que pour soy mesmes, comme il m'a asseurè,
d'avoir fait cejourd'huy encores, ne desirant de solliciter, les
40 mille florins (Gulden)f: de reste, que Messieurs les Estats, luy doyvent de ses gages.
Jl s'abbandonne fort, en mes affaires sür Wyckfordt, mais
ie ne scay? Son Segretaire a aussy assistè mon Tobias Steffeck de Kolodey,
fort fidellement, envers Brasset, & Doublet. Monsieur de Brederode
avoit des divers Discours, fort amiables & iüdicieux, entr'au-
tres, d'üne nouvelle forteresse, qu'on devoit bastir, au pays de
Hesse, dont on avoit demandè son conseil, & celuy de Messieurs les
Estats, mais il ne me la nomma point. Jtem: Que le nouveau
Roy de Portügall, auroit fort mal prins ses mesüres, de
leur oster aux Estats, en Bresil, ce qu'ils ont conquis, sür
le Roy d'Espaigne, leur ennemy, par droict de guerre, en
üne sayson, ou l'on traitte la paix üniverselle, quj pourroit re-
donder a l'exclüsion dü dit Roy, ne trouvant de telle sorte
appuy, en nülle part, & on s'estoit abbandonnè sür son amitiè
(non alliance, car il n'y en a point encores euë defaite)
ne croyant point, qu'il deüst permettre a ses gens de proceder
avec trahison, & par süpercheries inexcüsables. Que le Recif
|| [[Handschrift: 117v]]
en Brasilie, üne tresforte & imprenable place, & plüsieurs autres
encores, tenoyent bon, pour Messieurs les Estats, & qu'on y en-
voyoit üne armèe Navale de 6000 hommes, afin de les reduy-
re a la rayson, & pour les chastier des crüautèz exercèes,
ou leur rendre la pareille.
Qu'il y avoit d'ordinaire en la solde de Messieurs les
Estats 700 compagnies d'Jnfanterie, 78 ou 80 de cavallerie
& 300 navires de guerre, sür chacüne au moins, cent
hommes armèz, sans les mariniers, connestables, mate-
lots, & passagers, & sans conter les Officiers. Que cela
coustoit ün grand argent, a entretenir, & la Hollande seüle,
contribüoit a la guerre, 19 millions de livres, ce quj pou-
voit bien èspuiser üne Province. Qu'on avoit quasi plüs
des affaires, sür les bras, & des fraix a faire, qu'on n'en
pouvoit fournir. Que les conquestes, & garnisons, & fortifi-
cations, coustoyent beaucoup, & le pays de Waes, s'estoit accor-
dè a 184 mille florins (Gulden)f: par an de contribütion, (si i'ay bien retenü)
Jtem: les Ambassades Ordinaires, & extraordinaires, le secours
des allièz, qu'on ne pouvoit abbandonner, tout cela coustoit
merveilleusement. Que l'estat estoit fort pauvre & endebtè
mais quelques particüliers riches, & on n'emprüntoit pas volon-
tiers á credit, a Messieurs les Estats. Je voyois bien, dit il, moy
|| [[Handschrift: 118r]]
mesme, par mon exemple, comme la Province d'Hollande avoit
tant de peine a me contenter, ne pouvant mettre, 10 ou 12 mille
florins (Gulden)f: ensemble. Je repartis a tout, le mieux, que je pouvois, &
scavois, mais il estoit prest, comme principal membre de ceste
Province, aux repliques, courtoyses, & civiles. Jl me dit aussy,
qu'il y avoit cinq souverainetèz, icy a l'entour, dèsquelles
il n'estoit loysible de faire appel, nj a Messieurs les Estats,
nj a personne, comme Büeren, Leerdam, & yselstein, Contè
& Seigneuries appartenantes au Prince d'Orange, Jtem: la Con-
tè de Cülenburg, & la Seigneurie de Vianen quj est á luy.
Si ün malfaitteur, Bancquerouttier, ou qui que ce soit,
s'y saulve, on ne le peut poursuivre, voire si on le rede-
mandoit de la part de Messieurs les Estats, il seroit refüsè
des dits Seigneurs afin de conserver leurs Droitcs. Ils le
chastieroyent plüstost eulx mesmes, selon son merite, que
de les livrer. Ütrecht dit il a payè sa quote, pour moy,
les autres Provinces point encores, a cause de quelque
intrigue, & de la glace, quj empesche les Voyages. Hier
encores a estè prins, ün petit Vaisseau Hollandois, dés Duyn-
cquerquois, devant Schävelingen, & il fait fort malseür,
de naviger sür la mer, sür tout avec de l'argent, soit en
Zeelande, soit en Frise, soit ailleurs. Le 12:me ou 13.me de ce
mois, se feroit üne Diete de ceste Province icy, mais Mardy
|| [[Handschrift: 118v]]
qui vient, ie croy, sera destinè, au commencement de l'as-
semblèe. Jl s'en va a Ütrecht, la ou est allè ce mattin
Monsieur le jeune Prince d'Orange, a la chasse, & au marchè
des chevaulx. Je vis aussy Madame sa femme (nèe Contesse
de Solms, sœur de Madame la Princesse d'Orange) quj
fait ses couches, & je la salüay au lict, a la Hollandoyse
(apres avoir salüè de mesmes, Madame la Contesse de
Nassaw, vefue dü feu Conte Guillaulme Maréchal de
Camp general, de bonne memojre, laquelle me rencontra
a la sortie de la dite chambre des couches de Madame
de Brederode) conversant avec elle ün peu, mais deux
Princesses24, filles de la Roine de Boheme, comme on l'appelle[,]
trois jeünes Contesses de Naßaw, & trois de Dohna,
outre qddeux ou trois filles25 dü Baron, sürvindrent, quj
m'assiegerent & m'esblouirent tellement, dans ceste
chambre estroitte pour tant de monde, que ie devins
tout penaud, les voyant tout a l'entour de moy, entre
le lict des couches, & la cheminèe, & ne pouvant ainsy
demeurer jncognü, mal asseurè si ie devois bayser les
filles Royalles, ou non, ainsy ie n'en baisay dre toutes
apres les Dames süsdites, pas üne, faysant mine de les
<vouloir> aller voir, üne autre fois, a leurs logis. Ce courtois
Seigneur donc m'accompagnant jusqu'au carosse de la Roine
|| [[Handschrift: 119r]]
que l'on m'avoit prestè de sa cour, ie partis de là, non tant
confüs, comme remply de bonne esperance de tous ces beaux
offres, me promettant, que tant de peine & de travail ne sera
point infrüctüeuse, nj en l'ün, nj en l'autre, comme aussy
füst ressouvenü des jnterests dü capital, qu'il les falloit
demander, mais je me contenteray, de quelque autre
gratification, & courtoysie. Nous parlions aussy
de la rade de Schävelingen, quj n'est qu'a üne ½ heure d'icy,
de la Haye, si les Espagnols n'y pouvoyent aborder, &
embarasser avec 4[000] ou 5000 hommes, toute la Haye, ün jour
a l'improuviste, en menant le Prince & Messieurs les Estats
& tant de grandes Dames & Seigneurs en ün moment quasj
prisonniers, & mettant par ün tel exploict, tout le reste
en confüsion? il dist: qu'on en avoit bien parlè autresfois,
puis que la Haye estoit sj ouverte, comme ün Village,
par l'opposition des Villes Voysines, quj luy dispütent
les Droicts de ville, qu'il n'y a point de mürailles, ains
seulement ün fossè & des ponts levis, vers Schävelingen seülement
ün meschant rempar, Mais qu'il falloit considerer, qu'il y
a ün grand peüple a la Haye, de braves Officiers, & sol-
dats, outre la garde ordinaire dü Prince & la Bourgeoy-
sie, lesquels ne se lairroyent ainsy sürprendre de la sorte,
qu'on a par tout, de bons èspions, par mer, & par terre, quj aver-
tiroyent assèz, avant que pouvoir estre ainsy abordè ou sür-
prins, que les navires de guerre n'estoyent si fort èsloignèz
|| [[Handschrift: 119v]]
& les vaisseaulx quj croysent la mer, vont & viennent tousjours
ainsy que nülle force maritime n'oseroit comparoistre
sans estre apperceuë, mais ce quj est le plüs considerable, c'est
qu'on doibt scavoir que la marèe, le flüx & reflüx de la
mer, empescheroit la moindre dürèe ou sübsistance de telle
invasion, car ils seroyent noyèz, ou prins, avant que
pouvoir faire le moindre exploict, ou que de pouvoir s'en re-
tourner, & leurs vaisseaulx demeureroyent au sec, pendant
que l'armèe navale de Messieurs les Estats sürviendroit, &
les iroit attacquer, enfoncer, & reduyre á neant.
Des trefues avec le Roy d'Espaigne, il est d'opinion,
qu'elles se feront difficillement, car dit il: encores que
Messieurs les Estats vouldroyent, si ne peuvent ils pas,
d'autant qu'ils sont trop estroittement allièz avec la
France, & les üns ne peuvent rien faire en telles choses
d'Estat, ou de separation, quj concerne les deux Puissances
invariablement sans le consentement des aultres. Or la
France ne demande pas cela, d'avoir toute seule, leur
ennemy sür les bras, & ne voulant faire paix, avec la
mayson d'Austriche, si ce n'est avec ün tresgrand avantage
c'est a dire qu'on luy laisse tous les Pays de Conqueste, sans dispü-
te, jüsqu'au rivage dü Rhyn, en Allemaigne, & les Places
gaignèes en Flandre, & aux autres Provinces dü Pays-Bas
& qu'on excluë le Düc de Lorraine, & tout ce quj leur dèsplaist
& qu'on reçoyve tout ce, qu'ils veulent prescrire á l'Empeur &
|| [[Handschrift: 120r]]
a l'Espaigne. Il n'y a donc gueres d'apparence, qu'en telle
postüre, on puisse condescendre a üne Paix, ou trefue avec
l'Espagnol, sj la condition des affaires, ne se change, ou
que les articles soyent si avantageux, qu'on ne les
puisse, nj doive refüser. Il louoit fort le Conte de
Trauttmanßdorff, ayant ouy dire, qu'iceluy estoit fort
civil, & autrement bien inclinè a la paix, laquelle il nous
souhaittoit fort, en Allemaigne, car en ce Pays icy, on s'en-
richit plüs, par la guerre, que l'on ne s'appauvrit, au
rebours, de nous autres miserables, en la chere Patrie.
Jl est libre des Contribütions, & des accises, pour sa Personne,
puis qu'il contribuë son sang, comme Guerrier & Maréchal
de camp General de l'armèe, de mesme qu'est le Prince
d'Orange aussy, autrement il y a de la difficültè, a
obtenir ceste Libertè, pour les Grands mesmes.
Monsieur de Brederode tient üne belle cour, beau train, belles
livrèes, estant bien logè & servy, ayant presque tousjours
table ouverte. Cejourd'huy a encores mangè avec luy
le Prince de Talmont, & quelques autres Officiers a disner
sür tout aussy deux ou trois, dü conseil de Messieurs les Estats
Generaulx, qu'il a invitèz, pour conferer avec eulx, en mes
pretensions. Sa premiere femme, a estè seur dü feü Conte
Guillaulme de Naßaw, Maréchal de camp, General, defünct,
& de ces deux femmes il a neuf filles, & ün fils seulement. Trois
de ses filles sont marièes, l'üne a ün Baron ou Visconte de Dohna
fils dü feü Baron Christofle, mon si grand amy, l'autre a ün ieüne Conte
|| [[Handschrift: 120v]]
de Solms, & la troisièsme, a ün Baron Slabata de Boheme.
Monsieur de Brederode, est fort riche, en biens, mais endebtè a cause
de la grande dèspence qu'il luy convient, de faire. Jl dist
que le Conte Maurice de Nassaw, iroit a Münster, afin de
parler au Conte de Trauttmanßdorff, pour ses affaires parti-
cülieres seulement pour deux ou trois jours, comme en poste.
Wyckfoort hat gute worth vorgesetzt, gegen Tobias Steffeck von Kolodey mit bericht,
daß er heütte mit zweene committirten Rähten auß den General
Staden, geredet, dieselbigen sagten, Meine prætensionen wehren
richtig, vndt gantz klahr, nur ermangelte es am gelde,
so zusammen zu bringen, Er wolte sich aber bemühen, ob anticipa-
tionsweyse, etwaß zu erhalten? hette das geldt selber nicht,
wolte sich aber, bey andern gerne vmbthun. Demain, on devoit
revenir a luy, en affaires d'argent, on ne se hastoit pas si vistement
voire-mais, comme si üne sollicitation de 40 ans, estoit trop
soudaine, & hastèe? & comme si ie n'eusse dèspencè desja assèz
pour obtenir mes desirs? par tant d'envoys, & renvoys, par ma
presence Personnelle, & autres chicquaneries?
Jl m'a aussy escrit Wyckfoort avec des beaux complimens,
mèslèes de difficültèz, & ie ne me fie pas bien de luy.
Le Seigneur de Brederode est party ce mattin, a cinq heures
inopinèment. Cela m'occasionne differentes pensèes! & ie suis agitè
de plüsieurs difficültèz, & labyrinthes, quj me lambicquent le cerveau
|| [[Handschrift: 121r]]
ne me laissans bien reposer, nj jour, nj nuict. Ô Dieu donne
moy heureuse issuë de tant d'intrigues! & fay, que je ne soye venü
icy, pour estre la ballieure dü Monde & la mocquerie de tous mes
adversaires! Jl semble que maintenant ün chacün me vueille
plümer, & qu'on vueille en quelques endroicts, triompher de mes
dèspouilles. Nulla calamitas sola.26 Voicy Abraham de Rindtorf
lequel oultrepasse son instrüction, demeurant si long temps, en
voye!
Diesen Nachmittag habe ich alhier, den Obersten Monsieur Desloges,
v̈ber ein Frantzösisch Regiment zu Fuß, meinen alten bekandten,
sieder anno 1617 her, da ich ihn zu Paris gesehen, alß er deß
Königes Ludovicj XIII. page wahr, (vndt sein bruder baldt
hernacher zu mir kahm, vndt mein page etzliche iahr wardt,
biß ich denselben wehrhaftig machte, vndt er von den paw-
ren in Böhmen, alß ein Soldat vndter meiner compagnie, auf
partie außen, <iämmerlich> erschlagen wardt) zusprechen müßen, zumal er
meiner ankunfft, schon verstendiget gewesen. Er ist sehr gerne
zu mir kommen. Wir haben einander an die alten geschichte,
sonderlich, an Seine liebe Elltern Sehliger, erinnert, vndt an ihre
gute affection vndt dienste perge Jtem: einander vnsere abentheẅer
erzehlet, vndt sonsten allerley conversiret. Er ist in großen
gnaden, bey dem alten, vndt iungen Printzen. Wirdt einem
Baron glejch gehalten, seine Mutter wurde von iedermann,
Madame DesLoges genandt, nicht Madamoyselle, wie alle
Edele Frawen, in Frangkreich. Dem Monsieur de Maysonneufue
hat er sein Regiment, vmb vndt vor 20000 frangken, abgekaufft.
|| [[Handschrift: 121v]]
Sonst gibt man wol 50[000] in 60000 Frangken, vor eine solche charge.
Weil aber der Printz von Vranien, diesem Dèsloges schon die
sürvivance des andern, versprochen hatte, hat er ihm gut-
willig die 20 mille gegeben, darmit es nicht schiene, alß hofte
er, auf des andern Todt, vndt damit auch der alte (alß
welcher kräncklich, vndt nicht wol forth mehr kondte,)
desto lieber abzutretten, bewogen würden.
Jl dict que le Prince d'Orange est comme absolü
& Roy effectuel en ce pays, non pas de nom. Car
les Estats ne concluënt rien sans luy en demander
son avis. Jls ne font execüter ün criminel aux
villes, s'il obtient sa grace, & il leur peut donner
la grace, car on ne l'execüte point, sans son avis.
Jl met les gouverneurs en toutes les places
a 20[,] 30 iusqu'a 50 mille francs de gage & rente par an,
sans en demander congè a personne. Jl donne toutes
les charges, en campaigne, sans licence d'aulcün.
Jl les donne aussy aux garnisons absoluement
aux estrangers, c'est a dire aux Allemands, Anglois, François
& Escossois, mais a ceux dü pays, quand il est en garni-
son, & qu'il y a des compagnies vacquantes, les Estats
de chasque province, ou cela est, ont la nomination
de trois personnes, pour estre capitaines, & de l'ün des
trois le Prince en peut choysir ün, & s'ils luy dèsplay- || [[Handschrift: 122r]]
sent il les peut rejetter tous trois, & donner au Lieutenant
ou a l'Enseigne, la compagnie, s'il veut. Jl dit aussy, qu'en-
cores qu'il y ait avec luy, aux armèes, dés Depütèz
de Messieurs les Estats, si ne luy peuvent ils rien prescri-
re. Jl les demande bien quelquesfois leur conseil par
honneur, mais n'est pas obligè de le faire tousiours,
& peut conclürre, ce qu'il veut sans eulx. Jl
estime le vieil Prince d'Orange extremement heureux,
que vingt ans, en ça, il n'aye rien entreprins, pas
aulcün siege important, qu'il n'en soit venü á bout.
Jl le tient à bon droict, pour riche, qu'il a tous les
ans, de ses domaines & Seigneuries 700000 francs, &
de ses gages 200 mille sont ensemble 900 mille florins (Gulden)f: Mais qu'il
fait des grands bastimens, non necessaires, tès-
moing Ryßwyck qui luy couste 500 mille florins (Gulden)f: & il donnera
pour üne place ou il y aura 7 ou 8 arbres, 20 a 30 mille florins (Gulden)f[.]
Jtem: la Princesse Royalle luy couste beaucoup á entretenir
avec magnificence, traittement, livrèes & grand train,
Jtem: il a prestè au Roy d'Angleterre, des grandes sommes,
qui l'ont endebtè. Il ne gaigne rien des Jndes, que
le disme de ce quj se prend sür les ennemis. Le reste
qui concerne le commerce, il n'y touche point, & le laisse
aux marchands, quoy qu'il y ait, or, argent, Pierreries,
yvoire, & d'autres precieux thresors, afin de n'estre diffamè
|| [[Handschrift: 122v]]
car il a le coeur haut, & genereux, & fait grand cas, de
sa repütation, ayant des biens, a süffisance. La Princesse
d'Orange dèspend beaucoup aussy, en bastimens, Bien est
vray, qu'ils sont bons mesnagèrs de l'argent au-
trement, le vieil Prince & la Princesse & ne jettent
rien en voye, s'ils n'y prennent ün goust particülier.
Le jeune Prince d'Orange dèspend, de 150 iusqu'a 200 mille
francs, par an. Monsieur Des Loges se plaint, que
Messieurs les Estats, ne payent plüs si bien, comme
ils ont fait autresfois, & qu'il y a de la peine,
a estre satisfait d'eux. Jl a 12 compagnies en son regiment
de: 100 hommes chasque compagnie parmy lesquelles il laisse
au bon vieulx Colonel Monsieur de la Mayson-neufue
aussy sa compagnie encores, afin qu'il en tire ses gages.
Jl a <eu> la seur d'ün de Messieurs les Estats d'Hollande,
nommè Monsieur Vandermeülen, lequel me pourra estre
serviable en mes affaires[.] Ceste femme luy est morte
il y a 5 ans, luy laissant ün fils, & deux filles.
Jl m'a fort priè & conviè pour üne autre fois, si ie
revenois a la Haye, en son logis, & a fait force
offres, a moy, & a mes fils, se souvenant des anciennes
gratifications de Son Altesse feu mon Pere, & de moy aussy, faites
a son Pere & Mere, & a son frere. &cetera Dieu vueille qu'il m'ayde!
Jl se plaint fort, que noirmont l'annèe passèe ne s'est
addressè a luy, qu'il eust esperè, me vouloir rendre de bons services.
De la paix de Münster, il a peu d'esperance, a cause des demandes
trop extraorbitantes, dès Couronnes, s'ils ne rabbattent de leurs
pretensions. Nota Bene[:] Monsieur de Beringhen son cousin germain,
s'est revoltè, & est premier èscuyer de la petite èscuyrie
dü Roy, de France, quj est ün office de 500 mille livres vaillant,
Jl fait des services, & des amitièz, a tout le Monde. perge
Nota Bene 240 mille:2=120 mille <Livres tournois₶> de 120 Livres tournois₶ subtrahé 20 Livres tournois₶ le reste net, se si può, etcetera etcetera[.]
Apres avoir assèz parlè avec le bon Colonel, &
qu'il m'eust reprins, de n'estre plüs a la mode, comme j'a-
vois estè autresfois a Paris, ün beau jeüne Prince
tant louè & honorè, ie luy dis, que la grande Barbe
que j'aurois apportèe dü pays, y estoit bien a la
mode d'ün froid hyver, & üne barbe de dueil, mais
icy ie la faysois coupper, Madame la Princesse
d'Orange, m'en ayant ressouvenüe, & le froid cessant.
Les bottes & cuirs d'èsperons, seroyent facillement chan-
gèes, mais qu'en tant d'annèes i'avois oubliè
les nouvelles modes, & ne me souciois plüs, apres
estre si long temps mariè, d'aggrèer aux ieünes
Dames, parmy tant de croix, de tribülations, & afflictions
souffertes, luy raccontant nos dèsordres & calamitèz.
Conversant librement & familierement avec luy, ie le fis aussy
mettre son chappeau a la françoyse, en ces chambres froides,
& en fin ie le laissay aller, bien content de m'avoir veu,
& pour moy, ie m'en allay a Delft, avec mes enfans,
& mon petit train, assèz tard. Jl est fort de la religion
le dit DesLoges, & il monstre ün tresbon zele. Dieu l'y
vueille confirmer!
A cause de l'iniquitè des charrettiers, ie fis aller ün
page, & ün valet de chambre a pièd, vers Delfft, nonobstandt
la pluye, & le dèsgel, ce qu'ils firent, mais d'autant
qu'il faysoit fort obscür, le page (Biedersehe) pensant
aller le vray sentier, tomba a costè, jusqu'au col,
dans ün canal, ou il se seroit noyè, si la glace
n'eust tenuë encores quelque peu, en quelque endroict.
Dieumercy, quj l'a contregardè. Il le vueille faire
cheminer en ses voyes, & aux voyes de sa Vocation à bon
èscient, car il est vray, qu'il a estè fort nonchalent[,]
insolent & grand yvrogne ün temps en ça, me causant
beaucoup de dèsplaysir & üne aversion contre luy, la-
quelle me l'a fait asprement chastier encores hier,
puis que les remonstrances, & paroles ne vouloyent plüs
servir, nj ayder á son amendement, nj a sa conversion!
Si jeunesse vouloit? & vieillesse pouvoit, ils feroyent
force bonnes choses!
