Brief Nr. 4, vom 11. April 1662
Benedikt Bahnsen

Zusammenfassung


HAB, Bibliotheksarchiv, BA II, 1, Nr. 19 /Brief Nr. 4/

Der vierte Brief vom 11. April 1662 folgt fünf Wochen auf das vorangegangene Schreiben, auf das er sich explizit bezieht. Bahnsen teilt mit, dass er vor acht Tagen einen „Catalogum des Keÿsers Rudolphi manuscripten“ bekommen habe – und spielt damit wahrscheinlich auf den im Vorbrief erwähnten Katalog an. Es ist anzunehmen, dass Bahnsens Aussage, „es werde [wohl] eingelieffert seÿn“, die Hoffnung zum Ausdruck bringt, der Herzog möge den Katalog erhalten haben. Über den schon mehrmals erwähnten Herrn Kempe übersende er gegenwärtig ein Traktat von Julius Sperber. Hierbei wird es sich um den ebenfalls im Vorbrief erwähnten Titel von Sperber handeln, den Bahnsen im vergangenen Winter hat drucken lassen. Zudem verweist Bahnsen auf den auch schon erwähnten Hermann Junge und dessen Traktat, den er gegen die Quäker verfasst hat. Bahnsen kündigt an, weitere Titel zu übersenden, sobald er sie gedruckt hat. So habe er noch eine Handschrift, in der der Davidpsalm erklärt werde. Dieses Werk sei ganz neu. Beim Autor handle es sich um einen sehr frommen gottesfürchtigen lutherischen Geistlichen. Bahnsen hofft, dass der Titel noch dieses Jahr gedruckt werde. Wie üblich endet der kurze Brief mit den besten Wünschen für eine lange Gesundheit, friedliche Regierung und umfassende Wohlfahrt, die dem Herzog angedeihen mögen.

Brief: Bahnsen an Herzog August.


|| [1r]


Amsterdam 1662 April 11.

Durchleuchtiger Hochgebohrner Gnädiger Fürst und Herr,

E.(ure) Fürstl:(iche) Durchl:(aucht) habe ich vnterthäniglich fur Achte tagen , ein Catalogum
des
Keÿsers Rudolphi manuscripten zugeschicket, verhoffe daß solches
wohl werde eingelieffert seÿn. Beÿ H(errn)Kempe[?]egenwartig
überschicke ich einen Tractatum Sperberi, welche ich dieß Jahr habe
drücken laßen: Wie Jmgleichen uberschicke ich des Hermanni
Jungij
Lutherischen Predigers Zu Monnikendam Tractätlein, welches
er gegen die Quackers geschrieben, So bald ich was mehrers werde
drücken laßen, will ichs, geliebtes Gott, überschicken. Jch habe noch
ein Manuscriptum, in Erklährung des Psalters Davids, worumb
David ein Vatter aller Propheten ist genennet worden, nemblich
darumb, daß er den Statum Ecclesiae von Davids Zeiten an, biß
Zum ende der Welt, beschreibet, vnd auff welche Zeit Jede Psalterm
gerichtet ist; Dergleichen werck ist noch nuwerle an Tag gekommen,
Der Author ist ein sehr frommer Gottesfurchtiger Lutherischer
Prediger gewest, Hoffe negest Göttlicher Hülffe daß solches
dieß Jahr noch soll auffgelegt werden.

Hiemit E.(ure) Furstl(iche) Durchl(aucht)
langwirige gesundheit, friedliche Regierung vnd alle gedeÿliche
wolfahrt wündsche, Nach welcher wündsch vnd bitte zu Gott
Jch dan verbleibe,
Gnädigen Fürst und HErr I.(hre) fürstl(iche) Durchl:(aucht)Underthänigster und ge=
horsampster Diener Benedictus Bahnsen
Eydora-Frisius.
Amsterdam den 11 Aprilis
Anno 1662.

|| [2v]
Dem Durchleuchtigen vnd
Hochgebohrenen Fursten
vnd Herren, Herren
Augustus Hertzogen
Zu Braunschweig vnd
Luneburg
, Meinem
gnädigen Fursten vnd
Herren


Hierbij Zweij Buch
Packetlein
gezeichnet mit
B(enedikt)B(ahnsen) 6.
vnd
B(enedikt)B(ahnsen) 7.

Wolffenbut=
tel


franco
[?]


Anmerkungen
Das Siegel von Benedict Bahnsen; roter Siegellack durchsetzt mit Rußpartikeln. Es zeigt ein Monogramm. Diese zentrieren sich die Versalien B und C innerhalb eines doppelwandigen Oktagons. Unterhalb des Lacks befindet sich das extrahierte Papier der gegenüberliegenden Seite, sodass die Sollbruchstelle des Brieföffnens nachvollziehbar wird.

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