Brief Nr. 15, vom 6. April 1666
Benedikt Bahnsen

Zusammenfassung


HAB, Bibliotheksarchiv, BA II, 1, Nr. 30/ Brief Nr. 15/

In dem vorliegenden Brief vom 6. April 1666 kündigt Bahnsen die Sendung eines Buches mit dem Titel „Quatuor D.N. Jesu Christi Evangeliorum Gothica Dordrechti“ an, das er bei Elzevir für 5 Gulden gekauft habe. Hinzu kommt ein Band von Petrus Serrarius mit dem Titel „Verclaringe over de Propheet Jesaia der 14 Erste Capittelen“, das 1 Gulden gekostet hat. Zusammen mache das sechs Gulden. Bahnsen konnte die beiden Bücher oder nur das letztgenannte (bleibt unklar) nicht früher schicken, weil die Engländer die Elbschifffahrt blockiert hatten. Dem Brief liegt ein beschnittenes Einzelblatt bei, auf dem der Quatuor-Titel ausführlich zitiert steht. Auf einem weiteren Beiblatt wiederholt sich die Titelaufnahme von „Quatuor D. N. Jesu Christi Evangeliorum […].“ (hg. von Franciscus Junius und Thomas Marshall) in nachgestelltem Druckausgabeformat. In einem Postskriptum zu der Quatuor-Titelaufnahme erläutert Bahnsen, dass das Buch in Großquart vorliege. Ob Bahnsen auch diesen Band gesendet hat, bleibt unklar. Wahrscheinlich hat er im Auftrag eines Herrn Junius, der die Adresse des Wolfenbütteler Herzogs nicht hatte, die Sendung des Buches nach Wolfenbüttel veranlasst. Den Kontakt zu jenem Herrn hat ein Herrn Vossius vermittelt. Es dürfte dann auch jener Herr Junius gemeint sein, der noch „mehr andre köstliche arabische Manuscripte“ besitzt. Über den genauen Bestand wolle er Bahnsen einen Catalogus zustellen, den Bahnsen entweder mit dem aktuellen Schreiben oder in einer nächsten Post nach Wolfenbüttel schicken will.

Brief: Bahnsen an Herzog August.


|| [1r]


Amsterdam1666 April 06.

Durchleuchtiger Hochgebohrner Gnediger Furst vnd Herr p

E.(ure) Furstl(iche) Durchl(aucht) überschicke ich begehrtes buch nebenst noch ein
ander von D(omi)no. Petro Serrario, das Erste von HErr Elzevir alhier
gekauffet als Quatuor D.(omini) N.(ostri) Jesu Christi Evangeliorum Gothica
Dordrechti
kostet 5 Gulden. Das Ander Verclaringe over de
Propheet
Jesaia der 14 Erste Capittelen kostet 1 gulden ist
fur beides Sechs gülden. Jch habe es nicht ehe mügen schicken
ehe vnd bevor ich Zeitung daß die Englischen von der Elbe.

Hiemit
E.(ure) Furstl.(iche) Durchl.(aucht) langwirige Gesundtheit friedliche Regierung vnd
all gedeÿliche Wolfahrt wündsche, Nach welcher wündsch vnd bitte zu
Gott Jch dan verbleibe
Ew.(re) Furstl(iche) Durchl(aucht)

Unterthänigster vnd Gehorsamster

Benedictus Bahnsen.

Amsterdam.
den 6 Aprilis.
A(nn)o. 1666.


|| [1v]
Dem Durchleuchtigen Hoch=
gebohrenen Fürsten und
Heren, Heren Augustus
Hertzogen Zu Braunschweig
und Lüneburg
Meinem
gnädigen Fürsten und
HEren
zu
Wolfenbüt=
tel
.

Hierbay im
Paketlein
gezeichnet mit


BB


|| [2r]
Quatuor D.(omini) N.(ostri) IESU CHAISTI Evangeliorum Versiones per=
illam ex celeberrimo Codice Argenteo nunc primum
depromsit Franciscus Funius Fr.(ater) Filius, hanc autem ex
Codicibus Ms. tis collatis emendatius recudi curavit
Thomas Mareschallus Anglus. Accessit Glossarium
Gothicum opera ejusdem Francisei Junii. Dordrechth
typis et sumptibus Junianis. 1665. 4.2


|| [2v]
H Jacobus Meger


|| [3r]
QVATVR
D.(omini) N.(ostri) JESU CHRISTI
EUANGELIORUM
Versiones perantiquae duae,
Gothica scil.
ET
Anglo-Saxonica:
Quarum illam ex celeberrimo Codice Argenteo
nunc primum depromsit
FRANCISCUS JUNIUS F. F.
Hanc autem ex Codicibus M(anu)S(criptum)S. collatis
emaendatius recudi curavit
Thomas Mareschallus, Anglus:
Cujus etiam Observationes in utramque
versicnem subnectuntuv.

Accessit & Glossarium Gothicum: cui pramittitur
ALPHABETVM Gothicum. Runicum, & ra. operd ejusdem
Francisci Juny

Ein Buch in groß quarto, mit obeschrieben Tittull
so an E:(ure) HochF(ürst)l(iche) D(urc)hl(aucht) senden soll. ist mir wegen
herrn Junius durch herrn Vossius zu gestelt,
wunschete gelegenheit, oder addresse zu haben, solches
zu können übersenden. Er sagt von mehr andre köst=
liche arabische Manuscripten so zu bekommen sein, da=
von Er mir ein Catalogus zustellen wollte, so derselbe
zeitlich gnug kommet, sende ich bey dieser Post mitte
wo nicht, volget, beliebtes Gott, per nechstes.


|| [3v]

Anmerkungen
Roter Siegellack durchsetzt mit Rußpartikeln.
Es zeigt ein Monogramm. Dieses zentriert die Versalien H und S innerhalb eines Ovals.
Hier ist 1/3 des Lacks weggebrochen. Unterhalb des Lacks befindet sich das extrahierte Papier der
gegenüberliegenden Seite, sodass die Sollbruchstelle des Brieföffnens nachvollziehbar wird.

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