NAchdem der erste Angriff deß Vbels gestillet war/ vnd Arsidas
reden kundte/ fragte er die Aertzte vmb jhr Gutachten/ vnd wann
er sich wol auff die Reise begeben köndte. Sie sagten es were gute
Hoffnung zur Gesundheit. Aber dem Magen vnd den andern Ner-
ven/ so durch die grösse der Kälte beleydiget worden/ vnd das gant-
ze Geblüt mit einem Feber angesteckt hatten/ wolte noch ein wenig
Ruhe vonnöthen seyn. Es würde wol zugehen/ wann jhn die
Kranckheit nicht mehr als vier Tag auffhielte. Er beklagte sich
vber die Götter wegen eines so langen Säumnisses zu eben dieser
Zeit/ wandte sich zum Juba/ vnd: Ich habe/ sagte er/ Schreiben an
den Poliarchus/ welche ich meines Vnfals halben keines Wegs auff-
halten soll. Wöllet jhr mir einen verleihen der deß Wegs kündig
ist/ so wil ich sie stracks durch meiner Leute einen nach Hoff
a

[Seite 534]


schicken. Also kan ich mit besserer Gedult allhier ruhen/ biß mich
die Kranckheit wirdt verreysen lassen. Juba lobte den Anschlag/
vnd sagte/ es were schon einer bey handen der deß Arsidas Diener
be-
[898]gleiten solte. Hierauff suchte Arsidas das Packet darein er
der Argenis Schreiben verwahret hatte. Es war eben dasselbige/
welches jhm durch seinen diebischen Knecht hinweg gestolen wor-
den. Wie er es nun in den Kleydern nicht fandt/ vnd ein jedweder
sagte es were jhm nicht fürkommen/ wardt er durch den Zorn ge-
stärcket/ sprang vber der Aertzte Verbott auß dem Bette/ vnd dräwe-
te seinen Leuten den Tod/ im Fall jhm sein liebster Schatz nicht wi-
dergegeben würde. Er fieng an zu toben/ forschete embsig nach/
schrie auff Götter vnd Menschen/ vnd sahe nicht ohne Argwohn die
Mohren an/ welche zum ersten als er kranck worden/ vmb jhn ge-
wesen. Hernach beschawete er das beraubte Kleydt/ scharrete im
Kopff/ vnd fragte/ wer vnter seinen Dienern in wehrender Kranck-
heit nahe zu jhm gegangen were. Sie hatten jhm aber alle auffge-
wartet/ vnd darfür gehalten/ es würden jhm in solchem Zustandt
die besten Dienste geleistet/ im Fall sie jhn hielten wann er wolte
nider sincken. Alsdann warff jhn erst die Gewalt der Schmertzen/
so jhm in der Mattigkeit Stärcke gegeben/ nach verzehrung der
Kräfften viel hefftiger nider als zuvor. Man brachte jhm mit star-
ckem Geräuche kaum die Spraach wider/ welcher als er sich gebrau-
chen kundte; Wann je das Glück/ fieng er an/ mir beydes der Vn-
päßligkeit vnd auch der Räuber wegen so mich bestolen haben zu-
wider ist/ so wil ich es doch an mir nicht mangeln lassen/ vnd mei-
nen Fürsten hinderlich seyn. Gebt mir Feder vnd Din-
[899]ten; ich
wil heute zum Könige schreiben/ vnd jnnerhalb zweyen Tagen/
solte ich auch das Leben drüber verlieren/ zum wenigsten in einer
Sänfften mich auff den Weg machen. Ruffet bald dem Phorbas; ich
wil jhn mit meinem Schreiben noch heute fortschicken. O dem Vn-
glück! Es war eben dieser Phorbas/ der mit dem Diebstücke ent-
lauffen war. Derhalben suchte man jhn auff der Gallere vnd in der
Statt; biß man jhm anmeldete/ daß er nicht zu finden were. Stracks
fiel dem Arsidas der Argwohn eines Schelmstückes ein; welchen er
doch nicht mercken ließ/ vnd befahl noch einmal auff den Platz vnd
an den Port zugehen/ ob man jhn etwan köndte antreffen.
Dar- b
[Seite 535]

auffals er den Juba erfordern/ vnd die andern abtretten lassen: ich
halte gäntzlich darfür/ sagte er/ daß mein Knecht mich zu diesem
Kummer bringe. Dann warumb solte er sich nicht finden lassen/
sonderlich in meiner Kranckheit/ und Lebensgefahr/ wann er nicht
nach vberkommener Beuthe für mir und Africa die Flucht gebe?
Habt jhr den Poliarchus lieb/ so rechet das Vnrecht welches jhm der
Rauber gethan hat. Schickt an die vmbliegende Hafen/ und laßt Be-
fehl thun; man sol kein Frembden in ein Schiff nemmen. Diese
Nachforschung aber muß gantz verborgen geschehen; damit er vns
nicht mit einem andern Betrug herumb führe/ wann jhm zu Ohren
käme/ daß Kundtschaffer am Vfer weren. Ich wil es heute bey den
Meinigen verdeckt halten/ daß ich mich was böses von jhm besorge:

[900] wann etliche von jhnen ein Verständtnüß wegen deß Diebstals
mit jhm haben/ damit sie also betrogen werden. Juba verhiesse
dem Begehren nachzukommen/ vnd schrieb alsbaldt dessentwegen
mit trewen Leuten an die Vorsteher der Porte.

Phorbas aber hatte sich dessen zuvor schon geförchtet/ vnd war
durch das Gewissen seines Verdienstes listiger gemacht worden.
Nach vollbrachter That/ als er noch nicht gewußt was er geraubt
hette/ ist er zu Beschawung deß Wesens in ein verborgenes Ort ge-
gangen; damit/ wann nichts der Gefahr werth were/ er dem Arsidas
alles sagen köndte/ mit Einwendung er hette es darumb zu sich ge-
nommen/ weil der Herr kranck gewesen vnd nichts gefühlet/ daß es
nicht verlohren würde. Wie er aber das Packet auffgemacht/ fandt
sich erstlich ein Kettlein von Edelgesteinen/ die in Goldt versetzt
vnd in gleicher weite voneinander stunden. Hernach drey Ringe mit
grossen Steinen/ mit Baumwoll vnterschieden/ daß sich die Arbeit
nicht an einander zerriebe. Vnten lagen etliche Goldstücke. Wel-
ches alles Arsidas an seinem Leib trug/ wann jhn etwan eine Not
anstossen möchte. Vber dieses war auch ein Schreiben drinnen/ wel-
ches dem Arsidas lieber war als die köstlichsten Sachen/ vnd de-
rentwegen er diese Reise auff sich genommen. Phorbas/ wie er alles
fleissig beschawet hatte/ war er zwar fro/ daß er die Steine vnd Goldt
hinweg bekommen; aber die Schreiben machten jhm Kummer. Er
sahe daß sie dem Poli-
[901]archus zugehörten. Wannenher aber/
oder von wem sie kämen war jhm vnbewust; vnd er stundt in Sor-
gen/ es möchte jhm hierumb mehr nachgestellt werden/ als wegen
deß Golds vnd der Steine. An die Hafen zulauffen befand er nicht
für rhatsamb/ weil sie zweifels ohn seinenthalben schon verwahret

[Seite 536]


wurden. Weiter hinein in Africa zuziehen war der Leute wegen
nicht sicher/ so kundte er auch daselbst nicht zurück in Europa
kommen/ wie er wol zu thun gemeinet war. Endlich zwungen jhn
das Verbrechen vnd die Notturfft auff eine newe vnd gefährliche
List zudencken: daß er gutwillig nach Hofe reisen/ dem Poliarchus
den Brieff vbergeben/ vnd noch von seiner Vbelthat/ als wegen gros-
ser Trew/ eine Belohnung fordern solte. Nachdem er jhm nun die
weise zubetriegen/ vnd wie er es mit der Lügen anstellen mußte auß-
gesonnen/ zohe er in die nechste Statt/ vnd fragte/ welcher Weg nach
dem Hoffläger gienge: nam auch für sich vnd seinen Begleitsmann
die geschwindesten Rosse die er bekommen kundte. Auff den drit-
ten Tag sahe er von der Spitzen eines Berges die Statt liegen: hier-
auff ließ er das Pferd vnd den Gefehrten von sich/ kam allein zu der
Wacht/ sagte mit bleichem Gesichte (dann er mit Fleisse geschwinde
gelauffen war/ vnd sich auß der Farbe gebracht hatte) er eyle zum
Poliarchus notwendiger Geschäffte halben. Man führte jhn alsbald
nach Hofe. Damals aber gab es nicht Gelegenheit für den Poliarchus
zukommen/ weil er nach langer ver-
[902]wachung kaum ein wenig
eingeschlaffen war. Phorbas/ nachdem er zum Gelanor geführt wor-
den/ sagte mit stoltzen Worten/ wie er wichtiger Sachen halben/
deren Fortgang in Geschwindigkeit bestünde/ dahin verschickt
were. Als er sich nennen solte: Ich habe es/ gab er zur Antwort/ nie-
manden zu sagen ohne dem König. Ich komme auß Sicilien zu jhm/
vnd besorge mich/ es werde mit dieser Säumung welche jhr machet/
etwas in der Sach vbersehen werden/ deren wegen ich mich fast zu
todt gereiset habe.

Gelanor/ wie er von Sicilien reden hörete/ daß auch Schreiben
dannenher kämen/ vnd der Botte mit solchem eylen etwas beson-
ders brächte/ hielte er darfür/ es were wol der Wichtigkeit daß man
den Poliarchus erweckte; Doch gieng er leise zu dem Betth/ damit
er den König/ welches gefährlich ist bey denen die erst erwachen/
vnd noch nicht zu sich selber kommen sindt/ im ersten Schlaff er-
schreckte. Er hustete nur/ vnd gieng ein wenig starck auff vnd nie-
der. Wie er sich nun darvon auffmunterte: Gnädigster König/ sagt
er/ es sindt Schreiben auß Sicilien vorhanden; vnd der Bott wie ich
sehe eylet hefftig. Poliarchus satzte sich baldt im Betthe auff/ vnd
befahl jhn herzu zuführen. Derhalben gieng Phorbas mit grosser
Vermessenheit in das Zimmer/ welches er nach den Göttern am
höchsten hette schewen sollen/ vnd fieng mit vnverschämpten
Ge

[Seite 537]

berdenvnd Worten seine Fabel also an: Großmächtigster König/
ich bin einer von deß Ar-
[903]sidas Freunden. Derselbe hatte bey
seinem Abreisen auß Sicilien mich mit sich genommen. Nach dem
er euch lange gesucht/ ist jhm endlich das Geschrey von ewerem
Siege zu Ohren kommen/ darauff er seinen Weg hieher gerichtet
hat. Wir segelten allbereit nicht weit vom Vfer/ als die Seeräuber
vnsere Gallere mit dreyen Schiffen vmbringten. Wenig von vns wa-
ren mit Waffen versehen/ vnd die meisten wolten sich geben/ ehe es
zum fechten käme. Also ist Arsidas mit seinen Leuten vnd Sachen
in jhre Hände gerahten. Als sie aber alles hinweg geraubet/ vnd
Hoffnung noch einer andern Beuthe hatten/ satzte jhr Capitain dem
Arsidas den Degen an die Gurgel/ vnd: Ich sehe/ sagte er/ auß
deinen Kleydern vnd Geräthe/ daß du müssest ein Vermögender
Mann seyn. Derhalben wirst du vns nicht noch vber das jenige was
wir allbereit bekommen haben/ drey Talent baar erlegen/ so wil ich
dich auß dieser Ketten nemmen/ (dann sie hatten jhn schon ange-
schmiedet) vnd vber Bortt in die See werffen. Wannenher/ fieng Ar-
sidas drauff an/ soll ich drey Talent nemmen/ da jhr mir doch auch
meine Freyheit nicht gelassen habt? Hastu doch bekandt/ sagte
der Räuber/ als ich dich von deiner Schifffahrt fragte/ daß du an den
Mauritanischen Hoff reisen woltest. Du mußt gewiß daran nicht vn-
bekandt seyn. Ich wil einen von deinen Leuten welchen du wilst
mit diesem Bedinge auß den Eysen
[904] lassen/ daß es vmb dein
Leben geschehen sey/ im Fall er in dreyen Tagen mit benannter
Summa Gelds nicht wider kompt. Du darffst auff keinen Betrug ge-
dencken/ oder Hülffe wider vns begehren. Wir befinden vns hier
also/ daß wir weit vnd breit vmb vns sehen können. Diesem Ort
kan man weder zu Wasser noch Landt mit List beykommen. Wirdt
der jenige den du fortschickest nur noch einen mit sich bringen/ so
soltu es mit dem Hals bezahlen. Werden wir auch vnterdessen von
Schiffen angegriffen/ so wöllen wir vns deß Vnglücks wegen an dir
rechen. Als er dieses leichtfertiger vnd Barbarischer weise gesagt
hatte/ wardt Arsidas betrübt/ vnd sahe einen nach dem andern von
vns an. Endlich hieß er mich näher zu jhm tretten/ vnd sagte zu mir:
Ihr sehet/ liebster Phorbas/ wie viel ich mich euch vertrawe. Mein
Leben ligt an ewerm Fleisse. Macht euch zum König Poliarchus/
vnd zeigt jhm an wie es vmb mich beschaffen sey. Er wirdt sich drey
Talent zu meiner Rettung nicht rewen lassen. Damit er auch an der
Warheit ewerer Rede nicht zweiffeln dürffe/ so nemmet hier dieses
[Seite 538]


Schreiben (zohe es also auß den Busen) welches jhm zugehörig ist.
Wer es an ihn gegeben habe/ dörfft jhr nicht wissen. Ich vbergebe es
euch dahin zubringen/ nicht mehr damit es ein Zeugniß ewerer
Trew sey/ als daß es nit vmbkomme/ wann mich diese Seeräuber
vnverschuldter weise möchten hinrichten. Also hat er mich zu euch
geschickt/ Herr/ wie ich dann in anderthalb Tagen
[905] hieher
kommen bin: eben so lange hab ich zum rückreisen/ wann jhr den
Arsidas lebendig zusehen begehret.

Mit diesen Worten gab er dem Poliarchus der Argenis Schreiben/
als ob Arsidas es schickte. Als er sahe daß es noch vnerbrochen war/
vnd der Argenis gemeines Siegel an jhn erkandte/ erzitterte er für
Frewden. Gleichwol war er auch vber deß Arsidas Gefahr bestürtzt/
vnd in dem er den Brieff öffnete: Mein Freundt/ sagte er/ jhr seydt
wer jhr wöllet/ dem deß Arsidas Freyheit anvertrawet ist/ werdet
jhr fleissig seyn/ vnd mir jhn widerbringen/ so seydt versichert/ daß
jhr nicht so sehr den Räubern drey Talent/ als euch selber grosses
Reichthumb bringt. Ihr sollet erfahren/ wie ich ewere trewe Dienste
belohnen wil. Gelanor/ schawet zu/ damit jhm begehrtes Gelt also-
baldt außgezehlet werde. Es solte allbereit geschehen seyn. Säumet
ja nicht/ damit die Räuber wegen langen Säumnisses nicht etwan
vbel mit jhm vmbgehen. Ihr aber/ vermeinet jhr/ daß man ohne deß
Arsidas Gefahr den Schelmen begegnen/ vnd sie auß jhren Schiffen
an den Galgen bringen könne? Phorbas erschrack vber dem Wort
Galgen/ welchen er so wol verdienet hatte/ hub beyde Händt auff/
vnd: Ach nein/ sagte er/ mit vnverwandten Augen/ thut es ja nicht/
Allergnädigster König. Sie haben sehr geschwinde Schiffe/ vnd
sindt auff der offenbahren See. Gewiß würden sie den Arsidas zu
stücken hawen/ vnd mit vngerochner Flucht der vn-
[906]glück-
seligen Nachstellung lachen.


Poliarchus laß allbereit den Brieff. Es war der Argenis eigene
Handt; aber voll von kläglichen Worten. Er sahe der Selenissen
Vbelthat vnd Straff; wie auch deß Radirobanes vnehrliches Ge-
müthe/ der vnverschämpter weise die Princessin an jhren Ehren an-
gegriffen hatte. Es war aber sein Trost/ daß er nun nicht mehr lebte/
vnd durch jhn den Geist auffgeben müssen. Was für Mittel weren
aber wider den Archombrotus/ weil Meleander auff das Beylager
dringe/ vnd der Argenis kümmerlich zwey Monat frist gelassen
hette? Nachmals als er vnten den Brieff sahe/ wo man den Tag hin
zuverzeichnen pfleget/ verstandt er/ daß die Zeit allbereit verflossen/

[Seite 539]


in dem er entweder widerkommen/ oder Argenis sterben müßte.
Derhalben fieng er an vber sich selbst zuklagen; baldt fluchte er
auff das Vngewitter/ baldt auff Africa/ welches er beschützet/ vnd
dardurch sich selbst gestürtzt hette; Aber sein gantzer Zorn vnd
Unwillen fiel auff den Archombrotus. Ich wil mich erhalten/ sagte
er/ dich hinzurichten/ dich/ der du der ärgste vnter allen meinen
Feinden bist. Ich wil der Argenis Todt nachfolgen/ wann ich mich
zuvor mit deinem Todt werde getröstet haben. Wir wöllen auch
kämpfen/ wann wir nicht mehr leben werden. Keinen Frieden wil
ich von dir weder begehren noch annehmen. Wie er in solcher hitzi-
gen Bewegung war/ zweiffelte er ohn seinen Danck/ ob Argenis
jhm
[907] wol so weit trew verblieben/ daß sie auch darüber jhrem
Verheissen nach den Todt ergriffen hette. Dann was ist mehr na-
türlich dann sein Leben lieb haben? wie angenehm ist die Gewalt/
welche den Degen der in vns dringen sol zurücke helt? Endlich/
Poliarchus (gedachte er) gesetzt daß die Heyrath angetragen/ daß
der Vatter vnbarmhertzig gewesen/ daß der bestimmete Tag zu dem
Elende fürgegangen sey/ soltest du wöllen daß sie gestorben were?

Wie jhn dieser Kummer mehr kranck machte als die Wunden/
hieß er den Phorbas fordern/ dem das Geldt indessen außgerichtet
wardt. Gegen diesem war er vngehalten wegen der langsamen
Schiffung/ daß Arsidas erst nach dem andern Monat ankäme. Er er-
zehlete aber nach rechtem Verlauff jhre herumbjrrung/ wie sie zu
Cume verwarten müssen/ wie sie dem Gobrias bekommen/ vnd jhre
Schiffe durch die Wind von Italien in Africa verworffen worden.
Poliarchus hörte/ so viel es die Gelegenheit litte/ mit Frewden vom
Gobrias/ vnd fragte wo er were hinkommen. Ich weiß nicht/ sagte
Phorbas/ ohne daß ich wie mich bedünckt gehört habe er wolte in
Sicilien. Diese Wort machten dem armseligen Verliebten etwas
Hoffnung. Aber/ Herr/ redte Phorbas weiter/ mit solcher Säumung
ist es vmb den Arsidas geschehen. Lasset jhn doch den Räubern
auß den Händen reissen; jhr werdet
[908] was gewissers von jhm er-
fahren/ als mir bewußt ist. Poliarchus lobte die Trew deß Dieners/
vnd befahl jhm noch ein Talent vber die drey abzuzehlen; weil es
vonnöthen thun möchte/ daß Arsidas nach Abstattung der Räuber
nicht ohne Gelt were. Er ließ jhm ferrner ein sehr schnelles Roß
geben; auff welches Phorbas sich setzte/ damit er Mauritanien bald
fürbey kommen/ vnd sich weit vom Vfer mit seiner Beuth auß dem
Staub machen köndte.

[Seite 540]


Fußnotenapparat

a Thun] Wahrscheinlich Lesefehler
in der Bedeutung von
Pfand
(Grimm, Wb., „Tuch“, I, F, 2).
b Geräuche = Geruch, Riechsalz
(violentis odoribus)
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