55. Sz 45 1624
Lobgesang
über den freudenreichen Geburtstag
unseres Herren und Heilandes
Jesu Christi

Einzeldruck X: MARTINI OPITII | Lobgeſang | Vber den
Frewdenreichen | Geburtstag | Vnſeres HErren vnd Heilandes |
JEſu CHriſti.
| [Ornament: zwei Eicheln, nach rechts und links
weisend; darunter eine Vignette von 32 × 40 mm] | Gedruckt in der
Fürſtlichen Druckerey | zur Liegnitz/ | Durch | Sebaſtianum
Koch
.
| [Ornament: zwei Eicheln wie oben, in der Mitte ein o]

4°: A–D. Exemplare: Breslau 4 E 515/13 und Opitz’ handschrift-
lich korrigiertes Geschenkexemplar an Abraham von Bibran,
355 058 (= 4 E 513/14).

[Seite 119]

Gliederung: A1a Titel; A1b leer. A2a–A3b Widmung an Nüßler
mit Initiale von 25 × 27 mm; die erste Zeile in größerer Type.
A4a und A4b Elegia, Initiale 19 × 19 mm, am Schluß eine Zier-
leiste von 4 × 114 mm. B1a–D3b auf den Kopftitel (wie unten ab-
gedruckt) der Text des Gedichts vermischt mit den Auslegungen;
Initiale in Höhe von drei Zeilen; die einzige Randnote erscheint
auf B1a. Auf der unteren Hälfte von D3b fängt die Paraphrase
des 79. Psalms an; Ende auf D4b; darunter dieselbe Vignette wie
auf dem Titelblatt. Weder Zeilen- noch Seitenzählung. Die Typen-
größe der Widmung und der Auslegungen sticht ab gegen die
kleinere des Gedichtteils und der Hinweisworte.

Ein von Lindner II, 13 beschriebener und II, )(5b nochmals er-
wähnter Zweitdruck wäre als Einzeldruck Y zu bezeichnen, doch
ist dessen Existenz zweifelhaft. Dieser Druck soll nach dem Text
und den Auslegungen noch 1. ein paar Neujahrsgedichte; 2. das
Klagelied bei dem Kreuze unsers Erlösers und 3. ein weiteres Ge-
dicht auf das Kreuz des Herrn sowie 4. das Lied »Auf, auf, mein
Herz und du mein ganzer Sinn« enthalten. Der Lobgesang und
diese von Lindner angegebene Folge von Gedichten stehen auf
den Blättern A1–F2 der Sammlung B. Vermutlich hat Lindner
diese aus einem Exemplar herausgelösten Blätter gesehen und sie
für einen Einzeldruck unseres Gedichts gehalten. Aber auch die
Schweizer erwähnen einen Liegnitzer Einzeldruck, worin der Lob-
gesang »neben einigen wenigen andern geistlichen Gedichten ...
fünf und einen halben Bogen starck« zuerst erschienen sei.

In die Sammlung A konnte der Lobgesang nicht mehr aufge-
nommen werden. In Sammlung B dagegen erscheint er nach dem
Vorstoß als erstes Gedicht des ersten Buches. Gliederung: A2a,
unter einer Kopfleiste von 12 × 115 mm, Widmung und Elegia;
A3a und A3b die frisch hinzugekommenen Empfehlungen von
Bibran, Gruter und Bartsch; die letzten drei Zeilen sind sym-
metrisch eingezogen; darunter eine Vignette, 34 × 36 mm. Die
Überschrift des Briefes von Bibran ist meist kursiv, der Text in
Antiqualettern gedruckt. Das angehängte Gedicht sowie die
Texte der beiden folgenden Briefe sind kursiv gesetzt, die Über-
schriften aus der Antiqua. Hrg. hat vereinfacht. Von B1a–C1b
das gegenüber X um 16 Zeilen verlängerte Gedicht; Kopfleiste,
6 × 115 mm; Kopftitel fast wie bei X; Zeilenzählung nach jeder
vierten Zeile am äußeren Rand; die letzte Zahl fälschlich 272 statt

[Seite 120]


300. Kolumnentitel: Der Poetischen Wälder | Erste Buch.;
von C1 an rechts: Erstes Buch. Von C1b (unten) bis D3a (unten)
die Auslegungen. Die Vershinweise in Zeilenmitte über der je-
weiligen Auslegung, gewöhnlich so: v. 51.; abweichend, vers.28.;
v. eod.; v. fehlt bei 170; Druckfehler v.61 statt v.161. Die letzten
drei Zeilen auf D3a sind symmetrisch eingezogen; ein kleines
Ornament, drei Eicheln um ein (o), bildet den Abschluß. Die
Psalmparaphrase, die in X nur Lückenbüßer war, fehlt; sie er-
scheint später in Silvae auf S. 13.

Sammlung C, Teil I, S. 2–32. Die Anordnung von B ist beibe-
halten. S. 2, Zierleiste von in C1 14 × 79 mm, in C2 8 × 82 mm;
darunter die Widmung an Nüßler; unter deren Ende, S. 4, Strich
von C1 79 mm, C2 84 mm. Nach der Elegia und den Briefen, die
typographisch wie in B erscheinen, ein in C1 und C2 identisches
dreieckiges Ornament von 44 × 56 mm. S. 9, Kopfleiste von S. 2
wiederholt; der Kopftitel hat eine von Sammlung B leicht ab-
weichende Zeileneinteilung; Zeilenzählung und Text weitgehend
wie in B; sogar der Druckfehler 272 statt 300 wurde übernom-
men. Kolumnentitel: Der Poetischen Wälder | Erste Buch. von
S. 10–32.

Sammlung E, S. 244–272, wie folgt: Eigener Zwischentitel auf
S. 244: 244 | MART. OPITII | Lobgesang: | Vber den frewden-
reichen Geburtstag | vnsers HErren vnd Heylands Jesu Chri- | sti:
Nebenst andern geistlichen Gedichten. S. 245 unter Kopfleiste,
11 × 74 mm, die Widmung; etwa in der Mitte von 247 endet sie,
und nach einem Strich von 73 mm beginnt die Elegia; die vier letzten
Zeilen stehen auf 249; unter einem gleichen Strich wie auf S. 247
folgt hier nur Bibrans Brief mit dem sechszeiligen Gedicht »Hos
tibi ...« Auf S. 250, unter Kopfleiste von 3 × 74 mm und dem
Kopftitel, der Text des Gedichts. Zeilenzählung ist links in den
Einzug jeder vierten Zeile gerückt; insgesamt nur 292 Zeilen, da
197–204 gestrichen wurden. Es folgen die Auslegungen 259–272,
deren Ende nicht weiter markiert ist. Von 245–249 stehen die
Seitenzahlen oben in der Mitte der Seite; von 250–259 lauten die
Kolumnentitel: Lobgesang | Auff die Geburt Christi. Von 260–272,
Außlegung | deß Lobgesangs.

Bodmer und Breitinger, zweite Zählung S. 1–41, führen den
Lobgesang mit einer »Historischen Nachricht« ein, bringen alle
Präliminarien sowie Opitz’ u. eigene Anmerkungen. Triller, Teil

[Seite 121]


III, S. 219–36, bringt Text, Auslegungen und gleichfalls einige
eigene Fußnoten. In DNL druckt Oesterley den bloßen Text auf
S. 187–93 und erklärt zwei Wörter. Keiner der Herausgeber
druckt nach X, da überall die 12 Zeilen 125–36 aus B→ erschei-
nen. Triller und Bodmer/ Breitinger bringen den Text nach E,
doch fügen sie die dort getilgten 8 Zeilen (197–204) hinzu. Oester-
ley, entgegen der Feststellung in seiner Einleitung S. XLVI,
druckt nicht nach der Ausgabe letzter Hand, sondern kombiniert
aus B→.

Die ersten zwei der drei von Opitz selbst zusammengestellten
Ausgaben beginnen (nach dem Vorstoß) mit unserem Lobgesang,
eine Anordnung, die des Dichters hohe Bewertung dieses Werkes
klar zum Ausdruck bringt. In der dritten steht der Lobgesang
etwas über die Mitte hinaus. In B, C und E folgen diese drei Ge-
dichte: »Auff den Anfang des 1621. Jahres«, »Auff den ersten
Januarij/ 1625« und »Klage(lied) bey dem Creutze vnsers Er-
lösers«. In B und C folgen sodann »Auff das Creutze des HErrn«
und »Auff die Weise des hundert vnd vierdten Psalms«. E bringt
statt der letzten zwei Gedichte zwei andere, nämlich »Der Buß-
fertige« und »O Jesu/ Laß mich eins auß den Hündlein sein«.
Dann folgt jeweils die Übersetzung von HeinsiusLofsanck.

Die intensive Beschäftigung mit diesem Lofsanck, den Opitz
1621 schon übersetzt hatte (Nr. 45), dürfte ihn dazu angeregt
haben, selber ein Gedicht dieser Art zu schreiben. Die Wahl eines
christlichen Themas erschien außerdem in der Nähe des wegen
seiner Frömmigkeit bekannten Herzogs Georg Rudolf ganz natür-
lich. Doch hielt Opitz’ Begeisterung auch noch nach der Abreise
aus Liegnitz an, denn laut der Widmung an Nüßler und den Zeilen
17–32 des Gedichts, ist dieser Lobgesang in Siebenbürgen ent-
standen. Er muß dann bald nach der Rückkehr durchgesehen und
in den Druck gegeben worden sein. Die Auslieferung erfolgte
jedenfalls fast genau zu dem in der Widmung angegebenen Da-
tum, denn mit einem Brief vom 7. Februar 1624 an den Rat
Michael Bartsch schickte Opitz aus Liegnitz mehrere Exemplare
zur Verteilung in Schweidnitz.

Der Lobgesang stellt Opitz’ Beitrag zur volkssprachlichen
christlichen Epik dar, einem beliebten und dankbaren Gebiete,
auf dem Du Bartas und Heinsius zuvor schon Beachtliches ge-
leistet hatten und auf dem Milton 1667 den höchsten Ruhm ernten

[Seite 122]


sollte. In ziemlich genauer Anlehnung an Opitz schrieb Tscher-
ning 1635 seinen Lob Gesang Vber den frewdenreichen Geburtstag
vnsers HErrn vnd Heylands JESU Christi,
ein Gedicht von 284
Alexandrinerzeilen; Borcherdt Nr. 26.

In der äußeren Anordnung folgt X ganz dem Lofsanck des
Heinsius: hier wie dort stehen Verse und Anmerkungen auf dem-
selben Blatt, ja sind ganze Seiten nur mit Erklärungen angefüllt.
Zumindest ist die Gelehrsamkeit der Dichtung nicht untergeord-
net. Wie Heinsius, schließt Opitz das Werk mit einer Psalm-
paraphrase ab (jedenfalls in der Ausgabe von 1622). Als eine Art
Vorarbeit für den Lobgesang darf man das Gedicht »Auff den An-
fang des 1621. Jahres« betrachten und natürlich die Übersetzung
des Lofsancks. Horst Nahler (S. 70) weist darauf hin, daß die zeit-
liche Nachbarschaft und die thematische Verwandtschaft aus die-
sen drei Werken einen zusammenhängenden Komplex machen.

Unser Abdruck folgt im Gedichtteil dem Erstdruck X, stellt
jedoch die Auslegungen nach der Anordnung in B→ hinter den
Text des Gedichts. Die in den verschiedenen Sammlungen ver-
schieden gehandhabten Druckanordnungen sind, ähnlich wie bei
Nr. 53, vereinheitlicht worden. Das hauptsächlich benutzte Exem-
plar von X ist das durch Kirchner an Abr. v. Bibran übermittelte,
dasselbe, wofür sich Bibran in seinem Brief bedankt. Es trägt den
handschriftlichen Vermerk: »Abr. à Bibran | d.d.d. | Martinus
Opitius«. Auf Bl. D2b hat Opitz den Fehler Ambrosius in Arnobius
verbessert. Ein zweites Geschenkexemplar mit eigenhändiger
Widmung an den Liegnitzer Hofprediger Hossman befindet sich
in der Landesbibliothek zu Dresden, Signatur Lit. Germ. rec.
B 203, 16. Nach gütiger Mitteilung des amtierenden Direktors,
Herrn H.Deckerts, lautet der Vermerk: »CL. Theologo Dn. Eliae
Hossmann
Dn. et fautori suo strenae loco mittit Martinus Opi-
tius«. Auch hier ein Hinweis auf die Veröffentlichung um oder
bald nach Neujahr. Über Hossmann siehe Nr. 71.

Hugo Max hat unsern Lobgesang in seiner charakteristischen
Manier behandelt und daran so gut wie nichts Lobenswertes ge-
funden, wie er ja auch an der Übersetzung des Lofsancks wenig zu
preisen wußte; S. 84–92. In eingehender Weise würdigt Paul
Böckmann an dem Beispiel des eigenen Lobgesangs wie auch im
Bezug auf die Übersetzung die Bemühungen Opitz’ um die reli-
giöse Dichtung in seiner Zeit. Böckmann nennt Opitz den »Be

[Seite 123]

gründer
des protestantischen Literaturbarocks in Deutschland«.
Siehe Archiv f. Reformationsgesch. LVII (1966), 182–207. Die
Psalmenparaphrase, eine sapphische Ode, wird mit drei Strophen
von Conrady (S. 199 f.) zitiert; er bezeichnet die darin vorkom-
mende Satzreihung als »ohne Zweifel eindringlich« und stellt eine
Verbindung mit Gryphius’ Gedichten her.

a

DEstinatum tibi, NÜSSLERE, frater jucundissime, adhuc in
Dacia, ubi calamum ei primum admovi, hunc hymnum fuisse vel
adjecta sub ejus initium elegia (si hoc nomen languidi versus meren-
tur) ostendit. Caussas, quae me tum adducebant, habebam quidem
satis justas, non minores tamen ab eo tempore quo ad vos re-
versus sum accesserunt. Nam ut de incomparabili amicitia nostra
non dicam, quae a pueris ductu quodam naturae singulari ita
crevit, ut de ea non ii solum, quibuscum hactenus viximus, testari
possint, verum etiam posteritas ipsa, si qua illi cura nostri erit,
beneficio carminum ad notitiam ejus perventura sit: erectum istud
ingenium tuum, varia doctri-[A2b]na et judicium ante annos ex-
quisitissimum ita me ceperunt, ut fugientium optimarum artium,
quae temporum horum calamitas est, non mediocre ornamentum
esse te semper existimaverim. Accedunt sacrarum literarum
studia, quibus tu, quotiescunque occasio datur, ita indulges, ut
praeferre te haud paucis illorum quoque audeam, qui has solas
profitentur. Opus autem esse mihi etiam hoc exemplo tuo contra
illos autumo, qui, si quando in vitam nostram, fori negotiis ex- c d e f g h i j

[Seite 124]

positam
potissimum et nihil minus quam austeram, oculos con-
jiciunt, de iis quae majoris momenti sunt, aut raro nos admodum
aut vix bona fide cogitare opinantur; quos tamen ipsos nonnun-
quam ex eorum esse numero,

Qui Curios simulant et Bacchanalia vivunt,

locus iste non permittit ut recenseam. Porro, quoniam eo seculo
nati sumus, quo gratis nec offertur quicquam nec accipitur, te, a
quo extra constantem amicitiam nihil po-[A3a]scimus aut ex-
pectamus, donare hac strena voluimus, ut videant obtrectatores,
nos praeter benevolentiam bonorum et honestam nominis existi-
mationem nihil amplius expetere.

35 ϑησαυϱὸς μέγας ἔστ ἀγαϑὸς φίλος

et ea excipiuntur humaniores literae gratia, ut ultro etiam eximii
se passim offerant patroni, quorum splendore, munificentia et
authoritate contra aemulorum pariter et fortunae insultus tueri
se nullo negotio possunt. De aliis non dicam, cum unicum illustris
viri Henrici de Stange, patris Musarum, exemplum mihi sufficiat,
cui literatissimo equiti ingentem me ac prope solum studiorum
meorum fructum debere ne hic quidem subticere possum. Cae-
terum praeter dignitatem materiae, qua sane meliorem nemo
poetarum unquam suscepit, si quicquam in hoc carmine quaeris,
omnino frustra es. Quae mea tum scribentis conditio fuerit, quam
gravissimus me morbus invaserit, [A3b] quibus curis involutus
haeserim, non semel audivisti. Ab ejusmodi autem homine vivi-
dum aliquid et quod cogitationes vulgi excedat proficisci posse
neque tu credis, NÜSSLERE, neque quisquam alius, qui remoto
livore divinae artis sublimitatem paullo accuratius secum per-
pendit. Propter solum itaque argumentum, circa cunas dulcissimi k l m n o p q r s t u v

[Seite 125]


Servatoris nostri occupatum, haec amabis; aut si inibi quoque
aliquid aliud boni invenies, hoc ipsum etiam eidem unice asscribes,
absque cujus auxilio nihil uspiam efficere mortales posse nemo
Christianorum ignorat. Vale, frater jucundissime, cum amplissimo
Kirchnero nostro, et hostes literarum fortiter nobiscum con-
temne. Lignicii, Propr. Cal. Januarias, Anni M.DC.XXIV.

w x
INgentes animae, sanctae quas impetus aurae
Immortale olim condere jussit opus,
Caelestes tantum nobis quod narrat amores,
Non Venerem et coeci tela pudenda dei,
5 Quale tibi surgit, Prudenti maxime, carmen
Et tu, Lactanti, raptus ad astra canis,
Si licet et fas est, vestris date fontibus ora
(Nil huc Pegasidum nam facit unda) rigem!
Virgineos partus, quid versu dignius esset?
10 Natalemque hominis, qui Deus ipse, canam.
Gens humana veni; cunas spectabimus illas,
Quas tua vera salus vitaque tota premit.
Tam festa cessent aliena negotia luce,
Nil urbes vani, nil ager ullus agat,
15 Priscorum sileat sapientia coeca sophorum,
Velaque Neptuni pallida turba legat,
Caussidici metuant venales solvere linguas,
Hostiles ponant arma cruenta manus:
z aa ab ac ad
[Seite 126]

Author pacis adest, superumque hominumque voluptas.
20 Spectatum huc avide gens venit ipsa poli.
Nec faculis opus est: ostendunt sidera parvam,
Qua magnus vitae Sol jacet ille, casam.
Dulce decus rerum, generis lux unica nostri,
Quem pronis animis mundus uterque colit,
ae 25 Si tibi marmorei pereuntia limine templi
Munera et Eoi non damus orbis opes,
Paupertas pietatis amans exosaque fraudi
Et mens plena fide te, puer alme, capit.
Simplicius quid erat miseris pastoribus usquam?
30 Tu tamen hos primos in tua sacra vocas.
Dum domini rerum et vincti fortasse Lyaeo
Reges lenta gravi membra sopore levant,
Plebs contempta, capax fidei tamen, occupat antrum
Neglectis gregibus laeta libensque tuum
35 Occuritque tibi; sic his quoque versibus (illos
Non ignoro tui muneris esse) fave!
Et tu, fide mihi semper, NÜSSLERE, sodalis,
Quem Musae norunt et Themis esse suum,
Huc, magnae steterat qua prisca colonia Romae,
40 (Non licet hoc etenim corpore) mente veni,
Et vati largire tuo (majora quis optet?)
Vel paullum ex genii nobilitate tui!
Nam me languor edax et membra exercita morbis
Vix digitos, taceo plura, movere sinunt.
45 Hora tamen clemens post tot discrimina rerum
In patria rursum te mihi junget humo.
Interea (nam sola fere mihi vota supersunt)
Vive et me melius, dulcis amice, vale!
af ag ah ai aj ak
[Seite 127]

al

Genethliacum tuum hymnum ante vidi et accepi, mittente CL.
Kirchnero. Exproman totum pectus: UNICUS ES NOSTRAE
SILESIAE OCELLUS. Vita tibi supersit et circumfundes ei no-
vam lucem ab hoc Sole litterarum! Si sint ex vulgo qui contem-
nant, contemne ut vulgus, immo eos arce et abige ab istis sacris!
Nudius tertius cum in luctu lachrymae oculos et animum mihi
exhaurirent (ob obitum fratris) hymnum tuum legi. Juvit et hanc
parodiamao mihi expressit.

HOs tibi dant calamos Musae, divine Poeta,
Virgilio quos ante suo, quibus ille solebat
Cantando rigidas deducere montibus ornos.
15 Non injussa cano: si quis tamen hoc quoque, si quis
Captus amore leget, te Musae, dulcis Opiti,
Te nemus omne canet: NON PHAEBO GRATIOR ULLUS.


Scriptio certe isthaec tua, mi Kirchnere, fuit mihi loco nepen-
thes homericae, hymni vero Opitii instar nectaris atque am-
brosiae, tanto quidem magis, quod in iis non omisisset insubidi
mei epigrammatis memoriam. Eo enim ipso colligo, amari me
adhuc atque aestimari ab illo, in quem nihil contuli ejus quod
debui.

At illa Alexandrina carmina Christianae notae ne nobis in-[A4b]

[Seite 128]


videas, O Opiti, mundo digniora sunt, quam scrinio quamvis
Dareij.

Clarissime Opiti, amice longe desideratissime, pro suavissimo
pientissimoque hymno tuo gratias agimus tibi ingentesaq. Ipsa
profecto Pietas hunc tibi ad calamum dictitavit, omnesque
Gratiae et Veneres manus in eo suas abluerunt. Non memini me
jamdiu aliquid doctius et absolutis legisse.

ar

[.2] as
MARTINI OPITII
Lobgesang
Vber den Frewdenreichen Geburtstag
vnsers HErren vnd Heylandes
JEsu Christi.

ICh bin/ O Jesu/ zwar bereitet deine Krippen/
Vnd dich/ du süsses Kind/ mit diesen meinen Lippen
Zu preisen jnniglich; gleich wie ich vormahls pflag
Mit frewd vnd lust zu thun/ wann dieser hohe tag
5 Gewündschet kommen war. Dann kan auch auff der Erden
Wol etwas besseres von vns erfunden werden/
Mein Heyland/ als dein Lob/ im fall in vollem Chor
Sich jederman erhebt/ schwingt seine stimm’ empor/
at au av aw ax ay
[Seite 129]

Vnd wil nicht letzter sein? wie wann im wettelauffen
10 Ein jeder sich bemüht vor dem gemeinen hauffen
Zu treffen auff den zweck/ sticht seinen Klepper an/
Der sieges hoffnung vol/ nicht minder als der mann/
Den Wind schier vberholt/ vnd wann er vnterweilen
Ihm auff der Ferssen nach ein ander Pferd hört eilen/
15 Da gischt er/ scheumt vnd schnaubt/ giebt auff den staub
nicht viel/

Reist seinen Reuter fort/ vnd bringt jhn an das ziel:
So solte mir auch sein. Ach! aber ich bin kommen
Wo fug (vnd auch fast recht) zu singen ist benommen/
In diesen wilden ort/ da niemals keine gunst
az 20 Gewesen/ noch wird sein zu einer freyen Kunst:
ba Da alle Liebe liegt/ die stimme zu erheben/
Auff art der schönen schar die vmb die Wiegen schweben
Darein man dich/ O Kind/ O grosses Kind gelegt/
Das zwar gewieget wird/ vnd doch die Welt bewegt.
bb Kein Tempel ist hier nicht in dem ich könte hören/
26 In meiner sprachen zwar/ diß dein Geburtsfest ehren/
An dem du worden bist das was wir Menschen sein/
Vnd bleibst doch wahrer Gott; bist Gott vnd Mensch allein.
So hab’ ich auch bißher nicht wenig abgenommen/
30 Bin einen grossen theil von meinen krefften kommen/
Durch kranckheit welche mich noch jetzt nicht gäntzlich lest:
Was sonsten mehr hier ist/ ist grimmer Frost vnd Pest.
Doch richtet mich noch auff/ das auch ein gutt gedancken
Dich ohne red’ erweicht; das gar kein ziel/ kein schrancken
35 Für deine Gottheit ist; du schleust dich nirgend ein/
Lest dir ein reines Hertz’ an statt der Kirchen sein.
bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn
[Seite 130]

Drumb nim/ O JEsu/ an/ nim an mit dem gesichte
Das Erd’ vnd Meer erquickt/ mein niedriges getichte/
So dich/ O höchster lobt/ vnd einig auff dich sieht;
40 Du hast auch nicht verschmeht der armen Hirten lied/
Im fall es schon nicht war mit worten außerlesen.
Vnd wolte/ wolte Gott! ich were da gewesen/
Ihr Hirten/ vnter euch/ vnd hette diese Nacht
Daselbsten auch wie jhr mit wachen zugebracht;
45 Ich hette wol/ wann ich das Kind gesehen liegen/
Ein grünes Lorberlaub geflochten vmb die wiegen;
bo Weil sonst die rawe lufft des Winters alles feldt
Vnd aller Blumen ziehr mit Eiß verschlossen helt.
Ich hett’ ein schlechtes Lied mit euch auch wollen singen/
50 Ein schlechtes Lied/ das Gott jhm doch gar wol lest klingen;
Alexis würde gantz vergessen worden sein/
Vnd auch der Galathee mit jhrer Liebespein.
O welch ein lieber tag an dem wir Menschen finden
Vor armut überfluß/ genade vor die sünden/
55 Vnd vor verachtung ruhm; an dem die sterbligkeit
Verkehrt wird in den fluß der vnerschöpfften zeit!
O welch ein lieber Tag/ ein Tag den Menschen sinnen/
Wie hoch sie jmmer gehn/ mit nichten fassen können!
Gott wird ein warer Mensch; deß Vaters wort vnd rhat
60 Nimpt Fleisch vnd Blutt an sich/ O grosse wunderthat/
Zwar vber die vernunfft/ nicht vber vnsern glauben.
Der Gottheit die er hat lest er sich nicht berauben/
Vnd lest nichts mangeln auch der Menschheit die er nimpt;
Bleibt was er war vorhin/ vnd wird was er bestimmt.
65 Kein Mensch auff dieser Welt vermochte Gott zu werden/
Jetzund wird Gott ein Mensch/ kömpt zu vns her auff Erden.
Der so war ohne zeit/ hebt jetzund an zu sein/
Ist auch des Menschen Sohn/ nicht Gottes Sohn allein.
Ein Kind ist vns gebohrn/ ein Sohn ist vns gegeben/
70 Meßias vnser Heil/ durch den wir alle leben.
bp bq br bs bt bu
[Seite 131]

Der HERR der höher ist als alle Himmel sind/
Vnd tieffer als die Erd’ ist jetzt ein schwaches Kind.
bv Der auffgang aus der Höh’/ vnd der den Cherubinen
Gegeben jhren schein/ dem so viel Engel dienen/
75 Der vmb den Himmel her die schönen Wolcken streckt/
Der Vieh vnd Feld bekleidt/ liegt hier mit Schilff bedeckt.
Der glantz der Herrligkeit/ für dem die Erde zittert/
Für dem der tieffe grund der Berge wird gesplittert/
Kömpt zu erhalten das durch seine güttigkeit/
80 Was er durch seine krafft erschaffen vor der zeit.
Der Vater ewiglich wird jetzt ein Kind auff Erden/
Auff das wir nun hinfort auch Gottes Kinder werden;
Er wird dahin gelegt in einen schlechten Stall/
Auff das vns werden kan des Himmels schöner Saal/
85 Er lest die wilden Thier’ jetzt stehn zu seinen Füssen/
Den Engeln vns hierdurch in künfftig einzuschlissen:
Der Quell des Lebens selbst liegt an der Mutter Brust/
Das vnsre Seele nur krieg’ jhre ware Kost.
bw Jetzt wird Emanuel vernewern alle sachen/
90 Verendern das Gesetz’/ vns frey vnd ledig machen:
Jetzt wird der Menschen witz/ vnd weißheit gantz gefellt/
Dann Gottes Weißheit wird gebohren auff der Welt.
Jetzt wird die wilde See sich sicher treten lassen/
Der Taube wird gar wol die rede können fassen/
95 Der Stumme wird gehört/ die Lamen werden gehn/
Die Krüpel grade sein/ die Todten aufferstehn.
Der rawe Boreas wird jetzt sich nicht bewegen/
Der strenge sturm der See wird seine Wellen legen/
Vnd vnterthänig sein. Der Brunnen sand vnd Koth
100 Wird als ein Pflaster sein für blinder Leute Noth.
O Hochgezihrter Tag/ ein Tag des Heils vnd Ehren/
Ein Tag an welchem vns die Engel selber lehren/
bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci
[Seite 132]

Ein rechter Frewdentag vol Herrligkeit vnd Pracht/
Ein Tag den vns der HErr der Herren selbst gemacht.
105 O welch ein schöner Tag/ an dem vns ist gebohren
Der vor dem Tage war/ vnd der den Tag erkohren/
Das Liecht geschaffen hat. Ein Tag den Abraham/
Den Jacob lange zeit vorhin zu Hertzen nam/
cj Ein Tag den Isaac sah’ als er nichts kunte sehen;
110 Ein Tag an welchem das noch endlich ist geschehen
Darauff die Väter schon vor vieler zeit gehofft
Vnd der Propheten Volck so sehnlich hat gerufft.
Ein Tag da alle Welt daran bestürtzt muß werden:
Augustus der verschreibt den gantzen Kreiß der Erden/
115 Schleust Jani Tempel zu; Herodes bebt vnd zagt/
Die Weisen sehn den Stern der Ihnen Gott ansagt/
Der Schrifftgelehrten witz verstummt ob diesen dingen/
Die Brunnen geben Oel/ die Engel selber singen/
Der armen Hirten Volck thut was es sol vnd kan/
120 Der Ochs vnd Esel stehn vnd beten das Kind an.
ck Ey kompt/ kompt last vns doch die zelle recht beschawen
In der der Heiland liegt; kompt zu der grossen frawen
cl Die doch noch Jungfraw ist/ vnd jhres Sohnes Kind:
Kompt last vns recht besehn den schönsten so man find.
125 Wer hette doch vermeynt/ O Samson hoch von Thaten/
Daß deine starcke Macht da solte hin gerahten
Wo bloß ein schwaches Weib/ ein Weib dich grossen Mann
Nach jhres Hertzens Lust gefangen nehmen kan?
Die arme Delila/ die Menschen voller Sünden/
130 Die sollen dir/ O Held/ die Hende können binden?
Die sollen gleichsam dir verzaubern Hertz vnd Sinn/
Daß du aus Liebe dich in jhre Schoß legst hin?
Ich dörffte fast von dir mit jenem Alten sagen/
Daß Lieb vnd weise seyn gar selten sich vertragen:
135 Alleine du erwehlst das was die kluge Welt
Nach sterblicher Vernunfft für lauter Thorheit helt.
cm cn co cp cq cr cs ct cu cv
[Seite 133]

Hat dieser Hände krafft die Himmel können bawen?
Sind das die Augen auch so auff die Völcker schawen?
Hat dieser zarte Mund der noch nicht reden kan
140 Vorzeiten das Gesetz’ vns Menschen kund gethan?
Ach! seht wie klein’ vnd schwach ist doch vmb vnsert willen/
Der Himmel/ Erde/ See vnd alles kan erfüllen.
Er kömpt in trüber nacht/ im Winter/ arm vnd bloß/
Hat vmb vnd vber sich Schnee/ Reiff vnd strengen schloß.
145 Er muß auff Hew vnd Stro an statt der Bette liegen/
Der Stall ist sein Palast/ die Krippe seine Wiegen/
Die für Tapecerey mit spinnen ist vmbwebt;
So elend ist der ort wo vnser Heiland lebt!
Doch ruht er schon nur hier/ so hat jhn doch vmbgeben
150 Der gantze Himmel selbst/ die reinen Geister schweben
Vmb jhren Fürsten her/ vnd singen jhm allhier/
Gleich wie sie auch zuvor gesungen für vnd für.
Man sieht sein armut wol der Gottheit macht verschweigen;
Doch stehn die Sternen da so klärlich auff sie zeigen.
155 Zwar dieses werthe Kind liegt auff dem Hew vnd klagt/
Doch hat es schon zuvor der Auffgang angesagt.
cw Der schöne Lucifer/ der tröster dieser Erden/
Kan mit des Sternes ziehr gar nicht vergliechen werden/
Der jetzt sich sehen lest. Die grosse Schlange weicht/
160 Die Jungfraw schemet sich/ des Löwen glantz verbleicht/
Junonis Fisch der Krebs zeucht zu sich seine scheren/
Der starcke Hercules begehrt sich nicht zu wehren/
Vnd kniet nach seiner art. So viel als Liechter sein/
Die in den Wolcken stehn verendern jhren schein/
165 Vnd werden sämptlich blaß. das helle Radt der Sonnen/
Wie klar es jmmer ist/ giebt williglich gewonnen.
cx cy cz da db dc dd de df dg dh
[Seite 134]

Die weisen Könige sind sehr darob erfrewt/
Vnd machen sich das Kind zu grüssen bald bereit.
di Sie ziehen schleunig hin/ vnd Opffern jhre gaben/
170 Das Hertze zuvoraus/ dem angenehmen knaben/
Der aller König ist/ wiewol er sitzt vnd klagt
In seiner Mutter schoß/ der außerwehlten Magt/
Der Frawen ohne Mann/ an Leib vnd an Gemütte
Von aller vnzucht frey/ vol Gottes gnad vnd gütte/
175 Die was sie nicht begreifft doch saget mit der that;
Sie habe den Gebohrn der sie erschaffen hat.
Vor diesem hat sie sich im Hertzen vnterwunden
Den Himmel auffzugehn/ mit dem sie nun verbunden
Vnd gleich vermählet ist/ hat auff das Kind gedacht/
180 Auff das die Völcker nun so lange zeit gewacht;
Hat vber alles Lob die Jungfraw hoch erhaben
Die Gott mit diesem Glück vnd ehren wird begaben/
Das sie sol Mutter sein/ des Kindes das die Welt
Vnd alles was hier ist hat in den grund gestellt.
185 Jetzt ist jhr alles new/ jetzt ist sie in dem orden
Im dem von anbegin noch keine funden worden/
Jetzt sieht sie klaren schein doch keine Sonne nicht/
Sie siehet zwar die nacht/ doch heller als das Licht.
Bald wirfft sie auff das Kind die niemals falschen Augen/
190 Das jhr den Hals vmbfengt/ vnd jetzt begint zu saugen
Die wunderbahre Milch/ so nicht aus Menschen Brunst
Entsprungen/ sondern nur aus blosser Himmelsgunst.
dj Geht weit von hinnen weg/ geht weit jhr schnöden Weiber/
Die so jhr bloß auff pracht/ auff ziehr der geilen Leiber
195 Die sinnen habt gesetzt; Hier ist die arme Magdt
Die Gott/ der Liebe selbst/ vnd nicht der Welt behagt.
Geht weit weg die jhr nur/ die Männer auffzuwecken/
Den Nacken/ Brust vnd Halß gantz frech pflegt zu entdecken:
dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx
[Seite 135]

Maria so hier sitzt entblöst nur dem die Brust
200 Der Menschen/ Vieh vnd Wild enthält mit seiner Kost.
Macht Euch von hinnen auch die jhr nichts pflegt zu wissen
Als nur von üppigkeit/ von vnverschämten küssen/
Vnd kompt der Ehe vor mit hoffnung voller list;
Hier ist nur die so den der Gott vnd jhr ist küßt.
205 Den so sie eher schon im Hertzen hatt’ empfangen/
Als in der zarten schoß; nach dem jhr sinn gehangen
Von erster Wiegen an: dem schreybet sie sich zu/
Der ist jhr gantzes All/ jhr trost/ vnd jhre rhue.
Das thut des Menschen Geist/ wann er das Fleisch verlassen/
210 Vnd gantz sein selber ist/ so hebt er an zu hassen
Was Fleisch vnd Blutt gefellt; lebt in dem Leibe zwar/
Vnd wird vor andacht doch sein gleichsam nicht gewar.
Vor allem lest er nie die Augen der gedancken/
Gleich wie die Lieber thun/ von seinem Schöpffer wancken/
215 Schawt vnverwandt jhn an. Dann wann schon vnser sinn
Vom Geist entzündet wird/ so sieht er nirgends hin
Als bloß nur auff den Geist: Wie Fewer alle sachen
Die es ergreiffen kan zu Fewer pflegt zu machen.
So als Maria wird in dessen Lieb’ entzündt
220 Der nichts als lieben kan/ so kömpt er/ wird jhr Kind.
dy Ach nahet euch herzu/ kompt her jhr keuschen Frawen/
Ihr reines Weibesvolck/ die Mutter anzuschawen
So doch noch vnbefleckt: hier ist nichts vmb vnd an
Das eine Jungfraw nicht gar wol betrachten kan.
225 Kompt tretet näher her/ das schöne Kind zu grüssen/
Zu tragen auff der Hand/ zu halsen vnd zu küssen:
Lernt von Marien auch wordurch man Gott behagt/
Die seine Mutter ist/ vnd nennt sich doch nur Magdt;
dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en
[Seite 136]

Sie ist voll Heiligkeit/ vol Gottes den sie treget/
230 Bringt reden an den Tag/ vom Himmel angereget/
Die zwar gantz Göttlich sein; doch gleichwol was man weit
Vor andern worten hört/ das ist von niedrigkeit.
eo Auch Joseph sitzt allda/ der sie pflag zu bewahren/
Vnd jetzund auch das Kind/ verwundert ob den scharen
235 Des Himmels voller glantz/ vnd ob der zarten Braut/
Die GOtt gebohren hat/ vnd jhm doch ist vertrawt.
O Bethlehem/ sagt er/ du hast zwar jetzt verlohren
Den Pracht der Könige von denen Ich gebohren/
Wol edel aber arm; doch kömpt hier in sein Reich
240 Ein ander König an dem nichts auff Erden gleich.
Sey sehr von mir gegrüßt. Der Auffgang wird dich ehren/
Vnd auch der Niedergang wird deinen Namen hören.
Die Insel Creta selbst/ des Jovis Vaterlandt
Soll künfftig gegen dir sein gäntzlich vnbekandt.
245 Die ewige Stadt Rom wird neigen jhre Krone
Vnd jhres Adlers macht/ vor deinem grossen Sohne/
ep Wird bey Apollo nicht mehr suchen Prophecey/
Vnd sagen das in dir jhr Gott gebohren sey.
eq Nicht minder lassen sich die armen Hirten finden/
250 Die Weisen dieser Welt vnd Herren sind dahinden/
Vnd schlaffen sicherlich; kein grosser König wacht/
In dessen kömpt der HErr wie ein Dieb in der Nacht.
Das vngelehrte Volck so nichts nicht weiß zu schreiben
Von Weißheit Witz vnd Kunst/ vnd gleichwol doch kan gleuben/
255 Wird einig auserwehlt zu sehn den newen Gast/
Den Gast in Israel der einfalt niemals haßt/
Die vor der Welt nicht taug. Sie werden jetzt gelehret
Was nie kein weiser noch zu vormals je gehöret/
Das Christus sey gebohrn/ der Hirte der die Welt
260 Für seinen grossen Stall/ vns für die Schaffe helt.
er es et eu ev ew ex ey
[Seite 137]

ez Geht nun im frieden hin/ geht hin jhr albern Leute/
Wie zwar die meinung ist/ sagt ewrer mitpursch heute/
Das was jhr habt gesehn/ singt von der newen zeit/
Darauff die alte Welt so lange sich gefrewt.
265 Wir wollen/ auch mit euch von Hertzen vns erheben/
(Die Hertzen aber wird vns Christus selber geben)
Vnd ernstlich danckbar sein. weg aller stoltz vnd pracht/
Weg alles gutt der Welt/ das keinen selig macht.
Fort mit dem schnöden thun; wir wollen bloß gedencken
270 Auff dich/ Emanuel/ vns künfftig zuzulencken/
Zu richten vnsern sinn auff deine Niedrigkeit/
Auff das wir fähig sein der Gottheit nach der zeit.
Wir wollen Menschenwitz vns hier nicht meistern lassen/
Der nichts bey dir verfängt/ vnd nur zu zanck vnd hassen
275 Bey Leuten anlaß giebt. Schick/ O du süsser hort/
Vns deines Geistes krafft/ gieb das wir ja dein wort/
Du Wort von ewigkeit/ recht lernen vnd betrachten:
Gieb das wir alles Creutz vnd Noth getrost verachten;
Der du auch arm vnd bloß auff diese böse Welt
280 Für vns gebohren bist/ du werthes Lösegeldt.
Hilff das wir vns in dir dem höchsten Gutte frewen/
Vnd jetzt auff deinen Tag mit dir durch dich vernewen/
Ziehn an ein Ehrenkleid/ vnd halten steiff vnd fest
Den Frieden den du vns anjetzt verkünden lest.
285 Nim auch/ du starcker Held/ von vnserm Vaterlande
Den Eyfer deiner Hand/ bind mit dem starken bande
fa Der Göttlichen gewalt des Teuffels wütten an/
Auff das er vns dein Volck nicht mehr verfolgen kan/
Das fast zu schlagen ist von stetem streit’ vnd kriegen:
290 Zeuch du mit vns zu Feld’ auff das wir nicht erliegen/
Du grosser Capiteyn/ beut du vns deine Hand/
Vnd thu dem grimmen Heer’ der Feinde wiederstand.
fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk
[Seite 138]

Verleih’ vns einigkeit/ hilff das wir deine Glieder/
Du Haupt der Christenheit/ als ware trewe Brüder/
295 Der zwietracht abgethan/ behertzt zusammen stehn/
Vnd deiner Feinde trutz frey vnter Augen gehn.
So wollen wir dir jetzt vnd dann in jenem Leben/
Den rhum der dir gehört mit rechter andacht geben/
Der du ein warer Mensch bist worden in der zeit/
300 Vnd bist auch warer Gott mit Gott in ewigkeit.
fl fm fn fo

28 Bist Gott vnd Mensch allein] Wieder Ariumfp/ dessen
lästerliche rede von unserem Erlöser bekant ist:
Erat tempus, cum
non esset. Es war die zeit da er nicht war. 〈Ließ Phoebadii schönes
Buch wider die Arianer/ im 30. vnd 31. Cap.
fq〉 Auch wieder Samo-
satenum
fr/ welcher dem Sohne die Göttliche Natur absprach/ vnd das
wort/ so im anfang war/ für einen vergenglichen schall vnd thon
hielt.


51 Alexis] Ein Jüngling dessen Virgilius in seinen Hirtenliedernfs
erwehnet.

52 Galathee] Ein Name einer Schäfferin bey den Poeten.

64 Bleibt was er war vorhin] Gott bleibt er/ das er vns er- ft fu fv fw fx fy

[Seite 139]

löse;
Mensch wird er/ das er näher zu vns komme. Seine Macht
hette vns nicht geholfen/ hette er die Schwachheit nicht an sich
genommen. Ich hatte das seine/ sagt Ambrosius
fz/ er hatte das
meine nicht. Er hat angenommen das meine/ auff das er mir mit-
theilete von dem seinen.

66 Jetzund wird Gott ein Mensch] Das wir seine gewalt er-
kennen/ nicht das wir die Niedrigkeit verachten.

67 Der so war ohne zeit] Was vor der zeit gewesen ist/ kan der
Mensch gläuben/ nicht begreiffen:
[B3a] Denn es ist vber deß
Menschen verstand/ was vor des Menschen Natur gewesen ist.

〈71 Der HErr der höher ist] Bey dem Bernhardoga stehet:
Wer wolte sich nicht verwundern? Das Wort wird gebohren/ vnd
wird ein Kind erkandt: eine kurtze Lenge/ eine schmale Breite/
eine niedrige Höhe/ eine ebene Tieffe. Da wird gesehen ein vn-
leuchtendes Liecht/ ein vnredendes Wort/ ein dürstendes Wasser/
vnd ein hungerndes Brot.〉

89 Emanuel] Der HErr Christus wird Emanuel von der
schrifft geheissen/ weil er ist GOtt mit dem Menschen/ Gott vnter
den Menschen/ Gott in dem Menschen/ Gott wegen deß Menschen.


97 Der rawe Boreas] Der Nortwind; sonsten Aquilo. Es werden
aber durch diesen hier auch die andern Winde verstanden.

111 Darauff die Väter schon/] Von welchen Vätern vnd Pro-
pheten Augustinus
gb gar wol saget: Eben der Glaube des Mitlers der
vns selig macht/ machte auch selig die gerechten Alten/ die klei-
nen mit den grossen. Dann wie wir glauben/ das Christus in dem
Fleische kommen sey/ so glaubten sie das er kommen würde.

115 Schleust Jani Tempel zu] Janus der älteste König in
Italien/ ward hohen verstandes wegen nach seinem Tode vnter die
gc gd ge gf gg gh gi gj gk

[Seite 140]


Götter gezehlet/ vnd vom Numa (wie Liviusgl sagt) für einen an-
zeiger des Friedens vnd Krieges gesetzt: so das wann sein Tempel
zu Rom offen stand/ es die Waffen bedeutete; wann er zu war/
kundte man verstehen/ das der vnfriede mit allen Völckern
[B4a]
auffgehoben were. Darumb hat Augustus/ als er zu Wasser vnd
Lande Frieden getroffen/ den Tempel/ der von erbawung der Stadt
zwey mal nur geschlossen worden/ zum dritten mal gesperret/
vnd auff die Müntze pregen lassen:
Pax Orbis Terrarum.
FRIEDE DES ERDKREISSES. 〈Wie dann auch auff einem alten
Marmor zu Emerita in Spanien stehen soll:

IMP· CAES· DIVI· F· AUG· PON· MAX·
COS· XII· TRIBUNIC· POTEST· X· IMP.
VIII· ORBE· MARI· ET· TERRA· PACA-
TO· TEMPLO· JANI· CLUSO· ET· REP·
PO· ROM· OPTIM· LEGIB· SANCTISS·
INSTIT· &c.gm

Wiewol der Friede/ welchen die Engel heute ankündigen/ nicht so
sehr von dem Leiblichen als dem Geistlichen zu verstehen; In dem
wir Friede haben/ vber vns mit Gott/ dessen Feinde wir waren;
Vnter vns/ Wieder den Satan/ der vns zu verterben einig ge-
tachte; Inner vns/ mit dem Gewissen/ welches vor last der Sünden
zu ruhen nicht vermochte. Von welchem Friede dann auch David
propheceyt/
Ps. 72. v. 7. Zu seinen zeiten wird blühen der Ge-
rechte/ vnd grosser Friede/ biß das der Monde nimmer sey. Item
Jesaias
cap. 11. v. 6. Die Wölffe werden bey den Lämmern wohnen/
vnd die Pardel bey den Böcken liegen. Ein kleiner Knabe wird
Kälber vnd junge Lewen vnd Mastvieh mit einander treiben etc.

118 Die Brunnen geben Oehl] Wie dann zu Rom geschehen gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx

[Seite 141]


ist.Paullus Diaconusgy, saget in Erwehnung der Regierung
Augusti libr. 7. Historiae miscellae cap. 6. His diebus trans
Tyberim e taberna meritoria fons olei de terra emanavit, ac per
totum diem largissimo rivo profluxit. Martinus Polonusgz saget
im dritten Buche seiner Chronicke/ daß es gleich auff den Geburts-
tag des HERRN geschehen sey.〉

123 Vnd jhres Sohnes Kind] So stehet in einem alten Car-
mine des Damasiha:

Virginei tumuere sinus innuptaque mater
10 Arcano stupuit compleri viscera partu
Auctorem paritura suum.

124 Den schönsten so man find] Aus dem 45. Psalm:

Du bist der schönste vnter den Menschenkindern.
Holdselig sind deine Lippen.


157 Der schöne Lucifer] So nennen die Lateiner den Morgen-
stern; weil er als der Morgenröte vorbote das erste Licht gegen Tage
hervor bringt. Sonsten wird er auch Venus vnd Hesperus geheissen;
weil er zu Abends der Sonnen nachfolget.

〈158 Kan mit deß Sternes Zier] Den Augustinushb linguam
coelorum nennt. Nobis (sagt er in der andern Sermon in festo
Epiphaniae) hoc lingua nuntiavit Apostolorum, stella illis tan-
quam lingua coelorum.〉

159 Die grosse Schlange weicht] Ein schönes gestirn am Him-
mel; dessen/ wie auch der folgenden/ auff Poetische art hier ge-
dacht wird. Ist mit Sechs vnd zwantzig Sternen gezieret.

160 Die Jungfraw schemet sich] Welche zu den Füssen des hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm

[Seite 142]


Bootis oder Beerenhütters gesetzt wird/ vnd 18. Sternen in sich
helt.

eod. Des Löwen glantz verbleicht] Welchen Jupiter sol vnter
die Gestirne gesetzt haben; weil er für einen Herren aller anderer
Thiere gehalten wird.

[C1b] 161 Junonis Fisch der Krebs] Eines aus den Zwölff Himli-
schen zeichen/ welches etlicher massen mit dem Krebs zuverglei-
chen: weil die Sonne/ wann sie im Brachmonat dieses zeichen
durchwandert/ gemach beginnt von vns zu weichen vnd wie ein
Krebs hinter sich zu gehen. Hyginus in seiner Poetischen Astrono-
mie
hn saget: Dieses sey der Krebs gewesen/ welchen die Juno
wieder den Hercules/ als er mit der Lerneischen Schlangen ge-
stritten/ geschickt hette: Darauff habe jhn Juno als er von dem
Hercules/ den er in den Fuß gebissen/ vmbgebracht worden/ vnter
die Gestirne gezehlet.

163 Vnd kniet nach seiner art] Dann Hercules wird gemah-
let/ als kniete er mit dem rechten schenckel in wehrendem streite
mit dem Drachen/ welcher der Hesperiden garten verwahren solte.
Es ist aber dieser ort fast genommen aus des
Prudentii Apotheo-
siho, da er saget:

Diriguit trepidans Chaldaeo in vertice pernox
Astrologus, cessisse Anguem, fugisse Leonem,
Contraxisse pedes lateris manco ordine Cancrum.

vnd wie die worte ferner sein.

hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id
[Seite 143]

163 So viel als Liechter sein/ etc.] Eben aus diesem orteie
Prudentii:

if Quique alii horrificis pendent in nubibus ignes,
Luciferum timuere novum.


165 Das helle Radt der Sonnen] Die Poeten pflegen die Sonne
wegen der Figur einem rade zuvergleichen.
Prudentius allhierig:

... rota lurida Solis
Haeret, ...

Seneca in Oedipoih:

10 Tuque, o sereni maximum mundi decus,
Bis sena cursu signa qui vario regis,
Qui tarda celeri secula evolvis rota.

So Varro Atacinusii vom Monden:

... tum sidere casso
15 Pallescit teres umbra rotae, dum transeat axem
Aggerei velox tumuli.

Mehr ist in des Gifanii Register vber den Lucretiumij, vnnd bey
dem
Turnebo Adversarior. lib. 18. cap. 27ik.〉

170 Das Hertze zuvoraus] Welches GOtt alleine ansiehet/
vnd ist für seinen Augen (wie
Gregorius sagetil) die hand niemals
leer/ wann der Kasten des Hertzens vol ist eines gutten willens.

im in io ip iq ir is it
[Seite 144]

173 Der Frawen ohne Mann] Denn sie hat aus krafft des
Heiligen Geistes gebohren.

〈173 Des Weibes ohne Mann] Weib ist hier so viel als Fraw
oder Eheweib. Tyrol der König in Schottland in dem Getichte/
welches Goltast
iu heraus gegeben:

Welt jhr dann wissen vmb den Mann/
Der nie Fleis noch Bein gewan/
Des Kind trug einer Megde lieb/
Die Juden jahen sie wer ein Wib.〉


eod. An Leib’ vnd an Gemütte Von aller vnzucht frey]

Wie angenehm/ spricht Ambrosiusiv/ ist doch die Jungfraw-
schafft: Welche Christus hat erwehlen wollen/ das sie ein Leibli-
cher Tempel Gottes sey in welcher die fülle der Göttligkeit Leiblich
gewohnet hat? Eine Jungfraw hat das Heil der Welt gebohren:
Eine Jungfraw hat gebohren das Leben vnser aller.

176 Sie habe den gebohrn der sie erschaffen hat] Nach sei-
ner Gottheit. Dann im fall alles entweder Gott oder ein geschöpffe
ist/ vnd Christus warer GOtt ist/ so muß derselbe der der Jung-
frawen Sohn war/ auch der Schöpffer seiner Mutter gewesen sein.


188 Sie siehet zwar die Nacht/ doch heller als das Licht]
Dann sie siehet Gott/ von dem David spricht/
Psal. 36. 10. Bey
jhm ist die Quelle des Lebens/ vnd in seinem Liecht sehen wir das
Licht. Der ein Vater ist der Lichter; wie jhn Jacob
iw nennet/ I.17.

209 Das thut des Menschen Geist] Das vornemste Ampt des
Menschlichen gemüttes/ welches vns einig zu Menschen macht/ ist
das es von allen
[C3a] Sterblichen sachen/ sonderlich den euser-
lichensinnen/ abgeführet/ vnd sein selber zu sein angewehnet werde.
Dann im fall jhm die sichtbaren sachen auß dem wege gereumet
ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj

[Seite 145]


sind/ kan es den vnsichtbaren/ als da sind die Weißheit/ Tugend/
bevor aber GOtt selber/ desto inbrünstiger vnd ohne hindernüß
nachhengen. Auß diesem dann/ das ich mich nur eines Exempels
gebrauche/ erfolgen so hohe gedancken grosser Leute/ die von
den nachkommenen mit sonderer anmuth vnd bewegung gelesen
werden. Vnter welchen wir vornehmlich zehlen sollen die Geist-
reichen Lobgesänge vnd Lieder/ welche beydes in Heiliger
Schriefft/ vnd bey den alten Vätern/ als da sind
Tertullianus,
Cyprianus, Lactantius, Hilarius, Prosper, Gregorius Nazianzenus,
Synesius, vnd andere hin vnd wieder zu finden sind. Ja ich schliesse
auch etliche Gelehrte vnd verstendige Heiden selber nicht auß.
Sonderlich den vortreflichen
Plato, der in seinem Phaedrus,
gleichsam als verzuckt vnd vol Himlischer gedancken/ saget: Der
grosse
Jupiter im Himmel fehret daher auff einem Wagen vol
Flügel/ ziehret vnd ordnet alles vorsichtig; dem folget der Götter
vnd Geister Heerlager in Zwantzig scharen
jk. Gleichsam als er mit
David/ im
68. Psalm/ v. [C4a] 18. in die wette singe: Der Wagen
GOttes ist viel Tausend mahl Tausend/ der HErr ist vnter jhnen im
heiligen Sinai. Welcher
Plato in seinen vberaus schönen Büchern
zu föderst das lehret/ von dem wir allhier reden; wie man nehm-
lich das Gemütte von dem Leibe vnd den sinnen/ vnter welchen
das Gesichte das vornembste vnd schädlichste/ zu betrachtung der
vnsterblichen vnd Göttlichen sachen führen solle
jl. Welches dann
der richtigste Weg zu der vollkommenen Glückseligkeit in diesem
Leben ist; als der vns noch hier mit vnserem Schöpfer vereiniget/
vnd ausser den verwirrungen/ welchen das grösseste theil der
Menschen sonst vnterworffen/ an den Ort da es jmmer helle vnd
ohne Wolcken ist leitet; wie hievon
Jamblichus in seinem Buche jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd
[Seite 146]


von der Egyptier/ Chaldeer vnd Aßyrier heimligkeitenke/ vnd
Mercurius Trismegistus in seinem Pimanderkf schreibet.

210 So hebt er an zu hassen Was fleisch vnd blutt gefellt]
Glückselig/ sagt Hieronymus in einer Sermon
kg/ ist das Gewissen/
in dessen Hertzen ohne die Liebe Christi/ der da ist die Weißheit/
Keuschheit/ Geduld vnd Gerechtigkeit/ keine andere Liebe woh-
net/ noch seufftzet jemals wann es eines Menschen gedencken
höret/ noch begehret etwas
[C4b] zu sehen/ welches es nicht ver-
lassen wolte/ wann es dasselbe gesehen hette.


211 Lebt in dem Leibe zwar Vnd wird vor andacht doch sein
gleichsam nicht gewar] Weil er mehr in dem ist den er liebet/ als
in sich selber. Stirbet also in sich selber/ weil er aus liebe gegen
seinem Schöpffer/ der die ware Liebe ist/ sein selbst vergißt; wird
aber in demselben wieder lebendig/ wann er sich in jhm erkennet/
vnd nicht zweifelt/ das er wieder von jhm geliebet werde. Liebe
derhalben/ saget der heilige Augustinus
kh/ dessen Liebe/ der aus
liebe der Liebe die er zu dir träget in den Leib der Jungfrawen
herab kommen ist/ vnd hat allda seine Liebe mit der deinigen ver-
knüpfft; in dem er sich erniedriget/ dich erhaben hat/ vnd den
schein seiner Ewigkeit mit dem schleim deiner sterbligkeit vereini-
get.

215 Schawt vnverwandt jhn an] So viel zwar jhn anzusehen
einem Menschen gegeben ist: Dann wir jhn nicht sehen können wie
ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv

[Seite 147]


er ist/ sondern wie wir vns einbilden das er ist/ aus dem jenen das
wir meinen das jhm am meisten zugehöre/ oder aus seinen wer-
cken/ oder aus dem was die heiligen Bücher von jhm sagen. Dann
Gott ist so hoch vber alles das was wir von jhm
[D1a] dencken/ als
hoch er ist vber das jene was wir sein.

222/23 Die Mutter an zu schawen so doch noch vnbefleckt]
Wieder den Ebio
kw/ welcher vnserem Erlöser einen Irrdi-
schen Vater zu schreiben dörffte; were also Maria nicht
ἀει
παϱϑένος, eine allzeit-Jungfraw: vnd wieder die/ welche aus den
worten/ Vnd sie gebahr jhren ersten Sohn/ was anders erzwingen
wollen. Denn er wird jhr erster Sohn geheissen/ nicht das sie an-
dere nach jhm gebohren hat/ wie Helvidius
kx geschwärmet/ son-
dern das sie keinen für jhm gebohren hat. 〈Wannenher/ sagt
Augustinus
ky/ solte etwas beflecktes an Marien seyn/ welche weder
in dem Empfangen einige Wollust/ noch in dem Gebehren einigen
Schmertzen empfungen hat?〉

227 Wordurch man Gott behagt] Grabe in dich/ saget Bern-
hardus
in einer Epistel
kz/ den grund der Demut/ so wirstu kommen
zu der höhe der Liebe/ Wilstu begreiffen die hoheit Gottes/ so be-
greiff zuvorhin die Demut Christi: Allein
la die Tugend der Demut ist
eine wiederbringung der beleidigten Liebe.

228 Die seine Mutter ist] Maria ist eigentlich ϑεοτόκοϱ, eine
Gottes-gebährerin/ nicht das sie Gott von Ewigkeit gebohren hat;
sondern das in jhrem Leibe durch ein heili-
[D1b] ges geheimnüs lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll

[Seite 148]


die vnzertrennliche vereinigung der Göttlichen vnd Menschlichen
Natur geschehen ist. Vnd hat sie deßwegen den Menschen nicht ge-
bähren können/ das nicht zugleich auch Gott aus jhr solte gebohren
worden sein. Besiehe hiervon eine schöne
Constitution des Keisers
Justiniani/
l. 1. Cod. De summa Trinitatlm.

243 Die Insel Creta selbst] Heutiges Tages Candia, aus wel-
cher
Jupiter, wie die Heiden vermeinet/ bürtig gewesen. Der Ort
aber ist genommen aus dem
2. Buche Sannazar von der Geburt
der Jungfrawen
ln:

10 ... te vana Jovis cunabula Crete
Horrescet, ponetque suos temeraria fastus.

245 Die ewige Stadt Rom etc.] 〈Welche von jhren Bürgern
jhrer Gewalt halben nicht alleine sonsten vor ewig/ sondern auch
vor eine Göttin gehalten worden. Auff einem schönen Steine zu
Weissenburg/ welchen der Auctor selbst abgeschrieben/ stehet:

FORTUNAE
REDUCI · LARI
VIALI · ROMAE
AETERNAE
Q · AXIUS · AELIA
NUS · VE · PROC
AUG
IONIlo

Sannazarlp saget:

25 . ... prono veniet diademate supplex
Illa potens rerum terrarumque inclita Roma,
Et septem geminos submittet ad oscula montes.

247 Wird bey Apollo nicht mehr suchen Prophecey] Das
die Orackel vnd bösen Geister/ bey denen die Abgöttischen Leute
von zukünfftigen dingen sich befragten/ haben auffhören mussen
lq lr ls lt lu lv lw lx ly

[Seite 149]


als der Hebreische Knabe/ (so nennet einer von diesen Geistern
vnsern Erlöser) ist gebohren worden/ wird einhelliglich von vielen
geschrieben 〈/alsdann auch die Verse/ welche Pythia dem Keyser
August
zur Antwort gegeben/ beym
Suida im Wort Αὔγουστος,
vnd dem
Cedrenolz, zufinden sind〉: Wiewol sie nachmals/ als
das Licht der Lehre ist vertunckelt worden/ auffs new die Men-
schen verblendet haben; wie
Peucer in seinem Warsager-Buchema
meldet. Von diesen Orackeln saget Prudentius in seiner Apotheosimb:

mc Delphica damnatis tacuerunt sortibus antra,
10 Non tripodas cortina tegit, non spumat anhelus
Fata Sibyllinis fanaticus edita libris.
Perdidit insanos mendax Dodona vapores,
Mortua jam mutae lugent oracula Cumae,
Nec responsa refert Libycis in Syrtibus Ammon.


253 Das vngelehrte Volck etc.] Augustinus vber das 17. Ca-
pitel Johannis saget sehr wol: Vnglückselig ist der/ der alles weiß/
vnd dich nicht weiß: Wer aber dich/ vnd das andere weiß/ der
ist nicht deß anderen/ sondern deinetwegen alleine selig
md. 〈Vnd
Beda vber Lucam: Laß dir diß kein leichtes Exempel des Glaubens
seyn. Diese Hirten sind nicht so geringe Personen: gewißlich je
schlechter sie sind zu der Weißheit/ je köstlicher sind sie zu dem
Glauben
me.〉 Arnobius in seinem ersten Buche wieder die Heidenmf
ist der meinung/ Christus habe nicht allein jetzt die Hirten/ son- mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq

[Seite 150]

dern
auch nachmals andere geringe Leute jhm zu Zeugen seiner
[D3a] Wercke auserlesen/ das es bey den Vngläubigen nicht sollte
das ansehen haben/ als solche Göttliche sachen durch Zauberey vnd
verbotene Künste verrichtet würden.

mr ms mt
CErnis effusas, pater alme, turmas
In tuis late rutilare campis
Atque vastantes tibi vota diras
Praedia gentes.
5 Polluit saevo tua templa ferro
Agmen infestum, jacet illa magna
Urbium princeps Solymaeque verrunt
Infima turres.
Pavit obscoenos furor impiorum
10 Alites sparso per agros cerebro
Et feris sanctae laceranda liquit
Viscera plebis.
Civium turpi madefacta tabo
Innocens tellus rubuit, novisque
mu 15 Extulit stragis cruor insepultae
Flumina ripis.
Perfidum rident mala inhospitales
Nostra vicini et satiant suorum,
Heu! propinquorum fera luctuosis
20 Corda ruinis.
Quis manet tandem toties relictum
Exitus caetum, Deus? an furoris
Non tui volvit satis aestuantes
Flamma favillas?
mv mw
[Seite 151]

25 Impetu dextrae potius tremendae
Nescias contunde tui catervas
Et lacessito tege peierantes
Fulmine reges!
Hi tui sedem et placidos Jacobi
30 Igne vastarunt rabido penates:
Sola nunc passim superant pudendis
Rudera campis.
Exequi poena nimium severa
Mitte transacti male crimen aevi
35 Et fatigatam gravibus procellis
Erige turbam.
Nominis per te veneranda sancti
Sacra, per numenque tuum precamur,
Arma pro nobis cape nec fidelem
40 Linque cohortem.
Ne rudes belli pariter deique
Esse nos livor crepet impiorum,
Advola certus tibi militantis
Sanguinis ultor.
mx 45 Frange probrosas populi catenas
Duriter pressi neque te vocantum
Lachrymas tristes et in astra missos
Respue questus.
Redde perversis mala, quae dederunt,
50 Septies castris et ab insolenti
Jacta vicino toties in ipsum
Probra retorque.
Atque sic grex nos tuus usque et usque
Ibimus prompti simul et parati
55 Ore non falso tibi consecratas
Pangere laudes.
my

Fußnotenapparat

a am Rand: [A1]

Titelblatt

b
b am Rand: [A2a]
c Überschrift: 3 f. NVSSLERO SUO,
| Serenissimo (Celsissimo C) Prin-
cipi Bregensi a Secretis, B→
Secretis? Dkf C2
d vel fehlt CE
e initium conscripta illic elegia
CE
f habebant Dkf C2
g comparabili Dkf B (Err.liste)
h dicm Dkf C2 ductu] instinc-
tu CE
i quotiescunque occasio datur
fehlt CE
j fori] aulae B→
k et ... quam] neque adeo CE
l Juv. Sat. II 3; die Curier:
Muster der Aufrichtigkeit.
m videant] sciant CE
n auctoritate CE
o De ... 42 possum. fehlt CE
p Dem Rat v. Stange war Zlatna
gewidmet; S. 65, Anm. 1.
q ac prope solum fehlt B
r praeter] extra CE
s qua ... 44 suscepit, fehlt CE
t nemo ... suscepit,] suscipere
non potuissem, B
u quibus] nach dem Kustos aus
Dkf X bus berichtigt
v quod vulgi cogitationes B→
w Servatoris] Conservatoris B→
x Propr. Cal. J. = 1. Januar
y am Rand: [A4a]
z B Bl. A3a C I,4 E 247
Silvae 25 Überschrift: AD
BERN. GUIL. NÜSSLERUM
CELSISS. PRINCIPI BREGEN-
SIS a SECRETIS; de Hymno suo
Germanico in Christum. S ante
annum perscripta. fehlt CE
aa prudenti Dkf B Aurelius
Clemens P., 348–c.410, der
wichtigste christl. Autor der
Antike
ab lactanti Dkf B Lactantius
Firmianus, c.260–c.340; von
Hieronymus als christlicher
Dichter bezeichnet.
ac fehlt S
ad Virgineum partum, B→ S (Vi-
gineum Dkf E)
ae am Rand: [A4b]
af Auctor B→S
ag fraudis S
ah quid erat miseris] pavidis quid
erat E
ai et ... Lyaeo] dum vincti flore
Lyaei S dum vincti (turpe!)
Lyaeo E
aj Randnote: Apulum, Iuris
Italici colonia, Nunc alba
(Alba C) Julia. BC
ak nobilitati Dkf E
al am Rand:

In Sammlung B

[A4a]
am Bibrans Brief B→, Gruters und Bartschs BC
an VII. Kl. Febr. = 26. Januar; der Bruder, Adam v.B., war am 13.
Januar gestorben. Siehe Nr. 56.
ao Verg. Ecl. VI 69–73
ap Während Bibran u. Bartsch vorliegenden Lobgesang aus dem Einzel-
druck kannten, bezieht Gruter sich auf Opitz’ Übersetzung von Heinsius’
Lof-Sanck von Jesus Christus, unsere Nr. 45. Im Vorwort hatte Opitz
Gruters »insubidum epigramma« gebracht (Bd. I, S. 274); er wiederholt es
in Sammlung B: 72. f.
aq Dies Geschenkexemplar scheint verloren zu sein.
ar legisse, etc. C
as am Rand: [B1a]
at Überschrift: Herrn B Heylands E
au zwar: mhd ze wâre klingt noch
stärker nach bereitet: ältere
Form von bereit, lat. paratus
= entschlossen
av Frewd’ CE
aw besseres] bessers noch B→
(bessers von, Dkf B, durch Er-
rataliste korrigiert
)
ax im fall] wofern CE Chor’
CE
ay Ein jeder sich erhebt/ B→
Stimm B
az am Rand: In
ba am Rand: Dacien
bb am Rand: [B1b]
bc Sich einer gantz bemüht B→
bd auf den Zweck treffen: Z. =
Mitte der Zielscheibe Klep-
per = Geschäftspferd; nicht
pejorativ anstechen = an-
spornen
be Fersen B→ anders E
bf Wo fast mir aller fug zu B→
bg Randnote entfällt B→
bh noch seyn wird B→ von
einer Dkf B (Err.liste)
bi Wiege B→
bj bist was Menschen mußen
seyn/ CE
bk daß dennoch ein Gedancken
CE
bl Red B daß weder Ziel noch
Schrancken B→
bm schleust] birgst B→
bn Vnd lessest deine Kirch’ ein
reines Hertze seyn: B→
bo am Rand: B2a]
bp Nach Heinsius’ De con-
temptu mortis,
Leiden 1621,
Buch IV, p. 73/74 (B. u. B.,
Triller)
bq Eiß’ vmbschlossen B→
br Galather mit jhree Dkf X
jhres Dkf E 54 vor] für B→
bs warer] armer E
bt n. = annimmt
bu bepimst Dkf manche Ex. B
bv am Rand: [B2b]
bw am Rand: [B3a]
bx Erd/ Dkf B
by vnd Felder ziert/ auff den wird
Schilff gedeckt. B→
bz einem C2
ca Damit vns CE
cb Thier BC
cc ins künfftig E
cd vnsere Dkf B krig B
ce Gesetz/ B→
cf Denn BC
cg treten = betreten
ch Krüppel B→ g’rade E
ci als ein] Kraut vnd CE K. =
Heilpflanze
cj am Rand: [B3b]
ck am Rand: [B4a]
cl am Rand: [B4b]
cm Isaac: zweisilbig! kondte B→
cn Volck] Schar B→
co Janos B→
cp den] Aus Dkf X der
cq vestummt Dkf E
cr Einfügung B→
cs Hertzen E
ct Pub. Syr., A22
cu Daß Lieb’ C
cv erwehlest Dkf B Allein
Herr/ du erwehlst E
cw am Rand: [C1a]
cx auch] hier CE
cy Gesetz B→
cz klein B→
da Tapecerei = Wandbehang aus
Gewebe
db Nun liegt er schon so arm/ je-
doch hat jhn vmbgeben CE
dc Aufgang = Osten
dd Löwens B→ (Löbens Dkf B,
Err.liste)
de Junonem CE
df So groß als pflegt zu seyn CE
dg stehen Dkf B Der Wolcken-
liechter (Wolcken-Liechter E)
schar verendert CE
dh Wird sämptlich blaß vnd
bleich. CE
di am Rand: [C2a]
dj am Rand: [C3a]
dk Nach 168: Bl. C1b, nur Auslegungen
dl schleunig] eyfrig CE
dm vnd] vns Dkf BC1
dn Des Weibes ohne B→ Leib’
B→
do allen Lüsten CE Gnad’ B→
dp was sich Dkf E
dq gebohren/ Dkf B
dr diesen BC
ds sihet Dkf B
dt Nach 188: C2b, nur Ausll.
du Einfügung B→
dv weg jhr B→
dw entfällt E
dx entdecken = entblößen
dy am Rand: [D1a]
dz enth. = nähren erhält BC
ea die so jhr nichts wolt wissen BC
eb Ehe] Aus Dkf Ehr X nach B→
verbessert
ec Gott/ den sie E
ed gefangen Dkf B
ee Ruhe Dkf B
ef gefellt;] angeht: BC betrifft E
eg vor] für B→
eh Lieber = Liebenden
ei Geist’ CE sihet Dkf B
nirgend B→
ej er/] Virgel nach B→ eingesetzt
Nach
220: C3b/C4b, nur Ausll.
ek Ach] Kompt/ B→
el reines] Dkf eines manche Ex.
B (Err.liste)
em nicht betrachten soll vnd kan.
CE
en hälsen B→ 227 wodurch E
eo am Rand: [D1b]
ep am Rand: [D2a]
eq am Rand: [D2b]
er sein;] sind: CE
es vnd ist jhm auch vertrawt.
CE vertrawt = angetraut
et Ey biß ja sehr gegrüst. B→
eu Vnd auch der] Der gantze E
ev witz’ BC
ew gelehrt Dkf B
ex gehört Dkf B
ey gebohren/ Dkf B
ez am Rand: [D3a]
fa am Rand: [D3b]
fb in BC1 Friede B→ nun
Friede Dkf C2
fc ewer Dkf B (Err.liste) mit-
pursch = Mitmenschen
fd Fort/ fort das schnöde B→
fe Zanck’ B→ 275 Schick’/ B
ff gieb] auff B→
fg böse] trübe CE
fh Ziehen Dkf B
fi Frieden] Aus finden Dkf X
nach B→ verbessert
fj fast zerschlagen CE Streit B
fk Heer’] Aus Heerr Dkf X
nach B→ verbessert der Feinde]
erwüntschten B→
fl deine] schwachen B→
fm Du deiner Christen Haupt/
als B→
fn Zietracht Dkf B
fo Trutz in das Gesichte gehn. B
macht recht vnter CE
fp Arius, alexandrin. Presbyter, † 336, verneinte die Ewigkeit Christi
und seine Wesensgleichheit mit dem Vater.
fq Phoebadius’ Hauptwerk ist Lib. cont. Arianos; Caspar Barth hatte es
Frankfurt 1623 ediert; in der PL 20, col. 13–30 enthält es nur 23 Kapitel.
fr Paulus Samosat., Bischof von Antiochien, 272 abgesetzt, leugnete den
Unterschied der drei Personen in der Gottheit.
fs Ec. III ist ›Alexis‹ betitelt; ferner siehe V u. VII.
ft Überschrift: In spitze Klammern
Eingeschlossenes kommt B→ hin-
zu. Abweichungen werden im Ap-
parat erklärt.
fu etlicher E
fv Arium] Aus Arrium XC2 nach
BC1E geändert
fw vnserm B→
fx wider] gegen CE Arrianer/ C2
fy was er] Aus Dkf war es X nach
B→ verbessert
fz Liber de incarnatione 23; PL 16 [1880], col. 860.
ga ›In Laudibus virginis Matris‹, II 9, 3–5, in Opera, Leclerq, IV p. 27;
dazu ibid. p. 198, 11 f.
gb ›De nuptiis et concupiscentia‹ II 21, 24; PL 44, col. 450, ll. 24–26 u.
30 f.
gc seinem CE
gd Dann E est ist Dkf C2
ge Bey dem] Beym E
gf den B→ 21 Wind E
gg schon/ etc.] B→
gh sagt: E 25 Denn BC
gi Fleisch C2E glauben BC
gj Janos B→ zu fehlt C2
gk Italia/ B→ Verstandes E
Tod E
gl An. I 19,2.
gm CIL II, 443 * (Falsae); Gruter 149, 4; siehe Nr. 53, Anm. 25.
gn vnd erscheint zweimal: Dkf X
von CE
go gesetzet: BC
gp so kundte (konte E) B→
gq Müntz E
gr Absatz bei Wievol B→
gs welchen] den B→ heut E
gt verderben B→ gedachte;
B→ dem fehlt Dkf C2
gu propheceyet/ B→
gv grossen Dkf B
gw Löwen B→
gx Wie ... ist. entfällt B→; dafür
tritt
〈Paullus ... sey.〉 ein.
gy Hist. Rom. VII 18; siehe Nr. 53, Anm. 8
gz M. Polonus aus Troppau, 1278 als Erzbischof von Gnesen gestorben,
schrieb ein Chronicon in drei Büchern; Ausgabe von S. Petrus, Antwerpen
1574, dort S. 102.
ha Papst Damasus I. gilt als der älteste christliche Epigrammatiker;
Anthol. lat. suppl., ed. M. Ihm, Pseudodamasiana, Nr. 68, 8 ff.
hb »Sermo CC«; PL 38, col. 1028
hc sagt E Erwehlung Dkf E
hd Polonius Dkf E saget] meldet
CE Chronik CE
he Buch E 6 HERREN C2E
hf schönste Dkf E
hg Tag E 17 herfür bricht. Dkf E
hh Abende B
hi 〈158 ... coelorum.〉 Nur E
hj Slange B
hk hie B
hl Ist ... gezieret. fehlt B→
hm Welche] Die CE
hn Hyginus, Astr. poet. 23
ho PL 59, col. 915–1006; v. 617 ff.
hp gesetzet BC /vnd ... helt
fehlt B→
hq Des] Der Dkf C2 Löwens
(Löbens Dkf Err.liste verbes-
sert
) B→ verblechit Dkf B;
Err.liste will verbleichet
hr gesetzt] gesetzet B genom-
men CE Herrn E
hs Thier BE
ht Junonen CE
hu welches] das CE etzlicher
BC mit einem B→ Krebse BC
hv Brachmonat = Juni
hw beginnet B→
hx Astronomia B
hy Cerneischen Dkf B (Err.liste)
Lerneische Dkf C2
hz Streit B u. nur als Kustos
ia Hesperiten Dkf B (Err.liste)
ib oridne Dkf X
ic fuisse Dkf E
id Wort BE sein.] heissen. B
ie ibid., 625 f.
if am Rand: [C2a]
ig ibid., 626 f.
ih 250 ff.
ii Das Zitat entstammt einem Gedicht des Gothenkönigs Sisebutus;
Bücheler/Riese, Anth. Lat., I,2 Nr. 483, 26 ff.
ij Die Collectanea in Lucretium des Obertus van Giffen (Giphanius),
1534–1604, sind an dessen Lucrez-Ausgabe, Antwerpen 1565 u. später,
angehängt.
ik Adrian Turnebus, 1512–1565, Adversarior. lib. XXX, Aureliopolis
1604, S. 349 f. Siehe auch Nr. 53, Anm. 35.
il Homiliae 40, § 1451; PL 76, col. 1094.
im sind) B→ /etc. fehlt B→
Ort E Orte des BC
in Rad E
io Solit Dkf X
ip qui] Dkf quia X
iq von Dkf C2
ir bey dem] beym CE
is allein E ansihe: Dkf B
(Err.liste) ansiht: C
it Gegorius Dkf E nimmer B→
iu Goldast, Paraenetica, S. 280; Opitz hat die Sprache nur teilweise
modernisiert: Fleisch, Leib und Weib wären unmißverständlicher ge-
wesen. G.s Anm., S. 370, erklärt wib als »pro uxore ... mulier«. Siehe Nr.
17, Anm. 36.
iv Epist. 63, § 33; PL 16 (1880), col. 1249C
iw Brief des Jakobus im NT
ix so nur in X; dafür B→
die Neufassung 3–9
iy Gedichte/ E 5 Goldast E
iz Fleisch E Bejn Dkf C2
ja liebe Dkf C2
jb aller vnzucht] allen Lüsten CE
jc angenehme/ BC
jd Muttrer Dkf E
je als des Dkf C1
jf seinem Liecht] jhm B→
jg Vater der Liechter ist/ wie B→
jh Geist/ etc.] B→
ji Gemühts/ E machet BC2E
jj jhm] jhn B
jk 247 A, wo aber nur elf Scharen erwähnt werden.
jl Phaedr. 250 D
jm es dem B
jn ohn’ E nachhangen CE
nür Dkf C1
jo Armuht Dkf E
jp welche CE
jq welche] so CE beyden Dkf
C2 H. Schrifft/ BC
jr etzliche BC
js vorsichtig = providenter, weise
jt Gleichsam als] Als ob B→
ju 66 Psalm Dkf E
jv förderst B→
jw welchen] denen CE
jx Gesicht E zu] zur B→
jy vnsterlichen Dkf C2
jz Wie dann dieser der CE
ka vnserm B→
kb gröste B→
kc dem Ort/ B
kd hiervon B→ in seinem] im B→
Buch E
ke Der Neuplatoniker Jamblichus, De mysteriis Aegyptiorum, Chaldaeo-
rum, Assyriorum,
zuerst Venedig 1497; viele spätere Ausgaben.
kf Mercurius (oder Hermes) Trismegistus, vermeintlicher Autor eines
Poimandres (auch Corpus hermeticum) betitelten Werkes.
kg Dieses Zitat konnte bisher nicht verifiziert werden.
kh Auch diese Stelle nicht.
ki schreiben. B→
kj gefellt] angeht BC betrifft E
kk saget B→
kl ohn E
km jemals seufftzet/ E wenn
BC
kn noch etwas begehret B →
ko stirbt B→
kp selbst] selber CE
kq sagt B→
kr tregt/ B→
ks verknüpffet; B→
kt hat von hier ans Satzende ge-
rückt
CE
ku Ewigkeit] Aus einigkeit Dkf
X nach B→ verbessert
Schleime BC
kv Schawet Dkf E
kw Die judenchristliche Sekte der Ebioniten wurde irrtümlich auf einen
Stifter namens Ebio zurückgeführt. Siehe die Erwähnung der Ebioniten
vor den Auslegungen zu Heinsius’ Lobgesang Christi, Bd I, S. 318.
kx Helvidius schrieb um 380 eine Abhandlung gegen die Jungfräulich-
keit Marias post partum. Hieronymus widerlegte ihn in seiner Schrift
Adversus Helvidium de Mariae virginitate perpetua.
ky Adversus quinque haereses tractatus; PL 42, col. 1107.
kz Bisher nicht verifiziert.
la In nativ. Domini, Sermo 2,6; Opera, Leclerq, IV, 256,14.
lb Denn BC1
lc da jene/ Dkf E sind CE
ld schawen/ So CE
le Ebion/ E vnserm B→
lf durffte; BC dürffte; E
lg Dann B→ 12 hat fehlt CE
lh saget CE
li In X kommt diese Ausle-
gung nach der nächsten. Hrg.
hat nach
B→ umgestellt.
lj sagt B→
lk Alleine B
ll ff. Diese Auslegung steht X
vor der zu 227. Hinweis dort:
»Wordurch ... behagt/ die ...
ist]« ϑευτόκοϱ Dkf C2
lm Codex Justinianus 1, 1
ln J. Sannazaro, De partu Virginis, II 256 f.
lo CIL III, Nr. 1422, Gruterus 87, 2; Opitz sah sie »in aula«.
lp De partu Virg. II 260 ff.
lq 1.] Aus 7. Dkf X→ verbessert
lr Tags E
ls aus des Sannazarij anderm
Buche von BC auß deß Sanna-
zar andern Buch/ von E
lt etc. fehlt B→
lu jhrer] der CE allein CE
lv Stein E
lw AXIS. Dkf C2
lx sagt: E
ly Dingen frageten (fragten E)
B→ müssen] Aus mussen X
lz Suidas, Lexicon, ed. Adler, A Nr. 4413. Der Vers, worauf schon bei
Suidas verwiesen wird, steht in G. Cedrenus’ Compend. historiar. 320
(Auszug in PL 117, col. 1231).
ma Caspar Peucer (1525–1602), Commentarius de praecipuis divinationum
generibus,
zuerst Wittenberg 1553
mb PL 59 (siehe Anm. 15), v. 438 ff.
mc am Rand: [D2b]
md Confessiones V 4; im Johanneskommentar nicht enthalten.
me Beda Venerab. Opera, pars II, vol. 3 (Corpus Christianor., Ser. Lat.
CXX), p. 54
mf Disputationes adv. gentes I, 50: PL 5, col. 785
mg Knab E
mh 〈/alsdann ... sind〉 nur E
mi Αἴγουστος Dkf E
mj verdunckelt E newe BC
mk Wahrsagerbuch E
ml sagt E
mm Lybicis Dkf B→
mn sagt B→
mo dich] Aus doch Dkf X nach
B→ verbessert
mp andern/ B→ deinentwegen
B allein CE
mq Arnobius] Aus fehlerhaftem
Ambrosius X nach hs. Kor-
rektur im Bibran-Exemplar und

B→ verbessert.
mr geringe vnd einfeltige B→
ms Wercke (Werck E) darumb
CE Vnglaubigen E
mt als die göttlichen B→
mu am Rand: [D4a]
mv Silvae 13 Überschrift dort: PSAL-
MUS LXXIX.
mw Solymaeque] Aus solymaeque
Dkf X verbessert
mx am Rand: [D4b]
my pudentis Dkf S
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