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74.Sz 70 1626
.1 O Leser / der du
.2 Im Fall der Todten Geist
.3 Wer ist der Herr?

Gynaeceum Silesiacum Ligio-Bregense. Kurze Historische Be-
schreibung und Ausführung der Stammlinien von den ... Ahnen
etlicher Fürstlicher Frewlein in Schlesien ... Gestellet durch
Danielem Zepken ... In Verlegung David Müllers ... in Breslaw.
... Anno 1626. Exemplare: Breslau (2F647a =) 2.0.271/7 und
FdF 205 (unvollständig)

Daniel Zepko (1569–1623), Pastor zu Schweidnitz, war der Vater
des Dichters Daniel von Czepko und Reigersfeld (1605–1660), der
bei dieser posthumen Veröffentlichung mitgewirkt haben wird.
Opitz’ Gedichte, drei Alexandrinerquatrains, erscheinen mit orna-
mentaler Umrandung: .1 links vom Stammbaum, .2 rechts davon
und .3 unterhalb desselben und unter der Gestalt des Stamm-
vaters Piastus; sie sind unmittelbar in die Platte eingraviert, deren
Abdruck in Größe 57 × 47 cm auf das Titelblatt folgt. Weitere
drei Seiten Prosa schließen sich an.

Am Ende jedes Gedichtes steht »M. O.« Fehlende Interpunktion
ist editoriell eingesetzt worden. Auf diese (u. einige andere) Gedich-
te macht H. Palm aufmerksam durch seinen Beitrag »Opitiana aus
dem Nachlasse von Christoph Colerus« in Neue schles. Provinzial-
blätter
, n.F. 2 (1863), 394–400. Danach befand sich eine Abschrift
dieser Gedichte in Opitz’ Handexemplar von Sammlung C, das
später an Colerus kam.

O Leser / der du schawst
den Hohen Standt vnd Orden /
Was sindt die Heldinnen
nach Ihrem Tode worden?
5 Zum meisten Asch vnd Staub /
ihr Lob und Ruhm bekleibt.
Welt ist Welt / Blat ist Blat.
Wer Tugendt liebt / der bleibt.
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Im Fall der Todten Geist
auch denckt ahn diese Welt /
So schawe zu Vnns her /
Piast / du werther Heldt.
5 Glück über Glücke war /
Gott gab Dir Polen ein /
Doch mehr ists / Vrahnherr
so vieler Keyser sein.
Wer ist der Herr? Piast.
Was für ein Baum ist hier?
Sein Stamm / steht der noch ietzt?
Er Grünet für und für.
5 So lang 〈als〉 die Natur
jhr Wesen fort wird treiben /
So lange zeit auch wirt
Er Blühen und Bekleiben.

Fußnotenapparat

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