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94 Sz 89 Dü 98 1628

Lob des Kriegsgottes

Einzeldruck X: LAVDES MARTIS. | MARTINI OPITII | Poëma
Germanicum. | Ad Illustriß. Dn. Dn. | CAROLUM ANNIBALEM, |
Burggravium Dohnenſem. [Kolophon, Bl. [G2a]:] Gedruckt zum
Brieg/ | In verlegung David Müller Buchhändlers | in Breßlaw/ im
Jahr 1628.

4°: A–G2 Exemplare: Breslau 4 V 34/63; Berlin SB (PK), Yh
9121; Göttingen UB, Poet. Germ. II 5140; Yale UL, FdF 212

Gliederung: [A1] Titelblatt, ungezählt, unbeziffert; Rückseite
unbedruckt. A2a (= S. 1) bis S. 4 Zueignung an Dohna. B1a (= S. 7)
bis E3a (recte S. 35) Text des Gedichtes. E3b (recte S. 36) bis G2a
(recte S. 49) Auslegungen. G2b ist unbedruckt.

Das Gedicht ist bei jeder vierten Zeile vor dem Zeilenanfang bezif-
fert. Es unterliefen dabei folgende Fehler: 380 verdruckt als 138;
480 als 840; 592 als 598; 772 als 762 und 849 als 448. Die Seitenzah-
len stehen am Außenrand l. und r. oben. Irrtümlicherweise wurde
die Seitenzahl 14 zweimal benutzt, auf Bl. B4b und C1a; die darauf
folgenden falschen Seitenziffern sind editoriell berichtigt worden.
Kolumnentitel sind nicht vorhanden. Unregelmäßigkeiten bei den
Kustoden überschreiten nicht das zu erwartende Maß: B2a Vndt ||
B2b Vnd; E2b O Va || E3a O Vater. Signaturbezeichnungen fehlen
auf Bl. E3 und G2. Die zwei Verzierungen des Druckes finden sich
unten auf (recte) S. 49, Bl. G2a: Eine 10,8 cm breite, aus 27 Teil-
chen zusammengesetzte Zierleiste erstreckt sich über die ganze Ko-
lumne. Es folgen die drei Zeilen des schon in der Titelaufnahme
angegebenen Kolophons; darunter das kleine Ornament aus Eichel,
o, Eichel, 1,7 cm.

Einundvierzig Zeileneinzüge (wovon 2 das jeweilige Reimpaar
spalten) gliedern das Gedicht, welches die im Quartformat sonst üb-
lichen (hier editoriell veranlaßten) wechselseitigen Einzüge der
Reimpaare nicht aufweist. Da die 41 Einzüge unverändert in CF
erscheinen, ist auf Absicht des Dichters zu schließen. Hrsg. hat die
Absätze durch größeren Zeilenabstand angedeutet.

In Sammlung C findet sich das Werk in Teil II, S. [238] bis 286,
zwischen Dafnis und dem Neuen Buch der poetischen Wäl-
der. S. [238] enthält den Sondertitel Martin Opitzen | Lob | Des

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Krieges Gottes | MARTIS. Die Zueignung, aus der Kursive gesetzt,
beginnt unter einer Zierleiste, 1,3 × 7,9 cm, auf S. 239 mit einer In-
itiale von 2,2 cm im Quadrat; sie soll ein N darstellen, ist aber ein
auf die Seite gelegtes Z. Ein Ornament aus drei Blättern, die nach l.,
r. und nach unten weisen, schließt die Spitzkolumne auf S. 243 ab.
Das Gedicht beginnt auf S. 244 unter einer Kopfleiste von
0,65 × 7,9 cm. Kopftitel wie in X, doch nur der Name in Majuskeln.
Die Initiale O bewirkt den Einzug der ersten vier Zeilen. Das Ge-
dicht endet etwa in der Mitte von S. 269; unter der letzten Zeile ein
dreieckiges Ornament, 4,4 × 5,7 cm. Keine Kolumnentitel, Vierer-
zählung an den Außenrändern. Wechselseitiger Zeileneinzug der
Reimpaare fehlt auch hier (wie dann auch in F).

Auf S. 270, unter Kopfleiste von 0,5 × 7,9 cm und einer Linie von
7,9 cm Länge beginnen die AVSLEGVNGEN | Auff das Lob | Des
Krieges Gottes.
Sie enden ohne Ornament auf S. 286. Gegenüber X
kommen etwa 12 neue Auslegungen und einige Erweiterungen hinzu.

In Sammlung F findet sich das Werk im ersten Teil, S. [129] bis
188, zwischen Dafne und Zlatna. Bl. I1a (= S. [129]) ent-
hält den Zwischentitel, der im Wortlaut mit C übereinstimmt, doch
in der Großschreibung des Namens des Dichters und beim Zeilenfall
abweicht. Bl. I1b (= S. [130]) enthält nur die Anrede Illustrißimo
Dn.
| CAROLO | ANNIBALI, | Burggravio Dohnensi. Die in XC
folgenden Besitztümer Dohnas werden nun nicht mehr genannt. An-
fang der hier aus der Antiqua gesetzten Zueignung auf S. 131 unter
einer Kopfleiste von 1,8 × 7,8 cm. Initiale N, 1,8 × 1,8 cm. Ende
auf S. 135 in Spitzkolumne ohne Ornament. Anfang des Gedichts auf
S. 136 unter einer Kopfleiste von 0,9 × 7,8 cm und Kopftitel wie C.
Ende ohne Verzierung unten auf S. 168. Viererzählung am linken
Rande. Die Auslegungen beginnen S. 169 unter einer Kopfleiste von
0,9 × 7,2 cm; sie enden auf S. 188. Kolumnentitel: Lob des || Krieges
Gottes. von S. 136 bis 187; S. 188: Lob des Krieges Gottes. Die Er-
weiterungen von C sind übernommen und nur bei Z. 214 abgeän-
dert; es kommen vier neue hinzu.

Während der zweiten Hälfte des Jahres 1627 war Opitz in Dohnas
Gefolge oder in dessen Auftrag häufig auf Reisen gewesen. Bis min-
destens den 15. Januar (Datum des Briefes an Bernegger, Rei 820)
hielt er sich noch mit Dohna beim Generallandtag in Prag auf, wo er
kurz zuvor die Nobilitierung erhalten hatte. Die Reise zwischen

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Prag und Breslau dauerte etwa sechs Tage (Zacharias Allerts
Tagebuch ... 1627
, J. Krebs, Hrsg., S. 8). Opitz konnte also noch
vor Ende Januar 1628 mit der Arbeit an den Laudes Martis be-
ginnen. Der Tag der Zueignung, der 12. April, gibt uns das Datum
des Abschlusses. In der Korrespondenz wird das Werk erstmals
Ende April/Anfang Mai in Briefen an Venator und Buchner er-
wähnt.

Am 4. Mai wurde Venator in Straßburg gebeten, auf das Gedicht
zu warten; es befinde sich nämlich unter der Presse (Rei 262,93).
Bei der Datierung fällt auf, daß sie sich des von den Katholiken
bevorzugten Gregorianischen Kalenders bedient. Etwa gleichzeitig,
am 5. Mai (welchen Stils?) schreibt Opitz an Buchner: »nunc de-
mum ad me redeo et laudes Martis editurioa« (Geiger, Archiv 5
[1876], 345), und schon am 7. Mai übersandte er dem Wittenberger
Freunde ein Exemplar von »laudes Martis ... seu satyram in belli
nostri levitatem« mit der Bitte um seine Meinung (Geiger 48).

Die Urteile der Freunde fielen überschwenglich lobend aus. Am
16. Juli bedankte sich Buchner »pro ... divino carmine« und meint,
»male peream nisi comparabili quo et Ronsardum cujus aemularis
studium sequeris prorsus aequasti.« Die einheimische Muse könne
gar nicht höher emporsteigen, sondern müsse sich mit der hohen
Stelle, wo Opitz sie angesiedelt habe, zufriedengeben (Buchner,
Epist. 1692, Bd. I, S. 98). Für diese Anerkennung dankt Opitz am
11. August: »Tuo enim judicio nihil esse potest accuratius« (Gei-
ger 52). Colerus schrieb am 5. Sept. aus Straßburg, er fände das
Gedicht »doctum, grave atque prudens« (Rei 273,11). Venator be-
dankt sich am 29. Nov. von Tübingen aus für das ihm zugeschickte
Exemplar und meint: »Opus doctum est et (iterum dico) tuum. Eius
lectio nunquam me saturabit, praesertim in illis partibus, ubi nequi-
tias attingis et sparsu iocorum risum laxas« (Rei 280,44 ff.). Berneg-
ger
war derartig beeindruckt, daß er sich am 8. Sept. ein eigenes
Exemplar erbat, denn wie Colerus hatte er das Gedicht bisher nur
bei Freunden (wohl bei Lingelsheim) gesehen; »... ne me libro di-
vino prorsus adflato scripto diutius carere sinas«, schrieb er (Rei
274,27ff.). Czepko schließlich teilt am 19. Sept. aus Schweidnitz sei-
nem Freunde Colerus mit, »Opitius noster egregie laudavit Martem;

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liber dignus eruditorum lectione et calculo. Multa praeter elegan-
tiam poeticam consilia et arcana nostri imperii summa cum pruden-
tia admiscuit, sed velo circumducta« (Rei 272,67ff.)

In seiner Lobrede behält Colerus das Epitheton »divinus hym-
nus« bei (Laudatio 1665, S. 43; Lindner, Kap. 36), was Lindners
Übersetzung zu »schönen Lobgesang« abschwächt (I, S. 194). Cole-
rus ist auch der erste, der nähere Auskunft gibt über die in
Zz. 486 ff. erwähnte Flucht des Dichters, die letzten Endes auf Ho-
raz
zurückgehende Pechmann-Episode.

Triller übernimmt noch die Bewertung des 17. Jahrhunderts; er
druckt das Gedicht in Bd. I/II, S. 79–110 ab, allerdings ohne die
Zuschrift. Diese Unterlassung rechtfertigt er auf Bl. (*)2a. Sein un-
eingeschränktes Lob erstreckt sich auf die »wunderswürdige Ge-
lehrsamkeit« des Dichters (Bl. (*)6a), wie sie sich in den Auslegun-
gen kundtut, doch fügt er denen nichts Neues hinzu.

Bei Bodmer und Breitinger steht »dieses scherzreiche Lobge-
dicht« (353) vollständig auf S. 351–418. Die Schweizer zitieren aus
den oben erwähnten Briefen an Buchner und Venator und schließen
sich so den dort ausgesprochenen Werturteilen an. Den ursprüngli-
chen Auslegungen fügen sie über 60 weitere hinzu. Sie drücken
hierin u.a. nachhaltig ihre eigenen poëtologischen Ansichten aus,
die sie bei Opitz immer wieder bestätigt finden.

Im 19. Jahrhundert bringt Strehlke zwar eine detailierte Inhalts-
angabe (93–97), spricht sich aber nur kurz über die dichterische
Qualität der Laudes Martis aus, indem er dem Gedicht »das Bestre-
ben, wenigstens bisweilen humoristisch oder doch mindestens heiter
zu sein«, konzediert (92). Durch den Vergleich mit Vesuvius tadelt
er jedoch die »Anwendung der Gelehrsamkeit auf die Poesie«
(ibid.) Dreizehn Jahre später, 1869 bei Tittmann, wird das Gedicht
als »Didaxis in ihrer wirksamsten Gestalt« (S. LXXV) bezeichnet.
Immerhin druckt Tittmann es ab (S. 114–37), wenn auch ohne die
Zuschrift und die Auslegungen, doch mit eigenen Worterklärungen.
Oesterley (DNL 27, S. 75–95), der sich in seiner Einleitung zu dem
Werk nicht weiter äußert, bringt es in ähnlicher Weise verstümmelt;
auch er druckt einige Worterklärungen unterm Strich.

Als ob er das Manko bei Tittmann und Oesterley wettmachen
wolle, druckt Reifferscheid das »lehrreiche Widmungsschreiben«
vollständig ab (821–23), als Beigabe zu den Erklärungen des Briefes
262 (Opitz an Venator).

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Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begegnen wieder
Zeugnisse der Beschäftigung mit dem Lob des Krieges Gottes. Horst
Nahler
weist zunächst auf die antike Tradition des scherzhaften En-
komiums hin, die in der Renaissance vor allem von Erasmus fortge-
setzt wurde. Thomas Lineus (Vlas) hatte 1531 ein Encomium belli
veröffentlicht, das Dornau in seinem Amphitheatrum (1619; mehr
bei Werk Nr. 39) nochmals abdruckte. Opitz, der es also kannte,
fand darin die eigentümliche Mischung des Ernsten mit dem Heite-
ren, »die er als ironische Verfeinerung der Aussage mit der notwen-
digen Eleganz aufgreifen zu müssen glaubte« (Nahler 105). Nahler
nennt das Lob des Krieges Gottes ein moralisches Lehrgedicht mit
stark satirischem Gepräge. Das Wichtige liege in den aktuellen Sei-
tenblicken und in den auf Opitz’ stoischer Weltanschauung begrün-
deten Verallgemeinerungen (105–07).

Noch eingehender befaßt sich Bärbel Becker-Cantarino mit vor-
liegendem Werk in ihrem Aufsatz »Satyra in nostri belli levitatem:
Opitz’ Lob des Krieges Gottes Martis«, DVj. 48 (1974), 291–317.
Becker-Cantarino betont die irenistische Grundhaltung, zu der
Opitz sich hier nach den Trostgedichten wiederum bekennt. Mit dem
Lob habe Opitz Neuland betreten, indem er das Kriegsthema illu-
sionslos behandelt, es gleichwohl aber deutlich von der Wirklich-
keitsnähe abhebt. Die rational-personalisierte Verwendung der My-
thologie wird gerechtfertigt, die durch Opitz’ Stellung bedingte Ab-
wesenheit jeglicher Glorifizierung des Friedens wird erklärt und die
bewußte Hervorkehrung der Gelehrsamkeit in den Auslegungen wie
im Gedicht selbst in ein günstigeres Licht gerückt. Das Werk stelle
»eine Art Danaergeschenk an Dohna dar« (317), wie ja Dohna
selbst ein solches »Geschenk« für Schlesien gewesen sei. Becker-
Cantarinos Ausführungen bieten eine Fülle weiterführender Gedan-
ken und Anregungen.

Schließlich zeigt Rudolf Drux, Martin Opitz und sein poetisches
Regelsystem
, Bouvier, Bonn 1976, in Kapitel 6.4 »Encomion und
Satire« anhand der Laudes Martis die konstitutive Rolle der Topik
bei Opitz auf.

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b

NOn novum est nostri atque patrum aevi Poetis, Domine Illustris-
sime, fictas deorum dearumque laudes, id quod aliqua ex parte a me
hic factum est, cum cura conscribere, non quod falsis gentium numi-
nibus, quae ne quidem unquam ita uti commentitiae fabulae volunt
extitisse Christiani omnes scimus, ullum honorem exhibeant aut cul-
tum, sed quod virtutes mortalium ac vitia rerumque quae sub his
nominibus intelliguntur species laetiori quam hac imagine exponi
legentium oculis vix possint. Ita regnorum vices ac imperia Iovi, doc-
trinae studia Phoebo Musisque, pocula et merum [2] Baccho, amo-
rem Veneri, aliis alia imputare consuevimus.

Contemptores autem literarum, qui propterea nos et per latus
nostrum ipsosmet Ecclesiae doctores, S. Ambrosium imprimis, ip-
sasque sacras literas, in quibus Pytho, Cocytus et talia plura repe-
riuntur, petuntc, quo minus lepidissimo caelicolarum Asino, quem
et ipsum, ob praeclara de se ac reliquis diis merita, siderum numero
Iupiter intulit, asscribamus, caussam esse nullam videod. Pulchre
enim admodum utrisque convenit, cum et hi pariter atque ille sensus e f g h i j k l m

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non nimis acuti sint, et utrique Iulium Agricolam, Consularemn pru-
dentissimumque virum, haud male imitentur, qui teste genero eius
C. Corn. Tacito tuoo, modum ex sapientia retinuerat. Nihil quippe
ipsis simplicius est, aut, ut homo parum politicus sine circuitu lo-
quar, ineptius, cum labi nos iis in rebus velint, quae Ethnicos quo-
que nonnullos risisse scripta eorum ostendunt. Qui Ethnici, cum
veritatem nostram non agnoscerent, suorum tarnen videbant stolidi-
tatem, quae progressus fecerat tantos, ut Pallori etiam et Sanctae, si
reliquis deis placet, Febri aras statuerintp.

Si porro sunt, qui lepores nostros est facetias liberales ferre non
poterunt, ii ignorantiam suam et odium omnis humanitatis, uti libi-
tum [3] erit, profiteantur. Accidit vero, ut qui sales literatos maxime
reprehendunt, non hauriant plerunque e carminibus mores malos,
sed ad carmina afferant: haud absimiles iis, qui, cum lippi et oculis
non satis integris tabulam aliquam elegantem accesserunt, pictorem
carpere non desinunt. Absit a nobis illicita verborum lascivia, eaque
omnia, quae nescire, ut D. Augustini verbis utar, quam scire melius
estq. Aristophani, Plauto, Iuvenali et eiusmodi auctoribus aliis suam
linguam, suos naevos relinquamus: Christiano parcius delirandum
est. Caeterum ita libertatem sermonis hic continuimus, ut nemo lae-
sum sese a nobis vel suspicari debeat. Multa etiam, quae non minus
quam haec ipsa congrue adduci huc potuissent, consulto praeterivi-
mus: diversi ab iis, qui, ut carmen omnibus numeris suis absolutum
sit, Zelotypiae numini pro velo Invidiam, pro cingulo Litem attri-
buere non verentur. Et bene desinere non minor est virtus, quam
bene incipere: cuius rei minima pars eorum, qui tempestate nostra
scribunt, rationem habere didicit.

Nos non de nausea modo lectoris securi sumus, verum ingenuitatis
etiam laudem aliquam speramus, qui, ut domestica quoque vineta
caederentur, ne [4] nobis quidem ipsis pepercimus. Milites ubi so- r s t u v

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brie tetigimus, nihil alienum fecimus ab ipsorum exemplo et ca-
strensi, hoc est, liberrima iocandi consuetudine. De nostris non lo-
quar: mirum profecto est, quid magni olim duces a copiis suis per-
pessi fuerint. Illo in Caesarem nihil mordacius excogitari potest, ni-
hil petulantius:

Urbani, servate uxores; moechum calvum adducimus:
Aurum in Gallia effutuisti, hic sumpsisti mutuum
w.

Et hoc milites, occasione triumphi Gallici currum prosequentes, in
os imperatoris sui universo populo Romano audiente canebant. Al-
terum vero eorundem epigramma in eundem et Bithyniae regem Ni-
comedem
x eius scurrilitatis est, ut locum hic non inveniat. Quam
dicacitatem imitati nos non sumus, cum stultum esset, eos, qui gladio
incedunt stilo lacessere, eorumque vituperiis illius nomen praescri-
bere, qui Parens Castrorum audit.

Tu enim, Domine Illustrissime, unice dignus eras, cui Laudes
Martis dedicarentur: ita Martius ille spiritus et ultra divinos maio-
res tuos enitens animi tui vigor inter innumeras dotes alias praecla-
ram lucem spargunt. Diffiteri amantes Patriae non possumus, quan-
tum prudentia tua militari effeceris, inhaerente [5] non ita diu visce-
ribus Silesiae hostili illo exercituy, qui sicuti temerario audacique
impetu vanissima spe illectus irruperat, ita prostratus paullo post et
oppidis male captis pulsus nihil aliud lucrabatur, quam ut incolas
provinciae argento everteret, ipse magnam partem atque turmatim
cum damno pariter et dedecore suo aut fugam turpiter daret aut,
quod mali debitores faciunt, sine strepitu ullo et commeatu sese con-
ferret

Illuc, unde negant redire quemquamz.
aa ab ac ad ae af ag
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De civilibus tuis virtutibus et naturae beneficiis, iudicio pariter ac
ingenio incomparabili, peregrinationum varietate, earumque
fructu, notitia linguarum, vigiliarum, itineris et laborum tolerantia
sermonem facere gravius quiddam est, quam ut obiter et in trans-
cursu peragi possit. Majori ista operi reservanda sunt, si clementiae
erga me Tuae ac amori, Heros Indulgentissime, Supremi Numinis
favor suffragabitur. Nunc ut saltem aliqua otii a Te mihi facti ratio
constet, Poema istud et ingenuos animi lusus Celsitudini Tuae of-
fero, qui non haec ipsa tantum, sed fortunas meas omnes, orna-
menta generis mei, studiorum praesidia et tranquillum prorsusque
felix Musarum contubernium Tibi me soli [6] debere libens profi-
teor. Sive hoc literarum apud te pretium, sive fatum meum aut for-
tuita genii dexteritas efficit, eandem quam Tibi denegas quietem,
mihi domestico tuo permittis, ita ut, dum tu arduis Divi Imperatoris,
Principis Optimi, negotiis ac Reipublicae curis diu noctuque involu-
tus vivis, dum itinera itineribus iungis, ipse remotus ab invidia et
anhelantium ob inania rerum salutationibus, inter libellos meos,
sine quibus vita mihi acerba esset, hilaris et omnibus laetitiis laetus
necessitatem aliquid contra animum faciendi ignorem.

Gratias Illustriss. Nomini Tuo, nisi popularis aura famam inge-
nioli mei occupationibus frustra promittit, loco mei posteritas aget:
aut, si hac etiam spe fallimur, Deo Immortali res ista curae erit, a
quo solo, Domine, splendoris tui et fortunae conditio expectare in-
crementum potest.

Vratislaviae, Prid. Id. April.ah An. M. DC. XXVIII.

ai aj ak al am
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an O Mars/ ich singe dich/ du starcker Gott der Kriege/
Du schutz der billigkeit/ du geber aller siege/
Bezwinger der gewalt; komm her/ ich singe dich/
Du Feldherr dieser Welt: mein geist der reget sich
Zue fliegen in dein lob. Leg’ jetzt ein wenig nieder/
Thue ab helm/ spieß vndt schildt/ vndt höre meine Lieder
So dir getichtet sindt/ daß Pallas nicht allein
Sich rühme nechst der schlacht den Büchern huldt zue sein.

Was thue ich aber doch? Wer wil dich recht beschreiben
Vndt deine kühne krafft? Wo wirdt mein Schiff verbleiben
In dieser hohen See? Ich nehme meinen weg
Auff ort vndt stelle zue wo weder bahn noch steg
Zuevor gebrochen sindt/ vndt darff entgegen gehen
Deß Wahnes grimmer macht/ der vmb sich her hatt stehen
So vieler Seelen Schar die seufftzet/ bebt vnd zagt
So baldt man etwan nur von deinem Namen sagt/
Du edler Helden trost. Der Wahn wil dich verwerffen/
Nicht vrtheil vndt verstandt/ der mir die zunge scherffen/
Die Leyer stimmen sol/ auff daß ich preisen kan/
O Vater/ wer du bist/ vndt was du je gethan/
Was deine sachen sindt/ mit denen du vnß allen
Erweisest wie für dir das Erdreich niederfallen/
Das Meer erzittern muß. Nicht weiß ich was ich soll
Mit deinen Eltern thun. Die Muter kenn’ ich wol;
Du bist der Juno Sohn. Viel wollen mir was sagen/
Es sey kein Vater hier; sie habe dich getragen
aoNach dem sie an ein Kraut zue starck gegriffen hatt.
Vndt diß (verzeihe mir) ist keine newe that
Bey dieser meiner zeit. An Kindern da nicht Väter
Vndt dennoch Müter sindt/ wirdt offt ein kraut der thäter
ap
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Das heut’ vndt morgen wächst. Doch schreiben mehr darvon
Du seyest Jupiters deß Donnergottes Sohn/
Der habe dich erzeugt mit seinem letzten Weibe
Der Juno/ welche dich von jhrem stoltzen Leibe
In Thero hände gab. Wo das waß Kinder nehrt
Ihr wesen vndt natur in seine neigung kehrt/
Vndt gaben in vnß pflantzt/ so hast du hier gesogen/
Vndt deinen wilden muth aus einer brust gezogen.
Die dich mit Blutte hatt an Milches statt gestillt/
Darumb dein Volck sich gern auch noch mit blute füllt.

Wo aber bist du her? von Sparta/ wil man sagen/
Der werthen Kriegesstadt/ die offtmals hat geschlagen/
Vndt allzeit obgesiegt/ sich vnverwahrt gewehrt/
Vndt jhrer Bürger brust dem feinde hingekehrt
An stat der mawren selbst. Von andern wird erwiesen
Du seyst ein Thracisch Kindt deß volckes der Odrysen
Am frischen Hebrusstrom’/ hier wo der Geten schar/
Die auch dich Landsmann nennt/ zuevor daheime war
Eh als die Donaw sich gelegt zue jhren füssen/
Vndt vnter dieser macht hatt stiller mussen flüssen
An beyden vfern her. Das Thracer Landt hatt viel
Dadurch es dich sein Kindt zu sein erweisen wil.
Diß ort hatt Asien vndt Hellas Krieg gelehret;
Hier hast du sehr gewohnt; hier hatt man dich geehret/
Dir Opfer abgewürgt/ vndt eyd’ auff dich gethan;
So daß daselbst gar wol dein Vaterlandt sein kan.
aqDaß jemand weiter sagt; du seyst auch hier begraben/
Ist etwas so bey mir fast nicht kan glauben haben:
Gebohren sein geht hin/ du strenger Waffengott/
Gestorben ist zu viel. Für Menschen ist der Todt/
Die heute voller lust in jhrem Hertzen stecken/
Vndt morgen alle vier’ auff einmal von sich strecken/
Sindt schöner blumen art so pflegen auffzuestehn
Wann Lucifer sich zeigt/ vndt mit jhm vntergehn.
ar as at au
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Die Götter sterben nicht: der todt kan jhrem samen
Mit keiner sichel zue. was hast du dann für namen?
Gradivus bist du sehr: dieweil du allzeit gehst
Von dem in jenes Landt/ kein mahl nicht stille stehst
Mit deiner Waffen macht/ vndt alle Welt durchstreichest.
Man nennt dich Enyal/ als der du keinem weichest/
Bist wilder Kriegesart. Es ruffet Griechenlandt
Dich Ares/ vndt Rom Mars; weil du/ dein hertz vndt handt
Ein Mann vndt männlich ist/ vndt du mit frawen sinnen/
Mit einem solchen nichts noch kanst noch wilt beginnen
Der einen faulen spieß/ vndt schnelle zunge trägt/
Darmit er keinen feindt zue Gottes boden schlägt;
Der heiß von worten ist/ vndt frostig von geblüte/
Den Lewen aussen trägt/ den Hasen im gemüte.

Jedoch wo kömpt es her daß du den namen hast
Von Weibern auch erlangt/ vndt heissest Weibergast?
Man schreibt als Sparten volck Arcadien zue zwingen
Sich vnterfangen hat/ vndt in sein joch zue bringen/
Daß beyden theiles heer sehr ritterlich vndt frey
In einer strengen schlacht einander kommen sey/
Biß daß man gantzer macht die Tegeater frawen
(Wo kriegen weiblich ist) sich haben lassen schawen/
avVnd die Laconier geschlagen vnd gejagt/
Als wie man sonderlich dann von Marpeßen sagt.
Dieweil du jhnen nun die stärcke woltest geben/
So schrieben sie dir zue jhr thun/ jhr heil vndt leben:
Sie haben deinen schutz aus jhrer krafft erkandt/
Vndt also dich hernach den Weibergast genannt/
O Mars/ du Weibergast. Doch dieses auch gelassen/
Wer hat dich je gesehn das Frawenzimmer hassen?

Ein Mensch der vnmensch ist/ ein vngehertzter Leib/
Vndt vngehirnter kopff/ beredt kein hübsches Weib.
aw ax ay az ba bb bc bd
[Seite 141]

Ein sinn der fewer hatt/ der vber die gedancken
Gebückter Seelen geht/ vndt weiß nicht von dem schrancken
Der für das Volck gehört/ derselbe steckt baldt an/
Vndt wirdt baldt angesteckt. Wer ist der jetzt ein schwan/
Jetzt stier/ jetzt goldtreiff wardt? dein Vater hatt geliebet/
Der grosse Jupiter/ der plitz vndt donner giebet/
Was sol der Sohn nicht thun/ wann Venus selber kömpt
Die Hertzenwenderin/ vndt dich in freundschafft nimpt/
Deß krummen mannes saat? Ihr laget nun beysammen
Im Hause Mulcibers/ vermengt mit süssen flammen/
Vndt hiengt den brünsten nach/ als die so alles sieht
Was durch den weiten kreiß der gantzen Welt geschieht/
Die Sonne dem Vulcan euch zue gesichte brachte;
Worauff der arme schmiedt ein dünner netze machte
Als eine spinne selbst die an dem balcken hengt.
Nach dem der gutte Mann euch sonst gefangne fengt/
Vndt Bett’ vndt euch bestrickt/ so zeigt er seinen schaden/
Der besser Schweigens werth/ macht alle fensterladen
Den andern Göttern auff/ vndt führet sie herbey.
O daß auch ich also wie du gebunden sey;
beMars/ leihe mir dein bandt; hatt mancher Gott gesaget:
Ob schon ein lamer hier den schnellen vberjaget/
Daß wol nicht solte sein. Also wardt ewre thatt
Beschawet biß Neptun euch loßgebürget hatt.
Die Venus hatt den weg nach Paphos zue genommen/
Vndt du auff Thrace hin. Wie offt ist rew ankommen
Den lieben Fewergott daß er geoffenbahrt/
Gradiv/ die eigne schmach als er gehahnet wardt.
Das hahnen kömpt von dir: als Gallus solte wachen/
Vndt du dem Mulciber zwey Hörner woltest machen/
Die jetzt nicht seltzam sindt/ vndt die sein fewer zeigt
Im fall die glutt empor mit ihren spitzen steigt/
Entschlieff der junge Mensch/ so daß du von der Sonnen
Ergrieffen worden bist; hierauff hast du gewonnen
bf bg bh bi
[Seite 142]

Gerechte rach’ vndt zorn/ vndt einen hahn gemacht
Aus deinem wächter Gall/ der noch biß heute wacht.
O Mars/ wann keiner nicht ohn einen hahn sich wolte
Zue buhlen vnterstehn der jhn verhüten solte/
Ich fürchte leyder nur/ es würde gar kein hahn
Auff dieser gantzen Welt zum essen abgethan!

Nun/ hahnen kömpt von dir; vndt aller hörnerträger
Ihr Vater ist Vulcan der grosse Harnischfeger/
Der seine Hörner weiß. Die Venus deine zieht
Bleibt zwar deß alten Weib/ vndt helt sich doch bey dir;
Gar billich vndt gar recht/ dann weil in deinen kriegen
So mancher Muter kind pflegt täglich auffzuefliegen/
Soll je der Erdenkreiß nicht wüst’ vndt öde sein/
Als bringet Venus dann den schaden wieder ein/
Vndt giebet wann du nimpst. Diß zeigen auch die zeichen
So an dem Himmel stehn/ darmit wir euch vergleichen/
bjVndt ordnen sie euch zue/ der Wider vndt der Stier;
Den Stier hatt Venus kriegt/ den Wider giebt man dir.
Der Stier ist voller brunst/ der Wider ist verschnitten;
Der Stier ist liebesart/ vndt jener gleicht den sitten
Deß krieges der die schar der Menschen kleiner macht.
Es hat die Himmelskunst diß ferner auch bedacht/
Vndt bey die Wage hin den Scorpion gesetzet:
Der Scorpion gleicht dir/ so auff den todt verletzet/
Vndt kehrt mit seinem schwantz’ ein theil deß volckes aus/
Als wie dein schwerdt auch thut: der güldnen Venus hauß/
Die Wage nechst darbey/ ist die so gleichheit findet/
Gewüntschte freundschaft macht/ die welt mit heyrath bindet/
Vndt hilfft zur einigkeit. Ja/ daß wir weiter gehn/
Im fall wir deinen stern sehn bey der Venus stehn
Den grossen Fewerstern von rotem angesichte/
Wie du auch selber bist/ beym schönen Venusliechte/
bk bl bm bn bo bp
[Seite 143]

So halten wir darfür daß solcher ewrer schein
Nichts anders muß vndt kan als guetes glücke sein.

Man hatt euch beyden auch zuesammen auffgeführet
Ein heilges ehrenhaus/ vndt solches ausgeziehret
Mitt ewren bildern selbst. Aus eisen warest du/
Als der du eisern bist; vndt deine süsse rhue
Die Venus aus magnet/ dieweil sie fort kan ziehen
Die so ihr günstig sindt/ vndt auch die für jhr fliehen/
Ein volck das haßens werth. Sie liebt vndt wirdt geliebt/
Doch wer jhr anlaß auch zue rechtem zorne giebt/
Erfährt was sie vermag: Die Sonn’ hatt euch verrhaten/
Vndt muß alsbaldt hernach die schuldt genung erstaten;
Ob deine Liebste schon ihr selbst nicht schaden kan/
So strafft vnd stecket sie doch jhre Töchter an
bqMitt einer grimmen brunst: Medea/ Phedra/ Dirce/
Vndt die Pasiphaë/ vndt auch die Hexe Circe/
Thun für die Muter buß’/ empfinden Venus krafft/
Vndt werden jämmerlich durch kranckheit hingerafft.

So müssen allesampt verrhäterinnen werden
Deß vnrechts das sie thun. Die töchter dieser erden
Sindt dir ingleichen lieb. Deß Actors schönes kindt
Astyoche/ O Mars/ wardt gegen dir entzündt
Die hast du vberschwätzt/ vndt bist mit jhr gegangen
Auff jhres vaters hauß/ hier wo sie hatt empfangen
Zwey Brüder auff ein mal/ den edlen Iälmen/
Vndt den Ascalaphus/ die auch für Troja gehn/
Vndt an der grossen Stadt jhr heil versuchen wolten/
Darmit die Helden dich in jhnen sehen solten/
Als deiner mannheit frucht. Dich liebte Sterope/
So jetzt am Himmel steht/ die meisterin der See/
Wie jhre Schwestern auch deß grossen Atlas töchter/
Darauff bey stiller nacht der bleiche Segelwächter
Die augen schärffen muß. Aëropen hast du
Zue deiner lust gehabt/ zum zwecke deiner rhue/
br bs bt bu
[Seite 144]

Die in geburtsnoth starb; der Sohn doch blieb im leben/
Dem du den namen hast der Muter nach gegeben/
Zum zeichen jhrer gunst. Was sag’ ich aber viel/
Man weiß es ohne diß was ich erzehlen wil/
Daß du/ O Vater Mars/ viel weiber/ vndt nicht minder/
Dem Kriegesbrauche nach/ gehabt hast auch viel kinder/
Daraus Etolus war/ ein heldt von grosser macht/
So spieße newer art zum ersten auffgebracht:
Vndt welchen Hercules zue roße hat erleget/
Der Cygnus/ darumb du durch grossen zorn gereget
bvIhn ausgefodert hast/ als Jupiter den streit
Noch vnternommen hatt zue rechter gueter zeit
Mitt seines Donners krafft. Dann kinder gehn zue hertzen:
Als wie du gleichfalls auch empfingst nicht kleinen schmertzen
Nach dem der Halirrhoth deß Wassergotteß sohn
Alcippen dir befleckt; der billich seinen lohn
Von dir hatt mitt der haut vndt halse weggetragen.
Der Götter grosser rhat ließ dich hierumb betagen/
Vndt für gerichte ziehn: Du/ wie es sich gebührt/
Hast solchen mordt vndt dich zum besten ausgeführt.
Es ist genung/ O Mars/ das leuten von der Erden
Ihr liebes weib vndt kindt hierzue gebrauchet werden;
Bey Göttern geht es nicht. Wer solches leyden kan/
Vndt drückt ein auge zue/ der ist ein schlechter mann/
Geschweige dann ein Gott der schande rechen lehret/
Den Auff vnd Niedergang vnd aller Weltkreiß ehret.

Dir hatt der Gallier sein halßbandt auffgehenckt/
Sein landßman der Scordisck auch menschenblut geschenckt;
Rom zeigte deinen schildt/ der Scythe deinen degen.
Auff grünem grase hatt man dir zue opffern pflegen/
Weil du das feld einnimpst/ vndt jagst den Bawersmann/
Darmitt das kraut vnd graß/ du Feldgott/ wachsen kan/
bw bx by bz
[Seite 145]

Das graß so schneller kömpt/ vndt öffter sich verjünget/
Wann deine schlacht das Landt mit Menschenblute dünget/
Vndt seinen boden färbt. Wie dann daß deine Stadt/
Die andre Welt / den specht dir zuegeordnet hat?

Man sagt/ als Romulus vndt Remus deine Söhne
So du erzeuget hast durch Sylvien die schöne/
Hin an den Tiberstrom geworffen worden sindt/
Das von der grossen trew deß spechtes beydes Kindt
caHernach gespeiset sey. Dir wirdt auch zuegegeben
Die Wölffinn/ welche hier das junge par bey leben
Nechst dir erhalten hatt/ gewärmet vndt beleckt/
Vndt nicht mitt wilder brust getrenckt vndt zuegedeckt/
Die starcke säugerinn. Du bist der Stadt verwalter/
Du bist jhr Gott/ Quirin/ jhr stiffter vndt erhalter/
Der Göttin aller Welt. Es wirdt diß kleine par/
So dessen volckes stamm vndt erster anfang war
Das städt vndt länder hatt mit waffen vmbgekehret/
Von einer hur’ erzeugt/ vndt einer lup’ ernehret;
Wo jemandt billich auch sie hure schelten kan/
Da so ein hohes haupt wie du es hatt gethan.

Sie sagt/ der städte Stadt/ sie sey von dir gebohren/
Hatt dich mitt steter acht zue ehren auserkohren/
Dir Priester eingesetzt/ dir feyer angestellt/
Dir heilig heißen sein das schöne wunderfeldt
So deinen namen führt/ das edle meisterstücke
Vndt hauptwerck der natur/ der künste bestes glücke/
Die hügel vndt das thal/ gekrönt mitt aller ziehr
Biß an den gelben strandt. Hier hatt die jugendt dir/
O Vater/ sich geübt/ hier sonn’ vndt staub erlitten/
Geschwummen vndt gekämpfft/ getummelt vndt geritten/
Geschleudert/ ball gespielt/ gesprungen hoch vndt weit/
Kein öhle nicht gespart/ vndt durch den kinderstreit
Den männerkrieg erlernt. Hier wolte man verbrennen
Berhümbter helden leib; hier obrigkeit ernennen;
cb cc cd
[Seite 146]

Hier sitzen vndt hier gehn: hier stundt der schöne gang
Vollführt durch Gordian von tausendt schuhen lang/
Mit frischem lorberbawm’ vndt myrten ausgeziehret;
Hier deines tempels baw von alters auffgeführet;
ceDer spitzstein den August vom Nilus hergebracht/
Vndt seiner weißheit nach zur Sonnenvhr gemacht.
Das spielhauß runder art so Claudius gebawet/
Vndt was noch sonst mit lust ein geitzigs auge schawet
Das mein gedächtnüs fleucht. Du hast gantz Rom erfüllt;
Dir stundt im Capitol ein tempel/ wo dein bildt
Sich wiedersetzet hatt dem Jupiter zue weichen;
Dir am Augustusmarckt’/ im Vatican ingleichen/
Vndt auff der Rennebahn/ vndt wo auch sonsten nicht?

Rom hatt von dir genennt/ O Mars/ deß Mertzens liecht/
Von dir das newe jhar vor zeiten angefangen/
Der du jhr anfang bist. Mitt dir/ Herr/ kömpt gegangen
Die hoffnung schöner zeit/ das erdtreich macht sich auff/
Der vogel sucht sein nest/ die segel jhren lauff/
Der bawer seinen pflug/ der landstknecht fug zue kriegen/
So nunmehr hurtig wirdt/ vndt kan zue felde liegen
Wo ruhm zu holen ist. Nun sage ferner an/
Wie daß man dir den hundt zum opffer abgethan?

Weil einer der dir folgt gleich als ein hundt soll wachen/
Soll frisch vndt munter sein. Was hatt mitt dir zue machen
Der ochse? weil dein krieg die gantze welt verkehrt/
Vndt grimmig vmb sich stößt. Man schenckt dir auch das pferdt/
Dieweil das edle thier zum kriegen ist gebohren/
Vndt alles kriegisch ist maul/ augen/ stirn vndt ohren:
Es springt vnd bäwmt sich auf/ schäumt/ wigert/ schnäubt vnd keicht/
Ist fewrig vndt erhitzt/ vndt thut was dir sich gleicht
Das pferd hatt seinen weg: wie aber ist es kommen/
Daß du den esel hast in deinen schirm genommen/
Daß er dir heilig ist? dir steht der name zue
Ein allgemeiner Gott; der esel ist wie du
cf cg ch
[Seite 147]

ciEin allgemeines thier. Die ochsen sendet Pohlen/
Westfalen feiste säw/ vndt Frießlandt starcke fohlen;
In Preussen wirdt der beer/ der hase hier gefellt;
Deß esels vaterlandt ist diese gantze Welt/
Ist Ost/ West/ Sudt vndt Nordt. Der esel haßt die flüße
Dadurch er gehen soll/ vndt schewt die zarten füße
Zue netzen in der flut; so auch dein kriegesheer
Helt von dem lande viel/ vndt fleucht das feuchte meer
Dieweil es windig ist. Ich kan von jhm auch melden
Daß wann er sterben soll er wie die andern helden
Aus diesem leben geht: Dann zahlt er ein mal schon
Die schulden der natur/ vndt leßt den geist darvon/
So lebt er weiter nicht. Es mag auch dannher rühren/
Daß mancher esel noch zur festung thor vndt thüren
Viel eher als ein pferdt eröffnet vndt bezwingt/
Woferren er ein heer in vollem küriß bringt
Gepreget auff das Gold. Dis sindt die starcken sachen
Darmit dein esel siegt/ vndt esel auch kan machen:
Dann/ Mars/ ein volck dem oft durch krieg gewalt geschieht/
Was mangelt daß es nicht dem esel ähnlich sieht?
Ein esel der weiß nie sein bestes zue erwegen;
Diß volck denckt auch nicht nach. Ein esel bleibt von schlägen
Vndt worten wie er ist; man schlägt/ man sagt vndt wehrt
So leßt ein solches volck die freyheit vnbegehrt.
Ein esel siehet nichts bey auffgereckten ohren;
Diß volck ist vnbesorgt/ wann schon an allen thoren
Der feind sich blicken leßt. Ein esel weiß von list
Vndt klugen grieffen nicht; wann du bemühet bist
Zue treffen auff dein ziehl mit kunst vndt weisen rencken/
So schläfft diß arme volck/ vndt weiß nicht nach zue dencken/
cjMan reit’ es wie man wil. Deß gueten esels schwantz/
Sein nicht geringes theil/ leßt nicht auff einmal gantz
Die starcken haare gehn; man muß jetzt eines nemen/
Dann wieder/ vndt so fortt: so pflegst du auch zue zähmen/
ck cl cm
[Seite 148]

Zue beugen fuß für fuß der starcken völcker last/
Biß daß du haut vndt haar in deinen händen hast.
Dann ist es gar zue spat den esel auß zue schlagen/
Nach dem die meisten schon das joch am halse tragen/
Vndt du das regiment führst allbereit allein:
Drumb wer kein esel ist der lernt ein esel sein/
Thut gerne was er muß. Wil Löwen krafft erliegen/
So soll man Fuchsnatur an ihre stelle kriegen:
Ich aber lobe doch noch mehr deß esels art/
Der seinem herren müh’ vndt jhm gefahr erspart/
Geht fort/ ißt/ trinckt vndt schläfft. Sie hoffen was sie wollen
Die schüler jhrer zeit/ vndt tragen was sie sollen/
Betrachten daß es euch/ wie hoch jhr Götter steht/
Jedoch nicht allezeit nach ewrem willen geht.

Als Troja war belegt/ O Mars von allen seiten/
Der Phryger feste Stadt/ bist du für sie zue streiten
Persönlich angelangt/ wie auch deß Himmels ziehr/
Der erden mehrerinn/ die Venus neben dir.
Daselbst hatt Diomedt der Göttinn auffgeschlitzet
Die weiße zarte handt/ vndt dir den bauch geritzet;
Worauff du einen schrey von solcher krafft gethan
Als sonst kein Heer nicht thut von zehen tausendt mann
Im fall ein treffen ist. Dein Peon hatt der wunden
Ein pflaster auffgelegt/ vndt fleißig sie verbunden;
Die Hebe wusch dich ab/ gab dir ein newes kleidt
Für diß das blutig war. Dich warff zur andern zeit
cnMinerva für den halß mitt einem gräntzesteine
Der auff dem felde lag/ das dir die starcken beine
(Den muth behelt ein Gott) vndt alle krafft entsanck/
Vndt du für ohnmacht bist durch sieben huben lang
Gefallen in den Sandt. Auch dieses vbergangen/
Hielt Ephialtus nicht vndt Otus dich gefangen/
co cp cq cr
[Seite 149]

Fast dreyzehn monden durch/ biß daß Mercur noch kam/
Vndt kaum verstolen dich aus jhrer ketten nam
Die deinen leib vmbfieng? Doch wirdt nicht vngenossen
Der spot dir angethan: Es hatt sein blut vergossen
Das himmelstürmer par/ vndt wardt genung gelehrt
Wie keiner vngestrafft die Götter je versehrt,

Vndt diß hatt Pelion vndt Oßa wol erfahren/
Olympus hatt bezeugt wie du die grimmen scharen
Der riesen abgestrafft im lentzen deiner zeit.
Du warest fast ein kindt/ vndt führtest deinen streit
Nur einig gegen wildt; hier sahe man dich jagen
Am kühlen Rhodope/ hier wilde beeren schlagen/
Vndt auff die Löwen gehn/ als dieser feindt gleich kam/
Warumb dein vater dich in seine wohnung nam/
Vndt gab dir schwerdt vndt helm. Der himel wardt erfrewet/
Typheus/ welcher doch den donner nicht geschewet/
Erschrack für deiner macht/ vndt Rhetus flohe dich
Dem Bacchus obgesiegt/ Porphyr sprang hinter sich
Zehn morgen ackers weit; Pelorus mußte büßen/
Dem hast du seinen leib am dünnen auffgerießen
Nicht ferren von der schoß; sein bruder Mimas auch
Der jhm zue hülffe kam/ kriegt’ eines durch den bauch/
Das ander’ in den kopff/ fiel todt hin in den wasen.
Der Obergott war fro/ befahl nun abzueblasen/
csVndt bey der lust zue sein/ die weil die schlacht jhr loch
Vndt guetes end’ erlangt: du aber bliebest noch
Erhitzt vndt gantz bedacht was mehres zue erlangen/
Im fall dich Venus nicht gedruckt an jhre wangen/
Dir selbst den güldnen helm vndt pantzer abgelegt/
Vnd dich vielmehr bey ihr zue bleiben angeregt.
ct cu cv cw cx cy cz da db dc
[Seite 150]

Du hast/ O Enyal/ gesetz’ vndt recht erfunden/
Hast diß an jenes Landt mitt hülff’ vnd trew verbunden:
Du hast die Welt ergäntzt/ die erstlich als das wildt
Hatt in den tag gelebt/ mitt eicheln sich gefüllt/
Getruncken aus der bach/ das feldt nicht können bawen/
Den weinstock nicht gekennt/ kein goldt gewust zue hawen/
Kein schiff zur see gebracht/ gehabt kein Mir vndt Dir:
Ihr waffen war ein stock/ jhr feindt ein kühnes thier.
Für diesem mußten sich die ersten menschen wehren;
Die andern fiengen schon sein fleisch an zue begehren/
Zue rühmen seine haut: Diß war die erste schlacht/
Aus der ein warmer peltz vndt essen ward gebracht/
Des sieges gantzer lohn. Du/ Vater/ hast den thieren
In jhren sinn gejagt die waffen so sie führen:
Dir trägt ein beer die klaw/ ein hundt den scharffen zahn/
Ein Löwe seinen schwantz/ vndt jedes was es kan.

Nicht eines liebt den todt; sie lernen alle kriegen/
Empfinden jhr gewehr/ ersehn das ziehl zue siegen/
Vndt fellen jhren feindt mitt waffen oder list.
Das streit bey vögeln ist/ ein fisch den andern frißt/
Macht deiner regung krafft. Der mensch nur kömpt vom weibe
Gantz bloß als wie er ist mit muternacktem leibe
Ohn schupp’/ ohn borst’/ ohn horn/ bringt nichts nicht an den tag
Darmit er seiner haut sich künfftig wehren mag;
ddDieweil sein kluger sinn die waffen weiß zue finden
So jhm gemeße sindt/ sucht aus der erden gründen
Den scharffen stahl herfür: jhm zwingt der fewerherdt
Das wolgeputzte helm/ die lantze/ schildt vndt schwerdt/
Vndt was er haben wil. Was soll ich aber sagen
Von dir/ du Deutsches Landt/ was du vor frucht getragen/
Du muter der gewalt/ der stärck’ vndt kriegesmacht?
Mars ist dein eigner Gott; dein volck hatt tag vndt nacht
In waffen als gewohnt/ es hatt von allen zeiten
Begiehr vndt lust gehabt zue grimmer schlacht vndt streiten/
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[Seite 151]

Das gegentheil gereitzt/ gemüte/ hertz’ vnd muth
Behalten wie es war/ wann landt/ leib/ guet vndt blut
Schon drauff gegangen sindt. Des stoltzen feindes hauffen
Hatt mußen seine rhue vndt frieden von jhm kauffen
Der fast nicht feil mehr ist. Wir haben in die schlacht
Den donner selbst geholt/ vndt etwas auffgebracht
Das glut vndt eisen speyt/ für dem die mawren fallen/
Die thürne springe thun/ gebirg’ vndt thal erschallen/
Die wilde see erschrickt: Der reichen erden schlundt
Schickt dieses an den tag für dem sein tieffer grundt
Hernach erzittern muß. Wir mischen vns zuesammen
Die elemente selbst/ vndt fodern mit den flammen
Das blawe himmeldach/ so gantz bestürtzet steht
Wann vnsers pulvers macht dem feind’ entgegen geht/
Vndt führt jhn in die lufft. Der Götter König höret
Was stärckers als die macht darmit er sonst versehret
Das blinde menschenvolck/ vndt strafft die rawe welt
So rasend’ vndt verstockt in sünd’ vndt schanden fellt.
Er sieht vndt wundert sich daß wir mit plitze streiten
Ein gantzes langes jhar/ da er bey sommerszeiten
dhSich fast nur schawen leßt; sein adler zweifelt schier
Wo recht sein donner sey/ im himmel oder hier.

Was kaum natürlich ist muß die natur vnß geben/
Die weise künstlerin/ so alles was ein leben
Vndt nicht ein leben hatt mitt solcher art verehrt
Die kriegisch scheint zue sein/ vndt etwas sonst versehrt
Das jhr zuewieder ist. Der baw so vnß vmbringet/
Vndt welt genennet wirdt/ wenn Mond’ vndt Sonne dringet
Hin auff die lincke handt/ geht auff die rechte zue:
Vndt weil die Sonne wacht/ so hatt der Monde rhue:
Hier diß gestirne dörrt/ vndt jenes pflegt zue netzen:
Die winde müssen sich einander wiedersetzen:
Die elemente selbst vollführen jhren streit:
Heiß ist dem kalten gram/ vndt weich der härtigkeit;
Naß steht bey trucken nicht/ nicht leichtes bey dem schweren:
Sie fühlen dich/ O Mars: was eines pflegt zue nehren/
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[Seite 152]

Das ist deß andern todt. Diß vnser erdenfaß/
Das theil so sterblich ist/ wirdt in sich baldt zue naß/
Vndt baldt zue trucken sein: Die hitze rufft zuesammen
Die kräfften so sie hatt/ vndt stärckt die schweren flammen
Mitt speisen jhrer art; die kälte gleichsfalls geht
Auff sonst was das erfrischt/ vndt jhren feindt besteht
In einer solchen schlacht darbey der leib muß büßen/
Giebt lung’ vndt leber hin/ wirdt kranck an handt vndt fußen/
Stirbt täglich weil er lebt/ im fall der artzt nicht wacht/
Vndt einen friedenschluß bey diesen feinden macht.

Ein kindt kriegt wenn es läufft/ nimpt stecken her zum reiten/
Vndt stecken zue der schlacht: Ein greiß der nicht kan streiten
Streicht seine thaten aus/ faßt einen becher wein/
Vndt wil zum minsten hier noch jung im kämpffen sein.
dlWer sagt daß Männer nicht zum kriegen sindt erkohren/
Die Frawen zur geburt? wir werden nicht gebohren
Mitt dutten als ein Weib/ darmit die brust vns frey
Zum schild’/ vndt beyde handt im fechten leichter sey.
Deß weibes vntertheil ist schwer vndt groß zum tragen;
Deß mannes leicht’ vndt schmal zum reiten/ sprung’ vndt jagen/
Zur flucht wo noth es heißt: dann der ist auch ein mann
Der seinem lande sich zue guet’ erhalten kan/
Darmit er offtermals zur schlacht mag wiederkommen.

Das aber etwan ich den sichern weg genommen/
Vndt aus dem letzten/ Mars/ der erste worden bin/
Mein roß darzue gezehlt/ so wisse daß mein sinn
Gar nie gewesen sey dem feinde standt zue halten.
Wer jung erschossen wirdt der pfleget nicht zue alten/
Vndt stirbt zue tode hin. Es wirdt mir auch gesagt/
Der fürwitz sey ein ding das einem der sich wagt
Nicht allzeit wol bekömpt/ vndt wirdt jhm gar zue thewer.
Poeten volck ist heiß/ ist leichte wie sein fewer/
Geht durch/ reißt aus jhm selbst/ ist wie ein edles pferdt
Das nie kan stille stehn/ vnd allzeit fort begehrt.
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[Seite 153]

Solt’ ich/ O Marspiter/ in graß gebißen haben/
Wer würde doch ein Liedt von dir vndt deinen gaben
Erdencken als wie ich? Es ist ja recht vndt war/
Daß ohne diß sich jetzt der Deutschen tichter schar
Sehr starck zue felde schreibt: Doch reime von der erden
Die taugen nicht für dich. Du wilt gepriesen werden
Von geistern derer krafft sich in die wolcken schwingt/
Wie manche nachtigall am Elbestrome singt/
Dringt thal vndt werder durch/ ernehrt gelehrte hertzen/
Mit jhrer stimme frucht/ vnd nutzt der sorgen schmertzen
drDurch einen süssen thon; Wie du auch/ Vater Rein/
Gemüter vmb dich hast/ die liedern jhren schein/
Der einen kopff erheischt/ vndt glantz zue geben wissen.
So lange zeit die Elb’ in Sachsen durch wirdt fließen/
Der Rein auff Hollandt zue/ wirst du/ O kluge schar/
Der Musen trost vndt ziehr/ entgehen der gefahr
Deß grabes das dich fleucht/ wirst nicht auß Lethe trincken
So für den pöfel ist. Wir können nie versincken/
Vndt werden durch den todt viel minder weggerafft
Als der so mitt der faust jhm steten namen schafft.

Dem einen ist zue thun/ zue schreiben mir gegeben/
Vndt möcht’ ich/ wie geschieht/ nicht in den büchern leben/
Ich lebte gar nicht mehr: Was soll dann kriegesfall
Mein Sterbekittel sein? Kein mensch der stirbt zwey mal.
Ein fechter bin ich nicht: ich kan wol wettelauffen
Wann feindt fürhanden ist. Mit balgen vndt mitt rauffen
Wirdt keinem was gedient: der ist gar wol daran
So andre ruhen leßt/ vndt selber ruhen kan.

Doch zanck muß gleichwol sein: diß wo wir gehn vndt reiten/
Bemüht vndt müßig sindt/ hatt allzeit krieg vndt streiten/
Daheim vndt anderwerts/ zue land’ vndt see gehegt/
Vndt/ Mavors/ dich gefühlt. Ein jeder wird geregt
ds dt du dv
[Seite 154]

Auff eyfer/ neidt vndt zorn. Du machst/ O menschenwürger/
Daß jener diesen hier/ der juncker einen bürger/
Vndt er den Bawersmann/ der reich’ ein armes haßt/
Ein weltkindt geistlichs volck. Der Vnger redet fast
Dem Deutschen vbel nach/ vndt Hollandt zürnt mitt Flandern/
Mitt Böhaimb Dennemarck. Ein artzt verfolgt den andern/
Ein kauffmann/ ein jurist/ ein singer/ ein Poet/
Als ich dann sonderlich den welcher nichts versteht/
dwVndt gleichwol lügen wil. Dieweil nun alle kriegen/
Soll König/ Fürst vndt Herr nicht auch zue felde liegen/
Nicht auch geharnischt sein? Ein vnverzagter heldt
Von großen eitern her/ der seine sinnen stellt
Auff ruhm so jhm gebührt/ wil billich mitt der spitze
Deß vnrechts rächer sein. Natura hatt die hitze/
Die liebe der gefahr vndt grosse waffenlust
Nicht ohngefehr gepflantzt in eine solche brust.

Du schaffest/ vndt sie auch/ das Teucer siegt mitt pfeilen/
Mitt kühnheit Diomedt/ Achilles mitt ereilen/
Vlyßes durch verstandt: du giebest krafft vndt muth/
Du freyer Landstknechtgott/ vndt rührst ein herrlichs blut
In allen adern auff. Der kan nicht edel bleiben/
Vndt wirdt auch edel nicht/ der müßig wil vertreiben
Ohn tugendt vnd ohn dich die freyheit seiner zeit/
So edler ist als er. Der schlaff/ der bettestreit/
Schach/ würffel/ kartenspiel/ banckete/ gläserschantzen
Sindt keiner ahnen werth. Wo scharffe kugeln tantzen/
Wo fahnen in der lufft/ wo stürm’ vndt schlachten sindt
Dergleichen ist für dich. Die üppigkeit zerrinnt/
Das faule spiel verspielt/ die wollust wirdt geschlagen/
Lest ihre flügel gehn/ wann du auff deinem wagen
Daher gedonnert kömpst/ den dir bey dicker nacht
Pyracmon/ Steropes vndt Brontes hatt gemacht
Das schwartze schmiedevolck. Voran kömpt eingedrungen
Die Göttin Fama selbst/ so hundert schnelle zungen
Vndt hundert augen hatt: Zwey pferde ziehen dich/
Das schrecken vndt die angst: Zue nechste findet sich
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[Seite 155]

Bellona deine Fraw/ mitt blutgefärbten haaren/
Vndt fewer in der handt: jhr folgen deine scharen/
dzRaub/ Armut/ Hunger/ Durst/ der Haß/ der bleiche Neidt/
Brandt/ Wüten/ Blutbegiehr/ die Flucht vndt Einsamkeit:
Victoria fleugt nach mit palmen in den händen/
Geflügelt weiß wie schnee/ gantz bloß an allen enden;
Die krone trägt sie auch/ die sie dem jenen giebt
Der jhren rhum erhöht/ vndt deine tugendt liebt.

Du weckst die sinnen auff/ machst das sie lieber streben
Nach arbeit als nach rhue / vndt nemen für jhr leben
Das lob so nimmer stirbt. Was zeiht Achilles sich/
Sich Nestor seinen halß zue setzen in den stich/
Vlyßes gleichfalls auch? Achilles kan regieren
Sein landt Thessalien/ kan seine zeit vollführen
Am berge Pelion/ hier wo das gantze jhar
Mitt zarten blumen prangt/ vndt wo sein Chiron war:
Der grawe Nestor kan noch ferner friedlich alten/
Vndt Pylos seine Stadt in stiller rhue verwalten:
Vlyßes auch den ort der guete jugendt tregt/
Hier wo der Neritus stets grüne blätter hegt
Im kleinen Ithaca. Nein/ nein; ein heldt von ehren
Begehrt die eitelkeit vndt wollust nicht zue hören;
Er reitzet seinen feindt/ vndt dringet sich hinein
Wo kampff vndt strenge schlacht am dicksten pflegt zue sein.

Also wardt Jupiter dein Vater auffgenommen
Zum himmel da er herrscht; so ist Alcides kommen
In ewres mittels schar; so lebt der Theseus hier/
So lebt Anchisen Sohn/ so Ajax deine ziehr/
Vndt wer sie alle sindt. Dein volck auch die soldaten
Vertreget mitt geduldt aus lust zue gueten thaten
Des sommers heißen schein/ des kalten winters noth/
Schöpfft waßer mitt der handt/ ißt liebes schwartzes brodt/
ea eb ec ed ee
[Seite 156]

efDrückt in der nacht das landt/ geht nackendt vndt zerrießen/
Tregt eisen in der faust/ vndt bastschue an den füßen/
Ist bauch vndt seckel leer/ ja hatt für seinen leib/
Was zue erbarmen ist/ auch nicht ein eignes weib/
Borgt alles was es hatt. Das aber in quartiren
Die ritterliche pursch ein leben pflegt zue führen
So etwas besser ist/ wol schläfft/ wol säufft vndt frißt/
Machst du/ der du ein herr auch frembder sachen bist/
Vndt findest ohne kauff den vnterhalt zum leben/
Kömpst deinem feinde mehr zue nemen als zue geben:
(Dann bawersvolck ist feindt.) Den flegeln thut es wol
Ein grobes haberbrodt; was für den landtsknecht soll
Muß weiß vndt weitze sein. Mein Deutschlandt deine väter
Die waren recht für vns/ so allzeit volle bräter
Beym fewer hatten stehn/ vndt baldt das faß darbey:
Hatt’ einer wol gekämpfft der fraß auch nachmals frey/
Vndt satzte wacker ein das zähn’ vndt schwarte knackte;
Darauff wann jederman den wanst recht voll gesackte
Wardt gantze nächte durch auff deutsch herumb geschwecht
Biß an den hechten tag/ vndt redlich ausgezecht.

O Mars/ der waßerkrug ist nicht für deine magen/
Stärckt solche hände nicht die lange spiße tragen/
Vndt thaten sollen thun. Das liebe zehrlinn wein
Sieht anders mir nicht auß als vnser wetzestein
Der muth vndt hertze schärfft. Laß immer nüchtern bleiben
Der frembden klugen sinn die nichts vom trincken schreiben/
Vndt narren sindt als wir. Ein hiesiger soldat/
Der einen becher wein in seinem busen hatt/
eg eh ei ej ek el em en eo ep eq
[Seite 157]

Schafft mehr als mancher sonst der vnten von den füßen
Biß auff die scheitel an sich ein hatt laßen schliessen
erIn eisen vndt in stahl. Nur fort/ mein Vaterlandt/
Du säuffest in den halß/ vndt kämpffest mitt der handt.

Die aber welche sich zue geben sehr beschweren/
Die zehnmal mehr vnß todt als so zue sehn begehren/
Vnd lassen dich/ O Mars/ was wenden sie doch ein?
War ist es/ fewer brennt: doch giebt es liecht vndt schein/
Wärmt/ kocht vndt schmeltzt metall. Ein volck ohn krieg zue zwingen
Ist möglich als ein roß zue rechte wollen bringen
Ohn zügel vnd ohn zaum. Du nimpst zwar guet vndt geldt/
Kennst aber keinen geitz/ vndt bringst es in die welt
So weiß worzue es dient. Was mag das goldt doch nützen
Dem jenen welcher stets darüber pflegt zue sitzen/
Vndt suchet waß er hatt? Dein volck durchkreucht das hauß/
Schlegt thür vndt kisten auff/ vndt reißt es denen auß
Die sein nicht würdig sindt. Ein schatz der tieff vergraben
Im finstern keller liegt muß letzlich einen haben
Der ihm das rothe liecht der Sonnen zeigen kan.

Wo krieges gurgeln sindt da wächst der handtwercksmann;
Der gastwirt frewet sich; der weinschenck’ ist bemühet;
Der goldtschmiedt steht früh auff; der reiche Schneider siehet
Wo newe häuser sindt/ weil jetzundt auff ein kleidt
So viel gewaget wirdt. Es trug für dieser zeit
Den großen himmelsbaw der Atlas/ wie sie sagen:
Jetzt wirdt auff einer hos’ ein gantzes dorff getragen/
Die bawren vndt der Schultz’; voraus weil sie zur pracht
Vndt dann zum vortheil auch jetzt wirdt fein lang gemacht/
Vndt raum zur beute hatt. Zwar eine stoltze feder/
Ein ring/ ein güldnes schwerdt/ vndt auch ein güldnes leder
Schmeist keine feinde nicht. Doch der so kriege führt/
Vndt für die andern fleucht/ wirdt recht vndt wolgeziehrt
esMitt etwas das der welt/ so eußerlichen sachen
Nicht selten glauben giebt/ die augen auff kan machen/
et eu ev ew ex
[Seite 158]

Darmit sie sagen mag: schawt/ schawt/ da geht der mann
Der auff dem weißen berg’ hat wunder ding gethan.

Geldt muß beym krieger sein; man nennet jhn vom kriegen/
Dieweil er offtmals kriegt auch außer schlacht vndt siegen
Was andern zuegehört: Dann wächset jhm der muth/
Dann fodert er den feindt. Der menschen seel vndt blut
Ist geldt vndt rotes goldt. Wem diß nicht ist gegeben
Der wandelt todt herumb bey denen die da leben/
Vndt fleucht den hellen tag. Diß weiset mancher auß
Der lauffgeldt von dir nimpt/ im fall er hoff vndt hauß
Im weine hatt ersäufft/ wann silber auff zue weisen
Ihm nicht mehr möglich ist/ so suchet er das eisen/
Leßt armut vndt sein weib zuerück an seiner stat/
Daran der bürge sich hernach zue halten hatt.

Du giebest vndt du nimpst/ hilffst dem Mercur verwalten
Sein wegampt/ O Silvan/ hilffst Straßen reine halten;
Vndt wirdt durch deine leut’ ein ding nicht auffgeklaubt/
So ist doch volck genung das für vndt auff sie raubt.
Du bringest guete zucht: wie würden dorff vndt städte
Voll loser zauchen sein wann nicht dein läger thete/
Da viel gelegen wirdt? Du fellst vndt zeuchst hervor/
Hebst einen armen knecht zum hohen stab’ empor/
Vndt wirffst den stoltzen ab. Dich muß der bawer ehren/
Weil du jhn reicher machst/ vndt höffligkeit wilt lehren;
In dem er wann du kömpst den haber baldt verkaufft/
Vndt als er nichts mehr hatt hin auff die stadt zue laufft/
Darinnen mittung sucht/ er lernet kluge lachen/
Zeucht bürgerkleider an/ behäglich sich kan machen/
eyVndt wirdt ein newer mensch. Gesetzet nun das du
Ihn vndt den edelmann/ den bürger auch darzue
Bringst an den bettelstab/ wie frey ist doch ein leben
Wann einer auff das geldt nicht mehr darff achtung geben/
Vndt wird der bürde loß? Ein gar zue langes kleidt
Beschweret nur den leib; guet ohne mäßigkeit
ez fa fb fc
[Seite 159]

Gemüte/ seel vndt sinn. Der weise Crates merckte
Das reich sein nur die lust zur faulen vnlust sterckte/
Warff alles in die see/ vndt sagte: Schwimme hin/
Damitt du sehen magst das ich dein König bin/
Vndt du der meine nicht. Diogenes im faße
War reicher tausendtmal mitt seinem reichthumb haße/
Als Alexander selbst: die weißheit war sein geldt/
Sein krieg der laster streit/ sein hauß die gantze welt.

Nicht den der viel besitzt/ den soll man selig nennen
Der das was Gott jhm schenckt recht mit vernunfft erkennen/
Vndt armut tragen kan/ vndt fürchtet schand’ vndt spot
Die er jhm selber macht noch ärger als den todt.
Ein gueter armer mann kan viel gesünder bleiben/
Als einer dem sein geldt den hunger muß vertreiben/
Der saufft darmit er speyt/ vndt speyt darmit er saufft.
Der ißet saltz vndt brodt/ sein tranck wirdt nicht gekaufft/
Sein artzt ist die natur. Verterbst du jhn durch fewer/
Verbrennst jhm was er hatt/ so ist er frey der stewer/
Erlegt kein schatzegeldt/ giebt keinen brückenzoll/
Geht sicher aus vndt ein wohin er wil vndt soll/
Schäwt keinen räuber nicht/ kan auff der straßen singen;
Im fall er endtlich auch der erden eiteln dingen
Soll wüntschen guete nacht so hatt er freyen sinn/
Vndt giebet vnbesorgt des lebens fackel hin/
fdMacht gar kein testament/ ist sicher das die Erben
Aus zwietracht vmb sein guet einander nicht verterben/
Vndt speißt der würmer schar so herrlich vndt so satt
Als einer der anjetzt viel tonnen goldes hatt.

Diß arm sein lehrest du: du weisest vnß zur tugendt/
Du leitest auff verstandt das alter vndt die jugendt/
Vndt auff die wachsamkeit deß gueten rhates kindt/
Die jetzt vndt jmmerfort in deinen augen sindt.
Wann deine macht vns drückt so lernen wir erkennen
Wer freundt ist/ oder nur sich also pflegt zue nennen/
fe ff
[Seite 160]

Vndt tregt geschminckte gunst: dann mancher ist der zeit
Vndt nicht deß freundes freundt/ wie die gelegenheit
Es etwan mitt sich bringt. Du hast ein landt geziehret
Durch eines andern geldt; hast hier hinweg geführet/
Vndt dorthin eingebracht. O Mars/ O Mars August/
Vergönne doch ein mal vns Deutschen diese lust/
Weil gleichwol dis vndt das in brieffen ist verflogen/
Vndt sonsten vber berg vndt thal hinaus gezogen/
Vergönn’ vnß doch ein mal den lieben schönen tag/
Das vnser einer auch hergegen holen mag:
Ein tausch der schadet nicht. Du machst die welt zur beute/
Durchwanderst Stadt vndt landt/ verwechselst jhre leute/
Vndt jagest aus vndt ein/ wie wann die see ergimmt/
Vndt die betrübte flut biß an die wolcken klimmt/
Die wellen fort für fort einander weiter schlagen/
Vndt auff das vfer zue mitt schneller hitze jagen
In vngezehlter zahl. So mußte der Breton
Durch vnsrer Anglen zwang aus seinem Albion:
So hatt der Langobardt Italien verheeret;
Der Francke Gallien in Franckreich vmbgekehret;
fgDer Hunn Pannonien zue Hungern jhm gemacht;
Der Gothe Spanien in seine handt gebracht.

Du hast den fichtenbawm zum ersten heißen hawen/
Hast vnsern muth gereitzt ein hültzern pferdt zue bawen/
Das segel auff zueziehn/ zue reisen durch den windt/
Wo meer vndt todt von vns in gleicher weite sindt.
Wir steigen in das schiff/ in einen holen balcken/
Der fleugt mitt vns darvon wie wann wir sehn den falcken
So flüchtig als der windt aus eines berges klufft
Auff eine taube zue sich schwingen durch die lufft.

Wo leitest du vns hin? Wir haben erst vmbfahren
Der gueten hoffnung haupt; beraubet jhrer wahren
Die reiche Cefala; der Mondenjnsel frucht/
Ihr edles sandalholtz/ jhr helffenbein gesucht;
fh fi fj fk
[Seite 161]

Vns Goa recht gemacht; Malacca eingenommen/
Nicht weit von Sumatra; sindt weiter nachmals kommen
An Chinen reichen strandt/ das Porcellanen schickt/
Vndt auch geschütze hatt/ vndt auch die bücher drückt.

Mehr/ Diu haben wir (wo fast Cambaja lieget
Das kornhaus Indiens) vndt Ceylon obgesieget:
Es findet Bangal vns den hellen Diamant/
Vndt Pegu den rubin/ hier wo vmb geldt vndt pfandt
Ein Weib entlehnet wirdt. Darmit wir beßer leben
Muß Java specerey/ muscat vndt pfeffer geben/
Vndt was für sachen sonst die werthe handelsstadt
Sein Bantam vmb den strom der Sundenenge hatt.

Molucco vnd Tydor/ Geloula vndt Tornate
(Die fünffte weiß ich nicht) erzeugen jhre saate
Von nägelinn für vnß; von dannen kömpt vns zue
Der Sonnenvögel schar/ die niemals jhre rhue
flVom fliegen nehmen kan. Du hast vns eingegeben
West Indien/ O Mars/ wo andre leute leben/
Vndt andre laster sindt/ gewonnen eine welt
Die vnsre sitten nimpt/ vndt giebet vnß jhr geldt.
Wir fuhren plötzlich an/ dein schweres vngehewer
Die stücke gaben plitz/ die schiffe speyten fewer/
Das blawe saltz erschrack/ das arme volck lieff fort/
Vndt glaubte das die schar der Götter vmb den port
fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv
[Seite 162]

Sich sämptlich ließe sehn. Columb hatt jhm verbunden
Mitt seiner newen welt die alte; hatt gefunden
Jamaica/ Borick vndt Cuba; hatt bekandt
Cubagua gemacht der perlen edlen strandt.
Ihm ist Americus sein schüler nachgegangen/
Hatt diß was von jhm heißt zue zwingen angefangen/
Dem geitze paß gemacht. Der kühne Magellan
Lieff weiter in die see/ entdeckte seine bahn
Die Nordt vndt Sudt vermengt. Nun kennen wir viel beßer
Das landt Brasilien/ vndt seine menschenfresser;
Als sie sich eben selbst. Wir wohnen in Peru;
Beherrschen Mexico; wir ziehn nach Chica zue;
Durch Chili schönes feldt wirdt vnser fuß gespüret;
Der fluß Orenoque hatt vnsern muth geführet
Biß in Guiana hin/ hier wo die große Stadt
Manoa liegen soll/ die nichts jhr gleiche hatt.

Wir haben Thulen nicht die lenge bleiben laßen
Das letzte landt der welt/ gefunden eine gaßen
Durch frost vndt dicke nacht/ sindt kommen vnverzagt
Wo Mon vndt Sonne sich noch nimmer hingewagt/
Vndt haben auffgedeckt Lycaons weißen beeren
So niemals wasser trinckt/ der thier’ vnß mußen wehren/
fwDen winter selbst bekriegt/ wo eiß an meeres stat/
Vndt nebel für den tag die kalte herrschafft hatt.
fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg
[Seite 163]

Goldt/ silber/ würtze/ holtz vndt alles kanst du geben/
Vndt wenn du viel vnß nimbst so nimbst du vns das leben/
Das keiner nicht behelt. Dann Pluto höret nicht/
Vndt würgten wir jhm gleich auff jedes tageliecht
Dreyhundert ochsen ab. Ein könig vndt ein bawer
Hatt gleiche gunst bey jhm/ wie freundtlich oder sawer
Wir immer mögen sehn. Das hauß/ das spiel/ der wein/
Die freunde/ weib vndt kindt muß nur verlaßen sein
Wann zeit zue wandern ist. Es wirdt ein andrer erben/
Der dieses was wir jetzt durch müh vndt noth erwerben
Mitt lust verschwenden soll. Doch welcher sterben kan
In deiner schlacht/ O Mars/ der stirbet als ein mann.

Den starcken bleibt der ruhm: Der soll warhafftig wißen/
So durch den kampff sein blut wil für sein landt vergießen/
Vndt schlegt behertzt den feindt/ wie das er lob erwirbt
Der gantzen bürgerschafft er lebet oder stirbt.
Es muß gewaget sein: ein weibersinn fühlt schmertzen
Wann seine stunde kömpt; für deinem großen hertzen
Weicht alle furcht vnd angst: dann wer zum fechten geht
Der weiß das solches kraut in solchen gärten steht.
Das schewen ist vmbsonst; vndt woltest du gleich kriechen
In deiner muter leib das pulver nicht zue riechen/
So tregt es doch nicht für. Diß ist des lebens zoll;
Wir haben einen weg den jeder treten soll;
Der zeitlich/ jener spat: ists weit vom vaterlande/
Wer fraget was darnach? in einem frembden sande
Ist auch guet todt zue sein. Der himmel lieget mir
So lang/ so breit vndt hoch von dort an als von hier.

gh O Vater Enyal/ O rächer/ zwey mal rächer/
O Camul/ O Gradiv/ O Mars du mawerbrecher/
Du Blutgott sey gegrüßt/ vndt wo diß vnser landt
Dir noch zue hertzen geht/ so wende deine handt
gi gj gk gl gm
[Seite 164]

Auff frembde völcker hin. Ach/ gehe doch was leyser
Mit deinen Deutschen vmb; gieb das der grosse Keyser
Des Türcken sieger sey/ des Türcken so der macht
Die jetzt sich selbst verzehrt mit sicherm hertzen lacht/
Vndt jhre wunden zehlt. Begleit’ vns vnser eisen
Auff sein Bizantz hin zue/ dem hunde recht zue weisen
Das Deutschlandt doch nicht sey des langes spieles satt/
Vndt seine krafft für jhn noch gantz beysammen hatt.

gn
go

1 O Mars/ ich singe dich]Callimachus in Jupiters
Lobgesange:

Ζηνὸς ἔοι τί ϰεν ἄλλο παρὰ σπονδῆσιν ἀείδειν Δώιον, ἢ ϑεὸν ἀυτὸν gp; – Festa luce Iovi, quisnam hymno dignior, ipso sit İove? –

Gratius im Jagtgetichte:

Dona cano divûm, gratas venantibus artesgq.

Item Horatiusgr vnd andere.

26 Es sey kein Vater hier] Von dieser Fabel redet
sonderlich Ovidius in seinen Jahrbüchern. 〈... im 5. seiner Jahr
Büchergs. Ausonius in seinen Einsyllbigen Wörtern

Mars nullo de patre satus, quem Thressa colit gensgt. F〉
gu
[Seite 165]

32 Du seyest Jupiters] Welches er von sich selbst bekennet
beym Homerusgv vndt dem Keyser Julian in seinen Keyserngw.

35 Thero] Thero ist so viel als die Wilde oder vngezähmte.
Pausanias gedencket deßengx.

41 Wo aber bist du her?] Arnobius im 4. buche wieder die
Heiden:
Quis ex reliquiis Pelopis compactum esse Palladium prodi-
dit? non vos? Quis Spartanum fuisse Martem, nonne Epicharmus
auctor vester? quis in Thraciae finibus procreatum, non Sophocles
Atticus, cunctis consentientibus theatrisgy. Minutius Felix im Octa-
vio: Vel Mars Thracius, vel Iupiter Creticusgz. Vndt Cyprian von
der götzen eitelkeit mit eben diesen worten
ha.

46 Des volckes der Odrysen] Ausonius im 1. Epigrammate:

hb

– bella horrida Martis
Odrysiihc.

Die Odryser sind ein Thracisches volck gewesen/ von jhrer Stadt
Odrysa also geheißen/ wie Strabohd/ Stephanushe vndt Solinhf er-
wehnen. 〈Statius 7. Theb. setzt dem Mars seinen pallast vnnd hauß
in Thracien/ dahinein Jupiter den Mercur zue jhm abfertigt.
hg CF〉

47 Hier wo der Getenschar] Die nachmals Dacier genannt
sindt worden. Mars aber wirdt von den Poeten offtmals der Geti-
sche geheißen: Weßen auch Jornandt erwehnethh.

53 Diß ort] Etliche meinen/ Mars sey darumb für ein Thraci-
sches kindt gehalten worden/ weil die ältisten kriege auß Thracien
in Griechenlandt vndt Asien kommen sindt.

53 Hellas] oder Griechenlandt.

[Seite 166]

57 Du seyst daselbst begraben] Besiehe die Sicilischen Zeit-
register oder vielmehr Alexandrinische Chronickhi.

65 Die Götter sterben nicht] Also sagt auch Callimachus zum
Jupiter/ in seinem lobgesangehj.

67 Gradivus] a gradiendo. Wann Mars ergrimmet/ so heißt
er Gradiuus: Wann er ruhig ist/ Quirinus; spricht Servius
beym Virgilhk.

70 Enyal] Enyalius ist so viel als streitbar/ sieghafftig; vndt
kömpt vom
Ἐνυὼ, welches Bellona/ die kriegesgöttin ist: Ἣ Ἐ-
νυὼ aber ἀπὸ τοῦ ἐνύειν, vom tödten vndt vmbbringen. 〈Siehe
Hesychiumhl. CF〉

72 Ares] Entweder vom ἄρρεν, masculum; oder vom ἄρρατον,
durum, wie Socrates beym Platohm wil. Suidas ist anderer mei-
nunghn 〈/ anderer Phurnutusho.
CF〉.

72 Mars] Varro im 4. buche von der Lateinischen sprachen helt
dafür/ er werde also geheißen
quod maribus bello praesit, das er
den männern im kriege fürstehe; oder weil jhn die Sabiner Mavors
geheißenhp. Mavors aber
/ qui magna verteret, das er [38] große
dinge verkehre; spricht Cicero im andern buche von Natur der
Götterhq.

80 Weibergast] Pausanias sagt in Arcadien/ es sey auff dem
Marckte zue Tegea des Martis bildtnus/ vnter dem namen Gynoe-
cothen oder Weibergasthr/ gestanden; vndt erzehlet das weßen
hier erwehnet wirdt.

81 Sparten volck] Die Laconier; derer fürnembste Stadt
Sparta gewesen.

81 Arcadien] Die Peloponnesische provintz.

hs
[Seite 167]

84 Die Tegeater Frawen] Tegea/ auch eine Stadt in Arcadien.

100 Der jetzt schwan/ jetzt stier/ jetzt goldtreiff wirdt] Jupi-
ter; schwan der Leda/stier der Pasiphaë/ goldtreiff der Danaë we-
gen. Die fabeln sindt bekandt.

104 Die hertzenwenderinn] VENVS VERTICORDIA. Ihr
tempel (wie Julius Obsequens meldetht) ist auffgerichtet worden/
als drey Vestalische jungfrawen zuegleich auff eine zeit vnzucht
getrieben; damit sie des frawenzimmers hertzen zur keuschheit
solte wenden. Hier wird es in anderer meinung verstanden.

105 Des krummen mannes saat] Des Vulcanus oder Mulci-
bers/ der Götter Schmiedes; welchen sein Vater Jupiter der gräwli-
chen gestalt halben vom himmel geworffen/ das er lahm ist wor-
den.

107 Die so alles sieht] Ovidius im 4. buche der verenderungen:

Primus adulterium Veneris cum Marte putatur Hic vidisse deus: videt hic deus omnia primushu.

112 Euch sonst gefangne] mitt dem bande der liebe.

[39] 118 Ob schon ein lamer] Homer. Odyß. ϑ.

Οὐϰ ἀρετᾷ ϰαϰὰ ἔργα. ϰιχάνει τοι βραδὺς ὠϰύνhv.

Non recte succedunt mala opera. assequitur tardus celerem.

120 Neptun] Der Gott des Meeres.

121 Paphos] Eine Stadt der Venusjnsel Cypern.

123 Dem lieben Fewergott] Vulcan. Virgilius:

Haec pater Aeoliis properat dum Lemnius oris Fecerat ignipotenshw. –

125 Als Gallus solte wachen] Diß getichte ist beym Lucian in
seinem Hahnehx.

145 Diß zeigen auch die zeichen] Hiervon redet Macrobius
Saturnalior. lib. 1. c. 12.hy

hz ia
[Seite 168]

152 Es hatt die himmelskunst] Siehe eben jhn Macrobium in
erwehntem orte.

165 Man hatt euch beyden] Claudian im Magnetib.

172 Die Sonn’ hatt euch verrhaten] Vnter den fünff töch-
tern der Sonnen verstehet Furius Publius Fulgentius im 2. buche
seiner Fabeldeutung die fünff sinnen/ welche Venus mit liebe ent-
zündetic. Ihrer gedenckt auch Luctatius Placidus zum
Statioid.

183 Des Actors schönes kindt] Wie beym Homerus im 2. bu-
che von Trojaie ist.

188 Vndt den Ascalaphus] Der im Trojanischen kriege blieben
ist; wie Homerus auch erzehletif.

191 Sterope] Des Atlas tochter/ eine von den Plejaden/ mitt
welcher Mars den Oenomaus erzeuget. Hygin im 159. cap. der
Poetischen Fabelnig.

195 Aëropen hast du] Des Cepheus tochter. Die geschicht er-
zehlt Pausanias in Arcadienih.

[40] 203 Etolus] Welcher wegen todtschlages aus seinem vater-
lande entlauffen/ vndt in das landt kommen ist/ das man nachmals
Etolien von jhm genennet hatt.

204 So spieße newer art] Diß sagt Plinius im 56. cap. des
7. buchesii.

206 Der Cygnus] Deßen erwehnt Pindarusij/ Hesiodusik vndt
andere.

211 Halirrhoth] Pausanias giebt für/ der brunnen bey welchem
Mars den Halirrhot des Neptunus sohn erschlagen/ sey im Escula-
pischen tempel zu Athen gewesenil.

im
[Seite 169]

〈214 Der Götter grosser Raht] Dii Consentes, derer zwölffe/
die alle den Mars loß gesprochen/ wie
Apollodorus erwehnt/ im
3. Buche der Bibliotheck
in. F〉

eod. Ließ dich hierumb betagen] Zue Athen; wo der ort da
diese gerichtshegung geschehen Areopagus darvon genannt ist
worden. Sein gedenckt Hesychius im buche von berhümbten Män-
nernio.
〈/ vnd Demostenes in der Oration ϰαἰ ἀριστοϰράτουςip,
wie auch sonderlich Euripides in der Electraiq. C; ... Männern/ De-
mosthenes
... ἀριστοϰράτους, Euripides in der Electra/ Harpo-
cration auß dem Demosthenesir/ Michael Apostolius in den Grie-
chischen Sprichwörternis/ vnd andere. Des
Iuvenalis Scholiastes
zu denen Worten der neundten Satyra:

– ut curia Martis Athenis.

Quia, sagt er/ in Areopago primus accusatus est Mars a Neptuno, eo
quod filium eius Palinrothion (liese Halirrothion) peremissetit. F〉

223 Der Gallier] Wie Florus im 2. bucheiu sagt.

224 Sein landtsmann der Scordisck] Das die Scordiscken/ so
in Illyrien vndt Thracien eingeseßen/ von vrsprunge Gallier gewe-
sen/ bezeuget Strabo im 7. bucheiv außdrücklich.

224 Auch menschenblut geschenckt] Die Scordiscken/ ein
wildes vndt grausames volck/ haben vorweilen jhre gefangenen
dem Gott Mars vndt der Bellonen auffgeopffert/ vndt menschen-
blut getruncken; wie aus der alten büchern Ammian Marcellin im
27. Bucheiw lehret.

225 Rom zeigte deinen schildt] Der vom himmel soll gefallen
sein. Hiervon Ovidius im 3. Jharbucheix.

iy
[Seite 170]

225 Der Scythe deinen degen] Welchen jhre Könige jederzeit
in ehren gehalten. Wie er zue des Attila zeiten gefunden worden/
erzehlet der Historienschreiber Priscus beym Jornandt von der
Geten 〈oder vielmehr Gothen F〉 sacheniz.

[41] 226 Auff grünem grase] Servius zum II. buche Virgilii, vber
den ort:

– parabant In medioque focos et diis communibus aras Gramineasja, –

Dann der Römer gebrauch/ sagt er/ war auff den altar wasen
zue legen/ vndt darauff zue opffern. Ein altar von grase aber
wirdt allhier auffgesetzt/ weil vom kriege gehandelt/ vnd
dem Gott Mars geopffert wirdt/ welchem das graß geheiligt
ist: angesehen das es/ wie Plinius in seiner Naturhistorien
wil/ vom menschenblute zue wachsen pflegetjb.

231 Deine Stadt] Rom. Die Poetinn Sappho nennt sie des Mar-
tis tochterjc. Vndt der Mimographus Publius beym
Petronio:

Luxuriae rictu Martis marcent moeniajd.

Martial. im 19. Epigram. des 5. buches:

Pulchrior et major sub quo duce Martia Romaje?

232 Die andre welt] Servius saget zue des Virgil. verse in der
ersten
Ecloga:

Sic canibus catulos similesjf. –
jg
[Seite 171]

Er wil die Stadt Rom nicht allein an größe/ sondern auch an art
vndt eigenschafft von andern Städten vnterscheiden; vndt gleich-
sam eine andere welt/ oder etwan einen himmel sein/ darinnen er
den Gott Cesar gesehen habejh.

232 Den specht] Der historien oder fabel erwehnen [42]
Straboji/ Florusjj/ Aurelius Victorjk vndt andere; sonderlich Ovi-
dius
3. Fastorjl.

242 Quirin] Siehe oben zue dem 67. verse.

242 Ihr stiffter vndt erhalter] Cajus Velleius Paterculus zue
ende deß 2. buches:

Iuppiter Capitoline, et auctor ac stator Romani nominis, Gradive
Marsjm.

243 Der Göttinn aller welt] Martial:

Terrarum dea, gentium que Romajn.

Wie sie dann vnter die Göttinnen gerechnet ist worden; als auch
jhre abbildung auff den müntzenjo/ im
Itinerariojp vnd der Notitia
Imperiijq zue sehen.

246 Von einer hur’ erzeugt] Lactantius im 20. cap. des ersten
buches der vnterweisungenjr. 〈Siehe was hiervon Photius auß

Conons 48. erzehlung weitleufftig gezogen hatjs. CF〉

jt ju jv
[Seite 172]

251 Dir priester eingesetzt] Welche man Flamines Martiales
geheißen.

251 Dir feyer angestellt] Wie allenthalben im alten Römischen
kalender zue sehen.

252 Das schöne wunderfeldt] Das Martisfeldt; welches Strabo
im 5. buche mit schönen worten beschreibetjw. Es hatt an der Tie-
ber gelegen/ vndt dannenher das Tieberfeldt geheißen.

256 Biß an den gelben strandt] der Tiber; jhres gelbichten
sandes vndt waßers wegen. Horatius im ersten buche:

Vidimus flavum Tiberimjx. –

Im 3. buche:

Villaque flavus quam Tiberis lavitjy.

Virgilius:

– – hunc inter fluvio Tiberinus amoeno, Vorticibus rapidis et multa flavus arenajz.

[43] 256 Hier hatt die jugendt dir] Was für übungen vndt spiele
auff diesem platze gehalten sindt worden/ erzehlt Horatius im
12. gesange des dritten/ vndt im 1. des 4. buches.

264 Durch Gordian] Den dritten. Diesen gang aber beschrei-
bet Jul. Capitolinus in seinem lebenka.

267 Der spitzstein] Von diesem obelisco, welchen Keyser Au-
gust
von Hierapolis auß Egypten nach Rom verführen laßen/ hatt
Plinius im 36. buche ein sonderliches capitelkb.

272 ein tempel] den T. Tatius gebawt.

273 am Augustusmarckt] Von diesem Keyser auffgerichtet/
wie Suetonius erzehltkc. Jhn beschreibt Ovidius im 5. zeitbuchekd.

ke kf kg kh ki
[Seite 173]

275 auff der Rennebahn] In circo Flaminio, deßsen bawmei-
ster Hermodorus Salaminius gewesen; wie Cornelius Nepos beym
Priscian meldetkj.

275 vndt wo auch sonsten nicht?] Schawe was P. Victorkk
vndt andere schreiben.

277 Von dir das newe jhar] Hiervon sonderlich Ovidiuskl/
vndt Macrobiuskm.

278 mitt dir/ Herr] Eine Inscription in Hispanien:

284 den hundt] Wie von den Colophoniern Pausanias er-
zehletko.

[44] 287 der ochse] Macrobius im 3. cap. des 10. bucheskp.

294 Das du den esel] Aelianuskq 〈/ Phornutuskr/ Arnobiusks
CF〉 vndt andere.

296 Ein allgemeiner Gott] Deus communis. Serv. ad v. 118. lib.
12. Aen. Die allgemeinen Götter sindt/ wie andere sprechen/ Mars/
Bellona/ Victoria; weil sie beydem theile im kriege günstig sein
können. 〈Also heißt jhn auch Antigone beim Euripides
ϰοινὸν
ὲνυάλιον kt, Martem communem. CF〉

301 Der esel haßt die flüße] Vndt zwar so sehr/ wie Plinius im
8. buche saget/ das der weg zum brunnen darauß er trincket muß
ku kv

[Seite 174]


trucken sein; ja das er auch nicht gern vber eine brücke geht/ wo
das waßer zwischen den ritzen herdurch leuchtetkw.

337 Wil löwenkrafft erliegen] Also hatt Cleandridas die Thu-
rier vnterrichtet; wie Poliänus erzehlt
/ Stratagem. I. 2.kxSiehe
auch
Zenobium Proverbior. Graecorum Centur. I. vnd was Schot-
tus darbei auffgezeichnet hatt. Es ist ingleichen beym Diogeniano
Cent. I.ky F〉

349 Diomedt] Des Tydeus vndt der Deiphilen Sohn/ der König
aus Etolien/ welcher sich für Troja so wol gehalten/ das er außer
den Achilles vndt Ajax für allen Griechen den preiß darvon getra-
gen. Dieser Fabel aber gedencket Homerus im 5. buche des Troja-
nischen kriegeskz/ vndt Justinus Martyr in der vermahnung an die
Griechenla.

353 Dein Päon] Ein fürnemer artzt/ von welchem auch Pluto
beym Homerus geheilet wirdt/ als Hercules jhn verletzt hattelb.

355 Die Hebe] Die Göttin der jugendt/ des Martis Schwester.

356 Dich warff] Homeruslc.

362 Ephialtus/ Otus] Ihrer erwehnen Pausaniasld vndt Diodo-
rus
le. Die fabel aber erzehlt Dione jhrer tochter Venus beym Ho-
mer im 5. buche von Trojalf.

369 Vndt diß hatt Pelion] Der Giganten streit [45] mitt den
Titanen ist bekandt. Pelion/ Oßa/ Olympus sindt berge in Theßa-
lien; wie auch Rhodope in Thracien.

381 Pelorus] Diß sagt Claudian in seinem Riesenstreitelg.

401 Für diesem] Plutarchus im Buche/ wie man nutzbarkeit
von den Feinden erlangen kanlh.

[Seite 175]

409 Nicht eines liebt den todt] Ovidius 〈/oder wer der Auctor
ist
/F〉 im vberbliebenen stücke des Fischergetichtes:

Omnibus ignotae mortis timor: omnibus hostem, Praesidiumque datum sentire et noscere teli

Vimque modumque suili. –

424 Mars ist jhr eigner Gott] Tacitus von den Tenctern/ im
4. buche der historien:
Tencteri, sagt er/ Rheno discreta gens, mis-
sis legatis, mandata apud concilium Agrippinensium edi jubent.
quae ferocissimus e legatis in hunc modum protulit: Redisse vos in
corpus, nomenque Germaniae, communibus deis, sed praecipuo
deorum Marti gratias agimuslj.

430 Vndt frieden von jhm kauffen] Claudian an den Stili-
con.

Illi terribiles, quibus otia vendere semper Mos erat et foeda requiem mercede paciscilk.

〈Also klagt Salvianus im 6. buche von der regierung Gottes/ wegen
der Römer so durch die Gothen vnd andere völcker vnterge-
druckt worden:
Terrebant Romani veteres; nos timemus: vectigalia
illis solvebant populi barbarorum; nos vectigales barbaris sumus.
Vendunt nobis hostes lucis usuram: tota admodum salus nostra com-
mercium estll. CF〉

〈474 Ein greiß &c.] Salvian. lib. 6. de Gubernatione Dei: Lasci-
viebant in conviviis vetuli et honorati, ad vivendum prope iam imbe-
cilles, ad vinum praevalidissimi: infirmi ad ambulandum, robusti
ad bibendum: ad gressum nutabundi, ad saltandum expeditilm.
CF〉

497 O Marspiter] Macrobius im 19. cap. des ersten buches:
Certe Romani utrunque patris appellatione venerantur: alterum Li-
berum patrem: alterum Marspitrem, id est, Martem patrem cogno-
minantesln.

545 Das Teucer siegt] Maximus Tyrius in der 13. Redelo.

lp
[Seite 176]

548 Du freyer Landtßknechtgott] MARS MILITARIS; auff
einem alten steinelq.

[46] 560 Pyracmon/ Steropes vndt Brontes] Pyracmon/ das ist/
ein fewriger amboß; Steropes/ der plitz; Brontes der donner/ des
Vulcans schmiedeknechte. Diese machen den wagen Martis/ beym
Virgil im 8. buchelr. Vnd es darff vns nicht frembde fürkom-
men/ (sagt Serviusls hierüber) das des Martis wagen in des
Vulcanus hause geschmiedet wirdt; dann er wardt in seinem
abwesen geschmiedet.

563 Das schrecken vndt die angst] Virgil im 3. buche vom
Ackerbaw:

Martis equi biiugeslt. – –

δεῖμος ϰαὶ φόβος; spricht Servius.

565 Bellona deine fraw] Luctatius Placidus: Enyo, Bellona,
Martis sororlu. Man sagt sie sey schwester vndt fraw zuegleich
gewesen.

566 Mitt blutgefärbten haaren] Silius Italicus:

Ipsa facem quatiens ac flavam sanguine multo Sparsa comam, medias acies Bellona pererratlv.

〈568 Pest] Sophocles in Oedipo Tyranno:

– – ἄρεὰ τε τον μαλερὸνlw, – – Martemque pestiferum. – CF〉

569 Victoria] Die Göttin des sieges. Silius im 15. buche:

– – niveis victoria concolor alislx.

Prudentius im 2. buche wieder Symmachum:

– – non pexo crine virago, Nec nudo suspensa pede, strophioque revincta, Nec tumidas fluitante sinu vestita papillasly.
lz ma
[Seite 177]

580 Chiron] Des Saturnus vndt der Phyliren Sohn/ Achilles
lehrmeister.

582 Pylos seine stadt] In Arcadia.

583 Vlyßes auch den ort] Die Insel Ithaca im Ionischen meere/
welche Homerus eine glückhaffte erzieherinn der ju-[47]gendt
nennet; wie jhn Max. Tyrius in der 34. Rede anzeuchtmb. Der berg
Neritus darinnen wirdt auch vom
Plinio genenntmc.

590 Alcides] Hercules.

609 Mein Deutschlandt deine Väter] Hiervon redet Tacitus
im buche von der Deutschen sittenmd/ vndt Keyser Julian
in Miso-
pogoneme.

673 Dem Mercur] Dem Gott der beredtsamkeit/ der Kaufleute
vndt straßen.

674 O Sylvan] Die alten gloßen: Silvanus, πάν ϑεὸς ὑλαῖοςmf.
Ein jetweder Waldtgott heißt Silvanus. Dannenher opffert
Cato dem Marti in seinen Ackerbüchern im Waldemg. In einer Tar-
raconischen Inscription wirdt er
MARS CAMPESTRIS gehei-
ßenmh.

712 Geht sicher aus vndt ein] Phedrus im 2. buche:

– – tuta est hominum tenuitas, Magnae periclo sunt opes obnoxiaemi.

723 Vndt auff die wachsamkeit] Corippus an Justin den Jün-
geren:

Mater consilii placidis Vigilantia vestris Semper inest oculismj. – –

Aber daselbst ist Vigilantia ein eigentlicher name des keysers
muter.

mk ml mm
[Seite 178]

731 O Mars August] Eine alte vberschrifft zur Sagunt in Hispa-
nien:

Vndt etzliche andere.

743 so muste der Breton] Das die älteren innwohner Britan-
niens von den Anglen/ so vorzeiten vmb den außgang
[48] der
Elbe gewohnet/ vertrieben worden/ ist aus den historien kün-
dig.

744 Albion] So nennen Britannien Aristotelesmo/ Apuleiusmp/
Pliniusmq; Ptolomeusmr
Aluion, ἀλούιον.

749 Den fichtenbaum] Welcher zue den schiffen am bequem-
sten ist. Virgil im 4. Hirtengetichte:

– – nec nautica pinus Mutabit mercesms. – –

Seneca in der Medea:

Bene dissepti foedera mundi Traxit in unum Thessala pinus, Iussitque pati verbera pontummt.

Phedrus im 4. buche:

Utinam ne unquam Pelei ne moris jugo Pinus bipenni concidisset Thessala, Nec ad professae mortis audacem viam Fabricasset Argus opere Palladio ratemmu.

752 Wo see vndt todt] Seneca in jetztgedachter Medea:

Inter viae mortisque vias Nimium gracili limite ductomv.

753 in einen holen balcken] Virgil.

Vela damus, vastumque cava trabe currimus aequormw.
mx my
[Seite 179]

758 Der gueten hoffnung haupt] Caput Bonae spei. Wir wol-
len aber den leser zue beyden Indianischen Historienmz gewiesen
haben: dann hiesige außlegung auff vmbschweiffe nicht angesehen
ist.

759 Mondenjnsel] Madagascar.

776 Sonnenvögel] Welche wir jhrer schönheit halben Para-
deißvögel nennen.

〈783 Das blawe saltz] Das meer. Virg.

– – spumas salis aere ruebantna. Vnd: – – campos salis aere secabantnb CF〉

801 Thulen] Thule/ heutiges tages Ißlandt/ hatt man für den
entlegenesten ort gegen Mitternacht gehalten. Dannenher

[49] sagt Virgilius:

– – Tua nautae Numina sola canant; tibi serviat ultima Thulenc.

Vndt wie Ptolomeus bekennt/ weiter sind die alten nicht gelan-
getnd.

803 sindt kommen vnverzagt] In New Zembla.

805 Lycaons weissen beeren] Die fabel erzehlet Ovidius im
2. buche der verwandlungenne.

837 O rächer/ zwey mal rächer] Marti dem Rächer hatt Au-
gustus
auff seinem marckte einen köstlichen tempel nach dem
Philippischen kriege/ welchen er seinen Vater den Julium zue rä-
chen angefangen/ auffgerichtet/ wie Suetonius meldetnf. Nach-
mals auch ist von jhm Marti dem zwey mal rächer ein ander tempel
im Capitol gebawet worden/ als man die Parther gezwungen hatt.

838 O Camul] Also wirdt Mars in Sabinischer sprache genannt
in einer alten Römischen Inscription/ wie Diana Ardoinne; als aus
ng

[Seite 180]


jhren bildtnißen so darunter gehawen sollen stehen/ ab zue nemen
istnh. So wirdt auch in einer andern gelesen:

CAMVLO. SANC
FORTISS.ni

Vndt wiederumb zue Cleve:

MARTI. CAMVLOnj

Warumb er aber in einem Steine zue Frauenstein bey Maintz
MARS LEVCETIVS, vndt in einem zue Lyon MARS SEGOMO
geheißen werde/ kan ich nicht wißen.

〈Das ist vermutlich: MARTI dem Diener oder dem Dienstbaren/
wie von gelehrten leuten auß den Orientalischen sprachen auffge-
merckt ist worden.

In einem Steine zu Frauenstein bey Maintz wird er MARSLEVCE-
TIVSnk, vnd in einem zu Lyon MARS SEGOMOnl geheißen: Da
dieses vielleicht von
Ζώγονος; jenes a luce herkömpt: weil Mars/
wie Macrobius verzeichnetnm/ von den Griechen nach art der
Orientalischen völcker für die Sonne genommen wirdt/ vnd also
beydes ein erzeuger des lebendigen/ wie auch ein geber des liech-
tes ist.
CF〉

nn no np

Fußnotenapparat

a Bei diesem Wort handelt es sich um ein Desiderativum des Verbs edo.
b am Rand: [1]
c Vgl. Bd. I, S. 276 u. Bd. II, S. 351. Anm. 19.
d Vgl. Hyg. Astr. II 23, allerdings zwei Esel.
e N.B.
f Dies Widmungsschreiben ist bei
Rei 821 vollständig abgedruckt;
siehe Einleitung supra.
g Dn.] Nur einmal F
h Dohnensi. F
i fehlen F; vgl. Titelbl. von
Nr. 84.
j aliqua] Aus Dkf aliquae X nach
CF verbessert.
k ipsasque sacras literas,] sacras
etiam literas, CF
l quibus et ipsis talia reperiun-
tur, CF
m quem ob praeclara se CF
(praeclara rade se Dkf C)
n Agricola war Suffektkonsul i. J. 77.
o modum ... retinuerat.] Wörtlich nach Tac. Agr. 4, 3 (mit Umstellung).
p Tempel des Pallor nur bei Liv. I 27, 7; solche der Febris häufiger er-
wähnt.
q Schon bei Hor. Carm. IV 4, 22; Augustin etwa Sermo 27, iii; PL 38,179.
r Iulium. Punkt Dkf C
s Si qui porro F
t potuerunt F
u e libris mores F
v ad libros afferant: F
w Suet, ›Iul.‹ 51
x ibid. 49, 4: »Gallias Caesar subegit, Nicomedes Caesarem.«
y Bezieht sich auf Mansfelds Einfall in Schlesien, auf Grund dessen der
Dresdener Akkord für hinfällig erklärt wurde.
z Catull. 3, 12
aa alienum ab ... consuetudine fe-
cimus. CF
ab amantes Patriae fehlt F
ac diu Provinciae nostrae visceri-
bus infelici illo CF
ad sicuti vanissima spe illectus te-
merario audacique impetu ir-
ruperat, CF
ae incolas loci ac nos argento CF
af turmatim aut fugam CF
ag aut sine commeatu ullo sese CF
ah Prid. Id. April.: 12. April
ai iudicio, doctrina ac CF
aj si benevolentia erga F
ak amori Supremi F
al arduis Imperatoris sacratissi-
mi negotiis CF
am cura CF Abschluß in Spitz-
kolumne CF
an am Rand: [7]
ao am Rand: [8]
ap N. B. Man beachte Opitz’ eigene
»Auslegungen«, S. 164ff. Hier bie-
tet Hrsg. (untermischt mit den Les-
arten) nur einige zusätzliche Erklä-
rungen.
aq am Rand: [9]
ar Thracer F
as Hebrus: Maritza, Hauptfluß
Südbulgariens
at sehr = in der Tat; so auch 67
usw.
au Ende des Absatzes
av am Rand: [10]
aw ist/so XCF
ax Damit F
ay Weibergast: γυναιϰοϑοίνας
az beid mit Singular, wie uterque;
so auch 236 usw.
ba macht] krafft CF
bb Sich haben vnuerzagt zue felde
lassen CF
bc Marpessa Choera: Pausan. VIII
48, 5
bd gelassen: außer Acht gelassen
be am Rand: [11]
bf dem] berechtigte Form; de C;
den fehlerhaft F
bg Mulciber: Vulcan als Gott des
Feuers
bh überjagen = durch Geschwin-
digkeit einholen
bi seltzam = selten
bj am Rand: [12]
bk verhüten = behüten, bewa-
chen
bl weiß = sich ... bewußt ist
bm auffliegen = sterben
bn wüst Dkf C
bo liebes art / C liebes Art / F
l.a. = indoles amatoria (Stie-
ler); vgl. Z. 71.
bp Himmelkunst = Astrologie
bq am Rand: [13]
br Magnet = Siderit, ein silberiges
Mineral; Eisenspat
bs Buß / Dkf F
bt Das ä in Iälmen = a mit Trema
bu Ruhe / Dkf F
bv am Rand: [14]
bw untern. = unterbrochen
bx Halirrhoth] Aus fehlerhaftem
Hallirhot XC nach F verbes-
sert; so auch in den Auslegun-
gen.
by betagen = vor Gericht laden
bz sich ausführen = sich rechtfer-
tigen
ca am Rand: [15]
cb erzeugt Dkf C
cc lup’: lat. lupa = Wölfin u.
Dirne
cd Freyer Dkf F
ce am Rand: [16]
cf vollführen = ausführen, per-
ducere
cg geizig = (be)gierig
ch abtun = töten (Stieler)
ci am Rand: [17]
cj am Rand: [18]
ck fellen = das Fell abziehen, tö-
ten (Stieler)
cl vollem küriß] gantzen Waffen
CF
cm Damit F
cn am Rand: [19]
co ausschlagen: cf. Z. 319–20;
entweder excutere »die Natur
ausschlagen, austreiben«, oder
»sich weigern, der Esel zu
sein« (Bodm. u. Breitinger)
cp seinen CF jhm = sich
cq belegt = belagert
cr weise F (Dkf)
cs am Rand: [20]
ct ungenossen = ohne Nachteil,
ungestraft
cu Himmelstürmer: die Z. 362 ge-
nannten; Apollo tötete sie.
cv führtest] Aus fuhrtest XC nach
F
cw Rhodope: Gebirge in Thrazien
cx am dünnen = an der Weiche
cy ander’] Apostroph nach CF
eingefügt
cz Loch erlangen = zu Ende ge-
hen; Gr. Wb.
da bleibest Dkf CF
db mehrers F
dc Ende des Absatzes
dd am Rand: [21]
de beltz CF
df Angeblich lag die Stärke vieler
Tiere im Schwanz.
dg wolgebutzte CF
dh am Rand: [22]
di gegenth. = Gegner, adversa-
rius
dj spränge CF
dk müssen] Umlaut nach CF
dl am Rand: [23]
dm Händ F
dn wenn = sobald
do Dutte = die (einzelne) Brust,
mamma
dp Siehe hierzu Colerus,
Laudatio ... Opitii, nach Lind-
ners Zählung Kap. 36, u. Palm,
Beiträge 200f.
dq Ende des Absatzes
dr am Rand: [24]
ds Teutschen F
dt Gelegentlich trug O. in
Freundschaftsalben ein:
Haud
viverem, nisi in litteris vive-
rem; siehe auch die Zuschrift
vor
Disticha Catonis, Werk
Nr. 106.
du and’re F
dv geregt = erregt
dw am Rand: [25]
dx Spitze = mucro, Schwert
dy scharpffe F
dz am Rand: [26]
ea Wüten/ Kranckheit/ Pest/ die
CF
eb machst] Aus Dkf macht XC
nach F verbessert
ec i. d. Stich setzen = aufs Spiel s.
ed kan] mag CF
ee Mittel = Gemeinschaft, Mitte
ef am Rand: [27]
eg das Land drücken: terram
premere
= auf der Erde schla-
fen
eh pursch sich pfleget auß zue zie-
ren/ CF
ei Den wein fürs Vaterlandt ver-
geußt/ wol schläfft vndt CF
ej weitze: Adj. weizen
ek Bräter: sg. das Brat = eßbares
Fleisch
el be-, gesacken = die Taschen
(mit Raubgut) füllen
em schwächen = schwelgen, pras-
sen
en deinen] Dkf F Magen = Ver-
wandte
eo spieße CF
ep zehrlin = Zährlein, kleine Trä-
ne, Tröpflein
eq hiesig = jetzig, modern
er am Rand: [28]
es am Rand: [29]
et vnden C süßen Dkf C
eu hassen] Aus lassen XC nach F
ev der] Aus des Dkf X nach CF
ew Schultz; Dkf C
ex auch was lenger wird gemacht/
CF
ey am Rand: [30]
ez Schlacht am Weißen Berge, 8./
18. Nov. 1620; die siegreichen
Generäle waren Tilly u. Bu-
quoy.
fa Zauche = Hündin, Dirne
fb mittung = Einmietung erler-
net C
fc kan sich behaglich F
fd am Rand: [31]
fe Crates: Stoiker, Schüler des
Diogenes
ff Verderbst CF
fg am Rand: [32]
fh thal] Meer F
fi ein Holtzpferdt auff zue F
fj einen] Aus einem Dkf X nach
CF
fk Cefala (Zefala, Sofala): König-
reich in Afrika, von manchen
für Ophir gehalten
fl am Rand: [33]
fm Goa wurde 1510, Malakka
1511 von den Portugiesen ein-
genommen.
fn An Sina F Porzellan wurde
in größerem Umfang erst nach
1700 in Europa hergestellt.
fo Diu: Insel und Stadt in Indien,
seit 1515 portugiesisch. Cam-
baja: Königreich Kambodja
fp Ceylon stand seit 1505 unter
portugiesischem Einfluß
fq Bangal] mögliche Form Ben-
gal F
fr Pegu: Ostindisches König-
reich, später in Birma aufge-
gangen. Gegen Erlegung einer
Geldsumme erhielten Auslän-
der eingeborene Frauen für die
Dauer ihres Aufenthalts. (Lin-
schoten, Zedier)
fs Bantam: Früheres Königreich
auf Java Sundenenge: Die
Sundastraße zwischen Suma-
tra und Java
ft Molucco: Die Molukken beste-
hen nach Linschoten aus den ge-
nannten Inseln – Molucco, Ti-
dore, Gilolo, Ternate u. einer
weiteren Insel, »cuius nomen
nunc non succurrit«! Geloulo F
fu nä. = Gewürznelken
fv das blaue Salz: das Meer
fw am Rand: [34]
fx liße F
fy Borick: Boriquen, Insel zwi-
schen Puerto Rico u. Santa
Cruz in Westindien
fz Cubagua: Insel vor Venezuela,
reich an Perlen, 1494 von Co-
lumbus entdeckt
ga Amerigo Vespucci, 1451–1512,
ital. Seefahrer
gb Geiz = Begierde Paß ma-
chen = den Weg ebnen
gc Die Magellanstraße wurde im
Okt. 1520 entdeckt.
gd Chica: Die Karten um 1590
(Mercator, Ortelius, Linscho-
ten) wenden diese Bezeichnung
auf weite Landstrecken süd-
westlich der Mündung des Rio
de la Plata an. Karten bei A. E.
Nordenskiöld, Facsimile-At-
las
, Stockholm 1889 (Reprint
1961).
ge Manoa: M. wurde mit El Dora-
do gleichgesetzt; der Indianer-
stamm der Manoas lebt in Gu-
yana. die nicht jhrs gleichen
F
gf nimmer] Aus immer Dkf X
nach CF
gg Ende des Absatzes
gh am Rand: [35]
gi deinem] Aus deinen Dkf XC
nach F
gj fürtragen = nützen
gk zeitlich = zeitig, früh
gl dort an] Aus Dkf dortan X
gm Mauerbr.: Zunächst Kriegsge-
rät (tormentum murale), dann
Spottname für prahlenden
Kriegsmann Gr., Wb.
gn gieb das der grosse] verschaffe
daß der CF
go am Rand: [36]
gp v. 1f.
gq Cyneg., Z. 1
gr Z. B. Carm. 3, 5
gs Fast. V 239–58
gt Auson. Technopaegn. III 8
gu N. B. In X → steht v. vor den Zeilenziffern; auf die Zahl folgt ein Punkt.
In XC werden die Hinweisworte durch runde, in F durch eckige Klammern
abgeschlossen.
gv Il. 5, 897
gw Iul. Caes. 334C
gx III 19, 8
gy Arnob. Nat. IV: PL 5, col. 1050
gz PL 3, col. 319A
ha PL 4, col. 571
hb am Rand: [37]
hc Epigr. XXVI 14
hd Strab. VII 331, frag. 48
he Steph. Byz. s. v.
hf 10, 7
hg Besonders 34–50
hh Iord. Get. V 40
hi Titel übersetzt aus M. Raders Ausgabe: Chronicon Alexandrinum ...
vulgo Siculum
, München 1615; PG 92, col. 149 B
hj Kallim. Iov. 9b
hk Serv. Aen. I 292
hl Hesych. s.v.
hm Plat. Krat. 407d
hn A Nr. 3852
ho Corn. Nat. Deor. 21
hp Ling. V 73
hq Nat. deor. II 67
hr Paus. VIII 48, 4; Gastgeber wäre die richtige Übersetzung.
hs weßen] Aus wesen Dkf XC nach
F korrigiert
ht Prodigios. lib. Nr.37 (Rossbach)
hu IV 171
hv 8, 329
hw Aen. VIII 454 u. 628
hx Gallus 3
hy I 12, 10
hz vnzucht getrieben;] zu huren
worden; CF
ia mannes] Aus Dkf manns XC nach
Z. 105 verbessert
saat] Fehlt F
ib Carm. min. XXIX 22–43
ic Myth. II 7
id Lactantius (!) Plac. III 274
ie Il. 2, 513
if Il. 2, 512 u. 13, 516–25
ig Fab. 192
ih VIII 44, 7
ii Nat. hist. 7, 201
ij Pind. Ol. 11 (10), 19
ik Hes. Asp. 57 u. 65
il I 21, 4; 28, 5
im Sonn’] Apostr. nach d. Text
eingefügt
in III 14, 2
io Hesych. Nr. A 7113
ip 23, 66
iq El. 1258 (and. Zählung 1261; 1268)
ir Harp. s.v. Ἀλιρρόϑιος
is Corpus paroemicor. graecor. (Leutsch-Schneidewin), Apost. III 100a
it IX 101 (Weßner)
iu Epit. I 20 (ältere Zählung II 4, 4)
iv VII 5, 2
iw XXVII 4, 4
ix Fast. III 377
iy 23 wie Ammian ... Buche auß den
alten Büchern F
iz Iord. Get. XXV 183
ja Aen. XII, 117f.
jb Serv. Aen. XII 118. Der Hinweis auf Plinius von dort übernommen,
aus der Hist. nat. selbst nicht nachweisbar.
jc Die in Bd. II, S. 374 zu dieser Stelle gemachte Anmerkung ist wie folgt
zu ergänzen: das auch dort verwendete Zitat ist weder der Erinna noch (wie
hier) der Sappho, sondern der viel späteren Melinno zuzuschreiben. Schon
Grotius hatte die Zuschreibung an Sappho für unmöglich erklärt, was dem
Gedächtnis Opitz’ entfallen sein mochte. Der Hymnus auf Rom, fünf Sap-
phische Strophen in Anthol. lyr. graec. (Diehl) Bd. II, 115f. Siehe dazu
Oldfather, RE 15, 1 Sp. 521–23.
jd Satyr. 55; das Zitat ist wahrscheinlich nicht von Publilius Syrus.
je Z.5
jf Ecl. I 22
jg Vergil. = Vergilii
jh Serv. ad loc. cit.
ji V 4, 2
jj Bei Florus kommt picus nicht vor; vielleicht liegt Verwechslung mit
Festus (209) vor.
jk Orig. 20, 4
jl Z. 291 f.
jm Vell. II 131, 1
jn XII 8, 1
jo Siehe Corn. C. Vermeule, The Goddess Roma, Cambridge (Mass.)
21974; dort 7 Tafeln mit Abbildungen der Roma auf Münzen.
jp Peutingeriana tabula, Angerer und Göschl, Hrsg. Wien 1888, segm.
IV
jq Vermutlich ist die Notitia dignitatum gemeint; unter den Abbildungen
(Seeks, Berlin 1876) findet sich keine der Göttin Roma.
jr Epit. I 20: PL 6, col. 216ff.
js PG 103, col. 585–88
jt Z.1 Er bis 4 habe.] Zitiertype XC;
hier nach F in den normalen
Schriftgrad transponiert, da
Übersetzung, nicht wörtl. Zitat.
ju im Itinerario] in Peutingers Ta-
feln CF
jv erzeugt] Aus erzeuget Dkf X
nach Z. 246 verbessert
jw Strab. V 3, 8 (236)
jx Carm. I 2, 13
jy Carm. II 3, 18
jz Aen. VII 31
ka Hist. August. Capitol., 32, 6
kb XV (= 72–74); Heliopolis ist gemeint.
kc Aug. 29, 1
kd Fast. V 550–68
ke Die Dkf F
kf schönen] köstlichen CF
kg dannenher auch das CF
kh gelblichten F
ki aber] Fehlt CF
kj Nep. Frag. 35 (Marshall); Prisc. 8, 17
kk Descriptio urbis Rom.: PL 18, col. 437ff.
kl Fast. I 39
km Sat. I 12, 5
kn CIL II 3618; Grut. 57, 14
ko 88 III 14, 9
kp Vielmehr III 10, 4
kq Ael. Nat. anim. XII 34
kr Cornut. Nat. Deor. 21
ks Adv. gentes IV 25: PL 5, col. 1051
kt Eur. Phoin. 1572
ku 273 Dkf F
kv Phornutus] Aus Peurnutus
Dkf CF
kw 8, 169
kx Polyain. Strat. I 2 = mod. Zählung: II 10, 5 (Melber)
ky Die beiden Sprichwortsammlungen finden sich mit lat. Übersetzung u.
Scholien in Andr. Schottus’ Παροιμίαι ἡλληνιϰαί, Amsterdam 1612; Ze-
nob. I 83, Diogenian I 93
kz Il. 5, 330 ff.
la Cohort. ad Graecos II 2: PG 6, col. 246
lb Il. 5, 395ff.
lc Il. 11, 403 ff.
ld IX 21, 1
le V 51, 1
lf Il. 5, 385
lg ›Gigantomachia‹, Carm. min. 53, 79
lh ›De capienda ex inimicis utilitate‹, Mor. 86 B, spec. D
li Hal. 7 ff.
lj IV 64
lk I 210 f.
ll PL 53, col. 128 D; dort lib. VII u. »Timebantur Romani ...«
lm ibid. col. 124 B
ln Sat. I 19, 3
lo XXIII (Dueb. XXIX, vulg. 13)
lp Mors Dkf F
lq CIL XIII 8019; Grut. 58, 4
lr Aen. VIII 434ff.
ls Serv. VIII 433
lt Georg. III 91 u. Serv. dazu
lu So nicht bei Plac. Siehe Goetz, Corpus gloss. lat., Bd. III, S. 237, 7;
440, 22 u. Bd. V, S. 442, 52.
lv V 220 f.
lw Z. 190
lx Z. 99
ly PL 60, col. 182; Z. 36 ff.
lz Landsknecht Gott fehlerhaft F
ma Blut gefärbten mißverständ-
lich
F
mb Max. Tyr. 23, 1 zitiert Od. 9, 27
mc Nat. hist. 4, 55
md Germ. 21, 2; bezieht sich auf Gelage, die Kost war sonst einfach: 23, 1.
me Im Mysopogon stellt Julian die einfachen Sitten der Gallier und Ger-
manen dem Luxus der Antiochier gegenüber.
mf So »Philoxeni Glossarium«, Glossaria latina, Paris 1926, Bd. II,
S. 269
mg Cato Agr. 83
mh CIL II 4083; Grut. 57, 12
mi II 7, 13 f.
mj Coripp. Anast. 21 f.
mk Max.] Maximinus F
ml πάν] Aus πᾶς Dkf X
mm Wiewol daselbst Vigilantia ...
Mutter ist. F
mn CIL II 3824; Grut. 57, 3
mo De mundo 393b 12
mp Mund. 7
mq Nat. hist. 4, 102
mr II 3, 14; VII 5, 11
ms Eclog. IV 38
mt 335 ff.
mu fab. 7, 6 ff.
mv 307 f.
mw Aen. III 191
mx 4.] Fehlt F
my Thessala] Aus Thessalia Dkf
XC
mz Westindische (1590) u. Ostindische Reisen (1598) waren bei Gebr. De
Bry in Frankfurt erschienen. Ein beliebtes Reisebuch war das von Opitz
benutzte Novus orbis regionum ac insularum veteribus incognitarum des
Compilators Joh. Huttich, zuerst Basel 1532.
na Aen. I 35
nb Aen. X 214
nc Georg. 29 f.
nd II 3, 14
ne »weiss« ist Opitz’ Zusatz.
nf Aug. 29, 2
ng angefangen/] fortgestellt/F
nh CIL VI 46; Grut. 40, 9
ni CIL III 8671
nj CIL XIII 8701; Grut. 56, 12 (zu Rindern, unweit von Cleve)
nk CIL XIII 7608; Grut. 58, 3
nl CIL XIII 1675; Grut. 58, 5
nm Sat. I 17, 68; auch I 19, 1
nn Z. 7 Warumb bis 9 wißen.] Nur
X; dafür in CF wie angegeben.
no vermutlich] Nur F
np ist] seyn soll F
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