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Vidi qui facili

[Stammbuch des Valentin Rottschütz; früher in Wernigerode,
jetzt verschollen.]

Diese Stammbucheintragung wurde von Georg Witkowski
entdeckt und Rubensohn mitgeteilt, der sie Euphorion VI (1899),
236 Anm. 2 abdruckte. Rubensohns Beweis, daß Opitz sich am
Tage der Eintragung in Görlitz befunden habe, wird dadurch
geschwächt, daß der Eintrag nicht mit Ortsvermerk versehen ist.
Allerdings sind die Rottschütz eine Görlitzer Familie; ein Gotfr.
Rotschutz
Gorlic. wurde im Sommer 1614 in Frankfurt immatri-
kuliert, und Valentin Rotschutz Görlicensis hatte 1608 in Leipzig
studiert (Matrikel Bd. V, S. 378).

Die an Horaz und Martial anknüpfenden Distichen sind logisch
und metrisch (Z. 4) nicht ganz einwandfrei. Bei stoum (stuon?) ist
wohl an στύειν zu denken; das Adjektiv stous scheint Opitz in
wortspielerischer Absicht selbst gebildet zu haben.

Αἰὲν ἀϱιστεύειν καὶ ὑπείϱοχον ἔμμεναι ἄλλων.

Vidi qui facili narraret stoa puellae
Dogmata, ut in tenero scita severa sinu:
Ast haec nescio quid stoum sperabat, ut ipsis
Si quid stoicis durius esse potest.
5 Stultum olet haec sapientia: qui pro tempore vafre
Desipit atque loco cum ratione furit.

Martinus Opitius Silesius, illibatae amicitiae
sacramentum deposuit Dn. Possessori
Anno M. DC. XVIII., Prid. Cal. Februar.

Amandandus amoris amarus amaror amore.


Fußnotenapparat

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