39. Sz 32 1619
Juvenantibus Poetis

Amphitheatrum sapientiae socraticae joco-seriae ... in duo tomos
... congestum a Caspare Dornauio ... Hanoviae M. DC. XIX.
Typis Wechelianis, Impensis Danielis ac Davidis Aubrionum et
Clementis Schleichii.

2°. Zwei Teile in 1 Bd., über 1150 Ss.

Dornau hatte während seiner Krankheit an diesem umfang-
reichen Sammelwerk gearbeitet; cf. Einleitung zu Nr. 7, sowie
Faber du Faur, ›Der Aristarchus: eine Neuwertung‹, PMLA,
LXIX (1954), 569–570. Die Widmung an den Herzog von Liegnitz
ist »Beuthen den 10. März 1619« datiert, und da Opitz’ Beitrag im
ersten Teil, auf S. 194 erscheint, dürfte er schon längere Zeit vor
dem Datum der Widmung vorgelegen haben. Rubensohn gibt bei
der Besprechung unseres Gedichtes (II, 83–85) an, daß Opitz erst
in seiner Görlitzer Zeit und durch Elias Cüchlers Vermittlung
mit der Form dieses Anakreonteons bekannt geworden sei. Rosilla
spielt auf Rosina Cüchler an, in die sich Opitz verliebt hatte und
die er in vielen Gedichten feierte; siehe Rubensohns Zusammen-
stellung II, 85–99. Unser Gedicht, in Kursivlettern gedruckt, steht
als letzter Beitrag in der Abteilung »Varia Rosarum Encomia«.
Die Überschrift wäre so zu interpungieren: Mart. Opitii, Silesii,
›Rosa ad Rosillam.‹; an eine Verbindung mit der Anna Rosa von
Nr. 37 ist wohl nicht zu denken. Die Metrik dieses Gedichts ist
akzentuierend.

[Seite 146]

MART. OPITII
SILESII ROSA AD
ROSILLAM.

JUvenantibus Poetis
Rosa ordium canendi,
Rosa Etesiarum ocellus;
Rosa muta lingua Florae,
5 Rosa pompa nuda Peithus,
Rosa Gratiae dioptra,
Rosa semihulca pubes
Horae nec impudica,
Rosa Cypridis labella,
10 Rosa carminum tabella,
Rosa basii medulla,
Rosa mel puellulorum,
Rosa lac puellularum,
Rosa temporis cachinnus,
15 Rosa ventuli susurrus,
Rosa amantium catena,
Rosa lectulus superbus,
Rosa rubra nuptiarum
Obel〈isc〉 us aurearum,
20 Rosa dosque flosque florum,
Rosa osculum Rosillae,
Rosa corculum Rosillae,
Iuvenantibus Poetis
Rosa exodus canendi.

Fußnotenapparat

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