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            <titleStmt>
                <title>Theatrum Belli. Der Krieg als Inszenierung und Wissensschauplatz im 17. und
                    18. Jahrhundert </title>
                <author>
                    <name type="person">
                        <forename>Marian</forename>
                        <surname>Füssel</surname>
                    </name>
                </author>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>Elektronische Ausgabe nach TEI P5</edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <idno type="werk-ID">ebooks/ed000045</idno>
                <idno type="ppn">655835458</idno>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
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                        <street>Lessingplatz 1</street>
                        <name type="city">Wolfenbuettel</name>
                        <postCode>D-38299</postCode>
                        <name type="country">Germany</name> 
                    </address>
                </publisher>
                <date>2011</date>
                <availability status="restricted">
                    <p> Available at <ref target="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000045/start.htm ">
                            (c) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</ref>
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <notesStmt>
                <note type="register">
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                </note>
            </notesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>digital source</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>Erstellt im Projekt <ref target="http://www.theatra.de">Welt und Wissen auf der
                        Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit</ref></p>
            </projectDesc>
        </encodingDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <body xml:lang="de">
            <div type="abstract">
                <!-- <pb n="205" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->

                <head>Abstract</head>

                <p> Der Metaphorik des Theaters kam ein zentraler Stellenwert für die frühmoderne
                    militärische Publizistik und insbesondere die frühneuzeitliche
                    Kriegsberichterstattung zu. Als <hi rend="italics"><term type="genre">Theatrum
                            belli</term></hi>bzw. als Kriegstheater bezeichnete man meist den
                    Kriegs-Schauplatz, also den konkreten geographischen Raum des Kriegsgeschehens.
                    Doch auch die Darstellung der eigentlichen Kampfhandlungen in Form von
                    Schlachten und Belagerungen folgte einer Sprache der Inszenierung. Das
                    Schlachtfeld wurde zur Bühne, die Soldaten zu Akteuren, eine Niederlage mitunter
                    zur Tragödie verklärt. Ausgehend von der Beobachtung, dass das Wissen über den
                    Krieg sich in den von der europäischen Adelsgesellschaft geprägten diskursiven
                    Formen realisierte, kann die Theatralisierung des Krieges als Ausdruck seiner
                    Eingebundenheit in die soziale Logik der höfischen Repräsentation gelesen
                    werden. Geometrie und Überschaubarkeit wurden zu zentralen Axiomen einer
                    Ästhetik der Kriegskunst. Auch die kriegerische Gewalt selbst wurde zumindest
                    dem Anspruch nach in der Choreographie einer genau festgelegten Inszenierung
                    aufgehoben. Die Evidenz der militärischen Theatrum-Metapher war innerhalb der
                    zeitgenössischen Wissenskultur offenbar so stark, dass die Begriffsverwendung
                    die eigentliche Kernphase der Theatrum-Metaphorik weit überdauerte. Seit dem 19.
                    Jahrhundert verlor sich diese – als bloßer Schein diskreditierte –
                    Beschreibungsebene allmählich. Was bleibt ist der geographische Begriff des
                    Kriegstheaters. </p>
                <p xml:lang="en">The metaphor of the <hi rend="italics"><term type="genre"
                            >theatrum</term></hi> was a key term for early modern military
                    literature and especially the contemporary news coverage on military actions. As
                        <hi rend="italics"><term type="genre">theatrum belli</term></hi> – the
                    theatre of war – one first of all described the very geographical space where
                    war took place. But also the representations of the actual fighting in form of
                    battles and sieges followed the language of the theatre. The battlefield turned
                    into a stage, the soldiers became actors and a defeat was sometimes transfigured
                    into a tragedy. The knowledge on war was articulated in the discursive forms of
                    the European nobility and therefore the theatralisation of war can be read as
                    sign of the embeddedness into the social logic of courtly representation.
                    Geometry and a general conspectus became central axioms for the aesthetic of the
                    art of war. Even actual military violence was taken up into the choreography of
                    an exactly staged event. The representation of war in the order of knowledge of
                    the theatrum had so much evidence for the contemporarys that it even survived
                    the main era of the theatrum discourse. But during the 18th century the use of
                    the theatrum-metaphor was successively restricted to the geographical notion of
                    the theatre of war. Though at that time discredited as mere appearance the
                    metaphor of the theatre celabrated a comeback in the discourse on war and the
                    new media at the end of the 20th century. Facing the virtualised new
                    asymmetrical wars for some critics the screen now remained the only stage left.
                </p>
            </div>
            <div type="section">
                <p>Die Virtualisierung des Kriegs, wie sie in den letzten Jahren – vor allem unter
                    dem Eindruck des zweiten Golf- und Irakkriegs – intensiv diskutiert wurde, hat
                    auch eine Diskussion über die Inszenierung und Theatralität militärischer
                    <!--<pb n="206" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Gewalt angeregt. So prägte etwa
                    Mary Kaldor vor einigen Jahren in Anlehnung an Guy Debord den Begriff des
                        „Spektakel-Krieges“.<ref target="#fn1" type="footnote">1</ref> Die
                    Repräsentation kriegerischer Handlungen in der Metaphorik des Theaters ist
                    hingegen keine Erfindung der Postmoderne, sondern eher der Frühmoderne, genauer
                    gesagt der Zeit um 1700. Denn nicht nur die gelehrte Publizistik, sondern auch
                    die frühneuzeitliche Kriegsberichterstattung bediente sich wiederholt der
                        Theatrum-Metapher.<ref target="#fn2" type="footnote">2</ref> Der Krieg
                    bildete dabei keineswegs einen Sonderfall der Anwendung der Theatersemantik – es
                    gab vielmehr kaum einen gesellschaftlichen Bereich, der sich der Sprache der
                    Schauplätze und Bühnen des barocken Welttheaters entzog. So soll es im Folgenden
                    auch weniger darum gehen, der Vielfalt der Theatrum-Diskurse noch ein weiteres
                    Themenspektrum hinzuzufügen, als vielmehr danach zu fragen, welche Konsequenzen
                    für Repräsentation und Wahrnehmung des Krieges die Sprache des Theaters hatte.
                    Den Krieg bzw. die militärische Gewalt als Inszenierung, ja als bloßen Schein zu
                    betrachten, kann angesichts der damit verknüpften physischen Vernichtung leicht
                    als Verkennung der Realität, wenn nicht gar als Zynismus erscheinen. Zudem
                    verbindet sich mit der Kennzeichnung als Theater der Gestus des aufgeklärten
                    Dekonstruierens von Simulationen eines sauberen Krieges, der angesichts der
                    aktuellen medialen Entwicklungen durchaus nachvollziehbar ist. Für ein
                    Verständnis der Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts können beide
                    Perspektiven jedoch tendenziell hinderlich sein. Denn der ‚schöne Schein’, der
                    die absolutistische Kriegskunst dominierte, war kein Dekadenz- oder
                    Defizienzphänomen, sondern grundlegender Bestandteil der zeitgenössischen Kultur (<bibl>
                        <ref target="#luh_2004" type="bibliography">Luh 2004</ref>
                    </bibl>). Der Krieg als Schauspiel konnte mit einem interessierten Publikum
                    rechnen, welches mit Spannung die Entwicklungen auf der imaginären Bühne
                    verfolgte. Was bedeutet es nun, den Krieg als Theater zu imaginieren? Welche
                    Rückschlüsse erlaubt die Verwendung der ‚Theatrum’-Metaphorik im militärischen
                    Bereich auf die Wissenskultur der zeitgenössischen Publizistik? Solchen und
                    ähnlichen Fragen versucht mein Beitrag sowohl an textlichen wie vor allem
                    bildlichen Quellen nachzugehen. </p>
                <p><!--<pb n="207" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Ich werde im Folgenden zunächst
                    die verschiedenen Verwendungskontexte der ‚Theatrum’-Metaphorik im Kontext
                    militärischer Publizistik beleuchten (1), um dann in einem zweiten Schritt nach
                    der Rolle der Theater-Metaphorik für die Beschreibung kriegerischer Ereignisse
                    in Selbstzeugnissen und Historiographie zu fragen (2), sowie in einem dritten
                    Schritt auf die Probleme der Verarbeitung des Krieges auf der tatsächlichen
                    Theaterbühne einzugehen (3). </p>
            </div>
            <div type="chapter">
                <head>1. Die Theatrum-Metapher im Kontext der militärischen Publizistik </head>
                <p>Als <bibl><title><term type="genre">Theatrum belli</term></title></bibl>
                    bezeichnete man in der Frühen Neuzeit zunächst den Kriegs-Schauplatz, also den
                    konkreten geographischen Raum des Kriegsgeschehens.<ref target="#fn3"
                        type="footnote">3</ref> Im <bibl>
                        <ref target="#zedler_1745" type="bibliography"> Zedler </ref>
                    </bibl> heißt es etwa: <quote>Theater des Krieges, <bibl><title><term
                                    type="genre">Theatrum Belli</term></title></bibl>, wird
                        insgemein dasjenige Land oder diejenige Gegend genennet, wo ein paar Armeen
                        gegen einander Krieg führen oder der Sitz des Krieges (<bibl><title><term
                                    type="genre">Sedes belli</term></title></bibl>) hingebracht
                        ist</quote> (<bibl><ref target="#zedler_1745" type="bibliography">Zedler
                            1745:</ref></bibl><ref
                        target="http://www.zedler-lexikon.de/blaettern/zedlerband.html?seitenzahl=244&amp;bandnummer=43"
                        >462</ref>). <rs ref="#clausewitz" type="author">Clausewitz</rs> definiert
                    später das Kriegstheater wie folgt: </p>
                <p>
                    <quote>Eigentlich denkt man sich darunter einen solchen Teil des ganzen
                        Kriegsraumes, der gedeckte Seiten und dadurch eine gewisse Selbständigkeit
                        hat. […] Ein solcher Teil ist kein bloßes Stück des Ganzen, sondern selbst
                        ein kleines Ganzes, welcher dadurch mehr oder weniger in dem Fall ist, dass
                        die Veränderungen, welche sich auf dem übrigen Kriegsraum zutragen, keinen
                        unmittelbaren, sondern nur einen mittelbaren Einfluß auf ihn haben.</quote>
                    <ref target="#fn4" type="footnote">4</ref>
                </p>
                <p>Ähnlich wie die Bühne des Theaters ist also der Raum des Kriegstheaters ein fest
                    umrissener Ausschnitt, ein Schauplatz, der weitgehend unbeeinflusst ist von
                    seiner Umwelt, ja vielmehr eigenen Regeln gehorcht, einen eigenen Rahmen bildet (<bibl>
                        <ref target="#oberender_2006" type="bibliography">Oberender 2006</ref>
                    </bibl>:17f.). Zentral für den Denkrahmen der absolutistischen Kriegführung ist
                    die Vorstellung von der Berechenbarkeit des Krieges und damit einhergehend von
                    einem vom <quote>sonstigen Staatsleben</quote> isolierten
                        <quote>Spielfeld</quote>: dem Kriegstheater (<bibl><ref target="#höhn_1944"
                            type="bibliography">Höhn 1944</ref></bibl>:10ff.). Auf diesem
                        <quote>Spielfeld</quote> wird, zumindest dem Anspruch nach, nach bestimmten
                    Spiel- bzw. <quote>Kampfregeln</quote> gekämpft. Als funktionales Gegenstück zur
                    Kabinettsdiplomatie wird das <!--<pb n="208" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                    Kriegstheater insofern zum Pendant des <quote>Hauptstaatstheaters</quote>.<ref
                        target="#fn5" type="footnote">5</ref> Das Kriegstheater gewinnt somit eine
                    Evidenz, die über seine wissenskulturellen Repräsentationsmechanismen hinaus
                    wesentlich in der Vorstellungswelt des absoluten Fürstenstaates begründet
                    liegt.</p>
                <p>Die Verknüpfung von geographischem Raum und Theater spiegelt sich bereits seit
                    der Mitte des 17. Jahrhunderts in den Titeln einschlägiger Publikationen. Die
                    Konzeption von Welt- und Landkarten als theatra geht wesentlich zurück auf
                    Abraham Ortelius <bibl><title><ref
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/2-1-1-geogr-2f/start.htm"
                                >Theatrum orbis terrarum</ref></title></bibl> (1570), findet sich
                    jedoch bereits Ende des 16. Jahrhunderts auch schon auf den militärischen
                    Bereich angewandt (<bibl><ref target="#besse_2003" type="bibliography">Besse
                            2003</ref></bibl>:261-373). So beschreibt etwa <rs
                        ref="#garrard_william" type="author">William Garrard</rs> in seinem Werk <bibl>
                        <title>
                            <ref target="#garrard_1591" type="bibliography">The Arte of Warre</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#garrard_1591" type="bibliography">Garrard
                            1591</ref></bibl>:129), wie Fürsten und Generäle ein Terrain wie in
                    einem Theater vor ihrem geistigen Auge wahrnehmen können (<bibl>
                        <ref target="#somogyi_1998" type="bibliography">Somogyi 1998</ref>
                    </bibl>:100f.). Später finden wir unter anderem ein <bibl>
                        <title>Theatrum belli Rhenani</title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#dopff_1690" type="bibliography"><rs
                                ref="#dopff_daniel" type="author"> Dopff </rs>
                        1690/2005</ref></bibl>; <bibl><ref target="#blödner_1701"
                            type="bibliography"><rs ref="#blödner_cyriak" type="author">
                                Blödner</rs> 1702-1713/1991</ref></bibl>), ein <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://www.uni-greifswald.de/bibliothek/kein_Digitalisat"
                                >Theatrum belli Rußorum Victoriis illustratum</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#seutter_1740" type="bibliography"><rs
                                ref="#seutter_matthäus" type="author"> Seutter </rs>, ca. 
                        1740</ref></bibl>), ein <bibl>
                        <title>
                            <ref target="#rhode_1755" type="bibliography">Theatrum Belli in America
                                Septentrionali</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#rhode_1755" type="bibliography"><rs
                                ref="#rhode_johann" type="author">Rhode</rs> 1755</ref></bibl>) oder
                    ein <bibl>
                        <title>
                            <ref target="#lidl_1760" type="bibliography">Theatrum Belli
                                Borussici</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><rs ref="#lidl_johann" type="author">Lidl</rs>, um
                        1760</bibl>).<ref target="#fn6" type="footnote">6</ref>
                </p>
                <p> Während sich hierunter in der Regel Landkarten der betreffenden Kriegsgebiete
                    versammelten, konnte mit <rs ref="#littich_johann_georg" type="author">Johann
                        Georg Littich</rs>s <bibl><title>Theatrum belli Bavarici, das ist,
                            Schau-Pünne dess im Harnisch stehenden Bayrlands</title></bibl>
                            (<bibl><ref target="#littich_1704" type="bibliography">Littich
                            1704</ref></bibl>) auch tatsächlich ein allegorisches Drama in fünf
                    Akten bezeichnet werden. Unter der Überschrift <bibl><title>Schauplatz des
                            Krieges</title></bibl> wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch eine
                    Reihe von geographischen Ortsbeschreibungen einzelner Länder veröffentlicht, in
                    denen Krieg geführt wurde. So etwa ein <bibl><title><ref target="#anonym_1702"
                                type="bibliography">Schauplatz des Krieges in Italien oder Accurate
                                Beschreibung der Lombardey</ref></title></bibl> (1702) oder ein
                                <bibl><title><ref
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/gp-333/start.htm">Curieuser
                                Schauplatz des in diesem achtzehnden Seculo angefangenen und noch
                                fortwährenden blutigen Krieges zwischen denen hohen alliirten u. der
                                Kron Franckreich samt dero Adhärente, sonderlich in denen spanischen
                                Niederlanden</ref></title></bibl> (1706) ([Anonym] 1702) und
                    ([Anonym] 1706). Als Kriegsschauplätze sind die beigefügten Karten neben ihren
                    Titeln meist symbolisch durch eine Einfassung des Titelfeldes mit
                    <!--<pb n="209" ed="metaphorik.de_14_2008"/>--> militärischen Gegenständen wie
                    Trommeln, Fahnen und Kanonen gekennzeichnet. Manchmal findet sich wie hier im
                    Beispiel des Schauplatzes der spanischen Niederlande auch zusätzlich eine
                    geharnischte Bellona, welche die Karte am Bildrand quasi ausrollt und ihr
                    Schwert als Zeigestock verwendet ([Anonym] 1706). </p>
                <p>
                    <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000045/images/1.jpg" rend="horizontal"/>
                </p>
                <p>Derartige ‚Schauplatz’-Titel setzten sich das ganze 18. Jahrhundert über bis in
                    das 19. Jahrhundert hinein für Karten und Bildwerke fort. Beispiele hierfür sind
                    unter anderem <rs ref="#adelung_johann_christoph" type="author">Johann Christoph
                        Adelung</rs>s <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/gl-4f-26-1s/start.htm"
                                >Schauplatz des Baierischen Erbfolgskrieges</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#adelung_1778" type="bibliography">Adelung
                            1778-79</ref></bibl>) oder <rs ref="#ausfeld_johann" type="author"
                        >Johann K. Ausfeld</rs>s <bibl>
                        <title>
                            <bibl><ref target="#ausfeld_1815" type="bibliography">Schauplatz der
                                    napoleonischen Kriege</ref></bibl>
                        </title>
                    </bibl> (Ausfeld 1815). </p>
                <p>Die geographische Verortung des Kriegsschauplatzes konnte schließlich gar eine
                    globale Ausdehnung erfahren, wie etwa ein von 1742-1744 in Augsburg von <rs
                        ref="#steislinger_johann_andreas" type="author">Johann Andreas
                        Steislinger</rs> verlegtes Periodikum deutlich macht. In inhaltlicher Nähe
                    zum <ref target="http://www.theatra.de/repertorium/ed000055.pdf">
                        <bibl xml:id="theatrum_europaeum">
                            <title>Theatrum Europaeum</title>
                        </bibl>
                    </ref> trug es den Titel <bibl>
                        <title> Neu-eröffnetes Kriegs- und Friedens-Theatrum: darinn, was in jedem
                            Monath des ... Jahrs von Belagerungen, Feld- und SeeSchlachten,
                            Friedens-Schlüsse, Krönungen, Hohen-Geburten, Vermählungen und
                            Todts-Fällen ... so auf dem grossen Welt-Theatro passieren
                            <!--<pb n="210" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#steislinger_1742" type="bibliography">Steislinger
                            1742-1744</ref></bibl>). In Erfurt erschien von 1751-1760 in ähnlicher
                    Form ein <bibl>
                        <title>Neueröfneter Schauplatz aller vorfallenden Staats-, Kriegs-und
                            Friedens-Begebenheiten</title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#anonym_1751" type="bibliography">[Anonym]
                            1751-1760</ref></bibl>), in dem unter anderem eine intensive
                    Berichterstattung zum Siebenjährigen Krieg erfolgte.<ref target="#fn7"
                        type="footnote">7</ref> In Steisslingers Fall gibt die Titulatur selbst
                    bereits einen Hinweis darauf, dass der Herausgeber sein Werk offenbar in den
                    Kontext der <hi rend="italics"><term type="genre">theatrum
                    mundi</term></hi>-Metaphorik stellte. Die Metapher des „Friedenstheaters“ bzw.
                        <hi rend="italics"><ref
                            target="http://miami.uni-muenster.de/servlets/DocumentServlet?id=472">
                            <term type="genre">theatrum pacis</term>
                        </ref></hi> fand übrigens im Gegensatz zur kriegerischen Variante bei den
                    Zeitgenossen kaum Verwendung. Lediglich zwei Sammlungen von Friedens-Schlüssen
                    können hier bislang genannt werden (<bibl><ref target="#peller_1663"
                            type="bibliography">Peller 1663</ref></bibl> u. <bibl><ref
                            target="#anonym_1718" type="bibliography">[Anonym] 1718</ref></bibl>). </p>
                <p>Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Münchener SFB 573 konnte Markus Friedrich
                    insgesamt etwa 22 frühneuzeitliche ‚Kriegstheater-Werke’ ausmachen (<bibl><ref
                            target="#friedrich_2008" type="bibliography">Friedrich
                        2008</ref></bibl>).<ref target="#fn8" type="footnote">8</ref> Die
                    ‚Kriegsschauplätze’ lassen sich den Kategorien von Historiographie und
                    Landeskunde zuordnen, die neben moralischen und religiösen Werken zu den
                    quantitativ am stärksten vertretenen Titelgruppen der Theatrumliteratur gehören.
                    Hinzu kommt der Bereich von Druckgraphik, Kartographie und Schlachtplänen, der
                    allerdings in jener Auswertung keine Berücksichtigung fand. Auch hier erfreute
                    sich die Theatrum-Metapher im Kontext des Krieges großer Beliebtheit. Unter
                    Titeln wie <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00015235/image_6"
                                >Curioses Staats und Kriegs Theatrum</ref></title></bibl> (<bibl><ref
                                    target="#stridbeck_1717" type="bibliography">Stridbeck</ref></bibl>, nach 1717), <bibl>
                        <title>
                            <ref cRef="381617408" type="gbv">Jetziges Kriegs-Theater</ref>
                                    (<bibl><ref target="#anonym_1758a" type="bibliography"
                                    >1758</ref></bibl>) </title>
                    </bibl> oder <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://www.theatra.de/repertorium/ed000048.pdf">Neues
                                Kriegs-Theater</ref> (<bibl><ref target="#anonym_1758b"
                                    type="bibliography">1758</ref></bibl> u. <bibl><ref
                                    target="#anonym_1773" type="bibliography">1773</ref></bibl>)
                        </title>
                    </bibl> erschienen während des ganzen 18. Jahrhunderts umfangreiche
                    Schlachtenkartenwerke, die unter anderem den Siebenjährigen und den
                    Russisch-türkischen Krieg zum Gegenstand hatten.<ref target="#fn9"
                        type="footnote">9</ref> So versammelt etwa das <bibl>
                        <title>Neue Kriegstheater</title>
                    </bibl> Skizzen und Pläne von Schlachten und Belagerungen des Siebenjährigen
                    Kriegs.</p>
                <p>Neben den Ereignissen stellten andere Stiche vor allem die einzelnen Akteure der
                    Kriege auf einer Bühne vor. So präsentierte etwa der Augsburger Stecher und
                    Verleger <rs ref="#probst_johann_michael" type="person">Johann Michael
                        Probst</rs> ein <bibl>
                        <title>Theater kriegender Potentaten</title>
                    </bibl> aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges, während <rs
                        ref="#engelbrecht_martin" type="author">Martin Engelbrecht</rs> (1684-1756)
                    ein <!--<pb n="211" ed="metaphorik.de_14_2008"/>--><bibl>
                        <title>Theatre de la milice etrangere; Schaubühne verschiedener in
                            Teutschland bishero unbekannt gewester Soldaten von ausländischen
                            Nationen</title>
                    </bibl> publizierte.<ref target="#fn10" type="footnote">10</ref> Engelbrechts <bibl>
                        <title>Theatre</title>
                    </bibl> umfasst rund einhundertfünfzig Einzelblätter mit Darstellungen
                    irregulärer Truppen aus der Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges
                    (1740-1748): neben <quote>Sclavonischen</quote> Tolpatschen, Kroaten, Panduren
                    und Haiducken auch einige <quote>Bergschotten</quote>. Jedes Blatt ist mit einem
                    erklärenden Vierzeiler versehen, der häufig auf die ‚Fremdheit’ und
                    ‚Neuartigkeit’ der dargestellten Krieger hinweist. Durch ihre ‚Kostümierung’
                    erscheinen die repräsentierten Figuren gleichsam wie von Schauspielern
                    verkörperte Rollen. Engelbrechts Serie bediente offenbar eine besondere
                    Nachfrage nach ‚exotischem’ Bildmaterial über die Akteure des gegenwärtigen
                    Krieges und kann – betrachtet man nur die Vielzahl der Nachahmer, die sein Werk
                    gefunden hat – als außerordentlich erfolgreich eingestuft werden (<bibl><ref
                            target="#popelka_1980" type="bibliography">Popelka
                    1980</ref></bibl>:49f.).</p>
                <p>Für Kupferstiche mit dem Titel <hi rend="italics">Schauplatz</hi> oder <hi
                        rend="italics">Theater</hi> ist häufig ein synoptischer Blick
                    charakteristisch. Besonders vielgestaltig zeigt sich etwa ein <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://www.gbv.de/vd/gothaba/23:681313W">Erschrecklicher
                                und Erbärmlicher Schaw Platz Verübter Frantzösicher Schandt Brandt
                                und Mordthaten</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#anonym_1675" type="bibliography">[Anonym] ca.
                            1675</ref></bibl>).<ref target="#fn11" type="footnote">11</ref>
                </p>
                <p>
                    <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000045/images/2.jpg" rend="horizontal"/>
                </p>
                <p>Auf diesem Schauplatz der Kriegsgräuel finden sich in vielen kleinen Einzelszenen
                    unterschiedliche Formen physischer Gewalt aus dem Französisch-niederländischen
                    Krieg (1672-1679): Vergewaltigungen, Gewalt gegen
                    <!--<pb n="212" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Kinder, die Ermordung von
                    Zivilisten auf unterschiedlichste Weise. Der Stich stellt ein wahres ‚Theater
                    des Schreckens’ dar. Im Vordergrund befindet sich ein Haufen toter Frauen- und
                    Kinderkörper auf dem sich ein Schild mit dem Titel der Darstellung befindet. Am
                    Himmel fliegen vier Gestalten: links außen der Teufel, rechts außen der Tod,
                    links zur Mitte ein bewaffneter Reiter, rechts zur Mitte eine auf einem
                    Ungeheuer reitende alte Frau. Sie symbolisieren die vollständige Verkehrung der
                    sozialen Ordnung, ja beschwören eine Art Höllenszenario herauf. Im
                    Bildhintergrund sind brennende und explodierende Städte zu sehen. An der linken
                    und rechten Seite des Bildes finden sich jeweils adelige Befehlshaber, die dem
                    Treiben zusehen bzw. es befehligen. Die Bildmitte ist von etwa 50 Einzelszenen
                    beherrscht, die in für die damalige Druckgraphik ungewohnter Drastik
                    Vergewaltigungs-, Tötungs- und Folterszenen zeigen. Jede dieser Szenen ist
                    nummeriert und in den begleitenden Textblättern erklärt. Die an
                    unterschiedlichen Orten und Zeiten verübten Gräuel werden so zu einem
                    erdrückenden Gesamtpanorama der Kriegsgräuel zusammengefügt. Im Stich <bibl>
                        <title>Theater kriegender Potentaten</title>
                    </bibl> oder <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://books.google.de/books?id=kBcG9h1jDXMC">a Theatre des
                                Puissances de la presente guerre</ref>
                        </title>
                    </bibl> von Probst von 1756 werden hingegen die am Siebenjährigen Krieg
                    beteiligten Monarchen in einer Art Bildergalerie präsentiert.<ref target="#fn12"
                        type="footnote">12</ref> Obwohl man in Augsburg für beide Krieg führenden
                    Parteien stach, ist dieser Stich nicht zuletzt aufgrund der Platzierung von
                    Friedrich II. in der rechten unteren Ecke wohl eher für die kaiserliche Seite
                    gedacht gewesen.</p>
                <!--<pb n="213" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                <p>
                    <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000045/images/3.jpg" rend="horizontal"/>
                </p>
                <p> Ein besonderes Feuerwerk an allegorischer Darstellung enthält auch die Radierung
                        <bibl xml:id="will_theatrum">
                        <title>
                            <ref target="http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=381617408">Jetziges
                                Kriegs-Theatrum</ref>
                        </title>
                    </bibl> des Augsburgers <rs ref="#will_johann_martin" type="person">Johann
                        Martin Will</rs> (<bibl><ref target="#komander_1995" type="bibliography"
                            >Komander 1995</ref></bibl>:203f.; Abbildung ebd.:566). In der linken
                    Bildhälfte sieht man ein Theater, dessen Vorhang sich gerade hebt und den Blick
                    auf ein heftiges Kampfgetümmel freigibt. In der Mitte kauernd findet sich eine
                    Frauengestalt, die von dem das Bild erklärenden Text in der unteren Hälfte des
                    Blattes als der <quote>blöde Mensch</quote> gekennzeichnet wird, der das
                        <quote>künfftige nicht wissen</quote> könne. Vor dem Theatervorhang steht
                    Chronos mit der einen Hand auf das Geschehen weisend, mit der anderen auf die
                    über der Bühne angebrachte Weltkugel deutend. Der das Bild begleitende Text
                    weist es eindeutig als auf die katholisch-kaiserliche Partei zielend aus, wenn
                    es heißt, der <quote>Kayserlichen Macht muß doch alles weichen</quote>. Der Text
                    steht ganz im Zeichen religiöser Kriegsdeutung. Angesichts des <quote>große[n]
                        Gott[es], der alle regiert</quote>, liege der Ausgang <quote>allein in unser
                        Gottes Hand</quote> und so möge es <quote>endlich den nach Gottes Willen
                        gehen</quote>. Der Text endet schließlich mit den Worten des sich als
                        <quote>treuen Patrioten</quote> ausweisenden Autors, der <quote>die Sach
                        allein dem Großen Gott</quote> überlasse. Bemerkenswert an dieser
                    Theater-Allegorie ist, dass die Betrachter und ihre Erkenntnismöglichkeiten mit
                    ins Bild gesetzt werden, denn
                    <!--<pb n="214" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->rechts neben dem <quote>blöden
                        Mensch</quote> befindet sich auch noch eine Gruppe – zum Teil ebenfalls der
                    Bühne zugewandter – räsonierender Herren, deren Diskurs angesichts der
                    Unwägbarkeit des Schicksals als reine Zeitverschwendung bezeichnet wird. </p>
                <p>Eine graphische Synopse der friderizianischen Schlachten aus dem späten 18.
                    Jahrhundert (in jedem Fall nach 1779) trägt den Titel <bibl>
                        <title>Schauplatz der 4. Kriege Friedrichs des Großen</title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#küster_1793" type="bibliography">Küster
                            1793-1797/1988</ref></bibl>, Bd. I:22.). </p>
                <p>
                    <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000045/images/4.jpg" rend="horizontal"/>
                </p>
                <p> Der <bibl>
                        <title>Schauplatz</title>
                    </bibl> zeigt insgesamt 20 Schlachten und verzeichnet Gewinne und Verluste sowie
                    die Stärke der jeweiligen Armeen. In der Mitte steht zu lesen <quote>Friedrich
                        und sein Heldenheer, erkämpft in 20 Schlachten 14. Siege und 4.
                        Frieden</quote>. Nach jedem Krieg wird in einer kurzen Rubrik <quote>Zweck
                        und Nutzen</quote> des vorgestellten Krieges benannt. Die Tafel greift die
                    mnemotechnischen Funktionen der frühneuzeitlichen Gedächtnistheater
                    (insbesondere <rs ref="#camillo_giulio" type="author">
                        <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/qun-139-2-1s/start.htm">Giulio
                            Camillo</ref>
                    </rs>s und <rs ref="#fludd_robert" type="author">Robert Fludd</rs>s) auf, indem
                    sie die Kriege im Sinne einer mentalen Landkarte anhand ihrer Schlachten
                    strukturiert (<bibl><ref target="#yates_1994" type="bibliography">Yates
                            1994</ref></bibl>). Obwohl die Schlachten in der Praxis alles andere als
                    Entscheidungscharakter trugen, werden sie hier als genau benennbare Ereignisse
                    zu zentralen Strukturmerkmalen für die Erinnerung an den ansonsten
                    unüberschaubar komplexen Vorgang des Krieges. Die Daten der Ereignisse werden
                    damit <!--<pb n="215" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->ebenso zum Gegenstand eines
                    Theaters wie die <quote>Krieg führenden Potentaten</quote> im oben angeführten
                        <term type="genre">Theatrum</term>. Die angeführten Beispiele verweisen
                    somit vor allem auf die optische, um nicht zu sagen panoptische Dimension der
                    Metapher. Im 19. Jahrhundert konnte schließlich auch noch die Geschichte im
                    Buchtitel zur ‚Bühne’ des Krieges werden. <rs ref="#dietrich_ewald"
                        type="author">Ewald Viktorin Dietrich</rs> etwa veröffentlichte <bibl><ref
                            target="#dietrich_1833" type="bibliography">1833</ref></bibl> die <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=362248427">Schlacht-
                                und Schreckensscenen auf der Bühne der vaterländisch-deutschen
                                Geschichte in chronologischer Ordnung</ref>
                        </title>
                    </bibl> (<bibl><ref target="#wahrmann_1833" type="bibliography">Wahrmann [d. i.
                            Dietrich] 1833</ref></bibl>). Und selbst die moderne Historiographie
                    kann der von der zeitgenössischen Quellensprache angebotenen Theater-Metaphorik
                    als Ordnungsprinzip für die Darstellung von Kampfhandlungen kaum
                        widerstehen.<ref target="#fn13" type="footnote">13</ref> Blickt man auf das
                    so gewonnene Korpus von kriegsbezogener Wissensliteratur und Druckgraphik, so
                    zeigen sich auch hier zunächst Strukturen, wie sie in den Arbeiten von Barbara
                    Stafford und anderen zur visuellen Repräsentation von Wissen im 17. und 18.
                    Jahrhundert herausgearbeitet worden sind (<bibl><ref target="#stafford_1998"
                            type="bibliography">Stafford 1998</ref></bibl>). Ihr zufolge ging es der
                    barocken Wissenskultur um <quote>anstrengungsloses Lernen, das sich allein durch
                        das Schauen</quote> vollzieht (<bibl><ref target="#stafford_1998"
                            type="bibliography">Stafford 1998</ref></bibl>:249). Erst mit der
                    Aufklärung habe ein stärker systematisierter Zugang an Bedeutung gewonnen, der
                    mehr in die Tiefe ging und stärker auf die Macht der Texte vertraute. Auch wenn
                    die historische Entwicklung vielleicht etwas komplexer war, als es diese lineare
                    Interpretation nahe legt, so fügt sich das <hi rend="italics"><term type="genre"
                            >theatrum belli</term></hi> in besonderer Weise in diese barocke Art der
                    Wissensrepräsentation. Im Falle militärischer Gewalt, den zahllosen Schlachten
                    und Belagerungen, war es jedoch bereits der Gegenstand selbst, der als Theater
                    perzipiert wurde und nicht erst seine Repräsentation in den papiernen Theatern
                    des Wissens. Die Bühne war, wie im Folgenden gezeigt wird, stets eine zweifache:
                    die Bühne der tatsächlichen kriegerischen Interaktion und die Bühne der
                    Theatrum-Werke. </p>
            </div>
            <div type="content">
                <!--<pb n="216" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                <head>2. Der Krieg als Theater </head>
                <p>Die Kommunikationssituation von Zuschauer und Bühne, wie sie die Theatrum-Werke
                    als Analogie der Wissensschau verwenden, bekommt im Bereich militärischer
                    Operationen eine weitere, wesentlich realere Dimension. Die Darstellung der
                    eigentlichen Kampfhandlungen in Form von Schlachten und Belagerungen folgte
                    bereits seit dem 16. Jahrhundert häufig einer Sprache der Inszenierung.<ref
                        target="#fn14" type="footnote">14</ref> Das Schlachtfeld wurde zur Bühne,
                    die Soldaten zu <quote>Acteuren</quote>, eine Niederlage mitunter zur Tragödie
                    oder zum Trauerspiel verklärt.<ref target="#fn15" type="footnote">15</ref> So
                    heißt es etwa schon 1648 in den Sitzungsprotokollen des Städterates in Osnabrück
                    im Rahmen der Friedensverhandlungen zum 30jährigen Krieg, dass <quote>das arme
                        Teutschland den kriegsschwall bereits 30 gantzer jahr auff dem Halß gehabt
                        und das blutige theatrum belli gewesen, auff welchem viel gräuliche
                        tragoedien diese zeitt über gespielet worden</quote> (<bibl><ref
                            target="#regpen_1988" type="bibliography">Repgen 1988</ref></bibl>:53). </p>
                <p>Die kriegerische Gewalt selbst wurde zumindest dem Anspruch nach in der
                    Choreographie einer genau festgelegten Inszenierung aufgehoben. Moritz von
                    Sachsen ließ vor der Schlacht von Rocoux (1746) angeblich gar deren Beginn von
                    einer Schauspielerin auf einer Bühne verkünden (<bibl><ref target="#duffy_1987"
                            type="bibliography">Duffy 1987</ref></bibl>:194). Und <rs
                        ref="#friedrich_große" type="person">Friedrich der Große</rs> empfiehlt in
                    seinen <bibl>
                        <title>Generalprinzipien</title>
                    </bibl> dem Heerführer die schauspielerische Kunst der Dissimulation: </p>
                <p>
                    <quote>Die Kunst, seine Gedanken zu verbergen, oder die Verstellungskunst ist
                        für jeden, der große Geschäfte zu leiten hat, unentbehrlich. Die ganze Armee
                        liest aus der Miene des Heerführers, wie seine Sache steht. […] Solche
                        Gerüchte entmutigen, sie laufen durch die ganze Armee und dringen aus eurem
                        in das feindliche Lager. Darum muß der Heerführer wie ein Schauspieler sein
                        und die Miene aufsetzen, die ihm die Rolle die er spielen will vorschreibt“
                                (<bibl><ref target="#friedrich_1748" type="bibliography">Friedrich
                                der Große 1748/1913</ref></bibl>:32f.).</quote>
                </p>
                <p>Auch hier zeigt sich eine deutliche Parallele zwischen dem Theater der höfischen
                    Dissimulatio und den Erfordernissen des Kriegstheaters. Noch Ende des 18.
                    Jahrhunderts beschrieb etwa <rs ref="#struensee_karl_august" type="person">Karl
                        August von Struensee</rs> das Abtreten des Herzogs von Braunschweig als
                    Oberkommandierender der Alliierten gegen die französische Revolutionsarmee mit
                    den Worten: <quote>Man sieht hier einen
                        <!--<pb n="217" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Herzog von Braunschweig seine
                        Armee verlassen als wenn ein <hi rend="italics">Acteur</hi> von der <hi
                            rend="italics">Bühne</hi> tritt</quote> (<bibl><ref target="#höhn_1944"
                            type="bibliography">Höhn 1944</ref></bibl>:12 mit Anm. 1). </p>
                <p>Ausgehend von der Beobachtung, dass das Wissen über den Krieg sich in den von der
                    europäischen Adelsgesellschaft geprägten diskursiven Formen realisierte, darf
                    die Theatralisierung des Krieges als Ausdruck seiner Eingebundenheit in die
                    soziale Logik der höfischen Repräsentation gelesen werden. Geometrie und
                    Überschaubarkeit wurden zu zentralen Axiomen einer Ästhetik der Kriegskunst. War
                    es das höfische Zeremoniell, das zur Zeremonialisierung des Kriegs beitrug, so
                    reagierten umgekehrt die Wahrnehmungsmuster des Kampfes mit Kategorien der
                    Theatralität. Als die Russen während des Siebenjährigen Krieges 1758 Cüstrin
                    bombardierten und zerstörten, erhoben die <bibl>
                        <title>Berlinischen Nachrichten</title>
                    </bibl> den Vorwurf, dass </p>
                <p>
                    <quote>die Absicht der Russen nicht sowohl dahin gegangen, die Festung zu
                        erobern, welches mit einem Bombardement nicht leicht angehet, als vielmehr
                        sich, und den anwesenden Prinzen von Sachsen, das grandiose Schauspiel einer
                        brennenden Stadt zu geben, indem weder Laufgräben eröfnet, noch Bresche
                        bishero geschossen, sondern bloß mit Bogen-Schüssen auf die unglückliche
                        Stadt gefeuert, und die Bomben und Feuer-Kugeln, lediglich auf die Häuser
                        gerichtet </quote>
                </p>
                <p>worden seien.<ref target="#fn16" type="footnote">16</ref> Bedeutsam ist an
                    solchen Zuschreibungen weniger die Frage, ob die Russen tatsächlich
                    entsprechende Beweggründe hatten, Cüstrin zu beschießen, als vielmehr die
                    Vorstellung einer Ästhetisierung von Gewalt, die uns an Bilder von Nero und dem
                    brennenden Rom erinnert. Dass entsprechende Szenarien als
                        <quote>ausserordentliche Schauspiele</quote> wahrgenommen wurden, zeigt
                    beispielsweise auch die Belagerung von Lille im Jahr 1708, die unter anderem so
                    illustre Gäste wie Kurfürst und König August II. von Sachsen und den Landgrafen
                    von Hessen Kassel anzog.<ref target="#fn17" type="footnote">17</ref>
                </p>
                <p>Ebenso konnte mancher Dichter die Beobachtung einer Schlacht vom Feldherrenhügel
                    als Schauspiel preisen. So etwa <rs ref="#lenz_jakob_michael_reinhold"
                        type="author">Jakob Michael Reinhold Lenz</rs>, wenn er in seinen <bibl>
                        <title>Anmerkungen über Theater</title>
                    </bibl> wie folgt schwärmt: <quote>welche Wohltat des Genies, Sie auf die Höhe
                        zu führen, wo Sie einer Schlacht mit all ihrem Getümmel, Jammern und Grauen
                        zusehen können, ohne ihr eigen
                        <!--<pb n="218" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Leben, Gemütsruhe, und
                        Behagen hineinzuflechten, ohne auf dieser grausamen <hi rend="italics">Szene
                            Akteur</hi> zu sein</quote> (<bibl><ref target="#lenz_1987"
                            type="bibliography">Lenz 1987</ref></bibl>:655). Lenz’ Überlegungen
                    stehen dabei im Kontext seines Verständnisses einer <quote>anschauenden
                        Erkenntnis</quote>, die strukturelle Homologien zwischen dichterischem Genie
                    und General zu Tage treten lässt, indem <quote>Simultaneität, Transparenz und
                        Sinnlichkeit</quote> zu von beiden geteilten Eigenschaften werden
                            (<bibl><ref target="#kagel_1997" type="bibliography">Kagel
                        1997</ref></bibl>:134-149). Die Transparenz und Überschaubarkeit des
                    Kampfgeschehens bildete eine zentrale handlungsleitende Fiktion des
                    militärischen Denkens, die in der Theatermetapher ihren sinnfälligen Ausdruck
                    fand. Eine Einheit von Ort, Zeit und Handlung war daher aus Sicht eines
                    militärischen Denkers wie Friedrich dem Großen auch im tatsächlichen Theater
                    unbedingt aufrecht zu erhalten (<bibl><ref target="#schneider_1998"
                            type="bibliography">Schneider 1998</ref></bibl>). Angesichts der von
                    einer extremen Unübersichtlichkeit geprägten Schlachten, die dadurch zu
                    tendenziell unsichtbaren Ereignissen wurden, kann der Rückgriff auf die
                    Theatermetaphorik hingegen geradezu als Rationalitätsfassade angesprochen
                    werden, die eine faktisch nicht zu erreichende Überschaubarkeit suggeriert
                            (<bibl><ref target="#füssel_2009" type="bibliography">Füssel
                        2009</ref></bibl>). </p>
                <p>Die Verfasser zeitgenössischer Selbstzeugnisse, die sich selbst in eine
                    Beobachterposition setzen, kommentieren das Erlebte häufig mit Theatermetaphern.
                    So schreibt etwa der sächsische Soldat <rs ref="#trautzschen_hans_carl"
                        type="author">Hans Carl Heinrich von Trautzschen</rs> während des
                    Siebenjährigen Krieges über seine erste Begegnung mit einem Manöver:</p>
                <p><quote>Unterdessen glaubte ich lauter gewöhnliche Gegenstände zu finden, als sich
                        auf einmal ein ganz neues Schauspiel meinen Blicken darbot. Ich sah
                        ohngefehr tausend bewaffnete Statuen. Sie waren in zween Haufen gestellt,
                        und jeder Haufe wurde durch einen Mann zu Pferde, der von weitem einem
                        Centauren glich, in Bewegung gesetzt. So wie die taubmachende Stimme dieser
                        Männer ertönte, so bewegten auch diese Statuen, auf eine mir unbegreifliche
                        Art, Hände und Füße, und ich sah sie in kurzer Zeit in so vielerley
                        Stellungen, dass es einer Zauberey nicht unähnlich schien</quote>(<bibl><ref
                            target="#trautschen_1769" type="bibliography">von Trautschen
                        1769</ref></bibl>:4). </p>
                <p>Trautschens Briefe sind von einer geradezu ubiquitären Verwendung der
                    Theatermetaphorik durchdrungen. Selbst im Traum erscheint das Kriegstheater ihm,
                    als er vom Straßburger Münster in die virtuelle Ferne blickt: <quote>Neue <hi
                            rend="italics">Schauspiele</hi> eröffneten sich mir, doch nichts als
                        Krieg und Verwüstung. […] Ich sah Schlachten, wo hunderttausende blieben,
                        ich sah Raubschlösser erbauen und zerstören</quote> (<bibl><ref
                            target="#trautschen_1769" type="bibliography">von Trautschen
                        1769</ref></bibl>:84). Wieder erwacht schreibt der
                    in<!--<pb n="219" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->zwischen an der Seite der
                    Franzosen kämpfende Sachse: <quote>Hätten sie wohl geglaubt liebster Freund,
                        dass ihre Brüder, die bey dem ersten <hi rend="italics">Auftritte</hi>
                        dieses Krieges eine so unglückliche <hi rend="italics">Rolle</hi> gespielt
                        haben, noch einmal den <hi rend="italics">Schauplatz</hi> betreten
                        würden?</quote> (<bibl><ref target="#trautschen_1769" type="bibliography"
                            >von Trautschen 1769</ref></bibl>:85). Hier wird die Metapher des
                    geographischen Theaters verknüpft mit den ‚Rollen’- und ‚Szenen’-Bildern der
                        Kriegshandlungen.<ref target="#fn18" type="footnote">18</ref> Die Aufnahme
                    der Theater-Metaphorik in zahlreichen Selbstzeugnissen zeigt auch, dass der
                    Gebrauch der Metapher im militärischen Kontext nicht allein auf die Ebene von
                    gelehrtem Diskurs und Generalität beschränkt war, sondern auch zum Gegenstand
                    einer breiten Aneignung im Sprachgebrauch, zumindest der schriftfähigen, von
                    Kriegen betroffenen Bevölkerungsteile wurde. </p>
                <p>Vor allem Schlachten werden in den Selbstzeugnissen des 18. Jahrhunderts immer
                    wieder als <quote>Schauspiele</quote> beschrieben. So etwa durch den russischen
                    Gutsherrn <rs ref="#bolotow_andrej" type="author">Andrej Bolotow</rs>, der in
                    seiner Autobiographie ausführlich seine Kriegserlebnisse in der Schlacht von
                    Großjägersdorf am 30.8.1757 schildert (<bibl><ref target="#bolotow_1990"
                            type="bibliography">Bolotow 1990</ref></bibl>, Bd.1:226-253). Aufgrund
                    seiner günstigen Position auf dem mit dichtem Buschwerk bewachsenen linken
                    Flügel wähnt Bolotow sich und seine Kameraden als <quote>bloße Zuschauer der
                        sich ankündigenden blutigen Schlacht</quote> (<bibl><ref
                            target="#bolotow_1990" type="bibliography">Bolotow
                    1990</ref></bibl>:236). Bei strahlendem Sonnenschein beginnt um 8 Uhr morgens
                    die Schlacht mit einer Salve der Preußen. Die Russen reagierten zur großen
                    Verwunderung Bolotows zunächst offenbar nicht mit einer Gegensalve. Die
                    Tatsache, dass die Preußen noch zwei weitere Salven feuerten, bevor es zu
                    Gegenfeuer der Russen kam, veranlasste unterdes einen <quote>von den
                        abergläubischen Älteren</quote> zu der Meinung, die Gewehre der russischen
                    Soldaten <quote>möchten gebannt worden sein</quote> (<bibl><ref
                            target="#bolotow_1990" type="bibliography">Bolotow
                    1990</ref></bibl>:236). Endlich reagiert auch die russische Seite und es kommt
                    zu einem ununterbrochenen Feuer beider Seiten, so dass Bolotow <quote>angesichts
                        des blutigen Schauspiels</quote> seine Feder heute außerstande sieht,
                        <quote>die damalige seelische Erschütterung zu schildern</quote> (<bibl><ref
                            target="#bolotow_1990" type="bibliography">Bolotow
                    1990</ref></bibl>:237). Auch klagt er über eine Einschränkung der Wahrnehmung
                    der den <quote>entscheidenden Augenblick</quote> abwartenden Offiziere.
                        <quote>Bald aber gingen wir auch des Vergnügens, alles beobachten zu können,
                        verlustig; wegen des unaufhörlichen Schießens ward der Rauch so dicht, dass
                        wir die beiden Armeen nicht mehr sehen
                        <!--<pb n="220" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->konnten, nur noch das
                        Knattern der Gewehre und der Kanonendonner waren zu vernehmen</quote>
                            (<bibl><ref target="#bolotow_1990" type="bibliography">Bolotow
                            1990</ref></bibl>:237). Für den sich sicher wähnenden Beobachter wird
                    das blutige ‚Schauspiel’ zum ästhetischen Vergnügen. Jenseits der ästhetischen
                    Faszination, welche die Zeitgenossen beim Spektakel der Schlacht verspürten,
                    haftet der Repräsentation des Krieges in der Wissensordnung der
                    Theatrum-Metaphorik auch eine ideologische Dimension an. Denn die semantische
                    Virtualisierung des massenhaften Tötens als Schauspiel trug sicher nicht
                    unwesentlich zum Bild einer gezähmten Bellona bei. Eine ironische Brechung
                    erfuhr die Theatralität des Krieges jedoch bereits in <rs ref="#voltaire"
                        type="author">Voltaire</rs>s vor dem Hintergrund der Erfahrungen des
                    Siebenjährigen Krieges verfassten <bibl>
                        <title>Candide</title>
                    </bibl>. Candide gerät im dritten Kapitel in eine blutige Schlacht, der er nur
                    mit Mühe entfliehen kann: <quote>Candide toujours marchant sur des membres
                        palpitants, ou à travers des ruines, arriva enfin hors du <hi rend="italics"
                            >théâtre de la guerre</hi>.</quote> (<bibl><ref target="#voltaire_1980"
                            type="bibliography">Voltaire 1759/1980</ref></bibl>:127). Er entkommt
                    damit dem Schauplatz des Krieges im räumlichen Sinne des Gefechtsfeldes, er
                    entkommt aber gleichzeitig auch dem massenhaften inszenierten Töten. In der
                    Konfrontation mit der extremen Grausamkeit jener heroischen Schlächterei
                        (<quote>boucherie héroïque</quote>) tritt die Widersprüchlichkeit zwischen
                    dem schönen Schein einer theatralen Inszenierung und dem tausendfachen Leid klar
                    hervor.</p>
                <p>Spätestens im Zeitalter der entfesselten Bellona sollte jedoch gerade der
                    Scheincharakter der Inszenierung Anlass zu einer Umwertung der Theatralität
                    bieten. So diente die Theatermetaphorik aus der Perspektive der späten
                    Kaiserzeit dazu, den Niedergang der nachfriderizianischen preußischen Armee zu
                        versinnbildlichen.<ref target="#fn19" type="footnote">19</ref> So
                    kommentiert ein Oberstleutnant <rs ref="#hoppenstedt_julius" type="author"
                        >Julius Hoppenstedt</rs> in seinem Buch <bibl>
                        <title>Wir von der Infanterie</title>
                    </bibl> folgende Verse von <rs ref="#gneisenau" type="author">Gneisenau</rs>:
                        <quote>Ihr aber, die Ihr fernher zu uns kommt, Zu seh’n, was Friedrichs Volk
                        durch ihn vermag, Sagt, welches unter allen Völkern ahmet Wohl ganz das
                        wunderbare <hi rend="italics">Schauspiel</hi> nach?</quote> mit den Sätzen
                    mit den Sätzen <quote>Aber es war eben – ein Schauspiel, das man jahrein,
                        jahraus einstudierte, bei dem jeder seine Rolle ganz genau kannte, und
                        dessen einzelne Akte durch Kanonenschüsse angegeben wurden. Bei einer
                        solchen verkünstelten ‚Revuetaktik’, die ein Schriftsteller treffend mit
                        ‚exaktem Schlendrian’ bezeichnet, verknöcherte natürlich die Armee, da
                        wurden die Offiziere wohl große Exerzierkünstler und gut geölte
                        Exerziermaschinen, aber sie blieben
                        <!--<pb n="221" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->unerfahrene, unselbständige,
                        verantwortungsscheue, hilfslose Feldsoldaten</quote> (<bibl><ref
                            target="#hoppenstedt_1913" type="bibliography">Hoppenstedt
                        1913</ref></bibl>:78). Das Schauspiel ist hier pejorativ zu bloßem Theater
                    geworden, die Inszenierung tritt der ‚wirklichen’ Erfahrung des Kriegs
                    gegenüber. </p>
            </div>
            <div type="content">
                <head>3. Der Krieg auf der Bühne </head>
                <p>Nachdem wir den Krieg als Gegenstand der frühneuzeitlichen Wissenstheater und als
                    Inszenierung auf den tatsächlichen Schlachtfeldern kennen gelernt haben, soll
                    nicht unerwähnt bleiben, dass der Krieg zweifellos auch auf den tatsächlichen
                    Theaterbühnen zur Darstellung kam. <rs ref="#stümcke_heinrich" type="author"
                        >Heinrich Stümcke</rs> lieferte hierzu in seinem 1915 vor dem Hintergrund
                    des Ersten Weltkriegs verfassten Büchlein <bibl>
                        <title>
                            <bibl><ref target="#stümcke_1915" type="bibliography">Theater und
                                    Krieg</ref></bibl>
                        </title>
                    </bibl> zwei wichtige Ansatzpunkte. Zum einen sammelte er historische
                    Theaterstücke, die die frühneuzeitlichen Kriege zum Thema machen bzw. zum
                    Aufhänger nehmen. Zum anderen diskutiert er das Problem, eine <quote>Schlacht
                        auf der Bühne</quote> zu inszenieren.<ref target="#fn20" type="footnote"
                        >20</ref> Insbesondere Letzteres verknüpft der Autor mit einigen
                    aufschlussreichen Bemerkungen zu Repräsentation und Wandel der Kriegführung. So
                    bediente sich schon Shakespeare der symbolischen Darstellungsformen des
                    Botenberichts oder der Stellvertretung – zwei Kämpfer verkörpern die ganze
                    Schlacht – welche sich letztlich auf eine sinnbildliche Repräsentation
                    beschränken (<bibl><ref target="#scherrer_1919" type="bibliography">Scherrer
                            1919</ref></bibl>; <bibl><ref target="#somogyi_1998" type="bibliography"
                            >De Somogyi 1998</ref></bibl>). Welche Realitätseffekte dabei von den
                    Schauspielen der Shakespearezeit ausgehen konnten, zeigt eine von <rs
                        ref="#heywood_thomas" type="person">Thomas Heywood</rs> kolpotierte Anekdote
                    aus dem Jahre 1595 (Somogyi 1998:92f.). Als es tatsächlich ein einziges Mal eine
                    Gruppe spanischer Soldaten schaffte, englisches Festland zu betreten und eine
                    Kirche zu zerstören, war ihr Aufenthalt nur von kurzer Dauer. Denn als sie in
                    einem Ort names Perrin in Cornwall ankamen, um diesen zu plündern, trafen sie
                    auf eine Gruppe von Schauspielern, die eine Schlacht auf der Bühne aufführten
                    und mit ihren Trommeln und Trompeten einen lauten Alarm gaben. Die Spanier
                    wähnten sich entdeckt und flohen angeblich in großer Aufregung zu ihren Booten.
                    Realität und Schauspiel waren demnach bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander
                    verquickt. <!--<pb n="222" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->Im 18. und 19.
                    Jahrhundert mehrten sich offenbar die Versuche, möglichst rea-listische
                    Gefechtssequenzen auf der Bühne zu inszenieren.<ref target="#fn21"
                        type="footnote">21</ref> (<bibl><ref target="#stümcke_1915"
                            type="bibliography">Stümcke 1915</ref></bibl>:125) Und 1879 räsoniert
                        <rs ref="#bulthaupt_heinrich" type="author">Heinrich Bulthaupt</rs>: </p>
                <p><quote>Ja, wenn die Bühnen endlich anfangen wollten, dafür zu sorgen,
                        undarstellbare Kämpfe und Gefechte hinter die Szene zu verlegen und dem
                        Stück, das an Harnisch- und Schwertgerassel so überreich ist, durch eine
                        ganz einfache Manipulation einen Teil der schmachvollen, unverdienten
                        Lächerlichkeit zu nehmen, der es in der Regel auf der Bühne verfallen
                        ist</quote> (<bibl><ref target="#stümcke_1915" type="bibliography">Stümcke
                            1915</ref></bibl>:125f.).</p>
                <p>Stümcke schließt mit einem Ausblick auf die prekären Darstellungsmöglichkeiten
                    des modernen Krieges, denn dieser sei nun gewissermaßen
                        <quote>unpoetisch</quote> geworden. Die unzähligen Versuche der Inszenierung
                    der Schlacht auf einer Theaterbühne verhalten sich somit in gewisser Weise
                    spiegelbildlich zu den Versuchen, die komplexen Vorgänge auf den tatsächlichen
                    Schlachtfeldern mit Hilfe der Theatermetaphorik zu ordnen und wahrnehmbar zu
                    machen. Parallel zur räumlichen Entgrenzung der Kriegstheater in der Moderne
                    veränderten sich schließlich auch die ästhetischen Darstellungskonventionen des
                    Theaters (<bibl><ref target="#schneider_1998" type="bibliography">Schneider
                            1998</ref></bibl>:225f.). </p>
            </div>
            <div type="content">
                <head>4. Fazit</head>
                <p>Obwohl bereits vormodernen Autoren das Problem der Undarstellbarkeit von
                    Schlachten bewusst war, blieb das Theater lange das wirkmächtigste Modell zur
                    Ordnung und Repräsentation auch militärischen Wissens. Die Gründe hierfür sind
                    in einer komplexen Gemengelage von ästhetischen, sozialen und wissenskulturellen
                    Faktoren zu suchen. Im 17. und 18. Jahrhundert ist die Verwendung der
                    Theatrum-Metapher im Bereich des Krieges noch auf eine Vielzahl
                    unterschiedlicher Bild- und Textgenres ausgedehnt. Während des 18. Jahrhunderts
                    schränkte sich die Begriffsverwendung jedoch allmählich auf die bis heute
                    gebräuchliche Verwendung des Begriffs des ‚Kriegstheaters’ (<hi rend="italics"
                            ><term type="genre">theatre of war</term></hi>) als
                    räumlich-geographische Kennzeichnung eines Kriegs-‚Schauplatzes’ ein. Dabei
                    fielen im Bereich der Kartographie und der Landesbeschreibungen
                    <!--<pb n="223" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->der ‚Schauplatz’ des Textes und
                    der reale ‚Schauplatz’ gleichsam in eins. In den allegorischen und
                    idealtypischen Darstellungen hingegen wurde das Bild selbst zur primären Bühne
                    des Geschehens. Gleichzeitig existierte eine ungebrochene Tradition der
                    Beschreibung von militärischen Ereignissen, in erster Linie Schlachten, im
                    Vokabular des Theaters. Schlachtfelder wurden zu Bühnen, Soldaten zu Akteuren,
                    Kampfhandlungen zu Akten und Szenen, das ganze zu einem Drama. Seit dem 19.
                    Jahrhundert trennte sich diese – als bloßer Schein diskreditierte –
                    Beschreibungsebene allmählich ab. Was bleibt, ist der geographische Begriff des
                    Kriegstheaters.</p>
                <p>Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert feiert die Begrifflichkeit des Spektakels
                    und der Inszenierung hingegen in medienkritischer Wendung eine wahre Renaissance
                    als Beschreibungsvokabular militärischer Ereignisse. In einem Interview mit der
                    Züricher <hi rend="italics">Weltwoche</hi> brachte Peter Sloterdijk es 2004 auf
                    den Punkt: </p>
                <p>
                    <quote>Was man früher <hi rend="italics"><term type="genre">theatrum
                                belli</term></hi> nannte, wird heute mit einem mentalen Feld
                        identifiziert: Alle Feldherren im Zeitalter der amerikanischen Kriege gehen
                        von der Erkenntnis aus, dass es immer zwei Kriege gibt in einem, zwei
                        Schlachtfelder, die einander überlagern, wobei das Schlachtfeld der Bilder
                        eine immer grössere Rolle spielt. […] der Bilderschauplatz, das <hi
                            rend="italics"><term type="genre">theatrum belli</term></hi> des
                        Imaginären, lässt sich vom eigentlichen Kriegsgeschehen nicht mehr sauber
                        trennen. Der Bilderkrieg ist mittlerweile der eigentliche, der immerwährende
                        Krieg (<bibl><ref target="#sloterdijk_2004" type="bibliography">Sloterdijk
                                2004</ref></bibl>).</quote>
                    <ref target="#fn22" type="footnote">22</ref>
                </p>
                <p>Schließlich geht mit der Virtualisierung des Krieges auch eine Auflösung der
                    Kriegstheater als eindeutig fokussierbarer Räume im Sinne von Clausewitz einher.
                    Die neuen asymmetrischen Kriege kennen keine klassischen Schlachtfelder mehr,
                    ihre Bühne ist nun allein der Bildschirm.<ref target="#fn23" type="footnote"
                        >23</ref>
                </p>
            </div>
            <div type="content">
                <!--<pb n="224" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                <head>5. Literatur</head>
                <div type="bibliography">
                    <head>Quellen</head>
                    <listBibl>
                        <bibl xml:id="adelung_1778">Adelung, Johann Christoph (1778-79): Schauplatz
                            des Baierischen Erbfolgskrieges oder historische u. geographische
                            Beyträge zur Geschichte des Krieges, welcher nach Ableben d. Churfürsten
                            Maximilian Josephs von Baiern über d. Besitz seiner Länder entstanden
                            ist; durch Landcharten und Plane der Armeen erläutert, Leipzig. <ptr
                                cRef="623482126" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1675">[Anonym] (ca. 1675?): Erschrecklicher und
                            Erbärmlicher Schaw Platz Verübter Frantzösicher Schandt Brandt und
                            Mordthaten: Auß dem Hollandische[n] in daß Hochteutsche übersetzet,
                                [s.l.].<ptr cRef="537237062" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1702">[Anonym] (1702): Schauplatz des Krieges in
                            Italien oder Accurate Beschreibung der Lombardey ... Wobey d.
                            wichtigsten Grund-Risse der vornehmsten Städte u. Festungen, auch eine
                            eigt_. Erzehlung des bißhorigen Feldzuges u. Abb. dessen fürnehmsten
                            Actionen; Nebst denen Bildn. derer commandirenden Generalen,
                                Leipzig.<ptr cRef="213869381" type="gbv"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1706"> [Anonym] (1706): Curieuser Schauplatz des in
                            diesem achtzehnden Seculo angefangenen und noch fortwährenden blutigen
                            Krieges zwischen denen hohen alliirten u. der Kron Franckreich samt dero
                            Adhärente, sonderlich in denen spanischen Niederlanden ... : Samt e.
                            doppelten Anh. ... auch kurtzer Beschreibung des weltberühmten
                            Königreichs Spanien, Rotenburg/Franckfurt/Leipzig. <ptr cRef="619979976"
                                type="opac"/>
                            <ptr target="http://diglib.hab.de/drucke/gp-333/start.htm" type="wdb"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1718"> [Anonym] (1718): Das Hungarisch- und
                            Venetianische Kriegs- nunmehro Gott Lob! mit bessern Fug so zu nennende
                            Friedens-Theatrum welches die zu Pasarowitz am 21 Julii An. 1718
                            zwischen allerseits kriegenden Partheyen getroffene Friedens-Schlüsse,
                            auch die bey Unterschreib und Publicirung derselbigen beobachtete
                            Solennitäten praesentiret: Nebst darzu dienlichen Kupffern, Leipzig.<ptr
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/go-237-1b-1s/start.htm"
                                type="wdb"/>
                            <ptr cRef="626221188" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1751">[Anonym] (1751-1760): Neueröfneter Schauplatz
                            aller vorfallenden Staats-, Kriegs- und Friedens-Begebenheiten, wie auch
                            der neuesten Geschichte der Kirchen, der Gelehrsamkeit und der Natur,
                            nebst anderen Merkwüdigkeiten, mit gehörigen Documenten und nützlichen
                            Anmerkungen aus allen Theilen der Wissenschaften, Erfurt.<ptr
                                cRef="267837585" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1761">[Anonym] (1761-1764): Neuer historischer
                            Schauplatz aller vorfallenden Begebenheiten im Staat, der Kirche, der
                            gelehrten Welt, und dem Naturreiche, Erfurt.<ptr cRef="324660502"
                                type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1758a">[Anonym] (1758a): Jeziges Kriegs-Theater oder
                            Vorstellung derer Lager, Schlachten, Belagerungen, Marchen ... und
                            andern merckwürdigen Begebenheiten des gegenwaertigen Kriegs in
                            Deutschland / von einem geschickten Ingenieur gezeichnet [und in Kupfer
                            gestochen], Augspurg.<ptr cRef="38161740" type="gbv"/></bibl>
                        <!--<pb n="225" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                        <bibl xml:id="anonym_1758b">[Anonym] (1758b): Neues Kriegs-Theater oder
                            Sammlung der Merkwürdigsten Begebenheiten des Gegenwaertigen Krieges in
                            Teutschland in accuraten in Kupfer gestochenen Vorstellungen. nebst
                            einem Avertissement, Leipzig.<ptr
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/gl-2642/start.htm" type="wdb"/>
                            <ptr cRef="617763658" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_1773">[Anonym] (1773): Neues Kriegs-Theater oder
                            Sammlung der merkwürdigsten Begebenheiten des gegenwaertigen Krieges
                            zwischen den Russen und Türcken: in accuraten in Kupfer gestochenen
                            Vorstellungen; nebst einem Avertissement, Leipzig.<ptr
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/gl-2642/start.htm" type="wdb"/>
                            <ptr cRef="617763658" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="ausfeld_1815">Ausfeld, Johann K. (1815): Schauplatz des
                            Krieges der verbündeten teutschen und russischen Völker gegen Napoleon
                            von dem Beytritte Oestreichs bis zum Übergange der Verbündeten über den
                            Rhein im Jahre 1813 […], Stuttgart u.a.<ptr cRef="226308499" type="gbv"
                            /></bibl>
                        <bibl xml:id="blödner_1701">Blödner, Cyriaco (1701-1713/1991): Theatrum
                            Belli Rhenani [worinen enthalten Der Röm. Kayserl: Maÿst. und des Heyl.
                            Röm. Reiches Haubt Armée Feldzug áo 1713...] [Faks.-Ausg.] hrsg. vom
                            Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (Stuttgart) (Quellen zur
                            Geschichte d. deutschen Kartographie VII), Lüneburg.<ptr
                                cRef="505211149" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="bolotow_1990">Bolotow, Andrej (1990): Leben und Abenteuer des
                            Andrej Bolotow von ihm selbst für seine Nachkommen aufgeschrieben, 2
                            Bde., München.<ptr cRef="125556497" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="buschbell_1936">Buschbell, Gottfried (ed.) (1936): Das
                            Tagebuch des Abraham ter Meer (1758-1769) (Krefelder Archiv 3),
                                Krefeld.<ptr cRef="40510572X" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="clausewitz_kriege_1980">Clausewitz, Carl von (1980): Vom
                            Kriege. Hinterlassenes Werk, Frankfurt a. M./Berlin/Wien.<ptr
                                cRef="095663800" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="dopff_1690">Dopff, Daniel Wolff van (1690/2005): Theatrum
                            belli Rhenani: ar te aigimont et Nederkan. Ducis Generalis Caesareae
                            Majestatis, Ordinumque Foederati Belgii, etc. etc. etc. apaertum, cique
                            in schriptum in spem et vota rerum feliciter gerendarum / felicibus
                            auspiciis strenuissimi ac illustrissimi Danielis Wolfii van Dopff,
                            Amsterdam (ND Bad Langensalza).<ptr cRef="508406978" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="friedrich_1748">Friedrich der Große (1748/1913): „Die
                            Generalprinzipien des Krieges und ihre Anwendung auf die Taktik und
                            Disziplin der preußischen Truppen“, in: Die Werke Friedrichs des Großen,
                            hrsg. von Gustav Berthold Volz, Bd. 6, Berlin, 3-115.<ptr
                                cRef="038783215" type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="garrard_1591">Garrard, William (1591): The Arte of Warre.
                            Beeing the Onely Rare Booke of Myllitarie Profession, London.<ptr
                                cRef="55281234X" type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="küster_1793">Küster, Carl Daniel (ed.) (1793-1797/1988):
                            Officier-Lesebuch historisch-militairischen Inhalts, mit untermischten
                            interessanten Anekdoten, Bd. I , Berlin (ND Starnberg).<ptr
                                cRef="027733386" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="lenz_1987">Lenz, Jakob Michael Reinhold (1987): „Anmerkungen
                            über Theater“, in: Ders.: Werke und Briefe in drei Bänden, hrsg. von
                            Sigrid Damm, Bd. 2, München, 641-671.<ptr cRef="188603727" type="gbv"
                            /></bibl>
                        <!--<pb n="226" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
                        <bibl xml:id="lidl_1760">Lidl, Johann Jacob [um 1760]: Theatrum Belli
                            Borussici... / Kriegs Schau-Platz in Preussischen Landen, Wien.</bibl>
                        <bibl xml:id="littich_1704">Littich, Johann Georg (1704): Theatrum belli
                            Bavarici, das ist, Schau-Pünne dess im Harnisch stehenden Bayrlands:
                            auff welcher Maximillian Emmanuel, [München].<ptr cRef="058617302"
                                type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="peller_1663"> [Peller, Christoph] (1663): Theatrum Pacis: Hoc
                            Est: Tractatuum Atqve Instrumentorum Præcipuorum, Ab Anno Inde M DC
                            XLVII. Ad MDCLX. Vsqve, In Europa Initorum Et Conclusorum Collectio;
                            Accessit Index utilissimus = Friedens-Schauplatz, Das ist: Alle die
                            fürnemste Friedens-Instrumenta und Tractaten, so vom Jahr 1647. an, biß
                            auf das 1660. in Europa aufgerichtet und beschlossen worden [...],
                                Nürnberg.<ptr
                                target="http://diglib.hab.de/drucke/117-18-hist/start.htm"
                                type="wdb"/>
                            <ptr cRef="601907000" type="opac"/>
                        </bibl>
                        <bibl xml:id="rhode_1755">Rhode, Johann Christoph (1755): Theatrum Belli in
                            America Septentrionali II. foliis comprehensum jussu Acad. Reg. Scient.
                            et Eleg. Litt. […], Berlin.<ptr cRef="24675736" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="seutter_1740">Seutter, Matthäus [ca. 1740]: Theatrum belli
                            Rußorum Victoriis illustratum sive Nova et accurata Turcicarum Et
                            Tartaricum Provinciarum intra fluvios Taras s. Niester et Tanaim s. Don,
                            ad Oram Ponti Euxini et in Peloponneso Taurica sitarum Designatio,
                            Aug[ustae] Vind[elicorum].<ptr cRef="645197203" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="steislinger_1742">Steislinger, Johann Andreas (1742-1744):
                            Neu-eröffnetes Kriegs- und Friedens-Theatrum: darinn, was in jedem
                            Monath des ... Jahrs von Belagerungen, Feld-und See-Schlachten,
                            Friedens-Schlüsse, Krönungen, Hohen-Geburten, Vermählungen und
                            Todts-Fällen ... so auf dem grossen Welt-Theatro paßieren [...],
                                Augsburg.<ptr cRef="267467745" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="stridbeck_1717">Stridbeck, Johann (nach 1717): Curioses
                            Staats- und Kriegs-Theatrum Dermahliger Begebenheiten in Francken,
                            Bayern, Tyrol, Augsburg.</bibl>
                        <bibl xml:id="trautschen_1769">Trautschen, Hans Carl Heinrich von (1769):
                            Militärische und literarische Briefe des Herrn von T.: die Feldzüge von
                            1756 bis 1763 betreffend, Leipzig.</bibl>
                        <bibl xml:id="voltaire_1980">Voltaire (1759/1980): Candide ou l’optimisme
                            (Les Oeuvres completes de Voltaire 48), Oxford.<ptr cRef="037471759"
                                type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="wahrmann_1833">Wahrmann, Theodor [d. i. Ewald Viktorin
                            Dietrich] (1833): Schlacht-und Schreckensscenen auf der Bühne der
                            vaterländisch-deutschen Geschichte in chronologischer Ordnung
                            dargestellt, Meissen.</bibl>
                        <bibl xml:id="zedler_1745">Zedler, Johann Heinrich (1745): Großes
                            vollständiges Universal-Lexicon, Bd. 43, Halle u.a. <ptr
                                target="http://www.zedler-lexikon.de/blaettern/zedlerband.html?seitenzahl=2&amp;bandnummer=43"/>
                            <ptr cRef="190291699" type="opac"/>. </bibl>
                    </listBibl>
                </div>

                <div type="bibliography">
                    <head>Forschungsliteratur </head>
                    <listBibl>
                        <bibl xml:id="abteilung_kriegsgeschichte">Abtheilung für Kriegsgeschichte
                            des K. K. Kriegs-Archives (ed.) (1876-1892): Feldzüge des Prinzen Eugen
                            von Savoyen. Nach den Feld-Acten und anderen authentischen Quellen, 20
                            Bde., Bd. 10, Wien.<ptr cRef="027655016" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="arnberger_1966">Arnberger, Erik (1966): Handbuch der
                            thematischen Kartographie, Wien.</bibl>
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                        <bibl xml:id="bachmann-medick_2006">Bachmann-Medick, Doris (2006):
                            „Performative Turn“, in: Dies.: Cultural Turns. Neuorientierungen in den
                            Kulturwissenschaften, Hamburg, 104-143.<ptr cRef="50411767X" type="opac"
                            /></bibl>
                        <bibl xml:id="benninghoven_1986">Benninghoven, Friedrich/Bösch-Supan,
                            Helmut/Gunderman, Iselin (1986): Friedrich der Große. Ausstellung des
                            Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kul-turbesitz anlässlich des 200.
                            Todestages König Friedrichs II. von Preußen, Berlin.<ptr
                                cRef="024178659" type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="besse_2003">Besse, Jean-Marc (2003): Les Grandeurs de la
                            Terre. Aspects du savoir géographique à la Renaissance, Lyon.<ptr
                                cRef="380029073" type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="drugulin_1863">Drugulin, Wilhelm Eduard (1863): Historischer
                            Bildatlas, Leipzig (ND Hildesheim 1964).</bibl>
                        <bibl xml:id="duby_1988">Duby, Georges (1988): Der Sonntag von Bouvines. Der
                            Tag, an dem Frankreich entstand, Berlin.<ptr cRef="024931314"
                                type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="duffy_1987">Duffy, Christopher (1987): The Military Experience
                            in the age of Reason, London.<ptr cRef="013716565" type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="förster_2001">Förster, Stig/Pöhlmann, Markus/Walter, Dierk
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                            Theater. Überlegungen zu Signifikanz und Dimensionen der
                            Theatrum-Metapher als frühneuzeitlichem Buchtitel“, in: Theo
                            Stammen/Weber, Wolfgang E. J. (edd.): Wissenssicherung, Wissensordnung
                            und Wissensverarbeitung. Das europäische Modell der Enzyklopädien,
                            Berlin (= Colloquia Augustana, 18), 205-232<ptr cRef="391930249"
                                type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="friedrich_2008"> Friedrich, Markus (2008): „Das Korpus der
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                        <bibl xml:id="füssel_2009">Füssel, Marian (2009): „Das Undarstellbare
                            darstellen. Zum Bild der Schlacht im 18. Jahrhundert“, in: Signori,
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                        <bibl xml:id="grawert-may_1987">Grawert-May, Erik (1987): Das Drama Krieg.
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                                type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="hellwig_1985">Hellwig, Fritz (1985): Mittelrhein und Mosel im
                            Bild alter Karten. Katalog zur Ausstellung, Koblenz.</bibl>
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                            Kriegsbild, Darmstadt.<ptr cRef="043887678" type="gbv"/></bibl>
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                            Welt als Theater“, in: Spinner, Kaspar/Siepmann, Helmut (edd.): Alles
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                                cRef="230343953" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="hoppenstedt_1913">Hoppenstedt, Julius (1913): Wir von der
                            Infanterie. Die Geschichte des Preußischen Infanteristen, Berlin.<ptr
                                cRef="020946589" type="gbv"/></bibl>
                        <!--<pb n="228" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
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                            Raum im Kopf“, in: Martus, Steffen/Münkler, Marina/Roecke, Werner
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                        <bibl xml:id="junkelmann_2000">Junkelmann, Marcus (2000): Theatrum belli.
                            Die Schlacht von Höchstädt und die Schlösser von Schleißheim und
                            Blenheim, Herzberg.<ptr cRef="355020807" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="kaldor_2003">Kaldor, Mary (2003): „Der Krieg ist Theater“.
                            Mary Kaldor im Interview mit Eric Chauvistré, in: taz 21.5.2003,
                            4.</bibl>
                        <bibl xml:id="kirchner_1985">Kirchner, Thomas (1985): „Der Theaterbegriff
                            des Barocks“, in: Maske und Kothurn 31, 131-140.<ptr cRef="129081434"
                                type="opac"/></bibl>
                        <bibl xml:id="köppen_2005">Köppen, Manuel (2005): Das Entsetzen des
                            Beobachters. Krieg und Medien im 19. und 20. Jahrhundert,
                                Heidelberg.<ptr cRef="48525557X" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="lemoine_isabeau_1986">Lemoine-Isabeau, Claire (1986): Art.
                            „Schlachtenkarte“, in: Lexikon zur Geschichte der Kartographie. Von den
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                        <bibl xml:id="kagel_1997">Kagel, Martin (1997): Strafgericht und
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                        <bibl xml:id="komander_1995">Komander, Gerhild M. (1995): Der Wandel des
                            „Sehepuncktes“. Die Geschichte Brandenburg-Preußens in der Graphik von
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                        <bibl xml:id="sandler_2001">Sandler, Christian (2001): Matthäus Seutter
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                        <bibl xml:id="schneider_1998">Schneider, Manfred (1998): „Die Gewalt von
                            Raum und Zeit. Kleists optische Medien und das Kriegstheater“, in:
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                        <bibl xml:id="schott_1924">Schott, Friedrich (1924): Der Augsburger
                            Kupferstecher und Kunstverleger Martin Engelbrecht und seine Nachfolger:
                            ein Beitrag zur Geschichte des Augsburger Kunst- u. Buchhandels von 1719
                            bis 1896, Augsburg.<ptr cRef="198611269" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="schramm_1990">Schramm, Helmar (1990): „Theatralität und
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                            Barck, Karlheinz/Fontius, Martin/Thierse, Wolfgang (edd.): Ästhetische
                            Grundbegriffe. Studien zu einem historischen Wörterbuch, Berlin,
                                202-242.<ptr cRef="022748083" type="gbv"/></bibl>
                        <bibl xml:id="scherrer_1919">Scherrer, Max (1919): Kampf und Krieg im
                            deutschen Drama von Gottsched bis Kleist. Zur Form- und Sachgeschichte
                            der dramatischen Dichtung, Zürich.<ptr cRef="021698597" type="gbv"
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                                target="http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=8227&amp; CategoryID=62"
                                >Weltwoche 29
                                [http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=8227&amp;CategoryID=62
                                (29.09.2007)]</ref>.</bibl>
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                        <!--<pb n="230" ed="metaphorik.de_14_2008"/>-->
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                    </listBibl>
                </div>
            </div>
            <div type="footnotes">
                <note n="1" xml:id="fn1"><bibl>Kaldor (2003)</bibl>. Der gegenwärtige Boom der
                    Theater-Metaphorik steht dabei sicher auch im Zusammenhang mit der sogenannten
                        <quote>performativen Wende</quote>, die sowohl das <quote>Wissen als
                        Schauspiel</quote> wie die Schauplätze militärischer Gewalt in den Blick
                    rückt, vgl. <bibl>Matussek (2004</bibl>), <bibl>Bachmann-Medick (2006)</bibl>. </note>
                <note n="2" xml:id="fn2">Vgl. allg. <bibl>Friedrich (2004)</bibl>; entsprechende
                    Hinweise auch bei <bibl>Holländer (1997)</bibl>; <bibl>Kirchner
                        (1985:135ff.)</bibl>; <bibl>Quondam (1980)</bibl>; allg. zur
                    Begriffsgeschichte <bibl>Schramm (1990)</bibl></note>
                <note n="3" xml:id="fn3">Vgl. zum Begriff auch <bibl>Oberender (2006)</bibl>.</note>
                <note n="4" xml:id="fn4">Clausewitz (1980:267f.), vgl. in diesem Zusammenhang auch
                    Grawert-May (1987:9-20). Zum heutigen Begriffsgebrauch vgl. Uhle-Wettler
                    (1996).</note>
                <note n="5" xml:id="fn5">Eine weitere Parallele ist etwa in der Metapher vom Staat
                    als Maschine und dem Soldaten bzw. dem Kriegswesen als Maschine zu sehen.</note>
                <note n="6" xml:id="fn6">Zu <rs ref="#blödner_cyriak" type="author">Cyriak
                        Blödners</rs> (1672-1733) <bibl>
                        <title>Theatrum belli Rhenani</title>
                    </bibl> vgl. <bibl>Sperling (1990)</bibl> mit weiterer Literatur. Der Augsburger
                    Kartograph <rs ref="#seutter_matthäus" type="author">Matthäus Seutter</rs>
                    (1678-1757) veröffentlichte gleich eine ganze Reihe von Theatrum Belli-Karten
                    (vgl. <bibl>Sandler</bibl> 2001/1894:14), ähnlich auch der Wiener Kupferstecher
                        <rs ref="#lidl_johann_jacob" type="author">Johann Jacob Lidl</rs>
                    (1696-1771), der ebenfalls eine ganze Reihe von Kriegsschauplätzen gestochen
                    hat. </note>
                <note n="7" xml:id="fn7">1761-1764 fortgesetzt unter dem Titel <bibl>
                        <title>
                            <ref target="http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=324660502">Neuer
                                historischer Schauplatz aller vorfallenden Begebenheiten im Staat,
                                der Kirche, der gelehrten Welt, und dem Naturreich</ref>
                        </title>
                    </bibl> (vgl. [Anonym] 1761-1764). </note>
                <note n="8" xml:id="fn8">Ich danke Markus Friedrich, dass er mir sein im Druck
                    befindliches Manuskript zugänglich gemacht hat.</note>
                <note n="9" xml:id="fn9">[Anonym] (1758a), [Anonym] (1758b) u. [Anonym] (1773). Zur
                    Kriegs- und Schlachtenkartographie vgl. allg. Arnberger (1966:81-87); Hellwig
                    (1985:37-42); Lemoine-Isabeau (1986). </note>
                <note n="10" xml:id="fn10">Vgl. Popelka (1980). Zu Engelbrecht vgl. Schott
                    (1924:116f.). Zu den Augsburger Stechern allg. vgl. Seitz (1986). </note>
                <note n="11" xml:id="fn11">Es handelt sich um 4 Blätter mit einem Kupferstich.
                    Nachweisbare Exemplare befinden sich in der Herzog-August-Bibliothek
                    Wolfenbüttel und im Preußenmuseum Minden (nur der Stich). Bibliographischer
                    Nachweis auch bei Drugulin (1863/1964:247), Nr. 2812. </note>
                <note n="12" xml:id="fn12">Abb. in Benninghoven/Bösch-Supan/Gunderman (1986:166). </note>
                <note n="13" xml:id="fn13">Ein sicherlich extremes Beispiel in der Aufnahme der
                    Theater-Sprache liefert Loibl (1993); vgl. auch die Hinweise bei
                    Förster/Pöhlmann/Walter (2001:7-18, hier 8); Duby (1988), Junkelmann (2000:IX),
                    Köppen (2005).</note>
                <note n="14" xml:id="fn14">Zur Interaktion der Sprache von Krieg und Theater im
                    England des 16. Jahrhunderts vgl. De Somogyi (1998:90-130). </note>
                <note n="15" xml:id="fn15"><quote>Jetzt einen Schritt in die Schlacht hinein, die
                        vor uns tobt, fast wie ein Schauspiel</quote> (Clausewitz 1980:72f.). </note>
                <note n="16" xml:id="fn16">Berlinische Nachrichten, No 99 vom 19. August 1758,
                    zitiert nach Schort (2006:404).</note>
                <note n="17" xml:id="fn17">Abtheilung für Kriegsgeschichte des K. K. Kriegs-Archives
                    (1876-1892), Bd. 10:393, vgl. auch den Hinweis bei Luh (2004:212). </note>
                <note n="18" xml:id="fn18">Eine Verknüpfung, die sich in vielen Quellen findet. So
                    kommentiert etwa der Krefelder Abraham ter Meer in seinem Tagebuch 1758:
                        <quote>Das war das Ende der ersten Szene des Kriegstheaters auf dieser
                        Rheinseite</quote> (Buschbell 1936:23).</note>
                <note n="19" xml:id="fn19">Vgl. zum Kontext Showalter (1994); Rink (1998).</note>
                <note n="20" xml:id="fn20">Vgl. Stümcke (1915:60-68, 116-128); vgl. auch Scherrer
                    (1919).</note>
                <note n="21" xml:id="fn21">Zur Schlacht auf der Bühne vgl. u.a. Russell (1995:72f.).
                    1844 klagt dementsprechend der Frankfurter Intendant Franz von Akats:
                        <quote>Jedes Bemühen, eine Schlacht so anzuordnen, dass sie der furchtbar
                        schauerlichen Wirklichkeit sich nähert, ist vergebens […]. Gewöhnlich endet
                        sich ein solches mit Lachen.</quote></note>
                <note n="22" xml:id="fn22">Schon bei <rs ref="#virilio_paul" type="author">Paul
                        Virilio</rs> heißt es ähnlich: <quote>Mit den ersten Raumwaffen des Zweiten
                        Weltkriegs und dem Blitz von Hiroshima wird das Kriegstheater ersetzt durch
                        die Theaterwaffen – ein zwar veralteter, für die Situation aber
                        aufschlußreicher Begriff, den die Militärs da verwenden</quote> (Virilio
                    1989:13).</note>
                <note n="23" xml:id="fn23">Vgl. auch Hüppauf (2003).</note>

            </div>
        </body>
    </text>

</TEI>
