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            <titleStmt>
                <title>Universaltheater und <quote>Special-Exempel</quote>. Geschichte in der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur</title>
                <author>
                    <name type="person">
                        <forename>Flemming</forename>
                        <surname>Schock</surname>
                    </name>
                </author>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>Elektronische Ausgabe nach TEI P5</edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <idno type="werk-ID">ebooks/ed000156</idno>
                <idno type="ppn">000000000</idno>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
                    <address>
                        <street>Lessingplatz 1</street>
                        <name type="city">Wolfenbuettel</name>
                        <postCode>D-38299</postCode>
                        <name type="country">Germany</name> 
                    </address>
                </publisher>
                <date>2011</date>
                <availability status="restricted">
                    <p> Available at <ref target="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/start.htm ">
                            (c) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</ref>
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <notesStmt>
                <note type="register">
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                </note>
            </notesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>digital source</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>Erstellt im Projekt <ref target="http://www.theatra.de">Welt und Wissen auf der
                        Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit</ref></p>
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    </teiHeader>
    <text>
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            <div type="section">
                <head>Einführung</head>
                <p>Die Historiographie bildet innerhalb des <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Korpus
                    das mit Abstand größte Segment – der <quote>Löwenanteil</quote> (<bibl><ref
                            type="bibliography" target="#friedrich_wissenstheater_2013">Friedrich
                            2013</ref></bibl>, unpag.) der Buchtheater zwischen 1500 und 1800 hat
                    Geschichte und Geschichten zum Gegenstand. Markus Friedrich hatte die hohe
                    Gewichtung in seiner Erstsichtung des Korpus bereits 2004 konstatiert, und die
                    Korpuszählungen des DFG-Projektes <bibl><title>Welt und Wissen auf der Bühne.
                            Die <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur der Frühen
                            Neuzeit</title></bibl> haben diese Proportionen in erweiterten Zahlen
                    bestätigt: Nicht weniger als rund 400 Titel der insgesamt mehr als 800
                    Buchtheater bedienen den Markt und das Bedürfnis frühneuzeitlicher Leser nach
                    historischer Orientierung verschiedensten Zuschnitts. Die Theatralität des
                    Wissens und Historizität erscheinen hier wie die zwei Seiten einer Medaille. </p>
                <p>Der vorliegende Beitrag verbindet in einem Gang über die geschichtlichen Bühnen
                    der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur übergreifende mit kleinteiligen
                    Beobachtungen; betont werden dabei einerseits inhaltliche und andererseits
                    funktionale Aspekte: Ein erster Punkt systematisiert querschnittsartig das
                    thematische Profil der Historiographica im <hi rend="italics"
                    >Theatrum</hi>-Korpus. Dieser Überblick versteht sich nur als Annäherung, da
                    angesichts der großen Textmassen eine pragmatische Auswahl zu treffen war – so
                    ist im Folgenden vor allem von deutschsprachigen Werken die Rede, anhand derer
                    sich dennoch Grundtendenzen für die historiographischen <hi rend="italics"
                        >Theatra</hi> insgesamt verdeutlichen lassen. Ein zweiter Punkt fragt
                    ergänzend nach den Funktionen historischen Wissens in den Buchtheatern, und zwar
                    speziell im Fall der Exempeltradition des 16. und 17. Jahrhunderts (grundlegend
                    hierzu <bibl><ref type="bibliography" target="#meier_welttheater_2009"
                            >Meier</ref></bibl>, S. 14f.). In der Kürze der Wissenspräsentation
                    transportierte sie zugleich ein Charakteristikum der <hi rend="italics"
                        >Theatrum</hi>-Literatur als Ganzes. Überdies nimmt der Beitrag noch nicht
                    abschließend geklärte strukturelle Fragen auf: etwa die nach den exakten
                    Konturen des Korpus der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur; handelt es
                    sich de facto um eine distinktive Buchgattung oder waren die hunderten <hi
                        rend="italics">Theatrum</hi>-, <hi rend="italics">Schauplatz</hi>- und <hi
                        rend="italics">Schaubühnen</hi>-Titel letztlich doch ‚nur’ Symptom eines
                    amorphen Wissenstrends, der eine ganze Reihe an (heterogenen) Einflüssen und
                    Traditionen in sich aufnahm und vereinte?</p>

            </div>
            <div type="section">
                <head>Geschichte in Universal- und Spezialtheatern: ein Querschnitt</head>
                <p>Ein Blick auf die historischen Stoffe verweist mit der Frage der Klassifikation
                    zunächst auf ein grundsätzliches Problem der Korpuskonstituierung: Die
                    thematischen Grenzen zu den anderen großen <hi rend="italics"
                    >Theatra</hi>-Gruppen sind prinzipiell fließend. Schon Markus Friedrich
                            (<bibl><ref type="bibliography" target="#friedrich_wissenstheater_2013"
                            >Friedrich 2013</ref></bibl>) und Christel Meier (<bibl><ref
                            type="bibliography" target="#meier_welttheater_2009">Meier</ref></bibl>,
                    S. 16) haben darauf verwiesen, dass sich viele historiographische <hi
                        rend="italics">Theatra</hi> mit gutem Grund auch anderen Werkgruppen
                    zuordnen lassen, etwa den landeskundlichen oder den moralischen. Gerade die
                    Analogie zu den moralischen Stoffen wird im <hi rend="italics"
                    >exempla</hi>-Kontext noch deutlicher. Dennoch zeigen sich beim Blick auf das
                    allgemeine Profil der Geschichtstheater verbindende Auffälligkeiten. Das
                    betrifft erstens die Ausdehnung des behandelten Raumes. Denn obwohl die
                    Theatermetaphorik die Assoziation eines großzügigen Panoramas nahelegt, ist der
                    behandelte geographische und zeitliche Raum in der überwiegenden Zahl der Texte
                    eher ein kleiner. Der ansonsten ‚globale Maßstab‘ des <hi rend="italics"
                        >Theatrum mundi</hi>-Konzeptes kommt in der Aufbereitung historischen
                    Wissens (überraschenderweise) kaum zur Anwendung. Anders gewendet: Die
                    frühneuzeitlich geradezu omnipräsente Vorstellung vom Welttheater forciert
                    mitnichten zwangsläufig auch die Publikation von Weltgeschichte. Denn
                    ‚Universaltheater‘, also jene, die die Geschichte ‚aller‘ Länder in möglichst
                    großen Zeiträumen einfangen, finden sich im <hi rend="italics"
                    >Theatrum</hi>-Korpus de facto nur wenige, wie etwa Franz Haffners <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-6901-1s/start.htm?image=00005"
                        type="wdb"><bibl><title>Allgemeiner Schaw-Platz Historischer […] Geschichten
                                und Händlen/ Welche sich von Anfang der Welt biß auf auff
                                gegenwärtige Zeit […] zugetragen</title></bibl></ref> (1666) oder –
                    ein Jahr zuvor – Leonhardt Meyers <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/150-7-hist-1s/start.htm?image=00005"
                                ><bibl><title>Theatrum Historicum, Oder Allgemeines
                                Historibuch</title></bibl></ref> von 1665. <quote>[…] vil sind der
                        Histori-bücheren</quote> (<quote>An den günstigen leser</quote>, unpag.
                        [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/150-7-hist-1s/start.htm?image=00016"
                        type="wdb">S. 1</ref>]), klagt Meyer in der Vorrede zu seinem Werk,
                    allerdings gibt er auch offensichtliche Beliebigkeit in der gewählten
                    historischen ‚Methode‘ der abgedeckten Zeitspanne zu bedenken. So sei <quote>[…]
                        ein grosser unterscheid und widerwertigkeit in der zeitrechnung. […] Der
                        einte fangt an von erschaffung der Welt/ der ander von den zeiten nach
                        Christi unsers Herren geburt</quote> (Meyer, <quote>An den günstigen
                        leser</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/150-7-hist-1s/start.htm?image=00017"
                        type="wdb">S. 2</ref>]). Da die von ihm selbst gewählte Perspektive der
                    biblischen Vier-Reiche-Lehre folgt, reicht sie noch weiter zurück – der
                    chronologische Bogen des <bibl><title>Theatrum Historicum</title></bibl> spannt
                    sich von der Erschaffung der Welt bis nahe an die Gegenwart des Autors. Ein ganz
                    ähnlicher Aufbau findet sich noch rund fünfzig Jahre später in Johann Gottfried
                    Hartungs Kompilation <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10032057-8"
                                ><bibl><title>Neu-eröffnete Historische Schau-Bühne der
                            Welt</title></bibl></ref> (1717/18). In der Vorrede seines dreibändigen
                    Werks erklärt Hartung, nichts weniger als eine <quote>[…] Vniversal-Historiam,
                        von Erschaffung der Welt/ biß auf unsere Zeiten/ vorzutragen</quote>
                    (Hartung, Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10032057_00020.html"
                        >S. 2</ref>]). Davon ausgehend reflektiert und erklärt er in den
                    Präliminarien dann explizit die zwei grundsätzlichen Maßstäbe historischer
                    Betrachtung: <quote>Sie [die Geschichte] wird vornehmlich eingetheilet […] in
                        die Universal- oder allgemeine, und Particular- oder besondere Historie.
                        Jene erzehlet die Geschichte der gantzen Welt, diese die Geschichte eines
                        oder des andern Reichs, dieser oder jener Stadt oder Person</quote>
                    (Hartung, Einleitung, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10032057_00025.html"
                        >fol. )()(2</ref>). </p>
                <p>Die Entscheidung für den universalen Ansatz mündet bei den Geschichtstheatern
                    jedoch nicht automatisch in ausufernde Länge, im Gegenteil: Im Sinne der für das
                    Korpus insgesamt bezeichnenden kompilatorischen Praxis finden sich vor allem
                    Universalhistorien in ‚verdichteter‘ Ausführung – eine aufrissartige, selektive
                    und didaktische Verknappung, die auch gerne rhetorisch verteidigt wird. In
                    Meyers erwähntem <bibl><title>Theatrum Historicum</title></bibl> heißt es dazu
                    etwa: <quote>Es möchten aber auch hierbei villeicht etwelche die kürze dises
                        Histori-buchs tadlen/ aber dieselben wollen ohnbeschwert zu erst lesen/ ehe
                        sie urtheilen. Finden sie/ daß man auch mit wenigem kan vil sagen und
                        schreiben/ und daß unser intent nit ware ein groß werk zu verfertigen/
                        sonder vil mehr einen beliebigen extract und außzug zu geben […]</quote>
                    (Meyer, <quote>An den günstigen leser</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/150-7-hist-1s/start.htm?image=00019"
                        type="wdb">S. 4</ref>]). Dieser Konzentrationsprozess geht sogar so weit,
                    dass einige ‚Universaltheater‘ für ihre Synthese kaum mehr als ein Dutzend
                    Druckseiten aufwenden und sich dabei gänzlich vom Modus der Erzählung
                    verabschieden. An die Stelle narrativer Geschichtsdarstellung tritt etwa in
                    Christoph Helwigs 1608 publiziertem <bibl><title>Theatrvm Historicvm Sive
                            Chronologiae Systema Novum</title></bibl> die abstrakte Reduktion des
                    Wissens in systematischer Tabellenform (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000089/start.htm" type="wdb"
                        >Steiner</ref>). </p>
                <p>Diese großen Räume und Zeiten umspannenden Entwürfe treten jedoch gegenüber jener
                    Vielzahl an <hi rend="italics">Theatra</hi> zurück, die historische
                    Enzyklopädien im Kleinen sind und in zeitlicher und/oder geographischer Hinsicht
                    eine partikulare Perspektive einnehmen. Aus dem Umfeld dieser ‚Spezialtheater‘
                    seien zunächst einige Beispiele vorgestellt, die größere Zeitläufe einfangen,
                    sich dabei jedoch auf einzelne Länder oder – noch kleinteiliger – Städte
                    konzentrieren. Zu diesem kleinsten Maßstab gehört der 1733 erschienene <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/gm-2189/start.htm?image=00007"
                        type="wdb"><bibl><title>Historische Schau-Platz Der Alten berühmten Stadt
                                Heydelberg</title></bibl></ref> von Johann Peter Kayser. Nicht
                    wenige dieser Werke haben lokalpatriotische Impulse und resultieren aus einer
                    engen biographischen Verbindung ihres Autors mit dem beschriebenen Ort – neben
                    Kayser, Pfarrer im Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim, gilt das auch für das
                    bereits 1653 erschienene <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/196-24-hist-1s/start.htm?image=00007"
                        type="wdb"><bibl><title>Theatrum Freibergense Chronicum</title></bibl></ref>
                    des Freiburger Arztes und Schuldirektors Andreas Möller. Solche Städtetheater
                    verbinden die Gattungstraditionen von Chronistik und Städtebüchern und
                    projektieren eine Form der Geschichtsvermittlung, die wesentlich auf
                    Popularisierung abzielt. So sei Möller ein <quote>[…] zimlich Convolut der
                        ältesten Lateinischen archiven und privilegia der Stadt in die Hände</quote>
                    (Möller, <quote>Vorbericht an den Leser</quote>, unpag. [<ref type="wdb"
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/196-24-hist-1s/start.htm?image=00021"
                        >fol. b4<hi rend="super">r</hi></ref>]) gefallen, das er mit der Publikation
                    nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen wolle, und Kayser vermerkt
                    zum intendierten Zielpublikum seines Heidelberger
                            <bibl><title>Schau-Platzes</title></bibl> lapidar: <quote>Vor Gelehrte
                        ist es nicht geschrieben, weil selbigen diese Sachen schon voraus bekannt,
                        und noch mehreren Vorrath von dergleichen Materien gesammelt haben</quote>
                    (Kayser, <quote>Vorrede</quote>, unpag. [<ref type="wdb"
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/gm-2189/start.htm?image=00015">fol. 2<hi
                            rend="super">r</hi></ref>]). Nicht zuletzt gehe es dem angesprochenen
                    ‚Laienpublikum‘ auch um die schlicht unterhaltende und zugleich mühelose
                    Präsentation des Wissens – denn Kayser habe <quote>[…] damit gesucht curieuse
                        Liebhaber, welche weder Bücher, Zeit noch Gelegenheit haben alles
                        nachzuschlagen, einer massen zu vergnügen</quote> (<ref type="wdb"
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/gm-2189/start.htm?image=00015"
                        >ebd.</ref>). </p>
                <p>Einen über die städtischen Grenzen hinausgehenden Betrachtungsmaßstab legen jene
                        <hi rend="italics">Theatra</hi> an, die sich der möglichst lückenlosen
                    Geschichte einzelner (europäischer) Länder widmen. Die Fülle des kompilierten
                    Materials mündet dabei nicht selten in serielle Konzepte, so etwa beim <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000157/start.htm"
                                ><bibl><title>Portugiesischen</title></bibl></ref>, <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000156/start.htm"
                                ><bibl><title>Schweitzerischen</title></bibl></ref> und <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000158/start.htm"
                                ><bibl><title>Englischen Theatrum</title></bibl></ref> (1723-1725)
                    des Leipziger Publizisten und Enzyklopädisten Jakob August Franckenstein
                    (1689-1733). Jedes der drei Theater zielte im großen zeitlichen Maßstab auf eine
                    – wie es im Titel heißt – <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/ge-241-1s/start.htm?image=00005"
                                ><bibl><title>völlige Historie</title></bibl></ref> der jeweiligen
                    Länder. Anspielungen auf die titelgebende Bühnenmetaphorik finden sich in den
                    Texten nicht, transportiert wird allerdings das bezeichnende Versprechen auf
                    ‚compendiöses‘ Wissen in praktisch verkürzter und überschaubarer Sammlung.
                    Kritisch mit Blick auf ältere (und konkurrierende) Entwürfe zeigt sich
                    Franckenstein mit seinen handlichen Oktavbändchen bemüht, der Geschichte etwas
                    von ihrer zeitraubenden <quote>Weitläufftigkeit</quote> zu nehmen: <quote>Man
                        hat zwar fast niemahls unterlassen, die Geschichte voriger Zeiten zu
                        untersuchen, allein dieses erforderte wegen grosser Weitläufftigkeit allzu
                        viele Zeit, daher man solchen abzuhelffen bedacht gewesen, kurtze compendia
                        zu Erleichterung dieses schweren Studii aufzusetzen</quote> (Franckenstein
                    1723, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/ge-241-1s/start.htm?image=00007"
                        type="wdb">fol. )(<hi rend="super">2</hi></ref>]). </p>
                <p>Neben europäischen Überblicken gibt es wenige <hi rend="italics">Theatra</hi> mit
                    historischen Aufrissen außereuropäischer Länder; im Fall des Osmanischen Reiches
                    waren sie eindeutig von der zeitgenössisch aktuellen und permanenten
                    Bedrohungslage provoziert. Angesichts der schwelenden Verunsicherung ließen sich
                    Informationen über den ‚Erzfeind‘ der Christen gut vermarkten, so etwa im <ref
                        target="http://books.google.de/books?id=MdlOAAAAcAAJ"
                                ><bibl><title>Neu-eröffneten Amphi-Theatrum
                        Turcicum</title></bibl></ref> oder <bibl><title>Der Kern Türckischer
                            Geschichten</title></bibl> aus dem Jahr 1724. Schon in der Vorrede
                    diffamiert der anonyme Autor die <quote>Türkische Nation</quote> hier
                    erwartungsgemäß als <quote>Geissel Menschlichen Geschlechts</quote>
                    (Neu-eröffnetes Amphi-Theatrum Turcicum, <quote>Vorrede an den Leser</quote>,
                    unpag. [<ref
                        target="http://books.google.de/books?id=MdlOAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA4#v=onepage&amp;q&amp;f=false"
                        >fol. 1<hi rend="super">v</hi></ref>]). Ohnehin schuben die Türkenkriege als
                    permanentes Medienereignis auch die <hi rend="italics">Theatra</hi>-Produktion
                    allgemein an. </p>
                <p>Ein weit erheblicheres Segment innerhalb der historischen <hi rend="italics"
                        >Theatra</hi> bilden jene Werke, die neben der genannten geographischen
                    Einhegung (Stadt – Europa – Außereuropa) auch eine zeitliche Beschränkung
                    aufweisen. Gleichwohl gilt auch hier: Die Grenzen dieser kleinräumigen und
                    gegenwartsnahen oder ‚zeitgeschichtlichen‘ Buchtheater zu verwandten Werkgruppen
                    innerhalb der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur sind fließend und nur
                    im heuristischen Sinn zu ziehen, hier besonders zu den militärischen
                    ‚Schaubühnen des Krieges‘ (dazu <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#füssel_krieg_2008">Füssel</ref></bibl>; <bibl><ref
                            target="http://diglib.hab.de/content.php?dir=ebooks/ed000081&amp;distype=optional&amp;xml=http%3A%2F%2Fdiglib.hab.de%2Febooks%2Fed000070%2Ftei-transcript.xml&amp;xsl=http://diglib.hab.de/rules/styles/projekte/theatra/tei-ebooks.xsl"
                            >Lohsträter</ref></bibl>). Wie die Kriegstheater basieren die
                    zeithistorischen ‚Spezialtheater‘ zu großen Teilen auf den neuen periodischen
                    Zeitungen des 17. Jahrhunderts als reichen Quellen. Die dynamische Entwicklung
                    der Presselandschaft, Geschichtsschreibung und theatrale Präsentation rücken in
                    dieser Entwicklung eng zusammen. Der Buchmarkt flankierte die Auffächerung des
                    Mediensystems, indem die <hi rend="italics">Theatra</hi> die Informationsmasse
                    der Zeitungen nicht nur recycelten, sondern sie auch zu größeren
                    Ereigniszusammenhängen ordneten und solcherart aus der jüngsten Vergangenheit
                    erst ‚Geschichte machten‘. Es war Matthäus Merian (1593-1650), der im <ref
                        target="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/start.htm"
                                ><bibl><title>Theatrum Europaeum</title></bibl></ref> (1633-1738) –
                    das mit seinem europäischen Berichtsfokus gleichwohl eine Ausnahme bildet – den
                    Unterschied einer <quote>Universalis Historia</quote> von einer zeitnahen
                        <quote>Particularis Historia</quote> noch einmal akzentuiert. So geht es
                    seinem <hi rend="italics">Theatrum</hi> explizit lediglich um <quote>[…] den
                        jenigen Geschichten/ welche zu diesen unsern Zeiten […] sich begeben vnd
                        zugetragen</quote> (Merian 1635, Bd. 1, Widmung, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/periodica/70-a-hist-2f/start.htm?image=00010"
                        >S. 3</ref>]). Noch rund einhundert Jahre nach Merian richtet sich ein
                    ähnlich formatiertes <ref
                        target="http://diglib.hab.de/periodica/ge-853-j1730/start.htm?image=00011a"
                                ><bibl><title>Welt- und Staats-Theatrum</title></bibl></ref> (1730)
                    ebenfalls – so schon im Titel – an die <ref
                        target="http://diglib.hab.de/periodica/ge-853-j1730/start.htm?image=00011a"
                                ><bibl><title>Liebhaber der neuesten Historie</title></bibl></ref>. </p>
                <p>Von diesen eher kleinräumigen und zeitgeschichtlichen Theatern können im
                    Folgenden nur einige gestreift werden. Zum Teil heben sie das an der
                    Zeitungsrhetorik geschulte Aktualitätsparadigma deutlich hervor, wollen den als
                    ‚curiös‘ adressierten Leser informieren sowie unterhalten (Infotainment <hi
                        rend="italics">avant la lettre</hi>) und fallen mit ihren schmalen Umfängen
                    aus den sonst so enzyklopädisch-umfassenden <hi rend="italics"
                    >Theatrum</hi>-Werken heraus. Dazu zählt etwa das Augsburger <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-3723-1b/start.htm?image=00005"
                        type="wdb"><bibl><title>Theatrum Novellarum Mundi Oder Schau-Platz der Welt/
                                neuen sonderbahren […] Begebenheiten</title></bibl></ref> aus dem
                    Jahr 1686. Der vollmundige Titel ist verkaufsstrategisch motiviert und führt in
                    die Irre, denn dem anonymen Kompilator geht es mitnichten um die ‚Welt-Händel‘
                    im Ganzen, sondern lediglich um die Nahaufnahme eines sehr punktuellen und
                    lokalen Ereignisses – die Einnahme der ungarischen Festung Neuhäusel (heute
                    Slowakei) durch die vorrückenden osmanischen Truppen im Jahr 1663. Die
                    Schlachten der Türkenkriege bilden auch den Hintergrund des 1664 gedruckten <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/159-31-hist-7/start.htm?image=00003"
                        type="wdb"><bibl><title>Schauplatzes Serinischer und auch anderer Teutschen
                                Tapfern Helden-Thaten/ Was nemlich Verwichnes 1663. Und
                                nochlaufenden 1664. Jahr […] dem Türckischen Achmet zu Trutz/
                                verrichtet worden</title></bibl></ref>. Nicht nur der Titel buhlt
                    reißerisch um seine Leser, auch der Text feiert in minutiösen
                    Schlachtenprotokollen die <quote>siegwürdige Verrichtung</quote> der türkischen
                    Feinde (Schauplatz Serinischer […] Helden-Thaten, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/159-31-hist-7/start.htm?image=00021"
                        type="wdb">S. 17</ref>]). Tonalität und Stoßrichtung verraten hier deutlich
                    die bereits propagandistische Funktion solcher <hi rend="italics">Theatra</hi>
                    in den <quote>Federkriegen</quote> (<bibl><ref type="bibliography"
                            target="#würgler_medien_2009">Würgler</ref></bibl>, S. 128) der Frühen
                    Neuzeit. Rund zwanzig Jahre später folgt ein ähnlich formatierter <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000021/start.htm"><bibl><title>Schau-
                                und Ehrenplatz Christlicher Tapfferkeit</title></bibl></ref> (1684)
                    aus der Feder des seinerzeit sehr erfolgreichen Nürnberger Polyhistors Erasmus
                    Francisci (1624-1697). Auch hier bilden die osmanischen Expansionskriege die
                    Kulisse und – mit Blick auf das Publikationsdatum äußerst zeitnah – die zweite
                    und entscheidende Belagerung Wiens 1683 die Szenerie. Im Sinne
                    narrativ-dramatischer Verdichtung schaltet Francisci noch einen historischen
                            <bibl><title>Prolog über die erste Belagerung Wiens</title></bibl>
                    (1529) voran und greift damit neben den Zeitungen auf ältere Kompilationen als
                    Quellen zurück. Auch wenn die osmanische Bedrohung nach der gescheiterten
                    Belagerung Wiens 1683 abnahm, blieb das Thema für die Geschichtstheater virulent
                    – so folgten zwei Jahre später in Nürnberg und Hamburg eine <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10787292-1"
                                ><bibl><title>Türkische Schau-Bühne</title></bibl></ref> (1685) und
                    ein <bibl><title>Türkischer Schau-Platz</title></bibl> (1685) und noch 1716 in
                    Leipzig ein <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/go-237-1b-1s/start.htm?image=00267"
                                ><bibl><title>Venetianisch-Türckisches
                            Kriegs-Theatrum</title></bibl></ref>. </p>
                <p>Sieht man von der Bedingtheit dieser zeithistorischen <hi rend="italics"
                        >Theatra</hi> durch die aktuellen Informationsbedürfnisse des 17. und frühen
                    18. Jahrhunderts ab, war bislang weniger von der konkreten Funktion als von der
                    Darstellung und Perspektivierung des historischen Materials die Rede. Lässt sich
                    für die Formenvielfalt der Geschichtstheater nun auch (wirkungsästhetisch)
                    Verbindendes im Sinne einer ‚Zweckliteratur‘ feststellen? Hier ist natürlich an
                    den Kern ‚vormoderner‘ Geschichtsauffassung zu erinnern, an Ciceros Topos der
                        <hi rend="italics">historia</hi> als Lehrmeisterin des Lebens und der
                    Erfahrung. Die genuin belehrende Funktion der Geschichte und ihrer <hi
                        rend="italics">facta</hi> wird in den Paratexten aller genannten <hi
                        rend="italics">Theatra</hi> mehr oder weniger stark expliziert; durch ihre
                    topische und rhetorische Qualität eignet sie sich daher nur bedingt zur
                    Abgrenzung von historiographischen Texten jenseits der <hi rend="italics"
                        >Theatrum</hi>-Literatur. Regelrecht strukturprägend ist die exemplarische
                    Akzentuierung der Geschichte jedoch für eine eigene ‚Unterströmung‘ innerhalb
                    des <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Korpus’ im Übergangsbereich von
                    historischen und moralischen Stoffen. </p>
            </div>
            <div type="section">
                <head>Geschichtstheater und Exempelliteratur</head>
                <p>Hauptsächlich kompilatorisch verfahrend, ist die <hi rend="italics"
                    >Theatrum</hi>-Literatur naturgemäß nicht ohne die Kontexte und Einflüsse
                    anderer Wissensmoden zu denken. Im Horizont einer weit differenzierten
                    Sammlungspraxis gehört dazu zweifellos die Masse an didaktischen
                    Historienbüchlein oder Kurzgeschichten, die im Rückgriff auf bereits antike
                    Muster nachahmenswerte oder abschreckende Ereignisse – Exempel also – in
                    moralisch-erbaulicher Absicht kompilieren; statt ‚der‘ Geschichte im Singular
                    wird ein Magazin zahlloser Kleinstepisoden zur individuellen ethischen
                    Handlungsanleitung geboten. Und anders als in den bislang genannten <hi
                        rend="italics">Theatra</hi> verzichten die anthologischen und auszugsartigen
                    Historiensammlungen weitgehend auf die chronologische Ordnung und Entfaltung
                    größerer Erzählzusammenhänge. Die Methode des Schreibens vergleicht der genannte
                    Erasmus Francisci in der Zuschrift seines <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000147/start.htm" type="wdb"
                                ><bibl><title>Neu-erbauten Schau-Platz denckwürdiger
                                Geschichte</title></bibl></ref> (1663) mit dem Streifen durch den
                    barocken Wissengarten: <quote>Letzlich findet man eine Art [der
                        Geschichtspräsentation]/ die sich an keine Ordnung der Jahre/ Zeiten/
                        Länder/ Personen/ oder andrer Eigenschafften/ bindet; besondern/ aus den
                        vorigen/ allerhand nachdenckliche Exempel zusammen fasset/ und gleichsam wie
                        aus vielen Gärten/ von mancherley Blumen/ einen Krantz sammlet</quote>
                    (Francisci 1663, Zuschrifft, unpag. [<ref
                        target="http://ora-web.swkk.de/img-digimo/jpeg_gross/EPN_190185201%5C/EPN_190185201_0017.jpg"
                        >fol. ):(ij<hi rend="super">v</hi></ref>]). Die oben angeschnittene
                    Kleinteiligkeit und Partikularität des Wissens der ‚Spezialtheater‘ wurden von
                    diesen dezidiert kontextlosen Geschichtssammlungen – oder eben Florilegien – auf
                    die Spitze getrieben. </p>
                <p>Für den Eingang der Exemplumtradition in die Gruppe der Geschichtstheater ist
                    interessant, dass das Exemplum weniger als eine distinktive Gattung denn als
                    Funktion zu beschreiben ist (<bibl><ref type="bibliography"
                            target="#heß_exemplum_2006">Heß</ref></bibl>, Sp. 667) – was seine
                    Entfaltung in verschiedenen Textumwelten erheblich beförderte. Aufgrund seines
                    wirkungsgeschichtlichen Ausnahmestatus mit über 40 Auflagen und vielen
                    Übersetzungen sei hier nur das <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10148065-2"
                                ><bibl><title>Promptuarium Exemplorum, Das ist Historien und
                                Exempelbuch</title></bibl></ref> des Theologen und Kompilators
                    Andreas Hondorf (1530-1572), genannt, erstmals erschienen 1568. Nicht zufällig
                    wurde das <bibl><title>Promptuarium</title></bibl> Anfang des 17. Jahrhunderts
                    in lateinischer Übersetzung ergänzend zu einem <ref
                        target="http://books.google.de/books?id=2cJFAAAAcAAJ"><bibl><title>Theatrum
                                Historicum: sive Promptuarium Exemplorum</title></bibl></ref>
                    (1616). In der erweiterten Ausgabe von 1584 führt Hondorf das
                    literaturpädagogische Programm seiner Sammlung mit Blick auf Sinn und Zweck der
                    Historien paradigmatisch aus. Hier heißt es zur normativen Kraft der Exempel:
                        <quote>[…] so ist auch der mehrer theil der Menschen/ durchauß also
                        gesinnet/ daß sie sich leichtlicher durch Exempel ergangener Geschicht/ denn
                        mit wortlichen Gebotten und Gesetzen/berichten vnd vnderweisen
                        lassen</quote> (Hondorf 1584, <quote>Vorrede</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://books.google.de/books?id=273Zl9OSIXAC&amp;hl=de&amp;pg=PP5#v=onepage&amp;q&amp;f=false"
                        >S. 2</ref>]). Und mehr noch: So seien <quote>[…] fürwar auff der Erden
                        keine nützlicher Bücher [...]/ in welchen höhere lehr/ nötigere erinnerunge/
                        vnnd herrlichere Exempel begriffen werden/ als Historien/ die man billich
                        der Welt Spiegel nennen mag</quote> (Hondorf 1568, <quote>Vorrede</quote>,
                    unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10148052_00009.html"
                        >S. 3</ref>]). Vordringlich erscheint Hondorf also vor allem die Betonung
                    des praktischen Nutzens von Geschichten als moralischem Orientierungsspeicher;
                    unter Rückgriff auf Cicero (‚prodesse et delectare‘ – ‚nützen und erfreuen‘)
                    bringt er jedoch auch die unterhaltende Dimension des Wissens ins Spiel, denn
                    die Ergründung der <hi rend="italics">Historia</hi> sei <quote>[…] dem Menschen
                        nicht allein nützlich vnnd nötig/ sondern auch ergetzlich/ lustig vnd
                        kurtzweilig</quote> (Hondorf 1584, <quote>Vorrede</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://books.google.de/books?id=273Zl9OSIXAC&amp;hl=de&amp;pg=PP5#v=onepage&amp;q&amp;f=false"
                        >S. 2</ref>]). </p>
                <p>Diese doppelte wirkungsästhetische Bestimmung taucht im Umfeld barocker
                    Dichtungstheorien dann auch in den <quote>Historienexempelsammlungen</quote>
                            (<bibl><ref type="bibliography" target="#meier_welttheater_2009"
                            >Meier</ref></bibl>, S. 15) der <hi rend="italics"
                    >Theatrum</hi>-Literatur wieder auf. Innerhalb der Geschichtstheater gehören
                    diesem Segment der Exempelsammlungen geschätzt gleich mehrere Dutzend Titel an,
                    allerdings nur dann, wenn man die Grenzen zu jenen Erzählsammlungen als
                    durchlässig definiert, die sowohl funktional als auch strukturell durch
                    kurztextartige Wissenspräsentation vergleichbar formatiert und vergleichbar
                    exemplarisch sind – hier ist neben den <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm" type="wdb"><hi
                            rend="italics">Theatra Tragica</hi></ref> vor allem an die vielen Titel
                    der <ref target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000043/start.htm" type="wdb"
                        >Kuriositäten-</ref>, Denk- und Merkwürdigkeiten-Literatur zu denken, die
                    mit gutem Grund als eigene Strömung zu verorten sind. Und doch verbindet sich
                    mit der Exempel-Tradition bereits der Anspruch auf Faktizität der nicht selten
                    in Reihentiteln versammelten Historien. Nicht nur <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00005.html"
                        >traurig</ref> und <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00005.html"
                        >kläglich</ref>, sondern eben auch der <hi rend="italics">Historischen
                        Wahrheit</hi> entlehnt waren die <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00005.html"
                        >wunderlichen Geschichten</ref> im 1624 veröffentlichten <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10739337-9"
                                ><bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl></ref> von Martin
                    Zeiller (1589-1661), einer erweiterten Übersetzung der einflussreichen
                            <bibl><title>Histoires Tragiques</title></bibl> (1614) von François
                    Rosset (1571-1619) (<ref target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm"
                        >Košenina 2012a</ref>); neben vielen anderen Quellen greift das
                            <bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl> auch auf Hohndorfs
                            <bibl><title>Promptuarium Exemplorum</title></bibl> zurück. In der
                    Vorrede lässt sich Zeiller, der erfolgreiche Kompilator und Übersetzer,
                    ebenfalls über den bildenden Sinn der Geschichten-Lektüre aus und stellt sich
                    betont in die Tradition der Exempla: So würden <quote>gegenwertige wahrhafftige
                        Historien […] so viel wunderliche/ schröcklich vnnd traurige Exempla vor
                        Augen stellen: auß deren Ables- vnd Behertzigung […] allerley schöne vnnd
                        nutzliche Lehren zu mercken vnnd zu behalten</quote> (Zeiller,
                    Vorrede,unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00010.html"
                        >fol. ):( iiij<hi rend="super">v</hi></ref>]). Die schulisch-griffige,
                    didaktische Überformung der Geschichtsdarstellung buchstabiert Zeiller sogar
                    noch so weit aus, dass er die einzelnen Historien und ihre moralisierende
                    Ausdeutung konzeptionell trennt: <quote>Vnd damit der Leser ihme solche
                        Historien desto mehr zu Nutzen machen köndte/ so habe ich am Ende einer
                        jeden ettliche Moralia vnd Lehrpuncten/ neben andern hierzu tauglichen alten
                        vnnd newen Exempeln gesetzt</quote> (ebd., <quote>Vorrede</quote>, unpag.
                        [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00011.html"
                        >fol. ):(vrf.</ref>]). Das sieht dann beispielsweise so aus, dass die
                        <quote>Dritte Historia</quote> (ebd., <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00090.html"
                        >S. 56</ref>) zunächst in dreißigseitiger Länge die Episode eines wegen
                        <quote>greulicher vnd Gotteslästerlicher Zauberey</quote> (<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00090.html"
                        >ebd.</ref>) hingerichteten Franzosen rekapituliert; darauf schiebt Zeiller
                    eine den Einzelfall generalisierende Sentenz nach: <quote>Dabey zulernen/ wie
                        der Teuffel denen/ so sich ihme ergeben/ zulohnen pflegen/ dessen hin vnd
                        wieder gnugsame Exempla, die mit dem erzehlten vbereinkommen/ zu finden
                        seynd</quote> (ebd., <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10739337_00113.html"
                        >S. 79f.</ref>). </p>
                <p>Zeiller steuert dann auch die Vorrede zu Georg Philipp Harsdörffers (1607-1658)
                    Schauplatz-Anthologien bei, den vielleicht größten Publikumserfolgen unter den
                        <hi rend="italics">Theatra</hi> des 17. Jahrhunderts. Harsdörffer bietet
                    ebenfalls eine unverbundene Collage hunderter kleiner Historien und bindet sein
                    Erzählverfahren schon im Vorwort des <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000174/start.htm"><bibl><title>Grossen
                                Schauplatzes Jämerlicher Mordgeschichte</title></bibl></ref>
                    (1649/50) an den Usus ‚angenehmer Exempel‘: <quote>Wir Menschen pflegen vielmehr
                        den Augen als den Ohren zu glauben/ vielmehr guten Exemplen/ als guten
                        Lehren nach zuahmen/ und ist dieser ein weitschweiffiger und verdrüßlicher/
                        jener ein kurtzer und angenehmer Weg zu der Tugend Ehren-Thron</quote>
                    (Harsdörffer, Bd. 7, Zuschrift, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10110411_00009.html"
                        >S. 1</ref>]; dazu <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#jakob_harsdörffer_2012">Jakob</ref></bibl>). Harsdörffers
                    Anspielung auf den Stellenwert des Sehens, auf das Eindrückliche und
                    demonstrativ ‚Augenscheinliche‘ erklärt womöglich die starke Konvergenz von
                    theatralen und exemplarischen Formen der Wissensvermittlung – schon Hondorf
                    wollte die Geschichten seines <bibl><title>Promptuarium
                        Exemplorum</title></bibl> bereits nach dem Titel <hi rend="italics">für die
                        augen</hi> gestellet wissen. Immerhin ist die visuelle, sprichwörtlich
                    leicht zu überschauende Präsentation der Dinge eine der zentralen Konnotationen
                    der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Metaphorik. So ist es sicher kein Zufall,
                    dass ein 1693 in Leipzig veröffentlichter <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10739365-4"
                                ><bibl><title>Schau-Platz Gestürtzer Monarchen/ […] Worinnen die
                                merckwürdigste Exempel und Stürtzungen der vornehmsten
                                Welt-Monarchien</title></bibl></ref> geschildert werden, seine
                    Geschichten ebenfalls bereits im Titel als <hi rend="italics">historische
                        Vorstellungen</hi> anpreist. Wie bei Zeiller und Harsdörffer liefern
                    ‚jämmerliche Mordgeschichten‘ auch hier das exemplarische Material, allerdings
                    mit der engführenden Konzentration auf das hohe politische Personal der Kaiser
                    und Könige. Ganz ähnlich funktioniert die bereits 1665 publizierte <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/ed000024/start.htm"
                                ><bibl><title>Traur-Schau-Bühne Der Durchleuchtigsten Maenner
                                unserer Zeit: Auf welcher der Fall der Grossen Herren lebendig vor
                                Augen gestellet wird</title></bibl></ref> von Johann Merck (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000201/start.htm">Košenina 2012b</ref>).
                    Gemeinsam ist diesen und anderen Historiensammlungen wiederum die bei Hondorf
                    angesprochene Verbindung von ‚Nutz und Lust‘. Gerade ab der zweiten Hälfte des
                    17. Jahrhunderts zeichnet sich die Transformation der Exempelliteratur hin zur
                    Unterhaltungsliteratur immer deutlicher ab – und damit die allmähliche
                    Überlagerung moralisierender und katechetischer Elemente durch nur mehr
                    zerstreuende Wirkabsichten; auf dass der Leser <quote>ein sonders genuegen
                        hierauß schöpfen</quote> (Merck, Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/ed000024/start.htm?image=00017">fol.
                        1r</ref>]) möge, wie es in der <bibl><title>Traur-Schau-Bühne</title></bibl>
                    heißt. </p>
                <p>Diese Engführung von <hi rend="italics">historia</hi>, <hi rend="italics"
                        >exempla</hi> und Unterhaltung im Rahmen der <hi rend="italics"
                        >Theatrum</hi>-Literatur hinterlässt Spuren in zahlreichen Titeln. Nicht
                    selten fallen hier Popularisierungs- und Sensationsmechanismen in eins, zielt
                    die Kompilation auf die Reduktion von Geschichte als eine Folge spektakulärer
                    ‚Denkwürdigkeiten‘ im Kampf um die hart umworbene <quote>Curiosität</quote> des
                    Lesers. Zu dieser Entwicklung sei nur noch ein Beispiel genannt: 1661
                    veröffentlicht der Kalenderautor Christoph Richter (1618-1680) sein <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/lb-79/start.htm"
                                ><bibl><title>Spectaculum Historicum oder Historisches
                                Schau-Spiel</title></bibl></ref>. Zwar geht das Werk in seiner
                    unsystematischen Sammlung disparaten Wissens in vierhundert Einzeltexten über
                    die Geschichte als Thema weit hinaus und ist damit paradigmatisch für
                    ‚buntschriftstellerische‘ Verfahren der Zeit (dazu <bibl><ref
                            type="bibliography" target="#schock_polyhistorismus_2012"
                        >Schock</ref></bibl>); dennoch bewahren <hi rend="italics">historia</hi> und
                        <hi rend="italics">exempla</hi> in den kompilierten ‚Wunder-Historien‘ ihren
                    zentralen Stellenwert. Die üblichen Topoi finden sich in der Vorrede wieder.
                    Denn für denjenigen, so Richter in der Vorrede, der etwas über die
                        <quote>politischen Welt-Händel</quote> erfahren wolle, halte der Text
                    genügend Präzedenzfälle bereit: <quote>Wilstu hiervon/ Großgünstiger Leser/
                        Special-Exempel und sonderbahre Zeugnüsse haben: So durchblättere ein wenig
                        diese gesamlete historische Centurien: Die werden dirs deutlich vor Augen
                        stellen</quote> (Richter, <quote>Vorrede</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/lb-79/start.htm?image=00014">fol. A4<hi
                            rend="super">v</hi></ref>]). In den erwähnten Blättern ist <hi
                        rend="italics">en passant</hi> zugleich der wichtigste Lesemodus analog zur
                    kleinteiligen Portionierung des Wissens angesprochen – anders als in größeren
                    Formen der Geschichtsdarstellung sollen diese <hi rend="italics">Theatra</hi>
                    nicht in linearer Ganztextlektüre erschlossen werden, sondern als handliche
                    Kompendien, als Nachschlagewerke, in den man selektiv ‚schmökern‘ kann. Daher
                    glichen nicht wenige Titel tatsächlich auch rein äußerlich griffigen
                    ‚Taschenbüchern‘ und wurden im handlichen Oktavformat veröffentlicht. </p>
                <p>Trotz dieser ‚Unterhaltungswelle‘ blieb die moralische Unterweisung als
                    traditionelle Kernfunktion historischer Exempel dennoch in einigen Texten
                    leitend– zumindest, wenn es nach den programmatischen Intentionen der Autoren
                    geht. So sendet das <ref target="http://digital.slub-dresden.de/id336017391"
                                ><bibl><title>Amphitheatrum Curiosum</title></bibl></ref> (1696) des
                    Pastors Jacob Daniel Ernst durch die Wahl des verkaufsfördernden
                    ‚Curiositäts‘-Begriffs zwar deutliche Unterhaltungssignale; die Vorrede steuert
                    einer allzu profanen Lektüre jedoch zumindest rhetorisch entgegen. Denn Ernst
                    habe seinen Schauplatz dem Leser <quote>[…] nicht nur zu desselben zuläßiger
                        Lust und Vergnügen [aufgesetzt]/ sondern auch erbaulichen Nutzen</quote>
                    (Ernst, <quote>Vorrede</quote>, unpag. [<ref
                        target="http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/51304/24/cache.off"
                        >fol. B3v</ref>]). Aber als ob dies den Leser an der Wende zum 18.
                    Jahrhundert bereits abgeschreckt hätte, schiebt Ernst mit Blick auf den offenbar
                    gesättigten Markt noch ein werbendes Argument nach. So habe man immerhin
                        <quote>[…] dahin gesehen/ wie man solche Erzehlungen vorstellen möchte/
                        welche […] nicht in iedem Exempel-Büchern anzutreffen</quote> (<ref
                        target="http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/51304/24/cache.off"
                        >ebd.</ref>). </p>
                <p>Noch weit mahnender klingt der ein Jahr zuvor ebenfalls in Leipzig erschienene
                        <ref
                        target="http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/titleinfo/1035970"
                                ><bibl><title>Neu-eröffnete Historische
                        Schau-Platz</title></bibl></ref> (1695) von Christoph Zeißeler, eine
                    Kompilation von einhundert Historien. Zeißeler, der sich explizit an den
                        <quote>gemeinen Mann</quote> wendet und Popularisierungsansprüche
                    formuliert, pocht weniger auf die Faktizität der Exempel als noch einmal auf
                    ihre erbauliche Funktion: <quote>[…] und solte ja eine oder die andere Historie
                        vor unwahr gehalten werden/ so giebt sie dennoch ihre Morale und Anweisung
                        zu der Tugend/ oder Ablehnung der Laster.</quote> (Zeißeler, Vorrede, unpag.
                        [<ref
                        target="http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/1035988"
                        >fol. )(3<hi rend="super">v</hi>]</ref>).</p>

            </div>
            <div type="section">
                <head>Fazit</head>
                <p>Der Überblick zu Formen und Funktionen der Geschichtstheater hat deutlich
                    gemacht: Wer über Profil und Funktionen der Texte spricht, muss notwendigerweise
                    auch über das ‚große Ganze‘ sprechen. Es ist zum einen nur schwer möglich,
                    dieses größte Segment der <hi rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur zum einen
                    innerhalb des Korpus selbst klar zu profilieren – hier ist nur an die
                    moralischen Stoffe zu erinnern –; zum anderen lässt es sich kaum von den
                    Nicht-Theatern abgrenzen und eine verbindliche typologische Klammer finden. Also
                    doch mehr Mode denn immanenter Wissensbegriff? Klar ist, dass die
                    Geschichtstheater schon wegen ihres kompilatorischen Status über die <hi
                        rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur hinaus weisen und durch heterogene
                    Einflüsse des Wissensmarktes formatiert werden. Die Exemplatradition ist dafür
                    nur ein schlagendes Beispiel. Das betont ‚Augenscheinliche‘ als das Kernmerkmal
                    der Theatralität speist sich ganz wesentlich aus der Kraft von buchstäblich
                    übersichtlichen Exempeln. Mit ihr korrespondiert die kleinteilige
                    Wissensorganisation. </p>
                <p>Dass es demgegenüber kaum universalhistorische <hi rend="italics">Theatra</hi>
                    gibt, mag ferner einer zunehmenden Spezialisierung der Wissens- und Medienkultur
                    im 18. Jahrhundert geschuldet sein. Das ‚enzyklopädische Zeitalter‘ zeigt sich
                    hier weniger in allgemeiner denn besonderer Perspektive. Die zahlreichen
                    regional- und vor allem zeitgeschichtlichen Werke bedienen sicherlich die
                    veränderten Informationsbedürfnisse eines weniger gelehrten als gemischten,
                    städtischen Publikums. Das belegen auch zahlreiche Popularisierungsansätze in
                    den vorgestellten Werken. Denn neben dem moralischen Lektürenutzen geht es im
                    Zeichen eines neuen Medienkonsums nicht zuletzt – und auch das ein Topos – um
                    ‚Zeitkürzung‘ und Unterhaltung durch Geschichten – und um Unterhaltung über
                    Geschichten. Damit sind nicht wenige <hi rend="italics">Theatra</hi> auch im
                    Verwendungskontext der spätbarocken Konversationsliteratur zu verorten.
                    Eindringlich heißt es in der <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10738447-6"
                                ><bibl><title>Mord- und Trauer-Bühne</title></bibl></ref> von 1708:
                        <quote>[…] so sind allhier aus den […] bewehrtesten Authoren solche traurige
                        und Mord-Exempel heraus gezogen worden/ daß nicht allein die Zeit damit zu
                        Haus […] kan passiret werden/ sondern auch bey Honetten Zusammkunfften man
                        vor […] offt sehr traurigen Geschichten reden kan […]</quote> (Hedrusius,
                    Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs2/object/display/bsb10738447_00008.html?zoom=0.5"
                        >fol. )(2<hi rend="super">v</hi>]</ref>).</p>


            </div>
            <div type="bibliography">
                <head>Bibliographische Nachweise und Forschungsliteratur</head>
                <div type="bibliography">
                    <head>Quellen</head>
                    <listBibl>

                        <bibl xml:id="anonym_schauplatz_monarchen_1693">anonym: Neu-auffgeführter
                            Schau-Platz Gestürtzter Monarchen. Leipzig 1693<ptr type="opac" cRef="684008637"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_amphitheatrum_turcicum_1724">anonym: Neu-eröffnetes
                            Amphitheatrum Turcicum. Erfurt 1724<ptr type="gbv" cRef="212961136"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_serinischer_helden_1664">anonym: Schauplatz Serinischer
                            Helden-Thaten. o.O. 1664<ptr type="opac" cRef="521114268"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="anonym_türkische_schaubühne_1685">anonym: Türkische
                            Schau-Bühne. Nürnberg 1685<ptr type="opac" cRef="151675384"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="ernst_amphitheatrum_1696">Jacob Daniel Ernst: Historiae
                            Miscellae Amphitheatrum Curiosum. Leipzig 1696<ptr type="opac" cRef="091790867"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="francisci_schauplatz_1663">Erasmus Francisci: Neu-erbaueter
                            Schau-Platz denckwürdiger Geschichte. Nürnberg 1663<ptr type="opac" cRef="140913289"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="francisci_schauplatz_1684">Erasmus Francisci: Schau- und
                            Ehren-Platz Christlicher Tapfferkeit. Nürnberg 1684<ptr type="opac" cRef="538432470"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="franckenstein_portugiesisch_1723">Jacob August Franckenstein:
                            Portugiesisches Theatrum. Halberstadt 1723<ptr type="opac" cRef="625817281"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="franckenstein_schweitzerisch_1724">Jacob August Franckenstein:
                            Schweitzerisches Theatrum. Halberstadt 1724;<ptr type="opac" cRef="625858611"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="franckenstein_englisch_1725">Jacob August Franckenstein:
                            Englisches Theatrum. Halberstadt 1725<ptr type="opac" cRef="625816986"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="haffner_solothurner_1666">Franz Haffner: Der klein Solothurner
                            Allgemeine Schaw-Platz. Solothurn 1666<ptr type="opac" cRef="605031061"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="harsdörffer_mordgeschichte_1650">Georg Philipp Harsdörffer:
                            Der Grosse Schauplatz Jämerlicher Mordgeschichte. Bd. 7. Hamburg
                            1650<ptr type="gbv" cRef="536697426"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="hartung_historische_schaubühne_1717">Johann G. Hartung:
                            Neu-eröffnete Historische Schau-Bühne der Welt. Leipzig 1717/18<ptr type="gbv" cRef="157144062"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="hedrusius_mord_bühne_1708">Milettus Hedrusius: Neu eröffnete
                            Mord- und Trauer-Bühne. Schwabach 1708</bibl>
                        <bibl xml:id="helwig_historicum_1609">Christoph Helwig: Theatrum Historicum:
                            Sive Chronologiae Systema Novum. Gießen 1609<ptr type="opac" cRef="53880792X"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="hondorf_promptuarium_1568">Andreas Hondorf: Promptuarium
                            Exemplorum. Leipzig 1568<ptr type="gbv" cRef="313484120"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="hondorf_promptuarium_1584">Andreas Hondorf: Promptuarium
                            Exemplorum, 3. Aufl. Frankfurt 1584<ptr type="gbv" cRef="722358679"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="kayser_heydelberg_1733">Johann Peter Kayser: Historischer
                            Schau-Platz der Alten berühmten Stadt Heydelberg. Frankfurt 1733<ptr type="opac" cRef="622384708"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="merian_europaeum_1_1635">Matthäus Merian (Hrsg.): Theatrum
                            Europaeum, Bd. 1, 1. Auflage, Frankfurt 1635<ptr type="opac" cRef="610411586"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="merck_traur_schaubühne_1665">Johann Merck: Traur-Schau-Büehne.
                            Ulm 1665<ptr type="opac" cRef="647394367"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="meyer_historicum_1665">Leonhardt Meyer: Theatrum Historicum.
                            Schaffhausen 1665<ptr type="opac" cRef="610014692"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="möller_freibergense_1653">Andreas Möller: Theatrum
                            Freibergense Chronicum. Freiberg 1653<ptr type="opac" cRef="601870034"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="richter_spectaculum_1661">Christoph Richter: Spectaculum
                            Historicum. So auff dem Schau-Platz dieser […] ist gespielet worden […].
                            Jena 1661<ptr type="opac" cRef="613720377"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="zeiller_tragicum_1628">Martin Zeiller: Theatrum Tragicum.
                            Rostock 1628<ptr type="opac" cRef="230058167"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="zeißeler_historischer_schauplatz_1695">Christoph Zeißeler:
                            Neu-eröffneter Historischer Schauplatz/ Vorstellend Hundert außerlesene
                            Historien […]. Leipzig 1695<ptr type="opac" cRef="536962189"></ptr></bibl>

                    </listBibl>
                </div>

                <div type="bibliography">
                    <head>Forschungsliteratur</head>
                    <listBibl>

                        <bibl xml:id="friedrich_theatrum_metapher_2004">Markus Friedrich: Das Buch
                            als Theater. Überlegungen zu Signifikanz und Dimensionen der
                            Theatrum-Metapher als frühneuzeitlichem Buchtitel, in: Theo Stammen,
                            Wolfgang Weber (Hg.): Wissenssicherung, Wissensordnung und
                            Wissensverarbeitung. Das europäische Modell der Enzyklopädien. Berlin
                            2004, S. 205-232<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="685094049"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="friedrich_wissenstheater_2013">Markus Friedrich: Das Korpus
                            der frühneuzeitlichen Wissenstheater und sein Wissensbegriff, in: Frank
                            Grunert, Annette Syndikus (Hg.): Erschließen und Speichern von Wissen in
                            der Frühen Neuzeit [i.Dr.]. Berlin 2013</bibl>
                        <bibl xml:id="füssel_krieg_2008">Marian Füssel: <ref
                                target="http://www.metaphorik.de/14/Fuessel.pdf">Der Krieg als
                                Inszenierung und Wissensschauplatz im 17. und 18. Jahrhundert</ref>,
                            in: Flemming Schock, Oswald Bauer, Ariane Koller, metaphorik.de (Hg.):
                            Dimensionen der Theatrum-Metapher in der Frühen Neuzeit. Ordnung und
                            Repräsentation von Wissen. Hannover 2008, S. 205-230<ptr type="gbv" subtype="main_entry" cRef="736633871"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="heß_exemplum_2006">Gilbert Heß: Art. "Exemplum", in: Friedrich
                            Jäger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit. Bd. 3. Stuttgart 2006, Sp.
                            667-670<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="511656467"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="jakob_harsdörffer_2012">Hans-Joachim Jakob: <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000174/start.htm">Georg Philipp
                                Harsdörffer: Der Grosse Schauplatz Jämerlicher Mordgeschichte</ref>,
                            in: Nikola Roßbach, Thomas Stäcker (Hg.): <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000132/startx.htm">Welt und
                                Wissen auf der Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen
                                Neuzeit.</ref> Repertorium. Unter Mitarbeit von Flemming Schock,
                            Constanze Baum, Imke Harjes und Sabine Kalff. Wolfenbüttel 2012<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="656068574"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="kosenina_adami_2012">Alexander Košenina: <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm">Johann Samuel
                                Adami: Misanders Theatrum Tragicum</ref>, in: Nikola Roßbach, Thomas
                            Stäcker (Hg.): <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000132/startx.htm">Welt und
                                Wissen auf der Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen
                                Neuzeit.</ref> Repertorium. Unter Mitarbeit von Flemming Schock,
                            Constanze Baum, Imke Harjes und Sabine Kalff. Wolfenbüttel 2012a<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="656068574"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="kosenina_merck_2012">Alexander Košenina: <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000201/start.htm">Johann Merck:
                                Traur-Schau-Büehne</ref>, in: Nikola Roßbach, Thomas Stäcker (Hg.):
                                <ref target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000132/startx.htm">Welt und
                                Wissen auf der Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen
                                Neuzeit.</ref> Repertorium. Unter Mitarbeit von Flemming Schock,
                            Constanze Baum, Imke Harjes und Sabine Kalff. Wolfenbüttel 2012b<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="656068574"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="lohsträter_kriegstheater">Kai Lohsträter: Alles Kriegstheater?
                            Das Theatrum Europaeum im Kontext der Kriegsberichterstattung des 17.
                            Jahrhunderts, in: Nikola Roßbach, Flemming Schock, Constanze Baum (Hg.):
                                <ref target="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/start.htm">Das
                                Theatrum Europaeum. Wissensarchitektur einer
                                Jahrhundertchronik.</ref> Unter Mitarbeit von Désirée Müller.
                            Wolfenbüttel 2012<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="729354032"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="meier_welttheater_2009">Christel Meier: Enzyklopädie und
                            Welttheater. Zur Intertheatralität von Universalwissen und
                            weltpräsentierender Performanz, in: Martin Schierbaum: Enzyklopädistik
                            1550-1650. Typen und Transformationen von Wissensspeichern und
                            Medialisierungen des Wissens. Münster 2009, S. 4-4<ptr type="opac" cRef="611938502"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="schock_polyhistorismus_2012"> Flemming Schock (Hg.):
                            Polyhistorismus und Buntschriftstellerei. Populäre Wissensformen und
                            Wissenskultur in der Frühen Neuzeit. Berlin 2012<ptr type="opac" cRef="682838942"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="steiner_helwig_2012">Benjamin Steiner: <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000089/start.htm">Christoph
                                Helwig: Theatrvm Historicvm</ref>, in: Nikola Roßbach, Thomas
                            Stäcker (Hg.): <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000132/startx.htm">Welt und
                                Wissen auf der Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen
                                Neuzeit.</ref> Repertorium. Unter Mitarbeit von Flemming Schock,
                            Constanze Baum, Imke Harjes und Sabine Kalff. Wolfenbüttel 2012</bibl>
                        <bibl xml:id="würgler_medien_2009">Andreas Würgler: Medien in der Frühen
                            Neuzeit. München 2009<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="656068574"></ptr></bibl>

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</TEI>
