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            <titleStmt>
                <title><hi rend="italics">Theatrum eroticum</hi>: Beziehungstragödien und Liebestode
                    in der Schauplatz-Literatur der Frühen Neuzeit</title>
                <author>
                    <name type="person">
                        <forename>Alexander</forename>
                        <surname>Košenina</surname>
                    </name>
                </author>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>Elektronische Ausgabe nach TEI P5</edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <idno type="werk-ID">ebooks/ed000156</idno>
                <idno type="ppn">000000000</idno>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
                    <address>
                        <street>Lessingplatz 1</street>
                        <name type="city">Wolfenbuettel</name>
                        <postCode>D-38299</postCode>
                        <name type="country">Germany</name> 
                    </address>
                </publisher>
                <date>2011</date>
                <availability status="restricted">
                    <p> Available at <ref target="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/start.htm ">
                            (c) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</ref>
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <notesStmt>
                <note type="register">
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                </note>
            </notesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>digital source</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>Erstellt im Projekt <ref target="http://www.theatra.de">Welt und Wissen auf der
                        Bühne. Die Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit</ref></p>
            </projectDesc>
        </encodingDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <body xml:lang="de">


            <div type="section">
                <head><hi rend="italics">Histoires tragiques</hi> auf dem Theater</head>

                <p>Liebestragödien sind Schauplätze schlechthin, auch außerhalb der <hi
                        rend="italics">Theatrum</hi>-Literatur. Kaum ein Gegenstand ist dramatischer
                    – tragisch im doppelten historischen Sinne: zum einen schrecklich und ergreifend
                    in der Wirklichkeit, also im Sinne des Genres der <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm"><hi rend="italics"
                            >Histoires tragiques</hi></ref>, zum anderen aber aufführbar und
                    bühnentauglich nach den Begriffen der aristotelischen Poetik. Gelegentlich
                    fallen <hi rend="italics">res facta</hi> und <hi rend="italics">res ficta</hi>
                    aber zusammen, beispielsweise im historischen Kriminaldrama, etwa in Georg
                    Büchners <bibl><title>Woyzeck</title></bibl>. </p>
                <p>Christiane Karoline Schlegels Trauerspiel <ref
                        target="http://books.google.de/books?id=iOsPAAAAYAAJ"><bibl><title>Düval und
                                Charmille</title></bibl></ref> (1778) ist ein Beispiel für die
                    rasche Literarisierung eines blutigen Verbrechens am Dresdener Hof. Im
                    Sächsischen Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden (Standort 100024 Geheimer
                    Rat (Geheimes Archiv) Loc. 9703/5) findet sich ein Untersuchungsbericht über
                        <quote>Des prinzl. Stallmeister Lachapelle und der Kammerdienerin Birnbaum
                        Selbstentleibung</quote>, datiert auf den 31. Dezember 1777. Schlegel bringt
                    diesen blutigen Skandalfall bereits 1778 auf die Bühne. Sein sensationeller Reiz
                    besteht – wie Christian Felix Weiße zu Recht im <quote>Vorbericht des
                        Herausgebers</quote> bemerkt – eben in dem Umstand, dass es sich um eine
                        <quote>sehr wahre tragische Geschichte</quote> (Schlegel, <ref
                        target="http://books.google.de/books?id=iOsPAAAAYAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PA3#v=onepage&amp;q&amp;f=false"
                        >S. 3</ref>) handelt. </p>
                <p>Aus dem Untersuchungsbericht des Amtmanns Jacob Heinrich Reinhold, der als Anhang
                    der von Pailer 2011 besorgten Textausgabe beigegeben ist, gehen viele Details
                    hervor, die im Stück wiederkehren. Der Ehemann la Chapelle alias Düval
                    unterhielt eine alles andere als geheime Beziehung zu einer Kammerdienerin der
                    Prinzessin. Vor den Augen seiner Frau und seines Sohnes zog er sich gern mit der
                    Mätresse Birnbaum alias Charmille in sein Zimmer zurück und versäumte darüber
                    das familiäre Nachtmahl. Am Abend des 27. Dezember 1777 blieb die Tür besonders
                    lange verschlossen, bis die junge Frau plötzlich <quote>furioes</quote> heraus
                    rannte, <quote>hilf mir</quote> zu einem Diener rief und mit durchtrennter Kehle
                    zusammensank. Ein Schuss aus dem Kabinett verkündete den Selbstmord des oft
                        <quote>übel und tyrannisch</quote> auftretenden Täters, schließlich lagen
                        <quote>beyde in ihrem Blute todt</quote> da und erregten bei den
                    Vorübergehenden <quote><hi rend="italics">Horreur</hi></quote>. Zurückgelassene
                    Briefe und Aufsätze machten deutlich, dass der Mann aus <quote>Rache, Haß und
                        Jalousie</quote> den gemeinsamen Tod erzwang, da eine legale Verbindung mit
                    der Geliebten unmöglich schien (Reinhold, S. 65-70). </p>
                <p>Schlegel bettet diese juristische <hi rend="italics">species facti</hi> in ein
                    bürgerliches Trauerspiel mit entsprechenden Nebenfiguren ein, für die es am
                    Dresdener Hof wohl ebenfalls Vorbilder gab. Im Theaterstück ist die moralische
                    Verurteilung der Affäre durch die sonst als frivol geltende Hofgesellschaft und
                    das Fürstenpaar erstaunlich. Düvals Ehefrau, die sogar als Freundin Charmilles
                    erscheint, erduldet hingegen auf groteske Weise alle Demütigungen. Sie steht vor
                    der verschlossenen Tür Wache, obgleich ihr die Absonderung des Gemahls laut
                    Protokoll <quote>außerordentlich bedenklich erschienen</quote> war. </p>
                <p>In dem Stück entwirft Charmilles intrigante Stiefmutter einen aussichtslosen
                    Fluchtplan und ein konkurrierender Bewerber um die Liebe des Kammerfräuleins
                    fordert den – nicht nur durch seinen Namen – als teuflisch gezeichneten Düval
                    zum Duell heraus. Man droht gar, ihn aus dem Hofdienst zu entlassen und
                    Charmille ins Kloster zu verbannen. All das trägt zur tragischen Zuspitzung bei,
                    die Mordszene selbst ist aber genau nach den Dokumenten oder den kursierenden
                    Gerüchten gearbeitet. Dem Rezensenten in der <bibl><title>Allgemeinen deutschen
                            Bibliothek</title></bibl> erscheint diese Geschichte von Mord und
                    Selbstmord indes allzu wild: <quote>Das Süjet ist für eine Frauenzimmerhand zu
                        tragisch</quote>, meint er, <quote>auch zu unmoralisch</quote> (anonym: <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#anonym_schlegel_1774">[Rezension]</ref></bibl>, S. 708). Doch die Wirklichkeit hält sich eben nicht an Kunstregeln.
                    Wie auf dem Theater hätte dieser oder ähnliche Fälle auch auf der Bild-Bühne
                    nachgestellt werden können. Auf dem kolorierten Kupferstich <ref
                        target="http://193.171.60.61/files/0620px/Mg_002_01.jpg"
                                ><bibl><title>Die Närrsche Eyffersucht der
                        Weiber</title></bibl></ref> (Abb. 1, 2) von Johann Christoph Hafner
                    (1668–1754) – das Original befindet sich in der Graphischen Sammlung Stift
                    Göttweig, die auch das Pendant <ref
                        target="http://193.171.60.61/files/0620px/Hb_007.jpg"
                                ><bibl><title>Die Närrsche Eyffersucht der
                        Männer</title></bibl></ref> enthält – ist eine analoge Szene (wenn auch ohne
                    Mord) zu sehen: Vor verschlossener Tür steht eine bewaffnete Ehefrau Wache,
                    während ihr Mann – so erkennt der Betrachter erst beim Öffnen der
                    eingearbeiteten papierenen Klapptür – im Verborgenen mit der Magd buhlt. Der
                    beigegebene Text lehrt:  <figure>
                        <head>Abb. 1</head>
                        <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/images/kosenina_1.jpg"/>
                        <figDesc>Johann Christoph Hafner: <ref
                            target="http://193.171.60.61/files/0620px/Mg_002_01.jpg">Die Närrsche
                            Eyffersucht der Weiber</ref></figDesc>
                    </figure>
                    <figure>
                        <head>Abb. 2</head>
                        <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/images/kosenina_2.jpg"/>
                        <figDesc>Johann Christoph Hafner: <ref
                            target="http://193.171.60.61/files/0620px/Hb_007.jpg">Die Närrsche
                            Eyffersucht der Männer</ref></figDesc>
                    </figure></p>
                <p><quote>Die thut ihr thür Verwahren Zwar,<lb/> Und meint es hab gar kein
                        gefahr,<lb/> Wann sie u. ihr Katz Schildwach stehen<lb/> So muß’ im Hauß als
                        recht Zugehenc <lb/> Da doch der Herr u. Magt im Hauß,<lb/> Es selber auch
                        nicht schlagen auß.<lb/> Thut ihr nur öffnen die Hauß thür,<lb/> So könt
                        ihrs selber sehen Hier.</quote><lb/>
                </p>
            </div>
            <div type="section">
                <head>Liebestode in Adamis <hi rend="italics">Theatrum tragicum</hi></head>
                <p>‚Bühnentaugliche Stoffe’ wie die von Christiane Karoline Schlegel aus
                    Gerichtsakten bezogene Beziehungstragödie finden sich in den <hi rend="italics"
                        >Theatra</hi> der Frühen Neuzeit in reicher Auswahl. Im Folgenden soll
                    exemplarisch ein zweibändiges <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm"
                                ><bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl></ref> (1695/1699)
                    (Abb. 3) vorgestellt werden, das in 950 Einträgen <bibl><title>allerhand
                        sonder-und wunderbare Trauer-und Todes-Fälle</title></bibl> versammelt.<figure>
                            <head>Abb. 3</head>
                            <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/images/kosenina_3.jpg"/>
                            <figDesc>Johann Samuel Adami: <ref
                                target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm">Theatrum
                                Tragicum</ref> (1695), <ref
                                    target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00004.html"
                                    >Frontispiz</ref></figDesc>
                        </figure>
                    Verfasst wurde es von Johann Samuel Adami (1638–1713), einem Pfarrer in
                    Pretzschendorf bei Dresden, der als unermüdlicher Sammler von nützlichen
                    Predigtstoffen hervortrat: Mit vielfältigen Ergötzlichkeiten (<hi rend="italics"
                        >Deliciae</hi>), einer Realiensammlung von Historien und Gleichnissen,
                    brachte er es auf 60 Bände. Demgegenüber erscheint das <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm"
                                ><bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl></ref> fast wie ein
                    handliches Kompendium. Leichpredigern und Trauerrednern stellt es ungewöhnliche,
                    besonders sinnlose und tragische Todesfälle zur Verfügung, um bei entsprechenden
                    Anlässen zum Vergleich herangezogen werden zu können. </p>
                <p>Misander – so nennt sich der Verfasser akronymisch nach den Anfangsbuchstaben aus
                    Magister <hi rend="italics">J</hi>oh. <hi rend="italics">S</hi>am. <hi
                        rend="italics">A</hi>dami <hi rend="italics">N</hi>eo-<hi rend="italics"
                        >D</hi>resd. <hi rend="italics">E</hi>cclesiast. <hi rend="italics"
                    >R</hi>abenau – reiht in jedem der 950 Kapitel thematisch verwandte Sterbearten
                    aneinander. Eine sittlich und moralisch besonders heikle, für den
                    sensationslüsternen Leser aber ergiebige Rubrik bilden Liebesdinge. Damit
                    bedient er eine Kategorie mit Beispielen, wie sie sich in der Datenbank von rund
                    10.000 ausgewerteten <ref target="http://dbs.hab.de/leichenpredigten/"
                        >Leichenpredigten</ref> der Herzog August Bibliothek so nicht auf Anhieb
                    finden (Suchoption: Verstorbener – Todesursache). Die angeführten Todesursachen
                        <hi rend="italics">in eroticis</hi> lassen sich in folgende drei Kategorien
                    unterteilen: (1) psychophysische Faktoren im Affekthaushalt, (2) physische
                    Überforderung während des Beischlafs und (3) äußere Gewalteinwirkungen, sei es
                    durch Rivalenmord, Vergiftung, missliche Unfälle oder Geschlechtskrankheiten. </p>
                <p>Die erste Rubrik ist bemerkenswert, da sie empirische Fallbeispiele für die seit
                    etwa Mitte des 18. Jahrhunderts in der anthropologischen Theoriebildung
                    dominierende antimetaphysische Erklärungshypothese eines <hi rend="italics"
                        >Influxus physicus</hi> bereitstellt. Nehmen wir folgendes Exemplum: </p>
                <p>
                    <quote>Als der Kayser <hi rend="italics">Sigismundis</hi> sich einsten eine
                        kurtze Zeit zu <hi rend="italics">Siena</hi> in Welschland auffhielte/
                        verliebte sich einer von seinen Cavallieren/ <hi rend="italics"
                            >Euryalus</hi> genannt/ in eine Jungfrau/ welche <hi rend="italics"
                            >Lucretia</hi> hieß/ und diese wieder in jenen. Als nun des Kaysers
                        Auffbruch geschahe/ und Euryalus mit fort muste/ hat sich Lucretia dermassen
                        darüber betrübet/ daß sie wenig Stunden nach dessen Abschied gestorben. Als
                        diese Post dem <hi rend="italics">Euryalo</hi> zu Ohren kommen/ ist er in
                        Ohnmacht gefallen/ würde auch gleichen Ausgang seines Lebens genommen haben/
                        wenn er nicht durch kräfftige Artzneyen/ und durch das Zureden seiner guten
                        Freunde wäre wieder ermuntert worden.</quote> (Adami, Bd. 2, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00145.html"
                        >S. 104</ref>) </p>
                <p>Die Verhinderung der Liebe führt bei der Frau in wenigen Stunden zu tiefer
                    Betrübnis, also Melancholie oder Depression mit Todesfolge, beim Mann hingegen
                    zu der (sonst meist weiblich konnotierten) physischen Reaktion der Ohnmacht,
                    deren psychische Folgeerscheinungen aber durch Medikamente und Gespräch
                    erfolgreich therapiert werden können. Die theoretischen Grundlagen für diese
                    Zusammenhänge, also für Tod und Heilung, finden sich an anderer Stelle in dem
                    Buch. Dort werden die beobachtbaren Nebenwirkungen des Extremaffekts Liebe
                    aufgezählt – also Antriebsschwäche, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Blässe –,
                    die den Symptomen von Krankheit oder übertriebenem Studium ähneln. <quote>Die
                        Herren Medici</quote> – heißt es weiter zur Begründung – <quote>nehmen ein
                        Zeichen der Liebe bey den Menschen aus dem Schlage des Pulses/ [...] <hi
                            rend="italics">Galenus</hi> behauptet/ dass bey den Verliebten auch die
                        blosse Meynung des abwesenden Liebsten einen hefftigen Schlag und Bewegung
                        der Puls-Ader verursache.</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00684.html"
                        >S. 673f.</ref>) Die Schlussfolgerung am Ende des mit Beispielen
                    angereicherten Eintrages <quote>Vor Liebe gestorben</quote> lautet entsprechend:
                        <quote>Die hefftige Liebe schadet einem solchen Patienten/ so wohl am Leibe/
                        als am Gemüthe.</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00690.html"
                        >S. 679</ref>) Zitiert wird damit das um 1230 entstandene
                            <bibl><title>Compendium medicinae</title></bibl> (ED 1510) des
                    englischen Arztes Gilbertus Anglicus (um 1180- um 1250). </p>
                <p>Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gilt die psychophysische Wechselwirkung – also von
                    den Affekten auf den Körper und umgekehrt von der Physis auf die seelische
                    Disposition – als Selbstverständlichkeit in den theoretischen Debatten. Die
                    folgende kurze Fallgeschichte gibt dafür empirisches Material an die Hand, das
                    auch zu einer vertiefenden literarischen Bearbeitung geeignet wäre. Aus Jacob
                    Daniel Ernsts <bibl><title>Curiöser historischer Blumen-Lese</title></bibl>
                    (1694) übernimmt Misander die Erzählung, </p>
                <p>
                    <quote>daß eine <hi rend="italics">Vestalische oder Heydnische Jungfrau</hi>/ so
                        dem Götzendienst gewiedmet/ auff eine Zeit/ aus hefftiger Liebe gegen einen
                        Jüngling entzündet/ die Gesetze der Keuschheit überschritten/ sich heimlich
                        des Nachts aus ihrem Tempel gestohlen/ und mit ihrem Buhlen/ welchen sie
                        hierzu bestellet/ in unziemlicher Liebe sich ergetzet/ davon gedachter
                        Jüngling/ aus Antrieb hitziger Begierden/ in ihren annoch umschlossenen
                        Armen seinen Geist auffgegeben. Welcher/ als er nach Gewohnheit ihrer Lande/
                        auff einem hierzu auffgerichteten Holtzhauffen verbrennet worden/ diese
                        Jungfrau unerschrocken hinzu getreten/ und mit grosser Standhaftigkeit/ in
                        Gegenwart alles Volcks freywillig zu ihm ins Feuer gesprungen/ sich auch zu
                        Bestätigung ihrer Liebe/ und dass er seyn Leben in ihren Diensten
                        auffgewendet/ zugleich mit ihm verbrennen lassen/ unangesehen berührter
                        Jüngling weder ihr Ehemann/ noch viel lange Jahr mit ihr in guter
                        Freundschafft und Bekanntschafft gelebet/ sondern auff gar wenige Stunden
                        nur ihr Liebhaber und Buhlschafft gewesen. So blind und so thöricht ist die
                        fleischliche Liebe.</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00689.html"
                        >S. 678f.</ref>) </p>
                <p>Die Schlussfolgerung von der törichten und blinden Liebe, die sich aus dem
                    physischen Versagen des Mannes angesichts einer Affektüberflutung oder
                    Überanstrengung beim sexuellen Akt sowie dem wahnsinnig wirkenden Suizid der
                    Frau ergibt, findet sich ganz ähnlich in Christian Thomasius’ fast gleichzeitig
                    erschienener Abhandlung <bibl><title>Von der Artzeney Wider die unvernünfftige
                            Liebe und der zuvorher nöthigen Erkäntnüß Sein Selbst. Oder: Ausübung
                            der Sitten Lehre</title></bibl> (1696). Um der vernünftigen Liebe nach
                    der Sittenlehre zum Sieg über ihr triebhaftes Gegenteil zu verhelfen, entwickelt
                    Thomasius in seinem System der drei Hauptlaster Wollust, Ehrgeiz und Geldgeiz
                    eine <quote>vernünfftige Kunst/ böse Affecten zu dämpffen</quote>, etwa durch
                    Vermeidung schlechter Gesellschaft oder die Suche nach Keuschheit (Thomasius, S.
                    456-488). </p>
                <p>Thomasius diskutiert im Wesentlichen Balancestörungen im Affekthaushalt, die sich
                    aus übersteigerten Liebesaffekten ergeben. Nach dem psychophysischen
                    Erklärungsmuster können Kummer und Gram ebenso wie physische Überlastung für
                    einen Zusammenbruch des vegetativ gesteuerten Hirn-Herz-Kreislaufsystems sorgen,
                    also zu Schlagfluss, Herzversagen, tödlichen Krampfzuständen oder schleichender
                    Auszehrung führen. Misander bietet eine lange Reihe von Beispielen der
                        <quote>Lustseuche</quote> (Adami, Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00699.html"
                        >S. 688</ref>), also letaler Überbeanspruchung beim Vollzug oder in Folge
                    des Beischlafs. <quote>Wie mancher junger Herr hat sich sein Leben durch die
                        übermäßige Weiber-Liebe selbst abgekürzt</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00699.html"
                        >S. 684</ref>), heißt es zusammenfassend. Am Ende der Fallsammlung steht das
                    aus Sprache gebildete emblematische Bild von der durch das Licht angelockten und
                    belustigten Schnake, die selbst dabei verbrennt. Darüber ist die lateinische
                    Inskriptio <quote>Lethalis illa voluptas</quote> zu denken, die Subskriptio
                    lautet: <quote>Einer solchen Lust geniessen/ Macht das Leben gar
                        einbüssen</quote> – oder in Prosa: <quote>Der jenige/ der sich der
                        fleischlichen Wohllust allzusehre ergiebet/ versichere sich/ dass er um
                        zeitliche und ewige Wohlfarth gar leichte kommen kann.</quote> (ebd., Bd. 1,
                        <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00701.html"
                        >S. 690</ref>) </p>
                <p>Wie diese emblematische Kommentierung der Fallgeschichten zeugt die Verwendung
                    von Wettermetaphern zur Beschreibung von Liebestoden von der Anwendung
                    literarischer Strategien. Es ist zu unwahrscheinlich, dass Blitz und Donner
                    häufig in einen <hi rend="italics">locus amoenus</hi> fahren, um dort ein fest
                    umschlungenes Paar zu töten. Die knappen, fast anekdotischen Eintragungen
                    erinnern dabei stark an alchemische Bildgedichte, in denen Prozessabläufe unter
                    Beteiligung von Schwefel und Quecksilber allegorisch als Vereinigung von Sol
                    (Sonne, König) und Luna (Mond, Königin) dargestellt sind. Sonne und Mond
                    verschmelzen dabei miteinander in einem sexuellen Akt (<hi rend="italics"
                        >coniunctio</hi> oder <hi rend="italics">fermentatio</hi>), werden zu einem
                    erstorbenen Leib mit zwei Köpfen (<hi rend="italics">putrefactio</hi>, <hi
                        rend="italics">morteficatio</hi>), aus dem der Geist erst entschwindet (<hi
                        rend="italics">extractio</hi>, <hi rend="italics">fixatio</hi>) und dann
                    wieder zurückkehrt (<hi rend="italics">revificatio</hi>, <hi rend="italics"
                        >sublimatio</hi>) (siehe die Bildtafeln bei <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#telle_bildgedicht_1980">Telle</ref></bibl>, S. 189-251): </p>
                <p>
                    <quote>Anno 1542 wurde ein Mann und Weib/ so mit einander Huren-Schande
                        getrieben/ zu Illmenau in Böhmen von dem Wetter erschlagen/ und sind mit
                        umgeschlossenen Armen gefunden worden. [...] Anno 1331 hat den 8. Augusti
                        ein reicher Bürger zu Glatz/ und eines Goldschmieds Weib mit einander
                        gehalten/ als sie nun beysammen im Bette gelegen/ sind sie mit
                        umgeschlossenen Armen von dem Donner erschlagen worden.</quote> (Adami, Bd.
                    1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00697.html"
                        >S. 686</ref>) </p>
                <p>Die von Misander vorgestellten Störungen im Affekthaushalt oder physische
                    Überbeanspruchungen als Ursachen für Liebestode gewinnen im 18. Jahrhundert
                    literarisch zunehmend an Konjunktur. Der Anthropologe Schiller entwickelt
                    beispielsweise 1782 in dem als wahre ‚Anekdote‘ bezeichneten Erzähldebüt
                            <bibl><title>Eine großmütige Handlung</title></bibl> den
                    Entsagungswettstreit zweier Brüder, die der gleichen Frau in feuriger Liebe
                    ergeben sind, aber dem jeweils anderen den Vortritt lassen wollen. Zunächst
                    entfernt sich der ältere der beiden nach Holland, um dem jüngeren Bruder im
                    Falle des gelingenden Experiments die Geliebte als Frau zu überlassen. Doch der
                    Versuch scheitert nicht an Vorsatz und Willen, sondern an überhitzter
                    Einbildungskraft, kurz: der psychophysischen Begrenztheit des Menschen: </p>
                <p>
                    <quote>Fern von dem Himmelstrich seiner Liebe, aus einer Gegend verbannt, die
                        seines Herzens ganze Seligkeit einschloß, in der er allein zu leben
                        vermochte, erkrankte der Unglückliche, wie die Pflanze dahin schwindet, die
                        der gewalttätige Europäer aus dem mütterlichen Asien entführt und fern von
                        der milderen Sonne in rauere Beete zwingt. Er erreichte verzweifelnd
                        Amsterdam, dort warf ihn ein hitziges Fieber auf ein gefährliches Lager. Das
                        Bild seiner einzigen herrschte in seinen wahnsinnigen Träumen, seine
                        Genesung hing an ihrem Besitze. Die Ärzte zweifelten für sein Leben, nur die
                        Versicherung, ihn seiner Geliebten wieder zu geben, riß ihn mühsam aus den
                        Armen des Todes. Halbverwest, ein wandelndes Gerippe, das erschröcklichste
                        Bild des zehrenden Kummers, kam er in seiner Vaterstadt an – schwindelte er
                        über die Treppe seiner Geliebten, seines Bruders. [...] Ohnmächtig sank er
                        in die Arme des Fräuleins.</quote> (Schiller, S. 4) </p>
                <p>Selbst wenn man von der typisch Schiller‘schen Rhetorik absieht, bleibt der
                    deutliche Befund einer schweren psychosomatischen Erkrankung bestehen. Misanders
                    Beispielsammlung bietet aber auch Material für den umgekehrten Fall, die
                    Untergrabung der Körpermaschine durch physische Ursachen. Ein Kapitel ist
                    Aphrodisiaka gewidmet, die bei falscher Dosierung tödlich wirken können. Uralt
                    ist die Hoffnung, dass in <quote>Kräutern und andern Dingen was stecke/ das die
                        Liebe zu wege bringen könne</quote> (Adami, Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00705.html"
                        >S. 694</ref>). Eine illustrierte Flugschrift mit dem Titel <bibl><title>Der
                            Hochverdient und Wohlbelohnte Greise</title></bibl> (Mitte des 17.
                    Jahrhunderts, Abb. 4) offeriert dem abgebildeten alten, geschwächten Mann etwa
                        <quote>Austern</quote>, <quote>Schnecken</quote>, <quote>Eyer</quote>,
                        <quote>Mannswurzeln</quote>, <quote>Rettich</quote> und
                        <quote>Rapunzeln</quote> (V. 29-34), um ihn <quote>das süsse
                            Manns-Vermögen</quote> (V. 38) wiederzuschenken (<bibl><ref type="bibliography"
                                target="#harms_flugblätter_1_1985">Harms</ref></bibl>, S. 240f.; siehe auch
                            <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#kosenina_verjüngungsmedizin_2012">Košenina 2012</ref></bibl>,
                    S. 355-376).<figure>
                        <head>Abb. 4</head>
                        <graphic url="http://diglib.hab.de/ebooks/ed000156/images/kosenina_4.jpg"/>
                        <figDesc>Der Hochverdient und Wohlbelohnte Greise,
                            illustrierte Flugschrift mit dem Titel (Mitte des 17. Jahrhunderts)</figDesc>
                    </figure> </p>
                <p>In der Frühen Neuzeit wird aber – nicht zuletzt im Zeichen der aufblühenden
                    Alchemie und Chemiatrie – auch mit hoch toxischen anorganischen oder organischen
                    Substanzen experimentiert. In Alexander Popes 1754 in deutscher Übersetzung
                    erschienener Ehebruchsgeschichte <bibl><title>Januarius und Maja</title></bibl>
                    (engl. Original 1709) kommt beispielsweise das aus der spanischen Fliege und
                    verschiedenen Käferarten gewonnene riskante Reiz- und Nervengift Cantharidin zum
                    Einsatz: <quote>Allein zuförderst hielt er es für nöthig, den Beistand
                        anzunehmen, welchen ehrwürdige Aerzte zu geben sich kein Gewissen machen.
                        Satyrion und das heisse Eringo und Cantharides waren bei der Hand; das träge
                        Geblüt anzufeuern, deren Nutzen alte Dichter in wollüstigen Liedern
                        beschreiben, und gelehrte Kunstrichter der neuern Zeiten erklären.</quote>
                    (Pope, S. 26) Cantharidin kann bei Einreibung der Genitalien starke
                    Hautreizungen auslösen und bereits bei Einnahme kleinster Dosen tödlich wirken;
                    Misander warnt entsprechend vor <quote>Liebes-Träncken</quote>, falls <quote>der
                        Teufel das seinige auch darzu contribuir[t]</quote> habe (Adami, Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00705.html"
                        >S. 694</ref>) – falls sie also <quote>aus vergiffteten Kräutern/ und andern
                        verbotenen Dingen/ welche an statt der Liebe Unsinnigkeit/ und gar den Todt
                        zuwege bringen</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00707.html"
                        >S. 696</ref>). </p>
                <p>Aus dem Motiv von Liebesgiften, die Misander in einem eigenen Abschnitt verborgen
                    im biblischen Sündenapfel aufsucht (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00707.html"
                        >S. 696–699</ref>), gestaltet Harsdörffer in seinem <ref
                        target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000174/start.htm"><bibl><title>Grossen
                                Schauplatz Jämerlicher Mordgeschichte</title></bibl></ref>
                    (1649-1652) eine kleine novellistische Szene mit dem Titel <quote>Der
                        Liebesbissen</quote>. Sie handelt von einem deutschen Adligen, der in Neapel
                    der Hetäre Duriclea verfallen ist. Als er nach Hause zurückgerufen wird, will
                    ihn Duriclea kaum ziehen lassen, gibt ihm dann aber zum Abschied wenigstens
                        <quote>allerhand Zuckerwerck/ und schleckerbißlein</quote> mit auf den Weg.
                    Unterwegs schwächelt das Pferd, kann mit den <quote>Liebes-Zelten</quote> aber
                    nicht nur wieder auf die Beine, sondern auch zum unerklärlichen Rücktrab nach
                    Neapel gebracht werden, wo es an Duricleas Tür schlägt und sie bespringen will.
                    Der Reisende ist erleichtert, dass er die ihm zugedachten Liebesbissen selbst
                    nicht angerührt hatte, weil er sonst <quote>gewisslich rasend worden/ und von
                        Sinnen kommen were/ allermassen dergleichen Liebsgetränke und Bulerspeisen
                        solche Würkung zu haben pflegen</quote>. Bemerkenswert ist die Erklärung für
                    diese übernatürliche Wirkung, die mit einem Hund verglichen wird, der Witterung
                    seines Herrn aufnimmt: <quote>Warumb solte dann nicht ein Weib etwas von ihrem
                        Leib (ich will nicht sagen was/) einem Manne beybringen können/ daß er ihrer
                        begehren muss.</quote> Abschließend wird eindringlich vor solcher
                    Sirenen-Gefahr, insbesondere in fremden Ländern, gewarnt: <quote>Viel haben die
                        Weiber verführet/ und in zeitliche und ewige Seelen Gefahr
                        gestürtzet.</quote> (Harsdörffer, S. 103-106) </p>
                <p>Weitaus lebensbedrohlicher als falsch dosierte Aphrodisiaka waren in der Frühen
                    Neuzeit venerische Krankheiten, die man im Falle der Syphilis mit gefährlichen
                    Quecksilberpräparaten behandelte – mit oft tödlicher Folge. Die ausführlichen
                    Sauerbrunnen-Episoden in Grimmelshausens
                        <bibl><title>Simplicissimus</title></bibl> (1669) handeln von solchen
                    langwierigen, nur selten erfolgreichen Therapien. Misander berichtet in einem
                    Abschnitt über Opfer, <quote>Die an der abscheulichen Kranckheit der so
                        genannten Frantzosen gestorben sind</quote> (Adami, Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00911.html"
                        >S. 918-922</ref>). Zwei Züge an dem Artikel sind hervorzuheben, erstens die
                    perfide Idee biologischer Kriegsführung, zweitens das noch mangelhafte Wissen
                    über Infektionswege. Der Name für das Leiden wird auf die legendäre
                    Schamlosigkeit der Franzosen zurückgeführt, hinzu kommt aber eine
                    politisch-geographische Herleitung: <quote>Es haben die jenigen <hi
                            rend="italics">Indianerinnen</hi>/ welche <hi rend="italics"
                            >Columbus</hi> mit nach <hi rend="italics">Neapolis</hi> geführet/ als
                        sie von den Spaniern so sehre geliebet worden/ die Manns-Personen mit
                        angestecket/ hernach sollen die Spanier ihren Feinden/ den Frantzosen/ die
                        schönsten Huren zugeschantzet haben/ dadurch sie denn in Franckreich kommen.
                        Andere <hi rend="italics">Nationen</hi> haben sie ohne Zweiffel daher
                        geholet/ oder sind von ihnen zu uns heraus gebracht worden [...].</quote>
                    (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00912.html"
                        >S. 919</ref>) </p>
                <p>Der offensichtliche Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und Erkrankung nutzt
                    der Verfasser für perhorreszierende Warnungen: Schließlich gelte als gewiss,
                        <quote>daß solchen Unzüchtigen/ beyderley Geschlechts/ die Geburths-Glieder
                        hinweg faulen/ und tode stickende Aeser bey lebendigen Leibe werden.</quote>
                    (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00915.html"
                        >S. 922</ref>) Andererseits scheinen Infektionen keuscher Personen auch für
                    alternative Übertragungswege zu sprechen. Der Vergleich mit der Pest trägt zu
                    dem Verdacht bei, Syphilis könne man auch <quote>in unreinen Betten/ durch
                        Trincken/ oder auff dem heimlichen Gemache bekommen</quote>, insbesondere
                    solche Menschen, die <quote>sich etwan dafür fürchten</quote> (ebd., Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00913.html"
                        >S. 920</ref>). Berichtet werden Fälle von einer Ansteckung mit der Syphilis
                    durch verunreinigte Aderlasswerkzeuge oder unzüchtige Säugammen, die Erreger
                    über das Kind auf die Mutter und weiter auf den Vater übertragen haben sollen.
                    Tatsächlich wirkt das Bakterium Treponema pallidum nicht nur bei sexuellen
                    Kontakten hoch ansteckend, bekannt ist vor allem der Übergang bei Schwangeren
                    auf den Fötus (dazu <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#schonlau_syphillis_2005">Schonlau</ref></bibl>). </p>
                <p>Eine kleine Gruppe von Fällen in Misanders <hi rend="italics">Theatrum</hi> ist
                    Sexualdelikten gewidmet, die als Vorlagen für das im 18. Jahrhundert aufblühende
                    Genre sensationeller Kriminalerzählungen hätten dienen können. Eine
                        <quote>Greuliche Blut-Schande und Unzucht</quote> (ebd., Bd. 2, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575643_00314.html"
                        >S. 281f.</ref>) berichtet etwa von einem verheirateten Leinweber, der mit
                    seiner Schwester ein Kind zeugte, dieses <quote>jämmerlich erwürget</quote>
                    habe, dabei aber von der eigenen Familie <hi rend="italics">in flagranti</hi>
                    ertappt worden sei – <quote>Worauff beyde Blut-Schänder und Mörder eingezogen/
                        die Schwester lebendig begraben/ und ihr ein Pfahl durch den Leib
                        geschlagen/ der Bruder aber an allen Gliedmassen mit dem Rade zerstossen
                        worden</quote> (ebd., Bd. 2, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575643_00315.html"
                        >S. 282</ref>). Solche knappen <hi rend="italics">Relationes facti</hi>
                    greifen Autoren wie August Gottlieb Meißner, Karl Müchler oder Christian
                    Heinrich Spieß aus Schauplätzen, Fallsammlungen und anderen <hi rend="italics"
                        >Histoires tragiques</hi> à la Harsdörffer, François Gayot de Pitaval oder
                        François Rosset auf, um sie literarisch zu variieren und zu modellieren. </p>
            </div>
            <div type="section">
                <head>Literarisierte Fallgeschichten</head>
                
                <p>Misander bringt in seinem <hi rend="italics">Theatrum</hi> nicht nur Todesfälle
                    aller Art zur Aufführung, sondern nutzt dafür auch unterschiedliche literarische
                    Formen – von der nüchternen <hi rend="italics">species facti</hi> über kurze
                    Anekdoten bis zur novellistischen Kurzprosa. Darüber steht die Theatermetapher
                    des Buchtitels, die der Lieddichter und Theologe Georg Serpilius (1668-1728) im
                    ersten der Vorreden-Gedichte weiter ausführt: </p>
                <p><quote>Ein Schau-Platz ist die Welt/ wo selten wohl gespielet/<lb/> Und wo ein
                        Unglücks-Fall den andern überfällt.<lb/> Wohin auch diese Schrifft in jedem
                            <hi rend="italics">Actu</hi> zielet/<lb/> Wohl dem/ ders also macht/ daß
                        er auch Lob erhält!<lb/> Ich zieh den Vorhang auff; G’rad zu giebt gute
                        Renner/<lb/> Es spricht ein ieder schon/ der dieses lesen wird:<lb/> Adami
                        selbsten sey ein Schau-Platz wackrer Männer/<lb/> Er hats recht nett
                        gemacht/ und trefflich wohl <hi rend="italics">agirt</hi>!</quote> (ebd.,
                    Bd. 1, Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00018.html"
                        >S. 1</ref>]) </p>
                <p>Im zweiten Vorreden-Gedicht greift Adami die Theatermetapher auf (<quote>Es
                        stellet uns die Welt/ ein solch <hi rend="italics">Theatrum</hi> vor/ Auf
                        welchen man sonst nichts/ als Lustbarkeiten siehet</quote>, ebd., Bd. 1,
                    Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00019.html"
                        >S. 2</ref>]), um sodann den Tod selbst zum Spielleiter zu erklären:
                        <quote>Hier stellet ebenfalls der Todt/ ein Schauspiel an/ Er geht gantz
                        unvermerckt zu einem und dem andern</quote> (<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00019.html"
                        >ebd.</ref>). Im dritten Gedicht, einem Sonett, heißt es schließlich über
                    diesen <quote>Schau-Platz</quote>: </p>
                <p><quote>Am meisten wird der Todt auff selben auffgeführet<lb/> Der Fälle finden
                        sich so gar viel iederzeit/<lb/> Und die begeben sich hier und auch
                        anderweit/<lb/> So wunderlich wird nun in dieser Welt agiret.</quote> (ebd.,
                    Bd. 1, Vorrede, unpag. [<ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00021.html"
                        >S. 4</ref>]) </p>
                <p>Die <quote>Fälle</quote>, die in der Vorrede auch als ‚Exempla‘ oder ‚Historien‘
                    bezeichnet werden, findet Misander in unterschiedlichsten Quellen, andere
                    Autoren übernehmen sie von ihm oder anderen Überlieferungsträgern. So entstehen
                    Erzählstränge, die durch Variationen, Adaptionen, Übersetzungen, Hinzudichtungen
                    von der nüchternen Form der Chronik oder <hi rend="italics">species facti</hi>
                    entfernen und nach Literarisierung oder Fiktionalisierung streben. Exakte
                    Überlieferungswege solcher Wandergeschichten und Sensationsanekdoten wären erst
                    auf Grundlage einer komparatistischen Datenbank zu rekonstruieren, die derzeit
                    nicht einmal in Anfängen existiert. Es ist aber davon auszugehen, dass nicht nur
                    die prominenten <bibl><title>Causes célèbres et intéressantes</title></bibl>
                    (1735-1743) des französischen Juristen François Gayot de Pitaval Autoren wie
                    Meißner, Schiller oder E.T.A. Hoffmann als Quellenfundus für eigene
                    Kriminalerzählungen diente. <hi rend="italics">Theatra</hi> des 17.
                    Jahrhunderts, die selbst zu den Vorlagen Pitavals zählen könnten, kommen dafür
                    ebenso in Frage. Liegen einzelne Überlieferungsketten erst einmal vor, wie sie
                    jetzt anhand von Karl Müchlers <bibl><title>Kriminalgeschichten</title></bibl>
                    (1792) versuchsweise rekonstruiert wurden (siehe <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#müchler_kriminalgeschichten_2011">Müchler</ref></bibl>,
                            <bibl><ref type="bibliography"
                            target="#müchler_kriminalgeschichten_2011">Košenina 2011</ref></bibl>,
                    S. 255, 270), lässt sich der Prozess der Literarisierung und damit der
                    changierende Übergang von <hi rend="italics">res facta</hi> zu <hi
                        rend="italics">res ficta</hi> exemplarisch belegen. </p>
                <p>Auch Außenseiter wie Misander, alias Johann Samuel Adami, sind an einem solchen
                    ‚literarischen Feld’ zu beteiligen – selbst in der untergeordneten Funktion des
                    Zwischenträgers. Das folgende Beispiel, mit der sich eine juristische
                    Fallgeschichte Ferdinand von Schirachs aus dem Jahre 2010 unmittelbar verknüpfen
                    lässt, mag verdeutlichen, dass die meist nur aus bloßen Aufzählungen bestehenden
                    950 Kapitel immer wieder auch kurze Prosatexte enthalten, denen man literarische
                    Züge nicht absprechen kann. Die Geschichte, die Misander aus Martin Zeillers
                        <ref
                        target="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10739337-9"
                                ><bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl></ref> (1628)
                    übernimmt, handelt von einem Pfarrer, der von seiner Ehefrau systematisch
                    drangsaliert wird, bis er sie schließlich im Affekt erschlägt: </p>
                <p>
                    <quote>Ein kläglicher Fall hat sich vor Zeiten in der untern Pfaltz zugetragen/
                        indem ein Pfarrer ein stutzig/ eigensinnig Weib gehabt/ so ihme/ ihrem
                        Manne/ im geringsten nichts wollen nachgeben. Unter andern merckt er
                        einsmahls/ daß sie ihme seine Studier-Stuben wolte räumen/ fegen oder butzen
                        lassen; welches er/ wegen seines Catharrs oder Schnuppens/ und Haupt
                        blödigkeit/ ihr zu thun verboten. Da er aber ausgehet/ thut sie es
                        gleichwohl. Als er nun heimkömmt/ und das siehet/ so nimmt er das vorige/
                        indem er sich ergrimmet/ zu dem ietzigen/ erwischt ein Beil/ und hauet sein
                        eigen Eheweib in etliche Stücke/ steckt dieselbe in einen Sack/ und macht
                        sich damit auff <hi rend="italics">Creutzenach</hi> zu. Als er sich nun über
                        das Wasser/ die <hi rend="italics">Nahe</hi> genannt/ führen läst/ und das
                        Blut durch den Sack rinnet/ vermeint der Schiffmann/ weil es eben um die
                        Herbstzeit war/ es wären rothe Trauben/ und fraget/ was er damit machen
                        wolle? Sie würden zerdrückt. Der Pfarrer antwortete: Es wären keine Trauben/
                        sondern seiner Frauen die er zerhauen/ Kopff und Stück/ er wolle sie nach
                            <hi rend="italics">Creutzenach</hi> tragen. Der Schiffmann erschrickt/
                        zeigt es an: wiewohl es der Pfarrer selbsten thun wollte. Er wird gefangen/
                        und ob man schon gerne seiner/ als sonsten eines frommen Mannes/ verschonet
                        hätte/ so hat man doch nicht anders gekunt/ als dass man ihme den Kopf
                        abgeschlagen hat.</quote> (Adami, Bd. 1, <ref
                        target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00750.html"
                        >S. 757f.</ref>) </p>
                <p>Die knappe Geschichte, die den Topos der ‚bösen Frau’ bedient (siehe <bibl><ref
                            type="bibliography" target="#rossbach_wissenspoetik_2009"
                        >Roßbach</ref></bibl>), geht über eine spröde juristische <hi rend="italics"
                        >species facti</hi> deutlich hinaus. Mit der nüchternen Aussparung von
                    Handlungsmotivationen ähnelt sie viel eher Johann Peter Hebels grotesk
                    unterkühlten Kalendergeschichten vom Zundelfrieder und Zundelheiner. Der
                    nichtige Anlass eines gegen die ausdrückliche Anweisung gereinigten Zimmers
                    lässt nur ahnen, welche alltäglichen Verletzungen das stutzige, eigensinnige
                    Weib ihrem Ehemann über die Jahre und Jahrzehnte zugefügt haben muss. Anders ist
                    nicht zu erklären, dass dieser ruhige, <quote>fromme</quote> Pfarrer ohne jede
                    Vorwarnung <quote>sein eigen Eheweib in etliche Stücke</quote> haut. Der
                    Kontrast zwischen dieser plötzlichen, höchst grausamen Tat und der aus nur sechs
                    knappen Worten bestehenden Tatschilderung innerhalb einer Aufzählung könnte
                    größer kaum sein. Noch erschütternder ist die Entsorgung der Leichenteile in
                    einem Sack, aus dem das noch frische Blut sickert. </p>
                <p>Wenn es im spannendsten Teil um die fast zufällige Aufklärung des Verbrechens
                    geht, wechselt der Erzähler in die lebendigere und unmittelbarere Form des (in
                    indirekter Rede geführten) Dialogs. Auf die arglose Nachfrage des Fährmanns nach
                    den mutmaßlichen Trauben in dem Sack erwartet der Leser eine geschickte Ausrede
                    des Delinquenten. Völlig überraschend ist der Pfarrer aber sogleich geständig,
                    schließlich wollte er sich in Bad Kreuznach ohnehin selbst anzeigen. Damit wird
                    das Strafbedürfnis des Lesers, der durch die Titulierung des Opfers als
                        <quote>stutzig/ eigensinnig Weib</quote> bereits von Anbeginn positiv für
                    den Täter eingenommen ist, schlagartig vermindert. Der Rezipient teilt ein
                    gewisses Wohlwollen mit der Justiz, die gleichwohl die Exekution veranlassen
                    muss – <quote>hat man doch nicht anders gekunt</quote> heißt es wie zur
                    Rechtfertigung, dass die Gesetze überhaupt angewendet wurden. Nur aufgrund der
                    suggestiven Erzählweise bleibt so bis zum Schluss ein seltsames Mitleid für den
                    grausamen Mörder erhalten, das in der Sache unangemessen und nicht zu begründen
                    ist. </p>
                <p>Ganz ähnlich funktioniert mehr als 300 Jahre später eine kurze
                    Verbrechenserzählung des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach, die sich im
                    Unterschied zu Misander keinen dokumentarischen Quellen, sondern der
                    anwaltlichen Praxis verdankt. Fähner, so der Name des Titelhelden, leidet fast
                    50 Jahre in der Ehe mit einer zankhaften, launischen Frau. Fähner schweigt zu
                    allem, was er ertragen muss. Eines Tages, er ist inzwischen 72 Jahre alt, brüllt
                    seine Frau in den Garten hinaus, <quote>er habe schon wieder vergessen, das
                        Fenster im Gästezimmer zu schließen, er sei einfach nur ein Idiot. Ihre
                        Stimme überschlug sich. Blankes Metall</quote> (von Schirach, S. 14).
                    Nachdem man kurz aus retrospektivem personalem Blickwinkel erfahren hat, was
                    dieser nichtige, keineswegs neue Vorwurf in Fähner ausgelöst haben mag, wechselt
                    die Erzählperspektive in die kühle, distanzierte Sicht eines forensischen
                    Tatbeobachters (der sein Wissen freilich dem Verhör oder Geständnis des
                    Delinquenten verdankt): </p>
                <p>
                    <quote>Als sie die Tür öffnete, nahm Fähner wortlos die Baumaxt von der Wand.
                        Sie stammte aus Schweden, handgeschmiedet, sie war eingefettet und ohne
                        Rost. Ingrid verstummte. Er trug noch die groben Gartenhandschuhe. Ingrid
                        starrte auf die Axt. Sie wich nicht aus. Bereits der erste Schlag, der ihre
                        Schädeldecke spaltete, war tödlich. Die Axt drang mit abgesplitterten
                        Knochenstücken weiter bis in das Gehirn, die Schneide teilte ihr Gesicht.
                        Noch bevor sie zu Boden fiel, war sie tot. Fähner hatte Mühe, die Axt aus
                        ihrem Schädel zu hebeln, er stellte seinen Fuß auf ihren Hals. Mit zwei
                        wuchtigen Hieben trennte er den Kopf vom Rumpf. Der Gerichtsmediziner
                        verzeichnete später siebzehn weitere Schläge, die Fähner benötigte, um Arme
                        und Beine abzutrennen.</quote> (ebd., S. 15) </p>
                <p>Ebenso schockierend wie die Schilderung des Tathergangs ist der Blick auf den
                    Verbrecher unmittelbar nach dem Blutbad. Er bekommt Hunger, wäscht sich, kleidet
                    sich an, ist völlig ruhig, verständigt die Polizei mit den kargen Worten:
                        <quote>Ich habe Ingrid klein gemacht. Kommen Sie sofort.</quote> (Ebd., S.
                    15f.) Wie im Fall aus dem <bibl><title>Theatrum Tragicum</title></bibl> reagiert
                    das Publikum mit Sympathie und Mitleid: <quote>Jeder bedauerte Fähner, jeder
                        ergriff für ihn Partei.</quote> (ebd., S. 16) Die Strafe fällt entsprechend
                    milde aus: drei Jahre Haft, verbüßt im offenen Vollzug. </p>



            </div>
            <div type="bibliography">
                <head>Bibliographische Nachweise und Forschungsliteratur</head>
                <div type="bibliography">
                    <head>Quellen</head>
                    <listBibl>
                        <bibl xml:id="harsdörffer_schauplatz_1656">Georg Philipp Harsdörffer: Der
                            Grosse Schau-Platz jämmerlicher Mord-Geschichte. Nachdr. der Ausgabe
                            Hamburg 1656. Hildesheim, New York 1975, S. 103-106<ptr type="opac" cRef="151617554"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="müchler_kriminalgeschichten_2011">Karl Müchler:
                            Kriminalgeschichten. Aus gerichtlichen Akten gezogen. Mit einem Nachwort
                            hg. v. Alexander Košenina. Hannover 2011, S. 152-154 (Erfassung von
                            Parallelüberlieferungen)<ptr type="gbv" cRef="656770899"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="pope_januarius_2011">Alexander Pope: Januarius und Maja. Mit
                            einem Nachwort hg. v. Alexander Košenina. Hannover 2011, S. 26<ptr type="opac" cRef="672364433"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="reinhold_1778">Jacob Heinrich Reinhold: [Ermittlungsbericht],
                            in: Christiane Karoline Schlegel: Düval und Charmille. Ein bürgerliches
                            Trauerspiel in fünf Aufzügen (1778). Mit dem Ermittlungsbericht des
                            Dresdner Kriminalfalls von 1777 und einem Nachwort hg. v. Gaby Pailer.
                            Hannover 2011<ptr type="opac" cRef="641883986"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="schiller_werke_16_1954">Friedrich Schiller: Werke.
                            Nationalausgabe, Bd. 16: Erzählungen. Hg. v. Hans Heinrich Borcherdt.
                            Weimar 1954, S. 4<ptr type="opac" cRef="125299257"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="schirach_fähner_2010">Ferdinand von Schirach: Fähner, in:
                            Verbrechen. Stories. Zürich 2010, S. 7-19<ptr type="gbv" subtype="main_entry" cRef="767851609"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="schlegel_düval_1778">Christiane Karoline Schlegel: Düval und
                            Charmille. Ein bürgerlich Trauerspiel in fünf Aufzügen. Von einem
                            Frauenzimmer. Leipzig 1778<ptr type="gbv" cRef="684242036"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="thomasius_artzeney_1696">Christian Thomasius: Von der Artzeney
                            Wider die unvernünfftige Liebe und der zuvorher nöthigen Erkäntnüß Sein
                            Selbst. Oder: Ausübung der Sitten Lehre. Halle 1696, S. 456-488 (14.
                            Hauptstück)<ptr type="opac" cRef="667998454"></ptr></bibl>

                    </listBibl>
                </div>

                <div type="bibliography">
                    <head>Forschungsliteratur</head>
                    <listBibl>

                        <bibl xml:id="anonym_schlegel_1774">Anonym: [Rezension zu Schlegels Düval
                            und Charmille], in: Anhang zur Allgemeinen Deutschen Bibliothek, Bd
                            25-36 in 6 Teilbden. Bd. 2 (1774), S. 708f.<ptr type="gbv" subtype="main_entry" cRef="587481927"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="harms_flugblätter_1_1985">Wolfgang Harms (Hg.): Deutsche
                            illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts. Tübingen 1985,
                            Bd. 1, S. 240f. (Nr. I, 112)<ptr type="opac" cRef="03066781X"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="kosenina_kriminalfallgeschichte_2011">Alexander Košenina:
                            Anthropologische Kriminalfallgeschichte. Karl Müchlers Diebstahl aus
                            kindlicher Liebe und Goethes Ferdinand-Erzählung, in: Ders., Carsten
                            Zelle (Hg.): Kleine anthropologische Prosaformen der Goethezeit
                            (1750-1830). Hannover 2011, S. 255-270<ptr type="gbv" cRef="722406533"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="kosenina_verjüngungsmedizin_2012">Alexander Košenina: "Alles
                            ohne Hexerei": Verjüngungsmedizin in Kunst und Literatur seit der Frühen
                            Neuzeit, in: Thorsten Fitzon, Sandra Linden, Kathrin Liess, Dorothee Elm
                            (Hg.): Alterszäsuren. Zeit und Lebensalter in Literatur, Theologie und
                            Geschichte. Berlin 2012, S. 355-376<ptr type="gbv" cRef="682892629"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="rossbach_wissenspoetik_2009">Nikola Roßbach: Der böse Frau.
                            Wissenspoetik und Geschlecht in der Frühen Neuzeit. Sulzbach 2009<ptr type="opac" cRef="587738464"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="schonlau_syphillis_2005">Anja Schonlau: Art. "Syphilis", in:
                            Bettina von Jagow, Florian Steger (Hg.): Literatur und Medizin. Ein
                            Lexikon. Göttingen 2005, Sp. 762-766<ptr type="opac" subtype="main_entry" cRef="390674389"></ptr></bibl>
                        <bibl xml:id="telle_bildgedicht_1980">Joachim Telle: Sol und Luna.
                            Literatur- und alchemiegeschichtliche Studien zu einem altdeutschen
                            Bildgedicht. Mit Text- und Bildanhang. Hürtgenwald 1980, S.
                            189-251<ptr type="opac" cRef="023818727"></ptr></bibl>

                    </listBibl>
                </div>
            

            <div type="bibliography">
                <head>Abbildungsnachweise</head>
                <listBibl>
                    <bibl xml:id="abb_1">Abb. 1: Johann Christoph Hafner: <ref
                            target="http://193.171.60.61/files/0620px/Mg_002_01.jpg">Die Närrsche
                            Eyffersucht der Weiber</ref>,<ref
                            target="http://www.gssg.at/gssg/displayWelcome.do">Graphische Sammlung
                            Stift Göttweig</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="abb_2">Abb. 2: Johann Christoph Hafner: <ref
                            target="http://193.171.60.61/files/0620px/Hb_007.jpg">Die Närrsche
                            Eyffersucht der Männer</ref>, <ref
                            target="http://www.gssg.at/gssg/displayWelcome.do">Graphische Sammlung
                            Stift Göttweig</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="abb_3">Abb. 3: Johann Samuel Adami: <ref
                            target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000078/start.htm">Theatrum
                            Tragicum</ref> (1695), <ref
                            target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10575642_00004.html"
                            >Frontispiz</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="abb_4">Abb. 4: Der Hochverdient und Wohlbelohnte Greise,
                        illustrierte Flugschrift mit dem Titel (Mitte des 17. Jahrhunderts), in:
                        Harms, S. 240f. (Nr. I, 112).</bibl>


                </listBibl>
            </div></div>
        </body>
    </text>

</TEI>
