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<TEI.2>
	<teiHeader>
		<fileDesc>
			<titleStmt>
				<title>Athanasius Kircher an Herzog August den Jüngeren. Lateinische Briefe der Jahre 1650-1666 aus den Sammlungen der Herzog August 
Bibliothek Wolfenbüttel - Transkription und Übersetzung 
                   </title>
				<author>Stäcker, Thomas</author>
				<respStmt>
					<name type="org">Wolfenbütteler Digitale Bibliothek</name>
				</respStmt>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<distributor>Duke August Library, source available at
		    <xref doc="&docurl;">
http://diglib.hab.de/edoc/ed000005/kircher.xml</xref>
				</distributor>
				<publisher>
					<name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel </name>
					<address>
						<street>Lessingplatz 1</street>
						<name type="city">Wolfenbüttel</name>
						<postCode>D-38299</postCode>
						<name type="country">Germany
				</name>
					</address>
				</publisher>
				<date>2002</date>
				<availability status="free">
					<p>Copyright 2003, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</p>
				</availability>
			</publicationStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>
					<author>Kircher, Athanasius</author>
					<title>Lateinische Briefe an Herzog August den Jüngeren</title>
					<date>1650-1666</date>
				</bibl>
			</sourceDesc>
		</fileDesc>
		<encodingDesc>
			<projectDesc>
				<p rend="Ueberschrift">Einleitung</p>
				<p>Die Internet-Publikation von 21 lateinischen Briefen, die Kircher in den Jahren von 1650 bis 1666 an August den Jüngeren, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, gerichtet hat und die sich heute in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel befinden, diente drei Zielen: erstens eine vollständige Transkription auch der von <ref type="primary-1" targType="bibl" target="burckhard">Burkhart</ref> (Historia Bibliothecae Augustae quae Wolfenbuetteli est. Leipzig 1744-46. Vol. I-III) nicht oder nur verkürzt wiedergegebenen Briefe zu bieten, zweitens mit der Übersetzung der lateinischen Briefe den direkten Zugang zum Briefschreiber, Forscher und Menschen Kircher zu erleichtern und drittens mit einer kleinen und überschaubaren Edition einen Prototyp zu konzipieren, der auf der Basis von <xref doc="tei_home">XML-TEI</xref> die besonderen Bedingungen des Internet, vor allem die Möglichkeiten der Einbindung von Originalquellen und die Hypertextualität des Mediums, beispielhaft in einem Bibliothekskontext umsetzt. So sind dem digitalen Faksimile eine Transkription und eine deutsche Übersetzung beigegeben. Von jedem Brief aus kann zudem das englische Regest und der Kommentar eingesehen werden, die <ref type="primary-1" targType="bibl" target="fletcher">John Fletcher</ref> : Athanasius Kircher and Duke August of Brunswick-Lüneburg. A chronicle of friendship. In: Athanasius Kircher und seine Beziehungen zum geelehrten Europa seiner Zeit. Ed. by John Fletcher.  Wiesbaden 1988, p. 99-183,  entnommen sind. Auf eine inhaltliche Einleitung in den Briefwechsel kann dank der Vorarbeiten von Flechter hier verzichtet werden.</p>
				<p> Besonderen Dank schuldet der Autor Dr. Heitzmann (Wolfenbüttel) für seinen jederzeit bereitwilligen und kundigen paläographischen und philologischen Rat. Gedankt sei auch Prof. Leonhardt (Marburg) für die hilfreichen Hinweise zur bis heute leider nicht mit letzter Sicherheit aufzuklärenden Bedeutung von "Diphtera Amasis" und deren angeblicher Verwendung bei Herodot.</p>
				<p>
Hingewiesen sei auf die <xref doc="&kircher_florenz;">Internetedition</xref> der Korrespondenz Athanasius Kirchers am Museum der Geschichte der Wissenschaften in Florenz sowie auf die anlässlich von Kirchers 400jährigem Geburtstag von Strasser/Stäcker konzipierte <xref doc="&kircher_ausstellung;">Internetausstellung</xref> der Herzog August Bibliothek, als deren Bestandteil diese Edition geplant wurde.
</p>
			</projectDesc>
			<editorialDecl>
				<p rend="Ueberschrift">Editorische Hinweise</p>
				<p>Ziel der Edition war, nicht nur eine nach modernem Verständnis gut lesbare, sondern vor dem Hintergrund der Publikation im Internet auch gut recherchierbare Textform anzubieten. Daher wird im Unterschied zu vielen gedruckten Editionen die lesbare normalisierte Form favorisiert. Hierbei wird unterstellt, dass sich spezielle Schreibweisen leicht am digitalen Faksimile überprüfen lassen. Das maßgebliche Interesse lag dabei in der Bereitstellung des Textes, nicht bei sprachgeschichtlichen oder lingustischen Fragestellungen.</p>
				<p>Eine auf XML beruhenden Edition bringt es mit sich, dass die Kodierungs- und Präsentationsebene verschieden sind. Die <xref doc="&docurl;">XML Version</xref> bedarf zur Präsentation im Netz oder einem anderen Medium weiterer, das Layout steuernder Informationen, so dass die Darstellung des Dokumentes von den verwendeten Stylesheets abhängt. Insofern ist grundsätzlich eine ganz andere Darstellung als die hier durch XSLT-Skripte erzeugte HTML Version denkbar und die editorische Beschreibung der Präsentationebene bezieht sich nur auf die hier angebotene HTML-Version, ohne ausschließen zu wollen, dass aus der zugrunde gelegten XML-Kodierungsschicht eine wesentlich andere Darstellung, z.B. für den Druck, generiert werden kann. Details der XML-Kodierung finden sich unter "Hinweise zur Kodierung".</p>
				<p>Für die implementierten Ansichten wurden folgende Stylesheets verwendet: <xref doc="&xsl_biblio;">biblio.xsl</xref> [Übersicht über die von Kircher genannte Literatur; sofern zu ermitteln, mit Link in den hiesigen OPAC], <xref doc="&xsl_comment;">comment.xsl</xref> [Kommentar von Flechter], <xref doc="&xsl_namen;">namen.xsl</xref> [Namensregister; sofern vorhanden, mit Link in den OPAC], <xref doc="&xsl_source;">source.xsl</xref> [Digitalisate der Kircherbriefe], <xref doc="&xsl_transcription;">transcription.xsl</xref> [Transcription mit Links zu erwähnten Werken],  <xref doc="&xsl_translation;">translation.xsl</xref> [deutsche Übersetzung], <xref doc="&xsl_transtrans;">transtrans.xsl</xref>[Transkription und Übersetzung in Gegenüberstellung], <xref doc="&xsl_apparat;">apparat.xsl </xref>[Transkription mit Angaben zu Emendationen, Leseschwierigkeiten oder Normalisierungen; mit Links zum Namensregister], <xref doc="&xsl_transsource;">transsource.xsl </xref>[Transkription und Quellen in Gegenüberstellung], <xref doc="&xsl_sourcesurvey;">sourcesurvey.xsl </xref>[Übersicht über die digitalisierten Briefe]. Für das Layout wird zusätzlich die  CSS-Datei <xref doc="&css_kircher;">kircher.css</xref> verwendet, über die Schriftgrössen oder Farben leicht den jeweiligen Wünschen angepasst werden können.</p>
				<p>Ein kritisches Moment in der Bereitstellung von digitalen Dokumenten ist deren Langzeitverfügbarkeit und Zitierfähigkeit. Da die im Druckzeitalter üblich gewordene Form der Zitierung nach Seitenzahlen wegen der Trennung von Layout und Struktur im elektronischen Dokument nicht mehr verlässlich anwendbar ist, wurde auf die Generierung von Seitenzahlen verzichtet und Referenzadressen auf der Strukturebene kodiert. So ist der Transkription zum Zwecke der Zitierbarkeit eine Zeilenzählung beigegeben. Der Text kann sowohl auf Basis der HTML- als auch XML-Version zitiert werden. Ohne URL z.B. BA-II-5-351, Zeile 5, mit URL, das ganze Werk:  <q>http://diglib.hab.de/edoc/ed000005/start.htm</q>, ein einzelner Brief: <q>http://diglib.hab.de/edoc/ed000005/start.htm?ref=BA-II-5-351</q>. Die Adresse bzw. URL bleibt persistent und kann bedenkenlos auch in gedruckte Publikationen übernommen werden. Zu beachten ist, dass nur ./start.htm persistent ist, andere Teile der Edition, z.B. die Übersetzung (./translation.htm), können sich in der Struktur ändern und sollten nach Möglichkeit nicht zitiert werden. Von der Transkriptionsansicht gelangt man jederzeit auch zu den digitalen Faksimiles, zur Übersetzung oder zum Kommentar. Ggf. erfolgende Änderungen sind unter dem Eintrag Revisionen nachvollziehbar.</p>
				<p>  Bei der Transkription wurden alle Abbreviaturen aufgelöst, die Abbreviatur jedoch annäherungsweise kodiert (s.u. Hinweise zur Kodierung).  Allgemein geläufige formale Kürzungen wie für –que oder –um wurden stillschweigend aufgelöst, verkürzte Anredeformeln wie "Seren." jedoch als solche erfasst. Nicht wiedergegeben wurden – dies ist dem noch nicht zufriedenstellend gelösten Problem der Sonderzeichenkodierung und der Recherche von Sonderzeichen geschuldeter Mangel – diakritische Zeichen, wie Längungszeichen beim Ablativ oder Akzente auf Adverbien (â, è etc.). Auch in diesen Fällen kann jedoch das digitale Faksimile herangezogen werden. Die Lage betreffende Informationen (z.B. Überschriften, Glossen und interlineare Korrekturen) wurden nur in markanten Fällen, nicht aber grundsätzlich vermerkt. Aus genannten Gründen konnte auf penible, im Grund aber immer ungenügende Beschreibungen der Texttopographie verzichtet werden: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Alle editorischen Eingriffe und Bemerkungen lassen sich über die  Transkriptions-Apparat-Ansicht anzeigen. Problematische Stellen sind durch farbige Markierungen gekennzeichnet: Grün bedeutet über 50%, rot unter 50% Sicherheit. Die Ursache der Schwierigkeiten läßt sich ebenfalls in der Transkription-Apparat-Ansicht einsehen. Hinzufügungen, die nicht vom Editor, sondern von Kircher oder von August selbst stammen, z.B. "NB", werden durch geschweifte Kammern charakterisiert: {NB}.</p>
				<p>Sofern vorhanden, wurde die Transkription an <ref type="primary-1" targType="bibl" target="burckhard">J. Burckhard (Historia 
Bibliothecae Augustae quae Wolfenbuetteli est. Leipzig 1744-46. Vol. 
I-III)</ref> und <ref type="primary-1" targType="bibl" target="goeze">Z. Goeze, Ad Augustum D.B. &amp; L. Athanasii Kircheri S.J. Epistolae tres... Osnabrugi 1717,</ref> überprüft.</p>
				<p>Die Übersetzung versucht einen Mittelweg zwischen Texttreue und Lesbarkeit zu finden. In Zweifelsfällen erhielt dabei die Lesbarkeit den Vorzug. Ohne sich auf die Stufe des zeitgenössischen Deutsch begeben zu wollen oder zu können, zielt sie  gleichwohl darauf, durch Verwendung entsprechenden Vokabulars und Periodenbildung den "barocken" Ton des Briefschreibers Kircher zu treffen. Verwendet wurde die neue deutsche Rechtschreibung.
</p>
				<p>Allen Namen (Personen, Orte, Körperschaften) wurden auch normalisierte oder normierte Formen beigegeben, die in der Transkription-Apparat-Ansicht angezeigt werden. Personennamen finden sich zudem im Namensregister, von dem aus via Link direkt in den OPAC der Herzog August Bibliothek verzweigt werden kann. So lassen sich ggf. weitere Titel recherchieren, die mit diesen Personen verknüpft sind. Werke bzw. Titel, die Kircher erwähnt, wurden, soweit möglich, bibliographisch aufgelöst (s.u. Bibliographie). Sofern sich Werke oder Buchgeschenke in der Herzog August Bibliothek befinden, erlaubt ein Link den direkten Sprung in den OPAC der Bibliothek. </p>
			</editorialDecl>
			<refsDecl>
				<p rend="Ueberschrift">Hinweise zur Kodierung</p>
				<p>
Im allgemeinen wird jeder Brief durch eine eigene &lt;div&gt; eingeschlossen, die im n-Attribut die Signatur des jeweiligen Briefes wiedergibt. Unterhalb dieser Ebene finden sich drei &lt;div&gt;-Elemente, deren type-Attribut entweder "Fletcher", "Transkription" oder "Uebersetzung" beinhaltet. 
</p>
				<p>Im einzelnen ist auf Folgendes hinzuweisen:</p>
				<p>Abbkürzungen werden in expandierter Form wiedergegeben. Regelform: &lt;expan attr="Abbreviatur"&gt;expandierte Form&lt;expan&gt;. Die Wiedergabe der Kürzungszeichen erfolgt nicht, es werden nur die als normale Zeichen darstellbaren Buchstaben kodiert. Graphische Besonderheiten können ggf. im digitalen Faksimile überprüft werden.</p>
				<p>
				
Alle Datumsangaben werden im internationalen ISO Format yyyy-mm-dd kodiert, z.B. &lt;date value="1650-01-18"&gt;18 Januarii Anno Jubilaei 1650.&lt;/date&gt;. 
</p>
				<p>Das type-Attribut in &lt;name&gt; wurde wie folgt belegt: "Person", "Ort" und "Körperschaft". In der Regel findet sich eine normalisierte, deutsche Form im reg-Attribut. Für Personen wurde im key-Attribut ein Schlüssel gebildet, dem &lt;item&gt;-Einträge in einer Personenliste im &lt;back&gt; korrespondieren. 
 </p>
				<p>
Mit Hilfe der target-Attribute in &lt;ref&gt; wurde auf eine in einer separaten Datei abgelegte Bibliographie verwiesen. Sofern vorhanden, ist die PPN des jeweils dazugehörigen PICA-Datensatzes im Attribut n kodiert, wodurch ein direktes Link in den OPAC generiert werden kann. Gleiches findet sich bei den erwähnten Personen: soweit sie durch eine eindeutige PPN (Grundlage ist die PND) referenzierbar waren, wurde diese im id-Attribut im Personenregister kodiert, z.B.
&lt;item id="PPN139698205"&gt;   Johann Friedrich (Braunschweig - Lüneburg (Hannover), Herzog; 1625-1679)
 &lt;/item&gt;
</p>
				<p>
Das &lt;index&gt; Tag wurde nach den allgemeinen Usancen der HAB verwendert (s. Seite der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek). Speziell für diese Edition gibt es folgende Sonderformen: &lt;index level1="A-K" level2="Eidechse in Bernstein" index="Geschenk"/&gt; für Sach- oder &lt;index level1="A-K" level2="Buch" index="Geschenk"/&gt; für Buchgeschenke. Dabei bedeutet A-K in level1 "August an Kircher" und K-A "Kircher an August". Wenn ohne Aufwand zu ermitteln, wurde in level3 das Datum der Schenkung vermerkt. Bisher sind diese Informationen zu Geschenken noch nicht in einer eigenen Sicht präsentiert.
</p>
			</refsDecl>
		</encodingDesc>
		<profileDesc>
			<langUsage>
				<p id="de">Deutsch</p>
				<p id="la">Deutsch</p>
			</langUsage>
			<textClass>
				<keywords>
					<term type="gat">Briefcorpus</term>
					<term type="psw">August {Braunschweig-Lüneburg, Herzog}</term>
					<term type="psw">Kircher, Athanasius</term>
					<term type="osw">Wolfenbüttel</term>
					<term type="osw">Rom</term>
					<term type="zswb">1650</term>
					<term type="zswe">1666</term>
				</keywords>
			</textClass>
		</profileDesc>
		<revisionDesc>
			<change n="01">
				<date value="2003-03-12">März 2003</date>
				<respStmt>
					<name>Stäcker, Thomas</name>
					<resp>Autor</resp>
				</respStmt>
				<item>Fehlerhafte Bildzuweisung in BA II 356 beseitigt; 
          letzte Zeile in BA II 365 (Adresse) zusätzlich aufgenommen; Anzeige in biblio.xsl verbessert: Verlängerung des Dokuments,  um zielgenauere Sprünge zu erlauben</item>
			</change>
			<change n="02">
				<date value="2004-10-17">Oktober  2004</date>
				<respStmt>
					<name>Stäcker, Thomas</name>
					<resp>Autor</resp>
				</respStmt>
				<item>Die gesamte Ausgabe wurde gründlich überarbeitet, einige kleine Fehler korrigiert. Sie verläßt damit den prototypischen Status und wird nunmehr als endgültige Edition betrachtet. In der Ansicht gab es einige Verbesserungen und Neuerungen, wie z.B. die "Transkription mit Apparat"-Ansicht und das Namensregister mit Links in den OPAC der Herzog August Bibliothek. Die Einleitung wurde überarbeitet, die Form von Referenzen und Links aktualisiert. Die alte Version bleibt als XML-Datei weiterhin <xref doc="&docurl01;" id="ne_2004-07-30">erreichbar</xref>, sollte aber nicht mehr verwendet werden. Die ursprüngliche URL wurde aus Gründen der Vereinheitlichung mit anderen elektronischen Dokumenten der Bibliothek aufgegeben, allerdings führt nach wie vor ein Link von der alten Adresse auf die jetzige. Möglich ist jetzt auch ein verlässliches Zitieren einzelner Briefe per URL ( vgl. Einleitung).
				</item>
			</change>
                        <change n="03">
				<date value="2005-01-18">Januar 2005</date>
				<respStmt>
					<name>Stäcker, Thomas</name>
					<resp>Autor</resp>
				</respStmt>
				<item>In der Übersetzung wurde Panzer (diphtera) durch Koller ersetzt. </item>
                                <item>Bereinigung einiger fehlerhafter Verlinkungen in der Einführung.</item>
			</change>
		</revisionDesc>
	</teiHeader>
	<text>
		<body>
			<div type="Uebersicht">
				<head>Verzeichnis der Briefe </head>
				<p>
					<xref doc="&i00001;" id="p00001">1650, 18 January (BA II, 5, 351)</xref>
					<xref doc="&i00002;" id="p00002">1651, 4 March (BA II, 5, 353) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00003;" id="p00003">1651, 4 March (BA II, 5, 353) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00004;" id="p00004">1651, 28 July (BA II, 5, 354) </xref>
					<xref doc="&i00005;" id="p00005">1660, 3 January (BA II, 5, 355) </xref>
					<xref doc="&i00006;" id="p00006">1660, 13 June (BA II, 5, 356) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00007;" id="p00007">1660, 13 June (BA II, 5, 356) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00031;" id="p00031">1660, 2 October (3.5 Aug 4°(29)) </xref>
					<xref doc="&i00008;" id="p00008">1663, 20 June (BA II, 5, 358) </xref>
					<xref doc="&i00009;" id="p00009">1664, 31 August (BA II, 5, 359) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00010;" id="p00010">1664, 31 August (BA II, 5, 359) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00011;" id="p00011">1664, 31 October (BA II, 5, 360) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00012;" id="p00012">1664, 31 October (BA II, 5, 360) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00013;" id="p00013">1665, 21 February (BA II, 5, 362) </xref>
					<xref doc="&i00014;" id="p00014">1665, 27 March (BA II, 5, 363) </xref>
					<xref doc="&i00016;" id="p00016">1665, 8 May (BA II, 5, 365) </xref>
					<xref doc="&i00017;" id="p00017">1665, 25 July (BA II, 5, 366) </xref>
					<xref doc="&i00018;" id="p00018">1665, 1 August (BA II, 5, 367) </xref>
					<xref doc="&i00019;" id="p00019">1665, 22 August (BA II, 5, 368) </xref>
					<xref doc="&i00020;" id="p00020">1666, 8 January (BA II, 5, 369) </xref>
					<xref doc="&i00028;" id="p00028">1666, 19 March (6 Noviss. 2° (59/61)) f. 1/3</xref>
					<xref doc="&i00029;" id="p00029">1666, 19 March (6 Noviss. 2° (59/61)) f. 2/3</xref>
					<xref doc="&i00030;" id="p00030">1666, 19 March (6 Noviss. 2° (59/61)) f. 3/3</xref>
					<xref doc="&i00021;" id="p00021">1666, 2 April (BA II, 5, 370) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00022;" id="p00022">1666, 2 April (BA II, 5, 370) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00023;" id="p00023">1666, 10 July (BA II, 5, 371) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00024;" id="p00024">1666, 10 July (BA II, 5, 371) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00025;" id="p00025">1666, 24 July (BA II, 5, 372) f. 1/2</xref>
					<xref doc="&i00026;" id="p00026">1666, 24 July (BA II, 5, 372) f. 2/2</xref>
					<xref doc="&i00027;" id="p00027">1666, 4 September (BA II, 5, 373) </xref>
				</p>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-351">
				<div type="Fletcher">
					<p>I [16500118] 18 January, 1650 </p>
					<p> Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel (HAB): Bibliotheksarchiv (BA) N° 
      351 </p>
					<p> 
      Kircher feels himself drawn to August by "quaedam vis et potestas, et 
      nescio quis magnetismus" and, despite the distance separating them, by 
      "nescio tamen quibus occultae energiae catenis attractum." A covering 
      letter for the Musurgia universalis [Rome, 1650], with the promise to 
      forward later the Obeliscus Pamphilius [Rome, 1650].  </p>
					<p>
      Burckhard I 42-42, 209 II 122-124: Raabe/Schinkel, p. 339.  
      This letter was printed as "Epistola P" in Z. Goeze (ed.), Ad Augustum 
      D.B. &amp; L. Athanasii Kircheri S.J. epistolae tres, in quibus praecipue de 
      eruditorum magnetismo opere Musurgico &amp; Roma, quae Amor et Mora quaedam 
      traduntur. Osnabrück, 1717. Goeze was rector of the school in Osnabrück: 
      see here Burckhard I 35-36.</p>
					<p>
      The copy of the Musurgia universalis in the present Herzog August 
      Bibliothek (1.2. Mus 2°) bears on the engraved title page the entry in 
      Kircher's hand "Serenine Duci Brunsvici donum Authoris."  
      A second North German recipient of the Musurgia was Friedrich III 
      (1597-1659), duke of Schleswig-Holstein-Gottorf, one of whose eight sons 
      (there were also eight daughters) visited Kircher in Rome in 1652. 
      Kircher's letter to him was also written on the 18 January, 1650 (HAB 12 
      Gud. lat. f. 223). Friedrich's grateful letter of acknowledgment (Gottorf, 
      24 September, 1650) is at Pontificia Universitá  Gregoriana, Rome (P.U.G.) 
      556 f. 94: it was quickly followed (Gottorf, 5 November, 1650) by a gift 
      of 200 "imperiales". The exchange of letters between Kircher and Friedrich 
      was printed by J.P. Ludewig, Reliquiae manuscriptorum, Frankfurt a.M., 
      Leipzig and Halle, 1720-1741, V (1723) 385-387: see here too Zedler 22 
      (1739) 1566, "Musurgie". </p>
					<p>
      Other highborn recipients of the Musurgia included Ferdinand Maria, 
      elector of Bavaria (P.U.G. 556 f. 179. Munich, 1650), Octavio Piccolomini, 
      prince of Amalfi (P.U.G. 556 f. 358. Nuremberg, 9 May, 1650), Christina of 
      Sweden (P.U.G. 568 f. 238. Amsterdam, 4 November, 1650) and Leopold of 
      Austria (P.U.G. 561 f. 165. Valenciennes, 17 June, 1650).  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00001"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime Princeps
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>A quo tempore virtutum tuarum fama, non prosapia minus, quam sapientiae splen<lb n="3"/>dore et magnificentia propagata in hoc orbis theatro personuit; earundem abdita <lb n="4"/>quaedam vis et potestas, et nescio quis magnetismus tantum animo meo praevaluescant. <lb n="5"/>ut vel hominem caeteroquin tibi ignotum et longa locorum intercapedine dissitum <lb n="6"/>nescio tamen quibus occultae energiae catenis attractum me serenissimo conspectui tuo <lb n="7"/>stiterint: dum opus hoc <ref target="PPN151522758">Musurgicum</ref> Celsitudini vestrae exhibeo ingenio tuo sane <lb n="8"/>Regio etsi indignum ex affecto tamen intimo, quo in literatos ac sapientiae fama <lb n="9"/>commendatos Principes feror, oblatum  haud displiciturum confido. Inveniet ni fallor <lb n="10"/>Celsitudo vestra, <unclear reason="event. auch: qua" cert="90">quo</unclear> laudabilem et Principe dignam ingenii sui curiositatem satiet. <lb n="11"/>habebit in hoc, quo curas severiores consono -dissonorum miscella temperet. <lb n="12"/>Tuarum itaque partium erit, eo illam acceptare affectu, quo author exhibet. Quod <lb n="13"/>si Serenitati Vestrae haud displicuisse comperero, operam dabo; ut <ref target="PPN133510530">obelisci, hoc <lb n="14"/>anno in Urbe erecti, interpretationem</ref>, specimen novum a bis mille annis ab omnium <lb n="15"/>seculorum Philologis ardenter desideratum, pari affectus pronitate, transmittam. Quod, <lb n="16"/>dum facio, nihil restat, nisi ut a Deo <expan abbr="Opt. Max.">Optimo Maximo</expan> Tibi quidem Princeps Inclyte, prospe<lb n="17"/>ritatis abundantiam, mihi vero ab utroque &amp; gratiae &amp; benevolentiae continuationem, obtineam. <lb n="18"/>Vale sapientiae Decus, Germaniae Columen &amp; Principum Idea.
</p>
					<closer>
						<lb n="19"/>Romae <date value="1650-01-18">18 Januarii Anno Jubilaei 1650.</date>
						<lb n="20"/>Serenitatis vestrae
<lb n="21"/>humillimus Servus
<lb n="22"/>Athanasius Kircherus
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p> Durchlauchtigster Fürst,</p>
					<p>
von der Zeit an, da der Ruf Eurer Tugenden, sich durch Eurer Geschlecht nicht weniger, als durch den Glanz und Größe Eurer Weisheit verbreitete und in diesem Erdkreis zu ertönen begann, gewann deren verborgene Kraft und Macht und eine Art 
Magnetismus so sehr Gewalt über mich, dass sie sogar einen dir sonst 
unbekannten und durch große räumliche Entfernung getrennten Menschen, mich, doch 
auf irgendeine Art, angezogen von Ketten verborgener Energie, vor Dein 
durchlauchtes Antlitz bannten. Indem ich dies Musurgische Werk eurer Hoheit darbiete, vertraue ich darauf, dass es euch nicht mißfallen wird. Obzwar es eurem königlichen Genius unwürdig ist, so ist doch aus tiefstinnerstem Gefühl entgegengebracht, das mir gelehrte und dem Ruhm der Weisheit ergebene Fürsten einflössen. Wenn ich mich nicht täusche, wird eurer Hoheit finden, womit sie die lobenswerte und einem Fürsten würdige geistige Neugier befriedigen wird. Sie wird darin etwas besitzen, womit sie die ernsteren Sorgen durch die Mischung von Ein-und Mißklang mäßigt. Es wird an Euch liegen, jene Mischung mit diesem Gefühl zu empfangen, mit dem der Autor sie darbot. Wenn ich erfahre, dass sie eurer Durchlaucht nicht mißfallen hat, werde ich mich bemühen, eine Übersetzung des in diesem Jahr errichteten Obelsiken, ein neues seit 2000 Jahren von den Philologen aller Zeitalter aufs sehnlichste erwünschte Exemplar, mit der gleichen 
hingebungsvollen Zuneigung zu übermitteln. Indem ich dies tue, bleibt mir nichts, als dass ich für dich, berühmter Fürst, vom besten und höchsten Gott, Überfülle an Wohlergehen, für mich aber von beiden weiter Gnade und Wohlwollen erhalte. Lebe wohl, Zierde der Weisheit, Stütze Deutschlands und Vorbild der Fürsten.</p>
					<p>Rom, 18. Januar 1650.</p>
					<p>Euer Durchlaucht untertänigster Diener, Athanasius Kircher</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-353">
				<div type="Fletcher">
					<p> 
      3 [16510304] 4 March, 1651</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>   
      HAB: BA N° 353  </p>
					<p>

      Kircher compares his relationship to August with, following Herodotus, 
      that of Amasis, king of Egypt, and Polycrates. He praises the intellectual 
      finesse of August's letter and develops further its reference to Plutarch. 
      He promises the immediate dispatch of the Obeliscus Pamphilius and 
      unsubtly draws August's attention to the generosity of Ferdinand III in 
      subsidising, with 3000 scudi, the printing costs of the 2000-page Oedipus 
      Aegyptiacus.</p>
					<p>Burckhard II 124-125 (dates the letter as 4 May).  
      This letter was printed as "Epistola II" (4 May) in Z. Goeze (ed.), Ad 
      Augustum (see N° 1 above).
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00002"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime Princeps
 <lb n="2"/>
						<expan abbr="Dne">Domine</expan>Clementissime
</opener>
					<p>
						<lb n="3"/>
						<name type="Person" reg="Amasis">Amasis Rex Aegypti</name>, ut suum erga <name type="Person" reg="Polycrates">Polycratem</name> virum sapientissimum <lb n="4"/>ardentem amoris et benevolentiae affectum vividius  exprimeret Diphteram <lb n="5"/>
						<name type="Person" reg="Herodotus">Herodoto</name> teste ad eum misisse fertur, tanto phrigiae acus arteficio ador<lb n="6"/>natam, tam ingeniosa literarum, sub variis sacrarum animantium formis ex<lb n="7"/>hibitarum textura digestam elaboratamque, ut et oculi, quo tanta rerum <lb n="8"/>varietate oblectarentur et intellectus, quo ad tam insolentis et mysteri<lb n="9"/>osi operis structuram distinerentur, copiosum haberent argumentum, adeoque <lb n="10"/>in diverbium emanarit <term>Diphtera Amasis</term> iis potissimum attributum, qui <lb n="11"/>suos in 
clientes ardentioris praebent benevolentiae et cordintimae affectionis <lb n="12"/>indicia. Idem ego Serenissime Princeps de tuis non ita pridem ad me <lb n="13"/>transmissis literis, omni humanitatis genere instructissimis, affirmare ausim. <lb n="14"/>Quas simul ac aperui, fateor, ad tam mirificos characterum ductus <lb n="15"/>et oculos, et ad tam arcanam epistolae structuram intellectum, haud pa<lb n="16"/>rum haesisse attonitum: dum singula pensiculatius trutinando, eane ma<lb n="17"/>iori styli elegantia, an ductuum characteristicorum venustate constaret, <lb n="18"/>dispicere non valuerim; conclusi tandem ejus hujusmodi thema condi<lb n="19"/>tionis esse, ut non nisi ab insigni quopiam Sapientiae Genio dictatum, <lb n="20"/>unanimi vero Charitum conspiratione exaratum, videri possit. Vicisti me <lb n="21"/>sapientissime Princeps, vicistime, atque  adeo quidem ingeniosa illa benevolen<lb n="22"/>tiae tuae significatione tibi me devinxisti; ut exinde totum tui me, et juris, <lb n="23"/>et aeris ex aequo feceris. Nec mirum, cum, ut prudenter quoque <name type="Person" reg="Plutarchus">Plutarchus</name>  adver<lb n="24"/>tit magnarum mentium Tui similium proprium sit, pusillorum levidensia, et quan<lb n="25"/>tumvis tenuis Minervae opera magni facere, depraedicare, eorumque conatus aliquid magni <lb n="26"/>esse putare, tum ad eos in diffidentiae semita nutabundos, exstimulandos; tum ad alios <pb corresp="p00003"/>
						<lb n="27"/>in bonarum artium exemplum trahendos. Cum itaque haud absimili aestimationis censu <lb n="28"/>Tuae iam dudum innotuerim Celsitudini; meum erit, operam meam eo tibi pacto comprobare <lb n="29"/>ne tuus in me meaque aestimationis conceptus irritus fuisse videatur; satagam vero cum<lb n="30"/>primis ut semper quodpiam, qualecunque illud tandem studiorum meorum emolumentum, <lb n="31"/>veluti benigna Serenitatis vestrae exstimulatione protrusum capias. Unde <ref target="PPN133510530">Obeliscum <lb n="32"/>Pamphilium</ref>, in meae erga clementiam vestram observantiae veluti arrham quandam pro<lb n="33"/>xima oportunitate transmitto; donum tametsi perspicacissimo <expan abbr="Cels.">Celsitudinis</expan> vestrae ingenio dispar <lb n="34"/>minime tamen illud, si affectum, quo offertur, ponderes, displiciturum confido; <unclear reason="event. dum" cert="80">c</unclear>um <lb n="35"/>id, nescio sane, maiorine meo merito, an caesaris benignitate et clementia, eam in Augustae <lb n="36"/>maiestatis oculis gratiam invenerit, ut <ref target="PPN329753401">Oedipum</ref> opus 20 annorum lucubratione elaboratum, suis <lb n="37"/>sumptibus summa sane liberalitate, et Caesarea mente digna munificentia, quantocyus praelo subdi <lb n="38"/>praeceperit; Quod mox ac praelo omnibus numeris absolutum, manumissum fuerit, Tuae serenitati <lb n="39"/>propediem summae meae in Celsitudinem vestram affectionis testem transmittere non omittam. Quod <lb n="40"/>si in praediviti tuo librorum gazophylacio ad exornandum hieroglyhice instaurationis opus <lb n="41"/>quicquam reconditum fuerit, aliquam mihi occasionem oblatam gaudebo, ut quanta Augusta illa <lb n="42"/>tua in iis, quae bonum commune concernunt, rebus communicandis liberalitas, quantus in bono <expan abbr="Reip.">Reipublicae</expan>
						<lb n="43"/>Literariae promovendo zelus fuerit et sollicitudo, posteritati comprobare valeam; Porro Deum <lb n="44"/>
						<expan abbr="Opt. Max.">Optimum Maximum</expan> supplex oro, ut Celsitudinem vestram bono communi natam diu superstitem servet. <lb n="45"/>Vale decus literarum et sapientum Principum speculum et me meaque ut cepisti, clementiae <lb n="46"/>tuae radiis fovere et animare ne desinas. </p>
					<closer>
						<lb n="47"/>Romae <date value="1651-03-04">4 martii 1651</date>.
<lb n="48"/>Serenitatis vestrae <lb n="49"/>humillimus et indignus servus. 
<lb n="50"/>Athanasius Kircherus. 
<lb n="51"/>
						<expan abbr="MP" cert="80">Manu propria</expan>
					</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Fürst, gnädigster Herr</p>
					<p>
Vom ägyptischen König Amasis wird berichtet, dass er, um seinem für den Weisen 
Polykrates entbrannten Gefühl der Liebe und des Wohlwollens lebendiger Ausdruck zu geben, diesem, nach dem Zeugnis des Herodot, ein <unclear reason="Wortbedeutung unklar" cert="70">Koller</unclear> geschickt habe, geschmückt mit einem solchen Kunstwerk Phrygischer Nadel sowie gewirkt und ausgearbeitet mit einem so geistreichen Geflecht von Buchstaben, die in verschiedenen Formen von heiligen Tieren dargestellt waren, dass sowohl die Augen reichlich Material fanden, wodurch sie wegen einer solchen Vielfalt der Dinge entzückt wurden, als auch der Verstand, der hinsichtlich der Gliederung des so ungewöhnlichen und geheimnisvollen Werkes gefesselt wurde; und so wurde der Koller des Amasis sprichwörtlich für solche, die gegenüber ihren Anhängern ein brennendes Wohlwollen und herzinnigste Zuneigung erzeigen. Dasselbe möchte ich, durchlauchtigster Fürst, wagen hinsichtlich deiner mir vor kurzem zugegangenen Briefe zu behaupten, die mit allen erdenklichen Bildungsgütern ausgestattet sind. Ich bekenne, sobald ich sie geöffnet hatte, fesselten sie nicht geringer sowohl die Augen an die so wunderbaren Schriftzüge, als auch den in Staunen versetzten Verstand an die so geheimnisvolle Gliederung des Briefes. Indem ich nicht durch genaues Abwägen vermochte zu unterscheiden, ob es jeweils auf einer größeren Eleganz des Stiles oder der Anmut der Schriftzüge beruhe, schloss ich schließlich, dass der Gegenstand von einer solchen Beschaffenheit sei, dass er nur als von einem herausragenden Genius der Weisheit diktiert, aber in einmütiger Verschwörung mit den Chariten verfasst angesehen werden könne. Du hast mich besiegt, weisester Fürst, du hast mich besiegt, und so sehr hast du mich dir durch jene geistreiche Bezeigung deines Wohlwollens verbunden, dass du mich hierauf ganz nach Recht und Billigkeit zu dem deinigen gemacht hast. Und es ist nicht verwunderlich, wenn, wie auch unser Plutarch klug bemerkt, es großen Geistern wie dem deinen eigentümlich ist, geringwertige Nichtigkeiten und wie auch immer geartete Werke einer ärmlichen Minerva hochzuschätzen, zu rühmen und deren Bemühung für irgendetwas Bedeutendes zu erachten, teils, um die einen, die auf dem Pfad mangelnden Zutrauens schwanken, anzuspornen, teils, um die anderen zum Vorbild der schönen Künste zu bestimmen. Wenn ich daher vor einer Weile von deiner Hoheit ein nicht unähnliches Werturteil erfuhr, dann wird es an mir liegen, dass mein Werk es auf eben diese Weise dir bekundet, um den Begriff deiner Schätzung gegen mich und das meinige nicht zu beieinträchtigen. Ich will aber vor allem Sorge tragen, dass du immer jedwedes und -geartetes Ergebnis meiner Studien, da es gleichsam durch den wohltätigen Ansporn eurer Durchlaucht befördert wurde, erhältst. Daher übersende ich bei nächster Gelegenheit den "Obeliscus Pamphilius" als gleichsam Unterpfand meiner Ehrerbietung für die mir erwiesene Gnade; ich bin zuversichtlich, dass dies Geschenk, selbst wenn es dem scharfen Geist Eurer Hoheit unangemessen ist, dennoch keineswegs missfallen wird, wofern Sie nur die Zuneigung, mit dem es dargebracht wird, in Erwägung zieht. Wenn es, ich weiß freilich nicht, ob eher durch mein Verdienst oder durch das Wohlwollen und die Milde des Kaisers, Gnade in den Augen der ehrwürdigen Majestät findet, dass sie veranlasst, den in 20 Jahren ausgearbeiteten "Ödipus" dank der dem kaiserlichen Sinn würdigen Freigiebigkeit und Großzügigkeit auf ihre Kosten so schnell wie möglich zu drucken und, sobald alle Exemplare gedruckt sind, es zur Veröffentlichung freizugeben, dann werde ich nicht säumen, es in den nächsten Tagen als Zeuge meiner Zuneigung zu Eurer Hoheit zu übersenden. Wenn aber in Deiner überaus reichen Bücherschatzkammer zum Schmuck ein Werk über die Wiedererlangung der Hieroglyphen aufbewahrt werden wird, dann werde ich mich über die gebotene Gelegenheit freuen, der Nachwelt beweisen zu können, wie umfangreich Deine verehrenswerte Freigiebigkeit im Mitteilen derjenigen Dinge, die das Gemeinwohl betreffen, wie groß der Eifer und die Sorge, das Gut der Respublica literaria zu befördern, gewesen ist. Im übrigen bitte ich den allmächtigen Gott, dass er Eurer Hoheit zum Nutzen für das Gemeinwohl ein langes Leben bewahre. Lebe wohl, Zierde der Wissenschaft und Spiegel der weisen Fürsten, und lasse nicht ab, mich und das meinige, wie du begannst, mit den Strahlen deiner Mildtätigkeit zu wärmen und zu beleben.</p>
					<p>Rom, 4 März 1651</p>
					<p>Eurer Durchlaucht untertänigster und unwürdiger Diener,</p>
					<p> Athanasius Kircher.</p>
					<p>Eigenhändig. </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-354">
				<div type="Fletcher">
					<p>4 [16510728] 28 July, 1651</p>
					<p>Athanasius Kircher to Duke August. </p>
					<p>HAB: BA N° 354  </p>
					<p>The bearer of these lines is Friedrich Calixtus, "dolet is, doleo et ego tam ex abrupto eius ab Vrbe discessum: exiguo tempore hic moratus est". 
Calixtus has had little opportunity to see the sights of Rome: "... nec 
mirum: Roma, si angramma (sic) spectes, et Amor et Mora est". At least one 
year is required to see Rome properly. Calixtus will deliver the Obeliscus 
Pamphilius and will report more news in person.  
Burckhard II 125-126. This letter was printed as "Epistola III" in Z. Goeze (ed.), Ad Augustum (see N° 1 above). </p>
					<p>Friedrich Ulrich Calixtus (1622-1701), who became professor of theology in Helmstedt in 1650, stayed in Rome from the 14 June to the end of July, 

1651. He took part in various theological discussions with Kircher and was 
frequently conducted by Kircher in and around Rome. He could admire in the Museum "eine Syrische Uebersetzung der Evangelien" [see N° 51 below)] and noted: "[Kircher] geht jetzt damit um, eine Kunst zu erfinden, Briefe in einer Sprache zu schreiben, die, andern nicht, und nur dem bekannt ist, der das Geheimniß weiß: wie er denn schon ein ähnliches Probestück in Ansehung der Musik erdacht hat, daß jemand, ohne in der Tonkunst erfahren zu seyn, allerhand Stücke komponieren kann". See F.U. Calixtus, Auszug aus der handschriftlichen lateinischen Beschreibung einer Reise des vormaligen Gottesgelehrten F. U. Calixtus in J. Bernoulli, Sammlung kurzer Reisebeschreibungen. Berlin and Leipzig, VII (1782) 169-320, here pp. 277, 281-283, 285, 290-295, 296-297, 299, 300-301, 304.  </p>
					<p>In a letter (Rome, 14 August, 1651 [sic]) to duke August, Calixtus describes his activities in Rome, deprecates however the various attempts at conversion made by, amongst others, Athanasius Kircher.   
     </p>
					<p>This letter is printed in Burckhard at III 26-127.</p>
					<p> 
      Similar attempts, we may note, are chronicled by Siegmund von Birken, who 
      saw however (this was in 1660-1661) such approaches in a less threatening 
      light: see his Hoch Fürstl. Brandenburgischer Ulysses, Bayreuth, 1669 and 
      1676, pp. 315-316. But we should also note here Kircher's ire at "Ulysse 
      Brandenburgico" expressed in a letter (7 February, 1672) to the sometime 

      rector of the Papal Seminary in Fulda, Vitus Erbermann (Trophaea Romana S. 

      Catholicae Ecclesiae. Mainz, 1672, pp. 195-198, here p. 196).  
      The unswerving loyalty expressed by Calixtus towards his church and 
      against his Roman hosts was eulogised still at his death, in the January 
      of 1701: see here Programma in funeri F. U. Calixti, Helmstedt, [1701], p. 
      [12] and J. Fabricius, F. U. Calixti memoria oratione parentali 
      repraesentata, Helmstedt, 1701, p. 22.  
      The title page of the Obeliscus Pamphilius in the Herzog August Bibliothek 
      (66. 1. Quodl. 2°) has in Kircher's hand: "Serenissimo Principi Augusto 
      Duci Brunsvic.sis et Luneburg.sis Author".  
       </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00004"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime Princeps  
      </opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Lator harum <name type="Person" reg="Calixt, Friedrich Ulrich" key="PPN133384292">
							<expan abbr="D.">Doctor</expan> Fridericus Callistus</name>, nomine et re, omni virtutum <lb n="3"/>genere clarus, causa fuit, ut secundis hisce litteris Serenitatem vestram <lb n="4"/>denuo interpellarem, et sicuti is Celsitudini vestrae comendatissimus est; <lb n="5"/>ita merito in meo singularium amicorum albo haud infimum locum invenit. <lb n="6"/>Dolet is, doleo et ego, tam ex abrupto eius ab Urbe discessum; exiguo tempore <lb n="7"/>hic moratus est, quo inter innumera visu et observato dignissima, pauca <lb n="8"/>tantum vidit. nec mirum, <name type="Ort" reg="Rom">Roma</name>, si <term>Anagramma</term> spectes, et Amor, et Mora <lb n="9"/>est; Rerum pulcherrimarum spectatoribus non usquequaque satisfit; nisi stu<lb n="10"/>dioso amori accesserit mora, qua singula exacte discernere possint. <lb n="11"/>Unus annus ad minus requiritur, ad omnia antiquitatis, qua sacrae, qua profanae, <lb n="12"/>
						<term>monumenta</term>, ceteraque raritatis, curiositatisque argumenta, rite perlustranda. <lb n="13"/>Susceperam eum iam in rerum Serenitatis Vestrae communicandarum discipulum; <lb n="14"/>sed sors non tulit, ut quae eidem communicanda decreveram, complerem. <lb n="15"/>Portat is secum <ref target=" PPN133510530">Obeliscum Pamphilium</ref>, quem et in meae erga <expan abbr="Ser. V."> Serenitatem Vestram</expan> humi<lb n="16"/>lis observantiae testem deponet. Ubi <ref target="PPN329753401">Oedipus</ref>, quem iam <name type="Person" reg="Ferdinand III." key="PPN14741492X">Caesaris</name> iussu et <lb n="17"/>sumptibus luci paro, a praelo exierit, faciam, ut propediem unum trium tomorum <lb n="18"/> ad <expan abbr="Ser. V.rm">Serenitatem Vestram</expan> exemplar destinetur. Caetera ipse oretenus referet. Nihil igitur <lb n="19"/>restat, nisi ut <expan abbr="Ser.">Serenitatis</expan> Vestrae cum tota gloriosa sua domo divinae protectioni commendem, <lb n="20"/>hoc unicum desiderando, ut me solito suo favore et gratia porro fouere non de<lb n="21"/>sistat. Vale seculi nostri Decus, et literatorum principum exemplar. 
 </p>
					<closer>
						<lb n="22"/>Romae <date value="1651-07-28">28 Julii 1651</date>
						<lb n="23"/>
						<expan abbr="Serenis.mae Celsitud.nis V.rae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="24"/>Servus humillimus  
 <lb n="25"/>Athanasius Kircher 
 </closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Fürst</p>
					<p>Der Überbringer dieser Zeilen, der sowohl dem Ruf als der Sache nach in 
jeder Tugend berühmte Dr. Friedrich Calixt war die Ursache, dass ich 
eurer Durchlaucht erneut mit einem zweiten Brief behellige; und so wie dieser 
eurer Hoheit empfehlenswert ist, so fand er mit Recht in meinem Stammbuch 
einen nicht geringen Ort für besondere Freunde. Er wie auch ich bedauern seine so plötzliche Abreise aus Rom. Kurze Zeit hat er sich hier aufgehalten, in der er von den zahllosen Sehens- und Betrachtungswürdigkeiten nur wenige sah. Und es ist nicht verwunderlich, Rom [Roma], wenn man das Anagramm betrachtet, bedeutet sowohl Liebe [amor] als auch Verweilen [mora]. Die Betrachter der schönsten Dinge wird es nicht gänzlich zufrieden stellen, es sei denn, dass zur studierenden Liebe das Verweilen hinzutritt, wodurch sie das einzelne genau unterscheiden können. Ein Jahr ist mindestens erforderlich, um alle Monumente des Altertums, seien es sakrale oder profane, und die übrigen seltenen und interessanten Dinge gebührlich in Augenschein zu nehmen. Ich nahm ihn nun als 
Schüler auf für die Dinge, die er eurer Durchlaucht mitteilen sollte. 
Aber das Schicksal litt es nicht, dass ich vollendete, was ich beschlossen 
habe, ihm mitteilen zu müssen. Er trägt den "Obeliscus Pamphilius" 
mit sich, den er auch als Zeuge meiner demütigen Ehrerbietung für eurer Durchlaucht aufbewahren wird. Sobald der Oedipus, den ich soeben auf Veranlassung und Kosten des Kaisers  für die Veröffentlichung vorbereite, gedruckt ist, werde ich dafür sorgen, dass in den nächsten Tagen ein Exemplar der drei Bände zu eurer Durchlaucht gesandt wird. Das übrige wird er selbst in eurer Gegenwart berichten. Es bleibt mir daher nichts, als dass ich eurer Durchlaucht mit seinem ganzen ruhmreichen Hause dem göttlichen Schutz anempfehle, indem ich einzig dies wünsche, dass er nicht ablässt, mich auch weiterhin mit seiner gewohnten Gunst und Gnade zu unterstützen. Lebe wohl, Zierde unseres Zeitalters und Vorbild für die gelehrten Fürsten.</p>
					<p>Rom, 28. Juli 1651.</p>
					<p>Eurer Durchlaucht untertänigster Diener</p>
					<p>Athanasius Kircher       
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-355">
				<div type="Fletcher">
					<p>  
      9 [16600103] 3 January, 1660 </p>
					<p>Athanasius Kircher to Duke August. </p>
					<p>HAB: BA N° 355  </p>
					<p>Kircher has received the exquisite "in electro ludentis Naturae miraculum" sent by August for the Museum. He will exhibit it there, enclosed in a silver capsule, to the eternal glory of its donor. Everyone who sees it is 
overcome with wonder. As for August's portrait, that too will be shown 
"primo Musaei loco".  Burckhard II 130 </p>
					<p>
</p>
					<p>The eternally imprisoned member of the Lacertidae is described and illustrated in Buonanni (p. 215) and Sepi (p. 44a). The same illustration is to be found in the Mundus subterraneus (Amsterdam, 1664. II 76) where 
the donor is referred to as "Serenissimus Augustus Dux B. &amp; L., Princeps 
omni scientiarum genere, raro exemplo, excultissimus...". Burckhard (I 
209-210) locates this gloss in the Musurgia universalis (Rome, 1650). In 
the present library's copy (2. 1. Phys. 2°) of the 1664 Mundus 
subterraneus we find in the margin next to the illustration a decisively 
ducal "N.B."  </p>
					<p>The "lizard within amber" was seen displayed in Kircher's Museum on a 
 bitingly cold 19 December, 1663 by the English traveller Philip Skippon: 
 see his "An account of a journey made thro' part of the Low Countries, 
 Germany, Italy and France" in A. and J. Churchill, Collection of voyages 
 and travels. London, 1704, 1736, 6 vols. VI 359-736, here p. 673.  
 In 1870 the Museo Kircheriano become the property of the Italian state. 
 There is no trace of August's gift to Kircher in either E. de Ruggiero, 
 Guida del Museo Kircheriano, Rome, 1879 (pp. 21-22: "oggetti d'ambra") or 
 in Ruggiero's Catalogo del Museo Kircheriano, Rome, 1878 (pp. 228-237: 
 "oggetti varii d'oro, argento, bronzo e ambra"). In the latter work 
 (p.xi.) Ruggiero notes: "... per dieci anni dopo la morte del Kircher, il 
 disordine, la dispersione e l'abbandano avean regnato nel suo Gabinetto. " 
 </p>
					<p>
In Sepi (p. 7a and b) we read of a veritable clutter of portraits at the 
entrance to Kircher's Museum. They included "effigies Augusti Principis 

Lunaeburgensis &amp; Brunsvicensis Musaei Kircheriani Benefactoris ... 
Ferdinandi Alberti Dueis Augusti filii" (see too Buonanni, p. 318).  
</p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00005"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime Princeps et Dux.  
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Accepi tandem singulare et eximium <index level1="A-K" level2="Eidechse in Bernstein" index="Geschenk"/>in Electro ludentis Naturae miraculum, <lb n="2"/>quo Serenissima Vestra Celsitudo humilis et pauperis Servi sui Musaeum cohonestare non <lb n="3"/>est dedignata; Unde illi tam eximae benevolentiae tanto obstringor abundantius, <lb n="4"/>quanto pluris facienda est tanti Principis humanitas sincerusque in immeritum <lb n="5"/>Seruum suum adfectus. Exponam illud in Musaeo, argenteae inclusum capsulae, ad <lb n="6"/>aeternam <expan abbr="Seren.tis Vrae">Serenitatis Vestrae</expan> memoriam, veluti suae in me meaque studia intimae pronitatis, et <lb n="7"/>munificentiae Cedro perenius monumentum. Ex iis sane, qui hucusque illud conspexere, <lb n="8"/>nemo fere fuit, qui exoticum hunc Naturae partum non admiratus sit; adeo quidem, <lb n="9"/>ut plures, ceteroquin rerum physicarum haud imperiti, vix tamen sibi persuadere potuerint, <lb n="10"/>Naturae id industria elaboratum, quod tantum monstraret in artificii structura ingenium. <lb n="11"/>Ut proinde non dubitem, quin Musaeum imposterum ingentem ex novo curiosiorisque Supellectilis <lb n="12"/>additamento splendorem, Serenitas vero vestra inde gloriam et existimationem perennem apud omnes <lb n="13"/>sit consecutura. Gratias itaque ago, quas possum maximas, tum pro praesentis Doni oblatione, <lb n="14"/>tum pro <index level1="A-K" level2="Portrait" index="Geschenk"/>Effigie Serenitatis vestrae nuper ad me transmissa; quae primo Musaei mei loco affixa <lb n="15"/>uti ectypon refert Maiestate splendidum; ita nullum non in sui admirationem contemplationemque <lb n="16"/>allicit. Vale Princeps serenissime Imperii<index level1="comS9" index="C"/> Decus, eumque qui te tuaque unice suspicit et vene<lb n="17"/>ratur, unum ex Tuis esse patiare.  
</p>
					<closer>
						<lb n="18"/>Romae <date value="1660-01-03">3. Jan. 1660</date>
						<lb n="19"/>Celsitudinis vestrae Serenissimae  
<lb n="20"/>Servus humillimus  
<lb n="21"/>Athanasius Kircher 
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Fürst und Herzog, </p>
					<p>
ich habe endlich das einzigartige und ungewöhnliche Wunder der in 
Bernstein belehrenden Natur empfangen, womit eure durchlauchtigste 
Hoheit nicht verschmähten, zur Ehre des Museums eures untertänigen 
und armen Dieners beizutragen. Weshalb ich Euch für eine so ungewöhnliche 
Wohltat desto umfänglicher verpflichtet werde, je mehr die Bildung 
eines so bedeutenden Fürsten und die Zuneigung zu seinem unwürdigen 
Diener wert gehalten werden muss. Ich werde es, verschlossen in ein 
silbernes Kästchen, im Museum aufstellen, zum ewigen Gedenken an eure 
Durchlaucht, gleichsam als Zeugnis eurer innigen Zuneigung und Großzügigkeit 
gegen mich und meine Studien, das dauerhafter als Zedernholz ist. 
Von denen, die jenes bisher betrachtet haben, war kaum einer, der nicht 
über dieses exotische Naturerzeugnis erstaunte, so sehr, dass viele, 
obwohl im Übrigen in der Naturwissenschaft nicht unkundige, dennoch 
kaum zu überzeugen waren, dass dies durch die Kunstfertigkeit der Natur 
geschaffen sei, welches einen solchen Geist in der Schaffung eines Kunstwerkes 
zeigte. Daher zweifle ich nicht, dass das Museum von dieser Hinzufügung eines 
neuen und interessanten Gegenstandes enormen Glanz, eure Durchlaucht aber 
Ruhm und ewige Hochschätzung bei allen erlangen wird. Daher danke ich, wie 
ich es vermag, vielmals, zum einen für die Gabe gegenwärtigen Geschenkes, 
sodann für das Konterfei eurer Durchlaucht, das ihr mir unlängst übersandt 
habt. An vorderster Stelle in meinem Museum angebracht, wird es so, wie es das
durch die Majestät herrliche Konterfei wiedergibt, jeden zu seiner Bewunderung 
und Betrachtung anlocken. Lebe wohl, durchlauchtigster Fürst, Zierde des 
Reiches, und dulde, dass der, der zu dir und den deinigen einzig aufblickt 
und dich verehrt, einer der deinigen sei. </p>
					<p>
Rom, 3. Jan. 1660. </p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster Diener </p>
					<p>
Athanasius Kircher

</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-356">
				<div type="Fletcher">
					<p>
          
      10 [16600613] 13 June, 1660 </p>
					<p> 
      Athanasius Kircher to Duke August. </p>
					<p> 
      HAB: BA N° 356 </p>
					<p> 
      Kircher forwards his glowing gratitude for August's portrait which will be 

      shown to all visitors "in hoc Vrbis et Orbis Theatro ... ad exemplum, ad 
      Vrae verá² Serentis laudem et gloriam."  
      At the first opportunity, after first honouring the emperor and archduke 
      Leopold, he will send the "novum linguarum artificium", which has the 
      title: "Linguarum omnium ad unitatem reductio." This will enable all 
      peoples and nations effortlessly to communicate with each other. </p>
					<p> 
      Burckhard II 131-133 </p>
					<p> 
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 377  
      Kircher promised the same "artificium" as early as the 10 June, 1650 in a 
      letter to Friedrich III, duke of  
      Schleswig-Holstein-Gottorf. Five years later however, in a letter of the 
      16 April, 1655, he had needs to apologise for his inability ("vix otium 
      habui") to produce it: see J.P. Ludewig, op.cit., V 385-387.  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00006"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I">Sacri Romani Imperii</expan>  Princeps et Dux

</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Utinam sicuti vellem, ita possem, illa verborum grandiloquentia exponere incre<lb n="3"/>dibile animi mei tripudium, quo me delibutum sensi ex dono illo pretioso et <lb n="4"/>prorsus regio, quo meam quantumvis indignam personam nullo meritorum fulci<lb n="5"/>mento instructam Serenitas vestra ex sola magnae atque heroicae mentis amplitudine <lb n="6"/>cohonestare non est dedignata; certe aureo Opis liquore, Smaragdino Her<lb n="7"/>metis palimpsesto, coelesti Charitum penna tum ad grati animi affectum, tum <lb n="8"/>ad regiam Serenitatis vestrae magnificentiam quadamtenus exprimendam opus foret. <lb n="9"/>Verum enim vero uti id conditionis meae tenuitati et inopiae non licuit; ita <lb n="10"/>eo saltem quo possum modo, inviolabilem voluntatis meae in <expan abbr="V.m">Vestram</expan> Serenitatem <lb n="11"/>&#x03C3;&#x03C5;&#x03BC;&#x03C0;&#x03AC;&#x03B8;&#x03B5;&#x03B9;&#x03B1;&#x03BD; hisce non tam depingendam, quam ieiuna verborum expressi<lb n="12"/>one innuendam, duxi. Donum tantae excellentiae est, ut sicuti in eo conficiendo Ars <lb n="13"/>et Natura pretium cum Venustate, conflixisse videntur, ita nemo quoque sit, qui <lb n="14"/>non vel ad primum eius obtutum, in admirationem rapiatur, in cuius medio redivivi <lb n="15"/>
						<name type="Person">Apellis</name> penicillo adumbratum vividum Serenitatis vestrae ectypon, non nisi Phoebum <lb n="16"/>Crystallino Musarum choro stipatum, Apollinea mentis fulgore omnia irradiantem <lb n="17"/>scite et eleganter exhibet. Tandem opus inaestimabilis muneris, quemadmodum unani<lb n="18"/>mi Charitum conspiratione elaboratum est, ita triplici quoque aureae catenae nexu comple<lb n="19"/>tum, ad heroicarum virtutum amplitudinem, qua Serenissimus Celsitudo vestra pollet mira quadam analogia <lb n="20"/>non sine mysterio alludit. Munus itaque nullo aestimandum pretio, in hoc urbis et orbis <lb n="21"/>Theatro stat stabitque in perennem tanti tamque munifici principis memoriam, omnibus <lb n="22"/>Musaeum meum       visitaturis Romanae Curiae proceribus, ceterisque magni nominis viris, ad       <lb n="23"/>exemplum, ad vestrae vero Serenitatis laudem et gloriam numquam interituram. <pb corresp="p00007"/>
						<lb n="24"/>Ne vero tanto Serenitatis vestrae in me adfectui defuisse viderer; ad nonnullam ani<lb n="25"/>mi mei 
gratitudinem attestandam, mittam Serenitati vestrae proxima occasione novum Linguarum <lb n="26"/>Artificium, non ita pridem a me adinventum; quod post <name type="Person" reg="Ferdinand III." key="PPN14741492X">Imperatorem</name> et <expan abbr="Ser.mum">Serenissmium</expan>
						<name type="Person" reg="Leopold I." key="PPN149801475">Archi<lb n="27"/>ducem Leopoldum</name>, uni <expan abbr="Serenis.nae Celsitudini V.rae">Serenissimae Celsitudini Vestrae</expan> communico; Intitulatur <ref target="MSDcod-guelf-3-5-aug-4f">opus, 
Lingua<lb n="28"/>rum omnium ad unitatem reductio</ref>; et in hoc potissimum consistit, ut quis, unica qualicunque <lb n="29"/>tandem lingua instructus, cum omnibus gentibus et Nationibus mundi ultro citroque <lb n="30"/>reciproco quodam Commercio correspondere possit; Quod uti Caesari et <expan abbr="Ser.mae">Serenissmiae</expan> Ar<lb n="31"/>chiduci mirifice placuit; 

ita quoque Serenitati vestrae haud displiciturum confido. <lb n="32"/>Vale serenissime Princeps, <expan abbr="S. R. I.">Sacri Romani Imperii</expan> decus et columen. 
</p>
					<closer>
						<lb n="33"/>Romae <date value="1660-06-13">13 Junii 1660</date>
						<lb n="34"/>
						<expan abbr="Ser.mae Celsit.nis Vrae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="35"/>Servus humillimus et dedicissimus  
<lb n="36"/>Athanasius Kircher  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog, </p>
					<p>
wenn ich doch, wie ich wollte, mit jenen großartigen Worten den 
unglaublichen Freudentaumel meines Geistes darzulegen vermöchte, von dem ich, 
wie ich spürte, durchdrungen war infolge jenes kostbaren und ganz 
und gar königlichen Geschenks, mit dem Eure Durchlaucht nicht verschmähte, 
meine so ganz und gar unwürdige Person, ohne dass sie sich auf Verdienste 
stützen könnte, einzig aus der Größe eurer großen und heroischen 
Gesinnung zu beehren, dann wäre sicher die goldene Schreibflüssigkeit der Ops, 
das smaragdene Pergament des Hermes und die himmlische Feder der Chariten 
nötig, um zum einen das Gefühl der Dankbarkeit, zum anderen die königliche Großmut eurer Durchlaucht einigermaßen zum Ausdruck zu bringen. Doch insofern dies der Dürftigkeit meiner Verfassung und meinem Mangel nicht gestattet ist, so 
glaubte ich, hiermit wenigstens auf diese Weise, wie ich es vermag, meine unverbrüchliche Zuneigung zu Euer Durchlaucht nicht so sehr abschildern, 
als mit dürftigen Worten zum Ausdruck bringen zu müssen. Das Geschenk ist 
von einer solchen Großartigkeit, dass, wie bei dessen Herstellung Kunst und Natur mit dem Liebreiz  gewetteifert zu haben schienen, es so niemanden gibt, der nicht gleich auf den ersten Blick zur Bewunderung hingerissen würde. 
In dessen Mitte zeigt es ein lebendiges Konterfei eurer Durchlaucht, nachgebildet mit dem Pinsel eines wiedererstandenen Apelles, wenn nicht gar einen Phoebus, umringt vom Kristallchor der Musen, alles mit dem apollinischen Blitz des Geistes bescheinend, kundig und formvollendet darstellt. Schließlich das Werk des unschätzbaren Geschenkes! wie es durch die einmütige Verschwörung der Chariten gewirkt wurde, so spielt es auch, durch die dreifache Verbindung der goldenen Kette vollendet auf die Größe eurer heroischen Tugenden an, an der eure durchlauchtigste Hoheit so reich ist, in einer Analogie nicht ohne Geheimnis. Eurer über jeden Wert zu schätzendes Geschenk steht auf dieser Schaubühne der Stadt und des Erdkreises, und es wird stehen zum ewigen Gedenken an einen so bedeutenden und freigiebigen Fürsten, allen Häuptern der römischen Kurie und den übrigen bedeutenden Männern, die mein Museum besuchen werden, zum Beispiel, zu eurer Durchlaucht Lob und Ruhm, der niemals untergehen wird. Damit es aber nicht scheint, ich habe angesichts einer so großen Zuneigung eurer Durchlaucht gesäumt, werde ich eurer Durchlaucht bei nächster Gelegenheit, 
um ein wenig meine Dankbarkeit zu bezeugen, mein neues, unlängst von mir erfundenes Sprachkunstwerk schicken, das ich nach dem Kaiser und dem         durchlauchtigsten Erzherzog Leopold einzig eurer durchlauchtigen Hoheit 
zur Kenntnis gebe. Das Werk trägt den Titel "Rückführung aller Sprachen 
auf eine Einheit" und beruht vor allem darin, dass einer, mit welcher 
Sprache auch immer versehen, mit allen Völkern und Nationen der Welt, 
hier und dort, mittels eines wechselseitigen Austauschs korrespondieren 
kann. Weil dies dem Kaiser und dem durchlauchtigsten Erzherzog auf wunderbare Weise gefiel, bin ich zuversichtlich, dass es ebenso auch Eurer Durchlaucht 
nicht missfallen wird. Lebe wohl, durchlauchtigster Fürst, Zierde und 

Stütze des Reiches. </p>
					<p>
 Rom, 13 Juli 1660</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und ergebenster Diener, </p>
					<p>
Athanasius Kircher 
 </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="3-5-Aug-4f-29">
				<div type="Fletcher">
					<p>

12 [16601002] 2 October, 1660  </p>
					<p>
Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
HAB: Cod. Guelf. 3.5. Aug. 4° f. 29.  </p>
					<p>
Covering letter for the Novum inventum linguarum omnium, underlining its 
ubiquitous usefulness.  
Burckhard I 72  
</p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00031"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et Dux 
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Mitto tandem Serenitati vestrae iamdudum promissum <ref target="MSDcod-guelf-3-5-aug-4f">Linguarum omnium in unam reductarum <lb n="3"/>artificium</ref>, quod tamen nisi multiplicatis exemplaribus adhuc usui esse non potest. Sed tamen si <lb n="4"/>deus vitam mihi viresque dederit integro tomo comprehensum luci me commissurum confido; tunc apparebit <lb n="5"/>nullum gentem esse, quae huius sibi comparati operis subsidio cum altera qualibet <corr sic="corespondere">correspondere</corr> non queat <lb n="6"/>sola et symbolica scriptura omnibus communi. <ref target="PPN151522812">Aliud modo prae manibus habeo ad <name type="Person" reg="Ferdinand III." key="PPN14741492X">Caesaris</name> instantiam paratum <lb n="7"/>opus</ref>, quo contraria via proceditur. Quemadmodum enim prius a Cirumferentia ad centrum , id est ex uni<lb n="8"/>versitate linguarum ad unam proceditur, ita hoc a centro ad Circumferentiam id est ab unica lingua nota in uni<lb n="9"/>versitatem 
linguarum et idiomatum procedit. adeo ut quilibet quacumque tandem lingua 
earundem quantumvis etiam <lb n="10"/>ignarus <add resp="AK" place="supralinear" cert="90">et scribere et</add> ad se exaratas literas intelligere queat; estque modus arcanumque steganographicum nobilissimum <lb n="11"/>quod libenter <expan abbr="Ser.ti V.rae">Serenitati vestrae</expan> transcriptum mitterem, <sic corr="si?">nisi</sic> expensa id paupertati meae permitterent, sed sisto <lb n="12"/>calamum ne <expan abbr="Ser.tem V.rm">Serenitatem vestram</expan> gravioribus deditam negotiis superflua garrulitate interpellem. Nihil igitur <lb n="13"/>restat, nisi ut <expan abbr="Ser.ti V.rae">Serenitati vestrae</expan> ingentia nullo non <corr sic="tempre">tempore</corr> in me indignum servum suum beneficia collata chartariis <unclear reason="Leseproblem" cert="70">hisce</unclear>
						<lb n="14"/>muneribus recompensem; quod semper me facturum polliceor; Vale magne <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> princeps et dux meque una <lb n="15"/>sub favoris tui umbra protegere ne desistas.  
</p>
					<closer>
						<lb n="16"/>Romae <date value="1660-10-02">2 octob. 1660</date>
						<lb n="17"/>Serenitatis vestrae  
<lb n="18"/>Servus humillimus et deditissimus  
<lb n="19"/>Athanasius Kircherus
</closer>
					<trailer>
						<add place="marginbot" hand="QAnckel">Serenissimo 
<expan abbr="S.R.Imp.">Sacri Romani Imperii</expan> Principi ac <expan abbr="Dno">Domino</expan> Domino Augusto Duci Brunsvic et Luneb. Domino meo clementissimo. </add>
					</trailer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p> Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog</p>
					<p>

 Endlich schicke ich eurer Durchlaucht das schon seit langem versprochene Sprachkunstwerk, in dem alle Sprachen auf eine zurückgeführt werden, das jedoch, ohne weitere Beispiele noch nicht von Nutzen sein kann. Gleichwohl, wenn mir Gott Leben und Kraft gibt, dann bin ich zuversichtlich, dass ich es, zusammengefasst zu einem Band, veröffentlichen werde. Dann wird zutage treten, dass es kein Volk gibt, das nicht mit Hilfe dieses Werkes - so sie es sich beschafft haben - mit einem beliebigen anderen durch die eine Symbolschrift, die allen gemein ist, korrespondieren kann. Auf Geheiß des Kaisers habe ich ein anderes Werk unter den Händen, in dem auf dem umgekehrten Weg vorgegangen wird. Wie nämlich zuerst von der Peripherie zum Zentrum, dass heißt, von der Gesamtheit der Sprachen zu der einen vorangeschritten wird, so schreitet dies vom Zentrum zur Peripherie vor, das heißt, von der einen bekannten Sprache zur Gesamtheit der Sprachen und Idiome, so dass, wer immer, mit welcher von diesen Sprache auch immer, wie unkundig er auch sei, sowohl schreiben als auch an ihn 
verfasste Schreiben verstehen kann. Und es gibt einen geheimen Modus und eine vorzügliche Steganographie, die ich eurer Durchlaucht gern transkribiert schicken würde, wenn die Ausgaben es meiner Dürftigkeit erlaubten. Aber ich 
halte ein mit Schreiben, um nicht eure Durchlaucht, die mit wichtigeren Geschäften befasst ist, mit meinem überflüssigen Geschwätz davon abzuhalten. Es bleibt also nichts, als dass ich eurer Durchlaucht die ungeheuren Wohltaten, die ihr allzeit eurem unwürdigen Diener erweist mit diesen papierenen Gaben vergelte, was ich verspreche, immer zu tun. Lebe wohl Reichsfürst und Herzog und lasse nicht ab, mich unter dem einen Schirm deiner Gunst zu beschützen.</p>
					<p>
Rom 2. Okt. 1660.</p>
					<p>
Eurer Durchlaucht untertänigster und ergebenster Diener </p>
					<p>
Athanasius Kircher.
</p>
					<p>Dem Reichsfürsten und Herrn August, dem Fürsten von Braunschweig und 
Lüneburg, meinem allergnädigsten Herrn.</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-358">
				<div type="Fletcher">
					<p>

      21 [16630620] 20 June, 1663</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>  
      HAB: BA N° 358  </p>
					<p>

      Kircher forwards the Polygraphia nova et universalis, written at the 
      express command of the emperor and intended for the use of princes. The 
      help and support of August has been of incalculable value. Further copies 
      are included: they are to be delivered to the duly designated princes in 

      North Germany. August's help in this regard is all the more appreciated 
      because of Kircher's "verá² paupertas et indigentia". </p>
					<p> 
      Burckhard II 136-137  </p>
					<p>
      August's copy of the Polygraphia (6. 1. Gram. 2°) has on the title page in 

      Kircher's hand "Serenissimo Duci Brunsvici et Luneburg Author". That of 
      Ferdinand Albrecht (Fb 4° 52) has inserted on its inside top cover an 
      almost identical letter (but in Italian) of the same date addressed to 
      "Serenissimo Principe". Here the neighbouring princes are defined more 
      closely as: Johann Friedrich of Lüneburg (in Hanover), and the electors of 
      Saxony and Brandenburg.  
      Johann Friedrich's extravagant letter of acknowledgment is at P.U.G. 555 

      f. 126: Herzberg, 14 September, 1664.  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00008"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii Princeps et Dux.</expan>
					</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Mitto Serenitati Vestrae iam dudum promissam desideratamque <ref target=" PPN151522812">Polygraphiam</ref>
						<lb n="3"/>Novam et Universalem, id est Linguae Universalis inventum, Caesaris iussu editum. <lb n="4"/>et quemadmodum illud in gratiam, recreationem, usumque Principium destinatum <lb n="5"/>est; ita quoque inter ceteros Serenitati vestrae magno huius operis <lb n="6"/>promotori, uti ex variis huius Libri locis, et potissimum in Appendice operis patet, <lb n="7"/>consecrandum duxi. Acceptabit ni fallor Serenitas vestra eo id animo, quo <lb n="8"/>alia a me ei transmissa acceptare non est dedignata: erit id tum meae in <lb n="9"/>
						<expan abbr="Ser.m V.m">Serenitatem Vestram</expan> gratitudinis; tum beneficiorum, nullo non tempore in meam  indignam <lb n="10"/>personam collatorum perenne mnemosynon. Iungo hisce alia exempla<lb n="11"/>ria vicinis principibus, et <expan abbr="S. R. I.">Sacri Romani Imperii</expan> Electoribus, prout inscriptio, singulis facta <lb n="12"/>docet, distribuenda. Si forsan quidpiam hac mea praesumptione debitae principum <lb n="13"/>Venerationi contrarium commissum fuerit; id certe insitam Serenitatis Vestrae clementiam <lb n="14"/>facile mihi condonaturam, confido; neque enim hac opportuniorem occasionem, qua nempe <lb n="15"/>tuto et brevi ad eos, quibus inscripta sunt, Principes deferrentur, inveni: mea vero <lb n="16"/>paupertas et indigentia ab expensis, in librorum transmissione faciendis, exolveretur. <lb n="17"/>Quidquid sit si haec <expan abbr="Ser.ti V.rae">Serenitati Vestrae</expan> haud displicuisse comperero, satagam, ut 
brevi <lb n="18"/>hisce multo nobiliora, iam praelo parata, communicentur. Vale <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan>Princeps et <lb n="19"/>Dux, Literatorum Decus et Gloria, eumque, qui Heroicas animi tui virtutes unice suspi<lb n="20"/>cit et admiratur, tuo gratiae favore ne dedignare.  

</p>
					<closer>
						<lb n="21"/>Romae <date value="1663-06-20">20 Junii 1663</date>
						<lb n="22"/>Serenitatis <expan abbr="V.rae">Vestrae</expan>
						<lb n="23"/>Servus humillimus et obsequissimus  
<lb n="24"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog, </p>
					<p>

ich schicke eurer Durchlaucht die schon länger versprochene und gewünschte 
neue und allgemeine "Polygraphia", das ist die Erfindung einer universalen 
Sprache, herausgegeben auf Geheiß des Kaisers. Und so wie jenes als Dank, 
Erholung und Gebrauch für die Fürsten bestimmt ist, glaube ich es unter anderen 
auch eurer Durchlaucht als dem großen Förderer dieses Werkes, wie aus vielen
Stellen des Buches und vor allem aus dem Appendix hervorgeht, verewigen zu 
müssen. Wenn ich mich nicht täusche, wird eurer Durchlaucht es mit diesem Sinn 
aufnehmen, mit dem er auch anderes, von mir Übersandtes nicht verschmähte 
anzunehmen: Dies wird zum ewigen Gedenken sowohl meiner Dankbarkeit gegen 
eurer Durchlaucht, als auch für die Wohltaten, die ihr immerfort gegen meine 
unwürdige Person erwiesen habt, gereichen. Ich füge diesem weitere Exemplare 
für die benachbarten Fürsten und Kurfürsten des Reiches bei, die so, wie die 
den einzelnen angefügten Aufschriften lehren, zu verteilen sind. Wenn 
durch diese meine Vermessenheit vielleicht etwas der den Fürsten geschuldeten 
Verehrung Widriges begangen sein sollte, dann vertraue ich darauf, 
dass mir dies die eurer Durchlaucht innewohnende Milde gewisslich 
leicht verzeihen wird. Denn ich fand keine geeignetere Gelegenheit als 
diese, bei der sie sicher und schnell zu den Fürsten, für die sie bestimmt 
sind, überbracht werden könnten. Meine Armut aber und mein Mangel werden von den Kosten für die Übersendung der Bücher befreit. Wie auch immer, wenn ich erfahre, dass dies eurer Durchlaucht nicht missfallen habe, werde ich Sorge tragen, dass in Kürze noch weit Edleres als dieses, das bereits für den Druck vorbereitet ist, überbracht wird. Lebe wohl Reichsfürst und Herzog, Zierde und Ruhm der Wissenschaft, und verschmähe nicht den, der zu deinen heroischen Tugenden aufblickt und sie einzig bewundert, mit der Gunst deiner Gnade. </p>
					<p>

Rom, 20. Juli 1663</p>
					<p>	
Eurer Durchlaucht untertänigster und gehorsamster Diener, </p>
					<p>
Athanasius Kircher          
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-359">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      BA II 359 (Digital Image 1, 2) </p>
					<p>
      32 [16640831] 31 August, 1664  </p>
					<p>
      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 359  </p>
					<p>

      Kircher congratulates August on his profound letters and his solution of 
      "steganographicum meum epistolium". He points out a minor error in 
      August's rendering [the letter bears at this point a strong "NB" in 
      August's hand] and, in adding the key-phrase ("Nomen costae meae Sophia 
      Elisabetha"), is moved to dilate on the fame and virtue of the Duke's 
      wife.  </p>
					<p>
      Joannes Jansson van Waesberghe [Kircher's publisher in Amsterdam] will 

      shortly be forwarding to Wolfenbüttel a copy of the Mundus subterraneus.  
      In his closing paragraph Kircher, in answer to August's query, further 


      defines "la piedra de la Cobra" as "in lingua Lusitanica lapidem serpentis 
      ... á¡ Colubro intra cuius viscera reperiri scribit ...".  
      Burckhard I 73-74  </p>
					<p>
      (Eight additional pieces to HAB: BA N° 359 illustrate the presentation and 
      solution of the number-substitution code discussed here, submitted by 
      Kircher on 25 July, 1664.) </p>
					<p> 
      Joannes Jansson van Waesberghe was active in Amsterdam as printer and 
      publisher from 1651 to 1681. See I.H. van Eeghen, De Amsterdamse 
      boekhandel 1680-1725, Amsterdam, 1960 ff., IV 160-161 and A.M. Ledeboer, 
      Het geslacht van Waesberghe 's Gravenhage and Utrecht, 1869, pp. 118-133. 
      In 1661 Jansson bought the exclusive rights to Kircher's books for 2200 
      scudi (draft contract at P.U.G. 563 f. 265. Rome, 25 August, 1661).  
      In his covering letter to Anckel (HAB: BA N° 398. Rome, 31 August, 1664) 
      Kircher describes the "große freude und frolockung von wegen dem uber den 

      türcken von keyserliche majestet erhaltenen Victorien. Und derenthalben 
      hie in Rom in der teutschen kirchen das Te Deum mit großer solennitate 
      gesungen worden. Gott geb weitter gluck."  
        </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00009"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et dux
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Legi summa animi mei voluptate, serenissime Celsitudinis vestrae litteras, et summopere <lb n="3"/>admiratus sum, <expan abbr="Ser.tem V.rm">Serenitatem vestram</expan> tantum adhuc aeris, tantum in decrepito paene aetatis statu spirituum <lb n="4"/>gerere, ut Steganographicum meum epistolium labore confectum, propria ingenii vi e suis <lb n="5"/>tenebris evoluere sibi complacuerit; est hoc utique in robusto pectore ad complures adhuc <lb n="6"/>annos duraturi vivacissimi spiritus signum luculentissimum. Quod ut sit, a deo <expan abbr="opt. max.">optimo maximo</expan>
						<lb n="7"/>quam 
obnixissimis precibus efflagito. Quae deinde in epistolio meo non recte 
intellecta vide<lb n="8"/>bantur, scite sane emendata fuerunt ab eo, cui id 
imposuerat Serenitas vestra, praeterquam quod vox <lb n="9"/>
						<add hand="August" place="marginleft">NB</add> (celeres) non ad praecedens verbum (volucres), sed ad sequentis hemistychi verba vox <lb n="10"/>(Cereris) referenda sit, videlicet, <hi rend="unterstrichen">Cereris quot grana per agros</hi>. <lb n="11"/>Ad Steganographiam vero, quod attinet, qua Serenitas vestra me indignum servum suum honorare non <lb n="12"/>fuit dedignata; illam sane uti novo modo dispositam inveni, ita non parum visa fuit in se <lb n="13"/>difficultatis continere; explicavi tamen eam hoc verborum tenore, (Nomen costae meae <name type="Person" reg="Sophie Elisabeth">Sophia <lb n="14"/>Elisabetha</name>). id est nomen Serenissmiae Tuae Coniugis, quam inter ceteras Germaniae Principes <lb n="15"/>faeminas, tum eruditione, tum caeteris virtutibus conspicuam haud secus ac inter viburna <lb n="16"/>Cypressum eminere non sine doctorum admiratione intelligo. Felix sane coniugium, ubi voluntas una <lb n="17"/>ingenii eadem pronitas virtus et sapientia iunguntur in unum. Congratulor utrique de hoc tam <lb n="18"/>singulari divini muneris beneficio.  <lb n="19"/>Mittet intra breve tempus <name type="Person" reg="Janson" key="nicht_ermittelt">Jansonii</name>Haeres<name type="Person" key=" PPN270053069" reg="Weyerstraten, Elizaeus">Elizaeus Weyerstraden</name>
						<ref target=" PPN151522677">mundi subterranei</ref> iam a praelo <lb n="20"/>liberi omnibusque numeris absoluti me nomine exemplar, et cum aliud Serenetati Vestri tanto benefactori <lb n="21"/>modo offere non liceat, acceptabit id Serenitas Vestra eo animo, quo alias a mea pauperitate <lb n="22"/>ipsi transmissa acceptare non est dedignata.  
<lb n="23"/>Restat dubium a <expan abbr="Ser.te V.ra">Serenitate Vestra</expan> mihi propositum paucis explicandum, quod est de etymo Cobra; sciat itaque <lb n="24"/>
						<expan abbr="Seren.tas Va">Serentitas Vestra</expan>
						<term>La piedra dela Cobra</term>, in lingua Lusitanica aliud non significare quam <term>lapidem serpentis</term>. <pb corresp="p00010"/>
						<lb n="25"/>Cobra enim in dicta lingua serpentem seu colubrum notat, cuius vox corrupta Cobra est, quasi <lb n="26"/>diceres Colubra, ut proinde dictus lapis non ab aliqua Indiae regione, sed a Colubro <lb n="27"/>intra cuius viscera  reperiri scribitur, <corr sic="non" cert="50%">nomen</corr> suum sumpserit. <lb n="28"/>Vale <expan abbr="Ser.me">Serenissime</expan> Princeps <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> decus et gloria. 
</p>
					<closer>
						<lb n="29"/>Romae <date value="1664-08-31">pridie Kal. Sept. 1664</date>
						<lb n="30"/>Serenissimae Celsitudinis <expan abbr="V.rae">vestrae</expan>
						<lb n="31"/>Servus humillimus et devotissimus  
<lb n="32"/>Athanasius Kircher 
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
ich las mit großer Begierde das Schreiben eurer durchlauchtigsten Hoheit und 
war sehr erstaunt, dass eure Durchlaucht noch so viel an Stärke, in dem 
schon fast gebrechlichen Zustand des Alters noch soviel an Geist in 
sich tragen, dass es euch gefiel, mein steganographisches, mit Mühe verfasstes 
Brieflein mit eurer mentalen Kraft aus seinem Dunkel zu ziehen. Dies ist 
jedenfalls bei einem starken Herzen ein leuchtendes Zeichen eines noch 
auf viele Jahre dauern werdenden, höchst lebhaften Geistes; dass dies so sei, 
erbitte ich inständig vom besten und mächtigsten Gott mit allerdemütigsten 
Gebeten. Was sodann in meinem Brieflein nicht richtig verstanden schien, wurde 
fürwahr kundig verbessert von dem, dem eurer Durchlaucht dies auferlegte, 
außer dass der Ausdruck "schnelle" nicht auf das vorangehende Wort 
"Vögel", sondern der Ausdruck "Ceres" auf die Worte des folgenden Halbsatzes 
zu beziehen ist, nämlich "wie viel Saat der Ceres auf den Äckern". Was aber 
die Steganographie anlangt, mit der Eurer Durchlaucht nicht verschmähte, 
mich, euren unwürdigen Diener zu beehren, so fand ich, dass sie, insofern sie 
einen neuen Modus verwendet, eine nicht geringe Schwierigkeit
in sich zu bergen schien. Ich habe sie dennoch mit dieser Wortregel ausgelegt:
"Der Name meiner Rippe ist Sophie Elisabeth". Dies ist der Name deines 
durchlauchtigsten Eheweibes, das unter den übrigen deutschen Fürstenfrauen, wie ich erkenne, nicht ohne Bewunderung durch die Gelehrten, sowohl durch Bildung, als auch in den übrigen Tugend glänzend, nicht anders als eine Zypresse 
zwischen Sträuchern hervorragt. Eine fürwahr glückliche Verbindung, wo ein und derselbe geistige Wille, Zuneigung, Tugend und Weisheit zu einem verbunden werden. Ich beglückwünsche beide zu einer so einzigartigen Wohltat eines göttlichen Geschenkes. In Kürze wird der Erbe Jansons, Elizeus Weyerstraden, auf meine Veranlassung ein Exemplar des "Mundus Subterraneus" schicken, nachdem er nun schon aus der Presse ist und alle Exemplare fertig; und da es mir nicht 
verstattet ist, eurer Durchlaucht, dem großen Wohltäter, eben etwas anderes 
zu offerieren, so wird Euer Durchlaucht dies in dem Geist annehmen, wie er sonst das von meiner Wenigkeit ihm selbst übersandte nicht verschmähte anzunehmen. Es bleibt, die von eurer Durchlaucht mir vorgelegte Frage, was die Etymologie von "Cobra" anlangt, zu erklären. Daher möge eurer Durchlaucht wissen, dass "Piedra dela Cobra" im Portugiesischen nichts anderes bezeichnet als "Schlangenstein". "Cobra" bezeichnet in besagter Sprache nämlich Schlangentier oder Schlange, deren verderbter Ausdruck "Cobra" ist; wie wenn man "Colubra" meinte, so dass ebenso besagter Stein nicht von irgendeiner Gegend Indiens, sondern von der Schlange, in deren Eingeweiden, wie man schreibt, er gefunden wird, seinen Namen erhalten hat. Lebe Wohl, durchlauchtigster Fürst, Zierde und Ruhm des Reiches. </p>
					<p>
Rom, am Vortag der Kalenden, 1664</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigster Hoheit untertängister und gehorsamster Diener, </p>
					<p>
Athanasius Kircher. 
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-360">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      34 [16641031] 31 October, 1664  </p>
					<p>
      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 360  </p>
					<p>
      Kircher expresses his profuse gratitude for August's gift of 200 
      "imperiales", a gesture which posterity will know to value and which 
      Kircher himself is unable to reciprocate because of "paupertatis meae atq. 
      impotentiae".  </p>
					<p>
      He praises the Liber de Templo Salomonis as a fitting memorial to August's 
      magnanimity and forwards his thoughts on the work.  
      Jansson has informed Kircher that the Mundus subterraneus is about to be 
      despatched to August. Kircher has now written to Amsterdam requesting that 
      the second edition of the Ars magna lucis et umbrae be dedicated to 
      August. He also lists the other titles soon to be published by Jansson 
      lest August might suspect "ne pennam meam tua liberalitate concitatam otio 

      torpescere".  </p>
					<p>
      In conclusion, Kircher recollects his frequent conversations in Rome with 
      Johann Friedrich, duke of Lüneburg and with "Sermi fratris Episcopi 
      Osnaburgensis ... cum Sera uxore sua".  </p>
					<p>
      Burckhard II 140  </p>
					<p>
      An extract from this letter is printed at p. [32] in Jacobi Jehuda Leon, 
      De Templo Hierosolymitano libri IV. Jussu et auspiciis Serenissimi 
      Principis Dn. Augusti ducis Brunsvic. et Lunaeb. etc. ex Ebraeo latine 
      recensiti ä Johanne Sauberto. Helmstedt, 1665. </p>
					<p> 
      Amongst the holdings of the Musaeum Kircherianum, Sepi notes (p. 24): 
      "Crocodili duo, munificum donum Ser. Princ. Joannis Federici Ducis 
      Brunsvicensis et Lunaeburgensis Athanasio Kirchero Venetiis transmissum." 
      Moreover, Section VII(c) "De musica hieroglyphica" of the Oedipus 
      Aegyptiacus (Rome 1652-1654, IIB 119-138) was dedicated by Kircher to 
      Johann Friedrich in recognition of his valuable gifts to the Museum. The 
      draft copy of Kircher's letter to Johann Friedrich informing him of this 
      signal honour is now in the Biblioteca Nazionale Centrale "Vittorio 
      Emanuele II", Rome, at Ms. Gesuit. 1235.  
      Johann Friedrich himself had recently written to Kircher (P.U.G. 555 f. 
      126. Herzberg, 14 September, 1664) on perusing the Polygraphia and had 
      declared "il Nome Kirchero essaltato e lodato".  
      Johann Friedrich (1625-1679), duke of Brunswick-Lüneburg (Hanover), became 
      a convert to the Catholic faith in 1651 in Assisi.  
      Ernst August (1629-1698), duke of Brunswick-Lüneburg, Elector of Hanover, 
      bishop of Osnabrück, married Sophie Elisabeth (1630-1714) in 1658. She was 
      the daughter of the Elector Friedrich V of the Palatinate (1596-1632), 

      king of Bohemia (1619-1620).  
      In an undated draft letter (P.U.G. 555 f. 112) Kircher asks pope Alexander 
      VII for permission for "Elisabetha prosapia Palatina, Ducis Luneburgensis 
      uxor" to visit the Museum and the library of the Collegium Romanum. On the 
      visit made by Ernst August and Elisabeth to Kircher, see E. Bodemann, 
      Briefwechsel der Herzogin Sophie von Hannover mit ihrem Bruder dem 
      Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz, Leipzig, 1885, p. 27 and A. Koecher, 
      Memoiren der Herzogin Sophie nachmals Kurfürstin von Hannover, Leipzig, 
      1879, p. 81.   
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00011"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et dux.  
 </opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Utinam quemadmodum vellem, sic possem quidpiam summo beneficiorum cumulo, quo <lb n="3"/>me indignum servum suum tantum non opprimit obruitque Serenitas vestra, condignum reddere <lb n="3"/>certe non me minus ad rependendum impigrum, quam Serenissima Celsitudo vestra <lb n="4"/>ad dandum experiretur. Verum, quia pauperitatis meae atque impotentiae probe mihi conscius <lb n="5"/>nil tanto largitori congruum reperio, nihil aliud mihi superesse video quam ut excessi<lb n="6"/>va tantorum ubertas meritorum, queis non meam duntaxat tenuis conditionis personam, <lb n="7"/>sed et universam 
<expan abbr="Remp.">Rempublicam</expan> Literariam iam dudum aeternum tibi obstrinxisti, serae posteri<lb n="8"/>tati immortali nominis tui honore 
et gloria innotescat; gratias itaque Serenitati Tuae ago quas <lb n="9"/>possum 
maximas pro tanto tamque profuso mangificentiae suae exhibito 200 
Imperialium specimine.  <lb n="10"/>
						<ref target="WT2">
							<index level1="A-K" level2="Buch" index="Geschenk"/>Librum quoque de Templo Salomonis</ref>, quem Tua in bonum publicum cura et sollicitudo ex tene<lb n="11"/>bris in lucem propriis expendis edi curasti, summa aviditate evolui; Opus sane egregium, <lb n="12"/>quodque Literarius Orbis, ob reconditarum rerum notitiam, non possit non summe aestimare. <lb n="13"/>
						<ref target=" PPN151522677">Mundus Subterraneus</ref> si nondum ad Serenitatem vestram appulerit; certe intra exiguum <lb n="14"/>temporis spatium, uti <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Iansonius</name> mihi scribit, eius se serenissimo  adspectui oblatum iri confidit. <lb n="15"/>Eidem quoque <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Iansonio</name>scripsi, ut <ref target="PPN151522545">Ars Magna Lucis et Umbrae</ref>, quam denuo praelo subiecit, Tuae <lb n="16"/>Serenitatis glorioso Nomini inscribatur. Habeo iam prae manibus Librum novum, cui Titulus est, <lb n="17"/>
						<ref target=" PPN151522553">China Monumentis, qua sacris, qua profanis, nec non artis et naturae miraculis illustrata</ref>; quem <lb n="18"/>dictus <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Jansonius</name> quadruplici Linguarum genere, Latina, Gallica, Germanica, Belgica, se impressu<lb n="19"/>rum significat. Alterum <ref target="PPN151522537">de occultis Numerorum Mysteriis</ref>: Quos deo dante sequentur <ref target="PPN144464152">Ars <lb n="20"/>Combinatoria</ref>; 
<ref target="WT1">Iter Hetruscum</ref>; Veteris Latii admiranda. aliique in divinae providentiae <lb n="21"/>sinu repositi. Quae Serenitati Tuae ne pennam meam tua Liberalitate concitatam otio torpescere <pb corresp="p00012"/>
						<lb n="22"/>crederes; sint omnia qualiacunque tandem ad divini Numinis gloriam, et <expan abbr="Reip.">Reipublicae</expan> Literariae emolumentum. <lb n="23"/>Fruor hic saepius conversatione <lb n="24"/>
						<expan abbr="Ser.mi">Serenissimi</expan> Principis <name type="Person" reg="Johann Friedrich">Ioannis Friderici</name> ducis Luneburg.; fruiturus et utique 
<name type="Person" reg="Ernst August">serenissimi fratris Episcopi Osnabrugensis</name>qui nudius tertius una cum <name reg="Sophie Elisabeth">serenissima uxore</name> sua Romam appulit. <lb n="25"/>Verum ne Serenitas vestra diutius interpellem, eum serenissimum manum osculo 
<add place="supralinear" resp="AK">ei</add>, a deo <lb n="26"/>
						<expan abbr="Opt. Max.">Optimo Maximo</expan> vitam longam, et tandem numquam defuturam in caelesti Patria felicitatem obnoxiis <lb n="27"/>queis possum precibus ardenter efflagito. Vale Principum Decus et huius Saeculi inter Princi<lb n="28"/>pes illustre Virtutum exemplar.  
</p>
					<closer>
						<lb n="29"/>Romae <date value="1664-10-31">31. Oct.  
<lb n="30"/>1664</date>
						<lb n="31"/>
						<expan abbr="Ser.mae Celsit.dinis V.rae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="32"/>Servus omnium humillimus et devotissimus  
<lb n="33"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog, </p>
					<p>
wenn ich doch so, wie ich wollte, etwas der Masse der Wohltaten, mit der 
eurer Durchlaucht mich, euren unwürdigen Diener beinahe erdrückt und
überschüttet, Würdiges zurückerstatten könnte, dann würde eurer Durchlaucht 
erfahren, dass ich nicht weniger eifrig wäre im Vergelten als ihr 
im Geben. Aber da ich, redlich eingedenk meiner Armut und Dürftigkeit,  
nichts finde, dass einem solchen Spender angemessen wäre, sehe ich, dass 
mir nichts anderes übrig bleibt, als dass die überfließende Fülle von Verdiensten, mit denen ihr nicht nur meine Person von geringem Stande, sondern auch die ganze Respublica Literaria schon längst auf immer euch verbunden habt, der späteren Nachwelt durch die unsterbliche Ehre und den Ruhm eures Namens 
bekannt wird; daher danke ich eurer Durchlaucht, soviel ich vermag, für 
den so großen und so üppigen, Eure Größe darlegenden Beweis über 200 Reichstaler. Das Buch über den Tempel Salomons, das Ihr mit Sorgfalt und 
Fleiß für ein gutes Publikum auf eigene Kosten aus dem Dunkel ans Licht 
gebracht habt, habe ich auch mit großer Begierde gelesen; fürwahr ein 
vorzügliches Werk, das der gelehrte Erdkreis wegen der Kenntnis der 
darin verborgenen Dinge nicht hoch genug schätzen kann. Janson schrieb mir, er sei überzeugt, dass der "Mundus Subterraneus", wenn er noch nicht zu eurer Durchlaucht gelangt ist, sicher innerhalb kurzer Zeit sich vor eurem durchlauchtigsten Antlitz befinden wird. Demselben Janson habe ich auch geschrieben, dass er die "Ars Magna Lucis et Umbrae", die er erneut drucken ließ, dem ruhmreichen Namen Deiner Durchlaucht zuschreibt. Ich habe schon ein neues Buch in Händen, dessen Titel lautet: "China erläutert anhand der sakralen, wie auch profanen  Monumente, sowie künstlichen und natürlichen Wundern". Besagter Janson ließ mich wissen, dass er es in vier Sprachen drucken werde, in Latein, in Französisch, in Deutsch und in Niederländisch, ein anderes über die verborgenen Geheimnisse der Zahlen und, folgende, wenn Gott es gibt, die "Ars combinatoria" und den "Iter Hetruscum", staunenswerte Dinge des alten Latio, und weiter liegen im Schoß der göttlichen Vorsehung. Diese alle seien für Deine Durchlaucht, damit man nicht glaube, meine Feder sei, angestachelt durch eure Freizügigkeit, durch Müßiggang erlahmt. Gleich welche, sie seien alle schließlich zum Ruhm des göttlichen Wesens und zum Nutzen der Respublica literaria. Ich erfreue mich hier des Öfteren des Umgangs mit dem durchlauchtigsten Fürsten, Johann Friedrich, dem Herzog von Lüneburg, und werde auch die Eures durchlauchtigsten Bruders, des Bischofs von Osnabrück, genießen, der vorgestern, gemeinsam mit seinem durchlauchtigsten Eheweib, in Rom ankam. Doch um eurer Durchlaucht nicht länger zu behelligen, küsse ich diese durchlauchtigste Hand, erflehe inständig mit brennenden Gebeten 
für ihn vom höchsten und mächtigsten Gott ein langes Leben und schließlich im himmlischen Vaterland ein nie endendes Glück. Lebe wohl, Zierde der Fürsten und glänzendes Vorbild der Tugenden unter den Fürsten dieses Zeitalters. </p>
					<p>
Rom, 31. Okt. 1664. </p>
					<p>
Eurer Durchlaucht untertänigster und gehorsamster Diener, </p>
					<p>
Athanasius Kircher </p>
					<p>
</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-362">
				<div type="Fletcher">
					<p>
        38 [1660221] 21 February, 1665  </p>
					<p>
      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 362  </p>
					<p>
      Kircher expresses his pleasure at and abashed gratitude for August's 
      latest gift. Jansson reports that the Mundus subterraneus is already en 
      route to Matthias Weber in Hamburg for shipment to Wolfenbüttel.  
      The astronomers in Rome have discovered a new comet "in cingulo Andromedae 
      proximae Cassiopeiae" and no doubt in Wolfenbüttel too the observers are 

      wondering "quid Deus Opt. Max. per nova haec coeli monstra nobis indicet". 


      Kircher has added to this letter "novam Saturni et lovis phrasin quam 
      losephus Campanus tubo 55 palmorum a se constructo detexit", a sighting 
      which has caused intense speculation in Rome on the heavenly bodies 
      orbiting Saturn.  </p>
					<p>
      Burckhard II 140-141  </p>
					<p>
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 402.  
      Kircher's enclosure here was probably the single copperplate engraving 
      from Giuseppe Campani, Lettera intorno all' ombre delle stelle Medicee nel 
      volto di Giove, ed altri nuovi fenomeni celesti scoperti co' suo occhiali, 
      Rome, 1665.        A letter written by Kircher on the same day to Kaspar Schott (Lubienietzki 
      1765) forwards the same gift, echoes the same phrasing.  
      In his closing years, Kircher did much to help promote and distribute the 
      optical instruments made in Rome by Giuseppe Campani and Eustachio Divini. 
      See for example the approach to Kircher by the Englishman John Dodington, 
      resident in Venice, in his search, on behalf of the Royal Society, for 
      "piu perfetti" instruments from Campani and Divini (P.U.G. 559 f. 21. 
      Venice, 17 June, 1671). Kircher discusses the respective merits as 
      instrument makers of Divini and Gottignies (see N° 39 below) in a letter 
      of the 26 June, 1670 to Langenmantel (pp. 40-42), whilst K. Schott in turn 
      eulogises Divini's instrumental and optical skills in his Ioco-Seriorum 
      naturae et artis sive magiae naturalis centuriae tres, Würzburg, 1666, p. 
      132.  
     </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00013"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>
						<expan abbr="Serenis.me S.R.I.">Serenissime Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et dux. 
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Utinam uti vellem, sic possem, animi mei gratitudinem atque officiosae voluntatis <lb n="3"/>promptitudinem ob novum praestitae munificentiae specimen sufficentibus verbis explicare; certe <lb n="4"/>aliquid praestitisse videri possem. Sed excessus ille serenitatis vestrae, quo me prosequitur liberalitatis <lb n="5"/>et benevolentiae  tantus est, ut omnem mihi eripiat dandi potentiam, quare eum consultius <lb n="6"/>silentio supprimendum, quam magnae mentis in Serenitate vestra robur nimis ieiune parceque describere. <lb n="7"/>Gratias itaque habeo quas possum maximas pro tanto munere, pro tanto beneficiorum cumulo, quo <lb n="8"/>me tantum non dulciter oppimere nititur. Certe nil mihi <unclear reason="Vielleicht auch raptare oder captare" cert="70">reptare</unclear> video, nisi regis huius pectoris <lb n="9"/>magnificentiam apud seram gratamque posteritatem perennare satagam.  
<lb n="10"/>
						<ref target=" PPN151522677">Mundus subterraneus</ref> iam a praelo manumissus, proxime, uti <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Jansonius</name> mihi scribit, Hamburgum, ad <lb n="11"/>
						<name type="Person" reg="Weber, Matthias">Matthaeum Weberum</name>et per hunc ad <expan abbr="Seren.am">Serenissimam</expan> Celsitudinem vestram compendiosa via destinabitur, quem <lb n="12"/>uti sereno Serenitatis vestrae ingenio iudicioque limatissimo quadraturum confido, ita quoque, nisi mea me <lb n="13"/>fallet opinio, minime displiciturum. <ref target="MSSba-ii-5-361">
							<index level1="K-A" level2="Buch" index="Geschenk"/>Observationem quoque Cometae</ref>, hic Romae peractam, iam haud dubie <lb n="14"/>ab Agente <name type="Person" reg="Anckel, Johann Georg">Georgio ab Ankelen</name>, viro humanissimo, acceperit. Interim ab Astronomis Romanis in Cingulo <lb n="15"/>Andromedae, proximae Cassiopeiae, novi <term>Cometae</term> quoddam rudimentum, seu potius Embryo detectus fuit <lb n="16"/>qui obscurae adinstar nubeculae se spectandum praebet; quem et Astronomos Serenitatis Vestrae observare velim. <lb n="17"/>Quid Deus <expan abbr="Opt.Max.">Optimus Maximus</expan>per nova <unclear reason="Leseproblem, haec nach Fletcher" cert="70">haec</unclear> caeli monstra nobis indicet, conditor omnium solus novit; nostrum erit <lb n="18"/>divinum iustitiam incessantibus precibus fatigare, ut signa malorum portenta in bonam christiani <lb n="19"/>orbis convertat. Iungo hisce <ref target="GBV142941174">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1665-02-21" index="Geschenk"/>novam Saturni et Iovis phasin</ref>, quam <name type="Person" reg="Joseph Campanus">Iosephus Campanus</name>
						<term>tubo</term> 55 <lb n="20"/>palmorum, a se constructo, detexit. ex quibus colligitur Comites hucusque, circa Saturnum visos, <lb n="21"/>non esse sidera, sed lucidum orbem, quo sapientissimus Orbis Opifex Saturni globum circumdare sibi <lb n="22"/>complacuit; quem ob finem adeo nobis incognitum est, quam abdita eius Consilia nobis cognita esse, noluit, <lb n="23"/>atque solum admirari eius opera, qui comprehendere non possumus. Vale <expan abbr="ser.me. S.R.I.">Serenissime Sanctae Romani Imperii</expan> Princeps, Imperii Decus et <lb n="24"/>gloria, nec non Literatorum Maecenas munificentissime. 

</p>
					<closer>
						<lb n="25"/>Romae <date value="1665-02-21">21 Feb. 1665</date>
						<lb n="26"/>
						<expan abbr="Seren.mae Celsitudinis v.rae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="27"/>Servus omnium humillimus et devotissimus  
 <lb n="28"/>Athanasius Kircherus 
 </closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Fürst und Herzog des heiligen römischen Reiches!</p>
					<p>
Wenn ich, wie ich wollte, doch meine Dankbarkeit und Bereitschaft meiner Dienstbeflissenheit ob des erneuten Beweises mir erwiesener Wohltätigkeit mit hinlänglichen Worten darlegen könnte! Gewiss, es könnte scheinen, ich hätte etwas geleistet. Doch jenes Übermaß an Freizügigkeit und Wohltat, mit der Eurer Durchlaucht mich bedenkt, ist so groß, dass es mir jegliche Möglichkeit zu geben entreißt, weshalb es ratsamer ist, es schweigend zu übergehen, als die große Geistesstärke eurer  Majestät allzu dürftig und spärlich zu schildern. Daher danke ich vielmals für ein so großes Geschenk, für eine solche Anhäufung von Wohltaten, mit der sie sich befleißigt, mich nahezu liebevoll zu erdrücken. Ich sehe, dass ich gewiss für mich nichts ergreife, als eifrig den Großmut Eures königlichen Herzens bei der kommenden dankbaren Nachwelt zu verewigen. Der nun bereits gedruckte "Mundus subteraneus" wird in Kürze, wie Janson mir schrieb, auf dem kürzesten Weg zu Matthias Weber und von diesem zu Eurer durchlauchten Hoheit geschickt werden. Ich vertraue darauf, dass er dem klaren Geist und geschliffenen Urteil Eurer Durchlaucht angemessen sein wird und so auch, wenn ich mich nicht täusche, keineswegs missfallen wird. Auch die hier in Rom verfertigte "Observatio Cometae" wird er zweifelsohne von seinem Agenten, dem hochgebildeten Georg Anckel erhalten. Indessen ist von den Römischen Astronomen
im Gürtel der Andromeda, dicht neben der Cassiopeia, ein Anfang oder eher der Embryo eines Kometen entdeckt worden, der sich der Betrachtung in der Weise eines dunklen Wölkchens darbietet. Es mögen ihn auch die Astronomen Eurer Durchlaucht beobachten. Was der höchste und mächtigste Gott mit diesem neuen uns gegebenen Himmelszeichen uns bedeuten will, weiß allein der Schöpfer von allem. Unseres Teils wird es sein, die göttliche Gerechtigkeit mit unaufhörlichen Gebeten zu erweichen, damit sie Übel androhende Zeichen zum Guten für den christlichen Erdkreis wende. Ich füge diesen die "Nova Saturni et Jovis phasis" bei, die Joseph Campanus mit einem von ihm konstruierten Rohr von 55 Spannen entdeckt hat. Daraus wird gefolgert, dass die bisher um den Saturn herum gesichteten Begleiter keine Sterne seien, sondern ein leuchtender Kreis, mit dem es dem weisesten Weltschöpfer gefiel, die Kugel des Saturn zu umgeben. Zu welchem Zweck ist uns unbekannt, so wie er nicht wollte, dass wir seine geheimen Entschlüsse kennen und dass wir seine Werke nur bewundern, die wir nicht begreifen können. Lebe wohl, durchlauchtigster Fürst des heiligen römischen Reiches, Zierde und Ruhm des Reiches und dazu freigiebigster Mäzenas für die Wissenschaft.</p>
					<p>
Rom, 21. Februar 1665</p>
					<p>
Eurer Durchlaucht untertänigster und gehorsamster Diener, </p>
					<p>
Athanasius Kircher 
          </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-363">
				<div type="Fletcher">
					<p>
        

      39 [16650327] 27 March, 1665  </p>
					<p>
      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 363  </p>
					<p>
      Kircher thanks August for his support in printing the Iter cometae. He now 
      forwards a further, extended observation of the same comet, carried out "a 
      Collegii Romani Mathematico perfectius". Kircher sends too a copy of his 
      "Nova Physiologia de natura Cometarum ... et quemadmodum ob multas causas, 
      sub meo nomine publica'luci committendum non censui". The work has been 

      translated into Italian by "uni ex privatis meis Auditoribus" and was in 
      fact published under this latter's name.</p>
					<p>  
      Burckhard II 141-142 with the date 25 March, 1665. </p>
					<p> 
      This second comet observation is in the present Library at 45.4 (11) 
      Astron. 4° as Tabula Uranographica, exhibens situs quas Cometa habuit 

      inter stellas fixas, cum meridianum Romanum attigit mense decembri anni 
      1664. iuxta observationes P. Aegidii Francisci de Gottignies Soctis Jesu 
      in Collegio Romano Matheseos professoris.  
      A second sheet, at 45.4 (12) Astron. 4°, has the title as above but with 
      "mense Ianuarii anni 1665". Both broadsheets (44.00 x 25.50 cm), with 

      commentary and copperplate engraving, bear however the manuscript 
      addition: "Sermo Principi et Duci Ferdinando Alberto Athanasius 
      Kircherus."  
      Gilles François de Gottignies S.J. (1630-1689) taught mathematics at the 
      Roman College from 1662 to 1687: see too in this context Buonanni, p. 364. 
      Gottignies, an industrious and practical sky-watcher who developed his own 
      telescope, was to clash in 1666 with the equally pragmatic Eustachio 
      Divini on the interpretation of spots observed on the planet Jupiter (see 
      his Lettera diretta ad E. Divini, Rome, 1666). It was too Gottignies' 

      growing observational reputation that led John Dodington to enquire of 
      Kircher from Venice on how best to acquire lenses produced by Gottignies: 

      see P.U.G. 560 f. 97. 21 March, 1671.  </p>
					<p>
      In the "Nova Physiologia" we recognise the work: Gioseffo Petrucci, 
      Fisiologia nuova della natura delle comete, Rome, 1665, (32 pages). The 
      Herzog August Bibliothek possesses two copies: one at 42.1 (20) Astron. 
      4°, the other at 45.5 (11) Astron. 4°. It was no doubt Kircher's comments 
      here that brought about August's bold statement on the title page of his 
      copy (42.1 [20] Astron. 4°): "Kercherus Jesuita á(c) verus Authorus".  
      Kircher also divulged his authorship of the Fisiologia in letters to the 
      Pole Stanislas Lubienietzki. In the one (Bibliotheque Nationale, Paris. 
      Fonds latins, nouv. acq. 1640 f. 59. Rome, 8 May, 1665) he explains that 
      the book was "ad multorum Principum instantes deprecationes extortum", 
      describes the ostensible author Giuseppe Antonio Petrucci as "meus 
      privatus discipulus". In a second letter (S. Lubienietzki, Theatrum 
      cometicum, Amsterdam, 1668, 1666. I 754-755. Rome, 25 July, 1665) the 
      gloss on Petrucci is extended into "subtilis ingenii iuvenem meum privatum 
      Academicum".  
      Elsewhere, one of Kircher's earliest biographers, Johann Leonard Pfaff 
      (1775-1848), who became bishop of Fulda in 1832, describes Petrucci as 
      Kircher's "in studiis Aegyptiacis adiutor" (Vita Athanasii Kircheri, 
      Fulda, 1831, p. 25).  
      Earlier still in 1665, Juaá± Caramuel Lobkowitz could allude playfully to 
      the true authorship of the Fisiologia (P.U.G. 555 f. 167. Naples, 24 
      March, 1665). Perhaps there was an element of the same playfulness in the 
      mind of Stephan Johann Kestler when in 1680 he entitled his digest drawn 
      from Kircher's printed works the Physiologia Kircheriana experimentalis 
      (Amsterdam). Petrucci, who died in 1680 (NUC 453: 552), also compiled a 
      collective survey based on the Master's varied statements in print. His 
      less decisively titled Prodomo apologetico alli studi chircheriani of 1677 
      was summarised by Kircher in the same year to Langenmantel (p. 74), its 
      author seen as "meo in re litteraria consorte et discipulo".  
      The Fisiologia itself, printed in Rome by Varese, was dedicated by 
      Petrucci (described on the title page as "candidato di Teologia") both to 

      Franz Anton von Dietrichstein (1643-1721) and to the Scot William Lewis 
      Leslie (1641-1704). Both men were to enter the noviciate of the Society of 
      Jesus on the 2 May, 1666, which was also Kircher's 64th birthday.  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00014"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I">Sacri Romani Imperii </expan>Princeps et Dux 
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Quanto indignam meam personam honore prosequatur <expan abbr="Ser.ma Celsitudo V.ra">Serenissima Celsitudo vestra </expan> luculento indicio <lb n="3"/>comprobavit, dum <ref target="MSSba-ii-5-361">observationem meam circa currentis anni Cometam</ref>, non nisi obiter, et impolito <lb n="4"/>stylo peractam summo meo rubore publici iuris facere non est dedignata. Quod si praevidissem, <lb n="5"/>forsan quidpiam incomparabili Serenitatis vestrae merito dignius excellentiusque concinassem. <lb n="6"/>Quicquid sit, accepto illam, ea qua par est, gratiarum actione. et ne tantae benignitati <lb n="7"/>ingratus videar. Mitto hisce Serenitati Vestrae aliam <index level1="K-A" level2="Buch" level3="1665-03-27" index="Geschenk"/>
						<ref target="PPN150849877">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1665-03-27" index="Geschenk"/>observationem</ref> a Collegii Romani <name type="Person" reg="Gottignies, Gilles François de" key="P06">Mathematico</name>
						<lb n="8"/>perfectius exactam, una cum <ref target="PPN151657866">nova physiologia de natura Cometarum</ref>, in qua, quicquid <lb n="9"/>curiosum desiderari potest excussum reperitur; et, quemadmodum ob multas causas, sub meo nomine <lb n="10"/>publicae luci committendam, non censui; ita quoque, ut multorum Procerum sollicitantium desiderio <lb n="11"/>satisfieret, uni ex privatis meis Auditoribus, in Italicam Linguam traductam, suo nomine edendam, <lb n="12"/>commisi. quem et, uti ingenio et calamo promptus est, ita quoque plenam satisfactionem dedisse, <lb n="13"/>confido. Vale <expan abbr="Sere.me">Serenissime</expan> Princeps, <expan abbr="S. R. I.">Sacri Romani Imperii</expan> fulcimentum.  </p>
					<closer>
						<lb n="14"/>Romae <date value="1665-03-27">27 Martii 1665</date>
						<lb n="15"/>
						<expan abbr="Ser.me Celsidutinis V.rae">Serenissime Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="16"/>Servus humillimus et devotissimus   
<lb n="17"/>Athanasius Kircherus  

</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p> 
wie große Ehre eure Durchlaucht meiner unwürdigen Person angedeihen lasst, hat sie mit einem lichtvollen Zeichen bewiesen, indem sie nicht verschmähte, meine nur obenhin und in unvollkommenem Stil verfasste Beobachtung über den Kometen des laufenden Jahres, zu meiner höchsten Beschämung der Öffentlichkeit zu übergeben. Wenn ich es vorhergesehen hätte, dann hätte ich vielleicht etwas dem unvergleichlichen Verdienst eurer Durchlaucht Würdigeres und Vorzüglicheres ersonnen. Wie auch immer, ich werde sie mit jenem Dank in Empfang nehmen, der ihr angemessen ist. Und damit ich mich einer solchen Wohltat nicht undankbar erweise, schicke ich mit diesen Zeilen eine andere, von einem Mathematiker des römischen Kollegiums vollkommener ausgearbeitete Beobachtung, zusammen mit der "Nova physiologia de natura Cometarum", in der, was auch immer an Interessantem gewünscht werden kann, gedruckt gefunden wird. Und insofern ich aus vielen Gründen meinte, dass es nicht unter meinem Namen veröffentlicht werden sollte, habe ich auch um das Verlangen vieler großer Häupter, die mich dazu ermunterten, zu befriedigen, einen meiner privaten Hörer veranlasst, es unter seinem Namen ins Italienische zu übersetzen. Ich bin zuversichtlich, dass dieser, insofern ihm Geist und Feder zu Gebote stehen, dies auch zur vollen Befriedigung getan hat. Lebe wohl Durchlauchtigster Fürst und Stütze des Reiches.</p>
					<p>
Rom, 27. März 1665.</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigster Hoheit untertänigster und gehorsamster Diener</p>
					<p>
Athanasius Kircher
</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-365">
				<div type="Fletcher">
					<p>
        

      43 [16650508] 8 May, 1665</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>  
      HAB: BA N° 365  </p>
					<p>
      As already promised, Kircher forwards the Historia Eustachio-Mariana. He 
      describes, not without emotion, his discovery and restoration of the 
      derelict church at Mentorella. A second copy is enclosed for Johann 
      Friedrich, "quem iam audio in defuncti fratris locum successisse".  </p>
					<p>
      Burckhard II 142 </p>
					<p> 
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 405.  
      A letter to August from Johann Friedrich (Celle, 28 August, 1665 "hor. 8 
      mat."), acknowledging the book's arrival, is at HAB: BA N° 369/3.  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00016"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et dux.  
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Mitto tandem Serenitati vestrae novum a me editum opusculum cui titulus <lb n="3"/>
						<ref target="PPN151522596">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1665-05-08" index="Geschenk"/>Historia Eustachio - mariana</ref>, iam dudum promissum. cuius argumentum uti <lb n="4"/>Libri frons luculenter ostendit, ita quoque supervacaneum duxi id fusioribus verbis explicare. <lb n="5"/>Locus in in eo describitur, tum conversione <name type="Person" reg="hl. Eustachius">D. Eustachii martyris</name> ad Christum; tum <name type="Körperschaft" reg="Marienkirche">Eccle<lb n="6"/>sia deiparae</name>, ibidem a <name type="Person">Constantino Magno Caesare</name> fundata Ecclesia apud Ecclesiasti<lb n="7"/>cos Scriptores celeberrimus; quem hucusque incognitum, et non nisi fama Historicorum <lb n="8"/>notum praeteritis annis, antiquitates Veteris Latii exploraturus in altissimi <name type="Ort" reg="Palästrina">Praenestini</name>
						<lb n="9"/>Montis inaccessa paene solitudine, non tam casu, quam divini Numinis ductu detectum, <lb n="10"/>hoc praesenti Opusculo Orbi manifestandum, censui. Quicquid sit, Serenitas vestra <lb n="11"/>illud eo acceptabit affectu, quo alia a me sibi oblata pro sua excessiva humanitate <lb n="12"/>et benevolentia acceptare non est dedignata. Vale <expan abbr="Seren.me">Serenissime</expan> Princeps <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> decus et gloria.
</p>
					<closer>
						<lb n="13"/>Romae <date value="1665-03-08">8 Martii 1665.</date>
						<lb n="14"/>Serenissimae Celsitudinis <expan abbr="V.rae">Vestrae</expan>
						<add place="marginbot" resp="AK">
							<lb n="15"/>Mitto aliud exemplar <expan abbr="Ser.mi">Serenissimi</expan> Principi <name type="Person" reg="Johann Friedrich"><expan abbr="Joh.">Johanni Frederico</expan>
							</name>, quem iam audio <lb n="16"/>in defuncti Fratris locum successisse; Vestra Serenitas rogo dignetur illud <lb n="17"/>opportuna occasione ad eum transmittere; et excuset meam importunitatem <lb n="18"/>quam non nisi ex summa, qua erga <expan abbr="Ser.tem. V.ram">Serenitatem Vestram</expan> confidentia 
<unclear reason="nicht lesbar" cert="80">sum excu<lb n="19"/>satam</unclear> norit.</add>
						<lb n="20"/>Servus humillimus et devotissimus
<lb n="21"/>Athanasius Kircher.
</closer>
					<trailer>
						<expan abbr="Ser.mi">Serenissimi</expan>
						<expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Principi et Duci Wolfenbüttel
</trailer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
endlich schicke ich eurer Durchlaucht das neue, von mir herausgegebene
kleine Werk, dessen Titel "Historia Eustachio-Mariana" lautet, das ich schon lang versprochen habe. Insofern dessen Gegenstand der Anfang des Buches klärlich darlegt, halte ich es für überflüssig, es weitschweifig zu erläutern. Der Ort wird darin beschrieben, hochberühmt bei den Kirchenschriftstellern, einerseits wegen der Konversion des Märtyrers Eustachios zu Christus, andererseits wegen der Marienkirche, die ebendort von Konstantin dem Großen gestiftet wurde; diesen bislang unbekannten oder allenfalls gerüchteweise von den Historikern her bekannten Ort habe ich, als ich im Begriff war, nach vielen Jahren wieder die Altertümer des alten Latium zu erkunden, in der nahezu unzugänglichen Einsamkeit des höchsten Berges von Palästrina entdeckt, nicht so sehr durch Zufall als durch göttliche Fügung, und meinte, es mit dem gegenwärtigen kleinen Werk der Welt bekannt machen zu müssen. Wie auch immer, Eurer Durchlaucht wird es mit der Geneigtheit annehmen, mit der Sie auch das andere von mir Dargebrachte nach Maßgabe ihrer außergewöhnlichen Bildung und ihres Wohlwollens anzunehmen nicht verschmähte. Lebe wohl, durchlauchtigster Fürst, des Reiches Zierde und Ruhm.</p>
					<p>
Rom, 8. Mai. 1665</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und gehorsamster Diener 

Athanasius Kircher</p>
					<p>         
P.S. Ich schicke ein weiteres Exemplar für den durchlauchtigsten Fürsten Johann Friedrich, der, wie ich hörte, die Stelle des verstorbenen Bruders eingenommen hat. Ich bitte Eurer Durchlaucht mir die Ehre zu erweisen, ihm jenes bei günstiger Gelegenheit zu übermitteln. Und er möge meine Unverfrorenheit entschuldigen, die er nur aus dem hohen Vertrauen, das ich gegen Eurer Durchlaucht hege, entschuldigt weiß. 

</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-366">
				<div type="Fletcher">
					<p>45 [16650725] 25 July, 1665 </p>
					<p>
      Athanasius Kircher to Duke August</p>
					<p>
      HAB: BA N° 366 </p>
					<p>  
      Kircher is again overwhelmed by "tantae benignitati et munificentiae", 
      lavished by August through him for the benefit of the world of learning 
      and of posterity. The Iter Hetruscum, on which he has spent so many years, 
      originally intended for the grandduke of Tuscany, he now intends to 
      dedicate to August. He will inform Jansson of the amendment, so that 
      posterity will learn of his debt to August.  
      To aid the duke in his advanced age, Kircher offers medicaments: "ex 
      pharmacopaeo nostro ... magna cura et ingenio a nostris chimicis 
      praeparata Magistoria ... quam ut vitam Ser.tis V.ri Nestorios in annos, 
      vigore horum medicamentorum perpetuet."  
      He will forward his recent Arithmologia sive de abditis numerorum 
      mysteriis [Rome, 1665] when J.G. Anckel informs him it is safe to do so.  
      </p>
					<p>Burckhard II 234-235   

      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00017"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii </expan>Princeps et dux  
      </opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Celsitudo vestra serenissima novo beneficiorum cumulo adeo me obruit, ut rubore <lb n="3"/>suffusus, quomodo tantae benignitati et munificentiae correspondeam, ignorem. Et quoniam <lb n="4"/>vir Literatus quidpiam dignius et honorificentius agere nequit, quam ut, quorum liberalitate 
<lb n="4"/>
						<expan abbr="Reip.">Reipublicae</expan> Literariae profuit, 
eorum quoque merita ad immortalitatem posteritati transcribat. Ne itaque <lb n="5"/>et ego tam profusae et plane regiae liberalitati serenitatis vestrae ingratus videar; opere aliquo <lb n="6"/>insigni meam in <expan abbr="Sert.am V.ram">Serenitatem Vestram</expan> voluntatem exprimendam censui. Siquidem opuscula illa, quae quotannis <lb n="7"/>a me eduntur, leviora semper censui, quam ut ea tam altae Prosapiae Principi, et de <expan abbr="Rep. Litriae">Republica Litteraria</expan>
						<lb n="8"/>adeo bene merito dicentur; opus itaque grandius et magnificentius, quod <ref target="WT1">Iter Hetruscum</ref>
						<lb n="9"/>dicitur, primo magno <name type="Person">Hetruriae Duci</name>, sed modo, quum dignius non occurrat, mutata intentione, <lb n="10"/>maiori iure et merito glorioso Serenitatis  <expan abbr="Vrae">Vestrae</expan> Nomini consecrandum duxi; et ne in exse<lb n="11"/>quendo proposito moras necterem, eidem operi limando, augendoque relictis omnibus aliis <lb n="12"/>unice incumbo. ut quantocyus ad <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Iansonium</name>, (qui illud, solita magnificentia imprimendum <lb n="13"/>instanter iam a multis annis petiit,)amandatum praelo subdatur. Idque facio tanto libentius, <lb n="14"/>quanto iam dudum occasionem aliquam, qua immortalita <expan abbr="Sertis Vri">Serenitatis Vestrae</expan> in <expan abbr="Remp. Lit.am">Rempublicam Literariam</expan> praestita <add place="supralinear" resp="AK">merita</add>, propensi<lb n="15"/>oremque potissimum in studiorum meorum promotionem affectum, posteritati attestare valeam, <lb n="16"/>sollicitius exquisivi. <hi rend="unterstrichen">Si praeterea</hi> nonulla ex <term>pharmacopaeio</term> nostro nobilioris essentiae magna <lb n="17"/>cura et ingenio a nostris chimicis <unclear reason="-ae schwer lesbar" cert="70">praeparatae</unclear> magisteria ad senile <expan abbr="Sertis vrae">Serenetatis Vestrae</expan> corpus fovendum <lb n="18"/>et corroborandum transmisero ea sane acceptare dignabitur animo, quo ille offert, qui <lb n="19"/>aliud non exoptat, quam ut vitam <expan abbr="Sertis vrae">Serenitatis vestri</expan> Nestorios in annos vigore horum <hi rend="unterstrichen">medicamentorum perpetuet</hi>. <lb n="20"/>Impressi hoc anno duos libellos, quorum prior inserebatur <ref target="PPN151522596">Historia Eustachio-mariana</ref>, quem haud dubie <lb n="21"/>iam a me transmissum acceperit. Alter <ref target="PPN151522537">de abditis numerorum mysteriis</ref> agit, quem pariter propediem <lb n="22"/>ad <expan abbr="Ser.tem V.rm">Serenitatem Vestram</expan> destinabo, ubi primum a <name type="Person" reg="Anckel, Johann Georg">
							<expan abbr="Joe">Johanne</expan> Georgio Anchelen</name>
						<expan abbr="Ser.tis V.rae">Serenitatis vestrae</expan> Augustae Vindelicorum <lb n="23"/>
						<term>Agente</term> intellexero,  qua occasione omnia haec tuto et secure transmitti possint. Atque ne <expan abbr="Sertem vam">Serenitatem vestram</expan>
						<lb n="24"/>negotiorum mole agravatum diutius interpellem, sisto calamum. Vale grande decus principum <lb n="25"/>et unicum exemplar. 
</p>
					<closer>
						<lb n="26"/>Romae <date value="1665-07-25">25 Julii 1665</date>
						<lb n="27"/>
						<expan abbr="Ser.mae Celsitudinis V.rae">Serenissimae Celsitudinis vestrae</expan>
						<lb n="28"/>Servus omnium humillimus et <expan abbr="devo.mus">devotissimus</expan>
						<lb n="29"/>Athanasius Kircherus 
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
Eure durchlauchtigste Hoheit haben mich mit einem neuen Berg von Wohltaten überhäuft, so dass ich, von Schamröte übergossen, nicht weiß, was ich auf eine solche Wohltat und Großzügigkeit erwidern soll. Und da ein Mann der Feder nichts Würdigeres und Ehrerbietigeres tun kann, als dass er auch den Nutzen dieser Dinge, durch deren Freigiebigkeit er der Respublica literaria nutzte, der Nachwelt 
für die Unsterblichkeit überliefert, meinte ich daher, damit ich mich einer 
so reichen und wahrhaft königlichen Freigiebigkeit nicht undankbar erweise, mit 
irgendeinem vorzüglichen Werk meinen Willen Eurer Durchlaucht gegenüber zum Ausdruck bringen zu müssen. Wenn ich denn jene kleinen Werke, die jährlich von mir herausgegeben werden, immer für zu leicht befand, als dass sie einem so hochbedeutenden und um die Respublica literaria so verdienstvollen Fürsten gewidmet werden, meinte ich daher, dass ein größeres und bedeutenderes Werk mit dem Namen "Iter Etruscum", das zunächst dem bedeutenden Herzog von Florenz, sodann aber nach einem Sinneswechsel, da mir nichts angemessener erschien, mit größerem Recht und Verdienst Eurer Durchlaucht Namen widmen zu müssen. Und damit ich in der Ausführung meines Vorsatzes nicht weiter Zeit vergeude, widme ich mich einzig und allein dem Ausformulieren und Vermehren besagten Werkes, indem ich alles andere liegenlasse, damit es so schnell wie möglich Janson  - der danach schon seit vielen Jahren inständig verlangt, um es, wie gewohnt, prachtvoll zu drucken – zugeschickt und der Presse übergeben wird. Und dies tue ich umso lieber, als ich schon des längeren mit Eifer eine Gelegenheit suche, durch die ich die unsterblichen Wohltaten, die Eurer Durchlaucht für die Respublica literaria geleistet hat, und vor allem das allzu geneigte Interesse an der Förderung meiner Studien der Nachwelt zu bezeugen vermag. Wenn ich außerdem aus unserem Arzeikästchen kunstvolle Erzeugnisse aus einer edleren Substanz, die von unseren Alchemisten mit großer Sorgfalt zubereitet wurde, zur Pflege und Stärkung des gebrechlichen Körpers Eurer Durchlaucht übersenden werde, dann wird sie sie wohl würdig befinden, sie mit diesem Gefühl anzunehmen, mit dem jener sie darbietet, der nichts anderes wünscht, als dass das Leben Eurer Durchlaucht kraft dieser Medikamente bis ins Nestorianische Alter fortdauere. Ich habe dieses Jahr zwei Büchlein drucken lassen. Dem ersteren ist die "Historia Eustachio-mariana" beigefügt, die Ihr, da sie von mir bereits geschickt wurde, zweifelsohne erhalten habt. Das andere handelt handelt von verborgenen Geheimnissen der Zahlen; ich werde es ebenfalls in den nächsten Tagen zu Eurer Durchlaucht auf den Weg bringen, sobald ich von dem Agenten Eurer Durchlaucht in Augsburg, Johann Georg Anckel, erfahren habe, bei welcher Gelegenheit dies alles sicher und ungefährdet übersandt werden kann. Und damit ich Eurer Durchlaucht, beladen mit dem Gewicht der Verpflichtungen, nicht länger aufhalte, lege ich die Feder beiseite. Lebe wohl, erhabene Zierde und einzigartiges Vorbild der Fürsten.</p>
					<p>
Rom, 25. Juli 1665</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigster Hoheit untertänigster und gehorsamster 
Diener</p>
					<p>
Athanasius Kircher
</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-367">
				<div type="Fletcher">
					<p>
       
      46 [16650801] 1 August, 1665</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>  
      HAB: BA N° 367  </p>
					<p>
      Kircher forwards the "musculum (sic), cui titulus de arcanis numerorum 
      mysteriis", in which (p. 149) he describes the merits of August's own 
      cryptographic studies, which have tremendously helped his own work. The 
      Iter Hetruscum he has now formally dedicated to August. It describes the 
      antiquities of Hetruria, from the days of Noah, discusses the political 
      history of the region, expounds on "miracula naturae, quae in Montibus, 
      Vrbibus, Territoriis, fluminibus, lacubus, Thermarumq. multitudine 
      observavi ...".  </p>
					<p>
      Burckhard II 143 (with the date: 6 May, 1665).</p>
					<p>  
      Kircher's latest "munusculum" was the Arithmologia sive de abditis 
      numerorum mysteriis, Rome, 1665. In one (l. 1. Arith. 4°) of the two 
      copies now in the Library, the final paragraph (p. 149) of Part Il ("De 
      arcanis Numerorum quorundam, quos pronicos vocant, proprietatibus") is 
      completely underlined, with August's firmly inked "NB" in the right-hand 
      margin. The scored paragraph deals with Kircher's current correspondence 
      with August, "qui et innumeros alios modos invenit arcane scribendi, quos 
      in pulchra illa sua Cristologia (sic), summo Principum emolumento mundo 
      patescit."  
      Ferdinand Albrecht's copy (Li Sammelband 189 [1]) bears on the same page 
      the righteous manuscript note: "Titulus libri: Gustavi Seleni Systema 
      integrum Cryptographiae". Kircher refers more accurately to August's 
      Cryptologia in bis own Polygraphia (pp. 80-81, and Appendix, p. 1).  
      In a letter of the 4 January, 1664 to J.G. AnckeI (HAB: BA N° 388 [Copy]), 
      Kircher confesses to having not yet seen a copy of the Cryptologia 
      (Burckhard I 72). By the 14 July, 1664 (HAB: BA N° 397) he had received 
      the book through Anckel, which in turn inspired him to seek a copy of the 
      "Schachspiel" [Gustavus Selenus, Das schach oder könig spiel, Leipzig, 
      1616]. See here Burckhard I 73.</p>
					<p>  
      In his covering letter to J.G. Anckel (HAB: BA N° 407) Kircher records his 
      receipt of the 200 taler (which translated into 168 scudi) forwarded by 
      August. The cancelled draft is at HAB: BA N° 408. 
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00018"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii </expan>Princeps et dux.
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Mitto hisce Serenitati<expan abbr="V.rae">Vestrae</expan> novum hic Romae a me editum opusculum, cui titulus, <ref target="PPN151522537"> de arca<lb n="3"/>nis Numerorum Mysteriis</ref>: in quo <xref doc="&exhib_v3-1;">fol. 149 mentionem feci Cryptographiae</xref>
						<expan abbr="Ser.tis V.rae">Serenitatis Vestrae</expan>. exiguum <lb n="4"/>sane munusculum, comparatum meritis infinitis, queis me meaque studia promovere non desistit. <lb n="5"/>Opus paulo amplius, et eruditione forsan amplius, cui Titulus, <ref target="WT1">Iter Hetruscum</ref>, <lb n="6"/>(in quo Hetruriae Antiquitas, a Noe progenie, in hunc usque diem, describitur; Politicus <lb n="7"/>status exponitur; Miracula Naturae, quae in Montibus, Urbibus, Territoriis, fluminibus, <lb n="8"/>Lacubus, Thermarumque multitudine observavi explicantur) Celsitudini <expan abbr="vrae">vestrae</expan> Serenissimae <lb n="9"/>dedicare constitui. quod et anxie <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Iansonius</name> iam a multo tempore expetiit. <lb n="10"/>Miseram quoque aliud opusculum <expan abbr="Ser.ti vrae">Serenitati vestrae</expan>, cui titulus <ref target="PPN151522596">Historia Eustachio-mariana</ref>, quod <lb n="11"/>num acceperit, nescio. <hi rend="unterstrichen">Reliquia vero</hi>, quae <expan abbr="Ser.ti vrae">Serenitati vestrae</expan> in ultimis meis me missura <lb n="12"/>pollicitus sum; exequar propediem, ubi primo per quem et qua via illa tuto et secure <lb n="13"/>transmitti possint, a <name type="Person" reg="Anckel, Johann Georg">Johanne Georgio Ankelen</name>, fideli suo in Augusta 
Residente intellexero. <lb n="14"/>Vale <expan abbr="Seren.me">Serenissime</expan> Princeps; et dignare acceptare munuscula eius, qui semper est et fuit
</p>
					<closer>
						<lb n="15"/>Romae <date value="1665-08-01">1 Augusti 1665</date>
						<lb n="16"/>Celsitudinis <expan abbr="Vrae">Vestrae</expan>Serenissimae  
<lb n="17"/>Humilis et devotus servus  
<lb n="18"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
Hiermit schicke ich Eurer Durchlaucht ein neues, hier in Rom herausgegebenes 
kleineres Werk mit dem Titel "De Arcanis Numerorum Mysteriis",
in dem ich auf Blatt 149 die Kryptographie Eurer Durchlaucht erwähne. Ein freilich dürftiges Geschenk, verglichen mit den unendlichen Wohltaten, mit denen ihr mich und meine Studien unablässig fördert. Ich habe beschlossen, ein wenig umfangreicheres, auch an Gelehrsamkeit vielleicht umfangreicheres Werk Eurer Durchlaucht zu widmen, das den Titel "Iter Hetruscum" trägt (in diesem werden die Altertümer Etruriens, von den Nachkommen Noahs bis zum heutigen Tag beschrieben; das Staatswesen wird dargelegt; die Wunder der Natur erläutert, die ich in den Bergen, den Städten, Landschaften, Flüssen, Seen und zahlreichen Quellen beobachtet habe). Dies wünschte dringlich seit geraumer Zeit auch Janson. Ich habe Eurer Durchlaucht auch ein anderes kleineres Werk geschickt, das den Titel "Historia Eustachio-mariana" trägt, von dem ich nicht weiß, ob Sie es erhalten hat. Das übrige aber, was ich Eurer Durchlaucht in meinem letzten Schreiben zu schicken versprach, will ich in den nächsten Tagen erledigen, sobald ich von Eurem Getreuen in Augsburg, Johann Georg Anckel, erfahren habe, durch wen und auf welchem Weg es sicher und ungefährdet übersandt werden kann. Lebe wohl, Durchlauchtigster Fürst, und erweist mir die Ehre, die geringen Gaben dessen zu empfangen, der immer ist und war Eurer Durchlauchtigsten Hoheit untertäniger und gehorsamer Diener, Athanasius Kircher.</p>
					<p> 
Rom, 1. August 1665
 </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-368">
				<div type="Fletcher">
					<p>  
48 [16650822] 22 August, 1665  </p>
					<p>
Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 368  </p>
					<p>
      Kircher ("pauper et humilis Servus suus") forwards the promised 
      "munusculum ex pharmacopaeio nostro". August will also find in the 
      medicine chest "Sertum Philophicum (sic) in publica disputatione Gymnasii 
      nostri Romani a nobili quodam Polono exhibitum, quod uti absolutissimum 
      Pictoriae et chalcographicae Artis specimen ab omnibus aestimatur."</p>
					<p>
      Burckhard II 144  </p>
					<p>
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 409.  
        </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00019"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii </expan>Princeps et dux
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Mitto hisce <expan abbr="Ser.mae Celsitud.ini v.rae">Serenissimae Celsitudini Vestrae</expan>promissum iam dudum <index level1="K-A" level2="Arznei" level3="1665-08-22" index="Geschenk"/>munusculum ex pharmacopaeio <lb n="3"/>nostro depromptum, munusculum, inquam, Serenitatis vestrae infinitis meritis longe dispar, <lb n="4"/>unde meam in ei retribuendo impotentiam excusare dignabitur. Reddo pro mea tenui<lb n="5"/>tate et paupertate, quod possum, et quod gratitudinis adfectu debeo innumeris iamdudum <lb n="6"/>beneficiis non tam devinctus, quam prorsus victus. cuius rei testimonium praebebit Opus, <lb n="7"/>quod glorioso Nominis serenissimi Splendori inscribendum decrevi, ad gratae Posteritatis memoriam. <lb n="8"/>Serenitatem Vestram levidense munus eo animo acceptaturum confido, quo pauper et humilis <lb n="9"/>servus suus ei offert, cord-intima venerationis et observantiae efficacia conferto. <lb n="10"/>Reperiet <expan abbr="V.a Ser.tas">Vestra Serenitas</expan> in eadem cistula <index level1="K-A" level2="Sertum Philosophicum" level3="1665-08-22" index="Geschenk"/> Sertum <corr sic="Philophicum">Philosophicum</corr>, in publica Disputatione Gymna<lb n="11"/>sii nostri Romani a Nobili quodam Polono exhibitum: quod uti absolutissimum Pictoriae et <lb n="12"/>chalcographicae Artis Specimen ab omnibus aestimatur; ita haud ingratum futurum <expan abbr="Ser.ti Vae">Serenitati Vestrae</expan>
						<lb n="13"/>auguror; quod ad imitandum suis Pictoribus exponatur. Vale <expan abbr="Ser.me">Serenissime</expan>
						<expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii </expan>princeps <lb n="14"/>eiusdemque decus et fulcimentum.  
</p>
					<closer>
						<lb n="15"/>Romae <date value="1665-08-22">22. Aug. 1665</date>
						<lb n="16"/>Serenissimae <expan abbr="Celsitud.nis vrae">Celsitudinis vestrae</expan>
						<lb n="17"/>Servus humillimus et devotissimus  
<lb n="18"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
Ich schicke hiermit Eurer Durchlauchtigsten Hoheit das schon seit langem 
versprochene kleine Geschenk aus meinem Arzneikästchen, ein kleines Geschenk, 
sage ich, völlig unvergleichlich den unermesslichen Wohltaten Eurer 
Durchlaucht, weshalb Sie mir die Ehre erweisen wird, meine Ohnmacht, Ihr 
etwas zu vergelten, zu verzeihen. Ich gebe in Ansehung meiner Dürftigkeit 
und Armut, was ich vermag, und was ich dem Gefühl der Dankbarkeit schulde, 
durch die schon längst unzähligen Wohltaten nicht nur bezwungen, sondern 
gänzlich besiegt. Zeugnis dafür wird das Werk ablegen, das, wie ich entschieden 
habe, dem glorreichen Glanz Eures durchlauchtigsten Namens gewidmet werden soll, 
zum Gedächtnis einer dankbaren Nachwelt. Ich vertraue darauf, dass Eurer 
Durchlaucht das geringe Geschenk in diesem Sinne aufnehmen werden, wie es Euer armer und demütiger Diener Euch darbietet, erfüllt von dem herzinnigsten Drang 
der Verehrung und Hochachtung. Eurer Durchlaucht werden in demselben Kästchen 
eine philosophische Abhandlung finden, die von einem Polnischen Edelmann in einer öffentlichen Disputation unseres Gymnasiums vorgebracht wurde, die als vollkommenstes Beispiel für die Mal- und Kupferstichkunst von allen geschätzt wird; so glaube ich nicht, dass das, was zur Nachahmung für seine Maler gezeigt werden kann, Eurer Durchlaucht missfallen werde. Lebe wohl, Durchlauchtigster Fürst des Reiches und dessen Zierde und Stütze.</p>
					<p>
Rom, 22. August 1665</p>
					<p>
Eurer Durchlauchtigster Hoheit 
untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-369">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      49 [16660108] 8 January, 1666 </p>
					<p> 
      Athanasius Kircher to Duke August. </p>
					<p> 
      HAB: BA N° 369  </p>
					<p>
      Kircher dilates with eloquence on August's gift of 300 "imperiales". The 
      duke's fame is resounding around Rome, "omnibus Principibus ad imitandum", 
      and will do so for all time. Kircher has again urged Jansson not to delay 
      with the titles dedicated to August.</p>
					<p>  
      Burckhard I 235-236  </p>
					<p>
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 416.  
        </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00020"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii </expan>Princeps et dux.
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Et quodnam tandem indignae personae meae meritum? quaenam praestitae servitutis obligatio? <lb n="3"/>quodnam meritae umquam operae pretium, esse potest? Quod Serenitas Vestra immeritam <lb n="4"/>meam personam tot tantisque beneficiis, tot muneribus, non dicam cumulare, sed et velut <lb n="5"/>obruere non cesset. Ego sane tanta munificentia, et heroici pectoris amplitudine <lb n="6"/>confusus, quid ex novo CCC Imperialium <term>subsidio</term> conferam nescio; quomodo ingentia <lb n="7"/>in me affluenter congesta munera rependam, omnis consilii expers dubius perplexusque haereo. <lb n="8"/>Verum uti haec ex magnae mentis tuae opulentia profluunt; ita quoque fama volante, <lb n="9"/>tantum apud omnes existimationis tuae Nomen acquisisti etiam in hoc Urbis et Orbis Theatro, <lb n="10"/>ut etiam non desint ex Purpuratis Proceribus, qui tantam in regio <expan abbr="Seren.ti Vrae."> Serenitati vestrae</expan> cordis latitudinem, <lb n="11"/>tam ad benefaciendum profusam obstupescant et depraedicent. eamque in bonis artibus promovendis <lb n="12"/>veluti exemplar proponant, omnibus principibus ad imitandum. ut quid magnum tibi similem <lb n="13"/>Principem deceat, tuo proposito exemplo discant. Restat itaque, ut <expan abbr="Seren.mae Celsitudini Vrae"> Serenissimae Celsitudini Vestrae</expan>
						<lb n="14"/>non quas possum sed quas medullitus vellem pro tantis muneribus, gratias agam maxi<lb n="15"/>mas et immortales. Aliud sane ei rependere nequeo; nisi ut non dumtaxat toti orbi, <lb n="16"/>sed et gratae seraeque posteritati monstrem, quanta <expan abbr="Ser.tis vrae">Serenitatis vestrae</expan> in <expan abbr="Remp liter.ium">Rempublicam Literarium</expan> et in mea <lb n="17"/>potissimum studia promovenda sint merita, et quantae obligationes, contester; Quod in operibus <lb n="18"/>tuo glorioso nominis splendori consecrandis (de quibus iam <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Iansonium</name>, Librorum meorum <lb n="19"/>Impressorem Amsterodamensem monui <add>)</add> me praestiturum confido.  ne tamen et ego munusculis <lb n="20"/>vacuus ante <expan abbr="Ser.tis vrae">Serenitatis vestrae</expan> faciem compaream, ipse nonnulla 

curiosiora, pro meo in <expan abbr="S.V.">Serenitatem Vestram</expan> adfectu, 
<lb n="21"/>proxima occasione transmittam. Vale, Principuum Decus, norma et exemplar. Deumque <expan abbr="O. M.">Optimum Maximum</expan> continuis <lb n="22"/>sollicitare precibus non desisto, ut <expan abbr="Ser.vrm">Serenitatem vestram</expan> longaevos in annos ad Boni publici emolumentum <lb n="23"/>conservet. 
</p>
					<closer>
						<lb n="24"/>Romae <date value="1666-01-08">8. Jan. 1666</date>
						<lb n="25"/>
						<expan abbr="Ser.mae Celsit.dis">Serenissmimae Celsitudinis</expan>Vestrae  
<lb n="26"/>Servus humillimus et devotissimus  
<lb n="27"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
Was ist denn das Verdienst meiner unwürdigen Person? Welche Verpflichtung besteht für einen geleisteten Dienst? Welchen Lohn kann es für ein irgendeinmal verdienstvolles Werk geben? dass Eurer Durchlaucht nicht ablasst, meine unwürdige Person mit so großen Wohltaten und so vielen Geschenken, nicht sage ich: zu überhäufen, sondern gleichsam zu begraben. Ich jedenfalls bin angesichts einer solchen Großzügigkeit und heroischen Weitherzigkeit verwirrt und weiß nicht, was ich aus der neuerlichen Unterstützung von 300 Talern machen soll. Ratlos, zweifelnd und verwirrt stehe ich vor der Verlegenheit: Wie soll ich die reichlich auf mich gehäuften Gaben vergelten? Doch wie diese aus der Fülle Deines großmütigen Sinnes fließen, so erwirbst Du Dir, indem Dein Ruf sich verbreitet, einen solch großen Namen der Wertschätzung bei allen, auch auf diesem Schauplatz der Stadt und der Welt, dass sogar purpurne Häupter nicht 
fehlen, die über eine solch königliche und großzügig Wohltaten erweisende Weitherzigkeit Eurer Durchlaucht erstaunen und sie rühmen. Und sie nehmen sich diese als ein Beispiel für die Förderung der freien Künste, allen Fürsten zur Nachahmung, so dass sie das, was einem großen, Dir ähnlichen Fürsten ziemt, durch Dein Beispiel lernen. Es bleibt daher nur, dass ich Eurer Durchlauchtigsten Hoheit nicht nur, wie ich vermag, sondern wie ich von tiefstem Herzen wünsche, für so große Geschenke meiner tiefsten und unsterblichen Dankbarkeit versichere. Anders vermag ich es ihm allerdings nicht zu vergelten, 
außer dass ich nicht nur dem ganzen Erdkreis, sondern auch der dankbaren späteren Nachwelt zeige, wie groß die Wohltaten Eurer Durchlaucht zur Förderung der Respublica literaria und vor allem meiner Studien sind, und ich werde bezeugen, wie groß die Verpflichtungen sind: ich vertraue darauf, dass ich es leisten werde, indem ich Werke dem ruhmreichen Glanz Deines Namens widme (woran ich schon Janson, den Amsterdamer Drucker meiner Bücher, erinnert habe). Damit dennoch auch ich nicht ohne geringste Geschenke vor dem Antlitz Eurer Durchlaucht erscheine, werde ich selbst einige Kuriositäten als Ausdruck meiner Zuneigung zu Eurer Durchlaucht bei nächster Gelegenheit übersenden. Lebe wohl, Zierde, Richtschnur und Vorbild der Fürsten. Nicht werde ich ablassen, vom höchsten und allmächtigen Gott mit unablässigen Gebeten zu erflehen, dass er Eurer Durchlaucht viele Lebensjahre zum Nutzen des öffentlichen Gutes schenkt.</p>
					<p>
Rom 8. Januar, 1666.</p>
					<p>
Eurer Durchlauchtigster Hoheit</p>
					<p> 
untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="6-Noviss-2f-59">
				<div type="Fletcher">
					<p>

      51 [16660316] 19 March, 1666 </p>
					<p> 

      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>

      HAB 6 Novissimi 2° ff. 59-61: draft (18 March, 1666 at P.U.G. 555 f. 122).</p>
					<p> 
       
      As one of the very few ways possible to him of showing his gratitude to 
      August, Kircher forwards "id quo nihil mihi fuit carius nil pretiosus", a 
      manuscript in Estranghelo-Syriac of the Four Gospels, written in the form 
      of Syriac used in Palestine at the time of Christ. He appends [fol. 61] 
      the 22-letter alphabet used.  

      He has added to this, as a gift from the author, the second volume of G.P. 
      Oliva's Conciones Apostolicarum. The box of medicaments already sent he 
      now supplements with "olea pretiosa et aquae odoriferae separatis arculis 
      inclusae: servientq.tum ad spiritus contentione studiorum exhaustos 
      instaurandos. "</p>
					<p>  
      Burckhard I 133-134, 236-237, 241-242</p>
					<p>  
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 418.</p>
					<p>  
      The Syrian manuscript was considerably older than Kircher's modest 
      estimate: see J. Assfalg, Verzeichnis der orientalischen Handschriften in 
      Deutschland, Wiesbaden, 1961, ff. Vol. 5, Syrische Handschriften, 1963, 
      pp. 8-15, and W. Strothmann, "Der Patriarch der Syrisch-orthodoxen Kirche 

      und das Tetraevangelium Syriacum in Wolfenbüttel", in P. Raabe (ed.), 
      Wolfenbütteler Beiträge. I (1972), pp. 217-225. Burckhard castigates what 
      he calls a "ridiculum errorem" (I 236) in the Annales Academiae Iuliae 
      Semestri IV. an. 1722 (I 165) where this manuscript is described as "Novum 
      Testamentum Syriacum S. Athanasii manu exaratum".  
      It is possible that Kircher in turn acquired the manuscript from one of 
      his earlier patrons, cardinal Francesco Barberini (1597-1679), to whom he 
      dedicated in 1636 his Prodromus Coptus: see L. Holstenius, Epistolae ad 
      diversos. Ed. J.F. Boissonade, Paris, 1817, p. 495 (Epistola CVIII. Rome, 
      May, 1636 to C.F. de Peiresc).  
      Kircher had already (26 December, 1665) announced the sending of the 
      manuscript to Wolfenbüttel in a letter (HAB: BA N° 415) to J.G. Anckel 
      (Burckhard I 241-242).  
        </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00028"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et dux
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Recognitio ingentium beneficiorum, quae <expan abbr="Seren.ma">Serenissima</expan> Celsitudo Vestra <lb n="3"/>in quantumvis indignam meam personam munificentia regiae haud <lb n="4"/>dispari, 
hucusque contulit; nonnullam debitae gratitudinis demonstra<lb n="5"/>tionem veluti iure quodam a me exigere videbatur. Sed quidnam tanti <lb n="6"/>Principis liberalitati condignum rependam non invenio; ne tamen subrusticae <lb n="7"/>ingratitudinis convincar reus; mitto id <expan abbr="Seren.ti vae">Serenitati Vestrae</expan> quo nihil mihi fuit carius, <lb n="8"/>nil pretiosus, videlicet <ref target="MSS3-1-300-Cod-Aug-2f">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1666-03-19" index="Geschenk"/>Quatuor Christi Evangeliorum</ref> rarissimum ve<lb n="9"/>tustissimumque codicem, Syriaca lingua, nec non charactere quem <term>estran<lb n="10"/>ghelo</term> vocant, ante annos 745, prout inscriptio eius in fine libri demon<lb n="11"/>strat, conscriptum; Continet autem praeter 4 Evangelia nonnullas <lb n="12"/>perbreves glossas marginales, modo arabica, iam Syriaca lingua, consrciptas. <lb n="13"/>In calce foliorum fere semper Evangelistarum nomina, rubro colore conscripta, <lb n="14"/>reperie<corr sic="s" resp="AK" cert="90">t</corr>; quibus in occurentium textuum concinnatione consensum concor<lb n="15"/>diamque indicant. Ne vero in reperiundis Capitulis Lector tempus perderet, <lb n="16"/>nos ea iuxta consuetam in Latinis Evangeliis capitulorum seriem et distri<lb n="17"/>butionem, singula suis locis adposuimus, in fine quoque 
Codicis Evangelii se<lb n="18"/>cundum Iohannem quae deerant, supplevimus. Post haec sequuntur Indices <lb n="19"/>qui quo tempore, die, festisque evangelia, recitari debeant exponunt. <lb n="20"/>Scriptus fuit codex, ubi supra memini, lingua Syrica, qua tempore Christi <lb n="21"/>tota Palaestina vulgo utebatur: unde, qui Linguam Hebraeam norit, hanc sine <lb n="22"/>difficultate intra breve tempus addiscet; maxime si <term>lingua chaldaea</term>, quam <lb n="23"/>
						<term>thargumicam</term> vocant, exercitatus fuerit; cum haec ab illa, non nisi charactere <pb corresp="p00029"/>
						<lb n="24"/>differat, ut proinde ad Codicem legendum nil aliud opus sit, quam ut in Chara<lb n="25"/>ctere <term>Estranghelico</term>, qui a Syriaco vix differt, legendo sese exerceat 
Lector. <lb n="26"/>quod ut maiori cum facilitate fiat; alphabetum hic adponendum censui. Porro <lb n="27"/>textus Evangelicus ubique conformis est ei, qui in <ref target="PPN150613253">Bibliis regiis Plantinianis</ref>, Syriace <lb n="28"/>impressis exhibetur. sed haec de Codicis descriptione sufficiant. Qu<corr resp="AK" cert="70" sic="a">i</corr> enim de anti<lb n="29"/>quitate Codicis, de eius scriptore, de loco, patria, oppido ubi conscriptus fuit, plura <lb n="30"/>scire desideraverit, is adeat folium fini Codicis insertum, ubi singula ex Syria <lb n="31"/>in latinam linguam translata reperiet. <lb n="32"/>Addidi huic codici <ref target="PPN15173559X">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1666-03-19" index="Geschenk"/>Tomum II Concionum Apostolicarum</ref>, quem <expan abbr="R.P." cert="50">Reverendissime Pater</expan> Gene<lb n="33"/>ralis Societatis nostrae, <name type="Person" reg="Oliva, Giovanni Paolo" key="PPN145410188">
							<expan abbr="P.">Pater</expan> Joannes Paulus Oliva</name>, proxime editum, meo nomine <lb n="34"/>Serenitati <expan abbr="vrae">Vestrae</expan> offert, qui uti Moralia Argumenta scite et eleganter idio<lb n="35"/>mate Italico tractat, ita quoque <expan abbr="Seren.mae Cels.dni vrae"> Serenissimae Celsitudini vestrae</expan> placiturum, confido.<lb n="36"/>Miseram nuper arculam Iathricam iis medicamentis instructam tum ad <lb n="37"/>Senile <expan abbr="Ser.tis vrae">Serenitatis vestrae</expan> corpus corroborandum, tum ad vitam prolongandam peropportunam <lb n="37"/>quam cum haud ingratam fuisse <del type="overstrike" resp="AK" cert="high">cum</del> intellexissem; mitto hisce alia et sunt <index level1="K-A" level2="Öl" level3="1666-03-19" index="Geschenk"/>olea <lb n="38"/>pretiosa et <index level1="K-A" level2="Duftwasser" level3="1666-03-19" index="Geschenk"/>aquae odoriferae, separatis arculis inclusae, servientes tum ad spiritus <lb n="39"/>contentione studiorum exhaustos instaurandos, tum ad Serenissmae coniugis suae <lb n="40"/>cosmeticum usum; quibus iungo <index level1="K-A" level2="Handschuh" level3="1666-03-19" index="Geschenk"/>3 paria chirothecarum ob odoris praestantiam <lb n="41"/>summae apud caeteros omnes aestimationis; Quae uti singulari ingenio et industria <lb n="42"/>hic Romae conficiuntur, ita quoque haud inaccepta futura spero. <lb n="43"/>Atque haec sunt, quae <expan abbr="Ser.ti vrae">Serenitati Vestrae</expan>
						<corr sic="q" resp="AK" cert="high">a</corr>d debitae gratitudinis demonstrationem, pro mea tenuitate, <lb n="44"/>rependenda duxi, in quibus acceptandis non tam res ipsas, ceteroquin tanto Princi<lb n="45"/>pi summe improportionatas, quam cumprimis animum meum officiosae voluntatis <lb n="46"/>affectu uberem confertumque, spectet velim. Val <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> princeps, principum decus <lb n="47"/>et gloria. meque sub gratiae tuae umbra fovere, studiisque meis, uti facis favere porro ne desiste. 
</p>
					<closer>
						<lb n="48"/>Romae <date value="1666-03-19">19 Martii 1666</date>
						<lb n="49"/>
						<expan abbr="Seren.mae Cels.di vrae">Serenissmimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="50"/>Servus humillimus et devotissimus  
<lb n="51"/>Athanasius Kircherus
</closer>
					<trailer>
						<pb corresp="p00030"/>
 Alphabetum Estranghelo 
</trailer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>
Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
der Blick auf die ungeheuren Wohltaten, die Eure Durchlauchtigste Hoheit 
meiner so unwürdigen Person mit einer königlichen vergleichbaren Großzügigkeit 
bis jetzt erwiesen hat, schien, gleichwie ein Gesetz, einen Beweis der 
schuldigen Dankbarkeit von mir zu verlangen. Aber ich finde nichts, was
ich geben könnte, das einer so großen fürstlichen Freigiebigkeit würdig wäre. 
Damit ich dennoch nicht bäuerischer Undankbarkeit für schuldig befunden werde, schicke ich Eurer Durchlaucht das mir Teuerste und Kostbarste, nämlich einen höchst seltenen und alten Kodex der vier Evangelien Christi in Syrischer Sprache und in einer Schrift, die man Estranghelo nennt, geschrieben vor 745 Jahren, wie eine Inschrift am Ende des Buches beweist. Er enthält jedoch außer den vier Evangelien einige sehr kurze Marginalglossen, bald in Arabisch, bald in Syrisch verfasst. Am Fuß der Blätter findet man nahezu immer, mit roter Farbe geschrieben, die Namen der Evangelisten, mit denen sie den einheitlichen Sinn bei der Zusammenstellung der jeweiligen Texte anzeigen. Damit der Leser beim Finden der Kapitel keine Zeit verliert, haben wir diese nach der gewohnten Kapitelabfolge und -aufteilung in den lateinischen Evangelien hinzugefügt; am Ende des Kodex haben wir beim Johannesevangelium das ergänzt, was fehlte. Hierauf folgt das Verzeichnis, das darlegt, zu welcher Zeit, Tag und Fest die Evangelien rezitiert werden müssen. Geschrieben wurde der Kodex, wie ich oben erwähnte, in Syrisch, das zurzeit Christi in ganz Palästina allgemein gebräuchlich war. Daher wird, wer Hebräisch kann, dieses ohne Schwierigkeit in kurzer Zeit lernen, vor allem, wenn er im Chaldäischen, das man Thargumisch nennt, versiert ist, da dieses von jenem sich nur durch die Schrift unterscheidet. Daher bedarf es, um den Kodex zu lesen, nichts anderem, als dass der Leser sich durch Lesen der Estrangelischen Schrift übt, die sich vom Syrischen kaum unterscheidet. Damit dies leichter fällt, meinte ich, hier ein 
Alphabet beizufügen zu müssen. Im Übrigen stimmt der Text allenthalben mit dem überein, der sich in den Syrisch gedruckten, königlichen Bibeln Plantins findet. Aber das soll zur Beschreibung des Kodex genügen. Denn wer über das Alter des Kodex, über dessen Schreiber, den Ort, das Heimatland, Stadt, wo er geschrieben ist, mehr zu wissen verlangt, der gehe zu dem Blatt, das am Ende des Kodex eingefügt ist, wo er einzelnes finden wird, das aus dem Syrischen ins Lateinische übersetzt wurde. Ich habe diesem Kodex den zweiten Band der apostolischen Predigten beigefügt, die unser verehrenswürdiger Ordensgeneral, Vater Johannes Paulus Oliva, unlängst herausgegeben hat und nun 
durch mich Eurer Durchlaucht offeriert. Ich vertraue darauf, dass, wie er 
die moralischen Beweise kundig und elegant in Italienisch behandelt, er so auch 
Eurer durchlauchtigsten Hoheit gefallen wird. Unlängst schickte ich ein kleines Medizinkästchen, mit Medikamenten versehen, das sehr geeignet war einerseits, den gebrechlichen Körper Eurer Durchlaucht zu stärken, andererseits           das Leben zu verlängern, das, wie ich vernahm, gnädig aufgenommen 
wurde. Ich schicke hiermit anderes, und zwar kostbare Öle und Duftwasser, in getrennten Kistchen verpackt, die einerseits zum Widerentfachen der durch anstrengende Studien erschöpften Lebensgeister, andererseits zum kosmetischen Gebrauch für Eurer Durchlaucht Eheweib dienen. Diesen füge ich drei Paare Handschuhe bei, die wegen der Vorzüglichkeit des Duftes bei allen anderen in höchstem Ansehen stehen. Da sie hier in Rom mit einzigartigem Verstand und Fleiß hergestellt wurden, hoffe ich, dass sie auch angenommen werden mögen. Und dies sind die Dinge, die ich Eurer Durchlaucht zum Beweis meiner schuldigen Dankbarkeit in Ansehung meiner eigenen Dürftigkeit meinte schenken zu müssen. 
Bei deren Annahme möget ihr nicht so sehr die Sachen selbst - im Übrigen 
einem so bedeutenden Fürsten ganz unangemessen -, als vor allem meine Absicht, 
reich und voll vom Gefühl der dienstbaren Zuneigung, sehen. Lebe wohl, Fürst des Reiches, Zierde und Ruhm der Fürsten, und lasse ferner nicht ab, mich unter dem Schirm deiner Gnade zu fördern und meine Studien, gleichwie als heilige, zu begünstigen.</p>
					<p>
Rom, 19. März 1666.</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit</p>
					<p> 
untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-370">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      52 [16660402] 2 April, 1666</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August. </p>
					<p>  
      HAB: BA N° 370 </p>
					<p>  
      Kircher expresses his appreciation both for August's thoughtful letters 
      and "pro numismate illo aureo", so artfully extracted from argentiferous 
      ore. It will be exhibited in his Museum, which is invariably thronged by 
      visitors of all nations. He has already forwarded, with an explanatory 

      letter, a chest of Roman delicacies. As requested, he appends his 
      (lengthy) "iudicium ... de Calendario novo" [see N° 50 above]. </p>
					<p>  

      Burckhard I 238 II 145-146  
      </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00021"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps <lb n="2"/>et dux. 
</opener>
					<p>
						<lb n="3"/>Antequam incipiam meum de <ref target="PPN151125678">Calendario mihi transmisso"</ref> proferre iudicium, quod a <lb n="4"/>me requirere dignata fuit Serenissima Celsitudo vestra, primo immensas ei gratias <lb n="5"/>ago pro liberis tum propriis omni humanitate confertis, tum aliena manu principum <lb n="6"/>
						<del type="overstrike" resp="AK" cert="high">manu</del>scriptis. luculentissimum sane tui in me meaque studia affectus argumentum. Deinde <lb n="7"/>pares tibi sapientissime Princeps, gratias habeo, pro <index level1="numisma" index="Geschenk"/>Numismate illo aureo, quo sibi com<lb n="8"/>placuit indignam meam personam singularissimo honorare dono;  quod uti ex 

argen<lb n="9"/>tifera gleba iurisdictioni suae subiecta chimica arte extractum fuit, ita illud <lb n="10"/>non possum non magni fuere, ut proinde illud in Museo meo expositum omnibus Diversarum <lb n="11"/>Nationum Advenis illud visitantibus, veluti rarum quoddam cimelium non sine glorio<lb n="12"/>si nominis Tui perhonorifica mentione demonstratur. Misi praeterlapsa <unclear reason="Phrase nicht ganz klar bzw. unbekanntes oder neulateinische Wortprägung">posta</unclear>
						<lb n="13"/>cistulam rebus Romanis, 
quae a Proceribus magno passim in pretio haberi solent, refertam <lb n="14"/>quam brevi appulsum iri confido. Quid vera et quaenam contineat, literis iam ante <lb n="15"/>octiduum transmissis Serenitati vestrae significavi. <lb n="16"/>Venio iam ad illud, quod Serenissima Celsitudo Vestra a me requirebat, iudicium <lb n="17"/>videlicet meum de <ref target="PPN151125678">Calendario Novo</ref>,Comitiis Imperialibus iamdudum exhibito <lb n="18"/>quo <name type="Person" key="PPN133860396" reg="Trew, Abdias">Auctor</name> nova methodo et industria praetendit in Unionem cogere tum novi, <lb n="19"/>tum <term>Veteris Styli Calendarium</term>. Legi summa attentione opus, et diligenter adnotavi <lb n="20"/>modum <unclear reason="Leseproblem" cert="50">et </unclear>fundamentum, quo nixus, procederet in Calendario suo, utrique stylo adaptando. <lb n="21"/>Magnae sane molis Opus adsumpsit Author, ut quod intendit, conficiat. Iulianum veteris <lb n="22"/>styli calendarium a scopo aberrare, adeo certum est, quam certum est, et aureum nu<lb n="23"/>merum, et in vera<del type="overstrike" resp="AK" cert="60">m</del> anni solaris magnitudine et consequenter in bissextuum computu <lb n="24"/>multis parasangis, uti 
dici solet, successu temporum a vero Iulianum computum deficere. <lb n="25"/>
						<term>Gregorianum Calendarium</term> defectum hunc advertens, ita eum correxit, ut ad 5000 <lb n="26"/>annorum, ab anno 1582 Correctionis Calendarii, uti ex <name type="Person" reg="Clavius, Christoph" key="PPN079657354">Claviano</name> computu patet, in cele<lb n="27"/>bratione Paschatis ceterorumque mobilium Festorum celebratione, nullus hucusque error<pb corresp="p00022"/>
						<lb n="28"/>sit deprehensus, quicquid multi hucusque monstrare conati, non tamen <unclear reason="Leseproblem" cert="70">demonstrabant</unclear>. <lb n="29"/>Quid vero post 5000 annorum futurum sit, viderint, si mundus adhuc <lb n="30"/>durabit, posteri. Venit tandem <name type="Person" key="PPN133860396" reg="Trew, Abdias">M. Abdias Trew</name>, peritus ceteroquin Mathematicus, <lb n="31"/>et qui Computisticae Artis rationes probe calleat, hic advertens, quem dixi, in Veteri <lb n="32"/>Calendario defectum, et Novo non omnino favens, ob rationes, quas quilibet sibi facilius <lb n="33"/>imaginari potest, quam ego illas hic adducere. in hoc unicum incubuit, ut modum in<lb n="34"/>veniret, quo veterem stylum, novo saltem, quo ad Festorum Celebrationem, in unum <lb n="35"/>concordaret, mediam viam sectatus; sed, uti dici solet, <lb n="36"/>
						<q type="Sprichwort">incitit in Scyllam, qui vult vitare Charybdim</q>. <lb n="37"/>Methodo enim ab eo proposita, et acceptata, necesse foret, et vetus et <lb n="38"/>novum Calendarium destruere, et novum toto caelo differentem, quod ad 400 annos <lb n="39"/>durare non posset condere: cum fieri non possit, ut 3 haec Calendaria, in celebra<lb n="40"/>tione festorum mobilium aequo semper passu tum in Epactis, tum ceteris cyclis, festo<lb n="41"/>rumque dictorum procedant, quod luculentis demonstrationibus comprobare possem, si <lb n="42"/>temporis angustiae id mihi permitterent. Omnia itaque mutanda forent; quae quantam <lb n="43"/>in Christiana <expan abbr="Rep.">Reipublica</expan> perturbationem causatura sint, solus ille ignoraturus est, qui <lb n="44"/>tanti 
momenti negotium non matura iudicii trutina expenderit. Unde docto viro 
<lb n="45"/>consulerem, ne quisquam de nova illa sua Methodo moveret, cum ea, uti subsistere <lb n="46"/>non potest, ita quoque ab omnibus acceptari nec debeat, nec possit. Neque fieri posse, credide<lb n="47"/>rim, tot differentium Nationum populos privati doctoris rationem acceptaturos postha<lb n="48"/>bito Calendario Gregoriano, quod incredibili cura et diligentia, nec non immensis <lb n="49"/>sumptibus, confectum, ab omnibus praeterea totius Europae universitatum Mathematicis <lb n="50"/>peritissimis examinatum, adprobatum, et tandem unanimi Imperatorum, Regumque <lb n="51"/>Catholicorum consensu et conspiratione, veluti legitimum veridicumque acceptatum fuit. <lb n="52"/>Atque hoc est meum de Calendario Novo iudicium; quod ea sinceritate et candore <lb n="53"/>exhibeo, sicuti solet genuine Germanus veritatis acerrimus vindex. Ego certe <lb n="54"/>Serenitati Vestrae sincere assevero, me tametsi geometrica demonstratione errorem <lb n="55"/>in publico tanti momenti negotio 
comperire contingeret, malle tamen igno<lb n="56"/>rantiam meam fateri, meamque 
scientiam potius aeterno supprimere silentio, quam <lb n="57"/>novitate hac Orbem perturbare, animosque mortalium mille tricis involvere. <lb n="58"/>Vale gloriosissime <expan abbr="S.R.I">Sacri Romani Imperii</expan> princeps, meque, 
uti soles, gratiae tuae favore prosequi ne desistas 

</p>
					<closer>
						<lb n="59"/>Romae <date value="1666-04-02">2. April. 1666</date>
						<lb n="60"/>
						<expan abbr="Seren.mi Celsitud.">Serenissimi Cesitudinis</expan> Vestrae  
<lb n="61"/>Servus humillimus et devotissimus  
<lb n="62"/>Athanasius Kicherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
ehe ich beginne, zu dem mir übersandten Kalender mein Urteil vorzubringen, 
das von mir zu erfragen Eure Durchlaucht mich würdigtet, möchte ich Euch zunächst meinen uneingeschränkten Dank abstatten, einerseits für die eigenen Bücher voller Gelehrsamkeit, andererseits für die von anderer Fürstenhand geschrieben. In der Tat ein höchst lichtvoller Beweis für Deine Zuneigung zu mir und meinen Studien. Sodann danke ich Dir gleichermaßen, weisester Fürst, für jene goldene Münze, ein einzigartiges Geschenk, mit dem es Euch gefiel, mich unwürdige Person zu ehren. Angesichts dessen, dass sie aus der silberführenden Scholle, die Eurer Gerichtsbarkeit unterworfen ist, durch chemische Kunst herausgelöst wurde, vermag ich sie nicht höher zu schätzen, als dass sie in meinem Museum ausgestellt und allen Besuchern der verschiedenen Nationen, die jenes besichtigen, gleichwie eine seltene Kostbarkeit und nicht ohne ehrende Nennung Deines ruhmreichen Namens gezeigt wird. Ich habe, <unclear reason="Phrase nicht ganz klar bzw. unbekanntes Wort oder neulateinische Neuprägung">da die Post vorüberfuhr</unclear>, ein Kistchen, gefüllt mit römischen Dingen, geschickt, die bei den edlen Häuptern allenthalben in großem Wert zu stehen pflegen, die, wie ich zuversichtlich hoffe, in Kürze ankommen wird. Was sie im Einzelnen enthält, habe ich Eurer Durchlaucht schon in dem vor acht Tagen übersandten Schreiben angezeigt. Ich komme nun zu dem, was Eure Durchlaucht von mir erfragte, nämlich mein Urteil über einen neuen Kalender, der schon den kaiserlichen Komitien vorgelegt wurde, in dem der Autor mit einer neuen Methode und mit Fleiß vorgibt, den Kalender einerseits des neuen, andererseits des alten Stils in eine Einheit zu zwingen. Ich habe das Werk mit größter Aufmerksamkeit gelesen und sorgfältig das Verfahren und die Grundlage vermerkt, auf die gestützt er in seinem Kalender, der sich beiden Stilen anpassen sollte, vorging. Ein Werk von in der Tat großer Schwierigkeit hat der Autor übernommen, um das, was er anstrebt, zu erreichen. Dass der Juliansche Kalender alten Stils vom Ziel abirrt, ist so gewiss, wie gewiss ist, dass sowohl die Goldene Zahl, als auch die Julianische Berechnung bei der wahren Dauer des Sonnenjahres und folglich bei der Berechnung der Schalttage um viele Parasangen, wie man zu sagen pflegt, im Laufe der Zeiten vom Wahren abwich. Der Gregorianische Kalender bemerkte diese Abweichung und verbesserte sie so, dass vom Jahr 1582 der Kalenderverbesserung an, wie aus der  Berechnung des Clavius erhellt, bei der Feier des Osterfests und der anderen beweglichen Feste bis auf 5000 Jahre hin kein Fehler angetroffen wird, was auch immer viele bis heute zu zeigen versuchten und dennoch nicht beweisen konnten. Was aber nach den 5000 Jahren sein wird, möge, wenn die Welt so 
lange Bestand hat, die Nachwelt sehen. Dann kommt schließlich M.Abdias Trew daher, im Übrigen ein kundiger Mathematiker und einer, der Erfahrung mit der Computistik hat. Er bemerkt die von mir genannte Abweichung im alten Kalender. Und da er den neuen überhaupt nicht schätzt, aus Gründen, die sich jeder leichter vorstellen, als dass ich jene hier anführen kann, wirft er sich auf das eine, dass er einen Weg finde, dass der alte Stil mit dem neuen, wenigstens bezüglich der Feier der beweglichen Feste, übereinstimme, indem er einen mittleren Weg verfolgt. Aber, wie man sagt, der, der die Charybdis meiden will, 
gerät an die Skylla. Denn die von ihm vorgeschlagene und für gut befundene Methode macht es erforderlich, sowohl den alten wie den neuen Kalender zu beseitigen und einen um einen ganzen Himmel verschiedenen, der keine 400 Jahre Gültigkeit behält, zu begründen: da es nicht möglich ist, dass diese 3 Kalender bei der Feier der beweglichen Feste sowohl bei den Epakten als auch bei den übrigen Zyklen, und der von besagten Festen gleichen Schrittes voranschreiten. Dies könnte ich noch deutlicher beweisen, wenn die Kürze der Zeit es mir erlaubte. Alles wäre zu ändern. Eine wie große Verwirrung dies in der christlichen Welt verursachen würde, wird einzig der nicht wissen, der ein Geschäft von solcher Bedeutung mit der Waage eines unausgereiften Urteils wiegt. Weshalb ich dem gelehrten Mann raten würde, dass er nichts von seiner neuen Methode erwähnt, da sie nicht Bestand haben und insofern auch nicht von allen übernommen werden darf, noch kann. Und ich möchte nicht glauben, dass es möglich ist, dass so viele Völker verschiedener Nationen das Argument eines Privatgelehrten übernehmen werden, nachdem der Gregorianische Kalender in Gebrach ist, der mit unglaublicher Sorgfalt und Umsicht, und auch ungeheurem Aufwand erstellt, außerdem von allen kundigen Mathematikern der Universitäten ganz Europas untersucht, gebilligt und schließlich mit der Zustimmung und Einmütigkeit der katholischen Kaiser und Könige als rechtmäßig und wahrhaftig übernommen worden ist. Und dies ist mein Urteil über den neuen Kalender, was ich mit der Aufrichtigkeit und Redlichkeit vorbringe, wie es ein geborener Deutscher, ein scharfer Verfechter der Wahrheit zu tun pflegt. Ich jedenfalls versichere Eurer Durchlaucht aufrichtig, dass ich, selbst wenn es mir zuteil würde, durch einen geometrischen Beweis einen Irrtum in einem öffentlichen Geschäft von dieser Bedeutung aufzudecken, ich dennoch lieber meine Unkenntnis bekennen und mein Wissen eher mit ewigem Schweigen belegen wollte, als mit dieser Neuigkeit den Erdkreis zu verwirren und die Gemüter der Sterblichen in         tausend Possen zu verwickeln. Lebe wohl, durchlauchtigster Reichfürst und lasse nicht ab, mir die Gunst Deiner Gnade zu gewähren.</p>
					<p>
Rom, 2. April 1666</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher
         </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-371">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      57 [16660710] 10 July, 1666</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>  
      HAB: BA N° 371  </p>
					<p>
      Kircher is quite confounded by August's munificence. His only means of 
      repayment is by describing August's generosity "in hoc mundi theatro", in 
      talking of him as "tanquam regiae munificentiae prototypon et totius 
      literaturae exemplar omnibus principibus imitandum habeatur."  
      In a week's time he will forward a chest containing G.P. Oliva's 

      Conciones, given by the author and with a letter from him. There will also 
      be several copies of a new work by Kircher sponsored by the pope, the Ad 
      Alexandrum VII. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera 
      effossi interpretatio hieroglyphica [Rome, 1666].  
      One copy is intended for the elector of Saxony, another for Johann 
      Friedrich: the remaining copies are for August to distribute at his 
      discretion. Also in the chest will be a "vasculum Balsamo Apoplectico ... 
      contra omnia Reumata remedium potentissimum" and for the duke's wife 
      "aquae odoriferae, chirothecae et ventilabra similiaq. Romanarum 
      deliciarum ...".  
      In Amsterdam, at present, all work has stopped on the Iter Hetruscum and 
      the Ars magna lucis et umbrae. This is due to the "bellorumq. turbines", 
      to the cessation of all trade, the scarcity of paper, the requisition by 
      the military of all printing-office staff. Both Jansson and Kircher are 
      however filled with the hope of more peaceful days ahead.  
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 421.  
      The Latin translation (by Jean de Bussieres S.J.) of Oliva's work is the 
      Conciones habitae in Palatio Apostolico ad Innocentium X et Alexandrum 
      VII, Lyons, 1665, 1664 (now at 11.8. Theol. 4°). The Italian original (2. 
      edition: Rome, 1664-1680) is Prediche dette nel Palazzo Apostolico da 
      Giovanni Paolo Oliva, [Rome, 16591 and the present Library copy (199.8. 
      Th. 2°) bears on its half title page: "Donum Authoris Romae 20. Martii 
      1666".  In the Preface to the Ad Alexandrum Kircher praises the patent generosity 
      of August, "Principum literatissimus".  
      August's (third) wife, whom he married in 1635, was Sophie Elisabeth 
      (1613-1676), daughter of duke Johann Albrecht of Mecklenburg. Her portrait 
      is at Raabe/Schinkel, p. 247.  
       </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00023"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>
						<expan abbr="Seren.me S.R.I.">Serenissime Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et Dux  
</opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Adeo incredibili Serenitatis Vestrae munificentiae excessu confundor <lb n="3"/>ut quid dicam, aut quid paupertas mea condignum referre queat, nesciam. <lb n="4"/>modum quidem quaero, sed eum non reperio. Cesset itaque Serenissima Celsitudo vestra <lb n="5"/>tot me beneficiis obruere, quia meam imbecillitatem cognosco tantaeque obligationum <lb n="6"/>moli, quo me obstringit ferendae nimium me impotentem invenio. Hoc unicum re<lb n="7"/>pendere possum, ut in hoc mundi theatro gloriosi nominis sui dilatandi cura singula<lb n="8"/>ris mihi incumbat; effecique, ut Serenissimus idemque Literatissimus Principum  Augustus <lb n="9"/>Dux <expan abbr="Bruns. et Luneburg.">Brunsvicenis et Luneburgensis</expan> tanquam regiae munificentiae prototypon et totius literaturae <lb n="10"/>exemplar omnibus principibus imitandum habeatur; tanta veneratione, ut multi eius effigiem, <lb n="11"/>quae primum in Museo meo locum occupat, ob venerandae senectae nescio quam maiestatem <lb n="12"/>spirantis aspectum sibi depingi curent. Quin vel ipse Pontifex cum a me audisset <lb n="13"/>regium in artium et scientiarum promotione animum miratus dixerit. Accipiant nostri <lb n="14"/>a magnifico sibi principe exemplum et quid eos deceat imitari discant. qui et libenter <lb n="15"/>ad conceptam de sua persona existimationem contestandam aureum quod regibus <lb n="16"/>et principibus mittere solet, <term>Numisma</term> Serenitati vestrae, si sciret, id haud ingratum futurum. <lb n="17"/>Expediam sequenti septimana forsan cistam ad <expan abbr="Ser. v.m">Serenitatem vestram</expan> destinandam. In qua <ref target="PPN15173559X">
							<expan abbr="Tom." cert="90">Tomus</expan>
							<lb n="18"/> Concionum</ref> continetur <expan abbr="R.P." cert="70">Reverendissimae Patris</expan> nostri Generalis <name type="Person" reg="Oliva, Giovanni Paolo" key="PPN145410188">Joannis Pauli Olivae</name>, quem ipse Serenitati <lb n="19"/>vestrae mittit ad suum in eam singularem animi affectum 
demonstrandum una cum literis <lb n="20"/>
						<unclear reason="könnte auch eiusdem eis sein, aber Sinn schwieriger" cert="50">
							<expan abbr="eiusde" cert="50">eiusdem</expan> meis</unclear> iunctis. praeterea cistae imposui nonnulla novi operis mei, quod <name type="Person" reg="Alexander VII." key="PPN079433626">Pontifex</name> hic <lb n="21"/>Romae imprimi curavit, exemplaria, et continent <ref target="GBV133510549">
							<index level1="K-A" level2="Buch" level3="1666-07-10" index="Geschenk"/>Interpretationem hieroglyphicam</ref> curiositate con<lb n="22"/>fertam illius obelisci Aegyptiaci, qui non ita pridem intra rudera veteris <term>Minervae de<lb n="23"/>lubri</term> detectus fuit et iam summa magnificentia in eius templi foro erigitur Elephanto <unclear cert="70" reason="schwer lesbar">impositus</unclear>. <lb n="24"/>Si <expan abbr="Ser.tas v.ra">Serenitas Vestra</expan> expedire iudicet et non ingratum futurum cognorit, poterit unum ad Serenitatem <pb corresp="p00024"/>
						<lb n="25"/>
						<name>Saxioniae <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Electorem</name> meo nomine transmittere alterumque Serenissimo <name type="Person" key="PPN139698205">Principi et duci Joann <lb n="26"/>Friderico</name>. reliqua pro libitu distribuere dignabitur. addidi hisce <index level1="balsamum apoplecticum" index="Geschenk"/>vasculum <term>Balsamo Apo<lb n="27"/>plectio</term>, quo <expan abbr="Seren.">Serenitas</expan> vestra      delectari audio confertum. utatur eo ad senilis corporis <lb n="28"/>robur 

confortandum, contra omnia Reumata remedium potentissimum. Si serenissimae 
<lb n="29"/>suae Coniugi placeant <index level1="aqua odorifica" index="Geschenk"/>aquae odoriferae, <index level1="chirotheca" index="Geschenk"/>chirothecae et <index level1="ventilabrum" index="Geschenk"/>ventilabra similiaque Romanarum <lb n="30"/>deliciarum illecebrae mihi id nutu tantum innuisse sufficiat. <lb n="31"/>Ad <ref target="WT1">iter Hetruscum</ref> et <ref target="PPN151522545">Artem magnam Lucis et Umbrae</ref>, quorum utrumque glorioso <lb n="32"/>Nominis <expan abbr="Seren.tis V.rae">Serenitatis Vestrae</expan> splendori inscripsi, quemadmodum mihi scribit <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Jansonius</name> meorum <lb n="33"/>operum in Hollandia Impressor, propter communem <index level1="Holländisch-Englische Krieg" index="ssw"/>calamitatem statuum, bellorumque tur<lb n="34"/>bines aliquandiu non sine mea displicentia suspensum fuisse utrumque, cum cessante <lb n="35"/>omni commercio et chartae summam penuriam habeant, et typothetae, chalcographi <lb n="36"/>similesque operae militiae asscripti passim diffluant, sperat tamen futurum, ut si quietio<lb n="37"/>rum temporum spes affulserit, opera <expan abbr="Ser.ti v.rae">Serenitati Vestrae</expan> dicata expediat. Sed ne amplius <lb n="38"/>
						<expan abbr="Seren. V.am">Serenitatem Vestram</expan> importuno verborum taedio interpellem, sisto calamum, nil aliud exoptans <lb n="39"/>quam ut Deus <expan abbr="Opt. Max.">Optimus Maximus</expan>
						<expan abbr="Ser.ti Vrae">Serenitati Vestrae</expan>longam vitam, in commune <expan abbr="Reip." cert="100">Reipublicae</expan> Literariae <lb n="40"/>
						<corr sic="emolomentum">emolumentum</corr>largiatur. Vale Principum munificentissime et literatissime, magnum <lb n="41"/>
						<expan abbr="S.R.I." cert="100">Sacri Romani Imperii</expan> fulcimentum. Valeat <expan abbr="Dmo" cert="100">Domino</expan>, imperio, sibi.
</p>
					<closer>
						<lb n="42"/>Romae <date value="1666-07-10">10 Julii 1666</date>
						<lb n="43"/>
						<expan abbr="Seren.mae Celsitudinis V.rae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="44"/>Servus humillimus devotissimus et deditissimus  
<lb n="45"/>Athanasius Kircherus  
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>so sehr bin ich von dem unglaublichen Übermaß der Großzügigkeit Eurer Durchlaucht überwältigt, dass ich nicht weiß, was ich sagen soll, oder was meine Wenigkeit Würdiges geben kann. Ich suche einen Weg, finde ihn aber nicht. Euer Durchlaucht möge daher ablassen, mich mit so vielen Wohltaten zu überhäufen, weil ich mein Unvermögen erkenne und mich völlig außerstande sehe, eine solche Last von Verpflichtungen, mit der Ihr mich Euch verbunden habt, zu tragen. Nur dies eine kann ich Euch vergelten, dass mir die besondere Sorge obliegt, den Ruhm Eures Namens in diesem Welttheater zu verbreiten. Und ich habe bewirkt, dass Euer Durchlaucht und er selbst, der gelehrteste der Fürsten, August, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, als Urbild und Muster königlicher Großzügigkeit gilt, allen Fürsten zur Nachahmung; mit einer solchen Verehrung, dass viele dessen Bild, das in meinem Museum an erster Stelle steht, wegen des Anblicks des verehrungswürdigen, irgendwie Majestät atmenden Alters, für sich kopieren lassen. Ja sogar der Papst selbst, wenn er es von mir gehört hätte, würde es in Bewunderung des in der Förderung der Wissenschaften und der Künste königlichen Sinnes sagen. Mögen die unsrigen sich von dem großzügigen Fürsten ein Beispiel nehmen und mögen sie von ihm lernen, was ihnen zur Zierde gereicht. <unclear reason="Übersetzung unsicher" cert="50">Dieser würde auch gern zur Bezeugung der zu seiner Person empfangenen Wertschätzung Euer Durchlaucht eine goldene Münze schicken, die er Königen und Fürsten zu schicken pflegt, wenn er wüsste, dass sie nicht ungnädig aufgenommen wird</unclear>.  Ich will vielleicht in der nächsten Woche eine Kiste für Eurer Durchlaucht abschicken. In dieser ist ein Band der Predigten des Ordensgenerals unserer Gemeinschaft, Johannes Paulus Oliva, enthalten. Er selbst schickt ihn Eurer Durchlaucht, um seine besondere Zuneigung zu Euch zu bezeugen, zusammen mit Briefen desselben, die ich den meinigen beigefügt habe. Außerdem habe ich der Kiste einige Exemplare meines neuen Werkes beigelegt, das der Papst hier in Rom drucken ließ. Sie enthalten u.a. eine hochinteressante Hieroglyphenübersetzung jenes ägyptischen Obelisken, der vor nicht langer Zeit im Schutt des alten Minervaheiligtums gefunden wurde und nun in größter Pracht auf dem Forum jenes Tempels aufgerichtet wird, nachdem man ihn auf einen Elefanten gestellt hat. Wenn Euer Durchlaucht es für nützlich erachtet und Ihr denkt, dass es nicht ungnädig aufgenommen wird, dann kann Sie ein Exemplar dem Reichs-Kurfürsten von Sachsen in meinem Namen übermitteln und ein anderes dem durchlauchtigsten Fürsten und Herzog Johann Friedrich. Ihr werdet so liebenswürdig sein, die übrigen nach Gutdünken zu verteilen. Ich habe ein Gefäß beigefügt, gefüllt mit apoplektischem Balsam, an dem, wie ich höre, Euer Durchlaucht Gefallen findet. Sie möge ihn verwenden, um die Kraft des gebrechlichen Körpers zu stärken, vor allem aber als Heilmittel gegen jede Art von Rheuma. Wenn die Duftwässerchen, Handschuhe, Fächer und ähnliche Kleinodien römischer Annehmlichkeiten Eurem durchlauchtigsten Eheweib gefallen, dann braucht Ihr es mir nur mit einem Wink zu bedeuten. Wie mir Janson, der Drucker meiner Werke in Holland, bezüglich des "Iter Hetruscum" und der "Ars magna Lucis et Umbrae" schrieb, die ich beide dem ruhmreichen Namen Eurer Durchlaucht widmete, sei wegen der allgemeinen schlimmen Lage und den Kriegswirren die Arbeit an beiden zu meinem Missfallen ins Stocken geraten, da sie wegen des daniederliegenden Handels Mangel an Papier haben und die Setzer, Stecher, usf. Militärdienst leisten und deswegen überallhin verstreut sind. Er hofft jedoch auf die Zukunft, dass, wenn die Hoffnung auf ruhigere Zeiten aufblitzt, er die Euer Durchlaucht gewidmeten Werke fertig stellt. Aber damit ich nicht länger Euer Durchlaucht mit ungebührlichem Wortschwall aufhalte, lege ich die Feder beiseite und wünsche nichts anderes, als dass Gott, der allmächtige, Euer Durchlaucht zum Wohle der gelehrten Welt ein langes Leben schenkt. Lebe wohl, großmütigster und gelehrtester unter den Fürsten, große Stütze des heiligen römischen Reiches. Möge er gesund bleiben für Gott, das Reich und sich selbst. </p>
					<p>Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher
</p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-372">
				<div type="Fletcher">
					<p>
           
      58 [16660724] 24 July, 1666</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.</p>
					<p>  
      HAB: BA NÂ° 372  </p>
					<p>
      Kircher has now received August's portrait ("genuinam effigiem") and one 
      gold, and two silver coins: "Stupent et admirantur omnes is, quibus 
      magnetica illa numismata ostendi ... similes in Italia principes non 
      reperiri." The General of the Society, G.P. Oliva, is overcome by the 
      heroic mould of August's bearing and has retained for himself one of the 
      coins to show his frequent visitors. The cardinal-landgrave has taken the 
      portrait, delighting in the German blood he shares with August.  
      Kircher will have the coins enclosed in a cedar show-case for perpetual 
      exhibition in the Museum. Even while he is writing this letter, curious 
      crowds are pressing to adinire the coins. Goldsmiths too have closely 
      inspected the coins declaring them to be of the finest quality, not 
      yielding to Hungarian gold. Father Oliva regards the gold as unparalleled 
      in Rome, similar in fact to that brought from the Indies.  

      With this post Kircher has written to Jansson, urging him to accelerate 
      his production of the titles dedicated to August.  </p>
					<p>
      Burckhard I 237-239  </p>
					<p>
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 422.  
      At HAB: BA 372/1 and 2: drafts of August's letter of the 20/30 August, 
      1666 to Father G.P. Oliva. August has received Oliva's letter of the 25. 
      June. He thanks him for his forethought and generosity and apologises (in 
      Italian) for writing in German, since he was last in Rome in 1598 to 1600 
      and has "dismenticato il parlare e scrivere Italiano" (Burckhard I 240).  
      At 372/3: memorandum of August's letter of 28 May, 1666 (see N° 55 above) 
      to Kircher.  
      At 372/4: "den 18. Junii 1666 an H.P. Kircherum geschrieben, und die drei 
      Stücke, als 1. Goldstücke von 30 Ducaten, und 2 Stücke an 5. Reichsth. 
      ihme zugesandt. " (Burckhard I 238) N° 3 and 4 are annotated by the duke's 
      clerk, Heinrich Julius Willershausen.  
      In his Vita (p. 53) Kircher notes the role played by him in the conversion 
      of Friedrich (1616-1682), landgrave of Hesse-Darmstadt, subsequently 
      cardinal (1659) and prince-bishop of Breslau (1672). Friedrich was in fact 
      instructed in the Catholic faith by Lucas Holstenius (1616-1682), himself 
      a convert, although Kircher's involvement is suggested in: A. Raess, Die 
      Convertiten seit der Reformation, Freiburg i. Br., 1866-1880, V 468 and A. 
      de Waal, Der Campo Santo der Deutschen zu Rom, Freiburg i. Br., 1896, p. 

      124. Kircher defends Father Oliva against variously bitter Protestant attacks  in a letter (7 February, 1672) to Vitus Erbermann S.J., see Langenmantel, 
      pp. 92-100 and V. Erbermann, Trophaea romana, Mainz, 1672, pp. 195-198.  
       </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00025"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I.">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps <lb n="2"/>et Dux
</opener>
					<p>
						<lb n="3"/>Fasciculum rerum pretiosarum, videlicet <index level1="A-K" level2="Portrait" index="Geschenk"/>genuinam Effigiem cum tribus <index level1="A-K" level2="Münze" index="Geschenk"/>Numismatis <lb n="4"/>aureo et duobus argenteis, queis, pro incredibili et incomparabili benignitate et mu<lb n="5"/>nificentia, Serenitas Vestra indignam meam personam ditare sibi complacuit, fida <lb n="6"/>manu accepi. Quae munera quanto penitius considero, toties in me ipso nescio, quo <lb n="7"/>pudore confundor, atque adeo meae me tenuitatis piget, eo, quod tam munifico <lb n="8"/>Largitori paria rependere non valeam. Stupent et admirantur omnes ii, quibus mag<lb n="9"/>nifica illa Numismata ostendi cor grande <lb n="10"/>et plane regium Serenitatis Vestrae; et plane confitentur, similes in Italia Principes non reperiri. Miratus est <lb n="11"/>et <name type="Person" reg="Oliva, Giovanni Paolo" key="PPN145410188">
							<expan abbr="R. P.">Reverendissimus Pater</expan> Generalis <expan abbr="P.Ioan.">Pater Iohannes</expan> Paulus Oliva</name>, insignes heroicae mentis virtutes, <lb n="12"/>et magnae mentis in benefaciendo opulentiam, affectumque affluentissimae liberalitatis, <lb n="13"/>ut proinde <expan abbr="Serenit.m V.m">Serenitatem Vestram</expan> et satis aestimare nequeat, una cum sincerissimae <lb n="14"/>adfectionis contestatione, nec non honorificentissima eius apud omnes facta <lb n="15"/>mentione; quod ut luculentius praestaret, unam ex ectypis mihi transmissis <lb n="16"/>apud se retinere voluit, ut eam Proceribus Romanis, qui eum frequentur visitare <lb n="17"/>solent, vultus sui venerandam effigiem, Imperio dignam, exhiberet, vere maiesta<lb n="18"/>te plenam. Ostendi et ea Seren. <name type="Person" reg="Friedrich, Landgraf von Hessen Kassel" key="PPN149734891">Cardinali Landgravio</name>qui, ut Effigiem sui similibus <lb n="19"/>ostenderet, apud se retinuit; et summopere gavisus est, Principem, proxime sibi <lb n="20"/>sanguine coniunctum, tanti nominis et celebritatis in Urbe esse. Interim ego tria <lb n="21"/>numismata orbiculis, ex ebeno artificiose elaboratis, inclusa intra Musei mei rariora <lb n="22"/>ad aeternam tanti Benefactoris memoriam exponam. et, uti Roma curiosa est, ita, <lb n="23"/>dum haec scribo, complures, sparso rumore, veniunt ad contemplanda Numismata. Inter <lb n="24"/>ceteros fuerunt et Aurifices, qui, aureum examinantes, aurum primae notae <pb corresp="p00026"/>
						<lb n="25"/>Hungarico non inferius, repererunt. Ut proinde Serenitati <expan abbr="V.ae" cert="100">Vestrae</expan> summopere congra<lb n="26"/>tuler, de talibus thesauris, quibus divina benignitas Principatum suum <add place="supralinear" resp="AK" cert="90">cum</add> tot tantisque naturae <lb n="27"/>divitiis locupletarit. <name>
							<expan abbr="R.me P." cert="80">Reverentissime Pater</expan>Oliva Generalis noster</name>, vir omnino egregius, et Urbis Oraculum, <lb n="28"/>uti sinceritate et candore animi germanum pectus gerit, ita, nescio, qua Sympathica actione <lb n="29"/>feratur in <expan abbr="Ser.mam Celsitudinem V.ram">Serenissimam Celsitudinem Vestram</expan>, ita, ut quo testetur eam, quum Roma non habeat, vel <lb n="30"/>ex ipsis Indiis adferri curat, forsan suae Serenitati placitura munuscula. Verbo, per<lb n="31"/>amantem et reverentem ipsi per me omni obsequiorum genere, quae eidem defert, con<lb n="32"/>fertam salutem impertitur. Atque haec hactenus. Cistam nonnullis reculis Librisque plenam <lb n="33"/>brevi ad Serenitatem <expan abbr="V.m">Vestram</expan> adpulsum iri confido. Cetera Serenitati Vestrae de 400 <lb n="34"/>
						<expan abbr="Dal." cert="70">Dahler</expan> deputato plenius informabit Dominus d'Anckelen, ob, nescio quam, difficultatem, quae <lb n="35"/>intercidit. Vale, Serenissime Princeps, meque meaque studia fovere ne desistas. Scripsi hodie <lb n="36"/>ad Iansonium, ut acceleret Operum, eius glorioso Nomini inscriptorum, editionem.
</p>
					<closer>
						<lb n="37"/>Romae <date value="1666-07-24">24. Julii 1666</date>
						<lb n="38"/>Serenissimae Celsitudinis <expan abbr="V.rae">Vestrae</expan>
						<lb n="39"/>Humillimus, et devotissimus obligatissimusque 
<lb n="40"/>Servus 
<lb n="41"/>Athanasius Kircherus. 
</closer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p> Durchlauchtigster Reichsfürst und Herzog,</p>
					<p>
den Strauss von Kostbarkeiten, nämlich das getreue Bild zusammen mit drei Münzen, einer goldenen und zwei silbernen, mit denen es mit unglaublichem und unvergleichlichem Wohlwollen und Großzügigkeit Eurer Durchlaucht gefiel, meine unwürdige Person zu bereichern, habe ich aus treuen Händen empfangen. Je intensiver ich über diese Geschenke nachdenke, so oft werde durch eine Art Scham in mir selbst verwirrt, und ich schäme ich mich meiner Armut sehr, weil ich es nicht vermag, dem großzügigen Spender Gleiches zu vergelten. Alle, denen ich die prachtvollen Münzen gezeigt habe, staunen und bewundern das großmütige und wahrlich königliche Herz Eurer Durchlaucht. Und sie bekennen offen, dass man ähnliche Fürsten in Italien nicht antrifft. Bewundert hat auch der verehrungswürdige Ordensgeneral Vater Johannes Paulus Oliva die unvergleichlichen Tugenden Eures heroischen Sinnes, die Freigiebigkeit eines großen Herzens beim Gewähren von Wohltaten und die Neigung zu überfließender Freigiebigkeit, so dass auch er Euer Durchlaucht nicht hoch genug schätzen kann,- unter Bezeugung der aufrichtigsten Zuneigung und ebenso nicht ohne ihn bei allen aufs ehrenvollste zu erwähnen. Um dies noch deutlicher machen zu können, wollte er eines von den mir übersandten Bildern bei sich behalten, um dies verehrungswürdige, dem Reich würdige Bild Eures Antlitzes, voll von wahrhafter Majestät, den römischen Häuptern, die ihn häufig zu besuchen pflegen, zu zeigen. Ich habe es auch dem Durchlauchtigsten Kardinal Landgraf gezeigt. Er hat das Bild bei sich behalten, um es seinesgleichen zu zeigen. Er war hocherfreut, dass ein ihm durch das Blut eng verbundener Fürst solchen Namens und Rufes sich in Rom befinde. Unterdessen habe ich die drei Münzen in aus Ebenholz kunstvoll verfertige Rahmen eingeschlossen und will sie unter den Seltenheiten meines Museums zum ewigen Gedenken an den großen Wohltäter ausstellen. Und, da Rom neugierig ist, kommen, während ich dies schreibe, 
nachdem sich das Gerücht verbreitet hat, viele, um die Münzen zu betrachten. Darunter befanden sich auch Goldschmiede, die das Gold in Augenschein nahmen und darauf befanden, dass es von höchster Qualität sei, nicht geringer als das ungarische. Daher beglückwünsche ich Euer Durchlaucht zu den Schätzen, mit denen, so vielen und großen natürlichen Reichtümern, das göttliche Wohlwollen Euer Fürstentum ausgestattet hat. Der verehrungswürdige Vater Oliva, unser Ordensgeneral, ein ganz und gar vorzüglicher Mann und ein Orakel für Rom, hat ein ihm eingeborenes aufrichtiges und reines Wesen und wird durch eine Art sympathischem Antrieb zu Eurer durchlauchtigsten Hoheit hingezogen, so dass er Geschenke, wenn sie vielleicht Eurer Durchlaucht gefallen sollten und Rom sie nicht besitzt, sogar von den Indern herbeischaffen ließe. Mündlich lässt er Euch durch mich einen zuneigungsvollen und ehrerbietigen Gruß, mit jeder Art Euch schuldigen Huldigungen ausrichten. Soweit dieses. Die Kiste mit den kleineren Dingen und Büchern wird, so hoffe ich, in Kürze bei Eurer Durchlaucht anlangen. 
Im Übrigen wird mich der Herr von Anckel näher informieren, aus welcher unbekannten Schwierigkeit das Deputat von 400 Talern ausgeblieben ist. Lebe wohl, durchlauchtigster Fürst des Reiches, und lasse nicht ab, mich und meine Studien zu begünstigen. Ich habe heute an Janson geschrieben, damit er die Herausgabe der Eurem ruhmreichen Namen zugeschriebenen Werke beschleunigt.</p>
					<p>
Rom 24 Juli, 1666</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und gehorsamster Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher
        </p>
				</div>
			</div>
			<div type="Brief" n="BA-II-5-373">
				<div type="Fletcher">
					<p>
      60 [16660904] 4 September, 1666</p>
					<p>  
      Athanasius Kircher to Duke August.  </p>
					<p>
      HAB: BA N° 373  </p>
					<p>
      Kircher complains of the delay which always seems attendant in his 
      attempts to repay August's many acts of kindness. The Iter Hetruscum is at 
      present in the hands of the censors of the Apostolic Palace. The work will 
      be "valde splendidum magnificum", with "innumeris figuris." The 
      illustrations have in fact demanded much expenditure in time and money.  
      The chest forwarded to Wolfenbüttel on the 18. August is now reported to 
      be in Venice and will soon be en route to Augsburg. Kircher fears further 
      delay in Holland, which is still suffering "ob horrida bella inter eos et 
      Anglos": other routes through Germany are closed "ob suspectam pestem". 

      But the will of God will prevail. He has written to Jansson ordering four 
      copies of the China Illustrata [Amsterdam, 1667] to be sent to 
      Wolfenbüttel for distribution there by August.</p>
					<p>  
      The covering letter to J.G. Anckel is at HAB: BA N° 424.</p>
					<p>  
      The Iter Hetruscum, heralded by Buonanni (p. 65) and N. Sotwell 
      (Bibliotheca scriptorum Societatis JESV, Rome, 1676, p. 93), never 
      appeared. Kircher recorded its eventual completion in March, 1676, in a 
      letter to Langenmantel (pp. 64-68) when it was submitted to the grandducal 
      censors in Florence. </p>
					<p>
      After some revision by Antonio Baldigiani S.J., the manuscript was 

      forwarded to Jansson in Amsterdam in the summer of 1678, but was never 
      printed. Kircher pays warm tribute to Father Baldigiani's help in a letter 
      of the 29 June, 1675 to Francesco Redi (Biblioteca Medicea Laurentiana, 
      Florence. Laur. Redi 203.c.289). According to Burckhard (II 144), the work 
      was printed in Amsterdam in 1675. </p>
					<p> 
      The second edition of the Ars magna lucis et umbrae did however appear, in 
      Amsterdam in 1671, five years after the death of August. lt was dedicated 
      to Johann Friedrich von Waldstein (1642-1694), archbishop of Prague 
      (1675-1694), who had given Kircher substantial financial backing in his 
      restoration of the dilapidated church of S. Eustachio at Mentorella.  

        </p>
				</div>
				<div type="Transkription">
					<pb corresp="p00027"/>
					<opener>
						<lb n="1"/>Serenissime <expan abbr="S.R.I" cert="100">Sacri Romani Imperii</expan> Princeps et Dux  
      </opener>
					<p>
						<lb n="2"/>Literas Serenitatis vestrae solita humanitate conditas ter quaterque osculatus summa animi mei <lb n="3"/>voluptate perlegi. O utinam sicut vellem sic possem semper et in omnibus serenitati vestrae <lb n="4"/>plenissimam satisfactionem dare; certe in eo me perbeatum reputarem, sed ita rerum <lb n="5"/>humanarum conditioni comparatum est, ut in rebus magnis exequendis semper sese nescio <lb n="6"/>quae Remora obiciat, quae desideratum negotiorum nostrorum cursum si non impedit <lb n="7"/>omnino saltem retardet. Verum est, quod <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Jansonius</name> in extracto literarum in Serenitatem vestram <lb n="8"/>transmisso refert. <ref target="WT1">
							<hi rend="Grossbuchstaben">ITER HETRUSCUM</hi>
						</ref> iam in procinctu fuisse ut in Hollandiam missum <lb n="9"/>praelo subderetur, gloriosissimo nomini <expan abbr="Ser.tis V.rae">Serenitatis Vestrae</expan> inscriptum; Verum opportuit illud primo examinan<lb n="10"/>dum et studiose censendum tradere <index level1="Zensur" index="sww"/>Magistro <name type="Körperschaft" reg="Vatikan">
							<expan abbr="S. Palatii Apost.li">Sancti Palatii Apostoli</expan>
						</name> eo quod nullus liber hic Romae <lb n="11"/>compositus alibi extra Romam possit excudi sine dicti magistri <expan abbr="S." cert="90">Sancti</expan> Palatii approbatione <lb n="12"/>cui nemo repugnare potest. Concernit enim opus illud magnam partem Hetruriae summo Pontifici <lb n="13"/>subiectam et alteram magno duci; magna itaque cautela procedendum est, ne quid in eo occurat <lb n="14"/>quod aut praeiudiciale esse queat aut offendere. Atque haec est causa tantae morae, spero tamen <lb n="15"/>me, ubi revisum fuerit, omnem difficultatem facile superaturum; erit opus valde splendidum <lb n="16"/>et magnificium innumeris figuris confertum, quibus designandis modo totum tempus et sumptus impendo. <lb n="17"/>Desidero enim, ut opus sit proportionatum splendido et summe magnifico serenitati vestrae ingenio, <lb n="18"/>cui dictum opus dedicabitur. Ne igitur <expan abbr="Ser.tas V.ra"> Serenitas Vestra</expan> meae aut negligentiae aut iniuriae huiusmodi <lb n="19"/>moram adserebat, sed dictis impedimentis, quae praevideri non potuerunt. ego sane ex candore ger<lb n="20"/>mano, et ex affectu, quo sum et semper fui in <expan abbr="Ser.tem V.ram" cert="100">Serenitatem Vestram</expan>, optarem unico die me perficere <lb n="21"/>posse opus, quod eius glorioso nomini inscriptum est. Sed more humano in hisce procedendum esse nemo <lb n="22"/>ignorat. quod itaque differtur, non aufertur. Cistula quam 18 Augusti Romae expedivi rebus a <expan abbr="Ser.te v.ra">Serenitate Vestra</expan>
						<lb n="23"/>desideratis confertam iam <name type="Ort" reg="Venedig">Venetias</name> appulisse intelligo, unde brevi <name type="Ort" reg="Augsburg">Augustam</name>, et inde ad desidera<lb n="24"/>tum portum appulsuram non dubito. Audio res Hollandorum quotidie in peius ruere ob horrida <index level1="Holländisch-Englische Krieg" index="ssw"/>bella <lb n="25"/>inter eos et Angelos exorta, unde aliam literarii negotii Remoram timeo; accidit omnia itinera Germaniae <lb n="26"/>ob suspectam <index level1="Pest" index="sww"/>pestem, tum Venetii, tum Romae esse interdicta; quae res dici non potest, quantum mutuum <lb n="27"/>negotiorum commercium impediat. Sed quis <add place="supralinear" resp="AK">contra</add> iustas et rectas divinae voluntatis dispositiones? Dominus est <lb n="28"/>qui quod ordinaverit, non potest non bonum esse, qui solus ex summis malis, summum bonum educere potest. <lb n="29"/>Scripsi iam <name type="Person" key="PPN149532881" reg="Janssonius van Waesberge">Jansono</name>, ut quamprimum 4 exemplaria <unclear reason="schlecht lesbar" cert="70">omnia illustrata</unclear> ad <expan abbr="Serenit.m V.m">Serenitatem Vestram</expan> transmittat ut principibus <lb n="30"/>solitis ea distribuat. Et cum aliud non occurrat me solito favori et benevolentiae gratiosae Serenitatis vestrae commendo. 
</p>
					<closer>
						<lb n="31"/>Romae <date value="1666-09-04">4 Sep. 1666</date>
						<lb n="32"/>
						<expan abbr="Serenis.mae Celsitudinis V.rae">Serenissimae Celsitudinis Vestrae</expan>
						<lb n="33"/>Servus humillimus et devotissimus et affectissmus  
<lb n="34"/>Athanasius Kicherus  
</closer>
					<trailer>Ad <unclear reason="schwer lesbar" cert="30">
							<expan abbr="Ser.am ducem Brunsvic.">Serenissimam ducem Brunsvicensem</expan>
						</unclear>Wolffenbüttel</trailer>
				</div>
				<div type="Uebersetzung">
					<p>Durchlauchtigster Fürst und Herzog des Reiches,</p>
					<p>
Die mit der gewohnten Gelehrsamkeit verfassten Briefe Eurer Durchlaucht habe ich 
immer und immer wieder liebkost und mit höchster Begierde gelesen. O wenn ich doch, wie  ich wollte, Eurer Durchlaucht immer und in allem vollauf Genüge tun könnte; gewiss würde ich mich darin sehr glücklich schätzen, aber es ist für die menschlichen Dinge so eingerichtet worden, dass im Verfolg großer Dinge immer irgendeine Verzögerung eintritt, die den erwünschten Verlauf unserer Geschäfte wo nicht verhindert, so doch immerhin verzögert. Es ist wahr, was Janson in dem Auszug des an Euer Durchlaucht gesandten Briefes berichtet. Der "Iter Hertruscum" war schon vorbereitet, um nach Holland geschickt und mit der Widmung für Euer Durchlaucht ruhmreichen Namen der Presse übergeben zu werden. Doch es war nötig, ihn zuvor dem Magister des heiligen apostolischen Stuhls zur Prüfung und gründlichen Beurteilung zu übergeben; deswegen, weil kein Buch, das hier in Rom verfasst wurde, anderswo, außerhalb Roms ohne Approbation besagten Magisters des heiligen Stuhls gedruckt werden kann. Dem kann sich niemand entgegenstellen. Denn jenes Werk betrifft einen großen Teil florentinischen Gebiets, das dem Papst und einem anderen großen Herzog unterworfen ist. Daher muss mit der größten Vorsicht vorgegangen werden, damit darin nicht etwas vorkommt, was vorurteilsbehaftet oder beleidigend wäre. Und dies ist die Ursache für den großen Verzug, ich hoffe gleichwohl, dass ich, sobald es begutachtet wurde, jede Schwierigkeit leicht überwinden werde; es wird ein glanzvolles und großartiges Werk sein, mit zahllosen Figuren gefüllt, auf die ich, um sie zu bezeichnen, nicht geringe Zeit und Kosten aufgewandt habe. Denn ich wünsche, dass das Werk dem glanzvollen und großartigen Genie Eurer Durchlaucht entspricht, dem besagtes Werk gewidmet werden wird. Euer Durchlaucht mögen daher diese Verzögerung nicht meiner Nachlässigkeit oder Unbilligkeit zuschreiben, sondern besagten Hindernisgründen, die nicht vorherzusehen waren. Und wahrhaftig wünschte ich aufrichtig und aus der Zuneigung, die ich für Eurer Durchlaucht hege und immer gehegt habe, dass ich das Werk, das Eurem ruhmreichen Namen zugeschrieben ist, an einem einzigen Tag fertig stellen könnte. Aber jedermann weiß, dass man hierbei nach Menschenart vorgehen muss. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Kiste mit den von Eurer Durchlaucht gewünschten Dingen, die ich am 18. August in Rom abgeschickt habe, ist, wie ich erfahren habe, schon nach Venedig gelangt, von wo sie, wie ich nicht zweifle, in Kürze nach Augsburg und zum gewünschten Bestimmungsort gelangen wird. Ich habe gehört, dass die Lage in Holland sich tagtäglich verschlimmert wegen des furchtbaren Krieges, der zwischen diesen und den Engländern ausgebrochen ist. Daher befürchte ich eine Verzögerung für die Korrespondenz. Es kommt hinzu, dass alle Wege in Deutschland wegen einer bald in Venedig, bald in Rom vermuteten Pest gesperrt sind. In dieser Abgelegenheit kann man nicht sagen, wie viel sie den wechselseitigen Warenverkehr behindert. Aber wer wäre gegen die gerechte und richtige Vorsehung des göttlichen Willens? Es ist dem Herrn eigen, dass es nicht möglich ist, dass das, was er verfügt hat, nicht gut ist, dass einzig er aus den größten Übeln das höchste Gut hervorzubringen vermag. Ich habe bereits Janson geschrieben, dass er die ersten 4 Exemplare, allesamt illustriert, zu Eurer Durchlaucht schickt, damit Sie sie an die üblichen Fürsten verteilt. Und wie es nicht anderes sein kann, empfehle ich mich der gewohnten Gunst und dem gnädigen Wohlwollen Eurer Durchlaucht.</p>
					<p>
Rom, 4. Sept. 1666</p>
					<p>
Eurer durchlauchtigsten Hoheit untertänigster und gehorsamster und zugeneigtester Diener,</p>
					<p>
Athanasius Kircher 

</p>
				</div>
			</div>
		</body>
		<back>
			<div type="Personenindex">
				<list>
					<head>Personenindex</head>
					<item id="PPN079433626">
Alexander (Papa, VII., 1599-1667) 
</item>
					<item id="PPN133384292"> Calixt, Friedrich Ulrich (Evangelischer Theologe in Helmstedt, Sohn von Georg Calixt; 1622-1701) </item>
					<item id="PPN07965735402">
  Clavius, Christoph (Dt. Mathematiker und Astronom, Jesuit;1537-1612) </item>
					<item id="PPN14741492X">Ferdinand (Römisch-deutsches Reich, Kaiser, III.; Regierungsjahre: 1637-1657)  </item>
					<item id="PPN149734891">
 Friedrich (Hessen-Darmstadt, Landgraf;1616-1682)
</item>
					<item id="PPN149532881">
  Janssonius van Waesberge, Johannes (Buchdrucker, Verleger, wirkte in Amsterdam v. 1660-1680;1616-1681) </item>
					<item id="PPN139698205">
 Johann Friedrich (Braunschweig - Lüneburg (Hannover), Herzog; 1625-1679) </item>
					<item id="VD17005011639"> Gottignies, Gilles François de (1630-1689; Franz. Mathematiker und Astronom) 
</item>
					<item id="PPN149801475">Leopold (Römisch-deutsches Reich, Kaiser, I.;Regierungsjahre: 1658-1705)  </item>
					<item id="PPN145410188">Oliva, Giovanni Paolo (jesuitischer Ordensgeneral; 1600-1681)</item>
					<item id="PPN133860396">
 Trew, Abdias  (Professor der Mathematik und Physik an der Universität Altdorf, Astronom; 1597-1669)
</item>
					<item id="PPN270053069">
  Weyerstraten, Elizaeus (Verleger in Amsterdam 1662-1667, ab 1664 zusammen mit <name key="PPN149532881">Johannes Janssonius van Waesberge</name> )
  </item>
					<item id="nicht_ermittelt">Janson (nicht eindeutig identifizierbar) </item>
				</list>
			</div>
			<div type="zitierteWerke">
				<p>
				&bibliographie;
						
			</p>
			</div>
			<div type="Abkuerzungen">
				<list>
					<item id="AK">
                                    Athanasius Kircher
     					</item>
					<item id="August">
    						Herzog August der Jüngere      
    					</item>
					<item id="QAnckel">
    						Eventuell Anckel     
   					</item>
				</list>
			</div>
		</back>
	</text>
</TEI.2>

