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            <titleStmt>
                <title>Johann Walther: Tempe Historica</title>
                <author>
                    <forename>Flemming</forename>
                    <surname>Schock</surname>
                </author>
            </titleStmt>
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                <idno type="work-ID">http://diglib.hab.de/edoc/ed000018/start.htm</idno>
                <publisher>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
                    <address>
                        <street>Lessingplatz 1</street>

                        <name type="city">Wolfenbuettel</name>
                        <postCode>D-38299</postCode>
                        <name type="country">Germany</name>
                    </address>
                </publisher>
                <date when="2010-12-01">2011</date>
                <availability status="restricted">
                    <p> Available at <ref target="http://diglib.hab.de/werke/ed000018/start.htm">(c) Herzog
                            August Bibliothek Wolfenbüttel</ref>
                    </p>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <bibl>
                    <title>Tempe Historica</title>
                    <author>
                        <forename>Johann</forename>
                        <surname>Walther</surname>
                    </author>
                </bibl>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                <p xml:id="theat">
                    <ref target="http://www.theatra.de">Theatrum-Literatur der Frühen
                        Neuzeit</ref>
                </p>
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    </teiHeader>
    <text>
        <body>
            <div type="bibliography">
                <head>Titel</head>
                <listBibl>
                    <biblStruct type="source">
                        <monogr>
                            <title>
                                <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00007">
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                                </ref>Tempe Historica Das ist Historischer Lust- und Schau-platz Darin
                                unterschiedene Felder Fünffhundert anmuthiger und wolrichender Blumen
                                nützlicher und merckwürdiger Geschicht enthalten/ Welche nicht allein in
                                Predigten/ sondern auch andern gemeinen Reden so wol in publica als privata
                                conservatione gebrauchet und von manniglichen mit grossem Nutz können gelesen
                                werden Durch ein ordentliches Register der vornehmsten Sachen eingerichtet und
                                mit Fleiß aus vornehmen berühmten Autorn zusammen getragen Von L. Johann
                                Walthern/ Super. Im Hoff Zufinden Bey Johann Ludwig Neuenhan/ Buchhändl. in
                                Jena. Gedruckt Bey Gottfried Mintzeln/ Im Jahr 1669.</title>
                            <imprint>
                                <pubPlace>Jena</pubPlace>
                                <publisher>Johann Ludwig Neuenhahn</publisher>
                                <date when="1669">1669</date>
                            </imprint>
                            <extent>Titelblatt (Kupfertafel), 924 pag. S., 8°.</extent>
                        </monogr>
                        <idno type="opac">0354315285</idno>
                        <idno type="vd17">23:620450F</idno>                        
                        <note type="copies">
                            <list>
                                <head>Standorte des Erstdrucks</head>

                                <label>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</label>
                                <item>Sign. <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm">Xb 7173</ref></item>
                                <label>Universitätsbibliothek Heidelberg</label>
                                <item>Sign. T 186</item>
                                <label>Württembergische Landesbibliothek Stuttgart</label>
                                <item>Sign. Allg.G.oct.2385</item>
                            </list>
                        </note>
                    </biblStruct>
                </listBibl>
            </div>
            <div type="author">
                <head>Verfasser</head>
                <p>Der Verfasser ist <rs type="author" ref="#walther_johann">Johann Walther</rs> (1618-1679),
                    Theologe und Gymnasialprofessor. Walther wurde unweit von Leipzig geboren und 1650 Rektor
                    des Gymnasiums in Hof. 1659 wurde er ebendort zum Pastor, Superintendent und Professor der
                    Theologie. </p>
            </div>
            <div type="history_of_the_work">
                <head>Publikation</head>
                <div type="principal_editions">
                    <head>Erstdruck</head>
                    <p>Erschienen 1669 bei <rs type="person" ref="#neuenhahn_johann_ludwig">Johann Ludwig
                            Neuenhahn</rs> in Jena.</p>
                </div>
                <div type="other_editions">
                    <head>Weitere Ausgaben</head>
                  <div type="digital_editions">
                      <head>Digitale Ausgabe</head>
                        <bibl><note type="copies"><ref target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm">Wolfenbüttel: Herzog
                            August Bibliothek 2010 (= Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit)</ref>. Vorlage:
                            Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Sign. xb-7173.</note></bibl>
                </div>
            </div></div>
            <div type="contents">
                <head>Inhalt</head>
                <p>Da Walthers <bibl><title>Tempe Historica</title></bibl> einer ‚bunten‘
                    Programmatik folgt (siehe <hi rend="italics">Kontext und Klassifizierung</hi>),
                    ist es kaum möglich, die vielfältigen Inhalte des vorliegenden Werkes zu
                    überblicken und gebündelt zu paraphrasieren. Quantitativ ist allein zu sichern,
                    dass im Mittelpunkt der gesammelten fünfhundert durchnummerierten und jeweils
                    mit einer beschließenden Sentenz versehenen <quote><ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00007"
                            >merckwürdige[n] Geschicht[en]</ref></quote> keine Realia stehen,
                    sondern narrative Erzählstoffe. Sie sollen vor allem die Präsenz und das Wirken
                    Gottes im Geschichtsverlauf verdeutlichen. Wenn die episodenhaften Historien ein
                    gemeinsames Auswahlkriterium verbindet, dann jenes, dass sie von
                    außergewöhnlichen Vor- und Zufällen, von abschreckenden, ver- und
                    bewunderungswürdigen Begebenheiten berichten. Dieser Sonderstatus qualifiziert
                    sie als ‚Merkwürdigkeiten‘ im zeitgenössischen Sprachgebrauch. Gerade die
                    sensationelle Qualität des Kompilierten sticht dabei immer wieder hervor. So
                    erfährt der Leser etwa, wie <quote>Ein Schulmeister in Engeland [...] umb des
                        Evangelii willen/ verbrannt</quote> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00027">S.
                        7</ref>) wurde, oder von einer <quote>greuliche[n] That/ wie ein Ehemann
                        sein Eheweib 2. Mördern verkauffet</quote> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00047">S.
                        27</ref>). Ebenso finden sich Episoden über das populäre Motiv der
                    Teufelserscheinung, beschlossen mit christlich ermahnenden Kommentaren
                        (<quote>Man soll sich vor Aberglauben und Abgötterey hüten</quote>, <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00062">S.
                        42</ref>). Stoffe aus dem theologischen Umfeld werden – wie alle anderen –
                    jedoch ebenso deutlich Unterhaltungszwecken untergeordnet. So habe <quote>Doctor
                        Deck [...] einmal zu D. Martin Luthern [gesagt]/ wann ich das R. aus eurem
                        Namen Lutherus heraus nehme/ so heisset es Lutheus/ das ist der
                        Kotthige</quote> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00025">S.
                        5</ref>). Was Walthers <bibl><title>Tempe Historica</title></bibl> von
                    vielen anderen barocken Anthologien von Merk- und Denkwürdigkeiten
                    unterscheidet, ist die fast vollständige Ausklammerung von Naturwundern sowie
                    ethnographisch-geographischen Inhalten.</p>
            </div>
            <div type="classification">
                <head>Kontext und Klassifizierung</head>
                <p>Viele Werke des weiten Feldes der Kompilationsliteratur des 17. Jahrhunderts haben
                    strukturell das gleiche Vorbild, aber nur Texte machen diesen Bezug so deutlich wie Johann
                    Walthers <bibl><title>Tempe Historica</title></bibl>. In der Vorrede an den Leser heißt
                    es: <quote>Es hat Herr D. Laurenbergius etliche hundert Historien zusammen getragen und
                        herausser gegeben/ welches Buch Er Acerra Philologicam nennet. Weil ich dann solches
                        selbst als ein nützlich Werck befunden/ als hab ich Eben nach seinem Methodo
                        dergleichen Geschichte/ [...] auch in Druck fertigen wollen</quote> (Vorrede, <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00014">unpag.</ref>). Mit
                    dieser programmatischen Äußerung benennt Walthers Historienanthologie ausdrücklich <rs
                        type="author" ref="#lauremberg_peter">Peter Laurembergs</rs> (1585-1639) 1633 erstmals
                    erschienene <bibl><title>Acerra Philologica Das ist/ Zwey hundert außerlesenen/ nützliche/
                            lustige/ und denckwürdige Historien und Discursen</title></bibl> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/lo-32/start.htm">Digitalisat</ref> der Auflage von
                    1684 in der Herzog August Bibliothek) als Muster des eigenen Werkes. Zweifellos wollte
                    Walther die Attraktivität der eigenen Publikation über die Popularität des ursprünglich
                    als Lehrbuch für den Lateinunterricht konzipierten Textes steigern. Lauremberg versammelte
                    in der <bibl><title>Acerra Philologica</title></bibl> didaktisch aufbereitete Auszüge und
                    Anekdoten aus der griechisch-lateinischen Geschichte, Kultur und Mythologie. Wegen seiner
                    leicht fasslichen sprachlichen Form – die Texte waren zur Übersetzung ins Lateinische
                    gedacht – wurde das Werk schnell zu einem beispiellosen Bestseller und erlebte bis in die
                    zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr als sechzig Auflagen und ständige Ergänzungen.
                    Während die ursprüngliche Fassung von Laurembergs Anthologie noch aus zweihundert
                    Historien bestand, brachten es Ausgaben des späten 17. Jahrhunderts bereits auf
                    siebenhundert.</p>
                <p>Ein großer Teil des Erfolgs der <bibl><title>Acerra Philologica</title></bibl> gründete
                    sich auf Laurembergs konsequente Umsetzung zweier bereits antiker poetologischer
                    Wirkungsprämissen: Literatur müsse zugleich nützen und erfreuen (<quote>prodesse et
                        delectare</quote>), wobei die unterhaltende Funktion vor allem durch das Prinzip der
                    Abwechslung einzulösen sei (<quote>varietas delectat</quote>). Wenn Walther auf den
                        <quote>Methodo</quote> von Lauremberg anspielt, ist damit das planvolle Durcheinander
                    verschiedenster Wissensinhalte gemeint, das in der Vorrede der <bibl><title>Acerra
                            Philologica</title></bibl> wegweisend verteidigt wird. So habe er, Lauremberg, in
                    den <quote>Thematibus keine sonderliche gewisse Ordnung gehalten/ sondern wie ich die
                        Geschichte bey den Autoren zu unterschiedlichen Zeiten gelesen/ oder wie sie mir in
                        sinn kommen/ also hab ich sie nach einander gesetzet/ verhoffend/ solche Veränderung
                        werde nicht unlieblich und unangenehm seyn</quote> (Vorrede, unpag.). Mit der
                    gefälligen Konfusion als Modus der Wissensaufbereitung setzt sich die <bibl><title>Acerra
                            Philologica</title></bibl> deutlich von den zeitgenössischen Ordnungstendenzen
                    gelehrter enzyklopädischer Literatur ab und reaktiviert als ‚buntes‘ Sammelsurium ein
                    Prinzip, das sich bis in die Antike zu <rs type="author" ref="#aelianus_claudius"
                        >Aelian</rs>s <bibl><title>Bunten Geschichten</title></bibl> zurückverfolgen lässt. Laurembergs Werk
                    trug maßgeblich dazu bei, dass dieses heterogene Textgenre der ‚Buntschriftstellerei‘ im
                    17. Jahrhundert im Bereich der populären Lektüre eine veritable Renaissance erlebte –
                    entweder strukturell, indem sich Texte wie Walthers <bibl><title>Tempe
                        Historica</title></bibl> explizit auf das Vorbild Laurembergs beriefen, oder indirekt
                    im Hinblick auf die Rezeption, indem sie Auszüge und Textbausteine aus der
                            <bibl><title>Acerra Philologica</title></bibl> übernahmen und damit einmal mehr
                    kopierten, was schon zahllose Male kopiert worden war. Die dezidiert bunte
                    Zusammenstellung des eigenen Textes aus verschiedenen Prätexten gewinnt bei Walther
                    weniger durch die Metaphorik des Schauplatzes Anschaulichkeit als durch die der sammelnden
                    Auslese von Blumen oder Blüten, die aus dem Kontext der zeitgenössischen
                    Florilegien-Literatur stammte. Bereits im vollständigen Titel heißt es, dass <ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00007"><bibl><title>anmuthiger und
                            wolrichender Blumen nützlicher und merckwürdiger Geschichte
                        enthalten</title></bibl></ref> seien.</p>
                <p>Neben dem Rekurs auf Lauremberg macht Walther noch einen weiteren Punkt deutlich, der in
                    den meisten Texten der Buntschriftstellerei eher konnotativ mitschwingt – den Verweis auf
                    den Gebrauchszusammenhang des kompilierten Wissens. So führt der Titel weiter aus, dass
                    die Inhalte von den Lesern <bibl><title><ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00007">so wol in
                            publica als privata conservatione gebrauchet und von manniglichen mit grossem Nutz
                            können gelesen werden</ref></title></bibl>. Ausdrücklich will Walther sein Werk also
                    nicht allein für die Zwecke intimer, ungeteilter Lektüre verstanden wissen, sondern als
                    Instrument für das gesellige Gespräch über Wissen. Eine Typologisierung als
                    Konversationsliteratur findet damit bereits zeitgenössischen Rückhalt. Auch formal
                    bestätigt sich dieses Bild: Im handlich-kompakten Quartformat gehalten, war Walthers
                            <bibl><title>Tempe Historica</title></bibl> für die mobile Lektüre prädestiniert.
                    Und besonders der von Lauremberg übernommene kleinteilige Aufbau des gesammelten Wissens
                    war dazu geeignet, Bausteine für einen assoziativen Gesprächsverlauf zu liefern oder gar
                    vollständig vorgelesen zu werden: Kaum eine der insgesamt fünfhundert Historien umfasst
                    mehr als zwei Seiten. Wie viele andere vergleichbare Sammlungen war auch Walthers Text
                    damit strukturell kaum auf eine Ganztextlektüre ausgerichtet, sondern eher für den
                    selektiven, ‚schmökernden‘ und zufälligen Zugriff. Effektive Unterstützung für diesen
                    Modus der Nutzung bot ein alphabetisch organisiertes <quote><ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00007">ordentliches
                            Register der vornehmsten Sachen</ref></quote>.</p>
                <p>Walthers <bibl><title>Tempe Historica</title></bibl> schließt gattungstypologisch nicht nur
                    an Buntschriftstellerei und Konversationsliteratur an, sondern auch an die
                    gebrauchsorientierte Tradition der Exempelsammlungen. Eine klare moraldidaktische,
                    exemplarische Aufbereitung des Wissens wird – erneut nach dem Muster der
                            <bibl><title>Acerra Philologica</title></bibl> – am Ende der Historie jeweils
                    durch zwei Abschlusssentenzen erreicht. So notiert Walther schon im Anschluss an die erste
                    Geschichte <quote>Der Rachgierige Mohr</quote> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00021">S. 1</ref>):
                        <quote>1. Ist ein schrecklich Exempel eines Rachgierigen Menschen/ vor welchen
                        Teufflichen Laster sich billig jederman hüten soll. 2. Sollen Herren und Frauen
                        hieraus lernen/ daß sie ihre Dienst-Bothen nicht allzu hart halten/ oder/ wie die
                        Schrifft redet/ gar zu bitter gegen sie seyn</quote> (<ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00024">S. 4</ref>). Sehr
                    deutlich wird hier die Rolle der Geschichten als orientierendes Exempelreservoir. In
                    diesem Zusammenhang spielt das konkrete Alter der einzelnen Stoffe kaum eine Rolle –
                    vielmehr zeigt sich in der Quellengrundlage des Werks das für die Kompilationsliteratur
                    der Frühen Neuzeit typische unkritische Miteinander von alten und jüngeren Referenztexten.
                    So ist auch für Walther der Rekurs auf antike Vorlagen obligatorisch, die noch im 17.
                    Jahrhundert nichts von ihrer Autorität eingebüßt hatten: <quote>Der Heidnische Scribent/
                        Plutarchus/ erzehlet eine solche Historiam</quote> (<ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00024">S. 4</ref>), heißt
                    es etwa; und an späterer Stelle wird <quote>Plinius, der Alte wolbekante
                        Naturkündiger</quote> (<ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00394">S. 374</ref>) gelobt.
                    Das Alter der Stoffe einerseits und das Alter der Quellen andererseits gehen dabei ebenso
                    durcheinander wie die Inhalte selbst – in der 283. Historie berichtet Walther von einem
                        <quote>Wunderwerck/ das sich zugetragen bey Zeiten deß Pabsts Calixti. Im Jahr
                            1122</quote> (<ref target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00566">S.
                        546</ref>). Wegen der nur punktuellen und ungenauen Referenzierung der Quellen ist es
                    kaum möglich, die Quellengrundlage von Walthers <bibl><title>Tempe
                        Historica</title></bibl> exakt zu rekonstruieren; sicher ist allerdings, dass der
                    Verfasser – wenn nicht sogar hauptsächlich – auf viele Chroniken zurückgriff. Unter den
                    bekannteren Chronisten des 16. Jahrhunderts wird <rs type="author" ref="#franck_sebastian"
                        >Sebastian Franck</rs> (1499-1543) (<ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00602">S. 582</ref>)
                    ausdrücklich erwähnt.</p>
                <p>In der bereits angemerkten stark religiösen Färbung eines großen Teils der Erzählmotive ist
                    nicht zuletzt der konfessionelle Einschlag auffällig: Schon im vollständigen Titel wird
                    die Verwendung des Werks im liturgischen Kontext in der Predigt nahegelegt. Im Text selbst
                    wird der Theologieprofessor Walther deutlicher und macht aus seiner dezidiert
                    protestantischen Haltung keinen Hehl. Er kolportiert nicht nur mehrere Episoden aus <rs
                        type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>s <bibl><title>Tischreden</title></bibl>, sondern auch zentrale Motive protestantischer
                    Satire aus dem frühen 16. Jahrhundert wie den <quote>Papst-Esel/ welcher zu Rom in der
                        Tüber gefunden worden</quote> (<ref
                            target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00366">S. 346</ref>). In
                    späteren Exempeln ist noch deutlicher von den <quote>Bößwichtern</quote> (<ref
                        target="http://diglib.hab.de/drucke/xb-7173/start.htm?image=00410">S. 390</ref>) in Rom
                    die Rede. </p>
            </div>
            <div type="bibliography">
                <head>Bibliographische Nachweise und Forschungsliteratur</head>
                <listBibl>
                    <bibl>VD17 23:620450F <ptr type="vd17" cRef="23:620450F"></ptr></bibl>
                    <bibl xml:id="aelianus_geschichten_1990">Claudius Aelianus: Bunte Geschichten, übersetzt
                        von Hadwig Helms. Leipzig 1990</bibl>
                    <bibl xml:id="brückner_volkserzählung_1974">Wolfgang Brückner (Hg.): Volkserzählung und
                        Reformation. Ein Handbuch zur Tradierung und Funktion von Erzählstoffen und
                        Erzählliteratur im Protestantismus. Berlin 1974</bibl>
                    <bibl xml:id="bürger_lauremberg_1987">Thomas Bürger: Die ‚Acerra Philologica‘ des Peter
                        Lauremberg. Zur Geschichte, Verbreitung und Überlieferung eines deutschen Schulbuchs
                        des 17. Jahrhunderts, in: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 12 (1987), S.
                        1-24</bibl>
                    <bibl xml:id="czapla_erzählstoffe_1999">Ralf Georg Czapla: Mythologische Erzählstoffe im
                        Kontext polyhistorischer Gelehrsamkeit. Zu Peter Laurembergs „Acerra philologica“, in:
                        Simpliciana 21 (1999), S. 141-159</bibl>
                    <bibl xml:id="kühlmann_polyhistorie_2008">Wilhelm Kühlmann: Polyhistorie jenseits der
                        Systeme. Zur funktionellen Pragmatik und publizistischen Typologie frühneuzeitlicher
                        Buntschriftstellerei, in: Frank Grunert, Anette Syndikus (Hg.): Wissensspeicherung und
                        Wissenserschließung in der Frühen Neuzeit. Berlin 2008 (im Druck, Stand
                        3.3.2010)</bibl>
                    <bibl xml:id="michel_buntschriftstellerei">Paul Michel: <ref
                            target="http://elbanet.ethz.ch/wikifarm/karidol/index.php?n=Main.Buntschriftstellerei"
                            >Wiki Buntschriftstellerei</ref></bibl>
                    <bibl xml:id="schock_spektakel_2010">Flemming Schock: Spektakel und Verfall. Populäre
                        Antikenbilder in der barocken ‚Buntschriftstellerei‘, in: Veit Rosenberger (Hg.): Die
                        Acerra Philologica und das antike Rom in der Frühen Neuzeit (im Druck, Stand
                        3.3.2010)</bibl>
                    <bibl xml:id="uther_literatur_2005">Hans-Jörg Uther: Merkwürdige Literatur. Eine
                        Anthologie des Abseitigen. Berlin 2005</bibl>
                </listBibl>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
