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Beschreibung von Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 8° Cod. Ms. philol. 141
Patrizia Carmassi: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen lateinischen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Patrizia Carmassi.

Lucius Annaeus Seneca

Papier — I, 59, I Bl. — 31,5 × 21 cm — Deutschland — 16. Jh. Beginn (um 1502)

Wasserzeichen: 1. Geometrische Figuren - drei Elemente - Kreis - Kreuz - Stern (einkonturig) - ohne Beizeichen - Kreis mit Quer- und Längsstrich: WZIS DE3270-philol141_38. (1455-1520). 2. Geometrische Figuren - drei Elemente - Kreis - Kreuz - Stern (einkonturig) - ohne Beizeichen - Kreis mit Quer- und Längsstrich: WZIS DE3270-philol141_40. 3. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit zweikonturiger Stange - Schlange (aufrecht) - an Stange mit lateinischem Kreuz - ohne weiteres Beizeichen - sechs Windungen - mit Augen: WZIS DE3270-philol141_58. (1502). 4. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit zweikonturiger Stange - Schlange (aufrecht) - an Stange mit lateinischem Kreuz - ohne weiteres Beizeichen - fünf Windungen - mit Augen - Kinn rund: WZIS DE3270-philol141_1.. 5. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit zweikonturiger Stange - Schlange (aufrecht) - an Stange mit lateinischem Kreuz - ohne weiteres Beizeichen - fünf Windungen - mit Augen - Kinn rund: WZIS DE3270-philol141_12.. 6. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit zweikonturiger Stange - Schlange (aufrecht) - an Stange mit lateinischem Kreuz - ohne weiteres Beizeichen - sechs Windungen - mit Augen: WZIS DE3270-philol141_28.. Vorstatzblätter: 1. Wappen - Heroldsbilder - Schild gerautet, frei - Krone: WZIS DE3270-philol141_I. Lagen: 1 Bl. X (20). VIII (36). VII (50). IV+1 (59). 1 Bl. Alte Foliierung in arabischen Zahlen (schwarze Tinte). Flecken und Gebrauchsspuren am Anfang und Ende des Buchblockes. Fol. 58-59 Löcher durch Wurmfraß, die bis zu den inneren Blättern des Buches reichen. Fol. 56-58: Am Fußsteg Flecken durch Wasserschäden. Buchschnitt leicht wellig. Kopfschnitt vergraut. Eine Spalte. Raum durch Knicken des Papiers für Scholien an den Rändern eingeplant (jeweils 3 und 7 cm). 24-28 Zeilen. Schriftraum: 23 × 11 cm Bastarda von einer Hand. Die Rubriken (in schwarzer Tinte) geschrieben in Textualis größerer Dimension (0,5-1 cm hoch). Interlinearglossen (bis fol. 22v) und längere Scholia am Rande (zeitgenössisch). Am Rande häufig der Buchstabe A für Auctoritas. Zwei bis fünf Zeilen hohe Initialen, bis fol. 30v ausgeführt. Danach nur Repräsentanten. Buchstabenstamm zweikonturig in brauner Tinte gezeichnet, von Flechtband durchgezogen (fol. 4v auch mit horizontalen Pfeilen), nachträglich koloriert. Ausläufer, gelegentlich mit Schlangenkopf oder Blattmotiv endend. Farbfüllung in den Farben Rot, Grün, Orange, Gelb. Ein zweiter Intialtypus, nicht koloriert (fol. 25r, 21v), weist schwarzen Buchstabenkörper mit Aussparungen in Form von Knospenfleuronnée auf. Rote oder gelbe Unterstreichungen von Textabschnitten; kleinere Initialen gestrichelt; Titulus currens in Rot auf dem Kopfsteg, nur bis fol. 10r ausgeführt.

Halbledereinband aus dem 18./19. Jh. Jahrhundert. Pappeinband mit Sprenkelpapier überzogen (dunkelbraune Sprenkel auf mittelbraunem Grund). VS, HS und Vorsatzblätter aus modernem Papier (diese nicht foliiert). Siehe auch Wasserzeichen. Auf VS moderne Signatur (Bleistift): 2° Cod Ms. philol. 141 und zwei aufgeklebte Papierzettel mit Angabe zur Mikrofilmierung und mit Auszug aus Meyers Katalog über diese Handschrift. Von einer anderen Hand die bibliothekarische Notiz (Bleistift, 20. Jh.): Adhaesit editioni operum Senecae s.l. et a. Mf. 6736. Ex bibl. Henr. Meene 1783 (Man. p. 203). Vor Blatt I ein loser Papierzettel zur Benutzung der Handschrift seit 1893. Auf HS alte Signatur (Bleistift), später ausgewischt (Cod. philol. 70). Prüfzeichen (Gewicht) aus dem Jahr 1981. Auf dem Rücken 5 Bünde, mit eingeprägten schwarzen Linien hervorgehoben und Inhaltsangabe in schwarzer Prägung: SENECA MSCPT. Dort auch moderner Papierzettel mit aktueller Signatur. Kapital in den Farben Grün und Rot (verblasst). Lederüberzug weist Flecken und Spuren von Abrieb auf. Leder im Rücken rissig.

Zwei moderne Papierzettel, auf dem HS aufgeklebt, mit handgeschriebenen Notizen (schwarze Tinte, 20. Jh.), nicht foliiert. Diese betreffen allerdings den Codex 2° Cod. Ms. philol. 161 Cim.

Herkunft: Höchstwahrscheinlich in Deutschland entstanden. — Provenienz: Nach Meyer (Göttingen 1, S. 33) wurde die Handschrift 1783 aus der Bibliothek von Heinrich Meene (1710-1782) gekauft. Nach dem Studium der Theologie in Helmstedt und Leipzig, wurde er 1734 Pastor in Volkersheim, 1737 in Quedlinburg. Ab 1657 Oberhofprediger, Konsistorialrat und Superintendent in Jever. Vgl. H. W. Rotermund, Lexikon aller Gelehrten, die seit der Reformation in Bremen gelebt haben ..., Bremen 1818, S. LXXII-LXXV; J. G. Meusel, Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, 9, Leipzig 1809, S. 7-11; Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft herausgegeben von H. Friedl, W. Günther, H. Günther-Arndt und H. Schmidt, Oldenburg 1992, S. 443-444 (W. F. Meyer). Zu seiner Bibliothek s. den Auktionskatalog in zwei Bänden Bibliotheca Meeniana Sive Catalogvs Librorvm Ex Omni Scientiarvm Genere ... Qviqve D. 29. Et 30. Sept. D. 1. Oct. Et Seq. 1783 Bremae In Avditorio Ill. Gymn. Ivridico Pvblicae Avctionis Lege Divendentvr Per Avctionarivm Casparvm Frese, Bremae 1783, 1-2. Dort im Bd. 2, Nr. 12, S. 495, wird ein Sammelband beschrieben. Vgl. Digitalisat vom Exemplar in der UB Göttingen. Dessen III. Teil die Göttinger Handschrift war: 3) Seneca Cordubensis philosophi opus epistolarum manuscriptum cum adnotatis et variantibus lectionibus. Die ersten zwei Teile waren zwei Seneca-Inkunabeln, die heute unter den Signaturen 4° Auct. Lat. III,9070 (GW M41247) und 4° Auct. Lat. III,9967 (GW M41439) separat aufbewahrt werden. Vgl. Incunabula Gottingensia 1, Nr. 556, S. 234 und Nr. 565, S. 237. Laut Auktionskatalog besaß der Sammelband zum Zeitpunkt des Verkaufs einen Schweinsledereinband. — Der Erwerb durch die Universitätsbibliothek ist durch das Manual von 1783, S. 203, belegt. Weitere Inkunabeln Meenes kamen durch diese Auktion in die Göttinger Bibliothek.

Göttingen 1, S. 32-33.

Ir-v leer.

1r Ps.-Gualterus Burlaeus: Vita Senecae. Seneca Cordubensis philosophus vir doctissimus … — … quasi se necans. Es folgt der Satz: Hec Laertius [!] in libro de vita philosophorum etc. Druck: Gualteri Burlaei liber de vita et moribus Philosophorum. Mit einer altspanischen Übersetzung der Eskurialbibliothek hg. von H. Knust, Tübingen 1886 (Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart 177), Cap. CXVII, hier S. 358–360; J. Fohlen, Biographies de Sénèque et commentaires des Epistulae ad Lucilium (Ve-Xve s.), in Italia medioevale e umanistica 43 (2002), S. 1-90, hier Nr. 23, S. 45-46, ohne Erwähnung dieser Handschrift; Bloomfield, 1495; Sharpe, S. 727-28, Nr. 1902.62. Auf dem Fußsteg in schwarzer Tinte die Zahl 10.

1r Laurentius Guilelmus Traversagni OFM: Modus epistolandi. (Auszug). Epistola est humanae linguae facunda vicaria voluntatis … — … suorum subditorum. Druck: Guilhelmi zaphonensis fratris de ordine mino[rum] pervtilis epistolandi modus ad co[n]fratrem no[m]i[n]e Joha[n]nes [...], Liptz 1493. Vgl. http://diglib.hab.de/inkunabeln/171-14-quod-10/start.htm. Zu Traversagni (1425-ca. 1502): J. Ruysschaert, Lorenzo Guglielmo Traversagni de Savone (1425-1503), un humaniste franciscain oublié, in Archivum franciscanum historicum 46 (1953) S. 195-210; E. J. Polak, Medieval and Renaissance letter treatises and form letters. Vol. 3: A census of manuscripts found in part of Europe. The works on letter writing from the eleventh through the seventeenth century found in Albania, Austria, Bulgaria, France, Germany, and Italy, Leiden 2015 (ohne Erwähnung dieser Handschrift). Die Inhalte in Form eines Baumdiagrammes in der unteren Hälfte des Blattes wiedergegeben.

1v-57v Lucius Annaeus Seneca: Epistulae morales (cum glossis). ›Lucii Annei Senece Cordubensis maximi latinorum et institutoris honeste vite ad Lucilium Epistolarum de vivendi ratione preclarus et auro pretiosior. Incipit feliciter‹. ›Epistula prima de tempore utiliter expediendo‹. Seneca Lucilio suo salutem. Ita fac mi Lucilli [!] … — … nobis reliquerunt, nichil scire Vale. Epistulae durchnummeriert und mit einem Titel versehen, der den Inhalt erläutert: De amicitia, De otio, De solitudine, etc. Zahlreiche Abkürzungen. Gelegentlich einige fehlende Textstellen am Rande nachgetragen und mit Verweiszeichen markiert. Incipit des Kommentars fol. 1v: Iste est liber epistolarum Senece ad Lucillum discipulum suum et hec prima epistola eius est de nobilitate temporis. (23v-24r) Die Epistula 53 an dieser Stelle nach epistula 37, als 38 nummeriert. (24r) Es folgt die Epistula 38, als 39 nummeriert. Daher Verschiebung in der Zählung bis fol. 29r: Dort Epistula 49 (= 48 der Edition). Diese Epistula wird in zwei Briefe geteilt (fol. 29r-30r), in der Handschrift jeweils als 49 und 50 nummeriert. Die Verschiebung in der Zählung setzt sich bis fol. 32v fort: 51-54 (= 49-52 der Edition). (32v-33r) Als Epistula 55 nummeriert: Epistula 54 der Edition (Ep. 53 vorher schon unter Nr. 38 vorhanden). Danach Epistulae 56-58 (= 55-57 der Edition). Mit der Epistula 59 setzt wieder die Übereinstimmung zwischen der Zahl in der Handschrift und der in der Edition ein (59-82). (51v-52v) Als Epistula 83 nummeriert: Epistula 58 der Edition. Danach Epistulae 84-89 (= 83-88 der Edition). Vgl. für gleiche Anordnung der Briefe Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 608 Helmst. Edition: L. Annaei Senecae Ad Lvcilivm epistvlae morales, recognovit et adnotatione critica instruxit L. D. Reynolds, Tomus I: Libri I-XIII. Oxonii 1969 (Scriptorum classicorum bibliotheca Oxoniensis). Bibliographie: L. D. Reynolds, The Medieval Tradition of Seneca's Letters, Oxford 1965, ohne Erwähnung dieser Handschrift. The Cambridge companion to Seneca, ed. by S. Bartsch and A. Schiesaro, Cambridge 2015.

57v-58r Inhaltsverzeichnis. ›Registrum super epistolas Senece Incipit foeliciter‹. In drei Spalten geordnet: 1. Briefnummer von 1 (prima) bis 89, 2. Inhalt des Briefes, 3. Seitenzahl der Handschrift. Endet mit einem Kolophon des Schreibers Johannes R.: Finis (?) huius registri per me Jo: R:

58v-59r leer. Das Blatt 59, nicht foliiert, gehört zum alten Buchblock.

59v Alte Signatur (Bleistift): Auct. Lat. 173. a.

IIr-v leer.


Abgekürzt zitierte Literatur

Bloomfield M. W. Bloomfield, Incipits of Latin Works on the Virtues and Vices 1100–1500 A.D., Cambridge/Mass. 1979 (Publications of the Medieval Academy of America 88)
Göttingen 1 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 1: Universitäts-Bibliothek: Philologie, Literärgeschichte, Philosophie, Jurisprudenz, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover. Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen 1)
Incunabula Gottingensia 1 Incunabula Gottingensia. Inkunabelkatalog der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, hrsg. von E. Mittler. Bd. 1: Abteilung Adagia bis Biblia, beschrieben von H. Kind, Wiesbaden 1995
Sharpe R. Sharpe, A Handlist of the Latin Writers of Great Britain and Ireland before 1540, Turnhout 1997, Additions and corrections (1997–2001), Turnhout 2001 (Publications of the Journal of medieval Latin 1)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der abendländischen mittelalterlichen Handschriften der SUB Göttingen Lateinische Handschriften.
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