Gumpold von Mantua, Vita des Hl. Wenzel und andere Viten
Hildesheim (?) — um 1000 (vor 1006)
Provenienz: Die Handschrift wurde 1641/42, so wie sie heute vorliegt, als Sammelhandschrift von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg erworben (pag. 3274 des Bücherradkataloges; , 119). Sie erhielt bereits im 15. Jh. in Braunschweig ihren heutigen Einband. Der Ankaufsort ist unbekannt. Das Ankaufsdatum könnte davon zeugen, dass Philipp Hainhofer die Handschrift für Herzog August beschafft und Georg Forstenheuser sie geliefert hat (Auskunft von W. Arnold).
Pergament — 109 Bl. — 22,5 × 18 cm
Aus vier Teilen zusammengesetzt. A: 1v–18r (12. Jh.), B: 18v–37v (um 1000), C 38v–53v und D: 54r–109v. Die folgenden Angaben (außer zu den Texten und dem Lagenschema) beziehen sich auf Teil B der Handschrift. Zum bebilderten Teil A vgl. (in Vorb.). Lagenschema Teil II (Vita Wenceslai; Bl. 18–37): III (23). IV (31). III (37). Neuer Tintenfoliierung. Schriftraum: 15,5 × 12 cm, einspaltig, 20 Zeilen. Karolingische Minuskel von einer Hand. Die Schrift wird von Mayr-Harting, basierend auf den Arbeiten von H. Hoffmann, nach Mainz verortet (, 358–360). Zu den Textanfängen 2–3zeilige, goldene unverzierte Majuskeln.
Hellbrauner Ledereinband mit Streicheisenlinien und Stempeldekor (15. Jh.). Einbandstempel: Rhombus mit Fabelwesen ( s004654); offene Rosette / mit einem Blattkranz / fünfblättrig / Blätter kreisförmig ( s007653); Rhombus mit Lilie / Lilienkreuz ( s002627); Kreis mit Stern / fünfstrahlig ( s008689); Rhombus mit Lilie / Mittelblatt mehrteilig / unterer Abschluss lilienförmig ( s002089). Aus der Braunschweiger Werkstatt "Stern mit Punkt" (w000245).
INHALT
1v–13v Passio Pantaleonis martyris. 13v–18r Legenda sancti Aegidii ( 93). 18v–37r : Vita Wenceslai ( 8821; zu den Editionen vgl. , Anm. 4–6; Legendy Wolfenbüttelského rukopisu, hrsg. von , Faksimile legend Wolfenbüttelského rukopisu, Tschechisch/Latein, Praha 2010). 38r–53v : Homiliae XIV (die Predigtsammlung fehlt in den Repertorien; nachgewiesen ist bislang die zweite Predigt [39v–40v], vgl. 8, 244 Nr. 66). 46v–48v : Sermo synodalis bonus et fructuosus (Druck: , Antiquitates Walckenredenses, oder Historische Beschreibung der vormahls berühmten Kayserl. Freyen Reichs-Abtey Walckenried Cistercienser-Ordens…, Theil II, handelnd von unterschiedenen darin gelebten Closter-Personen, Leipzig/Nordhausen 1705, 180–188.; Lit. 2, 767–769). 54r–108r : Liber physicorum , glossiert ( 1296; Aristoteles Latinus. Codices, Teil 1, Rom 1939, 683 Nr. 936; 2334). 108v–109r Aristotelica , Exzerpte.
AUSSTATTUNG
1 Zierinitiale. 1 Initialzierseite. 3 Miniaturen.Miniaturen: Die Miniaturausstattung der Wenzelsvita besteht aus: 18v Miniatur (Stifterbild), 20v Miniatur (Trinkspruchszene) und 21r Miniatur (Kampf und Tod des hl. Wenzel). Sowohl das Widmungsbild auf 18v als auch die anschließende, dem Prolog vorangestellte Initialzierseite auf 19r werden von Goldrahmen mit Rankenfüllung umgeben. Die Streifenminiatur auf 20v zeigt einen breiten goldenen Rahmen, ohne Füllung. Die Miniatur auf 21r sowie die auf der unteren Blatthälfte anschließende Initiale besitzen einfache, schmale goldene Leistenrahmen, wobei die der Initiale doppelt angelegt sind. Sämtliche Initialfelder und Miniaturen sind mit kassettierten, blütengefüllten Purpurgründen hinterlegt.
18v Stifterbild (ganzseitig). Doppelt gezogener Leisteinrahmen gefüllt mit einer Knospenranke. Das Bildfeld hinterlegt mit Gittermuster und Kreuzblüten. In der linken oberen Ecke Christus als Halbfigur. In seiner Linken ein Buch. Mit der Rechten setzt er dem Heiligen Wenzel, der von links ins Bild schreitet und zu ihm aufschaut, die Krone auf das Haupt (Herrscher- und Märtyrerkrone). In der Linken hält dieser eine Lanze als Herrschaftszeichen. Er ist bekleidet mit einer kurzen Tunika und einen Soldatenumhang. Vor ihm auf dem Boden, seinen linken Fuß in Proskynese umfassend, die Stifterin Herzogin Emma von Böhmen. Im Hintergrund die Widmung Hunc libellum hemna venerabilis principissa pro remedio anime sue in honore beati uenceslauvi martriris fieri iussit (Dieses Büchlein ließ die ehrwürdige Fürstin Hemma für ihr Seelenheil zur Ehre des gesegneten Märtyrers Wenzel anfertigen). 14,2 × 11,5 cm. Abb. 39.
20v Trinkspruchszene (Streifenbild, untere Blatthälfte). Zwei Bildhälften. In der linken Hälfte der Heilige Wenzel nach rechts zum anderen Bildfeld gewandt und einen Becher darreichend. In der oberen linken Ecke der ihn beschirmende Erzengel Michael. In der rechten Bildhälfte sein Bruder Boleslav I. und vier Gäste an einer Tafel sitzend. Sie nehmen den Becher in Empfang. 8 × 12,9 cm. Abb. 41.
21r Der Kampf von Boleslav I. mit seinem Bruder, dem hl. Wenzel und der Tod des Heiligen (Streifenbild, obere Blatthälfte). Rechts im Bild eine Kirche, vor dem geöffnetem Portal ein Priester. Vor der Kirche, in der linken Bildhälfte, der Bruderkampf. In der Bildmitte erscheint der hl. Wenzel mit erhobenem Schwert noch im Vorteil, links im Bild wird er jedoch bereits stark bedrängt. Nach der Christian-Legende (vgl. , 352f.). 15,1 × 13 cm. Abb. 42.
Die Bildfelder der Miniaturen sind mit lebhaft agierenden Personen und eng gesetzten Szenen gefüllt, die simultan mehrere Ereignisse parallel zeigen. Figuren und Gebäude überschneiden das Bildfeld.
Zierinitiale und Initialzierseite: Einleitend zum Prolog auf 19r eine Initialzierseite (Abb. 40). Auf 21r (untere Blatthälfte) zum Textbeginn eine Zierinitiale. Goldrahmen mit goldener Spiralrankenfüllung (19r) und einfacher Farbfüllung (21r). 21r Goldene Spaltleisteninitialen vor grünem Grund als Textbeginn mit mennigroten Spalt- und Geflechtfüllungen. In den Binnenfeldern, vom Initialstamm ausgehend, locker geschwungenes Rankenwerk. Als Endbesatz aufsprossende Blattknospen-, Lanzettblatt- und Palmettenformen sowie, an Stielen hängend, ein Dreier- und ein Herzblatt (vgl. 21r). Am Initialstamm und an den Rankenabläufen zahlreiche Triebansätze. Auf 21r gehen die Rankenabläufe Verflechtungen mit dem Initialstamm und dem Rahmen ein. Der Initialstamm auf 19r zeigt End- und Gliederungsgeflechte mit spitzwinkeligen Abschlüssen. Initialhöhe: 6,2–7,1 cm.
Farben: Initialen und Miniaturen mit reichem Goldauftrag. Farben: Grün, Blaugrün, Dunkelgrün, Braunorange, leuchtendes Orange. Lavierender Gelbauftrag, blasses Lila. Faltentäler und Umrisse mit kräftiger schwarzer Linienführung. Das Inkarnat ist hautfarben und ohne Modulierungen.
STIL UND EINORDNUNG
Die Vita des Heiligen Wenzel ist eine Legende, die im Auftrag von Kaiser Otto II. vom Bischof Gumpold von Mantua (gest. 985) verfasst wurde. Sie berichtet über das Leben und den Tod des Fürsten Wenzel von Böhmen (903/910–929/35), dem ersten der Přemyslidenherrscher. In der Handschrift wird das Gastmahl gezeigt, bei dem Wenzel seinen Bruder Boleslav bewirtet, sowie die am nächsten Morgen stattfindende Ermordung Wenzels durch diesen auf dem Weg zur Frühmesse (dat. 929 oder 935). Die im Widmungsgedicht auf 18v genannte Herzogin Emma von Böhmen, Gattin von Boleslav II., gibt mit ihrem Todesjahr 1006 einen Terminus ante quem für die Entstehung der Handschrift. Emma lebte bis 1002 als Ehefrau und später als Witwe Boleslavs II. in Prag. In den Jahren 1002 bis 1004 ging sie ins Exil an den Hof Kaiser Heinrich II. nach Regensburg (zu Herzogin Emma vgl. , Zur Rolle von Herrscherinnen. Emma Regina in Frankreich und in Böhmen, in: Westmitteleuropa Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen, Festschrift für F. Seibt zum 65. Geburtstag, hrsg. von , München 1992, 81–89). Ihre letzten zwei Lebensjahre verbrachte sie auf ihrem Witwensitz in Mělník. Die für den Text ausgewählten Szenen gehen, nach Spunar, nicht nur auf die Legende des Gumpold von Mantua zurück, sondern erweitern die Erzählung um Darstellungen aus der älteren Christian-Legende. Nur in letzterer findet sich die Erwähnung des Priesters, der sich aufgrund der verweigerten Hilfeleistung an dem Mord Wenzels mitschuldig macht (vgl. 21r; Lit. , 351–354). Indem der Tod Wenzels im Bild ausgespart, eine besonders prachtvolle Ausstattung gewählt und die himmlische Erhöhung Wenzels im Stifterbild dargestellt wird, zeigt die Bildausstattung der Handschrift das Bemühen, Wenzel als Staatsheiligen wiederzugeben. Nach Spunar lässt sich hier die Instrumentalisierung Wenzels durch die Přemyslidenfürsten während der Konsolidierung ihrer Herrschaft erkennen (, 352–354). In der Forschung wurde der Ausführungsort der Vita bisher kontrovers diskutiert. Die Lokalisierung der Handschrift nach Böhmen, eine aufgrund des Textes naheliegende Annahme, lässt sich ausschließen, da ein für diese qualitätvolle Arbeit notwendiges, leistungsfähiges Skriptorium dort nicht bekannt ist (für Böhmen, vgl. , 64–70; , Nr. 234 []). Dass es sich bei der Handschrift um eine Prager Auftragsarbeit handelt, liegt thematisch nahe. Das Stifterbild und die Inschrift (18v) bezeugen Herzogin Emma von Böhmen als Auftraggeberin. Motive und stilistische Argumente veranlassten zu einer möglichen Verortung der Handschrift nach Corvey oder Hildesheim, in den niedersächsischen Raum (vgl. u.a. , 216–231; , Bd. 2, Nr. VI-74 []; , Nr. 8 []). Stilistische Vergleiche der Handschrift weisen in unterschiedliche Richtungen. Die paläographische Verortung der Handschrift nach Mainz (, 358–360) veranlasst für die Initialornamentik ebenfalls einen Abgleich. Hartmut Hoffmann fasst paläographisch das Mainzer Skriptorium in ottonischer Zeit zusammen (, 226–276; , 192–194). Aus der Zeit des Erzbischofs Willigis (amt. 975–1011) stammen zahlreiche in Mainz hergestellte Codices mit teils aufwendiger Bild- und Initialausstattung (vgl. ). Im Vergleich der Initialornamentik ergeben sich Parallelen zum schlanken Buchstabenstamm mit den spitz zulaufenden Endgeflechten, den beweglichen, schlanken Rankenverläufen, sowie die den Initialstamm gliedernden, häufig in Schlaufen angelegten Veflechtungen. Außerdem findet sich mit aufgesprossten Blattknospen und den gelegentlich gestielt zwischengefügten Herz- und Dreierblättern ein ähnlicher Rankenbesatz (vgl. München, BSB, Clm 8102, Mainz, gegen 1000; Lit. , Nr. 203, Abb. 452–462 und das Festtagsevangelistar aus St. Stephan in Mainz, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum, Inv. Nr. B 00258 (olim Hs 973; Cod. Kautzsch 2), Mainz, mit auswärtiger Beteiligung, um 990; Lit. , Nr. 27, zahlr. Abb.). Weitaus ähnlicheres Rankenwerk zeigt das um 1014 (zwischen 1014 und 1022) entstandene Hildesheimer Sakramentar (Hildesheim, Domschatz, Nr. 19, Guntbald-Sakramentar, 2bv), das unter dem Einfluss von Fulda und Regensburg als eine der späten Guntbald-Handschriften entstand (zu den Guntbald-Handschriften vgl. 113 Noviss 4°, Bernward-Psalter; zur Handschrift vgl. , Nr. 16 [] und , Bd. 2, Nr. VIII-25 []). Die als Endbesatz verwendete Palmettenform begegnet häufig in Corveyer Codices (vgl. New York, PML, MS M.755, Quedlinburger-Evangeliar, 17v, Corvey, um 970; Lit. , Nr. 10 [G. Bauer] und das Evangelistar New York, NYPL, MA 001 (olim Astor Ms. 1), 9r; Lit. , Nr. 9 [G. Bauer] und , Nr. 27; zum Vergleich , 217). Die in den Text eingebetteten oder untereinander gesetzten Streifenbilder erinnern an Miniaturen aus dem Fuldaer Skriptorium, (für Fulda vgl. das Sakramentar Bamberg, SB, Msc. Lit. 1, Anfang 11. Jh.; Lit. , Nr. 74). Die für die Initialzierseiten im Hintergrund verwendeten gemusterten und häufig im Raster in hellen Farbtönen angelegten Purpurgründe mit Blütenmotiven sowie gleich angelegte Rahmungen zeigen Parallelen zu Werken der Regensburger, Seeoner und Reichenauer (Ruodbrechtgruppe) Buchmalerei, die unter Heinrich II. beginnend im späten 10. und im frühen 11. Jh. deutlich an Bedeutung gewinnen (zur Regensburger Buchmalerei unter Heinrich II. vgl. , 24ff.; Handschriftenvergleiche: Evangelistar Bamberg, SB, Msc. Bibl. 95, 9r, Seeon, vor 1012; Lit. , Nr. 68, Abb. 34; das Sakramentar Florenz, BNC, B.R. 231 , Reichenau, um 978–983; Lit. , Nr. 6, Abb. 321–323). Die von Bauer vorgeschlagenen Parallelen zur Buchmalerei aus Norddeutschland mit häufig verwendeten Purpurgründen überzeugen nicht, da Farbton und Motive nicht übereinstimmen (vgl. , 217). Im norddeutschen Raum verwendete man nahezu durchgängig Blattmotive (keine Blütenmotive), deren Anordnung in den späteren Codices zwar geometrischer erscheint, die jedoch nicht im Gittermuster angelegt sind (zu Purpurgründen im norddeutschen Raum vgl. , Bd. 1, 213–221). Im Figürlichen konnte Gerd Bauer überzeugend auf stilistische Übereinstimmungen der Wenzelsvita mit dem Hildesheimer Kostbarem Evangeliar (breite goldene Gewandsäume, kindlich wirkende Köpfe mit gerade gezogenen Augenbrauen, rechtwinklig abknickende Nasenlinie und kleine Münder - vgl. Hildesheim, Domschatz, Nr. 18, Kostbares Evangeliar oder Bernward-Evangeliar, Hildesheim, um 1015 (Lit. , Nr. 18 [M. Müller]; , 17ff.) und Hildesheimer Bronzearbeiten deutlich machen (Gewandstauung der Ärmel in parallelen Bogensegmenten, spitz zulaufende Schnurrbärte, gegenläufige Bewegungsmuster; , 217ff.; zu den Bronzearbeiten vgl. ). Die Vergleiche lassen folgenden Schluss zu: Für die Bildausstattung der Wenzelsvita müssen Vorlagen aus dem süddeutschen Raum (Regensburg, Seeon, Reichenau) und aus Fulda vorgelegen haben. In der Ausführung (Initial- und Figurenstil) ist an einen Hildesheimer Künstler zu denken. Herzogin Emma von Böhmen, als nachgewiesene Auftraggeberin der Handschrift, konnte vermutlich über hausinterne Kontakte auf niedersächsische Skriptorien zugreifen, da Böhmen vielfältige Beziehung dorthin unterhielt. So stammen der erste Prager Bischof (Thietmar, amt. 973–982) und der dritte (Thiddag, amt. 998–1017) aus dem Benediktinerkloster Corvey; die Skriptorien von Corvey und Hildesheim standen nachweislich in engem Austausch (vgl. , Nr. 7 [M. Müller]). Dass in Hildesheim in Mainz ausgebildete Schreiber gearbeitet haben könnten, ist denkbar, da mit Willigis ein gebürtiger Sachse dem Mainzer Erzbistum vorstand (amt. Erzbischof von Mainz 975–1011), der zudem vor seiner Amtszeit Domherr in Hildesheim war (amt. 971–975). Dass auswärtig ausgebildete Schreiber in Hildesheim arbeiteten, ist durch den Regensburger Schreiber Guntbald bezeugt. Letzterer war nicht nur Schreiber, sondern war auch an der Ausführung von Initialen und Initialzierseiten beteiligt. Ähnlich könnte es sich mit dem Mainzer Schreiber verhalten haben (s. Initialvergleiche mit Mainz). Über Guntbald stehen die Hildesheimer Kontakte nach Regensburg überaus deutlich im Raum. Entsprechend dürften Regensburger Handschriften oder eben Handschriften aus dem Regensburger Umfeld (Seeon, Reichenau) nach Hildesheim gelangt sein. Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang auf die Zeit des Exils Emmas von Böhmen am Hof Heinrichs II. in Regensburg zu verweisen (1002–1004), wo sie mit entsprechenden Handschriften konfrontiert gewesen sein dürfte. Auch für andere Hildesheimer Codices sind Fuldaer Vorlagen nachgewiesen (vgl. Hildesheim, Domschatz, Nr. 19, Guntbald-Sakramentar, Hildesheim, um 1014; , Nr. 16 [M. Müller]). Die Wolfenbütteler Wenzelsvita dürfte Sachsen, bzw. Niedersachsen nicht verlassen haben. Dies belegen der Braunschweiger Einband aus dem 15. Jh. und die Verbundhandschrift, die in späterer Zeit (13. Jh.) ebenfalls in Hildesheim illuminiert wurde., Nr. 3008 (Heinemann Nr.). — , Iluminace Gumpoldovy legendy o s. Václavu ve Wolfenbüttelu. K dějinám středověkého malířství v Čecách, Praha 1926, 182. — , 64–70. — , 216–231. — , hier besonders 352–354, 351 Anm. 1. (weiterführende tschechische Literatur zur Handschrift). — , 358–360. — , Bd. 2, Nr. VI-74 (). — , 42–47. — , 280f. Nr. 11.01.14 (). — , Die Ausdehnung ottonischer Herrschaft über die slawische Bevölkerung zwischen Elbe/Saale und Oder, in: Otto der Große, Magdeburg und Europa, Ausstellung Kulturhistorisches Museum Magdeburg, hrsg. von , Bd. 1, Mainz 2001, 65–74, Abb. 3–5. — , Nr. 234 (). — , 143 Anm. 640. — , Nr. 8 (). — , Bd. 1, 386, Nr. 388. — , Die lateinische Schriftkultur in den böhmischen Ländern bis zum 12. Jahrhundert. Handschriften, Fragmente und Skriptoria, Wien 2022 (Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde, Beiheft 20), 444 Anm. 348 (hier weitere tschechische Literatur zur Handschrift).
Abgekürzt zitierte Literatur
| G. Bauer, Corvey oder Hildesheim? Zur ottonischen Buchmalerei in Norddeutschland, 2 Bde., Phil. Diss., Hamburg 1977 | |
| G. Bauer, "Neue" Bernward-Handschriften, in: M. Gosebruch und F. N. Steigerwald, Bernwardinische Kunst. Bericht über ein wissenschaftliches Symposium in Hildesheim, Göttingen 1988 (Schriftenreihe der Kommission für Niedersächsische Bau- und Kunstgeschichte bei der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft 3), 211-235 | |
| Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen. Katalog der Ausstellung Hildesheim 1993, 2 Bde., hrsg. von M. Brandt und A. Eggebrecht, Hildesheim 1993 | |
| K. G. Beuckers, Zur Mainzer Buchmalerei unter Erzbischof Willigis (amt. 975-1011), in: In Gold geschrieben. Zeugnisse frühmittelalterlicher Schriftkultur in Mainz. Festgabe für Domdekan Heinz Heckwolf zum 75. Geburtstag, hrsg. von W. Wilhelmy und T. Licht, Regensburg 2017 (Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz 9), 165-218 | |
| Bibliotheca hagiographica Latina antiquae et mediae aetatis, 2 Bde., ed. Socii Bollandini, Bruxelles 1898 und 1901 (Subsidia hagiographica 6), Bd. 3: Supplementi editio altera, Bruxelles 1911 (Subsidia hagiographica 12) | |
| Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel) | |
| Europas Mitte um 1000. Katalog zur 27. Europaratsausstellung, Budapest 20. August-26. November 2000 und Bratislava 7. Juli-29. September 2002, Bd. 3: Katalog, hrsg. von A. Wieczorek und H.-M. Hinz, Stuttgart 2000 | |
| Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978– | |
| Die Handschriften im Domschatz zu Hildesheim, beschrieben von M. Stähli, Wiesbaden 1984 (Mittelalterliche Handschriften in Niedersachsen 7) | |
| H. Hoffmann, Buchkunst und Königtum im ottonischen und frühsalischen Reich, Textbd., Stuttgart 1986 (MGH Schriften 30,1) | |
| H. Hoffmann, Schreibschulen und Buchmalerei. Handschriften und Texte des 9.–11. Jahrhunderts, Hannover 2012 (MGH Schriften 65) | |
| In Gold geschrieben. Zeugnisse frühmittelalterlicher Schriftkultur in Mainz. Festgabe für Domdekan Heinz Heckwolf zum 75. Geburtstag, hrsg. von W. Wilhelmy und T. Licht, Regensburg 2017 (Publikationen des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz 9) | |
| Karolingische und ottonische Kunst, hrsg. von D. Blume und B. Reudenbach, Darmstadt 2009 (Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland 1) | |
| Die ottonischen und frühromanischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek, beschrieben von E. Klemm, Wiesbaden 2004 (Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek 2) | |
| U. Kuder, Studien zur ottonischen Buchmalerei, hrsg. und eingel. von K. G. Beuckers, 2 Bde., Kiel 2018 (Kieler kunsthistorische Studien NF 17) | |
| T. Labusiak, Die Ruodbrechtgruppe der ottonischen Reichenauer Buchmalerei. Bildquellen - Ornamentik - stilgeschichtliche Voraussetzungen, Berlin 2009 (Denkmäler Deutscher Kunst) | |
| H. Mayr-Harting, Ottonische Buchmalerei. Liturgische Kunst im Reich der Kaiser, Bischöfe und Äbte, Stuttgart 1991 | |
| Mittelalterliche Handschriften der Herzog August Bibliothek, ausgewählt und erläutert von W. Milde, Frankfurt/M. 1972 (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Sonderbd. 1) | |
| W. Milde, Die Erwerbungsjahre der Augusteischen Handschriften der Herzog August Bibliothek, Supplement zum Katalog von Otto Heinemann "Die Augusteischen Handschriften" Bd. 1-5, Wolfenbüttel 1890-1903, in: 14 (2006), 73-144 | |
| F. Mütherich, Die Regensbuger Buchmalerei des 10. und 11. Jahrhunderts, in: , 23-29 | |
| Schätze im Himmel – Bücher auf Erden. Mittelalterliche Handschriften aus Hildesheim, Ausstellung Wolfenbüttel 5. September 2010-27. Februar 2011, hrsg. von M. E. Müller, Wolfenbüttel 2010 (Ausstellungskataloge der Herzog-August-Bibliothek 93) | |
| J. B. Schneyer, Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters für die Zeit von 1150–1350, Bd. 1–11, Münster/Westf. 1969–1990, Bd. 1–4 ebd. 21973–1974 (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters 43,1–11) | |
| Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen. Nach Motiven geordnet und nach Werkstätten bestimmt und beschrieben von I. Schunke, Teil 2: Werkstätten, fortgeführt von K. von Rabenau, Berlin 1996 (Beiträge zur Inkunabelkunde 3,10) | |
| The splendor of the word. Medieval and Rennaisance illuminated manuscripts at the New York Public Library, hrsg. von J. J. G. Alexander, J. Marrow und L. Freeman Sandler, New York 2005 | |
| P. Spunar, Die Wenzelslegende in der Buchkunst, in: Scire litteras. Forschungen zum mittelalterlichen Geistesleben, hrsg. von S. Krämer und M. Bernhard, München 1988, 351-361 | |
| Die Handschriften des 8. bis 11. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg, 2 Bde., bearbeitet von G. Suckale-Redlefsen, Wiesbaden 2004 (Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg 1) | |
| L. Thorndike, P. Kibre, A catalogue of incipits of mediaeval scientific writings in latin, revisited and augmented edition, London 21963 (Mediaeval Academy of America publication 29) | |
| Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 12 Bde., hrsg. von K. Ruh u. a., 2., völlig neu bearbeitete Aufl., Berlin/New York 1978–2005, Ergänzungsbde.: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, Bd. 1–3, hrsg. von F. J. Worstbrock, Berlin/New York 2005–2015 | |
| Vor dem Jahr 1000. Abendländische Buchkunst zur Zeit der Kaiserin Theophanu, Ausstellung des Schnütgen-Museums zum Gedenken an den 1000. Todestag der Kaiserin Theophanu am 15. Juni 991 und ihr Begräbnis in St. Pantaleon zu Köln, vom 12. April bis 16. Juni 1991 in der Cäcilienkirche, Konzeption und Ausstellung A. von Euw, Köln 1991 | |
| R. Wesenberg, Bernwardinische Plastik. Zur ottonischen Kunst unter Bischof Bernward von Hildesheim, Berlin 1955 | |
| C. Winterer, Das Fuldaer Sakramentar in Göttingen. Benediktinische Observanz und römische Liturgie, Petersberg 2009 (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 70) | |
| Die Augusteischen Handschriften, beschrieben von O. von Heinemann, Teil 1-5, Frankfurt/M. 1890–1903, ND 1965–1966 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. Die alte Reihe 4–8) | |
| Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 2: 12. Jahrhundert, beschrieben von S. Westphal (in Bearbeitung) |
Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).