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Beschreibung von Cod. Guelf. 18.4 Aug. 2°
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 11. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)

Sammelhandschrift

Regensburg, Benediktinerkloster St. Emmeram (?) — 11. Jh., 3. Viertel

Provenienz: Eintrag: 1r Iste liber pertinet ad sanctum Erhardum in Ratispona. Dem Eintrag nach, stammt die Handschrift aus dem Niedermünster in Regensburg. Von dort gelangte sie eventuell über Matthias Flacius, der sich 1562 in Regensburg aufhielt, in den Besitz des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel und in dessen Sammlung (K. Schottenloher, Handschriftenschätze zu Regensburg im Dienste der Zenturiatoren [1554-1562]. II. Reichenbacher Handschriften in der Flaciusbibliothek, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 34 [1917]), 66–82, hier 71 Anm. 5; Hartmann, 109, 246). Der Eintrag im Bücherradkatalog auf pag. 5102 deutet auf die Jahre 1658/59 als Ankaufsjahre durch Herzog August (Milde Erwerbungsjahre, 97).

Pergament — 137 Bl. — 33 × 21 cm

Lagen: 11 IV (88). V (99). II (103). II-1 (106). III (112). IV+1 (121). 2 IV (137). Schriftraum: 25,2 × 14,5 cm, zweispaltig, 30 Zeilen. Karolingische Minuskel von einer Hand. Überschriften der Buchanfänge in roter Capitalis rustica, Überschriften der Textanfänge in roter Minuskel. Zu Beginn auf 1r die erste Textzeile in Capitalis rustica mit abwechselnd roten und schwarzen Buchstaben. Die Textanfänge eingeleitet mit roten, 2–3zeiligen schlichten Initialbuchstaben. Diese von 1r-16v mit grünen Begleitstrichen und in den Binnenfeldern mit grünen Farbflächen.

Weißer Schweinsledereinband mit Streicheisenverzierungen; Schließen abgerissen. Auf dem Vorderdeckel ein Pergamentstreifen mit dem Titel Sententie Prosperi.

INHALT

1r–87r Quodvultdeus Carthaginiensis: De promissionibus et praedictionibus Dei (PL 51, 733–858 [Ps.-Prosper Aquitanus]; CC SL 60, 1–223 [Hs. u.a. auf S. XI erwähnt; CPL 413). 87r–93r Publilius Syrus: Sententiae (Publilii Syri Mimi Sententiae, rec. W. Meyer, Leipzig 1880 [Bibliotheca Teubneriana]; Die Sprüche des Publilius Syrus, lat.-deutsch, ed. H. Beckby, München 1969; Publilius Syrus, Sentences. Introduction, traduction et notes par G. Flamerie de Lachapelle, Paris 2011; B. Munk Olsen, L’étude des auteurs classiques 2 [1985]), 469; F. Giancotti, Ricerche sulla tradizione manoscritta delle sentenze di Publilio Siro, Messina 1963 [10 Hs. erwähnt]; C. Panayotakis, Towards a new critical edition of the Sententiae associated with Publilius, in: La traversée européenne des Proverbia Senecae. De Publilius Syrus à Érasme et au-delà, Nancy 2013, 15–50 [24 Hs. erwähnt]). 93r–94v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 109 ad Riparum (CSEL 55, 351–356; BHM 1B, 894). 95r–102r Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 57 ad Pammachium (CSEL 54, 502–526; BHM 1B, 664). 102r–103v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 38 ad Marcellam (CSEL 54, 289–293). 103v–108v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 39 ad Paulam (CSEL 54, 293–30; BHM 1B, 539). 108v–116r Sophronius Eusebius Hieronymus: Adversus Vigilantium (CC SL 79C, 5–30 [XLIIsq., CXXXVIII, CXLIII-CXLV Hs. erwähnt]; BHM 2, 395–402; CPL 611). 116r–124v Adelmannus Leodiensis: Ep. ad Berengarium (K.A. Schmid, De veritate corporis et sanguinis Domini ad Berengarium epistola, Braunschweig 1770 [Textabdruck nach dieser Hs.]); CC CM 171, 182-201; CALMA 1, 41). 124v–137v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 77 ad Oceanum (CSEL 55, 37–49; BHM 1B, 780). 130v–136v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 107 ad Laetam (CSEL 55, 290–305; BHM 1B, 879). 136v–137v Sophronius Eusebius Hieronymus: Ep. 108 Epitaphium s. Paulae (136v–137v - unvollständig; CSEL 55, 306–309, Z. 4 [Text bricht ab, Lagenverlust]; BHM 1B, 887).

AUSSTATTUNG

2 Initialen.

Initialen: Auf 1r und 2r Spaltleisteninitialen mit von den Initialstämmen ausgehenden, kurzen, kräftigen Knollenblattranken. An den Rankenenden Blüten mit angedeuteten Fruchtkolben (1r) und kleinen Knorpeln. Die Initiale auf 2r mit genagelter Spange (Abb. 147). 3,4–4,1 cm.

Farben: Initialen mit roter Feder vorgezeichnet. Durchgängiger Goldauftrag auf Bolusgrund, teilweise abgerieben.

STIL UND EINORDNUNG

Die Handschrift wurde in der Forschung bisher kaum beachtet. Lediglich ihre Regensburger Provenienz (Niedermünster) fand Erwähnung (Bischoff Mittelalterliche Studien, Bd. 1, 39). Heinemann beschränkte sich in seinem Katalogisat auf die Angabe 10. Jh., ohne Lokalisierung (Wolfenbüttel Aug., Nr. 2210). Die Provenienz der Handschrift veranlasst zu einem Abgleich ihrer Initialornamentik mit der bereits gut erschlossenen Regensburger Buchmalerei desselben Zeitraums (zur Regenburger Buchmalerei vgl. Swarzenski Regensburger Buchmalerei; Regensburger Buchmalerei; Klemm Ill. Hss. 2, 23–60). Sowohl die Initialform als auch die Ranken-, Blatt- und Blütenformen entsprechen dem Regensburger Formenspektrum. Es finden sich Parallelen in Handschriften aus dem 3. Viertel des 11. Jh., deren kurze, etwas kräftigere Ranken mit triebbegleitenden Knospen und Knorpelendungen, sowie die hier bereits auftretenden Blüten mit Fruchtkolben dem Ornament der Wolfenbütteler Handschrift entsprechen (vgl. München, BSB, Clm 14018, Regensburg, 3. Viertel 11. Jh. und München, BSB, Clm 14031, Regensburg, um 1060–1080; Klemm Ill. Hss. 2, Nr. 23 und 27, Abb. 51 und 57, 58).

Wolfenbüttel Aug., Nr. 2210 (Heinemann Nr.). — Bischoff Mittelalterliche Studien, Bd. 1, 39. — Krämer, Bd. 1,1.2, 570.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).
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