Beschreibung des Cod. Guelf. 25.4 Extrav.
Hans Butzmann: Die mittelalterlichen Handschriften der Gruppen Extravagantes, Novi und Novissimi. Frankfurt/M.: Klostermann, 1972. (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 15) S. 24–25
ALTES TESTAMENT LATEINISCH, Bd. 1
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und 25.5 Extravagantes Papier und Pergament. 247 blatt. u. 209 Bl. 29,5 x 21 cm. cm. XV. Jh. Italien.Sexternionen. Jedes der biblischen Bücher beginnt mit jeweils einer neuen
Lage, der in diesem Falle Pergamentblätter für den Anfang der Texte vorgeschaltet
sind. Deshalb sind gelegentlich einige Blätter leer. Alte Lagensignaturen
sind in der unteren rechten Ecke der ersten Blätter noch erkennbar. Die meisten
sind jedoch weggeschnitten. Zweispaltig. Textspiegel 21X15 cm. 45 Zeilen. Alle
Spalten mit feiner Bleistiftumrahmung. Bastarda. Alles von einer Hand. Rote
Überschriften, rote Kolumnentitel, rote Anfangsbuchstaben (Lombarden). Initialen
s. u.
Kräftige Holzbände, an den Kanten rundlich abgeschrägt, mit braunem Leder
überzogen. Auf allen vier Deckeln rautenförmige Gitter aus dreifachen feinen
Streicheisenlinien. In den Feldern je ein kleiner Einzelstempel: Rosetten, Lilien,
lappige Blätter. Je zwei Schließen, deren Ledergelenke ahgeschnitten sind. Messingösen
und -halteplättchen. 25.4 mit feinen Registerzungen, Lederspitzen, auf
denen jeweils eine kleine beinerne Perle durch einen winzigen Knebel festgehalten
ist. Beide Rücken sind erneuert, die Rückentitel vergoldet.
Schrift und Dekor deuten auf italienische Provenienz, nicht minder die Einbände.
Doch scheint die Handschrift schon früh nach Norden — nach dem Oberrheingebiet?
— gewandert zu sein, wo der dritte Band, also 25.6 Extrav. hinzugefügt
wurde. Hierfür spricht das Wasserzeichen in 25.6, eine Krone, die Briquet
4638 und 4641 ähnelt, und die in Straßburg und Basel vorkommt. Siehe die
Beschreibung von 25.6 Extrav. Aus dieser Zeit scheinen auch die beiden verstümmelten
Besitzvermerke zu stammen: Pertinet ad librariam domus Sancti
Gregorii(?) in (Name unleserlich durchstrichen) ex legacione venerabilis viri
domini Vilhelmi(?) prebendarii animarum ecclesie Sancti Martini (zwei Namen
unleserlich) duabus aliis sibi correspondentibus partibus principaliter pro (durch-
strichenes Wort) ibidem (25.4, 1r) und Pertinet ad librariam domus Clericorum
quae est (durchstrichener Name) ex legacione venerabilis viri domini Wilhelmi(?)
(durchstrichener Name) prebendarii animarum Ecclesiae (? Name durchstrichen).
Eritque cum aliis duabus sibi correspondentibus partibus principalibus pro (durchstrichener
Name) patris (durchstrichenes Wort) (25.51r). In 25.4 Extrav. liegt lose
der Auszug aus einem T.T.M.(agiste)r Unterzeichnetem Brief, woraus hervorgeht,
daß die Bände zusammen mit 25.6 Extrav. auf einer Hamburger Auktion für
30 Thaler angeboten, jedoch vom Besitzer wieder zurückgenommen wurden. In
diesem Brief wird als Entstehungsjahr 1439 angegeben, das trifft aber nur für
25.6 Extrav. zu.
Exlibris der Herzogin Elisabeth Sophie Marie von Braunschweig.
Georg Ludolph Otto Knoch, Bibliotheca biblica, das ist Verzeichnis der Bibel-
Sammlung, welche … Elisabeth Sophia Maria … Herzogin zu Braunschweig …
gesammlet. Braunschweig 1752, S. 39 f., Nr. 5.
25.4 Extravagantes
1 u. 2 ohne Text.
3r Alexander de Villa Dei, Registrum Bibliae. Walther 17610.
6v–8v leer.
9r Biblia vulgata. Mit den Prologen des Hieronymus. Genesis — Esther.
247v leer.
25.5 Extravagantes
1v leer.
Ir s. u.
2r Alexander de Villa Dei, Registrum Bibliae, Fortsetzung: Beginnend
mit lob.
5v leer.
6r Biblia vulgata. Mit den Prologen des Hieronymus. lob — Machabaeo-
rum2.
Vorderdeckel innen:
1r Merkverse: Ordo XII prophetarum. A: Oz Iohel Ams … Darunter: Ordo
epistularum Pauli. A: Ro Co Gal… Einteilung der Bibel. A: Tota biblia
dividitur…
25.4 Extravagantes: 13r Prunkseite. Der Text ist umrahmt von einzelnen Stäben
in Blau und Gold, aus denen Fadenranken mit goldenen und grünen Blättchen
oder violetten und blauen Blüten sprießen. Die Initiale I (9 cm) lila mit
breiten goldenen dornenbesetzten Konturen. Auch hier Fadenranken und Blätter,
Blüten und bewimperte goldene Punkte. Alle anderen Initialen sind aus stark
unterlegtem Blattgold gebildet und auf farbigem, durch weiße Zierlinien belebtem
Grunde, leichtes Fleuronnee mit Eierstäben.
25.5 Extravagantes: Ohne Prunkseite. Dafür einige größere Goldinitialen auf
violettem, tiefblauem oder blaßgrünem Grunde (auch umgekehrt) mit Fadenranken
wie oben. Weitere Initialen einfarbig Rot und Blau mit Eierstäben.
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