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Beschreibung von Cod. Guelf. 308 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Collectio decretalium
Entstehungsort: Nordfrankreich
Entstehungszeit: 12. Jh., Mitte
Katalognummer: Heinemann-Nr. 342
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 137 Bl.
Format: 29 × 19 cm
Seitennummerierung: Tintenfoliierung des 19. Jh.: 1137.
Lagenstruktur: 14 IV (112). IV–1 (119). III (125). IV (133). II (137). Rubrizierte Kustoden in römischen Zahlen auf dem Fußsteg der letzten Versoseite der Lagen: IusXVus, außerdem lebende Seitentitel (Liber ILiber VIII).
Seiteneinrichtung: 20,5–22,5 × 13,5–14 cm, zweispaltig (Spalten 6,5–7 cm breit), 45 blei- und tintenliniierte Zeilen, Punkturen z. T. noch an den Blatträndern sichtbar.
Hände: Carolino-Gothica in verschiedenen Entwicklungsstufen von zahlreichen, z. T. schwer unterscheidbaren Händen:
  • Im älteren Teil (1va119vb, Buch I–VI und der größte Teil von Buch VII) abwechselnd mehrere (mindestens zwei) schwer unterscheidbare Hände;
  • eine weitere, etwas spätere Hand 120ra124vb, 126ra128va und 129ra135va (Schluss Buch VII und größter Teil von Buch VIII);
  • im 3. Viertel des 12. Jh. von einer weiteren Hand die Tabula von Liber VIII (5va), ein Zusatz in Liber VI (93va) und die Verse 124vb125vb nachgetragen;
  • sowie gleichzeitig die Texte 128vb (eine Hand) und
  • von einer letzten Hand 135va137vb.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert.
  • Im älteren Teil (1va119vb) sorgfältig von einer Hand ausgeführte, abwechselnd rote, blaue und grüne Satzmajuskeln in Unzialform, teilweise mit Silhouettenornamenten; im Kapitelverzeichnis nur in Rot und Grün mit schlichten Palmettenverzierungen in der Gegenfarbe; vgl. ähnlich in der etwas älteren Hs. Paris, BN, MSS lat. 12044 (Saint-Maur-des-Fossés, 12. Jh., 1. Viertel). In den jüngeren Abschnitten finden sich nur rote Satzmajuskeln und Lombarden; die jüngsten Beispiele in den Nachträgen und in Liber VIII (93va und 128va137vb, Wende 12./13. Jh.) bereits teilweise mit konturbegleitendem Palmettenfleuronnée in roher, wenig sorgfältiger Ausführung.
  • Am Beginn der Bücher I–VII schlichte, sorgfältig ausgeführte rote Initialen: Die Initialen am Beginn der Bücher II–IV (30vb Initiale E über 3 Zeilen, 42rb Initiale S über 6 Zeilen, 57ra wiederum Initiale E über 3 Zeilen) sind in einfacher Unzialform und unverziert ausgeführt. Buch I wird von einer roten Initiale A in komplexer Unzialform über 6 Zeilen eingeleitet, deren mittig durch einen filigranen geraden Strich geteilter Buchstabenkörper mit Punktverdickungen und Silhouettenornamenten verziert ist und von noch wenig gegliedertem, an den Rändern gerundetem grünem Palmettenfleuronnée und grünen Punkten begleitet wird; gleichartig ausgeführt sind die Initialen F zu Beginn von Buch V (76ra, über 10 Zeilen), G zu Beginn von Buch VI (87va, über 6 Zeilen) und I zu Beginn von Buch VII (103va, über 8 Zeilen), vgl. ähnlich in der Hs. Paris, BN, MSS lat. 3788, 23rb (Nordwestfrankreich, 12. Jh.).
Einband:
  • Der ursprüngliche Einband ist verloren und wurde möglicherweise von Matthias Flacius entfernt.
  • Jetzt in einen neuzeitlichen Ganzledereinband gebunden, der aus Pappdeckeln mit dunkelbraun gefärbtem Schafslederüberzug mit einfachen Linienverzierungen in Blindpressung besteht und zwischen 1764 und 1785 in der Werkstatt des Buchbinders Anton Friedrich Wirck in Helmstedt angefertigt wurde, vgl. Lesser Geschichte, XLVII.
Entstehung der Handschrift: Der Hauptteil des Codex, Buch I–VII und der größte Teil von Buch VIII (1va124vb, 126ra128va und 129ra135va) wurde nach Ausweis der Schriftmerkmale und des Buchschmucks etwa zwischen 1140 und 1160 in Nordfrankreich geschrieben, so bereits bei Landau. Die Quellen der mittelitalienischen Kanonessammlung (s. unten), 257; Somerville/Zapp. An Eighth Book (s. unten), 164. Vgl. dazu außerdem die nordfranzösischen Codices Paris, BN, MSS lat. 2092, 1v–54v; MSS lat. 4280 und MSS lat. 7977.
Provenienz der Handschrift:
  • Der Codex gelangte vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jh. auf unbekanntem Wege ins Prämonstratenserkloster Pöhlde, vgl. dazu Germania Benedictina 6, 404–420; Niedersächsisches Klosterbuch 3, 1254–1262. Da der entsprechende Besitzvermerk in der Schlussrubrik des Liber VIII (137vb, vgl. unten, die genannten Stiftspatrone Mauritius und Severinus weichen hier von den sonst üblichen Johannes Baptista und Servatius ab, der Grund dafür ist unbekannt) von der gleichen Hand wie die jüngsten Teile dieses Buchs stammt, ist zu vermuten, dass der Text erst in Pöhlde frühestens ab ca. 1160/70 (nach einem Brand im Kloster) und kurz vor bzw. um 1200 mit den verschiedenen Nachträgen (Bl. 124vb125vb, 128vb und 135va137vb) in die vorliegende Form gebracht worden ist.
  • Nach der Zerstörung des Klosters im Bauernkrieg 1525 und der herzoglichen Beschlagnahme des Stiftsbezirkes 1533 zogen sich die Pöhlder Prämonstratenser in ihren Stadthof nach Duderstadt zurück. Ob Matthias Flacius Illyricus den Codex wahrscheinlich zwischen 1550 und 1560 dort erwarb oder er anderweitig in seinen Besitz gelangte, muss offenbleiben. Die nachträglich gestrichene Inhaltsangabe Bl. 1r (Anacleti papae decretales) stammt jedoch nicht von Flacius, sondern von der Hand eines Mitarbeiters oder Sekretärs der Centuriatoren, vgl. Cod. Guelf. 277 Helmst.
Erwerb der Handschrift: Zusammen mit der übrigen Bibliothek des Matthias Flacius Illyricus am 20.4.1597 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg für die Bibliotheca Julia in Wolfenbüttel erworben, 1614 im Gesamtkatalog von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 296 [291]) unter den Papalia Miscellanea mit der Signatur Y 30 entsprechend der zitierten Inscriptio als Anacleti papae Decreta manuscripta nachgewiesen. — 1618 aus Wolfenbüttel in die Universitätsbibliothek Helmstedt überführt; 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 25r) unter den Juridici MSSti in folio als Libri VIII veterum Canonum in membrana. Ohne bandt mit num. 178 beschrieben, 1r die fälschlich zugeordnete Helmstedter Signatur J. 3 (gehört zu Cod. Guelf. 33 Helmst., korrekt wäre: J. 40). Die Hs. wurde zusammen mit Cod. Guelf. 180 Helmst. und 454 Helmst. im Schranck 2 quer über aufbewahrt. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 271 aufgeführt.
Inhalt:
  1. 1r Probationes pennae. Auf dem freigelassenen Bl. 1r von mehreren späteren Händen des 13.–15. Jh. nicht näher identifizierbare Rechtssätze notiert, darunter Titelangabe: Decretorum libri octo und, nur noch schwer entzifferbar, Prv 22,28.
  2. 1va137vb Collectio decretalium VII libris distincta libroque octavo aucta. Unter den vier bekannten Hss., die diese Dekretalensammlung tradieren, steht der vorliegenden Fassung die älteste Version im Codex Città del Vaticano, BAV, Vat. lat. 1346, am nächsten; vgl. dazu A catalogue of Canon and Roman law manuscripts in the Vatican Library. Compiled at the Institute of Medieval Canon Law under the direction of S. Kuttner, with the aid of the Deutsches Historisches Institut, Rom under the direction of R. Elze, Bd. 1, Codices Vaticani latini 541–2299, Città del Vaticano 1986 (Biblioteca Apostolica Vaticana. Studi e testi 322), 100–103. Im einzelnen sind enthalten:
    • (1va5va) Tabula. Enthalten: (1va2rb) Incipiunt capitula primi libri: Insgesamt 82 gez. Kapitel, dabei cap. XXXIX doppelt gez., cap. XLIV fehlt. (2rbva) Capitula libri secundi: Insgesamt 41 gez. Kapitel, identisch mit dem Druck. (2va3rb) Capitula libri tertii: Insgesamt 82 gez. Kapitel, cap. LXXIX fehlt. (3rbvb) Capitula libri quarti: Insgesamt 66 gez. Kapitel, cap. XXVIII und LX vorhanden, aber ungez., als cap. XLIX Zusatz: De his qui ad ecclesiam confugiunt. (3vb4rb) Capitula libri V: Insgesamt 63 gez. Kapitel, cap. XI und XII zusammengezogen, als cap. XVI Zusatz: Quod non communicetur culpa in parvulo per offerentis voluntatem, cap. XLVIII fehlt. (4rb4vb) Capitula libri VI: Insgesamt 71 gez. Kapitel, cap. II und III, XI und XII, XX und XXI sind zusammengezogen, als cap. VI Zusatz: Quod qui invitus aliquem occiderit non est extra ministerium, als cap. XXXV ist cap. LXVII gez., als cap. XXXVII ist cap. LXXI gez., cap. XXXVIII fehlt, als cap. XLVII ist cap. LXXII gez., als cap. XLIX Zusatz: De his qui esum carnium in clero constituti difugiunt, als cap. L Zusatz: De his qui comedunt aut bibunt ab immundis animalibus tactum vel intinctum, als cap. LIX Zusatz: Ut quisque non solum vitam sed et famam custodiat, cap. LXVIII–LXX fehlen. (4vb5va) Capitula libri VII: Insgesamt 88 gez. Kapitel, cap. XIX nachträglich eingefügt, cap. 33 und 34 zusammengefasst, als cap. LXV ist eingefügt: Ut sepulture minime vendantur. – Vergl. mit der Tabula der Parallelüberlieferung in Città del Vaticano, BAV, Vat. lat. 1346, 5va10ra, gedruckt in: A. Theiner, Disquisitiones criticae in praecipuas canonum et decretalium collectiones seu sylloges Gallandianae continuatio, Romae 1826, 345–355 § 3. Von anderer Hand ist eingefügt: (5va–b) Capitula VIII libri. Insgesamt 39 gez. Kapitel; die Überschrift des letzten ist durch die Neubindung des 18. Jh. in Helmstedt verloren. Sie fehlen wie das gesamte nachgetragene Buch VIII in der Parallelüberlieferung.
    • (5va30va) Liber I. >[De primatu et auctoritate] apostolice sedis capitulum I<. Anacletus episcopus universis episcopis in Italia constitutis. In novo testamento post Christum dominum nostrum a Petro sacerdotalis cepit ordo … — … in qua episcopus moratur suspicionem iactantis et ambicionis evadavit universi dixerit placere sibi. Im folgenden wird der Inhalt des Buches gemäß den Angaben und nach den Siglen in der CD-ROM- bzw. Online-Datenbank bei Fowler-Magerl. Clavis canonum (s. unten), beschrieben, denen die Handschrift Wien, ÖNB, Cod. 2186 (SV) zugrundeliegt; die nur bei Abweichungen herangezogene Fassung dieser Hs. ist mit SX bezeichnet: SV 01.001.01–07b (= SX 1.1.1–7), 01.002.01–06 (= SX 1.2.1–6), 01.003.01–01.006.04 (= SX 1.3.1–6.4), 01.007.01a–g (= SX 1.7.1, zusammengezogen), 01.008.01–01.011.03+011.4e (= SX 1.8.1–11.4), 01.012.01–03 (= SX 1.12.1–3), 01.014–01.022.3 (= SX 1.13.1–21.3), 01.023.01–03 (= SX 1.22.1–3, letztes Kapitel von anlegender Hand 11r am unteren Rand), SV 01.022.04–06 (= SX 1.22.4–6), SV 01.024.01–03 (= SX 1.22bis.1–3, cap. XXII in der Zählung der Textrubriken doppelt gez.), SV 01.025.03 (= SX 1.23.1), SV 01.025.01 (= SX 1.23.2), SV 01.025.04–06 (= SX 1.23.3–5), SV 01.026.01 + 01.035.10 + 01.026.02–07b (= SX 1.24), SV 01.028.01–04 (= SX 1.26.1–4), SV 01.030.01–034.011 (= SX 1.27.1–31.11), SV 01.035.05/03/04/06a–07/02/08/01/09 (= SX 1.31.bis.1–10), SV 01.036.01–038.01 (= SX 1.32.1–34.1), SV 01.039.01–03 (= SX 1.35.1), SV 01.040.01–02 (= SX 1.36.1–2), SV 01.041.01–04 (= SX 1.37.1–4, cap. XXXLVIII in der Zählung der Textrubriken übersprungen), SV 01.041.05–07 ( = SX 1.39.1–3), SV 01.042.01 (= SX 1.40), SV 01.043.01–03 + SV 01.029.01 (= SX 1.41.1–4), SV 01.044.01–045.02 (= SX 1.42.1–43.2), SV 01.046.01–047.3 (= SX 1.44.1–45.3), SV 01.049.01–04 (= SX 1.46.1–4), SV 01.049.01–06 (= SX 1.46bis.1–6, cap. XLVI im Text doppelt gez.), SV 010050.01 (= SX 1.47.1), SV 01.053.01–02 (= SX 1.48.1–2), SV 01.054.01 (= SX 1.49.1), SV 01.051.1–05 (= SX 1.50.1–5), SV 01.073.01–092.02 (= SX 1.51.1–70.2), SV 10.101.01–112.02 (= SX 1.71.1–82.2). – 25v und 26r jeweils auf dem Fußsteg nachgetragen zwei Stücke als Ergänzung zu SX 1.69.1 mit den Rubriken: Contra male locantes ecclesiastica beneficia und Quam sit detestabile non probato beneficium ecclesiasticum concedere in subditis probatis, die in dieser Form bislang nur hier nachgewiesen sind.
    • (30vb42rb) Liber II. >Incipit liber secundus. De his qui episcoporum sedes invadunt cap. I<. Evaristus urbis Rome episcopus omnibus episcopis. Audivimus quosdam episcopos infamatos et dilaceratos a civitatibus propriis pulsos … — … neque ad dexteram neque ad sinistram declinandum est sed recta via gradiendum. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 02.001.01–005.09 (= SX 2.1.1–5.9, dazu Conc. Arelatense I Nr. XIII, Druck: PL 84, 239D–240A), SV 02.008.01 (= SX 2.6.1), SV 02.010.01–012.05 (= SX 2.7.1–10.5, cap. VIII in der Textzählung übersprungen), SV 02.013.01+013.03–11 (= SX 2.11.1–10), SV 02.014.01–06 (= SX 2.12.1–6, Schluss von 12.5 auf dem Fußsteg nachgetragen), SV 02.015.1–016.03 (= SX 2.13.1–14.3), SV 02.017.03+02 (= SX 2.15.1–2), SV 02.018.01+02 (= SX 2.16.1–2), SV 02.019.03–06+019.08–14 (= SX 2.17.1–11), SV 02.020.01 (= SX 2.18.1), SV 02.021.01+022.01a/b (= SX 2.19.1–2), SV 02.022.02 (= SX 2.20.1), SV 02.023.01–025.01 (= SX 2.21.2–23.1), SV 02.026.01–032.01 (= SX 2.24.1–30.1), SV 02.033.02–035.02 (= SX 2.31.1–33.2), SV 02.037.01 (= SX 2.34.1), SV 02.038.02–08 (= SX 2.35.1–7), SV 02.039.02–04 (= SX 2.36.1–3, Überschrift fehlt, ohne Übergang an cap. XXXV angehängt), SV 02.040.01–041.05 (=SX 2.37.1–38.5), SV 02.042.02–044.04 (= SX 2.39.1–2.41.3). SX 2.41 ist am Schluss (41va42rb) von anlegender Hand im Fließtext ergänzt mit folgenden Stücken (fehlt in der Parallelüberlieferung): Leo III papa: Sacramentum in concilio Romae anno DCCC praesentatum, Druck: MGH Concilia aevi Carolini, Bd. 2.1: 742–817, hrsg. von A. Werminghoff, Hannover und Leipzig 1906, 226f. Nr. 26, anschließend SV 04.005.04–07.
    • (42rb56vb) Liber III. >Incipit liber tercius. De his qui ad clerum vel ad gradus ecclesiasticos admittendi non sunt capitulum I<. Stephanus papa cap. II Hylario amico suo. Quod vero consuluisti sedem apostolicam qui sint infames aut qui ad gradus ecclesiasticos non sint admittendi … — … eucharistiam corporis Christi populo si necessitas cogit iussus eroget. Text bricht ab (ob Blattverlust oder bewusste Auslassung ist nicht mehr zu entscheiden), die direkt anschließenden Teile sind unten (126ra128va) in Buch VIII als SX 8.2.1–8.9.1 integriert. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 03.001.01–005.01 (= SX 3.1.1–5.1), SV 03.007.01–009.06+010.05–06 (= SX 3.6.1–8.8), SV 03.11.01–014.02 (= SX 3.9.1–12.2), SV 03.015.01–019.03 (= SX 3.14.1–18.3, Zählfehler: in der Rubrik XIII übersprungen), SV 03.020.01–026.06 (= SX 3.18.1–24.2, Zählfehler: cap. XVIII doppelt gez.), SV 03.030.01–037.07 (= SX 3.25.1–32.7), SV 03.038.01+02+039.02 (= SX 3.33.1–3), SV 03.040.01–075.01 (= SX 3.34.1–69.1), SV 03.076.02–07 (= SX 3.70.1–7), SV 03.077.01 (= SX 3.70bis.1), SV 03.078.01–079.08 (= SX 3.71.1–72.8).
      • (44r) Nota de promotione castrati in presbyterum. Nachtrag auf dem Fußsteg zu SX 3.5.1, abgedruckt bei Somerville/Zapp. An Eighth Book (s. unten), 176 Nr. V.1. Direkt im Anschluss findet sich von der gleichen Hand folgendes inhaltlich zugehöriges Zitat: In libro IIII distinctionum: Si quis per egritudinem naturalia a medicis secta habuit similiter qui a barbaris vel a dominis suis castrati fuerint et moribus digni inveniuntur quos hos canones admittunt ad sacros ordines clericatus promoveri. Entnommen aus: Ivo Carnotensis: Panormia 3.56, Druck: PL 161, 1143C.
      • (44v45r) Decretalis de electione et electi potestate. Auf dem Fußsteg des Doppelbl. Nachtrag des späten 13. Jh. oder frühen 14. Jh.: VI 1.6.14.
    • (57ra76ra) Liber IV. >Incipit liber IIII. De profectione sacerdotum et ministrorum capitulum I<. Ex concilio Antioceno cap. VII. Nullum absque quam Greci epistolium dicunt peregrinorum clericorum suscipere licet … — … et annis duobus exceptis diebus sanctis a carne vinoque ieiunans penitentiam agat. >Explicit liber quartus<. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 04.001.01–002.01 (= SX 4.1.1–2.1), SV 04.004.01–07 (= SX 4.3.1–7), SV 04.005.03+08+006.04–07+005.09–13 (= SX 4.4.1–11), SV 04.007.01–010.04 (= SX 4.5.1–8.4), SV 04.011.01–12+011.16–17 (= SX 4.9.1–14), SV 04.012.01–015.23 (= SX 4.10.1–13.23), SV 02.017.02+04.015.24–27+02.013.04 (= SX 4.14.1–6), SV 04.017.02–020.06+10–17 (= SX 4.15.1–18.14), SV 04.021.01–022.01 (= SX 4.19.1–20.1), SV 04.023.01–04 (= SX 4.21.1–4), SV 04.024.02–03+025.01 (= SX 4.22.1–3), SV 04.025.02–04 (= SX 4.23.1–3), SV 04.026.01+04–10 (= SX 4.24.1–8), SV 04.027.01–028.08 (= SX 4.25.1–26.8), SV 04.029.02–032.02 (= SX 4.27.1–30.2), SV 04.033.01–034.09+12+13+11 (= SX 4.31.1–32.13), SV 04.037.01–038.02 (= SX 4.33.1–34.2), SV 04.039.04–043.04 (= SX 4.35.1–39.4), SV 04.045.01–047.03 (= SX 4.40.1–42.3), SV 04.049.01–054.02 (= SX 4.43.1–48.2), SV 04.055.05–059.01 (= SX 4.49.1–52.1), SV 04.060.02–03 (= SX 4.53.1–2), SV 04.060.04 (= SX 4.50bis.1), SV 04.060.05–07 (= SX 4.51bis.1–3), SV 04.061.01–05+064.01–02 (= SX 4.52bis.1–7), SV 04.064.03+08 (= SX 4.53bis.1–2), SV 04.063.01–02 (= SX 4.54.1–2), SV 04.065.01–069.10 (= SX 4.55.1–59.9), SV 04.071.01–072.01 (= SX 4.60.1–61.1), SV 04.073.02 (= SX 4.62.1), SV 04.073.01–03+075.01–05 (= SX 4.63.1–8), SV 04.075.06–077.03 (= SX 4.64.1–66.2).
    • (76ra87va) Liber V. >Incipit liber quintus. De catecuminis et scrutiniis abrenuntiationibus simbolis et exsufflationibus capitulum I<. Fabianus capitulo V. Baptismus grece latine tinctio interpretatur … — … imperatorum non est supra legem dei sed subtus. >Explicit liber quintus<. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 05.001.01–05 (= SX 5.1.1–5), SV 05.013.01–015.01.04–05 (= SX 5.2.1–4.3), SV 05.016.01–019.01 (= SX 5.5.1–8.1), SV 05.020.01–21.01 (= SX 5.9.1–10.10), SV 05.022.01–027.03 (= SX 5.11.1–16.3), SV 05.029.01–036.02 (= SX 5.17.1–23.6), SV 05.037.05–08 (= SX 5.24.1–4), SV 05.038.01–040.01+03+02 (= SX 5.25.1–27.3), SV 05.041.01–042.01 (= Sx 5.28.1–28bis.1), SV 05.043.01–046.01 (= SX 5.29.01–32.01), SV 05.048.01–057.01 (= SX 5.33.1–42.1), SV 05.059.01 (= SX 5.43.1), SV 05.058.01 (= SX 5.44.1), SV 05.060.01–068.02 (= SX 5.45.1–53.2), SV 05.070.01–078.01 (= SX 5.61.1, nach cap. 60 ein ungez. Kapitel), SV 05.079.01–080.01 (= SX 5.62.1–63.1), SV 05.085.10–11+06.002.02–03 (= SX 5.64.1–4).
    • (87va103va) Liber VI. >Incipit liber sextus. De eo quod christiani imperatores ecclesiasticis viris subesse debeant non preesse<. Gelasius ad Anastasium imperatorem. Duo sunt quippe imperator Auguste quibus principaliter mundus hic regitur auctoritas sacrata pontyficum et regalis potestas … — … fiat in vobis sicut scriptum est: Erit sicut populus sic et sacerdos [Is 24,2]. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 06.001.01–03+10–12 (= SX 6.1.1–6), SV 06.004.01–005.01 (= SX 6.2.1–3.1), SV 06.007.01–010.07 (= SX 6.4.1–6.7), SV 06.011.01–12.01 (= SX 6.7.1–8.1), SV 06.014.01–03 (= SX 6.9.1–3), SV 06.015.01–05 (= SX 6.10.1–5), SV 06.16.01–05 (= SX 6.11.1–6, nach cap. 3 ein nicht verzeichneter Zusatz aus: Concilium IV Carthaginense 29.23 = De cons. D.4 c.20), SV 06.017.01–018.01 (= SX 6.12.1–12bis.1), SV 06.019.02 (= SX 6.13.1), SV 06.020.01–05 (= SX 6.14.1–5), SV 06.021.01–05+022.02+023.01–02 (= SX 6.15.1–8), SV 06.023.03–04+024.01–02+04–07 (= SX 6.16.1–8), SV 06.025.01–028.01 (= SX 6.17.1–19.3), SV 06.029.01–31.01 (= SX 6.20.1–22.1), SV 06.032.02–035.03 (= SX 6.23.1–26.3), SV 06.036.01+042.14–19 (= SX 6.27.1–7), SV 06.043.01–048.01 (= SX 6.28.1–33.1), SV 06.049.01+06 (= SX 6.34.1–2), SV 06.049.07–08, 051.01+04+032.01 (= SX 6.35.1–5), SV 06.056.01 (= SX 6.36.1, danach ein nicht verzeichneter Zusatz aus: Collectio Polycarpi 6.4.43), SV 06.056.02 (= SX 6.37.1), SV 06.058.01–063.01 (= SX 6.38.1–43.1), SV 06.022.01 (= SX 6.44.1), SV 06.064.01–068.02 (= SX 6.45.1–52.2), SV 06.069.01–04+070.03–04 (=SX 6.53.1–6), SV 06.071.01 (= SX 6.54.1), SV 06.072.01–03+073.04 (= SX 6.55.1–4), SV 06.073.06–082.02 (= SX 6.56.1–64.2), SV 06.083.01–10 (= SX 6.65.1–10, nach cap. 6 ein nicht verzeichneter Zusatz aus: Ivo Carnotensis: Decretum 12.11 und 12.13, Druck: PL 161, 783A–C, Rubriken mit der Hs. übereinstimmend), SV 06.085.01–07 (= SX 6.66.1–7), SV 06.086.01–089.01 (= SX 6.68.1–71.1, cap. 67 beim Zählen übersprungen).
    • (103va124vb) Liber VII. >Liber septimus. Unde male cogitationes oriantur I<. Ieronimus super Matheum: Arguendi sunt qui cogitationes a diabolo immitti putant et non a propria voluntate nasci … — … atque mortalia in camino ardenti illesa vivere non potuerunt. Im einzelnen sind enthalten (Siglen SV und SX wie oben): SV 07.001.01–012.02 (= SX 7.1.1–12.2), SV 07.013.04–09 (= SX 7.13.1–6), SV 07.014.01+03–05 (= SX 7.14.1–4), SV 07.015.01 (= SX 7.15.1), SV 07.016.01 (= SX 7.16.1), SV 07.017.01+018.01+017.03 (= SX 7.17.1–3), SV 07.018.03–04 (= SX 7.18.1–2), SV 07.019.01–05 (= SX 7.19.1–5), SV 07.022.01 (= SX 7.20.1), SV 07.023.01–027.01 (= SX 7.21.1–25.1), SV 07.029.01–032.01 (= SX 7.26.1–29.1), SV 07.036.01 (= SX 7.30.1), SV 07.037.01 (= SX 7.31.1), SV 07.038.01 (= SX 7.32.1), SV 07.039.04–05+038.03+039.07–10+06+11 (= SX 7.33.1–9), SV 07.040.01–05 (= SX 7.33bis.1–5), SV 07.041.01–045.01 (= SX 7.34.1–38.1), SV 07.046.05–16 (= SX 7.39.1–12), SV 07.047.01–048.06 (= SX 7.40.1–41.6), SV 07.050.01–053.01 (= SX 7.43.1–46.1, cap. 42 bei der Zählung übersprungen). Nach (113vb) Verlust eines Bl., daher fehlen SX 7.47.1–2 (= SV 07.054.01a–3c), erhalten ist der größte Teil von SV 07.054.04 (= SX 7.47.3). Es folgen regulär SV 07.055.01–066.12+14 (= SX 7.48.1–59.13), SV 07.067–10+22–41 (= SX 7.60.1–29), SV 07.068.01 (= SX 7.61.1), SV 07.069.01–073.01 (= SX 7.62.1–65.1), SV 07.074.01–085.01 (= SX 7.66.1–76.1), SV 07.087.01–092.01 (= SX 7.78.1–83.1, cap. 77 bei der Zählung übersprungen), SV 07.094.01–098.01 (= SX 7.84.1–88.1).
    • (124vb137vb) Liber VIII. >Incipiunt versiculi ne simonia de accusationibus de votis de usuris et aliis quibusdam qui tractantur in decreto<. >Gracianus monachus decreta composuit. Liber iste est sancti Mauricii sanctique Severini episcopi in Polithe. Si quis abstulerit anatema sit.< Im einzelnen sind folgende Abschnitte enthalten (Siglen SV und SX wie oben):
      • (124vb) Versus de matrimonio.
        Hec sunt que prohibent coniunctos solvere certant
        Votum sollempne sacer ordo spiritualis
        … — …
        Si sibi si domino sine nomine si stipuletur
        Servus communis cunctis quesisse videtur.
        10 Verse, bislang nur hier nachgewiesen.
      • (124vb125vb) Sicardus Cremonensis: Versus de decretalibus.
        Gracia virtutes ordo miracula signa
        Ni gratis dentur nisi gratis non retinentur
        … — …
        Si pater ablutum teneat babtismate natum
        Coniux est licie si matri nupserit ante.
        Ungedruckt.
        Literatur
        • Walther I 7335;
        • J. F. von Schulte, Zur Geschichte der Literatur über das Dekret Gratians. Beitrag 3, in: Sitzungsberichte der Phil.-Histor. Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 65 (1870), 21–76, hier 28;
        • W. Stelzer, Gelehrtes Recht in Österreich. Von den Anfängen bis zum frühen 14. Jahrhundert, Wien 1982 (MIÖG Ergänzungsband 26), 79.
        Beide Dichtungen von anderer Hand nachgetragen.
      • (126ra128va) Cap. VIII,2–9. Bestehen aus SV 03.079.09–081.01 (= SX 8.2.1–8, in den Rubriken gez. als Capitulum LXXIII und Capitulum LXXIIII des Liber III, direkte Textfortsetzung von oben, 56vb), SV 03.082.01+02+003.02+01 (= SX 8.3.1–4, in den Rubriken gez. als Capitulum LXXV und Capitulum LXXVI des Liber III), SV 03.008.01 (= SX 8.4.1, in der Rubrik gez. als Capitulum LXXVII des Liber III), SV 03.085.02+03+ C.16 qu.1 c.47 + SV 03.085.06 (= SX 8.5.1–4, in der Rubrik gez. als Capitulum LXXVIII des Liber III), SV 03.086.01–02 (= SX 8.6.1–2, in der Rubrik gez. als Capitulum LXXIX des Liber III), SV 03.087.01–02 (= SX 8.7.1–2, in der Rubrik gez. als Capitulum LXXX des Liber III), SV 03.088.01–08 (= SX 8.8.1–8, in der Rubrik gez. als Capitulum LXXXI des Liber III), SV 03.085.05 (= SX 8.9.1).
      • (128vb) >Honorius in gemma anime de missa X<. Von anderer Hand hinzugefügte Auszüge aus Honorius Augustodunensis: Gemma animae, cap. 80, 75, 76 und 70; Druck: PL 172, 568D–569A, 567B–C und 566A (= SX 8.10.1–4).
      • (129ra132va) Cap. VIII,11–23. Bestehen aus SV 06.085.02+01.049.06 (= SX 8.11.1–2), SV 07.046.01–04 (= SX 8.12.1–4), SV 06.042.01–08 (= SX 8.13.1–8), SV 06.042.09 (= SX 8.14.1), SV 06.042.10 (= SX 8.16.1, cap. 15 bei der Zählung übersprungen), SV 01-095.01–098.03 (= SX 8.17.1–18.3), SV 01.091.02 (= SX 8.19.1), SV 03.027.01–029.01 (= SX 8.20.1–22.1), SV 01.078.03 (= SX 8.23.1, hier wiederholt, bereits vorn, 22rb–va, vorhanden als SX 1.56.3).
      • (132vb133va) >Quos libros quos auctores sancta recipiat ecclesia de libris autenticis et apocrifis. Ex decretis Gelasii pape. XXIIII<. Vermutlich übernommen aus: Ivo Carnotensis: Decretum 4.64, Druck: PL 161, 278B–280B (= SX 8.24.1). Am Schluss Verweis auf das weiter unten eingefügte cap. VIII,25: Verte duo folia ad tale signum ⊕ (vgl. den Nachtrag unten, 135va136ra).
      • (133va134ra) Cap. VIII,26–30. Besteht aus zwei Texten Papst Urbans II, und zwar aus der Dekretale C.16 qu.2 c.6 (= SX 8.26.1), und aus der in fünf gez. Abschnitte gegliederten Epistula 24 (= SX 8.26.2 und 8.27.1–30.1). Druck: PL 151, 306B–307B.
      • (134ra) >XXXI. Idem clero et populo Capuano. Quod male electus bene possit eligi<. Ein nur in diesem Zusammenhang tradiertes Sendschreiben Papst Urbans II; Druck: Somerville/Zapp. An Eighth Book (s. unten), 176 Nr. V.2 (= SX 8.31.1).
      • (134ra–b) >XXXII. Gualterio Albanensi. Quod ultima depositionis manus Romano pontifici reservanda est<. Ein nur in diesem Zusammenhang tradiertes Sendschreiben Papst Urbans II; Druck: Somerville/Zapp. An Eighth Book (s. unten), 177 Nr. V.3 (= SX 8.32.1).
      • (134rb) >XXXIII De coniugio<. Besteht aus C.32 qu.2 c.2 (= SX 8.33.1).
      • (134rbva) >XXXIIII De eodem<. Besteht aus einem in dieser Form bislang nur hier nachgewiesenen Abschnitt (Quia ergo sacrosanctum misterium affirmatur esse coniugium videndum quomodo contrahatur … et feminas deo dedicatas nec tibi nec filiis tuis copulare licet … = SX 8.34.1); im Anschluss folgt C.30 qu.2 c.1 (= SX 8.34.2).
      • (134va–b) >XXXV<. Besteht aus C.32 qu.2/3 c.1, C.32 qu.2/3 c.7 und C.27 qu.2 c.11 (= SX 8.35.1–3).
      • (134vb) >XXXVI<. Besteht aus C.30 qu.3 c.1 (= SX 8.36.1).
      • (134vb135va) >XXXVII De meretrice non ducenda<. Besteht aus C.30 qu.1 c.1–6, c.10.dict. post. §2, c.13+c.14, C.27 qu.2 c.16–26 (teilweise, abweichend), c.31 und c.50 und ist in dieser Zusammenstellung bislang nur hier nachgewiesen (= SX 8.37.1–6).
      • (135va136ra) >XXV. Hoc sumptum est de Didascalico Hugonis de sancto Victore<. Der im einzelnen bearbeitete und gekürzte Auszug behandelt nach einer kurzen Einleitung über das Sirachbuch die apokryphen bzw. heterodoxen und kanonischen bzw. orthodoxen Autoren. Benutzt wurden Didascalicon IV, 8, 15 und 14. Der gesamte Abschnitt ist als cap. SX 8.25 gez., in marg. Verweiszeichen , das an den Schluss von cap. 8.24 auf 133va verweist.
        Druck (in dieser Reihenfolge)
        • Hugonis de Sancto Victore Didascalicon de studio legendi. A critical text, ed. by C. H. Buttimer, Washington, DC 1939 (Studies in medieval and Renaissance Latin language and literature 10), 1–133, hier 74, 82, 90–93 und 88f.
        Literatur
        • Goy Hugo von St. Viktor, 114 Nr. 2.2.5.3 8 (Hs. genannt, fälschlich als Auszug aus "De tribus diebus");
        • CALMA 6, 413f. Nr. 40.
      • (136ra137vb) >De libro qui dicitur Ethimologiarum Ysidori de heresibus iudeorum<. Enthält die als cap. SX 8.38 und 8.39 nachgetragenen Kapitel Isid. orig. 8,4,1–11 (136ra–b XXXVIII De heresibus iudeorum) und 8,5,1–67 (136rb137vb XXXVIIII De heresibus cristianorum, dieses Kapitel auch bereits in der Hs. Città del Vaticano, BAV, Vat. lat. 1346, 15v18r).
        Druck
        • PL 82, 73–728, hier 297B–304B;
        • Lindsay Isidorus Hispalensis, Bd. 1, unpag., vgl. unter den gen. Stellen.
        Literatur
      – Den Ausgangspunkt des Buches VIII bildeten offensichtlich die gleichzeitig wohl zur Vervollständigung der Sammlung nachgetragenen, oben ausgelassenen Kapitel aus den Büchern I, III, VI und VII, die von mehreren gleichzeitigen und wenig späteren Händen mit den übrigen genannten Materialien angereichert und ergänzt wurden. Ob und an welchem Ort das gesamte Buch als bewusst geplanter Nachtrag zur älteren "Collectio VII librorum" angelegt worden ist, kann hier nicht erschöpfend diskutiert werden.
    Literatur zur Kollektion
    • P. Landau, Die Quellen der mittelitalienischen Kanonessammlung in sieben Büchern (MS Vat. lat. 1346), in: Ritual, text and law. Studies in medieval Canon Law and liturgy presented to Roger E. Reynolds, edited by K. G. Cushing and R. F. Gyug, Aldershot 2004 (Church, faith and culture in the medieval west), 255–268 (256f. Hs. genannt, Sigle Wo);
    • U.-R. Blumenthal, The early councils of Pope Paschal II 1100–1110, Toronto 1978 (Pontifical Institute of Mediaeval Studies. Studies and texts 43), 115 (Hs. genannt, als "Collection in Eight Books"), 118–120 (Teiledition des Kanons zum Laterankonzil 1110 mit dieser Hs., Sigle Wh);
    • L. Kéry, Canonical collections of the early Middle Ages (ca. 400–1140). A bibliographical guide to the manuscripts and literature, Washington, D.C. 1999 (History of medieval canon law 1), 269;
    • R. Somerville, , H. Zapp, An "Eighth Book" of the Collection in Seven Books, in: Grundlagen des Rechts. Festschrift für Peter Landau zum 65. Geburtstag, hrsg. von R. H. Helmholtz, P. Mikat, J. Müller und M. Stolleis, Paderborn u.a. 2000 (Rechts- und Staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft NF 91), 163–177 (nur zu dieser Hs., pass. genannt);
    • L. Fowler-Magerl, Clavis canonum. Selected canon law collections before 1140. Access with data processing, Hannover 2005 (MGH Hilfsmittel 21), 232–234 (233 Hs. genannt) und pass. (CD-ROM, Sigle SX);
    • T. Kouamé, Monachus non doctoris, sed plangentis habet officium. L’autorité de Jérôme dans le débat sur l’enseignement des moines aux XIe et XIIe siècles, in: Cahiers de recherches médiévales 18 (2009), 9–38 (24 Hs genannt);
    • P. Landau, Seelsorge in den Kanonessammlungen von der Zeit der gregorianischen Reform bis zu Gratian, in: La pastorale della chiesa in occidente dall’età ottoniana al concilio laterananse IV. Atti delle quindidesima Settimana internazionale di studio, Mendola 27–31 agosto 2001, Mailand 2004, 93–123, hier nach dem erg. ND in: Ders., Europäische Rechtsgeschichte und kanonisches Recht im Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze aus den Jahren 1967 bis 2006, mit Addenda des Autors und Register versehen, Badenweiler 2013, 401–427 (419 Hs genannt).
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
Díaz y Díaz M. C. Díaz y Díaz, Index scriptorum Latinorum medii aevi Hispanorum, Madrid 1959
Germania Benedictina Germania Benedictina, hrsg. von der Bayerischen Benediktiner-Akademie München in Verbindung mit dem Abt-Herwegen-Institut Maria Laach, Bd. 1–, St. Ottilien 1994–
Goy Hugo von St. Viktor R. Goy, Die Überlieferung der Werke Hugos von St. Viktor. Ein Beitrag zur Kommunikationsgeschichte des Mittelalters, Stuttgart 1976 (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 14)
Hartmann M. Hartmann, Humanismus und Kirchenkritik. Matthias Flacius Illyricus als Erforscher des Mittelalters, Stuttgart 2001 (Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 19)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Lesser Geschichte B. Lesser, Zur Geschichte und Katalogisierung der Helmstedter Handschriften, in: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil I: Cod. Guelf. 1 Helmst. – Cod. Guelf. 276 Helmst., bearb. von H. Härtel, C. Heitzmann, D. Merzbacher und Dems., Wiesbaden 2012, XII–XCII
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