de :: en
Permalink: PURL

Suche

Anzeigen als: OAI :: XML :: Print

Beschreibung von Cod. Guelf. 334 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Lucanus. Eugenius Toletanus
Entstehungsort: Padua
Entstehungszeit: 1450–1460
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 365
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412197,T
Beschreibstoff:
Umfang: V, 170, VII Bl.
Format: 28 × 21 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1170, vorderes und hinteres Vorsatz ungez.
Lagenstruktur: II+1 (ungez.). 17 V (170). III+1 (ungez.). Reklamanten. Vorsatzkonstruktion, identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst.: Vorn zwei, hinten drei Bifolia Papier, davon jeweils ein Bl. als Spiegel an den Deckel geklebt, als Schutzbl. vorn und hinten je ein Pergamentbl. eingefügt.
Seiteneinrichtung: 21 × 19 cm, einspaltig, 24–25 Zeilen.
Hände:
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Am Beginn der einzelnen Bücher qualitätvolle ornamentale Initialen in Deckfarbenmalerei im typischen Paduaner Stil, Buchstabenkörper in Unzialform, außen in Purpur, nach innen aufgehellt, mit vielfältigen vegetabilen Begleitmotiven vor tiefblauem, mit Weißlinienfiligran verziertem Hintergrund wie in Cod. Guelf. 319b Helmst.:
  • 1r Initiale B über 8 Zeilen auf Blattgoldgrund; die beiden Bögen werden im Binnenfeld durch ein manschettenartig angebrachtes dunkelgoldenes Tütenblatt zusammengehalten und enden in geschwungene und gelappte Dreiblätter in Grün und Dunkelgold (oben) bzw. Rot und Blau (unten). Am Buchstabenstamm ist mittig eine kreuzweise blaue Manschette angebracht, die ein in Form einer geschweiften Klammer gestaltetes doppeltes Dreiblatt in Dunkelgold, Grün, Rot und Blau auf dem Bundsteg fixiert. Aus dem oberen Ende des Buchstabenstamms erstreckt sich auf den Kopfsteg ein Dreiblatt in Grün und Blau mit langgezogener Mittelspitze; aus dem unteren Ende auf den Bundsteg ein analog gestaltetes Blatt in Purpur und Rot, begleitet von blattgoldbelegten eindornigen Goldpollen.
  • 15v Initiale I über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper endet rechts oben und unten in je einer gelappten roten, links oben und unten in je einer grünen Halbpalmette; das Blatt links oben ist zu einem Seitenausläufer vergrößert. Um den Buchstabenstamm ist eine dunkelgoldene Kreuzmanschette gewunden, mit der auf tiefblauem Hintergrund mit Weißlinienfiligran links ein grüner gegabelter Stängel mit zwei roten geschwungenen Dreiblättern, rechts ein roter gegabelter Stängel mit zwei grünen Dreiblättern befestigt sind. In den Gabelungen beider Stängel steht mittig jeweils ein blaues, grün-weiß geädertes Fächerblatt auf goldfarbenem Grund.
  • 30v Initiale P über 5 Zeilen auf goldfarbenem Grund. Der Buchstabenstamm endet links oben in einem gestielten grünen Dreiblatt mit langgezogener Mittelspitze, das zu einem kurzen Seitenausläufer vergrößert ist. Aus einer waagerecht am unteren Rahmen angebrachten grünen Halbpalmette wächst ein langgestieltes Dreiblatt in Dunkelgold, Rot und Grün ins Binnenfeld.
  • 46v Initiale U über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der gerade Teil des Buchstabenstamms endet jeweils rechts unten und oben in je einem kleinen grünen Blatt; der Buchstabe wird nach oben durch einen Deckstrich abgeschlossen, der links oben mit einem gestielten, als Seitenausläufer nach oben gerichteten grünen Dreiblatt mit langgezogener Mittelspitze abschließt. Aus einer waagerecht am Deckstrich hängenden roten Halbpalmette erstreckt sich nach unten ins Binnenfeld ein geschwungener dunkelgoldener Stängel mit Blattansätzen, der in einem großen gelappten Dreiblatt in Grün, Rot und Dunkelgold ausläuft.
  • 64r Initiale S über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Aus einer an der Sohle des unteren Bogens angebrachten grünen Halbpalmette erstreckt sich ins Binnenfeld ein roter Stängel, der im unteren Teil des Binnenfeldes in zwei gelappten Dreiblättern in Rot und Dunkelgold und im oberen Teil in zwei weiteren Dreiblättern in Grün und Dunkelgold endet.
  • 81r Initiale P über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund. Der Buchstabenstamm endet oben in einem gestielten purpurnen Dreiblatt mit langgezogener Mittelspitze, das zu einem kurzen Seitenausläufer vergrößert ist, unten in je einem kleinen purpurnen und grünen Blatt. Am oberen Innenbogen hängen zwei rote tütenartige Halbpalmetten, aus denen ein langer dunkelgoldener Stängel mit einem Dreiblatt in Rot und Grün und einem in Purpur nach unten ins Binnenfeld wächst.
  • 98v Initiale S über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Jeweils parallel zur Kurve des Buchstabens winden sich in den beiden Teilen des Binnenfeldes zwei goldene Stängel, besetzt mit je einem Dreiblatt in Grün (oben) und Rot (unten); den Abschluß bildet jeweils ein blütenartiges geformtes Tütenblatt in Rot (oben) und Grün (unten).
  • 117r Initiale I über 7 Zeilen auf Farbgrund, der Buchstabenstamm endet in vier jeweils nach rechts und links gerichteten gelappten Halbpalmetten; das linke obere Blatt ist zu einem nach oben gerichteten Seitenausläufer mit langer Mittelspitze vergrößert. Links neben dem Buchstabenstamm windet sich ein langgestieltes Dreiblatt in Purpur mit langgezogener Mittelspitze vor abwechselnd tiefblauem und goldfarbenem Hintergrund. Rechts neben dem Stamm befindet sich eine dunkelgoldfarbene Ranke mit zwei roten Dreiblättern und zwei grünen Tütenblättern vor abwechselnd tiefblauem und goldfarbenem Hintergrund.
  • 135v Initiale A über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der unzial gebogene Aufstrich beginnt links unten in einer gelappten purpurnen Halbpalmette und geht links oben in einen gekrümmten Deckstrich mit grüner Halbpalmette über, die jeweils zu kurzen Seitenausläufern gestreckt sind. Aus einer aus dem Abstrich sprossenden grünem Halbpalmette wächst ober- und unterhalb des Querstrichs je ein langstieliges Dreiblatt in Dunkelgold und Rot ins Binnenfeld.
  • 158v Initiale U über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der gerade Teil des Buchstabenstamms endet jeweils rechts unten und oben in je einem kleinen roten Blatt; der Buchstabe wird nach oben durch einen Deckstrich abgeschlossen, der links oben mit einem gestielten, als Seitenausläufer nach oben gerichteten grünen Dreiblatt mit langgezogener Mittelspitze abschließt. Die untere Hälfte des Binnenfeldes wird von zwei mächtigen grünen, gegenständig angeordneten Halbpalmetten eingenommen, zwischen denen sich zwei blütenartig angeordnete rote Halbpalmetten nach oben strecken.
  • Keine Rubrizierung, Raum dafür ausgespart.
Einband: Renaissance-Einband aus der zweiten Hälfte des 16. Jh., Gestaltung identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst. Auf dem VD eine geprägte, mit brauner Tinte gefüllte Inskription in Capitalis quadrataLVCANVS | MANVSCRIP:.
Entstehung der Handschrift: Zur Entstehung und Geschichte der Hs. vgl. Cod. Guelf. 319b Helmst.
Erwerb der Handschrift: Der Codex gelangte vermutlich als Geschenk des Herzogs Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast an Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg in die Wolfenbütteler Hofbibliothek, wo er 1614 im Gesamtkatalog des Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 23 [19]) unter Nr. 12 der Poëtae Graeci, Latini Gallici etc. als Lucanus manuscriptus entsprechend der Inskription auf dem VD aufgeführt. — Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 29r) als Lucanus in bretter, roth aufm Schnitt unter den Miscellanei MSSti in folio nachgewiesen. Auf dem VS die entsprechende Signatur Misc. 12, auf dem ersten Vorsatzbl. aus Papier Besitzvermerk der Universität: Bibliothecae Academiae Juliae. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 262 genannt.
Inhalt:
  1. 1r–237r Marcus Annaeus Lucanus: De bello civili cum glossis. >Laus deo<. Auf dem Kopfsteg die Invokation Yesus. 5r 1,191f. ausgelassen und vom Glossator nachgetragen, ebenso 51v 4,251. Ab 51v nach 4,253 (In faciem posuere ducum iuuat esse nocentis) Text der gesamten Lage durch Bindefehler gestört; Textabfolge im einzelnen: (52r–54v) 4,494–637; (55r–56v) 4,398–493; (57r–59v) 4,254–397; (60r–v) 4,638–684. – 102v 4,213 (Non transmissa legent et adhuc tibi Magne favebunt) vom Glossator nachgetragen, direkt anschließend (103r) die 4,206–213 wiederholt. (132r) 8,736 ausgelassen, nach 8,746 auf dem Fußsteg vom Schreiber nachgetragen. (136v) 9,45 wiederholt; (164r) 10,251 ausgelassen, nach 10,261 auf dem Fußsteg vom Schreiber nachgetragen. Der gesamte Text ist glossiert, jedoch weniger reich als z. B. Cod. Guelf. 41.1 Aug. 2°, 85.6 Aug. 2° oder 178 Gud. lat. Die Scholien deuten zwar auf die Kenntnis der älteren Kommentartradition hin, sind jedoch weitgehend Eigengut des Glossators.
    Textgeschichte: Die umfangreiche Wolfenbütteler Parallelüberlieferung mit 18 weiteren Hss. bei Prete/Badalì. (s. oben), 43–66.
  2. 170v Eugenius Toletanus: Carmen XLII. >De animantibus ambigenis<.
    Hec sunt ambigua que nuptu dispare constant
    Burdonem sonipes generat conmixtus aselle
    … — …
    Apris atque suo sestosus nascitur hibris
    At lupus et catula formant coeundo liciscam
    >Deo gratias<. Edition: CC SL 114, 255 (447 Hs. genannt). Literatur: Díaz y Díaz, 59f. Nr. 202; Walther I 7591 (Hs. genannt); CPL 1236; Y.-F. Riou, Quelques aspects de la tradition manuscrite des Carmina d'Eugène de Tolède: Du liber Catonianus aux auctores octo morales, in: Revue d’histoire des textes 2 (1972), 11–44 (19, 21 Hs. genannt); CALMA 3, 295f. Nr. 10.
  3. 170v De domiciliis planetarum versus VI.
    Est tibi Saturne domus egrocerontis[sic] et urne
    Inde Iovi dona pisors[sic] simul atque chirona
    … — …
    Occupat Erigionem stilbons[sic] geminumque Laconem
    Cesserunt soli lune cancer leo soli
    >Finis<. Sechs Verse, aus dem "Graecismus" Eberhards von Bethune (cap. 7,32–37) entnommen und mehrfach separat überliefert.
    Druck
    • Graecismus, 24;
    • J. Werner, Beiträge zur Kunde der lateinischen Literatur des Mittelalters, 2. Aufl. Aarau 1905, ND Hildesheim 1979, 76 Nr. 159.
    Literatur
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

Briquet C. M. Briquet, Les Filigranes. Dictionnaire historique des marques du papier, Bd. 1–4, Leipzig 21923
CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
CC SL Corpus Christianorum. Series Latina, Bd. 1–, Turnhout 1954–
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
Díaz y Díaz M. C. Díaz y Díaz, Index scriptorum Latinorum medii aevi Hispanorum, Madrid 1959 (Acta Salmanticensia. Filosofia y Letras 13.1–2)
Ebert F. A. Ebert, Bibliothecae Guelferbytanae Codices Graeci et Latini Classici, Leipzig 1827 (Zur Handschriftenkunde 2)
Graecismus Eberhardi Bethuniensis Graecismus. Ad fidem librorum manu scriptorum recensuit lectionum uvarietatem adiecit indices locupletissimos et imaginem codicis Melicensis photolithographicam addidit J. Wrobel, Breslau 1887 (Corpus grammaticorum medii aevi 1)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Thorndike/Kibre L. Thorndike und P. Kibre, A catalogue of incipits of mediaeval scientific writings in latin, revisited and augmented edition, London 21963 (Mediaeval Academy of America publication 29)
Walther I H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959 (Carmina medii aevi posterioris Latina 1)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

  • Weitere Literaturnachweise im OPAC suchen.
  • Weitere Literaturnachweise suchen (ehem. Handschriftendokumentation)

Dieses Dokument steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

Für die Nutzung weiterer Daten wie Digitalisaten gelten gegebenenfalls andere Lizenzen. Vgl. die Copyright Information der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.