Otto von Heinemann: Die Helmstedter Handschriften. Bd. 1: Codex Guelferbytanus 1 bis 500 Helmst. (1884). S. 335336 (Vorläufige Beschreibung)

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 430 Helmst.

Pap. 28½ x 21 cm cm. 155 Bll. zweispaltig. 15. Jahrh. (1456).Mit rothen Überschriften und Initialen.

Ebd.: Holzdeckel mit gepresstem Schweinsleder überzogen. Die Schliesser bilden aus dem gleichen Stoff geschnittene Riemen. Die Innerseite der Deckel mit Bruchstücken einer Handschrift der Psalmen des 14. Jahrhunderts, die zwei grössere in Roth ausgeführte Initialen zeigen, beklebt. Auf dem äusseren Vorderdeckel ein Papierzettel mit der alten Bibliotheksbezeichnung: R. v.

Prov. u. Gesch.: Scheint nach dem Einbande aus dem Kloster Klus bei Gandersheim zu stammen.

Enthält: 1) f. 1–131. Das Leben Jesu. Plattdeutsch. „Hir beginnt de prologus in deme boke von deme levende unses heren Jhesu Christi unde is to male de not etc. Vaken unde lange hebbe ek in mynem synne gedacht to makende in dudescher sprake ute deme Latine eyn bok von deme levende unses heren Jhesu Christi. Schlussschrift: Hir endiget sek dat bouk van deme levende unses heren Jhesu Cristi ge- screven na syner gehört m°. cccc°. darna in deme sesundevoftigesten iare, des middewekens an (übergeschrieben: vor) deme avende sinte Elizabeth, woraff sy Gode loff unde ere. Amen. Amen. 2) f. 131'–155'. Passio s. Nicodemi. Eine plattdeutsche Paraphrase des bekannten Evangelii Nicodemi. „In deme namen unses heren Jhesu Christi. Dut ewangelium bescrift unsz Nicodemus unde desulve was eyn vorste under den ioden.“ Schlussschrift (roth): Finita est hec passio Nichodemi ipsa vigilia Lucie per me Iohannem Wisen, clericum Maguntinensem, etc.