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Beschreibung von Cod. Guelf. 456 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil III: Cod. Guelf. 371 bis 460 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser (in Vorbereitung).
Manuscript title: Johannes Rokycana
Place of origin: Böhmen
Date of origin: um 1435
Catalogue number:
  • Heinemann-Nr. 490
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412327,T
Support:
Extent: 12 Bl.
Format: 28 × 21 cm
Foliation: Tintenfoliierung des 16. Jh.: 112 von der gleichen Hand wie die Nummer des Codex auf dem Fußsteg von Bl. 1r.
Collation: VI (12).
Condition: Im oberen Teil des Codex Schwemmränder eines Waserschadens.
Page layout: 19 × 12,56 cm, zweispaltig (Spalten innen ca. 5,5 cm, außen ca. 6 cm breit), 45–49 Zeilen.
Hands: Regelmäßige jüngere gotische Kursive von einer Hand.
Display script / Decoration:
  • Rubriziert, rote Lombarden,
  • auf Bl. 1ra eine schlichte rote Initiale C in Unzialform über 4 Zeilen mit schwarz-roten Knospenfleuronnée als Konturbegleitung und im Binnenfeld sowie roten, mit schwarzen Fadenausläufern und vegetabilen Motiven besetzten Fleuronnéestäben in Federzeichnung.
Additions: Einige Korrekturen der anlegenden Nand sowie marginale Nota-Vermerke und Maniculae späterer Hände.
Binding: Der Faszikel wurde im 3. Viertel des 18. Jh. in einen Papierband mit gebrochenem Rücken und Überzug aus dunkelbraunem, fein marmoriertem Kiebitzpapier gebunden, der in der Werkstatt des Buchbinders Anton Friedrich Wirck in Helmstedt angefertigt wurde, vgl. bei Cod. Guelf. 403 Helmst..
Origin of the manuscript: Der Codex dürfte ursprünglich Teil einer konzilsgeschichtlichen (siehe unten) Sammelhandschrift gewesen und unmittelbar nach der Publikation der Ansprache entstanden sein. Die Schriftheimat lässt sich aufgrund des erhaltenen Materials und des Inhalts auf den bömischen Raum eingrenzen.
Provenance of the manuscript: Vermutlich wurde die Lage zu einem unbekannten Zeitpunkt von Matthias Flacius oder einen seiner Mitarbeiter bzw. Korrespondenten aus dem ursprünglichen Überlieferungskontext entfernt (von Heinemann und Hartmann nicht erkannt). Nachweisbar ist dies durch die auch in anderen Codices Flaciani auftretende Zählung auf dem Fußsteg von Bl. 1r: No. 5 (vgl. zu den übrigen Nummern bei Cod. Guelf. 372 Helmst.).
Acquisition of the manuscript: Zusammen mit der übrigen Bibliothek des Matthias Flacius am 20.4.1597 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg erworben, 1614 in deren Gesamtkatalog ist der Codex von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 303 [298]) unter Nr. Z 56 der Papalia miscellanea als $ aufgeführt. 1618 in die Universitätsbibliothek Helmstedt überführt, 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 1v) unter den Theologici in folio als Scriptum Hussiticum Anonymi, contra Communicantes sub una. Mit numero 5 gezeichnet, hinten defect beschrieben, auf dem Kopfsteg von Bl. 1r die entsprechende Helmstedter Signatur T. 12. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 51) unter Nr. 59 aufgeführt.
Contents:
1. 1ra12vb Johannes Rokycana: De communione sub utraque specie. >Hic secuntur hereses bohemorum communionis corporis Christi sub utraque specie non adhibeatur fides in Sacro Concilio Basiliensi contradictis et reiectis etc.< Communio divinissime ewkaristie[sic] sub specie utraque panis scilicet et vini utilis multum et saluti expediens toti credencium populo … — … quid est pro tuicione corporis et anime sed communio divinissme ewkaristie[sic] sub utraque specie digne celebrata … (Text bricht ab). Vom Verfasser als Ansprache (collatio) auf dem Konzil von Basel am 16., 17. und 19. Januar 1433 vorgetragen, vgl. Concilium Basiliense. Studien und Quellen zur Geschichte des Concils von Basel, hrsg. von J. Haller, Bd. 2: Protokolle des Concils 1431–1433, Basel 1897, 315–318. Der Text ist am Schluss durch den Verlust eines Bl. (verblieb vermutlich im ursprünglichen Überlieferungskontext) unvollständig.
Filiation: Mit auch orthographisch identischer Rubrik in der (antihussitisch orientierten) Sammelhandschrift Erlangen, UB, Ms. 538, 1r–11v (vgl. Erlangen 2, 161–163) aus dem Zisterzienserkloster Heilsbronn. Der vorliegende Faszikel dürfte aus einem analogen Kontext stammen.
Druck
  • Mansi 30, 269–306, hier bis 305.
Literatur
  • F. M. Bartoš, Literární činnost M. Jana Rokycany, M. Jana Příbrama, M. Petra Payna, Prag 1928 (Sbírka pramenů k poznání literárního života československého, skupina 3, 9), 28 Nr. 10;
  • Rep. font. 10, 180.
Bibliography

Revisions:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

Erlangen 2 Die lateinischen Papierhandschriften der Universitätsbibliothek Erlangen, beschrieben von H. Fischer, Erlangen 1936 (Katalog der Handschriften der Universitätsbibliothek Erlangen 2)
Hartmann M. Hartmann, Humanismus und Kirchenkritik. Matthias Flacius Illyricus als Erforscher des Mittelalters, Stuttgart 2001 (Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 19)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Mansi G. M. Mansi, Sacrorum conciliorum nova et amplissima collectio … , Bd. 1–53, Florenz 1759–1927, ND Graz 1960–1962
Rep. font. Repertorium fontium historiae medii aevi, Bd. 1–12, hrsg. vom Istituto Storico Italiano per il Medio Evo, Rom 1962–2007
Waitz/Holder-Egger G. Waitz und O. Holder-Egger, Aus neueren Handschriftenverzeichnissen, in: Neues Archiv der Gesellschaft für Ältere Deutsche Geschichtskunde 11 (1886), 418–425
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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