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                <title>Beschreibung von Cod. Guelf. 521 Helmst. (Heinemann-Nr. 568; Otto von Heinemann: Die Helmstedter Handschriften. Bd. 2: Codex Guelferbytanus 501 bis 1000 Helmst. (1886) S. 10 – 13)</title>
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                    <name type="person">Otto v. Heinemann</name>
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                <edition>Elektronische Ausgabe nach TEI P5</edition>
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                    <resp>TEI-P5 konforme Kodierung durch </resp>
                    <name type="person">Torsten Schaßan</name>
                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
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                    <name type="org">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</name>
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                <date when="2012" type="issued">2012</date>
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                        <note>Die Katalogdaten sind Public Domain.</note>
                        <p>Für die Nutzung weiterer Daten wie Digitalisaten gelten gegebenenfalls andere Lizenzen. Vgl. die <ref target="http://diglib.hab.de/?link=012">Nutzungshinweise</ref> der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.</p>
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                <p>ACHTUNG: Weitgehend unkorrigierter OCR-Text aus einer Digitalisierungskampagne des Projektes Handschriftenportal.</p>
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                        <measure type="size" unit="cm">23½ x 16</measure> cm. <measure type="leavesCount" quantity="154">154 Bll.</measure> (Bl. 18 ist doppelt gezählt). <lb n="Page26_Block12_Line1"/>
                        <origDate>13. Jahrh. (erste Hälfte)</origDate>. Mit vielen Bildern und Initialen auf Goldgrund, <lb n="Page26_Block12_Line2"/>in allen seinen Theilen ein Prachtwerk, von einer Nonne in <lb n="Page26_Block12_Line3"/>
                        <origPlace>Wöltingerode</origPlace> geschaffen, wie aus der <locus from="2r">f. 2</locus> an den Rand geschriebenen <lb n="Page26_Block12_Line4"/>Inscription (Sancte Paule, ora pro me peccatrice) erhellt. Beschrieben <lb n="Page26_Block12_Line5"/>bei Schönemann, Merkwürdigkeiten no. 48. In dem voraufgehenden <lb n="Page26_Block12_Line6"/>Kalender ist jedem Monate eine Seite gewidmet, die in zwei <lb n="Page26_Block12_Line7"/>Abtheilungen von ungleicher Breite, durch Säulen eingefasst und ge <lb n="Page26_Block13_Line1"/>schieden, zerfällt. In der rechten Abtheilung (im heraldischen Sinne <lb n="Page26_Block14_Line1"/>gesprochen) stehen die Kalendertage, in der linken auf Goldgrund je <lb n="Page26_Block14_Line2"/>ein Apostel, darüber das entsprechende Himmelszeichen des Thierkreises, <lb n="Page26_Block14_Line3"/>auf der Mitte des unteren Randes in medaillonartigen Rundungen <lb n="Page26_Block14_Line4"/>gleichfalls auf Goldgrund sind die Monatsbeschäftigungen dargestellt. <lb n="Page29_Block4_Line1"/>Leider fehlen von den Monaten April, Mai, Juni und Juli, also zwischen <lb n="Page29_Block4_Line2"/>
                        <locus from="2r">f. 2</locus> und 3 zwei Bll. Die Malerei ist von einer Schärfe, Kraft, <lb n="Page29_Block4_Line3"/>Sicherheit und namentlich in den Gesichtern von einer Freiheit und <lb n="Page29_Block4_Line4"/>idealen Haltung, dass sie Erstaunen erregt. Der Faltenwurf ist scharf <lb n="Page29_Block4_Line5"/>und eckig, aber die Technik und Zeichnung höchst ausgezeichnet, die <lb n="Page29_Block4_Line6"/>Gestalten der Apostel voll Hoheit und die Idee, sie auf die Monate zu <lb n="Page29_Block4_Line7"/>vertheilen, eigenthümlich. Hire Namen finden sielt mit Roth an den <lb n="Page29_Block4_Line8"/>Rand geschrieben. — Dann kommt (f. 6') ein Bild auf Goldgrund, <lb n="Page29_Block4_Line9"/>Christi Stammbaum Har stellend, in welchem die Figuren (in der Mitte <lb n="Page29_Block4_Line10"/>David, darüber Maria und über dem Ganzen thronend Christus) in <lb n="Page29_Block4_Line11"/>den romanischen Pflanzenwindungen sitzen mit Spruchbändern in den <lb n="Page29_Block4_Line12"/>Händen. Nicht nur dieses Bild, sondern die ganze Malerei erinnert <lb n="Page29_Block4_Line13"/>lebhaft an die Wandgemälde des braunschweiger Domes. — f.7 Christi <lb n="Page29_Block4_Line14"/>Geburt: Maria liegend, das Christuskind neben ihr in der Krippe, dahinter <lb n="Page29_Block4_Line15"/>Ochs und Esel, oben die Hirten mit grossen Blashürnern, der <lb n="Page29_Block4_Line16"/>eine hineinstossend, der andere eben im Begriff anzusetzen, die zwei <lb n="Page29_Block4_Line17"/>übrigen Zettel aus den Händen der Engel empfangend. — <locus from="8v">f. 8'</locus> Christas <lb n="Page29_Block4_Line18"/>am Kreuze, zwischen Maria und Johannes, hinter jener eine Frau, die <lb n="Page29_Block4_Line19"/>ein Lamm darbringt, hinter diesem ein König mit einem Kelche; unten <lb n="Page29_Block4_Line20"/>Isaacs Opfer mit zwei Propheten oder Priestern, oben einerseits Moses <lb n="Page29_Block4_Line21"/>mit der ehernen Schlange, andererseits Kalebs Traube. Ganz unten in <lb n="Page29_Block4_Line22"/>einem kreisförmigen Medaillon das Brustbild einer Frau mit verbundenen <lb n="Page29_Block4_Line23"/>Augen und einer gesenkten Fahne (die Stultitia), ganz oben ein <lb n="Page29_Block4_Line24"/>ähnliches Medaillon, in welchem eine gekrönte Frau (die Sapientia) <lb n="Page29_Block4_Line25"/>mit der Kreuzesfahne, in der Hand einen Zettel haltend mit: Sic Deus <lb n="Page29_Block4_Line26"/>dilexit mundum. — <locus from="9r">f. 9</locus> oben Christus auf einem Regenbogen in einer <lb n="Page29_Block4_Line27"/>Mandorla als Weltenrichter, umgeben von den vier Zeichen der Evangelisten, <lb n="Page29_Block4_Line28"/>zur Seite Maria und Joseph fürbittend: in der unteren Hälfte <lb n="Page29_Block4_Line29"/>des Blattes Gott-Vater mit greisem Haar und Bart und drei flammenartig <lb n="Page29_Block4_Line30"/>emporstehenden Scheitellocken, auf seinem Schoosse Adam als kleines <lb n="Page29_Block4_Line31"/>Kind haltend, rechts und links je ein Baum von Engeln umgeben, <lb n="Page29_Block4_Line32"/>aus dessen grossen tulpenartigen Blättern Menschenköpfe hervorschauen <lb n="Page29_Block4_Line33"/>und Gott-Vater anlachen. — f. 10/ beginnt der Psalter mit einem die <lb n="Page29_Block4_Line34"/>ganze Seite füllenden überaus kunstvoll aus Laubwerk und Arabesken <lb n="Page29_Block4_Line35"/>verschlungenen B auf Goldgrund mit Löwen, Hirsch, Steinbock, dem <lb n="Page29_Block4_Line36"/>vom h. Georg bekämpften Drachen und anderem Gethier in den Windungen. <lb n="Page29_Block4_Line37"/>— <locus from="29v">f. 29'</locus> Christi Taufe im Jordan. — <locus from="42v">f. 42'</locus> Christi Verklärung <lb n="Page29_Block4_Line38"/>(Marc. 9. 4). — <locus from="54v">f. 54'</locus> Christus am Tisch, ihm zu Füssen, diese <lb n="Page30_Block4_Line1"/>mit ihrem Haar trocknend, Maria Magdalena. — f. 8(V Christi Einzug <lb n="Page30_Block4_Line2"/>in Jerusalem. — <locus from="95v">f. 95'</locus> dessen Himmelfahrt. — <locus from="108v">f. 108'</locus> Pßngsten. — <lb n="Page30_Block4_Line3"/>
                        <locus from="149v">f. 149'</locus> Das Weltgericht: oben Christus mit den Wundenmalen auf goldenem <lb n="Page30_Block4_Line4"/>Throne, die Hände segnend ausgestreckt, neben ihm fürbittend <lb n="Page30_Block4_Line5"/>Maria und Joseph, unten zu seiner Rechten die Outen, linlcs die Verdammten, <lb n="Page30_Block4_Line6"/>in beiden Gruppen je ein Papst, Kaiser und Bischof, die <lb n="Page30_Block4_Line7"/>Verdammten von einem schwarzhaarigen Teufel, der die Zunge aussteckt, <lb n="Page30_Block4_Line8"/>an einer Kette fortgeschleppt. — Alle diese Bilder sind auf Goldgrund <lb n="Page30_Block4_Line9"/>gemalt und nehmen stets die ganze Seite ein. (Vergl. die Beschreibung <lb n="Page30_Block4_Line10"/>bei Schünemann). Der Codex ist ausserdem mit zahlreichen aus <lb n="Page30_Block4_Line11"/>Rankenwindimgen gebildeten grösseren Initialen von hoher Schönheit <lb n="Page30_Block4_Line12"/>auf Goldgrund verziert. Er ist für die Geschichte der niedersächsischen <lb n="Page30_Block4_Line13"/>Kunst von hervorragender Bedeutung. Eine freie Copia davon ist vielleicht <lb n="Page30_Block4_Line14"/>562, auch muss 147. Blankenb. mit ihm verglichen werden. In <lb n="Page30_Block4_Line15"/>dem Calendarium hat die Schreiberin folgende nekrologische Bemer- <lb n="Page30_Block4_Line16"/>Jcungeti angebracht: <lb n="Page30_Block4_Line17"/>9 Kal. Febr. Gluta amantissima mater mea <lb n="Page30_Block4_Line18"/>8 Non. Martii e. Otilia precordialissima soror mea <lb n="Page30_Block4_Line19"/>Non Decemb. -e-. Lutolfus pater meus. <lb n="Page30_Block4_Line20"/>Sollten diese und mithin die Schreiberin dem Geschlechts der Grafen <lb n="Page30_Block4_Line21"/>vott Wöltingerode, die das Kloster gestiftet haben, und bei denen der <lb n="Page30_Block4_Line22"/>Name Ludolf oft vorkommt, angehören? In dem Necrol. Wöltinger. <lb n="Page30_Block4_Line23"/>(537) werden sie nicht erwähnt. </note>
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                            <lb n="Page30_Block4_Line24"/>Enthält: <lb n="Page30_Block4_Line25"/>1) <locus from="1v" to="5r">f. 1'–5.</locus> Calendarium. <lb n="Page30_Block4_Line26"/>2) f. 5', 6,7', 8,9' und 10. Cursus sancte Marie et domini nostri Iesu Christi. <lb n="Page30_Block4_Line27"/>3) f. 107–136. Psalterium. <lb n="Page30_Block4_Line28"/>4) <locus from="136r" to="145v">f. 136–145'.</locus> Cantica. <lb n="Page30_Block4_Line29"/>5) <locus from="146r" to="147v">f. 146–147'.</locus> Fides catholica. <lb n="Page30_Block4_Line30"/>6) <locus from="148r" to="149r">f. 148–149.</locus> Litania. <lb n="Page30_Block4_Line31"/>7) <locus from="150r" to="153v">f. 150–153'.</locus> Vespere defunctorum. <lb n="Page30_Block4_Line32"/>Auf dem ursprünglich leer gelassenen Bl. 108 von einer Hand des 15. Jahrhunderts <lb n="Page30_Block4_Line33"/>eine Expectoraiion über die Psalmen: „Canticum psalmorum <lb n="Page30_Block4_Line34"/>animos decorat, invitat angelos etc.u und auf dem inneren Hinterdeckel <lb n="Page30_Block4_Line35"/>das Bruchstück eines Hymnus auf Christi Tod. </p>
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                        <lb n="Page30_Block4_Line36"/>Prov. u. Gesch.: Stammt aus Wöltingerode, <locus from="1r">f. 1</locus> steht: Aliis inserviendo conssnmor. <lb n="Page30_Block4_Line37"/>D. G. I. D. B. E. L. (Del Gratia Julius Dux Brunswicensis Et Luneburgensis) recepit <lb n="Page30_Block4_Line38"/>istud (sic) librum anno 1572, dic 15 Marcii. Darunter: Aus dem gunffercloster Woltin- <lb n="Page31_Block2_Line1"/>genrode zw der bestallte Festunge Wolffenbattel bei der nenhe erfreitte Heinrichstad <lb n="Page31_Block2_Line2"/>pressentiret, wie für gemelte ist. </p>
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                                <bibl>Otto von Heinemann: Die Helmstedter Handschriften. Bd. 2: Codex Guelferbytanus 501 bis 1000 Helmst. (1886) S. <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/15-4f-10-1b-2/start.htm?image=00026">10</ref> – <ref target="http://diglib.hab.de/drucke/15-4f-10-1b-2/start.htm?image=00031">13</ref>
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                        <lb n="Page31_Block2_Line3"/>Ebd.: Höchst merkwürdig. Die Holzdeckel mit uraltem gewirkten Seidenzeug überzogen, <lb n="Page31_Block2_Line4"/>welches vorn Christus, hinten Maria mit dem Jesusknaben auf dem Arme, beide in einer <lb n="Page31_Block2_Line5"/>Mandorla und von den Emblemen der Evangelisten umgeben, zeigt. Der Rücken erneuert, <lb n="Page31_Block2_Line6"/>die beiden Schliesser abgerissen.</p>
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