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Beschreibung von Cod. Guelf. 570 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil IV: Cod. Guelf. 462 bis 615 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser (in Vorbereitung).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Petrus Riga
Entstehungsort: Hildesheim, Kartause
Entstehungszeit: 15. Jh., 1. Drittel
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 618
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412368,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: I, 252, I Bl.
Format: 22 × 14 cm
Seitennummerierung: Tintenfoliierung des 17. oder 18. Jh.: 1254, Zählfehler: Bl. 70 und 80 übersprungen. Abgelöste VS und HS mitgeheftet, ungez.
Lagenstruktur: IV+1 (8)! 10 IV (90)! IV–1 (97). 15 IV (217). V (227). VII–1 (240). IV (248). IV–1 (254)! Kustoden in römischen Zahlen IusXXXus auf dem Fußsteg der letzten Versoseite jeder Lage, bei den Lagen XI–XIV zusätzlich auf der ersten Rectoseite rot wiederholt, bei den Lagen XV–XVIII, XXII und XXIII zusätzlich Reklamanten.
Seiteneinrichtung: 17–17,5 × 8,5–9 cm, einspaltig (Versalienspalte für abgesetzte Versmajuskeln), 34–40 Zeilen, Tintenliniierung, Punkturen an den Blatträndern sichtbar.
Hände: Regelmäßige sorgfältige Textualis von 3 Händen, die sich mehrfach abwechseln.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, abwechselnd rote und blaue Lombarden.
  • Am Beginn der einzelnen Bücher abwechselnd rote und blaue Initialen in Unzialform über 2–10 Zeilen; am Beginn der beiden Prosaprologe und am Beginn von Gn (Bl. 1r, 1v, 2r ) jeweils mit filigranem Knospen- und Palmettenfleuronnée mit Staubfäden verziert. Vergleichbar ist der Initialschmuck der ebenfalls aus der Hildesheimer Kartause stammenden Hs. Hildesheim, DB, J 40 auf Bl. 2va, 7vb, 35vb u.ö.
Einband:
  • Gotischer Holzdeckelband, mit rotgefärbtem, unverziertem Schafsleder überzogen. 5 Doppelbünde, Zwei Langriemenschließen, Schließenriemen und -ösen bis auf die Gegenbleche und kurze Riemenreste verloren, Dornen aus dem VD entfernt. Auf dem VD ein Titelschild (Pergament, 8 x 3,5 cm, Kanzleischrift, 16. Jh.): Das alte Testament in lateinische Verß vff pergamein geschrieben. Gestalt und Formulierung des Schildes deuten darauf hin, dass es nach 1522 angefertigt worden ist, denn die Titelschilder der Konventsbibliothek sind in lateinischer Sprache beschriftet und anders gestaltet, vgl. Hildesheim, DB, J 34 und Hildesheim, DB, J 40 (Hildesheim 2, 194–197 und 201–203). Darunter Titelaufschrift in Capitalis rustica: Aurora Petri de Remes sive Riga. Am Beginn der einzelnen Bücher (Bl. 29, 49, 60, 69, 74, 78, 84, 85, 110, 118, 129, 132, 136, 143, 151, 189, 214, 229 und 248) rot gefärbte Registerzugen aus Leder.
  • Der Codex wurde vermutlich im frühen 20. Jh. neu gebunden und mit einem neuen Rückenüberzug versehen; dabei wurden auch vorn und hinten Vorsatzbl. aus Papier eingefügt und die Spiegelbl. abgelöst.
Zusatzmaterial: Abgelöster VS, jetzt mitgeheftet: Pergament, ein Bl., 21 × 13,5 cm. Schriftraum: 17 × 10,5 cm (beschnitten), einspaltig, 14 Zeilen. Über jeder Textzeile Notation mit diastematischen, sog. „frühdeutschen“ Neumen auf 4 Notenlinien mit c- und f-Schlüssel (Corbin, 3.59–66).Textualis, 13. Jh., 1. Hälfte. Missale. Recto: Responsorium CAO 6725 und Sequenzen AH 54 Nr. 13 und 18. Verso: Sequentia sancti evangelii secundum Lucam (neumiert), enthält Lc 3,21–4,1 (Text bricht ab).
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde nach Ausweis von Schrift und Buchschmuck im ersten Drittel des 15. Jh. in der Kartause in Hildesheim geschrieben; ein entsprechender, fast völlig verblasster Besitzvermerk auf dem Kopfsteg von Bl. I*r (abgelöster HS): Liber carthusiensium prope Hildensem.
Provenienz der Handschrift: Nach der ersten Zerstörung des Klosters während der Hildesheimer Stiftsfehde 1522 scheint sich der Codex in Privatbesitz befunden zu haben, wenigstens deutet darauf eine getilgte und nurmehr teilweise lesbare Inschrift (254v): Iste liber debet restitui domino Hinrico … civitatis magistro avunculo meo.
Erwerb der Handschrift: Wann und auf welchem Wege der Codex nach Wolfenbüttel gelangte, ist unbekannt. Er ist dort erstmals 1588 von Elias Bodenburgk im Verzeichnis der Pergamenthandschriften der Bibliotheca Julia (NLA – StA Wolfenbüttel, 1 Alt 22, 83, 22r–35v, hier 23v) übereinstimmend mit dem Titelschild als Das alte Testament in lateinischen Versen auf Pergamein geschrieben in bretter mit rotem leder vberzogen verzeichnet. 1614 im Gesamtkatalog von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 165 [160]) unter den Sacra Biblia et Bibliorum partes z. T. nach der Titelaufschrift als Biblia Latina Carmine reddita in pergameno Petri de Remes sive Riga mit der Signatur G 10 nachgewiesen. Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 im Helmstedter Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 13v) als Sacra Biblia Latino Carmine Elegiaco descripta. In membrana unter den Theologici MSSti in quarto beschrieben; auf dem abgelösten VS die entsprechende Helmstedter Signatur T. 4to 20. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 455 genannt.
Inhalt:
  1. 1r254v Petrus Riga: Aurora sive biblia versificata ab Aegidio Parisiensi aucta et aliis versibus variata. Bestand nach der kritischen Ausgabe: Aurora Petri Rigae Biblia versificata. A verse commentary on the Bible, 2 Bde., hrsg. von P. E. Beichner, Notre Dame/Ind. 1965 (Publications in Medieval Studies 19). Soweit nicht anders angegeben, enthält der laufende Text der Bücher die Zusätze der beiden Aegidius-Redaktionen (hier Aeg. 1 und Aeg. 2), die Rubriken weichen z. T. von der Ausgabe ab:
    • (1rv) Prologus prosaicus Petri Rigae. >Prologus super Aurora<. >Explicit prologus primus<.
    • (1v2r) Prologus prosaicus secundus. >Incipit secundus<. Legitur in Exodo: Facies mensam de lignis sethim et habebit duos cubitos longitudinis et cubitum in latitudine [Ex 25,23] … — … biblioteka dicitur a biblus bibli quod est genus iumenti de quo solebat fieri pergamenum et in eo scribi et teris sive tera [sic, recte: theca] quod est posicio in biblioteca quasi exposicio librorum. Der Prolog charakterisiert ausgehend vom biblischen Thema die Stufen der Bibelauslegung und listet im Anschluss gemäß den "Accessus ad auctores" wichtige Daten zum Werk auf (2r: Hiis visis restat videre que sit materia que intencio quis finis sive utilitas et quis titulus). Er fehlt in den Ausgaben und ist bislang nur hier nachgewiesen.
    • (2r29r) Gn. >Incipit liber. Primo agitur de VII diebus<. >Explicit genesis<. In den Versen 1–52 fehlen die Ergänzungen Aeg. 2. Nach Vers 87 anstelle der 10 Zusatzverse Aeg. 1 insgesamt 14 neue Verse:
      Etas prima micans sit Ade plasmatio mane
      Vespera diluvium poteritque infantia dici
      … — …
      Septima lux notat eternam sine vespere lucem
      Quod signat genesis ponens sine vespere mane
      .
      Die letzten sechs der sonst nach Vers 87 eingefügten Verse Aeg. 1 (
      Nox luci noctique dies succedunt et anni
      … — …
      Novimus alternas excipiendo vices
      ) stehen hier nach Vers 90. Vor Vers 113 sind nur zwei der vier Zusatzverse Aeg. 1 eingefügt. In Vers 289–292 fehlt die Variante Aeg. 2, ebenfalls nach Vers 340. Nach Vers 682 zwei neue Zusatzverse:
      De Sem progenie nati creduntur hebrei
      De Iaphet et Canaan gentiles et chananei
      .
      Nach Vers 780 fehlen die Zusatzverse Aeg. 1, nach Vers 888 sind die beiden Zusatzverse Aeg. 1 auf dem Fußsteg nachgetragen. Nach Vers 1018 fehlen die Zusatzverse Aeg. 1, nach Vers 1048 fehlen vier der insgesamt 22 Zusatzverse Aeg. 1 und Aeg. 2. Nach Vers 1186 fehlt Aeg. 1. Die Verse 1207 und 1208 fehlen, es folgen 1213/1214 und 1209–1212. Die Verse 1225/1226 fehlen, ebenso die beiden Verse Aeg. 1, dafür folgen 1231/1232 und 1227–1230. Nach Vers 1256 sind nur die letzten vier der sechs Zusatzverse Aeg 1 angefügt.
    • (29r49r) Ex. >Incipit exodus<. Nach Vers 178 fehlen die beiden Zusatzverse Aeg. 1. 31v zu Vers 185sq. in marg. von anderer Hand nachgetragen die Versus de X praeceptis (Walther I 19627, 9 Verse, der letzte Vers fehlt). Nach Vers 588 und 651 fehlen die Zusatzverse Aeg. 1. Die Distichen 1127/1128 sowie 1129/1130 sind vertauscht. Die Verse 1225/1226 sind von anderer Hand in marg. nachgetragen. Vers 1338 fehlt.
    • (49r60v) Lv. >Incipit prologus super leviticum<. >Explicit leviticus<. Im Prolog fehlen nach Vers 16 die beiden Zusätze Aeg. 2, ebenso nach Vers 60 die Zusätze Aeg. 1. Nach Vers 582 fehlen alle Zusätze der Aegidius-Bearbeitungen, nach Vers 608 fehlen diejenigen von Aeg. 2. Die Verse 653 und 654 fehlen.
    • (60v69r) Nm. >Incipiunt quedam de libro numeri iuxta Gregorium<. >Explicit liber numeri<. Die Distichen 271/272 sowie 273/274 sind vertauscht. Nach Vers 328 sind nur die ersten beiden der insgesamt sechs Zusatzverse Aeg. 2 hinzugefügt. Vers 412 ist von anderer Hand in marg. nachgetragen.
    • (69r74r) Dt. >Incipit prologus deuteronomii<.
    • (74r78v) Ios. >Incipit liber Iosue<. >Explicit liber Iosue<. Der Aegidiusprolog fehlt, ebenso nach den Versen 70 und 132 die Zusatzverse Aeg. 2.
    • (78v84v) Idc. >Incipit liber iudicum<. >Explicit liber iudicum<. Nach Vers 33 fehlen die Zusatzverse Aeg. 2, dafür stehen nach den Ergänzungen Aeg. 1 vier neue Zusatzverse: Hic quoque cum Sangar solum dictante per annum … — … mors trans equor eam tunc labefecit humum. Diese Verse auch in der Hs. Düsseldorf, ULB, Ms. A 16, 90r (Karpp Bibelhandschriften, 159).
    • (84v85v) Rt. >Incipit liber Ruth<. >Explicit liber Ruth<.
    • (85v94r) I Rg. >Incipit prologus regum<. Nach Vers 88 sind die Verse 95/96 eingeschoben, nach Vers 90 die Verse 97/98. Die beiden ersten Bücher der Könige bilden im Codex eine Einheit.
    • (94r100v) II Rg. >Explicit liber primus regum<. Nach Vers 70 fehlen die Zusatzverse Aeg. 1.
    • (100v105r) III Rg. >Incipit secundus[sic]<. >Explicit tertius<. Nach den Versen 256 und 260 fehlen die Zusatzverse Aeg. 2, dagegen ist nach Vers 258 das zusätzliche Distichon Aeg. 1 vorhanden. Nach Vers 270 folgen die 36 Zusatzverse Aeg. 1.
    • (105r110v) IV Rg. >Incipit quartus liber regum<. Der Text beginnt mit den Versen 270–293 und 296–342 aus II Rg mit allen zugehörigen Zusatzversen. Nach Vers 142 fehlen die Zusatzverse Aeg. 2, ebenso fehlt Vers 183. Das Distichon Vers 191/192 ist modifiziert:
      Rege quidem Ioachim captivat rex babilonis
      Hebreos et eos ad mala multa trahit
      .
    • (110v118r) Tob. >Incipit liber Thobie<. >Explicit Thobias<. Nach Vers 511 fehlen die Zusatzverse Aeg. 2.
    • (118r129v) Dn. >Incipit liber Danielis prophete<. Die von Aeg. nach Vers 450 eingefügte "Historia Susannae" enthält nur die Verse Hic subit historie quoniam ditissimus olim … — … Vulgus et ingressis omnibus ista serunt (Beichner, siehe oben, 371f.). Nach Vers 502 sind zwei der Zusatzverse der "Historia Susannae" von Aeg. eingeschoben (
      Arte sua iuvit faciem quia pectus amantis
      Predari citius forma polita solet
      , Beichner, siehe oben, 372). Vers 535 fehlt, nach Vers 536 folgen drei weitere Distichen der "Historia Susannae" von Aeg. (Hec postquam dixere senes furit excita plebes … — … Aspirans dominus sicque profatur eis, Beichner, siehe oben, 372). Die Verse 581–632 fehlen, es folgt das Distichon 633/634, anschließend folgen drei weitere Distichen der "Historia Susannae" von Aeg. (Mendaces ex ore suo convicero postquam … — … Quem semel ut Daniel arripit infit ei, Beichner, siehe oben, 373).
    • (129v132v) Idt. >Incipit Iudith<. >Explicit Iudith<. Alle Zusatzverse Aeg. 1/2 fehlen.
    • (132v136r) Est. >Incipit Hester<. >Explicit Hester<. Nach Vers 264 fehlen die Zusatzverse Aeg. 2.
    • (136r143r) Mcc. >Incipit liber Machabeorum<. Nach den Versen 8, 12 und 16 fehlen jeweils die Zusatzverse Aeg. 1. Beim Handwechsel auf Bl. 138r Vers 108 wiederholt. Vers 162 fehlt, die Verse 331 und 332 sind vertauscht.
    • (143r151r) Recapitulationes. Vorangestellt ist der interpolierte Prolog Aeg. 1. Vor der Recapitulatio ist fälschlich der Beginn des Makkabäerbuchs (Verse 1–8) wiederholt und durch die marginale Bemerkung vacat wieder getilgt. Beim Handwechsel auf Bl. 146r der letzte Vers des Zusatzes von Aeg. 1 wiederholt. Direkt an den laufenden Text ist angehängt:
    • (151r) Oratio Petri de Riga.
    • (151r162v) Iob. >Incipit liber Iob<. >Explicit Iob et vetus testamentum<. Nach Vers 493 folgen die beiden Zusatzverse 530/531 (
      Per nomen ligni preciosi vita benigni
      Exprimitur iusti quam truncavere maligni
      ), die an der korrekten Stelle nochmals wiederholt sind.
    • (162v163r) Prologus super IV evangelistas. >Incipit novum testamentum<. >Explicit prologus<. Alle Ergänzungen von Aeg. 2 fehlen.
    • (163r214v) Evangelia IV. >Fuit in diebus Herodis sacerdos nomine Zacharias. Secundum Lucam<. >Explicit ewangelica historia<. Vers 47/48 ohne die Modifikation Aeg. 1, die Verse 867–876 sind auf dem Fußsteg von Bl. 176v177r nachgetragen. Anstelle Vers 945–952 ist Vers 1–30 des "Evangelium Aegidii" eingefügt (folgend: Ev. Aeg. mit Versnummer, Druck: Beichner, siehe oben, 535–604, im Text sind jeweils nur die Teile des Evangeliums der ersten Aegidiusredaktion zu finden). Es folgt Vers 953–1152, danach sechs unbekannte Zusatzverse: Votum condicio violencia spiritualis … — … Te de iure vertant iura coire thori. Anschließend folgen: Vers 1153–1427, Ev. Aeg. 279–282, Vers 1428/1429, Ev. Aeg. 283–287, Vers 1430–1680, Ev. Aeg. 302–332. Anschließend 38 neue Zusatzverse zur Hochzeit von Kana:
      Si premissorum fiat narratio Christi
      Inter signa prius est aqua facta merum
      … — …
      Nunc habeo regredi per singula passibus[sic]
      Ut deducantur ordine cuncta suo
      . Sie befinden sich mit abweichendem Explicit auch in der Hs. Würzburg, UB, M. p. th. q. 63, 23r–24r (Würzburg 4, 62). Danach: Ev. Aeg. 335–354, Vers 1683–1690, Ev. Aeg. 359–364, Vers 1691–1698, Ev. Aeg. 365–370, Vers 1917–1920, Ev. Aeg. 371–464, Vers 1699–1702 und 1707–1712, Ev. Aeg. 757–778, 783–784 und 801–814, Vers 1941–1944, Ev. Aeg. 815–826, dabei sind die ersten drei Verse zu einem neuen Distichon modifiziert:
      Miserat Herodes iam tunc in vincla Iohannem
      Discipulos domino dirigit ille suas
      . Anschließend Ev. Aeg. 827–844, Vers 1703–1706. Dann folgen zwei neue Zusatzverse:
      Attendens domini miracula que faciebat
      Venerat ex variis plebs numerosa locis
      , anschließend Ev. Aeg. 855–858, Vers 1717–1730 und 1859–1896, Ev. Aeg. 859–864, Vers 1731–1740, Ev. Aeg. 865–870 und 873–894, Vers 1713–1716, Ev. Aeg. 895–1010, Vers 1743–1750, Ev. Aeg. 1030–1106, Vers 1767–1776, Ev. Aeg. 1223, 1224, 1219–1222 (mit sinnentstellenden Fehlern). Dann folgen die Verse 2155–2164, 1965–1984, 1757–1760, 1751–1755, 1761–1766, 1777–1780, 2019–2040, 1781–1786, 1985–2016, Ev. Aeg. 1383–1404, Vers 2137–2142, 1957–1964, 1787–1794, 2053–2064, 2041–2052, 2017/2018, 1795–1804, 2165–2176, 2065–2074, 2093–2096, Ev. Aeg. 2421–2428, Vers 1847–1854, 2117–2120, 2083–2092, 2075–2082, 1945–1956, 1813–1828, 2097–2116, 1835–1840, 1829–1834, 1841–1846, 1855–1858, 2133–2136, 1921–1940. Dann folgen sechs unvollständig ausgeführte Zusatzverse:
      Pergit hic pereg … vigilare iubetur ab illa
      Ianitor et dominus nos vigilare iubet
      Cur sit opus vigilare docet regnumque polorum
      Virginibus si se predicat esse deum
      Sunt fame quinque quia nolunt vasa parare
      Prudentes quinque nam sua vasa parant
      , einleitend zu Vers 1897–1916. Anschließend wiederholt Vers 2111 und 2112, dann zwei Zusatzverse (
      Servus de binis qui bina talenta recepit
      Signa doctorem qui bona verba seret
      ), dann Vers 2107–2110, 2113–2116. Es folgt Ev. Aeg. 2665–2660 (hier aus Aeg. 2!), dann Vers 2191–2242, 2143–2154, 2243–2266, Ev. Aeg. 2661–2666, Vers 2268–2310, Ev. Aeg. 2667–2723, Vers 2316–2360, Ev. Aeg. 2725, 2726, 2739 und 2740, Vers 2363–2374, Ev. Aeg. 2741, 2742, Vers 2375–2384, Ev. Aeg. 2743–2746, Vers 2385–2448, Ev. Aeg. 2747–2752, 2449–2510, Ev. Aeg. 2753 und 2754 (anstelle von Vers 2511 und 2512), Vers 2513–2574, Vers 2575 fehlt, Vers 2576, Ev. Aeg. 2755–2758 (anstelle von Vers 2589 und 2590), Vers 2591–2602, Ev. Aeg. 2761 und 2762, Vers 2603–2606. Vers 2607 ist stark modifiziert: Illi clamabant Crucifige eum crucifige. Anschließend Vers 2608–2630, Ev. Aeg. 2763–2766, Vers 2631–2662, Ev. Aeg. 2767 und 2768, Vers 2663–2772, Ev. Aeg. 2771 und 2772, Vers 2773–2790, Ev. Aeg. 2773 und 2774, Vers 2791–2836, Ev. Aeg. 2775–2778 (anstelle von Vers 2837 und 2838), Vers 2839–2900, anschließend noch der Prolog Aeg. 1 zur Apostelgeschichte als Teil des Evangeliums (Druck: Beichner, siehe oben, 626).
    • (214v229r) Act. >Incipit prologus super Actus apostolorum<. >Explicit vetus et novum testamentum<. Die Verse 157 und 158 sind nach Vers 172 eingeschoben, Vers 226 fehlt, Vers 265 wiederholt. Nach Vers 788 fehlen die vier Zusatzverse Aeg. 1. Nach Vers 1033 folgender Abschlussvers: Hic finit liber consumit[sic] linea metrum.
    • (229r248r) Ct. >Incipit prologus super Cantica canticorum<. >Expliciunt Cantica canticorum<. Der Prolog enthält Vers 1–4 des Originalprologs, anschließend die Verse 5–6 des ergänzten Prologs Aeg. 1 (Druck: Beichner, siehe oben, 761). Danach sind die Verse 7 und 8 aus Aeg. 1 zu einem neuen Vers verschmolzen: Quod legis impletum sol[o] videatur in illo. Es folgen die Verse 9–12 Aeg. 1, darauf drei aus beiden Prologen modifizierte und neue Verse:
      Tantas res a lege per se transmittere metris
      Sicut et a greco sit grande Ieronimus esse
      Dicit eas in sermonem transferre latinam
      (auch in Düsseldorf, ULB, Ms. A 16, 113r, Karpp Bibelhandschriften, 160). Es folgen Vers 10 und 11 des Originalprologs, sodann die Verse 15–20 aus Aeg. 1. — Haupttext: Vers 254–257 ersetzt durch Zusatzverse Aeg. 1, die jedoch in der Folge fehlen, erst wieder Vers 284/285 ersetzt durch 4 Zusatzverse Aeg. 1. Vers 1145–1148 ersetzt und modifiziert durch 5 Zusatzverse Aeg. 1. Am Schluss nach Vers 1254 zusätzlicher Vers: Ergo laudetur post finem Christus ametur.
    • (248r254r) Lam. >Aleph<. Aleph doctrinam notat et doctrina vocatur
      Dum se cognoscat homo corde deusque colatur
      … — … Alphaque principium demonstrat ut inde notetur
      Quod Christus dominus recte alfa sit o.que vocetur
      . Insgesamt 430 endgereimte Hexameter. Der Prosaprolog fehlt. Der ungedruckte Text ist vielfach als Anhang zur eigentlichen Aurora überliefert, vgl.
      • G. Dinkova-Bruun, Liber Ecclesiastes. An Anonymous Poem Incorporated in Peter Riga’s Aurora (Ott. Lat. 399), in: Miscellanea Bibliothecae Apostolicae Vaticanae Bd. 8, Città del Vaticano 2001 (Studi e testi 402), 159–172, hier 161f.;
      • Walther I 751
      .
    • (254rv) Petrus Riga: Floridus aspectus (partim). Sol nubes et aqua celestis luminis yris
      Conficiunt partum virginis ista notant
      … — … Iudex celum stix discernet nutriet uret
      facta bonos reprobos iure quiete foco
      . Insgesamt 22 Verse, der letzte Vers ist wiederholt. In fortlaufender Reihe sind vorhanden: 'De partu virgineo' (D4) sowie 8 Stücke des Christuszyklus (D5–D12). Edition und Literatur: C. Wollin, Der ‹Floridus aspectus› D des Petrus Riga: Erstausgabe nach der Handschrift Douai 825, in: Mittellateinisches Jahrbuch 43/3 (2008), 355–391 (Teil I) und ebd. 44/3 (2009), 407–447 (Teil II), hier Teil II, 415–418. Vgl. auch zu den einzelnen Stücken auch Walther I 18382, 11621, 18437, 16901, 6433, 4034, 17318, 6135, 9893.
    • (254v) Versus de tempore. Anni sunt ad diluvium bis mille ducenti … — … Eusebius Prosper Ieronimus approbant istud.
      Textgeschichte: 5 Verse, als Zusatzverse zur Aurora auch in der aus dem Augustiner-Chorherrenstift Waldhausen stammenden Hs. Berkeley, CA, The Bancroft Library, UC Berkeley, MS UCB 1, 197v (Online-Beschreibung).
      Edition
      • Dinkova-Bruun. Liber Ecclesiastes (siehe oben), 161 Anm. 14 (Hs. genannt).
      Literatur
    Textgeschichte: Die vorliegende Textfassung entspricht in der Abfolge der Bücher und den Ergänzungen der Redaktion Aeg. 1 (ohne Prologe), enthält zusätzlich aber etwa die Hälfte der Ergänzungen von Aeg. 2, weitere Zusatzverse und den bislang nur hier nachgewiesenen zweiten Prosaprolog. Dies weist darauf hin, dass der Codex einer weiteren, bislang noch nicht dokumentierten Überarbeitungsstufe angehört, die vermutlich ebenfalls Aegidius Parisiensis zuzuschreiben und möglicherweise vor dessen Endfassung anzusiedeln ist. Die den Text gliedernden Rubriken sind nicht durchgängig ausgeführt, der Text selbst weist zahlreiche sinnentstellende oder das Versmaß störende Fehler auf (z. B. 208r: Romanum numerus hic notat omne genus statt Humanum numerus … ). Mit abweichendem Textbestand auch in Cod. Guelf. 1046 Helmst., 1r–300v; 4.8 Aug. 4°, 1r–126v; 23.4 Aug. 4°, 1r–257r; 55 Gud. lat., 1r–122r.
    Edition
    • P. Leyser, Historia Poetarum Et Poematum Medii Aevi Decem…, Halle 1721, 692–736 Nr. LXXXII (Auszüge, diese teilweise auch in PL 212, 13–42, mit dieser Hs., meist als codex posterior bezeichnet);
    • Beichner. (siehe oben), 7f. Nr. 3, 21–360, 371f., 360–417, 625 (unten), 605–625 (oben), 13f. Nr. 9, 669–702, 421–535 (Ev. Aeg. 535–604 teilweise, siehe oben), 626–668 und 703–761.
    Literatur
    • H. Oppermann, Petrus Riga und Petrus Comestor, in: Zeitschrift für romanische Philologie 46 (1926), 55–73 (pass. Hs. genannt, Sigle A);
    • Walther I 14619, 14694, 14707.
    • Stegmüller RB 6823–6825 (Hs. genannt).
    — Direkt im Anschluss sind ohne Übergang hinzugefügt:
  2. I*r Versus memoriales de libris Bibliae.
    • Vetus Testamentum. Est genes exo levi nume deu iosue iudicum ruth … — … Dant finem veteri testamento Machabei. 11 Verse, dazu Walther I 5673 (Hs. genannt).
    • Novum Testamentum. Finito veteri fulgent nova docmata Christi … — … Hoc testamentum finitur in apocalipsi. 8 Verse, dazu Walther I 6553 (Hs. genannt).
    Textgeschichte: Die Verse mit Abweichungen und Angabe der Kapitelzahl des betreffenden Bibelbuchs auch in der Hs. Naumburg, Domstiftsbibliothek, Nr. 24, 148v–149r.
    Siehe auch B. Bischoff, Anecdota Carolina, in: Studien zur lateinischen Dichtung des Mittelalters. Ehrengabe für Karl Strecker zum 4. September 1931, hrsg. von W. Stach und H. Walther, Dresden 1931 (Schriftenreihe der Historischen Vierteljahrsschrift 1), 1–11 (8 Hs. genannt).
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

AH Analecta hymnica medii aevi, hrsg. von G. M. Dreves und C. Blume, Bd. 1–55, Leipzig 1886–1922, Registerbd. 1–2, hrsg. von M. Lütolf, Bern u. a. 1978
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
Corbin S. Corbin, Die Neumen, in: Palaeographie der Musik, Bd. 1,3, hrsg. von W. Arlt, Köln 1979
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Hildesheim 2 Handschriften der Dombibliothek zu Hildesheim, Bd. 2: Hs 700–1050, St. God. Nr. 1–51, Ps 1–6, J 23–95, beschrieben von R. Giermann und H. Härtel unter Mitarbeit von M. Arnold, Wiesbaden 1993 (Mittelalterliche Handschriften in Niedersachsen 9)
Karpp Bibelhandschriften G. Karpp, Mittelalterliche Bibelhandschriften am Niederrhein, Frankfurt/M. 2014
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980
Walther I H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959 (Carmina medii aevi posterioris Latina 1)
Würzburg 4 Die Handschriften der Universitätsbibliothek Würzburg, Bd. 4: Die Handschriften der kleinen Provenienzen und Fragmente, bearbeitet von H. Thurn, Wiesbaden 1990

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