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Beschreibung von Cod. Guelf. 61 Weiss. (Heinemann-Nr. 4145)
Butzmann, Hans: Die Weissenburger Handschriften. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1964. - (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 10), S. 200202.
Handschriftentitel: Evangeliar
Entstehungsort: Lothringen(?)
Entstehungszeit: IX. Jh., 1. H.
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 4145
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 90237661,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 209 Bl.
Format: 27 × 16 cm
Seitennummerierung: Ältere Zählung zählt 81 doppelt.
Lagenstruktur: Quaternionen. Erste und letzte Lage auf 6 bzw. 5 Bl. reduziert, ohne Textverlust. Lagenbezeichnungen rot I–XXVII.
Seiteneinrichtung: Schriftraum 22 × 12. 25 Zeilen.
Hände: Sehr ausgewogene, schöne karolingische Minuskel. Anfang des Matthaeus: 2 Seiten in Unzialis. Die Hand kommt in Weissenburg 19, 20, 28 und 37 wieder vor. Titel: große Capitalis, abwechselnd Rot und Schwarz, die schwarzen Zeilen gelblich überstrichen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Überschriften: rote Unzialis.

  • Die insularen Initialen irischer Tradition sind mit fester, sehr formsicherer Hand gezogen, kräftig braun umrissen und mit klaren Farben (Rotbraun, Violett, Dunkelgrün, lichtes Gelb) gefüllt. Sie sind meisterlich in den Text eingefügt, und auf den Schmuckseiten am Beginn der Evangelien sind sie von abwechselnd braunen und roten Zeilen in hoher, eleganter Kapitalis umgeben; die braunen Zeilen sind gelblich überstrichen. Die breiten Schäfte und Rundungen sind mit Band- und Fadengeflecht, aber auch mit Kurven- und Blumenornamentik gefüllt. Viele kleine, sehr klar gezeichnete Anfangsbuchstaben, halb aus dem Textspiegel ragend, an der Spitze der häufigen Absätze des Textes; ihre Innenräume sind wechselnd in den Farben der Initialen ausgemalt. Dieselben Anfangsbuchstaben auch in Weissenburg 20 und 37 (siehe diese).

  • Einzelheiten: 2r B (Höhe 7 cm): Vogel aus breitschenkligen Beinen und einem langen, rechtsdrehend die Beine umfahrenden Hals; der mit zackigem Kamm gezierte Kopf wendet sich in gespannter Drehung nach links, so daß der Schnabel den Hals wieder berührt. In den Zwischenräumen symmetrisches Bandgeflecht.

  • 4r P (Höhe 11 cm): Schaft aus drei breit umrahmten Rechtecken; am Kopfe lockert er sich zu Fadengeflecht und entläßt den Bogen, der in seiner Schwellung ineinandergefügte, aus einer Zickzacklinie gewonnene, ornamentierte Dreiecke zeigt und in einen Vogelkopf ausschwingt, der nach rechts sich drehend mit eckigem Schnabel in den Bogen beißt; der Schaft verjüngt sich und läuft in ein Fadengeflecht mit vier Sporen aus.

  • 6v in der Mitte des Blattes ein mit Dreieckwerk gefüllter Kranz, 14 cm Durchmesser, der den in schwarzer und roter Unzialis geschriebenen Titel umfaßt.

  • 10r M (Höhe 3 cm): Unzialform, stark aufschwellende Rundungen. Dekor kurvig und lappig.

  • 11v L (Höhe 10,5 cm): Schaft aus zwei Rechtecken, denen im rechten Winkel ein schmaleres Rechteck angestückt ist; oberer Auslauf zwei Vogelköpfe mit breitem, kurzem Schnabel.

  • 12v X (Höhe 4 cm): „liegend", nach insularer Art; die vier Enden sind zu gegenständigen Spiralen gerollt, darin kleine, krummschnäbelige Vogelköpfe; auf den Kreuzungspunkt sind dreieckförmige Fadenknoten gerichtet.

  • 61r M (Höhe 4,5 cm): Unzialform wie 10r, jedoch in Bandgeflecht- und Vogelkopfstil; die aus den beiden Bögen hervorgehenden Vogelköpfe pressen sich dicht an den Schaft und beißen mit langen Schnäbeln in den Ansatz der Bögen.

  • 65r I(Höhe 27 cm): Wie eine Leiste aus Rechtecken, Kopf- und Fußgeflecht mit Sporen.

  • 94v L (Höhe 20 cm): Ähnlich wie 11v, mit auseinandertretenden Vogelköpfen, jedoch einfacher.

  • 97r Q (Höhe 20 cm): wie spiegelbildliches P: nach insularem Vorbild unten nach links ausschwingend, oben an den Schaft angesetzt die Rundung, brezelförmig; zwei Vogelköpfe durchdringen sich im Fadengeflecht, ihre langen Schnäbel beißen in das anschwellende Oval.

  • 153v H (Höhe 7 cm): Unzialform, Schaft mit Blütenornamentik, Rundung lappig-kurvig ausgefüllt, auch lappig geteilt nach oben auslaufend.

  • 155v I (Höhe 26,5 cm): Ähnlich dem I63r, nur schlanker, am Kopf krummschnäbelige Vogelköpfe. Einige dieser Initialen wurden von dem Verfertiger des Buchschmuckes der Heidelberger Otfrid-HandschriftPal. lat. 52 nachgezeichnet.

Spätere Ergänzungen: 1r und ab 207r Nachträge bzw. Ergänzungen zum Capitulare Evangeliorum.
Entstehung der Handschrift: 1r Signaturbuchstabe.D.Das. Codex monasterii sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wißenburg.
Provenienz der Handschrift: Wiener Liste 2°43.
Inhalt:
  • 1r Nachträge.
  • 1v Evangeliar. Aus folgenden Texten zusammengesetzt:
    • Hieronymus: Praefatio in quatuor evangelia ad Damasum. PL 29, 525–30.
    • (4r) Hieronymus: Prologus Commentariorum in Evangelium Matthaei. PL 26, 15–20 Z. 11. vivis canendas.
    • (6v) Zierseite. mit Titel Haec sunt sancta evangelia numero quatuor secundum … cum praefationibus brevibus et canonibus suis. Feliciter deo gratias. Amen.
    • (7r) Eusebius: Epistula in Canones Evangeliorum. PL 29, 529–31.
    • (8r) Auszug aus der Epistula ad Damasum.
    • (8v) Evangelium Matthaei. Voraus Capitula und Argumentum.
    • (61r) Evangelium Marci. Voraus Argumentum und Capitula.
    • (94v) Evangelium Lucae. Voraus Argumentum und Capitula.
    • (153v) Beda: Commendatio in Johannem. PL 92, 633–36.
    • (154r) Beda: Breviarium evangelii Johannis.
    • (155v) Evangelium Johannis. Am linken Rande der Evangelientexte Kanonziffern.
    • (197r) Capitulare evangeliorum.
  • 207r Ergänzungen.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Lizenzangaben korrigiert (schassan, 2020-04-17)
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-07)

Abgekürzt zitierte Literatur

Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865

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