Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms "Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung"
Adamus magister
Papier — 128 Bl. — 22 × 15 cm — Göttingen (?) — 1440–1450
Wasserzeichen: Ochsenkopf mit Augen, darüber zweikonturige Stange, darüber Blume: DE6180-Nr_25_115 (1442/1443), DE6180-Nr_24_153 (1440/1445). Ochsenkopf mit Augen und Nasenlöchern, darüber einkonturige Stange, darüber Stern: DE9090-PO-75886 (1441), CH0780-PO-75768 (1446, vier weitere Typen nicht nachweisbar). Lagen: VI (12). IV+1 (21). 5 VI (81). V+1 (92). 3 VI (128). Lagenzählung in arabischen Zahlen auf dem Kopfsteg der ersten Rectoseite jeder Lage mit Ausnahme der ersten: 2us–11us. Die Lagenmitte ist durchweg mit Pergamentfalzen als Heftverstärkung versehen, vgl. dazu unten. Bleistiftfoliierung modern: 1–128. Im gesamten Codex, insbesondere im vorderen Teil und auf dem Umschlag, Schwemmränder einer alten Wasserschadens. Schriftraum: 17–18 × 10,5–11 cm, 1ra–b zweispaltig (Spalten schräg, ca. 4–6 cm breit), sonst einspaltig, je nach Hand 32–50 Zeilen. Jüngere gotische Kursive von mindestens vier einander mehrfach abwechselnden Händen. Keinerlei Buchschmuck, Raum für Rubriken (die jeweils anzitierten Verse des Textes) und Lombarden ausgespart.
Spätgotischer Koperteinband; die Lagen sind auf zwei Heftverstärkungen aus Pergament geheftet, woran wiederum der Umschlag mit von hinten nach vorn schließender Klappe mittels Langstichheftung aus drei beschriebenen Bl. (s. unten) befestigt ist.
Herkunft: Der Codex wurde um die Mitte des 15. Jh. im südlichen Niedersachsen geschrieben; ob er wie der gleichartig eingebundene Cod. Guelf. 608 Helmst. ebenfalls aus Göttingen stammt, ist zwar möglich, jedoch nicht sicher belegbar. — Beide Codices gelangten zu einem unbekannten Zeitpunkt in das Benediktinerkloster Clus. — Am 3.2.1624 wurde die Hs. von dort in die Universitätsbibliothek Helmstedt überführt. 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 26r) unter den Juridici [MSSti] in quarto gemäß dem Textbeginn als Liber introductorius in notitiam Juris Canonici beschrieben; im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 770 genannt.
Nr. 675. — , 220. — , 87.
1r–127r : Summula metrica ex Raimundi de Pennaforti 'Summa de casibus conscientiae' (partim, cum commento).
(1ra–3r) Prologus commenti. Ex quo summula Ragimundi metrica est noticia iuridicalis informativa ministrorum ecclesie tunc pro aliquali exhortacione et introductione assumantur verba prophetica scripta Malachie secundo capitulo videlicet: Labia sacerdotis custodiant scienciam [Mal 2,7] … — … et iam habeant et studeant et in quibus deficiunt iurisperitos accedant de amplioribus investigando etc.
(3r–127r) Commentum. Iste liber introductorius aliqualiter in noticiam iuris canonici et dividitur principali divisione in septem tractatus … — … dicente domino videte ne sumat de ligno vite quasi penitencia evidenter diffinitur sic … (Text bricht ab). Bei dem Kommentar handelt es sich nach Ausweis des eigentlichen Textbeginns, wie vielfach auch bei anderen Überlieferungsträgern, um eine z. T. erheblich modifizierte Fassung des gedruckten Kommentars. Die Bl. 14r, 21v, 76r, 89v–90r, 92v und 94v–96r wurden freigelassen und waren vermutlich für nicht mehr ausgeführte Ergänzungen des Kommentars bestimmt.
(5r–126v) Textus. [S]ummula de summa Raymundi prodiit ista | Non ex subtili sed vili scribimus ista | Eloquio placet hec sociis quia magna studendi … — … Qui sunt in banno presenti [lege fruantur]… (Text bricht ab). Der vorhandene Text ist stark gekürzt, mit Ausnahme des ersten Abschnitts werden nur die ersten Verse des kommentierten Abschnitts anzitiert. Da die entsprechenden Rubriken fehlen, geben nur die Fortsetzungshinweise im Kommentar genaueren Aufschluss. Ob hier der Text bewusst gekürzt wurde oder ein größerer Blattverlust vorliegt, kann nicht mehr entschieden werden. Mit wechselndem Text- und Kommentarbestand auch in Cod. Guelf. 231 Helmst., 1ra–62vb; 314 Helmst., 1r–59v; 390 Helmst., 253ra–340va; 651 Helmst., 130r–170v; 674 Helmst., 1r–169r; 693 Helmst., 1r–204v; 710 Helmst., 1r–77v; 711 Helmst., 166v–252v; 808 Helmst., 221r–255v; 69.21 Aug. 2°, 1ra–212rb; 81.1 Aug. 2°, 1r–33v; 15.7 Aug. 4°, 1r–161v; 18.29 Aug. 4°, 362v–385r. Auszüge in 78 Weiss., 34v. Drucke: 212–217; (213, Ir–CLVv, hier bis CXXIr, vergl.); R 168–R 172 und ZV 12930. Literatur: , 502f.; 2, 427f. Nr. 14; , 77 (Hs. fehlt); 18795; , 427 Nr. 105a (diese Hs.); , 12–53 Nr. 1, hier 14–34 Nr. 1.3 (31 Hs. genannt); 5852; , 41f.; 3 und Suppl.; 1, 47–50; 1, 20 Nr. 1. – 127v–128v leer.
Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der mittelalterlichen Helmstedter Handschriften Teil IV.