Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms "Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung"
Guilelmus Peraldus
Papier und Pergament — I, 274, I Bl. — 20,5 × 14,5 cm — Wöltingerode, Zisterzienserinnenkloster — 1461
Papier, das äußerste und innerste Doppelbl. jeder Lage Pergament. Wasserzeichen: Ochsenkopf mit Augen und Nasenlöchern, darüber einkonturige Stange, darüber Stern: DE2580-PO-76650 (1460), DE8280-Hs.965.864_69, DE8280-Hs.965.864_247 (beide 1466, weiterer Typ nicht nachweisbar). Ochsenkopf mit Augen und Nasenlöchern, darüber einkonturige Stange, darüber Stern, Stange über Kreis im Kopf: DE3315-GM18.C.I._153 (1458–1481), DE0960-4Inc2103_236 (bis 1466) Lagen: VI+1 (12)! 14 VI (180). V (190). 6 VI (262). VI+1 (274). Kustoden in römischen Zahlen auf dem Fußsteg der ersten Rectoseite jeder Lage (mit Ausnahme der beiden ersten und der letzten): III–XVIII; mit dem Einsetzen der zweiten Hand werden die Kustoden durch Reklamanten ersetzt. Außerdem Lagensignaturen in römischen Zahlen (I–VI), nur noch stellenweise erhalten, meist durch Beschnitt verloren. Bleistiftfoliierung modern: 1–274; vorderes und hinteres Vorsatzbl. ungez. In den ersten Lagen des Codex erhebliche Schäden durch Tintenfraß. Schriftraum: 15 × 9–10 cm, einspaltig, je nach Hand 21–35 Zeilen. Regelmäßige Bastarda von zwei Händen, Hand 1: 1r–201r (schlaufenlose Bastarda von der sog. "Schreibhand A", vgl. dazu bei Cod. Guelf. 620 Helmst.). Hand 2: 201v–274v (Bastarda mit Schlaufen). Rubriziert, rote Lombarden.
Spätgotischer Holzdeckelband, mit ungefärbtem Schweinsleder überzogen. Streicheisenlinien. Einzelstempel Christuskopf (Vera Ikon): s004096. Rosette, drei Blattkränze, fünfblättrig: s006871. Rosette, ein Blattkranz, fünfblättrig: s007686. Vogelpaar gegenständig, nur Köpfe zugewendet: s009230. Sämtlich der "Hauptwerkstatt Wöltingerode" ( w000260) zugeschrieben. Drei Doppelbünde. Zwei Riemenschließen mit Stiftlager in Vogelkopfform, die quadratischen Gegenbleche am HD sind am Rand regelmäßig gekerbt. Auf VD und HD jeweils 5 Hohlbuckel, die aus einer quadratischen, randlich mit einer runden Kerbe versehenen Messingplatte getrieben sind.
Herkunft: Der Codex wurden 1461 von zwei Schreiberinnen, darunter der sog. "Schreibhand A" (zu deren frühesten Arbeiten die Hs. gehört, vgl. bei Cod. Guelf. 620 Helmst.), im Zisterzienserinnenkloster Wöltingerode geschrieben, vgl. die entsprechenden Besitzvermerke Iv: Liber monastrii beate Marie virginis in Waltingerode dyocesis Hildensemensis und 1r (rubriziert): Liber sancte Marie virginis in Waltingherode. — Am 14.3.1572 mit den übrigen Buchbeständen des Konvents in die Wolfenbütteler Hofbibliothek transportiert, der sonst übliche Wöltingeroder Einkunftsvermerk fehlt. 1614 im Gesamtkatalog von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 288 [283]) unter Nr. W 14 der Papalia miscellanea unter folgender Beschreibung (Kopie des Titelvermerks) nachgewiesen: Liber eruditionis Religiosorum fratris Humberti ordinis prædicatorum qui etiam scripsit super regulam beati Augustini. 1448. Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 im Katalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 18r) als Humberti ordinis prædicatorum liber eruditionis religiosorum unter den Theologici MSSti in quarto nachgewiesen; Ir die zugehörige Helmstedter Signatur T. 4to 129. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 479 genannt.
Nr. 872. — , 211. — , 842. — , 35, 37, 45, 48, 70, 86, 109, 193 Nr. 21, 241.
Ir alte Helmstedter Signatur (s. oben), Iv von einer Hand des 15. Jh. Besitzvermerk (s. oben) und Inhaltsangabe: Liber de erudicione religiosorum venerabilis patris Humberti de ordine predicatorum qui eciam scripsit super regulam beati Augustini.
1r–274v : De eruditione religiosorum libri VI. ›Incipit prologus in librum erudicionis religiosorum‹. Erudire Iherusalem ne forte recedat … [Ier 6.8]. Iherusalem secundum nominis interpretacionem que est pacifica vel visio pacis spiritualiter significat religionem que intendit paci pectoris … — … incole quieti homines nullam habentes indigenciam. O quam gloriosa dicta sunt de te civitas dei. ›Explicit liber erudicionis religiosorum anno domini 1461o‹. Enthalten sind wie in der vergl. Ausgabe mit identischer Teil- und Kapitelgliederung: (1r–10v) Prologus mit Übersicht über die Gliederung der sechs Bücher, (10v–40r) Liber I, (40r–90v) Liber II, (90v–111r) Liber III, (111r–165r) Liber IV, (165r–226v) Liber V und (226v–274v) Liber VI. Druckausgaben: G3260-20/5–45; De eruditione religiosorum libri quinque … Humberti totius Ordinis Fratrum Praedicatorum quinti Generalis Magistri, …, Ingolstadii 1591 ( H 5888), IVv–346 (vergl., nur Liber I–V, Liber VI durch zwei andere Traktate ersetzt). Literatur: , 215–220; 1625 (Hs. genannt); 1939; 5, 142 Nr. 2. – I*r–v leer.
Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der mittelalterlichen Helmstedter Handschriften Teil IV.