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Beschreibung von Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 2° Cod. Ms. philos. 42m
Patrizia Carmassi: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen lateinischen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Patrizia Carmassi.
Handschriftentitel: Astronomische Sammelhandschrift. Johannes de Gmunden
Entstehungsort: Süddeutschland
Entstehungszeit:
  • 15. Jh. Letztes Viertel
  • 16. Jh. Erstes Viertel
,
Beschreibstoff:
  • Papier
  • Die Handschrift besteht aus drei verschiedenen Teilen: I. 1r-20v. II. 21r-56v. III. 57r-71v.
  • Wasserzeichen: 1. Symbole/Herrschaftszeichen - Krone - Bügel zweikonturig - frei, ohne Beizeichen - Bügel mit Perle und Kreuz (zweikonturig)/Reichsapfel - Bogen mit Perlen außen - Reif mit Perlen und Zacken/Strichen - lateinisches Kreuz - Kreuzbalkenende gerade: WZIS DE3270-philos42m_4. 2. Symbole/Herrschaftszeichen - Krone - Bügel zweikonturig - frei, ohne Beizeichen - Bügel mit Perle und Kreuz (zweikonturig)/Reichsapfel - Bogen mit Perlen außen - Reif mit Perlen und Zacken/Strichen - lateinisches Kreuz - Kreuzbalkenende gerade: WZIS DE3270-philos42m_11. 3. Symbole/Herrschaftszeichen - Krone - Bügel zweikonturig - frei, ohne Beizeichen - Bügel mit Perle und Kreuz (zweikonturig)/Reichsapfel - Bogen mit Perlen außen - Reif mit Perlen und Zacken/Strichen - lateinisches Kreuz - Kreuzbalkenende gerade: WZIS DE3270-philos42m_58. 4. Symbole/Herrschaftszeichen - Krone - Bügel zweikonturig - frei, ohne Beizeichen - Bügel mit Perle und Kreuz (zweikonturig)/Reichsapfel - Bogen mit Perlen außen - Reif mit Perlen und Zacken/Strichen - lateinisches Kreuz - Kreuzbalkenende gerade: WZIS DE3270-philos42m_66. 5. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit einkonturiger Stange - Kreuz (zweikonturig) - ohne weiteres Beizeichen - Antoniuskreuz/Buchstabe Tau - mit Augen und Nasenlöchern - mit Kreis auf der Stirn: WZIS DE3270-philos42m_49. 6. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit einkonturiger Stange - Kreuz (zweikonturig) - ohne weiteres Beizeichen - Antoniuskreuz/Buchstabe Tau - mit Augen und Nasenlöchern - mit Kreis auf der Stirn: WZIS DE3270-philos42m_47. 7. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit einkonturiger Stange - Kreuz (zweikonturig) - ohne weiteres Beizeichen - Antoniuskreuz/Buchstabe Tau - mit Augen und Nasenlöchern - mit Kreis auf der Stirn: WZIS DE3270-philos42m_41.(1492). 8. Fauna - Ochsenkopf - frei, mit Oberzeichen - mit einkonturiger Stange - Kreuz (zweikonturig) - ohne weiteres Beizeichen - Antoniuskreuz/Buchstabe Tau - mit Augen und Nasenlöchern - mit Kreis auf der Stirn: WZIS DE3270-philos42m_38.
Umfang: I, 71, I Bl.
Format: 31,5 × 21 cm
Seitennummerierung: Moderne Foliierung mit arabischen Zahlen (Bleistift). Gelegentlich wiederholt an der unteren Seitenecke. Vorsatzblätter nicht foliiert.
Lagenstruktur: 1 (I). VI (12). III+2 (20). 2 IV (36). IV + 2 (46). II + 2 (52). II (56). IV + 1 (65). III (71). 1 Bl. (II). Im 2. Teil Lagenzählung (a1... /b1...) sichtbar.
Zustand: Gelegentlich Flecken und Wasserränder. Insektenfraß, besonders im Teil I. Blattkanten stellenweise verbräunt und brüchig, z. T. mit alten Reparaturen. Spuren von Tintenfraß. Buchschnitt leicht wellig und verschmutzt.
Seiteneinrichtung: 31 × 21,5 cm
Einband: . Moderner Pappeinband des 19./20. Jh. Pappdeckel mit hellbraunem Kiebitzpapier überzogen. Auf VS moderne Signatur (Bleistift) und zwei aufgeklebte Papierzettel; einer mit Angabe zur Mikrofilmierung, der andere mit Auszug aus Meyers Katalog zu dieser Handschrift. Auf HS Prüfvermerke (bis 2001). Moderne Vorsatzblätter aus Papier. Auf dem Rücken ein aufgeklebtes Etikett mit handgeschriebener Inhaltsangabe: Johannes de Gamundia Calendarium. Darüber blauer Papierzettel mit aktueller Signatur. Buchschnitt gelb gefärbt, sehr verschmutzt. Fußschnitt mit Inhaltsvermerk in Textualis (braune Tinte) ... (?) horalogia. Inhaltsangabe eingetragen, nachdem alle Teile zusammengebunden worden waren.
Zustand: Überzug weist Abrieb, Flecken und Kratzer auf. Rücken stark berieben, mit Kratzern und Fehlstellen.
Entstehung der Handschrift: Die Merkmale des Kalendariums im ersten Teil der Handschrift weisen auf die Entstehung dieser kodikologischen Einheit in einer Kartause in der Diözese Passau hin (s. u.). In Frage kommen drei Klöster: Aggsbach, Mauerbach und Gaming, alle 1782 aufgelöst. Für die Kartause Gaming siehe Schöner (s. u.), S. 99-100, Anm. 15, der den dortigen Aufenthalt des Magister und Naturwissenschaftlers Reinhardus Gensfelder im Jahr 1434 erwähnt. Dazu kommt, dass dieses Kloster in der zweiten Hälfte des 15. Jh. viele Mönche aufnahm, die vorher an der Universität in Wien studiert hatten, wo Johannes von Gmunden gelehrt hatte, vgl. J. Hogg, The cross stands while the world revolves. Life in the charterhouse of Gaming, Salzburg 2004 (Analecta Cartusiana 218), S. 20; zur Bibliothek und Zerstreuung der Bestände B. Hoffmann, Die Aufhebung der Kartause Gaming, Salzburg 1981 (Analecta Cartusiana 58), bes. S. 45-48; P. Fiska, Die barocke Bibliothek der Kartause Gaming als zentrales Repräsentationsprojekt zwischen Kloster und Welt, in Sammeln, kopieren, verbreiten. Zur Buchkultur der Kartäuser gestern und heute, hg. von S. Excoffon und C. Zermatten, Saint-Étienne 2018 (Analecta Cartusiana 337), S. 33-58; virtuelle Rekonstruktion unter https://bibliotheca-gemnicensis.univie.ac.at/. Allerdings fehlt im Kalendarium das Fest der Dedikation der Klosterkirche (13.10.), s. Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2027, fol. 10r. Ob das Jahr 1493, mit dem die Tafel auf fol. 19v beginnt, einen Hinweis auf die Entstehungszeit dieses Teils darstellt, ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Im zweiten Teil der Handschrift gibt es auf dem Kopfsteg von fol. 21r einen mittelalterlichen, z. T. beschnittenen Besitzvermerk, der ebenfalls auf eine Kartause hindeutet. Dieser ist wie folgt zu rekonstruieren: Liber iste cartusie Hassie pertinet. Es handelt sich um die Bezeichnung für die Kartause St. Johannis Baptistae in Eppenberg bei Felsberg in Nordhessen (1438-1527). Teile der Eppenberger Klosterbibliothek gelangten nach der Auflösung in das Benediktinerkloster St. Blasius in Northeim, nach Reinhausen bei Göttingen (Benediktiner), oder in die Kartause Buxheim bei Memmingen. Zur Geschichte des Klosters vgl. G. Heimerich, Stift und Kartause zu Eppenberg, Fulda 1979 (Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda 23); Monasticon Cartusiense Bd. II, hg. von von G. Schlegel und J. Hogg, Salzburg 2004 (Analecta Cartusiana 185,2), S. 406-411. Zur Bibliothek s. auch Krämer, S. 210 (nicht ohne Ungenauigkeiten). Besitzvermerk und Lagenzählung im II. Handschriftenteil, der mit a1 beginnt, lassen vermuten, dass dieser Teil ursprünglich separat oder am Anfang einer anderen Handschrift überliefert war. Ob diese kodikologische Einheit in der Kartause Eppenberg geschrieben wurde, lässt sich nicht feststellen. Gute Beziehungen bestanden zur Kartause Erfurt. Einige Codices, in Erfurt oder Darmstadt geschrieben, wurden von in Eppenberg eintretenden Mönchen dem Kloster geschenkt: Vgl. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 136 Helmst., 164 Helmst., 230 Helmst., 347 Helmst., 435 Helmst., 445 Helmst. (diese zusammen mit Berlin, SBBPK, Ms. theol. lat. qu. 348, s. Berlin 1,2, S. 176–181, zu betrachten), vgl. Kat. Helmstedt 1, S. 129-130, 199-200, 285-286, Helmstedt 2, Helmstedt 3 (im Druck). Ein Schreiber namens Heinrich Höcher ist in Eppenberg 1474 belegt, vgl. Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 3006, fol. 73r, dazu F. Unterkircher, Die datierten Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek von 1451 bis 1500. 1. Teil: Text (Katalog der datierten Handschriften in lateinischer Schrift in Österreich 3), Wien 1974, S. 56 (Hand stimmt nicht überein). Auch einige Inkunabeln gelangten über Northeim in die Herzog August Bibliothek, vgl. Herzog August Bibliothek, E 97.2° Helmst. (Nürnberg 1491), mit ähnlichem Besitzvermerk: Iste liber pertinet patribus Carthusiensibus in Hassia datus eis; P 354.2° Helmst. ca. 1470. Beachtenswert ist der Band T 17.4° Helmst., bei dem zwei Drucke aus den Jahren 1499 (GW 8434) und 1496 (GW 7799) mit einem Halbleder-Einband zusammengebunden wurden. Dieser Band ging laut einer Notiz als Geschenk des Protestant gewordenen und Ex-Kartäusers Johannes Lening an Johannes Sutel in Melsungen. Dementsprechend muss als Zeitspanne für die Herstellung des Einbands die Zeit zwischen 1499 und der Auflösung des Klosters 1527 gelten. Auf der ersten Seite des zweiten im Band vorhandenen Druckes (Laurentius Corvinus, Cosmographia), hat dieselbe Hand den Besitzvermerk Liber iste pertinet domui Hassie geschrieben, die diesen auch in der Göttinger Handschrift schrieb. Daraus kann man schließen, dass dieser Mönch oder Bibliothekar etwa in den letzten Jahren des 15. Jh. und zu Beginn des 16. Jh. wirkte. Beachtenswert ist auch die Tatsache, dass T 17.4° Helmst. ebenfalls mit einem gelb gefärbten Schnitt und einer Inhaltsangabe in Textualis auf dem Fußschnitt versehen wurde. Es ist daher denkbar, dass auch die Göttinger Handschrift nach dem Zusammenfügen der drei Teile einen ähnlichen Einband zu Beginn des 16. Jh. erhalten hatte. Der II. Teil der Handschrift kann durch die Wasserzeichen um 1492 datiert werden. Eine Herkunft dieses Teils aus Erfurt ist denkbar. Der III. Teil entstand später im oder nach dem Jahr 1508, weil dieses als gegenwärtiges Jahr genannt wird. Zur Überlieferung der in diesem Teil enthaltenen Werke in Nürnberg s. u. Pars III. Eine Herkunft dieses Teils aus Süddeutschland ist auch auf Grund der deutschen Schreibsprache anzunehmen. Welche Wege die Handschrift unmittelbar nach der Auflösung des Klosters nahm, bleibt unbekannt.
Provenienz der Handschrift: Provenienz: Besitzer der Handschrift war im 19. Jh. Marcus Schüssler (1842-1923), Stadtsekretär, Schriftsteller, Publizist und Kunstförderer in Nürnberg. Sein Interesse für die Geschichte der Stadt Nürnberg zeigte er auch durch das Verfassen eines Stadtführers: M. Schüssler, Illustrirter Führer durch Nürnberg. Mit neuestem Stadtplan und 46 Illustrationen, Nürnberg 1891. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Schüssler die Handschrift in Nürnberg erwerben konnte. Sein Nachlass wird im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, und in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn aufbewahrt.
Erwerb der Handschrift: Erwerb: Nach Meyer (Göttingen 3, S. 534), wurde die Handschrift von der Universität im Jahr 1892 erworben. Siehe auch Wagner, Ueber das von S. Günther (s. u.), S. 256, nach dem die Handschrift zum Zeitpunkt des Artikels (1891) noch im Besitz von Schüssler war. Auf dem Kopfsteg von fol. 1r ein schwarzer ovaler Stempel, etwas verwischt EX BIBLIOTHECA REGIA ACADEM. GEORGIAE AUG., in Benutzung ab 1905. Dort auch bibliothekarische Erwerbungsnotiz (Bleistift): 1891.4597. Auf dem Fußsteg getilge Signatur (Bleistift): Philos. 42m.
Hauptsprache: Latein und Deutsch
Inhalt:
Ir-v leer.
Bibliographie
Handschriftenteil: Pars I
Entstehungsort: Süddeutschland
Entstehungszeit: 15. Jh. Letztes Viertel
Beschreibstoff: Papier
Umfang: I, 20 Bl.
Format: 31 × 21,5 cm
Seiteneinrichtung: Einspaltig. Auf den Seiten ohne Diagramme ca. 36-40 Zeilen. 21-25 × 15-16,5 cm
Hände: . Bastarda von einer Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert. Tinte Rot und Braun für Tafeln und Kalendarium. Auf der Recto-Seiten des Kalendars (2r-13r) 1,5 bis 2 cm hohe KL Buchstaben zu Beginn jedes Monats in den Farben alternierend Rot und Blau, mit einfacher Besatzornamentik auf der rechten Seite (Voluten, kleine Punkte), gelegentlich bis in den Kopfsteg. Zwei Zeilen hohe einfache rote Lombarden, nur auf fol. 1r ausgeführt.
Inhalt:
1r-18v Johannes de Gmunden: Kalendarium. (1439-1514). Vgl. fol. 15v. Si vis scire aureum numerum alicuius anni … — … Et hec de canonibus ac expositionibus huius kalendarii sufficiant.
  • (1r) Links zweimal eine Spalten mit Jahresabfolge (Inschrift: Anno domini) von 1439 bis jeweils 1800 und 1803. In der Mitte zwei Berechnungsscheiben, dazu die entsprechenden Texte zur Ermittlung der goldenen Zahl und der Sonntagsbuchstaben:
    • Si vis scire aureum numerum alicuius anni … — … in prima tabula descriptis. Thorndike/Kibre, Sp. 1473.
    • Si litteram dominicalem et numerum cicli solarem … — … in parva tabula descriptis.
  • (1v-13r) Auf der Rectoseite Kalendarium mit den Tagen jedes Monats, links drei Spalten: Fortlaufende Zahl (Numerus dierum), Lunarbuchstaben Littere feriales und Bezeichnungen nach dem römischen Kalendar (Denominationes dierum). Rechts auf 8 Spalten astronomische Angaben für jeden Tag: Gradus solis, litterae signorum, Stunden und Minuten von Sonnenaufgang und -untergang. Auf fol. 9r Korrektur von der Haupthand durch einen neu beschriebenen, aufgeklebten Papierzettel. Auf der Versoseite Tafel der Konjunktionen und Oppositionen für die Jahre 1439, 1458, 1477, 1496. Die im Kalendarium ausgeführten Heiligen, wie z. B. der Kartäuser Hugo von Lincoln, weisen auf eine Kartause hin. Siehe Übereinstimmungen mit den hervorgehobenen Festen in Grotefend, unter Kalender, Carthäuser. In der Handschrift sind diese Feste rubriziert (neben Apostel-, Herren- und Marienhauptfesten): Antonii abbatis (17.01.), Vincentii mart. (22.01.), Gregorii pape (12.03.), Benedicti abbatis (21.03.), Hugonis episcopi et confessoris (01.04.); Ambrosii episcopi (04.04.), Visitatio Marie (02.07.), Marie Magdalene (22.07.), Laurentii mart. (10.08.), Bernhardi conf. (20.08.), Decollatio sancti Johannis baptiste (29.08.), Exaltatio crucis (14.09.), Michaelis archangeli (29.09.), Undecim milium virginum (21.10.), Reliquarum für das Fest der Quattuor coronati (08.11.), Martini episcopi (11.11.), Hugonis episcopi et confessoris (17.11.), Katherine virginis (25.11.), Nicolai episcopi et confessoris (06.12.). Dazu kommen die Festgrade Cand[elarum] und Cap[ituli], die ebenfalls nach Grotefend bei den Kartäuser galten. Weitere Heilige weisen auf eine Entstehung des Kalendars in der Diözese Passau (vgl. Grotefend, Kalender, Passau), wie Schöner (s. u.), S. 99, Anm. 15, hervorgehoben hat: Severini confessoris (05.01.), Valentini episcopi (07.01), Iuliani et sociorum eius (09.01.), Walpurge virg. (25.02.: Diöz. Salzburg), Ruperti episcopi (hier 28.03., eigentlich 27.03. in Passau), Gothardi episcopi (05.05.), Achacii et soc. eius (22.06.), Translatio sancti Nicholai (09.07.), Translatio sancti Valentini (korrigiert aus Udalrici) (04.08.); Septem dormientium (13.09.), Maximiliani episcopi (12.10.), Marthe hospite Christi (17.10.), Amandi episcopi (26.10), Virgilii episcopi (27.11.).
  • (13v)
    • Si vis scire intervallum idest numerum eptomodarum que sint a festo nativitatis … — … sub prima. Mit Tabelle.
    • Si vis scire festa mobilia scilicet septuagesime quadragesime pasce … — … septem diebus quam deberet.
  • (14r) Tabelle. Angaben der Schaltjahre, Ciclus solare, litterae bisextiles, litterae dominicales.
  • (14v) Intervalltafel. Auf dem Fußsteg von fol. 14v: Intervallum ostendit usque ad Invocavit [= 1. Fastensonntag].
  • (15r) Anleitung zu den vorangehenden Tafeln. [S]i per precedentes duas tabulas in aliquo anno scire volueris 5 festa mobilia similiter ebdomadas … — … per scripcionem linearum.
  • (15v-16v) Anleitung zu den Tafeln auf der Versoseite des Kalendariums. [A]d sciendum per kalendarium precedens tempus coniunccionum et opposicionum solis et lune … — … substrahe horas substrahendas. Mit einer Tabula continuacionis auf fol. 16r.
  • (16v) [S]i vis scire in quo signo zodiaci et quotto gradu ipsius sit sol quocumque die anni … — … et sic consequenter. Auch in Kremsmünster, Stiftsbibliothek, CC 78, fol. 7v. Siehe http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/sigrefsKremsmünster|||Stiftsbibliothek|||CC 78.
  • (16v-17r) [S]i scire desideras quocumque die anni in quo signo sit luna intra kalendarium … — … signum arietis.
  • (17v) Aderlasstafel. Nach dem Stand des Mondes in den Tierkreiszeichen. Überschriften auf Latein, für die Tage: bonum, malum, indifferens.
  • (18r) De proprietate signorum. [A]d habendum autem bonum seu malum tempus pro flebotomia … — … hoc signum pro flebotomia. Auch in Paris, Bibliothèque nationale de France, latin 7479, fol. 19v-20v, vgl. D. Juste, Les manuscrits astrologiques latins conservés à la Bibliothèque Nationale de France à Paris, Paris 2015 (Catalogus codicum astrologorum Latinorum 2. Documents, études et répertoires 84), S. 178.
    • Et nota quod ea que dicta sunt de flebotomia … — … Luna vero infra mensem.
    • (18v) [S]i vis scire quantitatem et numerum horarum … — … Et sic consequenter.
    • [S]i vis scire quotta hora et quotto minuto oriatur sol … — … de gradibus solis. >Et hec de canonibus ac expositionibus huius kalendarii sufficiant<.
    • (19r) Komputistische Tafel. Neun Spalten: Aureus numerus, Littere feriales, Septuagesima, Quadragesima, Pasca, Rogationum, Penthecoste, Intervallum ad Esto mihi [= Sonntag in Quinquagesima], Dies superflui.
    • (19v) Komputistische Tafel. Von 1493 bis 1560. 10 Spalten: Annus domini, Aureus numerus, Littere feriales, Bisextus, Intervallum ad Esto mihi, Dies superflui, Ciclus solaris, Clavis festorum mobilium, Indiciones, Epacta. (20r) leer.
    • (20v) Aderlasstafel. Nach dem Stand des Mondes in den Tierkreiszeichenn gute und schlechte Tage. Überschriften z. T. auf Deutsch: Guldin Zal, Gut, Bös, Mittel. Auf der Linken Seite die Namen der Tierkreiszeichen auf Latein.
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis 3676.
    • Zum Autor vgl. J. Mundy, John of Gmunden, in Isis 34 (1943), S. 196-205, hier S. 203.
    • Dictionary of scientific Literature, ed. C. C. Gillispie, New York 1973, 7, S. 117-122.
    • K. Vogel, Art. Johann von Gmunden, in Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 552-553.
    • M. Folkerts, Art. Johannes von Gmunden, in 2VL 4, Sp. 630-631; 11, Sp. 772.
    • Der Weg der Naturwissenschaft von Johannes von Gmunden zu Johannes Kepler, hg. von G. Hamann und H. Grössing, Wien 1988 (Sitzungsberichte. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse 497; Veröffentlichungen der Kommission für Geschichte der Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin 46).
    • in Tycho Brahe and Prague. Crossroads of European science, hg. von J. R. Christianson, A. Hadradová, P. Hadrava und M. Šolc, Frankfurt am Main 2002 (Acta historica astronomiae 16), S. 248-255.
    • K. Chlench, Johannes von Gmunden – Handschriftenverzeichnis, in Johannes von Gmunden (ca. 1384−1442). Astronom und Mathematiker, hg. von R. Simek und K. Chlench, Wien 2006 (Studia Medievalia Septentrionalia 12), S. 202, mit Erwähnung diese Handschrift.
Handschriftenteil: Pars II
Entstehungsort: Süddeutschland
Entstehungszeit: Um 1492
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 36 Bl.
Format: 31 × 21,5 cm
Seiteneinrichtung: Einspaltig bis auf Listen fol. 53r, 54r. Ca. 18-41 Zeilen. 16,5-24,5 × 15-15,5 cm
Hände: . Bastarda von einer Hand. Nachträge und Korrekturen von einer zweiten zeitgenössischen Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Rubriziert. Initialen der Textabschnitte oft nicht ausgeführt. Begleitende Diagramme, Konstruktionzeichnungen von Sonnenuhren, z. T. ganzseitig (fol. 23r, 24r, 42r-v, 43r-v) und Tabellen in den Farben Braun und Rot. Verweiszeichen zwischen Text und Diagrammen. Auf fol. 27v-29v auch Zeichnungen in brauner Tinte: Darstellungen der Messvorgänge mit Quadranten, Türmen, einem Mann mit Quadrant vor einem Turm (fol. 28r, 28v), Quadrant mit Brunnen (fol. 29v).
  • 21r,
  • 21v,
  • 22r,
  • 23r,
  • 23v,
  • 24r Zeichnung einer Wandsonnenuhr: Figura horologii murealis.
  • 27v Schattenkegel. Zeichnung eines Turmes, auf der einer Seite die strahlende Sonne, auf der anderen Seite zwei Linien, die den Schattenkegel eingrenzen (conus umbre, umbra).
  • 28r 1. Ein Mann hält mit erhobenen Händen einen Quadrant in Richtung eines Turmes. 2. Zwei Quadranten gegenüber einem Turm. Dazwischen Berge und Wasser. 3. Zwei Quadranten (prima statio, statio 2a) gegenüber einem Turm. Dazwischen stilisierte Berge und Pflanzen.
  • 29r 1. Zweimal zwei Quadranten vor einem Turm auf Bergen für die Abmessung der Höhe von einem Turm vom Tal her. Weitere Zeichnung mit Quadranten zur Abmessung von Längen.
  • 29v Zeichnung eines Brunnens, auf dessen Gipfel ein Quadrant zur Abmessung seiner Tiefe steht.
  • 32v Zeichnung eines Quadranten.
  • 39r Konstellationen.
  • 41r Zeichnung einer Sonnenuhr: Et erit horologium cum duobus stilis.
  • 41v Zeichnung einer Sonnenuhr.
  • 42r Linienzeichnungen.
  • 42v Zeichnung einer Sonnenuhr: Horologium murealis.
  • 43r Zeichnung einer Sonnenuhr: Horologium orisontale sive in plano equaliter elevato.
  • 43v Zeichnung einer Sonnenuhr.
Inhalt:
  • 21r-24r De compositione horologiorum. (mit Zeichnungen). >Incipit ars componendi horalogia<. [P]ro intellectu materie de compositione horalogiorum … — … et precise concordat cum precedenti. Mit Zeichnungen. Diese Fassung gehört nach Schöner (s. u.), S. 95, zur zweiten Gruppe der Überlieferung, mit nur Kapitel 2-4 und 6-9 eines Lehrbuchs zur Herstellung von modernen Sonnenuhren.
    • (21v) >Ad inveniendum meridiem<. Super planum equaliter elevatum lineam
    • (22r) Hunc ad faciendum horalogia predicta oportet
    • Si igitur vis facere horalogium orisontale
    • (23v) Si volueris habere horam per istud horalogium
    • Si volueris facere horalogium murale
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis 3722, mit Fragezeichen Johannes von Gmunden zugeschrieben.
    • E. Zinner, Die ältesten Räderuhren und modernen Sonnenuhren. Forschungen über den Ursprung der modernen Wissenschaft, Bamberg 1939, S. 106, mit Erwähnung dieser Handschrift.
    • C. Schöner, Wissenschaft im "Donauraum". Vorläufige Bemerkungen zu einem Lehrbuch über den Bau von Sonnenuhren aus der Mitte des 15. Jh., in Universität und Bildung. Festschrift Laetitia Boehm zum 60. Geburtstag, hg. von W. J. Smolka und W. Müller, München 1991, S. 89-100.
  • 24v-29v Johannes de Gmunden: Tractatus de quadrante. Dritte Fassung. >Tractatus quadrantis de horis diei equalibus et altitudinibus solis et stellarum ac mensuris rerum inveniendis Duas habet partes Quarum<. Cum ergo vis componere talem quadrantem accipe tabulam planam … — … profunditas putei huius exemplum vide in figura. (26v) Tabula. >Tabula altitudinis solis ad Wiennam<.
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis, 3577.
    • Mundy, John of Gmunden (s. o.), S. 200, mit Erwähnung dieser Handschrift.
    • Thorndike/Kibre, Sp. 1582, mit Erwähnung dieser Handschrift.
    • F. Nagel, Wissenschaft und neues Weltbild im Spiegel des Basler Globuspokals von Jakob Stampfer. Mit einem Ausblick auf den Tractatus de quadrante des Johannes von Gmunden, in Johannes von Gmunden - zwischen Astronomie und Astrologie, hg. von R. Simek und M. Klein, Wien 2012 (Studia medievalia septentrionalia 22), S. 131-149, bes. S. 142-146.
    • Chlench, Johannes von Gmunden – Handschriftenverzeichnis (s. o.), S. 211.
  • 29v Johannes de Gmunden (?): Quadrans novus. Prologus. >Prologus Prophacii Judei in quadrantem<. [L]icet multa sint instrumenta practice astronomie … — … et consequenter de eius utilitatibus ut patebit in sequentibus.
    Literatur
  • 29v-35r Johannes de Gmunden (?): Quadrans novus. >Prophacii Iudei<. Compositurus igitur novum quadrantem accipe tabulam planam … — … pro inveniendo gradum solis etc. Redactio altera operis Prophatii Iudaei, wahrscheinlich Johnnes de Gmunden zuzuschreiben. Überliefert auch mit Varianten in München, Clm 14583, fol. 173r-179v. Siehe Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis, Tomus 4, Katalog der lateinischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Pars 2, Die Handschriften aus St. Emmeram in Regensburg, Band 5: Clm 14541-14690, neu beschrieben von F. Helmer und J. Knödler, Wiesbaden 2019, S. 178-179, mit weiterer Literatur. (32v) Neben einer Tabelle mit den Angaben Dies, Menses, Signa, Gradus, Minuta, die Inschrift am Rande: Anno domini 1425 currente facta est tabula ista a venerabili magistro Johanne de Gamunde ...
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis, 3570.
    • Thorndike/Kibre, Sp. 241.
    • Chlench, Johannes von Gmunden – Handschriftenverzeichnis (s. o.), S. 211. Hier die Handschrift als Beispiel für die zweite Version des Quadranten-Traktats (nach Zinner). Allerdings wird dort ein anderes Incipit angegeben.
    • G. Sarton, Introduction to the History of Science, Baltimore, MD 1927-1948 (Carnegie Institution of Washington Publication 376), 2, p. 850.
    • H. H. Lauer, Art. Prophatius Judaeus (Jacob ben Machir ibn Tibbon), Mathematiker, Astronom und Arzt (ca. 1236 - ca. 1304), in LMA, Sp. 251-252.
    • Cyril P. Hershon, Les Ibn Tibbon, dynastie de traducteurs, in Le plurilinguisme au Moyen Age. Orient-Occident. De Babel à la langue une, hg. von C. Kappler und S. Thiolier-Méjean, Paris 2009 (Méditerranée médiévale. Orient-Occident), S. 123-132.
  • 35v-36r Sternbewegungen. Item cauda draconis quolibet die naturali movetur … — … gradum signi etc. Zinner Verzeichnis, 3723.
    • (35v) Tabelle. >Eclipsis lune anno domini currente 1414 20 die Iulii<.
    • Silben des Cisiojanus. In tabellarischer Form. Marcius Adria … — … Stef Jo Pu Thome. Vgl. H. Grotefend, Handbuch der historischen Chronologie des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Hannover 1872, S. 40-42 (nicht identisch).
    • Komputistische Merkverse. Zwischen der dritten und vierten Zeile des Cisiojanus. Tred vise terterni vitri sex. Auch in Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 4° Ms. theol. 104, fol. 49v, vgl. Kassel 1,2, S. 149.
  • 36r-37r Verbesserung des Quadranten. Ex quo in tractaculo horalogiorum mentio facta est de elevatione … — … et erit completa compositio quadrantis. Zinner Verzeichnis, 3724.
  • 37r-44r De constructione horologiorum. Sciendum ut habetur ex spera materiali plures imaginantur circuli in celo … — … et stilo debite erecto contra polum articum etc.
    • (38v) leer.
    • (39r) Tabula stellarum. In roter Tinte. Graphische Darstellung der 12 Konstellationen durch Gruppen von *-Zeichen, getrennt in Signa septentrionalia und Signa meridionalia.
    • (39v) Si vis habere horas de nocte Vide in celo aliquam stellam … — … Sequitur tabula gradus zodiaci. Diese aber auf fol. 40r.
    Auch in Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 5258, fol. 2r-7v; Graz, Universitätsbibliothek, MS 966, fol. 371r-373v; Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, 2º Cod. 207, fol. 47r-52r.
    • Zinner Verzeichnis, 3725.
    • Zinner, Die ältesten Räderuhren (s. o.), S. 106.
    • Thorndike/Kibre, Sp. 1400.
  • 44r-46r De horologio. >Horologium in concavo<. Rubrik auf dem Seitensteg geschrieben. Si volueris horalogium facere in concavo vel in dimidia spera concavata accipe lignum solidum … — … a linea medii celi computando.
  • 46v leer.
  • 47r-50v Johannes de Gmunden: De compositione cylindri. [T]ractatus chilindri duas habet partes quarum prima est de compositione eius ... Sequitur primum capitulum. Est enim quartum[sic] horalogium quod vocatus chilindrus … — … altitudinem rei.
    • (48r) Tabelle. Angaben für gradus, minuta, puncta.
    • (49v) Tafel zur Schattenlänge für Wien. >Tabula pro imposicione umbre verse in chilindro ad Wiennam<.
    Edition
    • K. Ferrari d'Occhieppo und P. Uiblein, in Beiträge zur Kopernikusforschung, Linz 1973 (Katalog des Oberösterreichischen Landesmuseums 86), S. 56-76, mit Erwähnung dieser Handschrift, S. 50.
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis, 3548.
    • E. Zinner, Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11.-18. Jahrhunderts, München 1967², S. 50-51.
    • Thorndike/Kibre, Sp. 1580.
    • Chlench, Johannes von Gmunden – Handschriftenverzeichnis (s. o.), S. 222.
  • 50v-51r De horologio. [S]i super lineam medii celi vis facere horalogium … — … in plano erit etc. pro hora 6ta etc. Auch in Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 1354, fol. 43v-45v, vgl. Heidelberg 2, S. 28. In der Göttinger Handschrift nur der erste Teil (43v).
    Literatur
  • 51r Johannes de Gmunden: Tabula planetarum. >Radices ad Wiennam tempore Christi<. Coniunctiones und Oppositiones. Gleich danach die Anleitung: Si autem hec ad aliam civitatem volueris habere...
  • 51r Maßangaben. Stadium est octava pars miliaris ytalici … — … Hec Bartholomeus usque Ptolomeus in quadripartito.
  • 51v-52r Abstände am Himmel. Nota quod deus gloriosus est fabricatus septem orbes planetarum … — … qui cubiti faciunt miliares undecim. Zinner Verzeichnis 3729. Chlench, Johannes von Gmunden – Handschriftenverzeichnis (s. o.), S. 216. (52v) leer.
    • (53r-v) Tabula regionum. >Elevaciones seu altitudines poli artici in variis regionibus<. (53v) Si maximam solis declinationem vel elevationem … — … poli arctici sive poli celi.
    • (54r) Tabula civitatum.
      Druck
      • Wagner, Ueber das von S. Günther (s. o.), S. 272.
      Literatur
      • Ibid., S. 272-277.
      • Zinner Verzeichnis 3728.
      • Mundy, John of Gmunden (s. o.), S. 202, Anm. 76. Zu beiden Tafeln: "perhaps by Gmunden".
    • (54v) leer.
  • 55r-v De horologio. Ad formandum horalogium pro habendis horis noctis in omni tempore … — … sequitur figura huius. Abbildung nicht ausgeführt, dafür die nächste Seite leer gelassen.
    Literatur
    (56r) leer.
  • 56v De horologio. Per quadratum horologii horas diei in quavis … — … horam presentem. Sequitur figura. Abbildung nicht ausgeführt, die untere Hälfte der Seite leer.
    Literatur
Handschriftenteil: Pars III
Handschriftentitel:
Entstehungsort: Süddeutschland
Entstehungszeit: 16. Jh. Erstes Viertel (nach 1508)
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 15, 1 Bl.
Format: 31 × 21,5 cm
Seiteneinrichtung: Einspaltig. Ca. 11-40 Zeilen. 18,5-26,5 × 15-15,5 cm
Hände: . Bastarda von einer Hand. Nachträge von zwei Händen. Auch in Pars II tätig.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Rubriziert und gestrichelt. Mit sorgfältigen Graphiken, Konstruktionzeichnungen von Uhren und weiteren Instrumenten sowie Tabellen in den Farben Rot und Schwarz.
  • Halbkreis für die Bestimmung von Höhen (gradus elevationis poli und gradus equinotialis): 62r;
  • Konstruktionzeichnungen von Sonnenuhren: 63r (Horologium in plano);
  • 64r (Horologium versus Orientem et Occidentem);
  • 64v: Horologium versus polum articum / versus polum antarticum.
  • 65r: Horologium versus Septentrionem.
  • Zeichnung Pro inventione linee meridiane: 65v.
  • Zeichnung eines Horologium meridionale ad parietem: 66r.
  • Zeichnung eines Quadranten (Quadrans horologii horizontalis): 66v;
  • Zeichnung eines Quadranten: 68r;
  • Zeichnung eines Quadranten: 69r.
  • Zeichnung eines Horologium diei, mit Handgriff (manubrium): 70v Am Ende von fol. 70r eine Rubrik verte folium.
  • Zeichnung eines Instrumentum zur Feststellung der Nachtstunden, mit Handgriff: 71v.
Inhalt:
  • 57r-v De celebritate paschali. >Quorundam de celebritate Pascali dubitatio succedit enotanda ex sequentibus<. Annus incipit in equinotio cuius medium cadit in equo vel vicinius … — … in ultima ponuntur dies differentes a vero ritu ecclesie romane. Auf fol. 57r wird Kardinal Bessarion (1403-1472) erwähnt: Bessarioni cardinali dum legatum in Venetis ageret. Das Datum der Legation (1463-64) gilt als Terminus post quem für das Verfassen des Werkes. (57v) Ostertafel. >Dies paschalis<. Von 1477 bis 1531. Vier Spalten. Überschriften: Anni Cristi, Juxta usum ecclesie, Juxta decreta patrum, Differentia. (58r) leer.
  • 58v Maßangaben. Vorangehend die entsprechenden Einheitenzeichen. Scrupulus. Eyn scrupel dat ist eyn drittel von eym quintus … — … Pugillus oder P das is eyn hontvoll oben und unden abgestrichen etc.
  • 58v-61v De ratione temporum. >Sequuntur nonnulla alia ex computo antiquissimo collecta. Et primo De quattuor temporibus<. Ver exoritur VIII kalendas marcii et permanet usque in X kalendas iunii … — … et usque ad diem splendere.
    • (59r) Ver datur orienti … — … Hiems septentrioni eo quod frigoribus ... Vgl. Isidorus Hispalensis, Etymologiarum siue Originum libri XX, ed. W.M. Lindsay, Oxford 1911, 5,35.
    • (59r) >De anno solari<. Annus solaris. Ut maiorum prudentia computatum est 365 diebus
    • >Dies anni sic scies<. Januarius Augustus et December habent. Vgl. Ps.-Beda, De ratione anni, in PL 90, Sp. 799.
    • (59v) >Cursus lune<. Nota. Luna totum pervolat zodyacum
    • (60r) >De saltu lune<. Saltus lune nichil aliud est quam detractio unius diei
    • >De inventione prime ferie cuiusque mensis<. Si vis scire feriam primam diei. Vgl. Helpericus Altissiodorenis, Liber de computo, Kap. VIII, in PL 137, Sp. 28.
    • (60v) >De inventione anni bixestilis<. Pone anno domini quia primo post Bisextum. Vgl. Helpericus Altissiodorenis, Liber de computo, Kap. XXVII, in PL 137, Sp. 38.
    • >De inventione indictionum<. Sume annos domini in presenti
    • >Epacte quomodo inveniantur<. Annis domini nichil adde aut minue. Vgl. Helpericus Altissiodorenis, Liber de computo, Kap. XXV, in PL 137, Sp. 38.
    • >Ciclus solis quomodo inveniatur<. Ad annos domini adde 9. Vgl. Helpericus Altissiodorenis, Liber de computo, Kap. XXVI, in PL 137, Sp. 38.
    • >De annis ab initio mundi<. Multiplica 336 quindecies sic ... illo autem iam nostro anno videlicet in quo iam sumus 1508 fluxerunt anni hii ab origine mundi ...
    • >Septem sunt embolismi<. Primus 4 nonas Decembris. Vgl. Ps.-Beda, De ratione anni, in PL 90, Sp. 799. Am Rande die Zahlen 1 bis 7.
    • (61r) >Modus Iudeorum inveniendi coniunctiones et oppositiones temporibus perpetuis et optimus etc.< Numerus coniunctionum et oppositionum ... Hy numeri ab Hebreis inventi … — … erit primus numerus Iudeorum etc. Unmittelbar danach folgt auf fol. 61v die Anmerkung: Nota Luna crescens incipit a principio noctis ... usque ad diem splendere.
    Am Ende auf fol. 61v unter dem Text rechts F[inis]. Parallelüberlieferung in Gotha, Forschungsbibliothek, Chart. B 1423, Nürnberg, 16. Jh. Erstes Viertel, fol. 14r-17v. Vgl. Gotha 1, S. 403, mit Erwähnung dieser Handschrift.
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis, 12179.
  • 61v-67v De compositione horologiorum. De rectificatorio … — … Sole itaque radiante umbra angulari supra memorati horas indicabit. etc.
    • (61v-62r) >De rectificatorio<. Pro composicione horalogiorum requiritur primo rectificatorium quod tali modo perficitur
    • (62v-63r) >De horologio in plano<. Ad producendum horalogium in plano circumferatur circumferentia
    • (63r) >De horologio meridionale<. Horalogium quod versus meridiem figitur eodem modo fit
    • (63v) >De horalogio versus orientem et occidentem<. Horalogium versus orientem tali modo perficiatur. Producatur una linea
    • (64r-v) >De horalogio versus polum articum<. Horalogium versus polum Articum tali modo conficitur. Recipiatur
    • (64v) >De horalogio versus polum anatarticum<. Horalogium versus polum anatarticum fit eo modo sicut horalogium versus polum articum
    • (65r) >De horalogio versus septentrionem<. Horalogium versus septentrionem tali modo perficietur. Perducatur una linea. Bis zu diesem Abschnitt auch in Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 1384, fol. 42r-44r, Bayern, um 1490-1510, vgl. Heidelberg 2, S. 135.
    • (65v) >Pro inventione linee meridiane <. Queratur planicies ad eque distancias orisontis
    • >Aliter<. Si cupis reperire lineam meridionalem Pone ibi de mane
    • (66r) >Horalogium meridionalem ad parietem<. Quod lineam meridianam oblique respiciat. Inveniatur primo iuxta canonem
    • (66v) >Capitulum aliud de horalogio horisontali<. Horalogium horisontale in quavis habitacione hoc modo conficietur. Discensis pedibus
    • (67v) >Nunc autem de posicione horalogii est tractandum que haut comode sine linea meridiana comparatur etc. De linea meridiana<. Est autem vulgaris linee meridiane inventio … — … Sole itaque radiante umbra anguli supra memorati horas indicabit etc. Überliefert auch in Gotha, Forschungsbibliothek, Chart. B 1423, fol. 18r-25r, vgl. Gotha 1, S. 403-404, mit Erwähnung dieser Handschrift und München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 92, fol. 210r-217v. Vgl. auch Paris, Bibliothèque nationale de France, latin 7414, fol. 64r-72v.
    Literatur
  • 67v-71v De formatione quadrantis. >Sequitur tractatus de formatione quadrantis horalogii<. Facere volens quadrantem valentem Primo rotulam conficiat unam … — … instrumenti relictam Sequitur horum iam dictorum figura. Endet abrupt wegen Lücke.
    • (68r) >Capitulum secundum de productione linearum<. Dividatur primo linea h. f. in tres partes equales
    • (68v-69r) Vier Tabellen und eine Zeichnung. >Altitudo solis pro linea vel arcu cancrei<.
    • (69r) >Capitulum tercium de positione signorum zodiacorum<. Istis ut premissum est capitulo precedenti sic factis fiant tres linee. Verweis auf die letzte Tabelle mit der Rubrik: Supra tali signo +.
    • (70v) >Capitulum quartum<. Perfectis omnibus et punctualiter ad finem deductis
    • (71r) >Capitulum quintum de utilitatibus ipsius instrumenti<. Ut autem uti valeas hoc instrumento laboriose comportato
    • (71r-72v) >Sequitur nunc secunda pars illius tractatus in qua tractatus de horalogio noctis et de quantitate diei et noctis. Capitulum primum de compositione illius instrumenti per quod faciliter hora noctis tempore secundum medium ac integrum horalogium, ortus et occasus solis cum quantitate diei et noctis haberi poterint<. Perfecto itaque horalogio diei descriptisque utilitatibus eiusdem
    Überliefert (dort bis zum Ende) auch in Gotha, Forschungsbibliothek, Chart. B 1423, fol. 25r-34v, vgl. Gotha 1, S. 404, mit Erwähnung dieser Handschrift.
    Literatur
    • Zinner Verzeichnis, 9735.

Abgekürzt zitierte Literatur

2VL Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 12 Bde., hrsg. von K. Ruh u. a., 2., völlig neu bearbeitete Aufl., Berlin, New York 1978–2005, Ergänzungsbde.: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, 3 Bde., hrsg. von F. J. Worstbrock, Berlin, New York 2005–2015
Gotha 1 Katalog der mittelalterlichen lateinischen Papierhandschriften. Aus den Sammlungen der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha'schen Stiftung für Kunst und Wissenschaft, beschrieben von E. Wunderle, Wiesbaden 2002 (Handschriften der Forschungsbibliothek Gotha 1)
Göttingen 3 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 3: Universitäts-Bibliothek: Nachlässe von Gelehrten, Orientalische Handschriften, Handschriften im Besitz von Instituten und Behörden, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1894 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover, Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen, Teil 3)
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Heidelberg 2 Die Quadriviums-Handschriften der Codices Palatini Latini in der Vatikanischen Bibliothek, beschrieben von L. Schuba, Wiesbaden 1992 (Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg 2)
Kat. Helmstedt 1 Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil I: Cod. Guelf. 1 bis 276 Helmst., beschrieben von Helmar Härtel, Christian Heitzmann, Dieter Merzbacher und Bertram Lesser. Wiesbaden: Harrassowitz, 2012.
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
LMA Lexikon des Mittelalters, Bd. 1–9 und Registerbd., hrsg. von N. Angermann u. a., München 1980–1999
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Thorndike/Kibre L. Thorndike und P. Kibre, A catalogue of incipits of mediaeval scientific writings in latin, revisited and augmented edition, London 21963 (Mediaeval Academy of America publication 29)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)
Zinner Verzeichnis E. Zinner, Verzeichnis der astronomischen Handschriften des deutschen Kulturgebietes. Autographiert, München 1925

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