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Beschreibung von 2° Cod. Ms. hist. nat. 44
Lukas Wolfinger: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen volkssprachigen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Lukas Wolfinger.
Handschriftentitel: Geomantische Sammelhandschrift
Entstehungsort: Ostschwaben Nordbayern (Augsburg oder Umfeld ?)
Entstehungszeit: um 1470
Katalognummer: Meyer-Sign. Philos. 47
Beschreibstoff:
  • Papier.
  • Wasserzeichen: Ochsenkopf (WZIS DE3270-philos47_2; Variante: WZIS DE6300-PO-66530 - Augsburg, 1472); Ochsenkopf (WZIS DE3270-philos47_8; Variante: WZIS DE5580-2Incca134_c3 - 1472); Blüte (WZIS DE3270-philos47_41; Variante: WZIS DE0510-CodIII12_28_XXXXXX - Ostschwaben, 1451-1475); Blüte (WZIS DE3270-philos47_54; Variante: WZIS DE2220-Codst_218_31 - 3./7. Jahrzehnt 15. Jahrhundert, Padua, Basel, Norditalien und Franken); Wappen (WZIS DE3270-philos47_115 und WZIS DE3270-philos47_121; ähnlich: WZIS DE3315-GMXXX.E.16._224 - 1444-1467; ähnliche Beispiele sonst vor allem aus den 1450er, aber auch den 1480er Jahren); Ochsenkopf (WZIS DE3270-philos47_132; ähnlich: WZIS IT8355-PO-66045 - Gemona, 1474); Ochsenkopf (WZIS DE3270-philos47_135; ähnlich: WZIS DE5580-Cgm6147_6 - 1468-1607); 'A' (WZIS DE3270-philos47_I und WZIS DE3270-philos47_I*; neues Vor- und Nachsatzblatt).
Umfang: I, 134, I Bll.
Format: 29,6 × 20,4-20,5 cm
8
Seitennummerierung: Mittelalterliche Foliierung in roter Tinte und arabischen Ziffern, reichend von Bl. 1-122 (springt von 106 auf 108); daran anschließend auf Bl. 123-135 ergänzt moderne Bleistiftfoliierung (123-135).
Lagenstruktur: Die Handschrift besteht neben einem neuen Vor- und Nachsatzbl. durchwegs aus Sexternionen; Störungen nur am Anfang und Ende des Bandes: IV (8). VI+2 (22). 8 (VI) 119!). VI+4 (135). Die beiden Bll., die bei der zweiten Lage aktuell angeklebt und überzählig sind, bildeten ursprünglich wohl die letzten beiden Bll. der ersten Lage (die dazugehörigen zwei Bll. zu Beginn der Lage gingen offenbar verloren; vermutlich bildeten sie den Vorsatz- bzw. auch das Spiegelbl.); die vier Einzelbll., die am Ende der letzten Lage angeklebt sind, dürften den Rest der letzten Lage darstellen. Vermutlich fehlen am Ende der Handschrift jedoch sonst keine Teile. Das macht nicht zuletzt der Umstand wahrscheinlich, dass die letzten drei Seiten ursprünglich leer waren (134v-135v); erst nachträglich wurden zwei von ihnen beschrieben, die letzte ist noch immer leer (135v).
Seiteneinrichtung: 20,5-22 × 11,5-12,5 cm; einspaltig (außer Tabelle auf 123v-124r), 33-39 Zeilen.
Hände: Gesamter Haupttext regelmäßig und großzügig bzw. mit relativ weiten Zeilenabständen und breiten Seitenrändern von einer Hand geschrieben. Wohl nur eine Nachtragshand.
  • Hand 1: Von ihr stammt der Hauptteil des Textes (Ir-150r); geübte Bastarda.
  • Hand 2: Sie schrieb die Nachträge auf 11v, 123r und wohl auch jene auf 133r-135r. Letztere unterscheiden sich zwar in ihrem Gesamteindruck etwas, doch dürfte das auf eine andere Feder und Schreibphase zurückzuführen sein. In Details der Buchstaben wie der Orthographie stimmen diese Teile nämlich weitgehend überein; die Bastarda ist weniger rund und wirkt unsicherer als jene der Haupthand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Zwar nicht pretiös, aber sorgfältig geschriebener und ausgestatteter Band mit relativ breiten Abständen zwischen den Textblöcken und breiten Seitenrändern.
  • Die Oberlängen einzelner Buchstaben in der ersten Zeile bisweilen vergrößert und/oder mit roter Tinte gestaltet; ebenso Unterlängen in letzter Zeile; Haupttext durchgehend rubriziert.
  • Schlichte Lombarden und Initialen in Rot; mit Ansätzen von floralen Zierelementen oder Fleuronnèe; mehrfach auch Cadellen oder cadellenartige Elemente.
  • Geomantische Figuren (der Punktierkunst) in Rot oder Rot/Schwarz; zudem auf 123v-124r von der Haupthand der Handschrift erstellte Tabelle(n) zur 'Sandkunst der 16 Richter' in schwarzer und roter Tinte; auf 135r von zweiter Hand Tabelle zur Krankenprognostik in schwarzer Tinte.
Einband: Einband: beiges Kiebitzpapier über Pappdeckeln (18. Jh.?); Buchrücken aus weißem Pergament mit Aufschrift Geomancia/ geschrieben; darunter aufgeklebt das Signaturenschildchen der Göttinger Bibliothek (Cod. MS. philos. 47). Die Deckel an den Ecken verstärkt mit Pergament; im VS nochmals mit Bleistift eingetragen die aktuelle Göttinger Signatur (Cod. Ms. philos. 47); zudem auf dem VS eingeklebt das gedruckte Formular mit dem Bearbeitungsvermerk der Preuß. Akademie d. Wiss. (Dr. Marie Luise Dittrich; März 1939) und das Katalogisat von Wilhelm Meyer; auf dem HS mit Bleistift vermerkt die ältere Göttinger Signatur Cod. philos. 37.
Entstehung der Handschrift: Der genaue Entstehungskontext des Bandes sind unbekannt. Seine Gestaltung spricht jedoch für einen geübten Schreiber und die nachweisbaren Wasserzeichen verweisen deutlich auf die Zeit um 1470. Er gehört damit zu einer Gruppe von geomantischen Texten bzw. Handschriften, die in den 1460/70er Jahren entstanden - insbesondere im schwäbischen und ostfränkischen Raum (s. zur Parallelüberlieferung der enthaltenen Texte). Auch von seiner Schreibsprache, die auf die Grenze zwischen dem oberschwäbischen und nordbairischen Sprachraum hinweist, fügt er sich gut in diese Gruppe. Inhaltlich scheint er als breite Einführung in die Theorie und Praxis der Geomantik gedacht gewesen und entsprechend zusammengestellt worden zu sein.
Provenienz der Handschrift:
  • Die spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte der Handschrift ist unbekannt.
  • Sie lässt sich erst wieder in der Bibliothek des Juristen und Historikers Georg Christian Gebauer (geb. 1690 in Breslau; gest. am 29. Jan. 1773 in Göttingen) nachweisen, der bereits seit 1734 Professor in Göttingen war.
  • Nach seinem Tod erwarb die Bibliothek der Georgia Augusta manche Teilsammlungen seiner Bibliothek zur Gänze und darüber hinaus noch zahlreiche weitere Bände (s. dazu den entsprechenden Handschriftenkatalog im Bibl.-Archiv: Kataloge 11-12; zudem die Bände des Manuals von 1773, S. 95-142 sowie 1774, S. 1-39 und S. 135-149).
Inhalt:
  • Ir-v leer.
  • 1r-2r Geomantie.
    • (1r) Prolog. Got der du bist ain schöpfer aller gaist vnd alles flaisch der du bist mächtig in den obersten, du bist der du bist gefragt von deinen fragen vnd bist gefunden worden von den die dein begert haben. … — … so wird ich anruffen in dem namen des vaters vnd des suns vnd des hailigens gaists. Amen.
    • (1r-2r) In der kunst Geomancia ist zu mercken des ersten die guthait oder boshait der figur, zu dem andern mal der bedeutter der frag ... … — … oder 15 beteut si die iar zal.
    Der Text, von dem diese einleitende Passage stammt, ist auch überliefert in: Oxford, Bodleian Library, MS Broxbourne 84.3, fol. 2v-4r; Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 499, fol. 2r–23v (Anfang fehlt, südliches Oberrheingebiet, 1545–1550); Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 584, fol. 1r–29r (Ostfränkisch, 2. H. 15. Jh.); Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 844, fol. 12r–24v (2. H. 15. Jh.); München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 596, fol. 32ra–50vb (Ostschwäbisch, um 1461); ebenso in Wien, Österreichische Nationalbibl., Cod. 5327, fol. 1v–13v, 177r–178r (Schwäbisch [Ulm?], 1469). Er stellt möglicherweise „eine Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke zugeschriebenen 'Liber Geomantiae'" dar, die "aus der Handschrift Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 5508, fol. 1r–41v (Wien [?], 1462) bekannt" ist (Heiles geomancia hais ich, S. 192). Im Großteil der zuvor genannten Handschriften, die ihn überliefern, kommt er gemeinsam mit dem nachfolgenden Abschnitt 'Von rechten' vor. In der Göttinger Handschrift scheint er mit diesem sowie dem daran anschließenden Text auf 12r-122v, der wenigstens zum Teil eine Übersetzung des 'Liber Geomantiae' ist, als Einheit gedacht. Auch die zeitgenössische, Bll. 1-122 umfassende Foliierung, die wohl noch von der Haupthand des Bandes stammt, lässt sich als Indiz für eine Wahrnehmung der entsprechenden Texte als Einheit verstehen. Der gesamte Text dieser Kompilation ist – wenngleich in anderer, teilweise klar gestörter Reihenfolge - auch überliefert in Oxford, Bodleian Library, MS Broxbourne 84.3 (zu den übrigen Entsprechungen zwischen der Göttinger und der Oxforder Handschrift sowie zur gestörten Textabfolge s. unten zur Geomantie 'Irdische Kunst'); zu dieser Handschrift und den darin enthaltenen Texten s. Heiles geomancia hais ich.
  • 2r-11v
    • (2r-3v) >Von rechten<. Wiltu wissen wann zwen rechten sollen so gib die ersten figur dem frager ...
    • (3v-11v) Nun merck das ettlich send die gruntlich vnd tieff geschriben haben von etlichen haimlichen figuren die habent so geschwärlichen vnd verlassenlich da von geschriben das es herrt was zu verstan, als da waren erwirdig kriechisch maister aber der scheinberst maister vnd phylosophus in kriechen der hett ain clain geschrift geseczt das büchlin vnd hait das ain man wol mag erraichen die leuterung seiner begird wenn er des maisters red aigenlichen mercken will … — … Item die figuren die zů Cancro Scorpio vnd Piscers gehören die sind wäszriger natur.
    Diese Kompilation ist in vergleichbar vollständiger Form auch überliefert in Oxford, Bodleian Library, MS Broxbourne 84.3, fol. 64r-79r; weitere Parallelüberlieferung - teilweise in deutlich kürzeren Fassungen oder Teilen - bieten: Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 499, fol. 36v (südliches Oberrheingebiet, 1545–1550); München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 596, fol. 59ra (Ostschwäbisch, um 1461); Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 584, fol. 29r–34r (Ostfränkisch, 2. H. 15. Jh.); Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 844, fol. 24v–26r (2. H. 15. Jh.); Berlin, Staatsbibl., mgf 485, fol. IIv–IVr; München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 596 auf fol. 59rb–59va (s. dazu Heiles geomancia hais ich, S. 196); zum Zusammenhang mit den anderen Texten des Bandes s. beim vorangehenden Text.
  • 11v Wetterprognostik (Nachtrag). >Von den siben planneten in den stunden vmm das new<. Wirt das nuw vnder stad planneten der sunen, so wirt der monat haisz vnn lur, wan des planneten fur ist im leo … — … Wirt das new in dem planneten Saturno so wirt es kalt nach den vier tailen des jars [...] der wider als das für der scorb[ion?] als das wasser. Regeln zur Wetterprognostik nach den Planeten zu Neumond; von jener Hand auf freiem Platz geschrieben, die auch den Text auf 123r (und wohl auch auf 133r-135r) nachtrug; gleichfalls überliefert in München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 328, fol. 158r (jedoch mit anderer Reihenfolge der Himmelskörper).
  • 12r-122v Geomantie 'Irdische Kunst'.
    • >Disz bůch sagt von der loblichen kunst des gestirns wa man wissen will das in der welt geschechen sol. Sälig ist der der si wol vinden kan vnd es ordenlichen auszlegt nach dises buchs auszweysung als hernach geschriben stat von des himmels lauff der selben planeten<. Und dise kunst die hernach geschriben ist, die ist gehaissen Geomancia das ist als vil gesprochen als irdische kunst. Zů der selben kunst musz man haben 15 figuren oder zaichen die von den siben planeten geformiert sind die selben figur sol man seczen in die 12 heuser ...
    • (12r-13v) die 12 Häuser.
    • (13v) die vier 'Ogk-Häuser'.
    • (14r) die vier Elemente.
    • (14r-16v) >Von der heuser bedeutten von iren kreften tugenden vnd vntugenden<.
    • (16v-21v) >Von der kraft der XIIII figuren die da komment von den planeten<.
    • (22r-76v) die 16 Richter.
      • (22r-26r) >der richter Populus<.
      • (26r-31r) >Hie hebt sich an der richter via<.
      • (31r-36r) >Nun hebt sich an der richter Acquisicio vnd sein geczeugen<.
      • (36r-42r) >Hie hebt sich an der richter Amissio vnd sein gezeugen<.
      • (42r-48r) >Die figur des richters die haiszt Fortuna mayor mit seinen gezeugen<.
      • (48r-53v) >Dise figur des richters haisst Fortuna minor mit seinen gezeugen<.
      • (53v-58v) >Hie hebt sich an der richter Coniunctio mit sein gezeugen<.
      • (58v-62v) >Hie hebt sich an der richter Constrictus mit seinen gezeugen<.
      • (62v-63v) >Hie hebt sich an der richter Leticia mit sein gezeugen<.
      • (63v-64v) >Hie hebt sich an der richter Tristicia; gestaltnusz des richters mit nidrigem haubt vnd die gezeugen<.
      • (64v-67r) >Hie hebt sich an der richter Rubeus; gestaltnusz des richters ains roten vnd die gezeugen<.
      • (67r-69v) >Hie hebt sich an der richter Albus; gestaltnus des richters vnd die gezeugen; er ist weisz<.
      • (69v-71r) >Hie hebt sich an der richter Cauda draconis des richters vnd der gezeugen end der eingeung<.
      • (71r-73r) >Hie hebt sich an der richter Caput draconis; gestaltnusz des richters vnd der gezeugen haubt der eingeeung<.
      • (73r-74v) >Hie hebt sich an der richter Puella; gestaltnus des richters vnd der gezeugen; allso haisst das zaichen sun des Künbacker<.
      • (74v-76v) >Hie hebt sich an der richter Belliger an gestaltnusz des richters vnd der gezeugen streithafftig<.
    • (76v-78r) Planeten. Saturnus der höchst planet vnd als er natur an im hatt, also send auch seine zaichen das ist Constrictus vnd Tristicia … — … Mon ist der sibent planet ... vnd bedeuten auch des winters zeit vnd die winckel gegen mittag.
    • (78r) So ist das zaichen Caput draconis also gestalt ... so ist das cauda draconis ... das ist der sunnen vndergang vnd des herbstz zeitt
    • (78r-79v) >Wie man die triueltikait in den zwölff heusern verstan vnd seczen sol zů dem ersten<.
    • (80r) >Von der vberfart wegen als die steren faren vnd sich rucken von ainem husz in das ander<.
    • (80r-81r) >Von der setczung der sternen<.
    • (81r-83r) >Nun vacht sich an von allen stucken wie ain kind wirt an die welt geborn vnd was im werden sol<. Wann wir nun der heuser vnd planeten zaichen mit irer bedeuttung verrichtet haben, so sol man nun mercken ...
    • (83r-84r) >So ist das ain frag von den die geporn werden wie es in ergan soll wie sie gestallt söllen werden ain vrkunde<.
    • (84v-85v) >Wie es ainem ergan solt der besessen was in ainer vesten vnd was die frag des besiczers<.
    • (85v-86v) >Ain urkund von ainem menschen ob er sterben soll oder genesen<.
    • (86v-89r) >Hie merck von allen stucken ditz bůchs in welchem hausz man sůchen sol nach des dings gelegenhait<. (1.-12. Haus).
    • (89r-112r) zur Praxis geomantischen Fragens. Und wann wir nun auffgericht haben wo man ain yedliche frag vinden soll so heben wir nun wider an vnd legen ausz ain yedlich frag besonnder wie man sich dar auff richten sol oder wie man das verstan sol, vnd zu dem ersten heben wir in ainer yedlichen frag an wie lang ain mensch leben soll.
      • (89r-89v) >Fragt man wie lang ain mensch leben soll so dann das gericht geleit wirt<.
      • (89v-91r) >Fragt dann ainer ob es im wol oder vbel sol ergaun<.
      • (91r-v) >Hast du yemand nichttz gelichen oder hat dir yemant ichts verhaissen wilt du dann wissen ob es dir wider werde<.
      • (91v-112r) weitere Fragen. Darunter auf 111r-v zur Deutung von Träumen.
    • (112v-116v) zu Figuren mit ungeraden Punkten in den Häusern. Wir sprechen das kain figur die da hatt vngerad punckten mug richter gesein ...
    • (116v-117r) zu Figuren mit geraden Punkten in den 12 Häusern. >So die question gerad figuren hatt mit punckten<.
    • (117r-118v) >Von der krafft der kunst<.
    • (118v-120r) >Von der planeten einflusz<.
    • (120r-122r) >Von der mittel maynung oder von der mischung vnd vebung<.
    • (122r-v) Wiltu wissen ob ain ee zu gang oder nit oder ob die geschechen sol, so merck die ersten stat … — … Ist auch die erst figur mit irer gesellschaft gut vnd kompt anderswo auch in die figur so wirt die ee volbracht.
    Dieser Abschnitt der Geomantie 'Irdische Kunst' (bis 17r) findet sich auch in der Handschrift Göttingen, SUB, 2° Cod. Ms. jurid. 391, fol. 134v-137v. Wenigstens zum Teil stellt der Text dieses Abschnitt eine Übersetzung von Wilhelm von Moerbekes 'De arte et scientia geomantiae' dar. Gemeinsam mit den beiden vorangehenden Texten der Göttinger Handschrift ist er auch überliefert in: Oxford, Bodleian Library, MS Broxbourne 84.3 (12r-22r der Göttinger Handschrift entsprechen dort S. 79-95; 22r-53v entsprechen S. 429-541; 58v-64v entsprechen S. 96-102 der Oxforder Handschrift; 64v-76v entspricht dort S. 90-120; 76v-122v entspricht S. 217-324 im Oxforder Band; in diesem ist die Reihe der Richter klar gestört, da sie aufgeteilt ist in mehrere Blöcke, die auf verschiedene Stellen in der Handschrift verteilt sind. Für den Text der Göttinger Handschrift hat Wilhelm Meyer angemerkt: "Im Text sind viele Worte und vielleicht auch größere Abschnitte ausgelassen. Wie es scheint, war die Reihenfolge der Blätter in der Vorlage gestört"; so in Göttingen 1, S. 150-151. Für die Vorlagen des Oxforder bzw. Bayreuter Bandes ist Ähnliches anzunehmen); weitere Parallelüberlieferung: Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 498, fol. 1r–189v (Bayern [Regensburg?], um 1470); Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 832, fol. 137r–233v (Regensburg, nach 1491, Abschrift von Cpg 498); Darmstadt, Universitäts- und Landesbibl., Hs. 780, fol. 1r–112v (Bayern, 15. Jh.); Rom (Vatikanstadt), Bibl. Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat. 1453, fol. 1r–60r (Schwaben, 2. H. 15. Jh.); Wien, Nationalbibl., Cod. 3059, fol. 1ra–72ra (Österreich [?], um 1466/1468). Übereinstimmungen zwischen dem Text einer "aufgrund eines Besitzeintrages Johannes Hartlieb zugeschriebenen Geomantie in Karlsruhe, Landesbibl., Cod. Donaueschingen 815 " und dem Text in Heidelberg, Universitätsbibl., Cpg 832, fol. 137r-233v "deuten möglicherweise auf eine gemeinsame (lateinische?) Vorlage dieser Texte hin." (Heiles geomancia hais ich). Einen Hinweis diesbezüglich könnte die erwähnte, 1469 in Bayreut entstandene Oxforder Handschrift geben, da das Kolophon, das dort die Passage zur Figur der Fortuna minor beschließt (die zum Textbestand der Geomantie 'Irdsche Kunst' gehört) besagt: Explicit liber Geomancie de significaconibus [sic!] figurarum in qualibet domo, anno dominj 1469 feria quinta ante festum Geory per me Nicolaum Breys de Beyrreutt (fol. 272r; vgl. ebd.). Vielleicht ist hier der Titel der lateinischen Vorlage wiedergegeben.
  • 123r Nachtrag. Wann man dich frag von ainem grossen heren wie im sein stat ergaun sol. Sich an das zechent hausz das stat dem heren/ vnd das erst; sind die payde gut, so beleibt er gesund/ vnd wirt lieb den luten … — … Ob sich ain stat oder ain purg ainem heren ergeb ... is der arbait gewin oder verlust vnd hail oder vnhaill. Von derselben Hand geschrieben wie der Nachtrag zur Wetterprognostik auf 11; wenigstens der erste Abschnitt dieses Textes ist als Teil eines größeren geomantischen Textes überliefert in: Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 5327, fol. 108r.
  • 123v-134r 'Sandkunst der 16 Richter' (dt.; Versversion).
    • (123v-124r) Tabelle. Zu derselben s. unter Ausstattung.
    • (124v-125r) >Der erst Gebua<.
    • (125r-v) >der ander Gerson<.
    • (125v-126r) >der dritt Meccari<.
    • (126r-v) >der vierd Josedech<.
    • (127r-v) >der fünff Abner<.
    • (127v-128r) >der sechst Asser<.
    • (128r-v) >der sibent Josue<.
    • (128v-129r) >der achtet Calech<.
    • (129r-130r) >der neund Sichus<.
    • (130r-v) >der zehent Ethan<.
    • (130v-131r) >der ailfft Ermon<.
    • (131r-131v) >der zwelfft Ruben<.
    • (131v-132r) >der dreyzehent Abdiel<.
    • (132v-133r) >der vierzehent Saphan<.
    • (133r-v) >der funffzehent Reckis<.
    • (133v-134r) >der sechzehent Alcana<.
    Diese dt. Versfassung der 'Sandkunst der 16 Richter' nennt die hebräischen Namen der Richter. Inhaltlich schließt sie nahtlos an die vorhergehenden geomantischen Texte an bzw. kann sogar als Weiterführung der Fragen und der Ausführungen zur Fragepraxis auf 89r-112r verstanden werden. Dadurch, dass sie nicht in die Foliierung des vorangehenden Teils einbezogen ist, ist sie offenbar jedoch als eigenständiger Teil behandelt. Sie ist gleichfalls überliefert in Wien, Österreichische Nationalbibl., Cod. 2976, fol. 19v-30v und München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 328, fol. 166v-171v und 173v-174r, die beide abhängig sind von der lateinischen Fassung in der Handschrift Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 5327; s. dazu Heiles Das Losbuch, S. 401, Nr. 14 (mit weiterer Literatur).
  • 134r-135v Krankenprognostik.
    • (134r-134v) nach den Tagen des Monats. Jt(em) wann der mon aines dages alt ist wirt ain mensch kranck der stirbt. An dem andren dage so hat er grosz arbait in dem sichdagen doch genist er … — … An dem dreisigosten dag so wirt der mensch kom mit erczney gehollffen.
    • (134v-135r) nach der Anzahl der Tage zwischen den 14. Kal. des August und dem Tag des Krankheitsbeginns. [W]ild du wissen ob der sich sterb oder geness, so rechnen wie uil dag sey von den 14 dagen kl. Augusti sey pis auff den dag da der mensch an kranck sey worden … — … stat die zal gen dem k das pedut bedüt lange kranckhait. (mit Tabelle; s. unter Ausstattung/ Illustrationen).
    • (135v) leer.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

Göttingen 1 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 1: Universitäts-Bibliothek: Philologie, Literärgeschichte, Philosophie, Jurisprudenz, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover, Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen, Teil 2)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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