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Beschreibung von 8° Cod. Ms. theol. 292
Lukas Wolfinger: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen volkssprachigen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Lukas Wolfinger.

Geistlicher Sammelband

Papier — I, 286, I Bl. — 10 × 7,5 cm — Nürnberg/St. Katharina oder Maria Medingen (?) — um 1500

Papier. Wasserzeichen: Krone (WZIS DE3270-theol292_169; ähnlich WZIS DE9150-PO-53102 - Calbe, 1498); Krone (WZIS DE3270-theol292_147; ähnlich WZIS AT8100-PO-53104 - Innsbruck, 1499); Krone (WZIS DE3270-theol292_200); Ochsenkopf (WZIS DE3270-theol292_146; zu stark fragmentiert für eine Identifikation); Agnus Dei (WZIS DE3270-theol292_223); Agnus Dei (WZIS DE3270-theol292_225); Agnus Dei (WZIS DE3270-theol292_253; ähnliche Wasserzeichen WZIS DE4860-Arist_13_8_A5 - um 1497/1500; WZIS DE4860-Coll_Cic_44_2_A3 - um 1490; WZIS DE5580-2Incca2747_B7 - 1492); Kardinalshut (WZIS DE3270-theol292_171); Kardinalshut (WZIS DE3270-theol292_20); bei den Wasserzeichen waren zwar keine genauen Entsprechung bzw. Varianten zu finden, doch deuten die ähnlichen Wasserzeichen und Motive auf eine Entstehung in den 1490er Jahren bzw. um 1500. Lagen: Neben einem alten Vorsatz- und Nachsatzbl. besteht die Handschrift aus: IV (7!). 5 VI (67). V (?, 77a!). 5 VI (136). V (146). 2 VI (170). V (180). 8 VI (268!). IV (276); ob Bl. 77a zur 7. oder 8. Lage gehört, ist nicht ersichtlich; auf dem letzten Bl. der Lagen mehrfach Reclamanten oder Reste davon (88v, 100v, 112v, 124v, 192v, 216v, 228v, 268v). Dabei ist unklar, ob ursprünglich durchgehend Reclamanten vorhanden waren, aber dem Beschnitt zum Opfer fielen, oder ob sie nur von einzelnen Schreiberinnen in den von ihnen angefertigten Abschnitten eingesetzt wurden. Bleistiftfoliierung (modern): 1-276, dabei 10 leere Bl. ursprünglich ungezählt (erstes Bl. der ersten Lage, ein Bl. nach 77 sowie acht Bll. nach 232); diese nun als Bl. 0, 77a und 232a-h in die Foliierung einbezogen. Schriftraum: ca. 7,5 × 5,5 cm (je nach Schreiberin leicht variierend); einspaltig, 12–18 Zeilen. Verschiedentlich Korrekturen; auf 105v-106r, 189r-190r und 190v Textpassagen am Seitenrand markiert (bei den betreffenden Abschnitten ist neben jede Zeile eine Markierung in Form eines doppelten Anführungszeichens gesetzt). Es lassen sich rund 20 Hände bzw. Abschnitte abgrenzen; verschiedene Formen der Bastarda; da sich die Schriften teilweise ähneln, könnten sie auch von weniger Händen stammen und die erkennbaren Unterschiede teilweise auch durch verschiedene Schreibphasen, etc. zu erklären sein: Hand 1: 1r-7r (Schreibsprache: Nürnbergisch). Hand 2: 8r-43v; Schwester Regina (Schreibsprache: Nürnbergisch mit Einflüssen aus dem Mittelbairischen). Hand 3: 44r-54v (Schreibsprache: Nürnbergisch, mit Einflüssen wahrscheinlich aus dem Schwäbischen). Hand 4: 55r-v; identisch mit Hand 6 (75r-77v) und/oder Hand 17 (242v-244v)? Hand 5: 56r-75v (Schreibsprache: Nürnbergisch, mit Einflüssen wahrscheinlich aus dem Schwäbischen). Hand 6: 75v-77v; identisch mit Hand 4 (55r-v) oder/und Hand 17 (242v-244v)? Hand 7: 78r-136v, Schwester Rossina (Schreibsprache: Nürnbergisch, evtl. mit Einflüssen aus dem Alemannischen). Hand 8: 137v-170v, Schwester Veronica Hoffman(in) (Schreibsprache: Nürnbergisch). Hand 9: 171r-193v; vielleicht identisch mit Hand 15 (231r-232v); Hand 10: 193v; identisch mit Hand 12 (195r-199v) und Hand 14 (200v-230r)? Hand 11: 194r-v; identisch mit Hand 13 (200r). Hand 12: 195r-199v; identisch mit Hand 10 (193v) und Hand 14 (200v-230v), d.h. mit Schwester Birgitta? Hand 13: 231r-232v; identisch mit Hand 11 (194r-v); Hand 14: 200v-230r; Schwester Birgitta; identisch mit Hand 10 (193v) und Hand 12 (195r-199v)? (Schreibsprache: Nürnbergisch). Hand 15: 231r-232v; viell. identisch mit Hand 9 (171r-193v). Hand 16: 233r-242r; Hand 17: 242v-244v (Susana); vielleicht identisch mit Hand 4 (55r-v) oder/und Hand 6 (75r-77v). Hand 18: 245r-256v; Schwester Eufrosina (Schreibsprache: Nürnbergisch, evtl. mit Einflüssen aus dem Oberschwäbischen). Hand 19: 257r-275v; Schwester Justine (Schreibsprache: Nürnbergisch?) Hand 20: 276r; Schwester Appolonia Kastner (?; wenigstens legt das der Eintrag das buͤchlin gehert muͤter Clara layin von s. Appolonia Kastner ewer getrewe s. in Christo ebd. nahe). Schlicht gestalteter Gebrauchsband. Die von verschiedenen Händen geschriebenen Texte bzw. Teile der Handschrift sind zumeist rubriziert, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß; vielfach nur der Anfang und/oder das Ende von Texten oder Text-Teilen bzw. der Übergang zwischen größeren Passagen rubriziert, der restliche Fließtext hingen nicht; dementsprechend fehlt Rubrizierung in längeren Abschnitten: 44v-50r,, 52r-54v,, 56v-75r,, 78v-83r,, 84v-93r,, 94r-102r,, 103r-111r,, 112v-116v,, 117v-125v,, 126v-130v,, 131v-136v,, 150r-153,, 155-160r,, 167v-170v,, 257v-275v, /276r; zum Großteil dürfte sie demnach nicht nachträglich in einem einheitlichen Vorgang durchgeführt worden sein, sondern im Zuge der Anfertigung der verschiedenen Teile oder Texte der Handschrift - vielfach also wohl von den Schreiberinnen selbst. Neben roten Überschriften und rubrizierten Versalien bzw. Anfangsbuchstaben von Texteinheiten teilweise auch Unterstreichungen in Rot (speziell bei nomina sacra); zudem bisweilen Kapitel- und Paragraphenzeichen sowie Korrekturen bzw. Streichungen in Rot. Schlichte rote Initialen, ohne besonderen Anspruch, zumeist zwei- bis vierzeilig; zu Beginn des Textes auf 1r, Initiale (4-zeilig) nicht ausgeführt; zudem auf 131r, eine D-Initiale, in deren Binnenfeld passend zum Text, einem Brief Heinrich Seuses, in Rot das Christusmonogramm (Ihs) geschrieben ist; auf 233r rote I-Initiale, die über den Großteil der Seitenhöhe reicht.

Spätmittelalterlicher Einband (restauriert): braunes Leder; aus der sogenannten Werkstatt 'Augustiner-Chorherrenstift Rebdorf 1. Gruppe' (EBDB w000066), die für den Zeitraum von 1474-1517 nachgewiesen ist; mit Streicheisenlinien und vier Blindstempeln verziert; I: Einhorn - steigend/springend (EBDB s004516); II: Kreuzblume (EBDB s004517); III: Löwe - schreitend/steigend/springend (EBDB s023982); IV: Beere (EBDB s037777); ehemals eine Metallschließe; zudem Metallbeschläge an den Ecken und in der Mitte der Einbanddeckel (verloren); Rücken bei einer Restaurierung mit braunem Leinen neu gestaltet; darauf geklebt Papierschildchen mit moderner Göttinger Signatur (Cod. MS. theol. 292); diese mit Bleistift auch eingetragen am - wohl erneuerten - VS (Cod. Ms. theol. 292); an denselben ist angeklebt der Bearbeitungsvermerk der Preuß. Akad. d. Wiss (März 1939; Bearbeiterin: Dr. Marie-Luise Dittrich); der gleichfalls erneuerte HS ist leer, während der alte HS – der Rest einer Pergamenturkunde - abgelöst und an das letzte Bl. des Buchblocks angeklebt ist (s. Fragmente). Er weist zwei Bleistiftvermerke auf: rechts auf mittlerer Höhe des Blattes der Eintrag 277, am unteren Seitenrand zudem die alte Göttinger Signatur Cod. theolog. 214; die Rückseite dieses Fragments ist leer.

I: Fragment einer lateinischen Urkunde (bildete ehemals den HS); Pergament, ca. 20 x 13,5 cm; gotische Urkundenschrift, 1. H. 15. Jh.; vermutlich von der Kurie ausgestellt und eine Pfründenverleihung betreffend. In dem Text des Fragments werden zwar weder Namen genannt noch andere Informationen geboten, die eine genauere Einordnung erlauben; allerdings werden eine Pfarrkirche (ecclesia parrochialis) und ein Adeliger erwähnt ([s]trenuus et nobilis); die Rede ist zudem von einem Dekan/Dechant (decano) sowie vom regimen populi; und das gleichfalls verwendete Wort inclinati bezieht sich wohl auf den – im Plural genannten – Aussteller und seinen in der Urkunde ausgesprochenen Gnadenerweis. II: Blatt Papier mit handschriftlicher Erklärung von Karl Brethauer aus dem Jahr (19)30 (dem Vorsatzblatt vorangeklebt; zu Karl Brethauer und seiner Rolle im Nationalsozialismus s. etwa den Eintrag zu ihm auf Wikipedia): Unterzeichneter hat vorliegenden Cod. Ms. 292. Grossenteils exzerpiert mit der Absicht, Ergänzungen zur Inhaltsangabe des Katalogs sowie einzelne Stücke im vollständigen Text in einer Arbeit abzudrucken. Göttingen 1.3.30. K. Brethauer, cand. phil.

Herkunft: Wie eine Reihe von Schreiberinnen-Vermerken zeigt, wurde die Handschrift in einem Frauenkonvent geschrieben - am ehesten in einem Kloster der Dominikanerinnen. Dafür spricht neben inhaltlichen Kriterien v.a. auch, dass die erste nachweisbare Besitzerin Dominikanerin in St. Katharina in Nürnberg gewesen sein dürfte - oder in Maria Medingen (s. im Folgenden). Inhaltliche Parallelen mit mehreren Handschriften aus dem Katharinenkloster können eine Herkunft aus diesem Nürnberger Konvent besonders nahe legen. Allerdings ist auch eine gewisse Nahbeziehung zu Eichstätt bzw. zu den Klöstern in dessen Umfeld erkennbar. Zum einen lassen sich die Blindstempel des Einbandes der sogenannten Werkstatt 'Augustiner-Chorherrenstift Rebdorf 1. Gruppe' zuordnen, die für die Jahre 1474-1517 nachgewiesen ist (s. unter Einband); zum anderen ist beim Text des 'Kuttenmann' und dem 'Sendbrief über wahre Gelassenheit' (78r-125v und 232r-242r) eine engere Verbindung zu den Eichstätter Konventen Rebdorf und Marienstein zu beobachten (s. dazu bei diesen Texten). Die Handschrift könnte demnach in einem der genannten Klöster (St. Katharina/Nürnberg; Maria Medingen, Marienstein) geschrieben worden sein. Die Schreibsprache der verschiedenen Schreiberinnen ist jedoch vorrangig nürnbergisch geprägt, was die Verortung in dieser Stadt (St. Katharina) weiter stützt. Während die Ergebnisse der Einband-Analyse nur eine grobe Datierung auf das letzte Viertel des 15. oder den Beginn des 16. Jahrhunderts erlauben, legen die Wasserzeichen, auch wenn sie nicht eindeutig identifizierbar sind, eine Entstehung etwa im Zeitraum von 1490 bis 1500 nahe (s. unter Wasserzeichen) - ein Ergebnis, zu dem der paläographische Befund durchaus passt. — Als erste nachweisbare Besitzerin des Bandes erscheint die Schwester Apollonia Kastner(in), da es im Eintrag auf 276r heißt: das buͤchlin gehert muͤter Clara layin von s. Appolonia Kastner ewer getrewe s. in Christo. Dieser Vermerk bezieht sich am ehesten auf den gesamten Band und nicht nur auf den letzten Teil bzw. die letzten beiden Lagen desselben; zwar könnten diese vor der aktuellen Bindung durchaus eine separate Einheit gebildet haben, doch zum einen erscheint die Bezeichnung buͤchlin für diese schmale Einheit nicht besonders passend, zum anderen wurde sie vor allem auch nicht von Appolonia Kastner geschrieben. Offen ist, ob die Handschrift von Beginn an für die muͤter Clara hergestellt oder ihr erst nachträglich übereignet wurde. Bei Apollonia Kastner(in) dürfte es sich am ehesten um jene Schwester dieses Namens handeln, die im 2. V. des 16. Jh.s als Schreiberin in mehreren, heute in Augsburg und Berlin liegenden Handschriften nachweisbar ist (Augsburg, Universitätsbibliothek, Sign. III.1.8° 43, 141v-148v und 261r-266v - entstanden evtl. in Maria Medingen; Augsburg, Universitätsbibliothek, Sign. III.1.8° 50, 26v und 93r - evtl. in Maria Medingen entstanden; Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. oct. 369; Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. oct. 566, 70r-76v und Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 1318, Bl. 106-177 - nachweisbarer Vorbesitz: Nürnberg, Sankt Katharina). Die Betreffende war wohl Dominikanerin, am ehesten im Katharinenkloster in Nürnberg (und/oder in Maria Medingen). Ist diese Identifizierung Appolonias zutreffend, würde das zum einen sehr gut zum starken nürnbergischen Anteil unter den Schreibsprachen der in der Handschrift nachweisbaren Schreiberinnen passen. Zum anderen ließe es aufgrund der zeitlichen Diskrepanz zwischen der naheliegendsten Entstehungszeit der Handschrift einerseits (ca. 1490-1500) und der für Appolonia nachweisbaren Wirkungszeit andererseits (um 1530) vermuten, dass Appolonia Kastner entweder nicht die erste Besitzerin des Göttinger Bandes war, oder dass sie ihn wenigstens schon länger besessen hatte, bevor sie ihn an die im Schenkungsvermerk genannte mueter Clara weitergab. Somit wirkt es wahrscheinlich, dass die Handschrift um 1500 entstand und bereits damals oder in der weiteren Folge an Appolonia gelangte. Der Band wäre dann also nicht von vornherein für die genannte layin bestimmt gewesen, von der nicht bekannt ist, um wen genau es sich handelte. Gut denkbar wäre, dass die Handschrift in St. Katharina/Nürnberg (oder Maria Medingen) geschrieben wurde, und mueter Clara in Eichstätt bzw. im Umfeld von Marienstein/Rebdorf sie dann binden ließ. In der weiteren Folge gelangte der Band in die Bibliothek bzw. den Besitz des gelehrten Kaufmanns David Gottfried Schöber aus Gera (geb. 1696, gest. am 17. Mai 1778), der 1760 ebenda zum Bürgermeister gewählt wurde, als wissenschaftlicher Schriftsteller tätig war und u. a. eine nicht unbedeutende Bibliothek besaß (dementsprechend findet sich auf IIv auch die Signatur seiner Bibliothek - N°. 11.). Nach dem Tod Schöbers im Jahr 1778 wurde die Handschrift von der Bibliothek der Georgia Augusta auf der Nachlassauktion vom 12. April 1779 in Gera erstanden (vgl. dazu den Eintrag im Manual der SUB Göttingen, Band zum Jahr 1779: Aus der Schöberischen Auction verschiedener Manuscripte, bibl. Ausgaben u. bücher welche ... ; die Handschrift ist hier unter den Bänden In Duod. und mit Verweis auf S. 11, Nr. 83 des Auktionskatalogs eingetragen mit den Worten: Was Andacht sey nebst einigen andern ascetischen Schriften. MS - 8. Theol. 9956). Auf 1r und 7v passend dazu der erste große Bibliotheksstempel der Göttinger Universitätsbibliothek (Ex/ Bibliotheca/ Acad. Georgiae/ Augustae.).

Göttingen 2, S. 472-474. — Mayer Die 'Vulgata'-Fassung der Predigten, S. 232-233 (Sigle Gö). — Axters De imitatione Christi, S. 50. — Bauer Die oberdeutsche Überlieferung, S. 131, Nr. 6. — Steer Die Schriften Meister Eckharts, S. 256-257. — Williams-Krapp Die süddeutschen Übersetzungen, S. 76, Nr. 12. — Hofmann Seuses Werke, S. 135, Nr. 8; S. 158, Nr. 249, S. 169, Nr. 349. — Steer - Vogl Die bürgelîn-Predigt, S. 195 und S. 197 — Handschriftencensus. — Predigt im Kontext.

Ir-IIv leer, Ir-IIv leer, abgesehen von der mit Bleistift auf Ir eingetragenen Signatur (Cod. Ms. theol. 292) und der vielleicht von David Gottfried Schöber stammenden Altsignatur N° 11. auf IIv (zu den analog gestalteten Signaturen Schöbers siehe etwa Augsburg UB 2,1, S. 44 und S. 132 zu den Handschriften I.3.2° 5 und I.3.8° 7 der Universitätsbibliothek Augsburg; allerdings trägt die Augsburger Handschrift I.3.2° 20 ebenfalls die No 11; s. ebd. S. 82); dem Vorsatzblatt sind vorangeklebt: I.) eine handschriftliche Erklärung von K. Brethauer aus dem Jahr 1930 (s. unter Beilagen); II.: ein Teil der Handschriftenbeschreibung von W. Meyer, die auf ein eigenes Bl. geklebt wurde.

1r–7r Traktat über das Wesen der Andacht. ›Merck was andacht sey.[S]anctus Thomas spricht. Andacht ist ein gutter geperreicher beraytter will zu got zw peten. Nun wissen vil menschen nit was andacht ist. … — … Ob er halt einen ganczen psalter die weyl pettet, wann die andacht ist das endt, etc. (7v) leer, abgesehen von dem ältesten großen Bibliotheksstempel der Göttinger Universität (Ex Bibliotheca/ Acad. Georgiae Augustae.).

8r–18v (?) Lehre für ein gutes und seliges Leben/'Von einer willigen Abkehr, einem blossen Eingang und einem lauteren Aufgang'. ›Hye nach volget ein gute nucze ler czu einem guten vnd seligen leben czu volpringen‹. Der sein leben von gru[n]t will pessern das er sich erkenn vnd der da will arbaiten warhafftigclichn nach einem demutigen aufgerichtn cristenlichn gruntn der fleysz sich … — … So musz das sein wurcken haben das man gerainigt werd von sunden vnd behut vor sinden. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 7r-16 (Nürnberg StB 1, S. 309, Nr. 6) und - allerdings nur auszugsweise - in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VI, 61, fol. 8r-b (Nürnberg StB 1, S. 447, Nr. 11) - beide aus dem Nürnberger Katharinenkloster.

18v–27r (?) Traktat über zwei Zeichen von Gottes Gnade. ›Merckt.‹ (18v–25v) Es ist czu wissen das die lerer mangerlay czaychen seczen da pey man erkenen mag das got mit genaden wurck in der sel ... (25v–27r) Nu von den anderen czaychen da pey man erkenen mag dz got mit genaden wurck in der sel ist czu mercken...) … — … do wedarf man nit ferer frogen dz got da ist. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 64v-70r (Nürnberg StB 1, S. 310, Nr. 12).

27r-31v Fünf Artikel von Vollkommenheit. Merck funf stuck die stenen jn dem hochsten grad der volkumenhait: Das erst halt dich abgeschaydenlich, dz II halt dich inerlich, dz III halt dich leuterlich, dz firt halt dich aufgeczogenlich, dz funfft halt dich ordenlich. So ist das abgeschaidenlich gelebt; da der mensch gebaltig ist seiner wegird, da es sich kert mit seiner gir von allen vnordenunge vnd kert sich in got. (27v-28r) ›abgeschaidenlich‹. So ist das abgeschaidenlich gelebt ... (28v-29r) ›jnerlich leben‹. So ist das jnerlich da der mensch wat er czvil noch czu wenig thut ... (29r-30r) ›leuterlich‹. So ist das leuterlich da der mensch merckt mit fleysz ... (30r-31r) ›aufgeczogenlich‹. So ist das aufgeczogenlich da der mensch mit seiner gre (?) gericht ist jn dem himel ... (31r-31v) ›ordenlich‹. So ist das ordenenlich da der mensch fleysz hat dz allen dingen recht geschech … — … vnd verpotn ist vnd nach ordenong der heiligen cristenhait. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 70r-72v (Nürnberg StB 1, S. 310, Nr. 13).

31v–32v Spruch über Selbsterkenntnis. ›Der ist ein weysz mensch der sein selber barnymt‹. Ein lerer spricht, den halt ich fur einen weysen menschen der sein selber wol war nymt … — … vnd durch das verdinen seines lieben sunns vnsers herren Jhesu Christi. Findet sich auch in München, Universitätsbibliothek, 4° Cod. ms. 482, fol. 56v-57r (München UB 1, S. 136).

32v–34v Quaestio zum Willen Gottes. ›Ein frag‹. Ees [!] ist ein frag wasz da ist der will gotes, so halten dz die cristenlichen lerer gemaincklich mit ein ander vnd ist kainer da wider … — … in kain ander weysz kann es nit gesen noch nach kainem andern sin mag es mit nichte gesein. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 16v ff. (Nürnberg StB 1, S. 309, Nr. 7a) und Cent. VII, 38, fol. 237r (Nürnberg StB 1, S. 334, Nr. 33) - auch diese Handschrift stammt aus dem Nürnberger Katharinenkloster.

34v–40v Quaestio, warum die Menschen eher zum Bösen als zum Guten geneigt sind. Es ist ain frag war ausz kum das alle menschen genaigt sein czu dem posen dan zu dem guten … — … nit verderben durch dein gruntlose parmherczigkait vnd durch dz verdinen deines lieben suns Jhesu Christi. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 72v-76r (Nürnberg StB 1, S. 310, Nr. 14).

40v–42v Exzerpte aus Augustinus und Bernhard. ›Merck‹. (40v–41r) von Gottessuche. Es ist czu mercken alsz sant Augustinus vnser heiliger vater spricht nyemant findet got er such in den … — … vnd nymant stercket got er weger sein dan. Findet sich auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 31r-v (Nürnberg StB 1, S. 310, Nr. 8). (41r–42v) Sechs Schäden von mangelnder Selbsterkenntnis. ›Sanctus Bernhardus‹. Sant Bernhardus spricht welcher mensch sein selber nit war nymt der vall in sechs grosz mercklich scheden … — … den ein frumer mensch der sein selber war nymt den naturlichen tot. In der vorliegenden Handschrift ein weiteres Mal enthalten auf 253v-254v; sonst auch überliefert in: München, Universitätsbibliothek, 4° Cod. ms. 482, fol. 57r (München UB 1, S. 136).

42v–43v Quaestio, ob man eine Tugend besitzen könne, ohne auch im Besitz aller anderen Tugenden zu sein. Es ist ein frag ob man ein tugent mug gehaben on die andern dz ist czu versten auf volkumen tugent wan het der mensch all tugent geubt pysz on einen … — … das man sich mit allen tugenten czu im ker nit mit einer vnd der andern nicht sunder mit allen tugenten vnd mit allen krefften der sel, amen. Gedenckt mein gegen got swester Regina im leben vnd auch im tot vnd meines vaters sel. Die Schreiberin, die sich auf 43v nennt, ist nicht näher identifizierbar. Der Text findet sich jedoch auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 29, fol. 26r ff. (Nürnberg StB 1, S. 309, Nr. 7c).

44r–51r Johannes Tauler: Predigt V3 (Exzerpt). ›Von leiden spricht der Thauler‹. Es ist ein mirr dy got geit daz ist welcherlay leiden das sey ynwendig oder auswendig, dye mirr in der mynn ausz dem grund zu nemen da sy got ausz geit … — … hye von wuechs ein edels rechlein am zweidlein des edlen weirachszkornlein. Edition: Die Predigten Taulers, Nr. 3, S. 17,21–20,1; siehe dazu auch: Mayer Die 'Vulgata'-Fassung, S. 232. Nach diesem Exzerpt folgt unter der Rubrik mer ein auszzug vom leiden noch die Passage: Nu nem wir dz ander wort fur vnsz daz Christus sprach mein purd ist ring da maint man den eussern menschen aff den manigueltig kumer vnd leiden velt.

51r–54v Johannes Tauler: Predigt V6 (umgearbeitet). ›Esz sprich der Thauler in einer predig‹. Eya myniglicher got wer sind nun disse menschen den dy purd gottes allzeit leicht vnd suesz vnd mynsam zu tragen ist … — … vnd lassen kinder das got allso in vnsz wurck seine werck des helff vnsz got. Amen. Edition: Die Predigten Taulers, Nr. 6, S. 27,19-28,17; s. auch Mayer Die 'Vulgata'-Fassung S. 232.

55r–v Heinrich Seuse: Vita (Exzerpt; Kap. IL). Hab ain eingetanen wandel vnd bisz nit auszprüchig weder an worten noch an wercken noch an wandel … — … man sol in nemen nach der warhait dz helf vns got, amen. Edition: Heinrich Seuse Deutsche Schriften, S. 163,15–27; zudem s. ebd., S. 10* sowie Hofmann Seuses Werke, S. 135.

56r–75v Buch von geistlicher Armut (Auszug). ›Vom leiden merck eben‹. Der trit weg der da gehort zu ainem armen leben da man got innen schauet ist das alles das den menschen gaistlichen tottet das er sich darein geb vnd es nit fliech vnd das haisset gaistlich ertottet … — … der ist got vngeleich vnd da von ist er sein vnwirdig; dz wir dz ervol....lgen dz helf vns got amen‹. Edition: Denifle Das Buch von geistlicher Armuth, S. 138,31–144,38 (II,58-65); s. zum Text und seiner Rezeption 2VL 1, Sp. 1082-1085.

75v–76r Von Leiden und Gnade. ›Merck gut ler‹. Got maint es so in groszen trewen, wan er dem menschen leiden gibt, als so er gnad gibt vnd andacht … — … Er geb ir vor ain neue kraft götlich liecht zu leiden etc.

76r–76v Von der größten Gottgefälligkeit. ›dz ist etwz (?) gutz‹. Die höchst ere die wir got erbieten mugen vnd dz maist da durch wir vns im beraiten kunnen ist das wir vnd [!] seczen oder sencken in ain iecklich gab dar yn vns got haben wil … — … so verruckt er vnd verderbt vns die gab dar ynn wir vor gewessen sein etc. Deo gratias.

76v–77v Traktat über den 'appetitus irascibilis'. ›merck von der zornligen kraft‹. Der mensch hat von natur ain kraft vnter andern ynwendigen kreften genant die zornig kraft; die selben sol er richten auf III, dz erst wann er erczurnt wirt … — … dz er dann sein trost sůch an vnserm herrn vnd an nyeders anders, amen. (77av) Sprüche/Sprichworte. Nach den drei Punkten von der zornligen kraft folgen noch: ein Augustinus zugeschriebener Ausspruch (Augustinus spricht dz (?) ist nit ain rechter kristen mensch der nit alczeit hie in leyden erfunden wirt), das Bibelwort man sol die edlen margritten nit fur die schwein werffen, sowie derSpruch Hab Ihesum in deinem herczen, er vertreibt dir laid vnd schmerczen. (77ar–v) leer.

78r–125v(?) Kuttenmann: 'Vom Reuer, Wirker und Schauer'. ›Hie nach volget ein guete nucze ler wie man kumpt zu einem tugentlichen vnd volkumen leben. Merck eben‹. Seit das ist das gott den menschen hie in disser zeitt also yn ein freiheit geseczet hat das er mag greiffen vnter sich oder vber sich hoch oder hoher oder allerhochst ... (84r-93v) Teil I. ›Von dem ersten tail den der rewer sol haben dz ist verlangen sein selbs‹. In dem namen des heren wer nach mir will kumen der verlangen sein selbs ... (93v-117r) Teil II. ›Von dem andern tail den der wircker hat dz ist er sol sich selber leiden dz creucz zu tragen‹. Nym auff dich dein creucz vnd folg mir nach ... Auf 94r auffällig viele Korrekturen (insbesondere Streichungen in Rot); auf 102v dann die Rubrik merck, gefolgt von den Worten: Jtem merck du pist mer geneigt zu seiner parmherczigkeit den zu seiner gerchtigkeit; auf 105v-106r neben dem Text Zeilen-Markierungen; auf 112r die Rubrik merck eben, gefolgt von den Worten Lieber mensch pistu dar zu kumen vnd ist dir geschehen als hie gesagett ist vnd das du vnuerdrossen pist zu den wercken der gehorsam. 117r-125v(?) Teil III. ›Der trit tail den der schauer sol haben dz ist ein wares nach volgen dem hern Ihesu Chr[ist]‹. Uolg mir nach, eya lieber herr; wa pistu lieber mensch … — … so soll er fleisz thun durch sein mitleiden das schefflein zu erkucken. Der Text ist nicht zuletzt auch überliefert in München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 458, fol. 51r-88v (München BSB 5,3, S. 329, Nr. 9; die Handschrift stammt aus Rebdorf) und München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 452 (München BSB 5,3, S. 303, Nr. 2; die Handschrift gehörte den leyen brüder zu Rebdoff [!] in das gemein); zum Text, seinem Verfasser und seiner Überlieferung s. sonst 2VL 5, Sp. 472-474, 2VL 11, S. XIV und Sp. 903 f.; zur weiteren Überlieferung auch Handschriftencensus.

126r-131r Traktat über die Erlangung der verborgenen Freundschaft Gottes. ›gute ler‹. Wyr mussen vns zu dem geistlichen beschawetten leben bereitten wollent wir kumen zu der verporgenen frewntschafft gottes … — … darum sich das dein hercz in solchen dingen allen sey vnd beleib gekerett zu gott.

131r–136v Heinrich Seuse u.a.: Vita XX (Exzerpt) samt Erweiterung. ›Von vnzellichem groszem leiden da der diener eins mals ein kam. Merck eben‹. Der dyner was eines mals fast in grossem leiden daz alle sein natur darab erzittert … — … vnd auch durch hilff vnd furpittung sancte Cristofferi des hochwirdigen vnd loblichn martrer des helff mir vnd euch der ewig gott. Amen. Da pey gedenckt s. Rossina vnd begere wer sich disser lere woll pessern vnd sie lessen das er mein gedunck im leben vnd im tod thut mir sicher nott; vnum ave Maria. Der Text beginnt mit einem Auszug aus dem XX. Kapitel von Seuses Vita, der bis 133v reicht; s. zu dieser Passage die Edition in: Heinrich Seuse Deutsche Schriften, S. 57,25–58,30 (s. zudem Hofmann Seuses Werke, S. 135). Nahtlos an diese Passage anschließend folgen mehrere Seiten, die damit offenkundig eine textliche Einheit bilden und mit einem Verweis auf Eusebius einsetzen; zu Heinrich Seuse und seiner Vita s. 2VL 8, Sp. 1109-29. Die auf 136v genannte Schreiberin (Schwester Rosina) ist nicht zu identifizieren. Die D-Initiale zu Beginn des Textes auf 131r mit 'Ihesus'-Monogramm im Binnenfeld. (137r) leer.

137v–147v Heinrich Seuse: Brief (Großes Briefbuch, XII). ›Ein trostlicher send prieff hat der lieb vater Heynricus Sews gesendet seiner lieben geistlichen dochter die in leiden was sy do mit zu trosten in got etc.Nigra sum sed formosa filie Jherusalem etc. Also stet geschriben in dem puch des lobgesangs. Die döchter von Jherusalem hetend ein ansechen an her Salomonis auserwelten frawen … — … wan darnach so get nit anders dan ewige frewd zu der helff mir vnd dir der milt Jhesus. Amen. Edition: Heinrich Seuse Deutsche Schriften, Großes Briefbuch, Brief XII, S. 439,9-444,2 (die vorliegende Handschrift dabei als g1 bei der Edition benutzt, obwohl sie einen „ziemlich fehlerhaften Text“ bietet; so ebd., S. 25; zudem s. ebd. S. 10*); zu Seuse s. überdies beim vorhergehenden Text.

147v–161r Johannes Tauler u.a.: Traktat (anonym)/'Heilsame Lehre aus dem Tauler' und andere Exzerpte. ›Ein auszgezochene nucze vnd hailsame ler ausz dem Tauler die merck mit vleisz ist dir not vnd leg die zu werck dis ist dir nucz etc.‹ (147v–149r) Du solt wissen, das der mensch jn grossem getreng der anfechtung wie die ymer sein sol sich wiligclich in die angst geben vnd also sprechen: Herr wiltu mich in diser pein … — … Dise menschen maynen das jne got fer sey vnd er ist jne aller nechst. (149r–149v) Zum Vorzug des Tadels vor dem Lob. ›Merck mer ein gutes pisslein‹. Item der mensch hat dem vil mer zu dancken der in schilt den dem der in lobt … — … vnd furet seinen schilt vnd wapen oder zaichen das das leyden ist etc. (149v–154r) Vom Dulden zum Lob Gottes . ›Wie man dz leiden zu lob got tragen sol‹. Item (?) du solt nit sprechen, ich leid es pillichen wan ich han es wol verschult, sunder du solt got loben das er dir gibt den schilt seines suns zu tragen … — … dise menschen sein jn warem frid in rechter gedult sy befelhen alle ding dem obersten richter etc.

154r–161r Traktat über den Empfang der Kommunion. ›Wie der mensch sich sol halten der offt zu wil gen schreibt ein gelerter andechtiger vater seinen geistlichen kinden, etc.Dje menschen die do offter vnd mer wellen zum h. sacrament gen den der gemain mensch, die bedurffen auch mer vnd ander geschickligkeit wen die gemainen ding … — … in diser regel sey aller ewer fleysz vnd nach jr richt ewr leben das Jhesus sey ewr end. Amen.

161r–163r [Thomas Hemerken von Kempen]: De imitatione Christi (Auszug, Buch II, 5. Kap; dt.). ›Von war nemen sein selbs gezogen ausz dem nach volgen Christi im (?) V caa (?) Thomas Kempis etc.Dv solt nit zu viel gelauben dir selbs wan dir gepricht dick der syn vnd genaden … — … ware frewd des herczen ist allein der einig ewig vngemessen got der alle ding erfullet etc. Für die Göttinger Handschrift s. Bauer Die oberdeutsche Überlieferung S. 131, Nr. 6; für einen Überblick über die verschiedenen volkssprachlichen Übersetzungen, die sich in eine Reihe von Sprach- und Überlieferungsgruppen aufspalten 2VL 9, Sp. 862-882 (speziell 871ff.); zudem Williams-Krapp Die süddeutschen Übersetzungen, S. 76.

163r–170v [Thomas Hemerken von Kempen]: De imitatione Christi (Auszug, Buch II, 12. Kap., dt.). ›Von dem weg des kreuwcz Thomas Kempis an dem XII capitel, etc.Das zaichen des krewczes wirt sein in dem himmel wen der herr wirt kumen zu richten dy lebendigen vnd dy toden … — … wan durch vil trubsal mussen wir ein gen in das reich der himel, etc. Pit got fur die schreiberin .s. Veronica Hoffmanin, etc. Vgl. Bauer Die oberdeutsche Überlieferung S. 131, Nr. 6. Zum Autor, seinem Werk und den dt. Fassungen desselben s. beim vorhergehenden Textabschnitt. Die auf 170r genannte Veronica Hoffmanin ist bislang nicht genauer zu identifizieren.

171r–175v Traktat über drei essentielle Fragen für das anfangende, zunehmende und vollkommene Leben. ›Ain gute ler‹. Es sein drey frag in den beschlossen ist alles dz einem anfachenden einem zu nemenden vnd auch einem volkummen menschen zu gehort vnd not ist … — … dz er waisz oder verstet sich etwas funden haben die vnterschaidung des wissens ist noch creatürlich vnd nit dz nechst. In deutlich anderer Fassung gedruckt bei Denifle Taulers Bekehrung, S. 137-143, wo jedoch - so wie in der vorliegenden Handschrift - das folgende Predigtfragment anschließt, das Denifle als Teil desselben behandelt (der Text der Göttinger Handschrift endet dort mit dem Explicit des folgenden Textabschnitts auf S. 143, Z. 1); überliefert auch in München, Universitätsbibliothek, 4° Cod. ms. 482, fol. 89r-91v (München UB 1, S. 137); zur Überlieferung s. Völker Die deutschen Schriften, Teil 1, S. 64-65.

175v–176v Meister Eckhart: Predigt 2 (Exzerpt). Ain andre frag. Ein mensch der etwas zeites in einem vernunftigen leben gewandelt hat der waisz doch vil vnd das selb vil wissen sindt alles pild wie mag er der ledig sten … — … vnd dz benemen mir alle die werck nit die ich ye gewurchkte. Edition: Meister Eckhart Die deutschen und lateinischen Werke, DW I, 2, S. 25,2-26,5 und und Steer - Vogl Die bürgelîn-Predigt, S. 220,9-222,20 (ebd. S. 195 und S. 197 zur Göttinger Handschrift); allgemein zu Eckhart, seinem Werk und seiner Rezeption 2VL 2, Sp. 327-348. Das Predigtfragment ist nicht eigens durch eine Rubrik vom vorangehenden Text abgehoben, kann also durchaus als Teil desselben betrachtet werden (vgl. dazu auch beim vorangehenden Text die Angaben zum Druck bei Denifle).

176v–185r Mystische Lehre eines Meisters an seinen Jünger bzw. 'Lehre von der Einkehr'. ›ain gute ler‹. Es was vor vnlangen zeiten ein hocher maister von leben vnd kunst der het ein junger der het auch gern ein gotlich leben gefurt vnd sprach zu dem maister … — … darvmb er auch ob er in dissem volhart (?) der marter kron im ewigen leben wirt enpfahen, etc. Findet sich etwa auch in Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 38, fol. 229r-232r (Nürnberg StB 1, S. 334, Nr. 30); ebenso in München, Universitätsbibliothek, 4° Cod. ms. 482, fol. 16r-19r (München UB 1, S. 135) oder München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 627, fol. 264rb-266ra (wo ebd. am Beginn des Textes auch der oben auf 77av der Göttinger Handschrift zu lesende Satz steht: "Sant Augustinus spricht das der nit ist ein warer Cristen mensch der da nit stetiklich in diser zeit in leiden funden wirt"; vgl. München BSB 5,4, S. 263, Nr. 13).

185r-190v Von der Abgeschiedenheit. ›ain gute ler von abgeschaidenhait‹. Abgeschaidenheit ist nit anderst dan das der gaist des menschen als vnbeweglich stee in allen zufellen liebs vnd laids lasters vnd eren … — … zu haben ein auf erhebt ernsthaft gemut dz da sey in einer ledigen schweigenden styl. Der Text basiert wesentlich auf Passagen aus Meister Eckharts 'Von abgescheidenheit' (zu Beginn) sowie aus den Predigten 101 und 104 (Fassung A); s. dazu Meister Eckhart Die deutschen und lateinischen Werke, V, S. 377-469, hier S. 400,1, S. 411,12-412,2, S. 423,1-8, S. 425,5-427,3 sowie Meister Eckhart Die deutschen und lateinischen Werke, IV/1, S. 279-367 (bzw. S. 282 zur Göttinger Handschrift) und S. 493-610 (hier S. 494 zur Göttinger Handschrift und ihrem Text). Er findet sich in dieser Form auch in München, Universitätsbibliothek, 4° Cod. ms. 482, fol. 15r-16r (München UB 1, S. 135) und München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 627, fol. 262r ff. (vgl. München BSB 5,4, S. 262, Nr. 11); Druck (nach Münchner Handschrift): Spamer Texte aus der deutschen Mystik, S. 113,1-116,10.

190v–193v Traktat über das hl. Sakrament. ›Von dem h. sacrament‹. Das heilig sacrament ist gesenckt in dem gelauben dar vmb thon die gar vnrecht vnd totlich, die da begern entpfintlichen trost lust oder sussigkeit in dem sacrament … — … das wir in dort ewigklich fynden das helf vns die heilig driueltigkeit. Amen.

193v Hl. Thomas (?; zugeschrieben): Spruch über die Anzeichen zunehmender oder abnehmender göttlicher Liebe. ›Sanctus Thomas spricht‹. Wiltu wissen ob du in der lieb gottes zu oder ab nemest, das merk dar an … — … vnd als vil die lieb der zeitlichen ding in dir auff get als vil geet götliche lieb vnter etc.

194r–v Spruch über den Sündenfall bzw. über die Abkehr Adams von Gott. Man spricht darum das Adam den apfel assz sey er gefallen vnd damit verlorn dz paradeis … — … dar ich pin hundert mal tieffer gefallen vnd ferrer ab gekert dann Adam.

195r–197r Traktat von der inwendigen Einkehr. Gut wiliger mensch pistu vil zeit vnd jar vmb geloffen in deinem synen vnd in deinem gutdunckenden willen, vnd suchest alles den heren von aussen mit manigerhand weis … — … Aber das leiden Ihesu Cristi soltu dir niemant lassen ab sprechen got nem dir es dann selber, so lass dich got on alles wider sprechen. Zu diesem Text s. Völker Die deutschen Schriften, Teil 1, S. 112 mit weiterer Literatur und Überlieferung; zudem Quint Neue Handschriftenfunde, S. 109 und S. 120 f.; auch überliefert in Augsburg, Universitätsbibliothek, III.1.4° 35, fol. 155r-156v (Augsburg UB 2,1, S. 340, Nr. 12); zudem in Augsburg, Universitätsbibliothek, III.1.8° 23, fol. 24r-28r (Augsburg UB 2,1, S. 477, Nr. 6) und München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 782 (München BSB 5,5, S. 327, Nr. 1); siehe dazu auch bei Predigt im Kontext.

197r–199v Augustinus (?): Spruch über die Bekehrung des Menschen durch das Leiden. ›Sanctus Augustinus spricht also‹. Als pald sich der mensch bekert vnd sich gibt in ein sterben der creatur vmm goczwillen, als pald wirt er leiden die zungen der durch echtung … — … vnd das behelt sy alles auff dem weg gottes vnd pringt in grossen lon etc.

200r Spruch eines Lehrers über die Relevanz von fremden Exempla und Selbsterkenntnis. Ein lerer spricht wie wol es gut ist dz man fragt vnd erfert vnd auch bekennt was gute vnd heilige menschen gethon vnd geliten haben … — … vnd in ym würckt vnd war zu in got wolt nuczen oder nit etc.

200v–230r Traktat über die Gottesliebe. Es spricht ein lerer kain ding ist dem liebhaber gocz [al]s lüstlich dan das er seines lieben aigen ist vnd das er berait ist alle ding vmb gocz willen zu enpfahen … — … vnd gefellig in den clainen gaben als in den grossen vnd dir mer vmb den hern zu thon sey dann vmb sein gab, etc. Ausz ganczer lieb geschriben zu einer angedenckung gegen got s. Birgitta. Der Text enthält auf 225v-226v und 230r–230v Fragmente aus Meister Eckhart 'Die rede der underscheidunge' (s. dazu Meister Eckhart Die deutschen und lateinischen Werke, DW V, S. 224,5-6, S. 224,9-225,5, S. 225,6-10 und S. 227,5-7; diese Fragmente der Göttiger Handschrift ebd. ediert auf S. 141-142; zum Text s. überdies 2VL 2, Sp. 327-348, hier Sp. 331-332 und 345). Die sich auf 230r nennende Schreiberin ist nicht identifizierbar.

231r–232v Heinrich Seuse: Gebet vor Empfang des hl. Abendmahls (Büchlein der ewigen Weisheit XXIII). Eya du susse gymm du wunyklicher paradisz apffel in deines vetterlichen pluenden herczen … — … mug nyessen mit allen gotz heiligen, mug nyessen in dem ewigen leben. Amen. Edition: Heinrich Seuse Deutsche Schriften, S. 303 (ebd., S. 16* mit Nennung der vorliegenden Handschrift; s. zudem Hofmann Seuses Werke, S. 158; Klapper 4, Nr. 99, S. 352; allgemein für einen Überblick zu Seuses Schriften und Überlieferung s. 2VL 8, Sp. 1109-29. Das Gebet ist u. a. überliefert in der Handschrift Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. VII, 38, fol. 119v-121r (vgl. Nürnberg StB 1, S. 330, Nr. 11), die auch noch zwei weitere in der vorliegenden Handschrift vorhandene Texte enthält (s. oben zu 32v-34v und 176v-185r). (232ar–232hv) leer.

232r–242r Sendbrief über wahre Gelassenheit. ›Das ist ein geistlich sent priff‹. In nomine domini liebe swester in Christo ewr anligen vnd klagen han ich woll vernummen vnd yr doch do pey merckt das dy ware gelassenheit ist der recht grun[t] … — … vnd must in leyden streben vnd in hoffnung leben on end. Anders als noch in 2VL 11, Sp. 1423-1424 angegeben, ist dieser Sendbrief also nicht allein in München, Bayerische Staatsbibl., Cgm 4715 überliefert (einer Handschrift aus dem Kloster Marienstein bei Eichstätt, das zu Beginn unter der Leitung der Dominikaner, dann des benachbarten Augustiner-Chorherrenstifts Rebdorf stand). Druck: Bihlmeyer Kleine Beiträge, S. 56-57.

242v–256v verschiedene Exzerpte, besonders aus Kirchenvätern. (242v–243v) Sechs Punkte für Gottesnähe. ›Merck gůte stücklein‹. Wer in dissem leben sunderliche haimligkeit mit got haben wil der můsz sich fleyssen, das er hab zum ersten ain raines hercz … — … alweg in seinem herczen zum besten keryn (?). (243v-244r) Regeln, um Ruhe und Frieden im Hl. geist zu finden. ›Merck‹. Halt dich abgeschaydenlich vnd in ton vnd lassen halt dich ledigelich vnd enpfach alle ding von got gelaszenlich … — … So vindestu rů vnd frid in dem heiligen gaist. (244r) zum Stellenwert des Leidens. ›Wan dir leiden zu gat‹. So grusz dich bitrigkait ob aller bitrigkait vol aller gnaden vnd siesigkait … — … So sprech ich doch dz hy hel wer vnd mer dann hel, deo gratias. (244v) von Tugenden. Wer in tugenden wil zu nemen der musz altag anheben … — … vnd kain zeyt müszig vertreyben, etc. (244v) Ysaias spricht der wirdig prophet … — … nach dir stat meins herczen begir; bit got fur Susana Von der hier genannten Susana, die als Schreiberin des Abschnitts 242v-244v zu betrachten, aber nicht identifizierbar ist, könnten noch weitere Teile der Handschrift stammen (s. zur Schrift). (245r-249r) Regeln für ein gottgefälliges Leben. ›Es ist zu wissen daz der mensch nie volkumen ward der nicht ein vnvolkumen menschen bes im geleiden man‹. Wer in tugenden wil zu nemen der musz altag anheben … — … vergib vnsz vnsern schultiger wann sy lieben in got alle ding etc. (?) (249v-250r) Regeln zum Umgang mit Kritik. ›Merck gutte stucklin‹. Item der mensch hat vill mer zu dancken dem der in schilt dann dem der in lobt … — … wann man mag wol in einem werck teglich gebrechen begen vnd dannocht lon verdienen. Siehe dazu auch oben 149r-194v. (250r-253v) Zwölf Punkte von bösen Worten. ›Merck von worten‹. Zum ersten verschult man sich, so man des nechsten spottet doch ist es nit tod sund … — … vnd sunst jn swere ding vellet on den rat daz ist todsund. (253v-254v) Sechs Schäden von mangelnder Selbsterkenntnis. ›Von VI scheden den sein selbs nit war nimt‹. Sant Berhart spricht welcher mensch sein selben nit war nymt der volt in drey in VI grossz scheden. Der erst daz ers sellten oder nymmer on todsund lebt … — … dann der mensch der seinn selber war nymbt den naturlichen todt. Entgegen der Ankündigung der Rubrik werden hier nur fünf der sechs Schäden genannt, die in diesem Text behandelt werden, der in der vorliegenden Handschrift schon zuvor enthalten ist (41r–42v; zum Text und seiner Überlieferung s. dort). (254v-255v) Fünf Staffeln zur Tugend. ›Ein gutte lerr‹. Eyn yetlicher mensch der do stellen vnd kumen will zu tugent der sol alzeyt war nemen des ein sprechensz des heyligen gaystes das er auff ge disze funff staffel … — … Daz funfft daz der mensch frolich vnd gedultigklich leyd alles daz got vber den menschen verhenget. (255v-256r) zum Vergessen Gottes. Ein gutter trost ist daz dein menschen der gottes jn der wyderwertigkait nit hat vergesszen … — … vnd dan ruffen wir zu got vmb hilff. (256r-256v) Augustinus (?). Sant Augustinusz spricht es sind drey leyden in dem der mensch verdinen mag die kron des ewigen lebens. Das erst ist ein angeporens leyden … — … Du solt nymant hyn wider schelten, der dir ybel thut dem thu du wol, daz ist zu einem volkumen leben gut. Eufrosina. Die auf 256v genannte Schreiberin ist vorerst nicht genauer zu identifizieren.

257r-275v Mosaiktraktat, bestehend aus Teilen 'Vom adel der sêle' und einer Predigt Meister Eckharts. (257r-258r) 'Von dem adel der sêle' (Teilstück). Ein mensch ward gefragt wes im geprech, da sprach er armutt; was ist armutt des dir gepricht, da sprach er, ich heysz nit ein arm mensch … — … Nun nym ich mich des an das mein nit ist. 2VL 11, Sp. 16–18, hier Sp. 16. (258r–275v) Meister Eckhart: Predigt 52 (Auszug). Die selligkeitt thet auff den mundt der weiszheit vnd sprach … — … Das himelreich ist irer, dz helff vnsz gott bevynden ewigclichen. Amen. Gedenckt in gott [...] swester Justine. Zum Text der Predigt und ihrem Autor s. Theisen Predigt und Gottesdienst, S. 263–266 sowie 2VL 2, Sp. 327-348 (hier speziell Sp. 331-332 zum dt. Predigtwerk). Edition: Meister Eckhart Die deutschen und lateinischen Werke, DW II, S. 478-524, Predigt 52); der Text der Göttinger Handschrift beginnt ebd., S. 486 und reicht bis S. 505,27; zur Göttinger Handschrift und ihrem Text s. auch ebd. S. 478. Die auf 275v genannte Schreiberin, Schwester Justine ist nicht genauer zu identifizieren.

276r-v leer, abgesehen vom Besitzvermerk auf 276r: das buͤchlin gehert muͤter Clara layin von s. Appolonia Kastner ewer getrewe s. in Christo.


Abgekürzt zitierte Literatur

Augsburg UB 2,1 Deutsche mittelalterliche Handschriften der Universitätsbibliothek Augsburg: Die Signaturengruppen Cod. I.3 und Cod. III.1, bearbeitet von K. Schneider, Wiesbaden 1988 (Die Handschriften der Universitätsbibliothek Augsburg 2. Die deutschen Handschriften 1)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
Göttingen 2 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 2: Universitäts-Bibliothek: Geschichte, Karten, Naturwissenschaften, Theologie, Handschriften aus Lüneburg, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover. Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen 2)
Handschriftencensus Handschriftencensus. Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters. Online-Datenbank: https://handschriftencensus.de/
München BSB 5,3 Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München, Bd 3: Cgm 351–500, beschrieben von K. Schneider, Wiesbaden 1973 (Catalogus codicum manuscriptorum Bibliothecae Monacensis 5,3)
München BSB 5,4 Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München, Bd 4: Cgm 501–690, beschrieben von K. Schneider, Wiesbaden 1978 (Catalogus codicum manuscriptorum Bibliothecae Monacensis 5,4)
München BSB 5,5 Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München, Bd. 5: Cgm 691–867, neu beschrieben von K. Schneider, Wiesbaden 1984 (Catalogus codicum manuscriptorum Bibliothecae Monacensis 5,5)
München UB 1 Die deutschen mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek München, Bd. 1, beschrieben von G. Kornrumpf und P.-G. Völker, Wiesbaden 1968 (Die Handschriften der Universitätsbibliothek München 1)
2VL Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 12 Bde., hrsg. von K. Ruh u. a., 2., völlig neu bearbeitete Aufl., Berlin/New York 1978–2005, Ergänzungsbde.: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, Bd. 1–3, hrsg. von F. J. Worstbrock, Berlin/New York 2005–2015
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der abendländischen mittelalterlichen Handschriften der SUB Göttingen Volkssprachige Handschriften.
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