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Beschreibung von Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 4° Cod. Ms. theol. 50
Patrizia Carmassi, in: Katalog der mittelalterlichen lateinischen Handschriften der SUB Göttingen. Teil II, beschrieben von Patrizia Carmassi und Christian Heitzmann. (in Bearbeitung)

Biblia sacra cum argumentis. Novum Testamentum. Epistolae Pauli cum glossa

Pergament, Papier — XXI, 194, XXI Bl. — 26,5-27 × 17-17,5 cm — Nord-Frankreich (Normandie?) (?) — 12. Jh. Zweite Hälfte

Wasserzeichen (Vorsatzblätter): 1. Fauna - Vierfüßer - Löwe - ganze Figur - im Doppelkreis, mit Krone - mit Umschrift - Pfeile, Speer und Sockel (VRYHEIT) - ohne weitere Beizeichen. Umschrift: Pro patria eiusque libertate.: WZIS DE3270-theol50_III. Holländisches Papier, im 18. Jh. sehr geschätzt. 2. Buchstaben/Ziffern - zwei Buchstaben - GR - im Kreis - Krone und Zweige: WZIS DE3270-theol50_II. Lagen: 1 Bl (I). II (V). 2 III (XVII). III-2 (XXI). 23 IV (184). IV+2 (194). III-2 (XXV). 2 III (XXXVII). II (XLI). 1 Bl. Lagenzählung (römische Zahlen, ab Lage VIII sichtbar). Zu fol. 194 s. unten. Moderne Foliierung (19. oder 20. Jh.) mit arabischen Zahlen (schwarze Tinte), nicht durchgehend ausgeführt. Vorsatzblätter nicht foliiert. Fol. 191-192 gehören nicht zum ursprünglichen Buchblock. Pergament stark wellig, teils mit Quetschfalten. Flecken und Feuchtigkeitsränder. Letztes Blatt (ehem. HS) mit Fehlstellen und fleckig. Starke Verfärbung bei fol. 27-32, teils kleine Einrisse an den Blattkanten. Farbenabrieb an der Initiale auf fol. 2r. Einspaltig. Layout für Glossierung angelegt (s. u.). 18 Zeilen. Glosse bis ca. 59 Zeilen. Schriftraum: 18 × 6,5 cm, bei glossierten Seiten Schriftraum bis 24 x 16 cm. Carolino-gothica für Text und Glosse. Auszeichnungsschrift für die ersten Worte der Epistel, gestrichelt, verziert, Majuskel (Mischschrift, Capitalis und Unziale). Nota bene und Korrekturen oder Ergänzungen aus verschiedenen Händen und Zeiten. Im ersten Teil auch moderne Kapitelangaben am Rand (ab dem 18. Jh.). Die Glosse wurde später, wahrscheinlich vor dem Ende des 12. Jh., von einer anderen Hand hinzugefügt. Rubriziert und gestrichelt. 1. Eine zehn Zeilen (12 cm) hohe Rankeninitiale zu Beginn des Bandes mit figürlichen Elementen (Drachenkopf, Hunde). Initialkörper farbig abgestuft, mit Punkten verziert. Außengrund in den Farben Blau und Rot, schwarz konturiert, rechteckig, teilweise getreppt, mit weißem Dreipunktmuster dekoriert. Der P-Bogen in einem Drachenkopf endend, der den Buchstabenstamm beißt. Buchstabenstamm mit Punktverzierung und in der Mitte eine Spange mit Sternblüte auf schwarzem Grund. Binnengrund in Gold. Als Ausläufer Halbpalmetten und Dreiblatt. Im Binnenfeld der Initiale P Spiralranken in Rot und Blau, im Rankenwerk kletternde Hunde. In der Mitte des Binnenfeldes endet eine Ranke mit einem breiten Blatt, mit Punkten verziert, ähnliche Form wie in Maidstone, Maidstone Museum, MS P.5 (= Teil der Lambeth Bible), fol. 63r, siehe D. M. Shepard, Introducing the Lambeth Bible. A study of text and imagery, Turnhout 2007, S. 53, Abb. 25 ("large-scale foliate elements"). Farben: Gold, Rot, Gelb, Hellgrün, Hellblau, Beige (für die Hunde), Schwarz. 2. Fünf bis dreizehn Zeilen hohe Silhouetten-Initialen, mit partiell gespaltenem Stamm, in den Farben Rot und Blau, gelegentlich Gelb als Schattierung, zu Beginn der einzelnen Epistel. Langgezogener Buchstabenkörper, konturbegleitende Linien in der Gegenfarbe, durch Bögen unterbrochen, diese teilweise schraffiert, vgl. Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Theol. lat. 224, Rochester, in Fingernagel Ill. Hss. 4.–12. Jh., Kat. 120, Abb. 340-341, S. 200. Spaltfüllung mit Punktreihen. Ein Wellenband als Basis des P-Stammes oder gelegentlich als Ausläufer Silhouettenornament. 3. Ähnliche zwei bis sieben Zeilen hohe Silhouetten-Initialen im kleineren Format zu Beginn der Argumenta, manchmal aber auch schlichter und ohne Besatz. Titulus currens auf der Rectoseite in roter Tinte mit abgekürzter Angabe des biblischen Buches, allerdings nur bis fol. 159r. Ab hier auch die Silhouetten-Initialen oft nur in der Farbe Rot ausgeführt, ohne Gegenfarben (dies auch bei Initiale P fol. 144r). Die Rankeinitiale fol. 2r entspricht dem sog. "channel-style", dazu generell Fingernagel Ill. Hss. 4.–12. Jh., Kat. 90, S. 100-101. 2r, Rankeninitiale: P(aulus). Silhouetten-Initialen: P(aulus). 38r, 72v, 95v, 106v, 125v, 133r, 140r, 144r, 153r, 160r, 164r, 166r: M(ultifarie).

Einband des 18. Jh. Pappdeckel mit grün gefärbtem Schafleder überzogen. Vergoldung im Spitzenstil, beide Deckel mit gleicher Gestaltung, im sog. "Harleian Style" (England, 18. Jh., ca. 1720-1790), hier ohne zentrales Motiv. Vgl. D. Pearson, English bookbinding styles 1450-1800. A handbook, London 2005, S. 79-82, 182, Col. pls. 15.1-15.6 (Bindings from the second quarter of the eighteenth century); H. M. Nixon, Harleian bindings, in Studies in the book trade in honour of Graham Pollard, hg. von R. W. Hunt und G. Pollard, Oxford 1975 (Publications. Oxford Bibliographical Society 18), S. 153–194. Ähnlich den Einbänden von Christopher Chapman, s. ibid., S. 175-182. Steh- und Innenkanten mit Rollen vergoldet. Auf dem Rücken Goldprägungen mit floralem Muster. 5 Bünde, mit eingeprägten goldenen Linien hervorgehoben, Inhaltsangabe in goldener Prägung auf braunem Feld: S. PAULI EPISTOLAE MSS Oben ein gelber Klebepunkt, unten ein aufgeklebter Papierzettel mit aktueller Signatur. Auf VD und HD Spuren von jeweils zwei schwarzen abgeschnittenen Bändern vorhanden. VS, HS und die den Spiegeln gegenüberliegende Seite vom ersten bzw. letzten Vorsatzblatt mit marmoriertem Papier übergeklebt. Typus: Kamm-Marmor in den Farben Rot, Orange, Hellblau, Weiß. Vgl. Pearson, English bookbinding, Col. pl. 6.2: "a typical comb-marbled pattern of the later 17th century, used as endleaves". Auf VS aufgeklebter Auszug aus Meyers Katalog zu dieser Handschrift. Vorsatzblätter aus Papier (siehe Wasserzeichen). Fol. 194 (Pergament, nicht foliiert) bildete den ursprünglichen HS eines verlorenen Holzdeckeleinbandes, worauf Spuren von Tierfraß und Verfärbung hindeuten. Kapital in drei Farben: Grün, Rot, Weiss. Kopfkapital stark verformt, gebrochen. Kopfschnitt vergraut, stark wellig, ungleichmäßiger Beschnitt. Deckelkanten oben bestoßen. Am Überzug Oberflächenabrieb, besonders an den Kanten und am VD (Fehlstellen). Rücken deformiert, mit Oberflächenabrieb an den Bünden und kleinen Rissen. Am Gelenk Oberflächen- und Materialabrieb.

Herkunft: Die ältere Geschichte der Handschrift ist unbekannt. Eine Herkunft des Codex aus Nordfrankreich (Normandie?) oder Südengland in der zweiten Hälfte des 12. Jh. (3. Viertel?) ist auf Grund von Vergleichen und dem Verbleib des Codex in England im 18. Jh. sehr wahrscheinlich. Vgl. Paris, Bibliothèque nationale de France, MS latin 14316, Decretum Gratiani, England (?) 12. Jh., letztes Viertel https://archivesetmanuscrits.bnf.fr/ark:/12148/cc750845; Paris, Bibliothèque nationale de France, MS latin 14519, Richardus de sancto Victore, Paris (?), 12. Jh. aus der Abtei St. Viktor, Paris; London, British Library, Arundel MS 490, Decretum Gratiani, Nordfrankreich, 12. Jh., Ende; Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Lat. Qu. 387, Daniel Morlanensis, wahrscheinlich Südengland, nach 1187, dazu Fingernagel Ill. Hss. 4.–12. Jh., Kat. 122, S. 127-128, Abb. 344-346; London, British Library, Burney MS 42, Ambrosiaster, Südwest-England, 2. oder 3. Viertel des 12. Jh. Starke Ähnlichkeiten in Farbgebung und Ranken mit einigen der Initialen im Codex Rouen, Bibliothèque municipale, MS 57, 12. Jh., Ende, Herkunft Abtei Jumièges (?), z.B. fol. 71v, 10r. Zu den Kontakten und dem Austausch zwischen Klöstern im anglo-normannischen Raum im 10.-12. Jh. vgl. S. Lecouteux, Les moines et leurs livres au Moyen Âge. Échanges spirituels, intellectuels, culturels et artistiques dans l'espace anglo-normand (Xe-XIIe siècle), in France et Angleterre. Manuscrits médiévaux entre 700 et 1200, hg. von C. Denoël und F. Siri, Turnhout 2020 (Bibliologia 57), S. 109-152; zum Netzwerk der Klöster im Rahmen der Brüderschaften, zu denen auch Jumièges gehörte, s. die Karten hier S. 127-130. Nach der Notiz auf fol. 193v ist es anzunehmen, dass der Band sich schon im Spätmittelalter in England befand. — Provenienz: Nach Besitzeinträgen auf fol. 1r und 190v gehörte die Handschrift seit 1743 dem preußischen Theologen, Buchsammler und ab 1731 Prediger in London, César de Missy (1703–1775). Berühmt war seine Sammlung von Handschriften des Neuen Testaments. Seine Bücher wurden nach dessen Tod bei einer Auktion im Jahr 1776 verkauft; die Handschriften sind in verschiedenen Bibliotheken zerstreut, darunter London, British Library und Glasgow, University Library (via William Hunter, 1718-1783). Vgl. Auktionskatalog: A Catalogue Of The Valuable Library Of The Reverend Mr. Cæsar De-Missy, One of his Majesty's French Chaplains, Lately Deceased; Containing A very large Collection of Rare Books in Theology, among which are all the scarce Editions of the Polyglott and other Bibles [...] Which will be sold by Auction, By S. Baker and G. Leigh [...] Beginning Monday, March the 18th, 1776 [...], [London] 1776, hier S. 52, Nr. 1621: Epistola Pauli Codex membranaceus, 4to. Der Verkauf dieser Handschrift erfolgte am 26.03.1776. In den Besitz von Missy kam 1743 auch eine Inkunabel (Psalterium cum canticis, 1481: GW M36246), die aus der Bibliothek von Edward Harley (1689-1741), Lord Harley, seit 1724 2nd Earl of Oxford, stammte. Heute ist der Band in Glasgow, University Library, Sp Coll Hunterian Bf.3.5. Für die Harley-Provenienz der Inkunabel sprechen der Einband von C. Chapman (für Harley), Angaben zum Verkaufspreis vom Antiquar T. Osborne an Missy auf dem vorderen Vorsatzblatt und die Präsenz des Bandes im Auktionskatalog der Drucke Catalogus bibliothecae Harleianae in locos communes distributus; cum indice auctorum, Vol. 1, Londini 1743. Vgl. J. Baldwin, A catalogue of the fifteenth-century printed books in Glasgow libraries and museums, vol. 1, Woodbridge 2020, P95, S. 293. Die Inkunabel in Glasgow und die Handschrift in Göttingen tragen identische Besitzvermerke von De Missy, wahrscheinlich autograph: Ex Libris Caesaris De Missy Londini. Anno Domini 1743. Vgl. zu Hunters Bibliothek auch M. Craig, The Library, in William Hunter and the anatomy of the modern museum, hg. von M. Campbell und N. Flis, New Haven 2018, S. 288-323. — Erwerb: Nach Meyer, Göttingen 2, S. 329 kam die Handschrift als ein Geschenk des deutschen Naturwissenschaftlers Johann Reinhold Forster (1729-1798) aus London im Jahr 1776 nach Göttingen. Zu Forster, seit 1780 Professor in Halle, vgl. A. Dove, Art. Forster, Reinhold, in ADB 7 (1878), S. 166-172; G. Steiner in NDB 5 (1961), S. 301-302. Ein Geschenk Forsters an die Göttinger Universitätsbibliothek aus dem gleichen Bestand der ehem. Bibliothek De Missys sind auch die Handschriften 8° Cod. Ms. theol. 3 Cim. und 8° Cod. Ms. theol. 4 Cim., beide lateinische Bibel (siehe Beschreibungen). Auf fol. 1v ein schwarzer ovaler Stempel EX BIBLIOTHECA ACAD. GEORGIÆ AUGUSTÆ, in Benutzung ab ca. 1765, vgl. Bibliotheksstempel, S. 93.

Göttingen 2, S. 329.

Latein.

(Ir) leer. Marmoriertes Papier wie auf VS darauf geklebt. (Iv) leer bis auf Zahl 1621 (siehe unter Provenienz) und aktuelle Signatur (Bleistift): Cod. Ms. theol. 50, korrigiert aus Cod. Ms. theol. 60. (IIr-XXIv) leer. Reste von zwei ausgeschnittenen Bl., die auf fol. XII folgen.

1r Verschiedene Notizen aus unterschiedlichen Zeiten. Mittelalterliche Inhaltsangabe in brauner Tinte (12. Jh.): Epistole Pauli per se. Darunter Inhaltsangabe Epistole divi Pauli (spätmittelalterlich?). Darunter Besitzvermerk des 18. Jh.: Ex libris Caesaris de Missy Londini: Anno MDCCXLIII. Darunter: MSS. Bibliorum Codex C. Diese Zählung ist auch am Kopfsteg wiederholt: Codex C. Diese Zahl könnte sich auf die Bibelsammlung von de Missy beziehen. In der oberen rechten Ecke Federproben und ein Zitat aus Inst. II,1,7: Nullius autem res sacre et religiose et sancte sunt. Sacre res sunt que rite (Bastarda, 15. Jh.?), Stelle z. T. durch Tierfraß beschädigt.

1v leer, bis auf Stempel der Bibliothek (s. o.).

2r-190r Paulus apostolus: Epistolae. Cum glossis. (2r-37v) Rm. (2r) Argumentum. Romani sunt [in] partes Italiae … — … a Chorinto. ›Explicit argumentum‹. Stegmüller RB 676. (37v-72v) I Cor. (37v-38r) Argumentum. Chorinthii sunt Achaici et hi similiter ab apostolis audierunt verbum veritatis … — … scribens eis ab Epheso per Thimoteum discipulum suum. ›Explicit argumentum‹. Stegmüller RB 684. (72v-95r) II Cor. ›Incipit epistula secunda ad Corinthios‹. (72v) Argumentum. ›Incipit argumentum‹. Post actam penitentiam … — … emendatos ostendens. Stegmüller RB 699. (95r-106r) Gal. (95r-v) Argumentum. Galathe sunt Greci. Hi verbum veritatis … — … ad fidem veritatis scribens eis ab Epheso. ›Explicit argumentum Incipit epistola IIII ad Galathas‹. Stegmüller RB 707. (106v-117v) Eph. (106v) Argumentum. Ephesi sunt Asiani. Hi accepto verbo veritatis … — … per Titicum diaconum. Stegmüller RB 715. (117v-125r) Phil. (117v) Argumentum. ›Explicit epistola ad Ephesios. Incipit argumentum ad Phylipenses‹. Philippenses sunt Macedones Hi accepto verbo veritatis … — … de carcere per Epafroditum. ›Incipit epistola ad Philippenses‹. Stegmüller RB 728. (125r) ›Explicit epistola ad Philippenses‹. (125v-132v) Col. (125v) Argumentum. ›Incipit argumentum ad Colossenses‹. Colosenses et hi sicut Laodicenses sunt Asiani … — … et Onesimum acolitum. ›Explicit argumentum. Incipit epistola ad Colosenses‹. Stegmüller RB 736. (132v) ›Explicit epistola ad Colosenses. Incipit argumentum ad Thessalonicenses‹. (133r-139v) I Th. (133r) Argumentum. Tessalonicenses sunt Macedones … — … et Onesimum acolitum. Stegmüller RB 747. (139v) ›Explicit epistola ad Tessalonicenses. Incipit argumentum ad Tessalonicenses‹. (140r-143v) II Th. (140r) Argumentum. ›Ad Thessalonicenses‹. Ad Thessalonicenses secundam scribit epistolam apostolus … — … et Honesimum accolitum. Stegmüller RB 752. (143v) ›Explicit epistola ad Tessalonicenses.‹ (143v-152v) I Tim. (143v-144r) Argumentum. ›Incipit argumentum ad Thimotheum‹. Thimoteum instruit et docet … — … ecclesiastice discipline Scribens ei de Laodicia. Stegmüller RB 765. (152v-153r) ›Explicit epistola ad Timotheum prima‹. (153r-159v) II Tim. ›Incipit epistola ad Timothum secunda‹. (153r) Argumentum. Item Timotheo scribit … — … ab urbe Roma de carcere. Stegmüller RB 772. (159v) ›Explicit epistola ad Timotheum secunda‹. (159v-163v) Tit. (159v) Argumentum. ›Incipit argumentum ad Titum‹. Titum commonefacit et instruit … — … Scribit ei a Nicopoli. Stegmüller RB 780. ›Incipit epistola ad Titum‹. Die Epistel beginnt auf fol. 160r. (163v) ›Explicit epistola ad Titum‹. (163v-165v) Phlm. (163v) Argumentum. ›Incipit Argumentum ad Philemonem‹. Philemoni familiares litteras … — … Roma de carcere. ›Incipit epistola ad Philemonem‹. Stegmüller RB 783. Drei Zeilen leer gelassen. Die Epistel beginnt auf fol. 164r. (165v) ›Explicit epistola ad Philemonem‹. (165v-190r) Hbr. (165v-166r) Argumentum. ›Incipit argumentum ad Hebreos‹. Quidam hanc epistolam apostoli Pauli … — … sunt scripte sermone. ›Explicit argumentum‹. Stegmüller RB 799. (166r) ›Incipit epistola ad Hebreos‹. (190v) Besitzvermerk (schwarze Tinte): Ex libris Caesaris de Missy Londini. Anno Domini 1743. (191r-192r) Ein zusammengebundenes Fragment aus einer anderen Handschrift, s. unten Pars II. (193r) leer, liniiert. (193r) leer, liniiert, bis auf zwei spätmittelalterliche Notizen in schwarzer Tinte (2 Hände): 1. worchypfull, Mittelenglisch, vgl. Middle English Compendium unter worshipful (adj.). 2. § 16.d. Thomas.

XXIIr-XLIv leer.

XLIIr leer, bis auf alte Signatur (Bleistift): Cod. theol. 26. XLIIv und HS mit Marmorpapier überklebt.

(4ra-35rc) Petrus Lombardus: Glossa magna vel collectaneae in epistolas Pauli. In epistolam ad Romanos. Marginalglosse. Text aber oft zwischen den Textzeilen fortgesetzt. Augustinus. PROPTER QUOD etc. Hic item vindicta dei contra eos ostendit … — … sed sapiens inmobilitate, atque in mutabilitate naturae. Ei ergo sit gloria per Christum cui est honor et gloria in secula seculorum Amen. Beginnt abrupt mit der Glosse zu Rm 1,24. Der entsprechende Bibeltext beginnt auf der vorletzten Zeile von fol. 4r. Verweiszeichen. Mit der elektronischen Edition Glossae scripturae Sacrae-electronicae (Gloss-e) zu der Glossa Magna verglichen. (35rc) Kurze Zwischenglosse zum Argumentum in I Cor. Dieses beginnt erst auf fol. 37v. Daher der Hinweis des Schreibers: Require in subsequenti folio tercio. (35va-52rc) Petrus Lombardus: Glossa magna vel collectaneae in epistolas Pauli. In epistolam primam ad Corinthios. [P]AULUS VOCATUS [...] [1 Cor 1,1] Hanc epistolam scribit Apostolus Corinthiis. Corinthii autem sunt Achaici … — … SOROREM MULIEREM ut nobis ministret SICUT ET CETERI APOSTOLI. Die erste Glosse wurde auf fol. 35v geschrieben, wobei der Haupttext noch der Römerbrief ist. Initiale zu Beginn nicht ausgeführt, aber Repräsentant P am linken Rand sichtbar und sieben Zeilen Raum dafür frei gelassen. Die Glosse zu I Cor wurde bis zur Mitte von fol. 52r geschrieben (bei I Cor 8,1); die letzten Worte beziehen sich auf I Cor 9,5. Mit der elektronischen Edition Glossae scripturae Sacrae-electronicae (Gloss-e) zu der Glossa Magna verglichen. Edition: Glossa magna (édition scientifique électronique et progressive): Martin Morard, Glossa magna (Paul.): status editionis in: Sacra Pagina, IRHT-CNRS, 2023. Consultation du 25/10/2023. (Permalink: http://gloss-e.irht.cnrs.fr/php/page.php?id=137). Literatur: P. W. Rosemann, Peter Lombard, Oxford 2004 (Great medieval thinkers), bes. S. 44-48. M. A. Zier, Peter Lombard and the Glossa ordinaria: A Missing Link?, in Pietro Lombardo. Atti del XLIII Convegno Storico Internazionale, Todi, 8 - 10 ottobre 2006, Spoleto 2007 (Atti dei convegni del Centro Italiano di Studi sul Basso Medioevo N.S. 20), S. 361-409. L. Smith, The Glossa ordinaria. The making of a medieval Bible commentary, Leiden 2009, S. 21-22.

Pars II

Pergament — 2 Bl. — 22,5 × 15,5 cm — Nordfrankreich (?) — 14. Jh.

Die Blätter bildeten VS und HS eines nicht identifizierbaren Bandes, wie die Randflecken vom Lederüberzug und der Abrieb an den äußeren Seiten beweisen. Für die Wiederverwendung leicht beschnitten. Zweispaltig. 50 Zeilen. Schriftraum: 19 × 14,5 cm. Textualis von einer Hand. Rubriziert. Titulus currens. Zwei bis vier Zeilen hohe, alternierend rote und blaue Fleuronnée-Initialen, mit Fleuronnée in der Gegenfarbe. Konturbegleitende Parallelfäden, mit eingerolltem Ende, vereinzelte Perlen. Fadenausläufer, mit haarnadelförmigen Endungen. Paragraphenzeichen.

Latein.

191ra-192vb Petrus Riga: Aurora. Die richtige Textreihenfolge in diesem Blatt ist fol. 191va-191rb, hier wiedergegeben. (191va-b) Petrus Riga: Aurora. Recapitulationes. Hanc patriam qua nunc Samaria … — … credere dura deum. Petri Rigae Biblia versificata, ed. Beichner, Bd. 2, S. 608, v. 71-S. 611, v. 166. (191ra-b) Petrus Riga: Aurora. Recapitulationes. Fortsetzung von fol. 191v. Bella movens Amalech tamquam cruce … — … rex Eglon corruit ille redit. Petri Rigae Biblia versificata, ed. Beichner, Bd. 2, S. 611, v. 167-S. 615, v. 254. (192va-b) Petrus Riga: Aurora. Evangelium. Mit Interpolationen. Die richtige Textreihenfolge im zweiten Blatt ist fol. 192va-192rb, hier wiedergegeben. Abweichend von der Abfolge der Episoden in der Edition. Natus nata nurus hos habet una domus. Petri Rigae Biblia versificata, ed. Beichner, Bd. 2, S. 501, v. 1966-S. 502, v. 1984; S. 568, v. 1351-1354 [= Evangelium Egidii]; S. 493, v. 1752-1756; S. 494, v. 1762-1766; S. 494, v. 1777-1780; S. 503, v. 2019-S. 504, v. 2040; S. 494, v. 1781-S. 495, v. 1785; S. 502, v. 1985-1994; S. 502, v. 1995-S. 503, v. 2006. (192ra-b) Petrus Riga: Aurora. Evangelium. Octo decen mulier. Petri Rigae Biblia versificata, ed. Beichner, Bd. 2, S. 503, v. 2007-2016; S. 569, v. 1383-1404 [= Evangelium Egidii]; S. 508, v. 2137-2142; S. 501, v. 1957-1964; S. 495, v. 1786-1794; S. 505, v. 2053-2064; S. 504, v. 2041-2052; S. 495, v. 1795-1804. Edition: Aurora. Petri Rigae Biblia versificata. A verse commentary on the Bible, ed. P. E. Beichner, 1-2, Notre Dame, Ind. 1965 (Publications in medieval studies 19). Literatur: K. Smolak, Die Bibeldichtung Aurora des Petrus Riga (P.R.). Beobachtungen zu Stil und Poetik, in Poetry, Bible and Theology from Late Antiquity to the Middle Ages, hg. von M. Cutino, Berlin 2020 (Millennium-Studien 86), S. 451-472.


Abgekürzt zitierte Literatur

Bibliotheksstempel Bibliotheksstempel. Besitzvermerke von Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland, hrsg. von A. Jammers, Wiesbaden 1998 (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz 6)
Fingernagel Ill. Hss. 4.–12. Jh. Die illuminierten lateinischen Handschriften süd-, west- und nordeuropäischer Provenienzen der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz: 4.–12. Jahrhundert, beschrieben von A. Fingernagel, Teil 1: Textband, Teil 2: Abbildungen, Wiesbaden 1999 (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Kataloge der Handschriftenabteilung, Reihe 3: Illuminierte Handschriften 2)
Göttingen 2 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 2: Universitäts-Bibliothek: Geschichte, Karten, Naturwissenschaften, Theologie, Handschriften aus Lüneburg, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover. Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen 2)
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der abendländischen mittelalterlichen Handschriften der SUB Göttingen Lateinische Handschriften Teil II.
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